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Herbstreise  2021

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Texte der Frauenbewegung
Besondere Empfehlung
Machtausübung


Neuerscheinungen:
Nachträglich aufgenommen ins Herbstprogramm 2021:

Helga Baumgarten
Kein Frieden für Palästina
Krieg in Gaza, Besatzung und Widerstand
144 S., br., 17,90
978-3-85371-496-6
Die israelische Besatzung mit ihrer Siedlungs- und Vertreibungspolitik, der Krieg der israelischen Armee gegen den Gaza-Streifen, der seit 2007 unter einer völkerrechtswidrigen Blockade leidet, und der Widerstand der PalästinenserInnen dagegen dominieren in zeitlich immer kürzer werdenden Abständen die Schlagzeilen der internationalen Presse. Noch nie hat die palästinensische Bevölkerung so viel internationale Solidarität erfahren, von den USA (bis hinein in den Kongress) über Europa bis in die arabische Welt und nach Ostasien. Das Buch der in Jerusalem ansässigen deutschen Politikwissenschaftlerin Helga Baumgarten will den interessierten LeserInnen die Hintergründe für den längsten geopolitischen Konflikt unseres Zeitalters näherbringen, um ihn besser verstehen und einordnen zu können. Mit einem historisch-analytischen Rückblick ab 1948, dem Jahr der Staatsgründung Israels und dem Beginn der palästinensischen Tragödie, der Nakba, über die Intifada bis zum Scheitern der als Friedens- prozess gefeierten Osloer Verhandlungen werden die wichtigsten Stationen der Entwicklungen in Israel/Palästina kritisch untersucht. Die wichtigsten palästinensischen Parteien, ihre historische Herausbildung und die politische Rolle, die sie seit 1967 gespielt haben, werden im Detail untersucht. Es geht dabei auf der einen Seite um die Hamas, die heute im Gaza-Streifen regiert, sowie um die Fatah (sie kontrolliert die PLO, die palästinensische Befreiungsorganisation), die die Regierung in Ramallah unter Mahmud Abbas als Präsident stellt. Ziel der Analyse dieser beiden Bewegungen ist es, die vielen Mythen und Missverständnisse, die sich um sie insbesondere im deutschen Sprachraum ranken, sachlich zu klären. Helga Baumgarten geboren 1947 in Stuttgart, ist Politikwissenschaftlerin und Journalistin. Sie unterrichtete von 1993 bis 2019 als Professorin an der Universität Birzeit im Westjordanland.


Johannes Zang
Erlebnisse im Heiligen Land
77 Geschichten aus Israel und Palästina. Von Ausgangssperre bis Zugvögel
224 S., br., 19,90
978-3-85371-490-4
Der deutsche Journalist Johannes Zang lebte fast zehn Jahre in Israel (Kibbutz Be´eri, Tel Aviv) und den besetzten palästinensischen Gebieten (Bethlehem, Ost-Jerusalem). Dort führte er über 100 Gespräche, mit MinisterInnen und BürgermeisterInnen, HistorikerInnen und SoziologInnen, WirtschaftswissenschaftlerInnen und JournalistInnen, Rabbinern und christlichen Würdenträgern, MenschenrechtsanwältInnen und FriedensaktivistInnen, und mit hunderten Menschen „von der Straße“: an Kontrollpunkten, auf Familienfeiern und Empfängen, in Schulen und Sammeltaxis, nach Friedensgebeten und auf Protestmärschen.
In 77 Texten bildet der Autor den Reichtum des Heiligen Landes ab, das Bunte, Anziehende und Vielfältige. Er benennt gleichwohl auch Verstörendes, Widersprüchliches und Himmelschreiendes. Ein umfangreicher Anhang bietet wertvolle Buchtipps, weist auf augenöffnende Filme hin, erklärt, auf welchen Internetseiten man Hintergrundinformationen findet und nennt Webinare, die tief in die israelische und palästinensische Gesellschaft sowie deren Konflikt blicken lassen. Eine etwas andere Zeittafel markiert Meilensteine der Geschichte, der Konfrontationen sowie von Dialog- und Friedensinitiativen. Johannes Zang, geboren 1964 in Aschaffenburg (Bayern), hat in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten als Zitronenpflücker, Altenpfleger, Musiklehrer und Reiseleiter gearbeitet. Bislang hat er 60 Reisegruppen durch Israel und Palästina geführt.  Friedensinitiativen.
Als Journalist mit Sitz in Ost-Jerusalem schrieb Johannes Zang für die taz, Zeit Online, Freitag, die Katholische Nachrichtenagentur und andere
Für Kleinräumigkeit und Regeneration des Ökosystems statt globalem Wachstum


Peter Mattmann-Allamand
Deglobalisierung
Ein ökologisch-demokratischer Ausweg aus der Krise
272 S., br., 22,00
978-3-85371-489-8
Der Globalismus propagiert einen unökologischen und autoritären Ausweg aus den aktuellen Problemen. „Klimaneutralität“
lautet sein Zauberwort, doch dabei werden nur die Energieträger ausgewechselt. Mit Vollgas geht die Fahrt in die bisherige, falsche Richtung weiter. Die als „Green Deal“ getarnte Wachstumsstrategie bleibt unwidersprochen.
Der Autor schlägt einen Richtungswechsel der Politik um 180 Grad vor: Lokalisierung und Kleinräumigkeit, Regeneration des Ökosystems,qualitative Entwicklung statt quantitatives Wachstum, tendenzielle Dedigitalisierung, Dekommerzialisierung, Deindustrialisierung und Demotorisierung. 

Schöne Neue Welt 2030
Vom Fall der Demokratie und dem Aufstieg einer totalitären Ordnung
Herausgegeben von Ullrich Mies mit Beiträgen von Matthias Burchardt, Elana Freeland, Hannes Hofbauer, Anselm Lenz, Hans Kremer und Isabelle Krötsch, Marco Pizzuti, Moritz Enders im Interview mit Marco Pizzuti, Hermann Ploppa, Ernst Wolff, Pieter Stuurman, Peter Koenig, C. J. Hopkins, Wolfram Rost, Walter Weber, Anneliese Fickentscher und Andreas Neumann, Jens Bernert und Daniel Sandman
240 S., br., 19,90
978-3-85371-491-1
Die Corona-Krise brachte es an den Tag: Seit Beginn des Jahres 2020 ist die Fassade der westlichen Demokratien zusammengebrochen. Beim Umgang mit der Pandemie griffen die Machthaber fast allerorts zu autoritären Methoden. Ihre Instrumentalisierung geriet zu einem Eliten-Komplott, das jede Verschwörungstheorie in den Schatten stellt. Nichts hat die reale Funktion des bürgerlichen Staates so klar ins Licht gerückt wie diese Krise. Ullrich Mies lässt internationale Expertinnen und Experten zu Wort kommen. Sie befassen sich mit der „Neuen Normalität“, die die Globalisten der Finanzwelt und des World Economic Forum für die Menschheit vorgesehen haben: eine digitalisierte, kontrollierte und transhumanistische, eine entmenschlichte Welt. Dagegen gilt es, die Analyse zu schärfen und die Erkenntnis als Waffe des Widerstands einzusetzen.
Der Herausgeber Ullrich Mies, Jahrgang 1951, studierte Sozialwissenschaften/Internationale Politik in Duisburg und Kingston/Jamaica. Als Kriegsdienstverweigerer interessierte er sich bereits während seines Studiums für die kritische Friedensforschung. Ab 1984 war er zehn Jahre im höheren Dienst einer deutschen Bundesbehörde tätig, ab 1995 selbstständiger Unternehmer in den Niederlanden. 2000 bis 2009 engagierte er sich bei attac, seit 2010 in der Anti-Kriegsbewegung.
Nach einem Vorwort des Verlegers und einer Einleitung des Herausgebers folgen Beiträge verschiedener Autoren zu folgenden Themen: - Kollaps der „westlichen Demokratien“ - Zukunftstechnologien und Zivilisationsbruch - „Eliten“-Komplott - Dystopie 2030: New World Order, totalitäre Global Governance und das World Economic Forum - Wie wollen wir leben.


Befreiung der Frau
Texte zur Geschichte eines weltweiten Kampfes
Herausgegeben von Julia Harnoncourt mit Beiträgen von Simone de Beauvoir, Veronika Bennholdt-Thomsen, Kimberlé Crenshaw, Mariarosa Dalla Costa, Angela Davis, Zohra Drif, Virginie Despentes, Maria Galindo, Olympe de Gouges, belle hooks, Alexandra Kollontai,  SelmaJames, Julieta Paredes, Adrienne Rich, Madeleine Vernet und Clara Zetkin
176 S., br., 12,90
978-3-85371-493-5
Die Wiener Forscherin Julia Harnoncourt versammelt in ihrem Band „Befreiung der Frau“ Schriften und Analysen von Aktivistinnen und Theoretikerinnen aus zwei Jahrhunderten des Kampfes. Von den Kämpferinnen der ArbeiterInnenbewegung bis zu den Feministinnen nach dem Zweiten Weltkrieg, von der afroamerikanischen Frauenbewegung bis zu den Vertreterinnen des Globalen Südens, von Clara Zetkin und Simone de Beauvoir bis zur Zweiten Frauenbewegung der 1970er Jahre wird versucht, möglichst viele verschiedene Analyse- und Lösungsansätze zu Wort kommen zu lassen.


Die Erfinderin der "Frankfurter Küche":

Jenni, Ulrike / Reinhold, Bernadette / Holzinger, Elisabeth / Allmayer-Beck, Renate / Desbordes, Chiara / Danneberg, Bärbel
Margarete Schütte-Lihotzky
Spuren in Wien
220 S., br., 19,90
978-3-85371-494-2
Die Lebensgeschichte der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1897–2000) umfasste das gesamte 20. Jahrhundert. Sie war eine der bedeutendsten Frauenpersönlichkeiten ihrer Zeit, wurde in Wien geboren und starb mehr als hundert Jahre später in dieser Stadt. Die Herausgeberin Christine Zwingl begibt sich auf ihre Wiener Spuren und macht diese sichtbar. Ein Stadtplan im Buch hilft den LeserInnen beim Erwandern der Lebensstationen. Margarete Schütte-Lihotzky, geboren 1897 in Wien, war die wohl bekannteste Architektin Österreichs und gehörte zu den Repräsentanten des „Neuen Bauens“. In der Türkei schloss sie sich dem österreichischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus an, kehrte nach Österreich – in die damalige „Ostmark“ – zurück und wurde verhaftet. Nur knapp entging sie dem Todesurteil und blieb bis 1945 in Haft. Nach dem Krieg erhielt sie als Kommunistin keine öffentlichen Bauaufträge in Wien. Margarete Schütte-Lihotzky verstarb im Jahr 2000 im Alter von 102 Jahren und erhielt ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof. Im Promedia Verlag ist von ihr in mittlerweile vier Auflagen erschienen: „Erinnerungen aus dem Widerstand. Das kämpferische Leben einer Architektin von 1938–1945“. 

lieferbar

Schütte-Lihotzky, Margarete
Erinnerungen aus dem Widerstand
Das kämpferische Leben einer Architektin von 1938 bis 1945
200 S., geb., € 17,90
978-3-85371-372-3
Margarete Schütte-Lihotzky, geboren 1897 in Wien, war die erste Architektin Österreichs und gehörte zu den Repräsentanten des „Neuen Bauens“. Zwischen den Kriegen plante sie für die Wiener Siedlerbewegung, das neue Frankfurt („Frankfurter Küche“) und für Städte in der Sowjetunion. In der Türkei schloss sie sich dem österreichischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus an, kehrte nach Österreich – die damalige „Ostmark“ – zurück und wurde verhaftet. Nur knapp entging sie dem Todesurteil und blieb bis 1945 in Haft. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt sie als Kommunistin keine öffentlichen Bauaufträge in Wien. Margarete Schütte-Lihotzky verstarb im Jahr 2000 im Alter von 102 Jahren.
 Frauenfahrten


Alice Schalek
Reportagen von den Rändern der Moderne
Reiseberichte aus Afrika, Indien sowie Nord- und Südamerika in den 1920er- und 1930er Jahren
296 S., geb., 24,00
978-3-85371-492-8
Alice Schalek stammte aus dem wohlhabenden jüdischen Bürgertum Wiens. Nachhaltige Berühmtheit erlangte sie, weil sie als erste und einzige weibliche Berichterstatterin während des Ersten Weltkriegs vom k.u.k. Kriegspressequartier akkreditiert wurde. Wegen ihrer kriegsverherrlichenden Berichte wurde sie von Karl Kraus sowohl in seiner Zeitschrift „Die Fackel“ als auch in dem berühmten Buch „Die letzten Tage der Menschheit“ heftig attackiert. Nach dem Krieg veränderte sich ihr politisches Weltbild und sie widmete sich in ihren Artikeln nunmehr verstärkt gesellschaftskritischen Problemen und den Frauenrechten. Vor allem war Schalek eine begeisterte Reisende, Reisejournalistin und Fotografin. 1925 besuchte Schalek Südamerika, 1928 folgte ihre zweite Indienreise, 1930 eine Reise in die USA, 1931 ging es nach Afrika. Sie bereiste in den 1920er Jahren aber auch das Mittelmeer und Jugoslawien und Mitte der 1930er Jahre den Nahen Osten. Der Band „Reportagen von den Rändern der Moderne“ versammelt Feuilletons und Reportagen von Alice Schalek, die in den 1920er- und 1930er Jahren in Zeitungen erschienen. Diese wurden noch nie in Buchform veröffentlicht, sondern sind heute mehr oder weniger vergessen. Waren es anfangs eher „klassische Bildungsreisen“, die sie zum Teil im Rahmen einer organisierten Gruppenreise absolvierte und die vor allem touristischen Interessen folgten, sind ihre späteren Berichte durch eine gesellschaftskritische sowie politisch orientierte Perspektive geprägt. Insbesondere die Frauen stehen während der Auslandsaufenthalte im Mittelpunkt des Interesses von Alice Schalek, sowohl die Lebensumstände der ansässigen weiblichen Bevölkerung als auch das Alltagsleben in den kolonialen Haushalten. Ein zentrales Moment ist dabei ihr Engagement für Frauenrechte, dem sie sich bereits vor dem Ersten Weltkrieg verschrieben hatte. Alice Schalek, geboren 1874 in Wien, wirkte als Journalistin, Fotografin und Autorin. Neben ihrer Tätigkeit als Reiseberichterstatterin schrieb sie Romane, Novellen und Erzählungen. 1939 wurde sie von den Nazis verhaftet. Während einer vorübergehenden Enthaftung gelang ihr Anfang August 1939 die Flucht in die USA, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. Alice Schalek starb am 6. November 1956 in New York.

Edition Frauenfahrten - bisher erschienen:
 Montagu, Mary Wortley
Briefe aus dem Orient
Frauenleben im 18. Jahrhundert
280 S., geb., € 24,00
978-3-85371-259-7
 Lili Körber
Begegnungen im Fernen Osten
Eine Reise nach Japan,
China und Birobidschan im Jahr 1934
328 S., br., € 24,00
978-3-85371-478-2
  Pfeiffer, Ida
Eine Frau fährt um die Welt
Die Reise 1846 nach Südamerika, 
China, Ostindien, Persien und Kleinasien
344 S., br., € 24,00
978-3-85371-249-8
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Freya Stark
Durch das Tal der Mörder
Reisen im Persien der 1930er Jahre
240 S., br., € 24,00
978-3-85371-182-8
Maria Leitner
Reportagen aus Amerika
Eine Frauenreise 
durch die Welt der Arbeit
in den 1920er Jahren
248 S., br., € 24,00
978-3-85371-150-7
 Larissa Reissner
Oktober
Aufzeichnungen aus Rußland und 
Afghanistan in den 1920er Jahren
296 S., br., € 24,00
978-3-85371-429-4
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 Bell, Gertrude
Am Ende des Lavastromes
Durch die Wüsten und 
Kulturstätten Syriens (1905)
306 S., br., € 24,00
978-3-85371-396-9
 Stinnes, Clärenore
Im Auto durch zwei Welten
Die erste Autofahrt 
einer Frau um die Welt 
1927 bis 1929
256 S., br., € 24,00
978-3-85371-105-7
 Bird, Isabella
Unbetretene Pfade in Japan

344 S., geb., € 24,00
978-3-900478-34-6

scroll
Bell, Gertrude
Miniaturen aus dem Morgenland
Reiseerinnerungen aus Persien 
und dem Osmanischen Reich 1892
224 S., geb., € 24,00
978-3-85371-125-5
Pfeiffer, Ida
Nordlandfahrt
Eine Reise nach Skandinavien 
und Island im Jahre 1845
288 S., geb., € 24,00
978-3-900478-47-6
Pfeiffer, Ida
Reise in das Heilige Land
Konstantinopel, Palästina 
und Ägypten im Jahre 1842
288 S., geb., € 24,00
978-3-85371-344-0
scroll
Pfeiffer, Ida
Reise in die neue Welt
Amerika im Jahre 1853
280 S., geb., € 24,00
978-3-900478-86-5
Pfeiffer, Ida
Abenteuer Inselwelt
Die Reise 1851 durch Borneo,
Sumatra und Java
304 S., geb., € 24,00
978-3-900478-70-4
Durham, Mary E
Durch das Land 
der Helden und Hirten
Balkan-Reisen zwischen 1898 und 1920
250 S., geb., € 24,00
978-3-900478-90-2


Hilde Langthaler
Kerbungen
Schwarze Texte und Holzschnitte
88 S., geb., 19,90
978-3-85371-495-9
„Kerbungen“ – das sind vierzig kurze Texte von Hilde Langthaler, bildlich interpretiert von ihrem Mann Richard Langthaler, der die Auswahl aus dem Nachlass der 2019 verstorbenen österreichischen Autorin zusammengestellt hat. Die Texte sind Abbildungen aus dem 80-jährigen Leben der Autorin, die nicht nur die zweite Frauenbewegung in Österreich aktiv mitgestaltete, sondern auch die Friedens-, Ökologie- und sogenannte Dritte-Welt-Bewegung. Ihre Aufzeichnungen geben einen intimen Einblick in ihre Gefühlswelt: Von der Auflehnung einer Jugendlichen, über die als Persönlichkeitsspaltung erlebte Vielfalt der Ansprüche, die zu permanentem Stress und zum Gefühl, in eine Tretmühle geraten zu sein, führen, bis zum Kampf gegen die Depression, der sie über alle Stationen ihres Lebens begleitete. 
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bereits angekündigt:.................................................zurück nach oben

