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REISEAUFTRAG

Der Verlag liefert selbst aus

NEUERSCHEINUNGEN:


Niebel, Ingo
Schreiben für das Baskenland
Journalisten gegen Madrider Lügen, Medienverbote, Folter und Haft
131 S., Br., € 9,95
978-3-89144-502-0
Es passiert mitten in Europa: Zwischen 1998 und 2003 schließt der spanische Staat vier baskische Medien, die Tageszeitungen Egin und Egunkaria, den Radiosender Egin Irratia und das politische Magazin Ardi Beltza.
Seine Polizei verhaftet über zwei Dutzend baskische Journalistinnen und Journalisten, von denen sie einige während der Isolationshaft foltert. Es folgen ab 2005 Massenprozesse, in denen die Madrider Justiz Journalisten und Verlagsmitarbeiter zu langen Haftstrafen verurteilt. Verantwortlich für diese regide Unterdrückung der Presse- und Meinungsfreiheit, für Folter und Haftstrafen ist die Audiencia Nacional, das Sondergericht für Terror-, Drogen- und Wirtschaftsdelikte in Madrid, das seinen Ursprung in der Franco-Diktatur hat.
Der deutsche Historiker und Journalist Ingo Niebel bettet diese Ereignisse ein in eine Beschreibung der
– baskischen Medienlandschaft seit dem Ende des Franco-Faschismus 1978,
– Auseinandersetzungen um eine ungehinderte Entwicklung der baskischen Sprache und Kultur,
– »Homogenisierung« der nationalspanischen Medien in ihrer Berichterstattung über den spanisch-baskischen Konflikt und
– Ermordung von baskischen Journalisten durch Todesschwadrone und der Anschläge der baskischen Untergrundorganisation ETA gegen Medienschaffende.
Detailliert geht er auf die Rolle des Sondergerichts Audiencia Nacional und des international bekannten Untersuchungsrichters Baltasar Garzón ein, der die Schlüsselrolle bei der Schließung baskischer Medien und Verurteilung ihrer Redakteure spielt. Für die deutsche Öffentlichkeit ist Baltasar Garzón noch aus einen besonderen Grund von Interesse, hat ihm doch der deutsche PEN-Club 2009 den Hermann-Kesten-Preis für Menschenrechte verliehen. Das Internationale PEN-Zentrum in London dagegen führt die beiden Egin-Journalisten Xabier Salutregi und Teresa Toda, Garzóns Opfer, als »Writers in Prison«.
In seinem Schlusskapitel skizziert Ingo Niebel die Aussichten auf eine demokratische und gerechte Lösung des spanisch-baskischen Konflikts angesichts der Einstellung der bewaffneten Aktionen von Seiten der ETA im Oktober 2011.
Das Vorwort der Vorsitzenden des Baskischen PEN-Clubs Laura Mintegi verdeutlicht die Haltung der baskischen Zivilgesellschaft zu den Perspektiven für eine friedliche Lösung des Konflikts, zur denen als absolute Voraussetzung die Achtung der Bürger- und Menschenrechte durch den spanischen Staat gehört.


Eder, Britta / Schneider, Heinz-Jürgen
Kriegsverbrechen der Türkei
Strafanzeige nach dem Völkerstrafgesetzbuch gegen Ministerpräsident Erdogan und die türkischen Generalstabschefs
Mit einer Einleitung von Paech, Norman und einem Nachwort von Sakar, Mahmut
169 S., Br., € 12,90
978-3-89144-501-3
Anwälte aus der Bundesrepublik haben bei der zuständigen Bundesanwaltschaft (BAW) in Karlsruhe eine Strafanzeige nach dem Völkerstrafgesetzbuch gegen Ministerpräsident Erdogan sowie mehrere Generalstabschefs der türkischen Armee wegen schwerer Straftaten im Krieg gegen die kurdische Bevölkerung eingereicht. Angezeigt werden vom Kriegsvölkerrecht geächtete Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Zeit zwischen 2003 und heute. Inhalt der Anzeige sind 10 „Fälle“ aus den letzten Jahren, die auf Grundlage eigener umfangreicher Recherchen sowie Dokumentationen aus der Türkei und renommierter Menschenrechts-organisationen zusammengestellt wurden. Sie sind exemplarisch für eine Vielzahl weiterer ähnlich gearteter Verbrechen durch das türkische Militär und polizeiliche Sicherheitskräfte gegen PKK KämpferInnen und die Zivilbevölkerung. Dabei handelt sich um extralegale Hinrichtungen, aufgesetzte Schüsse nach Festnahmen, Folter, postmortale Verstümmelungen bis zum Einsatz verbotener chemischer Waffen. In diesem Buch ist die Anzeige dokumentiert. Enthalten sind dadurch eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der lang andauernden bewaffneten Auseinandersetzung zwischen dem türkischen Militär und der PKK sowie gesellschaftliche Entwicklungen und eine umfassende Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen in der Türkei.

Gobrecht, Horst
Und gingen aufrecht doch
Grete und Adolf Noetzel - Antifaschistischer Widerstand und Briefe aus der Haft
351 S., Br., € 19,90
978-3-89144-444-3
Der Maler Adolf Noetzel wurde 1941 nach seiner Verhaftung und grausamer Folter durch die Gestapo in den Tod getrieben. Seine Frau Grete erhielt eine Zuchthausstrafe von sechs Jahren. Die mit ihnen ebenfalls verhafteten Anneliese und André Hoevel wurden zum Tode verurteilt und im August 1942 in Frankfurt-Preungesheim hingerichtet.
Die Dokumentation zeichnet den Weg der Noetzels zu- und miteinander nach: im »normalen« Leben der Weimarer Republik wie im Widerstand, in der Haft und den Tod vor Augen während der Zeit des Faschismus. Darüber hinaus wird die Entwicklung Adolf Noetzels vom »Stubenmaler« zum Reklamezeichner für ein jüdisches Kaufhaus und selbständigen Kunstmaler skizzenhaft rekonstruiert. Hierbei halfen insbesondere persönliche Dokumente von Grete und Adolf Noetzel, vor allem fast 100 Briefen, die beide in der langjährigen Haftzeit in Gefängnissen sowie den Konzentrationslagern Sonnenburg und Moringen schrieben: LESEPROBE

Burkhard Jacob
Pfahl im Fleisch
Geschichte der Sozialistischen Einheitspartei in Westberlin
Mit einem Vorwort von Hans Modrow
200 S., Br., +CDR, € 19,90
978-3-89144-440-5
Diese Arbeit über die Geschichte der Sozialistischen Einheitspartei (in) Westberlin einschließlich ihrer politischen Wurzeln schildert gleichzeitig die Wirkungen des Kalten Krieges in Berlin. Damit wird ein historiographisches Defizit beseitigt, denn in früheren Publikationen, die sich mit der SEW und ihrer Geschichte auseinandersetzen, blieb die Westberliner Vorgeschichte zwischen 1946 und der konstitutionellen Gründung der SED-Westberlin im Jahre 1962 unberücksichtigt. Andere Publikationen beschränken sich auf spätere Phasen der Partei oder haben ihren Schwerpunkt in der Schilderung der Abhängigkeit der SEW von der SED. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Einbeziehung von Quellenmaterial des ehemaligen SED-Partei- und eines Privatarchivs, mit zum Teil unveröffentlichten Dokumenten, sowie der Berichterstattung der Parteizeitung »Die Wahrheit«. Die Auswertung und Einarbeitung des Archivmaterials dient dazu, viele Innenansichten des Parteilebens mit seinen internen und äußeren Auseinandersetzungen in der langen Epoche des Kalten Krieges zu veranschaulichen.
Die politischen Bedingungen in der »Freien Stadt einer freien Welt« (O-Ton des Rundfunks im amerikanischen Sektor/RIAS), unter denen die Parteimitglieder der Sozialistischen Einheitspartei zwischen 1948 und dem Beginn der APO-Bewegung arbeiteten, hatten zeitweise halblegalen Charakter. Die Blockkonfrontation der politischen- und ökonomischen Systeme, hatte weder in der Viersektoren Stadt Wien bis zum Staatsvertrag von 1955, noch in einer anderen deutschen Stadt ähnliche Auswirkungen wie in Berlin. Die Rolle als Frontstadt spiegelte sich auch in den Westberliner Gewerkschaften und deren Führung wider. So wird hier die Gewerkschaftsentwicklung vor Beginn der FDGB-Abspaltung, der Unabhängigen Gewerkschaftsopposition, bis zu den offiziellen DDR-Kontakten der 1980er Jahre kritisch dargestellt. Der Einfluss der Alliierten, des Senats und der relevanten Regierungsentscheidungen beider deutschen Staaten prägten dieses Westberlin, deren vorherrschendes politisches Selbstverständnis bis in die 1980er Jahre vom Geist des »Pfahls im Fleische der DDR« beeinflusst war. Berlin im Miniaturfokus der »Schlachten« des Kalten Krieges an der Nahtstelle der Machtblöcke und eine kämpferische Partei, die innenpolitisch häufig behindert wurde, auf die DDR fixiert und von ihr abhängig war und im Spannungsfeld zwischen Sozialdemokratie, der Alternativen Liste und der Radikalen Linken agierte.


Helge Lehmann
Die Todesnacht in Stammheim
Eine Untersuchung
Indizienprozess gegen die staatsoffizielle Darstellung
und das Todesermittlungsverfahren
mit Dokumenten-CD
240 S., zahlr. Abb., Br., € 19,90
978-3-89144-437-5
Auf Veranlassung des damaligen Bonner Krisenstabes verschickte die Deutsche Presseagentur am 18. Oktober 1977, um 8.53 Uhr folgende Eilmeldung: »baader und ensslin haben selbstmord begangen.« Diese Mitteilung über den Tod von RAF-Häftlingen im Hochsicherheitsbereich der JVA Stuttgart-Stammheim legte noch vor Beginn der kriminaltechnischen und gerichtsmedizinischen Ermittlungen die Richtung fest, der die Ermittler und die meisten Medien folgten. Der »kollektive Selbstmord der Häftlinge« scheint demnach bis heute die in Stein gemeißelte Wahrheit über die damaligen Ereignisse zu sein. Dieses Buch stellt die offizielle Darstellung auf den Prüfstand. Nach jahrelanger Recherche aller zugänglichen Materialien, Auswertung neuer, da erstmals freigegebener Dokumente sowie mit Hilfe praktischer Versuchsaufbauten entwickelt der Autor eine Art Indizienprozess. Er kommt dabei einer Vielzahl von Unterlassungen, Mängeln und einander widersprechenden Schlussfolgerungen in den amtlichen Untersuchungen auf die Spur. Konnten Anwälte Waffen und Sprengstoff in das »sicherste Gefängnis der Welt« schmuggeln? Hatten die Gefangenen ein funktionierendes Kommunikationssystem? Entsprachen die Obduktionsergebnisse und Tatortermittlungen dem damaligen Stand der Wissenschaft, sind sie umfassend und in sich widerspruchsfrei? Welche Rolle spielten Kronzeugen für die Ermittlungsrichtung? Waren die Waffen- und Sprengstoffverstecke so möglich wie dargestellt? Was hatte es mit den in jener Nacht im Gefängnishof beobachteten Autos auf sich? Dies sind nur einige der Fragen, denen in dieser Untersuchung akribisch nachgegangen wird. Erstmals wurden hierfür zusätzlich materielle Testaufbauten geschaffen, um amtliche Behauptungen zu überprüfen. Der Autor rekonstruierte die »Aktencontainer«, die dem Waffenschmuggel gedient haben sollen, baute die angeblich funktionstüchtige Kommunikationsanlage nach, überprüfte die Möglichkeit eines Waffenversteckes im Plattenspieler Baaders anhand eines baugleichen Modells, nahm Schussvergleiche zu Bestimmung der Lautstärke von Schüssen in einem vergleichbaren Gebäude vor und präzisierte mit neuen Methoden die sehr vagen amtlichen Angaben über die Todeszeitpunkte von Baader und Ensslin. Die Frage, warum auch Jahrzehnte nach den Ereignissen wesentliche amtliche Aktenbestände zu diesem Komplex »aus Gründen der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland« weiterhin Staatsgeheimnisse sind, stellt sich aufgrund der Ergebnisse der hier vorliegenden Untersuchung um so dringlicher.
Helge Lehmann (Jg. 1964) ist IT-Spezialist und Betriebsrat in einem transnationalen Unternehmen.
http://www.todesnacht.com
http://www.facebook.com/RAF.Todesnacht.Stammheim


Protestantismus und Antifaschismus vor 1933
Der Fall des Pfarrers Erwin Eckert
in Quellen und Dokumenten
Herausgegeben von Friedrich-Martin Balzer
Mit Originalbeiträgen von Wolfgang Abendroth, Karl Barth, Rudolf Bultmann, Eduard Dietz, Erwin Eckert, Hans Francke, Emil Fuchs, Aurel von Jüchen, Heinz Kappes, Walter Kreck, Julius Kühlewein, Ernst Lehmann, Paul Piechowski, Arthur Rackwitz, Martin Rade, Leonhard Ragaz, Georg Reinbold, Luise Rudolph, Ernst Schneller, Theodor von Waechter, Georg Wünsch und Klaus Wurth
527 S., Gb., € 24,90
978-3-89144-443-6
Erwin Eckert * 16.6.1893 in Zaisen­hausen (Baden) † 20.12. 1972 in Mannheim.
Studierte Theologie und Philosophie in Heidelberg, Göttingen und Basel,
1912 Mitglied der SPD, 1914 Kriegsfreiwilliger, 1919 Vikar in Pforzheim, 1922 Pfarrer in Meersburg (Bodensee).
1927 an der Trinitatiskirche in Mannheim.
1926 Mitbegründer des »Bundes der religiösen Sozialisten Deutschlands«. 1926-1931 geschäftsführender Bundesvorsitzender.
Erfolgreichster Redner gegen den Faschismus in Süddeutschland, Wortführer der Linken in der SPD (»Klassenkampfgruppe«). Seine kämpferische, sozialistische und antifaschistische Position brachte ihn in zunehmenden Konflikt mit der SPD (Ausschluß am 2. Oktober 1931). Eintritt in die KPD am 3. Oktober 1931. 1929-1931 mehrere Disziplinarverfahren und Amtsenthebungen seitens der Kirche. Am 11. Dezember 1931 definitiv aus dem Kirchendienst entlassen.
1.3.1933 bis Oktober 1933 Gefängnis. 1936 wegen Vorbereitung zum »Hochverrat« zu drei Jahren und acht Monaten Zuchthaus verurteilt, danach unter Polizeiaufsicht.
1946 bis 1950 Vorsitzender der KPD Baden (französische Zone). April 1946 Staatsrat der provisorischen Regierung Badens. November 1946 Vizepräsident der Verfassunggebenden Versammlung Badens. Staatskommissar für Wiederaufbau im ersten badischen Allparteienkabinett. Mitglied des Landtages 1947-1956 (Verbot der KPD). Mitglied des Weltfriedensrates von 1950 bis 1962, kämpfte insbesondere gegen die Wiederaufrüstung der BRD. Im Düsseldorfer Prozeß (1959-1960) verurteilt zu 9 Monaten Gefängnis mit Bewährung. Verfassungsbeschwerde blieb erfolglos.


Knorr, Erich
Strafsoldat in Krieg und Nachkrieg
29 Monate Strafbataillon 999
208 S., Br., € 19,90
978-3-89144-447-4
Erich Knorr Jahrgang 1912, 29 Monate Strafsoldat der Wehrmacht, bewährte sich als Antifaschist und Kommunist. Seine Erlebnisse um das Hitlerattentat vom 20. Juli 1944 schienen zu unwahrscheinlich und waren Ursache dafür, dass seine Erinnerungen an das »Bewährungsbataillon 999« in der DDR nicht nur nicht veröffentlicht wurden, sondern als unglaubwürdig, ungewollt galten. Dass sie der Wahrheit entsprechen belegt er zweifelsfrei.
Er gehört mit nun 99 Jahren zu den letzten großen Persönlichkeiten des Widerstandskampfes gegen den Faschismus. Auf dem Heuberg wohnte er zwangsläufig der Erschießung von Kameraden bei, in Griechenland suchte er Kontakt zu Partisanen, im Osten plante er das Überlaufen zur Roten Armee und am Ende stand der Entschluss, am letzten Tag des Krieges in der Heimat zu sein.
So folgten einer spektakulären Flucht 1945 der Neuanfang als Bürgermeister und Landrat, Experte für Landwirtschaftsfragen und einer der Väter der Bodenreform. Doch seine Vergangenheit ließ ihn nicht los. Mehr als einmal wurde sie zum Hindernis, sorgte für jähe Wendungen und abruptes Ende der Karriere. Denn er blieb ein Querkopf, ein streitbarer Genosse, ein überzeugter Sozialist, einer der sich gegen die Verklärung und den Mißbrauch seiner kommunistischen Ideale wandte. Früher als andere hatte er einen Lernprozess hinter sich – die Schule des Lebens in einer alternativen Wohnform der 1930er Jahre, der Kommune »Bolschewo« in Sachsen, als Antifaschist im Zuchthaus konfrontiert mit dem Nichtangriffsvertrag zwischen der Sowjetunion und dem Deutschen Reich, als Strafsoldat, dessen Weg durch den Befehl Nr. 2 der sowjetischen Militäradministration sich schwierig gestaltete.
Aber er blieb ein »Überzeugungstäter«, Delegierter der Basis zum Sonderparteitag der SED 1990, Mitglied im Rat der Alten der PDS gemeinsam mit seinem Kampfgefährten aus dem KJVD Walter Janka und 2010 Wahlmann der Partei DIE LINKE zur Wahl des Bundespräsidenten. Heute lebt und wirkt er in Chemnitz, setzt sich ein für den Wiederaufbau der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Sachsenburg und begibt sich in den historischen Diskurs zu Widerstand und Verfolgung.

Buttkereit, Helge
»Wir haben keine Angst mehr«
Interviews, Reportagen und Analysen zum bolivarischen Venezuela
167 S., Br., € 14,90
978-3-89144-448-1
»Wir haben jetzt schon keine Angst mehr vor denen, die Schlips und Aktenkoffer tragen.« Aus diesem Zitat stammt der Titel dieses Buches. Es zeugt von einem neuen Bewusstsein bei den Aktivisten des bolivarischen Prozesses in Venezuela, das in den sieben abgedruckten Interviews immer wieder sichtbar wird. Es zeugt aber auch von den Auseinandersetzungen der Basis mit der Bürokratie, die derzeit zu den wichtigsten Aufgaben der Aktivisten gehören. Der revolutionäre Prozess und seine Protagonisten sind Thema dieses Buches. Um Präsident Hugo Chávez geht es dabei nur mittelbar. Die Gesprächspartner arbeiten in »Consejos Comunales«, den »kommunalen Räten« der Basis, in Fabriken, in der Stadtverwaltung oder im Parlament. Sie informieren über die Erfolge und Misserfolge, die Probleme und Aufgaben der Bewegung. Ergänzt werden die Interviews durch zwei Reportagen sowie Analysen zum Verständnis von Revolution und Sozialismus in Venezuela und darüber hinaus. Aktuelle Bilder lassen den Prozess der Veränderung sichtbar werden und ein Interview mit Mitgliedern der Interbrigadas zeigt auf, welche Möglichkeiten der internationalen Solidarität auch von Deutschland aus ergriffen werden, um die jüngsten Veränderungen in Venezuela und Lateinamerika zu unterstützen.
LESEPROBE


Besnecker, Fritz
Das widerständige Leben des Friedrich B.
80 Jahre deutsche Geschichte – unten erlebt und aufgeschrieben
von einem Antifaschisten und Kommunisten in Baden-Württemberg
167 S., Br., € 19,90
978-3-89144-442-9
Kriegsweihnachten 1944, erster Weihnachtsfeiertag. In den meisten Familien sind die Geschenke am Vorabend bescheiden ausgefallen. Doch heute bekommen wir eine andere »Bescherung«. Gegen 14:00 Uhr, ich bin gerade auf dem Weg in die Singener Innenstadt, gibt es Fliegeralarm. Wenige Minuten später erreiche ich den Schutzraum an der Bahnunterführung. Unter lautem Motorenlärm renne ich mit anderen den Kellerabgang im »Gasthaus Schützen« hinunter. Doch es passiert nichts, die Flugzeuge fliegen weiter. Wir denken schon an Entwarnung. Jch, der Fünfzehnjährige, schleiche mich hinter dem Luftschutzwart und einigen Männern die Treppe hoch und verdrückte mich in die Innenstadt. Frau Guter, die Gattin meines Lehrmeisters, sieht mich des Weges kommen und ruft: Sie mache gerade Kaffee und Kuchen vom Vorabend habe sie auch noch. Ich lehne das Angebot dankend ab, es werde ja ohnehin gleich Entwarnung geben, da möchte ich lieber zu meinen Freunden und gehe weiter. Doch etwa 50 Meter weiter steigert sich der Motorenlärm erneut, diesmal nahezu über mir, und gleichzeitig setzten auch die Explosionen der Spreng- und Brandbomben ein. Das Haus meines Lehrmeisters und alle Bewohner versinken in Schutt und Asche ...
Die Erlebnisse von Krieg und Faschismus haben den weiteren Lebensweg von Fritz Besnecker geprägt, und so ist es nicht verwunderlich, dass er sich für ein neues demokratisches Deutschland engagiert. Er wird Mitglied der Freien Deutschen Jugend und später der KPD. Die Bewegung gegen die Remilitarisierung Anfang der 1950er Jahre, an der die FDJ maßgeblich beteiligt ist, wird von Adenauer mit Organisationsverboten bekämpft. Auch Besnecker gerät in die Mühlen der Justiz und ist ständiges Beobachtungsobjekt von politischer Polizei und Verfassungsschutz. Er setzt seine politische Tätigkeit in Baden sowohl in legalen wie illegalen Zusammenhängen fort und gründet eine Familie. 1968 wird er Mitglied und Funktionär der DKP, findet aber keinen rechten Geschmack am Leben eines »Parteibeamten«. Er sieht seine Schwerpunkte in der antifaschistischen Bündnisarbeit und wird Geschäftsführer der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) in Baden-Württemberg.
Leseprobe  (fängt erst am unteren Ende der 1. Seite an!)
bereits angekündigt:

Hagen Bonn
Auf der Flucht
Die Welt als Superhelden - Comic und Heftroman.
152 S., Br. 14,90
978-3-89144-438-2
 Das menschliche Fluchtverhalten ist ein evolutionäres Erfolgsrezept, das auch heute noch manchen Dienst leisten kann. Doch wo vor Urzeiten Säbelzahntiger oder rivalisierende Affenmenschen für Unmut sorgten, ist es heute der übrig gebliebene Kapitalismus, den die Menschen immer mehr als Bedrohung erleben. Zur Dauerkrise mutiert, treibt er die Menschen in den Metropolen entweder in die sinnentleerte Tretmühle der Arbeitswelt oder in den mittlerweile normalen Wahnsinn der Arbeitslosigkeit, er treibt sie in den Konsumterror oder den klaffenden Mangel der schillernden Warenwelt, er schickt sie in die Vereinsamung unter vielen oder in den nationalen Taumel der angeblich Auserwählten.
Viele sagen dazu Danke und nehmen den nächsten Zug: Sie fliegen mit Superman durchs All, retten mit Spiderman die Welt oder finden sich auf immergrünen Almwiesen, fern der großen Stadt wieder und halten dort nach großen Gefühlen Ausschau.
Über die geheime Sprache der Heftliteratur, am Beispiel des Superhelden-Comics und des Heftromans erklärt, führt uns Hagen Bonn in die Geheimnisse der Kunst und der Trivialliteratur ein. Die historischen wie sozio-ökonomischen Abhängigkeiten mit der spätbürgerlichen Gesellschaft werden ebenso enthüllt, wie die psychologische Wirkweise der Fluchtliteratur. Es gibt also Alternativen zum Fernflug in exotische Länder, zum Kleingartenidyll hinterm Reihenhaus oder zum Hollywoodkino. Sie liegen beim Zeitschriftenhändler aus: Bunte Hefte zum kleinen Preis. Ein unerschöpflicher Heldenkosmos mit Herzklopfen, Action und viel Gefühl. Und nicht vergessen: Jede Woche neu!


