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NEUERSCHEINUNGEN
Queer Lectures # 11 = Zur Bündnisfrage von Minderheiten und Mehrheiten.![]()
Lutz van Dijk:
Ist Liebe ein Menschenrecht?
Eine südafrikanische Antwort auf Judith Butlers "Berliner Rede"
hrsg. von Tatjana Eggeling & Jan Feddersen
48 S., Br., € 6,00
978-3-86300-058-5
Judith Butler hat in ihrer "Berliner Rede" 2010 (Judith Butler: Queere Bündnisse und Antikriegspolitik) die Frage sexueller Emanzipation im Zusammenhang queerer Bündnisse von Minderheiten diskutiert und an diese Bündnisse hohe theoretische Erwartungen gestellt. Lutz van Dijk antwortet ihr aus den Niederungen der Praxis heraus. Er stellt ihr eine Position gegenüber, die vom universellen Menschenrecht jenseits der Rechte von Minderheiten oder Mehrheiten ausgeht und diskutiert vor dem Hintergrund seiner Arbeit in Südafrika und den Erfahrungen bei der Überwindung der Apartheid, wie Menschenrechte für schwule, Lesben, Transgender und Transidente durchgesetzt werden können.![]()
Christoph Dompke
Alte Frauen in schlechten Filmen
Vollständig überarbeitete und ergänzte Neuausgabe
200 S., Br., € 16,00
978-3-86300-114-8, [Als ebook 978-3-86300-115-5]
Auch große Diven werden älter, aber nicht jede will das wahrhaben. Ob aus Eitelkeit oder des Geldes wegen: viele große Schauspielerinnen haben am Ende ihrer Laufbahn grauenvolle Filme gedreht oder mussten sich für Billigware verheizen lassen, weil ihnen andere Rollen nicht mehr angeboten wurden. Manchmal sind die Ergebnisse so furchtbar, dass sich bei augenzwinkernder Betrachtungsweise schon wieder Funken daraus schlagen lassen. Mit profunder Detailkenntnis vertieft sich Christoph Dompke in die letzten Zuckungen seiner Idole – das Spektrum reicht von Pola Negri über Joan Crawford bis Maryl Streep. Die Erstausgabe im Jahr 1998 rief in der Presse einen Sturm der Begeisterung hervor – diese Neuauflage ist von Grund auf überarbeitet und um zirka zwanzig Schicksale er weitert.
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Martin Frank
Aruns Geschichte
Roman
320 S., Gb., € 19,00
978-3-86300-106-3, [Als ebook 978-3-86300-107-0]
Mitten im Studium geht Arun das Geld aus. Zum Glück bekommt er einen Job als Dolmetscher für Ernst, einen Studenten aus Europa. Damit sind seine finanziellen Sorgen vorbei, aber er hat ein neues Problem: Ernst ist in ihn verliebt. Arun fühlt sich seinem Wohltäter irgendwie verpflichtet und ist ja auch nicht prüde, aber Ernst muss über alles gleich viele Worte machen, und das ist für Arun ganz einfach anstößig. Außerdem liebt er Mary. Arun und Ernst werden Freunde und studieren zusammen; Arun lernt, Ernst zu verstehen, und Ernst wird jeden Tag etwas indischer. Und dann begegnet Ernst Aruns Bruder Hari, dem im Leben alles so viel leichter fällt. Martin Frank hat mit Arun eine unvergessliche Gestalt erschaffen, einen viel zu dünnhäutigen Mann, der trotz seiner Armut all seinen moralischen Verpflichtungen nach zukommen versucht. Arun und Ernst führen die Leser in ein Indien, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.![]()
Sami Hilvo
Die Schnapskarte
Roman
220 S., Gb., € 19,00
978-3-86300-104-9, [Als ebook 978-3-86300-105-6]
Urho und Toivo sind frisch ineinander verliebt, als der Zweite Weltkrieg Finnland erreicht. Beim Militär treffen sie sich wieder und verbringen in mit ten des Infernos eine idyllische Zeit. Doch dann wird Toivo verwundet und kehrt in die Heimat zu rück. Er heiratet, aber als seine Verletzungen ihn zum Krüppel machen, verlässt ihn seine Frau. Auch Urho heiratet und führt eine kalte Ehe, die er nur mit sehr viel Alkohol übersteht. Als Toivo auf schreckliche Weise stirbt, verliert er vollends den Bo den unter den Füßen. Viele Jahre später entdeckt sein Enkel Mikael die Tagebücher, in denen Urho die Geschichte von Liebe, Krieg und Elend aufgeschrieben hat. Auch er ist schwul und hat mit einer bornierten Umgebung zu tun, doch verglichen mit den großen Gefühlen, die das Leben seines Großvaters geprägt haben, ist sein Leben ziemlich öde verlaufen. Mikael verbringt den ganzen Sommer mit den Tagebüchern, und zugleich bringt er den Garten der Großeltern wieder zum Blühen. So steuert der Roman auf ein sehr poetisches Ende zu.
