Tell Schwandt, Verlagsvertretungen, 14089 Berlin, Lerchenstr. 14a,
Tel. 030 - 832 40 51, Fax 030 - 831 66 51, BesTellBuch@Tell-Online.de
NEUERSCHEINUNGEN:
Beata
Giblak, Wojciech Kunicki (Hg.)
Max Herrmann-Neisse (1886–1941)
Auch zu Hause im Exil
(Schlesische Grenzgänger,
Bd. 5)
475 Seiten, Hardcover, 49,00
€
978-3-86583-657-1
Im Jahre 2011 jährte sich
zum 70. Mal der Todestag von Max Herrmann-Neisse (1886–1941). Der Dichter
und Literatur- und Theaterkritiker zählte zu den facettenreichsten
Literaten seiner Zeit, dessen Werk und Wirkung hier aus interdisziplinärer
Perspektive in bislang nicht gekannter Breite dokumentiert wird. Max Herrmann
verbrachte die ersten drei Jahrzehnte seines Lebens in Schlesien, neben
den Breslauer Studentenjahren 1905 bis 1909 zumeist in seiner Geburtsstadt
Neisse. Diese Verwurzelung prägte ganz maßgeblich sein Werk,
denn gerade Neisse war er in einer Art Hassliebe überaus eng verbunden.
Einerseits begeistert von der Architektur und Topographie der Stadt, für
das „Schlesiertum“ insgesamt, andererseits abgestoßen von der Provinzialität
und dem starken Einfluss der katholischen Kirche, fühlte er sich hin-
und hergerissen. Enttäuschten ihn seine wissenschaftlichen Studien
in Breslau, war diese Metropole dennoch ein Schritt in eine dankbar registrierte
größere gedankliche Freiheit und ein Ort der lebendigen Kultur.
1917 übersiedelte Herrmann-Neisse nach Berlin und bis 1933 zählte
er zu den wichtigsten Personen der lebendigen hauptstädtischen literarischen
Szene. Im Deutschland der Nationalsozialisten war er eine schnell ausgemachte
Unperson. Herrmann-Neisse ging noch 1933 den schweren Schritt in das Exil
nach London, wo er 1941 verstarb. Max Herrmann-Neisse hatte nicht nur eine
Heimat, sondern mehrere: Da war zunächst Deutschland, aber ebenso
waren Neisse, Breslau oder Berlin für ihn Heimat. All dieser Orte
hatte man ihn beraubt, als er das Land verlassen mußte. Eine Heimat
allerdings blieb ihm: Jene der Sprache und der Dichtung. Und wie sich Themen
und Motive seines Schreibens veränderten, so kann man in seinen Texten
wie in einem offenen Buch des Lebens eines Mannes blättern, dessen
Neuentdeckung durch diesen Band wichtige Impulse erhält.
Torsten
Loschke
Lateinamerikastudien in den USA, 1900 – 2010
Personen – Institutionen – Forschungsförderung
207 Seiten, Broschur, 15,00 €
978-3-86583-636-6
Gerhard Thiele
In memoriam Prof. Dr. med. habil. Horst Julich
Ein Beitrag zur Geschichte des Krankenhauses St. Georg
in Leipzig anlässlich des 100-jährigen Jubiläums
43 Seiten, Broschur, 14,00 €
978-3-86583-671-7
Jens Blecher, Sabine Happ (Hg.)
Archive ohne Lobby?
Strategien im Umgang mit dem Archivträger
130 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-86583-672-4
Da sich der Bund und die Länder
vermehrt aus der Hochschulfinanzierung zurückziehen, entsteht für
die Hochschulen und die Wissenschaftsinstitutionen gegenwärtig die
Notwendigkeit, autonomer zu agieren und die eigene Identität bei der
Gewinnung von Ressourcen, Personal und Ansehen stärker hervorzukehren.
Den Wissenschaftsarchiven kommt dabei eine bedeutende Rolle zu, denn als
Brücke zur Vergangenheit sind sie prädestiniert, die Traditionen
der Hochschulen abzubilden und nach außen zu vermitteln. Gute und
geschickt agierende Hochschularchive werden in diesem Prozess erheblich
an ideellem Wert und praktischer Bedeutung gewinnen. Das nötige Rüstzeug
in fachlicher Hinsicht und den Austausch über die modernsten Methoden
der täglichen Archivarbeit bietet der VdA – Verband deutscher Archivarinnen
und Archivare e.V. Innerhalb des Verbandes sind die Mitarbeiter von Hochschularchiven
und von Archiven anderer wissenschaftlicher Institutionen seit 1978 in
einer eigenen Fachgruppe 8 organisiert und kommen jährlich zu einer
Tagung zusammen. Entsprechend der aktuellen Entwicklung trug die Tagung
des Jahres 2011 den veränderten Aufgabenprofilen für die Hochschularchive
Rechnung, wo neben den klassischen Kernaufgaben auch eine stärkere
identitätsstiftende Tätigkeit für die Trägerinstitution
gefordert wird. Zentrale Punkte des Programms bildeten die Kooperation
von freien und institutionellen Archiven für die Wissenschaft, die
organisatorische Einbindung von Archiven beim Archivträger und die
sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Archivarbeit sowie die Imagepflege
gegenüber dem Archivträger.
Armenuhi Drost-Abgarjan, Bálint Kovács,
Tibor Martí (ed.)
Catalogue of the Armenian Library in Elisabethopolis
408 Seiten, Broschur, 25,00 €
978-3-86583-591-8
In Transylvania, in the erstwhile
free royal city of Elisabethopolis, a library can be found in the local
Armenian Church, containing some 2000 old prints. The library is, in effect,
a legacy that incorporates the books formerly belonging to the city's Armenian
ministers and local intelligentsia. Due to its corpus of books in Armenian
language, the Armenian library of Elisabethopolis is not only a uniquely
characteristic treasure of the Carpathian Basin but also a gem of Armenian
culture worldwide.
