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Lange Reihe 102
20099 Hamburg
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Tony Duvert
Als Jonathan starb
Roman
224 S., Gb., € 18,00
978-3-939542-59-9
Der junge Maler Jonathan lebt allein und abgeschieden auf dem Land. Immer wieder wird Serge zu ihm «abgeschoben», der Sohn einer Freundin aus Paris, die keine Lust hat, sich um ihn zu kümmern. Serge ist im wörtlichen Sinn ein «ungezogener» Junge: egoistisch, amoralisch, ohne Werte. Er brät Regenwürmer, experimentiert mit Schnecken und Kröten und spielt an seinem Körper herum. Und an dem von Jonathan. Jonathan weiß, dass das nicht sein darf. Dennoch gibt er Serge den Raum, den der sich sowieso erobert. Mit großer Diskretion schrieb Duvert Ende der 1970er Jahre diesen komplexen Gesellschafts-, Erziehungs und Liebesroman, der von der französischen Presse hoch gelobt wurde.![]()
Peter Rehberg
Boymen
Roman
208 S., Br., € 17,00
978-3-939542-60-5
Felix bricht auf ins ferne Amerika und landet – Ironie der Geschichte – ausgerechnet im German Department der Universität von Ithaca, NY. Nicht New York City, nicht San Francisco, sondern tiefste Provinz. Sein Freund verlässt ihn, seine beste Freundin macht zielstrebig Karriere. Felix will das Leben genießen, seine Jugend festhalten, doch die Tage verstreichen wie im Leerlauf. Bis er Clay kennen lernt, einen gut aussehenden und auch noch reichen Künstler. Das Glück ist plötzlich zum Grei fen nah. Doch wie Felix will auch Clay nicht alt werden – und er findet eine erschreckende Lösung dieses Problems. Hunger nach Leben und Angst vor dem Trott, grenzenlose Mobilität und Midlife-Crisis: bereits in «Play» und «Fag Love» hat Peter Rehberg den Ton fall gefunden, der das Lebensgefühl seiner Ge ne ra tion sinnlich erfahrbar macht. Sein neuer Roman er zählt ungeschminkt vom Leben nach der Party, von der Alterspanik eines Mannes, der lieber ein Junge geblieben wäre.![]()
Rolf Redlin
Bärensommer
Roman
216 S., Br., € 17,00
978-3-939542-61-2
Bastian, Mitte zwanzig, Student, träumt von einem Kerl mit behaarter Wampe. In den Ferien jobbt er im Deichbau und hofft, dort einen «Bären» zu fangen. Wilfried, Steinsetzermeister und fast doppelt so alt, flirtet zum Spaß mit dem Studenten. Es funkt, doch die Gegensätze sind beträchtlich: Wilfried begreift, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört, und sehnt sich nach Action. Bastian dagegen ist am Ziel aller Wünsche und will nur noch traute Zweisamkeit. Redlin bürstet Klischees gegen den Strich. Ob Student oder Arbeiter, ob Traumfigur oder «Waschbärbauch» – entscheidend ist, wie entschlossen man sein Leben selbst bestimmt. Bastian und Wilfried erleben zwar beide ihr Happy End, aber auf unerwartete Art und Weise. Nach «Bodycheck» und «Bullenbeißer» ist «Bärensommer» Redlins dritter Roman.![]()
Eric Jourdan
Schlimme Engel
Roman
Aus dem Französischen von JJ Schlegel
192 S., Br., € 12,00
978-3-939542-63-6
Pierre und Gérard sind Cousins, Abiturienten im Frankreich der 50er Jahre, und Eric Jourdan ist selbst gerade siebzehn Jahre alt, als er den Roman ihrer Beziehung schreibt. "Schlimme Engel" wird sofort von der Zensur verboten und erst 30 Jahre später neu aufgelegt. Jourdan, Adoptivsohn von Julien Green, hat hier zweifellos ein Ausnahmewerk geschaffen, das heutige Leser zu einer Zeitreise einlädt in eine vergangene Welt, deren Zauber unter einer leichten Patina nur umso schöner hervortritt. Die unzertrennlichen Cousins Pierre und Gérard werden wegen ihrer überwältigenden Schönheit bewundert und beneidet. Immer wieder sind sie Versuchen ausgesetzt, diesen provozierenden Glanz zu zerstören, der so gar nicht in den Alltag der 50er Jahre passt. So kommt es, dass die beiden ganz allmählich die Gewalt, die sie von außen erfahren, in die Rituale ihres Zusammenseins übernehmen. Jourdan schildert diese "bittere Schönheit" in einem lyrischen Tonfall, irgendwo zwischen Genet und Colette, und macht so die Lektüre dieses Romans zu einem exquisiten Erlebnis:
"Gérard bräunte langsamer als ich, aber nach acht Tagen hatte er mich eingeholt, und wir waren alle beide so goldbraun, dass Mädchen und Jungen uns nachschauten, wenn wir durch die Stadt gingen, obwohl auch sie diese Schönheit besaßen, die das gemächliche Leben unter freiem Himmel verleiht. Allmählich verstand ich diese Blicke alle. Sie waren zuerst erstaunt und vereinten uns dann, Gérard und mich, in stummer Bewunderung: Von da an lebten wir in ihren Träumen und gehörten nicht mehr uns selbst." Gegenüber der Wohlanständigkeit und Betulichkeit der Erwachsenen folgen die beiden Jungen jedem Impuls, mag er noch so rücksichtslos anderen gegenüber sein. Sie halten sich für kleine Götter, denen alles erlaubt ist, und die Strafen, die darauf folgen, nehmen sie stoisch hin. Sie sind „Enfants terrible“ im Sinne Cocteaus.
Eric Jourdan schrieb diesen Roman im Alter von 16 Jahren. Seine Geschichte nimmt in einer wahrhaft überwältigenden Sprache Gestalt an und übt auf den Leser eine Wirkung aus, deren verstörende Wucht an die Tragödien Shakespeares erinnert.
Zwischen den Stühlen:![]()
Bastian Brisch
Seitenwechsel
Erweiterte Neuausgabe
168 S., Br., € 12,00
978-3-939542-62-9
Im Alter von 43 Jahren erlebt Bastian Brisch – verheiratet, zwei Töchter, im kirchlichen Dienst – sein Coming-out. Das was 1985. Schritt für Schritt ging es einem neuen Leben entgegen, doch der innere und äußere Druck waren enorm. Manche Leser frag ten sich: Ist das wirklich der Bericht einer Emanzipation – oder der ihres Scheiterns? Zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung seiner Lebensgeschichte denkt Brisch in einem Nachwort über vieles noch einmal nach. Weil sich die äußeren Verhältnisse verändert haben, rücken andere Aspekte in den Mittelpunkt: das unausweichliche Drama, erst ein «falsches Leben» gelebt und dann verinnerlichte, eigene Werte verraten, nahe Menschen im Stich gelassen zu haben.![]()
Jagdfieber
Herausgegeben von Joachim Bartholomae
144 S., Br., € 12,50
978-3-939542-64-3
Zwischen den Stühlen Eine Geflügelschere mag bei manchen Menschen Kastrationsängste auslösen, doch Detlev Meyer sieht das ganz anders. Wer seinen «Bericht an einen fernen Freund» gelesen hat, wird in Zukunft nur mit versonnenem Lächeln nach diesem Gegen stand greifen. Acht Erzählungen enthält dieser Band, acht Autoren schreiben auf subtile Weise über Dinge, die hinter verschlossenen Türen stattfinden, und außer Meyer gewinnen auch Walter Foelske, Lutz Büge und die anderen diesem Thema verblüffende Aspekte ab. 2004 haben wir diese Reihe kleiner roter Erotik-Bücher begonnen und machen nun das erste Dutzend voll. Dass es sich dabei um unanständige, aber kluge Geschichten handelt, hat uns das Hamburger Amtsgericht inzwischen schwarz auf weiß gegeben. Jetzt präsentieren wir mit «Jagdfieber» ein kleines Highlight. Versprochen.
Bibliothek rosa Winkel![]()
Jules Siber
Seelenwanderung
Roman
180 S., Br., € 16,00
978-3-939542-80
Dieser 1913/1914 als Privatdruck erschienene Roman galt lange Zeit als verschollen. Erzählt wird die Geschichte des Violinvirtuosen Ary Elditt, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf mystisch-okkulte Weise mit dem Schicksal des 1654 als Sodomit hin gerichteten flämischen Bildhauers Jerôme Duquesnoy konfrontiert wird. Jules Siber (1872-1943), selbst Violinvirtuose und Jurist, verfasste mehrere biografische Romane zu Paganini, Chopin, Dante und Christus so wie über die Hexenverfolgung. Kurt Hiller sah in «Seelenwanderung» einen ersten Ansatz für «große homoerotische Kunst» mit ungewöhnlichen Zu taten: «süßer Süden und Haß auf giftiges Nazarenertum; Marmor, Pfirsiche, Zypressen; mitten durch das Hadrianische swedenborghaft Düster-Wirres».
Bibliothek rosa Winkel![]()
Hamicher
Zwischen den Geschlechtern
Literaturkritik, Prosa, Gedichte
370 S., Br., € 20,00
978-3-939542-80
Zwischen den Stühlen Der Journalist, Essayist und Schriftsteller Peter Hamecher (1879–1938) hatte schon mit 20 Jahren sein öffentliches Coming out, als er in der Zeitschrift «Der Eigene» bekannte: «In den Stürmen meiner 15 Jahre war es, wo zum ersten Male das Bild der Freundesliebe mit flammenden Farben vor meine Augen trat und mir jede Fühlung mit dem Weibe als Geschlecht verloren ging.» Seine frühen Schriften lesen sich aus heutiger Sicht als sehr persönliche Kommentare zur Emanzipationsbewegung der Homosexuellen. Sie handeln von der Freundesliebe in der Literatur, nehmen Stellung zu aktuellen Ereignissen und lassen in Gedichten das Lebensgefühl des Autors erkennen. Der Band enthält fünf Einzelveröffentlichungen aus den Jahren 1901 bis 1932 sowie Studien zu Herman Bang, Gottfried Benn, Stefan George, Heinrich von Kleist, John Henry Mackay u.a.![]()
Xaver Rammbock
Die Welt der Knollennasen
Eine sozio-rhinologische Untersuchung
176 S, zahlr. farb. Abb., UVP€ 5,00 fPr.
978-3-939542-99-5
Ob Konrad und Paul, Adam und Eva oder Gronzo Granato, Ralf König hat ein Universum der Knollennasen geschaffen, das zunehmend die uns bekannte Welt durchdringt. Und es gibt so manches, was wir Langnasen von unseren andersnasigen Brüdern lernen können. Umso erstaunlicher ist es, wie lückenhaft unser Wissen über die Knollennasenmatrix beschaffen ist. Xaver Rammbock, der selbst diesem Paralleluniversum entstammt, gewährt uns nach gründlichem Studium der Quellen atemberaubende Einblicke: diese Wissenschaftsparodie ist komisch und aufschlussreich und ein Muss für alle Ralf-König-Fans! Und dies sind einige seiner Themen: Wahnsinn und Normalität, die Frau als Randerscheinung, Familienaufstellungen, Metaphysik, Hundeleben sowie "David Cassidy und die Problematik des Realimports". Seine Erkenntnisse über Zeitverschiebung, Geschwisterkonstellationen und die Arbeitsbedingungen von Putten in der Weihnachtszeit werden die Rhinologie auf völlig neue Grundlagen stellen!![]()
Michael Downing
Frühstück mit Scot
Roman, aus dem Amerikanischen von Joachim Bartholomae
215 S., Br., € 16,00
978-3-939542-98-8
Scot lebt bei Sam und Ed, zwei Schwulen, die kaum damit gerechnet haben, sich eines Tages um ein Kind kümmern zu müssen, noch dazu um ein Kind wie Scot. Denn der zeigt Vorlieben, die eher zu einem Mädchen passen würden: Make-up, Parfüm und singende Haarbürsten. Auch wenn er sie mit seinem Verhalten oft in den Wahnsinn treibt, erkennen Sam und Ed an seinen Problemen, wie sehr sie selbst sich längst der Umgebung angepasst haben, und sie nehmen zusammen mit Scot den Kampf um die Selbstbehauptung auf. «Frühstück mit Scot», 2007 von Larie Lynd wundervoll verfilmt, ist alles andere als ein Kinderbuch. Der Autor erzählt vom scheinbar idyllischen Leben der weißen Mittelschicht in Neuengland. Nachbarn, Freunde, Lehrer, alle müssen sich in der Ausein andersetzung mit Scot bewähren.
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Michael Sollorz
Piratenherz
Erzählungen
134 S., Br., € 16,00
978-3-939542-96-4
In der Titelgeschichte fabuliert ein Seebär von Mythen wilder Liebe auf weiten Meeren, die nie zur Ruhe kommt, und in der Erzählung "Der Amerikaner" sind zwei junge Männer auf der Suche nach ganz spezielle Kicks. Michael Sollorz erkundet, wie sich Menschen gegen die Banalität ihrer Existenz behaupten. Ein Funke genügt, und plötzlich nimmt die Sehnsucht überhand, romantische Träume überlagern die Realität. Ob es am Ende gut ausgeht oder nicht, spielt dabei keine Rolle; seine Helden wollen das Leben spüren. So wie Rüdiger, dessen Muttergefühle für den Asiaten im Hinterhaus aus dem Ruder laufen, wie Volker, der im Labyrinth der Sauna die Orientierung verliert, oder wie David, der Ende Fünfzig noch einmal jung wird. Sollorz destilliert die Sehnsucht und das Glück seiner Helden zu Kabinettstücken von großer Intensität.![]()
Anneke Scholtens
Abel
Roman
137 S. Br., € 10,00
978-3-939542-95-7
Während der Schulzeit hat Bart eine Erfahrung gemacht, über die man besser nicht spricht: sein bester Freund hat sich in ihn verliebt. Das ist peinlich und macht Angst. Als die Mitschüler anfangen, die beiden als Liebespaar zu verspotten, ist endgültig Schluss. Noch Jahre später hat Bart Schuldgefühle, weil seine Freundschaft zu Abel nicht stark genug war, um dessen mehr als schüchternen Annäherungsversuche zu verkraften. Seine Angst vor Gefühlen überschattet auch sein späteres Leben. Dieses Gruppenbild besticht durch seine liebevoll ausgeführten Details, die Gegenwart und Vergangenheit gleichermaßen lebendig vor Augen führen.![]()
Ohnmacht und Aufbegehren
Homosexuelle Männer in der frühen Bundesrepublik
256 S., Br., € 22,00
978-3-939542-81-0
Verfolgung, Diskriminierung und Entrechtung - auch nach dem Ende des Nationalsozialismus prägte dies den Alltag homosexueller Männer. Gleichzeitig suchten sie sich auch schon in der frühen Bundesrepublik dagegen zu wehren. Trotz der übermächtigen Allianz aus Staat und Kirche stritten sie für gesellschaftliche Anerkennung. Das Buch präsentiert neue Studien zum Schicksal Homosexueller nach dem Ende der NS-Zeit, zur Homophilenbewegung der 1950er bis hin zum Generationskonflikt am Ende der 1960er Jahre. Es wirft damit die überraschende Frage auf, ob nicht auch schon zu Beginn der 1950er Jahre eine "Bewegung" existiert hat, die in späteren Jahren wieder erstickt wurde.![]()
Stefan Herbst
Entfesselt
Roman
140 S., Br., € 12,50
978-3-939542-94-0
Auf der Suche nach dem schnell verdienten Geld bewirbt sich Leon bei einer Filmfirma. Ein Freund hatte ihm den Job empfohlen, was ist bei Aktfotos auch schon dabei! Leons erster Schock: hier gibt's gar keine Frauen! Und gleich darauf der zweite: die Fotos werden nicht etwa gestellt, hier geht es ganz real und eher heftig zur Sache. Auch wenn er nicht mehr ganz so jung ist: Leon braucht das Geld, und so lässt er sich auf einige gänzlich neue Erfahrungen ein. Dafür wird er belohnt: Tristan, sein Filmpartner, ist sofort von Leons Schönheit verzaubert, und Leon entpuppt sich als Bondage-Naturtalent. Nach anfänglichen Schwierigkeiten können die beiden vor der Kamera ganz einfach das tun, was sie ohnehin am liebsten miteinander anstellen würden.![]()
Fritz Geron Pernauhm, d.i. Guido Hermann Eckardt
Ercole Tomei
Roman
180 S., Br., € 14,00
978-3-939542-54-4
Auf dem Gymnasium hatten sie sich lieben gelernt: der Musiker Ercole Tomei und der zuweilen pedantische Professor Gerhart Büchner. Nach Ercoles Heirat beschränkt sich Büchner auf die Rolle des guten Hausfreundes, doch seine Eifersucht erwacht, als Ercole neue Männerfreundschaften schließt.
Guido Hermann Eckardt (1873–1951) zählte als Musiker und Journalist über Jahrzehnte zu den prägenden Gestalten des kulturellen Lebens in Riga. Zuvor hatten ihn Lehr- und Wanderjahre nach Berlin und München, nach Paris und Rom geführt. In dieser Lebensphase entstanden drei Romane, die er unter dem Pseudonym Fritz Geron Pernauhm veröffentlichte.![]()
Fritz Geron Pernauhm, d.i. Guido Hermann Eckardt
Der junge Kurt
Roman
140 S., Br., € 12,00
978-3-939542-55-1
Hehrmeister, ein vielgereister Komponist, ist nach Riga zurückgekehrt, wo er den 17jährigen Kurt kennenlernt. Wie tief seine Gefühle für Kurt sind, wird ihm erst bewußt, nachdem er sich von dessen Mutter hat einfangen lassen. Vor der Verwirrung seiner Gefühle will er nach Paris fliehen - für Kurt ein doppelter Verrat, an dem er zerbricht. Guido Hermann Eckardt (1873–1951) zählte als Musiker und Journalist über Jahrzehnte zu den prägenden Gestalten des kulturellen Lebens in Riga. Zuvor hatten ihn Lehr- und Wanderjahre nach Berlin und München, nach Paris und Rom geführt. In dieser Lebensphase entstanden drei Romane, die er unter dem Pseudonym Fritz Geron Pernauhm veröffentlichte.![]()
Fritz Geron Pernauhm, d.i. Guido Hermann Eckardt
Die Infamen
Roman
240 S., Br., € 16,00
978-3-939542-56-8
Der Roman schildert mit vielen Zeitbezügen die Anpassungsstrategien gutbürgerlicher Homosexueller Mitte des 19. Jhdts., die in Berlin in einer eigenen, geheimen Welt leben oder nur auf Auslandsreisen sich trauen, sie selbst zu sein. Richard, ein junger Musiker, will sich nicht mit "Glücksgefühlen von Katakombenbewohnern" zufrieden geben. Seine Offenheit kompromittiert auch seine Freunde. Guido Hermann Eckardt (1873–1951) zählte als Musiker und Journalist über Jahrzehnte zu den prägenden Gestalten des kulturellen Lebens in Riga. Zuvor hatten ihn Lehr- und Wanderjahre nach Berlin und München, nach Paris und Rom geführt. In dieser Lebensphase entstanden drei Romane, die er unter dem Pseudonym Fritz Geron Pernauhm veröffentlichte.![]()
Invertito
Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten, Band 12, Jahrgang 2010
Hrsg.: Christian-Alexander Wäldner / Norbert Finzsch / Raimund Wolfert
200 S., zahlr. Abb., Br., € 17,00
978-3-939542-84-1
Ein schlesisches Freundschaftsglas; ein Homosexueller aus Hannover, der Freunde verraten hat und selbst zum Opfer wurde; «Becoming Gay: Deleuze, Feminismus und Queer Theory» - dies und mehr im neuen Jahrbuch des Fachverbands Homosexualität und Geschichte.![]()
Andreas Pretzel
Homosexuellenpolitik in der frühen Bundesrepublik
Queer Lectures
48 S., Br., € 6,00
978-3-939542-82-7
Die 1950-Jahre waren ein ambivalentes Jahrzehnt: Sie bedeuten erfolgreiche Demokratisierung und zugleich eine erfolgreiche Restauration. Pretzel zeigt in einem kurzen, gut lesbaren Überblick, was dies für die Homosexuellen bedeutet hat.![]()
Brane Mozetic
Banalien
Gedichte
aus dem Slowenischen von Andrej Leben
62 S., Gb., € 14,00
978-3-939542-97-1
Es ist schwierig, die Nähe von Männern zu suchen, und zugleich alles zu hassen, was diese Welt zu einer Männerwelt macht Es ist genau dieser Widerspruch, der die Welt des "Ichs" dieser Gedichte prägt. Eines Nachts bemerkt er an seinem Freund einen Geruch, den er seit der Zeit des prügelnden Stiefvaters nur zu gut kennt, und er läuft davon. Uniformträger aller Art sind ihm ebenso unverständlich wie kluge Party-Schwätzer, egal ob in Ljubljana, Paris oder New York. Aber manchmal trifft er einen Anderen, der sich aus einer ähnlichen Einsamkeit heraus an ihn wendet und ihn berührt. Der Zyklus dieser fünfzig Gedichte fügt sich zu einer Reise durch intime und soziale Räume, die nur selten von Erinnerungen an glückliche Momente erhellt werden. Am Ende dieser Reise steht eine Liste all dessen, was zu vergessen ist, und diese Liste schöner und schmerzlicher Erlebnisse beschwört die ganze Intensität des Lebensgefühls, das der Autor in seine Prosagedichte hat einfließen lassen. Niemand wird diese "Banalien" je vergessen. Brane Mozetic hat mit "Banalien" nicht einfach eine Sammlung schöner Gedichte, sondern einen thematisch abgestimmten Zyklus vorgelegt, der in dieser Art im positiven Sinn ungewöhnlich ist. Der Sprecher dieser überaus intensiven Momentaufnahmen bewegt sich aus der Isolation der Schreibstube hinaus in die Welt, auf der Suche nach Menschen, mit denen zusammen er an einer persönlichen und gesellschaftlichen Zukunft bauen kann. Dabei gerät er einerseits in die Abgründe eines Nachtlebens voller Drogen und durchgeknallter Typen, andererseits berichtet er von Straßenkämpfen und politischen Auseinandersetzungen. Stets innerhalb der Ausdrucksmittel der Poesie vermittelt er dadurch Einblicke in persönliche Befindlichkeiten, die heftige Liebesgeschichten zwar enthalten, aber immer wieder auch darüber hinaus weisen.![]()
Odd Klippenvåg:
Der Stand der Dinge
aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
176 S., Gb., € 18,00
978-3-939542-86-5
Seit 40 Jahren sind Simon und Annar befreundet. Sie arbeiten in ihrem kleinen Laden und verbringen die freie Zeit auf Wanderungen und in ihrer Berghütte fernab der Zivilisation. Als die Erzählung einsetzt, erholt sich Simon von einem Schlag anfall; Annar kümmert sich um ihn und um das Geschäft. In seinen Erinnerungen blickt Simon auf ein gutes Leben zurück – im Einklang mit der Landschaft und der Geschichte seiner norwegischen Heimat. Der Autor schildert das alles so verlockend und anschaulich, dass man sich selbst hineinwünscht in diese Welt. Natürlich läuft längst nicht alles so, wie es soll. Auch wenn in seinen Gedanken manchmal andere Möglichkeiten kurz aufblitzen, kann Simon sich doch stets mit dem Lauf der Dinge arrangieren, er nimmt das Leben so unausweichlich wie die Natur. Der Roman gibt ein kraftvolles Statement ab zu der Frage, was wirklich wichtig ist im Leben.
