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Zeitschriften
Verlagskatalog 2012

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NEUERSCHEINUNGEN:
Beata Giblak, Wojciech Kunicki (Hg.)

Max Herrmann-Neisse (1886–1941)
Auch zu Hause im Exil
(Schlesische Grenzgänger, Bd. 5)
475 Seiten, Hardcover, 49,00 €
978-3-86583-657-1
Im Jahre 2011 jährte sich zum 70. Mal der Todestag von Max Herrmann-Neisse (1886–1941). Der Dichter und Literatur- und Theaterkritiker zählte zu den facettenreichsten Literaten seiner Zeit, dessen Werk und Wirkung hier aus interdisziplinärer Perspektive in bislang nicht gekannter Breite dokumentiert wird. Max Herrmann verbrachte die ersten drei Jahrzehnte seines Lebens in Schlesien, neben den Breslauer Studentenjahren 1905 bis 1909 zumeist in seiner Geburtsstadt Neisse. Diese Verwurzelung prägte ganz maßgeblich sein Werk, denn gerade Neisse war er in einer Art Hassliebe überaus eng verbunden. Einerseits begeistert von der Architektur und Topographie der Stadt, für das „Schlesiertum“ insgesamt, andererseits abgestoßen von der Provinzialität und dem starken Einfluss der katholischen Kirche, fühlte er sich hin- und hergerissen. Enttäuschten ihn seine wissenschaftlichen Studien in Breslau, war diese Metropole dennoch ein Schritt in eine dankbar registrierte größere gedankliche Freiheit und ein Ort der lebendigen Kultur. 1917 übersiedelte Herrmann-Neisse nach Berlin und bis 1933 zählte er zu den wichtigsten Personen der lebendigen hauptstädtischen literarischen Szene. Im Deutschland der Nationalsozialisten war er eine schnell ausgemachte Unperson. Herrmann-Neisse ging noch 1933 den schweren Schritt in das Exil nach London, wo er 1941 verstarb. Max Herrmann-Neisse hatte nicht nur eine Heimat, sondern mehrere: Da war zunächst Deutschland, aber ebenso waren Neisse, Breslau oder Berlin für ihn Heimat. All dieser Orte hatte man ihn beraubt, als er das Land verlassen mußte. Eine Heimat allerdings blieb ihm: Jene der Sprache und der Dichtung. Und wie sich Themen und Motive seines Schreibens veränderten, so kann man in seinen Texten wie in einem offenen Buch des Lebens eines Mannes blättern, dessen Neuentdeckung durch diesen Band wichtige Impulse erhält. 
Torsten Loschke

Lateinamerikastudien in den USA, 1900 – 2010
Personen – Institutionen – Forschungsförderung
207 Seiten, Broschur, 15,00 €
978-3-86583-636-6


Gerhard Thiele
In memoriam Prof. Dr. med. habil. Horst Julich
Ein Beitrag zur Geschichte des Krankenhauses St. Georg in Leipzig anlässlich des 100-jährigen Jubiläums
43 Seiten, Broschur, 14,00 €
978-3-86583-671-7


Jens Blecher, Sabine Happ (Hg.)
Archive ohne Lobby?
Strategien im Umgang mit dem Archivträger
130 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-86583-672-4
Da sich der Bund und die Länder vermehrt aus der Hochschulfinanzierung zurückziehen, entsteht für die Hochschulen und die Wissenschaftsinstitutionen gegenwärtig die Notwendigkeit, autonomer zu agieren und die eigene Identität bei der Gewinnung von Ressourcen, Personal und Ansehen stärker hervorzukehren. Den Wissenschaftsarchiven kommt dabei eine bedeutende Rolle zu, denn als Brücke zur Vergangenheit sind sie prädestiniert, die Traditionen der Hochschulen abzubilden und nach außen zu vermitteln. Gute und geschickt agierende Hochschularchive werden in diesem Prozess erheblich an ideellem Wert und praktischer Bedeutung gewinnen. Das nötige Rüstzeug in fachlicher Hinsicht und den Austausch über die modernsten Methoden der täglichen Archivarbeit bietet der VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. Innerhalb des Verbandes sind die Mitarbeiter von Hochschularchiven und von Archiven anderer wissenschaftlicher Institutionen seit 1978 in einer eigenen Fachgruppe 8 organisiert und kommen jährlich zu einer Tagung zusammen. Entsprechend der aktuellen Entwicklung trug die Tagung des Jahres 2011 den veränderten Aufgabenprofilen für die Hochschularchive Rechnung, wo neben den klassischen Kernaufgaben auch eine stärkere identitätsstiftende Tätigkeit für die Trägerinstitution gefordert wird. Zentrale Punkte des Programms bildeten die Kooperation von freien und institutionellen Archiven für die Wissenschaft, die organisatorische Einbindung von Archiven beim Archivträger und die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Archivarbeit sowie die Imagepflege gegenüber dem Archivträger.

Armenuhi Drost-Abgarjan, Bálint Kovács, Tibor Martí (ed.)
Catalogue of the Armenian Library in Elisabethopolis
408 Seiten, Broschur, 25,00 €
978-3-86583-591-8
In Transylvania, in the erstwhile free royal city of Elisabethopolis, a library can be found in the local Armenian Church, containing some 2000 old prints. The library is, in effect, a legacy that incorporates the books formerly belonging to the city's Armenian ministers and local intelligentsia. Due to its corpus of books in Armenian language, the Armenian library of Elisabethopolis is not only a uniquely characteristic treasure of the Carpathian Basin but also a gem of Armenian culture worldwide.
Namely, the significance of the library goes way beyond its valuable early print stock – it belongs among the few book collections that can provide a substantial basis for the partial reconstruction of the culture of the Armenians in 17th-to-19th-century Europe. Although a number of historic Armenian libraries are known outside Armenia, the catalogue of the Armenian library of Elisabethopolis is the first containing data about the Armenian settlements in Europe.

Jaqueline Berndt
Manhwa, Manga, Manhua: East Asian Comics Studies
150 Seiten, Broschur, 20,00 €
978-3-86583-668-7
Throughout East Asia, people use the same word to talk about comics. Its pronunciation differs slightly from language to language though. Western script conveys it as manhwa for Korean, manhua for Chinese, and manga for Japanese. This volume takes a close look at the influences comics from Japan have had on comics from Korea and China and points out differences and similarities along with cultural questions related to the problem.

Ernst Kleinert
Studien zur Mathematik und Philosophie
147 Seiten, Broschur, 22,00 €
978-3-86583-660-1
Mathematik ist keine regionale Wissenschaft mehr, sondern etwas, das sozusagen immer mitläuft. Mathematische Aspekte, mathematisierbare Strukturen finden sich nicht nur in den traditionellen Feldern ihrer Anwendung, sondern auch in Grundkonzepten der Philosophie, im Begriff der Freiheit, sogar im menschlichen Seelenleben ...  Die Mathematik, eingetreten in das Zeitalter ihres Erwachsenseins, verfügt heute über veritable „ways of worldmaking“.

Ernst Kleinert
Studien zu Struktur und Methode der Mathematik
136 Seiten, Broschur, 22,00 €
978-3-86583-661-8
Mathematik ist die Wissenschaft von Strukturen, weist aber selbst ebenfalls solche auf. Als Resultat ist sie geprägt und gegliedert durch leitende Begriffe, als Tätigkeit steht sie unter leitenden Prinzipien. Solchen Themen widmen sich die Arbeiten dieses Bandes: Über Linearität – Über die Zwei und Dualität – Über einige Strategien des mathematischen Denkens – Was bedeutet logisches Gelten? – Von Zahlen und Figuren – Über Addition und Multiplikation.

Werner Greiling
Das „Sündenregister der Franzosen in Teutschland“
Antifranzösische Propaganda im Zeitalter der Befreiungskriege
233 Seiten, Hardcover, 40,00 €
978-3-86583-607-6


Anita Karcz
The significance of the low voltage-gated potassium channel
subunit Kv1.1 for the processing of sound source location
105 Seiten, Broschur, 24,00 €
978-3-86583-651-9
Voltage-gated potassium (Kv) channels constitute an important element to regulate neuronal excitability by determining the dynamic of repolarization during the generation of action potentials (APs) and thereby influencing width, latency, and frequency of APs. The voltage-gated potassium channel subunit Kv1.1 got into the focus of neurobiological research because humans with mutations in the appropriate gene locus KCNA1 were affected by ataxia and exhibited an increased probability of getting epilepsy highlighting the significance of this single protein for the excitability of the nervous system. In the present thesis, the murine auditory system is used as a model system to examine the significance of Kv1.1 for the processing of sound source location which is known to depend on high temporal precision of AP generation and transmission. The encoding of azimuthal sound location in mice relies on the processing of interaural intensity differences (IIDs) first accomplished by neurons of the lateral superior olive (LSO) of the auditory brainstem through bilateral integration of excitatory and inhibitory inputs. This binaural information is then conveyed to the inferior colliculus (IC) of the midbrain. Electrophysiological single cell recordings in vivo revealed limited IID sensitivity of LSO neurons to IIDs corresponding to the ipsilateral sound field. Reduced efficiency of IID encoding and the lack of inhibitory effects at high inhibitory stimulus intensities could be reproduced by a computational model solely by the increment in temporal variability of the inhibitory input. Electrophysiological recordings in IC neurons revealed the importance of Kv1.1 for the maintenance of latency disparities. The behavioral performance in the detection of a change in sound location was impaired in Kcna1-/- mice. The paradigm of prepulse inhibition (PPI) of the acoustic startle response (ASR) was applied to evaluate the ability of Kcna1-/- and wild-type mice to discriminate different sound sources under binaural and monaural listening conditions. Wild-type mice were affected by the reduced availability of IIDs, whereas knockout mice could not benefit from binaural difference cues for the detection of a change in noise location. This study provided evidence for a general disturbance of binaural integration in Kcna1-/- mice and elucidates the contribution of voltage-gated potassium channels to the temporal adjustment of converging excitation and inhibition. This thesis therefore importantly contributes to the understanding of neuronal excitability and may help to expand the knowledge about disease patterns of human patients that are affected by a mutation of the KCNA1 gene locus. 

Romy Schroeter, Christian Herfter (Hg.)
Theorie und Praxis in der Lehrerbildung
226 Seiten, Broschur, 24,00 €
978-3-86583-447-8
Der dritte Band der Publikationsreihe des Zentrums für Lehrerbildung und Schulforschung (ZLS) der Universität Leipzig diskutiert das sogenannte "Theorie-Praxis-Problem" aus unterschiedlichen Perspektiven und versucht so, neue Betrachtungen und Lösungen für die Lehrerbildung zu entwerfen. Zuerst werden die Begriffe "Theorie" und "Praxis" in den Kontext des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses gestellt und der Versuch einer Begriffsklärung und Verhältnisbestimmung unternommen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden anhand von drei an der Universität Leipzig durchgeführten Studien illustriert und auf deren Bedeutung für eine Weiterentwicklung der Lehrerbildung hin analysiert. Im dritten Teil des Buches werden zwei Praxisbeispiele für eine Verschränkung von Theorie und Praxis in der Lehrerbildung vorgestellt.

Andreas Manok
Body Integrity Identity Disorder
Die Zulässigkeit von Amputationen gesunder Gliedmaßen aus rechtlicher Sicht
112 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-86583-662-5
Gegenstand dieser Arbeit ist das Phänomen, dass Menschen die Amputation von Körperteilen wünschen, obwohl diese völlig gesund und funktionsfähig sind. Nach einer Einführung in die Thematik werden in einem medizinischen Teil das Phänomen der Störung beschrieben und die Ursachen und Therapiemöglichkeiten erörtert. Sodann wird in einem rechtlichen Teil ausführlich die Frage der rechtlichen Zulässigkeit solcher Operationen untersucht, wobei den Schwerpunkt die Frage der Sittenwidrigkeit bildet. In diesem Zusammenhang werden neben verfassungsrechtlichen Problemen medizinethische Gesichtspunkte und rechtliche Parallelprobleme erörtert. Nach einem Zwischenfazit werden berufs- und sozialrechtliche Aspekte betrachtet. Die gewonnenen Ergebnisse werden in einer Schlussbetrachtung zusammengefasst. 

Joachim Klose (Hg.)
Religion statt Ideologie?
Christliche Studentengemeinden in der DDR
140 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-86583-648-9
Das Verhältnis zu den Kirchen in der ehemaligen DDR wurde bestimmt von der marxistisch-leninistischen Ideologie, die vom Absterben der Religion überzeugt ist: Christsein und das neue, sozialistische Menschenbild passten nicht zusammen. So mussten häufig junge Christen Nachteile bei ihrem Bildungsweg in Kauf nehmen. An den Universitäten waren sie einem besonderen ideologischen Druck ausgesetzt. Christliche Studentinnen und Studenten fanden oft in den Katholischen und Evangelischen Studentengemeinden ihr Zuhause. Automatisch sammelte sich ein Potential, das mit dem gesellschaftlichen System nicht konform lief und das auch die Kirchen herausforderte. Der SED waren die Studentengemeinden ständig ein Dorn im Auge. Dieser Band ist die schriftliche Fassung der dritten „Belter Dialoge“. Er widmet sich dem christlichen Widerstand an den ostdeutschen Universitäten. Welche Herausforderungen hatten der Einzelne und die Studentengemeinden zu bestehen? Was heißt es heute, an der Universität Christ zu sein? 
Tobias Hollitzer, Sven Sachenbacher (Hg.)

Die Friedliche Revolution in Leipzig
Bilder, Dokumente und Objekte
2 Halbbände, ca. 820 Seiten, Hardcover, 39,90 €
978-3-86583-647-2
Am 9. Oktober 1989 wurde in Leipzig Geschichte geschrieben. Mit dem Ruf »Wir sind das Volk!« demonstrierten mindestens 70000 Menschen, die sich trotz der massiven Drohungen des SED-Regimes nach dem Friedensgebet auf die Straße gewagt hatten, gewaltfrei auf dem Leipziger Ring. Die bereitstehenden 8000 bewaffneten Kräfte mussten sich angesichts der Massen zurückziehen. An diesem Abend entschied sich in Leipzig, ob die Revolution eine blutige oder eine friedliche werden würde. Die Friedliche Revolution wurde in vielen Städten wie Berlin, Dresden oder Plauen von mutigen Bürgern getragen, die mit ihren Demonstrationen Demokratie und Freiheit forderten. Die Entscheidung fiel jedoch in Leipzig und fand ihre konsequente Fortsetzung im Fall der Mauer am 9. November 1989 in Berlin sowie der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Diese zwei Bände beleuchten anhand originaler und zumeist bisher unveröffentlichter Bilder, Dokumente und Objekte detailliert die konkreten Aktionen des politischen Widerstandes in Leipzig vom Herbst 1988 bis zum Herbst 1990, vom demokratischen Aufbruch bis zur Deutschen Einheit. Die umfangreiche Dokumentation zeigt spannend, wie aus den oppositionellen Aktivitäten Einzelner eine Massenbewegung wurde und wie diese zum Zusammenbruch der SED-Diktatur führte.

Susanne Schötz, Martina Schattkowsky (Hg.)
Louise Otto-Peters und die Revolution von 1848/49
Erinnerungen an die Zukunft
221 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-86583-619-9
Dieser Band beinhaltet Vorträge, die zum Kolloquium „Louise Otto-Peters und die Revolution von 1848/49. Erinnerungen an die Zukunft“ erarbeitet wurden. Es fand im Mai 2009 anlässlich des 190. Geburtstages von Louise Otto-Peters statt. Anliegen war es, ihre Beteiligung an den revolutionären Auseinandersetzungen von 1848/49 nachzuzeichnen und vor allem die Verarbeitung der Niederlage der Revolution in ihrem weiteren Leben zu thematisieren. Zudem interessierte, ob sich ihre politischen Ziele und ihre Auffassungen von politischer Partizipation wandelten und wie sie später die Anliegen, Projekte und Ereignisse der Jahre 1848/49 bewertete. Besondere Beachtung fanden dabei der Vergleich mit Weggefährten und Weggefährtinnen sowie Bezüge zur allgemeinen politischen Entwicklung in Deutschland zwischen 1848 und 1895.

Uwe Quasthoff, Sabine Fiedler, Erla Hallsteinsdóttir (ed.)
Frequency Dictionary English
120 Seiten und 1 CD-Rom, Broschur, 22,00 €
978-3-86583-654-0
The series Frequency Dictionaries aims at producing dictionaries with comparable frequency data for a large number of different languages. For many of the languages featured in this collection, this series is the first comprehensive compilation using a large-scale empirical base. The dictionaries are available in print and electronic version. Each dictionary provides the most frequent 1000 word forms ordered by frequency and the most frequent 10000 word forms in alphabetical order. They provide an introductory description of the data and the methodological approach. In addition, language specific statistical information on letters, word structure and structural changes depending on word frequency is provided. The enclosed CD-ROM contains a more comprehensive version of the dictionary as an e-book, with data on relative frequency of up to 1000000 word forms given in alphabetical order. This series of dictionaries provides the opportunity to explore comparative linguistic topics as well as monolingual issues such as studies on word formation and frequency-based examinations of lexical areas for dictionaries or language teaching. 

Eva Pehl
RES SEVERA VERUM GAUDIUM
Bürgerliches Kulturengagement in Leipzig
192 Seiten, Broschur, 28,00 €
978-3-86583-666-3
Kulturpolitik hat Geschichte. Über die Jahrhunderte haben es Symbiosen und Kooperationen zwischen Bürgertum, Messe, Wirtschaft, Universität, Kirche und Kultur der Stadt Leipzig ermöglicht, ein überaus reiches Kulturleben zu schaffen und zu erhalten. Mit Blick auf die Gründungsumstände des Gewandhauses, des Theaters auf der Ranstädter Bastei und des Bildermuseums beschreibt dieser Band die Institutionalisierung der Künste und dokumentiert anhand von Quellen aus dem Leipziger Stadtarchiv die gesellschaftlich-ideellen und ökonomischen Gründe für bürgerliches Kulturengagement in der Zeit von 1750–1850. Am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim ist im Kontext des Berichts der Enquetekommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages von 2007 und des Kulturentwicklungsplanes der Stadt Leipzig von 2008 eine bemerkenswerte Studie entstanden, die dazu beitragen kann, über Stiftungswesen und Engagementförderung als kulturpolitische Komponenten unserer Gesellschaft fundierter nachzudenken.

Enno Bünz (Hg.)
100 Jahre Landesgeschichte (1906-2006)
Leipziger Leistungen, Verwicklungen, Wirkungen
ca. 470 Seiten, Hardcover, 54,00 €
978-3-86583-618-2
Entstehung, Aufstieg und Entfaltung des Faches Landesgeschichte als wissenschaftliche Disziplin sind untrennbar mit der Universität Leipzig und dem dort 1906 gegründeten Seminar für Landesgeschichte und Siedlungskunde verbunden. Der Leipziger Landeshistoriker Rudolf Kötzschke (1867–1949) hat als Vertreter der sächsischen Landesgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle für die Konstituierung des Faches gespielt. Weit über seinen Schülerkreis hinaus, aus dem vor allem Walter Schlesinger (1908–1984) hervorragt, hat Kötzschke die landesgeschichtliche Forschung in Deutschland geprägt und beeinflusst. Die zwölf Beiträge dieses Bandes würdigen die Leipziger Leistungen und Wirkungen, thematisieren aber auch Zeitgebundenheit und Verwicklungen der Landesgeschichte angesichts der totalitären Herausforderungen des 20. Jahrhunderts und werfen schließlich auch einen Blick auf die Entwicklung des Faches im geteilten Deutschland.

Raimund Wolfert
Nirgendwo daheim
Das bewegte Leben des Bruno Vogel
299 Seiten, Hardcover, 29,00 €
978-3-86583-635-9
Vor allem mit zwei Büchern hat der gebürtige Leipziger Bruno Vogel (1898-1987) einen prominenten Platz in der Geschichte der deutschsprachigen Literatur erworben. Sein 1924 erschienener Erstling Es lebe der Krieg! griff der Konjunktur von Antikriegsromanen wie Ludwig Renns Krieg oder Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues um Jahre voraus. Der fünf Jahre später vorgelegte homoerotische Roman Alf ist eines der ersten Werke der deutschen Literatur, in dem der selbstverständliche, positive Wert homosexueller Empfindungen ausgedrückt wird. Beide Bücher erreichten in zahlreichen Auflagen hohe Verkaufszahlen und erobern bis in unsere Tage immer wieder neue Leserschichten.
Dennoch ist Bruno Vogel hierzulande heute ein nahezu Unbekannter. Traumatisiert von den im Ersten Weltkrieg durchlittenen Schrecken und nie heimisch geworden in der Weimarer Republik, verließ er Deutschland im Jahre 1931, und schnell verwischten sich seine Spuren in der Heimat. Das Leben im Exil war überaus schwierig für ihn. Doch Vogel zahlte diesen Preis, an seinen Idealen festzuhalten war ihm stets am wichtigsten.
Raimund Wolfert zeichnet diesen Lebensweg Bruno Vogels überaus sensibel nach. Wir lernen dabei nicht nur eine faszinierende Persönlichkeit kennen, sondern können einen pazifistischen, emanzipatorischen und antirassistischen Schriftsteller aus Leipzig über das Berlin der "Goldenen Zwanziger" nach Wien, Tromsø, in das Südafrika der Apartheid-Zeit und schließlich nach London, wo er begraben ist, begleiten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Vogel


Reto Müller (Hg.)
Gioachino Rossini: L'equivoco stravagante
(Die verrückte Verwechslung)
148 Seiten, Broschur, 8,00 €
978-3-86583-644-1
Rossinis dritte Oper, 1811 auf ein etwas anstößiges Libretto von Gaetano Gasbarri in Bologna entstanden und nach nur drei Aufführungen von den Behörden abgesetzt, fristet auch heute noch ein Schattendasein, obwohl sie in mancher Hinsicht als Prototyp seiner künftigen zweiaktigen Buffa-Opern gelten darf. In der Reihe „Operntexte“ wird der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt. Ergänzend wurden alternative Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung in den Text aufgenommen. Der arme Ermanno ist heimlich in Ernestina, die philosophiebesessene Tochter des neureichen Bauern Gamberotto, verliebt. Die Diener Frontino und Rosalia unterstützen den Jüngling und führen ihn als Lehrer Ernestinas in das Schloss Gamberottos ein. Dessen dümmlicher Schwiegersohn in spe, Buralicchio, erreicht in seiner Eifersucht die umgehende Entlassung des Hauslehrers. Frontino ersinnt einen Brief, wonach Ernestina ein als Mädchen verkleideter und vom Militär desertierter Kastrat sei. Buralicchio fällt darauf herein, doch anstatt die Verlobte einfach zu verlassen, zeigt er den vermeintlichen Eunuchen beim Militärkommandanten an. Ernestina wird ins Gefängnis geworfen. Ermanno kann seine Liebe beweisen, indem er der Geliebten mit einer Uniform zur Flucht verhilft. Der gelackmeierte Buralicchio verzichtet auf die seiner nicht würdigen Braut und Gamberotto erteilt Ermanno und Ernestina den Segen.