Namely, the significance of the
library goes way beyond its valuable early print stock – it belongs among
the few book collections that can provide a substantial basis for the partial
reconstruction of the culture of the Armenians in 17th-to-19th-century
Europe. Although a number of historic Armenian libraries are known outside
Armenia, the catalogue of the Armenian library of Elisabethopolis is the
first containing data about the Armenian settlements in Europe.
Jaqueline Berndt
Manhwa, Manga, Manhua: East Asian Comics Studies
150 Seiten, Broschur, 20,00 €
978-3-86583-668-7
Throughout East Asia, people use
the same word to talk about comics. Its pronunciation differs slightly
from language to language though. Western script conveys it as manhwa for
Korean, manhua for Chinese, and manga for Japanese. This volume takes a
close look at the influences comics from Japan have had on comics from
Korea and China and points out differences and similarities along with
cultural questions related to the problem.
Ernst Kleinert
Studien zur Mathematik und Philosophie
147 Seiten, Broschur, 22,00 €
978-3-86583-660-1
Mathematik ist keine regionale
Wissenschaft mehr, sondern etwas, das sozusagen immer mitläuft. Mathematische
Aspekte, mathematisierbare Strukturen finden sich nicht nur in den traditionellen
Feldern ihrer Anwendung, sondern auch in Grundkonzepten der Philosophie,
im Begriff der Freiheit, sogar im menschlichen Seelenleben ... Die
Mathematik, eingetreten in das Zeitalter ihres Erwachsenseins, verfügt
heute über veritable „ways of worldmaking“.
Ernst Kleinert
Studien zu Struktur und Methode der Mathematik
136 Seiten, Broschur, 22,00 €
978-3-86583-661-8
Mathematik ist die Wissenschaft
von Strukturen, weist aber selbst ebenfalls solche auf. Als Resultat ist
sie geprägt und gegliedert durch leitende Begriffe, als Tätigkeit
steht sie unter leitenden Prinzipien. Solchen Themen widmen sich die Arbeiten
dieses Bandes: Über Linearität – Über die Zwei und Dualität
– Über einige Strategien des mathematischen Denkens – Was bedeutet
logisches Gelten? – Von Zahlen und Figuren – Über Addition und Multiplikation.
Werner Greiling
Das „Sündenregister der Franzosen in Teutschland“
Antifranzösische Propaganda im Zeitalter der
Befreiungskriege
233 Seiten, Hardcover, 40,00 €
978-3-86583-607-6
Anita Karcz
The significance of the low voltage-gated potassium
channel
subunit Kv1.1 for the processing of sound source location
105 Seiten, Broschur, 24,00 €
978-3-86583-651-9
Voltage-gated potassium (Kv) channels
constitute an important element to regulate neuronal excitability by determining
the dynamic of repolarization during the generation of action potentials
(APs) and thereby influencing width, latency, and frequency of APs. The
voltage-gated potassium channel subunit Kv1.1 got into the focus of neurobiological
research because humans with mutations in the appropriate gene locus KCNA1
were affected by ataxia and exhibited an increased probability of getting
epilepsy highlighting the significance of this single protein for the excitability
of the nervous system. In the present thesis, the murine auditory system
is used as a model system to examine the significance of Kv1.1 for the
processing of sound source location which is known to depend on high temporal
precision of AP generation and transmission. The encoding of azimuthal
sound location in mice relies on the processing of interaural intensity
differences (IIDs) first accomplished by neurons of the lateral superior
olive (LSO) of the auditory brainstem through bilateral integration of
excitatory and inhibitory inputs. This binaural information is then conveyed
to the inferior colliculus (IC) of the midbrain. Electrophysiological single
cell recordings in vivo revealed limited IID sensitivity of LSO neurons
to IIDs corresponding to the ipsilateral sound field. Reduced efficiency
of IID encoding and the lack of inhibitory effects at high inhibitory stimulus
intensities could be reproduced by a computational model solely by the
increment in temporal variability of the inhibitory input. Electrophysiological
recordings in IC neurons revealed the importance of Kv1.1 for the maintenance
of latency disparities. The behavioral performance in the detection of
a change in sound location was impaired in Kcna1-/- mice. The paradigm
of prepulse inhibition (PPI) of the acoustic startle response (ASR) was
applied to evaluate the ability of Kcna1-/- and wild-type mice to discriminate
different sound sources under binaural and monaural listening conditions.
Wild-type mice were affected by the reduced availability of IIDs, whereas
knockout mice could not benefit from binaural difference cues for the detection
of a change in noise location. This study provided evidence for a general
disturbance of binaural integration in Kcna1-/- mice and elucidates the
contribution of voltage-gated potassium channels to the temporal adjustment
of converging excitation and inhibition. This thesis therefore importantly
contributes to the understanding of neuronal excitability and may help
to expand the knowledge about disease patterns of human patients that are
affected by a mutation of the KCNA1 gene locus.
Romy Schroeter, Christian Herfter (Hg.)
Theorie und Praxis in der Lehrerbildung
226 Seiten, Broschur, 24,00 €
978-3-86583-447-8
Der dritte Band der Publikationsreihe
des Zentrums für Lehrerbildung und Schulforschung (ZLS) der Universität
Leipzig diskutiert das sogenannte "Theorie-Praxis-Problem" aus unterschiedlichen
Perspektiven und versucht so, neue Betrachtungen und Lösungen für
die Lehrerbildung zu entwerfen. Zuerst werden die Begriffe "Theorie" und
"Praxis" in den Kontext des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses gestellt
und der Versuch einer Begriffsklärung und Verhältnisbestimmung
unternommen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden anhand von drei an der
Universität Leipzig durchgeführten Studien illustriert und auf
deren Bedeutung für eine Weiterentwicklung der Lehrerbildung hin analysiert.
Im dritten Teil des Buches werden zwei Praxisbeispiele für eine Verschränkung
von Theorie und Praxis in der Lehrerbildung vorgestellt.