J. Miehe / E. Lieberam (Hg.)
Arbeitende Klasse in Deutschland
Macht und Ohnmacht der Lohnarbeiter
200 S., zahlr. Tabellen, Br. 19,90
978-3-89144-439-9
In einem historisch kurzen Zeitraum hat sich die soziale Spaltung in der Bundesrepublik vertieft. Arme und Reiche werden immer zahlreicher. Die »Mitte« bröckelt. »Soziale Ungerechtigkeit« wird zum zentralen Thema. Die Klassenbetrachtung der Gesellschaft gewinnt wieder an Einfluss. Die Erkenntnis aber, dass die Klassenspaltung aus dem normalen Gang der Kapitalakkumulation hervorgeht, hat sich bisher weder im Alltagsdenken der Lohnarbeiter noch in deren Organisationen durchgesetzt. Die Autoren dieses Buches, seit geraumer Zeit im Rahmen des Projektes Klassenanalyse@BRD der Marx-Engels-Stiftung tätig, beziehen diese Entwicklungen in ihre Analyse der Klassenfronten und Klassenmachtverhältnisse der Bundesrepublik ein. Sie haben jedoch auch ein darüber hinaus gehendes Anliegen. Sie verstehen sich im Sinne von Marx und Engels als Verfechter einer klassenbezogenen Theorie progressiver Gesellschaftsveränderung. Klassenanalyse und Klassentheorie sind für sie Strukturtheorie und zugleich Handlungstheorie für eine ausbeutungsfreie Gesellschaft, deren Bedingungen im Kapitalismus »ausgebrütet« werden. Aber verwirklicht werden kann eine neue Gesellschaft nur, wenn die Lohnarbeiter in ihrer Gesamtheit sich zur »mobilisierten Klasse« entwickeln und nachdrücklich die politische Bühne betreten.
Die Autoren:
Robert Steigerwald, Jg. 1925, Dr., Philosoph, Autor einer Vielzahl von Büchern und Schriften, Vorsitzender der Marx-Engels-Stiftung e.V. (Wuppertal), Eschborn.
Helmut Steiner, 1936 bis 2009, Prof. Dr., Sozialwissenschaftler und Wissenschaftshistoriker, umfangreiche Publikationsliste, Ehrendoktor der Russischen Akademie der Wissenschaften.
Ekkehard Lieberam, Jg. 1937, Prof. Dr., Staatstheoretiker und Politikwissenschaftler, zahlreiche Publikationen, Vorsitzender des Marxistischen Forums Sachsen in der Partei Die Linke, Leipzig.
Jörg Miehe, Jg. 1940, Sozialwissenschaftler, zahlreiche Publikationen, Göttingen.
Achim Bigus, Jg. 1958, langjähriger IG-Metall-Vertrauensmann und Betriebsrat, Osnabrück.
Thomas Lühr, Jg. 1981, Politikwissenschaftler, letzte Veröffentlichung: Prekarisierung und „Rechtspopulismus“, Marburg.
Herbert Münchow, Jg. 1952, Philosoph, zahlreiche Veröffentlichungen, Eisenbahner, Leipzig.


Curt Letsche
Das Schafott
Roman
Neuauflage mit einem dokumentarischen Anhang herausgegeben von Lothar Letsche
283 S., 21 Abb., Br. 19,90
978-3-89144-436-8
Schauplatz: Ein Zuchthaus in Nazideutschland. Januar 1945 – die blutige Agonie des Nazireichs hat begonnen. Der Strafgefangene Andreas Weller könnte zum unerbittlichen Zeugen werden, deshalb erzwingt Oberstaatsanwalt Dr. Frey seine abermalige Verurteilung, diesmal zum Tode. Während eines Bombenangriffs versinkt die Hinrichtungsstätte unter Trümmern, Zuchthaushäftlinge müssen das Schafott neu errichten. Doch als man das erste Opfer zur Guillotine schleppt, geschieht Unerhörtes ...
Curt Letsche (1912-2010), Buchhändler und Verleger, wirkte als Nazigegner in mehreren Gruppen des bürgerlichen und religiösen Widerstands und wurde 1940 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Haft verbrachte er im Zuchthaus in Ludwigsburg. Er bekam mit, wie es gegen Kriegsende dort Bestrebungen gab, politische Gegner im Zuchthaus selbst auf dem Schafott hinzurichten. Nach 1945 betätigte er sich wiederum als Verleger im heutigen Baden-Württemberg und siedelte 1957 in die DDR um. Er wurde ein erfolgreicher Autor von Kriminalromanen, utopischen Romanen und drei Erzählungen, die eigene Erlebnisse aus dem Widerstand verarbeiten. Dem 1979 erstmals erschienenen Roman »Das Schafott« wurden für die Neuausgabe aktuelle Texte beigegeben, die den historischen Hintergrund der erzählerisch gestalteten Ereignisse sowie die Biographie des Autors beleuchten.


Friedrich-Martin Balzer
»Prüfet alles, das Gute behaltet«
Auf Spurensuche u.a. nach Wolfgang Abendroth, Erwin Eckert, Emil Fuchs, Kurt Julius Goldstein, Hans Heinz Holz, Eric Hobsbawm, Robert Neumann, Helmut Ridder und Wolfgang Ruge mit einem Geleitwort von Hans Heinz Holz und einem Beitrag von Manfred Gailus
428 S., 20 Abb., Gb., € 19,90
978-3-89144-433-7
 Der Publizist Friedrich-Martin Balzer legt mit diesem Band ausgewählte Schriften seit 1998 vor. Der Titel (1 Thess 5,19-21) geht zurück auf den Trauspruch, den sein Vater ihm 1968 mit auf den Weg gab. In der Sammelschrift geht Balzer auf Spurensuche nach zukunftsweisenden Gestalten der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht der badische Pfarrer und revolutionäre Sozialist Erwin Eckert (1893- 1972). Darüber hinaus widmet sich der Autor dem Wirken von Wolfgang Abendroth, Emil Fuchs, Kurt Julius Goldstein, Hans Heinz Holz, Eric Hobsbawm, Robert Neumann, Helmut Ridder und Wolfgang Ruge. Die persönlichen Erinnerungen Balzers an die 50er Jahre fanden die Bewunderung Eric Hobsbawms, der Umfang und Genauigkeit seines Erinnerungsvermögens an jene »kalten Zeiten« rühmt, in denen Balzer als Jazz-, Film-, Literatur- und Theaterliebhaber den postfaschistischen Nachkriegsjahren ein erstaunlich umtriebiges, eigenständiges und widerborstiges Leben abgewinnt. Die hier erstmalig veröffentlichte Streitschrift über »Die Mitverantwortung des deutschen Protestantismus für Faschismus und Holocaust« verdeutlicht die Generalintention der Arbeiten Balzers in den letzten vier Jahrzehnten. »What you have written is very important and should be widely distributed. Please keep your voice loud and clear – there are so many people who need to hear you«, so Susannah Heschel, Verfasserin des grundlegenden Werkes »The Aryan Jesus: Christian Theologians and the Bible in Nazi Germany«, in einem Brief an den Autor. Hans Heinz Holz schreibt in seiner »Kleinen Eloge auf einen Freund«: »Der Historiker Balzer verstand von Anbeginn seines Studiums, daß der Faschismus die terroristische Herrschaftsform des Kapitalismus ist. Sein Antifaschismus konnte sich nicht auf die moralische Verurteilung des Unrechts beschränken, sondern mußte in erster Linie den gesellschaftlichen Ursachen gelten. Das heißt: Dem Kapitalismus ein System mit menschlicher Perspektive entgegensetzen. Es war eine Selbstverständlichkeit, daß Martin Sozialist wurde‚ wie jene Theologen, denen sein Arbeitsinteresse sich zuwendete. Selbstverständlich, wenn man Wolfgang Abendroth nicht nur zum akademischen Lehrer hatte, sondern auch als gedanklichen Wegweiser und menschliches Vorbild wählte. Nicht ganz so selbstverständlich ist es, wie sich gezeigt hat, daß man diese Einstellung im Wandel der Zeiten und Opportunitäten auch durchhält. Martin ist immer geblieben, als der er angetreten ist, aus Entscheidungen, die auf Gründen beruhten«.  Das Buch schließt mit einem Essay aus bürgerlich-liberaler Sicht von Manfred Gailus: »Iserlohner Pfarrersohn, Marburger Achtundsechziger und protestierender Post-Protestant. Friedrich-Martin Balzer zum Siebzigsten«


Josef Schwarz
Von Prag bis Erfurt
Mein Leben in drei Staaten
189 S., 20 Abb., Br. 18,90
978-3-89144-434-4
Wenn ich heute Rückschau halte, muß ich sagen: Was für ein Jahrhundert, in das ich 1932 hineingeboren wurde. Ein Jahrhundert mit Faschismus und Krieg, mit dem Verlust der Heimat, mit Hoffnungen und Träumen von einer neuen gerechten und vor allem friedlichen Welt, mit dem von Fehlern und Irrtümern begleiteten Versuch in einem Teil Deutschlands den Sozialismus aufzubauen. Daß er gescheitert ist, besagt nicht, das es ewig so bleiben muß. Man mag die Anthropologie des bisherigen Sozialismus kritisieren, weil sie zu optimistisch war. Die zynische Anthropologie des real existierenden Kapitalismus ist für das geistbegabte Wesen Mensch schlechterdings unerträglich. Das was jetzt ist, kann nicht alles gewesen sein. Der Lebensweg von Dr. Josef Schwarz vom Landarbeiter zum studierten Argarökonomen bis zum hochrangigen MfS-Offizier in Schwerin und Erfurt und nach 1990 Autor mehrerer historischer Arbeiten zeigt ein Stück deutscher Geschichte aus einem nicht alltäglichen Blickwinkel. 

Knolle, Helmut
Und erlöse uns von dem Wachstum.
Eine historische und ökonomische Kritik der Wachstumsideologie
122 S., Br., € 12,90
978-3-89144-431-3
Die Studie »Die Grenzen des Wachstums« des Club of Rome entfachte seinerzeit eine sehr lebhafte Diskussion, und der damalige Präsident der EU-Kommission sprach schon davon, die Phase des Nullwachstums in der Europäischen Union so bald wie möglich einzuleiten. Knapp 30 Jahre später setzten sich die Regierungschefs der EU das Ziel, ein Wirtschaftswachstum von jährlich 3% zu erreichen. Warum sind die Wachstumsgegner nach frühen Erfolgen derart ins Hintertreffen geraten? Mit einem interdisziplinären Ansatz macht der Autor deutlich, dass die Aufzählung von ökologischen Fakten nicht ausreicht, um die Idee des Nullwachstums attraktiv zu machen. Seine Darstellung bewegt sich auf zwei Ebenen, einer deskriptiven und einer analytischen. Auf der deskriptiven Ebene verfolgt er die Entstehung und Ausbreitung der westlichen Wachstumsideologie und ihres politischen und ökonomischen Unterbaus von den Anfängen im Alten Orient bis zur Gegenwart. Auf der analytischen Ebene setzt er sich kritisch mit den ökonomischen Theorien des 19. und 20. Jahrhunderts auseinander. Zuletzt entwirft er ein ökonomisches Modell für eine Wirtschaft mit Nullwachstum und Vollbeschäftigung. Er zeigt aber auch, welche Schwierigkeiten beim Übergang zum Nullwachstum entstehen und wie man ihnen begegnen kann.
Helmut Knolle, geb. 1939, studierte Mathematik an der Universität in Frankfurt am Main. Als Berufstätiger schloss er sich 1966 der Studentenbewegung an. Nach Assistentenzeit an der Ruhr-Universität Bochum und Tätigkeit als Dozent an der Universidad Nacional in Bogotà (Kolumbien) wurde er 1980 Mitarbeiter in einem Projekt der Krebsforschung. Sein Buch »Cell Kinetic Modelling and the Chemotherapy of Cancer« erschien 1988 und wurde mit einem Preis der Internationalen Stiftung für den Ersatz von Tierversuchen ausgezeichnet. Danach war er als Experte für mathematische Modelle in der Medizin am Bundesamt für Gesundheit in Bern und als freier Mitarbeiter an der Universität Bern tätig. Nach seiner Pensionierung studierte er im Selbststudium Volkswirtschaftslehre.

Michael, Holger
Marschall Józef Pilsudski 1867 bis 1935.
Schöpfer des modernen Polens
162 S., 4 Karten, Br., € 16,90
978-3-89144-432-0
Sozialist, Faschist, legendenumwobener Heerführer – Marschall Józef Pilsudski (1867-1935) ist eine umstrittene Persönlichkeit, nicht nur in der polnischen, sondern auch in der europäischen Geschichte. Der Lebensweg des Sohnes eines verarmten Landadligen aus Ostpolen vom politisch Verbannten in Russland, führenden Aktivisten der Polnischen Sozialistischen Partei (PPS) bis zum Schöpfer des modernen Polen, des polnischen Heeres und einer von ihm geführten autoritären Präsidialdiktatur bietet nicht nur eine interessante Lektüre über seine entscheidende Rolle bei der Entstehung der 2. Polnischen Republik 1918 und ihrer Entwicklung bis 1935. Dieses Ziel hatte er mit persönlicher Konsequenz, geschickter Ausnutzung unerwarteter politischer und militärischer Möglichkeiten und einem unerschütterlichen Glauben an die nationale Selbständigkeit Polens verfolgt und dabei scheinbar unüberwindliche Hindernisse überwunden. Diese Biografie vermittelt auch ein Bild von der Geschichte Polens und der Rolle Deutschlands darin, fern von alten und neuen Legenden, das so noch nie zu lesen war. Über 70 Jahren nach Pilsudskis Tod wird auf der Grundlage neuester historischer Forschungsergebnisse deutschsprachigen Lesern erstmals ein moderner und allgemein verständlicher Überblick zum Leben und Wirken des bedeutendsten Polen des 20. Jahrhunderts vorgelegt.
Dr. Holger Michael, Jahrgang 1949, war Polen-Historiker an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Sein langjähriges Forschungsinteresse gilt besonders brisanten und tabuisierten Themen osteuropäischer Geschichte und Gegenwart, vor allem Polens. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen wendet es sich gegen offizielle und inoffizielle Klischees und Geschichtsmythen.

Braidt, Alexander
Bewußtsein.
Der Abgrund zwischen Mensch und Tier.
Zur unverstandenen Sonderstellung des menschlichen Gehirns.
Eine Streitschrift zum Menschenbild der jüngeren Hirnforschung bei Roth, Singer und Co.
355 S., Br., € 26,00
978-3-89144-430-6
»Der Mensch sei dem Tier sehr nahe, seine kulturelle Überlegenheit Einbildung.« Gegenüber dieser Kernthese der evolutionären Anthropologie und speziell der Hirnforschung muß dieses Buch wie ein Affront wirken. In ihm wird die herausragende Stellung des Menschen in der Evolution präzis begründet. Bis heute blieb das Bewußtsein des Menschen für die Hirnforschung nach eigenem Eingeständnis ein Rätsel. Ein Grund war, daß stets der vielschichtigen Fülle von Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Ich-Identität, usw. schlankweg das Etikett »Bewußtsein« angeheftet wurde. So versäumte man, den puren Status »bewußt zu sein«, zu analysieren - worauf es exakt angekommen wäre. Der etablierten Hirnforschung entging daher die fundamentale Tatsache, daß bereits der ganz passive Mensch »bewußt« ist. Bewußtheit - nicht etwa Wachheit - entpuppt sich als bloßer Offenheits- oder Autonomie-Modus. Dieses bislang völlig unbeachtete Phänomen wirft ein grelles Licht auf die Entwicklung einer intelligenten Kultur des Menschen. Denn seiner selbst »bewußt zu sein« - gegen alle Hemmnisse und ohne Ende abstrakt und phantasievoll denken zu können -, das ist die mentale Basis jeder Kulturentwicklung. Erst dieser Grund-Modus  »bewußt« gewährleistet die dazu unerläßliche, geistige Autonomie. - Doch wie kommt diese Autonomie neuronal zustande?
Alexander Braidt (geb. 1947) ist von Profession Geisteswissenschaftler (Philosophie, Politische Wissenschaft und Germanistik), studierte bei Prof. Ernesto Grassi am Humanistischen Institut München. Bemüht um den vielbeschworenen, selten gelungenen Brückenschlag zwischen Natur- und Geisteswissenschaft, beschäftigt er sich seit gut 20 Jahren mit der Gehirnforschung. Neben rein inneruniversitären Arbeiten ist dies seine erste, größere Veröffentlichung auf diesem Gebiet. Er arbeitet heute freiberuflich als Privatgelehrter in München.



Martin Dolzer
Der türkisch-kurdische Konflikt
Menschenrechte – Frieden – Demokratie in einem europäischen Land?
201 S., 20 Abb., Br. € 19,90
978-3-89144-429-0
Die historischen Wurzeln heutiger Ereignisse und die Politiken der beteiligten politischen Akteure zu analysieren hilft, die Kurdistanpolitik in der Türkei verstehen zu können und Lösungsvorschläge zu bewerten. Dieses Buch soll dazu beitragen, eine differenziertere Sichtweise des türkisch-kurdischen Konflikts zu eröffnen und das Schweigen über gravierende Menschenrechtsverletzungen und den andauernden Krieg des türkischen Militärs brechen.
Neben der praktizierten Kriegs- und Assimilationspolitik des türkischen Staates sind dabei türkischer Nationalismus, rassistische Herangehensweisen und die Rolle des Militärs genauso Thema wie das Agieren der kurdischen Bevölkerung und die Politik der kurdischen Bewegung. In diesem Rahmen wird auch die, hauptsächlich auf wirtschaftlichen Interessen beruhende Politik deutscher und internationaler Regierungen kritisch beleuchtet. Die skizzierten Lösungsvorschläge reichen von einigen kulturellen Zugeständnissen unter Aufrechterhaltung der Leugnung der politischen Willensäußerungen der kurdischen Bevölkerung und einer Vernichtungspolitik gegenüber der PKK seitens der türkischen Regierung, bis hin zu der, auf vielen Ebenen der kurdischen Seite und in einigen Gremien der EU diskutierten, Einrichtung einer Wahrheitskommission zur Aufarbeitung des Konflikts und damit zusammenhängenden Amnestie-, Friedens- und Demokratisierungsperspektiven. INHALTSVERZEICHNIS
Martin Dolzer, geb. 1966 in Kiel, Diplom Soziologe, Öffentlichkeitsreferent in einem Anwaltsbüro und freier Journalist. Seit 10 Jahren intensive wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema Türkei und Kurdistanpolitik. Teilnehmer an Menschenrechtsdelegation und Forschungsreisen in die Türkei, die kurdischen Provinzen des Landes und in den Irak.