Patricia Wiegmann, Nora Kreuzenbeck (Hg.)
Being on the Move: Formations of the Black Atlantic
141 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-640-3
Patricia Wiegmann / Nora Kreuzenbeck: Being on the Move: Formations of the Black Atlantic
Sonjah Stanley Niaah: Beyond the Slave Ship: Theorizing the Limbo Imagination and Black Atlantic Performance Geographies
Silke Hackenesch: Chocolate, Race, and the Atlantic World: A Bittersweet History
Jean Stubbs: Beyond the Black Atlantic: Understanding Race, Gender and Labour in the Global Havana Cigar
Christine Hatzky: Cuban Teachers in Angola: South-South Cooperation, Transfers of Knowledge and Mutual Perceptions
Patricia Wiegmann: Amy Jacques Garvey “On A Trip from Coast to Coast”: Roots, Routes, and Emancipation

Franz Häuser
Das sechshundertjährige Jubiläum der Universität Leipzig 2009
470 Seiten, Hardcover, 98,00 €
978-3-86583-627-4



Anke Charton
prima donna, primo uomo, musico
Körper und Stimme: Geschlechterbilder in der Oper
357 Seiten, Broschur, 32,00 €
978-3-86583-628-1
In Verbindung von Theater- und Musikwissenschaft stellt Anke Chartons Studie einen Beitrag zur Opernforschung vor, der Oper aus dem Gesamtphänomen Theater gerade nicht herausnimmt. Sie erkundet so ein weites Feld der Theatergeschichtsforschung. Im Zentrum stehen Geschlechtervorstellungen, die in der Oper von vertrauten Bildern abweichen können: Die Verhältnisse von Körper, Stimme und Geschlecht erweisen sich historisch als erstaunlich variabel und können bis heute die scheinbar »natürlichen« Unterschiede zwischen weiblich und männlich irritierend durchkreuzen. Hier trägt kulturgeschichtlich orientierte Opernforschung zur Geschlechterforschung bei, anthropologiehistorische Geschlechterforschung eröffnet der Opernforschung neue Perspektiven. Anke Charton unterzieht den Mythos von der »Geburt der Oper« einer kritischen Revision und legt die theatralen Einflussbereiche offen, die nicht nur deren Anfänge ausmachen, sondern auch darüber hinaus wirken. Die Phänomene Kastratengesang und Hosenrolle, die in Zeiten eines verstärkten Interesses an Geschlechterrollen zu populären Forschungsfeldern geworden sind, werden vor dem Hintergrund älterer Körper- und Weltvorstellungen neu gelesen. Dabei wird in vielfältigen Zusammenhängen der Formung und Wahrnehmung der Gesangsstimme nachgespürt. Die Studie schlägt so einen Bogen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart und bietet eine fundierte Einführung in opernhistorische und geschlechtertheoretische Zusammenhänge.


Stefan Lampadius, Elmar Schenkel (Hg.)
Under Western and Eastern Eyes
Ost und West in der Reiseliteratur des 20. Jahrhunderts
300 Seiten, Broschur, 33,00 €
978-3-86583-646-5
Seit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs zwischen Ost und West wächst die Beschäftigung mit den kulturellen Gegensätzen und Gemeinsamkeiten der beiden früheren Hälften des europäischen Kontinents stetig. Nicht selten ist diese geprägt durch Vorurteile und Stereotype und Teil einer Dynamik von Selbst- und Fremdbeobachtungen, die sowohl von politischen als auch ökonomischen und kulturellen Konstellationen beeinflusst ist. Die Reiseliteratur ist jene literarische Gattung, in der Stereotypien und deren Dekonstruktion eine besonders große Rolle spielen. Um der historischen Gewachsenheit des Ost-West-Konzeptes Rechnung zu tragen, folgt dieser Band den historisch-politischen Phasen des 20. Jahrhunderts, das mit seinen totalitären Verwerfungen, aber auch ideologischen Auflösungen wie kein anderer Zeitraum für ein solch bewegtes Verhältnis zwischen Ost und West gesorgt hat. Anhand von Texten Reisender aus dem Osten und Werken westeuropäischer und amerikanischer Autoren geht dieses Buch den verschiedenen Phasen in den ost-westlichen Beziehungen nach – auch um zu erkennen, wie viel davon in unseren heutigen Wahrnehmungsstrukturen fortwirkt.

Ewald Hausmann (Hg.)
Münzen der Groschenzeit der Markgrafschaft Meißen und des Kurfürstentums Sachsen
Bestandskatalog
157 Seiten, Broschur, 25,00 €
978-3-86583-610-6
Der Katalog stellt den Bestand meißnisch-sächsischer Groschen in der Münzsammlung der Universitätsbibliothek Leipzig vor. Es handelt sich um 309 Exemplare, die einen repräsentativen Querschnitt durch die Groschenperiode in Sachsen darstellen. Der hier behandelte Groschenbestand geht im Wesentlichen auf die Sammlung des bekannten Numismatikers Prof. Dr. Günther Röblitz zurück, die von der Universitätsbibliothek Leipzig 1985 erworben werden konnte. Die Sammlung Röblitz schließt eine empfindliche Kriegsverlust-Lücke im Leipziger Münzkabinett, dessen Groschenbestand einst mehr als 2000 Exemplare umfasst hat. Diese Groschensammlung war vor allem von dem Leipziger Oberbibliothekar Ernst Gotthelf Gersdorf, dem Gründer der Münzsammlung an der Universitätsbibliothek, und dessen Freund Karl Friedrich von Posern-Klett, einem berühmten Sammler landesgeschichtlich bedeutsamer Münzen, in der Zeit ab 1841 angelegt worden. Die Bestimmung der Münzen orientiert sich an dem Standardwerk von Gerhard Krug „Die meißnisch-sächsischen Groschen 1338 bis 1500“ (Berlin 1974). Dem eigentlichen Bestandsverzeichnis ist eine historische Einführung vorangestellt, die den Meißner Groschen in die Entwicklung höherwertiger Münzen im spätmittelalterlichen Europa einordnet. Außerdem greift die Einleitung die Diskussion über eine zweckmäßige Systematik und eindeutige Benennung der Groschentypen auf, die in den letzten Jahren aufgekommen ist, und legt in diesem Zusammenhang einen Vorschlag zur Kategorisierung und zur Bestimmung von Groschentypen vor. Aufgrund des breit gefächerten Typenspektrums der Leipziger Sammlung macht dieser Katalog dabei die tatsächlich vorhandene Vielfalt in der scheinbar gleichförmigen Menge der Meißner Groschen deutlich.


Uwe Wieben
Dunkle Tage in der Idylle
Die KZ-Außenlager Düssin und Garlitz in Mecklenburg
60 Seiten, Broschur, 12,80 €
978-3-931982-74-4
Zwischen 1938 und 1945 befand sich in Neuengamme im Süden der Hansestadt Hamburg das größte Konzentrationslager Norddeutschlands, in dem in diesem Zeitraum mehr als 100000 Häftlinge interniert waren. Das Stammlager Neuengamme unterhielt zahlreiche Außenstellen und Außenlager. Davon waren die Lager in Düssin mit achtzig und in Garlitz mit zehn Gefangenen die kleinsten. Von der Existenz dieser beiden Lager wussten bisher nur wenige Menschen und selbst in den beiden Dörfern war dieses dunkle Kapitel der Geschichte ihrer Orte nur noch einzelnen Einwohnern bekannt. Dieses Buch beabsichtigt, anhand neuer Dokumente das heutige Wissen über die Lager in Düssin und Garlitz zusammenzuführen und damit die historischen Ereignisse dem Vergessen zu entreißen, eine Lücke zu schließen und den damaligen Häftlingen und ihrem Leiden ein Denkmal zu setzen. 

Sebastian M. Herrmann, Carolin Alice Hofmann, Katja Kanzler, Frank Usbeck (ed.)
Participating Audiences and Imagined Communities
The Cultural Work of Contemporary American(ized) Narratives
172 Seiten, Broschur, 24,80 €
978-3-86583-638-0
This is a book about contemporary American narratives and the audiences they call into being. It brings together eight very diverse case studies covering and investigating a wide range of media, genres, and modes to ask how contemporary ‘texts’ encourage ‘imagined communities’ of readers/viewers that operate as ‘public spheres’ of social and political deliberation, self-fashioning, and debate. The narratives circulating in contemporary culture tend to perform several functions at once. They entertain, inform, educate, and invite readers/viewers to remake them. And when readers/viewers interpret and appropriate the stories circulating in our culture, they tend to act simultaneously as consumers and as citizens. Storytelling is fundamental to social organization. Communities on all levels are constituted by shared narratives and communal storytelling, as through sharing, exchanging, conarrating, and ritually renarrating stories, they negotiate their identities, worldviews, and values. The contributions collected in this volume shift perspectives in a number of ways: They question the boundary between the audiences of narratives on the one side and national public spheres on the other; they thus encourage rereading the transnational mobility of American(ized) narratives not simply as a phenomenon of popular culture but as an indicator of emerging transnational public spheres; and they encourage us to look closely at the narrative dynamics with which these texts operate their audiences as public spheres.

Wolfgang Hesse (Hg.)
Die Eroberung der beobachtenden Maschinen
Zur Arbeiterfotografie der Weimarer Republik
492 Seiten, Hardcover, 54,00 €
978-3-86583-616-8
Die organisierte Arbeiterbewegung der Weimarer Republik entdeckte für die Propagierung ihrer gesellschaftspolitischen Ziele die Fotografie. In Konkurrenz zur sich etablierenden bürgerlichen Bildpolitik entstanden so am Beginn der Medienmoderne Dokumente eines nicht-bürgerlichen Umgangs und Einsatzes von Bildern in der Öffentlichkeit. Der vorliegende Band präsentiert die Vorträge einer vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) in Kooperation mit der Deutschen Fotothek im Jahr 2010 ausgerichteten Tagung. Sie ist hervorgegangen aus dem DFG-Projekt „Das Auge des Arbeiters“, das seit Februar 2009 am ISGV durchgeführt wird. Hier werden die Entwicklungsbedingungen dieser proletarischen Amateurfotografie in ihrer Verbindung zur popularen Kultur ebenso untersucht wie ihre Funktionalisierung für die Propaganda. Als Zeugnisse der Arbeiterbewegung erfuhren sie nach 1945 eine Historisierung, die im Rahmen des DFG-Projekts ebenfalls erforscht wird. Die Beiträge behandeln aus verschiedenen Blickwinkeln die historische Aussagekraft dieser Bildproduktion, deren Ästhetik angesichts der spätmodernen Bildkultur neu zu erfassen ist.
INHALT

Klaus Thieme
Brakteaten der Markgrafschaft Meißen und ihrer Nachbarn zwischen Saale und Neiße
Bestandskatalog
268 S., 1 CD-R, Gb., 40,00 €
978-3-86583-484-3
Seit dem Erwerb der Sammlung Posern-Klett im Jahre 1852 besitzt die Universitätsbibliothek Leipzig einen beachtlichen Bestand an Mittelaltermünzen, vor allem aus der Region, die im Wesentlichen das heutige Land Sachsen ausmacht. Durch weitere Ankäufe, hier seien die Münzfunde von Paunsdorf und Geringswalde besonders genannt, wurde dieser Bestand an Brakteaten noch erweitert und ergänzt. Die Münzen aus diesem Teil der Sammlung werden in diesem Katalog vorgestellt. Trotz schmerzlicher Verluste in Folge des Zweiten Weltkrieges ist der Bestand so homogen und numismatisch aussagefähig, dass er mehr als nur einen Überblick bietet über die Münzprägung des östlichen Mitteldeutschlands vor der Einführung der Meißener Groschen. Durch seinen Umfang und die damit gewonnene breite Vergleichsmöglichkeit des reichen Bestandes können durchaus neue Erkenntnisse gewonnen werden, die es erlauben, eigene Vorschläge zur weiteren Zuordnung und Gliederung des bisher bei weitem noch nicht erschöpfend bearbeiteten Münzmaterials zu machen. Mit diesem Katalog wird nun jedermann ein Münzbestand als Arbeitsgrundlage in die Hand gegeben, der nach Umfang und Qualität eine eigene Forschung auf dem Gebiet der Mittelalternumismatik erlaubt. Durch die vollständige Erfassung des Bestandes auf dem beigefügten Datenträger wird der Benutzer des Kataloges zum Nutzer einer umfangreichen Sammlung. Er hat nun die Möglichkeit, das vorhandene Material nach eigenen Vorstellungen und Erkenntnissen neu zu ordnen und in Beziehung zueinander zu setzen.
Dem Katalog vorangestellt ist eine Einführung, in der versucht wird, historische und münzgeschichtliche Abläufe in ihren Zusammenhängen darzustellen. Eine Karte des Territoriums, welche die Herrschaftsgebiete zwischen Saale und Neiße in der Mitte des 13. Jahrhunderts zeigt und in die eine Reihe der relevanten Fundorte eingezeichnet sind, kann die Beziehung der Fundorte zu möglichen Prägeorten erkennbar machen. Literatur- und Fundverzeichnisse sollen auf die für eigenen Forschung notwendige Fachliteratur hinweisen, und eine Übersicht, in welchen Funden die im Bestandskatalog vorgestellten Münzen vertreten waren, kann helfen, eine Vorstellung über die Zusammensetzung der genannten Funde zu gewinnen


Cordula Reuß (Hg.)
NS-Raubgut in der Universitätsbibliothek Leipzig
86 S., Br., 19,00 €
978-3-86583-625-0
Vom 27.11.2011 bis 18.03.2012 zeigt die Universitätsbibliothek Leipzig eine Ausstellung, die die Ergebnisse der Suche nach NS-Raubgut in ihren Beständen dokumentiert. Die Ausstellung und der zugehörige Katalog präsentieren einen Teil der gefunden Bücher und gehen auf das Schicksal ihrer rechtmäßigen Besitzer ein. Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten waren Personen und Organisationen aus dem kommunistischen, sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Bereich, Menschen jüdischer Herkunft, Freimaurer, Freidenker oder Zeugen Jehovas. Einzelne Personen, wie der lokal bekannte kommunistische Widerstandskämpfer Karl Ferlemann, dessen komplette Bibliothek beschlagnahmt und an die UB Leipzig geliefert wurde, werden exemplarisch vorgestellt. Ein einführender Abschnitt informiert über die Universitätsbibliothek in der Zeit des Nationalsozialismus und dokumentiert u.a. die Ausgrenzung jüdischer Bibliotheksbenutzer. An die rechtmäßigen Eigentümer erinnern biographische Skizzen ergänzt durch Fotos und historische Dokumente.


Theresa Jacobs, Fabian Jacobs (Hg.)
Vielheiten
Leipziger Studien zu Roma/Zigeuner-Kulturen
346 Seiten, Broschur, 24,90 €
978-3-86583-599-4
Unter dem Titel „Tsiganologie“ lehrte Professor Bernhard Streck als Leiter des Instituts für Ethnologie der Universität Leipzig zwischen 1998 und 2010 eine relationistische Sozialwissenschaft. Ihr Fokus war auf die Bestimmung des Verhältnisses zwischen den Kulturen der Roma /Zigeuner und ihren sozialen Umwelten gerichtet. Damit war ein weites Forschungsspektrum eröffnet, das sich die weltweite Vielheit kultureller Ausdrucksformen aus diesen asymmetrischen Minderheit–Mehrheit–Beziehungen und deren Dynamiken erschließen sollte. Zu Perspektivwechsel und Diversitätsbewußtsein angeregt, stehen in diesem Band daher ethnopoetische Gedanken und diskursanalytische Überlegungen wie selbstverständlich nebeneinander, Einflüsse aus der Kommunikations- und Medienwissenschaft vertragen sich mit philosophischen Konzepten und in einem dialogischen Miteinander befruchten sich die wissenschaftlichen Interessen an Sprachen, Musik, Politik und Geographie gegenseitig. Der Band bildet somit einen kaleidoskopischen Einblick in die interdisziplinäre Auseinandersetzung von Nachwuchswissenschaftlern mit der über zwölf Jahre in Leipzig gelehrten relationistischen Tsiganologie.

Sebastian Fink
Das Stahl- und Walzwerk Riesa
in beiden deutschen Diktaturen 1933 bis 1963
Ein Vergleich
548 Seiten, Hardcover, 49,00 €
978-3-86583-615-1
Die beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts prägten über 56 Jahre hinweg die Schicksale der Menschen in der Osthälfte des Landes. Doch wie groß war der Einfluss der Machthaber wirklich? Konnten die regionalen und lokalen Herrschaftsinstanzen bis in den letzten Winkel des Daseins der Deutschen vordringen? Der Arbeitsplatz war der zentrale Ort im Leben der meisten Menschen. Hier versuchten Betriebs- und Parteileitungen mit Hilfe von pseudogewerkschaftlichen Organisationen nicht nur den Arbeitsprozess, sondern auch Lebensweise und Weltanschauung der Beschäftigten zu beeinflussen. Im Stahl- und Walzwerk Riesa war das nicht anders. Als zentralem Betrieb der Rüstungsmaschinerie des Flick-Konzerns bis 1945 und später als größtem Röhrenproduzenten der DDR kam dem Werk in beiden Diktaturen eine Sonderstellung zu. Mehrere Tausend Arbeiter sollten unter Kontrolle gehalten werden und Leistung bringen. Sebastian Finks Recherchen zeigen jedoch, dass sich die Riesaer Stahlwerker nicht uneingeschränkt von den Machthabern im Betrieb einschüchtern ließen. Sie suchten sich Nischen der Selbstbestimmung und erweiterten angesichts einsetzender Vollbeschäftigung ihren Handlungsspielraum gegenüber beiden Systemen. Dabei wurde aus dem Großbetrieb eine Verhandlungs-Arena, die sich teilweise den übergeordneten Machtinstanzen entziehen konnte. Denn eines stand im Vordergrund: Der Stahl musste fließen.


Stefanie Bietz
Erbschaften im Bürgertum
Eigentum und Geschlecht in Sachsen (1865-1900)
360 Seiten, Broschur, 24,00 €
978-3-86583-614-4
Das dominante bürgerliche Geschlechterideal beeinflusste die testamentarischen und gesetzlichen Erbpraktiken bürgerlicher Frauen und Männer am Ende des 19. Jahrhunderts. Das Bürgerliche Gesetzbuch des Königreichs Sachsen (1865-1900) eröffnete mit der fixierten Geschlechtergleichheit aller Erben nach Erbordnungen und der Testierfreiheit Handlungsspielräume, die weibliche und männliche Erben zum Unterlaufen oder zur Bekräftigung von Geschlechtervorstellungen nutzen konnten. Diese Studie zeigt auf, inwiefern Testierende und ihre Erben wie auch nach Gesetz berufene Erben Nachlassvermögen eigentumsrechtlich verteilten und materielle Güter ihren jeweiligen neuen Eigentümern vor dem Spiegel des Geschlechterideals und mit Blick auf den bürgerlichen Alltag überließen.

Kitarô Nishida
Philosophie der Physik
Toshiaki Kobayashi, Max Groh (Hg.)
79 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-86583-606-9
Kitarô Nishida (1870-1945), der einflussreichste japanische Philosoph des 20. Jahrhunderts, ist nicht zuletzt als Begründer der Kyoto-Schule in Erinnerung geblieben. Diese Strömung innerhalb der japanischen Philosophie setzt sich intensiv mit der abendländischen Geistestradition auseinander und verknüpft sie mit östlichem Gedankengut. Die westliche Forschung ihrerseits interessierte sich bislang vordergründig für Kitarô Nishidas Religionsphilosophie. Der Aufsatz „Die Welt der Physik“ offenbart nun sein großes Interesse an Theorien der modernen Physik, in welcher er offenbar eine Verifikation seiner eigenen Metaphysik zu finden glaubte. Dieser Zug in Nishidas Philosophie ist bislang weitgehend unerforscht. Zwar weiß man, dass Nishida, dessen Grundidee der „reinen Erfahrung“ durch den Zen-Buddhismus stimuliert wurde, sich Zeit seines Lebens intensiv mit westlichen Philosophien wie denen von Leibniz, Kant, Kierkegaard, Bergson, James etc. beschäftigte. Weitaus weniger bekannt ist jedoch, dass er sich seit seiner Jugend ebenfalls stark für Mathematik, vor allem Zahlentheorie, Mengentheorie und Gruppentheorie, interessierte und dass dieses Interesse ihn letztlich zur zeitgenössischen Physik führte. Kitarô Nishidas Text „Die Welt der Physik“ wurde zuerst im Januar 1944 in der Zeitschrift„Shisô“ Nr. 260 und erneut 1945 als ein Teil des Buches „Tetsugaku-ronbun-shû“ (Philosophische Aufsätzesammlung) 6“ veröffentlicht. In der Übersetzung von Toshiaki Kobayashi und Max Groh liegt er nun erstmals auf Deutsch vor.


Stefanie Krebs, Manfred Seifert (Hg.)
Landschaft quer Denken
Theorien – Bilder – Formationen
388 Seiten, Hardcover, 54,00 €
978-3-86583-612-0
„Landschaft“ hat gegenwärtig Konjunktur: Natur- und Geisteswissenschaften genauso wie die raumplanenden Disziplinen diskutieren zeitgemäße Entwürfe von Landschaft und loten neue Begriffsbestimmungen aus. Dies hat Auswirkungen für Theorie und Praxis: Einerseits eröffnen sich unbekannte Perspektiven auf historische wie aktuelle Prozesse räumlichen Wandels. Andererseits beeinflusst dies die Perzeption wie den konkreten Umgang mit Räumen, z.B. in der Stadt- und Regionalplanung, im Verkehrswesen oder im Naturschutz. Bislang gibt es keinen systematischen Überblick über die vielfältigen Ansätze innovativer Landschaftswahrnehmung. Ziel des vorliegenden Tagungsbandes ist es daher, die Repräsentanten unterschiedlicher Landschaftsdiskurse zusammenzuführen, die Trennung von ‚Forschern’ und ‚Gestaltern’ aufzubrechen und im gegenseitigen Austausch neue Erkenntnispotentiale zu erschließen. Das hier entwickelte „Dresdner Manifest“ will Landschaft als interdisziplinäres Forschungsfeld etablieren sowie eine übergreifende Landschaftstheorie konzipieren.

Cornelie Kunze (Hg.)
Wirtschaftlicher Aufholprozess und EU-Integration
in Mittel- und Osteuropa
das europäische Wachstumsmodell in der Krise?
253 Seiten, Broschur, 35,00 €
978-3-86583-547-5
Zwei Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch des politischen und des (plan)wirtschaftlichen Systems in Mittel- und Osteuropa kann der Übergang zur Marktwirtschaft in der Region als weitgehend abgeschlossen gelten. Unbestreitbar konnten insbesondere die inzwischen der EU beigetretenen Länder große Erfolge im wirtschaftlichen Aufholprozess, etwa bei der Steigerung des Wirtschaftswachstums und der Arbeitsproduktivität, bei der Modernisierung und Internationalisierung der Wirtschaft, der Steigerung der Einkommen und der Verbesserung des Lebensniveaus erzielen. Es zeichnen sich in diesem Aufholprozess jedoch auch eine Reihe von Fragen und Problemen ab, deren Lösung nicht nur diese Länder selbst, sondern ebenso die erweitere Europäische Union vor erhebliche Herausforderungen stellt. Eine dieser Fragestellungen richtet sich auf die Triebkräfte des Wachstums. Bisher tragen in starkem Maße ausländische Direktinvestitionen zum Wachstum, zur Modernisierung und zum Technologietransfer bei. Untersuchungen zeigen, dass die Leistungsfähigkeit der Innovationssysteme in den Ländern selbst bisher meist noch gering ist. Wie können die endogenen Wachstumskräfte gestärkt werden? Welchen Beitrag liefern die verschiedenen Wachstumstheorien für den Aufholprozess in Mittel- und Osteuropa? Woraus erklärt sich die Wachstumsschwäche der ostdeutschen Wirtschaft? Ist die Mitgliedschaft der mittel- und osteuropäischen EU-Länder im Europäischen Währungsraum optimal für ihren Aufholprozess? Eine weitere große Herausforderung für die Wirtschaftstheorie und -politik bildet die trotz eines breit aufgefächerten Förderinstrumentariums und erheblichen Förderumfangs wachsende regionale Differenzierung innerhalb der neuen Mitgliedsländer. Die enormen Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Regionen, die seit 1990 entstanden sind bzw. sich vertieft haben, werden zukünftig noch verstärkt durch Alterung und Migration. Dies trifft im besonderen Maße auch für Ostdeutschland zu. Wie kann unter diesen Bedingungen nachhaltiges Wachstum generiert werden? Hat die Regionalpolitik geeignete Instrumente, um den Schrumpfungsprozessen zu begegnen? Die Beiträge der interdisziplinären Tagung von Autoren aus Deutschland und Mittel- und Osteuropa diskutieren theoretische Ansätze und empirische Befunde zu den genannten Fragestellungen.