Andreas Manok
Body Integrity Identity Disorder
Die Zulässigkeit von Amputationen gesunder Gliedmaßen
aus rechtlicher Sicht
112 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-86583-662-5
Gegenstand dieser Arbeit ist das
Phänomen, dass Menschen die Amputation von Körperteilen wünschen,
obwohl diese völlig gesund und funktionsfähig sind. Nach einer
Einführung in die Thematik werden in einem medizinischen Teil das
Phänomen der Störung beschrieben und die Ursachen und Therapiemöglichkeiten
erörtert. Sodann wird in einem rechtlichen Teil ausführlich die
Frage der rechtlichen Zulässigkeit solcher Operationen untersucht,
wobei den Schwerpunkt die Frage der Sittenwidrigkeit bildet. In diesem
Zusammenhang werden neben verfassungsrechtlichen Problemen medizinethische
Gesichtspunkte und rechtliche Parallelprobleme erörtert. Nach einem
Zwischenfazit werden berufs- und sozialrechtliche Aspekte betrachtet. Die
gewonnenen Ergebnisse werden in einer Schlussbetrachtung zusammengefasst.
Joachim Klose (Hg.)
Religion statt Ideologie?
Christliche Studentengemeinden in der DDR
140 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-86583-648-9
Das Verhältnis zu den Kirchen
in der ehemaligen DDR wurde bestimmt von der marxistisch-leninistischen
Ideologie, die vom Absterben der Religion überzeugt ist: Christsein
und das neue, sozialistische Menschenbild passten nicht zusammen. So mussten
häufig junge Christen Nachteile bei ihrem Bildungsweg in Kauf nehmen.
An den Universitäten waren sie einem besonderen ideologischen Druck
ausgesetzt. Christliche Studentinnen und Studenten fanden oft in den Katholischen
und Evangelischen Studentengemeinden ihr Zuhause. Automatisch sammelte
sich ein Potential, das mit dem gesellschaftlichen System nicht konform
lief und das auch die Kirchen herausforderte. Der SED waren die Studentengemeinden
ständig ein Dorn im Auge. Dieser Band ist die schriftliche Fassung
der dritten „Belter Dialoge“. Er widmet sich dem christlichen Widerstand
an den ostdeutschen Universitäten. Welche Herausforderungen hatten
der Einzelne und die Studentengemeinden zu bestehen? Was heißt es
heute, an der Universität Christ zu sein?
Tobias
Hollitzer, Sven Sachenbacher (Hg.)
Die Friedliche Revolution in Leipzig
Bilder, Dokumente und Objekte
2 Halbbände, ca. 820 Seiten, Hardcover, 39,90
€
978-3-86583-647-2
Am 9. Oktober 1989 wurde in Leipzig
Geschichte geschrieben. Mit dem Ruf »Wir sind das Volk!« demonstrierten
mindestens 70000 Menschen, die sich trotz der massiven Drohungen des SED-Regimes
nach dem Friedensgebet auf die Straße gewagt hatten, gewaltfrei auf
dem Leipziger Ring. Die bereitstehenden 8000 bewaffneten Kräfte mussten
sich angesichts der Massen zurückziehen. An diesem Abend entschied
sich in Leipzig, ob die Revolution eine blutige oder eine friedliche werden
würde. Die Friedliche Revolution wurde in vielen Städten wie
Berlin, Dresden oder Plauen von mutigen Bürgern getragen, die mit
ihren Demonstrationen Demokratie und Freiheit forderten. Die Entscheidung
fiel jedoch in Leipzig und fand ihre konsequente Fortsetzung im Fall der
Mauer am 9. November 1989 in Berlin sowie der Wiedervereinigung am 3. Oktober
1990. Diese zwei Bände beleuchten anhand originaler und zumeist bisher
unveröffentlichter Bilder, Dokumente und Objekte detailliert die konkreten
Aktionen des politischen Widerstandes in Leipzig vom Herbst 1988 bis zum
Herbst 1990, vom demokratischen Aufbruch bis zur Deutschen Einheit. Die
umfangreiche Dokumentation zeigt spannend, wie aus den oppositionellen
Aktivitäten Einzelner eine Massenbewegung wurde und wie diese zum
Zusammenbruch der SED-Diktatur führte.
Susanne Schötz, Martina Schattkowsky (Hg.)
Louise Otto-Peters und die Revolution von 1848/49
Erinnerungen an die Zukunft
221 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-86583-619-9
Dieser Band beinhaltet Vorträge,
die zum Kolloquium „Louise Otto-Peters und die Revolution von 1848/49.
Erinnerungen an die Zukunft“ erarbeitet wurden. Es fand im Mai 2009 anlässlich
des 190. Geburtstages von Louise Otto-Peters statt. Anliegen war es, ihre
Beteiligung an den revolutionären Auseinandersetzungen von 1848/49
nachzuzeichnen und vor allem die Verarbeitung der Niederlage der Revolution
in ihrem weiteren Leben zu thematisieren. Zudem interessierte, ob sich
ihre politischen Ziele und ihre Auffassungen von politischer Partizipation
wandelten und wie sie später die Anliegen, Projekte und Ereignisse
der Jahre 1848/49 bewertete. Besondere Beachtung fanden dabei der Vergleich
mit Weggefährten und Weggefährtinnen sowie Bezüge zur allgemeinen
politischen Entwicklung in Deutschland zwischen 1848 und 1895.
Uwe Quasthoff, Sabine Fiedler, Erla Hallsteinsdóttir
(ed.)
Frequency Dictionary English
120 Seiten und 1 CD-Rom, Broschur, 22,00 €
978-3-86583-654-0
The series Frequency Dictionaries
aims at producing dictionaries with comparable frequency data for a large
number of different languages. For many of the languages featured in this
collection, this series is the first comprehensive compilation using a
large-scale empirical base. The dictionaries are available in print and
electronic version. Each dictionary provides the most frequent 1000 word
forms ordered by frequency and the most frequent 10000 word forms in alphabetical
order. They provide an introductory description of the data and the methodological
approach. In addition, language specific statistical information on letters,
word structure and structural changes depending on word frequency is provided.