Gert Wendelborn
Christentum und Sozialismus
Als Theologieprofessor in der DDR
198 S., Br., € 19,90
978-3-89144-428-3
Der Theologieprofessor Gert Wendelborn wurde am 13. Juli 1935 in Rostock geboren. Sein Vater war Arbeiter und politischer Häftling des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Nach dem Theologiestudium 1953-1958 in Rostock wurde er 1959 Assistent an der dortigen theologischen Fakultät. Nach der Promotion 1964 in Rostock und der Habilitation 1968 in Jena, war Wendelborn von 1969-1977 Dozent, von 1977-1989 a.o. Professor für Ökumenik und Neue Kirchengeschichte und von 1989-1992 o. Professor für Kirchengeschichte an der Universität Rostock. 1962 trat Wendelborn in die CDU ein und übte hohe politische Funktionen in der DDR aus: Mitglied des Hauptvorstandes der CDU 1982-1989, Vizepräsident des Friedensrates der DDR 1982-1990, Mitglied des Bezirkstages Rostock 1967-1976, Abgeordneter der Volkskammer 1976-1990, Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses der Volkskammer 1981-1990. Von 1990-1996 war er Landesvorsitzender der Volkssolidarität in Mecklenburg-Vorpommern. Zahlreiche Veröffentlichungen insbesondere auf dem Gebiet der Mediävistik: u.a. »Gott und Geschichte. Joachim von Fiore und die Hoffnung der Christenheit«, »Franziskus von Assisi. Eine historische Darstellung«, »Martin Luther. Leben und reformatorisches Werk«, »Kompendium für Neuere und Neueste Kirchengeschichte«, »Bernhard von Clairvaux. Ein großer Zisterzienser in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts«. Wendelborn ist Autor von mehr als 500 Einzelveröffentlichungen in Büchern und Zeitschriften. In dieser Autobiographie zieht der geradlinige Christ und Sozialist Gert Wendelborn, der neben Hanfried Müller und Rosemarie Müller-Streisand zu den herausragenden linken Theologieprofessoren der DDR gezählt wird, persönliche Bilanz aus einem Leben voller Konflikte und Auseinandersetzungen.  Inhaltsverzeichnis


Karlen Vesper
Licht in dunkler Nacht
Zwölf Gespräche mit anderen Deutschen
141 S., 27 Abb., Br., € 12,90
 978-3-89144-427-6
In diesem Buch berichten elf Männer und eine Frau über ihren Überlebenskampf im KZ, über Widerstand gegen den deutschen Faschismus in der Wehrmacht, wie sie als Deutsche im spanischen Bürgerkrieg gegen Franco oder in den Reihen der französischen Résistance, der tschechischen und der sowjetischen Armee kämpften und wie sie den Tag der Befreiung, den 8. Mai 1945, erlebten. Karlen Vesper hat diese Überlebenden befragt über ihr Leben im Widerstand und ihren späteren Lebensweg. Diese Berichte sind für den Leser ein Kompendium der Alltagsgeschichte des deutschen Faschismus, wie die Nazis gegen Kommunisten und Juden vorgingen, in den besetzten Ländern Europas unter der Zivilbevölkerung wüteten und aus welchen unterschiedlichen Beweggründen diese »anderen Deutschen« den Weg des Widerstandes beschritten. Die hier versammelten Zeitzeugen haben die junge Generation als Adressaten, denn sie befürchten, dass ihre Widerstandsgeschichten als Teil der deutschen Geschichte in Vergessenheit gebracht werden. Reinhold Lochmann protestiert zum Beispiel dagegen, dass die Selbstbefreiung der Häftlinge von Buchenwald heute geradezu geleugnet wird. Sie gestehen den Nachgeborenen zu, dass die Angst und das Massensterben in den KZs für die junge Generation nicht mehr verstehbar ist, aber sie hoffen, durch ihre Augenzeugenberichte Geschichte nachlesbar zu machen. Diese authentischen Berichte - zwölf für zwölf Jahre Nazidiktatur - sind deshalb ein unentbehrliches Kaleidoskop des Wirkens verschiedener Gruppen des Widerstandes, weil die Befragten auch über ihr »wiedergeschenktes« Leben nach der Befreiung erzählen und wie sie sich, ohne Pause, für ein besseres neues Deutschland engagierten. Allen ist der Schwur von Buchenwald ein verbindliches Gelöbnis: »Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig.«  INHALTSVERZEICHNIS


Helge Buttkereit
Utopische Realpolitik
Die neue Linke in Lateinamerika
162 S., Br., 16,90
978-3-89144-424-5
Die Neue Linke in Lateinamerika gibt der Welt neue Hoffnung. Die Entwicklungen in Venezuela, Bolivien, Ecuador oder Chiapas können die erlahmte Bewegung für eine bessere Welt auch hierzulande neu in Gang bringen. Sie regen, richtig verstanden und analysiert, zu praktischer Kritik an den überholten Prinzipien der erstarrten alten Linken an und zeigen neue Wege auf. Denn es gelingt der Neuen Linken ganz im Sinne Che Guevaras, realistisch zu bleiben und das Unmögliche zu versuchen. Hugo Chávez, Evo Morales und Rafael Correa, aber auch Subcomandante Marcos sind, so die These dieses Buches, utopische Realpolitiker. Sie haben sich gemeinsam mit ihrer jeweiligen Basis auf den Weg gemacht, eine wirklich andere Welt möglich zu machen, in der nicht das Kapital, sondern der Mensch und seine allseitige Entwicklung im Mittelpunkt stehen wird – wenn die Bewegungen Erfolg haben. Helge Buttkereit fasst in diesem Buch erstmals die unterschiedlichen aktuellen Bewegungen in einer Studie zusammen, arbeitet die Prinzipien von Selbstorganisation, solidarischer Ökonomie und neuem Internationalismus heraus und widmet sich auf Grundlage neuer und alter Überlegungen dem »Sozialismus im 21. Jahrhundert«.
Helge Buttkereit, Jahrgang 1976, wuchs 30 Kilometer nördlich von Hamburg auf und studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Journalistik in Leipzig. Nach dem Volontariat bei einer Lokalzeitung in Niedersachsen arbeitet er heute als freier Journalist und Publizist an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. 

Andreas Oppacher
Deutschland und das skandinavische Modell
Der Sozialstaat als Wohlstandsmotor
144 S., Br., € 14,90
978-3-89144-426-9
Der Glanz ist verflogen im Wirtschaftswunderland. Die Löhne steigen nicht mehr, die Renten verschlechtern sich von Jahr zu Jahr, die Armut wächst kontinuierlich an und macht auch nicht mehr vor dem arbeitenden Teil der Bevölkerung Halt. Das Wirtschaftswachstum hat sich merklich abgeschwächt und hängt nur noch am Tropf des Außenhandels.Im Norden Europas haben diese Veränderungen, die häufig als unausweichliche Folgen der Globalisierung dargestellt werden, so nicht stattgefunden. Auch in den skandinavischen Ländern ist die Exportwirtschaft stark, doch werden gleichzeitig hohe Löhne bezahlt. Die Beschäftigungssituation ist vergleichsweise günstig. Da außerdem Beruf und Familie dort gut vereinbar sind, ist die Teilnahme der Frauen am Arbeitsmarkt besonders stark ausgeprägt. Die Armut ist gering, das Bildungsniveau hoch und die Renten erlauben in der Regel eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.Der große Unterschied: In Skandinavien wurde im Gegensatz zu Deutschland in den vergangenen 25 Jahren kein radikaler Abbau des Sozialstaats betrieben. Noch immer sorgt dort ein starker Staat für eine stabile Binnenkonjunktur und fördert Wohlstand und Wirtschaftswachstum. Für viele unserer drängenden Probleme bieten die nordischen Länder Lösungen und Anregungen.Der Autor legt erstmalig im deutschen Sprachraum eine vergleichende Analyse der Wirtschafts- und Sozialpolitik in Deutschland, Dänemark, Schweden und Finnland vor, die besonders auch für Einsteiger in dieses Thema geeignet ist. Zahlreiche grafische Darstellungen erhöhen die Anschaulichkeit der Analyse.   Inhaltsverzeichnis

Walter Wangler
Deckname "Schwabe" -  Der Spion, der aus dem Schwarzwald kam
268 S., 40 Abb., € 19,90
978-3-89144-425-2
November 1956. Prorektorat der Leipziger Universität. »Natürlich kannst du hier studieren, Genosse.« Der Mann, der aussieht wie Gert Fröbe, mustert den jungen Mann aus dem Schwarzwald. »Aber wieso studierst du nicht im Westen? Die Partei könnte dich unterstützen.« Die Saat ist gelegt, die Früchte sollen später geerntet werden. Der Weg des Autors mit dem Decknamen »Schwabe« führt über ein Studium in Freiburg und Wilhelmshaven zur Promotion in Göttingen. Später wird er Professor für Sozialpolitik in Düsseldorf. Die Beziehung zu Ostberlin ist längst abgebrochen. Die Furcht vor Entdeckung schwindet, die Erinnerung verblasst. Bis 1979 der Oberleutnant im Ministerium für Staatssicherheit, Werner Stiller, zwei Koffer packt, alles hineinstopft, was ihm an Geheimmaterial zugänglich ist und die S-Bahn zum Bahnhof Zoo besteigt ... Dies ist kein Rechenschaftsbericht, keine Rechtfertigungsschrift, keine Lebensgeschichte. Es sind Geschichten aus einem Leben, dessen politische Sozialisation eigenen Gesetzen gehorcht. Angesiedelt in einem proletarischen Milieu, das es so nicht mehr gibt. Das aber verdient, nicht in Vergessenheit zu geraten. Aus banalen und bedeutsamen Ereignissen formt sich ein politischer Bildungsroman der etwas anderen Art: Kindheit unterm Hakenkreuz, die Eltern als Kommunisten im KZ und im Gefängnis. Nach dem Krieg Prägung durch Genossen und Freunde der Eltern, die aus Konzentrationslagern, Zuchthäusern, Strafbataillonen und aus dem Exil zurückkehren. Die Stadt Schwenningen am Rande des Schwarzwalds als Mikrokosmos der Adenauerära. Volkschule und Gymnasium, von 1952 bis 1954 Jahre Hilfsarbeiter in einer Uhrenfabrik, als talentierter Fußballspieler in der württembergischen Amateurauswahl. Und dann, kurz vor dem Abitur, die Reise nach Leipzig. Und Gert Fröbe im Prorektorat der Universität ... Nichts wird beschönigt. Aber auch nicht verurteilt, nur weil der Zeitgeist es verlangt. Dass im Ringen der Ideologien eine Seite gesiegt hat, macht die unterlegene nicht durchgängig zu einem monströsen Gebilde. Und die Menschen, die daran geglaubt haben, nicht zu Parias.
Die Schweiz als Vorbild für Europa:

Josef Stutz
Neutrales Europa
Eine Streitschrift für den Frieden
192 S., Gb., € 19,90
978-3-89144-418-4
Die Europäische Union ist seit 1989 weiter gewachsen und nimmt in der Welt eine immer bedeutendere Rolle ein. Aber dieser Prozess, der im Lissabonner (Verfassungs)vertrag seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat, hat zwei zentrale Probleme nicht gelöst, sondern verschärft: das Demokratiedefizit der EU und die Anlehnung der Außen- und Militärpolitik an die hegemonialen strategischen Ziele der USA, die diese mit Hilfe der NATO versucht, weltweit durch zu setzen. Damit sind Europa oder einzelne EU-Staaten entweder direkt eingebunden in die militärischen Abenteuer der USA (z.B. Irak, Afghanistan) oder erlauben US-Militärbasen auf ihrem Territorium für diese Kriegseinsätze. Mit der geplanten weiteren Ausdehnung der NATO nach Osten (Ukraine, Georgien) nimmt die Gefahr einer Konfrontation mit Russland zu. Angesichts der weiterhin in Europa lagernden atomaren Sprengköpfe der USA eine besorgniserregende Perspektive. Vor diesem Hintergrund entwirft der Schweizer Josef Stutz eine packende Alternative: Europa wird ein neutraler und demokratischer Friedensraum, der seine Neutralität und seine demokratischen und humanistischen Werte selbst und ohne Einmischung von außen schützt, auch militärisch. Die Schweiz bietet seit rund 500 Jahren ein Beispiel dafür, dass eine solche Politik machbar und erfolgreich ist und von den Bürgern unterstützt wird. Europa kann diese Erfahrungen nutzen und als neutraler Staatenblock einen weltweiten Prozess zur Abrüstung anstoßen. 
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Hans Peter Geis
Bauer, Bürger, Arbeitsmann
Geschichte der Menschen deutscher Sprache in 2 Bänden
Bd. 1 Von den Ursprüngen bis 1789
Bd. 2: Von 1789 bis heute
1073 S., 32 Karte(n), Br., 2 Bde. zus. € 49,90
978-3-89144-389-7
Der Bauer unterwirft sich das Land. Der Bürger baut die Stadt. Der Arbeiter schafft für den Bürger die Werte in Landwirtschaft und Industrie. Dieses Buch erzählt ihre Geschichte. Wie vollzog sich die Entwicklung? Die Menschen wanderten ein, vermischten sich mit denen, die schon da waren, zogen hin und her. Sie trafen zusammen mit Kelten und Römern, mit Polen und Tschechen, mit Sorben und Dänen, mit Balten, in den Alpen mit Slowenen und Ladinern. Sie wanderten aus, sie kamen wieder. Bei ihnen ließen sich Holländer, Flamen, Wallonen, Polen, Tschechen, Juden nieder. Alle vermischten sich in diesem Schmelztiegel Mitteleuropa miteinander und wurden zu den Menschen deutscher Sprache. Hier geht es in erster Linie um die kleinen Leute. Auch die machen Geschichte. Ja, sie waren gutmütig. Sie haben sich viel gefallen lassen. Zu gewissen Zeiten ließen sie sich richtig schurigeln: von Rittern, von adligen Großgrundbesitzern, von Preußenherrschern, von Industrieherren, im 20. Jahrhundert von gewissenlosen rechten und linken Politikern. Aber sie haben sich auch gewehrt. Kleinere Proteste, die nicht so bekannt wurden, gab es immer. Einige Male jedoch waren die Menschen so aufgebracht, dass die Massen geradezu explodierten: um 1525 im Bauernkrieg, in der Revolution von 1848/ 49, 1918/ 19 nach dem ersten Weltkrieg, 1953 in Ostberlin, 1968 die Studenten, 1989 in der DDR. In diesem Buch ist viel Wissen über die kleinen Leute deutscher Sprache zusammengetragen. Es will ein Buch sein für diejenigen, die neugierig sind - wo sie und ihre Sprache herkommen, über ihre gemeinsame und später getrennte Geschichte wie sie sich im Laufe der Zeit aufteilten in eigene Nationen: in Deutsche, Schweizer, Luxemburger, Liechtensteiner, Österreicher, oder sich als Glieder anderer Nationen fühlten, wie die Lothringer und die Elsässer.

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Karmele Jaio:
Mutters Hände
Übersetzung aus dem Baskischen: Gabriele Schwab
148 S., engl. Br., € 16,90
978-3-9144-423-8
Mit zusammengebissenen Zähnen hockt ein kleines Mädchen in einem aus Sand gebautem Schiff am Strand und blickt geradewegs dem Meer entgegen. Sie weiß, dass ihre Barkasse früher oder später ein Opfer der Flut werden wird. Aber die Kleine ist bereit, sie zu verteidigen.
Es ist ein Foto aus ihrer Kindheit, das Nerea betrachtet, während sie im Krankenhaus am Bett ihrer Mutter, Luisa Izagirre, sitzt. Diese wurde verwirrt auf der Straße aufgefunden und liegt seitdem, gewissermaßen in eine andere Welt versunken, zwischen den weißen Krankenhauslaken. Weder erkennt sie ihre Kinder noch erinnert sie sich an ihren eigenen Namen.
Nerea ist Journalistin, Mutter der kleinen Maialen und Ehefrau von Lewis, der ihrer Tochter vor dem Schlafengehen jeden Abend aus Alice im Wunderland vorliest. Ihren verschiedenen Rollen versucht sie gerecht zu werden, indem sie von einer zur anderen hetzt. Und dann gibt es noch Karlos, ihren früheren Freund, eine Geschichte aus der Vergangenheit, die sie immer noch mit sich herumträgt.
Die Krankheit ihrer Mutter bringt Nereas Leben völlig durcheinander. Von der aus Deutschland angereisten Tante Dolores erfährt Nerea, dass es im Leben ihrer Mutter Dinge gab, die diese stets für sich behalten hat. Und trotzdem (oder gerade deshalb) wird ihr bewusst, wie viele Parallelen es zwischen Mutter und Tochter gibt, zwei Frauen, die ganz andere Zeiten erlebt, ganz andere Erfahrungen gemacht haben.
Die Auseinandersetzung mit dem Leben und der Krankheit ihrer Mutter lässt Nerea viele Dinge ihres eigenen Lebens, ihres eigenen Weges in Frage stellen und aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
Die Hände der Mutter, die einst am Strand Nereas Rücken mit Sonnenmilch eincremten, ihr Kinn hoben, ihr über die Stirn strichen, Hände, die jetzt regungslos auf der Decke des Krankenhausbettes liegen, sie bringen Nerea dazu, dem Meer erneut geradewegs entgegen zu blicken.

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Harkaitz Cano:
Pasaia Blues
Übersetzung aus dem Baskischen: Petra Elser
177 S., engl. Br., € 18,90
978-3-9144-422-1
Cesar Telleria ist Fahnder, aber vor allem Physiognomiker. Jemand, der Gesuchte in anonymen Menschenmengen aufgrund ihrer Gesichtszüge und ihrer Körpermerkmale erkennt, verfolgt und ausliefert. Er wird in den baskischen Hafenort Pasaia geschickt, um ein ETA-Kommando aufzuspüren, das die Polizei mit üblichen Methoden nicht zu fassen bekommt.
Die heruntergekommene Industrielandschaft der 90er Jahre rund um den grössten Schrotthafen Europas ist Schauplatz des tödlichen Spiels zwischen der Polizei und den Mitgliedern des Kommandos, aber auch die Umgebung von Boxern, Diamanträubern und illegalen Hundekämpfen.
Verrat, Paranoia vor dem eigenen Schatten, Wahnvorstellungen, der Einfluss der Gewalt und des Lebens im Untergrund auf die Psyche kreuzen sich in einem surrealistischen Spiegelkabinett. Die Widersprüche der Beteiligten auf jeder Seite treten zu Tage, und ihre Identität stellt sich in Frage


Gerhard Branstner
Wiederkehr. Die wahre Geschichte der Menschheit
126 S., Br., € 13,90
978-3-89144-415-3
Die »Wahre Geschichte ...« ist wahr, weil sie das bisher fehlende Vorn und Hinten der Menschheitsgeschichte erfaßt und auch die Mitte, die Klassengesellschaft endlich richtig wahrnimmt, nämlich daß sie in ihrem Verlauf den Menschen unfähig macht, den Sozialismus zu errichten. Sie vervollständigt unser Geschichtsbild, indem sie es um die wirkliche Lebenswelt der Naturvölker bereichert und seine Aufhebung dem Gesetz der Negation der Negation folgend auf höherer historischer Stufe darstellt. Damit wird zugleich dargestellt, wie der Mensch seine Fähigkeit wieder erlangt, eine menschenwürdige Zukunft, den Kommunismus, zu gewinnen, denn das ist der neuralgische, der entscheidende Punkt unserer Geschichte, also unserer Zeit.
Gerhard Branstner (1927-2008) wurde noch 1945 Soldat im Zweiten Weltkrieg und war daraufhin bis 1947 in Kriegsgefangenschaft. Als Sohn armer Eltern erhielt er in der DDR von 1949 bis 1951 die Möglichkeit, sein Abitur an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät in Jena nachzuholen. Anschließend studierte er bis 1956 Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin, an der er später auch als Dozent tätig war. In den 1960er Jahren war er Cheflektor im Eulenspiegel-Verlag und im Verlag Das Neue Berlin und wurde 1968 freiberuflicher Schriftsteller. Sein Werk in über 20 Bänden umfaßt Belletristik wie theoretische Schriften zu Kultur und Gesellschaft.

Sylvia Bayram
Globalisierung Macht Krise
Die jüngere Entwicklung des Kapitals und Möglichkeiten der Gegenwehr
142 S., 25 Tafeln, Br., € 14,90
978-3-89144-414-6
Der globalisierte Kapitalismus erlebt seine bisher tiefste Krise nach 1945 und die arbeitende Bevölkerung weltweit wird von den jeweiligen Regierungen zum Zahlmeister für die Verluste der Finanzjongleure gemacht. Die Ursache dafür sind nicht geplatzte Hypothekendarlehen in den USA, diese sind nur der Auslöser. Die eigentliche Ursache liegt in der kapitalistischen Globalisierung der letzten 30 Jahre. Während dieser Zeit hat sich der Kapitalismus nach Osteuropa, Russland und China.ausgedehnt, der Anteil der arbeitenden Menschen an den von ihnen geschaffenen Werten ist merklich gesunken, es hat eine gigantische Umverteilung von unten nach oben stattgefunden und öffentliches Eigentum ist in vorher nie gesehenem Umfang privatisiert worden. Die dabei angehäuften Profite wurden und werden in erster Linie spekualtiv in einem Finanzmarkt angelegt, der in dieser Zeit in den kapitalistischen Hauptländern völlig dereguliert und einer öffentlichen Kontrolle fast vollständig entzogen wurde.
Sylvia Bayram analysiert kapp, präzise und allgemeinverstandlich den einschneidenden Umbruch der Weltwirtschaft namens Globalisierung. Die Darstellung zeigt, dass Globalisierung und Krise eine Einheit bilden. Sie gibt zugleich einen Überblick über die Schlussfolgerungen, die globalisierungskritische Wissenschaftler aus diesem Prozess ziehen und setzt sich mit Vertretern der gängigsten Thesen auseinander. Auf Grundlage dieser Diskussion entwickelt die Autorin ausgehend von der Interessenslage der Lohnabhängigen ihre eigenen Schlussfolgerungen und eine konsequent kämpferischen Perspektive.