Eine unblutige Methode:![]()
Rolf Redlin:
Bullenbeißer
Krimi
280 S., Br., € 16,00
978-3-939542-87-2
Lars Brentrop ist Streifenpolizist. Eines Abends drückt ihm sein Kumpel Gerd einen Zettel mit einer rätselhaften Ziffernfolge in die Hand, „falls ich mich bis morgen nicht bei dir melde”. Lars ahnt nicht, dass dieser Zettel sein Leben von Grund auf verändern wird. Als Gerd am Stadtrand von Hamburg tot aufgefunden wird, fühlt Lars sich gefordert. Undercover ermittelt er in der Ringerszene und in einem dubiosen Filmstudio. Dabei lernt er mit Flo und Orkan zwei Männer kennen, die ihm schließlich sogar das Leben retten.
Rolf Redlin hat im Frühjahr 2009 mit Bodycheck sein erfolgreiches Romandebut veröffentlicht. Auch Bullenbeißer ist in der Welt der Muskeln und des Kraftsports angesiedelt – der Mörder braucht keine anderen Waffen als das Internet und seine bloßen Hände. Eine explosive Mischung aus Steroiden, GPS und schnellen Motorrädern.
Comic
Ein kleines Raubtier:![]()
Andi Lirium:
Punkrocck Heartland
176 S., Br., € 18,00
978-3-939542-92-6
Bastian ist 20 Jahre alt und schon mit dreizehn von Zuhause ausgerissen, weil es da nur Ärger gab. Seitdem lebt er zusammen mit anderen Punks in Hamburg. Der Autofreak Zottel ist so etwas wie ein großer Bruder für ihn – auf einer Reise nach Norwegen kommt es zwischen ihnen zu einer heftigen Liebesaffäre. Aber Zottel hat eine Freundin und weist Bass schließlich zurück. Der dreht durch und baut erst einmal richtig Mist. Im Knast lernt er Jannik kennen, aber Zottel ist und bleibt für ihn der schönste Mann der Welt. Die Graphic Novel, der gezeichnete Roman, gewinnt in Deutschland immer mehr an Beliebtheit. Dieses Debut mit seinem dynamischen, oft wilden Strich gibt sich sofort als eigenständige Stilrichtung zu erkennen, als Fuchs im Hühnerstall der sonst überwiegend sehr braven Zeichenstile. Den Zeichner wird man sich merken müssen.
Nordpol der Männlichkeit?![]()
Adolf Wilbrandt
Fridolins heimliche Ehe
Nachwort von James Steakley
Bd. 52 der Bibliothek rosa Winkel
220 S., Br., € 14,00
978-3-939542-52-0
Die Liebe in ihren vielen Gestalten durchzieht als roter Faden diese humorvolle Milieustudie. Fridolin ist Mentor und Mittelpunkt einer Studentenrunde im Berlin Ende des 19. Jhdts. Auf einer Skala von 100% weiblich bis 100% männlich steht er exakt in der Mitte. Das macht ihm an sich keine Sorge, ist jedoch unpraktisch: Wann immer er sich einem der Geschlechter nähere, sei eine Hälfte von ihm unglücklich, und mit sich selbst verheiratet zu sein sei kein Ersatz für die Liebe. Nach einigen Turbulenzen kann ihm geholfen werden. Dem Autor gelingt es, dieses seinerzeit heikle Thema als die größte Selbstverständlichkeit darzustellen: es gibt solche Menschen, punktum.
Der Rostocker Adolf Wilbrandt (1837–1911) war einer der meistgespielten Dramatiker seiner Epoche, zeitweilig leitete er als Direktor das Wiener Burgtheater. „Fridolins heimliche Ehe“ (1875) ist vermutlich das Porträt eines Freundes.
Vom Lehrling zur Gräfin:![]()
Walter Homann
Tagebuch einer männlichen Braut
Die Geschichte eines Doppelwesens
Nachwort von Jens Dobler
Bd. 53 der Bibliothek rosa Winkel
180 S., Br., € 12,00
978-3-939542-53-7
Der „blonde Dori“ beschreibt im Tagebuch die Stationen seines ungewöhnlichen Lebens: Für lange Zeit ist es ihm selbst ein Rätsel, warum manche Männer sich so sehr um seine Freundschaft bemühten, während andere ihn verächtlich als Hure bezeichneten. In aller Unschuld und Naivität begreift er nicht, dass sein ganz selbstverständlich gelebtes effeminiertes Verhalten ihn in den Augen der Anderen zum Strichjungen macht, obwohl sein Verhalten ganz untadelig ist. Schließlich erfährt er von einem Arzt, dass er dem dritten Geschlecht angehört, und entschließt sich notgedrungen, aus der Not eine Tugend zu machen.
Das Tagebuch spiegelt eigene Erfahrungen des Autors Walter Homann (1887–1918), verarbeitet aber auch das Schicksal der „Comtesse“ Dina Alma de Paradeda, die Magnus Hirschfeld als Paradebeispiel für den „sexuellen Sondertypus“ des Transvestiten anführt.
Ein Sommernachtstraum:![]()
Lutz Büge:
junge_von_nebenan
256 S., Br., € 10,00
978-3-939542-88-9
Der Roman erzählt die Geschichte einer langen Nacht. Alles beginnt im Chat4Gays mit der vertrauten Mischung von Sehnsucht, Lügen und großen Ge fühlen. Kevin hat im Chat die erste Liebe gefunden und gleich wieder verloren, Mehmet und Torsten testen aus, ob sie mehr voneinander wollen als ein schnelles Date. Als es später wird, leert sich der Chatroom, und die anonymen Profile tauchen als Menschen aus Fleisch und Blut im wirklichen Leben auf, denn im Ranch ist Happy Hour. Büge erzählt einen modernen Sommernachtstraum mit Tempo und Witz, und fast allen Figuren gönnt er ein Happy End.
Lila Lieder:![]()
Ralf Jörg Raber:
Wir sind wie wir sind
Ein Jahrhundert homosexuelle Liebe auf Schallplatte und CD
288 S., Br., € 24,00
978-3-939542-91-9
Das «Lila Lied» (1920) wird noch heute als schwullesbische Hymne gesungen. Die erste schwule Platte aber war ein Couplet Otto Reutters: Und jeder kriegt 'nen Schreck, kommt Hirschfeld um die Eck. Schallplatten waren das erste Massenprodukt der modernen Unterhaltungsindustrie. Ralf Jörg Raber stellt selbstbewusste Stimmen und Texte vor, die den Sprung in dieses Medium schafften. Er zeigt, wie sich dort auch Klischees, Hohn und Spott breit machten, wie Schwule in die Camouflage auswichen. Später eroberten Liedermacher und Schlager, Lesbenbands und schwule Formationen das Terrain, und gerade in jüngster Zeit holt der Hiphop zum homophoben Gegenschlag aus. Mit viel Herzblut erzählt Raber die Kulturgeschichte der Homosexualität im Echo der Schallplatte, liefert eine Fundgrube, die noch den kuriosesten Erscheinungen nachgeht und sie kenntnisreich einordnet.
Hubert Fichtes 75. Geburtstag: Der Herodot aus Hamburg-Lokstedt![]()
19 Empfindlichkeiten
Reaktionen auf Hubert Fichte
Anthologie mit Bildern von Daniel Richter, Collagen von Alfred Wäspi sowie einem Comic von Jan-Frederik Bandel und Sascha Hommer. Dem Buch liegt eine CD mit Interviews von Christoph Ogiermann bei.
(Hg.Mario Fuhse)
208 S., Br., € 19,90
978-3-939542-90-2
Hubert Fichte war eine Ausnahmeerscheinung der Nachkriegsliteratur: als Archäologe der europäischen Kulturgeschichte wie als Chronist der Subkulturen der 60er Jahre, als Weltreisender ebenso wie als Pop-Literat. 1986 ist Fichte im Alter von nur 51 Jahren gestorben. «19 Empfindlichkeiten» ist eine Hommage an Hubert Fichte aus Anlass seines 75. Geburtstags. 19 Autoren und Künstler reagieren auf die vielfältigen Themen und Aspekte der «Geschichte der Empfindlichkeit», sein letztes und anspruchsvollstes Projekt. Sie lassen erkennen, welchen Einfluss das Werk Fichtes auf die zeitgenössische Literatur und Kunst hatte und weiterhin hat. Mit Beiträgen von: Bernd Cailloux, Peter O. Chotjewitz, Frank Göhre, Joachim Helfer, Katharina Höcker, Wolli Köhler, Brigitte Kronauer, Thomas Meinecke, Clemens Meyer, Wolf Wondratschek u. a.![]()
19 Empfindlichkeiten
Reaktionen auf Hubert Fichte (Hg.Mario Fuhse)
Vorzugsausgabe: VERGRIFFEN
70 Exemplare mit Originalgrafik von Daniel Richter
Anthologie mit Bildern von Daniel Richter, Collagen von Alfred Wäspi sowie einem Comic von Jan-Frederik Bandel und Sascha Hommer. Dem Buch liegt eine CD mit Interviews von Christoph Ogiermann bei.
208 S., Br., € 220,00
VERGRIFFEN
Hubert Fichte war eine Ausnahmeerscheinung der Nachkriegsliteratur: als Archäologe der europäischen Kulturgeschichte wie als Chronist der Subkulturen der 60er Jahre, als Weltreisender ebenso wie als Pop-Literat. 1986 ist Fichte im Alter von nur 51 Jahren gestorben. «19 Empfindlichkeiten» ist eine Hommage an Hubert Fichte aus Anlass seines 75. Geburtstags. 19 Autoren und Künstler reagieren auf die vielfältigen Themen und Aspekte der «Geschichte der Empfindlichkeit», sein letztes und anspruchsvollstes Projekt. Sie lassen erkennen, welchen Einfluss das Werk Fichtes auf die zeitgenössische Literatur und Kunst hatte und weiterhin hat. Mit Beiträgen von: Bernd Cailloux, Peter O. Chotjewitz, Frank Göhre, Joachim Helfer, Katharina Höcker, Wolli Köhler, Brigitte Kronauer, Thomas Meinecke, Clemens Meyer, Wolf Wondratschek u. a.
Jetzt als Taschenbuch: Herz & Schmerz![]()
Pauls Bücher
in einem Band
360 S., Br., € 17,00
978-3-939542-89-6
Diese Tagebücher beschreiben den Versuch, Verantwortung und Selbstaufgabe als konkrete Verhaltensweisen in Sexualität und Alltag zu verwirklichen. Zwei Männer leisten Pionierarbeit bei der Erkundung einer Lebensweise, die noch immer dem Tabu unterliegt, und das Tagebuch ist als Protokoll ihrer Wünsche und Probleme integraler Bestandteil dieses Versuchs. Hier geht es nicht darum, mal kurz den Macho raushängen zu lassen, sondern um 24 Stunden an 7 Tagen jeder Woche. 12 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Bands der Tagebücher bringen wir nun eine inhaltlich gestraffte Fassung aller drei Bände heraus, mit einem Vorwort des Autors zu den vielfältigen Reaktionen, die seine Bücher bisher hervorgerufen haben. Vom gleichen Autor sind die «Handbücher für Sklaven» und «Meister» sowie sein Credo «Unterwerfung – Pauls Traum von SM» erschienen.
Feste Bindungen:![]()
Tom Schmitt:
Bondage
5 . AUFLAGE
240 S., Br., € 16,00
978-3-935596-07-7
Gekonnt gehorchen:![]()
Pauls Handbuch für Sklaven
Nachauflage
166 S., Br., € 17,00
978-3-935596-11-4
Archetyp der Knollennasen![]()
Ralf König:
Schillerlöckchen
Comic, 64 S., Br., € 12,00
978-3-939542-78-0
Worum's hier geht, wollen sie wissen? Nun ja, es geht um mittelständische Büroangestellte mit leuchtenden Geschlechtsmerkmalen, um bestialisch müffelnde Sweatsox an Schwiegermutters Kaffeetisch und um tragisch verliebte Piratenkapitäne, deren Glasaugen im falschen Moment ins Badewasser plumpsen! Um Klassisches wie Wilhelm Busch und Neues von Max und Moritz, um heterosexuelle Polizisten in Cazzo-Pornos, um erektionsverhindernde Kruzifixe und um die gute, alte griechische Knabenliebe und warum Mogli so gern auf Balus pelzigem Bauch liegt. Noch nicht genug? Wie wärs mit exotischen Pauschalreisen in homophobe Länder, schwer bewaffnetem Genuss von Erdbeerkuchen im Jahre 2040 und um Spanking auf den hübschen Hintern des asketischen Mönchs... um all des gehts und noch viel mehr. Nur um Schillerlocken gehts eigentlich nicht. Zu dem Preis kann man schließlich nicht alles haben.
Gran Canaria reloaded - Elvira lässt grüßen!![]()
Sebastian Castro:
Unter Männern
Urlaub auf Gran Canaria
200 S., Br., € 12,00
978-3-939542-70-4
An einem Regentag in Berlin beschließen vier Männer, für zwei Wochen nach Gran Canaria zu reisen. Sebastian Castro ist dabei, und ob Strandapotheke, Café Wien oder Jumbo-Center, ob Sexrausch oder Beziehungsdrama - von den Dünen bis zur Liege am Pool beschreibt er den ganz normalen Urlaubswahnsinn, sehr komisch, sehr realistisch und ethnographisch besonders wertvoll. Anfang der 1990er Jahre erschien mit Elvira auf Gran Canaria das Kultbuch dieser Urlaubsinsel. Sebastian Castro liefert nun die längst überfällige Fortsetzung. Der beigefügte Sprachführer versetzt den Reisenden zudem in die Lage, den Urlaubsschwarm in perfektem Spanisch zu fragen: "Möchtest Du mich in Detmold besuchen? - ¿Quieres tu visitarme en Detmold?"
Pillen, Promis und Paraden: die schwulen neunziger Jahre![]()
Dietmar Kreutzer
Chronik der Schwulen
Die neunziger Jahre
116 S., 300 Abb., Br., € 16,80
978-3-939542-75-9
In Wort und viel Bild zeigt die Chronik der Neunziger ein Jahrzehnt der Promis und der schwulen Offensive: Schauspieler wie Richard Chamberlain bekennen sich, Hape Kerkeling wird lockerer, Patrick Lindner adoptiert ein Kind. Schwule Figuren erobern die Vorabendserien, Carsten Flöter heiratet sogar. Telefonsex und Pornoindustrie boomen, Poppers entspannt und beflügelt. Nebenbei wird § 175 gestrichen, der Kampf um die Homo-Ehe kommt in Fahrt. Erstmals können Hiv-Positive auf eine dauerhaft wirksame Kombi-Therapie hoffen. Dann gibt es noch großes Kino (Philadelphia, My private Idaho) und Romane wie Elvira auf Gran Canaria, Hollinghursts Schwimmbad-Bibliothek, Cunninghams Fünf Meilen vor Woodstock. Der bewegte Mann füllt die Kinokassen.![]()
E. M. Forster
Das künftige Leben
Erzählungen
aus dem Englischen von Christine Wunnicke und N.-H. Hugo, Manfred Ohl & Hans Satorius
200 S., Gb., € 18,00
978-3-939542-72-8
In seinen Romanen (Howards End, Zimmer mit Aussicht) war Forster der bildmächtige Chronist einer "guten alten Zeit", doch leider gab es in dieser Welt für Homosexuelle wie ihn keinen Platz. Auf dem Höhepunkt seines Ruhms, im Alter von 45 Jahren, verstummte er, weil die Geschichten der "gewöhnlichen Menschen" ihn nicht mehr interessierten. Seine eigene wagte er nicht zu erzählen. Zusammen mit dem Roman Maurice wurden in seinem Nachlass einige Erzählungen gefunden, die in Deutschland noch zu entdecken sind. Diese Geschichten über heimliche Seitensprünge und über verhängnisvolle Kontakte zu "unzivilisierten" Kulturen sind der mal fröhliche, mal bissige Kommentar zur scheinbaren Idylle der englischen Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts.![]()
FORMOSISSIMUS PUER
Gedichte auf den Tod des Pagen Alessandro Cinuzzi, 1474
Hg. und übersetzt von Markus Wesche
170 S., mit zahlr. Abb., Gb., € 14,00
978-3-939542-50-6
Alessandro Cinuzzi, Page im Haus eines Nepoten Papst Sixtus IV., starb 1474 im Alter von nur 16 Jahren. Er war für viele der Inbegriff männlicher Schönheit; humanistisch gebildete Verehrer verfassten (in Latein und Volgare) Gedichte zu seinem Nachruhm und zum Preis seiner Schönheit.![]()
Ota Klingberg
Der Ring
aus dem Schwedischen von Ludger Wedding
356 S., Br., € 12,00
978-3-939542-71-1
Raymond und James sind verliebt, aber ihre Lebens weisen passen einfach nicht zusammen. James, Kind einer schwarzen Mittelschichtsfamilie, träumt von trauter Zweisamkeit in geordneten Verhältnissen. Raymond dagegen baut Luft schlösser und lässt sich am liebsten von Stimmungen leiten. Er hat nicht einmal eine brauchbare Wohnung und nimmt es mit seinen Schulden nicht so genau. Schließlich verliert James die Geduld.
Bd. 51 der Bibliothek rosa Winkel![]()
JEAN GUSTAVE B I N E T-VALMER
LUCIEN
300 S., Br., € 18,00
978-3-939542-51-3
Lucien ist der Sohn des berühmten Arztes François Vigier, der seinem schwachen Sohn Lucien verständnislos gegenüber steht. Dieser versucht sich als Küns tler zu behaupten, versagt jedoch kläglich und ist selbst zum Selbstmord zu ungeschickt. Im Hinter grund wirkt der männlich-selbstbewusste (und ausschweifende) Reginald Lovell, der Lucien im letzten Moment zum Sprung in die Freiheit verhilft.![]()
Aiden Kell
INGOS EROBERUNGEN
aus dem Englischen von Cliff Morten
140 S., Br., € 12,50
978-3-939542-68-1
Ingo steckt bis oben voll mit Testosteron und vernascht seine Mitschüler einen nach dem anderen, er kann das wirklich gut. Nur bei Roland beißt er auf Granit, doch gerade der hat es ihm angetan.![]()
RAIMUND WOLFERT
GEGEN EINSAMKEIT UND EINSIEDELEI
DIE GESCHICHTE DER IHWO
192 S., Br., € 18,00
978-3-939542-73-5
Schon vor dem Aufbruch der neuen, rebellischen Schwulenbewegung Anfang der 70er Jahre gab es eine bürgerliche Homo-Organisation mit guten Kontakten zu Medien und zur Politik, mit Regionalgruppen und einem eigenen Clubzentrum: die Internationale homophile Weltorganisation. Bei allem Einsatz blieb sie jedoch in den An passungsstrategien der sechziger Jahre stecken.![]()
ROBIN BAUER
IHRE ELTERN DACHTEN, DASS SIE EIN JUNGE WÄRE
TRANSSEXUALITÄT UND TRANSGENDER IN EINER ZWEIGESCHLECHTLICHEN WELT
48 S., Br., € 6,00
978-3-939542-76-6
Transsexuelle, die von einem Geschlecht zum anderen wechseln, Transgenders, die zwischen den Geschlechtern leben, Intersexuelle, deren biologisches Geschlecht weder eindeutig Mann noch Frau entspricht: Robin Bauer stellt die Vielfalt von Transgen der Identitäten und Lebensweisen vor und kritisiert die Vorstellung einer als natürlich aufgefassten Zweigeschlechtlichkeit.
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BILDSCHÖN
20 JAHRE LESBISCH SCHWULE FILMTAGE HAMBURG
336 S., Br., € 24,00
mit zahlreichen Abbildungen
978-3-939542-74-2
Zum 20. Geburtstag gibt es eine neue, reich bebilderte Bestandsaufnahme – der Filmtage und der Themen des Queer Cinema. Wie sind die Produktionsbedingungen für die Heldinnen der Liebe? Was für ein Leben versprechen uns die Stars auf der großen Leinwand? Was ist Transgender-Film? fragen sich Nathalie Percillier, Matthias Müller, Gwen Haworth, Monika Treut, Jim Hubbard und viele andere.![]()
INVERTITO – JAHRBUCH FÜR DIE GESCHICHTE DER HOMOSEXUALITÄTEN, 11. Jahrgang 2009
200 S. Br., € 17,00
978-3-939542-77-3
Thomas Lau analysiert die Hintergründe der Sodomiter-Verfolgung im Zürich des 17. Jahrhunderts, Christine Klapeer kommt zu neuen Erkenntnissen bezüglich der heteronormativen Gestaltung frühneu zeitlicher Staatskonzeptionen, und Heinz Jürgen Voß beschreibt den Anteil der Erforschung des Hermaphroditismus an der Konstituierung des Geschlechts-Begriffs in der westlichen Moderne. Jens Dobler lüftet das Pseudonym des 1852 von der preußischen Justiz verurteilten Grafen Cajus und Raimund Wolfert skizziert das Leben des Dänen Alan Hagedorff. Hinzu kommen Rezensionen und Berichte, u.a. über den Einsturz des Historischen Archivs Köln und die Bedeutung dieser Katastrophe für die schwul-lesbische Geschichtsforschung.
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Christoph Geiser
Der Angler des Zufalls
Schreibszenen - Texte aus 35 Jahren herausgegeben von Michael Schläfli
208 S., Gb., € 20,00
978-3-939542-79-7
Ein junger Mann, der sich im Zug nicht auf seine Arbeit konzentrieren kann, weil die Fenster zu Spiegeln werden, ein Schüler, der im Zeichenunterricht eingeschüchtert wird, bis ihm alle Perspektiven verrutschen, ein alternder Autor, der mitten in der Arbeit eine frohe Botschaft erhält: Wo immer wir sie antreffen, lassen sich Geisers Figuren wunderbar über die Schulter direkt ins kreative Handwerk blicken. Ob sie entheimatet in einem Kellerloch in New York zusammen mit einer Katze hausen, einen writer's block beim Verfassen einer pornographischen Auftragserzählung erleiden oder plötzlich von einem Ameisenschwarm heimgesucht werden - wir sind hier Zeugen von Momenten, in denen Leben und Schreiben in eins fallen und Texte entstehen.
Tel Aviv - Berlin![]()
Benny Ziffer
Ziffer und die Seinen
Roman
aus dem Hebräischen von Markus Lemke
192 S., Gb., € 18,00
978-3-939542-39-1
Ziffer und Jo leben als schwules Paar in Tel Aviv. Abwechselnd beschreiben sie ihr Leben, das von Raketeneinschlägen geprägt ist wie auch von Ziffers Unsitte, neben das Klo zu pinkeln, von anstrengenden Elternbesuchen und Nazi-Alpträumen. Schließlich flüchten sie nach Berlin, in „diese zürnende Stadt“.
Jo als Hausmann und Ziffer als Kulturmensch verkörpern das unverbundene Nebeneinander großer Ziele und trivialer Ärgernisse, mal schräge Satire, mal bitterer Ernst. Die Ereignisse sind turbulent und nicht immer ganz realistisch – Ziffer liebt es, die ausgetretenen Pfade der Erzählkunst zu verlassen. Große Oper!
Benny Ziffer wurde 1953 in Tel Aviv als Sohn türkischer Einwanderer geboren. Seit 1987 arbeitet er als Literaturchef der Tageszeitung Ha’aretz.mehr...
