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Jacques Rancière
Und die Müden haben Pech gehabt!
Interviews 1976–1999
Aus dem Französischen von Richard Steurer
164 S., Br., € 21,90
978-3-7092-0021-6
Dieses Buch stellt eine Art Kartografie des Denkens von Jacques Rancière dar. Es ist ein unerlässliches Werkzeug für all jene, die sich darum bemühen, die gegenwärtigen Bedingungen einer radikal demokratischen Politik zu bestimmen. Die Interviews aus der Zeit zwischen 1976 und 1999 sind ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von Jacques Rancière. Von Gespräch zu Gespräch hat Rancière sich immer bemüht, seinen Werdegang und seine Stellungnahmen zu kommentieren und zu verdeutlichen, indem er die Abbiegungen und Kontinuitäten darlegte. Es handelt sich um eine Arbeit der Definition, der Neudefinition und der Abgrenzung gegenüber anderen Theorien. Es geht darum, aufzuzeigen, dass seine Texte über die Politik, die Ästhetik, die Kunst, das Kino und die Literatur nicht voneinander zu trennen sind, sowie Antworten auf Einwände und Fragen zu geben, die seine Schriften aufgeworfen haben.![]()
André Glucksmann
Philosophie des Widerstands
Sokrates oder Heidegger
Aus dem Französischen von Helmut Kohlenberger und Dorothea Resch
224 S., Br., € 29,00
978-3-7092-0015-5
In der verschärften Krise des Westens ist Philosophie erneut gefragt. Doch fehlt es an der Rückhaltlosigkeit und Sensibilität sokratischen Fragens, die der weit verbreiteten latent bis offen totalitären Ideologisierung des Denkens Widerstand leistet. André Glucksmann erinnert daran, dass zwar vielfach von „Philosophie“ die Rede ist, seitdem der Fortschrittsglaube versandet ist, jedoch die Dimension sokratischer Radikalität des „Erkenne dich selbst“ – die klare Unterscheidung des Wahren und Falschen – verdeckt ist. Ideologische Positionen, dieses Erbe des 20. Jahrhunderts – Nationalismus, Kommunismus, Fundamentalismus, bestimmen oft die Atmosphäre, in der eine bis zur Gewaltanwendung und Selbstaufgabe bereite Politisierung von „Identität“ und „Sachzwang“ Chancen hat. Der Autor sieht in Martin Heidegger den einflussreichen Prototyp eines in sich geschlossenen totalitären Diskurses („Die Sprache spricht“), der von der Angst im Zeitalter der „Entwurzelung“ getrieben ist. Ihm steht Sokrates gegenüber, der in ironiegewürzter Infragestellung dem Ernst der tragischen Lage des Menschen verpflichtet ist.![]()
Hélène Cixous
Hypertraum
Aus dem Französischen von Esther von der Osten
192 S., Br., € 25,90
978-3-7092-0012-4
„Es war vor dem Ende, du bist die Zeit, dachte ich, die Zeit vor dem Ende. Ich hatte noch nie eine so feine Pracht gesehen.“ Hypertraum erkundet die „letzten Zeiten“, zwischen zwei Toden, „vor danach und nach danach“. „Der Unterschied zwischen den allerletzten Zeiten und der letzten Zeit ist der, dass letztere ein Datum hat, die allerletzten aber nicht.“ Zeit der täglichen Salbung der Haut der fast hundertjährigen Mutter der Erzählerin. „Ich werde diese Haut morgen sein.“ Die mütterliche Haut salbend, schreiben diese Bekenntnisse („intus et in cute“) auch „die Haut des Jahrhunderts“, verwoben mit anderen Häuten vergangener Jahrhunderte, mit philosophisch-poetischen Träumen und Bekenntnissen, die mit der Triebkraft von Traum und Trauer arbeiten – wie Derridas Lektüre eines Traumes von Walter Benjamin in Fichus, datiert kurz vor und kurz nach 9/11. Weiterträumend gibt Hypertraum Zeugnis von einer einzigartigen Erfahrung: „In jenen Zeiten nun, in dem Augenblick, wo alles verloren ist, werde ich endlich die Antwort auf den Tod finden, den Weg des Glücks im Schmerz: Es ist etwas-anderes-als ein Traum, es ist der Hypertraum.“
Mit dem Internet verbunden sehen Sie hier die Vorschau des Verlages:
bereits angekündigt:![]()
Jacques Derrida
Psyche
Die Erfindung des Anderen
Aus dem Französischen von Markus Sedlaczek
112 S., Br., € 14,90
978-3-85165-937-5
Dieser Text ist die Einzelausgabe des titelgebenden Essays aus dem 1987 erschienenen Sammelband Psyché. Inventions de l‘autre. Reflektiert wird die Frage der Erfindung und des Anderen, insbesondere im Lichte des „Kommens“ und des Ereignisses. „Was ist eine Erfindung? Und was bedeutet Erfindung, wenn sie [eine] des Anderen sein muß?“ Entlang einer Lektüre von Cicero, Paul de Man, Francis Ponge, aber auch juridisch-technischer Institutionen wird gefragt: „Ist die Erfindung des Anderen eine Allegorie, ein Mythos, eine Fabel?“ Oder ein „Ereignis“? Während die statutarische Ökonomie der öffentlichen Erfindung den Spiegel (des Selben) nicht zerbricht, gilt für die dekonstruktive Erfindung: „Erfinden, das hieße nun: ‚wissen‘, komm zu sagen und auf das komm des Anderen zu antworten.“ Dieser bedeutende Text, der den Titel für Derridas 1987 erschienenen Sammelband Psyché. Inventions de l‘autre gab, erscheint hier als Einzelausgabe, dem zwei weitere Sammelbände mit den bislang noch nicht in Übersetzung vorliegenden Texten daraus folgen werden. Die Gesamtheit der verstreuten Übersetzungen wird in einem integrierten Inhaltsverzeichnis im Anhang zu diesen Bänden dokumentiert werden. Jacques Derrida (1930–2004) lehrte Philosophie in Paris und den USA.