HERRSCHAFT DER ANGST
Von der Bedrohung zum Ausnahmezustand
Herausgegeben von Hannes Hofbauer und Stefan Kraft mit Texten von Wolf Wetzel, Marlene Streeruwitz, Moshe Zuckermann, Norman Paech, Rainer Fischbach, Birgit Sauer, Farid Hafez, Michael Meyen, Diether Dehm, Joachim Hirsch, Maria Wölflingseder, Imad Mustafa, Dieter Reinisch, Karl Reitter und Christian Schubert.
318 S., br., 22,00
978-3-85371-488-1
Die Machtausübung unserer Tage basiert auf mehreren Säulen. Noch immer scheint jene Definition zu gelten, mit der Antonio Gramsci vor bald 100 Jahren den (bürgerlichen) Staat beschrieb: „Hegemonie, gepanzert mit Zwang“.
Die jeweiligen Regierenden erkaufen die Akzeptanz zu ihrer Politik mit materiellen Zugeständnissen – so dies ökonomisch möglich ist. Parallel dazu betreiben sie eine Herrschaftstechnik, die immer offener zutage tritt: die Erzeugung von Angst. Dies ermöglicht dem Staat stärkere Befugnisse und lenkt die Aufmerksamkeit der Menschen auf das jeweilige Drohszenario. Die vermittelten Gefahren haben reale Ausgangspunkte und reichen von Terroranschlägen bis zur Ausbreitung von Viren. Dem Liberalismus ist das Autoritäre inhärent und er nutzt Bedrohungen, um die Kontrolle des sozialen Lebens auszuweiten und die demokratische Teilhabe weiter einzuschränken. Das Motto der Maßnahmen, seien es zunehmende Überwachung, Anti-Terrorgesetzgebung, Austeritätsregime, Ausgangssperren oder Lockdowns, lautet Es gibt keine Alternative: Medien transportieren und verstärken diese Botschaft und sorgen dafür, dass die von oben verbreitete Angst nach unten in alle gesellschaftlichen Bereiche durchsickert, sodass Menschen dazu übergehen, sich gegenseitig unter Druck zu setzen, um den politischen Vorgaben Folge zu leisten.
Der Sammelband „Herrschaft der Angst“ setzt sich mit historischen Beispielen und Auswirkungen dieser – im Zuge der sogenannten Corona-Krise verstärkten – Strategie auseinander. Von den Notstandsverordnungen in der BRD der 1970er-Jahre über das Beispiel der israelischen Politik der Furcht bis zur Islamophobie und den PandemieVerordnungen reicht der Bogen der Beiträge. Dazu werden auch kulturelle und psychologische Folgen der Herrschaft durch Angst in den Blick genommen, die wiederum in negativer Weise auf die Gesellschaft zurückwirken. Ein emanzipatorischer Aufbruch ist dringend notwendig. Dafür ist eine Kritik an der verordneten Angst unerlässlich. Link: keinZustand.at


Der optimierter Mensch - Visionen und Gefahren des Transhumanismus

Christian Blasge
DER MENSCH ALS ROHSTOFF
Zwischen künstlicher Intelligenz und persönlicher Optimierung
280 S., br., 22,00
978-3-85371-485-0
Gentechnik, Nanotechnik, Robotik, Künstliche Intelligenz. Welche Revolutionen stehen uns bevor und wie denken die großen Konzerne darüber? Mit welchen Gefahren ist zu rechnen, wie hat sich unser Leben bereits verändert und wohin führt diese Reise? Zur Beantwortung dieser Fragen wagt Christian Blasge einen Ausflug in die menschliche Psyche und untersucht dabei, inwieweit sich unsere Gesellschaft mittlerweile in einem Modus der vollständigen Konkurrenz befindet. Getrieben ist die Entwicklung durch die Stigmatisierung des Menschen als „Mängelwesen“, das überwunden werden soll. Dazu dienen die Digitalisierung und Automatisierung menschlicher Arbeitskraft, deren Auswirkung auf den Arbeitsmarkt und den Menschen selbst untersucht werden. Viele der technologischen Neuerungen des beginnenden 21. Jahrhunderts haben einerseits neue Freiheiten mit sich gebracht, die andererseits zu Überforderung, Entwurzelung und Entfremdung führen können. Verbunden ist das Zeitalter der Digitalisierung aber auch mit dem Mythos, Probleme ließen sich durch Konsum lösen, gekoppelt mit dem Trend, sich (freiwillig oder unfreiwillig) zu dem Vermarkter einer Ware und gleichzeitig selbst zu einer Ware zu machen. Im Kontext von Künstlicher Intelligenz und fortschreitenden persönlicher Optimierung drängt sich die Frage auf: „Was ist der Mensch und darf er so bleiben, wie er ist?“ Technik-Utopisten (alb)träumen von Maschinen mit Bewusstsein und von Superintelligenzen, die unsere Lebenswelt neu gestalten. Sie schwärmen von der Überwindung der menschlichen Biologie und der Abschaffung aller Krankheiten bis hin zur Unsterblichkeit; und sie bestehen auf der bestmöglichen genetischen Ausstattung für unsere Nachkommen. Das Buch endet mit der brisanten Debatte über den Trans - bzw. Posthumanismus. Eine (schöne?) neue Gesellschaft mit optimierten Menschen, autonomen Robotern und virtuellen Entitäten wird unsere Lebenswelt von Grund auf verändern. Daher bedarf es, so der Autor, dringend eines neuen Gesellschaftsvertrags, wie mit den Früchten des Fortschritts umgegangen werden soll.


Männlichkeitswahn in Betonstädten:

Winfried Wolf
TEMPOWAHN
Vom Fetisch der Geschwindigkeit zur Notwendigkeit der Entschleunigung
184 S., br., 17,90
978-3-85371-481-2
Mit dem Begriff „Tempowahn“ verbindet man vordergründig Autorennen. Oder man assoziiert damit neue SUV-Modelle und Sportwagen mit 300 und mehr PS. Auch kommen einem die deutschen Autobahnen in den Sinn, auf denen über weite Strecken „Tempofreiheit“ herrscht. Der Verkehrsforscher Winfried Wolf findet beim Thema der Beschleunigung noch ganz andere, erstaunliche Zusammenhänge. Solche zwischen Tempowahn und Demokratieabbau, zwischen Geschwindigkeitsfetischismus und Faschismus, zwischen PS-Hochrüstung und Männlichkeitswahn oder zwischen Entschleunigung und Urbanität.
Wolf besuchte für seine Recherche die Automessen der Gegenwart. Entgegen allen Bekundungen ist dort für die Hersteller die Geschwindigkeit der neuen Modelle noch immer das wesentlichste Verkaufsargument – der SUV-Boom hält unverändert an. Nach dem aktuellen Befund dringt Wolf ein in die Geschichte der Mobilität als ständig beschleunigte Bewegung von Menschen, wobei diese – von der Eisenbahn über das Automobil bis zum Flugzeug – nicht mit einem Mehr an Kommunikation einherging. Die schlimmste politische Ausformung fand der Geschwindigkeitsfetischismus im Faschismus: Henry Ford, ein begeisterter Anhänger der Nazis, Benito Mussolini und Adolf Hitler setzten auf Temporausch und Autorennen zur Durchsetzung ihrer – durchaus unterschiedlichen – Ziele. Doch auch in den heutigen Gesellschaften ortet der Autor eine fatale Verbindung zwischen Beschleunigung und autoritären Denkmustern. Männer rasten schon immer gerne in den Tod. Winfried Wolf weiß von einer Reihe von Prominenten zu berichten, denen überhöhtes Tempo ein frühes Ende setzte: Vom NS-Helden Bernd Rosemeyer über den Schauspieler James Dean und den Formel-1-Fahrer Jochen Rindt bis zum FPÖ-Führer Jörg Haider. Der Tempowahn ist auch für die Allgemeinheit äußerst schädlich: Rasende Autos und Betonorgien führen zu Stadtzerstörung und Verlust an Urbanität. Tempowahn und Geschwindigkeitsfetischismus, so konstatiert Wolf, müssen endlich der Entschleunigung und der Demokratie weichen.

Hongkong, die Uiguren, Chinas erster Militärstützpunkt in Afrika und die Investitionen Chinas in die Neue Seidenstraße

Anton Stengl
CHINAS NEUER IMPERIALISMUS
Ein ehemals sozialistisches Land rettet das kapitalistische Weltsystem
232 Seiten, br., 19,90
978-3-85371-483-6
Im Gegensatz zur Auffassung mancher europäischer Linker kann Anton Stengl, der selbst viereinhalb Jahre in China arbeitete, keinerlei sozialistische Ausrichtung in der aktuellen Politik Chinas erkennen. Das Reich der Mitte ist seiner Analyse nach in wirtschaftlicher Hinsicht zur Fortsetzung des Kapitalismus und der Verteidigung seines Warencharakters angetreten und agiert geopolitisch als aufstrebende Hegemonialmacht. Im gigantischen Projekt der „Neuen Seidenstraße“ („One Belt, One Road“) ortet der Autor den Dreh- und Angelpunkt des neuen chinesischen Imperialismus. Seiner Ansicht nach ist dieses Vorhaben einer klassischen kapitalistischen Überproduktionskrise geschuldet. Vehemente staatliche Eingriffe in die Ökonomie dienten auch historisch oft zur Überwindung einer Verwertungskrise. Der große Vorteil für chinesisches Kapital in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts besteht gerade in dieser kontinuierlichen staatlichen Absicherung seiner Verwertungsmöglichkeiten, der staatlichen Finanzierung und dem Ausbau staatlicher Infrastruktur.
In einem eigenen Kapitel wird der Frage nachgegangen, welches Wirtschaftssystem in China vorherrscht: ein noch unterentwickelter Sozialismus (der den Umweg über den Kapitalismus nehmen muss, um voranzukommen)? Oder ein Staatskapitalismus der besonderen Art? Zwei Kriterien sind für die Beantwortung der Frage entscheidend: die Eigentumsfrage und – damit verbunden – die Frage nach den wirtschaftlichen Prinzipien. Beide beantwortet der Autor eindeutig: In China regieren Markt und Privateigentum und die Wirtschaft funktioniert nach den Regeln von Profit und Konkurrenz. In geopolitischer Hinsicht ist Vietnam ein gutes Beispiel dafür, welche konkreten Auswirkungen der chinesische Imperialismus auf die Länder in Asien hat. Es geht um die Ausbeutung von Rohstoffen und Arbeitskräften an verlängerten Werkbänken in Sonderwirtschaftszonen bis hin zum territorialen Anspruch auf Inseln im Südchinesischen Meer, wenn dort Erdölfunde vermutet werden. Das Buch endet mit einer Analyse der Vorgänge in Hongkong und in Xinjiang.
Anton Stengl, geboren 1957 in Regensburg, studierte Philosophie in Neapel und arbeitete anschließend an der Universität Mersin/Türkei. Zurück in Deutschland, war er ab 2003 als Sprachlehrer tätig, schrieb sich an der Universität München in Sinologie ein und ging 2015 als Deutschlehrer nach Shenyang und Hangzhou. Seit Anfang 2020 unterrichtet er in Hai Duong/Vietnam und Hanoi.    Auch interessant zu diesem Thema - sozusagen als Gegenstück: "CHINA VERSTEHEN"

Edition Linker Klassiker

MARKTSOZIALISMUS
Eine kontroverse Debatte herausgegeben von Felix Wemheuer
mit Beiträgen von: Erich Apel, Charles Bettelheim, Wlodzimierz Brus, Nikolaj Bucharin, Bela Csikós-Nagy, Maurice Dobb, Diane Elson, Jirí Kosta, Wladimir Iljitsch Lenin, Jewsei Grigorjewitsch Liberman, Ernest Mandel, Günter Mittag, Ota Šik, Josef Stalin, Sun Yefang, Rudi Supek, Wu Ming, Xue Muqiao, Zhao Ai und Zhao Ziyang.
176 S., br., 12,90
978-3-85371-486-7
Nicht wenige Parteikader und ÖkonomInnen des Ostens sahen marktsozialistische Wirtschaftsreformen als mögliche Lösung der Probleme in der Planwirtschaft. Dieses Buch dokumentiert die zentralen Debatten über die Einbindung kapitalistischer Praktiken in den sozialistischen Alltag.
Felix Wemheuer, geboren 1977 in Bad Harzburg, ist seit 2014 Professor für Moderne China-Studien an der Universität Köln.


SOZIALDEMOKRATISCHE AUSSENPOLITIK
Historisches Selbstverständnis und aktuelle Ausblicke
Herausgegeben von Bernhard Müller und Constantin Weinstabl Mit Beiträgen u.a. von Jean Asselborn, Petra Bayr, Mona
Duzdar, Fritz Edlinger, Leo Gabriel, Peter Jankowitsch, Erwin Lanc, Georg Lennkh, Wolfgang Petritsch, Stefan Schennach, Martin Schulz, Günther Sidl, Andreas Schieder, Franz Vranitzky und Josef Weidenholzer.
256 S., br., 19,90
978-3-85371-484-3
Wodurch zeichnet sich sozialdemokratische Außenpolitik aus? Und: Gibt es sie noch als Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen politischen Strömungen? Denn während Soziales, Gesellschafts- und Beschäftigungspolitik als Kerngebiete sozialdemokratischen Wirkens und Regierens wahrgenommen werden, scheint Außenpolitik in vielen sozialdemokratischen Parteien ein wenig beachtetes Dasein zu fristen. Auf die heutige Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ), einst Heimat von Persönlichkeiten wie Bruno Kreisky (Außenminister und Bundeskanzler), trifft diese Bestandsaufnahme jedenfalls zu. Dabei ist „sozialdemokratische Außenpolitik“ kein isoliertes Politikfeld, sondern vielmehr „Friedenspolitik“, wie die SPD-Fraktion im deutschen Bundestag 2018 richtigerweise festgehalten hat. Der Sammelband widmet sich den großen internationalen Herausforderungen: dem Widerstreit zwischen Globalisierung und Renationalisierung, dem Erstarken von Rechtsextremismus und politischem Islam sowie dem neuen Wettrüsten. Weitere Schwerpunkte bilden die Themen Menschenrechte, Europa, Sicherheitspolitik und Migration. Abgerundet wird der Band durch bedeutende Fallbeispiele der Weltpolitik und Interviews mit sozialdemokratischen Außenpolitik-ExpertInnen unterschiedlicher Nationen. Ziel der Herausgeber ist es, darzulegen, warum Innen- und Außenpolitik nicht voneinander getrennt betrachtet und praktiziert werden können.

Edition Kritische Forschung

Christian Greis
ZUKUNFT EINES BEDINGUNGSLOSEN GRUNDEINKOMMENS
Eine soziologische Bestandsaufnahme
176 Seiten, ca. 20,00
978-3-85371-487-4
Der Soziologe Christian Greis versucht in seinem Buch die Frage zu beantworten, ob und in welcher Form das Grundeinkommen als sozialpolitisches Modell der Zukunft tauglich ist. Er geht dabei auf den ideengeschichtlichen Hintergrund ebenso ein wie auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten seiner Finanzierung. Soziologische Faktoren, die für eine Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens sprechen, wie der Abbau des Sozialstaats, die Flexibilisierung und der demografische Wandel, werden beleuchtet und auch die Argumente der KritikerInnen des Grundeinkommens vorgestellt.

Wie verläuft Politisierung?

POLITISCHE KÖPFE IM PORTRÄT
Galerie der Systemkritik aus Journalismus, Wissenschaft und Politik
Herausgegeben von Björn Gschwendtner mit Textenvon Franz Alt,  Daniele Ganser, Andrej Hunko, Susanne Kaiser, Andrea Komlosy, Werner Rügemer, Willy Wimmer, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Moshe Zuckermann u.v.a.
220 S., br., 17,90
978-3-85371-482-9
40 autobiografisch verfasste Texte geben Einblicke in den persönlichen Werdegang system- und gesellschaftskritischer Menschen und zeigen, was deren kritischen Geist formte. Begleitet werden sie von Porträtzeichnungen des Herausgebers. So erzählt z.B. der langjährige UN-Diplomat Hans-Christof von Sponeck, wie ihn das Todesurteil der Nazis über seinen Vater zum lebenslangen Friedensaktivisten machte; auch für die Journalistin Gaby Weber waren politische Morde wie jene an John F. Kennedy und Che Guevara gleichsam eine Initialzündung für linkes Bewusstsein; Moshe Zuckermann wiederum politisierte sich zwischen Zionismus und der antinationalen deutschen Linken, zwischen seinem Geburtsort Tel-Aviv und seinem Studentenleben in Frankfurt/Main. Björn Gschwendtner zählt die von ihm ausgewählten 40 politischen Köpfe zu seinem intellektuellen Input. Während er diesen Menschen in Online-Interviews zuhörte, zeichnete er Porträtbilder von ihnen. Gemeinsam ist all den Porträtierten ihre friedensorientierte Weltsicht. Sehr unterschiedlich sind ihre persönlichen Zugänge und die Art und Weise, wie sie ihre individuelle Geschichte erzählen. Björn Gschwendtner, geboren 1977 in Frankfurt am Main studierte Kommunikationsdesign und arbeitet heute als freiberulicher Künstler, Illustrator und Grafiker. In der Friedensbewegung engagiert er sich u.a. bei „Stopp Ramstein“.


Lockdown 2020
Wie ein Virus dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu verändern
280 S., br., € 19,90
978-3-85371-473-7
Eine tiefe Rezession, massenhafte Arbeitslosigkeit und schwere soziale Verwerfungen waren Folgen des Lockdown 2020. Als noch gravierender entpuppen sich die politischen Handlungen: Ohne offene Debatte setzte man Notverordnungen durch, wurden Grundrechte beiseite geschoben, geriet der Ausnahmezustand zur neuen Normalität. Gründe genug für die zwei Wiener Verleger Hannes Hofbauer und Stefan Kraft, kritische Stimmen in einem Buch zu versammeln, das sich mit den Hintergründen und Folgen der Virus-Maßnahmen auseinandersetzt. VIDEO: Podiumsdiskussion mit Andrea Komlosy, Ernst Wolff und Hannes Hofbauer über Rezession, Arbeitslosigkeit und schwere soziale Verwerfungen als Folge der Lockdown-Maßnahmen.