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Valeska Réon
Blumen für ein Chamäleon
250 S., Br., € 16,00
978-3-86300-112-4. [Als ebook 978-3-86300-113-1]
Viktor wünscht sich nichts sehnlicher als ein Mädchen zu sein, das weiß er schon als kleines Kind. Doch der Weg dahin ist steinig. Der Vater: ein von Männlichkeit besessener Berufssoldat. Die Mutter: ein schwacher Charakter. Die einzige verlässliche Stütze ist die resolute Tante Christa. Doch schon vor der operativen Verwandlung von Viktor in Valeska gelingt der jungen Frau eine sagenhafte Karriere als Model – mit internationalen Werbekampagnen für große Labels und Titelseiten auf ELLE und VOGUE: eine weitaus bessere Therapie als die Besuche bei diversen Psychologen. Valeska Réon (Jg. 1962) erzählt ihre Geschichte mit viel Dramatik, aber auch immer mit einem Au gen zwinkern, und arbeitet gekonnt die Pointen heraus: Was ist beispielsweise zu tun, wenn sie – biologisch noch immer ein Mann – plötzlich für Dessous werben soll? Der eingeweihte Fotograf arbeitet geschickt mit Licht und Schatten. Licht und Schatten fallen auch auf das Thema Nr. 1: die Männer! Sie hat es gehasst, selbst ein Mann zu sein, aber sie liebt sie als Frau. Aber kann sie die Männer letztendlich auch wirklich ernst nehmen?
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Sebastian Kaden
Das mit uns
Roman
222 S., Br., € 16,00
978-3-86300-108-7, [Als ebook 978-3-86300-109-4]
Daniel und Martin heiraten, doch was bedeutet das für die beiden ungleichen Freunde? Martin richtet die Wohnung gemütlich ein, hat eine Dachdeckerfirma übernommen und zahlt die Kredite ab. Daniel fürchtet nichts so sehr wie seine sexuelle Freiheit zu verlieren. Er kann die Geborgenheit bei Martin nur genießen, wenn sein Hunger auf Sex auch anderweitig gestillt wird. Nachdem Fabian Kaden in seinen erotischen Romanen das Fest einer geradezu zügellosen Sexualität gefeiert hat, schafft er mit Daniel jetzt eine Figur im Übergang: Freiheit und Verantwortung, eigene Bedürfnisse und Rücksichtnahme, Geborgenheit und wilder Sex – wie kann man das unter einen Hut bringen, ohne sich selbst zu verbiegen, den Freund zu verletzen und allein dazustehen? Bleibt nur ein fauler Kompromiss? Daniel zieht zu Martins Bruder Samir, stößt seinen besten Freund Bambi vor den Kopf, geht auf den Strich und will immer auch noch Martin! So lotet der Autor einen Konflikt aus, den – so oder so – jedes schwule Leben kennt, wenn die Sturm- und Drangphase zuende geht und die eigene Werteskala sich unmerklich verändert.![]()
Sacher-Masoch
Die Liebe des Plato
120 S., Br., € 12,00
978-3-86300-110-0, [Als ebook 978-3-86300-111-7]