The enclosed CD-ROM contains a more comprehensive version of the dictionary
as an e-book, with data on relative frequency of up to 1000000 word forms
given in alphabetical order. This series of dictionaries provides the opportunity
to explore comparative linguistic topics as well as monolingual issues
such as studies on word formation and frequency-based examinations of lexical
areas for dictionaries or language teaching.
Eva Pehl
RES SEVERA VERUM GAUDIUM
Bürgerliches Kulturengagement in Leipzig
192 Seiten, Broschur, 28,00 €
978-3-86583-666-3
Kulturpolitik hat Geschichte. Über
die Jahrhunderte haben es Symbiosen und Kooperationen zwischen Bürgertum,
Messe, Wirtschaft, Universität, Kirche und Kultur der Stadt Leipzig
ermöglicht, ein überaus reiches Kulturleben zu schaffen und zu
erhalten. Mit Blick auf die Gründungsumstände des Gewandhauses,
des Theaters auf der Ranstädter Bastei und des Bildermuseums beschreibt
dieser Band die Institutionalisierung der Künste und dokumentiert
anhand von Quellen aus dem Leipziger Stadtarchiv die gesellschaftlich-ideellen
und ökonomischen Gründe für bürgerliches Kulturengagement
in der Zeit von 1750–1850. Am Institut für Kulturpolitik der Universität
Hildesheim ist im Kontext des Berichts der Enquetekommission „Kultur in
Deutschland“ des Deutschen Bundestages von 2007 und des Kulturentwicklungsplanes
der Stadt Leipzig von 2008 eine bemerkenswerte Studie entstanden, die dazu
beitragen kann, über Stiftungswesen und Engagementförderung als
kulturpolitische Komponenten unserer Gesellschaft fundierter nachzudenken.
Enno Bünz (Hg.)
100 Jahre Landesgeschichte (1906-2006)
Leipziger Leistungen, Verwicklungen, Wirkungen
ca. 470 Seiten, Hardcover, 54,00 €
978-3-86583-618-2
Entstehung, Aufstieg und Entfaltung
des Faches Landesgeschichte als wissenschaftliche Disziplin sind untrennbar
mit der Universität Leipzig und dem dort 1906 gegründeten Seminar
für Landesgeschichte und Siedlungskunde verbunden. Der Leipziger Landeshistoriker
Rudolf Kötzschke (1867–1949) hat als Vertreter der sächsischen
Landesgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine bedeutende
Rolle für die Konstituierung des Faches gespielt. Weit über seinen
Schülerkreis hinaus, aus dem vor allem Walter Schlesinger (1908–1984)
hervorragt, hat Kötzschke die landesgeschichtliche Forschung in Deutschland
geprägt und beeinflusst. Die zwölf Beiträge dieses Bandes
würdigen die Leipziger Leistungen und Wirkungen, thematisieren aber
auch Zeitgebundenheit und Verwicklungen der Landesgeschichte angesichts
der totalitären Herausforderungen des 20. Jahrhunderts und werfen
schließlich auch einen Blick auf die Entwicklung des Faches im geteilten
Deutschland.
Raimund Wolfert
Nirgendwo daheim
Das bewegte Leben des Bruno Vogel
299 Seiten, Hardcover, 29,00 €
978-3-86583-635-9
Vor allem mit zwei Büchern
hat der gebürtige Leipziger Bruno Vogel (1898-1987) einen prominenten
Platz in der Geschichte der deutschsprachigen Literatur erworben. Sein
1924 erschienener Erstling Es lebe der Krieg! griff der Konjunktur von
Antikriegsromanen wie Ludwig Renns Krieg oder Erich Maria Remarques Im
Westen nichts Neues um Jahre voraus. Der fünf Jahre später vorgelegte
homoerotische Roman Alf ist eines der ersten Werke der deutschen Literatur,
in dem der selbstverständliche, positive Wert homosexueller Empfindungen
ausgedrückt wird. Beide Bücher erreichten in zahlreichen Auflagen
hohe Verkaufszahlen und erobern bis in unsere Tage immer wieder neue Leserschichten.
Dennoch ist Bruno Vogel hierzulande
heute ein nahezu Unbekannter. Traumatisiert von den im Ersten Weltkrieg
durchlittenen Schrecken und nie heimisch geworden in der Weimarer Republik,
verließ er Deutschland im Jahre 1931, und schnell verwischten sich
seine Spuren in der Heimat. Das Leben im Exil war überaus schwierig
für ihn. Doch Vogel zahlte diesen Preis, an seinen Idealen festzuhalten
war ihm stets am wichtigsten.
Raimund Wolfert zeichnet diesen
Lebensweg Bruno Vogels überaus sensibel nach. Wir lernen dabei nicht
nur eine faszinierende Persönlichkeit kennen, sondern können
einen pazifistischen, emanzipatorischen und antirassistischen Schriftsteller
aus Leipzig über das Berlin der "Goldenen Zwanziger" nach Wien, Tromsø,
in das Südafrika der Apartheid-Zeit und schließlich nach London,
wo er begraben ist, begleiten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Vogel
Reto Müller (Hg.)
Gioachino Rossini: L'equivoco
stravagante
(Die verrückte Verwechslung)
148 Seiten, Broschur, 8,00 €
978-3-86583-644-1
Rossinis
dritte Oper, 1811 auf ein etwas anstößiges Libretto von Gaetano
Gasbarri in Bologna entstanden und nach nur drei Aufführungen von
den Behörden abgesetzt, fristet auch heute noch ein Schattendasein,
obwohl sie in mancher Hinsicht als Prototyp seiner künftigen zweiaktigen
Buffa-Opern gelten darf. In der Reihe „Operntexte“ wird der vollständige
Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt.
Ergänzend wurden alternative Passagen aus dem gedruckten Libretto
der Uraufführung in den Text aufgenommen. Der arme Ermanno ist heimlich
in Ernestina, die philosophiebesessene Tochter des neureichen Bauern Gamberotto,
verliebt. Die Diener Frontino und Rosalia unterstützen den Jüngling
und führen ihn als Lehrer Ernestinas in das Schloss Gamberottos ein.