Münk, D./Rützel, J./Schmidt, Ch. (Hg)
Labyrinth Übergangssystem
Forschungserträge und Entwicklungsperspektiven der Benachteiligtenförderung
zwischen Schule, Ausbildung, Arbeit und Beruf
268 S., Br., € 34,90
978-3-89144-410-8
»Labyrinth Übergangssystem« thematisiert ein bildungs- und berufsbildungspolitisch zentrales Segment des bundesdeutschen Bildungssystems, das in zunehmendem Maße von Dysfunktionalitäten geprägt ist und inzwischen seine ursprünglichen Aufgaben der sozialen sowie der ausbildungs- und arbeitsmarktbezogenen Integration benachteiligter Jugendlicher kaum noch zu erfüllen in der Lage ist. Aus der Perspektive der Berufs- und Wirtschaftspädagogik dokumentiert der Band den aktuellen Forschungsstand der Disziplin zum Problem der »Übergänge« im Bildungs- und Berufsbildungssystem: Aus theoretischer und empirischer Perspektive werden aktuelle Erträge der Forschung zu den Strukturen und Umgebungsbedingungen des Übergangs sowie zu den in diesem Kontext eingesetzten bzw. in Modellversuchen erprobten Strategien und Gestaltungsansätzen, ferner zu spezifischen didaktisch-methodischen und zielgruppenorientierten Förderansätzen dokumentiert. Den Abschluss bildet ein eigenes Kapitel, das sich mit dieser sehr spezifischen bundesdeutschen Problematik im Licht der europäischen und internationalen Diskussion des erfolgreichen Übergangs benachteiligter Jugendlicher in Ausbildung, Arbeit und Beruf beschäftigt.


Eiichi Kido
Die Remilitarisierung Japans nach 1945.
Rückkehr zu einem militanten Nationalismus?
178 S., Br., € 24,90
978-3-89144-416-0
Eiichi Kido zeigt in seiner minutiösen Analyse, wie die japanische (Rüstungs-)Politik nach dem 2. Weltkrieg in kleinen, aber immer weiter reichenden Schritten von ihrem »Verfassungsschwur« (Art. 9) des dauerhaften Verzichts auf militärische Mittel in der Politik abgerückt ist und ihre - als »Selbstverteidigungskräfte« schöngeredete - Rüstung in enger Anlehnung an die USA wieder aufgebaut hat. Die wissenschaftliche und politische Bedeutung der Kidoschen Analysen besteht in der Lückenlosigkeit, mit der er diesen Doppelprozeß herausgearbeitet hat: die Unterwerfung Japans unter die US-amerikanischen Hegemonialinteressen im ostasiatischen geopolitischen Aktionsbereich und die fortschreitende Demontage der japanischen Friedenspolitik, die den Japanern nach 1945 von dem Sieger abverlangt worden war. Wenn man die militärischen Hilfsleistungen Japans für die US-amerikanische Irak-Okkupation hinzunimmt, wird deutlich, daß die Remilitarisierung Japans als willfähriger Bündnispartner der USA als ein Kernelement der US-amerikanischen Strategie im fernen Osten gesehen werden muß sowie gleichzeitig als wesentlichster Faktor für die Vereitelung einer strikt friedenspolitischen Neuordnung der japanischen Politik. Die Arbeit Kidos erweist sich damit als ein wichtiger Beitrag zur globalen Postfaschismus-Analyse wie auch zur Imperialismus-Analyse nach dem 2. Weltkrieg.


Memorandum zur Professionalisierung des pädagogischen Personals in der Integrationsförderung aus berufsbildungswissenschaftlicher Sicht
77 S., Br.,  € 12,90
978-3-89144-419-1
Nicht erst die aktuelle Wirtschafts- und Strukturkrise zeigt, dass die Jugendlichen, die von Politik, Medien und Wissenschaft als Benachteiligte bezeichnet werden, seit Jahrzehnten die Verlierer der Krise auf dem Ausbildungsmarkt sind. Seit Jahren gelingt es nicht, trotz großer finanzieller, persönlicher und politischer Anstrengungen, jährlich weit über 100.000 Jugendlichen durch eine unmittelbar an die allgemein bildenden Schulen anschließende Berufsausbildung ein selbst bestimmtes gesellschaftliches Leben bei wirtschaftlicher Eigenständigkeit zu ermöglichen. Zu viele junge Menschen befinden sich in einem unüberschaubaren und pädagogisch nicht verantwortbaren »Übergangssystem«. Die Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) will mit dem vorliegenden Memorandum auf diese aus erziehungswissenschaftlicher Sicht problematischen gesellschaftlichen Zustände hinweisen.Die wachsende Zahl Jugendlicher im »Übergangssystem« kann nicht mehr allein als Ergebnis demographischer und konjunktureller Besonderheiten bewertet werden. Sie entwickelt sich vielmehr als Auswirkung dauerhafter technischer und ökonomischer Strukturveränderungen. Deshalb müssen sich gesellschaftliche Reformbemühungen zur Beseitigung der Strukturmängel an der Maxime orientieren: »Es darf keine Übergänge Benachteiligter in die Arbeitslosigkeit geben.« Die im Memorandum erörterten Reformperspektiven sind: eine vertiefte Professionalisierung des pädagogischen Personals, z. B. von Ausbilderinnen und Ausbildern, von Berufsschullehrern und Berufsschullehrerinnen die Weiterentwicklung berufsbildender Schulen zu regionalen Komptenzzentren und deren Vernetzung mit anderen Institutionen in der Region, die zur Problembewältigung beitragen können, insbesondere Betriebe und Überbetrieb-liche Bildungsstätten die interdisziplinäre Erforschung von Integrations- und Desintegrationsmechanismen als Basis für bildungspolitisches und pädagogisches Handeln.


Karl Lanius
Klima, Umwelt, Mensch.
Sozial-ökonomische Systeme und ihre Überlebens(un)fähigkeit
108 S., 8 Abb., Br., € 12,90
 978-3-89144-420-7Die Menschen sind eine Spezies unter vielen. Wir verfügen jedoch über eine Intelligenz, die uns die Auswirkungen unseres Handelns erkennen lässt. Das Ökosystem, zu dem wir gehören, ist ein komplexes Gebilde, widerstandsfähig und zerbrechlich zugleich. Unter Umständen reicht eine kaum wahrnehmbare Störung, um es zum Umschlagen zu bringen. Die katastrophalen Folgen betreffen auch unsere Art. Der Physiker Karl Lanius betrachtet, gestützt auf historische Klimadaten, archäologische Forschungen und historische Überlieferungen, ob und wie menschliche Gesellschaften gravierenden Klimaveränderungen erfolgreich trotzten, weil sie sich in ihrer Wirtschafts- und Lebensweise umstellten, oder auf Grund interner Strukuren dazu nicht in der Lage waren.
Auf dem Hintergrund dieser historischen Erfahrungen beschreibt er anschaulich die Klimaveränderungen der letzten 150 Jahre und deren aktuelle Auswirkungen und möglichen Konsequenzen für die nähere Zukunft. Den Kern des Problems macht der Autor an der mittlerweile global vorherrschenden Produktivkraftentwicklung fest, die privatwirtschaftlich organisiert nach dem Motto handelt: Je schneller Rohstoffe zu Abfall werden, und je mehr Energie wir in Schadstoffe umsetzen, für umso erfolgreicher gilt das gesellschaftliche System.
Dabei ist jedem mit ein wenig mathematischem Verständnis begreiflich, dass in einem geschlossenen System, wie dem der Erde, ein unbegrenztes Wachstum mit einer annähernd konstanten Wachstumsrate unmöglich ist.
Ein Fortschreiben dieser Entwicklung führt an eine Schwelle, an der auch das gegenwärtige sozialökonomische System kippen wird. Wir tragen die Verantwortung, denn wir besitzen die Fähigkeit und das Wissen, durch einzuleitende Gegenmaßnahmen die drohende Katastrophe, wenn nicht aufzuhalten, so zumindest zu verzögern. Solange jedoch Wachstum als Sinnbild des Fortschritts und Konsum als Inbegriff von Lebensqualität gilt, ist kein Wandel zu erwarten.


Hilde Wagner
Der Kapo der Kretiner
210 S., 4 Abb., Br., € 18,90
 978-3-89144-407-8
Verzweiflung, Grauen, Seuchen, Mißhandlung, Tod in tausenderlei Gestalt – das war Dachau, und viele wären vom Wahnsinn gepackt worden, wenn sich nicht Leidensgefährten gefunden hätten, die jeden Verzagenden wieder aufrichteten und ihm neuen Mut gaben. Die Arbeitskolonne am Krematoriumsbau hatte als Kapo einen solchen Mann, der Tausende mit neuer Hoffnung erfüllt hat: Karl Wagner, einen Kommunisten, der schon seit dem Jahr 1933 in verschiedenen KZ-Lagern saß. Er war gleichzeitig Lagerkapo, und er setzte sich, ohne an sein Leben zu denken, immer für die Häftlinge ein. Die Himmlerschergen standen fassungslos vor der Unbestechlichkeit und dem Gerechtigkeitssinn dieses Arbeiters.
Man drängte Karl Wagner, er möchte den Bau des Krematoriums so rasch wie möglich vorantreiben. Er nickte bedachtsam mit dem Kopf und sagte: »Wenn ich genügend Material bekomme.« Und zu den politischen Gefangenen unter der Arbeitskolonne meinte er: »Die Gaskammer, durch die wir vielleicht alle noch marschieren sollen, darf nicht fertig werden, Genossen. Langsam arbeiten? Nein, Sabotage, wo ihr nur könnt. Zement kann hart werden, Kalk kann feucht gelagert, Sand verschmutzt sein, Schalbretter können zerbrechen, Handwerkszeug kann verschwinden.« Diese von der internationalen Widerstandsorganisation im Lager beschlossene Sabotage trug dazu bei, dass das Krematorium nie in Betrieb genommen wurde.
Als Lagerältester im Dachauer Außenlager Allach organisierte er die Sabotage der BMW-Rüstungsproduktion und machte vielen Mut mit einer spektakulären Verweigerung des SS-Befehls, einen Mithäftling zu schlagen.
Der Stuttgarter Arbeitersohn Karl Wagner (1909-1983), gelernter Kunststeinarbeiter, seit Winter 1931 arbeitslos, hatte sich als überzeugter Gegner der Nationalsozialisten der KPD angeschlossen. Im März 1933 verhaftet, war er drei Monate im KZ Heuberg, setzte nach der Freilassung den Widerstand gegen das Hitlerregime fort und wurde im April 1935 zum drittenmal verhaftet, zu Gefängnis verurteilt und anschließend in das KZ Börgermoor deportiert. Kurz vor Weihnachten 1936 wurde er in Dachau eingeliefert. Im Juli 1944 auf Vernichtungstransport geschickt, überlebte er dank der Solidarität der Buchenwalder Widerstandsorganisation und setzte den Kampf für eine »neue Welt des Friedens und der Freiheit« (Schwur von Buchenwald) fort.


Henk Verheyen
Bis ans Ende der Erinnerung
Als belgischer »Nacht & Nebel-Gefangener« durch die Emslandlager ins KZ Flossenbürg
205 S., 37 Abb., Gb., € 16,90
978-3-89144-421-4
Hendrik Josef M. Verheyen, geboren 1925 in Berchem-Antwerpen, als Schüler Mitglied einer Widerstandsgruppe am Sint Jan Berchman's College, am 27. Juni 1943 zusammen mit 23 Gleichaltrigen verhaftet. Von diesen »Nacht&Nebel«-Gefangenen überlebten nur acht ihren Weg.durch deutsche Gefängnisse und KZ.
Henk Verheyen kam nach Verhören und Folterungen im Gestapo-Gefängnis in Antwerpen über Essen in das KZ Esterwegen VII, von dort Mitte Mai 1944 ins Zuchthaus Groß-Strehlitz und Brig, dann in ein Außenlager des KZ Groß-Rosen (Schlesien), von dort Anfang April ins KZ Flossenbürg, wo er am 20. April auf den Todesmarsch getrieben wurde. Am 23. April bei Cham in Ostbayern von der US-Army befreit, kehrte er nach Antwerpen zurück, Studium, Beamter und zuletzt Kabinettschef des Hafensenators von Antwerpen.
Schon als er einen ersten Zeitungsartikel über seine Erlebnisse in deutschen Gefängnissen und KZ verfasst, ringt er mit seiner ERINNERUNG: Was geschah ihm? Was weiß er davon? Was gibt ihm seine Erinnerung preis? Kann sein Gedächtnis vor der Faktizität bestehen oder zeigt sich diese als Ende der persönlichen Erinnerung, die selbst ohne Folgen bleibt? Der Verfasser versucht 1949 mit einer Schilderung als altgermanische »Sage«, 40 Jahre später mit der »Promenade« (1986) und zuletzt mit der Rückkehr ins »Sanatorium« (1994) eines deutschen KZ seine Erinnerung so »wahr« und authentisch wie möglich darzustellen. Der vorliegende Band vereint die Veröffentlichungen von 1949 und 1994 sowie Ausschnitte aus der »Promenade« jeweils mit den Original-Illustrationen von Leo Lewi und Henk Verheyen.


Manfred Sohn
Hat das System einen Fehler
oder ist es der Fehler?
Antworten auf die Finanz- und Wirtschaftskrise von links
99 S., Br., € 9,95
978-3-89144-411-5
Die zentrale These dieses Buches ist, dass wir uns im Jahre 2009 nicht nur einer Finanz-, sondern einer Wirtschaftskrise gegenübersehen, die das kapitalistische System bis in seine Grundlagen hinein in Frage stellt – und zwar zu Recht. Denn, so versucht Manfred Sohn darzulegen, in der gegenwärtigen Krise bündeln sich mehrere Krisensymptome, die gemeinsam ihre tiefste Ursache in der Profitorientierung unserer gegenwärtigen Wirtschaftsordnung haben.
Prägnant und für jeden wirtschaftspolitischen Laien verständlich schildert er Entstehung, Erscheinung, Verlauf und Auswirkungen dieser Krise sowohl für die globale Wirtschaft und Politik als auch für die der Bundesrepublik.
Ausgehend von der Beschreibung und Analyse dieses Krisenbündels entwickelt Manfred Sohn Vorschläge für Auswege aus der Krise – sowohl kurzfristige, schnell zu realisierende, als auch langfristige. Diese sind aber erst durch die Entfaltung einer kulturvollen außerparlamentarischen Bewegung erreichbar. Dazu beizutragen ist der letztliche Zweck dieses Werkes.
1. Von der Finanzmarkt- über die Wirtschafts- zur Systemkrise
2. Gemengelage
2.1. Das Menetekel Peak Oil – oder: Der lange Schatten des Club of Rome
2.2. Vom Atlantik zum Pazifik: Beschleunigung tektonischer Verschiebungen
2.3. Krieg und Frieden, Freiheit und Unterdrückung der Wahrheit
3. »Der letzte Grund aller wirklichen Krisen …« (Marx)
3.1. Vorbemerkung
3.2. Marx, Keynes, und der »New Deal«
3.3. Inflation oder Deflation, Wiederaufschwung mit oder ohne Krieg?
3.4. G’
4. Antworten von links
4.1. Die unmittelbaren Antworten: Bankenliquidität und Konjunkturprogramme
4.2. Exkurs: Liberalismus, Neoliberalismus und Sozialismus
4.3. Für eine »Neue Ökonomische Politik« (NÖP)
4.4. Linke Widerstandskultur als Herz und Ziel des außerparlamentarischen Kampfes


Moshe Zuckermann
Sechzig Jahre Israel
Die Genesis einer politischen Krise des Zionismus
166 S., Br.,  € 16,90
978-3-89144-413-9
Der israelische Historiker Moshe Zuckermann befaßt sich mit der Genese der historischen Weggabelung, vor die sich der Staat Israel heute gestellt sieht, und der ihm abgeforderten Entscheidung, welche seine künftige Existenz aufs Gravierendste bestimmen dürfte: Die Okkupation der im 1967er Krieg besetzten Gebiete endgültig aufzugeben, mit der Gefahr, durch diesen Akt einen israelischen Bürgerkrieg heraufzubeschwören. Oder aber, das Okkupationsregime weiterhin beizubehalten und einen Dauerkrieg zu führen, mit der Gewißheit, somit eine aus Israelis und Palästinensern zusammengesetzte binationale Struktur objektiv ins Leben zu rufen. Eine jede Entscheidung könnte aus je eigenen Gründen das gesamte zionistische Projekt zum Wanken bringen. Wie es zu dieser Situation kam, wird anhand von weit in die Geschichte zurückreichenden, aber auch gegenwärtige Erscheinungen, Strukturanalysen und ideologiekritischen Erörterungen dargelegt. Dabei werden die historischen Voraussetzungen des politischen Zionismus, nicht minder aber auch die aus diesen abgeleiteten Konfliktachsen der israelischen Gesellschaft, ihre Widersprüche und Zerrissenheiten im einzelnen verfolgt und ihre Auswirkungen auf Israels geopolitische Ausrichtung ins Auge gefaßt. 


Peter Neuhof:
Als die Braunen kamen
Eine Berliner jüdische Familie im Widerstand
297 S., 37 Abb., Br., € 24,90
978-3-89144-356-9
Der Berliner Journalist Peter Neuhof schildert aus eigenem Erleben, gestützt auf seine Tagebuchaufzeichnungen und die seines Vaters, Briefe seiner Eltern, Dokumente der Gestapo und Gerichtsakten die Zeit von 1930 bis 1945. Als Heranwachsender erlebte er den wachsenden Terror der Nazis schon vor 1933, aber auch die verzweifelten Versuche vor allem von Menschen aus der Arbeiterbewegung, sich der anbahnenden Katastrophe in den Weg zu stellen. Sein Vater, ein jüdischer Getreidehändler, und seine Mutter waren beide Mitglieder der KPD, er selbst im Arbeitersportverein »Fichte« organisiert.
Nach der Machtübergabe an Hitler setzte auch der Verfolgungsdruck gegen seine Familie ein, dem sein Vater und seine Mutter zum Opfer fielen. Wie in einem Brennglas verdichten sich in seiner Geschichte die Terrormaßnahmen der Nazis gegen die jüdische Bevölkerung und gegen die wenigen, die sich nicht kampflos in ihr Schicksal fügten. Verhaftungen und Gerichtsverfahren, Deportation von Familienmitgliedern in die Vernichtungslager, aber auch der feste Wille, sich nicht wie Schafe zur Schlachtbank führen zu lassen, bilden den Kern dieser Geschichte.

Illustrationen aus dem Buch
Rezension "Begegnung mit Eichmann" von Hans Daniel: http://www.jungewelt.de
LESUNGEN [auch kostenlose] mit Peter Neuhof auf Anfrage bei BesTellBuch@t-online.de


Ernesto CHE Guevara Ausgewählte Werke

978-3-89144-004-9  Guevara, Ernesto Che, Bd.1: Guerillakampf und Befreiungsbewegung Br € 14,00
978-3-89144-006-3  Guevara, Ernesto Che, Bd. 3: Aufsätze zur Wirtschaftspolitik   Br € 14,00
978-3-89144-007-0  Guevara, Ernesto Che, Bd. 4: Schriften zum Internationalismus Br € 14,00
978-3-89144-009-4  Guevara, Ernesto Che, Bd. 6: Der neue Mensch - Entwürfe f.d. Leben i.d. Zukunft Br € 14,00

.......................................Mit dem Internet verbunden sehen Sie hier die homepage des Verlages: http://www.pahl-rugenstein.de
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Eros und Politik
Wider die Entfremdung des Menschen
Ein politisches Lese-Bilder-Buch
(Hg. Heike Friaul, Illustr. Thomas J. Richter)
170 S, Br., € 16,90
978-3-89144-408-5
Revolution und die freie Entfaltung von Liebe, Eros und Erotik gehören zusammen, so wie die Entwicklung der Erotik für die Menschwerdung unverzichtbar war. Dieses Buch zeigt den Sachverhalt aus vier Perspektiven. Der Schriftsteller Peter Hacks (1928-2003) geht in seinem Essay über Pornographie, Kunst und Erotik von der sich in der DDR entwickelnden sozialistischen Gesellschaft aus, in der der Kampf gegen die Entfremdung schon begonnen hatte. Demgegenüber beschreibt der marxistische Analytiker der Nachkriegsrealität, der Geschichtsphilosoph Leo Kofler (1907- 1995), Ursachen und Folgen von Entfremdung und Pauperismus. Der kulturhistorische Essay des Soziologen Werner Seppmann bezieht die unterschiedlichen Entwicklungen in der DDR und der Bundesrepublik ein und charakterisiert die extreme Beschleunigung der Entfremdungsprozesse, denen wir heute ausgesetzt sind. Um die gesellschaftliche Alternative - den vom Kapitalismus befreiten Menschen - nicht aus den Augen zu verlieren, ist dieses Buch von Thomas J. Richter mit Bildern, Zeichnungen und Druckgraphik lustvoll ausgestattet.