Ewa Szymani (Hg.)
Deutsche und Polen in der Aufklärung und in der Romantik
Verweigerung des Transfers?
227 Seiten, Klappenbroschur, 29,00 €
978-3-86583-575-8
Dieser Band widmet sich dem Kulturtransfer zwischen Deutschland und Polen in den Epochen der Aufklärung und der Romantik. Die Autoren versuchen aus dem Blickwinkel der Germanistik, Polonistik, Geschichte und Kunstgeschichte, die Spezifik des ostmitteleuropäischen Kulturtransfers zu bestimmen, indem sie verschiedene Aspekte des polnischen und schlesischen Kulturlebens vor dem Hintergrund der Nachbarschaft des politisch geschwächten polnischen Staates mit dem absolutistisch-aufgeklärten Preußen beschreiben. Der Kulturtransfer von West nach Ost vermochte es damals nicht, sich den preußischen Machtinteressen zu entziehen. Darüber hinaus standen tief verwurzelte religiöse Differenzen einer kulturellen Annäherung im Wege. Andererseits gab es auf beiden Seiten Persönlichkeiten, die die Ideen der Aufklärung als unabhängig von politischen und nationalen Interessen erachteten. Diese anationale Richtung verlor sich in der Romantik, die das Nationale zu einem Bestandteil der individuellen Identitätsbildung machte und umgekehrt: den Nationen individuelle Züge verlieh. So aufgefasst, beschreiben die Autoren die Auslöschung einer aufklärerischen Idee, ohne jedoch die Persönlichkeiten zu vergessen, die den Kulturaustausch als punktuelle Ausnahmeereignisse in der politischen Geschichte vorangetrieben haben.


Jens Blecher, Peter Gutjahr-Löser, Dieter Schulz (Hg.)
„Freiheit und Lebensordnung“
Ein europäischer Diskurs über Demokratie
149 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-86583-609-0
Theodor Litt hat in seinem letzten Werk „Freiheit und Lebensordnung“ von 1962 viel Bedenkenswertes und zeitlos Gültiges formuliert. Ausdrücklich untersucht er das spezifische Verhältnis von Philosophie, Politik und Pädagogik. Für ihn stellt die Erziehung zur Demokratie die konstitutive und zugleich komplexe Aufgabe der Pädagogik dar. Stets verwahrt er sich gegen eine Indoktrination durch die Politik und gegen eine Instrumentalisierung der Pädagogik. Er reklamiert die Freiheit des Einzelnen in sozialer Verantwortung als Ziel jeder Erziehung. Litt entwickelte nach 1945 in explizierter Auseinandersetzung mit totalitären Systemen eine Konzeption politischer Bildung für die Demokratie. Er war eine der maßgeblichen Persönlichkeiten, die im Jahre 1952 die „Bundeszentrale für Heimatdienst“ gründeten, aus der wenig später die heutige „Bundeszentrale für politische Bildung“ hervorgegangen ist. Die grundlegenden Schriften hierzu stammen von Theodor Litt. Das 14. Theodor-Litt-Symposion „Freiheit und Lebensordnung“ bildete ein besonders qualifiziertes Forum, um auf seine (noch) offenen und facettenreichen Fragestellungen unter Beteiligung von namhaften Vertretern aus neun europäischen Nationen Antworten zu finden. Im vorliegenden Sonderband 3 zum Theodor-Litt-Jahrbuch wird der Diskussionsprozess nachgezeichnet und dokumentiert; zugleich erfolgt eine thematische Weiterführung.

Christiane Reinecke, Malte Zierenberg (Hg.)
Vermessungen der Mediengesellschaft im 20. Jahrhundert
139 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-595-6
INHALT


Matthias Middell (ed.)
Global and European Studies Institute - Annual Report 2009-2011
113 Seiten, Broschur, 15,00 €
978-3-86583-603-8
INHALT


Karen Gaukel, Peter Gutjahr-Löser, Dieter Schulz
Theodor Litt – Pädagoge und Philosoph
Sein Ringen um die Freiheit in Forschung und Lehre
67 Seiten, Broschur, 14,00 €
978-3-86583-602-1
Theodor Litt ist nicht nur als herausragender Hochschullehrer und Wissenschaftler in Erinnerung geblieben – er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Kultur- und Sozialphilosophie und Erziehungswissenschaft der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts –, auch die moralische Größe und Konsequenz des ehemaligen Rektors der Universität Leipzig erfährt heute besondere Würdigung. Wie kein Zweiter bekannte er sich sowohl in der Zeit des Nationalsozialismus als auch in der Zeit der beginnenden SED-Diktatur zur Freiheit des Forschens, Lehrens und Lernens. Im „Dritten Reich“ mit öffentlichem Auftrittsverbot belegt und deshalb 1937 freiwillig vorzeitig emeritiert, nach 1945 zwar reaktiviert, aber sofort wieder durch Vorlesungs- und Redeverbote behindert, folgte er 1947 einem Ruf an das Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Bonn. Dieser Band vereint Stimmen zu Theodor Litt mit Dokumenten aus dessen Leben und stellt Leipziger Initiativen zur Erforschung von Litts Werk und Wirkung vor. Zudem präsentiert die Publikation die Preisträger des seit 2001 vergebenen „Theodor-Litt-Preises“, mit dem – im Geiste des Namensgebers – besonderes Engagement in der Lehre anerkannt wird.

Helmut Bräuer (Hg.)
... Capitalisten und Wucherer ...“, 1772
Eine Schrift aus dem 18. Jahrhundert
134 Seiten, Broschur, 14,00 €
978-3-86583-605-2
Die mit scharfer Ironie verfaßten Zeilen einer anonymen „Bittschrift“ geben Zeugnis von der klaren Sicht des Autors auf die „Capitalisten-Wucherer“, die maßgeblichen Anteil an den tiefgreifenden Auswirkungen der Hungersnot der 1770er Jahre hatten. Mit einem Kommentar wird das nur noch in wenigen Exemplaren vorhandene Stück „Kapitalismus-Kritik“ vorgelegt. Prof. Dr. Helmut Bräuer, Jg. 1938, hat im Leipziger Universitätsverlag Arbeiten zur Stadt-, Wirtschafts-, Sozial- und Mentalitätsgeschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit veröffentlicht. 

Kirsten Bönker, Vera Caroline Simon (Hg.)
Konsum und politische Kommunikation
142 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-594-9
INHALT

Jens Blecher, Dieter Schulz (Hg.)
Wolfgang Natonek – Freiheit und Verantwortung
85 Seiten, Broschur, 14,00 €
978-3-86583-604-5
In der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war der Leipziger Studentenrat eines der wenigen Gremien in der Sowjetischen Besatzungszone, in denen die Kommunisten keine Vormachtstellung innehatten. Aus der Wahl zum Studentenrats-Vorsitzenden 1947 ging der Vorsitzende der Studentengruppe der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands Wolfgang Natonek als Sieger hervor. Dadurch und weil er und seine Freunde die Universität Leipzig gegen den politischen Zugriff der SED verteidigten, brachte Natonek die Machthaber gegen sich auf. Im November 1948 wurde er verhaftet und von einem sowjetischen Militärtribunal zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Er verbüßte davon vor seiner Entlassung und Übersiedlung in die Bundesrepublik acht Jahre in Bautzen und in einem Speziallager in Torgau. Seit 1996 vergibt die Vereinigung von Förderern und Freunden der Universität Leipzig e. V. den „Wolfgang-Natonek-Preis“ an Studenten mit herausragenden Studienleistungen, die sich gleichzeitig für die Interessen der Universität in besonderer Weise engagiert haben. Diese Schrift will mit Leben und Leistung des Namensgebers für den Preis vertraut machen und damit über die Gründe für die Verleihung informieren.

Hartmut Elsenhans
The Rise and Demise of the Capitalist World System
217 Seiten, Broschur, 22,00 €
978-3-86583-608-3
In this volume Hartmut Elsenhans, professor emeritus for international relations at the Institute of Political Sciences at the University of Leipzig, presents those arguments that are the sum and synthesis of his lifelong research on global relationships. Following the basic principle that the dynamics of global capitalism are only to be understood by placing them in their historical content, the author analyses the interlinked development of politics and capitalism on an universal scale. 

Steffen Höhne, Nicola Bünsch, Ralph Philipp Ziegler (Hg.)
Kulturbranding III
Positionen, Ambivalenzen, Perspektiven zwischen Markenbildung und Kultur
277 Seiten, Broschur, 33,00 €
978-3-86583-601-4
Nach dem allgegenwärtigen Interesse der vergangenen Jahre ist die Diskussion um das Thema Markenbildung im Kulturbereich wieder auf einen Normalstand zurückgefallen. Eine steigende Aufmerksamkeit für integrierte und zum Teil aufwendige Kommunikationskonzepte in den Institutionen selbst sowie eine wachsende Anzahl von auf Kultur spezialisierten Beratungsunternehmen prägen die aktuelle Situation. Am Anspruch an das Thema hat sich – als einem für das Kulturmanagement paradigmatischen Themenbereich – nichts geändert: Die Arbeit an der Frage der Übertragbarkeit und Einrichtung betriebswirtschaftlicher Modelle auf den Kulturbereich ist eine heikle, höchst anspruchsvolle, aber auch aus philologischer wie ökonomischer Sicht eminent ergiebige Tätigkeit. Auf Grundlage der Beiträge der Konferenz „Kulturbranding III“ in Offenbach am Main legt dieser Band den Schwerpunkt zum einen auf die abstrakt-theoretische Erfassung dessen, was Markenbildung in der Kultur heißen kann. Kulturmarken setzen Identitäten voraus, arbeiten mit Distinktion und Profilierung. Es gilt, diese Prozesse auch dort aufzudecken und zu analysieren, wo sie nicht strategisch geplant wurden. Einen zweiten Schwerpunkt bilden neue Umsetzungs- und Erscheinungsformen von Markenstrategien im Kultursektor. Mit Beiträgen zur Markenbildung im Web 2.0, Beeinflussung des Weiterempfehlungsverhaltens und Produktkommunikation, zu Place-Branding-Strategien und zum Einsatz kulturspezifischer Markenaudits werden instrumentenbezogen neueste Entwicklungen im praktischen Kulturbranding abgebildet.

Sándor Öze
Reformation und Grenzgebiete
Zur Verbreitung der Reformation in den ungarisch besiedelten Gebieten
330 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-3-86583-587-1
1526 erlitt das Königreich Ungarn in der Schlacht von Mohács eine katastrophale Niederlage gegen die Osmanen. In der ungarischen Geschichtsschreibung und auch im christlichen Europa gilt dieses Ereignis als Beginn der Türkenherrschaft. In den folgenden vierzig Jahren sollte Ungarn große Gebietsverluste hinnehmen müssen, um schließlich – nach der Abspaltung der protestantischen Kirche 1567 – auch die Gesellschaft des Landes tief geteilt zu sehen. In diesem Zeitraum wurden die Weichen für die Entwicklung Ungarns in den folgenden Jahrhunderten gestellt. Für die Akteure selbst erschien diese Zeit als Epoche des Experimentierens. Ständige Grenzverschiebungen und die Türkenherrschaft führten zu einer durchgreifenden Umwälzung. Neue religiöse und geistliche Identitätsregeln entstanden in dieser Zeit im Grenzgebiet. Die Gesellschaft wandelte sich. Neue Schichten entstanden, während andere an Bedeutung gewannen oder verschwanden. Neben dem Militär in den zunehmend wichtiger werdenden Burgen als Gegenstand dieser Studie darf die damit verbundene Bauernschaft nicht vernachlässigt werden. Aber auch der hochadlige Hof und dessen Angehörige, das Umfeld des letzten Palatins Tamás Nádasdy und die ausgestoßenen Soldatenmönche, die Heiducken, sind zu erwähnen. Den zwei bedeutendsten Mönchsorden des früheren Ungarns, Franziskanern und Paulinern, die ihren Platz in einer sich auflösenden Religionssphäre suchten, ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Auch die Vertreter der sich ausbreitenden Reformation standen vor diesem Dilemma: Wie sollten sie auf die Bewohner des Grenzgebietes einwirken und welches Verhältnis sollten sie zu den Türken haben? Die geistliche, „ideologische” Orientierung dieser nach einem Ausweg suchenden, fliehenden Gesellschaft und die Herausbildung einer einheitlichen Identität ist hier von besonderem Interesse. Diesen Fragen geht Sándor Öze in seiner ideen-, kommunikations- und wirkungsgeschichtlichen Studie nach und prüft, wie sich diese Entwicklungen auf das spätere ungarische Nationalbewusstsein ausgewirkt haben. 

Peer Pasternack (Hg.)
Hochschulen nach der Föderalismusreform
368 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-3-931982-67-6
Zwischen den Hochschulsystemen der deutschen Bundesländer bestehen traditionell deutliche Unterschiede hinsichtlich des Finanzierungsinputs und des Forschungsoutputs. Die Föderalismusreform 2006 hatte den Anspruch erhoben, wettbewerbsföderalistische Aspekte im Hochschulwesen zu stärken – und damit sowohl den herkömmlichen kooperativen Föderalismus als auch die aktive Beteiligung des Bundes an der Hochschulentwicklung in den Hintergrund treten zu lassen. Im hier vorliegenden Band werden die Länderdifferenzen vor allem in solchen Bereichen untersucht, in denen die Gestaltungschancen der Länder mit der Föderalismusreform gestärkt wurden: Hochschul-
steuerung, Studienreform sowie Personal- und Karrierestrukturen. Im Ergebnis zeigt sich: Wo es Differenzen zwischen den Ländern gibt und diese sich in jüngerer Zeit verstärkt haben, betrifft dies vorrangig solche Bereiche, die von der Föderalismusreform nur marginal oder gar nicht berührt wurden. Die Bereiche hingegen, in denen sich mit der Föderalismusreform 2006 den Ländern größere Gestaltungsspielräume eröffneten, sind eher durch Trends homogenisierender Entwicklungen – bei Abweichungen im Detail – gekennzeichnet. Insofern wurde und wird die Bedeutung der Föderalismusreform 2006 für den Hochschulbereich allgemein überschätzt. 

Marek Halub, Matthias Weber (Hg.)
Mein Schlesien – Meine Schlesier
Zugänge und Sichtweisen
ca. 400 Seiten, Hardcover, Wendebuch, € 32,00
978-3-86583-596-3
Im November 2011 feiert die Breslauer Germanistik ihr zweihundertjähriges Bestehen. Dieses Jubiläum der weltweit größten Auslandsgermanistik markiert wissenschaftsgeschichtlich ein hochinteressantes Kapitel, denn die deutsche Philologie an der Alma Mater Wratislaviensis steht in einem wechselhaften Beziehungsgeflecht, dessen Eckpunkte durch Preußen, Deutschland und Polen gekennzeichnet sind. Seit vielen Jahren pflegen die Breslauer Germanisten intensiven Kontakt zu den Wissenschaftlern des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa in Oldenburg (BKGE). Kernbereiche der seit 2009 institutionalisierten Zusammenarbeit sind die Literatur-, Sprach- und Kulturgeschichte Schlesiens. Hinter dieser als zweisprachiges Wendebuch gestalteten Publikation stand die Idee, ein Narrativ der schlesischen Kulturgeschichte aus den Erfahrungen der polnischen und deutschen Wissenschaftler zu entwerfen. Um eine vergleichende deutsch-polnische Perspektive zu erhalten, haben die Autorinnen und Autoren aus Oldenburg und Breslau ihr subjektives Schlesienbild entsprechend ihrem jeweiligen biographischen und beruflichen Erfahrungshorizont und ihren individuellen Erinnerungscodes skizziert. Die Texte weisen unterschiedliche Schwerpunkte auf: Autobiographische Passagen wechseln mit literarhistorischen, geschichtlichen und kulturhistorischen Reflexionen ab. Dadurch soll deutlich werden, welche Dimensionen persönlicher, regionaler, nationaler und europäischer Identität in den mental maps und welche Perspektiven im persönlichen und wissenschaftlichen Zugriff der Forscher auf Schlesien bestehen. Es geht darum, diverse (manchmal umstrittene) Bezugspunkte des kollektiven und des individuellen Gedächtnisses und dadurch auch des Selbstverständnisses sichtbar werden zu lassen.
Schulgeschichte als Stadtgeschichte:


Schule in Leipzig
Detlef Döring (Hg.)
374 Seiten, Hardcover, € 49,00
978-3-86583-550-5
Leipzig nimmt in der deutschen Schulgeschichte einen bedeutenden Platz ein, der seitens der neueren pädagogikgeschichtlichen Forschung bislang nur unzureichend gewürdigt ist. Der vorliegende Band verfolgt daher die Absicht, mit neuen Einzeluntersuchungen zur weiteren Erschließung dieses Kapitels der Stadtgeschichte beizutragen und zugleich das Fundament einer Einordnung in den nationalen bildungsgeschichtlichen Kontext zu verstärken. Der Bogen der hier präsentierten Untersuchungen reicht von der Gründung der Thomasschule im 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Berücksichtigung finden etwa die Hauslehrer, die um 1800 gegründeten Reformschulen, die konfessionellen Bildungseinrichtungen oder das Volksschulwesen. Gleich mehrere Aufsätze widmen sich dem Leipziger Lehrerverein und seinen Einrichtungen als einer Institution von nationalem Rang. Die Geschichte der Lesefibeln im 20. Jahrhundert vermittelt einen subtilen Überblick über die Einbindung der Pädagogik in die wechselnden gesellschaftlichen Wertsetzungen der aufeinanderfolgenden politischen Systeme. Perspektiven einer weiteren Beschäftigung mit der Pädagogik in den unterschiedlichen Jahrhunderten werden mit den Aufsätzen ebenso nachhaltig entwickelt wie die Stadtgeschichtsschreibung von hier viele neue Forschungsimpulse erhält.

Diethelm Klesczewski
Strafrecht (Teil 2)
Besonderer Teil, die examensrelevanten Delikte im Grundriss. Teil 2: Vermögensdelikte
223 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-86583-573-4
Dieser Band befasst sich mit den Vermögensdelikten. Die Darstellung konzentriert sich auf das examensrelevante Kernwissen zu den einzelnen Straftaten und ihren systematischen Zusammenhang. Zu jedem Delikt wird ein Prüfungsschema entwickelt, dessen Merkmale unter Einbeziehung von Rechtsprechung und in Auseinandersetzung mit dem maßgeblichen Schrifttum ihre Erläuterung finden. Über 100 Beispiele aus der Praxis veranschaulichen den Lösungsweg im Einzelfall. Leitender Grundgedanke ist es, die verschiedenen Freiheitsdimensionen des durch die Vermögensdelikte angegriffenen Rechtsguts für die Auslegung der Tatbestände fruchtbar zu machen. Die Abhandlung baut auf den im letzten Jahr erschienenen Band „Strafrecht. Besonderer Teil, die examensrelevanten Delikte im Grundriss. Teil 1: Straftaten gegen die Person“ auf.

Jochen Schaefer, Klaus-Jürgen Nordmann, Michael Schöttler, Hans-Joachim Schwarzkopf, Claas Lattmann, Wolfgang Deppert
Gelebte Interdisziplinarität
Kardiologie zwischen Baltimore und Kiel und ihr Vermächtnis einer Theoretischen Kardiologie
316 Seiten, Broschur, € 33,00
978-3-86583-579-6
Dieses Buch zeichnet die Entwicklung der Kardiologie in Kiel von 1962 bis 1981 nach. Anhand einer partiell autobiographischen Beschreibung setzen sich die Autoren, die diese Entwicklung miterlebt und mitgestaltet haben, mit dem Unbehagen auseinander, das gegenüber der zunehmend technisch orientierten Medizin artikuliert wird. Die hier versuchte Verallgemeinerung eigener Erfahrungen weist auf wichtige Grundlagenprobleme des heutigen Gesundheitssystems hin. Es wird deutlich, dass die sich fortsetzende Spezialisierung einerseits zumindest teilweise unvermeidbar und notwendig ist, andererseits aber zu einem Verlust des unverzichtbaren Zusammenhalts der Wissenschaften führen kann. Dieser Verlust gefährdet auch das traditionelle Arztsein: Die beeindruckenden technischen Verfahren, insbesondere die bildgebenden, verdrängen das Nachdenken über komplexe physiologische und pathophysiologische Zusammenhänge. Die Autoren plädieren für ein breites, interdisziplinär angelegtes Forschen, das neben naturwissenschaftlichen auch geisteswissenschaftliche Bezüge berücksichtigt. Nur durch ein solchermaßen begründetes Handeln wird es gelingen, den Patienten weiterhin als Gesamtperson zu sehen und die damit verbundenen ethischen Konsequenzen auch im diagnostischen und therapeutischen Handeln zu berücksichtigen und zu verwirklichen.

Claudia Holzner
Das Krankenhaus als Ersatz für die Arztpraxis
Die aktuellen Auswirkungen des § 116 b II SGB V
110 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-86583-597-0
Die Krankenhäuser der Bundesrepublik Deutschland haben in erster Linie die Aufgabe, die stationäre und teilstationäre ärztliche und pflegerische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Mit der Einführung des § 116 b II SGB V eröffnete der Bundesgesetzgeber Krankenhäusern unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit zur ambulanten Leistungserbringung. Das Land nimmt eine „Bestimmung“ des Krankenhauses vor und befugt es, entsprechende ambulante Behandlungen durchführen zu dürfen. Diese Arbeit richtet das Hauptaugenmerk auf die Frage der Zulässigkeit der ambulanten Leistungserbringung durch die Krankenhäuser und auf die Frage der „Bestimmung“ von Krankenhäusern gemäß § 116 b II SGB V aus rechtlicher Sicht. Neben grundrechtlichen Aspekten spielen insbesondere das Vertragsarztrecht und das Sozialrecht eine Rolle. Daneben soll auf die Frage eines möglichen Rechtsschutzes der Vertragsärzte gegen die Bestimmungen des § 116 b II SGB V besonders eingegangen werden. Dies auch unter genauer Auswertung der Literatur und insbesondere der Judikatur der letzten Jahre, die in Zusammenhang mit dem Paragraphen ergangen ist. Es gilt festzustellen, ob die Ziele des Gesetzgebers, die mit der Einführung des § 116 b II SGB V erreicht werden sollten, in der vorgestellten Weise umsetzbar sind.


Isabella Löhr, Hannes Siegrist (Hg.)
Intellectual Property Rights and Globalization
148 Seiten, Broschur, € 12,00
978-3-86583-589-5
INHALT


Jürgen Mittag, Berthold Unfried (Hg.)
Arbeiter- und soziale Bewegungen in der öffentlichen Erinnerung
Eine globale Perspektive
262 Seiten, Broschur, € 25,00
978-3-931982-73-7
In den zahlreichen Debatten um das Konzept der „kollektiven Erinnerung“ in den letzten beiden Jahrzehnten blieb die Rolle der Arbeiterbewegungen weitgehend unberücksichtigt. Die Beiträge dieses Sammelbands thematisieren den Platz von Arbeiterbewegungen und sozialen Bewegungen in der „kollektiven Erinnerung“, verstanden als spezifisches Repertoire der Vergegenwärtigung von Vergangenheit in der Öffentlichkeit. Warum etwa stehen in Europa die Katastrophen, Kriege und Genozide im Mittelpunkt der offiziellen „Erinnerung“, und nicht die sozialen Emanzipationsbewegungen, der Beitrag der Arbeiterbewegungen zur Formierung von Sozialstaaten und bei der Schaffung relativ homogener Gesellschaften? Die Beiträge dieses Bandes richten den Blick auf die „Erinnerung“ an Arbeiterbewegungen und soziale Bewegungen in einer über Europa hinausgehenden globalen Perspektive. Ein zweiter Blickwinkel richtet sich auf erinnerungspolitische Strategien, die diese Bewegungen ihrerseits entwickelt haben.