Das Geschlecht zu wechseln, um dem Geliebten zu gefallen, ist seit Shakespeare ein ergiebiger Gegenstand der Literatur. Sacher-Masoch unterlegt das Motiv mit seiner eigenen Typologie der Geschlechter, die auch der berühmten Erzählung „Venus im Pelz“ zugrunde liegt: Die Frauen sind zu wahrer Liebe nicht fähig. In "Venus im Pelz" ersetzt der Held deshalb Liebe durch Unterwerfung, in Die Liebe des Plato entsagt der junge Graf Tarnow vollständig der Liebe der Frauen – und wird deshalb zum Gegenstand einer raffinierten Täuschung. Schließlich spielt er wider besseres Wissen sogar mit in diesem Spiel, da er seinen „Anatol“ nicht verlieren will. Michael Gratzke hat mit viel Sorgfalt eine Neuausgabe dieser seit langem nicht mehr lieferbaren Erzählung besorgt und kenntnisreich kommentiert. Aufgrund seiner galizischen Wurzeln verkörpert Sacher-Masoch eine literarische Tradition, die im modernen Europa verschüttet ist. So ist vor allem eine zauberhafte Prosa wiederzuentdecken, die den Leser auf ihre eigene Weise in die Welt schneidiger Offiziere, rauschender Ballkleider und flackernder Kerzen entführt.![]()
Walter Guttmann
Ich wollte es so normal wie andere auch
Walter Guttmann erzählt sein Leben
herausgegeben von Michael Bochow und Andreas Pretzel mit einem Nachwort von Thomas Rahe
124 S., Br., € 14,00
978-3-86300-102-5
Walter Guttmann wurde 1928 in Duisburg geboren, die Mutter starb 1937 an Krebs, der Vater 1938 nach seiner Entlassung aus dem KZ Sachsenhausen. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder gelangte Guttmann zu einer jüdischen Familie in den Niederlanden, wurde 1943 in das niederländische KZ Westerbork deportiert, im Februar 1944 nach Bergen-Belsen überstellt. Sein jüngerer Bruder wurde aus den Niederlanden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. 1945 kehrte er zunächst in die Niederlande zurück, schloss sich der zionistischen Jugendbewegung an und ging 1959 nach Israel. Heute lebt er in einem niederländisch-israelischen Altenheims in der Nähe Tel Avivs. Guttmann erzählt seine Lebensgeschichte als Patchwork-Existenz: jüdisch, deutsch, niederländisch und israelisch. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der dieser Lebensgeschichte etwas Besonderes verleiht: Walter Guttmann ist schwul und hat schon vor seiner Deportation ins KZ Westerborg und auch im Lager homosexuelle Kontakte gehabt. Walter Guttmann wurde nicht deshalb verfolgt, ist kein „homosexueller Überlebender“, aber ein jüdischer Überlebender, der am Ende zu einer Minderheit homosexueller Männer im dritten Lebensalter gehört, die gegenüber ihrem heterosexuellen Umfeld eine gewisse Offenheit erreicht haben.
Leseprobe
B I B L I O T H E K R O S A W I N K E LBand 60![]()
Homunkulus
Zwischen den Geschlechtern
Roman einer geächteten Leidenschaft
Hg. von Albert Knoll und Wolfram Setz
240 S., Gb., € 18,00
978-3-86300-060-8
München 1919: Der Strichjunge Josef Seitz („Modellpepi“) erpresst den Bankier von Meisental; ein Journalist sorgt für den großen Skandal … Der Anhang versammelt Texte zum schwulen Leben in München um 1900, darunter die „Bekenntnisse der Pompadour“.