I. Iriondo / R. Sola:
Das Baskenland
Wege zu einem gerechten Frieden
Ein Gespräch mit Arnaldo Otegi
249 S., broschiert, € 22,90
978-3-89144-399-6
Die Forderung der Basken nach Wiederherstellung ihrer Selbstbestimmung und die repressiven Antworten des spanischen Zentralstaates sind der Kern eines Konflikts, der seit dem 19. Jahrhundert andauert. Auch in der postfrankistischen Zeit nach 1975 konnte im Gegensatz zu anderen regionalen Konflikten in der EU (z.B. Nordirland) keine dauerhafte Lösung gefunden werden.
Arnaldo Otegi, Sprecher der seit 2003 im spanischen Staat verbotenen baskischen Partei Batasuna (Einheit), skizziert hier eine Bewegung, die schon in der Diktatur Francos für ein unabhängiges und sozialistisches Baskenland gekämpft hat. Die tiefen historischen, politischen und identitären Wurzeln des Konflikts sind hierbei ebenso Thema wie der Versuch, Perspektiven für eine Konfliktlösung zu entwickeln. Seit 1997 in der kollektiven Führung von Herri Batasuna (Volksunion), später in der Koalition Euskal Herritarrok (Baskischen Bürger) und danach in der neuen Partei Batasuna, war Otegi Mitinitiator zweier Friedensprozesse (1998/99 und 2006/07), in denen alle politische Akteure im Baskenland gefordert waren, eine gemeinsame Lösung auszuhandeln. Gescheitert sind beide Prozesse letztendlich an der unnachgiebigen Haltung des spanischen Staates. Neben Otegi ist die gesamte Batasuna-Führung von politischer Verfolgung betroffen. Er wurde im Juni 2007 nach dem gescheiterten zweiten Friedenprozess und dem Ende der Waffenruhe durch die ETA verhaftet. Vom Verhandlungstisch in den Knast folgten im Dezember 2007 und im Februar 2008 weitere Parteiführer nach. Trotz der massiven Repression betont die Partei den ungebrochenen Willen der baskischen Linken, eine demokratische Lösung für diesen politischen Konflikt zu suchen.
>> B A S K I S C H E    B I B L I O T H E K




Medienmacht und Widerspruchserfahrung
Herausgegeben von Peter Bathke, Hermann Kopp und Werner Seppmann
153 S., broschiert, € 12,90
978-3-89144-395-8
Fragt man nach den Gründen der Verbreitung und des Einflusses der neoliberalen Ideologie in den sozialen Auseinandersetzungen der jüngsten Zeit, so stößt man unweigerlich auf die Rolle der Massenmedien. Ohne die aktive Mithilfe des Medienapparates könnte die Ideologie der Deregulierung und des ungebremsten Marktes nicht so tief in das allgemeine Bewusstsein eindringen. Jedoch wäre die geistige Formierung nicht so leicht möglich, hätten die verbreiteten »Lösungsvorschläge« nicht auch für die Krisenopfer einen Schein von Plausibilität. Die neoliberalistische Propaganda hätte sich nicht so reibungslos durchsetzen können, wenn eine breite kritische Öffentlichkeit mit wirkungsvollen Möglichkeiten zur Gegenartikulation existieren würde. Alle einschlägigen Untersuchungen belegen, dass bei der Mehrheit der Bevölkerung, trotz der in Ermangelung von Alternativen häufigen Übernahme herrschaftskonformer Interpretationsschablonen, das Wissen um die sozialen Konfliktlinien nicht verschwunden ist. Im Rahmen der bestehenden Macht- und Ohnmachtsverhältnisse gelingt es dem Medienapparat zwar meist, das letzte (der Realität und der Wahrheit widersprechende) Wort zu behalten. Mangels Alternativen werden seine »Sprachregelungen « übernommen. Doch werden dadurch die alltäglichen Widerspruchserfahrungen nicht suspendiert. Die Manipulationsapparate sind also nicht allmächtig. Darin liegt die Chance sozialer Aufklärungsprozesse und politischer Selbstbestimmung, zu denen auch die Projekte einer medialen Gegenwehr gehören.
Inhalt:
Vorbemerkung
Bernd Hamm: Medienmacht – wie und zu wessen Nutzen unser Bewusstsein gemacht wird
Werner Seppmann: Medienbewusstsein und Widerspruchserfahrung
Peter Bürger: Die Überbaubasis. Zur Kritik der Massenkultur und des Kriegsmarketings der Unterhaltungsindustrie
Gitta Düperthal: Die alltägliche Medienmanipulation.
Oder: Warum es wieder einen linken Journalismus geben muss!
Karin Leukefeld: Über Medien in Zeiten des Krieges


Bernd Lederer:
Die Bildung, die sie meinen...
Mündiger Mensch oder nützlicher Idiot
188 S., broschiert € 19,90
978-3-89144-388-0
Alle reden heutzutage von Bildung und beschwört sie als unerlässliche und entsprechend investitionswürdige Qualität einer zukunftsfähiger Gesellschaft bzw. eines wettbewerbsfähigen »Standorts«. Allzu oft hat es jedoch den Anschein, als wüssten diejenigen, die am meisten von Bildung reden, nicht, wovon sie da eigentlich reden. Schlimmer noch: kommt von politisch bzw. ökonomisch interessierter Seite die Sprache auf Bildung, wird mit diesem Begriff – oft wider besseren Wissens – etwas beschrieben, was doch besser mit »(Schlüssel-)Qualifikation« oder »Kompetenz « benannt wäre. Was aber ist und meint Bildung eigentlich – und was gerade nicht? Dieses Buch geht der Frage nach, was heute, in neoliberalen Zeiten einer Ökonomisierung praktisch aller Lebensbereiche, mit Bildung gemeint ist, wenn Politiker oder Wirtschaftsfunktionäre diese unablässig propagieren. Zumeist wird Bildung dann eindimensional mit ökonomischer Leistungsfähigkeit und arbeitsmarktkompatibler Verwertbarkeit gleichgesetzt und als unerlässliche »Humankapitalinvestition « in den eigenen individuellen »Standort« gepriesen. So gerät die Kritik an der Ökonomisierung von Bildung, die hier auf verschiedenen Ebenen des Bildungssystems verdeutlicht wird, letztlich zu einem Plädoyer für die Rettung eines umfassenden, d.h. humanistischen und aufklärerischen, an den Werten Mündigkeit, Persönlichkeitsentfaltung und Emanzipation orientierten Verständnisses von Bildung. 

Sebastian Baryli:
Zwischen Stalin und Kafka
Ernst Fischer
von 1945 bis 1972
256 S., broschiert, € 22,90
978-3-89144-400-9
Ernst Fischer sah sich nie als Politiker, sondern er pflegte sein Image als Intellektueller. Diese Biografie zeigt auf, wie diese Elemente miteinander verzahnt waren. In seinen philosophischen Überlegungen war er auf der Suche nach politischen Konzepten, um die Gesellschaft verändern zu können. In seinen Überlegungen gibt es, aufgrund dieses Zusammenspiels, viele Aspekte, die ihn auch noch Jahrzehnte nach seinem Tod lesenswert machen. In seiner Person, in den theoretischen Debatten, die er führte, und in den Kämpfen, die er ausgefochten hat, spiegeln sich entscheidende Abschnitte der österreichischen Zeitgeschichte wider. Vor dem Hintergrund seines persönlichen Werdeganges wird außerdem ein Panorama der Ideengeschichte der kommunistischen Bewegung entworfen. Auch Ernst Fischer bleibt weniger als Staatsmann in Erinnerung, als vielmehr als Intellektueller, der in theoretischen Auseinandersetzungen mit Dimitroff, Lukács und Togliatti seinen Standpunkt schärft. In der Volksfrontpolitik sah Fischer zunächst den wesentlichen Hebel, mit dem die kommunistische Bewegung gesellschaftliche Verhältnisse grundlegend verändern kann. Die politische Realität der österreichischen Nachkriegsordnung brachte jedoch nur enttäuschende Ergebnisse für ihn und seine Partei. Diese Desillusionierung verarbeitete er in der Ausformulierung neuer Konzepte. Die Zwei-Lager-Theorie schien für einige Zeit befriedigende Antworten zu liefern. Doch auch hier musste die Theorie veränderten Realitäten angepasst werden. Zunehmend rückte die Frage ins Zentrum, wie dem Sozialismus neue Anziehungskraft verliehen werden konnte. 1963 bildete sich ein entscheidender Bruchpunkt in Fischers intellektueller Entwicklung heraus: die Kafka-Konferenz in Prag. Auf dieser Konferenz wurde erstmals öffentlich die Frage der Entfremdung im Sozialismus debattiert. Eine Frage, in deren Beantwortung er zunehmend in Konflikt mit dem realen Sozialismus kam...

Wolf Stammnitz:
Widerspruch leben
188 S., 30 Abb., broschiert, € 16,90
978-3-89144-401-6
Wolf Stammnitz, Jahrgang 1939, nimmt uns in seinen Erinnerungen mit auf eine Zeitreise durch die jüngere politische Geschichte. Hier berichtet einer, den eine Westberliner Polizeikugel politisch weckte, und der sich nach 1968 zu schade war für Selbstverleugnung und den »Marsch durch die Institutionen« á la Joschka Fischer. Der stattdessen jahrzehntelang nach Wegen suchte, dem Kommunismus in Deutschland eine zeitgemäße Gestalt und Aussagekraft zu geben. Der aus diesem Grund seine bürgerliche Karriere als Stadtplaner gegen Industriearbeit eintauschte, Widerstände gegen Mietspekulanten, Betriebskämpfe gegen Profiteure und Plattmacher anzettelte. Der 1980 mit dem »wirksamsten politischen Theater, das die Bundesrepublik je gesehen hat«, mit B. Brechts Anachronistischem Zug, F.J. Strauß als Kanzler verhindern half.
Wolf Stammnitz hat mehr als zwei Jahrzehnte in München und in anderen bayerischen Städten in großen Metallbetrieben gearbeitet und Politik gemacht. Seit den 80er Jahren dann in Köln und im Ruhrgebiet. Er berichtet, wie ihn 1989 die Niederlage des Sozialismus im Osten in seine tiefste persönliche Krise stürzte, aus der heraus ihn sein Weg in die PDS und mit ihr in »Die Linke« führte, deren Kommunalpolitik er als Fraktionsvorsitzender im Dortmunder Stadtrat nun profiliert mitgestaltet.
Der Autor steht für Lesungen zur Verfügung.


Kurt Finker:
Der Dämon kam über uns...
Faschismus und Antifaschismus in Geschichtsbild
und Geschichtsschreibung Westdeutschlands 1945-1955
Ein deutsch-deutsches Lesebuch
385 S., broschiert, € 24,95
978-3-89144-403-0
Der Historiker Kurt Finker (Jahrgang 1928) schließt mit dieser Untersuchung eine schmerzliche Lücke in der Geschichtsforschung über die Aufarbeitung von Faschismus und Antifaschismus in Westdeutschland in den Jahren 1945-1955. Kurt Finker gehört zu den Historikern in der DDR, die sich frühzeitig – neben der in Westdeutschland lange vernachlässigten bzw. mit dem Ruch der »Verfassungsfeindlichkeit « behafteten Aufarbeitung der Geschichte des kommunistischen Widerstandes – auch dem Widerstand der Männer und Frauen des 20. Juli 1944 widmeten und somit die Vielfalt in der Einheit des Widerstandes gewürdigt haben.
Die Lektüre öffnet einen Blick in den Abgrund der allgemeinen Verdrängung und Verfälschung über die historische Wahrheit von Faschismus und Antifaschismus in Westdeutschland in den ersten 10 Jahren nach 1945. Wer die einschlägige Literatur zu diesem Gegenstand nicht kennt, erhält mit diesem Buch eine lesenswerte Einführung in die verdrängte Geschichte der postfaschistischen Gesellschaft Westdeutschlands bis 1955. Wer sie kennt, erhält ein Kompendium, das als Übersichts- und Nachschlagewerk ebenso nützlich ist wie als Fundus für Quellen und Zitate.
Kurt Finkers Buch über die westdeutsche Geschichtsaufarbeitung von Faschismus und Antifaschismus in den Jahren von 1945 bis 1955 gehört in die Hand aller Deutschen, die sich dem »Irrweg einer Nation« widersetzen. Eine Vorbemerkung des Herausgebers Friedrich-Martin Balzer und ein Geleitwort von Otto Köhler ergänzen das Buch.

Tietz, M.:
Meinen Mund schließt nur der Tod
Mathias Thesen (1891-1944)
Eine biographische Dokumentation
228 S., zahlr. Abb., Br. € 16,95
978-3-89144-392-7
Ein politisches Porträt des Duisburger Reichstagsabgeordneten und Widerstandskämpfers Mathias Thesen in Bildern, Berichten und Dokumenten - erweitert durch biographische Notizen über einige seiner engsten Familienangehörigen, Weggefährten und Mithäftlinge.
Einige Stationen seines bewegten Lebens:
Schlosserlehre in Trier, Eisendreher in der Trierer »Eisendreherei« (vormals Feuerstein).
1910: SPD und DMV (Deutscher Metallarbeiter Verband).
1914 ff.: Vor Verdun und Arras schwer verwundet.
1916: Spartakusbund. »Kriegstrauung« mitKatharina Hartmann aus Trier-Ehrang.
1917/18: USPD. Oberhausen-Sterkrade, Vertrauensmann bei Krupp/Essen,. Aktivist der Arbeiter- und Soldatenräte in der Novemberrevolution.
1920: KPD in Duisburg-Hamborn.
1919-1925: Gutehoffnungshütte Oberhausen-Sterkrade, Vertrauensmann.Schlosser und Streikführer auf der Haniel-Rheinwerftin Duisburg-Walsum.
1924-1928: KPD-Stadtrat bzw. -Fraktionsvorsitzender in Hamborn, Duisburg, Essen.Bezirksleitung Ruhrgebiet in Essen. RFB-Führer.
1928-1933: KPD-Reichstagsabgeordneter. Parteisekretär in Bochum, Duisburg-Hamborn etc. Gewerkschaftssekretär. ZK-Mitglied
März-Sept.1933: Leiter des antifaschistischen Widerstandes in Norddeutschland. Festnahme, Folterungen, KZ Hamburg-Fuhlsbüttel.
11. Oktober 1944: Nach über 11jährigem Widerstand hinter Gitternund Stacheldraht erschossen wegen »Meuterei und Aufwiegelung« im KZ Sachsenhausen - zusammen mit 26 weiteren deutschen und französischen Antifaschisten.


Savvas Xiros
Guantanamo auf griechisch
Zeitgenössische Folter im Rechtsstaat
2.Aufl.
129 S., Br., € 13,90
978-3-89144-394-1
Guantanamo ist das Synonym für die Abschaffung jeglichen gesetzlichen Schutzes der Bürger vor staatlicher Willkür, Inhaftierung ohne gerichtliche Überprüfung und Folter. Guantanamo steht für einen von höchster staatlicher Stelle systematisch betriebenen Zivilisationsbruch: der Negierung des Menschseins der vermeintlichen oder wirklichen politischen oder militärischen Gegner. Nach den Erfahrungen im 20. Jahrhundert mit dem deutschen Faschismus erschien eine derartige Entwicklung in mit allen demokratischen Insignien versehenen Staatswesen bisher undenkbar. Im sogenannten "Krieg gegen den Terror" wird staatlicherseits ein "Sicherheits"-Totalitarismus entwickelt, der sich allerdings nicht auf die USA beschränkt, sondern auch in Europa auf dem Vormarsch ist. Savvas Xiros, Mitglied der griechischen Stadtguerilla "17N", schildert in diesen autobiographischen Aufzeichnungen sein Martyrium in einem Athener Krankenhaus, nachdem ihm eine Bombe in der Hand explodierte. Während seines 65tägigen Aufenthaltes auf der Intensivstation wird er, an Händen und Füssen gefesselt, nackt und in fast völliger Dunkelheit, mit verbunden Augen und unter dem Einfluss starker Psychopharmaka, kaum aus dem Koma erwacht und zwischen Leben und Tod schwebend, nach allen Regeln moderner Folterkunst verhört. Auserlesene Papageien aus juristischen Kreisen und der Hierarchie der Richter erklärten bereitwillig, dass der auf frischer Tat ertappte Bombenleger gar nicht "festgenommen" worden wäre. Man hätte ihn bloß mit mehreren hundert schwerbewaffneten maskierten Polizeibeamten und Geheimdienstagenten "geschützt" (vor was eigentlich?), ein "Schutz", bei dem ihm jeglicher Kontakt mit Rechtsanwälten, engsten Angehörigen und sogar seiner Lebensgefährtin verwehrt wurde. Da er ja (angeblich) gar nicht "festgenommen" wurde, konnte auch keine Rede von der Inanspruchnahme der für Festgenommene verbrieften Rechte sein. Trotz oder wegen dieser Umstände wurden aber seine "Aussagen" im Gerichtsverfahren gegen ihn und Mitangeklagte verwendet. Die Mönche im Mittelalter, die Enten zu Fischen umtauften, um das Fastengebot zu umgehen, waren im Vergleich dazu wesentlich ungefährlicher, weil sie für die Befriedigung ihrer fetten Bäuche nur Gefahr liefen, in der Hölle zu schmoren, während ihre modernen Epigonen eine ganze Gesellschaft zurück ins Mittelalter führen.



Z U B I A K  -  B A S K I S C H E    B I B L I O T H E K
Literatur aus einem Land, das es nicht gibt.
Die Baskische Bibliothek ist auf zehn Titel in den nächsten fünf Jahren angelegt. Zur Information für Sie und Ihre Kunden hat der Verlag eine 24-seitige kostenlose Broschüre veröffentlicht mit Informationen über Literatur, Kultur, Sprache und Geschichte des Baskenlandes. Bitte fordern Sie die Broschüre an. Außerdem im Internet: www.zubiak.de


Anjel Lertxundi:
Domingos letzte Wette
130 S., englische Broschur, € 14,95
978-3-89144-405-4
Als Martzelina ins Dorf kommt, schlagen ihr Häme und Misstrauen entgegen. Man hält die junge Frau für »leicht zu haben «, weshalb sie von den Frauen gemieden und von den Männern bedrängt wird. Schließlich heiratet sie Domingo, der lieblos und grob ist, und verliert unter seinen Schlägen das gemeinsame Kind. Immer öfter riskiert Domingo sein Leben bei waghalsigen Mut- und Härteproben – bis eines nachts eine Wette eskaliert...
Anjel Lertxundi ließ sich von einer wahren Begebenheit zu dieser Geschichte inspirieren. Er bricht mit dem Klischee dörflicher Idylle und beschreibt mit beklemmender Intensität ein Milieu, das Grausamkeit billigt, fordert und gedeihen lässt. Zeugen und Akteure bringen die verhängnisvollen Verstrickungen ans Licht, aus ihren Erinnerungen fügt sich nach und nach die Geschichte zusammen. Der Kurzroman gilt als ein Klassiker baskischer Literatur und brachte es 1985 als eine der ersten baskischen Literaturverfilmungen auf die Leinwand.

Anjel Lertxundi, Jahrgang 1948, erhielt als Autor mehrere Preise, arbeitet zudem als Dozent und Journalist und ist Mitbegründer des Baskischen Schriftstellerverbandes EIE. Er befasst sich mit der Neuschöpfung baskischer Worte, zum Beispiel für Begriffe aus der Welt des Internets.


Aingeru Epaltza:
Rock'n'Roll
400 S., englische Broschur, € 22,95
 978-3-89144-404-7
ROCK’N’ROLL: Ein ungewöhnlicher Titel für einen Roman, in dem kein einziger Musiker auftritt. Stattdessen begegnen wir Edu, einem reichlich alkoholisierten Journalisten, in seiner Zeitungsredaktion das ewige Mädchen-für-alles. Und Edus alten Schulfreunden: Narbengesicht, heute gutbürgerlich etabliert, der Kurze, der sich mit dem Sammeln von Informationen beschäftigt, und Charly, der seine Tage weiter mit Joints, Frauen und Motorrädern verbringt. Das alte Lou-Reed-Stück »Rock’n’roll« ist für alle ein Symbol – für die Rebellion in ihrer Jugend und die Solidarität, die sie auch heute noch verbindet... das ist zumindest das, was Edu glaubt. ROCK’N’ROLL: Zwei Wochen im August 1999 im baskischen Iruña, auch wenn der Name der Stadt nicht fällt; das Verschwinden der Leiche einer alten Frau, ein abgeschnittener Finger, die Recherchen eines frustrierten Journalisten, viele Verdächtige, doch kein Licht im Dunkel – bis einer der Freunde ermordet wird...

Aingeru Epaltza wurde 1960 in Iruña (spanisch: Pamplona) geboren. Der gelernte Journalist arbeitete viele Jahre bei verschiedenen Medien und ist heute Übersetzer bei der Landesregierung von Navarra. Seit er 1984 seine literarische Laufbahn als Theaterautor begann, gilt er als einer der Vorreiter der modernen Baskischen Literatur in Navarra. Er ist vor allem als Romanautor bekannt, 1997 erhielt er für den Roman »Tigre ehizean« (Die Jagd auf den Tiger) den baskischen Literaturpreis.