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Jacques Lacan
Über die paranoische Psychose in ihren Beziehungen zur Persönlichkeit
und Frühe Schriften über die Paranoia
Aus dem Französischen von Hans-Dieter Gondek
2., überarbeitete Auflage.
408 S., Gb., € 55,00
978-3-85165-997-9
Im Mittelpunkt dieses Buches steht der Fall Aimée: Die Postangestellte Marguerite Pantaine hatte eine Bühnenschauspielerin mit einem Messer attackiert und war daraufhin psychiatrisiert worden. Jacques Lacan nahm sich der Patientin an. Jacques Lacans Dissertation aus dem Jahr 1932 wurde damals mehr im sozialistischen und surrealistischen Milieu rezipiert als in Wissenschaft und Psychiatrie. Das Werk gibt nicht nur einen umfassenden Überblick über die damaligen Bemühungen, die Paranoia und allgemein die Geisteskrankheiten zu erklären, sondern zeigt auch, dass Lacan bereits sehr früh mit der Anknüpfung an die phänomenologische Philosophie und Psychologie und an die Freudsche Psychoanalyse eine mutige und avancierte Position einnahm, die den Weg aus der Psychiatrie herauswies. Die Übersetzung folgt der von Jacques Lacan in seiner Reihe „Le Champ freudien“ herausgegebenen Fassung, die durch die Ersten Schriften zur Paranoia ergänzt wird. Nicht zuletzt ist dieses Werk auch für die Kenntnis des Lacanschen Werdegangs unerlässlich. Jacques Lacan (1901–1981), ausgebildeter Mediziner mit dem Schwerpunkt Psychiatrie, ab 1938 praktizierender Psychoanalytiker, wirkte nach Kriegsende insbesondere in seinem Seminar (1953–1980) als einer der führenden Ausbilder und theoretischen Köpfe der französischen Psychoanalyse. 1963 wurde Lacan als Lehranalytiker aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen und gründete 1964 seine eigene École Freudienne de Paris, die er 1980 auflöste.
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Peter Engelmann
Dekonstruktion
Jacques Derridas semiotische Wende der Philosophie
392 S., Br., € 44,00
978-3-85165-957-3
Die Einordnung und Erklärung der Dekonstruktion als neuer philosophischer Ansatz kann nur aus der Philosophie selbst und nicht aus ihren Anwendungen in der Kunst oder der Literatur kommen. Diesem überfälligen Vorhaben widmet sich dieses Buch. Dekonstruktion, der philosophische Ansatz Jacques Derridas, ist die weltweit erfolgreichste und zugleich unbekannteste philosophische Innovation seit Heideggers Fundamentalontologie. In unzähligen Verästelungen hat sich Dekonstruktion in den verschiedensten künstlerischen und literarischen, aber auch gesellschaftsanalytischen und gesellschaftskritischen Praktiken etabliert, ohne dass damit eine klare Vorstellung über diesen Begriff und diese philosophische Strategie verbunden wäre. Stattdessen wird Dekonstruktion auch heute noch entweder überhöht oder verteufelt, selten jedoch nüchtern analysiert und eingeordnet. Tatsächlich verführt das unkonventionelle Erkenntnispotential der Dekonstruktion zu diesem Umgang mit ihr. Zugleich wird sie dadurch aber auch angreifbarer als zur Verteidigung ihrer Eigenheiten nötig wäre. Engelmann zeigt, dass es mit Saussures Semiotik eine nüchterne Wissenschaftssprache gibt, mit der Derrida Dekonstruktion entwickelt hat und mit der man Dekonstruktion begreifen kann, ohne mit der beschreibenden Sprache ihre Eigenheiten und Erkenntnismöglichkeiten zugleich wieder zu verdecken. Das Buch stellt Dekonstruktion in den größeren Rahmen historischer und zeitgenössischer differenzphilosophischer Ansätze und reetabliert sie so im Kontext philosophischer Diskursivität, um damit ihre Wirksamkeit und Reichweite zu erhöhen. Peter Engelmann ist Philosoph, Herausgeber der französischen Philosophen der Postmoderne und der Dekonstruktion und Verleger des Passagen Verlages.
.]....................................Mit dem Internet verbunden sehen Sie hier die homepage des Verlages: www.passagen.at
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Félix Guattari
Die drei Ökologien
Aus dem Französischen von Alec A. Schaerer
2., überarbeitete Auflage.
88 S., Br., € 11,00
978-3-85165-993-1
Unser Dasein in der Welt fordert eine Logik, mit der wir uns als Teil der Welt, gleichzeitig aber auch als ein sie beobachtendes Subjekt begreifen können. Dieser Befindlichkeit müssen wir uns zunehmend bewusst werden, um nachhaltig damit umgehen zu können. Guattari zeigt, dass sich das Dasein nicht nur auf die leiblichmaterielle Sphäre beschränkt, sondern auch eine soziale und eine mentale Ökologie gepflegt werden müssen: Der Organismus unserer Beziehungsformen zum Ich und zum Du bedarf selbst der Einsichtnahme, damit wir ohne Machtspiele zu einer adäquaten Ordnung finden können. Im Ineinandergreifen von Rhizom und Singularität ordnet der Autor die Möglichkeiten der Partizipation nach den drei Bereichen, die eine Nähe zu den Begriffen Leib, Seele und Geist evozieren. Der aristotelisch-thomistischen Tradition entgehen sie dabei, indem sie mit Guattari nicht in bloßer Abstraktion verbleiben, sondern in einer moderndiskursiven Weise mitmenschlich werden. Félix Guattari (1930–1992) lehrte am Collége de Philosophie in Paris. Seine Schriften, zum Großteil in Zusammenarbeit mit Gilles Deleuze entstanden, spannen thematisch einen Bogen von den Bereichen Philosophie, Wirtschaft und Politik bis hin zur klinischen Psychoanalyse.