Ernst Wolff
Wolff of Wall Street
Ernst Wolff erklärt das globale Finanzsystem
240 S., br., € 19,90
5. Auflage
978-3-85371-474-4
Der bekannte Journalist und Buchautor Ernst Wolff hat es sich zum Ziel gesetzt, das Finanzsystem für Laien zu entschlüsseln und ihm den Schleier des Unverständlichen zu nehmen. Um auch ein junges und multimedial affines Publikum anzusprechen, sind alle Erläuterungen mit einem QR-Code versehen, mit dem sie in Form von YouTube-Clips aus der Reihe „Wolff of Wall Street“ im Internet abgerufen werden können. VIDEO: Wolff erklärt CBDC (Digitales-Grundeinkommen = Geld mit Grenzen)

Hannes Hofbauer
Europa
Ein Nachruf
280 S., br., € 22,00
978-3-85371-475-1
Hannes Hofbauer entlarvt das in Brüssel, Berlin und anderswo gemalte Selbstbild der Europäischen Union als ideologische Begleiterscheinung ökonomischer Protagonisten, die für ihre Geschäfte einen supranationalen Raum und einen entsprechenden militärischen Flankenschutz brauchen. Und er weist den hegemonial-liberalen Ansatz, wonach eine Infragestellung des „europäischen“ Selbstverständnisses quasi automatisch rechts wäre, entschieden zurück. Der Autor verfolgt die Europa-Idee bis ins Hochmittelalter zurück und zeigt, wie die Verschmelzung von Antike und Christentum schon vor 800 Jahren zu einem Drang nach Osten geführt hat. Nur wenige Europa-Visionen waren von sozialen Utopie- und Friedensvorstellungen geprägt.
VIDEO ZUM BUCH...INTERVIEW MIT DEM AUTOR

Die extreme Mitte
Wer die westliche Welt beherrscht. Eine Warnung
144 S., br., € 17,90
978-3-85371-476-8
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989 fegte ein kapitalistischer Sturm über die Welt. Was mit Ronald Reagan und Margaret Thatcher begonnen hatte, erfasste schließlich ganz Europa: das Ende des Sozialstaats, eine umfassende Privatisierungswelle und die weitgehende Selbstausschaltung parlamentarischer Opposition. Die Sozialdemokratie beging Selbstmord, indem sie sich dem neoliberalen Ansturm fügte, und die Grünen wurden zu Helfershelfern imperialistischer Kriege. Das war die Geburtsstunde der „extremen Mitte“, der Parteien an der Macht und ihrer wirtschaftlichen Antreiber.

Fragmente: Die Zeit danach
Eine Anthologie der Edition Arthof
264 S., br., € 22,00
978-3-85371-480-5
Covid-19 und das Corona-Virus haben in diesem Buch Platz- und Auftrittsverbot. Keine Jammerlappenliteratur, keine Trauergesänge, keine Klagelieder. 20 Schriftstellerinnen werfen in Form von Erzählungen, Essays, Dramoletten, Gedichten und Graphic Stories einen Blick auf das Danach. Auf eine Zeit nach der Krise. Mit Beiträgen von Corinna Antelmann, Judith Auer, Katharina Goetze, Andrea Grill, Elisabeth R. Hager, Silvia Hlavin, Rebecca Heinrich, Marianne Jungmaier, Julia D. Krammer, Ursula Laudacher, Melamar, Cordula Nossek, Karin Peschka, Antje Rávic Strubel, Marlen Schachinger, Siljarosa Schletterer, Angelika Stallhofer, Katharina Tiwald und Renate Welsh.

Karl Berger
Ohne Maulkorb?
Cartoons zum Zeitgeschehen
88 S., br., € 14,90
978-3-85371-477-5
Masken tragen. Nicht nur dann, wenn ein Virus bzw. der Kampf gegen dasselbe der Gesellschaft den Atem nimmt. Masken tragen sind wir gewohnt. Der Witz, den der Chef erzählt, ist immer der lustigste. Wenn wir gefragt werden, wie wir unsere öde Arbeit finden, sagen wir „spannend“. Masken. Maulkörbe.

Hans Hautmann
Die österreichische Revolution
Schriften zur Arbeiterbewegung
1917 bis 1920
220 S., br., € 19,90
978-3-85371-479-9
Der vorliegende Band versammelt Hautmanns Schriften über die revolutionären Bestrebungen in der Arbeiterschaft gegen Ende des Ersten Weltkriegs und zu Beginn der Ersten Republik – eine Phase, die er als „österreichische Revolution“ charakterisiert. Hautmann entwickelt damit einen von Otto Bauer geprägten Begriff weiter, der sich auf das Andauern einer revolutionären Situation in Österreich von der Jahreswende 1916/17 bis in den Herbst 1920 bezieht.

Terry Eagleton
Opfer
Selbsthingabe und Befreiung
176 S., br., € 19,90
978-3-85371-465-2
Der bekannte englische Philosoph Terry Eagleton untersucht in seinem neuen Buch den Gedanken und das Ereignis des Opfers, das für ihn Grundlage der modernen wie auch traditioneller Gesellschaftsordnungen darstellt. Während der gegenwärtige Zeitgeist das Opfer als barbarisch und rückständig betrachtet (oder es nur als individualistisches Mittel der Selbstoptimierung kennt), ist es für Eagleton von zentraler Bedeutung für Geschichte und Emanzipation der Menschheit.

Ó Ruairc, Liam
Nordirland zwischen Krieg und Frieden
Der gescheiterte Aufbau nach der Niederlage der IRA
192 S., br., € 19,90
978-3-85371-470-6
Mit der Niederlage der IRA wurde der irisch-republikanische Kampf umgedeutet, weg vom Ziel einer vereinten sozialistischen Republik hin zum Bemühen um eine politische Teilhabe. Die Trennungen vor Ort blieben aufrecht bzw. verstärkten sich sogar. Während zur Zeit des Abkommens 22 Mauern protestantische und katholische Viertel voneinander trennten, stehen mittlerweile 88 dieser „Friedenslinien“ sinnbildlich für die Spaltung der Gesellschaft.

Krise am Golf
Hintergründe, Analysen, Berichte
herausgegeben von Matin Baraki und Fritz Edlinger mit Beiträgen von Matin Baraki, Fritz Edlinger, Ali Fatholla-Nejad, Robert Fitzthum, Heinz Gärtner, Joachim Guilliard, Petr Kortunov, Tyma Kraitt, Andreas Krieg, Karin Leukefeld, Rachid Quaissa, Werner Ruf, Fatih Saraç, Markus Schauta und Petra Wild.
240 S., br., € 19,90
978-3-85371-466-9
Matin Baraki und Fritz Edlinger haben eine Reihe von ExpertInnen zu den brennendsten Fragen der Region versammelt, wobei besonderes Augenmerk auf die wirtschaftlichen Hintergründe und sozialen Auswirkungen der Krise gelegt wird. Das Öl ist längst zu einem Fluch für die Völker der Region geworden. Eine Handvoll Königshäuser und Emire teilen sich auf arabischer Seite die Gewinne aus Erdöl- und Erdgasförderung, während im Iran eine neue Klasse schiitischer Geistlicher eine islamische Republik zu ihren Gunsten verwaltet.

Manfred Paulus
Menschenhandel und Sexsklaverei
Organisierte Kriminalität im Rotlichtmilieu
200 S., br., € 19,90
978-3-85371-467-6
Als ehemaliger Kriminalhauptkommissar hatte Manfred Paulus sein ganzes Berufsleben mit den Geschäftsfeldern des organisierten Verbrechens zu tun, die sich rund um die Rotlichtmilieus breit gemacht haben. 30 Jahre lang widmete er sich der Bekämpfung des immer internationaler werdenden Menschenhandels, der aus Frauen und Kindern ausgebeutete Sexobjekte macht, Waren, die mitten in unseren Städten in erniedrigender Weise angeboten und nachgefragt werden. Buchvorstellung auf Facebook hier 
„In diesem Buch geht es darum, zurückzuschlagen. Die vorherrschende Kultur, genannt Zivilisation, tötet den Planeten.
Und es ist längst an der Zeit für diejenigen von uns, denen das Leben auf der Erde etwas bedeutet,
die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um diese Kultur daran zu hindern, alle lebenden Wesen zu zerstören.“

Derrick Jensen/Lierre Keith/Aric McBay
Deep Green Resistance
Strategien zur Rettung des Planeten
312 S., br., € 22,00
978-3-85371-468-3
Tiefenökologischer Widerstand („Deep Green Resistance“) beginnt dort, wo die Umweltbewegung aufhört: Denn für die Anhänger dieser Idee ist die industrielle Zivilisation unvereinbar mit dem Leben. Sie glauben nicht daran, dass irgendeine Form von zukünftiger Technologie dem Klimawandel, dem Artensterben, der Luftverschmutzung, der Bodenversiegelung oder irgendeiner anderen ökologischen Katastrophe, die die Menschheit ausgelöst hat, Einhalt gebieten kann. Auch mit „bewusstem“ Konsumieren oder „nachhaltigem“ Wirtschaften lässt sich der Planet Erde nicht retten, sondern nur mit einer ernsthaften Widerstandsbewegung, die die zerstörerische industrielle Wirtschaft zum Erliegen bringt. Die AutorInnen Derrick Jensen, Lierre Keith und Aric McBay vertreten diesen radikalökologischen Ansatz, der in den USA und an anderen Orten immer mehr AnhängerInnen findet. In ihrem erstmals auf Deutsch übersetzten Manifest erzählen sie davon, wie täglich 200 Spezies von der Erde verschwinden, jährlich eine Fläche im Ausmaß des Aral-Sees verwüstet wird und wie pro Jahr 23 Millionen Menschen an den Folgen von Wasser-, Luft- oder Erdverschmutzung sterben. Sie erzählen von einer Welt, die kurz vor dem Ableben steht – wenn wir uns nicht sofort organisieren und handeln. 
Der Weg der 68er von der Revolte in den Bio-Supermarkt.

Karl Kollmann
DIE NEUEN BIEDERMENSCHEN
Von der 68er-Rebellion zum linksliberalen Establishment
136 S., br., € 17,90
978-3-85371-469-0
Der Soziologe Karl Kollmann zeichnet nach, wie es dazu kommen konnte, dass aus dem Wunsch nach Befreiung in nur zwei Generationen wiederum ein gesellschaftliches Korsett geschnürt wurde, das enge Lebensmuster vorgibt. Diese folgen nun nicht mehr rechtskonservativen, sondern linksliberalen Verhaltensregeln, die allerdings ebenso peinlich eingehalten werden (müssen) wie einst jene der Elterngeneration. Die kollektive Kampfkraft der 68er-Generation gegen Krieg und Militarisierung und für Gleichberechtigung ist weitgehend verpufft. An ihre Stelle ist eine Individualisierung getreten, die Gesellschaft oft als Dienstleistung für den Einzelnen/die Einzelne betrachtet. Als Treibmittel für diesen Übergang zum neuen Biedermenschen ortet der Autor Konsumismus und Kommerzialisierung so gut wie aller Lebensbereiche. Diese Kapitalkraft sei von den 68ern schlicht übersehen oder zumindest unterschätzt worden. Dem neuen linksliberalen Establishment ist es gelungen, kulturelle Hegemonie und mediale Meinungsführerschaft zu erlangen. Gepaart mit entsprechendem Arbeitsethos lässt es sich in den oft engen städtischen Zirkeln als Mittelschicht gut leben. Die soziale Frage spielt folgerichtig eine untergeordnete Rolle. Stattdessen wird das Hohelied auf Diversität und Multikulturalität gesungen, wobei man die eigenen Kinder doch lieber in den privaten Kindergarten und die bessere Schule fernab von den sozialen Brennpunkten der Ausländerviertel schickt, die so nicht genannt werden. Die verordnete sprachliche Korrektheit hilft dabei mit, die gesellschaftliche Realität zu verdecken. 

Linke und Gewalt
Pazifismus, Tyrannenmord, Befreiungskampf
176 S., br., € 12,90
978-3-85371-370-9
„Linke und Gewalt“ dokumentiert Diskussionen der vergangenen 150 Jahre über die Rolle von Gewalt bei der Veränderung von politischen und sozialen Herrschaftsverhältnissen. Können auf staatlichen Gewaltmonopolen beruhende Systeme mit friedlichen Mitteln gestürzt werden oder ist Gewalt notwendig? Wenn ja, welche Formen sind in Bezug auf die Ziele zu rechtfertigen und welche nicht? Wie steht es mit Sabotage, „Tyrannenmord“ oder Flugzeugentführungen? Wann wird der Revolutionär zum Terroristen bzw. der Guerillero zum Mörder?
Stichworte: Eldridge Cleaver, Erich Mühsam, Errico Malatesta, Frantz Fanon, Gustav Landauer, Isaac Steinberg, Jean Paul Sartre, Johann Most, Karl Kautsky, Lenin, Mao Zedong, Martin Luther King, Oskar Negt, Pierre Ramus, RAF, Rosa Luxemburg, Rote Zora, Wera Figner.

Die 68er
Schlüsseltexte der globalen Revolte
208 S., br., € 12,90
978-3-85371-278-8
Die Texte, die hier vorgestellt werden, haben das globale „1968“ geistig vorbereitet und beeinflusst. Neben politisch-programmatischen Texten finden sich theoretische Beiträge, die weltweit gelesen wurden, aber auch Flugblätter und Songs, die das Lebensgefühl dieser Jahre wiedergeben. 40 Jahre nach der „globalen Revolte“ liegt damit eine besondere Art von leicht zugänglichem Reader vor, in dem Originaltexte von der Herausgeberin Angelika Ebbinghaus kommentiert und in ihren politischen und historischen Kontext gestellt werden. Ein Glossar und eine Literaturliste geben all jenen Tipps und Anregungen, die sich mit dem Thema „Das globale 1968“ weiter beschäftigen wollen.
Stichworte: Cabral, Amilcar, Claever, Eldridge, Davis, Angela, Debord, Guy, Debray, Regis, Dutschke, Rudi, Frank, Andre Gunder, Ho Chi Minh, Korcula, Krahl, Hans J, Kuron, Jacek, Lin Biao, Lumumba, Patrice, Malcolm X, Modzelewski, Karol, Negri, Antonio, Russell, Bertrand, Sanders, Helke, Sik, Ota, Amsterdam, Provo, Subversive Aktion München, Vietnamkongress 1967

Maoismus
Ideengeschichte und revolutionärer Geist
Herausgegeben von Felix Wemheuer mit  Texten von Mao Zedong, Chen Boda, der „Vierer Bande“,
der „Polemik zur Generallinie“ sowie Rossana Rossanda.
176 S., br., € 12,90
978-3-85371-288-7
„Zweitens ist eine Revolution kein Gastmahl, kein Aufsatzschreiben, kein Bildermalen oder Deckchensticken; sie kann nicht so fein, so gemächlich und zartfühlend, so maßvoll, gesittet, höflich, zurückhaltend und großherzig durchgeführt werden. Die Revolution ist ein Aufstand, ein Gewaltakt, durch den eine Klasse eine andere Klasse stürzt.“

Veran, Peter
Plädoyer eines Märtyrers
Eine Groteske
140 S., br., € 17,90
978-3-85371-471-3
86 Jahre nach dem Februar-Aufstand 1934 gegen die sich verfestigende Diktatur wird der damalige Bundeskanzler Engelbert Dollfuß aus seinem Grab in Wien-Hietzing exhumiert. Man setzt ihm ein selbstheilungskraftaktivierendes, linksgedrehtes Licht-Stammzellenpflaster exakt an jene Stelle, an der einst die Zirbeldrüse gesessen ist. Dann stellt man ihn vor Gericht. In diesem Rahmen spielt Peter Verans literarische Groteske, in der sich Engelbert Dollfuß vor der Geschichte rechtfertigen muss. BUCHVORSTELLUNGSVIDEO. Rezension in der Jungen Welt

Neue Formen und Rechtfertigungen von permanenter militärischer Gewalt in Politik und Medien:

Jochen Hippler
Krieg im 21. Jahrhundert
Militärische Gewalt, Aufstandsbekämpfung und humanitäre Intervention
240 S., br., € 19,90
978-3-85371-457-7
Mit der Französischen Revolution betrat das Volk als politisches Subjekt die Weltbühne. Damit änderte sich auch die Kriegsführung, die nun die ganze Gesellschaft umfasste. Somit war die Überlegenheit der militärischen Feuerkraft für den Sieg entscheidend, der im Idealfall per Friedensvertrag anerkannt wurde. Die „neuen“ Kriegsformen finden immer weniger zwischen Staaten, sondern innerhalb von Gesellschaften statt. Gewalttätige Auseinandersetzungen im Kontext von sogenannten „gescheiterten Staaten“ und Aufstandsbekämpfung übernehmen das Terrain. Sieg oder Niederlage entscheiden sich nicht mehr hauptsächlich auf dem Schlachtfeld, sondern auf politischer Ebene im Kampf um Governance-Strukturen und gesellschaftliche Akzeptanz. Ein militärischer Sieg kann meist nur mehr mittels ethnischer  Säuberung oder Völkermord errungen werden. Mit der Art der Kriegsführung ändern sich auch die Bedingungen zur Beendigung von militärischer Gewalt. Eine zunehmende Zahl von Kriegsparteien vermindert die Chance auf Verhandlungslösungen ebenso wie die oft fehlende Kontrolle über die Kämpfer. Der Autor untersucht die dunkle Seite der Politik in aktuellen innergesellschaftlichen Konflikten und Bürgerkriegen und setzt er sich mit Gotteskriegern, „humanitären Interventen“, Aufständischen und Aufstandsbekämpfern, Terroristen und Befreiungskämpfern auseinander. Jochen Hippler, geboren 1955 in Duisburg, ist Friedens- und Konfliktforscher. Seit Herbst 2019 leitet er das Büro der Friedrich- Ebert-Stiftung in Islamabad/Pakistan.
Die weltweit einflussreichsten DenkerInnen über Wege aus der sich zuspitzenden globalen Krise


Der Kampf um soziale Gerechtigkeit
Gespräche mit  Noam Chomsky, Vandana Shiva, Immanuel Wallerstein, Amy Goodman, Yanis Varoufakis,
Aminata Traoré, Harald Schumann, Maude Barlow, Jeremy Scahill, Wangui Mbatia, Alyn Ware, Srecko
Horvat, Alberto Acosta, Stefan Rahmstorf, Alice Bows-Larkin, Kevin Anderson, George Monbiot, Ugo
Bardi, Pat Mooney, Ulrike Herrmann, Chris Hedges, Richard D. Wolff, Yayi Bayam Diouf, Gilbert Achcar,
Phyllis Bennis, Michael Albert und Silvia Federici herausgegeben von David Goeßmann und Fabian Scheidler
240 S., br., € 19,90
978-3-85371-458-4
Goeßmann und Scheidler unterhalten sich mit dem weltweit wohl bekanntesten linken Intellektuellen Noam Chomsky über die (Kriegs-)Politik des Westens. Mit Immanuel Wallerstein, dem Doyen der Weltsystemtheorie, erörtern sie die Grundlagen der kapitalistischen Krise. Amy Goodman, Produzentin der renommierten Nachrichtensendung „Democracy Now“, äußert sich zur Verantwortung der Medien und Yanis Varoufakis sowie Srezko Horvat zur Zukunft der EU. Die Liste der GesprächspartnerInnen von Goeßmann und Scheidler umfasst ExpertInnen zu einer Vielzahl von gegenwärtigen Krisenfeldern.
2009 gründeten Goeßmann und Scheidler den unabhängigen Internet-TV-Sender Kontext TV. Seitdem haben sie in ihren Sendungen immer wieder Hintergründe ausgeleuchtet zu drängenden Gegenwarts- und Zukunftsthemen wie Klimawandel, Krieg und Frieden, Finanzkrise, soziale Gerechtigkeit und Migration und einer breiten Öffentlichkeit vermittelt.
Im Laufe der Jahre gelang es ihnen, viele prominente kritische Stimmen aus dem In- und Ausland vor  die Kamera zu bekommen und mit ihnen über die sich zuspitzenden globalen Krisen zu sprechen - und über mögliche Auswege für eine Welt, die immer  näher an den Abgrund gerückt wird. Im Buch „Der Kampf um globale Gerechtigkeit“ kann man nun erstmals die wichtigsten Gespräche aus zehn Jahren  engagiertem und tiefgehendem Journalismus nachlesen.
Fabian Scheidler, geboren 1968, freischaffender Autor für Printmedien, Fernsehen, Theater und Oper. Studium der Geschichte und Philopsophie an der FU Berlin und Theaterregie  in Frankfurt/M. Von 2003 bis 2007 Dramaturg und Theaterautor am Berliner GRIPS Theater. Veröffentlichungen u. a. in den Blättern für deutsche und internationale Politik. 2009 Otto-Brenner-Medienpreis für kritischen Journalismus. Von Fabian Scheidler erschien 2015 bei Promedia „Das Ende der Megamaschine“ (10. Auflage 2018). 2017 folgte „Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen“ (3. Auflage 2018).
David Goeßmann, geboren 1969, Nachrichtenreporter, Feature-Autor, Dokumentarfilmemacher und investigativer Journalist arbeitete unter anderem für den Deutschlandfunk, und für Nachrichtensender wie N-TV, CNN-Deutschland und N-24 und für ZDF und NDR sowie diverse Print- u. Onlinemedien. Von 2005 bis 2007 war er freier Auslandskorrespondent in Boston/USA. Davor Parlamentreporter und Chef vom Dienst der Deutschen Fernsehnachrichten Agentur.