Edorta Jimenez
Der Lärm der Grillen
Übersetzung aus dem Baskischen: Petra Elser und Christiane Bendel
Zubiak – Baskische Bibliothek
ca. 240 Seiten, 2 Karten, Klappenbroschur, € 19,95
978-3-89144-381-1
Während des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) arbeitete Uriarte als Agent der baskischen Regierung in Mundaka, einem kleinen Küstenort in der Provinz Bizkaia. Zur Zeit der Handlung in den 1990er Jahren lebt er zurückgezogen im französischen Baskenland. Eines Tages erhält er Besuch von einem jüngeren Mann, der es versteht, mit Andeutungen das Interesse Uriartes zu wecken. Einerseits befürchtet Uriarte, sein Gast sei ein Spitzel der Polizei, andererseits drängt es ihn, endlich seine Geschichte – seine »Wahrheit« – zu erzählen. Aus anfänglicher Vorsicht und Skepsis erwächst nach und nach ein vertrauensvolles Band.
In gemeinsamen Gesprächen erinnert sich Uriarte an längst Verdrängtes aus jener Zeit, als die franquistischen Truppen immer weiter vorrückten und Gernika (Guernica) durch die deutsche Legion Condor vernichtet wurde. Er bricht schließlich mit dem Tabu, an den alten Wunden zu rühren. Uriarte wie sein Besucher glauben, der jeweils andere sei im Besitz von Informationen über einen unbekannten Toten, der unlängst in Mundaka gefunden wurde. Ist er vielleicht jener baskische Agent »Gure Gizona«, zu deutsch »unser Mann«, den Uriarte damals hatte retten sollen? Uriarte war während des Krieges zudem beauftragt, das Tun des Bürgermeisters Mallona zu durchleuchten. Der gläubige Katholik Mallona trieb aus Überzeugung und Loyalität gegenüber seinen Freunden ein doppeltes Spiel. Einerseits Mitglied der republiktreuen Baskischen Nationalistischen Partei PNV, verhalf er andererseits Franquisten zur Flucht. Nachdem Bilbo (Bilbao) gefallen war, sah er deshalb keine Veranlassung, so wie andere Amtsinhaber und Parteifreunde ins Exil zu gehen. Stattdessen kehrte er in seinen Heimatort Mundaka zurück. Er wurde von der franquistischen Justiz als Funktionsträger der Republik angeklagt und zum Tode verurteilt.
Während des Bürgerkriegs traf der lebensfrohe, politisch desillusionierte Haudegen Uriarte in den Küstenorten Bizkaias Menschen aller politischen Schattierungen, darunter historische Persönlichkeiten wie die Journalisten Robert Capa und George Steer. Uriartes Besucher, dessen Identität sich erst zum Ende des Romans enthüllen wird, sucht nach Antworten, nicht nach Schuldigen. Er will verstehen, was damals geschah. Auf dieser Suche ist Uriarte ihm ein guter Begleiter. Keine der Figuren ist eindeutig »Held« oder »Schurke«. Es ist der Krieg, der brutalisiert und entmenschlicht. Der Roman trägt deutlich die Züge eines Krimis. Er rekurriert auf historische Ereignisse und Zusammenhänge, wie zum Beispiel die Rolle der Frauen im Spanischen Bürgerkrieg, die Folgen baskischer Militärstrategie, die ambivalente Haltung der PNV, die Zerstörung Gernikas, die abenteuerliche Flucht von Franquisten auf den deutschen Schiffen »Königsberg« und »Leipzig « oder die Evakuierung von Bilbo.
Der Lärm der Grillen stelle eine »spannende Form, Geschichte zu erzählen« dar, urteilte die baskische Kritik. Um fiktive von historischen Personen zu unterscheiden, werden die Figuren im Anhang mit ihren authentischen Lebensdaten aufgelistet.

Edorta Jimenez wurde 1953 in Mundaka (Bizkaia) geboren. Er arbeitet als Seemann, Übersetzer und Autor, schreibt Kolumnen und Drehbücher, produziert eine wöchentlich Radiosendung zu kulturellen und aktuellen Themen, hält Vorträge über Literatur auch an Schulen und engagiert sich für den Erhalt des Naturschutzgebietes Urdaibai. Vielseitigkeit, Skepsis gegenüber vermeintlichen Wahrheiten sowie ein bildhafter Erzählstil sind für sein literarisches Schaffen charakteristisch. Oft wählt er Mundaka und die baskische Küste als Thema und Kulisse. Unter dem Namen Omar Nabarro veröffentlichte er sechs Gedichtbände. Für seine Kurzgeschichtensammlung Atoiuntzia erhielt er 1990 den Gabriel-Aresti-Preis. Weitere Preise folgten. Baleen berbaroa (1997, Die Stimme des Wals) konzipierte Jimenez als Auftakt einer Triologie. Der Roman schildert den Lebensweg eines Seemanns zur Zeit der Renaissance. Mit Sukar ustelaren urtea (Das Jahr des Typhus) folgte 2004 der zweite Band. Während der Recherchen zu Hemingway eta euskaldunak zerbitzu sekretuetan (2003, Hemingway, die Basken und die Geheimdienste) entstand die Idee zu Kilkerren hotsak (2003, Der Lärm der Grillen). Der Roman erscheint 2007 zum Jahrestag der Bombardierung Gernikas auch auf Spanisch.


Arantxa Urretabizkaia
Das rote Heft
Übersetzung aus dem Baskischen: Jürgen Wolff
Zubiak – Baskische Bibliothek
ca. 140 Seiten, Klappenbroschur, € 14,95
978-3-89144-382-8
Das »rote Heft« ist das Notizbuch, in das eine Mutter einen langen Brief an ihre Kinder schreibt. Anfang der 1980er Jahre musste sie aus dem spanischen ins französische Baskenland fliehen und lebt seitdem in der Illegalität. Ihr Mann und ihre Kinder, damals drei und fünf Jahre alt, blieben zurück. Unter schwierigen Bedingungen, regelmäßig aber selten, besuchte sie ihre Familie. Doch eines Tages waren Mann und Kinder spurlos verschwunden. Sieben Jahre später erhält die Frau die Nachricht, ihre Familie lebe mit neuer Identität in Venezuela. Sie beauftragt Laura Garate, eine befreundete junge Anwältin, die Kinder aufzuspüren und ihnen das rote Heft zu geben, in das sie ihre Geschichte geschrieben hat – wie sie den Vater kennen lernte, wie die Kinder geboren wurden, über die gemeinsamen Jahre bis hin zu ihrer dramatischen Flucht. Sie erzählt von der Zeit nach Francos Tod, reflektiert die Motive ihres politischen Engagements, beschreibt Aufbruchstimmung und Repression, die Erfahrung der Schwangerschaft, die Liebe und das Auseinanderdriften des Paares. Die Protagonistin bleibt anonym. Sie wird durchgängig »Mutter« genannt, wobei im baskischen Original »Mutter« ungewöhnlicherweise groß geschrieben ist – so, als handele es sich um einen Namen. Der Roman beginnt mit der Ankunft Lauras in Caracas. Parallel zu ihrer Suche nach den Kindern liest sie selbst im roten Heft. So werden die Detektivgeschichte im Venezuela der erzählten Gegenwart und die Autobiographie der Mutter miteinander verwoben. Die Suche verändert Laura, konfrontiert sie mit einer gänzlich anderen Welt und wirft Fragen auf zu Mutterschaft und Frauenrolle. Der Roman behandelt auf pakkende Weise Themen in ihrer Ambivalenz. Er geht um das Spannungsfeld zwischen politischem Engagement und Elternschaft, zwischen Sicherheit und Risiko, um Ideale und was die Zeit aus ihnen macht. Wird es Laura gelingen, die Kinder zu finden? Und wenn ja – werden diese das rote Heft überhaupt lesen können? Die Mutter schrieb ihre Geschichte auf Baskisch. Es wird sich zeigen, ob das Euskara die Mutter und ihre Kinder über räumliche und zeitliche Entfernungen hinweg zu verbinden vermag.

Arantxa Urretabizkaia, 1947 in Donostia geboren, lebt heute in Hondarribia. Sie gilt als eine der ersten engagierten baskischen Schriftstellerinnen in der Aufbruchszeit der 1970er und 1980er Jahre. Als wichtige Stimme ist die diplomierte Historikerin regelmäßig Gast in Talkshows und Diskussionsrunden zu politischen und sozialen Themen. Sie arbeitet als Radiojournalistin beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Baskenland. 2001 erhielt sie den Rikardo Arregi Preis für ihre journalistische Tätigkeit. Zu ihrem poetischen Werk zählen San Pedro bezperaren ondokoak (1972, Die Folgen der Nacht vor San Pedro) und Maitasunaren magalean (1982, Im Schoß der Liebe). Ihre bekannteste Prosaveröffentlichung ist Zergatik Panpox (1979, Warum Panpox). Der Kurzroman provozierte seinerzeit, weil die Autorin eine alleinerziehende Mutter als Protagonistin wählte. Es folgten Drehbücher, weitere Romane wie Saturno (1987, Saturn) und Koaderno gorria (1998, Das rote Heft) sowie der Erzählband Aspaldian espero zaitudalako ez nago sekula bakarrik (1983, Da ich schon seit langem auf dich warte, bin ich nie einsam) und das Jugendbuch Aurten aldatuko da nire bizitza (1992, Dieses Jahr wird sich mein Leben ändern).


Hans Heinz Holz
Für Einsteiger und Fortgeschrittene
Gesamtbibliographie mit 2400 Veröffentlichungen: 500 publizistische Beiträge im Volltext
CD-R, 2000 S., Jewelcase, € 29,95 fPr.
978-3-89144-390-3
I. Lebenslauf von Hans Heinz Holz
II. Erste Gesamtbibliographie (1946-2006)
III. Friedrich-Martin Balzer: Hans Heinz Holz als Publizist
IV. Editorische Vorbemerkung zur Publikation von 500 publizistischen Beiträgen von Hans Heinz Holz (1946-1978)
IV.1 Kunst und Kultur:
Von der Felsenmalerei in der Sahara bis zur Pop-Art. Schwerpunkte: Kunsttheorie; Josef Albers, Max Bill, Paul Cézanne, Camille Corot, Gustave Courbet, Max Ernst, Alberto Giacometti, Goya, Ferdinand Hodler, Johannes Itten, Paul Klee, Le Corbusier, Fernand Léger, Richard P. Lohse, Piet Mondrian, Pablo Picasso und Rembrandt.
IV.2 Theater und Literatur:
Schwerpunkte u. a.: Bertolt Brecht, Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch, Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich von Kleist, Werner Krauss, Thomas Mann, Johann Nepomuk Nestroy und William Shakespeare.
IV.3 Philosophie und Geschichte:
Schwerpunkte u. a.: Theodor W. Adorno, Aristoteles, Walter Benjamin, Ernst Bloch, René Descartes, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Martin Heidegger, Edmund Husserl, Immanuel Kant, Gottfried Wilhelm Leibniz, Georg Lukács, Karl Marx, Herbert Marcuse, Friedrich Nietzsche und Jean Paul Sartre.
IV.4 Politik und Zeitgeschehen:
Kampf gegen Wiederaufrüstung und CDU-Staat; gegen Aushöhlung der Demokratie, für Völkerrecht und Friedensordnung; gegen Notstandsgesetze und formierte Gesellschaft; gegen das Drängen Bonns nach Atomwaffen, Reiseberichte aus der Sowjetunion und Indien, Aufklärung über China. [http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Heinz_Holz]


Der Wettlauf zum Frieden
Klaus Ehrler
in Texten und Kontexten
212 S., € 16,90
978-3-89144-393-4
Klaus Ehrler (1930-2005) gehörte in den 50er Jahren in Westberlin zum inneren Zirkel der studentischen Opposition gegen die Remilitarisierungspolitik der Adenauer-Regierung und setzte diese Tätigkeit später in der Internationalen Christlichen Friedenskonferenz (CFK) fort. Die Biographie zeigt uns nicht nur eine außergewöhnliche Person, die auf ebenso außergewöhnliche Weise die deutsche und die internationale Friedensbewegung inspiriert und mitgetragen hat. Sie bietet zugleich einen umfänglichen Einblick in friedenspolitische Aktivitäten eines halben Jahrhunderts und skizziert dabei ein Kapitel Weltgeschichte, von dem der Historiker Klaus Ehrler sehr wohl wusste, dass auch nach dem 8. Mai 1945 Faschismus und Weltkrieg latente Optionen weltmachtpolitischer Ansprüche geblieben sind.

Pieter Bakker Schut:
Stammheim
Der Prozeß gegen die Rote Armee Fraktion
Die notwendige Korrektur der herrschenden Meinung
Vorwort Ulla Jelpke
692 S., Br., € 29,95
978-3-89144-247-0
Die hysterische Debatte des Jahres 2007 um die Gefangenen der RAF und die mögliche Begnadigung von Christian Klar und Birgit Hogefeld hat einmal mehr die Behauptung widerlegt, die Gerichtsverfahren gegen RAF-Mitglieder seien »normale« Prozesse gewesen. Der Stammheim-Prozeß und die als »Selbstmorde« hingestellten Todesfälle von Meinhof, Baader, Ensslin, Raspe haben wie kaum ein anderes innen- und rechtspolitisches Ereignis, abgesehen vom KPD-Verbotsprozeß, das Gesicht der Bundesrepublik verändert – zum Negativen.
Der niederländische Rechtsanwalt Pieter H. Bakker Schut, einer der Verteidiger der Angeklagten, legt mit dieser Abhandlung eine juristisch-politische Analyse des Stammheimer Prozesses und seiner Vorgeschichte vor. Stammheim ist eben nicht nur ein klassisches Beispiel eines politischen Prozesses, bei dem ein justizförmiges Verfahren politischen Zwecken dienstbar gemacht wird. In Stammheim sollten Angeklagte nicht nur in einem Schauprozeß mit allen Mitteln staatlicher Machtentfaltung zur Strecke gebracht werden. Stammheim war nicht nur die Abrechnung der Herrschenden mit jenen, die ihnen den bewaffneten Kampf angesagt hatten. Sicher, all das war Stammheim auch. Stammheim ist der Ort, an dem zum ersten Mal in der Justizgeschichte der BRD die Grundsätze der präventiven Aufstandsbekämpfung wissenschaftlich erprobt wurden: von den Isolationsprogrammen made in USA bis hin zum Bau eines Prozeßbunkers auf dem Gefängnisgelände, vom manipulierenden Gerichtsvorsitzenden bis hin zum offenen Gesetzesbruch durch Abhören der Verteidigergespräche und der Gefängniszellen, von der Zerschlagung der Verteidigung durch Sondergesetze, Verteidigerausschlüsse, Verhaftungen und Berufsverbote bis hin zur Verhängung totaler Kontaktsperre.
Pieter Bakker Schut, geb. in Haarlem/Niederlande, Studium der Rechtswissenschaften. Während des Militärdienstes Ausbildung zum Verhörspezialisten im Offiziersrang. Seit 1967 Rechtsanwalt in Amsterdam. Bakker Schut verteidigte seit 1975 Gefangene aus der RAF.

Nikolaus Brauns / Dimitri Tsalos (Hg.):
Naher und mittlerer Osten
Krieg - Besatzung - Widerstand
209 S., Br., € 16.90
978-3-89144-385-9
Die anhaltenden Besatzungen in Afghanistan, Irak und Palästina, die Zerstörung Südlibanons im Sommer 2006, der drohende Krieg gegen Iran: Der Nahe und mittlere Osten bleibt einer permanenten imperialistischen Aggression ausgesetzt. Die Bevölkerungen dieser Region durchleben die Qual von Krieg und Besatzung. Mit völkerrechtswidrigen Kriegen und politischen und wirtschaftlichen Interventionen versuchen die USA, die EU und Deutschland in diesem geopolitisch zentralen Raum ihre Machtinteressen durchzusetzen. Die westlichen Medienkartelle berichten nicht über Ursachen und Folgen von Krieg und Widerstand, sondern verschweigen und manipulieren: Die ökonomischen und machtpolitischen Interessen der USA und der EU-Staaten sowie deren blutige Resultate werden ausgeblendet; stattdessen wird das eurozentrische Bild »fortschrittlich-demokratischer « Militärinterventionen gegen »barbarische« arabische Gesellschaftsstrukturen gepflegt. Im Umkehrschluss wird jegliche Opposition in dieser Region gegen Krieg und Vernichtung in den Bereich eines »fanatischen« oder »islamistischen« »Terrorismus« gerückt. Alternative Informationen sind schwer zu bekommen.
Inhalt:
R. Rupp: US-Strategien im arabisch-persischen Raum
J. Guilliard: Irak - Besatzungsrealität und Gegenkräfte nach vier Jahren Krieg und Besatzung
K. von Raussendorff: Der Israel/Palästina-Konflikt - Zur weltpolitischen Dimension eines Kampfes für nationale Souveränität und Demokratie
E. Schultz: Das Feindbild Islam und der Demokratieabbau
H. J. Schneider: Der »Fall« Awni al Kalemji
K. Mellenthin: Rolle und Interessen der USA rund ums Horn von Afrika
W. Langthaler: Islamische Befreiungstheologie?
und acht Beiträge von Vertretern palästinensischer, libanesischer, irakischer und afghanischer Volksbewegungen


Markus Bernhardt:
Schwule Nazis und der Rechtsruck in Gesellschaft und schwuler Szene
163 S. mit Abb., Br., € 16.90
 978-3-89144-387-3
Der Umgang bundesdeutscher Neonazis mit dem Thema Homosexualität ist geprägt von Widersprüchlichkeiten. Bereits während des Faschismus waren Schwule in der NSDAP aktiv. Das prominenteste Beispiel dürfte Ernst Julius Röhm, langjähriger Chef der »Sturmabteilung« (SA) gewesen sein. Obwohl Homosexuelle auch Opfer des faschistischen Terrors waren, verfolgt und ermordet wurden, sind auch heutzutage schwule Männer in der neofaschistischen Szene aktiv, die homosexuelle Lebensentwürfe nur vordergründig ablehnt.
Parallel dazu übernehmen zunehmend auch Wortführer der etablierten Homo-Bewegung rechte Positionen, üben sich in der Stimmungsmache gegen Migranten, erteilen einer multikulturellen Gesellschaft eine Absage und fallen weit hinter die emanzipatorischen Forderungen der Homosexuellen-Bewegung der 1970er und 80er Jahre zurück.
Anhand aktueller Beispiel beleuchtet das Buch den stetigen Rechtsruck der etablierten Homo-Bewegung, die augenscheinliche Sprachlosigkeit alternativer Lesben und Schwuler und den Umgang der Neonazis mit Homosexuellen. Neben Herbert Rusche, dem ersten offen schwulen Bundestagsabgeordneten Deutschlands, kommen der Filmemacher Rosa von Praunheim und der langjährige Homo-Aktivist Gottfried Ensslin, Bruder der RAF-Mitbegründerin Gudrun Ensslin, zu Wort. 

Gerhard Feldbauer:
Die nationale Befreiungsrevolution Vietnams
Zum Entstehen ihrer wesentlichen Bedingungen von 1925 bis 1945
134 S. mit Abb, Br., € 11,90
978-3-89144-379-8
Die Geschichte des vietnamesischen nationalen Befreiungskampfes begann keineswegs mit dem Kampf gegen die US-amerikanische Aggression, sondern Anfang der 1920er Jahre. Kennzeichnend war nicht nur die antikoloniale Stoßrichtung, sondern von Beginn an stand die soziale Befreiung gleichberechtigt der nationalen zur Seite. Gegenwärtig sind die progressiven Kräfte gleich mehrerer Länder Lateinamerikas im Begriff, aus dem »Hinterhof der USA« auszubrechen und der nationalen Souveränität einen fortschrittlichen sozialen Inhalt zu geben. Ein weiteres Zeichen für den anhaltenden weltweiten Einfluss des Sozialismus auch nach dessen Niederlage in Europa ist darin zu sehen, dass beispielsweise die Partei des Präsidenten Boliviens, Evo Morales, sich als »Bewegung zum Sozialismus« bezeichnet und Hugo Chávez vom »Sozialismus des 21. Jahrhunderts « als Ziel spricht. Dreh- und Angelpunkt dieser revolutionären Prozesse ist die Notwendigkeit, eine revolutionäre Führungskraft zu schaffen, wie sie Hugo Chávez als Einheitspartei der revolutionären Bewegung anstrebt.
Unter diesem Gesichtspunkt ist die Entstehungsgeschichte der KP Vietnams aus revolutionären Organisationen mit zunächst nur kommunistischer Tendenz und ihrer Entwicklung zur führenden Kraft der nationalen Befreiungsrevolution Vietnams im August 1945 auch heute von besonderem Interesse.
Gerhard Feldbauer, promoviert in vietnamesischer Geschichte, war während des US-Kriegs gegen Vietnam zusammen mit seiner als Fotojournalistin arbeitenden Frau Irene als Korrespondent in Vietnam, Laos und Kambodscha tätig. 