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Jean-Luc Nancy
Die Lust an der Zeichnung
Aus dem Französischen von Paul Maercker
152 S., Br., € 19,90
978-3-7092-0002-5
In diesem Essay ergründet Jean-Luc Nancy das Genre „Zeichnung“ in seiner ästhetischen und philosophischen Tragweite. Über den künstlerischen Ausdruck hinausweisend, erkennt er die Entstehung der Form als absichtslose Idee, die ins Unendliche strebt. Die Unmittelbarkeit und scheinbare Einfachheit der Zeichnung ist für Jean-Luc Nancy Ausgangspunkt grundsätzlicher Überlegungen zur kreativen Praxis. Er verknüpft das Verhältnis zwischen Idee und gestaltender Geste mit der Frage nach Lust und Begehren, wobei ihn die Berührungspunkte der ästhetischen Lust mit dem sexuellen Genießen zu erstaunlichen Schlussfolgerungen führen. Ergänzt wird der Text durch ein „Skizzenheft“, das Zitate von Leonardo da Vinci bis Eugène Delacroix, von Jacques Derrida bis Georg Baselitz versammelt. Zusammen mit ausgewählten Zeichnungen zeitgenössischer Künstler sind diese gleichzeitig Ausgangspunkt und Illustration der Reflexionen Nancys. Ohne sich dabei auf ein Denksystem zu reduzieren, erkundet Jean-Luc Nancy die Entwürfe der Form in der Kunst in alle Richtungen. Hebt die Form in der gezeichneten Linie die Spannung auf? Oder ist die Zeichnung selbst Spannung und unablässig erneuerte, endlose Finalität? Jean-Luc Nancy, geboren 1940, ist emeritierter Professor für Philosophie der Université Marc Bloch in Straßburg. Er lehrt als Professor für Politische Philosophie und Medienästhetik an der European Graduate School in Saas-Fee und war als Gastprofessor auch in Berlin, Irvine, San Diego und Berkeley tätig.
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Jacques Rancière
Chronik der Konsensgesellschaft
Aus dem Französischen von Richard Steurer
224 S., Br., € 29,00
978-3-85165-977-1
Jacques Rancière schrieb für eine brasilianische Zeitung regelmäßig eine Chronik zu aktuellen Themen. Diese Artikel machen uns auf anschauliche Weise deutlich, was es eigentlich bedeutet, in der Epoche des Konsenses zu leben. Der Konsens bedeutet nicht die Befriedung der Gemüter und der Körper. Neuer Rassismus und ethnische Säuberungen, humanitäre Kriege und Krieg gegen den Terror sind zentrale Bestandteile des Konsenses. Die Kinofilme, die vom totalen Krieg und vom radikalen Bösen handeln, oder die intellektuellen Polemiken über die Interpretation des nationalsozialistischen Genozids nehmen demnach auch einen prominenten Platz in diesem Buch ein. Der Konsens ist nicht der Friede. Er ist eine Karte von Kriegsoperationen, eine Topographie des Sichtbaren, des Denkbaren und des Möglichen, in der Krieg und Frieden angesiedelt sind. Der Konsens will beweisen, dass es nur eine einzige Wirklichkeit gibt, der wir zustimmen (consentir) müssen. Diesem Unterfangen stellt sich die Politik entgegen. Diese Chronik möchte dazu beitragen, jenen Raum zu öffnen, der Politik denkbar macht. Jacques Rancière, geboren 1940, lehrte zwischen 1969 und 2000 Philosophie und Kunsttheorie an der Universität Paris VIII.
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Gianni Vattimo
Die transparente Gesellschaft
Aus dem Italienischen von Carolin Klein und Alma Vallazza
2., überarbeitete Auflage.
112 S., Br., € 13,90
978-3-7092-0004-9
„Aber worin liegt in spezifischerem Maße die mögliche emanzipatorische, befreiende Tragweite des Verlusts des Realitätssinns, der regelrechten Erschütterung des Realitätsprinzips in der Welt der Massenmedien? Hier verweist die Emanzipation vor allem auf das Un-heimliche.“ (Gianni Vattimo) Beim Entstehen der postmodernen Gesellschaft spielen Massenmedien eine entscheidende Rolle. Die steigende Zahl von Kommunikationsmitteln lässt jedoch die Gesellschaft nicht transparenter oder aufgeklärter erscheinen: Aufgrund der Möglichkeit, Ereignisse mittels der Massenmedien „live“ wiederzugeben, vervielfältigt sich vielmehr die Komplexität der Wirklichkeit statt sich zu verringern. In diesem inzwischen zum Klassiker avancierten Buch vertritt Vattimo die These, dass gerade in dem relativen „Chaos“ unsere Hoffnung auf Emanzipation liegen könnte. Das Fehlen von Transparenz ist kein Phänomen, das es zu bekämpfen gilt, sondern das Symptom einer Veränderung, die alle Daseinsbereiche betrifft und zur Befreiung der Minderheiten sowie zur Erschaffung eines neuen „Bewusstseins“ führt. Für Vattimo handelt es sich hierbei um eine prekäre alltägliche Erfahrung, die den Charakter der Oszillation, des Unheimlichen und des Spiels annimmt. Gianni Vattimo, geboren 1936, studierte Philosophie in Turin sowie in Heidelberg bei Hans-Georg Gadamer und Karl Löwith. Er ist Philosoph, Autor und Politiker.
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Peter Eisenman
Aura und Exzess
Zur Überwindung der Metaphysik der Architektur.