Ein literarischer Reisebericht über die Suche nach Wahrheit

Marlen Schachinger
Kosovarische Korrekturen
Versuch über die Wahrheit
160 S., br., € 17,90
978-3-85371-459-1
Marlen Schachinger sucht Wahrhaftigkeit dort, wo nach Krieg, Euphorie und Mafiawirtschaft die Jugend auswandern will.
Die Schriftstellerin verbrachte 2018 mehrere Monate als „Writer in Residence“ im Kosovo. 30 Jahre nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs und rund zehn Jahre nach der Staatsgründung des Kosovo fragt sie vor Ort nach: Was verhakte sich in den Köpfen, wie viel Trennendes, wie viele Reminiszenzen an den Krieg? Was blieb von der Euphorie der Staatsgründung, die zahlreiche andere Staaten bis heute nicht anerkennen? Und sie befragt sich auch selbst: Was nimmt jemand wahr, der erstmals diesem Land begegnet?

Experimentell, satirisch, sozialkritisch: Max Maetz über Landleben in den 1970ern

Max Maetz
Bauernroman
Weilling Land und Leute
160 S., br., € 19,90
978-3-85371-461-4
Anfang der 1970er-Jahre betrat ein Jungbauer aus Oberösterreich die literarische Szene im deutschsprachigen Raum. Ohne Punkt und Beistrich und mit experimenteller Verve schilderte Max Maetz in seinem „Bauernroman. Weilling. Land und Leute“ die intimen Details des Landlebens, „in jenem Idiom, das er sich für die falsche Biederkeit seiner Prosa zurechtgelegt hat“, wie es im Klappentext des Buches hieß. Doch Max Maetz war ein Pseudonym. Dahinter verbarg sich der Linzer Schriftsteller Karl Wiesinger (1923-1991), der mit der Erfindung eines schriftstellernden Bauerns den Literaturbetrieb narrte. Er erhielt für seine „unverstellte Schilderung des Landlebens“ sogar einen Literaturpreis und kündigte einen Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse an, zu dem er allerdings nicht erschien. Für seine linken politischen Romane, die Österreichs Geschichte im 20. Jahrhundert zumeist aus der Sicht der widerständigen, kommunistischen Arbeiterschaft beleuchteten, hatte Wiesinger zuvor keinen Verlag in Deutschland oder Österreich gefunden. Mit der Aufdeckung seines Pseudonyms rückte er mit einem Mal vom Schatten ins Licht des Betriebs und erhielt in der Folge die anerkennende Aufmerksamkeit von bekannteren Kollegen wie Ernst Jandl, Peter Turrini oder Michael Scharang. Der „Bauernroman“ des Max Maetz war aber mehr als ein kurzzeitiger literarischer Aktionismus, sondern eine gelungene Komposition aus Satire und Sozialkritik des (ober)österreichischen Landlebens. Geschrieben im unsentimentalen Duktus, stellte der Text alle gängigen Stereotypen in Frage. Denn die Stationen des Werdegangs der Hauptfigur offenbaren einen anderen Blick auf die vermeintliche Idylle, in deren Gefüge der eigene persönliche Vorteil die einzige Maßregel zu sein scheint.
23 Rundgänge durch die sozialdemokratische Architektur Wiens


Helmut Weihsmann
Das Rote Wien
Sozialdemokratische Architektur und Kommunalpolitik 1919 - 1934
496 S., geb., € 39,90
978-3-85371-456-0
„Karl-Marx-Hof“ heißt der wohl berühmteste Gemeindebau des Roten Wien. Er mißt eine Länge von 1 km und verfügt über 1382 Wohnungen, in denen über 5000 Menschen leben. Sein kantiger und langgestreckter Baukörper ist längst zu einer touristischen Attraktion und einem markanten Wahrzeichen der Donaumetropole geworden. Die Architektur des „Roten Wien“ der 1920er Jahre prägt bis heute die Stadt. Über 500 Wohnanlagen, Volksbäder, Park- und Sportplätze, Arbeitsämter, Fabriken, Friedhöfe und sogar Kirchen gehen auf den kommunalen Wohnbau des Austromarxismus zurück. Sie alle finden in diesem Buch ihren Platz. Helmut Weihsmann, geboren 1950, arbeitet als Architekturhistoriker und Wissenschaftspublizist. Im Promedia-Verlag sind von ihm erschienen: „Gebaute Illusionen. Architektur im Film“ und „Bauen unterm Hakenkreuz. Architektur des Untergangs“.

Das politische Projekt des Panafrikanismus

Lisa Hoppel
Internationalistischer Nationalismus
Lehren aus dem panafrikanischen Befreiungskampf
176 S., br., € 20,00
978-3-85371-462-1
Nationalismus und Internationalismus werden meist auf ihre bürgerlichen bzw. sozialistischen Ausprägungen reduziert. Doch verweisen politische Projekte im Zuge antikolonialer Befreiungsbewegungen auf Möglichkeiten eines emanzipatorischen Nationalismus, der mit internationalistischen Strategien einhergeht. Der Panafrikanismus stellt eine Spielart dieses internationalistischen Nationalismus dar. Anhand pan/afrikanischer Ideen und Praxis in Ghana und Algerien zwischen 1945 und 1963 zeigt Lisa Hoppel, wie historische Alternativen das bestehende Weltsystem und die nationalstaatliche Ordnung herausforderten.
Wie gespalten ist die Gesellschaft?


Altreiter / Flecker / Papouschek, / Schindler / Schönauer
Umkämpfte Solidaritäten
Spaltungslinien in der Gegenwartsgesellschaft
224 S., br., € 17,90
978-3-85371-460-7
Wie der rechte Solidaritätsbegriff den linken zu ersetzen wusste, das hat der französische Philosoph Didier Eribon in seinem Werk „Rückkehr nach Reims“ eindrucksvoll beschrieben. Stehen sich die sogenannte Willkommenskultur und eine  fremdenfeindliche Ausgrenzungspolitik so unversöhnlich gegenüber, dass es keine gemeinsame Gesprächsbasis mehr gibt? Und stimmt der Eindruck, dass  auch jenseits der Debatte um den Umgang mit MigrantInnen oder Geflüchteten mühsam erkämpfte Solidaritäten leichtfertig über Bord geworfen werden? Es  nehmen die Stimmen zu, die Sozialstaat und Leistungsfähigkeit in Beziehung, ja in Abhängigkeit bringen wollen. Die Stärke einer Gesellschaft zeigt sich  jedoch gerade darin, dass sie den Schwachen helfen kann und will. Ist diese Erkenntnis auch heute noch gültig? Den AutorInnen des Buches „Umkämpfte Solidaritäten“ geht es um den Wandel von Solidaritätsvorstellungen. Lange Zeit war Solidarität eine Grundfeste der ArbeiterInnenbewegung und der politischen Linken. Ihr Begriff von Solidarität beruhte nicht auf Herkunft oder Nation, sondern auf Klasse. Seit kurzem beschwören aber auch rechte und rechtsextreme Parteien Solidarität. In ihrer Vorstellung geht es darum, die einheimische Bevölkerung vor vermeintlichen Bedrohungen von außen zu schützen. Die Gespräche mit den Befragten erlauben einen tieferen Einblick in aktuelle Entwicklungen als die zu stark vereinfachende Darstellung von der gesellschaftlichen Spaltung in den Medien.
Carina Altreiter, geboren 1985 in Linz, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Universität Wien.
Jörg Flecker, geboren 1959 in Graz, ist Professor für Allgemeine Soziologie an der Universität Wien.
Ulrike Papouschek, geboren 1961 in Wien, studierte Soziologie und Ethnologie und ist ausgebildete Sozialarbeiterin.
Saskja Schindler, geboren 1977 in Wien, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie.
Annika Schönauer, geboren 1979 in Gmunden, arbeitet im Leitungsteam der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA).

Nicht in der Vorschau:

Karl Berger
KurzSchluss
88 S., geb., großes Format, durchgängig farbig, € 14,90
978-3-85371-463-8
Eineinhalb Jahre lang hat der in Wien lebende Cartoonist Karl Berger die autoritär-konservative Wende in Österreich begleitet. Dann war sie zu Ende. Rücktritt des Vizekanzlers nach unfreiwilligem Ibiza-Outing, parlamentarisches Misstrauen gegen Kurz und Konsorten, Drei-Tages-Interimsminister und Beamtenkabinett. Karl Bergers Cartoons haben die wirren Zeiten überlebt. Sie erzählen von einem gnadenlosen Experiment an der lebenden Gesellschaft, von der Einführung des 12-Stunden-Arbeitstages mit Ausbauplänen auf 60-Stunden-Woche, dem Gesetz zur Kleiderordnung für unsere Kleinsten (wenn sie Mädchen und muslimisch sind), der verdeckt geführten Schlacht um Österreichs Geheimdienst bis zum Generalangriff der Rechtsregierung auf das öffentliche Gesundheitswesen. Karl Bergers Cartoons aktivieren die Lachmuskel.

Winfried Wolf
MIT DEM ELEKTROAUTO IN DIE SACKGASSE
Warum E-Mobilität den Klimawandel beschleunigt
216 S., br., € 17,90
 978-3-85371-450-8
E-Mobilität heißt das neue Zauberwort. Tesla ist Kult. Winfried Wolf hingegen sieht im Elektroauto nur eine neue Variante zur Intensivierung einer individuellen Automobilität, die für das Klima, die Umwelt und die Städte zerstörerisch ist und jährlich weltweit einen Blutzoll von einer Million Straßenverkehrstoten fordert. Bislang war es den Autokonzernen und ihrer Lobby noch nach jeder tiefen Branchenkrise gelungen, mit einer inneren Scheinreform zu antworten und damit einen neuen weltweiten Auto-Boom auszulösen. Die neue Zauberformel „Elektromobilität“ wird laut Wolf aus drei Gründen in die nächste Sackgasse führen. Erstens, weil unter den gegebenen Bedingungen ein Elektro-Pkw im Lebenszyklus nur maximal 25 Prozent weniger CO2 emittiert als ein Benzin- oder Diesel-Pkw. Dabei wächst gleichzeitig mit dem Einsatz von Millionen neuer ElektroPkw die Zahl der Autos mit herkömmlichen Antrieben pro Jahr um 70 bis 100 Millionen. Die Gesamtsumme der CO2 -Belastung steigt damit von Jahr zu Jahr deutlich. Zweitens, weil Elektroautos meist Zweitwägen sind, die zur Intensivierung des städtischen Verkehrs führen und dabei drei bis vier Mal mehr Fläche beanspruchen als der öffentliche Verkehr. Drittens, weil die damit verbundene zusätzliche Menge an Elektrizität die dringend notwendige Verringerung von Kohlestrom verlangsamt und das Hochfahren der Atomstromerzeugung zur Folge haben wird. So verdreifacht China, das stark auf E-Mobilität setzt, aktuell die Zahl der Atomkraftwerke auf 100. Aus Sicht der Autolobby beabsichtigt und aus Sicht der Umweltfreunde fatal: Mit dem Kult um das Elektroauto wird die Tatsache ausgeblendet, dass es für Mobilität einfache und überzeugende Lösungen gibt. Winfried Wolf plädiert in seinem Buch eindringlich für dezentrale Strukturen, die „Wiederentdeckung der Nähe“, die Entwicklung der „Stadt der kurzen Wege“ und für eine umfassende Förderung des nichtmotorisierten Verkehrs -des Zu-Fuß-Gehens und Radfahrens. Dazu braucht es den Ausbau öffentlichen Verkehrs mit umfassendem Nulltarif.


Petra Wild
Lieblingsfeind Islam
Historische, politische und sozialpsychologische Aspekte des antimuslimischen Rassismus
224 S., br., € 17,90
978-3-85371-444-7
Seit Samuel Huntington 1993 den „Kampf der Kulturen“ ausrief, hat sich der antimuslimische Rassismus in Europa rasant ausgebreitet. Hier betrachtet man Muslime als Antithese zu den westlichen Werten, als schwer oder nicht integrierbar. Den Sicherheitsapparaten gelten sie als Risikogruppe. Die Gewalt gegen Musliminnen und Muslime hat weltweit eine Dimension erreicht, die es rechtfertigt, von der größten rassistischen Massenmobilisierung seit dem Faschismus zu sprechen. Diese war nur möglich, weil der Islam neben dem Judentum eines der ältesten und wirkungsmächtigsten Feindbilder Europas ist. Seit jeher haben die Europäer ihre Identität in Abgrenzung gegen den Islam bestimmt. Europäer sein hieß schon im Mittelalter vor allem, kein Muslim zu sein. In der Rhetorik vom „christlich-jüdischen Abendland“ scheint diese alte Frontstellung wieder auf. Die politischen und sozialpsychologischen Funktionen dieser spezifischen Form des kulturellen Rassismus sind vielfältig. Sie reichen von der ideologischen Absicherung der NATO-Kriegspolitik gegen die muslimische Welt über die Legitimierung der fortschreitenden autoritären Formierung der westlichen Staatsapparate bis hin zur Kanalisierung sozialer Unzufriedenheit durch die Feindbildkonstruktion. Rechtsradikalen dienen sie überdies zur Verstärkung ihres Einflusses und sich links gebenden Antideutschen zur Beförderung ihrer proisraelischen Agenda. Für viele verunsicherte Bürger im krisengeplagten Europa bildet der antimuslimische Rassismus ein Ventil, um ihrer diffusen Wut Luft zu machen. Die Islamwissenschaftlerin Petra Wild untersucht, angelehnt an die Arbeiten von Edward Said und Theodor W. Adorno, die historischen, politischen und sozialpsychologischen Aspekte des antimuslimischen Rassismus. .

Der Glaubenskrieg Sunniten gegen Schiiten ist nicht gottgewollt, sondern von Menschen gemacht.

Tyma Kraitt
SUNNITEN GEGEN SCHIITEN
Zur Konstruktion eines Glaubenskrieges
240 S., br., € 19,90
978-3-85371-451-5
Die meinungsbildende Berichterstattung über den Nahen und Mittleren Osten konzentriert sich auf den innerislamischen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten. Dadurch geraten die sozioökomischen und politischen Ursachen dieser Kriege in den Hintergrund – zu Unrecht. Denn tatsächlich ist die Verschränkung von sozialer Benachteiligung und religiöser Identität in vielen Ländern ein wesentlicher Antrieb der Krisenzyklen. Machtpolitisch übersetzt ist der sunnitisch-schiitische Konflikt vor allem einer zwischen Saudi-Arabien und Iran. Beide Regionalmächte kämpfen seit der Islamischen Revolution im Iran 1979 und spätestens seit dem Irak-Krieg von 2003 um die Vorherrschaft in der islamischen Welt. Dahinter stehen handfeste ökonomische und geopolitische Interessen. Dennoch kann die jahrhundertelange Geschichte der Ressentiments innerhalb der beiden großen islamischen Strömungen nicht außer Acht gelassen werden. Tyma Kraitt erläutert die historischen Hintergründe des islamischen Schismas und thematisiert die sozioökonomischen Faktoren, die diesen alten Religionskonflikt stets wieder aufflammen lassen. Detailliert geht sie dabei u. a. auf die Auseinandersetzungen im Libanon und im Irak ein und erläutert die ideologischen Grundlagen und konkreten Ausformungen von Wahhabismus und Salafismus. Einen wesentlichen Fokus legt sie zudem auf den Einzug der Religion ins politische Feld. Hierbei werden unterschiedliche Gruppierungen und Bewegungen näher beleuchtet – wie etwa die Muslimbrüder, der iranische Klerus und der Islamische Staat – und ihre Positionen innerhalb des regionalen sunnitisch-schiitischen Konflikts verortet. Dadurch kann verdeutlicht werden, wie sehr die Vermengung von Religion und Politik dazu beiträgt, jahrhundertealte Rivalitäten zu aktivieren und in die Gesellschaften des Nahen und Mittleren Ostens hineinzutragen. Insbesondere die USA, die seit der sowjetischen Invasion in Afghanistan immer wieder auf die islamische Karte setzen, wissen diese Gegensätze für eigene Interessen zu instrumentalisieren.