Jürgen Elsässer
Angriff der Heuschrecken
Zerstörung der Nationen und globaler Krieg
222 S., Br., 17,90
 978-3-89144-396-5
Zu Beginn der neunziger Jahre verkündete Präsident George Bush der Ältere die Neue Weltordnung.
Keine zwei Jahrzehnte später herrschen auf dem Planeten Zustände, als ob ein Angriff von Aliens stattgefunden hätte: Eröffnung immer neuer Fronten, Hunderttausende getötet, Millionen auf der Flucht, über eine Milliarde hungert. Die einzig verbliebene Supermacht duldet neben sich keine andere Nation.
Die Heuschrecken des Kapitalismus fressen alles kahl, verwüsten auch blühende Volkswirtschaften. Wer sich wehrt, wird zum Schurken erklärt und militärisch vernichtet. Wer sich fügt, muß Militärbasen dulden und sich dem Imperium unterordnen. Wie vor hundert Jahren entstehen rund um den Globus Kolonien und Halbkolonien – sowie Foltergefängnisse für die renitenten Eingeborenen.
Dieses Buch ist nicht gut für die Gesundheit. Die Lektüre wird die Nerven strapazieren und könnte zu Schlaflosigkeit führen. Präsentiert wird keine trockene Analyse, sondern ein blutiges Schlachtengemälde: der Aufmarsch einer gewaltigen Armada und die ersten erfolgreichen Gegenstöße des Widerstandes.
Vorwort: Mars attacks

Imperium der Aliens  Wie der Kapitalismus seine Produktionsgrundlagen vertilgt und die menschliche Arbeitskraft ausspuckt – und einen denationalisierten Ultra-Imperialismus zeugt

Die Kollaborateure  Über Michel Foucault und Toni Negri und ein bißchen über Britney Spears: Wie die Achtundsechziger lernten, das Imperium zu lieben

Die Klugheit der Samurai  Die Globalisierung als »nicht umkehrbarer Prozeß«? Dagegen steht die Theorie von Karl Marx – und fernöstliche Weisheit

Micky Mouse trifft Adolf Hitler  Der nationalistische Faschismus ist passé – sein postmoderner Bastard ist globalistisch

Alle Macht dem Volke: Die Linke kann und muß die Heuschrecken stoppen – aber als Anhängsel von Rosa-Grün wird das nicht gelingen

Was tun?  Im Zeitalter der Globalisierung stellt sich die nationale Frage neu – auch in Deutschland

Anhang:
Die Antinationalen aus den Jahren 2001 bis 2006
Oldies but Goodies
Genua und Skopje
Wie sie lernten, die Bombe zu lieben
Mit Auschwitz lügen
Kolonialismus von »links«
Die DDR war geiler


Der Journalist Jürgen Elsässer hat mehr als ein Dutzend Bücher über internationale Politik verfaßt, die auch auf Französisch, Italienisch, Japanisch und Serbisch übersetzt wurden.
Stimmen zur Elsässers letzten Büchern:
»Verschwörungstheoretiker« (Spiegel),
»Spannend wie ein Thriller« (Junge Welt),
»Solche Eröffnungen gehen unter die Haut« (Deutschlandfunk),
»Elsässer gehört zu den klugen Köpfen im Linksmilieu« (Frankfurter Allgemeine Zeitung),
Der Autor steht für LESUNGEN zur Verfügung.
Kontakt über den Verlag Pahl-Rugenstein.




Bernhard Schmid
Das Frankreich der Reaktion
Neofaschismus und modernisierter Konservatismus
ca. 180 S., mit Abb., Br., 14,90
 978-89144-378-1
Noch selten wurde Frankreich so weit rechts regiert. Nicolas Sarkozy, der am 6. Mai 2007 zum neuen Präsidenten der Fünften Republik gewählt worden ist, rief eine neue »komplexfreie Rechte« aus, die »sich nicht länger dafür schämt, rechts zu sein«.
In den vorangegangenen zwölf Jahren – unter der Präsidentschaft von Jacques Chirac – scheiterte die konservativ-liberale Rechte zum Teil mit ihren Versuchen, rückschrittliche und/oder wirtschaftsliberale »Reformen « von oben durchzusetzen. Nun tritt dessen Amtsnachfolger mit dem Versprechen an, diese »Blockade« aufzulösen. Gleichzeitig bedient der jung-dynamisch auftretende Sarkozy in seinen Auftritten und Reden aber auch die Wünsche auf Veränderung, die »von unten« empor dringen. Zumindest verbal. Während er die »Leistungsträger« anspricht und dabei auch »das Frankreich, das früh aufsteht und sich abplagt«, lobt, versucht er zugleich die Arbeitenden durch Schüren von Sozialneid gegen die angeblich faul »in der Hängematte Liegenden« und gegen die »privilegierten öffentlich Bediensteten« aufzustacheln. Ansonsten bietet er denen, die bei seinem Projekt mitzumachen bereit sind, die Aussicht auf härtere Bestrafung für Übeltäter und autoritäre Kontrolle jener, die am Rande der Gesellschaft stehen.
Eine wichtige Grundlage für den Erfolg dieses neuen, offensiven Konservativismus bildet die vorherige Durchdringung eines Teils der Gesellschaft durch die extreme Rechte. Deren autoritäre und rassistische Ideologie hat seit 1984 zunächst auf Teile der Mittelschichten, dann aber auch der sozialen Unterklassen auszustrahlen begonnen. In diesem Jahr 2007 ist der Stimmenanteil der extremen Rechten bei der Präsidentschaftswahl erstmals um rund eine Million Wählerinnen und Wähler zurückgegangen. Der Einfluss ihrer Ideen ist damit noch nicht geschwunden: Nicolas Sarkozy, aber auch andere Kandidaten hatten manche ihrer erprobten Argumentationsmuster sowie Symbole übernommen und dadurch bisherige Wähler der extremen Rechten gewonnen. Das gesellschaftliche Projekt ist freilich ein anderes und wird im Falle des Wahlsiegers in den Dienst des Neoliberalismus gestellt. Ob die Anhängerschaft im Falle eines Scheiterns seines Projekts erneut bei der extremen Rechten Zuflucht sucht, sich in alle Winde zerstreut oder für andere politische Alternativen zu gewinnen ist, wird die nähere Zukunft erweisen. 



Gerhard Feldbauer
Mussolinis Überfall auf Äthiopien
Aggression am Vorabend des Zweiten Weltkrieges
97 S., Br., € 8,90
978-3-89144-372-9
Am 5. Mai 1936, zogen Paradetruppen der Kolonialarmee Mussolinis zu Pferd in der äthiopischen Hauptstadt ein. Ein barbarischer Eroberungsfeldzug, der 275.000 Äthiopiern das Leben kostete, ging vorerst zu Ende. Der Widerstand hielt an. Der Überfall bildete ein Vorspiel des drei Jahre später beginnenden Zweiten Weltkrieges. Die Ereignisse, die den Jahren 1935/36 vorangingen, haben in der Gegenwart erstaunlich wenig Aufmerksamkeit gefunden. Dabei gibt es aktuelle Parallelen, die dazu herausfordern müssten. Nach Jugoslawien und Afghanistan ist das der USA-Überfall auf Irak 2003. Die Beschwichtigung der Öffentlichkeit, die Großbritannien und Frankreich 1935 angesichts der Aggressionsvorbereitung Mussolini-Italiens gegen Äthiopien betrieben, ging als Appeasement in die Geschichte ein. Heute beruhigen die deutsche wie andere europäische Regierungen die Bevölkerung über den Charakter des USA-Überfalls auf Irak als eines völkerrechtswidrigen Aggressionskrieges.



Christina Seidel / Kurt Wünsch
Spaniens Himmel breitet seine Sterne ...
oder Ein Lied kehrt zurück
Roman, 206 Seiten, zahlr. Abb., zwei Karten, Gb., € 14,90
9783891443736
Sophie, Felix und Alexander, Schüler des Gymnasiums St. Martin, beschließen eine Geschichtsarbeit über den Spanischen Bürgerkrieg zu schreiben, der 1936 begann. Sie führen Gesprä- che mit ehemaligen Interbrigadisten aus verschiedenen Ländern und einem »Condorflieger« der faschistischen deutschen Luftwaffe. Felix besucht außerdem gemeinsam mit der jungen Spanierin Dolores die historischen Orte der Kämpfe zwischen Madrid und Barcelona. Wieder zu Hause holt die Gegenwart in Gestalt der »Sportgruppe Mölders« die Vergangenheit zur ück. Felix muss sich nicht nur zwischen Dolores und Sophie entscheiden. Den Autoren ist das schwierige Unterfangen geglückt, sachliche Informationen mit einer Liebesgeschichte junger Menschen zu verbinden. Sie erzählen humorvoll und unterhaltsam von großen Gefühlen und Verantwortung in Gegenwart und Vergangenheit. Neben einer spannenden Rahmenhandlung vermitteln sie Geschehnisse des Spanischen Bürgerkrieges aus heutiger Sicht und vermeiden dabei bewusst einseitige Betrachtungsweisen. Die gelernten Naturwissenschaftler
Dr. Christina Seidel und Dr. Kurt Wünsch aus Halle an der Saale schreiben seit Jahren erfolgreich Bücher, arbeiteten aber auch an gemeinsamen Projekten. (»Ein Justizmord in Halle«, »Liebe in Erfurt«)




Olaf Zander
»Die Prozessbeteiligten bitte eintreten«
Gerichtsreportagen
Vorwort Peggy Parnass
213 Seiten, 38 Abb., Br., € 19,90
978-3-89144-374-3
»Gerichts-Shows« im Fernsehen haben . wie der Name schon sagt . nur sehr wenig mit der Realität in deutschen Gerichtssälen zu tun. Der Alltag in den Justizgebäuden ist weit weniger unterhaltsam und oft sehr viel unanständiger und brutaler. Diese Reportagen vermitteln einen authentischen Eindruck von Gerichtsverfahren. Die Palette der verhandelten Straftaten vor dem Berliner Kriminalgericht Moabit (erbaut 1906) ist weit gefächert und reicht von Diebstahl, Betrug und Bedrohung, über Körperverletzung, Vergewaltigung und Brandstiftung bis zu Raub- und Mordtaten. Häufig sind dabei Fälle, in denen es um Täterinnen und Täter mit psychischen Störungen geht. Und das hat seinen Grund: Die Hälfte aller Krankschreibungen in Deutschland gehen auf »psychische Störungen« zurück. Die Zahl ist auch europaweit ansteigend, obwohl der Krankenstand insgesamt rückläufig ist.
Pater Camillus, Pfarrer der Untersuchungshaftanstalt Moabit in Berlin:
Erzählungen über Justiz und Vollzug in Moabit möchte man bisweilen nicht für möglich halten. Aber diese abstrusen Dinge sind passiert und geschehen weiterhin, und der Rechtsstaat bleibt nicht selten auf der Strecke, obwohl das System im großen und ganzen funktioniert. Da geht es nicht mehr um Rechtsprechung, sondern um Rechthaberei. Es gibt anscheinend nicht nur Götter in Weiß, sondern auch Götter im Schwarz. In den Artikeln dieses Buches tritt einiges zutage von den Besonderheiten des Moabiter Landrechtes. Hier gilt in besonderer Weise der alte Spruch: »Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand«.



Schule im Dritten Reich
Erziehung zum Tod
332 S., Gb., € 24,90
978-3-89144-363-7
»Ein sehr wichtiges Buch für viele, die auch im demokratischen System Druck und Anpassung erleben«, schrieb Heinrich Böll an die Schüler der Gerhart-Hauptmann-Schule in Kassel, deren mehrfach preisgekrönte Gemeinschaftsarbeit auch in Israel veröffentlicht wurde. In der völlig überarbeiteten Neuauflage erinnern sich die um Stellungnahme gebotenen bundesdeutschen Politiker, Künstler und Schriftsteller an ihre Schulzeit im »Dritten Reich«. Im Kontrast dazu schildern Juden ihre bedrückenden Schulerfahrungen im nationalsozialistischen Deutschland. Die Schüler aus Kassel stellen ihre Arbeitsergebnisse zu den Themenkomplexen Rassenwahn und Kriegsvorbereitungen im Schulalltag vor. Dies wird ergänzt durch eine umfangreiche Dokumentation aus Schulbüchern der NS-Zeit. Ein Bericht über die illegale Schule in Buchenwald und den Lehrer Wilhelm Hammann, der zahlreiche jüdische Kinder vor der Vernichtung bewahrte, zeigt auf beeindruckende Weise eine »Erziehung zum Leben« unter den extremen Bedingungen eines Konzentrationslagers.

Stellungnahmen u. a. von: HansApel, Rudolf Augstein, Egon Bahr, Rainer Barzel, Gerhart Baum, Joseph Beuys, Willy Brandt, Emil Carlebach, Karl Carstens, Alfred Dregger, Erich Fried, Heiner Geißler, Ralph Giordano, Dieter Hildebrandt, Heinar Kipphardt, Helmut Kohl, Hanne- lore Schmidt, Jürgen Schmude, Franz-Josef Strauß, Richard von Weizsäcker.

Ralph Giordano: »Ich bin freudig erregt über Ihr Engagement, denn es gibt nur eines, was freie, frische Luft schafft - Drang zur Wahrheit, historisch wie privat - so ist der menschliche Brustkorb nun einmal eingerichtet.«




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Käthe und Hermann
Duncker:
"Ich kann nicht durch Morden mein Leben erhalten"
Briefwechsel1915-1917
Hrsg. v. Heinz Deutschland
210 S., Br., € 19,90
978-3-89144-364-4
Käte und Hermann Duncker, zwei enge Mitstreiter von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf dem linken Flügel der Vorkriegssozialdemokratie, haben mit den hier erstmals veröffentlichten Briefen (1915-1917) eine aufrüttelnde Anklageschrift gegen den Krieg hinterlassen. Sie zeichnen darin ein Bild des Krieges an der Front und in der Heimat mit all seinen schrecklichen Gesichtern bis hin zur physischen und moralischen Verkrüppelung der Menschen, die weit über den Krieg hinauswirkt. Der Leser bekommt auch viele neue Informationen über die Antikriegsopposition und ihre Anstrengungen das Morden schnellstens zu beenden. Deutlich wird die wichtige Rolle von Käte und Hermann Duncker bei der inhaltlichen und organisatorischen Formierung der linken Opposition innerhalb und außerhalb der Mehrheitssozialdemokratie, die bis zum bitteren Ende den Kriegskurs des kaiserlichen Deutschlands unterstützte. Dieser Briefwechsel läßt zwei Menschen lebendig werden, die sich nicht apathisch dem Kriegsgeschehen unterwarfen, sondern weiter für eine Gesellschaft wirkten, die Kriege unmöglich macht.



Nikolaus Brauns
Revolution und Konterrevolution
Ausgewählte Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung
176 Seiten, Br., 14,90 Euro
978-3-89144-369-9
Unser Zeitalter wurde von Lenin als Epoche des Imperialismus charakterisiert, »des reifen und überreifen Kapitalismus, der vor dem Zusammenbruch steht, der reif ist, dem Sozialismus Platz zu machen«. Dieser Übergang zum Sozialismus war für Lenin kein einmaliger Akt, sondern vielmehr eine »Epoche stürmischer politischer und ökonomischer Erschütterungen, des schärfsten Klassenkampfes, des Bürgerkriegs, der Revolutionen und Konterrevolutionen «. Einige geschichtliche Einblicke in diese Dialektik von Revolution und Konterrevolution bietet die vorliegende Artikelsammlung. Der Bogen wird geschlagen von der Gründung der Internationalen Arbeiterassoziation durch Karl Marx und seine Mitstreiter 1864 über die Klassenkämpfe der Weimarer Republik, den Aufstieg und bürokratischen Niedergang der Sowjetmacht in Rußland bis zum antikolonialen Befreiungskampf in Kurdistan und dem Aufstand der französischen Arbeiter und Studenten im Mai 1968.




Irene und Gerhard Feldbauer
Sieg in Saigon
Mit einem Abriß der Geschichte Vietnams
235 S., Gb., € 19,90
978-3-89144-366-8
Irene und Gerhard Feldbauer berichteten von 1967 bis 1970 als Auslandskorrespondenten für die Allgemeine deutsche Nachrichtenagentur und Neues Deutschland in Wort und Bild aus Hanoi über den Befreiungskampf des vietnamesischen Volkes. Sie erlebten Nordvietnam unter dem Hagel amerikanischer Bomben, berichteten über das unsägliche Leid der Opfer des Giftkriegs gegen die Zivilbevölkerung, aber auch über den unbeugsamen Willen der Vietnamesen, sich gegen die Aggression zu verteidigen. Sie erlebten das Scheitern der US-Bombenkrieges, die strategischen Wende im Befreiungskrieg während der Tet-Offensive im Frühjahr 1968, begleiteten vietnamische Kämpfer auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad, berichteten aus Laos und Kambotschea. Ihre Bilder und Berichte wurden auch häufig von westlichen Nachrichtenagenturen übernommen und trugen zu einer realistischen Beurteilung der tatsächlichen Vorgänge in Vietnam bei. Ein besonderes Kapitel ist der bundesdeutschen Solidaritätsbewegung für Vietnam gewidmet. In Irene und Gerhard Feldbauers Berichten und Bildern wird deutlich, wie und warum es Vietnam gelang, die stärkste Militärmacht der Welt in die Knie zu zwingen.

NEUES DEUTSCHLAND schreibt:
"Das unmittelbare Erleben der Folgen von Machtgier und Zerstörungswut auf der einen, von Widerstandsmut und Siegeswillen auf der anderen Seite lässt kaum eine andere Regung zu als Sympathie und Solidarität mit den vermeintlich Schwachen, die schließlich doch die stärkste Militärmacht der Welt in die Knie zwangen. Solches Fühlen und Denken beherrscht nicht nur die täglichen Meldungen, Berichte und Reportagen vom Ort des Geschehens, es prägt das Weltbild des schreibenden und fotografierenden Augenzeugen – und dies auf Dauer. So beschreiben Irene und Gerhard Feldbauer nicht nur bewegende, nachhaltig beeindruckende Begegnungen mit vietnamesischen Soldaten und Bauern, Ärzten und Politikern. Sie stellen ihre Erlebnisse vielmehr in den historischen Rahmen des langen vietnamesischen Unabhängigkeitskampfes und verfolgen [...] die politische und wirtschaftlich-soziale Entwicklung des südostasiatischen Landes weit über den denkwürdigen »Sieg in Saigon« am 30. April 1975 hinaus."

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Goldstein, Kurt Julius:
Wir sind die Letzten - fragt uns..,
Spanienkämpfer, Auschwitz- und Buchenwaldhäftling
Reden und Schriften (1974-2004) mit einer autobiographischen Einführung
320 S., Br., € 24,90
978-3-89144-362-0
»Als ich 1928 in den kommunistischen Jugendverband eingetreten bin,
da bin ich gleichzeitig aus der Religion ausgetreten. Für mich hat Jude
sein etwas mit Kultur und Tradition zu tun, das lange aus der
eigentlichen Religion herausgewachsen ist. Wesentlicher Teil meiner
Beziehung zur jüdischen Kultur ist ist das, was sie zur deutschen
Kultur beigetragen hat. Ich habe mein ganzes Leben lang gesagt: Ich
bin ein deutscher, jüdischer Kommunist. In Deutschland bin ich
geboren. Jude zu sein, das ist ein Stück meiner kulturellen, und
Kommunist zu sein, Teil meiner politischen Identität.« 1933 flieht er
nach Frankreich, emigriert nach Palästina und kämpft im spanischen
Bürgerkrieg gegen Franco. In Frankreich interniert wird er 1942 an die
Nazis ausgeliefert und nach Auschwitz und 1945 nach Buchenwald
deportiert. Er leitete lange Jahre den Rundfunksender "Stimme der
DDR". Er ist Vizepräsident des Internationalen Auschwitzkomitees und
Ehrenbürger Spaniens.



Carlebach /Schmidt /Schneider
Buchenwald - Ein Konzentrationslager
Berichte - Bilder - Dokumente
Bibl. d. Widerstandes, Vorw. v. Durand, Pierre.
Hrsg. im Auftr. d. Lagergemeinschaft - Dora
3., bearbeitete Auflage, 186 S., 191 Abb., Gb., € 20,-
978-3-89144-271-5
Zehntausende Häftlinge wurden durch das Tor mit der zynischen Inschrift "Jedem das seine" getrieben. Rund 60 000 Menschen fielen hier dem Terror der SS zum Opfer - verhungert, erschlagen, erschossen und durch Sklavenarbeit für die deutsche Industrie umgebracht. Aber Buchenwald war nicht nur der Ort der Erniedrigung und Verzweiflung, sondern auch einer der Solidarität der Häftlinge untereinander, ein Ort des geheimen Widerstandes. Dieses Buch schildert die Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald aus dem eigenen Erleben deutscher politischer Häftlinge, gestützt auf zahlreiche Berichte von Mithäftlingen.