Kräftemessen![]()
Rolf Redlin
Bodycheck
Roman
176 S., Br., € 16,00
978-3-939542-41-4
Manfred fährt LKW für einen Baumarkt, bringt hundert Kilo Muskelmasse auf die Wage und joggt lieber um den See, als in der Szene abzuhängen. Er mag es bodenständig, Studenten haben bei ihm keine Chance. Als er seine Mutter in einem winzigen Kaff in Mecklenburg besucht, lernt er dort Toralf kennen, einen Dachdecker, der seine Freizeit mit Bodybuilding und tiefergelegten Autos verbringt. Toralf ist verblüfft, dass auch ganz normale Kerle schwul sein können, und zwischen den beiden bahnt sich etwas an. Eine rundum originelle Liebesgeschichte aus einer Arbeits- und Lebenswelt, in der es auf körperliche Leistung ankommt und die auch schmalbrüstige Leser nicht kalt lässt.
(Scheue) Blicke zum anderen Ufer![]()
Schwule Nachbarn
Herausgegeben von Detlef Grumbach
Taschenbuchausgabe
256 S., Br., € 12,00
978-3-939542-42-1
Einundzwanzig wohlbekannte Autoren und Autorinnen, unter ihnen die Buchpreis-Finalisten Uwe Timm, Feridun Zaimoglu, Judith Kuckart und Peter Stamm, machen sich aus heterosexueller Sicht ihre Gedanken über die Schwulen von nebenan. Bei diesem Thema hat die deutsche Gegenwartsliteratur durchaus Nachholbedarf!
Es schreiben: Matthias Altenburg | Dorothea Dieckmann | Ursula Fricker | Barbara Frischmuth | Doris Gercke | Gunter Gerlach | Kerstin Hensel | Bodo Kirchhoff | Judith Kuckart | Sabine Peters | Hermann Peter Piwitt | Ingo Schulze | Peter Stamm | Uwe Timm | Tina Uebel | Regula Venske | Michael Weins | Ulrich Woelk | Christine Wunnicke | Feridun Zaimoglu
Bitte stellen Sie die Rückenlehnen senkrecht!![]()
Gerrit Liskow
Manuels Plan
Roman /Taschenbuchausgabe
238 S., Br., € 12,00
978-3-939542-65-0
Der Roman hat alles, was ein Bestseller braucht: Liebe, Spannung, Intrige, Sex, Tod und einen mysteriösen Helden, dessen Spur der Leser nur allzu gern folgt. Und dabei scheint die Handlung so harmlos: Zwei Männer, Manuel und Jorge, haben nach langen Jahren den toten Punkt ihrer Beziehung erreicht; Jorge fährt auf der Suche nach dem klaren Kopf in Berge, und so beginnt eine Reise, die sich schnell zur Achterbahnfahrt entwickelt.
Mit vollem Einsatz![]()
Cliff Morten/ Vic Niénel
Bastard
Roman /Taschenbuch
144 S., Br., € 12,50
978-3-939542-66-7
Das explosive Duo Jason und Nico ist durch die Romane „Seilschaft“ und „Mit Haut und Haar“ wohl bekannt. Als die beiden aus beruflichen Gründen getrennt werden, kümmert sich Nico um die „Erziehung“ von Silvio und Elias. Die beiden jungen Männer verehren Nico und sind begierig, von seinen Erfahrungen zu profitieren. Jason setzt alles daran, Nico zurück zu erorbern. Er hat dabei seine eigenen, höchst provozierenden Methoden.![]()
Howard O. Sturgis
Tim
Roman mit einem Nachwort von Wolfram Setz, Bd. 48 der Bibliothek rosa Winkel
180 S., Br., € 10,00
978-3-939542-48-3
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Bill Forster (d.i. Herman Breuer)
Anders als die Andern
Roman mit einem Nachwort von Erwin In het Panhuis
420 S., Br., € 20,00
978-3-939542-49-0
Queer Lectures, 2. Jahrgang, Heft 6![]()
Manfred Bruns
Homosexualität und deutsche Jurisdiktion
Zur Umsetzung der Yogyakarta-Prinzipien in Deutschland
48 S., Br., € 6,00
978-3-939542-67-9
Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität dürfen nach dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetztes ebenso wenig Grund für Diskriminierungen sein wie etwa ethnische Herkunft oder Geschlecht. An den Beispielen der Bundesverfassungsgerichtsurteile aus dem Jahr 1957 zum §175, zur «Aktion Standesamt» im Jahr 1993, und zum Lebenspartnerschaftsgesetz im Jahr 2002 belegt Bruns, wie schwer sich insbesondere deutsche Gerichte mit diesem Grundsatz tun. Er blickt aber auch über den Tellerrand deutscher Gerichtsbarkeit hinaus.
Manfred Bruns, Jahrgang 1934, Sprecher des LSVD, war Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe und Mitglied der Enquete-Kommission «AIDS» des Deutschen Bundestages.
Jenseits der Geschlechtergrenzen - Verhätnisse durcheinander bringen![]()
Verqueerte Verhätnisse
Intersektionale, ökonomiekritische und strategische Interventionen
AG Queer Studies Hamburg (Hg)
144 S., Br., € 16,00
978-3-939542-40-7
Die Vorlesungsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ widmet sich seit 1990 neuen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Queer Studies. Dieser Sammelband präsentiert eine Auswahl von Beiträgen über Störaktionen in Ökonomie und Politik. Das Themenspektrum reicht vom Widerstand gegen die deutsche Besatzung in 2. Weltkrieg über Aktionen gegen die Rassentrennung der USA bis zu Scham und Selbstbehauptung am Arbeitsplatz. Die Beiträge diskutieren, wie herrschende Strukturen durchbrochen werden können, ohne in die Falle neuer Hierarchien und Ausgrenzungen zu tappen.
Feinde töten![]()
Michael Sollorz
Die Eignung
Roman
190 S., Gb., € 16,00
978-3-939542-28-5
Lars Hagner ist Hausmeister in einem Neubaugebiet im Osten Berlins. Mieter und Verwaltung schätzen den fleißigen Junggesellen. Nur Ljuba, die 13jährige Nachbarstochter, verfolgt ihn mit Argwohn: „Ich beobachte ihn. Er geht durch die Keller. Durch die Wohnungen ...“ Ljubas Misstrauen trifft ins Schwarze: Hagner führt ein Doppelleben. Als Handlanger und Vollstrecker dient er seinem einstigen Zugführer, Oberleutnant Bossert. Während seines Wehrdienstes bei der Bereitschaftspolizei wurde der asketische Offizier für den jungen Hagner zum leuchtenden Vorbild, dem er blind vertraut. Als Bossert ihn nach dem Ende der DDR auffordert, in einer konspirativ geführten Partisanenarmee für die gewaltsame Beseitigung des Kapitalismus zu kämpfen, ist Hagner mit fliegenden Fahnen dabei.
Lars Hagner ist Preuße und Trotzkist. Den realen Sozialismus verachtet er als verweichlicht und verlogen. In der Kaserne hat er in der soldatischen Existenz die ihm gemäße Lebensform gefunden. „Gestellte Aufgaben zu erfüllen“, wird zu seinem Daseinszweck. Der Anschluss an den Westen war für ihn ein Schock. Er verlor jede Perspektive und war mehr als dankbar, unter Bosserts Führung weiterleben und der Revolution dienen zu können. Selbst als er mit Hinweisen konfrontiert wird, Bossert sei nur ein Krimineller, der ihn für seine Zwecke missbraucht, kann das seinen Glauben an die Bewegung nicht erschüttern.
Die Eignung ist ein Roman über Sehnsucht, Fanatismus und Manipulierbarkeit. Als Rechenschaftsbericht des inzwischen 42jährigen Hagner angelegt, dokumentiert der Text den Widerstreit von romantischen Träumereien, soldatischem Pragmatismus und Hass. Die Sprache macht diese Spannung sinnlich erfahrbar. Biegsam und kraftvoll sagt sie, was zu sagen ist, und bleibt sparsam selbst im Pathos, das bei der Beschreibung von Erinnerungen an Kindheit und Jugend anklingt. Der Autor entwirft das verstörende Porträt eines unscheinbaren Zeitgenossen zwischen DDR-Sozialisation und Gegenwartsverweigerung. An dieser Ordnung interessiert mich nur ihre Beseitigung. Dazu ist jedes Mittel recht.Michael Sollorz, Jahrgang 62, lebt als Schriftsteller in Berlin. Bisherige Veröffentlichungen u. a.: "Abel & Joe", "Orakel", "Benjamins Tagebuch", Arbeiten für Hörfunk und Film.
Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs![]()
Uwe Jahn
Weit raus
Erzählungen
160 S., Br., € 16,00
978-3-939542-29-2
Rainer und Christian verbringen ihren Urlaub in einem italienischen Bergdorf. Den haben sie nötig, denn ihre Liebe ist etwas in die Jahre gekommen. Rainer ist erleichtert, endlich wieder einen Job gefunden zu haben, aber Christian kann nicht vergessen, dass er seinen Freund viele Monate lang so mutlos und apathisch erlebt hat. Sein Bild von Rainer hat einen Riss bekommen. Ausgerechnet da trifft er auf Robert, mit dem er schon seit Jahren flirtet. Aber was nützt der schönste Seitensprung mit einem Trottel, und wie erneuert man ein Eheversprechen?
Die anderen Helden dieser Erzählungen stehen ähnlichen Herausforderungen gegenüber:
Söhnke scheitert an seiner Opferbereitschaft und Alexander nimmt die Suche nach Grenzerfahrungen allzu wörtlich. Ove hat den Mann fürs Leben gefunden, rechnet aber täglich mit der Beziehungskatastrophe; Martin kann es gar nicht leiden, nur als Gatte des erfolgreichen Matthias wahrgenommen zu werden. Wie verhält man sich in intimen Beziehungen? Wie schützt man die Zuversicht vor den Zumutungen des Alltags? Das lernt man nicht in der Schule.
Zehn Geschichten um Wünsche und Leidenschaften, die überraschende Wendungen nehmen. Die Protagonisten sind unentschlossene Hedonisten mit mehr Vergangenheit, als ihnen lieb ist. Die einen haben sich für eine Partnerschaft entschieden, was ihnen nicht immer gut bekommt. Die anderen sind Singles geblieben und es geht ihnen auch nicht besser, weil mit den Jahren die Hoffnung knapp wird. Alle mussten Federn lassen und würden gerne ewig jung sein, sie fürchten sich vor ihren Erinnerungen und vor dem Alter, sind empfindlich geworden, nervös, leicht zu kränken, und wenn einer es nicht ernst mit ihnen meint, wird es ungemütlich. Der Autor beobachtet seine Figuren mit fürsorglichem Blick und lässt ihnen ihre Geheimnisse, auch wenn er ihre Gefühle zu erkunden versucht. Sein trockener Humor rückt auch das gelegentlich auftretende Pathos ins rechte Licht.
Uwe Jahn wurde 1964 im Wendland geboren. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Regionalreporter in Brandenburg; heute lebt er in Berlin und arbeitet als Hörfunkredakteur für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Zahlreiche Glossen und Erzählungen sind in Anthologien und Zeitschriften erschienen.
Niemals die Wut verlieren!![]()
John Preston
Den Jungs geht’s gut
Geschichten aus Provincetown
Deutsch von Volker Oldenburg
176 S., Br., € 16,00
978-3-939542-30-8
Dieses Buch, das in den USA erstmals 1983 veröffentlicht wurde, ist ein Rückblick auf die schwule Geschichte Amerikas. Die Handlung erstreckt sich von den 1950er bis in die Mitte der 1990er Jahre. Ort des Geschehens ist Provincetown, ein Ferienort, an dem schon seit Jahrzehnten viele Schwule den Sommer verbringen. Franny, eine „auberginenförmige Transe“ und Mittelpunkt der Ereignisse, lässt sich in mittleren Jahren in „P-Town“ nieder, um sich darum zu kümmern, dass es „ihren Jungs“ gut geht, den vielen unerfahrenen jungen Schwulen, die von überall her anreisen.
So entsteht ganz zwanglos eine Geschichte der frühen amerikanischen Schwulenbewegung, eine zusammenhängende Sammlung von Episoden, die Preston jeweils aus der Perspektive der Protagonisten erzählt: vom Widerstand gegen das polizeiliche Verbot, dass zwei Männer miteinander tanzen, von ersten schwulen Arbeitsplätzen, von wütenden Jungen und versoffenen Alten. Er erzählt, wie manche auf der immerwährenden Party des schwulen Nachtlebens die Orientierung verlieren, und auch, dass man nicht schön und klug sein muss, um von den anderen geachtet zu werden. In einem Nachtrag beschreibt Preston den Einzug von Aids in diese schöne schwule Welt, ein großartiges und erschütterndes Stück Literatur, auch wenn dieser Text durch Prestons Tod unvollendet blieb.
„Den Jungs geht’s gut“ ist ein ur-amerikanischer Roman. Er ist Ausdruck des Glaubens, dass es für Menschen jeder Art eine „Community“ gibt, die ein wenig Sicherheit in diesem chaotischen Leben garantiert und wo Menschen füreinander einstehen. Ein Buch wie ein Hollywoodfilm mit Helden, Tränen und ein bisschen Gerechtigkeit. In Amerika seit langem ein Klassiker, in Deutschland noch zu entdecken.
Franny gehört in eine Kategorie von Büchern, die in gewisser Weise darauf abzielen, sich selbst obsolet zu machen – und ich glaube, genau deshalb sind sie alles andere als obsolet, sondern verdienen einen festen Platz im schwulen Literaturkanon.
(Michael Lowenthal im Vorwort)
John Preston wurde in den 1950er Jahren in Medfield, Massachusetts geboren. Er begann seine Schriftstellerlaufbahn als Autor pornografischer Erzählungen in schwulen Monatsmagazinen, die ihn zwar als „Mr. S/M“ schnell berühmt machten, aber auch als „Schmuddelkind“ des schwulen Literaturbetriebs abstempelten. Als Mitherausgeber des renommierten „Advocate“ und Herausgeber zahlreicher Anthologien erwies er sich in den späten 1980er Jahren als einer der fruchtbarsten schwulen Publizisten Amerikas. Preston starb 1994 an den Folgen von Aids.
Muskeln, Aids und Arbeitskreise: die schwulen 80er Jahre![]()
Dietmar Kreuzer
Chronik der Schwulen
Die achtziger Jahre: Muskeln, Aids und Arbeitskreise
112 S., Br., € 16,80
978-3-939542-35-3
Bei Göttingen öffnet das Tagungshaus „Waldschlösschen“ seine Tore, in Köln wird das Schwulen- und Lesbenzentrum Schulz gegründet. Mit Herbert Rusche zieht der erste offen schwule Abgeordnete in den Bundestag ein, und in der DDR ist schwuler Sex mit Jugendlichen nicht länger strafbar. Schwule Sextouristen entdecken Manila und Bangkok. Frauenschwarm Rock Hudson stirbt an Aids.
Die Chronik der Schwulen wird fortgesetzt. Auf die lustvoll-anarchischen 70er – Demos, Sex und Village People – folgt die „Gründerzeit“ der 80er Jahre. Kurzweilig und reich bebildert zeigt Dietmar Kreutzer im Spiegel der Medien (Du & Ich, Rosa Flieder und Don, Magnus, Siegessäule etc.), was die Schwulen in dieser Zeit bewegt hat. Schwule Buchläden, Verlage und Cafés wandeln sich von „Initiativen“ in veritable Wirtschaftsunternehmen, Vereine und Beratungsstellen richten mit öffentlicher Finanzierung feste Arbeitsplätze ein. In vielen Städten entstehen schwule Jugendgruppen als Ausdruck gewachsenen Selbstbewusstseins. Schräge „Stonewall“-Demos wandeln sich zu machtvollen und lustbetonten CSD-Paraden.
In der DDR werden kirchliche Arbeitskreise für Homosexuelle gegründet, der Homo-Paragraf wird dort ersatzlos gestrichen. Im Westen macht die Politik derweil erste Fortschritte bei der Entschädigung homosexueller NS-Opfer. Die „Homo-Ehe“ nach dänischem Vorbild wird zum Streitfall parlamentarischer Schwulenpolitik.
Mit dem Tod von Rock Hudson kommt die Aidskrise in den Köpfen der Bevölkerung an, und die Euphorie des befreiten schwulen Lebens bricht in sich zusammen. Die Vereine der Aidshilfe entwickeln sich in kürzester Zeit zu einer der bedeutendsten Gesundheitsbewegungen der Geschichte. Sie treten mit Unterstützung von Rita Süßmuth für Aufklärung und Prävention und gegen die Diskriminierung der Kranken ein.
Fassbinders „Querelle“ und Jarmans „Caravaggio“, aber auch Liebesgeschichten wie „Maurice“ von Ivory kommen in die Kinos, und im Schatten von Aids haben schwule Pornos Konjunktur. Die trendige „Schwester“ entdeckt Bodybuilding als Mittel für den sexuellen Erfolg. Ralf König beginnt seine Zeichnerkarriere mit „Schwul Comix 1“ (1980) und wird mit „Der bewegte Mann“ (1987) zum Bestsellerautor auch bei einem heterosexuellen Publikum. Während die Travestie von Mary & Gordy ganze Stadthallen füllt, ist Diseuse Georgette Dee noch ein Geheimtipp.
Dietmar Kreutzer, geb. 1965 in Leipzig, arbeitet hauptberuflich als Stadtplaner in Berlin. Aus Lust und Laune ordnet er das Zeitschriftenarchiv im Schwulen Museum und entdeckt dort, was die Schwulen einst bewegt hat: ernsthafte Infos und manche Kuriosität..................................................CHRONIK DER SCHWULEN: D I E S I E B Z I G E R J A H R E
Leuchtzeichen aus der Vergangenheit![]()
Victor Aadlon
Heim & Garten
Roman /Taschenbuchausgabe
208 S., Br., € 12,00
978-3-939542-31-5
Wenn ein erfolgreicher Werbemann plötzlich Pause macht und die Orte und Personen seiner Kindheit besucht, dann stimmt etwas nicht. Carl macht sich auf den Weg in die Vergangenheit, trifft Jugendfreunde, Großmutter und Mutter, schließlich sogar den gehassten Vater. Doch in dieser „Rückblende“ ist heute nichts mehr so, wie es damals war. Carl findet nicht das, was er gesucht hat. Schließlich verlässt er die schicke Wohnung in Hamburg und versucht etwas vollkommen Neues.
Mit der Schilderung dieser Reise in die Vergangenheit erzählt Aadlon eine in vielem typische Biografie der 1960er Generation. Der Roman entfaltet sich vor einem Hintergrund aus genau beobachteten, bezeichnenden Details und ist von Figuren bevölkert, die so eigentümlich, verschroben und liebenswert sind, dass man gern ein Teil dieser Welt werden möchte.
Das sind farbige Leuchtzeichen aus der Vergangenheit, das ist Stillstand, das ist die Hoffnung auf eine hellere Zukunft, ein glücklicheres Miteinander.
Walter Foelske in Queer
Victor Aadlon alias Paul Kremp wurde 1962 im Saarland geboren. Er lebt als freischaffender Künstler auf der Schäbischen Alb.
Die neuen Kinder vom Bahnhof Zoo![]()
Hans Peter Hauschild
Fluchtversuche
Das Leben des Miro Sabanovic zwischen Familienterror, Bahnhof Zoo und Ausländerbehörde
Taschenbuchausgabe
200 S., Br., € 12,00
978-3-939542-32-2
Miro Sabanovic ist elf Jahre alt, als er mit seiner Familie aus dem bosnischen Bürgerkrieg nach Berlin kommt. Das ist 1992. Knapp zehn Jahre später, am 14. August 2001, wird er abgeschoben – nach einem Leben auf dem Strich, nach einer typischen Drogenkarriere, nach zahlreichen Jugendstrafen. Es war ein kurzes Leben am Bahnhof Zoo, das er in seiner Abschiebehaft zu Papier gebracht, das sein Betreuer Hans Peter Hauschild zu diesem Buch gemacht hat: Und es entspricht so gar nicht dem Klischee, das „Christiane F.“ und die „Kinder vom Bahnhof Zoo“ vor 30 Jahren geprägt haben. Für Miro ist das Stricherleben nicht das Ende eines langen Abstiegs, sondern die schönste Zeit seines Lebens.
In der bosnischen Heimat war Miro von den Eltern zum Dieb erzogen und körperlich misshandelt worden. In Berlin erlebt er so etwas Freiheit und sogar die Zuneigung seiner Freier. Aber einerseits kann er sich auch in Deutschland nicht aus dem Bannkreis der Familie, seiner eigenen kriminellen Laufbahn befreien. Und andererseits er hat seine Rechnung ohne die Ausländerbehörden gemacht.
Auch Miros Geschichte ruft Klischeevorstellungen vom Leben der Roma oder vom Verhältnis deutscher Freier zu den Exoten auf dem Fleischmarkt hervor. Doch die Form der «Oral History», so Hans Peter Hauschild in seinem ausführlichen Nachwort, gelangt zu einer differenzierten Sicht auf das Einzelne jenseits von Klischees und Vorurteilen:
Miros Jungenleben ist randvoll mit extremen humanitären Härten, die bei ihrer bloßen Nennung eigentlich jedes Herz zum Schmelzen bringen müssten. Dass er dennoch keine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland bekam, liegt auch an den Härten, die er selbst seinen Mitmenschen zufügt. Denn Miro, das Opfer, ist bei Gott kein Engel, sondern eine Zumutung, eine Frechheit auf zwei Beinen.
Hans Peter Hauschild wurde 1954 geboren, engagierte sich als Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe und in der Flüchtlingsarbeit von «Pax Christi». Der Kulturwissenschaftler starb im August 2003 an den Folgen von Aids. Postum erschien seine Streitschrift «FleischesTheologie. Bemerkungen zum In-Eins von Religion und Erotik».
Die Liebe der Matrosen![]()
Jan R. Holland
Steife Briese
Roman /Taschenbuch
144 S., Br., € 12,50
978-3-939542-36-0
Jan Holland, Stricher aus Leidenschaft mit detektivischen Neigungen, bekommt ein ungewöhnliches Angebot: Im Auftrag des Eigners soll er herausfinden, welche Geheimnisse die Crew seiner Luxusjacht Jean Genet zu verbergen versucht. Zusammen mit seinem Kollegen Dennis begibt sich Jan an Bord des Schiffes, um nähere Bekanntschaft mit zehn Kerlen aus allen Teilen der Welt zu schließen, die ihm schon beim ersten Anblick das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Und da Jan gern das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet, lässt sich vermuten, dass dies eine denkwürdige Schifffahrt werden wird.
Queer Lectures, 1. Jahrgang, Heft 5![]()
Claudia Liebrand
«John Wayne wouldn't like gay cowboys.»
Ann Lees Western Brokeback Mountain und die Gendertradition
48 S., Br., € 6,00
978-3-939542-38-4
Die Autorin führt uns in die Re-Lektüre des Genres ‹Western› ein, die uns Ang Lees Film Brokeback Mountain ermöglicht. Sie vertritt die These, dass Verhandlungen von Homosexualität und Homoerotik für dieses Genre immer schon konstitutiv waren, dass kaum ein Western ohne den Subtext Homosexualität auskommt. Indem das amerikanischste aller Filmgenres die heterosexuelle Männlichkeit seiner Protagonisten behauptet, liefert es zugleich deren Bedrohung immer mit. Liebrand zieht zum Vergleich Western wie Die glorreichen Sieben oder Butch Cassidy und Sundance Kid heran.