Dessen dümmlicher Schwiegersohn in spe, Buralicchio, erreicht in seiner
Eifersucht die umgehende Entlassung des Hauslehrers. Frontino ersinnt einen
Brief, wonach Ernestina ein als Mädchen verkleideter und vom Militär
desertierter Kastrat sei. Buralicchio fällt darauf herein, doch anstatt
die Verlobte einfach zu verlassen, zeigt er den vermeintlichen Eunuchen
beim Militärkommandanten an. Ernestina wird ins Gefängnis geworfen.
Ermanno kann seine Liebe beweisen, indem er der Geliebten mit einer Uniform
zur Flucht verhilft. Der gelackmeierte Buralicchio verzichtet auf die seiner
nicht würdigen Braut und Gamberotto erteilt Ermanno und Ernestina
den Segen.
Patricia Wiegmann, Nora Kreuzenbeck (Hg.)
Being on the Move: Formations of the Black Atlantic
141 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-640-3
Patricia Wiegmann / Nora Kreuzenbeck: Being on the Move: Formations
of the Black Atlantic
Sonjah Stanley Niaah: Beyond the Slave Ship: Theorizing the Limbo
Imagination and Black Atlantic Performance Geographies
Silke Hackenesch: Chocolate, Race, and the Atlantic World: A Bittersweet
History
Jean Stubbs: Beyond the Black Atlantic: Understanding
Race, Gender and Labour in the Global Havana Cigar
Christine Hatzky: Cuban Teachers in Angola: South-South Cooperation,
Transfers of Knowledge and Mutual Perceptions
Patricia Wiegmann: Amy Jacques Garvey “On A Trip from Coast to Coast”:
Roots, Routes, and Emancipation
Franz Häuser
Das sechshundertjährige
Jubiläum der Universität Leipzig 2009
470 Seiten, Hardcover, 98,00 €
978-3-86583-627-4
Anke Charton
prima donna, primo uomo, musico
Körper und Stimme: Geschlechterbilder in der
Oper
357 Seiten, Broschur, 32,00 €
978-3-86583-628-1
In Verbindung von Theater- und
Musikwissenschaft stellt Anke Chartons Studie einen Beitrag zur Opernforschung
vor, der Oper aus dem Gesamtphänomen Theater gerade nicht herausnimmt.
Sie erkundet so ein weites Feld der Theatergeschichtsforschung. Im Zentrum
stehen Geschlechtervorstellungen, die in der Oper von vertrauten Bildern
abweichen können: Die Verhältnisse von Körper, Stimme und
Geschlecht erweisen sich historisch als erstaunlich variabel und können
bis heute die scheinbar »natürlichen« Unterschiede zwischen
weiblich und männlich irritierend durchkreuzen. Hier trägt kulturgeschichtlich
orientierte Opernforschung zur Geschlechterforschung bei, anthropologiehistorische
Geschlechterforschung eröffnet der Opernforschung neue Perspektiven.
Anke Charton unterzieht den Mythos von der »Geburt der Oper«
einer kritischen Revision und legt die theatralen Einflussbereiche offen,
die nicht nur deren Anfänge ausmachen, sondern auch darüber hinaus
wirken. Die Phänomene Kastratengesang und Hosenrolle, die in Zeiten
eines verstärkten Interesses an Geschlechterrollen zu populären
Forschungsfeldern geworden sind, werden vor dem Hintergrund älterer
Körper- und Weltvorstellungen neu gelesen. Dabei wird in vielfältigen
Zusammenhängen der Formung und Wahrnehmung der Gesangsstimme nachgespürt.
Die Studie schlägt so einen Bogen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart
und bietet eine fundierte Einführung in opernhistorische und geschlechtertheoretische
Zusammenhänge.
Stefan Lampadius, Elmar Schenkel (Hg.)
Under Western and Eastern Eyes
Ost und West in der Reiseliteratur
des 20. Jahrhunderts
300 Seiten, Broschur, 33,00 €
978-3-86583-646-5
Seit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs
zwischen Ost und West wächst die Beschäftigung mit den kulturellen
Gegensätzen und Gemeinsamkeiten der beiden früheren Hälften
des europäischen Kontinents stetig. Nicht selten ist diese geprägt
durch Vorurteile und Stereotype und Teil einer Dynamik von Selbst- und
Fremdbeobachtungen, die sowohl von politischen als auch ökonomischen
und kulturellen Konstellationen beeinflusst ist. Die
Reiseliteratur ist jene literarische Gattung, in der Stereotypien und deren
Dekonstruktion eine besonders große Rolle spielen.
Um der historischen Gewachsenheit des Ost-West-Konzeptes Rechnung zu tragen,
folgt dieser Band den historisch-politischen Phasen des 20. Jahrhunderts,
das mit seinen totalitären Verwerfungen, aber auch ideologischen Auflösungen
wie kein anderer Zeitraum für ein solch bewegtes Verhältnis zwischen
Ost und West gesorgt hat. Anhand von Texten Reisender aus dem Osten und
Werken westeuropäischer und amerikanischer Autoren geht dieses Buch
den verschiedenen Phasen in den ost-westlichen Beziehungen nach – auch
um zu erkennen, wie viel davon in unseren
heutigen Wahrnehmungsstrukturen fortwirkt.
Ewald Hausmann (Hg.)