Stefan Troebst, Johanna Wolf (Hg.)
Erinnern an den Zweiten Weltkrieg
Mahnmale und Museen in Mittel- und Osteuropa
272 Seiten, Broschur, € 20,00
978-3-86583-548-2
Die Erinnerungskulturen Europas sind vor allem durch das „kurze 20. Jahrhundert“ geformt. Der Zweite Weltkrieg und die Vernichtung der europäischen Juden, andere Völkermorde und Massenverbrechen, Zwangsarbeit, GULag, Besatzung, Kollaboration, Kriegsgefangenschaft, Deportation und ethnische Säuberung prägen zu einem guten Teil das Bild des Jahrhunderts in den nationalen Öffentlichkeiten der Europäer. Dies spiegelt sich im gesellschaftlichen Gedächtnis ebenso wider wie in staatlicher Geschichtspolitik, hier vor allem in Form von Memorialkomplexen, Mahnmalen und Museen. Gleichzeitig reflektiert „Stein gewordene Erinnerung“ frühere Schichten und Modi des Gedenkens. Diese demonstrieren, dass sich die „Sprache des Gedächtnisses“ im Lauf der Zeit wandelt und Ausdruck des jeweiligen Zeitgeistes ist.
Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Deutschland, Polen und Russland bildete den Schwerpunkt der Internationalen Konferenz „Erinnern an den Zweiten Weltkrieg – Mahnmale und Museen in Mittel- und Osteuropa“, die vom 1. bis 3. Juli 2010 in Berlin stattfand. Die Konferenz war die zweite in einer Reihe trilateral deutsch-russisch-polnischer Veranstaltungen zur Erinnerungskultur. Eine erste zur Genese des Zweiten Weltkrieges hat 2009 in Warschau stattgefunden. Für 2011 ist eine Folgekonferenz in Moskau geplant.

Hans-Dietrich Genscher
Auf dem Weg zum und im Epochenjahr 1989
30 Seiten, Broschur, € 12,00
978-3-86583-590-1
Als ein Politiker, der im Epochenjahr 1989 weltweit agierte und an vielen Stellen an der Gestaltung des rasanten Wandels maßgeblich beteiligt war, zählte Hans-Dietrich Genscher im Jubiläumsjahr 2009 zu den international überaus gefragten Rednern, Gesprächs- und Interviewpartnern. Mit seiner Zusage, persönliche Reflexionen des Weltgeschehens während der Jahrzehnte davor und danach am 14. Oktober 2009 in Leipzig zur Diskussion zu stellen, konnte das GWZO eine der führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Bundesrepublik Deutschland für seine Jahresvorlesung gewinnen. Welch hohen Stellenwert Hans-Dietrich Genscher Ostmitteleuropa in seinen politisch-strategischen Erwägungen beimaß und beimisst, ist nicht allein der hier abgedruckten Oskar-Halecki-Vorlesung 2009 sowie auch den beigefügten Antworten auf Fragen des Leipziger Publikums zu entnehmen. Eine vorangestellte Einführung erlaubt einen Rückblick darauf, wie er sich 1989 und in den unmittelbar darauf folgenden Jahren als Außenminister mit der Region, namentlich mit den Entwicklungen in sowie den Beziehungen zu Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei, auseinandergesetzt hat. Hans-Dietrich Genscher zählt zu den führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Bundesrepublik Deutschland. Er war von 1965 bis 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages für die FDP, deren Vorsitz er in den Jahren 1974 bis 1985 inne hatte. In verschiedenen Bundesregierungen bekleidete er hohe Ämter. Zunächst wirkte er 1969-1974 als Innenminister, später leitete er bis 1992 das Auswärtige Amt. Während seiner 18-jährigen Dienstzeit als Chefdiplomat entwickelte er im Zeichen der Entspannungspolitik einen kontinuierlichen West-Ost-Dialog. Sein persönliches Engagement für die DDR-Botschaftsflüchtlinge in den ostmitteleuropäischen Hauptstädten prägte die Ereignisse des Epochenjahres 1989. Die Juristenfakultät der Universität Leipzig verlieh ihm 2003 die Ehrendoktorwürde. 

Nicole Richter
Pre-attentive and attentive processing of static
and motion stimuli in the acoustic free field
187 Seiten, Broschur, € 40,00
978-3-86583-565-9
The four electrophysiological studies of this thesis investigate: (i) the partly inconsistent hypotheses of contralateral and/or right- and/or left-hemispheric dominance in pre-attentive and attentive spatial processing in the auditory cortex; (ii) the specific relation between auditory evoked cortical responses and the localization blur across azimuthal space; (iii) the representation of azimuthal space in the auditory cortex; and (iv) the differences in auditory processing of static and motion sounds in auditory cortex.
(i) The results provide strong evidence for a contralateral dominance in pre-attentive cortical processing of (occasional changes in) static sound source positions. Contrary, respective results for attentive auditory spatial processing of occasional chances in sound source positions indicate a pivotal role of the right auditory cortex. This striking discrepancy (between pre-attentive and attentive cortical space processing) suggests the involvement of a specific, predominantly right-lateralized, attention mechanism which is necessary for attentively listening to and differentiating between spatial positions. Furthermore, for the attentive discrimination of static and motion sounds it is found that the hemispheric lateralization (i.e. left-, right- or contralateral dominance) depends on the attended acoustic attribute (‘static’, ‘motion’) and on the context, in which the task-related stimuli are presented.
(ii) The combination of electrophysiological and behavioural findings implicate that during sound source discrimination the central auditory system integrates the spatial separation [in degree] between two sound sources in azimuth even though – at least at threshold levels – respective differences in spatial separations across azimuth are consciously imperceptible. From this it is suggested that the pre-attentive discrimination of sound sources is based on an object-related comparison process which might rely on the integration of all available location cues related to a defined position in space.
(iii) For sound source representations in auditory cortex, the results provide evidence for a general contralateral dominance in cortical processing of acoustic space information, which might relate to the functional dominance of contralateral projections of cortical afferents.
(iv) Present findings for static and motion stimuli provide electrophysiological evidence supporting the assumption of distinct cortical processing mechanisms at a time period of 200ms and 300-400ms after stimulus offset.

Matthias Middell (Hg.)
„Lust am Krimi“
Beiträge zu Werk und Wirkung Walter Markovs
275 Seiten, Broschur, € 22,00
978-3-86583-586-4
Auf die Frage nach seinem spezifischen Herangehen an das gewählte Fach bemerkte Walter Markov einmal, er folge einem fast intuitiven Interesse an der Spannung, die sich in Sonderheit in Konfliktsituationen und Revolutionen ergebe, wenn sich der geschichtliche Knoten schürzt und zu Entscheidungen drängt. Dieses Interesse bezeichnete er als „Lust am Krimi“. Walter Markov hat ein bemerkenswert breit gefächertes Œuvre hinterlassen, dessen Peripetien von der Eingebundenheit des Balkans im frühen 20. über die französische Volksbewegung am Ende des 18. Jahrhunderts bis zu den antikolonialen Befreiungsbewegungen und der in ihrem Kontext konstituierten Area Studies sowie schließlich zur Grundlegung einer vergleichenden Kolonial- und Revolutionsgeschichte reichen. So breit die Themen seiner Forschungen auch waren, niemals gab er die „Lust am Krimi“ auf, die sich an der Spannung erfreut, die der Verlauf im konkreten Fall hervortreibt, statt mit geschichtsphilosophischer Selbstgewissheit den Täter voraussagen und auch gleich aburteilen zu können. Beiträge, die sich den verschiedenen Lebensstationen und Schriften Markovs zuwenden, lassen sich deshalb mit Berechtigung unter diesem von Markov selbst angeregten Motto versammeln. 

Frank Zöllner (Hg.)
Werner Tübke
Die Skizzenbücher
Katalog zur Ausstellung in der Bibliotheca Albertina 11. Juli bis 16. Oktober 2011
54 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-86583-582-6
Im Jahr 2010 übergab die Witwe des großen Leipziger Malers und Grafikers Werner Tübke (1929-2004) Brigitte Tübke-Schellenberger der Universitätsbibliothek Leipzig zwölf Skizzenbücher ihres Mannes, die lange unentdeckt geblieben waren. Die Bibliotheca Albertina würdigt diese bemerkenswerte Schenkung vom 11. Juli bis zum 16. Oktober 2011 mit einer Ausstellung, in der das bisher kaum bekannte Material einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Die Schau zeigt das gesamte Konvolut der Skizzenbücher, die zwischen 1950 und 2001 entstanden sind und einen intimen Einblick in wichtige Schaffensphasen Werner Tübkes erlauben. Daneben tritt die Präsentation von Vergleichsmaterial. Dazu zählen einige Wiedergaben von Gemälden Tübkes, deren Genese durch die Kenntnis der Skizzenbücher in einem neuen Licht erscheint. Zudem werden einige Inspirationsquellen für das „bildnerische Denken“ Tübkes vorgestellt und natürlich die verschiedensten Aspekte seines umfangreichen Schaffens thematisiert, die in den Skizzen oft deutlicher zum Ausdruck gelangen als in seinen Gemälden.


Walter Thys
Vom Wandervogel zum Compañero
Jan Andries Jolles (1906–1942), Soldat der Weltrevolution
397 Seiten, Hardcover, 34,00 €
978-3-86583-531-4
Soweit zu sehen, sind die lebensgeschichtlichen Spuren von Jan Jolles (1906-1942) hierzulande restlos verweht. Selbst sorgfältig recherchierte Nachschlagewerke führen seinen Namen nicht. Wer nach ihm fragt, erntet zumeist ungläubiges Kopfschütteln. Das erstaunt umso mehr, als Jan Jolles während der dreißiger Jahre für die Kommunistische Internationale in einflussreichen Funktionen vor allem in Lateinamerika tätig war und damit in der politischen Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen herausgehobenen Platz beanspruchen kann. Zieht man die komplizierte individuelle Biographie hinzu – Jan Jolles entstammte der Ehe des noch heute dank seiner "Einfachen Formen" wirkungsmächtigen Germanisten André Jolles (1874-1946) mit der Tochter des prominenten Hamburger Bürgermeisters Johann Georg Mönckeberg Mathilde (1879-1958) –, die erahnen lässt, welch ein Spannungsbogen zwischen Herkunft und politischem Bekenntnis sich hier auftat, erregt diese Biographie noch größere Aufmerksamkeit. Die von Walter Thys in jahrelanger Arbeit mit gleichsam detektivischem Spürsinn zusammengetragenen Resultate einer Spurensuche, die weit über eine alleinige Dokumentation hinausragen, fesseln den Leser angesichts der Intensität, in der diese Biographie noch einmal lebendig wird. Gleichsam im Buch des 20. Jahrhunderts blätternd, eröffnet sich ein ganz besonderer Zugang zu dessen Brüchen und Verwerfungen, die sich letztlich auch im Schicksal von Jan Jolles widerspiegeln.
Inhalt


Werner Berthold, Mario Keßler (Hg.)
Klios Jünger
Hundert Historiker-Porträts von Homer bis Hobsbawn
210 Seiten, Broschur, 24,00 €
978-3-931982-72-0
Dieses Buch stellt in 100 Porträts Leben und Werk von „Jüngern Klios“ in knappen Skizzen vor. Die Auswahl folgte dabei dem Gedanken, namentlich jene Persönlichkeiten zu porträtieren, die sich in ihrem wissenschaftlichen Tun nicht nur einem Thema zuwandten und ihre Arbeitsansätze disziplinübergreifend konzipierten. Neben Historikern in einem engeren Sinne finden so beispielsweise auch Geschichtsdenker Eingang in den Band, deren Verdienste vor allem in einer synthetisierenden Sicht auf die Geschichte erblickt werden können. Das Buch richtet sich an jene Leser, die nicht nur aus der Geschichte lernen wollen, sondern die auch Biographie und Oeuvre jener Akteure interessiert, die Maßgebliches zum Wissen um die Vergangenheit beigesteuert haben: Lehrer, Schüler, Studenten, Journalisten, im Bereich der politischen Bildung Tätige oder einfach geschichtsbegeisterte Leser jeden Alters. Prof. em. Dr. Werner Berthold, geb. 1923 in Leipzig, begründete in Leipzig den Lehrstuhl für Geschichte der Geschichtswissenschaft an der Karl-Marx-Universität Leipzig, den er bis zur Emeritierung 1988 innehatte. Prof. Dr. Mario Keßler, geb. 1955 in Jena, arbeitet am Zentrum für Zeithistorische Forschung und unterrichtet an der Universität Potsdam. Er war mehrmals Gastprofessor in den USA.


Fernando Ramos Arenas
Der Auteur und die Autoren
Die Politique des Auteurs und ihre Umsetzung in der Nouvelle Vague und in Dogme '95
300 Seiten, Broschur, 28,00 €
978-3-86583-585-7
Seit 60 Jahren gehört der Auteur zu den zentralen Konzepten der Filmkritik, -theorie und -vermarktung. Er beeinflusst die filmkritischen Bewertungen in Magazinen oder Fernsehsendungen sowie die Klassifikation und Kanonisierung von Filmemachern von den Filmfestspielen in Cannes bis hin zu den Regalen einer Videothek. Die manchmal mäandernde Entwicklung des Konzeptes, von seinen filmkritischen Anfängen im Paris der 1950er Jahre über seine filmtheoretischen Ausprägungen in den 1960er und 1970er Jahren bis in die Gegenwart, beschreibt Fernando Ramos Arenas in diesem Band. Zuerst zeichnet er diese Entwicklung in fünf Etappen nach, bevor er in einem zweiten, anwendungsbezogenen Teil die unterschiedlichen Autor-Funktionen in der französischen Nouvelle Vague und im Dogme 95 unter die Lupe nimmt. Dabei entsteht eine Arbeit, die sich zwischen Film-(Kultur-)Wissenschaft und Philosophie bewegt und ganz konkrete Ausprägungen des Auteurs/Autors mit theoretischer Genauigkeit und methodischer Schärfe in ein systematisierendes Ganzes einordnet.

Bert Pampel (Hg.)
Erschrecken – Mitgefühl – Distanz
Empirische Befunde über Schülerinnen und Schüler in Gedenkstätten und zeitgeschichtlichen Ausstellungen
300 Seiten, Broschur, 24,00 €
978-3-86583-583-3
Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur oder der kommunistischen Gewaltherrschaft und zeitgeschichtliche Ausstellungen zu dieser Thematik gelten als bedeutsame außerschulische Lernorte. Politiker, Lehrer und Fachdidaktiker wie auch die Gedenkstätten selbst schreiben ihnen ein besonderes Potenzial für historisch-politisches Lernen zu. Die sich dort vollziehenden pädagogischen Prozesse und ihre Wirkungen sind allerdings bislang erst ansatzweise empirisch untersucht worden.
Der vorliegende Band bilanziert den Forschungsstand in Bezug auf Schulklassenbesuche in Gedenkstätten. Sozialwissenschaftler verschiedener Disziplinen präsentieren die Ergebnisse ihrer empirischen Untersuchungen zu Vorkenntnissen, Besuchsmotiven und -erwartungen sowie zu Rezeptionsweisen und Lerneffekten bei Schülern, die Gedenkstätten oder zeitgeschichtliche Ausstellungen besucht haben. Hieraus ergeben sich wertvolle Hinweise auf die vielfältigen Voraussetzungen, Modi und Herausforderungen von Lernprozessen in Gedenkstätten. Der Band will auf ihrer Grundlage zu weiterführenden Diskussionen über Ziele, Organisation und Methoden pädagogischen Handelns wie auch zu weiteren empirischen Forschungsprojekten in Gedenkstätten anregen.
Inhalt


Uwe Quasthoff, Sabine Fiedler, Erla Hallsteinsdóttir (ed.)
Frequency Dictionary German
115 Seiten und 1 CD-Rom, Broschur, 22,00 €
978-3-86583-509-3
The series Frequency Dictionaries aims at producing dictionaries with comparable frequency data for a large number of different languages. For many of the languages featured in this collection, this series is the first comprehensive compilation using a large-scale empirical base. The dictionaries are available in print and electronic version. Each dictionary provides the most frequent 1,000 word forms ordered by frequency and the most frequent 10,000 word forms in alphabetical order. They provide an introductory description of the data and the methodological approach. In addition, language specific statistical information on letters, word structure and structural changes depending on word frequency is provided. The enclosed CD-ROM contains a more comprehensive version of the dictionary as an e-book, with data on relative frequency of up to 1,000,000 word forms given in alphabetical order. This series of dictionaries provides the opportunity to explore comparative linguistic topics as well as monolingual issues such as studies on word formation and frequency-based examinations of lexical areas for dictionaries or language teaching.


Manfred Stoppok
Maggi in Guinea-Bissau
Über das Brühwürfelphänomen in Westafrika
101 Seiten, Broschur, 20,00 €
978-3-86583-580-2
Der Brühwürfel der Firma Maggi begleitet uns und die Entwicklungen der modernen Lebensmittelindustrie bereits seit über 100 Jahren. Er ist ein Produkt unter vielen anderen, die im Zuge der Globalisierung ihren Weg um die Welt gemacht haben. In Westafrika ist es der Brühwürfel, der es als selbstverständliche Zutat in die Kochtöpfe der Menschen geschafft hat. In Guinea-Bissau heißt er gusto, Geschmack. Die vorliegende Ethnographie versucht, den Platz, den er in den Küchen Guinea-Bissaus eingenommen hat, zu skizzieren. Dabei führt der Weg von der Entstehungsgeschichte des Würfels in Europa und Südamerika zur heute in Guinea-Bissau genutzten Form. Dort ist er heftig umstritten: Die einen halten ihn für eine Ingredienz kulinarischer Dilettanten, die anderen fürchten, dass er die lokalen Esstraditionen verdrängt. Diejenigen, die ihn für einen nicht zu ersetzenden Bestandteil ihrer täglichen Mahlzeiten halten, fragen sich, wie man ein Essen ohne „Gusto“ zubereiten könne. Im Für und Wider um den Brühwürfel stellt sich dar, was von den Akteuren als eine gute Mahlzeit verstanden wird und was nicht. Im Konsum des Brühwürfels scheinen sich auch Wünsche, die über das Gebiet der Ernährung hinausgehen, auszudrücken.


Hans-W. Fischer-Elfert, Stefan Lehmann (Hg.)
Forscher – Pfarrer – Sammler
Die ägyptischen Altertümer des Dr. Julius Kurth
aus den Beständen des Archäologischen Museums der Martin-Luther-Universität in Halle
24 Seiten, Broschur, 10,00 €
978-3-86583-584-0
Dieser Katalog begleitet eine Ausstellung, die das Ägyptische Museum der Universität Leipzig vom 23. Juni bis zum 15. Dezember 2011 zeigt. Präsentiert werden ausgewählte Stücke aus der beachtenswerten Sammlung ägyptischer Altertümer des Berliner Pfarrers und Gelehrten Julius Kurth (1870–1949). Unter den außerordentlich vielseitigen Interessen Kurths nahm das Alte Ägypten eine besondere Stellung ein. Ein handschriftlicher Katalog zeugt von der intensiven und fundierten Beschäftigung des Sammlers mit seinen Objekten und besticht durch akribisch gezeichnete und getreu kolorierte Illustrationen. Neben dem wissenschaftlichen Wirken Kurths widmet sich die Schau auch dem Leben des Forschers.


Fabian Schäfer (Hg.)
Tosaka Jun
Ideologie – Medien – Alltag
230 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-3-86583-581-9
Nur wenige Tage vor der japanischen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg verstirbt der linke regimekritische Philosoph Tosaka Jun (1900-1945) im beengten Raum einer Gefängniszelle an den gesundheitlichen Folgen der schlechten Haftbedingungen. Trotz seiner relativ großen Bekanntheit in Japan wurde Tosaka – ein origineller marxistischer Denker, der den Vergleich mit zeitgenössischen europäischen Vertretern eines undogmatischen Marxismus nicht zu scheuen braucht – in der westlichsprachigen Ideengeschichte und Japanologie bisher nahezu vollständig vernachlässigt. Dieser Sammelband vereint zentrale zeitkritische, medientheoretische und geschichtsphilosophische Schriften Tosakas in deutscher Übersetzung und macht sie so erstmals einem breiteren Leserkreis zugänglich.

Reto Müller (Hg.)
Gioachino Rossini: Adelaide di Borgogna
115 Seiten, Broschur, 8,00 €
978-3-86583-578-9
Die Reihe „Operntexte“ der Deutschen Rossini Gesellschaft soll in erster Linie eine partiturgetreue Lektüre des vom Komponisten vertonten Textes ermöglichen. Ergänzend wurden relevante unvertonte Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung sowie später hinzugekommene alternative Musiknummern in den Text aufgenommen. Rossinis dreiundzwanzigste Oper, 1818 auf ein Libretto von Giovanni Schmidt für das römische Teatro Argentina entstanden, ist auch heute noch eine seiner am wenigsten gespielten ernsten Werke. In Hinblick auf die szenische Aufführung beim Rossini Opera Festival 2011 in Pesaro ist für die Reihe „Operntexte“ der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt worden. Ergänzend wurden nicht vertonte Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung sowie eine später hinzugekommene alternative Musiknummer in den Text aufgenommen.

Reto Müller (Hg.)
Gioachino Rossini: Il turco in Italia (Der Türke in Italien)
171 Seiten, Broschur, 10,00 €
978-3-86583-572-7
Die Reihe „Operntexte“ der Deutschen Rossini Gesellschaft soll in erster Linie eine partiturgetreue Lektüre des vom Komponisten vertonten Textes ermöglichen. Ergänzend wurden relevante unvertonte Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung sowie später hinzugekommene alternative Musiknummern in den Text aufgenommen. Rossinis dreizehnte Oper, 1814 auf ein Libretto von Felice Romani für die Mailänder Scala entstanden, ist heute eines seiner meistgespielten komischen Werke. In diesem Band ist der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt. Ergänzend wurden nicht vertonte Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung sowie später hinzugekommene alternative Musiknummern in den Text aufgenommen.

Lydia Herrmann
Die Funktion der Hook-Proteine in intrazellulären Transportprozessen
und bei der Pathogenese der Alzheimerschen Erkrankung
105 Seiten, Broschur, 28,00 €
978-3-86583-551-2
Bei der Alzheimerschen Erkrankung kommt es im Gehirn neben der Ablagerung von ?-Amyloid in senilen Plaques und der Aggregation von hyperphosphoryliertem Tau in Neuronen zu einer Verlangsamung des Mikrotubuli-basierten Transports und zu einer Dysfunktion der endolysosomalen Kompartimente. Die Hook-Proteine sind eine Familie zytoplasmatischer Linkerproteine mit einer charakteristischen Mikrotubuli-Bindungsdomäne. Da sie an Transportprozessen beteiligt sind, kann eine veränderte Expression von Hook-Proteinen zu den beobachteten Transportstörungen bei der Alzheimerschen Erkrankung beitragen. In der dieser Arbeit wird aufgezeigt, wie sich die Expression von Hook-Proteinen im Verlauf der Alzheimerschen Erkrankung verändert und welche Auswirkungen dies auf den Transport von Endosomen hat. Es wird dargestellt, dass es bei der Alzheimerschen Erkrankung im temporalen Kortex zu einer starken Reduktion der Hook-Proteinmengen im Zytoplasma kommt. Gleichzeitig akkumulieren Hook-Proteine an pathologischen Tau-Ablagerungen. Um den Einfluss der veränderten Verfügbarkeit von Hook-Proteinen auf die Pathogenese der Erkrankung besser zu verstehen, werden die Auswirkungen einer veränderten Hook-Proteinexpression im Zellkulturmodell beschrieben. Dabei zeigen sich Veränderungen im endosomalen Transport und in der Lokalisation von Zellorganellen. Diese lassen vermuten, dass Hook-Proteine eine Funktion im endosomalen Transport übernehmen und die Umverteilung der Hook-Proteine die Amyloid-Pathologie bei der Alzheimerschen Erkrankung fördert.