Essays und Gespräche 1976–1994
Herausgegeben Ullrich Schwarz
Übersetzt und bearbeitet von Ullrich Schwarz und Martina Kögl
2., durchgesehene Auflage.
384 S., Br., € 58,00
978-3-85165-987-0
Der amerikanische Architekt und Architekturtheoretiker Peter Eisenman entwickelt eine „Architektur des Ereignisses und des Exzesses“, die sich in unplanbarer Singularität selbst entfaltet. Benjamin modifizierend, versteht Eisenman die Erfahrung des Singulären als Aura – im Sinne Derridas als Präsenz der Absenz. Peter Eisenman ist nicht nur einer der provozierendsten Architekten der Gegenwart, er gehört darüber hinaus bereits seit den 70er Jahren zu den international führenden Architekturtheoretikern. Ausgehend von Foucaults Grundthese der Dezentrierung des Subjekts und Derridas Kritik der Präsenz, arbeitet Eisenman an einer Überwindung der Metaphysik in der Architektur, welche ihm zufolge nur einen stilistischen, jedoch keinen konzeptionellen Begriff der Moderne hervorgebracht hat. Angeregt durch neue Ansätze in den Naturwissenschaften, entwickelt Eisenman eine Architektur, die keinem platonischen Diskurs folgt, sondern sich selbstorganisierend entfaltet. Die unplanbare Singularität dieser Entfaltung nennt er eine „Architektur des Ereignisses und des Exzesses“. Die Erfahrung des Singulären versteht Eisenman im Sinne Walter Benjamins als Aura. In seiner Rezeption von Jacques Derrida stellt sich diese als Präsenz der Absenz dar. In diesem Band werden Eisenmans wichtigste theoretische Texte aus zwei Jahrzehnten gesammelt vorgelegt. Peter Eisenman, geboren 1932, lebt und arbeitet als Architekt in New York.
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Paul Virilio
Bunkerarchäologie
Aus dem Französischen von Bernd Wilczek
176 S., zahlr. Abb., Br., € 24,90
978-3-85165-960-3
Diese Neuausgabe von Paul Virilios erstem Werk, das bereits 1975 veröffentlicht und nun vom Autor durch ein neues Nachwort ergänzt wurde, zeigt die erschreckende Aktualität des Themas der „großen Einschließung“. In jahrelanger Recherche- und Dokumentationsarbeit hat Paul Virilio die Bunkeranlagen des von den Nazis erbauten „Atlantikwalls“ an der französischen Atlantikküste untersucht und präsentiert die Ergebnisse – Fotografien, Kriegsweisungen, Karten – im Rahmen von philosophischen Essays. „Wenn man die zur Hälfte vergrabene Masse eines Bunkers mit seinen verstopften Belüftungsanlagen und dem schmalen Schlitz des Beobachtungspostens betrachtet, dann schaut man in einen Spiegel und gewahrt das Spiegelbild unserer eigenen Todesmacht, unserer eigenen Destruktivität, das Spiegelbild der Kriegsindustrie. Der Bunker ist anwesender und abwesender Mythos zugleich geworden: anwesend als für eine transparente und offene zivile Architektur abstoßendes Objekt, abwesend in dem Maße, in dem sich die Festung von heute woanders befindet, unter unseren Füßen, von nun an unsichtbar.“ Paul Virilio wurde 1932 in Paris geboren. Er begründete die École Spéciale d’Architecture und lebt heute als Architekt, Stadtplaner und Schriftsteller in La Rochelle.
Passagen Architektur![]()
Martin Kristan:
Hubert Gessner
Architekt zwischen Kaiserreich und Sozialdemokratie 1871–1943
Hg. von Gabriela Gantenbein
408 S. zahlr. Abb., Gb., € 60,00
978-3-85165-975-7
Hubert Gessner (1871–1943) ist der „Rote Architekt“ Österreichs schlechthin. Durch seine Handschrift geprägt, wurden einige der wichtigsten Bauten der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei zum steingewordenen Ausdruck der gesamten erstarkten österreichischen Arbeiterbewegung. Neben seinen Hauptwerken wie das im Jugendstil errichtete „Arbeiterheim Favoriten“, das „Eisenbahnerheim“ oder die Parteizentrale und Zeitungsredaktion „Vorwärts“, entstanden unter Gessners Hand auch Gemeindebauten des Wiener Wohnbauprogramms, die teilweise als verbindliche Vorbilder für nachfolgende Bauten in der Zwischenkriegszeit galten, sowie Gebäude auf dem Gebiet der österreichisch-ungarischen Monarchie. Gessner war Schüler Otto Wagners und später dessen Mitarbeiter bevor er sich mit einem eigenen Atelier erfolgreich selbstständig machte bis er 1938 von den Nationalsozialisten mit Berufsverbot belegt wurde. Seine Bauten treten stilistisch unverwechselbar hervor: Klare Grundrisslösungen, symmetrische Hauptfronten, rhythmische Fassadengliederungen, materialgerechte Behandlung der Baustoffe, solide Bautechnik sowie die Einbindung von Bildhauerei, Malerei und Kunsthandwerk prägen seine Werke. Insgesamt strebte Gessner für seine Bauten Lösungen an, die er jeweils aus der Besonderheit der Aufgabe entwickelte und gab ihnen damit eigene, unverwechselbare Physiognomien. Markus Kristan, geboren 1957 in Wien, lehrte an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Wien und ist seit 1993 in der Architektursammlung der Albertina tätig.![]()
Michael Baum
Überleben in Freundschaft
Thomas Bernhard / Jacques Derrida
120 S., Br., € 13,90
978-3-85165-985-6
Jacques Derridas philosophische Studie Politiques de l’amitié (1994) und Thomas Bernhards Erinnerungsbuch Wittgensteins Neffe (1982) befragen auf je eigene und gleichzeitig wahlverwandte Art und Weise die Substanz des Wortes Freundschaft in der Epoche des Überlebens. Auf dem Spiel steht dabei nicht weniger als die Sprache selbst. Die Rede von der Freundschaft ist von Widersprüchen gezeichnet: Sie feiert die Präsenz und ist doch zumeist Trauerrede des Überlebenden. Sie oszilliert zwischen reflexiv-sachlichem und poetisch-verklärendem Schreiben. Das Wort kann nur der erheben, der den Freund überlebt hat. Überlebenstriumph (Canetti) und Überlebensschuld (Levi) treten in ein Wechselverhältnis, das Wahrheit ermöglicht und zugleich Schrecken verursacht. Das Buch, ein Grenzgang zwischen textnaher Lektüre und Essay, folgt auf induktivem Wege den Beziehungen zwischen den Schriften Bernhards und Derridas und zeigt, wie die Ambivalenzen in der Freundschaftsrede in philosophischer und literarischer Perspektive ausgearbeitet werden. Dabei wird deutlich, dass die Reflexion über die Freundschaft in der Epoche des Überlebens mit der Frage nach der Sprache einhergeht. Entbirgt sich in der Sprache das Wesen der Freundschaft oder geraten die Worte in einen Taumel, wenn sie von der Freundschaft handeln?