Münzen der Groschenzeit
der Markgrafschaft Meißen und des Kurfürstentums Sachsen
Bestandskatalog
157 Seiten, Broschur, 25,00 €
978-3-86583-610-6
Der Katalog stellt den Bestand
meißnisch-sächsischer Groschen in der Münzsammlung der
Universitätsbibliothek Leipzig vor. Es handelt sich um 309 Exemplare,
die einen repräsentativen Querschnitt durch die Groschenperiode in
Sachsen darstellen. Der hier behandelte Groschenbestand geht im Wesentlichen
auf die Sammlung des bekannten Numismatikers Prof. Dr. Günther Röblitz
zurück, die von der Universitätsbibliothek Leipzig 1985 erworben
werden konnte. Die Sammlung Röblitz schließt eine empfindliche
Kriegsverlust-Lücke im Leipziger Münzkabinett, dessen Groschenbestand
einst mehr als 2000 Exemplare umfasst hat. Diese Groschensammlung war vor
allem von dem Leipziger Oberbibliothekar Ernst Gotthelf Gersdorf, dem Gründer
der Münzsammlung an der Universitätsbibliothek, und dessen Freund
Karl Friedrich von Posern-Klett, einem berühmten Sammler landesgeschichtlich
bedeutsamer Münzen, in der Zeit ab 1841 angelegt worden. Die Bestimmung
der Münzen orientiert sich an dem Standardwerk von Gerhard Krug „Die
meißnisch-sächsischen Groschen 1338 bis 1500“ (Berlin 1974).
Dem eigentlichen Bestandsverzeichnis ist eine historische Einführung
vorangestellt, die den Meißner Groschen in die Entwicklung höherwertiger
Münzen im spätmittelalterlichen Europa einordnet. Außerdem
greift die Einleitung die Diskussion über eine zweckmäßige
Systematik und eindeutige Benennung der Groschentypen auf, die in den letzten
Jahren aufgekommen ist, und legt in diesem Zusammenhang einen Vorschlag
zur Kategorisierung und zur Bestimmung von Groschentypen vor. Aufgrund
des breit gefächerten Typenspektrums der Leipziger Sammlung macht
dieser Katalog dabei die tatsächlich vorhandene Vielfalt in der scheinbar
gleichförmigen Menge der Meißner Groschen deutlich.
Uwe
Wieben
Dunkle Tage in der Idylle
Die KZ-Außenlager Düssin
und Garlitz in Mecklenburg
60 Seiten, Broschur, 12,80 €
978-3-931982-74-4
Zwischen 1938 und 1945 befand sich in Neuengamme im Süden
der Hansestadt Hamburg das größte Konzentrationslager Norddeutschlands,
in dem in diesem Zeitraum mehr als 100000 Häftlinge interniert waren.
Das Stammlager Neuengamme unterhielt zahlreiche Außenstellen und
Außenlager. Davon waren die Lager in Düssin mit achtzig und
in Garlitz mit zehn Gefangenen die kleinsten. Von der Existenz dieser beiden
Lager wussten bisher nur wenige Menschen und selbst in den beiden Dörfern
war dieses dunkle Kapitel der Geschichte ihrer Orte nur noch einzelnen
Einwohnern bekannt. Dieses Buch beabsichtigt, anhand neuer Dokumente das
heutige Wissen über die Lager in Düssin und Garlitz zusammenzuführen
und damit die historischen Ereignisse dem Vergessen zu entreißen,
eine Lücke zu schließen und den damaligen Häftlingen und
ihrem Leiden ein Denkmal zu setzen.
Sebastian M. Herrmann, Carolin Alice Hofmann, Katja
Kanzler, Frank Usbeck (ed.)
Participating Audiences and Imagined Communities
The Cultural Work of Contemporary American(ized) Narratives
172 Seiten, Broschur, 24,80 €
978-3-86583-638-0
This is a book about contemporary American narratives
and the audiences they call into being. It brings together eight very diverse
case studies covering and investigating a wide range of media, genres,
and modes to ask how contemporary ‘texts’ encourage ‘imagined communities’
of readers/viewers that operate as ‘public spheres’ of social and political
deliberation, self-fashioning, and debate. The narratives circulating in
contemporary culture tend to perform several functions at once. They entertain,
inform, educate, and invite readers/viewers to remake them. And when readers/viewers
interpret and appropriate the stories circulating in our culture, they
tend to act simultaneously as consumers and as citizens. Storytelling is
fundamental to social organization. Communities on all levels are constituted
by shared narratives and communal storytelling, as through sharing, exchanging,
conarrating, and ritually renarrating stories, they negotiate their identities,
worldviews, and values. The contributions collected in this volume shift
perspectives in a number of ways: They question the boundary between the
audiences of narratives on the one side and national public spheres on
the other; they thus encourage rereading the transnational mobility of
American(ized) narratives not simply as a phenomenon of popular culture
but as an indicator of emerging transnational public spheres; and they
encourage us to look closely at the narrative dynamics with which these
texts operate their audiences as public spheres.
Wolfgang Hesse (Hg.)
Die Eroberung der beobachtenden Maschinen
Zur Arbeiterfotografie der Weimarer
Republik
492 Seiten, Hardcover, 54,00 €
978-3-86583-616-8
Die organisierte Arbeiterbewegung
der Weimarer Republik entdeckte für die Propagierung ihrer gesellschaftspolitischen
Ziele die Fotografie. In Konkurrenz zur sich etablierenden bürgerlichen
Bildpolitik entstanden so am Beginn der Medienmoderne Dokumente eines nicht-bürgerlichen
Umgangs und Einsatzes von Bildern in der Öffentlichkeit. Der vorliegende
Band präsentiert die Vorträge einer vom Institut für Sächsische
Geschichte und Volkskunde (ISGV) in Kooperation mit der Deutschen Fotothek
im Jahr 2010 ausgerichteten Tagung. Sie ist hervorgegangen aus dem DFG-Projekt
„Das Auge des Arbeiters“, das seit Februar 2009 am ISGV durchgeführt
wird. Hier werden die Entwicklungsbedingungen dieser proletarischen Amateurfotografie
in ihrer Verbindung zur popularen Kultur ebenso untersucht wie ihre Funktionalisierung
für die Propaganda. Als Zeugnisse der Arbeiterbewegung erfuhren sie
nach 1945 eine Historisierung, die im Rahmen des DFG-Projekts ebenfalls
erforscht wird. Die Beiträge behandeln aus verschiedenen Blickwinkeln
die historische Aussagekraft dieser Bildproduktion, deren Ästhetik
angesichts der spätmodernen Bildkultur neu zu erfassen ist.