Angelika Epple, Olaf Kaltmeier, Ulrike Lindner (Hg.)
Entangled Histories:
Reflecting on Concepts of Coloniality and Postcoloniality
152 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-576-5
Inhalt


Ronald Lambrecht
Studenten in Sachsen 1918-1945
Studien zur studentischen Selbstverwaltung, sozialen und wirtschaftlichen Lage
sowie zum politischen Verhalten der sächsischen Studentenschaften in Republik und Diktatur
555 Seiten, Hardcover, 49,00 €
978-3-86583-577-2
Studenten gelten gemeinhin als untrügliche Seismographen gesellschaftlicher Stimmungen und als besonders sensibel für deren Veränderungen. Diese Einsicht bekräftigt das vorliegende Buch über Studierende in Sachsen eindrucksvoll. Es untersucht die politisch brisante Zeit nach Ende des Ersten Weltkrieges bis zum totalen Zusammenbruch der NS-Diktatur 1945. Analysiert werden damit Entwicklungen in der Weimarer Republik und während der nationalsozialistischen Diktatur – zwei politische Epochen, die gegensätzlicher kaum gedacht werden können und deren Wechsel mit einem tiefen Bruch in der Politik einherging. Das Interesse des Autors richtet sich nicht nur auf die politischen und hochschulspezifischen Entwicklungen jener Zeit. Ebenso gilt der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studenten oder dem Ringen der Studentinnen um Gleichberechtigung die Aufmerksamkeit. In der Summe legt der Autor einen wichtigen Beitrag zur deutschen Universitäts-, Studenten- und Gesellschaftsgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor.
.................................. Mit dem Internet verbunden sehen Sie hier die homepage des Verlages: http://www.univerlag-leipzig.de
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bereits angekündigt:

Izabela Surynt
Zwischenräume: Helga M. Novaks polnische Phantasien
50 S., Br., 19,00 €
978-3-86583-472-0
Die Societas Jablonoviana (Fürstliche Jab?onowskische Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig) wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert vom Fürsten Józef Aleksander Jablonowski (1711-1777), einem polnischen Mäzen der Kultur und Wissenschaften, an der Leipziger Universität ins Leben gerufen. Ihr Ziel war es damals, allgemein die Wissenschaften zu fördern, indem jährlich Preisfragen zu Mathematik / Physik, Ökonomie und zur polnischen /slawischen Geschichte ausgeschrieben und die besten Arbeiten mit dem Jablonowski-Preis ausgezeichnet wurden. Die Gesellschaft überdauerte alle Wirren der Geschichte und versteht sich heute als Vermittlerin und Mitgestalterin der deutsch-polnischen Kultur- und Wissenschaftsbeziehungen. In diesem Sinne werden alle zwei Jahre junge Wissenschaftler, abwechselnd aus Polen und aus Deutschland, die sich um die Förderung des deutsch-polnischen Dialogs besonders verdient gemacht haben, mit dem Jablonowski-Preis geehrt. 2009 ging der Jablonowski-Preis an Prof. Dr. Izabela Surynt von der Universität Wroclaw. Gewürdigt werden damit besonders ihr Buch „Das ‚ferne‘, ‚unheimliche‘ Land. Gustav Freytags Polen“, zugleich aber auch ihre bisherigen wissenschaftlichen Leistungen, die von den Forschungen über deutsche Literatur und Kultur des 19. Jahrhunderts, über polnische und deutsche Erinnerungskulturen, Studien über Stereotype, Mythen und kollektive Symbolik bis zur Untersuchung des deutschen Kolonialismus und Nationalismus reichen. Die Laudatio hielt Hubert Orlowski, Professor im Ruhestand der Adam-Mickiewicz-Universität Posen und korrespondierendes Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften. 

 Karlheinz Hengst, Dietlind Krüger (Hg.)
Familiennamen im Deutschen (2. Halbband)
Erforschung und Nachschlagewerke.
Familiennamen aus fremden Sprachen im deutschen Sprachraum
673 Seiten, Hardcover, 98,00 €
78-3-86583-500-0
Familiennamen sind Sprachdenkmale ganz besonderer Art. Im Wesentlichen in unserem deutschen Sprachgebiet vom 12. bis zum 14. Jahrhundert entstanden, sind sie Konserven des in jener Zeit in Stadt und Land quer durch alle Bevölkerungsschichten verwendeten Wortgutes. Die Prägung dieser Namen erfolgte dabei durch die Mitmenschen. Der Kennzeichnung diente dabei, was an dem zu Benennenden besonders erwähnenswert oder an ihm besonders markant erschien. Ursprünglich handelte es sich also um eine zusätzliche Angabe zur Identifikation für die bis dahin nur einen Namen tragenden Personen. Die alltägliche Verwendung dieser beigegebenen Namen führte im Laufe der Zeit oftmals zu einer gewissen Abschleifung oder „Abnutzung“, was ihre ursprüngliche Sinnhaftigkeit nicht mehr so leicht erkennen lässt. Andererseits bewahren Familiennamen mundartbedingte Besonderheiten einer Region und in manchen Fällen auch Wörter, die inzwischen im Deutschen außer Gebrauch gekommen sind. Die Folge wiederum ist, dass zahlreiche heutige Familiennamen kaum oder gar nicht mehr „durchschaubar“ erscheinen. Somit stellen unsere Familiennamen heute sprachliche Denkmale aus dem sozialen und kulturellen Leben vor allem des späten Mittelalters dar. Nicht für umsonst gilt ihnen daher das Interesse der Menschen unserer Zeit. Sowohl Fachleute als auch Interessenten aus Nachbarwissenschaften und der breiten Öffentlichkeit finden in diesem Band einen fundierten Querschnitt der aktuellen Forschung auf dem Gebiet der deutschen Familiennamen. International ausgewiesene Sprach- bzw. Namenforscher sowie Mitwirkende an neuen Forschungsvorhaben präsentieren den derzeitigen Forschungsstand und werfen Fragestellungen zur künftigen Erforschung der Familiennamen aus sprachwissenschaftlicher Sicht auf. Gemeinsames Anliegen aller Beteiligten war es zudem, neue und bisherige Erkenntnisse vertiefende Ergebnisse vorzulegen sowie in Arbeit befindliche Projekte und Vorhaben vorzustellen bzw. aus ihnen erwachsene neue Einsichten in die Geschichte, Verbreitung und Entwicklung der Familiennamen im Deutschen zu bieten. Schließlich war es das Ziel, durch Verweise auf Nachschlagewerke und einschlägige Fachliteratur eine Informationsbasis besonders zu Familiennamen aus fremden Sprachen zu liefern, aber auch entsprechende Forschungsdesiderata zu kennzeichnen. 

Martin Sabrow (Hg.)
Leitbilder der Zeitgeschichte
Wie Nationen ihre Vergangenheit denken
127 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-931982-71-3
Die 16. Helmstedter Universitätstage 2010 befassten sich mit den unterschiedlichen historischen „Meistererzählungen“ der eigenen Nationalgeschichte, die Deutschland und seine europäischen Nachbarn im 20. Jahrhundert und besonders nach 1945 hervorgebracht haben. Die einzelnen Referate ergründeten die Bauformen historischen Erzählens, die das Bild der deutschen Nationalgeschichte im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn geprägt haben und bis heute prägen. Erörtert wurde, wann und warum sich neue Sichtweisen auf die eigene Vergangenheit etabliert hatten und wie die einzelnen Nationalgeschichten der Herausforderung eines europäischen Geschichtsbildes begegnen. Ihren gemeinsamen Fluchtpunkt fanden die einzelnen Analysen in der Frage nach der Rolle der historischen Fachwissenschaft im Wettstreit der unterschiedlichen Meistererzählungen: Wie verträgt sich der unteilbare wissenschaftliche Objektivitätsanspruch mit den überkommenen Kontrastgeschichten der einzelnen Nationen Europas, und wie verträgt er sich mit dem heute so mächtigen Bemühen, eine kohärente europäische Geschichtserzählung zu begründen?
Aus dem Inhalt:
Martin Sabrow: Meistererzählungen der Zeitgeschichte
Anselm Doering-Manteuffel: Der deutsche Weg nach Westen
Antonia Grunenberg: Zwischen Faschismus und Kommunismus: Antifaschismus als historische Leiterzählung der DDR
Konrad H. Jarausch: Die Unvermeidlichkeit des Zusammenbruchs der DDR.Zur historischen Erklärung von 1989
Robert Traba: Der Opferdiskurs als beherrschender Faktor der polnischen Meistererzählung
Ulrich Pfeil: Frankreichs Meistererzählung vom „Land der Menschenrechte“
Simone Lässig: Braucht Europa eine historische Meistererzählung?
Adam Krzeminski: Braucht Europa eine historische Meistererzählung?


Wolfgang Küttler, Matthias Middell (Hg.)
Nation und Revolution
Beiträge eines wissenschaftlichen Kolloquiums der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
aus Anlass der 100. Geburtstage von Ernst Engelberg und Walter Markov
229 Seiten, Broschur, 33,00 €
978-3-931982-70-6
 
Aus dem Inhalt:
Wolfgang Küttler/Matthias Middell: Von der Wiederkehr totgesagter Kategorien
Dieter B. Herrmann: Zur Einführung
Jürgen Kocka: Die Veränderungen des Revolutionsbegriffs im Lichte der Erfahrungen des 20. Jahrhunderts
Hans-Jürgen Puhle: „Revolution“ und „Nation“ im 21. Jahrhundert
Martin Sabrow: „Wende“ oder„Revolution“? Zur Debatte um den Umbruch 1989/90
Wolfgang Eichhorn: Friedliche Revolution? Kritische Anmerkungen
Michael Zeuske: Nation und Revolution in Lateinamerika:. Der Fall Venezuela
Peter Sebald: Revolution und Nation in Afrika: Der Fall Togo
Matthias Middell: Walter Markov und die Revolutionsgeschichte
Wolfgang Küttler: Nation und Revolution im Werk von Ernst Engelberg
Mario Kessler: Der Revolutionshistoriker als Zeitgenosse. Walter Markov in autobiographischen Zeugnissen
Georg Iggers: Ernst Engelberg und Walter Markov in der DDR-Geschichtswissenschaft
Rudolf von Thadden: Ernst Engelberg und die nationale Frage
Walter Schmidt: Nation, Revolution und Reform. Zur Diskussion in der DDR-Geschichtswissenschaft




Klaus Bochmann, Vasile Dumbrava, Dietmar Müller, Victoria Reinhardt (Hg.)
Die Republik Moldau
Ein Handbuch
850 Seiten, Hardcover, 59,00 €
978-3-86583-557-4
Die Republik Moldau, ein Land an der Außengrenze der EU, gerät zunehmend in den Blick der europäischen Politik und Wirtschaft. Um die eklatanten Lücken im Wissen über Moldova – so die Bezeichnung in der Landessprache – zu füllen und Investoren, Politikern und Entscheidungsträgern, Touristen und allen sonstigen Interessenten grundlegende Informationen über das Land zu vermitteln, gibt das Moldova-Institut Leipzig (MIL) ein Moldova-Handbuch heraus. Dafür konnten mehr als 60 Fachleute aus verschiedenen Ländern als Autoren gewonnen werden. Das Handbuch stellt in allgemein verständlicher Form Geschichte und Gedächtnis, Raum und Bevölkerung, Staat, Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Gesellschaft sowie Kultur und Wissenschaft der Republik Moldau im europäischen Kontext dar.

Edoardo Tortarolo
Deutsche und italienische Kultur im 18. Jahrhundert
ca. 180 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-3-86583-518-5
Wie beim Bergsteigen ist auch in der Kulturgeschichte die Gratwanderung eine vor allem faszinierende Gleichgewichtsübung – sie erlaubt den Blick auf die Trenn- und Verbindungslinien unterschiedlicher Kulturen und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Leistungen des Kulturtransfers. Dies gilt für den deutschen und italienischen Kulturraum im 18. Jahrhundert in besonders einprägsamer Weise. Hier waren die Berührungen überaus intensiv und folgenreich; und bislang hat die Forschung dies nur unzureichend gewürdigt. Die hier versammelten Aufsätze wollen diese Lücke schließen helfen, indem sie Personen und Aspekten der Interaktion beidseitig der Alpen mit überraschenden Ergebnissen nachspüren, die nicht zuletzt zur Revision einiger überkommener Klischees anregen. Die Palette der in den Untersuchungen behandelten Persönlichkeiten reicht von Giovanni Battista Casanova, dem italienischen Kritiker Winckelmanns, über Grossing, Flögel, Ridolfi, Denina und Giovanni Salvemini di Castiglione bis zu Johann Conrad von Hatzfeld und Alberto Radicati, die dem philosophischen Leben im 18. Jahrhundert ihren Stempel aufzudrücken vermochten. Eine überaus anregende Spurensuche bewahrt hier bemerkenswerte Entwicklungen der Geistesgeschichte vor dem Vergessenwerden.

Harald Beer
Schreien hilft dir nicht
Ein Augenzeugenbericht mit Dokumentenanhang
246 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-386583-571-0
I N H A L T
Vorwort Prof. Dr. Günter Morsch
Vorwort Bettina Greiner
Einleitung
T E I L   I
Weggesperrt 1946 –1950 .
Kellerleben
Sachsenhausen, Zone II
Sachsenhausen Zone I
Die Zeit danach
T E I L   I I
Mein 13. August 1961–1963
Festnahme
U-Haft
Das Urteil
Der Strafvollzug
Austausch
Vogel ./. Kaul
Nachwort
A N H A N G
Anmerkungen
Dokumente und Recherchen
Abkürzungsverzeichnis
Quellen
Bild-Quellen


Katy Schlegel
Comica – Donna Attrice – Innamorata
Frühe Berufsschauspielerinnen und ihre Kunst
ca. 310 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-3-86583-430-0


Dietrich Sommer
Studien zu Romanen von Theodor Fontane
203 Seiten, Hardcover, 24,00 €
978-3-86583-574-1


Matthias Middell (Hg.)
Die Verwandlung der Weltgeschichtsschreibung
218 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-570-3


Katrin Boeckh, Natali Stegmann (Hg.)
Veterans and War Victims in Eastern Europe during the 20th Century
A Comparison
152 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-567-3


Katja Behrendt
Rechtsfragen der Intensivmedizin
Ein Leitfaden für die tägliche intensivmedizinische Praxis
217 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-3-86583-546-8
Die Intensivmedizin führte in der medizinrechtlichen Literatur bis dato ein Schattendasein. Jedoch sind gerade in diesem Bereich spezifische Rechtsprobleme und brennende ethische Fragestellungen vorhanden. Katja Behrendts Arbeit zeigt die dem Untersuchungsgegenstand anhaftenden Rechtsprobleme auf, stellt Lösungsansätze vor und diskutiert diese. Letzteres erfolgt anhand einer Prüfliste, welche die wichtigsten Regeln zur juristischen Bewältigung der Intensivmedizin beinhaltet. Die Ausgangs- und Arbeitsthese lautet dabei, dass sich aus der medizinischen Extremsituation des Intensivpatienten am Rande der Existenzfähigkeit organisations- und haftungsrechtliche Besonderheiten ergeben, aber auch die Punkte Aufklärung und Einwilligung einer besonderen Würdigung bedürfen. Nicht zuletzt wirft die lebensbedrohliche Erkrankung die Frage nach dem Umgang mit dem todkranken Patienten, insbesondere nach Sterbehilfe, auf.


Franz Hauzenberger, Manfred Rotermund (Hg.)
Schulpraxisstudien in Europa
247 Seiten, Broschur, 24,00 €
978-3-86583-568-0
Ein zentrales Motiv für die Umstellung der deutschen Studiengänge auf ein Bachelor-Master-System ist die Vereinheitlichung der europäischen Studiengänge. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schulpraktische Studien befasste sich deshalb auf ihrer Tagung 2010 in Passau mit der Lehrerbildung in Österreich, Tschechien und Ungarn. Der Vergleich dieser Länder untereinander und mit Deutschland zeigt, dass nur von einer formalen Vereinheitlichung gesprochen werden kann. Die Abschlüsse heißen nun Bachelor und Master, inhaltlich sind die Bildungsgänge und die Schulpraktika höchst unterschiedlich. Neben den Vorträgen der Passauer Tagung (Huber, Rýdl, Wünsch) enthält dieser Band Aufsätze, die sich mit Reformprojekten zu den Schulpraxisstudien in Deutschland beschäftigen: Sigel beschreibt die guten Erfahrungen der LMU München mit der Zusammenlegung mehrerer Kurzzeitpraktika zu einem Langzeitpraktikum; Buschmann/Walke (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) berichten über die Möglichkeiten schulischer Auslandspraktika zum Aufbau interkultureller Kompetenz und Freitag (Universität Osnabrück) lotet die Chancen aus, die entstehen, wenn Studierende in schulische Entwicklungsprozesse integriert werden. Bolle (PH Karlsruhe) weist darauf hin, dass Lehrerbildung als Bildung und nicht verkürzt als Ausbildung verstanden werden muss, wenn die Studierenden befähigt werden sollen, Wissenselemente miteinander zu verknüpfen, zu reflektieren und für ihre Praxis nutzbar zu machen. Nölle (Leuphana Universität Lüneburg) erläutert Überlegungen zur Entwicklung eines realistischen Lehrerbildungscurriculums und betont die Notwendigkeit, Theorien auszuwählen, die einen sinnvollen Berufsfeldbezug haben, im universitären Zeitrahmen vermittelbar sind und einen Bezug zu Schulpraxisstudien erlauben. Geigle stellt die Ergebnisse einer Evaluationsstudie zur Arbeit mit Portfolios vor, beschreibt die Probleme der Studierenden mit dieser Arbeitstechnik und nennt Bedingungen für den erfolgreichen Einsatz der Portfoliotechnik. Schneider/Bodensohn gehen der Frage nach, ob sich die „neuen“ Studierenden in Bachelor-Master-Lehramtsstudiengängen von ihren Vorgängern in den „alten“ Lehramtsstudiengängen unterscheiden. Sie greifen dabei auf die Ergebnisse der Vollerhebung bei den Studienanfängern zurück, die an der Universität Koblenz-Landau seit 2005 durchgeführt werden. Untersucht werden soziodemographische Merkmale, Motive zur Aufnahme eines Lehramtsstudiums, selbstzugeschriebene Stärken und verschiedene Kompetenzbereiche.
Simon-Dubnow-Institut Leipzig (Hg.)

Bulletin XII
159 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-569-7

Simone Brachtendorf
Kurzzeitplastizität an individuellen Parallelfaser-Purkinjezellsynapsen
62 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-524-6
Kurzzeitplastizität spielt eine Schlüsselrolle bei der Informationsverarbeitung im zentralen Nervensystem. Die Bahnung, als eine Form der Kurzzeitplastizität, resultiert dabei aus einer aktivitätsabhängigen Verstärkung der synaptischen Signalübertragung, die bis zu mehreren hundert Millisekunden andauern kann. Funktionell wird dieses Phänomen mit einem Frequenzfilter oder mit der Ausbildung des Kurzzeitgedächtnisses assoziiert. Kenntnisse über die der Bahnung zugrunde liegenden Mechanismen sind daher für das Verständnis der Signalverarbeitung innerhalb neuronaler Netze von fundamentaler Bedeutung. Generell spielt intrazelluläres Kalzium bei der Entstehung der Bahnung eine zentrale Rolle, wobei die genauen Mechanismen noch nicht eindeutig geklärt sind. Nach der klassischen Restkalzium-Hypothese wird der kurzzeitige Verbleib von Kalzium nach der ersten Stimulation in der Präsynapse als dominierender Mechanismus der Bahnung angesehen. Weitere Modelle postulieren beispielsweise eine Interaktion von Kalzium mit spezifischen Bahnungssensoren oder die Saturation hochaffiner Kalziumpuffer, die ebenfalls zu einer Potenzierung der postsynaptischen Antwort führen. In dieser Arbeit wurde die Doppelpuls-Bahnung an zerebellären Parallelfaser-Purkinjezellsynapsen über ein breites Frequenzspektrum hinweg untersucht. Hierzu wurden Parallelfasersynapsen durch extrazelluläre Stimulation, entweder in der Molekularschicht oder in der Körnerzellschicht, aktiviert. Das Doppelpulsverhältnis (PPR) zeigte hierbei einen biphasischen Verlauf. Während die Bahnung für eine Population von Parallelfasersynapsen bereits mehrfach beschrieben wurde, ist über die Bahnung an der einzelnen Parallelfaser-Purkinjezellverbindung noch wenig bekannt. In dieser Arbeit wurde daher erstmalig die Doppelpuls-Bahnung an diesen Synapsen mittels Paarableitung auch bei höheren Frequenzen charakterisiert. Anders als bei den Schichtstimulationen ergab sich für die Paarableitungen eine frequenzabhängige monophasische Doppelpuls-Bahnung. Diese konnte nur teilweise auf eine Potenzierung der zweiten Antwort zurückgeführt werden. Stattdessen schien die Doppelpuls-Bahnung an diesen Synapsen im Wesentlichen auf einen hohen Anteil an Ausfällen in der ersten Stimulationsantwort zu beruhen.

Frank Hadler, Matthias Middell (Hg.)
World Orders in Historical Perspective
Opening Lectures of the Second European Congress on World and Global History
63 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-931982-69-0
Dieser Band vereint die Eröffnungsvorträge des zweiten European Congress on World and Global History, der 2008 in Dresden stattfand und dem Thema „World Orders“ gewidmet war, und eine Einleitung zum aktuellen Stand weltgeschichtlicher Forschung.
 INHALT


Alexandra Pfeil-Schneider
Schlager im DDR-Fernsehen
Eine Analyse der non-fiktionalen Unterhaltungssendungen
Schlager aus Berlin, Schlager einer kleinen Stadt und Schlager einer großen Stadt
182 Seiten, Broschur, € 22,00
978-3-86583-558-1
Im Mittelpunkt dieses Bandes stehen die nacheinander ausgestrahlten non-fiktionalen Unterhaltungssendereihen "Schlager aus Berlin", "Schlager einer kleinen Stadt" und "Schlager einer großen Stadt". Die drei analysierten Sendereihen versuchten von 1961 bis 1971 Fernsehpublizistik und musikalische Fernsehunterhaltung zu vereinen. Sie waren Marksteine der ersten 20 Jahre der DDR-Fernsehgeschichte, die später in stark veränderter Form im Rahmen der Volksmusiksendungen fortgesetzt wurden.
Im ersten Teil werden grundlegende Definitionen und historische Einordnungen vorgenommen. Hinzu kommt ein genauer Überblick über die Höhepunkte unterhaltender Musiksendungen. Grundlage hierfür bietet das Zeitphasenmodell von Peter Hoff. Im zweiten Teil werden die Besonderheiten des Begriffes Schlager und der Moderation Heinz-Florian Oertels bzw. der Moderation im DDR-Fernsehen im Allgemeinen herausgearbeitet. Es folgt die Interpretation der drei Sendereihen. Diese werden jeweils in den historischen Kontext gestellt, beschrieben, analysiert und mit Hilfe von Grafiken zusammengefasst. Im Anhang findet der Leser eine Auflistung von Produktionsdaten der Sendungen. 