Die schockierende Dokumentation eines kaum bekannten Kriegsverbrechens

Frieder Wagner
TODESSTAUB – MADE IN USA
Uranmunition verseucht die Welt
Mit beigelegter Film-DVD „Deadly Dust – Todesstaub“
2. Auflage
240 S., br., € 22,00
978-3-85371-452-2
Obwohl hochgiftig und radioaktiv strahlend, ist Uranmunition ein gängiger Bestandteil US-amerikanischer Kriegszüge. Seit dem Golfkrieg 1991 setzt die US-Armee unter stillschweigender Duldung der NATO-Verbündeten, also auch Deutschlands, urangehärtete Munition, Bomben und Granaten ein. Im Kosovo ebenso wie in Bosnien und Serbien, in Kuwait, Afghanistan, im Libanon, in Somalia, im Irak und in Syrien. Hergestellt werden die Geschosse aus abgereichertem Uran 238, einem Abfallprodukt der Atomindustrie, das in der Produktion kaum Kosten verursacht. Im Englischen lautet die Bezeichnung Depleted Uranium (DU). Bei den Militärs ist DU dank seiner extrem hohen Dichte beliebt, aufgrund derer die Projektile durch Stahlbeton und die Wände von Panzern dringen können. Wenn Urangeschosse ihr Ziel treffen, verbrennt das verwendete abgereicherte Uran zu winzigsten Partikeln. Dieser „Todesstaub“ kann eingeatmet in alle Organe gelangen, weil er 100 Mal kleiner ist als rote Blutkörperchen und so auch die Mutter-Kind-Schranke überwindet. Die Uranteilchen verseuchen im Irak und überall dort, wo diese Waffen bisher eingesetzt wurden, zudem den Boden, die Luft und das Wasser. Sie verursachen Krebs. Viele Generationen werden über Jahrhunderte geschädigt, weil sich ihr genetischer Code verändert. Der Dokumentarfilmer und Autor Frieder Wagner hat in den Kinderkrankenhäusern des Irak Bilder des Schreckens gesehen und aufgenommen. In seinen Filmen „Deadly Dust – Todesstaub“ (2007) und „Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra“ (2003) berichtet er über die Vertuschungsstrategie der Militärs, der Industrie und von Regierungen, aber auch jener der Medien und der Politik. Seine jahrelange Beschäftigung mit dem Thema führte ihn zu den verseuchten Kriegsschauplätzen, wo er gemeinsam mit dem deutschen Arzt Siegwart-Horst Günther (1925–2015) wichtige Fakten zutage förderte, die nun erstmals in Buchform erscheinen. Darin sind auch Aufzeichnungen über die fatalen Folgen des Auslandseinsatzes von deutschen Bundeswehrsoldaten enthalten.



Josef Alkatout
Ohne Prozess
Die Entrechtung unserer Feinde im Kampf gegen den Terror
224 S., br., € 17,90
978-3-85371-443-0
Wie freiheitlich ist eine sich auf die Werte der Aufklärung berufende Gesellschaft noch, wenn sie ihren Gegnern ein faires Verfahren vorenthält? Und wer sind die Terroristen, deren bloßes Erscheinen die Grundfesten unseres Rechtsstaats zu Fall zu bringen droht? Seit dem 11. September 2001 hält uns die offenbar allgegenwärtige Bedrohung durch den internationalen Terrorismus in Atem – und mit ihr der Anti-Terrorkampf, der immer häufiger grundlegende Menschenrechte aushebelt. Gegen die Aufständischen sowie deren Netzwerke setzen die USA, Europa und ihre Verbündeten auf eine weltumspannende Offensive, die mit der zeitlichen und räumlichen Begrenzung herkömmlicher bewaffneter Konflikte nichts gemein hat. Nicht mehr die Kriegszeiten, sondern die Friedenszeiten – sofern es sie noch gibt – sind die Ausnahme. Dieses präzedenzlose Vorgehen im Namen westlicher Sicherheit umfasst drakonische Folterverhöre durch Geheimdienste, rechtlos gestellte Häftlinge in Guantánamo Bay sowie staatlich angeordnete Tötungen durch ferngesteuerte Drohnen. Es hebelt Konventionen zur Kriegsführung aus, die über Jahrhunderte mühsam zwischen Regierungen ausgehandelt wurden, und bringt weit voneinander entfernt lebende Völker gegeneinander auf. Josef Alkatout besucht das abgeschottete Turkmenistan, den verwahrlosten Gazastreifen und die iranischen Mullahs. Er berichtet von einer US-Drohnenbasis im Niger und aus dem Zentrum des Anti-Terrorkampfs in Afghanistan. Er porträtiert Schicksale von zermürbten Gefangenen, die in Guantánamo seit beinahe zwei Jahrzehnten auf ihren Prozess warten und gibt Einblick in einen Justizskandal, der seinesgleichen sucht. Den Leser nimmt Alkatout mit auf eine Reise zu den Grundlagen des Konflikts zwischen den islamischen Rebellen und der westlichen Welt, zu einem entmenschlichten Selbstverständnis von der Moral des Tötens, aber auch zu engagierten Richtern und unerschütterlichen Demokratieverfechtern, die sich der Aushöhlung des Rechtsstaats mutig entgegenstellen. Rezension: Legal Tribune Online 

Hannes Hofbauer
Feindbild Russland
Geschichte einer Dämonisierung
5. Auflage
304 S., br., € 19,90
978-3-85371-401-0
Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg herrscht im Westen wieder eine russophobe Grundstimmung. Washington und Brüssel erlassen Einreiseverbote gegen Diplomaten, verhängen Sanktionen, sperren Konten, schließen Russland aus internationalen Gremien aus, boykottieren sportliche Großereignisse und mobben „Russlandversteher“ in den eigenen Reihen. Ein Stellvertreterkrieg in der Ukraine verfestigt das gegenseitige Misstrauen. Hannes Hofbauer verfolgt das Phänomen der Russophobie zurück bis ins 15. Jahrhundert, als der Zar im Zuge der kriegerischen Reichsbildung gegen Nordwesten zog. Es ging um Herrschaft, Konkurrenz und Meereszugang. Der Kampf um reale wirtschaftliche und (geo)politische Macht wurde auch damals schon ideologisch begleitet: Der Russe galt seinen Gegnern als asiatisch, ungläubig, schmutzig und kriecherisch, Stereotypen, die sich über Jahrhunderte erhalten haben. Das Feindbild-Paradigma zieht sich wie ein roter Faden durch die Rezeption Russlands im Westen. Aktuell reagiert diese empört auf die Politik des Kreml, der mit der Machtübernahme Wladimir Putins innenpolitisch auf Konsolidierung und außenpolitisch auf Selbständigkeit setzt. Die Wegmarken der neuen Feindschaft sind zahlreich. Sie reichen vom Krieg der NATO gegen Jugoslawien (1999) über die Verhaftung des Oligarchen Michail Chodorkowski (2003) und die Osterweiterung der NATO, den mit US- und EU-Geldern unterstützten „Farbrevolutionen“ bis zum Krieg um die georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien (2008) und hinterlassen die bislang tiefste Kluft im Kampf um die Ukraine (2015)

Fassadendemokratie und Tiefer Staat
Auf dem Weg in ein autoritäres Zeitalter
Herausgegeben von Mies / Wernike
272 S., br., € 19,90
978-3-85371-425-6
Immer sichtbarer wird für Beobachter des Zeitgeschehens die schleichende Transformation parlamentarischer Demokratien in Richtung autoritärer Systeme. Organisationen, die sich ausschließlich Kapitalinteressen verpflichtet fühlen, schaffen suprastaatliche Strukturen, die sich der demokratischen Kontrolle entziehen. Vom Volk gewählte politische Repräsentanten sehen sich zu Handlangern der ökonomisch Mächtigen degradiert, viele von ihnen vollziehen den Schulterschluss mit ihnen.
„Das Ende der Demokratie … wie wir sie kennen“ übertitelte der 2015 verstorbene Soziologe Bernd Hamm seinen Beitrag und gab damit den Anstoß für dieses Buch. Die hier versammelten Autoren analysieren seinen Befund aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Gemeinsam teilen sie die Überzeugung, dass sich die liberalen Demokratien, wie sie sich seit dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet haben, im Niedergang befinden. Ihr aktueller Status ist mit dem Begriff der „Fassadendemokratie“ passend beschrieben.
Ullrich Mies versammelt prominente gesellschaftskritische Stimmen, die hinter der Fassade

bröckelnder westlicher Demokratien wirtschafts- und machtpolitische Interessen ausfindig machen:

DER TIEFE STAAT SCHLÄGT ZU
Wie die westliche Welt Krisen erzeugt und Kriege vorbereitet
herausgegeben von Ullrich Mies mit Beiträgen von Nicolas J.S. Davies, Eugen Drewermann, Tilo Gräser, Annette Groth, Chris Hedges, Hannes Hofbauer, Wolfgang Jung, Vladimir P. Kozin, Mohssen Massarrat, Ullrich Mies, Kees van der Pijl, John Pilger, Jochen Scholz, Rainer Seidel, Aktham Suliman, Ernst Wolff und einem Vorwort von Rainer Rupp.
296 S., br., € 19,90
2. Auflage
978-3-85371-449-2
Westliche Staatsführungen und Finanzorganisationen sind mit einem zunehmenden Glaubwürdigkeitsverlust konfrontiert. Die Friedenshoffnung nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Auflösung des Warschauer Paktes ist längst im Kampfgeschrei der NATO zerstoben. Der Wirtschaftskrise des Jahres 2008 folgte keine vernünftige Umkehr, vielmehr ein noch offensiveres Expansionsstreben. Das Diktum von der „westlichen Wertegemeinschaft“ ist zum Synonym für eine aggressive Weltherrschaft geworden. Wer sich dieser nicht unterordnet, wird mit Drohungen und Krieg überzogen. „Der Tiefe Staat schlägt zu“ knüpft an das Buch „Fassadendemokratie und Tiefer Staat“ aus dem Jahr 2017 an. Der Band zeigt auf, wie sich die autoritären Strukturen hinter den parlamentarischen Kulissen verfestigen und sich die tatsächliche Macht im Tiefen Staat manifestiert. Herrschaftseliten und Systemmedien revitalisieren das alte Feindbild Russland und bereiten die Menschen auf bevorstehende Kriege vor. Parallel dazu rüstet die westliche Militärallianz beispiellos auf. Die Strategie der Spannung im Inneren sorgt für eine lähmende Angststarre. In einzelnen Kapiteln verfolgen die AutorInnen die seit dem NATO-Krieg gegen Jugoslawien 1999 immer breiter werdende Blutspur, mit der der „freie Westen“ die Welt überzieht. Sie beschäftigen sich mit Krieg als integralem Bestandteil von Kapitalismus, dem von Washington und Brüssel/Berlin betriebenen planmäßigen Aufbau eines neuen Ost-West-Konfliktes, staatsterroristischen Aktivitäten, der NATO-Ost-Eroberung, dem Kriegsgeschehen im Nahen Osten, einer den Konzernen hörigen Europäischen Union und der gefährlichen Konfrontation mit der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China.

Zum 90. Geburtstag des Autors

Noam Chomsky
Die Herren der Welt
Essays und Reden aus fünf Jahrzehnten
8. Auflage
240 S., br., € 17,90
978-3-85371-367-9
„Die Herren der Welt“ umfasst die wichtigsten Essays und Reden Chomskys aus einer fast 50-jährigen Schaffensperiode, die sich mit der Natur der Staatsmacht und deren ideologischen Grundlagen vom „Kalten Krieg“ bis zum „Krieg gegen den Terror“ befassen. In seinen Fokus gerät dabei auch die internationale Gerichtsbarkeit als Instrument zur Durchsetzung einer ungerechten Weltordnung.

Noam Chomsky
"Weil wir es so sagen"
2. Auflage
Texte gegen die amerikanische Weltherrschaft im 21. Jahrhundert
208 S., br., € 17,90
978-3-85371-393-8
Im Zentrum von Chomskys Kritik steht die Heuchelei, die die außenpolitischen Interventionen der USA begleitet und die von den etablierten Medien mitgetragen wird. Beim „Krieg gegen die Drogen“ in Südamerika ebenso wie bei den Drohnenangriffen in der arabischen Welt und dem auf vielen Ebenen betriebenen Dauerkonflikt im Nahen Osten geht es niemals um humanitäre Zwecke, sondern um die Aufrechterhaltung einer bröckelnden Weltordnung. „Solche Aktionen“, schreibt Chomsky, „gehen nur von Schurkenstaaten aus. Genauer, von dem Schurkenstaat, der mächtig genug ist, um jeder Strafe zu entgehen."

Samir Amin
SOUVERÄNITÄT IM DIENST DER VÖLKER
Plädoyer für eine antikapitalistische nationale Entwicklung
aus dem Französischen von Birgit Althaler mit einem Vorwort von Andrea Komlosy
144 S., br., € 17,90
 978-3-85371-453-9
Nationale Souveränität ist in weiten Teilen des herrschenden Diskurses in Verruf geraten. Aber nicht, weil die Interessensvertreter der besitzenden Klassen den Nationalstaat auflösen wollen. Im Gegenteil: Dieser soll dem globalen Machtanspruch führender Kapitalgruppen entsprechend auf eine höhere, supranationale Ebene gehoben werden. Auf diese Weise bleibt die Funktion des Nationalstaats, nämlich die Durchsetzung von Klasseninteressen und die Aufrechterhaltung von Ausbeutungsstrukturen, nicht bloß erhalten, sondern wird erweitert. In den USA ist die „nationale Souveränität“ längst zum Werkzeug großräumig agierender US-Konzerne mutiert, die sich mit Hilfe des militärisch-industriellen Komplexes über das Völkerrecht stellen. Die Europäische Union wiederum versucht, Souveränität aus dem nationalen Kontext ihrer Mitgliedsstaaten zu lösen und damit dem Verwertungsdruck großer Unternehmen gerecht zu werden. Angesichts des dominierenden Klassencharakters der Nation stellt Samir Amin die Frage, ob die antiimperialistische Linke sich vom Projekt einer nationalen Souveränität verabschieden sollte – und verneint dies. „Man darf die Verteidigung der Souveränität nicht dem bürgerlichen Nationalismus überlassen. Sie ist entscheidend für die Wahrung einer volksdemokratischen Alternative als Etappenziel auf dem Weg zum Sozialismus“, schreibt er. Jahrzehntelange Erfahrungen der Völker in den Peripherien zeigen, dass es möglich ist, einen fortschrittlichen Nationalismus zu entwickeln, der die vom Kapital getriebene herrschende Weltordnung überwinden kann. In den drei Kapiteln seines Buches diskutiert Samir Amin die Volkssouveränität als Alternative zur liberalen Globalisierung sowie die Notwendigkeit einer bäuerlichen Landwirtschaft zur Herstellung von Ernährungssicherheit und analysiert die Blockaden für eine soziale Transformation im „globalen Norden“, die es zu überwinden gilt. Samir Amin, geboren 1931 in Kairo, war Direktor des DritteWelt-Forums in Dakar/Senegal. Er gehörte zu den einflussreichsten Intellektuellen des „globalen Südens“ und hat maßgeblich an dependenztheoretischen und weltsystemischen Ansätzen gearbeitet. Sein 1970 zuerst auf Französisch erschienenes Werk „L’accumulation à l’échelle mondiale“ prägte eine ganze Generation entwicklungspolitischer DenkerInnen. Samir Amin starb am 12. August 2018 in Paris. "SOUVERÄNITÄT IM DIENST DER VÖLKER" ist das Vermächtnis eines Kämpfers gegen Globalisierung und Ausbeutung.


Fabian Scheidler
Chaos
Das neue Zeitalter der Revolutionen
3. Auflage
240 Seiten, bebildert, 17,90 Euro
978-3-85371-426-3
Nach dem Erfolg seines Werkes „Das Ende der Megamaschine“, das sich mit der Entstehungsgeschichte globaler Krisen beschäftigt, widmet sich der Berliner Autor und Journalist Fabian Scheidler in „Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen“ der Gegenwart und Zukunft. Werden sich autoritäre Kräfte durchsetzen oder können soziale und ökologische Bewegungen die systemischen Risse nutzen, um eine gerechtere und friedlichere Welt aufzubauen? Und welche Rolle spielt Chinas Aufstieg in der neuen Weltunordnung? „Chaos“ lotet Gefahren und Chancen dieser Übergangszeit aus und bietet einen Kompass für politisches Engagement in Zeiten wachsender Unübersichtlichkeit.


Fabian Scheidler
Das Ende der Megamaschine
Geschichte einer scheiternden Zivilisation
10. Auflage
272 S., br., € 19,90
978-3-85371-384-6
Wer verstehen will, warum wir menschheitsgeschichtlich in eine Sackgasse geraten sind und wie wir aus ihr wieder herauskommen können, der kommt an Fabian Scheidlers „Das Ende der Megamaschine“ nicht vorbei. Es ist ein Buch, das in seiner Klarheit betroffen und wütend macht - und genau deshalb zum Handeln einlädt, denn es eröffnet Möglichkeiten, gemeinsam einen Ausgang aus der gefühlten Ohnmacht zu finden.

Terry Eagleton
Materialismus
Die Welt erfassen und verändern
176 S., br., € 17,90
978-3-85371-433-1
In seinem neuesten Werk setzt sich der bekannte britische Autor und Literaturwissenschaftler Terry Eagleton mit dem Verhältnis von Philosophie und Alltagserfahrung auseinander. Er bietet eine humanistische, für das praktische Zusammenleben der Menschen taugliche Variante des Denkens. Angesichts einer Gesellschaft, deren Mitglieder sich weitgehend als „materialistisch“ defi nieren und eines von emanzipatorischen Inhalten befreiten „New Materialism“ an den Universitäten hält Eagleton an einer „Politik der Materie“ fest, die für die Veränderung der Umstände eintritt. In einem Streifzug durch die Ideengeschichte des Materialismus, von Demokrit über Aristoteles bis hin zu Sigmund Freud, verteidigt der Autor die materialistische Gesinnung auch gegen aktuelle Trends der „Cultural Studies“ und postmoderner Strömungen.