INHALT
Klaus Thieme
Brakteaten der Markgrafschaft
Meißen und ihrer Nachbarn zwischen Saale und Neiße
Bestandskatalog
268 S., 1 CD-R, Gb., 40,00 €
978-3-86583-484-3
Seit dem Erwerb der Sammlung Posern-Klett
im Jahre 1852 besitzt die Universitätsbibliothek Leipzig einen beachtlichen
Bestand an Mittelaltermünzen, vor allem aus der Region, die im Wesentlichen
das heutige Land Sachsen ausmacht. Durch weitere Ankäufe, hier seien
die Münzfunde von Paunsdorf und Geringswalde besonders genannt, wurde
dieser Bestand an Brakteaten noch erweitert und ergänzt. Die Münzen
aus diesem Teil der Sammlung werden in diesem Katalog vorgestellt. Trotz
schmerzlicher Verluste in Folge des Zweiten Weltkrieges ist der Bestand
so homogen und numismatisch aussagefähig, dass er mehr als nur einen
Überblick bietet über die Münzprägung des östlichen
Mitteldeutschlands vor der Einführung der Meißener Groschen.
Durch seinen Umfang und die damit gewonnene breite Vergleichsmöglichkeit
des reichen Bestandes können durchaus neue Erkenntnisse gewonnen werden,
die es erlauben, eigene Vorschläge zur weiteren Zuordnung und Gliederung
des bisher bei weitem noch nicht erschöpfend bearbeiteten Münzmaterials
zu machen. Mit diesem Katalog wird nun jedermann ein Münzbestand als
Arbeitsgrundlage in die Hand gegeben, der nach Umfang und Qualität
eine eigene Forschung auf dem Gebiet der Mittelalternumismatik erlaubt.
Durch die vollständige Erfassung des Bestandes auf dem beigefügten
Datenträger wird der Benutzer des Kataloges zum Nutzer einer umfangreichen
Sammlung. Er hat nun die Möglichkeit, das vorhandene Material nach
eigenen Vorstellungen und Erkenntnissen neu zu ordnen und in Beziehung
zueinander zu setzen.
Dem Katalog vorangestellt ist eine
Einführung, in der versucht wird, historische und münzgeschichtliche
Abläufe in ihren Zusammenhängen darzustellen. Eine Karte des
Territoriums, welche die Herrschaftsgebiete zwischen Saale und Neiße
in der Mitte des 13. Jahrhunderts zeigt und in die eine Reihe der relevanten
Fundorte eingezeichnet sind, kann die Beziehung der Fundorte zu möglichen
Prägeorten erkennbar machen. Literatur- und Fundverzeichnisse sollen
auf die für eigenen Forschung notwendige Fachliteratur hinweisen,
und eine Übersicht, in welchen Funden die im Bestandskatalog vorgestellten
Münzen vertreten waren, kann helfen, eine Vorstellung über die
Zusammensetzung der genannten Funde zu gewinnen
Cordula Reuß (Hg.)
NS-Raubgut in der Universitätsbibliothek
Leipzig
86 S., Br., 19,00 €
978-3-86583-625-0
Vom 27.11.2011 bis 18.03.2012 zeigt
die Universitätsbibliothek Leipzig eine Ausstellung, die die Ergebnisse
der Suche nach NS-Raubgut in ihren Beständen dokumentiert. Die Ausstellung
und der zugehörige Katalog präsentieren einen Teil der gefunden
Bücher und gehen auf das Schicksal ihrer rechtmäßigen Besitzer
ein. Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten waren Personen
und Organisationen aus dem kommunistischen, sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen
Bereich, Menschen jüdischer Herkunft, Freimaurer, Freidenker oder
Zeugen Jehovas. Einzelne Personen, wie der lokal bekannte kommunistische
Widerstandskämpfer Karl Ferlemann, dessen komplette Bibliothek beschlagnahmt
und an die UB Leipzig geliefert wurde, werden exemplarisch vorgestellt.
Ein einführender Abschnitt informiert über die Universitätsbibliothek
in der Zeit des Nationalsozialismus und dokumentiert u.a. die Ausgrenzung
jüdischer Bibliotheksbenutzer. An die rechtmäßigen Eigentümer
erinnern biographische Skizzen ergänzt durch Fotos und historische
Dokumente.
Theresa Jacobs, Fabian Jacobs (Hg.)
Vielheiten
Leipziger Studien zu Roma/Zigeuner-Kulturen
346 Seiten, Broschur, 24,90 €
978-3-86583-599-4
Unter dem Titel „Tsiganologie“
lehrte Professor Bernhard Streck als Leiter des Instituts für Ethnologie
der Universität Leipzig zwischen 1998 und 2010 eine relationistische
Sozialwissenschaft. Ihr Fokus war auf die Bestimmung des Verhältnisses
zwischen den Kulturen der Roma /Zigeuner und ihren sozialen Umwelten gerichtet.
Damit war ein weites Forschungsspektrum eröffnet, das sich die weltweite
Vielheit kultureller Ausdrucksformen aus diesen asymmetrischen Minderheit–Mehrheit–Beziehungen
und deren Dynamiken erschließen sollte. Zu Perspektivwechsel und
Diversitätsbewußtsein angeregt, stehen in diesem Band daher
ethnopoetische Gedanken und diskursanalytische Überlegungen wie selbstverständlich
nebeneinander, Einflüsse aus der Kommunikations- und Medienwissenschaft
vertragen sich mit philosophischen Konzepten und in einem dialogischen
Miteinander befruchten sich die wissenschaftlichen Interessen an Sprachen,
Musik, Politik und Geographie gegenseitig. Der Band bildet somit einen
kaleidoskopischen Einblick in die interdisziplinäre Auseinandersetzung
von Nachwuchswissenschaftlern mit der über zwölf Jahre in Leipzig
gelehrten relationistischen Tsiganologie.