Leipziger Ökonomische Societät e.V (Hg.)
Otto Rosenkranz
Wegbereiter der modernen Landwirtschaft
Ehrenkolloquium anlässlich des 100. Geburtstages
272 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-564-2
Als Nestor der landwirtschaftlichen Betriebswirtschaftswissenschaft in der DDR leistete Otto Rosenkranz (1911-2007) einen kaum zu überschätzenden Beitrag zur Modernisierung agrarischer Produktion. Seine Ideen zur Gestaltung landwirtschaftlicher Unternehmen unter den Bedingungen einer nach industriellen Prinzipien ablaufenden und zugleich nachhaltigen Erzeugung sind noch heute aktuell. Otto Rosenkranz' Gedanken waren nicht nur prägend für mehrere Generationen von Studenten, sondern auch für eine große Zahl von Praktikern, die seinen Visionen in ihren Betrieben zur Realität verhalfen. Anlässlich seines 100. Geburtstages am 3. Februar 2011 organisierte die Leipziger Ökonomische Societät e.V. ein Ehrenkolloquium, das die Ergebnisse seiner 26-jährigen Lehr- und Forschungstätigkeit aus Sicht seiner Schüler in den Mittelpunkt stellte. In diesem Tagungsband berichten 17 ehemalige Studenten und Mitarbeiter über den Einfluss ihres Lehrers auf ihr Berufsleben und die Umsetzung seiner Ideen auf verschiedenen Wirkungsebenen. 

Rüdiger Steinmetz (Hg.)
Das digitale Dispositif Cinéma
Untersuchungen zur Veränderung des Kinos
364 Seiten, Broschur, € 22,00
978-3-86583-560-4
 „D-Cinemá“, „E-Cinema“, „3D“, „3HDTV“ sind Chiffren, die die jüngsten Entwicklungen, die Gegenwart und die nahe Zukunft von Fernsehen und Kino verkörpern. Namentlich das Kino samt seinen Inhalten, Präsentationsformen und Nutzungskonzepten befindet sich in einem Umbruch, dessen Gewicht und Tragweite wohl nur mit jenem qualitativen Einschnitt vergleichbar ist, den die Einführung des Tonfilms vor rund 80 Jahren bedeutete. Zudem sind dem Kino neue Konkurrenten erwachsen, insbesondere das Fernsehen ist eine kaum zu überschätzende Herausforderung für dieses Medium.
Die Autoren des vorliegenden Buches analysieren diesen Wandel aus verschiedenen Blickwinkeln: theoretisch, mit Rückgriffen auf die Film- und Kinogeschichte; technisch-ästhetisch; im Hinblick auf die sich rasant wandelnden Berufsprofile der hier Tätigen; aktuell-empirisch mit Ergebnissen aus Befragungen unter Kinobetreibern und Kinogängern. Ihre Arbeitsergebnisse lassen sie zwischen sechs „Dispositifs Cinéma“ in der Film- und Kinogeschichte differenzieren, von denen das jüngste den gegenwärtig zu beobachtenden Übergang in die digitale Ära markiert. Die Autoren schließen mit einer bemerkenswerten Prognose zur Zukunft des Digitalkinos, dem Eventkino und dem 3D-Kino.


Karsten Güldner (Hg.)
800 Jahre „St. Georg“ in Leipzig
350 Seiten, Hardcover, € 24,00
978-3-86583-563-5


Anton Fischer
Natur und Kultur in der Literatur nach Claude Lévi-Strauss
Robert Walser: „Der Räuber“-Roman
354 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-562-8
Anton Fischer eröffnet Wechselbeziehungen zwischen dem „Räuber“-Roman von Robert Walser und den Anthropologen Claude Lévi-Strauss, die einem dialogischen Geschehen gleichen. In der Entfaltung des Dialogischen geht der Autor sukzessiv am Geschehen des Romans entlang und läßt jeweils den Dichter mit seinem Beitrag beginnen und in sorgfältiger Auswahl der Textstellen den Ethnographen antworten. Das Ergebnis dieser Forschungsarbeit ist ein Beispiel für die Interpretationsmöglichkeit der ethnographischen Anthropologie von Claude Lévi-Strauss bezogen auf Literatur, durch welche ungewohnte Sinnzusammenhänge verborgener Quellen im rätselhaften letzten Roman von Robert Walser zutage treten.
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Katalog zur Ausstellung in der Universitätsbibliothek Leipzig vom 18. Februar bis 29. Mai 2011


Foteini Kolovou, Ulrich Johannes Schneider (Hg.)
Tischendorf und die Suche nach der ältesten Bibel
68 Seiten, Broschur, € 19,80
978-3-86583-561-1
An Konstantin von Tischendorf (1815-1874) erinnert in Leipzig keine Straße und kein Platz. Und doch gehört er zu den berühmtesten Gelehrten der Leipziger Universität. Mit diesem Katalog und der Ausstellung, die er begleitet, wird Tischendorf und seine Lebensleistung als einer der bedeutendsten Geisteswissenschaftler des 19. Jahrhunderts ins Gedächtnis gerufen. Tischendorfs Name ist am engsten mit dem Fund des Codex Sinaiticus, dem ältesten Bibelmanuskript mit dem vollständigen Neuen Testament, verbunden. Ihm verdanken wir die Bekanntmachung des Werkes und die wertvollen 43 Blätter, die seit 1845 in der Universitätsbibliothek Leipzig aufbewahrt werden. Tischendorf steht jedoch auch am Beginn der Fragmentierung eben dieser Handschrift. Die Geschichte der Entdeckung des Codex Sinaiticus gehört zu den spannendsten Wissenschaftskrimis der letzten zweihundert Jahre. Dieser Katalog berichtet davon.


Thomas Höpel
„Die Kunst dem Volke“
Städtische Kulturpolitik in Leipzig und Lyon 1945-1989
450 Seiten, Hardcover, € 32,00
978-3-86583-493-5
Kulturpolitik wurde in Frankreich und der DDR nach 1945 ein wichtiges Politikfeld. Sie diente der sozialen und nationalen Integration, der Herrschaftsstabilisierung und der Kulturförderung. Als Orte mit einer ausgeprägten kulturellen Infrastrukur nahmen die Großstädte dabei eine zentrale Position ein. Thomas Höpel fragt in diesem Buch nach der unterschiedlichen Ausformung der städtischen Kulturpolitik in zentralistischen Staaten unter den Bedingungen von Demokratie und Diktatur, Kapitalismus, Wohlfahrtsstaat und Staatssozialismus. Wie haben die Städte Leipzig und Lyon angesichts einer zentralstaatlichen Kulturpolitik zwischen 1945 und 1989 eigene Traditionen verteidigt, spezifische Ambitionen und Ziele durchgesetzt? Liefen die Entwicklungen angesichts des Kalten Krieges in Ost- und Westeuropa auseinander oder gab es weiter gemeinsame Bezugspunkte und europaweite Verflechtungen? Haben staatliche und städtische Kulturpolitik kulturelle Innovation und Kreativität eher gefördert oder behindert?


Marta Kopij
Über die Imitation zur Kreation
Ein Beitrag zur Geschichte des deutsch-polnischen romantischen Kulturtransfers
250 Seiten, Hardcover, €  29,00
978-3-86583-555-0
Um 1800 bildete sich in Deutschland eine Geistesströmung heraus, die sich im Laufe des folgenden Jahrhunderts über ganz Europa verbreiten sollte – die Romantik. Polnische Denker griffen ab den 1820er Jahren die Impulse aus dem Nachbarland auf und schufen in der Folge eine eigene, spezifisch polnische Spielart der Romantik. Die deutsche Literatur des frühen 19. Jahrhunderts wirkte dabei als wichtigstes Medium und als Muster, auf dessen Grundlage Autoren wie Adam Mickiewicz und Maurycy Mochnacki ihre Ideen entwickelten. Diese Studie zeichnet die Linien des deutsch-polnischen Kulturtransfers während der Romantik nach und geht besonders auf die Verknüpfungen, Differenzen und Übergangserscheinungen zwischen den beiden Literaturen ein. Dabei orientiert sie sich maßgeblich an folgenden Fragen: Wie verliefen die Vermittlung und die Aufnahme von unterschiedlichen Strömungen der deutschen Literatur und Philosophie des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts? Wie gestaltete sich die erste Phase der polnischen Romantik und wie war sie mit der deutschen Frühromantik verbunden? An welchen Vorbildern orientierte sich die polnische Romantik und dank welcher Einflüsse oder Inspirationen profilierte sie sich? Welchen Status hatte die polnische Romantik im transnationalen Netzwerk? Grundsätzlich geht es der Untersuchung nicht nur darum, den Horizont bestimmter Einflüsse zu markieren oder die Übernahme von Motiven, Diskursen und Ideen festzustellen, sondern auch den kreativen Prozess der Umarbeitung und Anpassung empfangener Anregungen an die eigene geistige Situation zu eruieren und auszuleuchten.

Terror und Ideologie
Zur Eskalation der Gewalt im Leninismus und Stalinismus (1905 bis 1937/41)
Herausgeber Richard Buchner
540 S., Br., € 44,00
978-3-86583-554-3
Folgt man Hannah Arendt und vielen anderen Kennern der Geschichte des 20. Jahrhunderts, dann waren Terror und Ideologie die zentralen Scharniere des Funktionierens der sowjetischen Gesellschaft. Dieser Befund ist hinsichtlich der Ideologie heute faktisch unstrittig, während die Rolle des Terrors nicht selten kontrovers und teilweise direkt unversöhnlich erörtert wird. Zumeist verbindet sich mit diesem Stichwort eine Erinnerung allein an die Zeit „des Großen Terrors“ in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre, womit – beabsichtigt oder nicht – die Annahme genährt wird, dass dies eine besondere Periode gewesen sei, ein Herausfallen aus der Normalität, so dass hieraus kein typischer Grundzug der Politik in der Sowjetunion abgeleitet werden könne. Der Band stellt sich der Aufgabe, Gewalt in ihren mannigfachen Ausprägungen als durchgängig konstitutives Element der Machtausübung in der Sowjetunion zu analysieren und zu zeigen, dass bereits seit den ersten Jahren nach der Oktoberrevolution, die Lenin und Trotzki an der Spitze des neuen Staates sahen, dieser Grundzug hervortrat. Der gesamte Weg der UdSSR war hiervon geprägt, die gewaltigen gesellschaftlichen Veränderungen, die sie erlebte, trugen auch stets dieses Kainsmal. Die unbarmherzige Härte dieser Gewalt konnte jederzeit einfache Menschen ebenso treffen wie Angehörige der Elite des Sowjetstaates. Selbst die größten Verwerfungen in der sowjetischen Politik, denkt man etwa an den Abschnitt des Nichtangriffs- und Freundschaftsvertrages mit dem nationalsozialistischen Deutschland 1939 bis 1941, änderten daran nichts. Die unzähligen Tragödien, die sich im Lande abspielten, vermochte der militärische Sieg im Zweiten Weltkrieg zwar kurzzeitig zu verdecken, doch auch der Sieg 1945 bedeutete hier keinen Paradigmenwechsel. Im Gegenteil: Als das das Land überziehende Netz der Lager des GULag dünnmaschiger wurde, war das keine Abkehr von einem essentiellen Baustein in der Politik der UdSSR, sondern der Einsicht in die zunehmende wirtschaftliche Ineffizienz der Lager geschuldet. Neue Formen der Gewalt brachen sich letztlich Bahn, und erst die Liquidierung des sozialistischen Systems durch Michail Gorbatschow setzte auch hier den Schlusspunkt. Das außerordentlich material- und facettenreiche Buch möchte die Diskussion hierzu vertiefen. Es steht in einer Reihe mit zwei weiteren Studien des Verfassers, die sich dabei aber nicht als späte Schuldzuweisung verstehen, sondern deren Quintessenz Warnung und Mahnung sein soll: Den Weg in eine Zukunft, die solche zivilisatorischen Brüche schon in ihren Anfängen zu verhindern vermag, die statt dessen die Menschenwürde, den Dialog und die Versöhnung als wichtigste Normen ansieht, findet nur, wer sich der geschichtlichen Erfahrungen ehrlich versichert.
INHALT



Roland Sennewald
Das Kursächsische Heer im Dreißigjährigen Krieg
850 Seiten, Hardcover, € 98,00
978-3-86583-538-3
Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 steht wie wenige andere Ereignisse in der europäischen Geschichte für ein in seinen Konsequenzen desaströses Ringen um Macht und Vorherrschaft zwischen den wichtigsten Mächten des Kontinents. Ganz wesentlich ereigneten sich die Kampfhandlungen des Dreißigjährigen Kriegs auf deutschem Boden. Nicht zuletzt wird an den Dreißigjährigen Krieg hierzulande besonders intensiv erinnert, weil die deutschen Heere außergewöhnlich nachhaltig in dieses Geschehen eingebunden waren. Zu diesen Streitkräften zählte auch das Kursächsische Heer, dessen Weg in diesen drei Jahrzehnten in diesem Buch detailreich und umfassend nachgezeichnet wird. Der Autor wählt dabei eine Perspektive, die weit über die Rekonstruktion des Schlachtgeschehens und die militärischen Aspekte des blutigen Ringens hinausgeht. Der Chronologie folgend und die jeweilige Position des Heeres exakt fixierend, wendet sich Roland Sennewald einer Fülle von Geschichtspunkten zu, die der Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte des Dreißigjährigen Krieges zuzurechnen sind. Ihn interessieren Struktur und Ausstattung der Truppe ebenso wie die Organisation des militärischen Lebens, militärische Bekleidungsstücke werden ebenso exakt beschrieben wie Fahnen und Standarten, Techniken des Kampfes finden ebenso sein Interesse wie die Innovationen der Bewaffnung. Aber auch Fragen des Alltags, die logistischen Probleme der Unterhaltung einer solchen Armee oder die Beziehungen zwischen Heer und Bevölkerung finden seine Aufmerksamkeit. Entlang der zeitlichen Abfolge entsteht so ein mit fast minutiöser Genauigkeit gezeichnetes Bild vom Kampf Kursächsischer Truppen in diesem verheerenden Krieg. Die Quellengrundlage ist dabei außergewöhnlich breit gefächert. Sie reicht von überlieferten schriftlichen Dokumenten und Zeitzeugenaussagen bis zu Gemälden und anderen Formen künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Geschehen.
Der reich illustrierte Band erhebt daher auch den Anspruch, eine kaum überschaubare Zahl von Mosaiksteinen zu diesem Krieg in Mitteldeutschland erstmals so umfassend zu ordnen und in einer chronologischen Abfolge dem Leser zu unterbreiten. Ein reiches Panorama zu einem erregenden Abschnitt europäischer Geschichte erwartet seine Leser.


Eckhard Müller-Mertens
Existenz zwischen den Fronten
Analytische Memoiren oder Report zur Weltanschauung und geistig-politischen Einstellung
554 Seiten, Hardcover, 49,00
978-3-86583-535-2
Die Entwicklung der Weltanschauung und geistig-politischen Einstellung des Autors, Jahrgang 1923, emeritierter Professor für Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität, Mitglied und Ehrenmitglied fachwissenschaftlicher Gremien, vollzog sich mit einem zweimaligen Wechsel der Paradigmen: 1949 von der „Bürgerlichkeit“ zum „Marxismus“, 1959 bis 1963 vom „Marxismus“ zu einem eigenen Menschen- und Geschichtsbild.
Eckhard Müller-Mertens schreibt nicht aus der Erinnerung und nicht anekdotisch über sein Leben. Er bietet authentisch und kompetent Analysen gravierender Vorgänge in der Geschichtswissenschaft der DDR wie den Wissenschaftsbeziehungen zwischen Ost und West. Er präsentiert durchgehend und dicht Zeitzeugnisse aus seinem Schriftgut und in der DDR geheim gehaltene Manuskripte, so die radikal systemkritische Analyse der Gesellschaftsstruktur und des politischen Regimes in der Sowjetunion und den Ostblockstaaten. Darauf gründen sich die tragende zeitgeschichtliche Aussage des Autors und der objektive Quellenwert seiner persönlich schonungslosen Bilanz.
Mitte der 90er Jahre in einer von Grund auf veränderten Lebenswelt zur eigenen Rechenschaftslegung und Vergewisserung verfaßt, sind die „Analytischen Memoiren“ ein beeindruckendes Zeitdokument für den Epochenumbruch der Jahre von 1989 bis 1991 aus der Perspektive eines langen Forscherlebens zwischen Weimarer Republik, Drittem Reich, Kaltem Krieg und realem ostdeutschen Sozialismus.


Josef Koch
Die „Wolfgang-Rosenthal-Klinik“ in Thallwitz 1943-1994
Ein schwieriges Kapitel Leipziger Universitätsgeschichte
250 Seiten, Hardcover, € 32,00
978-3-86583-536-9
Genese, Werden und Wachsen, aber auch Stagnation und Abstieg der "Wolfgang-Rosenthal-Klinik" Thallwitz für Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Nasenfehlbildungen sind bereits aus medizinhistorischer Sicht ein erregendes Thema, dessen zahlreiche Facetten der weiteren Forschung offenstehen. Eine noch viel breitere Resonanz und ein Interesse über den Kreis der engeren Fachleute hinaus dürfen die politischen Implikationen beanspruchen, die in der Zeit des Nationalsozialismus und der DDR die Geschichte der Klinik begleitet und zeitweise direkt geprägt haben. Hierzu leistet der Band einen kaum zu überschätzenden Beitrag. Er erinnert mit einem sensibel gezeichneten Porträt an den Namensgeber der Klinik, den die unheilvollen Verschränkungen von nationalsozialistischer Politik und Rassenwahn fast das Leben gekostet hätten und dem es trotz mancher Widrigkeiten gelang, die Klinik nach dem Zweiten Weltkrieg zu internationaler Anerkennung zu führen. Nach dessen Ausscheiden führte ein Ränkespiel der Macht die Klinik an den Rand der Selbstzerstörung. Nur mühevoll und unter zuletzt sich dramatisch verschlechternden äußeren Bedingungen gelang es, dies abzuwenden. Mittlerweile ist die "Wolfgang-Rosenthal-Klinik" in den medizinischen Einrichtungen der Leipziger Universität aufgegangen, hier scheinen sich ihre Spuren überraschend schnell zu verwischen. Indem der Band Höhen und Tiefen der Geschichte der Klinik erkundet, leistet er in der Befassung wie Bewältigung eines unbequemen Kapitels der Geschichte der Alma mater Lipsiensis im zurückliegende Jahrhundert Vorbildliches.
Inhaltsverzeichnis

Karl von Holtei (1798-1880)
Leben und Werk.
Fragestellungen – Differenzierungen – Auswertungen
Herausgegeben von Leszek Dziemianko, Marek Halub
400 Seiten, Hardcover, € 36,00
978-3-86583-537-6


Judith Matzke
Gesandtschaftswesen und diplomatischer Dienst Sachsens 1694-1763
456 Seiten, Hardcover, € 62,00
978-3-86583-499-7
Mit dem Erwerb der polnischen Krone 1697 versuchte der sächsische Kurfürst, ähnlich anderen Reichsfürsten im 17. und 18. Jahrhundert, den Status einer deutschen Mittelmacht zu überwinden und seine Position im europäischen Staatensystem aufzuwerten. Die Union mit Polen stellte vollkommen neue Anforderungen an die sächsische Außenpolitik und ihre Strukturen und machte den Unterhalt angemessener Außenvertretungen notwendig. Diese Arbeit geht anhand des diplomatischen Dienstes der Stellung Kursachsens während der Verbindung mit der Krone Polens im Reich und in Europa nach. Zugrunde liegt ein breiter methodischer Zugang mit verwaltungs-, sozial- und kulturgeschichtlichem Ansatz. Der mit der Thronbesteigung in Polen rasant einsetzende Aufbau eines sächsischen Gesandtschaftsnetzes wird ebenso analysiert wie seine Organisation, Funktionsweise und Finanzierung. Studien zu Verantwortlichkeiten im Bereich der Außenpolitik, zu Handlungsspielräumen der Diplomaten sowie zu kommunikativen und zeremoniellen Strategien fürstlicher Repräsentation rücken außerdem die Akteure stärker in den Mittelpunkt.


Frank Metasch
Exulanten in Dresden
Einwanderung und Integration von Glaubensflüchtlingen im 17. und 18. Jahrhundert
321 Seiten, Hardcover, € 49,00
978-3-86583-137-8
Die Frühe Neuzeit wurde maßgeblich von der Idee bestimmt, dass nur die konfessionelle Einheit des Staates politische Stabilität garantiere. Die meisten europäischen Fürsten folgten diesem Grundsatz und verlangten von ihren Untertanen, sich entweder zur offiziellen landeseinheitlichen Glaubensrichtung zu bekennen oder zu emigrieren. Mehrere Hunderttausend Menschen waren so in Europa gezwungen, für ihre religiöse Überzeugung die Heimat zu verlassen. Für die protestantischen Glaubensflüchtlinge aus den habsburgisch-österreichischen Ländern war lange Zeit die kursächsische Residenzstadt Dresden eines der wichtigsten Ziele. Insbesondere Emigranten aus dem Königreich Böhmen ließen sich hier im 17. und 18. Jahrhundert nieder. Die von ihnen gegründete böhmische Gemeinde prägte über Jahrhunderte hinweg das städtische Bild.
Diese Studie bietet erstmalig einen Überblick zur konfessionell bedingten Einwanderung in Dresden. Neben der Beschreibung der verschiedenen Migrationswellen und der obrigkeitlichen Aufnahmepolitik steht vor allem die Integration der neuen Einwohner im Mittelpunkt. Die Arbeit bietet damit nicht nur Antworten auf bislang offene Fragen zur Dresdner Stadtgeschichte, sie leistet auch einen wichtigen Beitrag zur sächsischen Landesgeschichte und zur Migrationsgeschichte der Frühen Neuzeit.

Zwischen Konfrontation und Verflechtung
Personal und Insassen von Totalen Institutionen
Herausgegeben von Falk Bretschneider, Martin Scheutz, Alfred Stefan Weiß
368 Seiten, Hardcover, € 39,00
978-3-86583-503-1
Erving Goffmans soziologisches Konzept der „Totalen Institution“ spielte auch für die historische Untersuchung von „Orten der Verwahrung“ eine große Rolle. Ging der Soziologe von klar geschiedenen „Welten“ des Personals und der Insassen aus, so zeigen die in diesem Band versammelten, auf eine Tagung am Institut für Österreichische Geschichtsforschung in Wien (Oktober 2009) zurückgehenden Beiträge ein deutlich anderes Bild: Die sozialen Milieus in den Anstalten waren durchmischt und eine klare Scheidelinie zwischen Personal und Insassen bestand nicht. An der zwiespältigen Figur des zwischen Insassen und Personal angesiedelten Geistlichen wird diese Problematik besonders deutlich. Ziel des Bandes ist die vergleichende Untersuchung der Organisationsformen von Gefangenenlagern, Klöstern, Zuchthäusern oder auch Spitälern. Die hier vorgestellten Befunde entsprechen nicht dem bislang in der Forschung vorherrschenden Bild einer permanenten Konfrontation zwischen Insassen und Personal in diesen in ihrer Ausrichtung durchaus unterschiedlichen Anstalten: Vielmehr lagen Verflechtung und Konfrontation, Disziplinierung und Kooperation stets eng nebeneinander.


Anja Roye
On the Time Course of Processing Personally Significant Sounds
85 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-523-9
Anecdotal reports and also empirical observations suggest a preferential processing of personally significant sounds. The utterance of one’s own name, the ringing of one’s own telephone or the like, appear to be effective for capturing attention. However, there is a lack of knowledge about the time course and perceptual consequences that underlie the voluntary and the involuntary detection of personally significant sounds. The present thesis reports three main experiments, in which active and passive listening paradigms were applied to investigate this detection process using electrophysiological and psychophysical methods. To vary the personal significance, SMS ringtones of the participant’s own mobile phone and ringtones of others have been used. In a classic oddball paradigm applied in Experiment I, it has been demonstrated that this specific retrieval of sound features stored in long-term memory (LTM) followed physical deviance detection but occurred prior to involuntary attentional orienting that may give rise to further evaluation. Although, no physically salient deviation may have triggered LTM access in Experiment II, the effect reflecting the detection of a personally significant sound could be replicated. Additionally, an enhanced evoked oscillatory activity (35-75 Hz) to one’s own ringtone indicated the initial experience-based match of auditory input with memory templates at a stage of processing when the first sensory stimulus representation is just being built. Experiment III applied a training approach. Electrophysiological results suggested that the effect which was interpreted to reflect detection of a personally significant sound could not be reduced to a preferential processing of the self-selected stimulus. Measured behavioural detection thresholds to trained and untrained sounds gave first hints that lowered thresholds based on the individual experience with a sound may be one contributing factor that underlies the “effect of the own name”.