Hofbauer, Hannes
Die Diktatur des Kapitals
Souveränitätsverlust im postdemokratischen Zeitalter
240 S., br., € 17,90
978-3-85371-376-1
Das Buch versucht einen Brückenschlag von einer ökonomischen Analyse einer vom Prinzip der Akkumulation und des Profits getriebenen Gesellschaft zu den tagtäglichen Auswirkungen dieser Entwicklung. Die Durchsetzung liberaler Reformen und der kollektive und individuelle Souveränitätsverlust hängen miteinander zusammen.
Hannes Hofbauer geht in seinem neuen Buch einer Entwicklung nach, die die Logik der kapitalistischen Akkumulation als einzig zulässige akzeptiert, nach der sich Gesellschaft zu richten hat. Damit herrscht eine Diktatur des Kapitals, die von ihren Ideologen als „liberale Demokratie“ oder als „konstitutioneller Liberalismus“ definiert wird.
Hier ein Aufsatz des Autors zu neuen Entwicklungen im Jahre 2020: https://www.rubikon.news/artikel/die-seuche-der-repression



Hannes Hofbauer
Kritik der Migration
Wer profitiert und wer verliert
2. Auflage
272 S., br., € 19,90
978-3-85371-441-6
Ist Migration grundsätzlich zu bejahen? Oder ist sie nicht vielmehr ein wichtiger Bestandteil von Ausbeutungsstrukturen? Die Näherin in einer bengalischen Bekleidungsfabrik erfüllt jedenfalls vergleichbare Funktionen im weltweiten Konkurrenzkampf wie der aus Asien nach Europa gekommene Migrant. Beide sind gezwungen, ihre Arbeitskraft extrem billig auf den Markt zu werfen. Doch während sich die Öffentlichkeit darüber einig ist, Weltmarktfabriken in Billiglohnländern zu kritisieren, umgibt den Import billiger ArbeiterInnen in die Zentren der Weltwirtschaft ein Mythos von Mobilität, die als fortschrittlich gilt. Das sozial, regional und kulturell zerstörerische Potenzial der Migration in den Herkunfts- und Zielländern gerät damit aus dem Blickfeld. Hannes Hofbauer gibt einen historischen Überblick über die großen Wanderungsbewegungen und ruft die Ursachen dafür in Erinnerung, die von Umweltkatastrophen über Kriege bis zu Krisen reichen, von denen die allermeisten menschlichen Eingriffen geschuldet sind. So zeichnen allein von westlichen Allianzen geführte Kriege für Millionen entwurzelte Menschen verantwortlich, die ebenso ihrer Lebensgrundlagen beraubt sind wie jene, die von ihrem Land vertrieben werden. Diesen Verwerfungen ist es geschuldet, dass ganze Generationen junger Menschen im globalen Süden, aber auch im Osten Europas ihre persönliche Zukunft in der Emigration sehen. Mit der Massenmigration aus der Peripherie werden die Folgen der weltweiten Ungleichheit nun auch in den europäischen Zentralräumen – negativ – spürbar. Deregulierungen am Arbeits- und Wohnungsmarkt erreichen neue Dimensionen. Eine politische Antwort darauf scheint nur die Rechte zu haben, indem sie statt einer notwendigen Kritik an der Migration die Migranten zu Sündenböcken macht. Die Linke hingegen sträubt sich, den strukturell zerstörerischen Charakter von Wanderungsbewegungen zu erkennen. Eine Kritik am Wesen der Migration und ihren Triebkräften sowie eine klare Benennung ihrer Opfer und Profiteure ist überfällig. 


Nikos Chilas /Winfried Wolf
Die griechische Tragödie
Rebellion, Kapitulation, Ausverkauf
gänzlich neu überarbeitete Auflage 2018
232 S., br., € 17,90
978-3-85371-448-5
Wir haben mitgefiebert – am 25. Januar 2015, als die Wahlergebnisse in Griechenland einen Erdrutschsieg für Syriza verkündeten. Wir haben mitgestritten – im Frühjahr 2015, als Alexis Tsipras und Yanis Varoufakis medienwirksam die zerstörerische Politik der Troika anprangerten. Wir haben mitgelitten – am 5. Juli 2015, als es im griechischen Referendum das überwältigende OXI („Nein“) gab und als in den Tagen danach Schäuble, Juncker, Dijsselbloem & Co. dennoch ihre Erpressungspolitik durchsetzen konnten. Und heute? Nach der Kapitulation von Tsipras und Syriza? Nach dem Ja der Syriza Mehrheit im Verbund mit den alten Parteien für ein drittes Memorandum? Nach dem 20. September 2015 mit dem neuerlichen Wahlerfolg einer erheblich veränderten Syriza?
Die Autoren Nikos Chilas und Winfried Wolf stellen die aktuelle griechische Tragödie, die mit der Durchsetzung des EU- und IWF-diktierten Austeritätsprogramms noch lange nicht beendet ist, in einen historischen Kontext. Sie spüren den deutsch-griechischen Beziehungen bis ins Jahr 1941 nach, als die Wehrmacht das Land besetzte. Griechischen Forderungen nach Reparationszahlungen und Wiedergutmachung wichen Bonn und Berlin beharrlich aus; und als 2001 eine Athener Gerichtsvollzieherin mit einem höchstgerichtlich bestätigten Urteil vor dem griechischen Goethe-Institut auftauchte und die Einrichtung konfiszieren wollte, intervenierte Deutschland politisch dagegen.
Deutsche Knute und deutscher Druck ziehen sich als braun-schwarzer Faden durch die griechische Zeitgeschichte. Ohne ihre Kenntnis ist die heutige Situation in Griechenland nicht erklärbar. Chilas und Wolf erzählen darüber faktenreich und stellen die Bezüge zu heute dar.
In der Geschichte der Europäischen Union gibt es einige wuchtige Marksteine. Römische Verträge, Europäisches Währungssystem, Euro-Einführung, Osterweiterung. Doch die Erfahrung im Jahr 2015, als einem EU-Land die Souveränität abgesprochen wurde, stellt den vielleicht wichtigsten Einschnitt in der 60-jährigen Geschichte der europäischen Einigung dar. Und zwar in dreifacher Hinsicht: Erstens geschichtlich – hinsichtlich der Beziehungen Griechenlands zum restlichen Europa. Zweitens ökonomisch – hinsichtlich der Zuspitzung der Eurokrise und der auf die Spitze getriebenen Austeritätspolitik. Und drittens politisch – hinsichtlich der Bedeutung der griechischen Erfahrung für die europäische Linke.
Nikos Chilas, geboren 1944, war jahrelang Korrespondent des griechischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks ERT in Deutschland und Österreich. Seit 2009 berichtet er für die griechische Tageszeitung „To Vima“. Winfried Wolf, geboren 1949 in Horb am Neckar, studierte Politikwissenschaften in Freiburg und Berlin. Von 1994 bis 2002 war er Mitglied des deutschen Bundestags. Chefredakteur von „Lunapark21 – Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie“. Im Promedia Verlag sind von ihm bisher erschienen: „Verkehr. Umwelt. Klima. Die Globalisierung des Tempowahns“ (2. Auflage 2007) und „Sieben Krisen, ein Crash“ (2007). 

Robert Fitzthum
China verstehen
Vom Aufstieg zur Wirtschaftsmacht und der Eindämmungspolitik der USA
224 S., br., € 17,90
978-3-85371-442-3
Eindrucksvolle Steigerungsraten prägen die chinesische Wirtschaft seit fast 40 Jahren. Gezielte Maßnahmen reduzieren die vorhandene Armut und der Großteil der Bevölkerung steht dem Entwicklungsschub positiv gegenüber, wenn auch Streiks und Proteste darauf hinweisen, dass es viele offene Probleme gibt. Peking setzt durch die Lenkung der Wirtschaft Schwerpunkte im Technologiebereich und versucht dabei, quantitatives durch qualitatives Wachstum zu ersetzen. Allein die große Bevölkerungszahl macht China bedeutsam. Seine wirtschaftliche Entwicklung hat es zum Gegenpol der USA werden lassen. Gleichzeitig ist es aber weiterhin ein Entwicklungsland, das technologisch und vor allem militärisch weit hinter den USA zurückliegt. Laut dem Autor Robert Fitzthum strebt seine Führung nicht an, die USA als Welthegemon abzulösen, sondern unterstützt im Gegenteil den Aufbau einer multipolaren Weltordnung unter Einbeziehung Europas, Russlands und der Länder des globalen Südens. Die USA fürchten nach dem Zerfall der Sowjetunion dennoch um ihre hegemonial-imperiale Position. Ihre Eliten setzen alles daran, die Entwicklung Chinas und den Aufbau einer multipolaren Weltordnung zu verhindern. Sie zetteln Handelskriege an, stellen die WTO-Regelungen in Frage und blockieren Machtverschiebungen, die in internationalen Organisationen zugunsten des Südens längst fällig wären. Schlimmer noch: China wird auch militärisch zum Feind erklärt, die USA schmieden Militärbündnisse im asiatisch-pazifisch-indischen Raum, verschieben große Teile ihrer Flotte dorthin und fahren gigantische – auch nukleare – Aufrüstungsprogramme, die eine Destabilisierung Chinas zum Ziel haben. Parallel dazu laufen gut geölte antichinesische Desinformationskampagnen, in denen China als Bedrohung und seine nach außen gerichteten Schritte im wirtschaftlichen und politischen Bereich als „aggressiv“ dargestellt werden. Robert Fitzthum, geboren 1951 in Wien, studierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wien und arbeitete als IT-Manager in österreichischen Banken, dann als selbstständiger Unternehmensberater. Fitzthum lebt seit 2013 als Beobachter der weltpolitischen Entwicklungen in China. VIDEO ZUM THEMA


Martin Balluch
Im Untergrund
Ein Tierrechtsroman
nach wahren Begebenheiten
416 S., br., € 24,90
978-3-85371-445-4
„Im Untergrund“ erzählt die Geschichte eines Aktivisten, der seine Karriere dem kompromisslosen Kampf für Tierrechte opfert und schließlich vor juristischer Verfolgung untertauchen muss. In spannenden Szenen dokumentiert der Roman gleichzeitig die mörderischen Auseinandersetzungen um Tierrechte im England der 1980er- und 1990er-Jahre. Paul ist 25 Jahre alt, als er ins englische Cambridge kommt, um dort an einer der renommiertesten Universitäten der Welt zu forschen. Noch am Tag seiner Ankunft geht er zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion über „Animal Warfare Versus Animal Welfare“ und schließt sich danach einer Tierrechtsgruppe mit Namen „Animal Rights Cambridge“ an. Mit seinen neuen Mitstreitern besetzt er ein Physiologie-Institut, um Tierversuche an Schweinen zu verhindern. Von diesem Moment an gerät Paul in den Sog des Aktivismus für Tiere und beginnt, seine eigene Einstellung Tieren gegenüber zu hinterfragen. Heimlich des Nachts gedrehte Aufnahmen in Tierfabriken machen ihm klar: Fleisch kann er nicht mehr essen. Er wird vegetarisch und kurz darauf vegan. Von der Wissenschaft entfernt sich Paul zunehmend. Stattdessen findet er als begeisterter Bergsteiger bald seine Nische in der Tierrechtsbewegung: die Jagdstörungsaktionen der „Hunt Saboteurs Association“. Dabei wird er Augenzeuge, wie ein Jäger einen Tierrechtsaktivisten ermordet. Die Hoffnung auf Gerechtigkeit zerbricht am Prozess gegen den Täter. Der Mord sei ein Unfall gewesen, lautet das Urteil. Paul muss sich entscheiden: Entweder er steigt nun aus der Tierrechtsszene aus und bleibt seiner akademischen Karriere treu, oder er taucht in die Bewegung ein und radikalisiert sich. Er entscheidet sich für Letzteres. In den nächsten Jahren kommt es zu zahlreichen Tierbefreiungsaktionen, Blockaden und Besetzungen. Bei der „Battle of Stagden Cross“ wird Paul erstmals festgenommen und über Nacht in eine Polizeizelle gesperrt. Nach einer fehlgeschlagenen Befreiung von Katzen aus Versuchslabors landet er für zwei Wochen in Untersuchungshaft. Auf Kaution entlassen, geht er in den Untergrund. Doch die juristische Schlinge zieht sich immer enger, mittlerweile wird wegen acht Delikten nach ihm gefahndet, einige Hausdurchsuchungen kommen seinem Aufenthaltsort gefährlich nahe …
Martin Balluch, Jahrgang 1964, studierte Astronomie, Mathematik und Physik in Wien und ging 1989 an die Universität Cambridge. In England schloss er sich der Tierrechtsbewegung an und durchlebte acht wilde Jahre. 1997 zurück nach Österreich, beendete er seine akademische Laufbahn und begann den Verein gegen Tierfabriken aufzubauen, den er 21 Jahre später noch immer leitet. Von Martin Balluch sind bei Promedia erschienen: „Widerstand in der Demokratie“ (2009, 3. Auflage 2015), „Tierschützer. Staatsfeind“ (2011, 2. Auflage 2014) und „Der Hund und sein Philosoph“ (2014, 2. Auflage 2015). 

Die ungarische Räterepublik 1919
Innenansichten - Außenperspektiven - Folgewirkungen
Herausgegeben von Christian Koller und Matthias Marschik
240 S., br., € 19,90
978-3-85371-446-1
Die Niederlage der Mittelmächte im Ersten Weltkrieg und die Ausrufung der Sozialistischen Sowjetrepublik in Russland im Herbst 1917 bildeten die Rahmenbedingungen für eine revolutionäre Aufbruchsstimmung. Vielerorts entstanden Rätebewegungen, denen es gelang, die Herrschaft zu übernehmen und – meist nur kurzlebige – Regierungen zu installieren. Politische und ökonomische Zwänge, aber auch konservativ-reaktionäre Gegenrevolutionen mit starker (para-)militärischer Unterstützung konnten die Rätestrukturen bereits in der Aufbauphase gewaltsam beseitigen und ihre Konsolidierung verhindern. Die ungarische Räterepublik bestand zwischen dem 21. März und dem 1. August 1919. Verantwortlich für ihre Ausgestaltung war vor allem der aus Moskau zurückkehrende Béla Kun. Obwohl offiziell nur „Volksbeauftragter für Außenbeziehungen“, entwickelte er die entscheidenden Planungen für die Verstaatlichung von Banken, Betrieben und Gebäuden sowie für eine umfassende Bodenreform. Die Erwartungen waren überzogen; die Umsetzung gelang nicht. Daran scheiterte die ungarische „Diktatur des Proletariats“ ebenso wie am weißen Gegenterror, am Widerstand der Siegermächte des Weltkriegs und letztlich an der Unfähigkeit, das selbst definierte Staatsgebiet militärisch zu schützen. Bis heute ist die Geschichte der ungarischen Räterepublik im deutschsprachigen Raum kaum aufgearbeitet. Es überwiegt ein negativ konnotierter Diskurs, der auf Chaos und Willkür fokussiert und die Nachfolge von „Reichsverweser“ Admiral Miklós Horthy als logische Konsequenz sieht. Dass die ungarische Räterepublik die erste friedliche Machtübernahme einer kommunistischen Regierung in Europa darstellte, wird ebenso ausgeblendet wie die Frage nach den Zielen und Idealen oder jene nach den Beziehungen zu anderen Staaten. Der vorliegende Band stellt eine übersichtliche Einführung in die Thematik dar. ExpertInnen aus Ungarn, Ös terreich, der Schweiz, Deutschland und den USA arbeiten das Wissen über die ungarische Räterepublik auf. Dabei werden auch Detailaspekte von der Veränderung des Budapester Stadtbildes während der Räteherrschaft bis zur Beurteilung des Regimes durch Benito Mussolini näher beleuchtet. Christian Koller, geboren 1971, studierte Geschichte, Wirtschafts- und Politikwissenschaften. Er ist seit 2014 Direktor des Schweizerischen Sozialarchivs. Matthias Marschik, geboren 1957, studierte Psychologie und Philosophie in Wien. Zahlreiche Buchpublikationen zu Alltagskulturen.



Deniz, Ali Cem
Yeni Türkiye - Die neue Türkei
Von Atatürk bis Erdogan
216 S., br., € 17,90
978-3-85371-412-6
Ali Cem Deniz verfolgt die Geschichte der türkischen Modernisierung jenseits verkürzter Dichotomien wie „laizistisch“ und „islamistisch“, „modern“ und „traditionell“ und „links“ und „rechts“ und eröffnet neue Perspektiven auf die heutige Türkei. Er spannt dabei den Bogen von der „neuen Türkei“ des Mustafa Kemal Atatürk in den 1920er-Jahren bis zur aktuellen Neuerfindung der Türkei unter Recep Tayyip Erdogan.

Du-Yul Song /Rainer Werning,
Korea
Von der Kolonie zum geteilten Land
208 S., br., € 15,90
978-3-85371-340-2
Du-Yul Song und Rainer Werning sind ein kongeniales Autorenduo, um einen der wichtigsten Krisenherde dieser Welt zu beschreiben. Korea ist ein historiographisch angelegtes Buch über ein geteiltes Land, seine Kolonialgeschichte und die Möglichkeiten, den seit 60 Jahren anhaltenden Kriegszustand zu beenden.


Andrea Komlosy
Grenzen
Räumliche und soziale Trennlinien im Zeitenlauf
240 S., br., € 19,90
978-3-85371-434-8
Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs triumphierte die Ideologie der Grenzenlosigkeit. Systembarrieren waren gefallen. Innerhalb des EU-Schengenraumes wurden die Binnengrenzen aufgehoben. Es schien, als würde es demnächst keine Grenzen auf der Welt mehr geben. Doch bald kippte die Euphorie um die proklamierte Grenzenlosigkeit. Sie machte dem Ruf nach Wiedererrichtung von Grenzen Platz: gegenüber MigrantInnen, gegenüber chinesischen Firmenübernahmen, gegenüber einer Islamisierung der europäischen Gesellschaft und vielen anderen „fremden“ Einflüssen. Ob fremdenfeindlich oder fremdenfreundlich, beide Lager weisen eine Gemeinsamkeit auf: Sie instrumentalisieren die Grenze in Hinblick darauf, wie sie - durch Befestigung oder durch Abbau - dem Wohlergehen der eigenen Gruppe in der Gesellschaft bzw. der jeweiligen Vision davon nutzt.


Martin Ehrenhauser
Die Geldroboter
Wie Hochfrequenzmaschinen unser Erspartes einkassieren und Finanzmärkte destabilisieren
224 S., br., € 17,90
978-3-85371-435-5
Millionen Bürger betreiben private Pensionsvorsorge, legen ihr Erspartes in Fonds und Aktien an und versichern ihr Haus oder Auto. Was die meisten von ihnen nicht wissen: Über Gewinn oder Verlust ihrer Geldanlage entscheiden mittlerweile sogenannte Hochfrequenzhändler, die die Kurse mithilfe ausgeklügelter Computersysteme teilweise manipulieren. Das Geld der kleinen Anleger fließt in das Finanzkasino 4.0, wo es die Geldroboter ultra schnell und automatisiert einkassieren. Gleichzeitig destabilisieren sie die Finanzmärkte, auch an den Handelsplätzen in Frankfurt und Wien. Martin Ehrenhauser hat die Debatten darüber als EU-Abgeordneter in Brüssel miterlebt und die Aktivitäten der Hochfrequenzhändler in den letzten Jahren gründlich untersucht. Sein Buch off enbart, dass die Finanzmärkte von ihnen systematisch unterwandert und beherrscht werden.

Eyal Sivan /Armelle Laborie
Legitimer Protest
Plädoyer für einen kulturellen und akademischen Boykott Israels
180 S., br., € 17,90
978-3-85371-436-2
Eyal Sivan und Armelle Laborie berichten über den erfolgreichen Boykott israelischer Forschungs- und Kultureinrichtungen durch immer mehr internationale WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen. Sie setzen sich aber auch mit dem Gegenangriff der israelischen Seite auseinander, die mit ganzer Kraft den Versuch einer Delegitimierung und Kriminalisierung der Boykottbewegung betreibt. Dem inflationären Vorwurf des „Antisemitismus“ halten die AutorInnen entgegen, dass sich der Protest gegen Israel als universaler Protest gegen Apartheid und Rassismus versteht.

Susanne Kaiser
Die neuen Muslime
Warum junge Menschen zum Islam konvertieren
208 S., br., € 17,90
978-3-85371-437-9
Wer sind die jungen, zum Islam konvertierten Frauen und Männer? Was bewegt sie zu einem für Außenstehende unverständlichen und unpraktischen Lebensentwurf?