Michael Baum lehrt Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe.
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Gerhard Burda
Passagen ins Sein
Eine Ontomediologie
128 S., Br., € 15,90
978-3-85165-986-3
Passagen ins Sein re-visioniert Ontologie als Ontomediologie, indem es den phantasmatischen Hintergrund der Ontologie beleuchtet und Medien als primäre Kategorie ausweist. Dies impliziert eine Nicht-Kontingenz, deren Eminenz nicht nur Wissenschaft, Ethik, Politik und Religion betrifft, sondern auch die Ontologie selbst. Sein ist eines der umstrittenen Grundworte der Philosophie. Der Reflexion auf die Fundamente und Prinzipien der Wirklichkeit gilt es als das Erste des Wissens, das im Schein seinen erklärten Gegner sucht. Zieht man in Betracht, dass Ontologie als Frage nach dem Was ist? nicht nur auf Sprachverfehlungen beruht, sondern ebenso wie ihre Kritik einen phantasmatischen Hintergrund hat, dann sind Grenzziehungen dieser oder jener Art nicht zu halten: Sein lässt sich immer als S(ch)ein und alles Seiende als passager und absolut fragil ausweisen. Da in diesen Prozessen Medien eine führende Rolle spielen, kann Ontologie folglich als Ontomediologie re-visioniert werden. Besteht ihr „Wesen“ in der Mediation dessen, durch das sie selbst mediatisiert werden, so resultiert daraus eine Nicht-Kontingenz, die sich auf Wissenschaft, Ethik, Politik, Religion und letztlich auch auf die Ontologie selbst auswirkt. Gerhard Burda ist Philosoph, Psychotherapiewissenschaftler und Lehranalytiker in Wien.
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Ralph Findeisen
Post Desaster
144 S., Br., € 17,90
978-3-85165-988-7
Ausgangspunkt für diesen kultur-philosophischen Essay bildet eine Reise ins Wallis. Dass nach dem Exzess des Negativen und jenseits aller Simulationsstrategien die Welt da „draußen“ noch da ist, wird als Schockerlebnis etabliert. Würde die epochale Post-Befindlichkeit nicht grundsätzlich die Dreidimensionalität der Schweizer Berge verneinen müssen? Und wenn sie diese nicht verneinte, sondern bejahte, stellte sich dann nicht die Frage, wie unter diesen Umständen noch ein Bild zu genießen ist? Wie den Herrschaftsanspruch der Malerei aufrecht erhalten, wenn er nicht der Übermacht des Anderen geopfert werden soll? Ob Balthus oder David Claerbout, ob das Bild vom alten Beirut oder einer Hochzeit – noch immer scheint der Begriff des Realen die Bemessungsgrundlage für Wahrnehmung zu sein. Doch wie groß ist das darin enthaltene Täuschungspotenzial?
Ralph Findeisen, geboren 1967, studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft und lebt als freier Autor in Berlin und Potsdam.
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Caroline Heinrich
„Was denkt ein New Yorker,
wenn er in einen Hamburger beißt?“
Mikrophänomenologie der Macht am Beispiel des Referendariats
200 S., Br., € 19,90
978-3-85165-996-2
Die Gefahr für das Denken liegt heute nicht in dessen Bekämpfung, sondern in seiner Auflösung. Denn nichts ist dafür bedrohlicher als die Macht der Indifferenz. Die Macht, die in Opposition zum Denken steht, ist in autoritären Gesellschaften Realität, während in unseren Gesellschaften die Grenze zwischen Macht und Denken gefallen ist. Dies hat nicht zur Versöhnung geführt – zu einer Macht, die denkt – , sondern zur Entleerung von beidem: zur Situation der Anführungsstriche, zur Denkmacht, die weder Macht noch Denken ist, zu dem, was Jean Baudrillard als Simulation bezeichnet. Am Beispiel des Referendariats beschreibt die Autorin die buchstäbliche Verwirklichung des Simulationsprinzips: den Unsinn, den eine solche Denkmacht produziert einerseits, den Zwang, die Entleerung des Denkens als geglückte Versöhnung der Differenz zu verstehen, andererseits. Ein alltägliches Machtverhältnis wird so zur Parabel für die Gewalt der Indifferenz. Die Mischung von subjektivem Bericht und philosophischer Reflexion erweist sich als Anknüpfung an die antike Tradition, in der Leben und Denken noch nicht geschieden sind, sowie an die neuzeitliche Tradition der Essays von Michel de Montaigne.