B I B L I O T H E K R O S A W I N K E LBand 61![]()
Friedrich Radszuweit
Männer zu verkaufen
Ein Wirklichkeitsroman
Mit einem Nachwort von Jens Dobler
180 S., Gb., € 16,00
978-3-86300-061-5
Berlin 1930: Baron von Rotberg wird erpresst und steht vor dem Ruin. Erich Lammers, der Hauslehrer, will helfen und muss feststellen, dass der Erpresser sein eigener Bruder ist. Friedrich Radszuweit (1876– 1932) war eine der Leitfiguren der frühen Emanzipationsbewegung.
Edition Waldschlösschen![]()
Queer zur Norm
LEBEN JENSEITS EINER SCHWULEN ODER LESBISCHEN IDENTITÄT
Hg. von Bodo Niendel und Volker Weiß
224 S., Br., € 18,00
978-3-86300-116, [Als ebook 978-3-86300-117-9]
Schwullesbische Emanzipationsbewegungen haben in ihren Anfangsjahren die Identitätszuschreibungen durch Wissenschaft und Common Sense aufgegriffen und in ihrem Sinn positiv gewendet. Dieser selbstbewusste Akt kann sich jedoch als Falle erweisen, indem er solche Ausgrenzungen bestätigt und selbst andere Personengruppen ausgrenzt. In diesem Band geht es um einen Begriff von Emanzipation, der mehr bedeutet als das Nebeneinander abgezirkelter Identitäten: um die subversiven Möglichkeiten queerer Lebensentwürfe zwischen den Geschlechtern und um Sexualitäten, die Vielfalt und Durchlässigkeit als ständige Aufgabe und Möglichkeit begreifen.
bereits angekündigt:![]()
Ronald Tavel
DIE STRASSE DER STUFEN
350 S., Gb., € 19,00
978-3-86300-030-1
Tanger, die marokkanische Metropole an der Straße von Gibraltar: durch ihren internationalen Status war die Stadt lange Zeit eine Art Brückenkopf für europäische Künstler und Intellektu elle in Nordafrika. André Gide, Paul Bowles, William Burroughs – für sie und zahlreiche andere war die Kombination von gutem Cannabis und sexueller Freizügigkeit verlockend. Mit der Unabhängigkeit von Frankreich Mitte der fünfziger Jahre begibt sich das Land auf die Suche nach einer neuen Identität. In dieser Zeit des Umbruchs, viele Jahre vor Beginn des Massentourismus, trifft der 18jährige Amerikaner Mark Crane in Tanger ein. Jenseits der Subkultur der Bohemiens lebt er in einer billigen Pension unter einfachen Leuten. Als Ausländer ist Mark überall, wohin er kommt, eine Sensation, sofort sammelt sich um ihn ein Gefolge von arbeitslosen Handwerkern, Bettlern, Schuhputzern und Herumtreibern, für die Mark selbst mit seinem Budget von drei Dollar am Tag ein reicher Mann ist. Man macht gemeinsam Ausflüge, kifft, trinkt Tee und erzählt sich Geschichten; auch Sex unter Kumpels gehört dazu, aber darüber wird nicht geredet. Manche seiner neuen Freunde spielen durchaus mit dem Gedanken, den reichen Ami unauffällig abzumurksen und auszurauben, aber Hamid, ein junger Tischler, passt auf ihn auf. Langsam entsteht zwischen den beiden eine enge Freundschaft.
Ronald Tavel (1936-2009) ist es gelungen, seine eigenen Erlebnisse auf faszinierende Weise aufzubereiten, es ist wahrhaftig eine fremde Welt, die er vor dem Leser entfaltet. Nach Abschluss der Arbeit an diesem Roman schrieb er zahlreiche Drehbücher für Andy Warhol und begründete in New York das Theatre of the Ridiculous. Sein großes Jugendwerk erscheint jetzt erstmals in einer sorgfältig editieren Fassung.