Claudia Liebrand studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte in Freiburg, habilitierte sich über E.T.A. Hoffmann und ist seit 1999 Professorin für Allgemeine Literaturwissenschaft / Medientheorie an der Universität zu Köln.
10 Jahre InvertitoInvertito
Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten
hrsg. vom Fachverband Homosexualität und Geschichte e.V.
200 S., Br., € 17,00
978-3-939542-33-9
Seit der ersten Ausgabe im Jahr 1999 hat Invertito ein beachtliches Themenspektrum abgearbeitet, darunter vor allem in Schwerpunkten zu Epochen wie Mittelalter, Weimarer Republik, Faschismus und Bundesrepublik, zu Themen wie Homosexualität in Kunst und Kultur, Partnerschaften sowie homosexuellen Netzwerken. In einer Situation, in der historische Forschung zur Thematik der Homosexualitäten noch immer nicht an den Hochschulen etabliert ist, zeigen die Veröffentlichungen des Fachverbands Homosexualität und Geschichte, wie ergiebig die Arbeit in diesem Forschungsbereich tatsächlich ist. So auch der zehnte Jahrgang mit diesen Themen:Stefan Micheler: Freundschaftsverbände und Freundschaftszeitschriften in der Weimarer RepublikMartin Lücke: Männerbilder zwischen Konsum und Kommunismus.
Mirko Nottscheid: Joachim S. Hohmann – biografische Skizze und Bibliografie
Barbara Eder: Die Lesbe und der Nervenarzt – Freud zur weiblichen Homosexualität
Heinz-Jürgen Voß: Konstituierung von «Geschlecht» in modernen biologisch-medizinischen Wissenschaften
Frank Ahland: Der Skandal um den Film «Anders als Du und ich» von Veit Harlan (1957).
Eine weibliche Seele in einem männlichen Körper?![]()
Volker Weiß
„... mit ärztlicher Hilfe zum richtigen Geschlecht?“
Zur Kritik der medizinischen Konstruktion der Transsexualität
400 S., Br., € 26,00
978-3-939542-37-7
Der Wille zur Geschlechtsumwandlung ist gesellschaftliche Realität. Wer der Überzeugung ist, im falschen Körper geboren zu sein, will das Problem lösen und weiß, wie das geht. Mediziner wie Patienten bewerten das als Fortschritt. Aber woher rührt diese Einigkeit? Wie ist es dazu gekommen, dass Ärzte heute Transsexuellen ihre Hilfe auf dem Weg zum ‚richtigen Geschlecht‘ anbieten?
Ende des 19. Jahrhunderts waren sich Psychiater auf ganz andere Weise einig: der Wunsch, das andere Geschlecht zu sein, wurde als Wahnvorstellung oder Paranoia bewertet. Erst als Wünsche nach einem Geschlechtswechsel ansatzweise realisierbar waren, geriet dieses Konstrukt ins Wanken. Es folgte eine Zeit des medizinischen Experimentierens. Nicht eine eindeutige Diagnose, so die These dieses Buchs, führte zur richtigen Therapie, sondern die Eigendynamik der Therapiemöglichkeiten, die Wünsche der Patienten und die Interessen der Medizin, führten in einem Wechselspiel von Erforschen und Behandeln zur Konstruktion der Diagnose „transsexuell“.
Zum einen legt Weiß die Wurzeln der intuitiven Selbstdiagnose „Transsexualität“ offen, zum anderen rückt er die Suche nach den Ursachen der Transsexualität in den Mittelpunkt der Analyse: Diese Suche nach angeborenen oder frühkindlichen Ursachen stellte eine notwendige Strategie zur Legitimation der medizinischen Geschlechtsumwandlung dar, von Eingriffen, die in einer Gesellschaft als adäquat und fortschrittlich gelten, die nur das Entweder-oder akzeptiert: männlich oder weiblich.
Volker Weiß, Dr. phil., Dipl. Sozialwissenschaftler, pädagogischer Mitarbeiter des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen und der Akademie Waldschlösschen, Mitorganisator des Lesbisch-schwules Filmfests „Perlen“, lebt in Hannover.
Das Ende von „1001 Nacht“![]()
Georg Klauda
Die Vertreibung aus dem Serail
Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt
170 S., Br., € 16,00
978-3-939542-34-6
Islamische Staaten geraten durch die Verfolgung Homosexueller immer wieder in den Blickpunkt der westlichen Medien, die solche Vorfälle gern als Zeichen kultureller Rückständigkeit interpretieren. Einige Bundesländer schlugen deshalb vor, Muslime im Einbürgerungsverfahren nach ihrer Einstellung zu Homosexuellen zu befragen. Zeigen sich deklassierte Halbstarke aus Migrantenfamilien aggressiv gegenüber Schwulen, werden reflexhaft religiöse Motive unterstellt.
Dabei beschworen Homosexuelle die Kultur des „Orient“ noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts als ein tolerantes Gegenbeispiel zu den Jahrhunderten religiöser und säkularer Verfolgung in Europa. Die klassische arabische Liebeslyrik z.B. ist voll von gleichgeschlechtlichen Motiven, die man in der Literatur des „aufgeklärten“ Abendlands vergeblich sucht. Man mag kaum glauben, dass sich die Lebensweise in islamischen Gesellschaften in einer so kurzen Zeitspanne auf so einschneidende Weise geändert haben soll. Doch gerade diejenigen, die mit dem Finger auf die Homophobie der islamischen Welt zeigen, gehen jeder Erklärung dieses Wandels aus dem Weg.
Anhand zahlreicher historischer und aktueller Quellen belegt der Autor, dass die Schwulenverfolgung in Ländern wie Iran und Ägypten weniger das Relikt einer vormodernen Vergangenheit ist. Vielmehr handelt es sich um das Resultat einer gewaltsamen Angleichung an die Denkformen ihrer ehemaligen Kolonialherren, die Homosexuelle im Prozess der Modernisierung erstmals identifiziert, benannt und zum Objekt staatlichen Handelns gemacht haben. Homophobie ist eine Erfindung des christlichen Westens, die im Zuge der Globalisierung in die entlegensten Winkel dieser Welt exportiert wird.
Georg Klauda, geb. 1974 in der Nähe von Bamberg, studierte Soziologie, Neuere Geschichte und Linguistik in Erlangen und Berlin. In den 90er Jahren engagierte er sich als Schwulenreferent im AStA der Freien Universität und beteiligte sich an der Gründung der Zeitschrift „Gigi“. Heute publiziert der Diplomsoziologe in Zeitschriften wie „Phase 2“, „Arranca“, „Inamo“ und „MRZine“ über Themen wie Homophobie, Rassismus und Islamophobie.
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Ralf König: Stutenkerle
64 S., Br., € 12,00
978-3-939542-19-3
«Stutenkerle» präsentiert eine immer wieder verblüffende Chronik des alltäglichen Wahnsinns. Aber auch Ausflüge ins Übersinnliche sind vertreten: neben den Weihnachtsengeln, die Ralf König offenbar sehr ins Herz geschlossen hat, erstmals die Schutzengel GmbH & Co. und auch der heilige Norbert, Schutzpatron der stark Behaarten, Muskulösen und ein bisschen Blöden. Und religiöse Fanatiker, egal ob Christen, Moslems oder Juden, kriegen ihr Fett weg. So werden auch einige von Ralf Königs Kommentaren zum Streit um die Mohammed-Karikaturen erstmals in Buchform zugänglich gemacht. Ein toller neuer König eben!![]()
Firbank
Die Blume unter dem Fuße
192 S., Gb., € 18,00
978-3-939542-20-9
Wir befinden uns in Kairoulla, einer mitteleuropäischen Metropole. Die Hofdame Laura de Nazianzi liebt „Seine Mattigkeit“ Prinz Yousef, doch der liebt die Hofdamen im Allgemeinen. Die Herzogin von Varna betreibt insgeheim einen kleinen Blumenladen mit der Unterstützung eines tunesischen Jungen, der des Nachts in phantastische Gewänder gehüllt Geschäfte mit „geblendeten“ Männern macht. Auf der kleinen Insel St. Helena verbringt Graf Cabinet ein fideles Exil in Gesellschaft eines gern nackt badenden Ministranten. Der Graf von Tolga wiederum betreibt ein Privat-Hamam, und seine Frau erkundet auf einer Bootsfahrt die Reize von Olga Blumenghast. Es geht das Gerücht, im Ritz gebe es Flöhe, und des Nachts unterhalten sich Odentoglossen mit Butterblumen. Firbank schildert eine von Damen reiferen Alters dominierte Welt, in der den Männern nur eine untergeordnete Rolle zukommt, soweit sie nicht den „amphorenhaften“ Reiz der Blumenjungen Bachir oder Effendi-Schatz zu entfalten in der Lage sind.
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Brauchitsch
Alles wahr
256 S., Br., € 17,00
978-3-939542-21-6
Alles beginnt mit einem Kunstraub. Fünf Galeristen werden Opfer eines dreisten Betrügers, und die Versicherung engagiert zur Aufklärung den Kunsthistoriker Robert Landau, dessen chronischer Geldmangel ihn dazu treibt, sich auf das Spiel einzulassen. Die Spur führt ihn von Frankfurt nach Venedig, von Venedig nach Bangkok und zurück. Er dreht sich im Kreis und durchstöbert dabei die dunklen Winkel fremder Städte und seiner eigenen Geschichte. Mit jedem neuen Tag verstrickt er sich tiefer in einem Dickicht aus geschickt arrangierten Täuschungen. Dafür erfährt er Dinge über seine eigene Vergangenheit, von denen er nicht zu träumen gewagt hätte, und lernt mit Phil einen Mann kennen, der auf einen lonely wolf wie ihn nur gewartet hat.
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Knoppka
Herzschuss
Taschenbuchausgabe
168 S., Br., € 12,00
978-3-939542-22-3
Eine Jugendfreizeit am Meer, eine nicht zu bändigende Horde von Jungen und Mädchen zwischen zehn und siebzehn Jahren, gestresste Betreuer: Vor diesem Hintergrund entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Michael, dem Schwarm aller Mädchen, und Robert, einem der Betreuer. Michael spürt, wie viel er Robert bedeutet, und aus Eitelkeit stachelt er den Älteren immer mehr an. Robert ist voller Bewunderung für Michael, dem wegen seiner Schönheit alles in den Schoß fällt, aber er will sich deshalb nicht von ihm ausnutzen lassen. Ganz allmählich kommt es zur Annäherung zwischen den beiden
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Büge/ Dickens
Der Fall Edwin Drood
334 S., Br., € 14,00
978-3-939542-23-0
Ein verschlafenes Nest im England des 19. Jahrhunderts: Ein sportlicher Vikar, der bei seiner Mutter wohnt, ein exotischschönes Geschwisterpaar aus den Kolonien, ein opiumsüchtiger Kantor und sein reizender Neffe. Alles wirkt wie eine Idylle, doch dann geraten die Bewohner des Städtchens Cloisterham in Aufruhr. Edwin Drood, der Neffe des Kantors, verschwindet spurlos … und der Autor Dickens stirbt, ohne seinen letzten Roman vollendet zu haben. Lutz Büge präsentiert einen Schluss, wie ihn Dickens nicht besser hätte schreiben können: Die Guten werden glücklich, die Bösen werden bestraft, die Liebenden finden zueinander und die Seelen der untoten Romanfiguren werden endlich erlöst!
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Morton /Reed
Mit Haut und Haar
152 S., Br., € 12,50
978-3-939542-24-7
Nico und Jason sind stolze, schöne Männer, die zusammenpassen wie Feuer und Eis. Obwohl sie seit einiger Zeit ein Paar sind, ist jede erotische Begegnung von der Überwindung der Widerstände des anderen geprägt, und am Ende steht die triumphierende Dominanz des einen und die vollkommene Hingabe des anderen. Als Karl, ein Schauspieler-Kollege, sich in Nico verliebt, geht Jason auf die Barrikaden und verteidigt seine Besitzansprüche. Doch dann macht Karl den beiden ein Angebot, das sie nicht ablehnen können: Er unterwirft sich beiden, nur um in Nicos Nähe zu sein. Nico genießt Karls völlige Unterordnung und Jason kann seine aufgestaute Wut an diesem Nebenbuhler auslassen. Im Laufe der Zeit geraten beide jedoch in den Bann von Karls bedingungsloser Selbstaufgabe, die eine neue Dynamik in die Machtspiele von Nico und Jason bringt und ihre Beziehung auf eine harte Bewährungsprobe stellt. Nico und Jason, die Hauptpersonen in dem 2005 erschienenen Roman «Seilschaft», stürzen sich hier mit Haut und Haar in ein neues Abenteuer.
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Zinn
Mein Sohn liebt Männer
128 S., Br.,€ 12,00
978-3-939542-25-4
Wie reagieren meine Eltern, wenn ich „es“ ihnen sage? Diese Frage bestimmt einen noch immer dramatischen Augenblick im Coming-out. Dorit Zinn hat einfach „Nein!“ zu ihrem Alex gesagt, sie wollte es nicht glauben. Dann fingen bei ihr die Fragen an. Denn Eltern sind im Augenblick des „Geständnisses“ genauso allein wie ihre Kinder. Was haben sie falsch gemacht? Warum tut ihr Sohn ihnen das an? Wie können sie jetzt alles richtig machen?
Wie Dorit Zinn in der Konfrontation mit dem schwulen Sohn in peinliche und komische Situationen stolpert und Alex plötzlich so richtig bemuttert, erzählt sie in ihrem Buch. Sie beschreibt, wie sie ihren Sohn neu kennen und begreifen lernt, Ängste überwindet und schließlich auch aus eigener Anschauung wissen will, wie es in der Szene zugeht. Auf dem ersten Schrecken folgen Erlebnisse, aus denen neues Selbstbewusstsein wächst: „Wir haben einen schwulen Sohn. Na und?“ Die Autorin schenkt sich nichts. Sie gibt tiefe Einblicke auch in solche Konflikte, über die scheinbar aufgeschlossene Menschen sonst gerne hinweggehen. Ihr Bericht handelt gleichermaßen von „ewig-zeitlosen“ Aspekten des Problems wie von der speziellen Situation zu Beginn der neunziger Jahre. In der Neuausgabe nutzt die Autorin deshalb die Chance, den alten Text von Zeit zu Zeit zu ergänzen und aus heutiger Perspektive zu reflektieren. So rückt sie auch die gesellschaftlichen Veränderungen ins Blickfeld, gibt ihrem in dieser Form einzigartigen Bericht eine zusätzliche Dimension. Und was sagt Alex dazu? „Mein Sohn liebt Männer“ wagt den Perspektivwechsel: Erstmals bekommt auch der schwule Sohn die Gelegenheit, die öffentlichen Bekenntnisse seiner Mutter aus zeitlichem Abstand zu kommentieren. Der Sohn behält das letzte Wort!
Dorit Zinn, geboren 1940 in Dessau, lebt in Darmstadt. Sie hat zwei erwachsene Söhne, ist seit 1979 als freie Autorin tätig. Ihr Sohn Alexander, geboren 1968, arbeitet als freier Journalist und wissenschaftlicher Autor.
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Bandel/ Gillet
Hubert Fichte
272 S., Br., € 20,00
978-3-939542-18-6
Es geht es um die genaue Gestalt Fichte’scher Texte und ihre mehr oder weniger gelungene Edition, um die Besonderheiten der Hörspiele und Fotofilme, um Fichte als Pop-Autor und seinen Rang als literarischer Ethnologe. Vorgestellt werden Texte aus allen Schaffensperioden, darunter ungedruckte oder erst kürzlich veröffentlichte. Fichte als Comic-Leser kommt ebenso zur Sprache wie Fichte als Experte für Klatsch, Metrik und literarische Mode. Im Zentrum stehen der große und der kleine Tod, Sex und Gewalt, Melancholie und Zärtlichkeit. Was schon oft behandelt worden ist, wird nicht erneut ausgebreitet; dennoch ist der ganze Fichte vertreten. Die Autoren : P. Braun, D.Clarke, O. Fraham, M. Fuhse, R. Gillett, D. Linck, D. Pinfold, E. Schönfield, R. Spahr, A. Stuhlmann, T. Trzaskalik, B. Weingart, V. Woltersdorff
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Steinert
Plaisir d’amour
64 S., Br., € 8,00
978-3-939542-27-8
Plaisir d’amour, das Glück der Liebe, zeigt sich in vielen Gestalten. Hannes Steinert malt das verträumte Gesicht, die zarte Berührung, das Beisammensein in freier Natur wie den Übergang zur sexuellen Vereinigung. Die stark stilisierten Darstellungen der jungen Körper verwandeln individuelle Begegnungen in nahezu objektive Konstellationen und Befindlichkeiten. In ihrer Verbindung von großer Ruhe und großer Intensität gelingt es diesen Arbeiten, beim Betrachter selbst einen Anklang des Liebesglücks zu erzeugen.
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Essebac
Dédé
270 S., Br., € 14,00
978-3-939542-47-6
Achille Essebac trat um 1900 mit drei Romanen hervor: «Dédé», «Luc» und «L’Élu». Schon 1902 auf Deutsch erschienen, hat «Dédé» in Deutschland eine ganz besondere Wirkung erzielt: Jeder ältere Gymnasiast habe seinen Dédé gehabt, erinnerte sich Hans Blüher; mancher dankte mit einem Gedicht dem «Sänger des Dédé» («Nimm unseren Dank, o Sänger, für Dein Lied / Vom schönen Knaben …»). Auch eine Berliner «Nachtbar des Herrn» schmückte sich mit diesem Namen.
In seinem Nachwort zu dieser Neuausgabe zeichnet Jean- Claude Féray erstmals die Biographie des Autors Achille Essebac (Anagramm von Achille Becasse, 1868–1936) und würdigt den Roman als Prototyp einer Reihe von Beschreibungen «heimlicher Freundschaften». Die Zeichnungen von Georges Bigot stammen aus einer illustrierten Ausgabe von 1903.
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Queer Lectures
ca. 140 S., Br., € 14,00
978-3-939542-26-1
Im ersten Heft der Publikationsreihe QUEER LECTURES (Weitere Hefte in dieser Reihe erscheinen in lockerer Folge) sind vier ForscherInnen versammelt, die sich aktuellen Fragen stellen:- Die Kulturwissenschaftlerin Tatjana Eggeling ergründet die Ursachen der spezifischen Homophobie im nach wie vor männerbündlerisch dominierten Fußball;Die Initiative Queer Nations ist eine in Berlin beheimatete Allianz von WissenschaftlerInnen, die sich dem Wiederaufbau des 1933 von den Nationalsozialisten zerstörten Instituts für Sexualwissenschaft widmen. Queer Nations will den akademischen Diskurs um "queere" Fragestellungen auch öffentlich fruchtbar machen – zu diesem Zweck wurde die Veranstaltungsreihe der Queer Lectures ins Leben gerufen.
- - der Sexualwissenschaftler Martin Dannecker hat anlässlich des 150. Geburtstags Sigmund Freuds die psychoanalytischen Befunde im Hinblick auf Homosexualität neu gelesen;
- - die Sexualhistorikerin Dagmar Herzog diagnostiziert den christianisierenden Charakter des USamerikanischen Diskurses zur Sexualität;
- - der Germanist Andreas Kraß untersucht das Sprechen über Metrosexualität als eine spezifische Ausprägung des Antihomosexuellen..
Reich und verdorben – Berlin Ende des 19. Jahrhunderts:![]()
KARL FRIEDRICH VON LINDEN
DIE SÜSSEN
EIN BERLINER ROMAN
280 S., Br., € 16,00
978-3-939542-10-0
Berlin boomt – hässliche Mietshäuser und protzige Regierungsgebäude schießen wie Pilze aus dem Boden. Die Oberschicht feiert rauschende Feste, während die einfachen Leute ums Überleben kämpfen. Eigentlich alles wie heute, dabei spielt «Die Süßen» Ende des 19. Jahrhunderts.
Auf einem Staatsempfang erfährt der Gardeoffizier Graf von der Mark, dass sein Geliebter, der Stricher Erich Selten, ermordet aufgefunden wurde – der junge Mann hatte offenbar noch andere Kunden. Die Polizei vermutet den Mörder in den besseren Kreisen, nicht zu Unrecht, denn es war Geheimrat Bork, der seine Neigung zu jungen Männern sonst in einem Schlösschen auf Sizilien auslebt, der sich auf diese Weise einen Erpresser vom Hals schaffen wollte. Doch er kommt vom Regen in die Traufe.
Linden malt ein opulentes, aber präzises Sittenbild vom Berlin der Kaiserzeit. Auf der einen Seite Offiziere und Industrielle, die diskrete Abstecher ins Strichermilieu unternehmen, auf der anderen Seite Geldheiraten, heimliche Liebschaften und uneheliche Kinder – hinter der sittenstrengen Fassade tobt das Leben. Im Zentrum der äußerst spannend erzählten Geschichte stehen der Graf von der Mark, ein Freund Wilhelms II. und Liebhaber schöner Jungs, und der Stricher und Erpresser Anton Pickert, auch Columbine genannt. Geheimrat Bork ist schnell als Krupp zu entlarven, und auch andere Figuren dieser Zeit sind hinter einer leichten Tarnung zu erkennen (Maximilian Harden, Fürst Eulenburg). «Die Süßen» ist 1909 im Verlag von Carl Freund erschienen; MännerSchwarm legt eine leicht gekürzte Fassung vor.
He u t e N a c h t i m D s c h u n g e l![]()
PRINZEN UNTERWEGS
EIN LESEBUCH HG: JOACHIM BARTHOLOMAE
260 S., Br., € 14,90
978-3-939542-11-7
«Prinzen unterwegs» ist ein Lesebuch, zusammengestellt aus Romanen von Michael Carson, Victor Aadlon, Walter Foelske, Larry Ebmeier, Lutz Büge, Detlev Meyer, Joseph Olshan, Peter Tschiche, Christopher Isherwood und anderen
– Highlights aus 15 Jahren Männerschwarm –
Ein Standardwerk mit zahllosen verblüffenden Informationen für Musikliebhaber![]()
GLITTER AND BE GAY
HOMOSEXUALITÄT UND OPERETTE
( H g . K e v i n C l a r k e )
240 S., Br., € 19,90
978-3-939542-13-1
Die Rolle der Homosexuellen in Oper, Musical, Film und Literatur ist vielfältig untersucht worden, doch ausgerechnet die sorglos-melodienselige Operette fehlt bisher in dieser Liste. Das mag daran liegen, dass unsere heutige Wahrnehmung des Genres noch immer von den spießigen Inszenierungen der Nachkriegszeit geprägt ist, die nahtlos an die gesäuberte Aufführungspraxis unter dem Nationalsozialismus anknüpfte, die der Operette den Jazz und die sexuelle Anzüglichkeit gründlich ausgetrieben hat. Dabei tummeln sich überdurchschnittlich viele Homosexuelle als Fans und Fachleute vor, hinter und auf der Operettenbühne. Sie berichten hier darüber, was sie an dieser Kunstform so faszinierend finden.Außerdem wird in einem großen historischen Streifzug untersucht, welchen Beitrag Schwule als Komponisten, Librettisten, Regisseure und Sänger in der Geschichte der Operette geleistet haben. Ferner werden schwule Elemente in klassischen Operetten wie dem Weißen Rössl mit seinen Tiroler Jungs in Lederhosen untersucht, und schließlich wird die neueste US-Operette, The Beastly Bombing aus dem Jahr 2006, vorgestellt, die immerhin mit einem schwulen Jesus, pädophilen Priestern und zwei Terroristen aufwartet, die getraut werden wollen.