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Fernand M. Guelf
Fesseln der Zeit
128 S., Br., € 15,90
978-3-85165-994-8
Wer ist die Zeit? Die Frage nach der Identität der Zeit ist auch eine Frage nach der Positionierung des Individuums in der Geschichte. Versuche, sich der Zeit anzunähern, unterliegen deren einnehmender Faszination. Ist sie Protagonistin, Agent Provocateur, Femme Fatale, Konstrukt oder Verbündete? In sechs essayistischen Ansätzen setzt sich Fernand M. Guelf mit diesen polarisierenden Positionen auseinander. Dabei verarbeitet er verstreute literarische, philosophische, naturwissenschaftliche Gedanken und bildnerische Gestaltungen aus der abendländischen Geistesgeschichte zu diesem Thema und überprüft sie auf ihre Alltagstauglichkeit. Durch Gedankenspiele und Analysen gelingt es den so gewonnenen Erkenntnissen, sich immer wieder der schicksalslastigen Umarmung, die diese Konfrontationen bereithalten, zu entziehen. Es entsteht ein Gedankenlauf durch die Zeit, der wiederum die Zeit spiegelt, der er verbunden ist.
Fernand Mathias Guelf, geboren 1955 in Luxemburg, studierte Philosophie, Deutsche Literatur, Vergleichende Literaturwissenschaften und Geschichte. Er lebt in Luxemburg und Berlin.
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Markus Mittmansgruber
Das „Gespenst“ und seine Apokalypse
Von Jacques Derridas Körper
360 S., Br., € 40,00
978-3-7092-0001-8
Wissenschaftliche Diskurse tendieren oft dazu, ein Ende auszurufen: Sie stellen gerne die Apokalypse fest. Welche diskursiven Strategien wollen der Unabschließbarkeit, dem Ende ohne Ende, dem unkontrollierbaren „Ereignis“ Herr werden? Und wer leistet Widerstand? Antwort: die „Gespenster“. Betont man den engen Zusammenhang von „Gastlichkeit“ und „Gespensterlehre“, so werden die klassischen Dichotomien von präsenten und absenten, von lebendigen und toten Körpern verunsichert: Die „Gespenster“ als wiederkehrende Tote zeigen sich gleichzeitig als „Gast“ und „Gastgeber“ der überlebenden Körper. Auf diese Weise erhält – mit Jacques Derrida und dem „Gespenst der Dekonstruktion“ – die Kraft jener un-heimlichen Spektralität durch ihre anwesende Abwesenheit eine besondere Bedeutung. Parallel dazu zeigt Mittmansgruber, wie Jean-Luc Nancys Existenzial des „Mit-ein-ander-sein“ ein grundlegendes, körperliches Verhältnis zum Anderen erschließt und sich im Modus der Freundschaft als „Mit-ein-ander-sein zum Tode“ erweist: „Mit-ein-ander-sein“ als Beziehung der Über-lebenden zu ihren Toten – und zu ihrer möglichen Wiederkehr in Zukunft. Dass diese Beziehung keineswegs harmonisch-stabil bleibt, dafür sorgt die Unmöglichkeit der Lebenden, über den „Eigen-sinn“ der Toten verfügen zu können. Ein Plädoyer also: für ein gelassenes Wieder-kommen- und Gehen-lassen der gespenstischen Kräfte sowie für eine ursprüngliche Affirmation dessen, was als das Unantizipierbare noch kommen beziehungsweise wiederkommen wird.
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Africa and Climate Change
The heat is on
(eds. Georg Lennkh, Irene Freudenschuss-Reichl )
200 S., Br., € 23,90
978-3-85165-998-6
Africa may well have to bear the brunt of the effects of climate change. How are African stakeholders analyzing the threat and assessing their options? Africa as a continent is already experiencing serious effects of climate change. Patterns of precipitation are changing, weather extremes – such as droughts and inundations – are becoming more frequent. Adapting to climate change may well turn into one of the major development challenges for African countries and economies. African stakeholders are mobilizing in the leadup to the Durban Conference of the Parties on Climate Change at the global and regional levels. Providing comprehensive access to energy in ways commensurate with development aspirations and compatible with stabilizing the global climate are increasingly seen as the necessary companion to international endeavours of preventing dangerous global warming. The volume presents important African voices, from government, international organisations and academia, on one of the “hottest” global issues as it affects a continent. Georg Lennkh, ambassador, special envoy for Africa, is Austria’s foremost expert in African politics. Irene Freudenschuss-Reichl is Director General for Development Cooperation in the Austrian Foreign Ministry.
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GETA BRATESCU
Herausgegeben von Gabriela Gantenbein mit Texten von Rainer Fuchs, Jean-Luc Nancy, Magda Radu
336 S., zahlr.Abb., Br., € 49,00
978-3-85165-992-4
Diese erste umfassende Monografie über Geta Br?tescu umfasst sowohl ihr bildnerisches Oeuvre als auch Texte aus ihren Tagebüchern. Dabei wird das vielseitige und dichte Lebenswerk einer Künstlerin vorgestellt, das fast ausschließlich in ihrem Bukarester Studio entstanden ist – beginnend mit Zeichnungen und Performances in den sechziger Jahren über Installationen, Collagen, Druckgrafiken, Fotos und Skulpturen bis hin zu den aktuellen Arbeiten auf Papier. Als zentrales Thema erweist sich dabei die Suche nach menschlicher Form und Freiheit, die Bratescu als Künstlerin substantiell zu erfassen und mittels „spiritueller Geometrie“ zu visualisieren sucht. Ihre Auseinandersetzung mit Literatur, Sprache und Schreiben führt sie zu einem intensiven Dialog mit dem Raum, in dem sie Fragen der Identität und der menschlichen Existenz auslotet.