Mit dem Internet verbunden sehen Sie hier die homepage des Verlages: http://www.maennerschwarm.de
K O P F K I N O: Mit der Kuh auf Du und Du![]()
Nathalie Percillier mit Lily Besilly
IN THE MILK
Roman mit 50 Zeichnungen
180 S., Br., € 16,00
978-3-86300-032-5
Die Kuh in ihrer bedächtigen Art setzt Glücks hormone frei, man möchte mit ihr kuscheln und alles Böse von ihr fernhalten. So ergeht es auch Ute mit ihrer Kuh Sylke, doch dann geraten diese beiden in die Fänge der skrupellosen Lucy Fair, die durch Genmanipulationen friedliche Wiederkäuer in plastik fressende Monstren verwandelt. Utes Freundin Jeanne erliegt beinahe Lucys Charme und löst damit einen handfesten Beziehungskrach aus. Schließlich ist es die Milch selbst, die die Menschen besänftigt und auf den rechten Weg zurück führt. Diese filmreife Komödie mit vielen Zeichnungen ist ein turbulentes Spektakel und die flauschigste Versuchung, seit es Kühe gibt! Nathalie Percillier (Jg. 1960) wurde in Paris geboren und lebt bei Berlin. Ihr Talent für starke Geschichten hat sie bisher als Filmregisseurin unter Beweis gestellt.![]()
Gregor Grochol
BLENDER
Roman
120 S., Gb., € 16,00
978-3-86300-031-8
Viktor ist in einer christlichen Hippiefamilie aufgewachsen und fühlt sich seitdem von verlogenen Schwätzern umzingelt. Er kommt mit Anderen nicht klar und handelt sich von seiner ersten Liebe prompt einen Korb ein. Frustriert lässt er alles zurück und jobbt als Aushilfskellner. Soweit die Vorgeschichte. Der Roman beschreibt den letzten Tag in seinem Leben: Viktor bricht auf zu einer Reise ans Meer, doch alles, dem er begegnet, erscheint ihm irreal, er sieht nur Fassaden und Blender. Dann begegnet er dem versoffenen Fettsack Erich. In der Hoffnung, endlich einen authentischen Menschen gefunden zu haben, setzt Viktor alles daran, Erichs Zuneigung zu erringen. «Blender» ist ein moderner Schelmenroman und eine gesellschaftspolitische Groteske.
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Larry Ebmeier
SPÄTSOMMER
Roman
320 S., Taschenbuch, € 14,00
978-3-86300-034-9
Corey ist ein Verlierertyp, ein verklemmter Pechvogel, dem nichts so richtig gelingt und der stets im Schatten steht. Er will nur irgendwie durchkommen, ohne anzuecken, arbeitet an seiner heterosexuellen Fassade, und wenn’s brenzlig wird, schaltet er auf «Autopilot». So stolpert er von einer Katastrophe in die nächste, erklärt dem Leser dabei aber immer wieder, wie fantastisch er gerade noch einmal die Kurve gekriegt hat. An seine Grenze stößt Corey, als plötzlich seine heimliche Jugendliebe Scott vor ihm steht. Das große Glück ist mit Händen zu greifen, was soll er nur tun? Mit viel Sympathie zeichnet Ebmeier seinen Helden und lässt den Leser auf anrührende Weise an dessen skurrilen Verrenkungen teil haben. Am Ende dieser auf regenden Achterbahnfahrt gönnt er ihm fast ein Happy End.![]()
Eric Walz
SCHWULE SCHURKEN
erweiterte Neuauflage
250 S., Taschenbuch, € 14,00
978-3-86300-033-2