Andrej Zgonjanin
Der Umgang mit Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien 1991–1999
240 S., br., 25,90 €
978-3-85371-440-9
Andrej Zgonjanin beschäftigt sich in seinem Buch mit der Verantwortung für Kriegsverbrechen im jugoslawischen Bürgerkrieg und ihrer strafrechtlichen Verfolgung. Die wichtigste Quellenbasis des Buches bilden die Gerichtsprozesse, Urteile und Archivdokumente des Internationalen Strafgerichtshofes für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag 

Julia Harnoncourt
Unfreie Arbeit
Trabalho escravo in der brasilianischen Landwirtschaft
320 S., br., € 29,90
978-3-85371-439-3
Julia Harnoncourt untersucht in ihrem Buch unfreie Arbeit in der brasilianischen Landwirtschaft. Sie beschreibt neben den konkreten Ausprägungen der sklavenähnlichen Abhängigkeiten auch die lokalen und globalen Faktoren, die zu dieser Art der Ausbeutung führen.

Manzenreiter, Wolfram / Pilz, Erich / Frank, Rüdiger
Ostasien im 20. Jahrhundert
Geschichte und Gesellschaft
280 S., br., € 24,90
978-3-85371-263-4
Ostasien steht seit einigen Jahren im Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit. Nicht nur die ökonomische Stärke vor allem der chinesischen Volkswirtschaft setzt neue Maßstäbe im Konkurrenzkampf der Global Players, auch eine zunehmende Attraktivität ostasiatischer Kulturen in Europa und Nordamerika wird spürbar. Der vorliegende Band bietet historisches und gesellschaftliches Verständnis für die Entwicklung dieser Weltregion im 20. Jahrhundert.
Ko

Andrea Komlosy
Arbeit
Eine globalhistorische Perspektive. 13. bis 21. Jahrhundert
208 S., br., € 17,90
978-3-85371-369-3
In sechs Zeitschnitten zwischen dem 13. und dem 21. Jahrhundert zeigt Komlosy die Vielfalt der Arbeitsverhältnisse auf, die jede Periode kennzeichnet. Sie untersucht, wie Arbeit geteilt und in welcher Art sie miteinander kombiniert wurde. Die Verbindung unterschiedlicher Arbeitsverhältnisse ist die Grundlage der Kapitalakkumulation, die aus der Aneignung von Werten aus fremder Arbeit resultiert. Über ungleichen Tausch und die Zerlegung der Arbeitsprozesse in Güterketten liegt der Werttransfer auch der globalen Ungleichheit zugrunde.

Palästina - Hundert Jahre leere Versprechen
Geschichte eines Weltkonflikts
240 S., br., € 19,90
978-3-85371-427-0
Am 2. November 1917 erklärte der britische Außenminister Arthur James Balfour, in Palästina eine Heimstätte für das jüdische Volk errichten zu wollen. Er nahm damit einen genau 20 Jahre zuvor auf dem zionistischen Weltkongress in Basel entwickelten Vorschlag auf. Die Balfour-Erklärung ist eine bedeutsame weltpolitische Zäsur, die den Nahen Osten seither nicht zur Ruhe kommen lässt und darüber hinaus ein Paradebeispiel des britischen Imperialismus darstellt. Denn zum Zeitpunkt der Erklärung war Palästina eine osmanische Provinz, die erst erobert werden musste. London versprach sich von der Allianz mit dem Zionismus geostrategische Vorteile in der Region. Den 100. Jahrestag dieser Verbindung aus britischem Weltmachtstreben und Zionismus nimmt der Herausgeber Fritz Edlinger zum Anlass, einerseits die gegebenen Versprechen und die vergebenen Chancen der seither verstrichenen Jahrzehnte zu analysieren und andererseits aktuelle Lösungsmodelle für den israelisch-palästinensischen Dauerkonflikt zu präsentieren. Erinnerungspunkte, die im Buch behandelt werden, sind der UN-Teilungsplan von 1947, der damals noch eine gemeinsame Wirtschaftsunion zwischen Palästina und Israel vorsah, der 50. Jahrestag der Besatzung 1967, als Israel im Sechs-Tage-Krieg die Westbank, Ostjerusalem, Gaza, Golan und die später an Ägypten zurückgegebene Sinai-Halbinsel eroberte, sowie der „Krieg der Steine“, wie die erste Intifada von 1987 genannt wird. Neben Grafiken wird der Band auch Gedichte des 2008 verstorbenen Mahmud Darwisch umfassen, der als die „poetische Stimme Palästinas“ gilt.

Hilde Schmölzer
Frauenliebe
Berühmte weibliche Liebespaare der Geschichte
240 S., br., € 17,90
978-3-85371-295-5
Hilde Schmölzers Doppelbiographien erzählen über Glück und Unglück, Liebe, Begehren und Streit, über Konflikte, gegenseitigen Beistand, ein gemeinsames Leben und die jeweiligen historischen Zusammenhänge. Die Autorin hat ein kulturgeschichtliches Buch über oft verdrängte Frauenbeziehungen geschrieben.

Gerth M. Neugebauer
Erde in Not
Die heimliche Bodenkatastrophe
240 S., br., € 19,90
978-3-85371-428-7
Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit kam es zur weltweit größten Ökokatastrophe, die Experten weitaus dramatischer als die Klimakatastrophe einschätzen. Denn jährlich verschwinden weltweit sieben Millionen Hektar fruchtbare Erde durch menschliche Ausbeutung und Vernichtung - ein Gebiet so groß wie die Gesamtfläche von Irland. Und das obwohl der immense Einfluss des Ökosystems Boden auf unsere Gewässer, unsere Luft und auf das Klima auf der Hand liegen. Dabei stellt der lebendige Boden eines der weltweit größten und faszinierenden Ökosysteme dar, das eine Schlüsselrolle bei der Lösung globaler Umweltprobleme spielt und für uns Menschen lebenserhaltend ist. Auch der weltweite Natur- und Umweltschutz übersah jahrzehntelang das Medium „fruchtbarer Erde“ als spezielle Thematik nahezu vollständig. In der Fachwelt wiederum begnügt man sich derweil damit, die Dramatik des Themas zu übertünchen und spricht angesichts von bodenvernichteten Massenzersiedlungen lieber von „Flächeninanspruchnahme“. In der Landwirtschaftsindustrie heißt es bei verheerenden Bodendegradationen schlicht „mangelnde Dienstleistungsfähigkeit“ und bei lebensbedrohlichen Bodenvergiftungen sind es einfach nur „Altlasten“. Gerth M. Neugebauer berichtet von einem völlig neuen menschengemachten Zeitalter, dem „Anthropozän“. Einem Menschenzeitalter, das vor etwa 8.000 Jahren begann und in der Folgezeit durch die weltweite problembeladene Denaturierung und Domestizierung von Natur gekennzeichnet ist. Siedlungswesen, der Bodenkrieg von Reich gegen Arm, Urbanisierung und Agrarindustrie sind nur einige der Merkmale, die der Autor in seinem umfangreichen und detaillierten Kompendium zur Bodenvernichtung heranzieht und analysiert.Wallerstein stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie, seine Eltern wanderten ín den 1920er-Jahren von Berlin in die USA aus, wo Immanuel am 28. September 1930 zur Welt kam. Er studierte u.a. Soziologie bei Paul Lazersfeld, Geschichte, Politikwissenschaften und Soziologie. Seinen Platz im Kreise der großen Denker wird er als Mitbegründer der Weltsystem-Theorie einnehmen. Damit wurde Wallerstein im präzisen Sinn des Wortes zum Welterklärer, indem er die Herausbildung wirtschaftlicher Zentralräume und von ihnen abhängigen Peripherien als notwendig zusammenhängend sah. Oder anders ausgedrückt gelang es ihm, die philosophische Erkenntnis der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen auf reale wirtschaftliche Verhältnisse im Weltmaßstab umzumünzen. Damit erteilte er den vorherrschenden neoklassischen und marxistischen Modernisierungstheorien ebenso eine Absage wie postmodernen Ansätzen. Sein vierbändiges Opus magnum "Das moderne Weltsystem" ist eine Geschichte des Kapitalismus von seinen Anfängen im 16. Jahrhundert bis zu den geistigen und ideologischen Grundlagen der Globalisierung im 20. Jahrhundert. Wallerstein war neben seiner wissenschaftlichen Arbeit immer auch ein politisch engagierter Mensch. Dies äußerte sich erstmals, als er einen gut dotierten Dozentenposten an der Columbia University im Jahre 1971 aufgeben und als Soziologieprofessor nach Kanada gehen musste, weil er mit den Anti-Vietnamkriegsprotesten der Studierenden sypathisiert hatte. Fünf Jahre später kehrte er in die USA zurück und blieb bis zu seiner Emeritierung an der Binghampton University im US-Bundesstaat New York tätig. Jahrelang leitete er zudem die "École des hautes Études en Sciences Sociales" in der Nachfolge des französischen Historikers Fernand Braudel in Paris. In den 1980er-Jahren tourte er zusammen mit Andre Gunder Frank, Samir Amin, Sulviu Brucan und anderen im Rahmen der UN-University durch die Welt und brachte Generationen von Studierenden ein Kapitalismus-kritisches Handwerkszeug bei, indem er den Prozess der Kapitalakkumulation als die entscheidende Ursache von regionalen Disparitäten und sozialen Ungleichheiten im Weltsystem benannte.


Immanuel Wallerstein
Das moderne Weltsystem I - IV
Gesamtpaket mit vier Titeln
1900 S., br., € 99,90
978-3-85371-348-8
„Das moderne Weltsystem“ ist chronologisch aufgebaut. Jeder Band kann für sich gelesen werden. Zusammengefügt entsteht ein Panoramabild der Herausbildung des kapitalistischen Weltsystems im langen 16. Jahrhundert (Band I), der Konsolidierung der Weltwirtschaft unter niederländischer Hegemonie im 17. Jahrhundert (Band II), der weiteren wirtschaftlichen und räumlichen Ausweitung im 18. und frühen 19. Jahrhundert (Band III) sowie der Herausbildung der liberalen Mitte als gesellschaftlichem Hegemon (Band IV).
Ostsee 700-2000
Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur
280 S., br., € 24,90
978-3-85371-276-4
Im Band „Ostsee 700 - 2000“ wird ein sich weit erstreckendes Gebiet behandelt, das über die Nordsee und den Atlantik sowie die Ströme der osteuropäischen Ebene früh in den Welthandel eingebunden war. Seine ethnische, staatliche, religiöse und kulturelle Vielfalt lässt den Raum in verschiedene „Welten“ zerfallen. Die tiefgrünen Wälder des Nordens gehören ebenso dazu wie die gelben Roggenfelder Polens, die blaue Flachsblüte Litauens und Millionenstädte wie Sankt Petersburg, Riga oder Stockholm. Das „Mare balticum“ fungiert dabei einem Binnenmeer gleich als Bindeglied.

Simon Loidl
"Europa ist zu enge geworden"
Kolonialpropaganda in Österreich-Ungarn 1885 bis 1918
220 S., br., € 20,00
978-3-85371-432-4
Im Mittelpunkt des Buchs steht die damalige Debatte um konkrete Möglichkeiten kolonialer Aktivitäten, wie sie im Umfeld der „Österreichisch-Ungarischen Kolonialgesellschaft“ geführt wurde. Der Autor beschreibt diese Kolonialgesellschaft, setzt sich mit den im Umfeld der Organisation entstandenen Publikationen auseinander und beleuchtet deren sozialen und politischen Hintergrund. Neben kolonialistischen Druckschriften wertet Loidl auch zahlreiche ungedruckte schriftliche Quellen wie Korrespondenzen und Eingaben an Behörden und Ministerien aus und beschreibt die Bemühungen der Kolonialaktivisten um die konkrete Umsetzung ihrer Expansionsfantasien. So entsteht ein plastisches Bild vielfältiger Tätigkeiten der kleinen, aber erstaunlich aktiven kolonialistischen Szene im Wien der Jahrhundertwende.

Christoph Augustynowicz
Kleine Kulturgeschichte Polens
Vom Mittelalter bis zum 21. Jahrhundert
224 S., br., € 19,90
978-3-85371-419-5
Gängige Vorstellungen zur Geschichte Polens sehen das Land vor allem als politisches Opfer seiner Nachbarn. Eine Ursache dafür mag sein, dass bisherige Überblicke zur Geschichte Polens sich zum Großteil auf Politik und Gesellschaft konzentrieren. Im Gegensatz dazu ist diese Darstellung eine erste deutschsprachige, knappe und integrierte Geschichte der (Hoch-)Kultur(en) Polens, die von den Anfängen bis in die Gegenwart vor den Hintergrund europäischer Entwicklungen gestellt wird. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf dem 19. und dem 20./21. Jahrhundert. Gegengezeichnet werden dabei sowohl landläufige Verortungen Polens am Rand Europas und im Schatten Russlands als auch vor allem in der polnischen Historiographie verbreitete Vorstellungen von einem ausschließlich nach Westen angebundenen und hin zum Osten weitestgehend isolierten Land. Stattdessen bietet das Buch einen breiten Blick auf die unterschiedlichen Medien repräsentativer Kultur an, angefangen bei den verschiedenen Literaturgattungen und der bildenden Kunst über die Architektur und das Museumswesen hin zum Film und zur Musik.

Chris Dematté
Utopien des Oktober
Denkmäler der Sowjetunion
88 S., br., € 24,90
978-3-85371-420-1
Der Wiener Fotograf Chris Dematté bereiste das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion auf der Suche nach Überresten dieser revolutionären Utopie. In den Denkmälern des sozialistischen Staates, die er in schwarz-weißen Bildern festhielt, fand er Zeugnisse für den Glauben an eine Zukunft freier Menschen. In seinen Fotografien zeigen sich aber auch die Schattenseiten der späteren Sowjetunion, die der wirtschaftlichen und technischen Entwicklung, der Industrie und Raumfahrt Vorrang gab vor den Wünschen nach Befreiung und Gleichheit. „Was übrig bleibt, sind Symbole, die für diese Träume standen”, schreibt Dematté in seinem Vorwort.

Bird, Isabella
Unbetretene Pfade in Japan
344 S., geb., € 24,00
978-3-900478-34-6
"Nie hat jemand solche Abenteuer erlebt wie Miss Bird!" schrieb der "Spectator" 1879 begeistert über die Britin. Isabella Bird war eine Pionierin, die in Gegenden vordrang, die noch kein Europäer betreten hatte, und schon gar nicht eine weiße Frau. Isabella Bird ist bereits 46 Jahre alt, als sie 1878 die Reise nach Japan antritt. Das Land öffnete erst kurz zuvor unter dem Druck des amerikanischen Militärs einige Häfen für den Handel. Es gibt jedoch nur völlig unzulängliches Kartenmaterial zur Orientierung, viele Wege sind kaum passierbar. Doch die einmalige Begegnung mit den Ureinwohnern des nördlichen Japan lockt als Ziel dieses siebenmonatigen Aufenthalts. "Unbildsame und unverbesserliche Wilde" nennt Isabella Bird sie in ihren Briefen. Sie lebt mit der einheimischen Bevölkerung und macht als erste weiße Frau Erfahrungen, die sich stark von denen ihrer männlichen Kollegen unterschieden.

Bell, Gertrude
Miniaturen aus dem Morgenland
Reiseerinnerungen aus Persien und dem Osmanischen Reich 1892
224 S., geb., € 24,00
978-3-85371-125-5
Gertrude Bells Buch ist kein Reisebericht im herkömmlichen Sinn, es beschreibt nicht zahllose Sehenswürdigkeiten; vielmehr sind es bunte, lebendige Momentaufnahmen einer längst untergegangenen Welt. Eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe, gepaart mit einem umfassenden historischen Wissen und einer großen Aufgeschlossenheit gegenüber fremden Kulturen machen die Reiseerinnerungen von Gertrude Bell zu einem besonderen Lesevergnügen.

Pfeiffer, Ida
Nordlandfahrt
Eine Reise nach Skandinavien und Island im Jahre 1845
288 S., geb., € 24,00
978-3-900478-47-6
Im April 1845, zweieinhalb Jahre nach ihrer Fahrt in den Vorderen Orient, brach Ida Pfeiffer zu ihrer zweiten großen Reise auf. Das lang ersehnte Reiseziel war die Vulkaninsel Island mit ihrer einzigartigen Natur. Über Prag, Leipzig, Hamburg und Kiel gelangte die Abenteurerin nach Kopenhagen, wo sie eine günstige Gelegenheit zur Überfahrt nach Island ausfindig machte.

Pfeiffer, Ida
Reise in das Heilige Land
Konstantinopel, Palästina, Ägypten im Jahre 1842
288 S., geb., € 24,00
978-3-85371-344-0
Am 22. März 1842 bestieg Ida Pfeiffer in Wien ein Dampfschiff, ohne jemandem das wahre Ziel ihrer Reise anzuvertrauen – sie wollte das Heilige Land bereisen, gab jedoch vor, eine Freundin in Konstantinopel zu besuchen. Freunden und Verwandten schien selbst diese Idee äußerst gewagt. Tatsächlich war es ein Aufbruch ins Ungewisse: Mit äußerst geringen finanziellen Mitteln sollte sie, als Frau alleine, Gebiete durchstreifen, die von der Pest heimgesucht waren und in denen politische Unruhen das Reisen unsicher und gefährlich machten.
Nachdem Ida Pfeiffer die Sehenswürdigkeiten Konstantinopels besichtigt hatte, begab sie sich nach Palästina. In Jerusalem besuchte die Pilgerin die biblischen Stätten; sie unternahm Ausflüge nach Bethlehem und zum Toten Meer, zum Jordan und ins Tal von Jericho. In der Wüstenstadt Damaskus eröffnete sich ihr schließlich die Pracht des Morgenlandes. Nachdem sie in Kairo alles Sehenswerte besichtigt hatte, ließ sie sich eine Besteigung der Pyramiden von Gizeh nicht entgehen und unternahm kurz entschlossen einen Kamelritt durch die Wüste nach Suez, wollte sie doch alle erdenklichen Arten des Reisens erproben.

Pfeiffer, Ida
Reise in die neue Welt
Amerika im Jahre 1853
280 S., geb., € 24,00
978-3-900478-86-5
Am 18. Mai 1851 verließ Ida Pfeiffer Wien in Richtung London. Dies war der Beginn ihrer zweiten Weltreise, die mehr als vier Jahre dauern sollte. Der vorliegende Band ist ein authentischer Bericht über das damalige Leben in der Neuen Welt, über den "wilden Westen" - gesehen mit den Augen einer europäischen Frau.
In Kalifornien suchte die Abenteurerin Goldwäscherstädte auf und unternahm einen Ausflug zu den Rogue-River-Indianern. Sie bereiste Peru und Ecuador, überquerte die Kordilleren, bevor sie über den Isthmus von Panama nach Nordamerika gelangte. In New Orleans erlebte sie die Abscheulichkeit öffentlicher Sklavenmärkte. Später dampfte sie den Mississippi entlang nach Norden, besuchte Chicago, Michigan und die großen Seen, bestaunte die Niagara-Fälle. Ida Pfeiffers reise-literarischer Stil begeisterte das Lesepublikum bereits vor 150 Jahren.