Maria Häusl (Hg.)
„Tochter Zion auf dem Weg zum himmlischen Jerusalem“
Rezeptionslinien der Stadtfrau Zion“ von den späten alttestamentlichen Texten bis zu den Werken der Kirchenväter
220 Seiten, Broschur, €  19,00
978-3-86583-526-0
Die Stadtfrau Jerusalem interdisziplinär in den Blick genommen: Der Band vereint Studien zur Rezeption und theologischen Deutung des Jerusalem-Motivs vom 3. vorchristlichen bis zum Ende des 2. nachchristlichen Jahrhunderts. An ausgewählten alt- und neutestamentlichen Texten sowie an frühchristlichen Schriften lässt sich zeigen, wie die weibliche Figur der Stadt an den zentralen theologischen Entwicklungen dieser Zeit Anteil hat und sich darin bricht und verändert. Grundlegend ist hierbei die Beobachtung, dass Jerusalem in dieser Zeit nicht mehr nur die konkrete Stadt bezeichnet, sondern als flexibles Zeichensystem in ganz verschiedene theologische Konzepte eingebaut wird.  Inhalt

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Franz-Fischer-Jahrbuch für Philosophie und Pädagogik Band 16

Reinhard Aulke, Anne Fischer-Buck, Anton Fischer, Karl-Heinz Schäfer, Detlef Zöllner (Hg.)
Situationspädagogik
Ausblicke auf ein Lebenswerk – Anne Fischer-Buck wird 90
162 Seiten, Broschur, €  15,00
978-3-86583-553-6
Aus dem Inhalt:
Franz Fischer: Die Neue Universität (1969)
Detlef Zöllner: Äußeres und Inneres zur Einheit bringen. Parallelen zwischen Anne Fischer-Bucks Situationspädagogik und der Gehirnforschung
Thomas Altfelix: Die Resilienz des Sinnes. Anne Fischer-Bucks Beitrag zur Pädagogik
Moritz Fischer: „Philosophie, die Brot wird …“ Anne Fischer-Bucks und Franz Fischers Kreativität zwischen Ansatz und Vollendung
Gabriele Weiß: Theoretisches Gewissen in erziehungswissenschaftlichen Denkkollektiven
Roland Fischer: Bildung und Bewußtsein der Gesellschaft
Klaus Dörner: Das Dritte in der zwischenmenschlichen Beziehung
Anne Fischer-Buck: Das Dritte zwischen Sozialpsychiatrie und Sinnpädagogik
Briefe zum Norderstedter Vortrag von Klaus Dörner
Anne Fischer-Buck: Übertragung von Franz Fischers Bildungsstrukturen in Strukturen der Situationspädagogik
Detlef Zöllner zu Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation von Michael Tomasello


Volkmar Hellfritzsch
Studien zur Namenüberlieferung in Mitteldeutschland
Die Personen- und Ortsnamen im Terminierbuch (Liber Benefactorum) des Zwickauer Franziskanerklosters (um 1460)
214 Seiten, Broschur, €  29,00
978-3-86583-545-1
Diese Untersuchung behandelt die Orts- und Personennamen des Terminierbuchs der Zwickauer Franziskaner, einer bislang nicht publizierten, zumindest für Ostmitteldeutschland einzigartigen Handschrift. Der Liber benefactorum gehört zu den ältesten und umfangreichsten personengeschichtlichen Quellen des westlichen Erzgebirges und seiner Vorlande sowie des (nord)östlichen Vogtlandes. Die um 1460 begonnenen Aufzeichnungen der Zwickauer Bettelmönche überliefern mehr als 300 Ortsnamen – darunter zahlreiche Erst- und Frühbelege – und weit über 10 000 Personennamen, vorwiegend aus den Dörfern. Die zudem vergleichsweise starke Repräsentanz von Rufnamen der Frauen und in der Regel mehrere Generationen einer Familie umfassende Vermerke ermöglichen kulturhistorisch und kultursoziologisch aufschlussreiche Einblicke in die Namengebung der Landbevölkerung um die Mitte des 15. Jahrhunderts und wichtige Ergänzungen vorliegender Arbeiten zur Sprach- und Namengeschichte Südwestsachsens. Die onomastisch-sprachwissenschaftliche Zielstellung dieser Arbeit dürfte darüber hinaus sowohl einer künftigen quellenkritischen Edition als auch all denjenigen Personen zugute kommen, die das stellenweise schwer zu entziffernde Terminierbuch aus Gründen genealogischer Recherche zur Hand nehmen.


Oto Potluka et al.
Impact of EU Cohesion Policy in Central Europe
142 Seiten, Broschur, € 22,00
978-3-86583-541-3
Since its adoption in the 1980s the EU Cohesion Policy has proved to be one of the most vigorous EU policies. The Eastern Enlargement of the European Union in 2004 was a historical turning point not only for the New Member States, but for the European Union as well. Thenceforth Cohesion Funds for the most part have flown to Central and Eastern Europe. This publication analyses the impacts and changes that the EU cohesion policy brought to the countries in Central Europe. The first part of the book concerns the Structural Funds' assistance to enterprises. The second part focuses on the impact the Structural Funds have had on the civil society. The articles of the collected volume discuss the pros and cons of the European Cohesion Policy in the Central European countries. There is no doubt that the resources of the Cohesion Funds, when used by the appropriate means, engendered many positive effects. However, there are some aspects that limit the positive effects. Therefore an improvement of the Cohesion Funds Programme is necessary, a task to be solved within the negotiations for the programming period 2014-2020. This publication is a contribution to the ongoing discussion.

Sabine Bechtel
Alfred Karl Hermann Schultze (1864-1946)
Leben und Werk
307 Seiten, Broschur, €  25,00
978-3-86583-521-5
„Ein Künder deutschen Rechts“ – so titelte die Leipziger Volkszeitung am 25. Februar 1934 aus Anlass des 70. Geburtstages Alfred Karl Hermann Schultzes. Zu diesem Zeitpunkt hält der Professor an der Universität Leipzig weiterhin Vorlesungen zur Deutschen Rechtsgeschichte und tut dies noch bis kurz vor seinem Tode – ein Leben ganz und gar gewidmet der juristischen Wissenschaft. Zahlreiche Publikationen auf dem Gebiet der Rechtsgeschichte und des kirchlichen Rechts zeugen von Schultzes Verdiensten um die Forschung des Faches. Den bedeutendsten Beitrag lieferte er jedoch mit seiner Abhandlung „Augustin und der Seelteil des germanischen Erbrechts“, in der er alle frühmittelalterlichen Quellen zur postmortalen Verfügungsfreiheit einer rechtsvergleichenden Betrachtung unterzog – ein Versuch, der danach nie wieder unternommen wurde, weshalb die Untersuchung bis heute bleibenden Wert behalten hat. Anhand von persönlichen Dokumenten, Erinnerungen von Zeitzeugen, archivalischen Quellen und Alfred Schultzes Schriften zeichnet Sabine Bechtel die Lebenslinien dieses bedeutenden Vertreters der deutschen Rechtsgeschichte nach, ordnet sein Werk in den Zusammenhang der zeitgenössischen rechtshistorischen Wissenschaft ein und erschließt dessen Bedeutung für die heutige Forschung.

Bernd-Rüdiger Kern (Hg.)
Code Civil
167 Seiten, Broschur, €  22,00
978-386583-319-8
Während seiner Verbannung auf die Insel St. Helena zog Napoleon eine erstaunliche Bilanz: „Mein wirklicher Ruhm liegt nicht in den vierzig Schlachten begründet, die ich gewonnen habe. Seit Waterloo ist alles dahin. Aber mein Code Napoléon wird nicht vergessen werden, er wird für immer leben.“ Warum Napoleon dem heute als Code civil bekannten Gesetzestext eine solche Bedeutung beimisst, wird nachvollziehbar, wenn man sich den Zustand des französischen Rechts vor der Revolution von 1789 vor Augen führt, wenn man die Entstehungsgeschichte des Code civil und die Rolle, die der Kaiser dabei spielte, seinen Aufbau, seinen Inhalt, seine politische und internationale Bedeutung und seine Fortentwicklung bis in die Gegenwart verfolgt. Der Code civil ist bis zum heutigen Tag das Herzstück des französischen Zivilrechts. Er ist 1804 als Leitbild einer modernen und aufgeklärten Gesetzgebung der damaligen Zeit in Kraft getreten, er ist entsprechend der damaligen großen politischen imperialen Bedeutung Frankreichs von vielen anderen Staaten übernommen worden, galt lange als Musterbeispiel einer Kodifikation der Aufklärungszeit und als juristischer wie kultureller Exportartikel Frankreichs und ist auch heute noch, trotz seiner zweihundert Jahre, voller Lebenskraft. Dieser Band widmet sich neben der Entstehung und Bedeutung des Code civil auch der Rezeption des Gesetzestextes in Deutschland und seinem Einfluss auf die hiesige Rechtssprechung und untersucht, ob die ihm oft zugeschriebene Modernität heute tatsächlich noch gegeben ist.


Katja Saupe
Intermodal Selective Attention in the Human EEG
Investigated Using Steady-State Responses
117 Seiten, Broschur, € 30,00
978-3-86583-501-7
An important function of attention is the selection of information from our complex sensory environment. It is generally assumed that a collection of hierarchical filters provides various levels of selection. One of these levels is considered to select information among sensory modalities, which leads to amplified processing of stimuli in the attended modality compared to stimuli in the unattended modality (intermodal attention). In this thesis five electroencephalographic (EEG) experiments were conducted, investigating the influence of intermodal attention on steady-state responses (SSRs). Steady-state responses are continuous oscillatory brain responses elicited by periodic stimulation, such as flickering visual stimuli (vSSR) or amplitude modulations in a sound (aSSR).In the first two experiments, attention effects for the aSSR were compared to modulations in the event related potential (ERP) during transient stimulation. Differences in the time course and topographies of attention effects in both brain responses suggest that they might indicate different aspects or processing levels of intermodal attention.The steady-state response has the same fundamental frequency as the periodic rhythm of the stimulation, and thus allows the investigation of the neural dynamics involved in sustained attention to multiple stimuli. Thus, sustained intermodal attention was investigated for the aSSR and vSSR simultaneously in the following three experiments during detection and discrimination tasks. Although aSSR and vSSR were mainly modulated in modality-specific areas, source analyses point towards the additional involvement of a supramodal attention network in intermodal attention, with attentional modulations found in multisensory areas but also in non-preferred modality-specific areas. The illustrated modulation of the SSRs during intermodal stimulation shown in these experiments could open a whole new and exciting avenue of research to uncover basic neural mechanisms of intermodal attention in the human brain.

Joachim Klose (Hg.)
Ohnmacht der Studentenräte?
Wolfgang Natonek und die Studentenräte nach 1945 an der Universität Leipzig
120 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-86583-542-0
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Wunsch nach einem demokratischen Neubeginn in allen Bereichen des öffentlichen Lebens groß. An der Universität Leipzig wählte die Studentenschaft 1947 auf demokratischem Wege ihre Vertretung, den Studentenrat. Doch die Institution mit ihrem Vorsitzenden Wolfgang Natonek, der entschlossen für Demokratie eintrat, wurde innerhalb der sowjetischen Besatzungszone bald zur Zielscheibe der sich etablierenden Staatsmacht. Unter Einsatz repressiver Maßnahmen wurde der Studentenrat letztlich an das sozialistische System der SBZ/DDR angepasst und verlor seinen demokratischen Charakter. Das Engagement Wolfgang Natoneks gilt als Symbol für den studentischen Widerstand gegen das SED-Regime sowie den Drang nach geistiger wie politischer Freiheit und war Schwerpunkt der im April 2010 in Leipzig veranstalteten zweiten „Belter Dialoge“. Dieser Band ist die schriftliche Fassung der Veranstaltung. Er erinnert an das Wirken des Leipziger Studentenrats nach Kriegsende und fragt nach der aktuellen Bedeutung studentischen Engagements für Politik und Gesellschaft. Die „Belter Dialoge“, eine Kooperation der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. und der Universität Leipzig, finden einmal jährlich statt und machen die verschiedenen Aspekte des Terrors der zweiten deutschen Diktatur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Sie sollen Aufruf und Mahnung sein, sich aktiv für die Demokratie zu engagieren.

Poetische Welt(en)
Herausgegeben von Martin Blawid, Katrin Henzel
347 Seiten, Hardcover, € 29,00
978-3-86583-522-2
„Magie ist die Kunst, die Sinnenwelt willkürlich zu gebrauchen“, formuliert Friedrich von Hardenberg um 1800 als Nachdenken über Poesie. Diese fange – indem sie als Medium der Magie dient – Bilder der Sinnenwelt demnach nicht nur ein; sie „gebrauche“ sie zielgerichtet und bewusst. Das Ergebnis dieses Prozesses, der sowohl die Aufnahme als auch die kreative Neustrukturierung der Sinneswahrnehmung umfasst, lässt sich als ‚poetische Welt‘ beschreiben, als Raum, in dem der erfahrbaren Welt durch das Medium der Literatur eine neue, phantasievolle Ausdrucksmöglichkeit eröffnet wird. So kann diese Definition von Poesie durchaus als eine moderne Beschreibung des Phänomens der Literatur betrachtet werden, die ihren Lesern eine mögliche Deutung der Welt anbietet. Als Ergebnis entstehen kunstvoll konstruierte und kreativ-subjektive Imaginationen, poetische Welt(en), mit denen sich die vorliegende Sammlung von Aufsätzen beschäftigt. 

Detlef Döring (Hg.)
Stadt und Universität Leipzig
Beiträge zu einer 600-jährigen wechselvollen Geschichte
373 Seiten, Hardcover, € 49,00
978-3-86583-510-9
Leipzig beherbergt seit 1409 eine Universität, die heute zu den ältesten deutschen Hochschulen zählt. Ihr Einfluss auf den Charakter der spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Stadt, aber auch die Prägung der Universität durch ihre städtische Umgebung sind in der Forschung bislang selten aufgegriffen worden.
Die Beiträge dieses Bandes behandeln verschiedene Aspekte der sechshundertjährigen Geschichte der Beziehungen zwischen Stadt und Universität Leipzig, so das Verhältnis zwischen universitärer und außeruniversitärer Wissenschaft, das gemeinsame Schicksal in Zeiten kriegerischer Not, die bauliche Entwicklung der Hochschule innerhalb der Stadt, das städtisch eingebundene Alltagsleben von Professoren und Studenten und die familiären Verflechtungen zwischen dem Stadtbürgertum und den Universitätsgelehrten. Bei allen zeitweise aufkommenden Spannungen und Konflikten wird deutlich, dass Stadt und Universität in vielerlei Hinsicht voneinander profitierten. Ihre nationale und internationale Bedeutung in Vergangenheit und Gegenwart beruht nicht zuletzt auf ihrer hier an Beispielen geschilderten sich seit Jahrhunderten entwickelnden Symbiose. 

Uwe Wagner
Unternehmerisches Kulturengagement
am Beispiel der Musikförderung der Škoda Auto Deutschland GmbH
138 Seiten, Broschur, € 28,00
978-3-86583-407-2
Unternehmerische Kulturförderung ist kein einseitiges Beziehungsverhältnis – Unternehmen geben und nehmen, geförderte Künstler und Kulturinstitutionen erhalten und geben zurück. In dieser Studie werden die Rahmenbedingungen eines Sponsorings fallstudienhaft aus der Innensicht eines Unternehmens, der Škoda Auto Deutschland GmbH, geschildert. Diese Perspektive ist eher selten und dafür umso wichtiger, weil sie nicht nur die Argumente „pro Sponsoring“ enthält, sondern auch Restriktionen und Zweifel erahnen lässt, die einem Sponsoring begegnen. Bedeutsam sind auch die konkreten Vorschläge zur Optimierung des in diesem Band beschriebenen Unternehmenssponsorings, die allgemein genug gehalten sind, um aufzuzeigen, in welche Richtung die Professionalisierung des Sponsoringgewerbes gehen könnte.
Auf folgende Fragen gibt diese Arbeit Antwort: Warum engagieren sich Unternehmen in der Kultur? Warum ist ein Engagement in der Musik, speziell im Jazz, attraktiv für Unternehmen? Inwiefern ist eine praktische Anwendbarkeit der theoretischen Erkenntnisse gegeben? Welche Bedeutung und Folgen haben terminologische Schwierigkeiten im Bereich der unternehmerischen Kulturförderung? Was müssen Unternehmen, die sich im Bereich der Musik engagieren, beachten? Wie sieht das Kulturförderprogramm von Škoda Auto Deutschland GmbH aus und wie kann es noch verbessert werden?
Inhalt


Hans Martin Krämer, Jenny Rahel Oesterle, Ulrike Vordermark (ed.)
Labeling the Religious Self and Others:
Reciprocal Perceptions of Christians, Muslims, Hindus, Buddhists, and Confucians
in Medieval and Early Modern Times
156 Seiten, Broschur, € 12,00
978-3-86583-507-9
Inhalt


Die Humboldt-Universität Unter den Linden 1945 bis 1990
Zeitzeugen – Einblicke – Analysen in 30 Beiträgen herausgegeben von Wolfgang Girnus und Klaus Meier
653 Seiten, Hardcover,  € 49,00
978-3-86583-445-4
Am 10. Oktober 2010 feiert die Humboldt-Universität zu Berlin ihr 200-jähriges Jubiläum. Gemessen an anderen Universitäten ist sie noch nicht alt. Dennoch blickt sie – wie keine andere deutsche Universität – auf eine sehr bewegte Geschichte zurück. Von 1949 bis 90 war sie eine Elite-Universität für den akademischen Nachwuchs der DDR. Sie war Hochburg wissenschaftlicher Arbeit und Exzellenz im Osten Deutschlands. Sie war besonders betroffen von den heftig tobenden Stürmen des Kalten Krieges. Dabei war die Humboldt-Universität das eine oder andere Mal – aber letztlich viel zu wenig – eine Trutzburg für kritische Denker und kritisches Denken. Zwanzig Jahre nach der Wende vermochte mancher der Referenten und Diskutanten sich das erste Mal öffentlich kritisch und selbstkritisch zu äußern, was es für ihn bedeutet, Zeitzeuge gewesen zu sein: nämlich Akteur, Betroffener und (Mit-)Verantwortung Tragender.
INHALTSVERZEICHNIS


Sprache – Kultur – Darstellungsformen
Methodenprobleme in der Philosophie
Herausgegeben von Bettina Kremberg, Rainer Totzke
308 Seiten, Broschur, € 32,00
978-3-86583-517-8
Die Frage nach den richtigen Methoden des Philosophierens ist ein Dauerthema innerhalb der Philosophie. Entlang dieser Streitfrage verlaufen seit je die Abgrenzungslinien zwischen den verschiedenen philosophischen Richtungen. Und mit Bezug auf diese Frage werden häufig auch entsprechende Abgrenzungsstrategien entworfen. Bei einer allzu rigiden Verfolgung solcher Strategien besteht allerdings die Gefahr, dass der Methodenstreit selbst nicht mehr wirklich in produktiver Weise geführt – und d.h. auch: immer wieder neu angeeignet – wird. Dieser Band nimmt sich der Methodenfrage an und tritt dem Problem aus verschiedenen Blickwinkeln entgegen. Neben einer sprachlichen Perspektive nähern sich die Autoren dem Thema aus kultureller und symboltheoretischer Perspektive. Will man die thematischen Überlegungen zu diesem Band leitmotivisch zusammenfassen, geht es insgesamt darum, auszuleuchten, welchen – möglicherweise recht weiten – Begriff von Logik man unterstellen muss (bzw. welchen Begriff von Logik man entwickeln muss), wenn man weiterhin von der Logik (bzw. der logische Analyse) als der bestimmenden Methode der Philosophie sprechen können möchte.
INHALT


Helmut Bräuer
Kinderbettel und Bettelkinder Mitteleuropas zwischen 1500 und 1800
Beobachtungen – Thesen – Anregungen
158 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-511-6
Bislang wurden bettelnde Kinder der frühen Neuzeit vernachlässigt oder vorrangig als Anhang der Erwachsenen gesehen. Die Obrigkeit begriff sie aber schon seit dem Ausgang des Mittelalters als Gefahr für die Ordnung der Gesellschaft. Darauf macht der Autor mit seiner Studie über die Ursachen und Erscheinungen des kindlichen Bettels aufmerksam. Auf breiter Basis archivalischer Zeugnisse zeigt er ihre Lebensweise, verweist auf ihre Strategie des Bettels zwischen Dresden, Trier, Basel und Wien, führt an ihre Wohnplätze, macht auf Krankheiten und die Beziehungen zu ihren Eltern aufmerksam, demonstriert ihr Dasein in der Compagnie und beleuchtet den Zusammenhang von Bettel, Hexen und Tod.
Inhalt


Der »akademische« Schumann und die Jenaer Promotion von 1840
Herausgegeben von Joachim Bauer, Jens Blecher
315 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-530-7
Anlässlich des 200. Geburtstages von Robert Schumann im Jahr 2010 organisierte das Universitätsarchiv Jena in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Universitätsarchiv eine Kabinettausstellung und begab sich damit auf die Spuren der recht beachtlichen Musiktradition und –kultur der Alma mater Jenensis in ihrer „klassischen“ Periode um 1800 und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dieser Begleitband richtet sich sowohl an Wissenschaftler als auch an das interessierte Lesepublikum. In neun Fallstudien werden die Stationen des „akademische Lebens“ Robert Schumanns, seine Promotion, die Schumann-Rezeption in Jena sowie Jena-Bezüge der Familiengeschichte anhand bisher unveröffentlichter Akten dokumentiert. Dazu wird auch der Promotionsvorgang von 1840 neu ediert. Die Beiträge machen deutlich, dass die Promotion Schumanns kein Einzelfall war, sondern am Beginn einer ganzen Reihe von Musiker-Promotionen in Jena steht. In dieser Hinsicht zeichnet die Alma mater Jenensis eine Kontinuität aus, wie sie kaum eine andere deutsche Universität des 19. Jahrhunderts aufzuweisen hat.
INHALT


Aktuelle Probleme und Perspektiven universitärer Fachdidaktiken
Herausgegeben von Alfons Kenkmann
141 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-86583-448-5
Mit diesem Buch erscheint der zweite Band der Publikationsreihe des Zentrums für Lehrerbildung und Schulforschung (ZLS) der Universität Leipzig. Er stellt Forschungsprojekte aus den verschiedenen Bereichsdidaktiken vor und zeichnet damit die Bedeutsamkeit und Vielfältigkeit der fachdidaktischen Forschung nach, die ihr innerhalb der Lehrerbildung zukommt. Er ermöglicht so einen Einblick in den Stand der Selbstverortung und Selbstreflexion der universitären Fachdidaktiken innerhalb der Lehrerbildung an der Universität Leipzig.
Inhaltsverzeichnis


Kathi Beier, Peter Heuer (Hg.)
Ontologie
 Zur Aktualität einer umstrittenen Disziplin
 250 Seiten, Broschur, € 30,00
978-3-86583-516-1
Die Philosophie der Gegenwart erlebt eine Renaissance der Ontologie, die nahezu all ihre Teildisziplinen erfasst – die Logik ebenso wie die Ethik, die Naturphilosophie ebenso wie die Philosophie der Theologie. Dies zeigen auch die Beiträge in diesem Band, der die Aktualität metaphysischer Fragen verdeutlichen und insbesondere aufzeigen möchte, dass und warum die Debatte um die Ontologie notwendig ist.
Inhalt


Kristina Skorniakova
Moderne Transzendenz
Wie Goethes Wilhelm-Meister-Romane Sinn machen
419 Seiten, Hardcover, € 29,90
978-3-86583-513-0
In der Goethezeit entstand eine neue Funktion der Poesie. Wilhelm Meisters theatralische Sendung prüft das Konzept Genie auf seine Fähigkeit, zwischen Immanenz und Transzendenz zu vermitteln. Wilhelm Meisters Lehrjahren liegt ein Bildungskonzept zugrunde, das eine Verbindung zwischen Besonderem und Allgemeinem, Individuum und Gesellschaft, Ich und Totalität intendiert. In Wilhelm Meisters Wanderjahren gerät die Erzähltechnik aus den Fugen, um ein Konzept von Tätigkeit zu offenbaren, das immanente und transzendente Elemente einschließt. Inwiefern diese Konzepte „Sinn machen“, die Funktion der Religion per Poesie zu übernehmen in der Lage sind, zeigt die vorliegende Untersuchung. Auf diesbezügliche Schwierigkeiten und Probleme im Rahmen der Entstehungszeit von Goethes Texten bezieht sich der Titel der Arbeit: „Moderne Transzendenz“.