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Wolfram Malte Fues
dual digital
Mit 12 Tuschezeichnungen von Franziska Schemel
und einer Nachbemerkung von Ulrich J. Beil
128 S., Br., € 15,90
978-3-85165-991-7
Wolfram Malte Fues‘ neuer Gedichtband erweist sich einmal mehr als lyrische Forschungsexpedition in ferne Wortwelten, die uns doch viel näher sind als geglaubt. Dichotomien werden dabei zu Diversitäten erweitert, führen dadurch zu Dialogen und wieder darüber hinaus. 12 Tuschezeichnungen und eine Nachbemerkung komplettieren das Werk. 1 – 0. Ja – nein. Wahr – falsch. Gut – böse. Schön – hässlich. Sinn und Wert entstehen aus Gegen-Sätzen. Löschen wir den Gedankenstrich und den Punkt. Weiten wir 0 und 1 in eine Zeichenfolge aus, die aller möglichen Gegen-Sätze auf der Oberfläche aller möglichen Sätze mächtig ist. Überall und irgendwo. Plötzlich und zufällig. Beinahe und bei-ferne. Eine Welt. Eine Welt? Das Digitale sprengt das Duale, um es über sich auszustreuen. Das Duale geht im Digitalen auf, um es als seine Sphäre zu entdecken. Diesem mit jedem Zeichenschritt sich neu ziehenden Grenzweg folgt dual digital. Wolfram Malte Fues, geboren 1944. Lyriker und Essayist, Literatur- und Kulturwissenschaftler. dual digital ist sein vierter Gedichtband.
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Franzobel
Der Boxer oder Die Zweite Luft des Hans Orsolics
100 S., Br., € 13,90
978-3-85165-989-4
Franzobels neues Stück über Hans Orsolics konzentriert sich, ohne dokumentarischen Anspruch, auf die Zeit zwischen 1965 und 1986. Es erinnert an radikales Volkstheater, gespickt mit grotesken und skurrilen Elementen sowie deftigem Humor. Der Erfolg der Uraufführung am Wiener Burgtheater lässt sich als schlagend bezeichnen. Über keinen anderen Profiboxer Österreichs kursieren derart viele Anekdoten und Legenden: Hans Orsolics, Jahrgang 47, gelernter Rauchfangkehrer, zweifacher Europameister, 53 Kämpfe, 42 Siege, vierzehn Mal Häftling wegen Körperverletzung, verschuldeter Gastronom, Sänger des Kulthits „Mei potschertes Leben“, Frauengeschichten, Verfolgungswahn, erste Alkoholexzesse im Alter von 12, Tablettensucht, pathologische Eifersucht, Lungenkrebs – ein Leben voll rasanter Aufstiege und steiler Abstürze – ein Faust- und Volks-Held, der scheinbar immer wieder auf die Füße fällt.
Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, lebt als freischaffender Fahrradfahrer in Wien und betätigt sich gelegentlich auch als Autor von Romanen, Erzählungen, Gedichten, Theaterstücken und Essays.
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Franzobel
Romeo und Julia in Purkersdorf
Drei Volksstücke
224 S., Br., € 24,90
978-3-85165-990-0
Drei Volksstücke in bester nestroyscher Tradition. Alle drei uraufgeführt vom Wiener Lustspielhaus. Drei Spitzenreiter in bester Manier: Das erste Stück zeigt eine Zähmung der Widerspenstigen – natürlich in Wien. Zum Beispiel in Simmering, wo Petruchio von Tunichtgut-Radicchio im Schloss Neugebäude sein liederliches Dasein fristet; oder in Hietzing, wo Mama Battista und ihre beiden heiratsfähigen Töchter Bianca (die Gute) und Katharina (die Böse) logieren; oder zu guter Letzt auch in Hort an der Donau (ja, es is hoart an der Donau), wo Hortensio Schlauch, ein Spargelstecher, lebt. Wie findet da jetzt ein jeder sein Glück? Fest steht: Es muss geheiratet werden. Das Warum und Wieso, das Ob und das Wie sind unglaublich kompliziert. Im zweiten Stück kollidiert italienischer und russischer Stoff sehr frei nach Carlo Goldoni: Das Theater Wendelin Wunderlichs geht den Bach hinunter. Liegt das an der Konkurrenz? Oder etwa an Wunderlichs schillerndem Ensemble, bestehend aus drei Diven und zwei Tenören? Warum ist Luigi Trombosi eifersüchtig? Warum Klaus Maria Brandteigkrapferl immer genervt? Wie steht es um Treue und Loyalität, wenn unermesslicher Rubelreichtum und glänzende Karrieren locken? Und dann noch Romeo und Julia. Aber in Purkersdorf?