Pfeiffer, Ida
Abenteuer Inselwelt
Die Reise 1851 durch Borneo, Sumatra und Java
304 S., geb., € 24,00
978-3-900478-70-4
Am 18. Mai 1851 verließ Ida Pfeiffer Wien in Richtung London. Dies war der Beginn ihrer zweiten Weltreise, die mehr als vier Jahre dauern sollte. Gerade auf dieser Reise ließ sich die 53jährige Wienerin durch ihr Entdeckerfieber leiten. Von Singapur aus erkundete sie die Inselwelt Holländisch-Indiens, des heutigen Indonesiens. Auf Borneo gelang ihr eine beachtenswerte Leistung: sie durchquerte als erste Weiße das Innere der Insel entlang einer Route, auf der ihr später viele Forschungsreisende folgen sollten.

Durham, Mary E
Durch das Land der Helden und Hirten
Balkan-Reisen zwischen 1898 und 1920
250 S., geb., € 24,00
978-3-900478-90-2
Als eine der ersten westlichen Frauen bereiste die Britin Mary Edith Durham Anfang des 20. Jahrhunderts den Balkan. Damals - wie auch heute wieder - befand sich die gesamte Halbinsel in Aufruhr: die Entstehung von Nationalstaaten brachte Haß und Krieg zwischen die Völker und Religionen und stürzte den Subkontinent, und später ganz Europa, ins Elend. Das vorliegende Buch enthält ausgewählte Schriften, die zwischen 1904 und 1928 erstmals erschienen sind. Die Britin entwickelte sich im Laufe ihrer zahlreichen Aufenthalte zu einer fundierten Kennerin der Region. Ihre Reisen führten sie nach Albanien, Bosnien, Serbien, Mazedonien und Montenegro.

Montagu, Mary Wortley
Briefe aus dem Orient
Frauenleben im 18. Jahrhundert
280 S., geb., € 24,00
978-3-85371-259-7
Während ihres Aufenthaltes im Nahen Osten lässt Lady Montagu ihre Bekannten und Freunde anhand von Briefen an ihren Eindrücken und Erlebnissen teilhaben. Lady Montagus unterhaltsame „Briefe aus dem Orient“ werden von den Adressaten in England zunächst von Hand zu Hand weitergegeben, dann 1763 in Buchform vorgelegt und bis heute immer wieder neu aufgelegt.
Ihren dauerhaften Erfolg verdanken Montagus Briefe einerseits ihrer literarischen Qualität und Originalität und dem unterhaltsamen Ton, um den sich die Schreiberin stets bemühte. Doch das große Interesse an den Briefen liegt nicht nur am Schreibstil. Der Orient ist damals ganz allgemein in Mode. Das Morgenland offenbart sich der westlichen Welt als unermessliche, märchenhafte Schatztruhe.

Lili Körber
Begegnungen im Fernen Osten
Eine Reise nach Japan,
China und Birobidschan im Jahr 1934
328 S., br., € 24,00
978-3-85371-478-2
Die Schilderungen setzen mit der Zugreise von Moskau nach Wladiwostok ein, von wo aus Lili Körber nach Japan übersetzt. In Osaka kommt sie im Haus von Bekannten unter und beginnt die japanische Alltagskultur und die gesellschaftliche Verfassung zu untersuchen. Ihr scharfes Auge für die sozialen Zustände im faschistischen Kaiserreich macht die Reportage dabei ebenso lesenswert wie ihr tiefes Eindringen in die Kultur und die Bräuche der Menschen. Als allein reisende Frau gerät sie zu einer Sensation in der strikt patriarchalisch verfassten japanischen Gesellschaft.


Pfeiffer, Ida
Eine Frau fährt um die Welt
Die Reise 1846 nach Südamerika, China, Ostindien, Persien und Kleinasien
344 S., geb., € 24,00
978-3-85371-249-8
Die hier in einer überarbeiteten Fassung vorliegenden Tagebücher der Weltreise wurden im Jahre 1850 unter dem Titel "Eine Frauenfahrt um die Welt" publiziert und gerieten zum Bestseller. Ida Pfeiffer hatte somit ihren Ruf als Weltreisende begründet, auch Alexander von Humboldt und Carl Ritter schätzten sie für ihre Leistungen.

Stark, Freya
Durch das Tal der Mörder
Reisen im Persien der 1930er Jahre
240 S., geb., € 24,00
978-3-85371-182-8
Im Herbst 1929 kam Freya Stark in den Orient. Von Bagdad reiste sie weiter nach Persien; vor allem die entlegenen Bergregionen stellten ein verlockendes Reiseziel dar. Sie hatte sich vorgenommen, das damals den Europäern nahezu unbekannte Tal der Assassinen im Bergland südlich des Kaspischen Meeres zu bereisen, um die Lage der hier liegenden zahlreichen Burgen zu erforschen. Diese Bergfestungen der Assassinen – das Wort bedeutet soviel wie “Mörder” –, auch “Haschischesser” genannt, eine berüchtigte schiitische Geheimgesellschaft, der man nachsagte, vor nichts zurückzuschrecken, galten während ihrer Schreckensherrschaft als nahezu unerreichbar und uneinnehmbar. Freya Stark beschloß, für ihre Reise Persisch zu lernen; im April 1930 begab sie sich nach Hamadan in Persien, einen Monat danach war sie auf dem Weg ins Alamut-Tal der Assassinen. Ein spektakulärer Plan, denn die Festungen waren oft kaum zu finden und sind selbst heute noch schwer erreichbar.

Bell, Gertrude
Am Ende des Lavastromes
Durch die Wüsten und Kulturstätten Syriens (1905)
306 S., geb., € 24,00
978-3-85371-396-9
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts beginnt die Britin Gertrude Bell den Nahen Osten zu bereisen. Ihre Unerschrockenheit führt sie in Regionen und Gegenden, in denen alleinreisende Frauen ein seltener Anblick sind, und sie entwickelt eine tiefe Faszination für diesen Kulturraum.
Sie reist drei Monate lang durch den Vorderen Orient, von Jerusalem an die Ufer des Jordan, besucht die drusischen Berge und die zu Stein gewordenen Lavaströme, von wo man auf die Hamad, die wasserlose Wüste, sieht. Mit einer kleinen Karawane durchquert die Schriftstellerin die einsame Gegend bis zum syrischen Aleppo. Eindrucksvoll beschreibt sie die Klagemauer in Jerusalem, das Kloster Mar Sabe, die Kunststätten am Ufer des Flusses Orontes, später besucht sie auch die Wüstenstadt Damaskus.
Im Vordergrund steht die Begegnung mit den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen der Region. Die Britin schildert das Leben türkischer Bauern, arabischer Hirten, syrischer Beamter, jüdischer Pilger und kurdischer Kaufleute.

Larissa Reissner
Oktober
Aufzeichnungen aus Rußland und Afghanistan in den 1920er Jahren
296 S., br., € 24,00
978-3-85371-429-4
Die ausgewählten Erzählungen in diesem Buch zeigen das kurze und aufregende Leben Larissa Reissners im Schatten der Oktoberrevolution und ist in drei Teile gegliedert: Im ersten Abschnitt „Die Front“ berichtet sie über den russischen Bürgerkrieg und von umkämpften Orten wie Kasan, Swijaschsk und Astrachan. Im zweiten Teil gibt sie Eindrücke von ihren Reisen nach Afghanistan wieder, wo ihr Ehemann Raskolnikow von 1921 bis 1923 als Botschafter der Sowjetunion tätig war. Schließlich besucht sie die Stätten der jungen sowjetischen Industrie und beschreibt im Kapitel „Kohle, Eisen und lebendige Menschen“ Bergbau und Metallgewinnung unter widrigen Bedingungen.

Leitner, Maria
Reportagen aus Amerika
Eine Frauenreise durch die Welt der Arbeit in den 1920er Jahren
248 S., br., € 24,00
978-3-85371-150-7
Von den USA aus reist Leitner weiter nach Französisch- und Britisch-Guayana, schließlich nach Haiti, Curacao, Venezuela und zuletzt nach Trinidad. Auch hier liefert sie keine exotischen Reisebeschreibungen, sondern schildert vor allem den Alltag und die konkreten Lebensbedingungen der Menschen, die ihr begegnen. Mit viel Einfühlungsvermögen schreibt sie über indische Kulis, über Tagelöhner und Prostitution im Urwald, über Diamantenaufkäufer oder auch über einen amerikanischen "Erdölsachverständigen" - dies alles mit einem gehörigen Schuß Ironie.

Stinnes, Clärenore
Im Auto durch zwei Welten
Die erste Autofahrt einer Frau um die Welt 1927 bis 1929
256 S., br., € 24,00
978-3-85371-105-7
Im Mai 1927 startet Clärenore Stinnes, begleitet von zwei Mechanikern und vom schwedischen Fotografen Carl-Axel Söderström, in Frankfurt ihr Auto der Marke "Adler". Bereits in der Türkei treten die ersten Pannen auf, doch die Fahrt geht weiter über Beirut, Damaskus, Bagdad und Teheran und am Kaspischen Meer entlang Richtung Moskau. Schließlich sind die beiden Techniker, die den Begleit-LKW steuern, den Strapazen nicht mehr gewachsen, in Rußland treten sie die Heimreise an. Stinnes und Söderström setzen die Fahrt fort, obwohl beide kaum etwas von Automechanik verstehen. Im Februar 1928 - ein Drittel des Erdumfangs ist geschafft - wagen sie eine Überquerung des zugefrorenen Baikalsees und entgehen nur knapp einer Katastrophe. Nach der Durchquerung der Wüste Gobi setzen die beiden per Schiff nach Japan und Hawaii über. In Südamerika erwartet sie eine der beschwerlichsten Etappen der Weltumrundung, auf dem Weg über die Kordilleren hilft oft nur der Einsatz von Dynamit. Die Fahrt quer durch die USA, endlich wieder auf befestigten Straßen, wird zu einem vielbeachteten Spektakel. Im Juni 1929 kehrt Clärenore Stinnes gemeinsam mit ihrem Fotografen von Westen nach Deutschland zurück; nach einer Ehrenrunde um Berlin zeigt der Kilometerzähler fast 47.000 km.

Matthias Martin Becker
Automatisierung und Ausbeutung
Was wird aus der Arbeit im digitalen Kapitalismus?
240 S., br., € 19,90
978-3-85371-418-8
Was wird aus der Arbeit im 21. Jahrhundert? Matthias Becker analysiert die neuen Rationalisierungsstrategien und erklärt, was sich hinter Schlagworten wie Crowdwork, Maschinenlernen, Prosument, Industrie 4.0 und Precision Farming verbirgt.

Patrick Cockburn
Chaos und Glaubenskrieg
Reportagen vom Kampf um den Nahen Osten
264 S., br., € 19,90
978-3-85371-424-9
In diesem Buch sind erstmals gesammelte Reportagen von Patrick Cockburn aus den derzeit wichtigsten Brennpunkten der Weltpolitik versammelt. Er berichtet von den dramatischen Folgen des 1990 verhängten Embargos gegen den Irak, indem er seine Opfer porträtiert. Er erzählt vom Aufstand gegen die amerikanischen Truppen, indem er dessen Protagonisten interviewt. Und er begleitet die Bewohner Syriens auf dem Weg in die Katastrophe, genauso wie jene Menschen, die unter der Herrschaft des IS leben müssen. Von 1990 bis 2016 spannt sich dabei der Bogen seiner Berichte von der Front und vom Leben in zerfallenden Staaten. Seine Reportagen sind auch eine Anklage an die westlichen Kriegstreiber und die lokalen Warlords, die eine ganze Weltregion ins Chaos gestürzt haben.

Maya Deren
Der Tanz des Himmels mit der Erde
Die Götter des haitianischen Voodoo
360 S., br., € 24,90
978-3-85371-421-8
1947 reiste die junge amerikanische Regisseurin Maya Deren nach Haiti, um dort einen Film über die örtlichen Tänze aufzunehmen. Doch je tiefer sie in die Materie des haitianischen Voodoo, der mit den Tänzen und Zeremonien verbundenen Religion, eindrang, desto mehr wandelte sich ihre Arbeit zu einer Beschäftigung mit den sozialen, politischen und philosophischen Wurzeln und Bedeutungen der Rituale.



Uwe Mauch / Franz Zauner
Im Gemeindebau
23 Geschichten aus Wien
224 S., br., € 19,90
978-3-85371-430-0
Im Buch kommen Menschen zu Wort, die den kommunalen Wohnbau nicht nur vom Hörensagen kennen, sondern echte Insider sind: Die Jungarchitektin im Rabenhof und der Junghistoriker im Karl-Marx-Hof, die Vorturnerin mit Migrationshintergrund aus dem Wrba-Hof in Favoriten und der Kabarettist vom Rennbahnweg in Kagran; der russischstämmige Karaoke-Sänger und die tschetschenische Fernsehjournalistin, der Sänger aus dem 1. Wiener Gemeindebau-Chor und der international gepriesene Jazzmusiker Franz Koglmann. Die Auswahl der Porträtierten, deren Postanschrift die Wien-weit bekannte Zahlenkombination Hausnummer/Stiege/Tür aufweist, soll einen Eindruck vermitteln, welch kreatives Potenzial dem Gemeindebau innewohnt. Optisch aufgewertet wird das Buch durch eine 32-seitige Fotostrecke des Wiener Fotografen Mario Lang, dem der Gemeindebau ebenfalls vertraut ist. Ein ausführlicher Anhang mit kompakter Faktentafel sowie interessanten Interviews mit ExpertInnen aus Wissenschaft und Kunst beschließt den Band.

Dieter Reinisch
Die Frauen der IRA
Cumann na mBan und der Nordirlandkonflikt 1968-1986
220 S., br., € 17,90
978-3-85371-423-2
Das Buch ist die erste Studie über Geschichte, Rolle und Tätigkeit der Frauenorganisation der IRA während des Nordirlandkonflikts. Dieter Reinisch greift dabei nicht nur auf klassisches Quellenmaterial zurück, sondern auch auf über zwei Dutzend Interviews mit Aktivistinnen der Cumann na mBan, die er selbst führte. Er beschreibt ihren Wandel von einer IRA-Hilfsorganisation in den 1960er-Jahren zu einer effektiven Frauenarmee in den 1970er-Jahren und schließlich ihre Kaltstellung durch die IRA-Führung in den 1980er-Jahren.
Anhand des Beispiels Cumann na mBan zeichnet der Autor ein kritisches Bild zur Rolle von Frauen in paramilitärischen Organisationen. Darüber hinaus liefert Reinisch einen inhaltsreichen Beitrag zur Bedeutung der Geschlechterfrage in modernen sozialen Bewegungen.

Stäuber, Peter
London
Unterwegs in einer umkämpften Metropole
208 S., br., € 17,90
978-3-85371-408-9
Londons Ruf könnte besser nicht sein – die britische Hauptstadt gilt als dynamisch, aufregend, pulsierend, als multikultureller Melting Pot und boomendes Geschäftszentrum, ein Magnet für Menschen aus aller Welt.
Das stimmt alles, doch es gibt auch die andere Seite von London: Die Stadt ist so ungleich wie kaum eine andere westliche Metropole. Millionen Menschen leben in Armut, die Obdachlosigkeit steigt seit Jahren unerbittlich, und die Wohnungspreise sind so grotesk teuer, dass sich normal verdienende Menschen das Leben hier nicht leisten können. Immer mehr öffentlicher Raum wird privatisiert, sodass Kreativität und Unvorhersehbarkeit – Qualitäten, die das Wesen einer Stadt ausmachen – laufend schrumpfen.
Peter Stäuber, ein schweizerischer Journalist mit Wohnsitz in London, hat sich in die Straßen dieser Metropole aufgemacht, er hat beobachtet, wie sie sich verändert, was für Triebkräfte hinter den zerstörerischen Entwicklungen stecken, wer die federführenden Akteure sind – und wer sich gegen die Vermarktung der Stadt wehrt.
In Rundgängen durch die Quartiere der Stadt zeichnet er ein anderes, Besuchern oft verborgenes Porträt der britischen Hauptstadt und der Menschen, die hier leben. Die LeserInnen spazieren entlang einzelner Kapitel über die City of London, Camden, Mayfair, East End und andere Stadtteile, durch die der Autor Peter Stäuber führt. Dabei spricht er mit Anwohnern, Aktivisten, Immobilienmaklern, Architekten, Obdachlosen und Akademikern, um herauszufinden: Wie verändert der Kapitalismus eine Stadt? Was für Auswirkungen hat der Zufluss plutokratischen Geldes auf London? Weshalb wird die Wohnungskrise immer schlimmer? Wie sieht die Architektur des Kapitals aus?

Zips, Werner
Hail di Riddim
Reportagen aus dem Reggaeversum
240 S., br., € 19,90
978-3-85371-387-7
Hail di Riddim“ begibt sich auf eine interkontinentale Reise nach Jamaika und Afrika. Der Herzschlag-Rhythmus bestimmt dabei den Takt. Reggae, „die große Musik von der kleinen karibischen Insel“, widmet sich seit seinen Anfängen globalen Themen: der Sklaverei und dem Widerstand dagegen, der schwarzen Befreiung aus kolonialen und postkolonialen Abhängigkeiten, dem Eintreten für Gerechtigkeit, der Gewaltlosigkeit durch Frieden und Liebe und insbesondere dem afrikanischen Erbe.
Die in dem Band zusammengefassten Reportagen führen in die Welt der Maroons, den ersten Freiheitskämpfern in der afrikanischen Diaspora; sie spüren den Anfängen der Marcus-Garvey-Bewegung nach, jenem legendären jamaikanischen Panafrikanisten, der als Gründer der „Universal Negro Improvement Association“ (UNIA) bekannt wurde; sie bringen den Leserinnen und Lesern die Spiritualität und das Lebensgefühl – „Livity“ – von Rastafari näher, indem sie die Sichtweisen jamaikanischer und afrikanischer Künstler in den Mittelpunkt stellen.

Göbelsmann, Laura C.
Jenseits des Grüns
Cornwall und seine industrielle Vergangenheit
220 S., br., € 17,90
978-3-85371-324-2
Laura Göbelsmann erzählt eine der ältesten Industriegeschichten Europas in literarisch anspruchsvoller Weise. Sie setzt damit Cornwall ein besonderes Denkmal. Ihr Buch lädt zum Erkunden vor Ort oder zum Reisen auf dem Kanapee ein.

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