Herausgeber Kevin Clarke ist der Direktor des Operetta Research Center Amsterdam, Autor von «Emmerich Kálmán und die transatlantische Operette» und «Im weißen Rössl – auf den Spuren einer Legende» sowie Organisator der Konferenz «Operette unterm Hakenkreuz» (2005). Sein Beitrag befasst sich mit Erik Charell und der Revueoperette im Berlin der 1920er Jahre. Clarke ist es gelungen, international prominente Autoren zu gewinnen:
Richard Norton, Autor der «Chronology of the American Musical Theater», analysiert das Werk der britischen Operettenklassiker Noël Coward und Ivor Novello.
Christophe Mirambeau, Biograf des Operettenlibrettisten Albert Willemetz und des französischen Operettenstars Luis Mariano, beschreibt die schwule französische Operette des 20. Jahrhunderts.
Kurt Gänzl, Autor der dreibändigen «Encyclopedia of the Musical Theatre», widerspricht in seinem Beitrag dem Klischee vom glamourverliebten Schwulen. Weitere Beiträge befassen sich mit dem Gesangsunterricht an der Berliner Universität der Künste (Adam Benzwi), Cross-Dessing in der Wiener Operette von 1860 bis 1936 (Hans-Dieter Roser), Camp als Schlüssel zum schwulen Operettenverständnis, der deutschen Fernsehoperette, der Vereinnahmung des Genres durch die Nazis, den Designern Viktor und Rolf und vielem mehr.
Die Vergangenheit war ganz anders, als wir sie uns heute vorstellen:![]()
DIETMAR KREUTZER
CHRONIK DER SCHWULEN
DEMOS, SEX UND VILLAGE PEOPLE
D I E S I E B Z I G E R J A H R E
Großformat
104 S., zahlr. Abb., Br., € 16,80
978-3-939542-15-5
Auf der Sexmesse Intim 70 darf man für 5 Mark einen jungen Boy im Schlüpfer fotografieren, das ZDF fragt neugierig: Und wenn Ihr Sohn so wäre ...?. Aus Homophilen werden Homosexuelle oder auch gleich Schwule, Rosa von Praunheim mischt die Szene mit einem Film auf und in Münster findet 1972 die erste Schwulen-Demo in Deutschland statt.
Die Alten haben es längst vergessen, die Jungen haben es nicht erlebt. Dietmar Kreutzer hat es wieder ausgegraben. Auf großem Format und mit vielen farbigen Abbildungen präsentiert er, was die schwule Welt der siebziger Jahre bewegt hat: das Schönheitsideal der Zeit und die Schwulen im Kulturbetrieb; öffentlichen Diskussionen und private Bekenntnisse, den Zeitgeist und unglaubliche Kuriositäten. Seine Quellen sind Him, Don, Du & Ich, Der Spiegel und andere Zeitschriften. Der Leser heute reibt sich vor Staunen die Augen:
Denn das waren die bewegten siebziger Jahre: 1969 erst wurde der Paragraph 175 StGB reformiert und Homosexualität damit wenigstens unter Erwachsenen straffrei. Die Hippie-Bewegung hatte Flower-Power auf ihre Fahnen geschrieben. An den Hochschulen kämpften die Achtundsechziger gegen den Muff von 1000 Jahren, eine feministische Frauenbewegung entwickelte ihre Forderungen. Die Straßenschlacht von Stonewall in der New Yorker Christopher Street und Rosa von Praunheims Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, … gaben die Startsignale für eine neue Schwulenbewegung. Von Aids war noch lange nicht die Rede. Ein Atem von Freiheit und Rebellion wehte durch das Land und ergriff auch die DDR: "Wir Homosexuellen der Hauptstadt grüßen die Teilnehmer der X.Weltfestspiele" – so stand es auf einem Transparent, das im Sommer 1973 in Berlin/DDR entrollt wurde.
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JAN R. HOLLAND
DER ESCORT
Roman
144 S., Br., € 12,50
978-3-939542-12-4
Jan sieht blendend aus, ist super ausgestattet und allzeit bereit. Bei einem Kundenbesuch erfährt er, dass ein Freier ermordet wurde, den er gut leiden konnte. Also beginnt er auf eigene Faust mit Ermittlungen im Strichermilieu. Dabei lässt sich das Nützliche gut mit dem Angenehmen verbinden: Für ausgedehnte Spielchen ist immer Zeit, und die gestaltet Holland mit großer Anschaulichkeit. So erlebt Benny, der unerfahrene Gelegenheitsstricher, am eigenen Leib, was echtes Standvermögen bedeutet. Etwas, das auch der Student und Callboy Dennis dringend braucht. Doch selbst Jan stößt an seine Grenzen, als er mit dem schönen Sven fertig werden muss – eine echte Herausforderung. Auch der Kontaktbeamte der Polizei für die schwule Szene ist privat sehr zugänglich, und nachdem die Hobbydetektive fast nebenbei den Mörder überführt haben, erleben Jan und der Kommissar auch ihr ganz persönliches Happy-End.
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DIE UNTERWERFUNG
PAULS TRAUM VON SM
h r s g . v o n J o a c h i m B a r t h o l o m a e
152 S., Gb., € 17,00
978-3-939542-14-8
Paul beschreibt, wie die Lust an Dominanz und Unterwerfung ausgelebt und in den Alltag eingebaut werden kann, was bei einer Session passiert, was im Kopf von Meister und Sklave vorgeht, wie der Gegensatz von Dominanz und Unterwerfung funktioniert, welche Rolle Fetische spielen und vieles mehr. Einsteiger bekommen so einen guten Eindruck davon, was von Ihnen verlangt wird und was sie erwartet, und erfahrene S/Mler können ihre eigenen Vorstellungen mit denen Pauls vergleichen. Seit 1998 sind 5 Bücher des S/M-Meisters Paul erschienen. In seinen Tagebüchern untersucht er den Verlauf einer Beziehung über den Zeitraum von sieben Jahren, in seinen Handbüchern für Meister und Sklaven gibt er praktische Ratschläge. Mit «Die Unterwerfung» setzen wir diese überaus erfolgreiche Reihe fort. Hier erklärt Paul seine Zielvorstellungen für ein möglichst umfassendes S/M-Leben, das sich mit gelegentlichen Sessions nicht zufrieden gibt. Paul wurde 1949 in Hamburg geboren und lebt heute in Süddeutschland als selbstständiger Kaufmann. Seit 25 Jahren steht S/M im Mittelpunkt seines Lebens, und seit der Veröffentlichung des ersten Bands seiner Aufzeichnungen, «Die Entwicklung», im Jahre 1998 haben Pauls Bücher Kultstatus erreicht.
Jetzt als Taschenbuch:![]()
MICHAEL SOLLORZ
BENJAMINS TAGEBUCH
Roman
182 S., Br., € 12,00
978-3-939542-08-7
Benjamin, ein junger Punk aus Leipzig, zieht nach Berlin. Dort wohnt er bei einem schwulen Paar, seinen zwei Bären. Bald findet er einen Job in einer Imbissbude, und weitere Männer kreuzen seinen Weg. Sollorz webt aus verschiedenen Lebenswegen ein Netz der Sehnsüchte, Begierden und Enttäuschungen von großer atmosphärischer Dichte. Die Stadt Berlin und der besondere Tonfall ihrer Bewohner spielen dabei ihre ganz eigene Rolle.
Jetzt als Taschenbuch:![]()
UWE SZYMBORSKI
KEINE HELDEN
Roman
192 S., Br., € 12,00
978-3-939542-09-4
Ende der 80er Jahre bei Leipzig: Mark lässt sich durch eine unbeschwerte Jugend treiben. Manchmal nervt die Schule oder die Verpflichtungen bei den Jungen Pionieren, aber Mark und seine Freunde kennen das System und haben ihre Tricks, um sich lästigen Pflichten zu entziehen. Schließlich gibt es Wichtigeres: die Hormone spielen verrückt und erste Liebesgeschichten sorgen für Aufregung. Dass Mark sich ausgerechnet in einen Jungen verliebt, der zu Messezeiten als Stricher für Wessis arbeitet, macht die Sache nicht einfacher. Beim Fall der Mauer erlebt er dann in der Westberliner Schwulenszene ganz neue Möglichkeiten, seine sexuellen Wünsche zu entwickeln.
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HUBERT KENNEDY
JOHN HENRY MACKAY (SAGITTA)
– ANARCHIST DER LIEBE –
170 S., Abb., Br., € 10,00
978-3-939542-45-2
John Henry Mackay, der deutsche Schriftsteller mit dem schottischen Namen (»Die richtige Aussprache meines Namens? – Wie er geschrieben wird – unter Betonung der zweiten Silbe«), wurde 1864 in Greenock bei Glasgow geboren, wuchs aber in Deutschland auf. Seit 1892 lebte er in Berlin, wo er 1933 starb. Mackay verstand sich als Wiederentdecker Max Stirners, dessen Philosophie eines wohlverstandenen Egoismus für sein Leben und Schreiben bestimmend wurde.
Mit der Gedichtsammlung «Sturm», erschienen erstmals 1888 mit der Fackelhand statt eines Verfassernamens auf dem Umschlag, wurde er zum Sänger eines individualistischen Anarchismus, mit dem Kulturgemälde «Die Anarchisten » (1891) zum Aufklärer. Der Autor zahlreicher Gedichte und des ersten Sportromans («Der Schwimmer», 1901) war mit seinen «Büchern der namenlosen Liebe», die er unter dem Pseudonym Sagitta (‹der Pfeil›) schrieb, ein Vorkämpfer für die namenlose Liebe, verstanden als die Liebe des Mannes zu dem Jüngeren seines Geschlechts.
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JOHN HENRY MACKAY (SAGITTA)
FENNY SKALLER
EIN LEBEN DER NAMENLOSEN LIEBE
Mit einem Text von Friedrich Kröhnke
170 S., Abb., Br., € 10,00
978-3-939542-46-9
Fenny Skaller, ein Mann in den Vierzigern, blickt zurück auf sein Leben. Anhand von Fotos erlebt er erneut Enttäuschungen und beglückende Momente, erinnert er sich, wie ihm allmählich bewusst wurde, dass er Jungen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren liebt. Ein Zeitungsjunge in Paris, der Fenny Skaller ein Foto von sich geschenkt hat, öffnete ihm die Augen für die Möglichkeit, dass auch diese Form der Liebe auf Erwiderung hoffen darf: «Sie küssen mein kleines Bild, Monsieur – Warum küssen Sie nicht lieber mich selbst?» Der Roman trägt deutlich autobiographische Züge. Friedrich Kröhnke zu dem vor rund hundert Jahren geschriebenen Text: In Berlin erlebt Fenny Skaller in allen Spielarten die namenlose Liebe, es ist Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, und alles ist so frisch, als wäre es gestern geschrieben, gestern geschehen. Sicher macht es mich schmunzeln, wenn Fenny seine Cigarre raucht, auf der Straße einen Jungen kennen lernt, weil ihm zufällig sein Stock entgleitet, er den Fünfzehnjährigen nun siezt … Und doch sind die Begegnungen, die Typen, die Psychologie kein bisschen anders als heute, wenn Männer und Jungen einander begegnen, solche Männer und solche Jungen. Es frappiert. Es bestürzt geradezu. Selbst Mackays gleichbleibend erhabener Ton wird unterbrochen und ergänzt und wahr, wenn die Jungen reden: «Ich kann nur das Gequatsche nicht leiden …»«Fenny Skaller» ist das dritte der «Bücher der namenlosen Liebe»,
die John Henry Mackay unter dem Pseudonym «Sagitta» schrieb.
Als Band 18 der Bibliothek rosa Winkel ist lieferbar:![]()
JOHN HENRY MACKAY (SAGITTA)
DER PUPPENJUNGE
DIE GESCHICHTE EINER NAMENLOSEN LIEBE AUS DER FRIEDRICHSTRASSE
352 S., Abb., Gb., € 18,00
978-3-86149-069-2
ZWANZIG GEDICHTE VON JOHN HENRY MACKAY
(Zweiter Druck der Mackay-Gesellschaft 1932)
300 nummerierte Exemplare
32 S., Br., € 10,00
978-3-939542-17-2
München, Breslau, Preußen:![]()
I N V E R T I T O
JAHRBUCH FÜR DIE GESCHICHTE DER HOMOSEXUALITÄTEN
9. Jahrgang 2007
hrsg. vom Fachverband Homosexualität und Geschichte e.V.
200 S., Br., € 17,00
978-3-939542-16-2
Berlin bekommt ein Mahnmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus. Der Entwurf hatte eine heftige Kontroverse ausgelöst. In Wien
wird der Morzinplatz mit einem Mahnmal zum Rosa Platz umgestaltet. In der zentralen israelischen Gedenkstätte für Opfer des Holocaust Yad Vashem
haben im letzten Jahr erstmals offiziell auch schwule Opfer an den Gedenkfeierlichkeiten teilgenommen.«Invertito» greift diese Thematik auf und berichtet über verschiedene Initiativen.
Weitere Themen sind:
- das schwule Leben im Breslau der 1920er und 1930er Jahre;
- die Vorgeschichte der Aufhebung der Todesstrafe auf unnatürliche Sünden im Allgemeinen preußischen Landrecht v. 1794;
- ein Porträt von August Fleischmann, Vorkämpfer der Münchener Homosexuellenbewegung zu Beginn des letzten Jahrh..
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Schwule Nachbarn - 20 Erlebnisse
ANTHOLOGIE
240 S. Gb., € 18,00
978-3-939542-02-5
Es schreiben: Matthias Altenburg | Dorothea Dieckmann | Ursula Fricker | Barbara Frischmuth | Doris Gercke | Gunter Gerlach | Kerstin Hensel | Bodo Kirchhoff | Judith Kuckart | Sabine Peters | Hermann Peter Piwitt | Ingo Schulze | Peter Stamm | Uwe Timm | Tina Uebel | Regula Venske | Michael Weins | Ulrich Woelk | Christine Wunnicke | Feridun Zaimoglu | Herausgeber: Detlef Grumbach
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Anneke Scholtens
Abel
Roman, Aus dem Niederländischen von Torsten Hell
140 S. Gb., € 17,00
978-3-939542-03-2
Während der Schulzeit hat Bart eine Erfahrung gemacht, über die man besser nicht spricht: sein bester Freund hat sich in ihn verliebt. Das ist peinlich und macht Angst. Nicht, weil man den anderen nicht mag, sondern weil der andere ein Junge ist. Als dann die Mitschüler anfingen, die beiden als Liebespaar zu verspotten, war endgültig Schluss. Jahre später erfährt er von Abels plötzlichem Tod. Erinnerungen kommen hoch und Bart hat Schuldgefühle, weil er Abel zurück gewiesen hat, weil seine Freundschaft nicht stark genug war, um die mehr als schüchternen Annäherungsversuche zu verkraften. Noch jetzt kann er seiner Freundin nicht die Wahrheit sagen, doch Roos merkt schnell, dass er eine Leiche im Keller hat, und reagiert wütend auf sein ständiges Ausweichen. Bei Abels Beerdigung zeigt sich, dass auch Eltern und Mitschüler auf recht eigenartige Weise mit der Vergangenheit umgehen. «Abel» fängt die Wünsche und Ängste der Figuren mit scharfer Beobachtungsgabe und viel Sympathie ein. Dieses Gruppenbild mit abwesender Hauptfigur besticht durch seine liebevoll ausgeführten Details, die Gegenwart und Vergangenheit gleichermaßen lebendig vor Augen führen. Der Mangel an Mut, den der Schüler gegenüber seinem Freund gezeigt hat, gefährdet auch die Liebe des erwachsenen Bart – eine Pointe, über die es sich nachzudenken lohnt.
Anneke Scholtens wurde 1955 geboren und wuchs in Haarlem an der Westküste Hollands auf. Nach einem Studium der Linguistik und einer Vielzahl von Jobs entdeckte sie ihr Talent als Schriftstellerin. In den Niederlanden wurden bereits zahlreiche Romane von ihr veröffentlicht. «Abel» ist die erste Übersetzung in die deutsche Sprache. Anneke Scholtens lebt mit ihren zwei Kindern in Amsterdam.
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Uwe Szymborski
Radikal
Roman
170 S. Br., € 15,00
978-3-939542-05-6
In der «3. Halbzeit» treffen sich die «national gesinnten» Kameraden Magdeburgs. Sie sorgen für «Ordnung» in der Stadt, verprügeln Junkies und Ausländer, und von Zeit zu Zeit soll ein deutlicheres Zeichen gesetzt werden. Als Asylanten in ein leeres Haus einziehen, ist ein solcher Moment gekommen: vier Skinheads basteln Molotow-Cocktails und planen einen Angriff. Florian hat sich mit einer Flasche Kornbrand außer Gefecht gesetzt und kommt zu spät; als er sieht, dass Menschen in dem brennenden Haus eingeschlossen sind, rettet er im Reflex den kleinen Eyfan und erwacht am nächsten Tag auf der Intensivstation als «Held».
Im Krankenhaus hat Florian Zeit, über sein Leben nachzudenken. Jemand muss gegen den Verfall der deutschen Werte eintreten, aber was sind das eigentlich für Menschen, die er als Kameraden betrachtet? «Heydrich» ist ein attraktiver Kerl, aber sonst ist nicht viel mit ihm los; Tom plappert Parolen nach, die er irgendwo aufgeschnappt hat, und Marco will ganz einfach zuschlagen. Als er merkt, dass Danny, der Zivildienstleistende auf seiner Station, ganz locker mit seinem Schwulsein umgeht, und sein Zimmernachbar, der alte Trautner, für seine Sprüche nur ein müdes Lächeln übrig hat, kommt Florian ins Schwimmen. Ob es ihm gelingen wird, sich selbst besser zu verstehen und seinem Leben eine andere Richtung zu geben, muss am Ende der Leser selbst entscheiden.
In seinem Romandebut «Baby Bottom» hat Szymborski sein großes Talent bewiesen, das Aroma einer Lebenswelt im Text sinnlich erfahrbar zu machen. Mit dieser Voraussetzung nähert er sich nun einem Thema, das in der öffentlichen Debatte zumeist in Klischees erstickt wird. «Radikal» ist eine Gratwanderung – das menschliche Gesicht eines Skinheads zu beschreiben bedeutet nicht, die Gefahr der rechtsradikalen Szene zu verharmlosen. Uns hat das Ergebnis beeindruckt – urteilen Sie selbst! Uwe Szymborski wurde 1964 in Sachsen geboren. Erfahrungen aus der Schulzeit in der DDR liegen seinem Romandebut «Baby Bottom» zugrunde, das 2003 bei Männerschwarm erschienen ist. Szymborski lebt und arbeitet seit 1992 in Hannover.
Jetzt als Taschenbuch:![]()
P.P. Harnett:
TOKIO
LINDENSTRASSE
Roman, Aus dem Englischen von Volker Oldenburg
280 S. Br., € 12,90
978-3-939542-04-9
Dem Abiturienten Akio fällt keine bessere Verwendung für seine Schönheit ein, als sie im Bordell alten Männern zu «opfern», die Models einer Fotoagentur haben nichts anderes im Sinn, als ihrem Äußeren den letzten Rest von Individualität auszutreiben, der Sportlehrer Handa kämpft gegen den Sog, den die erotische Ausstrahlung seiner Schüler auf ihn ausübt, und der junge Takeo ist besessen davon, endlich seinen ersten Orgasmus zu erleben. Die Wege aller Figuren kreuzen sich hinter der Fassade eines Wohnblocks in Tokio.
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Hamburg mit anderen Augen
Stadtbuch für Schwule
250 S. Br., zahlr. Abb., € 16,80
978-3-935542-07-0
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Invertito
Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten, 8. Jahrgang 2006
Herausgegeben vom Fachverband Homosexualität und Geschichte e.V.
220 S., Br., € 17,00
978-3-539542-00-1
HETERONORMATIVITÄTSKRITISCHE PERSPEKTIVEN:![]()
Unbeschreiblich Männlich
H g . v o n R o b i n B a u e r , J o s c h H o e n e s , V o l k e r W o l t e r s d o r f f
280 S., Br., € 19,00
978-3-939542-01-8
Mit Beiträgen unter anderem von Nina Degele, Michael Gratzke, Andreas Kraß, Peter Rehberg und Andrea Rick.
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James Steakley
Anders als die Anderen
Ein Film und seine Geschichte - Mit einem Beitrag von M. W. Weber und W. Burgmair
150 S. Br., zahlr. Abb., € 10,00
978-3-939542-43-8
Der Film «Anders als die Andern » aus dem Jahre 1919, das erste homosexuelle Filmwerk der Filmgeschichte (Magnus Hirschfeld), erzählt die Geschichte des Geigenvirtuosen Paul Körner und seines Schülers Kurt Sivers, der den Meister verehrt und sich immer mehr zu ihm hingezogen fühlt. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis wird durch einen Erpresser zerstört. Körner setzt sich mit einer Anzeige gegen den Erpresser zur Wehr, empfängt dabei jedoch auch selbst vor Gericht das Kainsmal des § 175. Als Künstler gemieden und sozial geächtet, begeht er Selbstmord. Magnus Hirschfeld, der im Film sich selbst spielt, hält Kurt Sivers davon ab, diesem Beispiel zu folgen: „Helfen Sie alle mit, dass bald der Tag anbricht, an dem solche Tragödien unmöglich sind, weil Wissenschaft über Vorurteile, Recht über Unrecht und Menschenliebe über Menschenhass den Sieg errungen haben!“ Der Film hat heftige Kontroversen ausgelöst, die dazu beitrugen, dass die junge Weimarer Republik schon bald neue Zensurbestimmungen für Filme erließ. In einer umgeschnittenen Kurzfassung ebenso verboten wie in der ursprünglichen Fassung, hat der Film nur durch Zufall in der (verstümmelten) Kurzfassung überlebt. James Steakley schildert die Diskussionen um den Film in der deutschen Presse und den politisch-parlamentarischen Weg zum Lichtspielgesetz von 1920 und vergleicht Inhalt und Struktur der ursprünglichen Langfassung des Films mit der Kurzfassung von 1927. Die Auswertung der unterschiedlichen Zeugnisse erlaubt nicht nur eine genaue Rekonstruktion des Films (die auch in der im Herbst 2006 veröffentlichten DVD ihren Niederschlag gefunden hat), sondern auch eine (film)historische Einordnung.
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Georges Eekhoud
Escarl-Vigor
Roman, Deutsch von Richard Meienreis, Mit einem Nachwort von Wolfram Setz
Anhang: Eine schlimme Begegnung und Liebesselbstmord
240 S. Br., zahlr. Abb., € 14,00
978-3-939542-44-5
Seit Januar 2007: rosa Winkel über PROLIT lieferbar [dank MännerSchwarm]!
Der Verlag rosa Winkel hat wertvolle Pionierarbeit geleistet. Das lieferbare Programm umfasst zahlreiche Schätze in den Bereichen Belletristik und Wissenschaft. Weil die Bücher des Verlags aus dem VLB verschwunden waren und die Firma gelöscht wurde, hat Männerschwarm einen Weg gefunden, große Teile des Verlagsprogramms weiterhin lieferbar zu halten.