Der Olymp der schwulen Helden ist gut bevölkert, Michelangelo, Proust und Thomas Mann werden gern als Vorzeigehomosexuelle zitiert. Eric Walz eröffnet mit "Schwule Schurken" den Hades und beschreibt das Leben von elf Männern, die Kriege geführt, gemordet und erpresst haben. Papst Sixtus IV. hat mit Ablasshandel und Inquisition ein dunkles Kapitel der Kirchengeschichte geschrieben, Alfred Redl war als Verräter im österreichischen Generalstab maßgeblich an der Katastrophe des 1. Weltkriegs beteiligt, Edgar Hoover ließ außer "Kommunisten" auch Schwule vom FBI verfolgen und tanzte selbst gern im Fummel. Eric Walz erzählt sehr unterhaltsam vom öffentlichen und privaten Leben seiner "Schurken" - eine aufschlussreiche Ergänzung zum Geschichtsunterricht. Viele historische Ereignisse lassen sich vor dem privaten Hintergrund ihrer Helden besser verstehen. Heiratsdiplomatie, einflussreiche Mätressen und Kindesmord sind Teil des heterosexuellen Musters, das jeder in der Schule lernt. Die homosexuelle Variante dagegen ist weniger bekannt, nicht zuletzt deswegen, weil über die "unglückliche Veranlagung" der betreffenden Persönlichkeiten diskret geschwiegen wurde. Die Schwulen selbst schmücken "ihre" Geschichte lieber mit sensiblen Künstlernaturen als mit skrupellosen Politikern und brutalen Mördern. Die Zeit scheint reif für etwas Aufklärungsunterricht. Und das sind die "Schwulen Schurken": Alexander der Große, Heliogabal, Papst Sixtus IV., Friedrich der Große, Maximilien Robespierre, Alfred Redl, Ernst Röhm, Edgar J. Hoover, Yukio Mishima, Michael Kühnen, Jeffrey Dahmer. Diese Neuausgabe enthält zudem erstmals Biografien von Henri III. und Jean Genet (der so gern ein Schurke gewesen wäre). Seit der Erstausgabe seiner «Schwulen Schurken» von neun Jahren hat Eric Walz (Jg. 1966) sich als Autor historischer Romane einen Namen gemacht («Die Herrin der Päpste», «Die Sündenburg»), doch sein Debut fällt nach wie vor aus dem Rahmen.
H e y, B i g S p e n d e r . . .![]()
Jan R. Holland
DER FREIER
Roman
144 S., Taschenbuch, € 12,50
978-3-86300-035-6
Eigentlich will Callboy Jan nur einen ruhigen Abend am Tresen seiner Stammkneipe verbringen, doch daraus wird nichts. Ein Fremder kommt herein und sucht Jungs, jede Menge Jungs. Aus Neugier folgt Jan dem mysteriösen Freier, denn das verspricht aufregend zu werden. Er erfährt bald, dass die Jungs und er als Geburtstagsüberraschung vorgesehen sind. Diese Party wird keiner der Teilnehmer so schnell wieder vergessen! Jan Holland hat bei Männerschwarm bereits zwei Romane veröffentlicht: «Der Escort» (2007) und «Steife Brise» (2008). Man merkt, dass hier jemand schreibt, der weiß, wovon er redet – Holland verfügt über ausgiebige Erfahrungen als Escort.
B I B L I O T H E K R O S A W I N K E L![]()
Bruno Vogel
ALF
E I N E S K I Z Z E
UND AUSGEWÄHLTE KURZPROSA
Hrsg. von Raimund Wolfert
250 S., Gb., € 18,00
978-3-86300-059-2
Felix und Alf, Gymnasiasten im Wilhelminischen Deutschland, entdecken ihre Sexualität, erleben die Liebe; doch Felix fügt sich schließlich den Geboten von Kirche, Schule und Staat. Enttäuscht meldet sich Alf als Kriegsfreiwilliger: Heldentod statt Liebe und Glück. Bruno Vogel wurde 1898 in Leipzig geboren. Gleich sein erstes Buch, Es lebe der Krieg! (1924), brachte ihn wegen «Verbreitung unzüchtiger Schriften» bis vors Reichsgericht. Als Homosexueller engagierte er sich an der Seite von Magnus Hirschfeld und Kurt Hiller. Schon früh emigriert, lebte er nach Stationen in Norwegen und Südafrika ab 1953 in London, wo er 1987 starb. Die Neuausgabe von Alf erscheint zum 25. Todestag des Autors. Sie bietet den Text der Erstausgabe von 1929 in einer vom Autor durchgesehenen Fassung. Beigegeben sind einige Erzählungen, vor allem aus der Sammlung "Ein Gulasch und andere Skizzen" von 1928.