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Zwischen Emotion und Kalkül
'Heimat' als Argument im Prozess der Moderne
Herausgegeben von Manfred Seifert
242 Seiten, Hardcover, € 44,00
978-3-86583-508-6
Heimat, Lokalität und Regionalbezüge sind gerade in der Gegenwart kulturwissenschaftlich neu zu reflektierende Größen geworden. Denn Umbrüche vollziehen sich auf wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Feld: Lebenswelten werden zunehmend flexibel; Arbeitsmarkt und Wirtschaftshandeln internationalisieren sich, ihre Orientierung an verbindlichen Regeln wird schwächer. In diesem Zusammenhang hat die Annahme deutlicher Raumgebundenheit von Kultur an Geltung verloren. Damit stellt sich die Frage neu, welcher Stellenwert der Ortsbezogenheit in der Moderne zukommt und wie diese hergestellt wird. Der konkrete Ort als identitätsstiftender Raum gibt sich dabei als Produkt sozialer Praxis und symbolischer Zuschreibungen zu erkennen. Und er verliert offensichtlich nicht an Relevanz. Die Muster raumbezogener Beheimatung, die sich in Reaktion auf die Zumutungen der Moderne herausgebildet haben, unterliegen freilich einem deutlichen Wandel.
Inhaltsverzeichnis


Klaus Schuhmann
Rezeptionsgeschichte als Zeitgeschichte
Goethe, Schiller, Hölderlin und Heine
im literaturgeschichtlichen Kontext des 20. Jahrhunderts
340 Seiten, Broschur, € 29,00
978-3-86583-514-7
„Wer den Dichter will verstehen, muß in Dichterlande gehn'“, dieser Wegweisung Goethes mit Bezug auf lokale Einflüsse auf die Literatur ist ebenso zuzustimmen wie dem Umkehrschluss auf zeitlicher Ebene: Wer das Textpotential Goethes und seiner Zeitgenossen Schiller, Hölderlin und Heine ermessen und deren Wirkung auf die nachgeborenen Autoren feststellen will, der muss sich auf Spurensuche bei den Schriftstellern begeben, die in der zweiten Hälfte des 19. und während des 20. Jahrhunderts lebten. Die in diesem Buch dokumentierten Wechselwirkungen sind integraler Bestandteil des Verbundsystems Literatur und dialektisch bestimmt von Anziehung und Abstoßung. So bezeugen die hier behandelten Texte eine vielschichtige Interaktion, die von der Bezugnahme auf eine von den genannten Schriftstellern stammende literarische Vorlage (Anziehung) bis zur Neuschöpfung durch Eingriff und Abwandlung der Vorlage (Abstoßung) reicht. Die intertextuellen Funde, die bei dieser Recherche zutage treten, rufen einerseits den Urtext als Vorlage in Erinnerung und sorgen auf diese Weise für die mittelbare Präsenz von Goethe, Schiller, Hölderlin oder Heine. Andererseits handelt es sich durchaus um Neuschöpfungen, deren Verfasser in den so entstandenen Gebilden nicht weniger präsent sind. Vor allem aber spiegeln sich in diesen Texten die Zeitläufe und deren spezifische Gegebenheiten, denen sie letztlich ihre Entstehung verdanken.


Lutz Warnicke, Nadine Baethke, Juliane Wagnitz
Der Breitensport im DDR-Fernsehen
Seine prinzipielle Berücksichtigung in der Sportberichterstattung
und die Leipziger Turn- und Sportfeste
als Fernsehhöhepunkte der Breitensportbewegung
237 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-496-6
Die bisherigen Untersuchungen des Forschungsprojekts „Sportfernsehen. Die Entwicklung eines Programmschwerpunktes im DDR-Fernsehen“ konnten den Programmmachern trotz der ideologischen Verpflichtungen des DDR-Fernsehens unter dem Führungsanspruch der kommunistischen Partei- und Staatsführung eine vorwiegend sachliche Art der Berichterstattung vom aktuellen nationalen oder internationalen (Leistungs)Sportgeschehen bescheinigen. Dennoch gibt es immer wieder Kommentare, die dem DDR-Sportfernsehen eine massive ideologische Beeinflussung unterstellen, welche sich in den Sportsendungen deutlich widergespiegelt habe. Eine Möglichkeit wäre, dass sich diese politischen Überformungen des Sports im DDR-Fernsehen auf dem bislang noch wenig beachteten Gebiet der Sportpublizistik finden lassen. Dieser Programmbereich hatte sich inhaltlich in erster Linie mit dem Breiten- und Volkssport auseinanderzusetzen, um über diese volksnahe Ebene Wesen und Funktion des sozialistischen Sports zu thematisieren. Mit diesem Band wird nunmehr versucht, diesen Programmbereich der Sportberichterstattung verstärkt in die Programmgeschichtsforschung mit aufzunehmen und seiner Repräsentation im Fernsehen einer komplexen Analyse zu unterziehen. 

Siegfried Protz, Detlef Zöllner
Eine kurze Geschichte des Unterrichts
Problemgeschichtliche Studien
372 Seiten, Broschur, € 32,00
978-3-86583-525-3
Bei den in diesem Buch beschriebenen Unterrichtskonzeptionen aus einem Zeitraum von über 2000 Jahren handelt es sich um Studien zu einer systematisch-problemgeschichtlichen Einführung zum Unterrichtsverständnis. Dieses Vorgehen beinhaltet Fragen, die sich uns heute stellen, und erörtert Unterrichtskonzeptionen der Geschichte so, dass diese sich als klassische Konzeptionen unter gegenwärtigen Fragestellungen erneut bewähren müssen und können. Dies schließt die Möglichkeit ein, diese Konzeptionen oder Theorien neu auszulegen und mit Hilfe dieser Konzeptionen oder Theorien heutige Fragen anders zu stellen und zu beantworten. Diese Studie soll dazu beitragen, die Entwicklungslinien aufzuhellen, die die heutige Problematik von Unterricht umfassend verständlich machen, und soll das Geschichtsbewusstsein der gegenwärtigen Generation von Lehramtsstudenten, Lehrern, aber auch von jungen Erziehungswissenschaftlern vertiefen helfen. Letztlich verhindert diese Vorgehensweise, hinter das Problemniveau zurückzufallen, das im pädagogischen, unterrichtstheoretischen Denken schon einmal erreicht worden ist.
INHALT


Andreas Michael Staufer
Ludwig Ebermayer
Leben und Werk des höchsten Anklägers der Weimarer Republik
unter besonderer Berücksichtigung seiner Tätigkeit im Medizin- und Strafrecht
374 Seiten, Broschur, € 36,00
978-3-86583-520-8
Ludwig Ebermayer (1858-1933) stand zwischen 1921 und 1926 als Oberreichsanwalt der Reichsanwaltschaft vor und wirkte somit als höchster Ankläger der Weimarer Republik. In seine Amtszeit fiel die Bewältigung der politisch stark umstrittenen „Leipziger Prozesse“, mit denen nach dem Ersten Weltkrieg Kriegsverbrechen geahndet wurden. Außerdem klagte Ebermayer die Beschuldigten der großen politischen Prozesse der 20er Jahre an, denen die Anschläge auf Matthias Erzberger, Walther Rathenau und Philipp Scheidemann zugrunde lagen, ebenso die Rädelsführer des Kapp-Lüttwitz-Putsches. Der erste Teil des Bandes behandelt das Leben Ludwig Ebermayers, seinen beruflichen und privaten Werdegang. Einen Schwerpunkt stellt seine Tätigkeit als Oberreichsanwalt dar. In diesem Zusammenhang werden die oben genannten Prozesse und weitere herausragende Fälle, jeweils eingebettet in den (rechts-)historischen Zusammenhang, geschildert. Der zweite Teil stellt Ebermayers literarisches Schaffen dar und beschäftigt sich zudem mit seinem Beitrag zur Strafrechtsreform und zum Medizinrecht. Die einzelnen medizinrechtlichen Themen werden ausführlich und unter Einbeziehung historischer Bezüge behandelt.
INHALT


Von der Politisierung der Medien zur Medialisierung des Politischen?
Zum Verhältnis von Medien, Öffentlichkeit und Politik im 20. Jahrhundert
Herausgegeben von Klaus Arnold, Christoph Classen, Susanne Kinnebrock, Edgar Lersch, Hans-Ulrich Wagner
471 Seiten, Broschur, € 32,00
978-3-86583-497-3
Lange Zeit wurde die Diskussion um das Verhältnis von Medien und Politik mit Blick auf die Politisierung der Medien, ihre vermeintlich erfolgreiche politische Instrumentalisierung und die damit einhergehenden Gefahren geführt eine Perspektive, die vor dem Hintergrund der Diktaturerfahrungen im 20. Jahrhundert nahe lag. Mittlerweile hat sich dies jedoch verändert. Das Konzept der Medialisierung betont umgekehrt den Einfluss der Medien auf den Wandel von Politik, die grundsätzliche Prägung und Verwandlung des Politischen durch Massenmedien.
Dieses Buch verfolgt das Ziel, anhand von historischen Fallstudien die vielfältigen Interdependenzen, Dynamiken und symbiotischen Beziehungen im Verhältnis von Medien und Politik seit dem Aufkommen der modernen Massenmedien näher zu beschreiben. Der Blick auf das gesamte 20. Jahrhundert zeigt, dass die zunehmende Präsenz der Massenmedien keineswegs erst im Fernseh- und Internetzeitalter zur Transformation des Politischen beigetragen hat. Die Langzeitanalyse der Koorientierung von Politik und Medien sowie des Ineinandergreifens von Politisierungs- und Medialisierungsprozessen relativiert Diagnosen, die aus der Gegenwartsperspektive heraus lediglich aktuelle Medialisierungsprozesse in den Blick nehmen und einseitig deren problematische Aspekte betonen. INHALT


Zuschauer als Störer
Stadionverbote und Regressansprüche
Herausgegeben von Rico Kauerhof, Sven Nagel, Mirko Zebisch
170 Seiten, Broschur, € 19,80
978-3-86583-529-1
In dieser Publikation lassen sich die Ergebnisse zweier Tagungen in Leipzig und Zürich nachlesen, die sich mit der Gewaltproblematik im Fußball beschäftigten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 8. Mai 2010 in Leipzig stand das BGH-Urteil zu den Stadienverboten sowie dessen tatsächliche und rechtliche Auswirkungen. Bei der Schweizer Tagung am 6. September 2010 wurde das Gewaltphänomen aus soziologischer, kriminologischer und rechtlicher Sicht beleuchtet, wobei neben den interdisziplinären Aspekten auch rechtsvergleichende Betrachtungen vorgenommen wurden.
INHALT


Dopingfragen
Herausgegeben von Rico Kauerhof, Sven Nagel, Mirko Zebisch
Dokumentation des 2. Leipziger Sportrechtstages 2008
148 Seiten, Broschur, € 19,80
978-3-86583-528-4
Der Tagungsband macht Ausführungen zu den WADA- und NADA-Codes 2009 und deren Umsetzung sowie zu dem im Jahr 2008 installierten Deutschen Sportschiedsgericht.
INHALT


Ist Theodor Litt für die gegenwärtige Hochschulpolitik aktuell?
Theodor-Litt-Jahrbuch Band 2010/7: Wissenschaft und Akademische Bildung
Herausgegeben von Peter Gutjahr-Löser, Dieter Schulz, Heinz-Werner Wollersheim
311 Seiten, Broschur, € 17,00
978-3-86583-527-7
Mit Band 7 des Theodor-Litt-Jahrbuchs legen die Herausgeber die anlässlich des XIII. Theodor-Litt-Symposions aus unterschiedlichen Perspektiven vorgetragenen Erörterungen und Analysen renommierter Wissenschaftler vor. Sie laden zugleich ein, die gefundenen Schlussfolgerungen verantwortlich zu einer Kurskorrektur und gegebenenfalls auch zu einer Neuvermessung des Bologna-Prozesses zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraumes zu bedenken und zu nutzen. Mit den jetzt vorliegenden Studien werden, die Diskussionen und Analysen zugleich weiterführend, kritische Würdigungen zum Verlauf und zum aktuellen Stand des Bologna-Prozesses in den Ländern Dänemark, Lettland, dem Vereinigten Königreich,Polen, Spanien und Tschechien vorgelegt. Sie alle geben u.a. Auskunft über die gegenwärtige Struktur der Lehrerbildung, ihre Veränderungen durch den Bologna-Prozess und nehmen ausdrücklich Bezug zum Stellenwert der „Berufswissenschaften“ in der Lehrerbildung. Außerdem bietet das Jahrbuch Raum, um ausgewählte Beiträge aus der Litt-Forschung aus dem zurückliegenden Jahr der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vorzustellen.
Inhalt


Raymond Kuehne
Henry Burkhardt
Ein Leben für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in der DDR
249 Seiten, Hardcover, € 29,00
978-3-86583-494-2
In keinem anderen Lebenslauf in der DDR widerspiegelt sich die Geschichte der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage so nachdrücklich wie in jenem Henry Burkhardts. Als ihr zuletzt ranghöchster Repräsentant konnte er 1990 auf vier ereignisreiche Jahrzehnte im Dienste dieser Kirche zurückschauen, deren Spannweite von zunächst frontaler Konfrontation und strikter ideologischer Ablehnung über wechselnde Konstellationen und Wendungen bis hin zu entspannten Beziehungen und zuweilen direkt respektvollem Umgang, wovon vor allem der Tempelbau in Freiberg Zeugnis ablegt, reichte. Doch nicht allein dieser Beziehung gilt die Aufmerksamkeit des Autors. Ebenso schenkt er der Persönlichkeit Burkhardts Beachtung, zeigt dessen Arbeitsstil, schildert sein Engagement in zentralen Ereignissen des kirchlichen Lebens, rekonstruiert Burkhardts Anteil am Lösungsweg vieler alltäglicher Probleme und beschreibt zudem die überlieferten Akten der Überwachung der Kirche durch den Staatssicherheitsdienst in der DDR. Raymond Kuehne schildert diese Entwicklungen ebenso detailreich und eindrücklich wie sorgfältig abwägend und mit möglichst objektivem Blick für alle beteiligten Seiten. Gestützt auf Dokumente und die Erinnerungen Henry Burkhardts entsteht so ein zeitgeschichtlich beachtliches und die Person überzeugend würdigendes Porträt. Bewusst vermeidet der Autor abschließende Bewertungen – ihm liegt viel an der Herausarbeitung jeweiliger Alternativen, womit dem Leser die Horizonte eigener Urteilsbildung weit geöffnet werden.
INHALT



Mormonen und Staatsbürger
Eine dokumentierte Geschichte der Kirche Jesu Christ der Heiligen der letzten Tage der DDR
Nachdruck, Herausgegeben von Raymond Kuehne, St. George, Utah
565 S., Gb., € 19,00
978-3-86583-092-0
Das Leben der Mormonen in der DDR gleicht der sprichwörtlichen terra incognita. nur wenig drang lange Zeit über das Leben dieser kleinen christlichen Gemeinde in das Bewusstsein der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung. Dabei war deren Entwicklung durchaus spannungsreich: Anfangs, so zum Beispiel 1950, schlug das Ministerium des Innern kurzerhand vor, dieser Kirche eine Zulassung zu verweigern. Eine ganz andere Konstellation fiel mit dem Ende der DDR fast zeitgleich zusammen: 1985 wurde bei beträchtlicher medialer Wahrnehmung der Tempel in Freiberg geweiht und 1988 konferierte die Spitze des Staates mit der amerikanischen Leitung der Kirche. Damit war der Weg geebnet, den Missionaren aus dem Westen eine Tätigkeit im Lande zu gestatten. Diesen spannungsvollen Bogen schreitet der Herausgeber nicht allein in einer geschlossenen Erzählung aus. Vor allem in Form der Montage möchte er einen ganz spezifischen Ausschnitt des Alltags in der DDR transparent machen; die überaus zurückhaltend kommentierten Dokumente, Interviews und Berichte gestatten dem Leser, ein eigenes Bild vom facettenreichen religiösen Leben dieser Christen zu gewinnen. Zu den Hauptlinien, die dem Band das Profil geben, zählt die Beantwortung der Frage nach der Einstellung der Kirche und ihrer Mitglieder zum Staat DDR, die Entwicklung der Rechtsgrundlagen konfessioneller Arbeit in ihr, die Erfahrungen von Gemeindemitgliedern in Schule, Studium, am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit, die Erfolge und die Probleme der Jugend- und Missionsarbeit oder auch der lange Weg zum schließlichen Gelingen des Projektes eines Tempels in Freiberg.
INHALT


Diethelm Klesczewski
Strafrecht
Besonderer Teil
die examensrelevanten Delikte im Grundriss
Teil 1: Straftaten gegen die Person
148 Seiten, Broschur, € 14,00
978-3-86583-534-5
Dieses Buch führt in die Systematik des Besonderen Teils des Strafgesetzbuches ein und behandelt auf dieser Grundlage die Straftaten gegen die Person. Die Darstellung konzentriert sich auf den Pflichtfachstoff, wie er im Freistaat Sachsen und ähnlich in vielen anderen Bundesländern Gegenstand des ersten Staatsexamens ist. Zu jedem Delikt wird ein Prüfungsschema geboten. Die einzelnen Merkmale werden anhand aktueller Rechtsprechung und in Auseinandersetzung mit dem Schrifttum erläutert. Eine Fülle von Fallbeispielen aus der Praxis veranschaulicht schließlich die Materie. Dem Studierenden wird mit diesem Band ein Leitfaden an die Hand gegeben, sich im Labyrinth des Besonderen Teils zurechtzufinden. Dabei soll zweierlei erreicht werden: Einerseits soll das Strafrecht auf die wirklich ahndungswürdigen Delikte beschränkt werden und in diesem positiven Sinne fragmentarischen Charakter behalten. Zum anderen soll sich die Aufzählung der einzelnen Straftaten im Besonderen Teil zu einem sinnvollen Ganzen fügen, in dem der Rechtsanwender kein Puzzlestück vermisst und jedem seinen Ort zuweisen kann. Dieser erste von insgesamt drei Teilbänden beschäftigt sich mit Straftaten gegen die Person. Die übrigen beiden Bände behandeln Straftaten gegen Gemeinschaftsrechtsgüter und Delikte gegen Rechtsgüter (Vermögensdelikte).
Inhalt


Sylvie Weil
André und Simone – Die Familie Weil
223 Seiten, Broschur, 22,00 €
978-3-86583-372-3
Sylvie Weil, Tochter des überragenden Mathematikers André Weil und Nichte der nicht weniger berühmten Philosophin, politischen Aktivistin und Mystikerin Simone Weil, gibt in ihrem Erinnerungsbuch Einblicke in das Familienleben der Weils:
„Das Genie hatte zwei Häupter. Mein Vater hatte einen Doppelgänger, einen weiblichen Doppelgänger, eine tote Doppelgängerin, er hatte
ein Gespenst zur Doppelgängerin. Denn war meine Tante eine Heilige, doch, ja, so war sie außerdem ein Double meines Vaters, dem
sie wie ein weiblicher Zwilling glich.
Für mich ein schreckenerregendes Double, da ich ihm so ähnlich sah. Ich glich der Doppelgängerin meines Vaters.“
Ohne übertriebene Ehrfurcht, in einer unverstellten, unsentimentalen Sprache und mit augenzwinkerndem Humor schildert sie denkwürdige, heitere, anrührende und auch schmerzhafte Episoden aus dem Leben ihrer Angehörigen, läßt die starken und vielschichtigen Bande zwischen ihnen spürbar werden und kommentiert und ironisiert die mit schwärmerischen Bewunderern ihrer Tante gemachten Erfahrungen.
INHALTSVERZEICHNIS

Grenzenüberschreitende Arbeitergeschichte
Konzepte und Erkundungen
Hg. Marcel van der Linden
273 S., Br., € 25,00
978-3-931982-68-3
Die in diesem Band gesammelten elf Beiträge beleuchten wichtige Aspekte des historischen und zeitgenössischen Werdegangs der Weltarbeiterklasse. Sie versuchen geografische, zeitliche und disziplinäre Grenzen zwischen Geschichtsschreibung, Anthropologie und anderen Sozialwissenschaften zu überwinden. Die Aufsätze wurden in vier Teile gruppiert: Erörtert werden methodologische und historiografische Fragen, die Entwicklung der weltweiten Textilindustrie seit 1650, die Zusammenhänge zwischen Arbeitsmigration einerseits und der Integration ländlicher/agrarwirtschaftlicher Regionen in die kapitalistische Weltwirtschaft andererseits sowie ideologische und religiöse Neuorientierungen, die mit den globalen (partiellen) Proletarisierungsprozessen einher gehen.

Inhalt

Vorwort: Der Weg des Konferenzzyklus der ITH in den Jahren 2007-2009
Berthold Unfried

Einleitung
Marcel van der Linden

1. Der Stand der Arbeitergschichtsschreibung

The Benefits and Pitfalls of Comparative Labour History across National Boundaries
Dick Geary

Changing Paradigms of South Asian Labour Historiography
Rana P. Behal

2. Verflechtungen innerhalb der Textilbranche und deren Folgen für Arbeitsverhältnisse und -kämpfe

Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen: Standortkombinationen, Arbeitsverhältnisse und Protestformen in der Textilindustrie, 1700-2000
Andrea Komlosy

Covering the World: Textile Workers and Globalization, 1650-2000. Experiences and Results of a Collective Research Project
Elise van Nederveen Meerkerk

Labor Regimes after Emancipation: The Case of Cotton
Sven Beckert

3. Arbeitsmigration und die Transformation ländlicher Regionen

Capitalization of Agriculture, 1850s to 1960s: Rural Migrations in a Global Perspective
Dirk Hoerder

Constructing Legality: The Management of Irregular Labour Migration in Thailand and Malaysia
Michele Ford

Home Connections of Senegalese Migrants in Europe and the United States: Remittances and Social Change in the Senegal River Valley
Abdoulaye Kane

Urbanization and Migrant Workers in Yiwu, China
Minjie Zhang

4. Religion und Klassenbildung in globaler Perspektive

Competing Identities: Religion and Working-Class Formation in North-Western Europe
Lex Heerma van Voss

Soziale Krise und Ausbreitung des evangelikalen Fundamentalismus in Lateinamerika
Juliana Ströbele-Gregor


Flyer (pdf) Geschichte der Universität Leipzig 1409-2009 - Jubiläumsausgabe

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Fortsetzung: Backlist Leipziger Univerlag