Seit Januar 2007 sind diese Bücher mit den alten ISBN über PROLIT zu beziehen. Die Auslieferungsübernahme macht es möglich, die renommierte »Bibliothek rosa Winkel« nun aus einer Hand anzubieten.
Bitte beachten Sie, dass in den meisten Fällen die Preise gesenkt wurden! mehr...
H i g h l i g h t s B e l l e t r i s t i k r o s a W i n k e l:Eine Liebe im faschistischen Neapel der 40er Jahre:
Patroni Griffi, Der Tod der Schönheit, € 10,00Das Kultbuch aus dem Berlin der 90er Jahre:
Sollorz, Abel und Joe, € 10,00Sprachmächtige Nestbeschmutzung aus den 80er Jahren:
Foelske, Anatomie eines Gettos, € 15,00Roman über Liebe, Freundschaft und Tod:
Bram, Trauern um Angel Clare, € 16,50
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Elvira Klöppelschuh:
Elvira auf Gran Canaria
ca. 208 Seiten, Br., € 12,00
3-935596-43-X
Mit tiefem Verständnis und großer Zuneigung, spitzer Feder, Spott und Ironie beobachtet Elvira das muntere Treiben am Strand und in den Dünen, in Cafes und Bars von Gran Canaria. Der Bestseller, der schon im Verlag rosa Winkel mehrere Auflagen erreicht hat, ist jetzt in neuer Ausstattung bei Männerschwarm wieder lieferbar!
Elvira für Homosexuelle:
Endlich raus! Mit Elvira raus aus den Zwängen des Alltags. All das genießen, was zu Hause manchmal schwer zu haben ist: vor allem aber rund um die Uhr unter unseresgleichen zu sein. Elvira ist eine von uns. Sie teilt unsere Sehnsüchte und schwadroniert ohne Rücksicht auf Verluste drauflos: Sie rät, bei der Suche nach dem Urlaubs-Lover nicht auf die Braungebrannten reinzufallen, weil die bestimmt bald abreisen. Sie weiß, was in das Strandtäschchen gehört und um welche Uhrzeit man sich wo im Yumbo-Center einzufinden hat. Sie kennt den Abschiedsschmerz, wenn der Lover zum Flughafen muss, weiß um Problemzonen, kennt Freud und Leid mit Müttern, Hunden und Heteros, mit denen wir auch im Urlaub zumindest am Rande zu tun haben.
Elvira für Heterosexuelle:
Schwule auf Reisen, auf Sylt, Mykonos oder Gran Canaria: wer wissen will, wie sie wirklich sind, hat hier ausreichend Gelegenheiten, sie zu beobachten. Und wer sich so nah nicht herantraut, dem öffnet Elvira Klöppelschuh die Augen. (Und ganz normal geht es ja auch am Ballermann nicht zu!)Link: Maspalomas, Gran CanariaErotische Gedichte in zweisprachiger Ausgabe:
Verlaine, Männer – Hombres, € 15,00Apokalyptischer Roman aus dem New York der frühen 80er Jahre:
Navarre, Loukoum, € 10,00Das Debut des renommierten Autors:
Kröhnke, Ratten-Roman, € 10,00Der Bestseller über eine Unschuld vom Lande in Berlin:
Ismann, Das Landei € 12,50Eine Sammlung von Klassikern amerikanischer Erotik-Literatur:
Preston, Das Fleisch und das Wort, € 12,50Ein Herzog träumt von schönen Jünglingen:
August von Sachsen-Gotha, Ein Jahr ein Arkadien, € 16,00Die »Bibliothek rosa Winkel«: H i g h l i g h t s Sachbuch /Wissenschaft r o s a W i n k e l:
Leben und Werk von Josef Winkler:
Linck, Halbweib und Maskenbildner, € 15,00Leben und Werk von Hubert Fichte:
Tiling, Hauchbilder der Erinnerung, € 10,00Autobiografische Selbstzeugnisse aus dem 19. Jahrhundert:
Müller, Aber in meinem Herzen sprach eine Stimme so laut, € 15,00Sammelband mit sozialgeschichtlichen Forschungen:
Lautmann (Hg.), Männerliebe im alten Deutschland, € 10,00Homosexualität und literarische Öffentlichkeit im Jahrhundert religiöser Verfolgung und Pathologisierung (1750 - 1850):
Derks, Die Schande der heiligen Päderastie, € 25,00Zur Geschichte der frühen Schwulenbewegung:
Hirschfeld, Von einst bis jetzt, € 16,00zurück nach oben
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Christine Wunnicke
Missouri
ca. 140 Seiten, Br., € 14,00
3-935596-44-8
"Brokeback Mountain" hat mit seiner Mischung aus hartem Männerleben und schwuler Liebesgeschichte ein Millionenpublikum zu Tränen gerührt. Dabei wissen die deutschen Leser seit Karl May, was für erotische Stimmungen nächtliche Ritte zu zweit hervorbringen können und wie innig Winnetou und sein weißer Bruder sich in die Arme schließen. An diesen deutschen Blick auf den Wilden Westen knüpft Christine Wunnicke mit ihrer Erzählung "Missouri" an.
Die Zeit: Mitte des 19. Jahrhunderts, der Ort: irgendwo im Wilden Westen. Der englische Dichter Douglas Fortescue und sein Bruder Jeremy sind mit der Postkutsche unterwegs in ein neues Leben, doch plötzlich überstürzen sich die Ereignisse: Die Kutsche wird überfallen, und Fortescue wird von einer Räuberbande verschleppt. Wie der überfeinerte Dichter und sein wortkarger Entführer Joshua Jenkyns sich bei fettigem Grillfleisch, Läusesuchen und Kugelngießen millimeterweise näher kommen, wie sie schließlich Berührungen lernen, von denen sie bis dahin nicht die geringste Ahnung hatten, entfaltet Christine Wunnicke zu einer überaus romantischen Liebesgeschichte. Mit leisesten Andeutungen erschafft sie im Kopf des Lesers das Abbild einer sprachlosen Erkundungsreise in die Welt der Gefühle, deren Intensität sich gerade aus dem Ungesagten speist.
Mit "Missouri" heben wir einen kleinen Schatz aus dem frühen Werk Christine Wunnickes. Mitte der 90er Jahre entstanden, wurde die Erzählung in leicht veränderter Form ein Teil ihres ersten Romans "Fortescues Fabrik" (Knaus 1998). Es ist uns eine besondere Freude, dieses Kabinettstück nun in überarbeiteter Form zu veröffentlichen.
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Jossi Avni:
Garten der toten Bäume
200 Seiten, Br., € 10,00
3-935596-87-1
Avni schreibt von der Engstirnigkeit der Landbewohner, von den krassen Gegensätzen der Generationen, von der emotional hochexplosiven israelischen Familie und den beinahe schüchternen Versuchen, ein selbstbestimmtes Leben in der modernen Welt zu erfinden, während die kulturellen Spuren der Vergangenheit noch überall sichtbar sind.
Die Helden seiner Geschichten sind Teile dieser dynamischen Lebenssituation, und doch nicht ganz: Das erotische Interesse an anderen Männern schafft Distanz zum ganz normalen Leben. Auch wenn das Judentum im Unterschied zum Islam Homosexualität strikt verbietet, sind gelegentliche "Ausrutscher" bei der Partnerwahl in südlichen Ländern nichts Ungewöhnliches, vorausgesetzt, Gefühle bleiben aus dem Spiel. Wo allenfalls flüchtige Sexualkontakte hergestellt werden können, hat die Sehnsucht nach emotionaler Nähe kaum Aussicht auf Erfüllung und prägt somit die ganze Existenz.
Melancholisch beschreibt Avni die mühevollen Versuche, einer sozialen Norm gerecht zu werden, die außer der Sicherheit vor Ausgrenzung wenig Positives zu bieten hat. In diesem Kontext gewinnt der Blick zurück in die Kindheit besondere Bedeutung, die Erinnerung an Freundschaften, die schnell getrennt wurden, aber auch an das kurze Glück, wenn Träume wahr zu werden schienen.
Später sollen Auslandsreisen nach München und Berlin Luft verschaffen. Die Beobachtungen des israelischen Touristen sind frei von Erinnerungen an den Holocaust. Er findet sich in den deutschen Großstädten leicht zurecht, und in der schwulen Subkultur setzt er exotische Verhaltensweisen gekonnt zum Zweck der Anmache ein. Nur in der sicheren Distanz zur Heimat bekommt die Schilderung kultureller Eigenheiten etwas Augenzwinkerndes.
"Der Garten der toten Bäume" ist ein Paradebeispiel dafür, wie die besondere Perspektive des sexuellen Außenseiters einen eigenen Blick auf seine Umgebung ermöglicht. Auf hohem sprachlichen Niveau vermittelt Avni dem Leser ein Gefühl für den Alltag der jungen Generation im heutigen Israel, vor dessen Hintergrund melancholische Liebesgeschichten und verträumte Kindheitserinnerungen ihren großen ästhetischen Reiz entfalten.Jossi Avni wurde 1962 als Sohn von Einwanderern aus Afganisthan und dem Iran in Israel geboren. Nach dem Studium von Geschichte und Rechtswissenschaften arbeitete er für kurze Zeit als Rechtsanwalt in Tel Aviv. Ein mehrjähriger Deutschlandaufenthalt hat ihn stark beeinflußt. "Der Garten der toten Bäume" ist sein erster Roman.
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Lutz Büge
Junge_von_nebenan
ca. 250 Seiten, Gb., € 18,00
3-935596-88-X
Junge_von_nebenan, Coolio, lustig_mit_fünfzig oder besoffen_und_strunzgeil sind einige der "Nicknames", unter denen schwule Männer in der virtuellen Welt der Chat-Räume schnelle Bekanntschaften suchen. Harald ist eine graue Maus, die nachts ihr wahres Gesicht zeigt, Stephan ist der spöttische Beobachter, der zu allem eine provozierende Bemerkung beisteuert, und Kevin hat im Chat die erste große Liebe gefunden und gleich wieder verloren. Seit einigen Jahren leiden Kneipen und Discotheken darunter, dass viele Menschen - schwul oder heterosexuell - die größte Zeit ihres Privatlebens zu Hause vor dem Computerbildschirm verbringen; die unendlichen Möglichkeiten des anonymen Gesprächs, in dem Phantasie und Wirklichkeit untrennbar vermischt sind, sind nun einmal verführerisch. Doch irgendwann muss auch der hartnäckigste Internet-Freak in die schnöde Realität zurückkehren ...Lutz Büge, der bereits mit mehreren Romanen als packender Erzähler hervorgetreten ist, vermittelt einen hautnahen Eindruck der Chat-Wirklichkeit, wo falsche Identitäten, plumpe Anmache und Gespräche über Kochrezepte eine täglich neue Melange hervorbringen. Er verfolgt eine Handvoll Chatteilnehmer durch eine lange Nacht, in deren Verlauf die meisten dann doch den Computer ausschalten und in Frankfurts Nachtleben die echte Begegnung suchen. So entsteht ein moderner "Sommernachtstraum" mit zahlreichen Gefühlsverwirrungen, die jedoch schließlich fast alle zu einem guten Ende kommen.
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Florian Mildenberger
Beispiel Peter Schult
Pädophilie im öffentlichen Diskurs, [Bibliothek rosa Winkel]
208 Seiten, Br., € 14,00
3-935596-40-5
Die sexuelle Befreiung, wie sie in den 1960er und 1970er Jahren angestrebt wurde, bezog auch das Thema "Sexualität mit Kindern und Jugendlichen" ein. Insbesondere an Peter Schult (1928-1984), linksradikal und Päderast, entzündeten sich heftige Debatten um linke Politik, Homosexualität und Pädophilie. Seit auch Aktivisten und Politiker linker und alternativer Parteien Pädophilie gleichsetzen mit Kindsmißbrauch, ist die Diskussion zum Erliegen gekommen.
Das Buch möchte dazu beitragen, diese Diskussion neu zu beginnen. Es informiert im ersten Teil über den wissenschaftlichen Diskurs zum Thema Pädophilie seit Ende des 19. Jahrhunderts und erinnert im zweiten Teil an die politischen Debatten der 70er und 80er Jahre um die Person Peter Schult.
- Der homosexuelle Pädophile als Feind jeder organisierten Gesellschaft
- Peter Schults langer Marsch in die Revolution: 1928 - 1975
- Die Jahre der Entscheidung: 1976 - 1984
- Grüne, "Linke" und die Pädophilie nach 1985
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Homosexualität in der DDR
Materialien und Meinungen
herausgegeben von Setz [Bibliothek rosa Winkel]
150 Seiten, Br., € 14,00
3-935596-42-1
41 Jahre DDR - eine abgeschlossene Epoche. Dennoch: die Geschichte der Homosexuellen in dieser Gesellschaft ist noch nicht geschrieben. Das vorliegende Buch bietet dazu Materialien und Meinungen: Bert Thinius schildert Erfahrungen schwuler Männer in der DDR und in Deutschland Ost, Olaf Brühl hat eine subjektive Chronologie des Diskurses über männliche Homosexualität zusammengestellt, Florian Mildenberger schildert die Metamorphosen eines in der DDR und in der BRD-neu hoch geehrten Wissenschaftlers: Günter Dörner ("Ratten-Dörner"). Die Staatssicherheit interessierte sich nicht erst in den 1980er Jahren für die Homosexuellen, sondern machte sich schon in den 50er und 60er Jahren Gedanken darüber, welche "Typen von Homosexuellen" nachrichtendienstlich von Interesse waren.
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Peter Schult
Besuche in Sackgassen
Aufzeichnungen eines homosexuellen Anarchisten [Bibliothek rosa Winkel]
280 Seiten, Br., € 16,00
3-935596-41-3
In dieser erstmals 1978 erschienenen Autobiographie erzählt Peter Schult aus einem wahrhaft bewegten Leben: begeisterter Hitlerjunge und Teil des letzten Aufgebots im Dritten Reich, Edelweißpirat und Schwarzhändler im Chaos der Nachkriegsjahre, bürgerlicher Politfunktionär in der jungen Bundesrepublik, Fremdenlegionär und schließlich politischer Journalist und Schriftsteller und als solcher Mitgestalter und Gegenstand zugleich politischer und sexualpolitischer Debatten.
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Tim Steiger
Hausbesuche
ca. 144 Seiten, Br., € 12,50
3-935596-99-5
Amor ist unberechenbar, und das ist gut so - unverhoffte Glückserlebnisse machen nun einmal besonderen Spaß. Von solchen Überraschungen schreibt Tim Steiger in diesen Geschichten: Für einen Moment wird die Ordnung der Dinge gestört, das Unerwartete geschieht, und danach sieht die Welt ganz anders aus.Dieser neue Band unserer kleinen Erotik-Reihe widmet sich mit viel Liebe den Situationen, in denen zwei junge Männer aufeinandertreffen. Das verlorene Landei in der Großstadtdisco, der Oberschüler am Hafen, der Punk, dem man beim Einkaufen begegnet - Tim Steiger lässt der Phantasie Zeit, sich die Umstände einer Begegnung auszumalen, und auf die eigene Phantasie kommt es schließlich in erster Linie an. Eine neuer Tonfall, der augenzwinkernd die Idylle sucht und findet.
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Veit J. Schmidinger
"Wo freilich ich ganz daheim sein werde ..."
Klaus Mann und Frankreich
ca. 240 Seiten, Gb., € 19,00
3-935596-89-8
Die Suche nach dem Leben treibt Andreas, den Held in Klaus Manns erstem Roman, fort aus seinem großbürgerlichen Elternhaus - Richtung Berlin. Doch Berlin, das "Eldorado" der zwanziger Jahre, bleibt nur eine Zwischenstation, "Der fromme Tanz" endet in Paris. Hand in Hand geht Andreas mit seinem Freund durch die Stadt, bis er ganz plötzlich allein zurückbleibt.
Schon früh wird Paris für Klaus Mann zum Fluchtpunkt seiner Sehnsucht. Er kennt die moderne französische Literatur, lernt Crevel und Cocteau kennen, verehrt besonders André Gide. Ende der zwanziger Jahre werden die Künstlerzirkel in Paris zu Klaus Manns zweiter Heimat, später wird Frankreich zum Ort des politischen Kampfs gegen die Nationalsozialisten, des Scheiterns der Volksfront, und schließlich des Freitods in Cannes.
Im Spiegel Frankreichs sucht, findet und verliert Klaus Mann sich immer wieder - auf ganz verschiedene Art und Weise. Wenn Veit Schmidinger Leben und Werk des Autors unter diesem Aspekt betrachtet, erweist sich dies als äußerst produktiv: Dem bekannten Bild Klaus Manns als Europäer und Kosmopolit werden überraschende Facetten und interessante Brechungen hinzugefügt.
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Waldschlösschen mitten drin
Ein Lesebuch
167 Seiten, Br., € 15,00
3-935596-45-6
"Ob Lehrer, Mediziner oder Juristen, ob Theologen, Literaten, Führungskräfte oder AIDS-Akteure: sie alle haben ihren eigenen unverwechselbaren 'Stallgeruch' hier eingebracht. Aber eines haben sie doch gemeinsam: Das Waldschlösschen, dieses unausdeutbare Phänomen, hat sie alle im Griff."
Was hat es mit diesem Phänomen Waldschlösschen auf sich? Als diese einzigartige Bildungsstätte vor 25 Jahren ihre Räume öffnete, trafen sich in alternativem Ambiente die Aktivisten einer jungen, kämpferischen Schwulenbewegung, war sie autonome Einrichtung einer widerständigen Gegenöffentlichkeit. Heute ist sie Akademie mit komfortabler Unterbringung, wird von einer Stiftung getragen und hat als Heimvolkshochschule ihren Platz in der "am Gemeinwohl orientierten" staatlich geförderter Erwachsenenbildung gefunden. Emanzipation und Partizipation sind die Schlüsselwörter einer Bildungsidee, der die Pioniere des Waldschlösschens damals wie heute verpflichtet sind.
"Waldschlösschen mitten drin" - das bedeutet Bildungsarbeit, Seminare und Veranstaltungen über schwule Identität, die Situation am Arbeitsplatz oder den Umgang miteinander, über Aids, die Probleme von Angehörigen oder die Herausforderungen an Schulen und Sozialarbeit. So dokumentiert dieses reichbebilderte, mit einer durchgängigen Chronik versehene Lesebuch, wie sich eine politische Bewegung und die schwullesbische Community innerhalb dieser Gesellschaft entwickelt haben, wie die Akademie zur Akzeptanz verschiedener Lebensstile und zur Neugier auf das Fremde als Bereicherung beigetragen hat und dies weiterhin tut.
Der neue Ralf-König-Comic nach „Poppers" und „Suck my Duck"
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Ralf König kommt auf das komische Potenzial historischer Stoffe zurück: Was geschah bei den Olympischen Spielen wirklich, wie verbrachten die Griechen die lange Wartezeit im Trojanischen Pferd, wie nervtötend kann ein schöner Narziss auf seine Umgebung wirken? Und auch in der Gegenwart haben die schrägen Knollennasen ihre Probleme: das Thema «Alter» macht sich bemerkbar und beschert ihnen neuartigen Lustgewinn beim Herausnehmen dritter Zähne und die heimlichen Schrecken von Faltencreme-Proben und Lifting-Diskussionen. Außerdem dabei: Kinderstress, Mütterstress, betrunkene Weihnachtsengel und die erste Meise des Frühlings.![]()
Ralf König: Trojanische Hengste
64 S., Br., alles in Farbe, € 12,00
2005 war ein gutes Jahr für Ralf König: die italienische Ausgabe von «Bullenklöten» wurde mit dem nationalen Comicpreis ausgezeichnet, und in Frankreich sorgte die Verleihung des «Prix Angoulème» für besondere Aufmerksamkeit. In Deutschland nahm Sabine Peters für den «Freitag» noch einmal sein Gesamtwerk unter die Lupe: Ralf König macht Ernst mit seiner Arbeit als Komödiant. Was er seinen Lesern bietet, ist freche, intelligente und übrigens auch sehr reflektierte Unterhaltung. Wie schafft es einer, der gelegentlich als heterofeindlich, frauenfeindlich, ausländerfeindlich, tuntenfeindlich, eltern- und kinderfeindlich bezeichnet wird, dass seine Bücher von so vielen unterschiedlichen Leuten genussvoll verschlungen werden? Ein Wirbel aus Peinlichkeiten, Missverständnissen und Katastrophen – und plötzlich ist man mitten drin in der Komödie...![]()
Gedichte![]()
Marcus Brühl
Spielzeug
64 S., Br., € 14,00
Brühl ist durch den Roman „Henningstadt" und den Erzählband „Lars" vielen Lesern bekannt. Schon bevor er als Prosa-Autor hervortrat, hatte er zahlreiche Gedichte veröffentlicht, u.a. in einer eigenen Veröffentlichung unter dem Titel „Atemlicht geräuschlos“ An diese Veröffentlichungen knüpft er mit einer neuer Sammlung von 50 Gedichten an. Die Gedichte beschreiben in klassischer Tradition kleine Wahrnehmungen und Stimmungen, wobei der Tonfall der Prosatexte immer wieder durchschimmert.den winter im mantel
kommst du den berg hoch
trittst ein
legst ab
und überall in der wohnung
ist winter
willkommen
Einhand-Literatur![]()
Jo Perridge
Die Seilschaft
144 S., Br., € 12,50
Erzählt werden drei Tage einer Bergbesteigung im Winter. Die Helden sind zwei „richtige Männer", die nach einem Kälteeinbruch den Schlafsack teilen, um sich warm zu halten, was zu unerwarteten Ereignissen führt. An den weiteren Tagen bis zur sicheren Rückkehr werden verschiedene Szenarios gegenseitiger Machtspiele durchexerziert: Sean will seinen nächtlichen „Ausrutscher“ am nächsten Tag nicht mehr wahrhaben und wird von seinem Partner nach allen Regeln der Kunst unterworfen, wofür er sich rächt, als der sich den Knöchel verstaucht und auf seine Hilfe angewiesen ist. Auch als die beiden Ihr Verhältnis schließlich klären, spielt es für ihre Beziehung weiterhin eine große Rolle, den anderen an immer neue Grenzen zu führen. Wie in mittelalterlichen Sagen, wo der Held den Stolz einer schönen Frau brechen muss, kommt eine Konstellation des sich gegenseitig einfach nett und geil Findens für beide nicht in Frage; der immer neu zu brechende Widerstand stellt gerade die Quelle der erotischen Erregung dar.
100. Geburtstag Klaus Manns am 18. November 2006
Mit Band 4,2 jetzt komplett:
Klaus-Mann-Schriftenreihe![]()
Neuauflage aller Bände als Paket, zusammen € 280,00 (Festabnahme)
ISBN 3-935596-98-7
Viele Größen der europäischen Literatur lernte Klaus Mann schon als Kind in seinem Elternhaus kennen. Einerseits litt er darunter, stets "der Sohn" zu sein, andererseits eröffnete es ihm schon früh Welten, der Sohn Thomas und der Neffe Heinrich Manns zu sein: Welten, in denen er sich souverän bewegte, die er um seine eigenen Horizonte erweiterte, von denen er sich abgrenzte. Egal ob in Berlin, Hamburg oder Paris, in Amsterdam, Prag, Moskau oder New York - Klaus Mann war in engem Kontakt zu Menschen, die die geistigen Strömungen der Zeit repräsentierten und die auf die politischen Entwicklungen Einfluß nahmen.