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GENDER, QUEER UND FETISCH
KONSTRUKTION VON IDENTITÄT UND BEGEHREN
HRSG. SCHWULENREFERAT IM ASTA DER UNIVERSITÄT MAINZ
224 S., Br., € 18,00
978-3-86300-036-3
Auf der Suche nach den «eigenen» Formen der Lust bewegt sich das Individuum in einem gesellschaftlich geprägten Rahmen von Geschlecht und Be geh ren. Es findet sich einem Gefüge von Normen und Grenzen der Toleranz gegenüber, das im sozialen Leben ebenso wie in kultureller/künstlerischer Praxis zum Aus druck kommt. Die Beiträge der hier dokumentierten Vortragsreihe an der Universität Mainz beschäftigen sich mit der Schnittstelle zwischen Individualität und diesen Normen. Sie fragen danach, wie sich «sexuelle Identitäten», wie sich auch Fetische herausbilden, wie Normen und Zuordnungen in queerer Praxis, in provokanter Inszenierung der Körper und in neuen sozialen und kulturellen Performazen durchbrochen werden können und welches emanzipatorische Potenzial sich in diesen Brüchen entfaltet.
Queer Lectures 9![]()
Judith Butler
Queere Bündnisse und Antikriegspolitik
48 S., Br., € 6,00
978-3-939542-83-4
Im Juni 2010 hat Judith Butler den Zivilcourage-Preis des Berliner CSD abgelehnt. Die Veranstaltung sei zu kommerziell, würde sich nicht von Rassismus und Islamophobie distanzieren und so den Kampf um die Rechte von Homosexuellen auf Kosten anderer Minderheiten führen. Der Vortrag, den die Philosophin und Geschlechter-Theoretikerin aus den USA zwei Tage zuvor in Berlin gehalten hat, macht deutlich, worum es ihr geht: Emanzipation muss heute global gedacht werden, einzelne entrechtete Minderheiten sollen nicht auf ihre Identitäten pochen. «Queer» bedeutet für sie gerade die Verweigerung eines Identitätslabels und ermöglicht dadurch neue Bündnisse gegen jene «Institutionen», die einer Emanzipation wirkungsmächtig gegenüber stehen: Polizeigewalt, Militarismus, Nationalismus und Männlichkeit.![]()
Chris Lambertsen
Schwul-lesbische Sichtbarkeit
30 Jahre CSD in Hamburg
Bildband im Großformat
200 S., Br., € 24,00
978-3-939542-80-3
Dieser prachtvolle Fotoband präsentiert großformatig in Farbe und Schwarz-Weiß den Hamburger CSD von den Anfängen bis heute. In einer Mischung aus persönlichem Statement, Thema und Zeitreise zeigt Chris Lambertsen die Demonstrationen und Paraden, die Totale und die kleine, dennoch bedeutsame Geste. Einzelnen Motiven wie Tunten, Polizei, Lesben, Politik, Fetisch oder auch Aids ist je ein Kapitel gewidmet. Sie werden durch persönlich gehaltene Texte von Männern und Frauen eingeleitet, die die Geschichte, die Erfolge der Bewegung und auch ihre Veränderungen selbst erfahren haben. Fotos aus verschiedenen Jahren und Epochen werden miteinander konfrontiert und korrespondieren miteinander, Konstanten und Entwicklungen werden sichtbar. Ein Stück «visual history»! Chris Lambertsen fotografiert seit Anbeginn Jahr für Jahr die CSD-Demonstrationen / -Paraden in Hamburg. Der Fotoband zeigt eine Auswahl großformatiger Fotos, thematisch geordnet, innerhalb der Kapitel jedoch nicht chronologisch. Teils werden sie über 2 Seiten präsentiert, teils gegenübergrestellt.
Fortsetzung: Männerschwarm-BACKLIST
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