Esther Bejarano
Wir leben trotzdem
Vom Mädchenorchester in Auschwitz
zur Künstlerin für den Frieden
240 S., zahlr. Abb., geb., € 19,90
978-3-89144-353-8
41948, diese fünf Ziffern werden der 18jährigen Jüdin 1943 in Auschwitz in den Arm geritzt. Von da an ist sie nicht mehr eine junge Frau namens Esther Loewy, sondern nur noch eine Nummer. 41948, diese Nummer hat sich damals genauso unauslöschlich in ihre Haut gebrannt, wie die Erinnerungen an die Hölle von Auschwitz in ihr Gedächtnis.  1933, als Hitler an die Macht kam, ist Esther gerade neun Jahre alt und wohnt mit ihrer Familie in Saarbrücken. Das Saarland gehörte damals nicht zum „Deutschen Reich“, doch 1935 stimmte die saarländische Bevölkerung in einer Volksabstimmung für die Angliederung. Die Familie lebt in eher bescheidenen Verhältnissen, an Flucht ist deswegen nicht zu denken. Nur Esthers Bruder und eine ihrer drei Schwestern können das Land rechtzeitig verlassen. Die beiden sind die einzigen außer ihr, die den Faschismus überlebten.  Esther Loewy kommt 1940 als 16jährige in das Palästina-Vorbereitungslager Ahrensdorf. Im Juni 1941 werden diese Vorbereitungslager geschlossen und die SchülerInnen in das Zwangsarbeitslager Neuendorf bei Fürstenwalde an der Spree gebracht. Anfang April 1943 wird das Lager geschlossen und die Internierten in einer nicht enden wollenden Fahrt in Viehwaggons transportiert. Ziel dieser Fahrt ins Ungewisse: das KZ Auschwitz-Birkenau.  Esther Loewy muss als Mitglied des „Mädchenorchesters von Auschwitz“ morgens und abends den Zug der Arbeitskolonnen musikalisch begleiten, später die Zugtransporte mit den ankommenden Häftlingen begrüßen. Das soll den Neuankömmlingen ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, doch die Mädchen wissen genau, dass diese Menschen ins Gas geschickt werden. Trotzdem hat Esther Loewy Glück im Unglück: Es gibt ein Programm für „HalbjüdInnen“, die aussortiert und in andere KZ´s gesteckt werden. Esther hatte ein christliche Großmutter, so dass sich ihr die Möglichkeit eröffnet, an diesem „Programm“ zu partizipieren.  Esther wird nach Ravensbrück verlegt und muss Zwangsarbeit bei Siemens verrichten. Als die SS 1945 die Lagerinsassinnen auf den Todesmarsch schicken, gelingt ihr mit sechs anderen jungen Frauen zusammen die Flucht. Wenig später, am 8. Mai 1945, treffen sie auf amerikanische und russische Soldaten. „Dieser Tag ist einer der schönsten in meinem Leben gewesen. Was wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können: Die amerikanischen und russischen Soldaten lagen sich lachend in den Armen.“  Nach dem Krieg erfüllt sie sich ihren Mädchentraum und geht nach Palästina, denn ihre Schwester Tosca lebte dort. Esther macht eine Ausbildung zur Koloratursopranistin und schließt sich einem Arbeiterchor an, so lernt sie ihren späteren Mann Nissim Bejarano kennen.  1960 verläßt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern Edna und Joram Israel aus Enttäuschung über die aggressive Okkupationspolitik der israelischen Regierung und zieht nach Hamburg. Dort versucht sie zur Ruhe zu kommen und ihre schrecklichen Erlebnisse zu vergessen. Bis 1978 die NPD einen Infostand genau vor ihrer Boutique in Eimsbüttel aufbaut. Da wird ihr klar, dass Verdrängen der falsche Weg ist. Sie tritt in die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) ein und gründet mit anderen Überlebenden 1986 das Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik e.V., dessen Vorsitzende sie seitdem ist.  Zusammen mit ihren Kindern gründet sie die Gruppe Coincidence (Zufall) und widmet sich der Popularisierung der jiddischen Musik. Anfang der 80er Jahren tritt sie als erste jüdische Künstlerin öffentlich mit einem arabischen Kollegen auf. Dieses künstlerische Engagement gegen Faschismus und Krieg setzt sie bis heute fort. Am 15. Dezember 1994, ihrem 70. Geburtstag, wurde Esther Bejarnao für ihr künstlerisches Wirken mit der Senator-Biermann-Ratjens-Medaille der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet.
Kontakt für Lesungen über den Verlag


...und das Buch:  zur Wanderausstellung z.Auschwitz-Prozeß d.Fritz-Bauer-Instituts!

Friedrich-Martin Balzer / Werner Renz (Hg.)
Das Urteil im Frankfurter Auschwitz-Prozess (1966)
624 Seiten, mit Personenregister, Abkürzungsverzeichnis und Auswahlbibliographie, Hardcover. € 39,90
978-3-89144-354-5



Brenner, H.P.: Marxistische Persönlichkeitstheorie und die „biopsychosoziale Einheit Mensch“. Studie zur Entwicklung des Menschenbildes in der DDR. , 462 S., Gb. [978-3-89144-334-7] € 29.90 Ursprünge und Entwicklungsvarianten der marxistischen Persönlichkeitstheorie werden untersucht und die verschlungenen Pfade innerhalb der marxistischen Persönlichkeitstheorie(n) nachgezeichnet. In der DDR entwickelte sich kurz vor ihrem Ende als Staat eine überaus produktive Phase des Meinungsstreits unter marxistischen Psychologen, Naturwissenschaftlern und Philosophen über die Frage „Was ist der Mensch?“, die allen Klischees über eine „zentralistisch verordnete, ‘richtige’ Linie“ widerspricht. Dies bisher v.a. im Westen kaum bekannte Kapitel der Wissenschaftsgeschichte wird damit erstmals aufgehellt.



Brauns, Nikolaus: Schafft Rote Hilfe!
Geschichte und Aktivitäten der proletarischen Hilfsorganisation für politische Gefangene in Deutschland (1919-1938)
978-3-89144-297-5



Buchenwald – Ein Konzentrationlager. Multimediale CD-ROM. ca. 30 Min. Videosequenzen, ca. 30 Min. Audiosequenzen, ca. 200 Abb., interaktive Karte, ca. 200 S. Text, Arbeitsblätter als PDF-Dateien. Mit Abspielsoftware. [978-3-89144-335-4] € 24,95 Die CD-ROM „Buchenwald – Ein Konzentrationslager“ ist das Vermächtnis ehemaliger Buchenwald-Häftlinge aus dem In- und Ausland. Ihre Berichte bilden die Grundlage dieser Multimedia-Dokumentation. In den Texten und in zahlreichen Audio- und Videosequenzen schildern sie die Geschichte des größten deutschen Konzentrationslager innerhalb des Reichsgebiets, berichten von Solidarität und Widerstand. Eine Chronik, ein Glossar, Personenportraits und eine interaktive Karte des Lagers schaffen weitere Zugänge zum Thema. Zusatzinformationen und Unterrichtsmaterialien für den Einsatz in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit helfen bei der Vorbereitung eines Besuches in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald.



Erwin Eckert / Emil Fuchs: Blick in den Abgrund. Das Ende der Weimarer Republik im Spiegel zeitgenössischer Berichte und Interpretationen. Herausgegeben und eingeleitet von Friedrich-Martin Balzer und Manfred Weißbecker. Mit Nachbetrachtungen von Georg Fülberth, Reinhard Kühnl, Gert Meyer, Kurt Pätzold und Wolfgang Ruge. , 647 Seiten mit biographischen Erläuterungen und Register, geb., 32.00 € ISBN 978-3-89144-298-2. Die Wochenberichte von 1930 bis 1933, hinterlassen von Erwin Eckert und Emil Fuchs und hier erstmalig vollständig dokumentiert, sind eine historische Quelle einzigartigen Ranges für den Weg Deutschlands in den Faschismus. Der Ehenpräident des Internationalen Auschwitz-Komitees Kurt Julius Goldstein (Berlin): „Ich kenne zwei Bücher, die man lesen muss, wenn man wissen will, wie Deutschland in den Faschismus geraten ist und wie der faschistische Alltag war. Das sind die Tagebücher von Victor Klemperer und diese Wochenberichte. Sie sind ein höchst anschaulicher Unterricht für den Absturz  Deutschlands in den Hitler-Faschismus.“
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Gisela Karau  [Die Autorin steht zu Lesungen (auch in Schulen) zur Verfügung]
Der gute Stern des Janusz K.
Eine Jugend in Buchenwald
160 S., Br., € 9,90
978-3-89144-346-0
Janusz lauscht auf die fremden Laute der Lagernacht. Warum gibt es Deutsche? Sie fallen über unschuldige Menschen her, reißen sie nachts aus ihren Betten, schlagen Kinder, sperren sie ein wie Verbrecher, lassen sie hungern und frieren, bringen sie um. Und ich soll für sie arbeiten?
Dieses Buch erzählt die wahre Geschichte einer Gruppe polnischer Jungen, die 1939 ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt wird. Als Robert Siewert, Maurer und selbst Gefangener in Buchenwald, die Kinder im Lager ankommen sieht, fasst er einen Plan, wie sie vor dem sicheren Tod gerettet werden könnten: wenn ich diese Kinder zu Maurern ausbilde, denkt er sich, haben sie vielleicht eine Chance zu überleben. So entsteht die Maurerschule im KZ Buchenwald. Ob sein Plan gelingt?
»Es geht um die Vermittlung von historischem Wissen. Angesichts rechtsradikaler Tendenzen der Gegenwart kann das Buch zugleich helfen, jungen Lesern die Augen zu öffnen und sie zu warnen.«
(aus der Empfehlung der Stiftung Lesen)




Pospiech, F.: Unbelehrbar auf der Wahrheit Beharrende... Paula und Hans Rueß. Zwei Leben im Widerstand gegen Krieg und Faschismus. , 260 S., 140 Abb. u. Faksimiles. [ 978-3-89144-302-6] € 15.00 Paula und Hans Rueß haben nach dem Krieg zueinander gefunden. Er aus dem KZ Buchenwald kommend, sie, nach ihrem Kampf in der französischen Resistance, aus dem KZ Ravensbrück. Er wurde Gewerkschafter, kommunistischer Stadtrat in Esslingen und Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg. Die übernahm Funktionen in der KPD, der VVN und im von ihr mitbegründeten Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD). Es ist das Besondere dieses Buches, daß es Einblick in zwei Leben gewährt, von denen jedes allein, aber erst recht beide, da sich gegenseitig ergänzend, wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen vermittelt. Sie werden als Zeitzeugendokumentarisch vorgestellt, nicht zuletzt mit eigenen Berichten über ihre zum Teil sehr bitteren und opferreichen Erlebnisse.



Ruge, Wolfgang:
Berlin – Moskau – Sosswa
Stationen einer Emigration
Autobiographie (bis 1956 Haft in Sibirien, dann Historiker in der DDR)
460 S., zahlr. Abb.,  Gb, € 29,00
978-3-89144-345-3
Wolfgang Ruge hat als Historiker viele Bücher geschrieben, darunter Biographien über Gustav Stresemann, Paul von Hindenburg, Matthias Erzberger, und Adolf Hitler (bis 1933). Seine Autobiographie ist vielleicht sein wichtigstes Buch: Niemand außer ihm hätte es schreiben können.
Geboren wurde Wolfgang Ruge am 1. November 1917, im Epochenjahr des 20. Jahrhunderts. Als der Faschismus an die Macht kam, flohen seine (getrennten) Eltern in die Sowjetunion. Aufgewachsen in einem kommunistischen Elternhaus, junger Pionier und Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes machte er sich Ende 1933 auf die Reise in das „gelobte Land“.
Erst 1956 gelingt die Rückkehr aus der Welt der Lager, in die er nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion als politischer Emigrant, ab 1936 als sowjetischer Staatsbürger, aber stigmatisierter „Deutschländer“, verbracht wurde. Die „ewige Verbannung“ hatte jetzt ein Ende. In der DDR war Wolfgang Ruge von 1956 bis zu seiner Emeritierung 1982 herausragender Historiker an der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1988 wurde er mit der Ehrendoktorwürde an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ausgezeichnet. Gerühmt wurde er vor allem als unverwüstlicher Erzähler, disziplinierter Arbeiter, großherziger Freund und analytischer Geist. Sein Leben als Arbeitsarmist u.a. in Sosswa (Nordural) blieb dagegen weitgehend verborgen.
In seinen Memoiren über 24 Lebensjahre in der Sowjetunion erleben wir nunmehr Flucht, Exil, Deportation, Lagerhaft und Verbannung des Arbeitsarmisten. In dieser Zeit wird der grenzenlose Optimismus des heranwachsenden jungen Mannes durch den Einblick in den Abgrund menschlicher Widersprüche und die Erfahrungen mit dem System Stalins von unten gebrochen. Mit diesen präzisen Erinnerungen ist zum ersten Mal nachvollziehbar, was es hieß: Arbeitsarmist in der Sowjetunion zu sein.
Sachbuch oder Belletristik? Wolfgang Ruge vereint in sich die Exaktheit des Forschers und wachen Zeitzeugen mit der Brillianz des Schriftstellers.


Wolfgang Ruge für Einsteiger und Fortgeschrittene,
CD-ROM, Jewelcase, € 25,00
978-3-89144-339-2
Inhalt
I. Wolfgang Ruge: Gustav Stresemann. Ein Lebensbild. (1965) [213 Seiten].
II. Wolfgang Ruge: Arnold Ruge. Fragmente eines Lebensbildes. (Erstveröffentlichung) [101 Seiten].
III. Wolfgang Ruge: Stalinismus. Sackgasse im Labyrinth der Geschichte. (1991) [111 Seiten].
IV. Friedrich-Martin Balzer: Chronologische Bibliographie der Veröffentlichungen von Wolfgang Ruge (845 Titel)
[72 Seiten].
V. Revolutionäre Gesinnung – grundsätzlicher Umbruch.
Ausgewählte Aufsätze von Wolfgang Ruge (1983-1998) [190 Seiten].
1. Hitler – ein Einzeltäter? (1983)
2. Paul von Hindenburg. Kontinuität des preußisch-deutschen Militarismus. (1983)
3. Alfred Hugenberg. Ausbootung des Koalitionspartners. (1983)
4. Clara Zetkin. Kampfruf gegen Faschismus und Krieg. (1983)
5. Carl von Ossietzky. Der Feind steht rechts. (1983)
6. Stresemann und die „Friedenspolitik“ der Weimarer Republik
im Urteil der Jahrzehnte. (1986)
7. Nachdenken über Weimar. [Ehrenpromotion in Jena] (1987)
8. Carl von Ossietzky. Klang und Echo eines Mahnrufs. (1989)
9. Nachdenken über die Geschichtswissenschaft der DDR. (1993)
10. Lenins Dilemma. Die Mittel entheiligten den Zweck. (1993)
11. Zur Geschichtsschreibung der DDR: Der Umgang mit dem Nationalsozialismus.
(1993)
12. Lenin im Rückblick. (1997)
13. Verschlissene Ideen – befestigte Macht. (1997)
14. Die russische Revolution von 1917 und die deutsche Novemberrevolution.
Versuch eines Vergleichs. (1997)
15. Gedanken zu Lenins „Testament“. (1997)
16. [150 Jahre Kommunistisches Manifest.] Das Durchdenken sich ändernder Realitäten.
(1998)
VI. Tondokumente mit Beiträgen von Wolfgang Ruge für Radio DDR II (1964-1990) [4 Stunden].
1. Track 1: Die Geschichtslüge vom „getreuen Eckart“ (Paul von Hindenburg).
In: Radio DDR II. Erstsendung vom 09.08.1964
2. Track 2: Panzerkreuzerbau in der Weimarer Republik. In: Radio DDR II.
Erstsendung vom 11.02.1968
3. Track 3: Wilhelm Groener – Militarist oder „demokratischer General“?
In: Radio DDR II. Erstsendung vom 27.10.1968.
4. Track 4: Rosa Luxemburg – heut noch gelyncht, heut noch lebendig.
In: Radio DDR II. Erstsendung vom 07.03.1971.
5. Track 5: Keinen Pfennig den Fürsten! Volksbewegung der KPD zur Enteignung der
Fürsten. In: Radio DDR II. Erstsendung vom 06.06.1971.
6. Track 6: Der Kult um den Notverordnungskanzler. Die Notverordnungspolitik des
Reichskanzlers Hein rich Brüning Anfang 1931 bis zur Bewältigung der Wirtschaftskrise,
die den Weg für den Nationalsozialismus vorbereitete. In: Radio DDR II.
Erstsendung vom 08.06.1975.
7. Track 7: Matthias Erzberger. Zu seinen politischen Aktivitäten im Deutschen Reich
und in der Weimarer Republik. In: Radio DDR II. Erstsendung vom 21.09.1975.
8. Track 8: Gustav Noske - Bluthund der Konterrevolution. In: Radio DDR II.
Erstsendung vom 08. 02. 1976.
9. Track 9: Hermann Müller. Spitzenfunktionär der Weimarer Zeit. In: Radio DDR II.
Erstsendung vom 16.05.1976.
10. Track 10: Carl von Ossietzky (1889-1938). In: Radio DDR II. Erstsendung vom
06.08.1978.
11. Track 11: Hindenburg. Zeitstudie über Hindenburg und die Kontinuität des
preußisch-deutschen Militarismus. In: Radio DDR II. Erstsendung vom 15.06.1980
12. Track 12: Clara Zetkin. Kampf gegen Faschismus und Krieg. In: Radio DDR II.
Erstsendung vom 29.08.1982.
13. Track 13: Mord. Warum wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht umgebracht?
In: Radio DDR II. Erstsendung vom 15.01.1984.
14. Track 14: Bis alles in Scherben fällt. Vor 55 Jahren Machtübergabe an die deutschen
Faschisten. In: Radio DDR II. Erstsendung vom 29.01.1988.
15. Track 15: Das Schicksal von Paul Levi. Bericht über sein Leben und Wirken.
In: Radio DDR II. Erstsendung vom 15.04.1990.


Ruge, Wer war Heinrich Brüning?
101 S., Br 8,90
978-3-89144-344-6
 Ausgabenkürzungen vor allem auf sozialem Gebiet, Steuererhöhungen, Eingriffe in das Tarifrecht, Senkung der Löhne und Gehälter, Subventionen für Großindustrielle wurde von ihm auf dem Verordnungsweg durchgesetzt. Er beschnitt die demokratischen Rechte der Arbeitnehmer (Verordnungen zum »Schutz des inneren Friedens«) und begünstigte die »probeweise« Einbeziehung der NSDAP in Landesregierungen.
In seinen »Memoiren 1918-1934« (postum 1970 veröffentlicht) gab Brüning unumwunden zu, als Reichskanzler auf die Wiedererrichtung der Hohenzollernmonarchie und die Wiederherstellung der kaiserlichen sozialen und politischen Verhältnisse (»Löhne, Gehälter und Lebenshaltungskosten auf den Stand von 1913«, »Bismarcksche Verfassung«) hingearbeitet zu haben.


Sander, U.: Jugendwiderstand im Krieg. Die Helmuth-Hübener-Gruppe 1941/42.  208 S., 20 s/w. Abb., Gb. [978-3-89144-336-1] € 14.90 Flugzettel und Flugblätter mit Meldungen der BBC tauchen 1941 in Hamburg auf. Geschickt werden die Propagandalügen der Nazis widerlegt. Der Kopf der kleinen Widerstandsgruppe ist der Verwaltungslehrling Helmut Hübener. Im Februar 1942 wird die Gruppe verhaftet. Im August 1942 findet die Verhandlung gegen sie vor dem Volksgerichtshof statt. Am 27. Oktober 1942 stirbt Hübener „ruhig und gefaßt“, wie die Vollstreckungsbeamten in Plötzensee mitteilen, unter dem Fallbeil. Er ist mit 17 Jahren der jüngste vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilte Antifaschist. Erstmalig wird in einer Biographie seine Arbeit und die seiner Gruppe dargestellt.




Schaaf, G.: Che Guevara - Begegnungen und Gespräche 1961-1964 in Kuba. , 173 S., 34 s/w. Fotos, Gb. [978-3-89144-337-8] € 14.90 Diese Aufzeichnungen bereichern die biographischen Veröffentlichungen über Che Guevara um einen wichtigen Beitrag. Günther Schaaf ist einer der letzten noch lebenden ehemaligen DDR-Bürger, der unmittelbar mit Che Guevara zusammen gearbeitet hat. Er war in den Jahren 1961 bis 1966 als Mitarbeiter bzw. als Leiter der Handelsvertretung der DDR auf Kuba tätig.
Seine Darstellung hat ihre zeitgeschichtliche Bedeutung darin, daß bis Ende 1964 alle wesentlichen industriellen Anlagenimporte Kubas Che Guevaras persönlicher Entscheidung und Kontrolle unterstanden.
Der besondere Reiz besteht in der Authentizität. Erstmalig werden Informationen und Schilderungen aus der direkten Zusammenarbeit des Autors mit Che Guevara als Industrieminister Kubas von 1961 bis 1964 veröffentlicht, wird über Begegnungen und Gespräche Günther Schaafs mit Che berichtet.
Das Buch ist jedoch nicht nur ein Bericht über Begegnungen. Dem Autor gelingt es, die Persönlichkeit Che’s in ihrer Komplexität zu beschreiben, von seinen Ansichten und seinem Denken zu erzählen. Er schreibt in Erinnerung an viele Gespräche über die theoretischen und gesellschaftspolitischen Ideen und Visionen Che Guevaras, über dessen kritische Haltung zu den sozialistischen Staaten und seine Bewertung des Kapitalismus.
Historisch einschneidende Ereignisse wie die Kuba-Krise, die Günther Schaaf in Kuba direkt erlebte, die Probleme und Erfolge die Zusammenarbeit zwischen der DDR und Kuba und die Rückkehr an die Stätten seines Wirkens nach 1989 runden dieses informative Buch ab. 


Schneider, H.J./Schwarz, E./Schwarz, J.: Die Rechtsanwälte der Roten Hilfe Deutschlands. Politische Strafverteidiger in der Weimarer Republik - Geschichte und Biographien. , 360 S., zahlr. Abb., Gb. [3-89144-330-7] € 25.00 Inhalt: Zur Geschichte der Roten Hilfe Deutschlands (RHD); Der Feind steht links - Politische Justiz 1919-1933; Justizkrieg - Die Arbeit der Anwälte der RHD; Strategien für den Kampf im Gerichtssaal; Prozesse, Aktionen, Kampagnen, Untersuchungsausschüsse; Wie verteidigt sich der Proletarier vor Gericht; Für eine fortschrittliche Rechtspolitik; Die Internationale Juristische Vereinigung; Der Alltag eines Rote-Hilfe-Anwalts; Das Ende. Zu Unrecht (fast) vergessen: 300 Biographien der für die Rote Hilfe tätigen Rechtsanwälte; Literatur- und Quellenverzeichnis. Der von Heinrich Hannover mit einem Vorwort versehene Titel ist geeignet, den politischen Charakter der Justiz in Weimar nachzuvollziehen und die Kämpfe gegen die RECHTSsprechung in Erinnnerung zu rufen.





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