Mit neunzehn Jahren veröffentlicht Klaus Mann sein erstes Buch: die Erzählungen «Vor dem Leben», gefolgt von seinem ersten Roman «Der fromme Tanz». Mit Verve reklamiert er in seinem «Coming-out», die Rechte der Jugend. Mit «Kind dieser Zeit» legt er 1932 seine erste Autobiographie vor und veröffentlicht im gleichen Jahr «Treffpunkt im Unendlichen», das aufregende Bild einer «verlorenen Generation» am Vorabend des Nationalsozialismus. Klaus Mann begibt sich einerseits in den Bann seiner Drogenerfahrung und ist andererseits bereit, politische Verantwortung zu übernehmen. 1933 geht er ins Exil und tut das ihm Mögliche, die nun in Europa und Amerika zerstreuten Autoren der Emigration zusammenzuhalten, die ganz unterschiedlich eingestellten Persönlichkeiten im antifaschistischen Kampf zu einen. Das Scheitern der Volksfront und der immer wahrscheinlicher werdende Krieg führen zu ersten großen Depressionen. 1937 geht Klaus Mann nach Amerika. Hier erscheinen der große Exilroman «Der Vulkan», seine zweite Autobiographie, «The Turning Point», und «Andre Gide and the Crisis of Modern Thought», bevor er als Soldat der US-Armee nach Europa zurückkehrt. Der Sieg über Nazi-Deutschland ist für ihn mit zwei deprimierenden Erfahrungen verbunden: Die Allianz gegen Hitler zerbricht in zwei politische Lager und in Deutschland gilt der Exilant nichts. Klaus Manns Bücher und seine Stimme sind nicht gefragt. Am 21. Mai 1949 nimmt Klaus Mann sich in Cannes das Leben.Die «Klaus-Mann-Schriftenreihe» zeichnet den Lebensweg des Autors nach, spürt das Wechselspiel von den persönlichen und zeithistorischen Umständen auf. Vier Jahrzehnte haben die Autoren recherchiert, umfangreichen Korrespondenzen und persönlichen Gesprächen geführt. Auf diese Weise konnten sie die autobiografischen Zeugnisse Klaus Manns und die vorhandenen, bruchstückhaften Faktensammlungen mit zahlreichen substanziellen Daten, Namen, Milieu- und Hintergrundinformationen bereichern. Vor diesem Hintergrund leisten sie auch eine umfassende Analyse des Gesamtwerks. Die Schriftenreihe ist mehr als eine Biographie, mehr als ein Klaus-Mann-Forschungsbericht. Sie präsentiert ein halbes Jahrhundert Zeitgeschichte im Fokus einer einzigartigen Persönlichkeit. Gestartet wurde die Schriftenreihe» in den siebziger Jahren in der eigens dafür gegründeten "Edition Klaus Blahak". Damals führten die Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Essays von Klaus Mann noch eine Randexistenz in der deutschen Literatur,. Der abschließende sechste Band erschien 1996 - es klaffte jedoch die Lücke der Jahre 1934 - 1937, es fehlte der Teilband 4.2. Die Bände 2 und 3 sind seit Jahren breits vergriffen.
Mit dem Nachdruck der vergriffenen Bände und der Neuerscheinung des Bands 4.2 liegt die Klaus-Mann-Schriftenreihe im Jahr 2006 erstmals vollständig vor. Erstmals wurde für diesen Band auch die bisher für die Öffentlichkeit gesperrten, unveröffentlichten Tagebücher Klaus Manns eingesehen.
Die Klaus Mann Schriftenreihe:
«Bei weitem das Erschöpfendste, was je über diesen human case geschrieben wurde.»Golo Mann![]()
Band 1:
Bibliographie
mit einem Vorwort von Klaus Blahak
Erstausgabe 1976, 211 Seiten, € 20,00
ISBN 3-935596-91-X![]()
Band 2
1906-1927:
Unordnung und früher Ruhm
Erstausgabe 1977, 204 Seiten, € 24,00
ISBN 3-935596-92-8![]()
Band 3
1927-1933:
Vor der Sintflut
Erstausgabe 1979, 256 Seiten, € 28,00
ISBN 3-935596-93-6![]()
Band 4.1
1933-1934:
Repräsentant des Exils
Sammlung der Kräfte
Erstausgabe 1992, 389 Seiten, € 44,00
ISBN 3-935596-94-1Neuerscheinung Frühjahr 2006:
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Band 4.2
1934-1937:
Im Zeichen der Volksfront
€ 72,00
ISBN 3-935596-95-2
Subskribenten der Erstausgabe erhalten diesen Band zum Preis von € 60,00
ISBN 3-935596-90-1 (Subskription)![]()
Band 5
1937-1942:
Trauma Amerika
Erstausgabe 1986, 493 Seiten, € 52,00
ISBN 3-935596-96-0![]()
Band 6
1943-1949
Der Tod in Cannes
Autoren: Fredric Kroll und Klaus Täubert
Erstausgabe 1996, 815 Seiten, € 78,00
ISBN 3-935596-97-9Veranstaltungen mit dem Herausgeber der Klaus-Mann-Schriftenreihe
In Deutschland gibt es sicherlich nur wenige Menschen, die so umfassend über Leben, Werk und persönliches Umfeld von Klaus Mann informiert sind wie der in Freiburg lebende Amerikaner Dr. Fredric Kroll. Fredric Kroll wurde 1945 in New York geboren, kam 1969 in die Bundesrepublik und lebt in Freiburg. Der Komponist und Germanist promovierte 1973 über Klaus Mann. Nach seiner Dissertation über Klaus Mann nahm er das Projekt der Klaus-Mann- Schriftenreihe in Angriff, das nun, nach dreißig Jahren, endlich zum Abschluss gebracht wurde. Im Zuge seiner Recherchen führte Kroll zahllose Gespräche mit Freunden und Bekannten Klaus Manns, über die er auf ausgesprochen unterhaltsame Weise zu berichten weiß.
Fredric Kroll steht für Veranstaltungen gern zu Verfügung.Neben Lesungen von Auszügen aus den Bänden der Schriftenreihe können wir vier thematische Vorträge anbieten:
1. Ein Konzert für Klaus Mann
Kroll liest Passagen aus den Tagebüchern und den dichterischen Werken Klaus Manns, die Musik und Musiker schildern, kommentiert sie und führt die entsprechenden Kompositionen auf CD vor. Es werden Werke vor allem von Tschaikowsky, aber unter anderem auch von Mahler, Bach, Mozart und Eduard Künnecke gespielt, in historischen Interpretationen u.a. von Willem Mengelberg, Bruno Walter, Gustaf Gründgens, Ernst Busch und Edith Piaf.2. Homosexualität und Antifaschismus - Klaus Manns politische Entwicklung
Kroll geht der Frage nach, inwiefern Zusammenhänge zwischen Klaus Manns Homosexualität und seinem politischen Engagement bestehen. Schon als 12jähriger am Wilhelmsgymnasium in München, vermutlich noch bevor er seine Homosexualität entdeckte, war Klaus Mann "anders als die anderen". Indem er bereits in seinen ersten veröffentlichten dichterischen Werken für die Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Liebe plädierte, machte er sich bei der extremen Rechten von vornherein verhaßt; somit kam ein wie auch immer geartetes "Mitläufertum" für ihn kaum in Frage. Im Exil mußte er sich obendrein gegen Angriffe von extrem links gegen die Homosexuellen zur Wehr setzen. In den USA in den 40er Jahren war es kein Zufall, daß er in den Akten des ihn bespitzelnden FBI immer in einem Atemzug nicht nur als Kommunist, sondern auch als Homosexueller denunziert wurde.3. Klaus Manns Gefühlsleben in den Exiljahren: Erste Depression und erste Entziehungskur
Mittels der Analyse von Klaus Manns Träumen und dichterischen Werken werden seine verdrängten Aggressionen gegen die Mutter und die Schwester Erika aufgezeigt, die er gegen sich selbst gewendet hat.4. Klaus Mann und der Pariser Schriftstellerkongreß 1935
Kaum ein anderes Dokument des Ringens um eine internationale antinationalsozialistische Volksfront in den 30er Jahren ist so reich an mannigfaltigen Details wie die Protokolle der Reden, die beim Pariser Schriftstellerkongresses gegen Krieg und Faschismus gehalten wurden. Wie hat Klaus Mann diesen Kongreß rezipiert? Welche von seinen Schriftstellerkollegen hervorgebrachten Argumente hat er hervorgehoben; welche hat er ignoriert? Welche Stellung hat er in seiner Ansprache "Der Kampf um den jungen Menschen" selbst bezogen?
S c h o t t i s c h e r N a r z i s s :![]()
d'Adelswärd-Fersen
Lord Lyllian
Bibliothek rosa Winkel
220 S., Gb., € 18,00
Fersen schrieb eine ästhetisierend-dekadent-kitschige Geschichte im Dunstkreis von Oscar Wildes „Dorian Gray", der übrigens in Person vorkommt und den Romanhelden verführt. Thematisch behandelt dieser deutlich autobiografische Text den Skandal, der Fersen zwang, Paris zu Verlassen und auf Capri ein neues Leben zu beginnen, sowie Fersens weitere Erlebnisse auf Capri.Zu Leben und Werk des Jacques d'Adelswärd-Fersen (1880-1923) ist als Band 38der Bibliothek rosa Winkel ein Sammelband erschienen:![]()
D'ADELSWÄRD-FERSEN: DANDY UND POET
Ein historisches Dokument:![]()
Karsch-Haack, Ferdinand
Homoerotik Im Arabertum
Gesammelte Aufsätze 1921-1928
herausgegeben und mit einer Einleitung der Islamwissenschaftlerin Sabine Schmidtke (FU Berlin)
192 S., Br., € 22,00
Ein in mehrerer Hinsicht erstaunliches Buch: Ein Blick auf die arabische Kultur unter Berücksichtigung Türken und Perser aus der Perspektive des europäischen Bildungsbürgertums des ausgehenden 19.Jahrhunderts, dessen Vorurteile den heutigen diametral entgegengesetzt sind: 1) die Araber sind ein international bewundertes Kulturvolk 2) die Araber sind von entwaffnender Offenherzigkeit und Leichtigkeit in erotischen Dingen jeder denkbaren Art, ihr Wortschatz umfasst nicht nur präzise Kategorisie rungen von Frauen (so heißt „Basra": Frau mit großer Klitoris), sondern um die zwanzig Ausdrücke für schöne Jünglinge, je nachdem, wie männlich oder weiblich sie wirken und was sie im Bett alles mit sich machen lassen, Zitat: „Der männlich geartete und auch männlich erscheinende Liebhaber des eigenen Geschlechts hat den Namen Fail als ausübender im Gegensatz zu den duldenden Usul. Er heißt auch Fasik. in Mehrzahl Fasake und Fussak. der als Zeuge unzulässig Ist, oder Kurragijj, Lait,. in Mehrzahl Late; ferner Lawwat. Luth (von Lot hergeleitet) und Luttijj als Knabenschänder; dann Marik im Sinne von alter Sünder, Menjek als unflätiger Männerfreund [nur in Oran gebräuchlich]. Muglin als Brünstiger, Mutalawwit und Sadumijj (von Sodom abgeleitet).Der aktuelle Forschungsstand findet sich in:![]()
HOMOSEXUALITÄT UND ISLAM
Invertito![]()
GEMEINSAM STARK.
HOMOSEXUELLE NETZWERKE
JAHRBUCH FÜR DIE GESCHICHTE DER HOMOSEXUALITÄTEN, 7. Jahrgang 2005
hrsg. vom Fachverband Homosexualität und Geschichte e.V.
Kartoniert, 192 Seiten, € 17,00
ISBN 3 935596 84 7
Von Freundschaftszirkeln zur Community
Die Geschichte homosexueller Männer und Frauen ist nicht nur eine Geschichte der Diskriminierung und Verfolgung. Sie ist auch eine Geschichte homosexueller Gruppen, Vereine und Netzwerke. Mit der Entwicklung eines homosexuellen Selbstverständnisses entstanden Beziehungsstrukturen ganz unterschiedlicher Art: Im Exil schlossen sich Männer und Frauen zur Bewahrung ihrer politischen und sexuellen Identität zusammen. Neben nationalen und internationalen Verbänden entstanden in den letzten Jahrzehnten schließlich auf lokaler Ebene komplexe soziale Strukturen wie Lesben- und Schwulenzentren, die Freizeit- und Politikbedürfnisse miteinander verbanden.
Die verschiedenen Strukturen mit jeweils unterschiedlichen Funktionen spiegeln gleichsam die gesellschaftliche und politische Situation, in der homosexuelle Männer und Frauen leben, sind Gradmesser für Diskriminierung oder Akzeptanz homosexueller Menschen durch die Gesellschaft.Aus dem Inhalt:
Gerhard Grühn:
Trouble in Paradise. 30 Jahre Schwulen- und Lesbenzentren in Köln
Andreas Pretzel:
Eros und Widerstand. Ein Netzwerk bündischer Jugend im Exil
Rainer Maaß:
Ein Darmstädter Landesverrat im Jahr 1922 und ungeahnte Folgen
URBAN SINGLES![]()
Thomas Weins:
total perfekt alles
260 S., Gb., € 17,50
Weins entführt uns in die nonkonforme Welt der Bauwagenszene, deren Helden ihre
rabiaten Existenznöte mit Drogen und Musik und Sex bekämpfen. Mit Lakonie und oft
auch mit leisem Humor beschreibt er die Träume und Tatsachen dieser Einzelkämpfer,
die auf ihre Weise versuchen, in der Großstadtwildnis zu überleben.
„Total Eclipse" ist nicht nur ein spannender Bericht über Großstadt-Außenseiter und ihre
Welt, sondern gleichzeitig auch eine anrührende Liebesgeschichte. Kaum auszuhalten
ist die geradezu schmerzhafte Genauigkeit, mit der Thomas Weins Krankheit und
Sterben seines Freundes Klaus schildert.Diese Sprache ist kraftvoll und direkt, jeder Satz entsteht aus innerer Notwendigkeit und
trifft den Leser mitten ins Herz. Schon lange hat mich kein Roman mehr so erschüttert
und berührt wie dieses Buch von Thomas Weins.Mario Wirz über „Total Eclipse"Ein „Bauwagen-Roman", der Tatsachen statt Befindlichkeiten schildert,
und der erste große „Bauwagen-Roman" überhaupt.
URBAN SINGLES![]()
Christopher Isherwood
Der Einzelgänger
180 S., Gb., € 14,50
Die brüchige bürgerliche Gesellschaft war zeitlebens eines der wichtigsten Themen
Isherwoods. Seine kultivierten britischen Helden beobachten die Berliner Halbwelt in
„Cabaret" mit ähnlicher Distanz wie die Spießbürger in Suburbia, dem Alptraum der
amerikanischen Vorstädte in „Der Einzelgänger" - der autobiografische Hintergrund ist
leicht zu erkennen. Der Einzelgänger erschien im Original 1964 („A Single Man")
und wurde kurz darauf auch in Deutschland veröffentlicht (Stahlberg Verlag, später
von S. Fischer übernommen). Spätere Ausgaben erschienen bei Albino und dtv.
Dieser Roman aus den späten Sechziger Jahren hat nichts an Aktualität eingebüßt, im
Gegenteil: arrivierte schwule Männer mit Eigenheim in „ganz normalen"
Nachbarschaften sind erst in den letzten Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden.
„Der Einzelgänger" legt mit viel Selbstironie und trockenem Humor den Finger genau auf
das letzte Problem, das Schwule und Heterosexuelle noch miteinander haben:
sie interessieren sich einfach nicht füreinander.
Christopher Isherwood wurde 1904 in Cheshire / England geboren. Seine Erlebnisse
Anfang der 30er Jahre in Berlin lieferten das Material für „Leb wohl, Berlin" und zwei
weitere Romane, die in der Bühnenbearbeitung „Cabaret" Weltruhm erlangten.
Isherwood emigrierte 1939 in die USA. „Der Einzelgänger" verarbeitet autobiografisches
Material der Jahre 1959 bis 62, in denen Isherwood als Gastprofessor für englische
Literatur in Los Angeles unterrichtete. Isherwood starb im Alter von 83 Jahren in Santa
Monica, Kalifornien.
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Gregorio Ortega Coto
Untaugliche Indianer
128 S., Gb., € 16,00
Die Erinnerungen an Bilder und Worte nehmen in seinen Erzählungen die Gestalt
verwunschener Welten an, deren Bewohner in ihren eigenen Vorstellungen gefangen
sind oder Unfassbares erleben. Oft entscheidet ein kleiner Moment, ob sie über sich
hinauswachsen oder scheitern. Ortega Cotos Helden sind stolze Kinder im provinziellen
Mief Franco-Spaniens, verliebte Matrosen, lächerliche Außenseiter oder einfach zwei
Menschen auf einem Berliner Bahnsteig morgens um halb drei. Wenn der Moment
vorbei ist, sitzt die Geschichte im Kopf.
Gregorio Ortega Coto wurde 1946 als Sohn spanischer Auswanderer in Marokko
geboren, wuchs dort auf und kam mit zwölf Jahren nach Spanien. Durch mehrere
Zufälle gelangte er 1973 über die kanarischen Inseln und England nach Berlin, wo er
seitdem lebt und als Sozialarbeiter arbeitet. 2004 veröffentlichte er eine Kurzgeschichte
in Hiebe und Triebe 3 (Querverlag). Im März 2005 erschien eine Erzählung im
Sammelband anlässlich des Literaturpreises der Schwuler Buchläden, "Im Paradies".
Er verfasst seine Geschichten sowohl auf Deutsch als auch auf Spanisch. Zahlreiche
Lesungen, meist zweisprachig, in Kneipen, Kulturvereinen und multikulturellen Salons in
Berlin. Weitere auf Anfrage.
URBAN SINGLES
Sachbuch: Schwule im dritten Lebensalter![]()
Michael Bochow
ICH BIN DOCH SCHWUL UND
WILL DAS IMMER BLEIBEN
376 S., Br., € 22,00
Einer ist Jahrgang 1925, hatte schon in frühester Jugend homosexuelle Kontakte und
blickt zufrieden auf ein erfülltes Leben zurück. Einsam ist er auch im Alter nicht. Ein
Anderer dagegen war lange verheiratet, entdeckt seine Homosexualität erst mit sechzig
und versteckt sie gegenüber seiner Familie und den Freunden. Wie soll er Kraft aus
einer Gemeinschaft schöpfen, die ihn trägt?
Ob Schwule Angst vorm Alter haben, ob sie im „dritten" Lebensalter einsam und
versteckt leben, ob sie ein soziales Netz, Freunde und Kontakt zur „Szene" haben,
hängt von vielen Bedingungen ab. Wovon und auf welche Weise sich ihre zu einem
erheblichen Teil schwierige Situation verbessern ließe, hat der Berliner Soziologe
Michael Bochow im Auftrag des Schwulen Forums Niedersachsen untersucht. 33
schwule Männer, die 55 Jahre alt und älter sind, hat er für seine Studie interviewt. Die
Ergebnisse werden in Form einzelner, gut lesbarer und oft auch anrührender
Lebensgeschichten präsentiert und einer Analyse unterzogen. Um den Blick nicht zu
verengen, hat Bochow zum Vergleich auch einige deutlich jüngere Männer nach ihrer
Lebenssituation befragt. Am Ende formuliert er die Anforderungen, die sich daraus
ergeben: an die Schwulen selbst und ihre Community, an die Sozialpolitik und an die
ganze Gesellschaft.
Michael Bochow, geb. 1948, Dr. rer.pol, ist seit fast 20 Jahren in der Minderheiten- und
Aids-Forschung tätig. Er veröffentlichte zahlreiche Studien, u.a. im Auftrag der
Deutschen Aids-Hilfe. Zuletzt erschien bei MSK „Homosexualität und Islam" (hrsg.
zusammen mit Rainer Marbach).
Mit Leib und Seele![]()
Fabian Kaden
LEONARDOS REISE
R o m a n
Br., 144 S., 12,50 €
ISBN 3 935596 78 2
Bisher ist die Welt zu Paolo gekommen, in die kleine Stadt am Meer: Touristen aus aller Herren Länder bieten dem wilden und freien jungen reichlich Gelegenheit für erotische Erfahrungen. Doch seit dem Tag, an dem sein Bruder Leon mit einer Zirkustruppe verschwunden ist, sehnt sich auch Paolo in die weite Welt. In den Sommerferien bricht er auf um Leon zu suchen, und diese Reise wird zugleich eine Erkundung seiner eigenen Begierden. Als er den Bruder schließlich wiedersieht, haben die beiden sich zu den zwei Seiten einer Medaille entwickelt: Hat die Liebe einen verborgenen Sinn, der zu entdecken ist, oder trägt sie ihren Sinn in sich selbst?
Ein tabuloser Roman voller Sinnlichkeit.FABIAN KADEN ist das Pseudonym eines Schriftstellers, der unter diesem Namen «einmal ganz anders in die Welt schauen» möchte. Sein erotischer Erstling «Davids Sommer» (msk 2004) war ein großer Erfolg.
Ralf König NEU in Engl.![]()
Ralf König: Roy & AL [in English] € 12,00
Bibliothek Rosa Winkel Bd 38
Jacques d'Adelswärd Fersen - Dandy und Poet
HERAUSGEGEBEN VON WOLFRAM SETZ
Gebunden, ca. 200 S. mit zahlr. Abb. ca. 18,00 €
ISBN 3 935596 38 3
Jacques d'Adelswärd (1880 - 1923), der sich nach einem entfernten Verwandten lieber
Jacques Fersen nannte, ist die zentrale Figur in Roger Peyrefittes Roman „Exil in Capri".
Seine zahlreichen Bücher - Romane und vor allem Gedichte - sind kaum noch zu
finden, ebenso wenig seine Zeitschrift „Akademos", mit der er 1909 auch für die „andere
Liebe" eine Lanze brechen wollte. Ein Skandal vertrieb ihn aus Frankreich, auf Capri
errichtete er auf einsamer Bergspitze eine klassizistische Villa, in der er mit seinem
römischen Freund Nino Cesarini lebte, den er durch viele Künstler verewigen ließ.
Als Pariser Dandy und als markante Figur der «homosexuellen Kolonie» auf Capri
ist auch er selbst zu einer literarischen Figur geworden (z. B. bei Jean Lorrain und
Compton Mackenzie). Die Beiträge in diesem Buch sichern die biografischen Fakten
und nähern sich auf unterschiedliche Weise Leben und Werk eines Mannes, der
mehr war als nur eine Romanfigur.
„Dann fiel sein Blick auf die Fassade seines Hauses und blieb dort hängen. Die Inschrift „Amori et dolori sacrum" erschien ganz frisch und erhielt für ihn jetzt ihren wahren Sinn. Es war keine romantische Formel mehr, sondern ein Epitaph: was ein Heiligtum der Liebe gewesen war - einer Liebe am Rande des Gesetzes, voller Traurigkeiten -, dorthin kehrte er heute abend als in das Heiligtum des Schmerzes zurück.