Ida Marie Hede, Christian Mayer
Gizmo
120 S., Br., € 24,90
978-3-7092-0000-1
Die Begegnung der Schriftstellerin Ida Marie Hede und des Künstlers Christian Mayer brachte eine faszinierende Mischung aus Prosa- und Künstlerbuch hervor. Dabei eröffnet sich ein spannender Dialog zwischen Bild und Text, der den symbiotischen Bewegungen von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Materialität und Auflösung, Vergessen und Erinnerung nachspürt. Bild und Text sind in diesem Buch dicht ineinander verwoben und beharren doch auf ihrer Eigenständigkeit. Als zentrales gemeinsames Thema entfaltet sich das revolutionäre Potential und gleichsam fragile Leben der unbedeutenden, übersehenen und obsoleten Dinge. Zu diesen zählt seit kurzem auch das nicht mehr produzierte Medium Polaroid, das Christian Mayer nutzt, um ein komplexes Netz an formalen und narrativen Referenzen rund um die Visualisierung und Archivierung unserer Realität aufzuspannen. Virtuos flicht Ida Marie Hede Fragmente aus Mayers visuellen Arbeiten in ihren Text ein. Sie erzählt von den Zwillingswaisen Genesse und Caresse und deren Suche nach emotionalen und sinnlichen Seinszuständen in einer Welt voll trügerischer Inszenierungen von Identität und Gender. Ida Marie Hede, geboren 1980, ist Schriftstellerin und Performerin und lebt in Kopenhagen und London. Christian Mayer, geboren 1976, ist Künstler, Musiker, Herausgeber und lebt in Wien.![]()
Lorenz Haas
HANDYMONOLOG
80 S., Br., € 11,00
978-3-85165-995-5
Natürlich haben wir uns längst daran gewöhnt: Eine Person am Handy ist eben eine Person, die telefoniert. Normalerweise lässt sich ein solches Gespräch auch ohne weiteres überhören. Da ist nun aber ein gewisser Herr, der sich genau damit noch immer schwertut: Er kann nicht weghören. Eigentlich ist es ja gar nicht so lange her, seit uns die Kommunikationstechnologie mit ihren Spielzeugen eingedeckt hat, und wir wollen nicht leugnen, dass damit die uns umgebende, öffentliche Gesprächskultur kräftig aufgemischt wurde. Gereon, so heißt unser Herr, ist das natürlich von Anfang an zu viel gewesen. Er hat sich demzufolge auch bald zurückgezogen und weil ihm anscheinend auch die hochfrequente Strahlung zusetzt, weilt er nun im Untergeschoß. Hier nun setzt unsere kleine Komödie ein: Gereon im Keller und ein Stockwerk über ihm seine Frau Gitta. Ein dickes Sprachrohr vom unteren Geschoß durch die Decke in Gittas Arbeitszimmer verbindet die beiden und wird zum Kernstück ihrer Beziehung. Die Kommunikation ist also „analog“. Selbstverständlich lässt sich das Rohr an beiden Enden als kleine Überhörhilfe mit großen Zapfen verschließen. Und sonst gilt: Auch wer nur reden will, muss deutlich sprechen. Lorenz Haas, geboren und wohnhaft in Luzern, ist Musiker von Beruf.
Robert Stähr
In einem Stück
104 S., Br., € 12,90
978-3-7092-0003-2
Der kapitellose Prosatext begegnet der Omnipräsenz von Konsum und Warenästhetik mit einem Sprachfluss aus Innerem Monolog, simulierter Montage und Erzählfragmenten. Beschleunigung und Entschleunigung, affirmative und subversive Strategien fließen im Text ineinander. Der Ich-Erzähler geht durch die Straßen seiner Stadt, um Besorgungen zu machen. Schritt für Schritt okkupiert die Welt des Konsums Sprache und Bewusstsein des Protagonisten; Ich und Erzählung lösen sich in eine montageartige Ansammlung von Phrasen, Sätzen und Slogans auf, welche in narrative „shortcuts“, Szenen aus der Konsum- und Popkultur, übergehen. Diese kippen in ein sich rasch steigerndes Gewalt- und Untergangsszenario, welches von einer Meditation über Klang und Raum abgelöst wird. Den Schlusspunkt setzt ein Gesellschaftstableau: das Idyll einer widerspruchsfreien Gemeinschaft – Marktfrau, Maler, Erzähler …
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Marie Luise Wandruszka
Ingeborg Bachmanns „ganze Gerechtigkeit“
160 S., Br., € 19,90
978-3-7092-0005-6
Anhand einer vergleichenden Analyse einiger ihrer wichtigsten Werke wird die ästhetisch-politische Entwicklung Ingeborg Bachmanns von der zeitkonformen, erfolgreichen Lyrikerin und Intellektuellen zur genialen Erzählerin verschiedener „Mordschauplätze“ nachgezeichnet. Dort lässt die Autorin ihre tragisch-komischen „Wienerinnen“ auftreten, denen sie nun „die ganze Gerechtigkeit“ gewähren will. Das Buch stellt den Versuch dar, der ästhetisch-politischen Entwicklung Ingeborg Bachmanns zu folgen: von der mediengerechten Lyrikerin und Intellektuellen über das „Tremendum“ zur genialen Erzählerin einer sehr konkreten, differenzierten Welt mit ihren „Mordschauplätzen“ und den an ihren Rändern angesiedelten komisch-tragischen Heldinnen. Das Unverwechselbare der späten Prosa wird durch ihre Affinität zu den ästhetischen Reflexionen Hannah Arendts einsehbar – einer Denkerin, die auf Ingeborg Bachmann große Faszination ausübte. Die in dem Gedicht Böhmen liegt am Meer dargestellte Erfahrung des „Zugrundegehens“ – oder, wie Hannah Arendt sagen würde, des „Sich-an-die-Welt-Verlierens“ – scheint die Voraussetzung einer Prosa zu sein, die ihren Figuren „die ganze Gerechtigkeit“ garantieren will und kann. Marie Luise Wandruszka lehrt Germanistik an der Universität Bologna.
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Bamidbar
Journal for Jewish Thought and Philosophy
Edited by Agata Bielik-Robson, Willi Goetschel, and Orietta Ombrosi
ISSN 2079-6943, appearing 2xannually, single issue € 24,00, year´s subscription € 40,00, student subsription € 30,00
Bamidbar is a new journal that explores the contributions of Jewish thought to philosophy. Challenging the view of Jewish tradition perceived as being parochialistic, the journal will serve as a critical forum for a dialogue with contemporary thought. Bamidbar takes its name from the Biblical experience “in the desert”, the Hebrew name of the Book of Numbers and a crucially formative moment that foregrounds and frames the narratives of Jewish history and has become a constitutive element in Western critical historical narratives. In the wilderness, in exile, and on the way, Bamidbar signals the explorative, searching trajectory of exilic experience.
Passagen Zeitschrift
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Weimarer Beiträge
Fortsetzung: Passagen-BACKLIST![]()