Selbst in der Nacht wanderte Jacques lange auf den Terrassen hin und her und
betrachtete die Sterne. Er tat es nicht, wie früher Tiberius mit dem Astrologen
Thrasyllos, um die Zukunft zu ergründen. Er erbat vom Himmel die Weiterführung
dessen, was er hartnäckig sein Glück nannte. Er erbat auch Genie und Ruhm, obgleich er wusste, dass er sie nicht erlangen würde. Er hätte Baudelaire sein wollen und tröstete sich mit dem Gedanken, dass Baudelaire vielleicht ein Müßiggänger wie er hätte sein wollen."Roger Peyrefitte
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PETER REHBERG
FAG LOVE
ROMAN
Kartoniert, ca. 220 Seiten, ca. € 17,00
ISBN 3-935596-71-5
ET März 2005Felix ist ein typischer Repräsentant jener Dreißigjährigen, die trotz hoher Qualifikation ohne feste Anstellung und auf der Suche nach einem Leben sind, das sich zu leben lohnt. Die Verwurzelung in der europäischen Kulturtradition ist ihm abhanden gekommen, Bildungsbürgertum rettete chließlich nicht vorm Faschismus. Er muss sich sein Weltbild selbst erfinden, und dazu bedient er sich der Popmusik als tatsächlicher Leitkultur des 21. Jhdts: Lieder für jede Gelegenheit, zum Verlieben und Entlieben. Seine Sehnsüchte sind dementsprechend ein Gemisch aus ganz einfachen, konkreten Bedürfnissen und großem Pathos, das vor keinem Hollywoodkitsch zurückschreckt. Als ihn ein Job nach New York bringt, verliebt sich Felix sofort in die „schwulste Stadt der Welt“, sein Berliner Boyfriend Anton rutscht auf Platz 2 der Prioritätenliste und muss sich mit einer Urlaubsbeziehung
begnügen, was auf Dauer nicht gut geht. Als der Traum von einem Leben geplatzt ist, in dem alles möglich scheint und nichts einen Preis hat, rückt plötzlich der Alltag ins Blickfeld. Der Einkauf im
Ostberliner Aldi wird für Felix genauso zum Alptraum wie die Kneipenabende in Chicago, wo die Gäste die ganze Nacht nur auf Fernsehbildschirme starren. Während die einen ein Leben abseits jeder Fantasie führen, sind die anderen in ihrer gefangen. Als Felix kurze Zeit später Jack trifft, bahnt sich eine neue Liebesgeschichte an. Der global player hat seine Sehnsucht nach dem Glück zu zweit noch nicht verloren. Gibt es sie also doch noch, die große Liebe? Aber
Jack hat ein Geheimnis.„Fag Love“ ist der stilistisch präzise gestaltete Ausdruck eines Lebens,
das die postmoderne Popkultur vorbehaltlos bejaht und ihre
Versprechungen ernst nimmt. Rehberg beschreibt nicht, sein Text
liest sich, als stände Felix mit einem Bier an der Bar und erzählte
seine Story. Die Einheit von Sprache und Geschichte erzeugt eine Intensität,
die jeden in den Bann zieht, egal, ob man sich mit dem Helden
identifiziert oder einem die Sorgen und Nöte dieser Generation
bisher nur als plakative Lifestyle-Fragen erschienen sind. Ohne es zu
wollen, ist „Fag Love“ damit ein klassischer Bildungsroman geworden,
der auf zeitgemäße Art seine eigenen Perspektiven auf die Gegenwart
entwickelt.Peter Rehberg wurde 1966 in Hamburg geboren. Nach Auslandsaufenthalten
in New York und Chicago unterrichtet er Deutsche Literatur
und Queer Studies in Bonn. Bei msk erschien 2002 sein Erzählband
„Play“. Peter Rehberg lebt in Berlin.
H i s t o r i s c h e s
Let me entertain you![]()
JOHN WILMOT, EARL OF ROCHESTER
DER BESCHÄDIGTE WÜSTLING
SATIREN, LIEDER UND BRIEFE
Herausgegeben und übersetzt von Christine Wunnicke
Gebunden, ca. 140 S., ca. € 18,00
ISBN 3 935596 70 7
ET März 2005im Kino Der Film „The Libertine“ mit Johnny Depp als Rochester und John Malcowicz als Charles II.
läuft gerade an und wird 2005 auch in Europa in die Kinos
kommen.Der Earl of Rochester (1647 bis 1677) war einer jener Menschen,
die sehnsuchtsvolle Phantasien von längst vergangenen Zeiten in uns wecken.
Er war gerade 13 Jahre alt, als England 1660 den puritanischen Alptraum beendete
und mit Charles II. zur Monarchie zurückkehrte. Da sein Vater den König ins Exil begleitet hatte, nahm Charles den kleinen John unter seine Fittiche, und das bedeutete:
Party, bis der Arzt kommt.Nach den elf Jahren der Cromwell-Herrschaft gab es einen enormen Nachholbedarf an den schönen Dingen des Lebens. An dem liederlichsten Königshof, den England je zu finanzieren hatte, entfaltete Rochester sein Talent als charmanter Unhold und unermüdlicher Erzähler, und seine Balladen und Spottverse wurden schnell legendär. Wenn er rezitiert: „Gott segne den König, der gnädig ist, keiner glaubt ihm, was er verspricht, nie sagt er etwas Dämliches und Kluges
tut er nicht.“, applaudiert selbst der König.
Am besten stellen wir uns Rochester als einen nur selten nüchternen Gentleman vor, der frohgemut sämtliche Karrierechancen über Bord warf, das Theater über alles liebte und sich ständig verkleidete, in einem idyllischen Waldschlösschen seltsame Orgien feierte und Anfang Dreißig an der Syphilis starb. In bester Mantel-und-Degen-Manier entführte er zweimal (!) mit sechsspännigen Kutschen eine reiche Erbin, die ihn dann schließlich heiratete. Er hatte unzählige Affären mit Männern und Frauen und zeichnete sich durch eine hektische Energie und Spontanität aus, die sich durch mögliche Folgen nicht im geringsten beirren lässt. Am Ende seines Lebens erwischte ihn die Kirche dann doch, er bereute dramatisch seine Ausschweifungen und erlangte neuen Ruhm als verlorene Seele, die den Weg zurück gefunden hat.Seine Gedichte und Briefe spiegeln die Widersprüchlichkeit seines Lebens: Er spottet über Treue und über Treulosigkeit, er feiert und verachtet die körperlichen Genüsse, besingt die Schönheit der Frauen und tritt sie in den Schmutz („Du liebst ein Weib? Welch Eselei!“) und schreibt mit der gleichen Selbstverständlichkeit aus der Sicht einer verliebten jungen Unschuld wie eines frustrierten alten Wüstlings. Die deutschen Leser können mit dieser Werkauswahl einen Mensch und Autoren kennen lernen, der in den angelsächsischen Ländern längst zu den Klassikern gehört.
Christine Wunnicke (Jg. 1966), Herausgeberin und Übersetzerin dieser Textauswahl, ist durch ihren dritten Roman „Die Kunst der Bestimmung“ (Kindler 2002) als Kennerin des barocken England ausgewiesen. In ihrer Sprache ist Rochester auch für den deutschen Leser ein
unverwechselbares Erlebnis.Rezensionen - Süddeutsche Zeitung vom 30.05.2005:
Mit dieser zweisprachigen Ausgabe einer Auswahl aus den Gedichten, Satiren und Briefen von John Wilmot ist ein "Dichter zu entdecken", schwärmt ein vollkommen begeisterter Jens Bisky. Freunde "intelligenter Verse" werden sich wundern, wie ihnen dieser "Minnesänger des Lasters", der 1680 in London 33-jährig an der Syphilis starb, "bisher entgehen konnte", versichert der Rezensent, der meint, dass die Werke Wilmots nur aus seinem überaus ausschweifenden und lasterhaften Leben heraus verständlich werden. Bisky preist die Übersetzungen von Christine Wunnicke, in deren "schmiegsamem Deutsch" er den "derben Ton" des englischen Schriftstellers genauso gefunden hat wie den "schnöselhaften Witz" oder ein "liederliches Leiern". Außerdem habe die Übersetzerin ein "mitreißendes Vorwort" mitgeliefert, das dem hierzulande viel zu unbekannten Wilmot zu Ruhm verhelfen könnte, wie der Rezensent hofft. Diese Ausgabe "enthält das Nötigste" zu Wilmot, ohne dass sie mit allzu viel "gelehrtem Bombast" aufwartet, lobt der begeisterte Bisky weiter, der neben der durchaus konventionellen Form und dem deutlichen "Ausdruck" den "überraschenden Witz" dieser Verse schätzt und der hinter all der Liederlichkeit das "Wissen" des Lyrikers aus dem englischen Hochbarock um die unüberwindbare "Herrschaft des Nichts" herausgelesen hat.
E r z ä h l u n g e n
Den Körper ins Spiel bringen![]()
IM PARADIES
BEITRÄGE ZUM LITERATURPREIS DER SCHWULEN BUCHLÄDEN
Herausgegeben von Thomas Ott
Kartoniert, ca. 190 Seiten, ca. € 14,90
ISBN 3 935596 73 1
ET März 2005Ganz nüchtern und unsentimental beschreibt Eric Hegmann in „Heldenfrühstück“ eine Clique von
Party-Homos, die auf der Suche nach echtem Gefühl und Liebe vornehmlich dem Konsum bewusstseins-verändernder Drogen nachgehen. Mit einem Lächeln und viel Charme lässt Cordula Scheifele in „Ein Hauch von Kaschmir“ einen älteren heterosexuellen Familienvater die fremde schwule Welt ausgerechnet in der Umkleidekabine eines Kaufhauses entdecken.
Und Gunther Geltinger erzählt die Geschichte eines Mafiakuriers, der seine Sexsucht exzessiv auf den Autobahntoiletten Deutschlands auslebt, in einer Sprache, die musikalisch wie eine Symphonie aufgebaut ist und sein Anliegen poetisch verdichtet.
„Text der Lust: Den Körper ins Spiel bringen“ lautete das Motto des „Literaturpreis der schwulen Buchläden“, der im Juli 2004 vergeben wurde – in München, nicht zufällig zeitgleich mit der Eröffnung der „Euro Games“. Passend zur „olympischen Idee“ dieser sportlichen Großveranstaltung wurde bei dieser 6. Ausschreibung des Preises erstmals ein inhaltliches Thema vorgegeben. 113 Autoren (darunter nicht wenige Autorinnen) haben Beiträge eingereicht. Drei Juroren, Knaur-Lektor Tim Sonderhüsken, der Schweizer Autor Philipp Tingler und der Münchner Journalist Matthias Kuhn, haben die drei oben vorgestellten Beiträge zur Endausscheidung nominiert.
Die drei für den Preis nominierten Texte und darüber hinaus zehn weitere hat Thomas Ott vom Buchladen Erlkoenig in Stuttgart für diese Veröffentlichung ausgesiebt, Erzählungen, die sich auf die Suche nach dem „Paradies“ der schwulen Literatur begeben – ironisch, sexy, hintergründig, skurril, romantisch oder sportlich. Die Autoren (und zwei Autorinnen) leben in Bad Homburg, Bensheim, Graz, St. Gallen, Hamburg – unter den elf Städten ist Berlin lediglich mit einem spanischen Migranten vertreten. Ohne die sonst übliche „Hauptstadtlastigkeit“ vermitteln die Erzählungen dieses Bandes eine lebendige Momentaufnahme schwulen Alltags und schwuler
Befindlichkeiten.
E r z ä h l u n g e n
Die Extraportion Glück![]()
TILMAN JANUS
MAGISCHE MOMENTE
Kartoniert, ca. 170 Seiten, ca. € 16,00
ISBN 3 935596 72 3
ET März 2005Sich einmal rundum verwöhnen zu lassen ist ein Bedürfnis, das wohl allen Menschen gemeinsam ist, und wer ins Träumen gerät, wünscht sich manchmal auch Dinge, die den Rahmen des Möglichen sprengen. Tilman Janus nimmt es mit der schnöden Wirklichkeit nicht so genau und stellt sich vor, was wäre, wenn sich die Grenzen der Realität ein wenig ausdehnen ließen. In dreizehn Geschichten tun sich unverhoffte Chancen auf, aber nicht immer sind die Glückspilze in der Lage, ihre Chance zu nutzen, und selbst wenn zunächst alles ganz perfekt aussieht, sollte man auch das Kleingedruckte lesen. Der Einzelhandel eignet sich gut für die Suche nach magischen Momenten:
ein Reisebüro, in dem die Kunden nur eine Tür durch-schreiten müssen, um ans Ziel ihrer Wünsche zu gelangen, ein Frisiersalon, den man als Skinhead betritt und mit wallenden Locken wieder verlässt, ein Computergeschäft, das ganz eigenartige Bildschirmschoner verkauft, oder natürlich die Boutique, deren Herrenslips über verblüffende Fähigkeiten verfügen. Manchmal sind es auch bekannte Figuren aus Geschichte oder Mythologie, die sich im Alltag nützlich machen, und die Erzählung „Zankapfel“ schließlich verrät, was wirklich geschah, bevor Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden.
Tilman Janus verfügt über beides: das Wissen um die Sehnsucht und das Wissen um die schillernde Vielfalt der Warenwelt und ihrer Propheten. Und da er ausgesprochen elegant zu erzählen weiß, fördert er in seinen modernen Märchen immer wieder Hintergründiges zu
Tage, das der Geschichte eine unerwartete Wendung gibt. So kann sich der Leser gleich zweimal angesprochen fühlen: zunächst durch Identifikation mit dem Glückspilz, und am Schluss schadenfroh, weil es eben doch nicht so richtig geklappt hat. Beste Unterhaltung ist garantiert.Tilman Janus wurde 1949 geboren, Ausbildung als Biologe und Bibliothekar.
„Tauchte die Gänsefeder wohl schon in die Muttermilch.“
Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien.
B i b l i o t h e k r o s a W i n k e l
Ein Eroticon als kulturhistorisches Zeugnis![]()
DIE SÜNDE VON SODOM
ERINNERUNGEN EINES
VIKTORIANISCHEN STRICHERS
Übersetzt und herausgegeben von Wolfram Setz
Bibliothek rosa Winkel Bd. 12 (Neuauflage)
Kartoniert, 143 Seiten, ca. € 10,00
ISBN 3 935596 69 3
ET März 2005MSk präsentiert
einen Nachdruck der erstmals 1995 erschienenen Ausgabe.
Diese Ausgabe ist die erste deutsche Übersetzung des 1881
in London erschienenen Privatdrucks „The Sins of the Cities of the
Plain“ (Städte der Ebene = Sodom und Gomorrha), den nicht zuletzt
auch Oscar Wilde mit Vergnügen gelesen hat.Jack Saul gehört zu den "Mary Anns" rund um den Leicester Square in London. Jederzeit bereit zu einem Spaß mit einem großzügigen Gentleman, treibt er es durchaus auch mit Frauen, sei es eine Magd oder eine von den unechten Damen. Und da er nicht nur von eigenen Erlebnissen erzählt, sondern auch "Kollegen" zu Wort kommen lässt, entrollt sich ein weitgespannter Bilderbogen sexueller Initiation und subkulturellen Lebens, der von Erfahrungen in der Schule über erste Kontakte zum anderen Geschlecht bis hin zu Soldatenprostitution und pompösen Urningsbällen
mit jungen und jüngsten Burschen sowie festlich gekleideten Pseudo-Damen reicht.
An dem erotischen Reigen sind auch historisch fassbare Personen beteiligt, etwa das durch Garderobe und Auftreten berühmte Paar Ernest Boulton und Frederick William Park ("Stella und Fanny"), die 1870 zwar angeklagt, aber, anders als Oscar Wilde ein Vierteljahrhundert später, nicht verurteilt wurden.
Und ein Jack Saul war 1889 in einen Skandal verwickelt, bei dem es um den Nebenerwerb königlicher Telegrammboten in einem Bordell in der Cleveland Street ging.Das Nachwort des Herausgebers Wolfram Setz zeigt auf, wie kunstvoll
„Die Sünde von Sodom“ erotische Fiktion, zeitgeschichtliche
Fakten und Persönlichkeiten und literarische Verweise miteinander
verschränkt und durchmischt: Erlebnisse realer Figuren werden
phantasievoll ausgeschmückt und Anleihen bei erotischen Klassikern
jener Zeit mehr oder weniger offensichtlich in den Text einge-baut.
Diese Kombination von erotischer Lust und Lust am spielerisch
komponierten Text macht „Die Sünde von Sodom“ zu einem einzigartigen
kulturhistorischen Zeugnis.
Von Hunden und Menschen
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Ralf König: Roy & Al
Br. € 12,00
Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Wenn dieser Mensch nun schwul ist und sich in einen anderen Hundehalter verknallt, werden zwei Vierbeiner dazu verdonnert, miteinander klar zu kommen, ob sie nun wollen oder nicht. Al will eigentlich nicht, denn was hat ein reinrassiger Zwerchfellterrier schon mit einer fetten Promenadenmischung wie Roy zu schaffen? Gar nichts. Ihm ist es schon peinlich genug, dass er nach dem Tod seines reaktionären Frauchens an einen kulturlosen Homosexuellen vererbt wurde. Man ahnt: wer Al als besten Freund hat, braucht keine Feinde mehr.
Wenn Ralf König Tölen mit zwei und mit vier Beinen zusammenbringt, fliegen die Fetzen. Die Dosenöffner, wie Al seine Zweibeiner nennt, sind vollauf mit sich selbst beschäftigt, und die Hunde verfolgen teils mit ethnologischen Interesse, teils angewidert, wie die beiden zu jeder Tages- und Nachtzeit übereinander herfallen. Dabei gerät die Zeit zum Gassigehen schon mal in Vergessenheit, und Roy und Al müssen sich damit trösten, dass ihre Herrchen auch nicht stubenrein sind. Als Al wenig später die seltene Chance bekommt, einen Stammhalter zu zeugen, stellt sich allerdings heraus, dass die Hundedamen der besseren Gesellschaft ebenfalls nicht gerade über elegante Umgangsformen verfügen.
Ralf König ist mit Hunden aufgewachsen und kennt ihre Eigenheiten bis ins kleinste Detail. Die nahtlosen Übergänge von nervtötender Kläfferei zu betretenem Schwanzeinklemmen sind ebenso liebevoll gezeichnet wie Als poetische Anwandlungen beim Stöckchensuchen in freier Natur. Hundehalter werden ihre Vierbeiner mit völlig neuen Augen sehen und auf jeden Fall in Zukunft die Schlafzimmertür schließen, wenn der Lover zu Besuch kommt.
Wolfgang Cordan
Die Matte
Autobiografische Aufzeichnungen
Im Anhang die erstmals 1958 veröffentlichte Erzählung "Tage mit Antonio"
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen v. Manfred Herzer
Bibliothek rosa Winkel Bd. 33
384 Seiten, Br.,, € 24,00Wolfgang Cordan (1908-1966), in der Nachkriegszeit bekannt geworden als Autor von Romanen wie Julian der
Erleuchtete (1950) und Medea oder Das Grenzenlose (1952), als Verfasser von Reisebüchern über Mexiko, Israel
und Ägypten und als Übersetzer niederländischer und neugriechischer Lyrik, beteiligte sich während des Zweiten
Weltkriegs in Holland am Kampf gegen die deutschen Besatzer. Es gelang ihm, einige jüdische Jugendliche in
Amsterdam zu verstecken und so vor Deportation und Ermordung zu retten.Schon im März 1933 hatte er sein Studium in Berlin unterbrochen und war nach Paris gegangen, wo er unter dem
Namen Heinz Horn (sein bürgerlicher Name war Wolfgang Heinrich Horn) Allemagne sans masque veröffentlichte,
ein Pamphlet gegen den Naziterror, zu dem André Gide ein Vorwort schrieb.Nach dem Krieg lebte Cordan in verschiedenen Ländern Mittel- und Südeuropas, danach in Mexiko, wo er die von
europäischen Eroberern weitgehend zerstörte Sprache und Schrift der Maya studierte. In Mexiko verfasste er den
autobiografischen Text Die Matte, der hier erstmals publiziert wird.
Ralf König:
€ 12,00Ralf König: Suck My Duck!
€ 12,00RalfKönig: Bullenklöten!
€ 9,90scroll
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Ralf König: Poppers! Rimming!
Tittenklemm! € 9,95Ralf König: Super-Paradise
€ 12,50König, Ralf: Safere Zeiten.
Macho Comics, € 9,90
SONDERANGEBOTE
DEUTSCHE TUNTENPOST € 4,95![]()
SCHWULXX-COMICS € 1,50
Englische Ausgabe des Bestsellers von Ralf König:
Knollennasen wie du und ich- König, Ralf: Bull's Balls ( Bullenklöten )
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Oscar Wilde, /Tom Bouden, : Der reine Ernst, Kt € 9,90
BERLIN GIBT ES NOCH - behauptet Michael Sollorz – in den neunzigern der schwule Stadtschreiber Berlins. Seine monatlichen Paul-Kolumnen in der „Siegessäule“ haben Kultstatus erreicht. Die besten Stories erschienen als HERRENGEDECK![]()
und viele weitere schwule Bücher...
Schwule Autoren erzählen vom Leben des modernen Großstadtmenschen mit all seinen Ansprüchen und Unsicherheiten. Das Fehlen fester Muster für das eigene Leben bringt das zentrale Thema hervor: das Ergründen der eigenen Obsessionen, die eben nicht als verbotene Phantasien verdrängt, sondern zum Gegenstand gründlicher Auseinandersetzung gemacht werden: Walter Foelskes Erkundung eigener Gewaltphantasien, Arthur Knebels Versuchsanordnung der vollständigen Hingabe an einen anderen Menschen, Herve Guiberts eigenartiger Selbstversuch, einen 16jährigen Jungen attraktiv zu finden, haben inhaltlich und sprachlich hochinteressante Werke hervorgebracht, die spannend zu lesen sind.
Peter Rehbergs Roman „Fag Love" beginnt mit den Sätzen: „Wenn, wenn, wenn ich nicht so schwul gewesen wäre“. Es ist die Konfrontation von Selbstironie und Melancholie, die die atmosphärische Dichte der Romane von Victor Aadlon, Gerrit Liskow, Peter Rehberg und Thomas Soxberger ausmacht.
Uwe Szymborski beschreibt die Jugend eines ganz normalen Mitläufers in der DDR, Andreas Marber bringt mit hintergründigem Humor „ganz normale" ältere Männer in Situationen, in denen sie sich mit anderen Augen neu erleben, und Klaus Berndl gibt dem Kriegshandwerk sein abstoßendes Gesicht zurück. Lutz Büge zeigt dem Leser, wie sich ein unvollendeter Kriminalroman von Charles Dickens elegant zu Ende bringen lässt, und Tilman Janus verführt mit Konsumerfahrungen, die ein wenig über dem Boden der Wirklichkeit schweben. Michael Sollorz meißelt seine Erzählungen über Freundschaft und die beinahe spirituelle Seite der Sexualität aus einer leisen Sprache, die umso mehr zum Hinhören zwingt. Der Engländer P.P. Hartnett beschreibt eine Woche im Leben verschiedener Mietparteien eines großen Wohnblocks und verleiht durch die vielen parallel erzählten Handlungsstränge seiner Analyse der großen Sehnsucht nach einem anderen Leben ihre besondere Tiefenschärfe.
So werden aus der schwulen Perspektive und vor dem Hintergrund der großen und kleinen Konflikte des Lebens so viele Funken aus dem Alltag geschlagen, dass genau das entsteht, was der eigentliche Sinn von Literatur ist: Schlaglichter auf die alltäglichen Probleme der Menschen zu werfen und sie dabei auf grundsätzliche Fragestellungen zu beziehen, die im Alltag oft aus den Augen verloren werden.
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