Sebastian Fink
Das Stahl- und Walzwerk Riesa
in beiden deutschen Diktaturen 1933 bis 1963
Ein Vergleich
548 Seiten, Hardcover, 49,00 €
978-3-86583-615-1
Die beiden deutschen Diktaturen
des
20. Jahrhunderts prägten über 56 Jahre hinweg die Schicksale
der Menschen in der Osthälfte des Landes. Doch wie groß war
der Einfluss der Machthaber wirklich? Konnten die regionalen und lokalen
Herrschaftsinstanzen bis in den letzten Winkel des Daseins der Deutschen
vordringen? Der Arbeitsplatz war der zentrale Ort im Leben der meisten
Menschen. Hier versuchten Betriebs- und Parteileitungen mit Hilfe von pseudogewerkschaftlichen
Organisationen nicht nur den Arbeitsprozess, sondern auch Lebensweise und
Weltanschauung der Beschäftigten zu beeinflussen. Im Stahl- und Walzwerk
Riesa war das nicht anders. Als zentralem Betrieb der Rüstungsmaschinerie
des Flick-Konzerns bis 1945 und später als größtem Röhrenproduzenten
der DDR kam dem Werk in beiden Diktaturen eine Sonderstellung zu. Mehrere
Tausend Arbeiter sollten unter Kontrolle gehalten werden und Leistung bringen.
Sebastian Finks Recherchen zeigen jedoch, dass sich die Riesaer Stahlwerker
nicht uneingeschränkt von den Machthabern im Betrieb einschüchtern
ließen. Sie suchten sich Nischen der Selbstbestimmung und erweiterten
angesichts einsetzender Vollbeschäftigung ihren Handlungsspielraum
gegenüber beiden Systemen. Dabei wurde aus dem Großbetrieb eine
Verhandlungs-Arena, die sich teilweise den übergeordneten Machtinstanzen
entziehen konnte. Denn eines stand im Vordergrund: Der Stahl musste fließen.
Stefanie Bietz
Erbschaften im Bürgertum
Eigentum und Geschlecht in Sachsen (1865-1900)
360 Seiten, Broschur, 24,00 €
978-3-86583-614-4
Das dominante bürgerliche
Geschlechterideal beeinflusste die testamentarischen und gesetzlichen Erbpraktiken
bürgerlicher Frauen und Männer am Ende des 19. Jahrhunderts.
Das Bürgerliche Gesetzbuch des Königreichs Sachsen (1865-1900)
eröffnete mit der fixierten Geschlechtergleichheit aller Erben nach
Erbordnungen und der Testierfreiheit Handlungsspielräume, die weibliche
und männliche Erben zum Unterlaufen oder zur Bekräftigung von
Geschlechtervorstellungen nutzen konnten. Diese Studie zeigt auf, inwiefern
Testierende und ihre Erben wie auch nach Gesetz berufene Erben Nachlassvermögen
eigentumsrechtlich verteilten und materielle Güter ihren jeweiligen
neuen Eigentümern vor dem Spiegel des Geschlechterideals und mit Blick
auf den bürgerlichen Alltag überließen.
Kitarô Nishida
Philosophie der Physik
Toshiaki Kobayashi, Max Groh (Hg.)
79 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-86583-606-9
Kitarô Nishida (1870-1945),
der einflussreichste japanische Philosoph des 20. Jahrhunderts, ist nicht
zuletzt als Begründer der Kyoto-Schule in Erinnerung geblieben. Diese
Strömung innerhalb der japanischen Philosophie setzt sich intensiv
mit der abendländischen Geistestradition auseinander und verknüpft
sie mit östlichem Gedankengut. Die westliche Forschung ihrerseits
interessierte sich bislang vordergründig für Kitarô Nishidas
Religionsphilosophie. Der Aufsatz „Die Welt der Physik“ offenbart nun sein
großes Interesse an Theorien der modernen Physik, in welcher er offenbar
eine Verifikation seiner eigenen Metaphysik zu finden glaubte. Dieser Zug
in Nishidas Philosophie ist bislang weitgehend unerforscht. Zwar weiß
man, dass Nishida, dessen Grundidee der „reinen Erfahrung“ durch den Zen-Buddhismus
stimuliert wurde, sich Zeit seines Lebens intensiv mit westlichen Philosophien
wie denen von Leibniz, Kant, Kierkegaard, Bergson, James etc. beschäftigte.
Weitaus weniger bekannt ist jedoch, dass er sich seit seiner Jugend ebenfalls
stark für Mathematik, vor allem Zahlentheorie, Mengentheorie und Gruppentheorie,
interessierte und dass dieses Interesse ihn letztlich zur zeitgenössischen
Physik führte. Kitarô Nishidas Text „Die Welt der Physik“ wurde
zuerst im Januar 1944 in der Zeitschrift„Shisô“ Nr. 260 und erneut
1945 als ein Teil des Buches „Tetsugaku-ronbun-shû“ (Philosophische
Aufsätzesammlung) 6“ veröffentlicht. In der Übersetzung
von Toshiaki Kobayashi und Max Groh liegt er nun erstmals auf Deutsch vor.
Stefanie Krebs, Manfred Seifert (Hg.)
Landschaft quer Denken
Theorien – Bilder – Formationen
388 Seiten, Hardcover, 54,00 €
978-3-86583-612-0
„Landschaft“ hat gegenwärtig
Konjunktur: Natur- und Geisteswissenschaften genauso wie die raumplanenden
Disziplinen diskutieren zeitgemäße Entwürfe von Landschaft
und loten neue Begriffsbestimmungen aus. Dies hat Auswirkungen für
Theorie und Praxis: Einerseits eröffnen sich unbekannte Perspektiven
auf historische wie aktuelle Prozesse räumlichen Wandels. Andererseits
beeinflusst dies die Perzeption wie den konkreten Umgang mit Räumen,
z.B. in der Stadt- und Regionalplanung, im Verkehrswesen oder im Naturschutz.
Bislang gibt es keinen systematischen Überblick über die vielfältigen
Ansätze innovativer Landschaftswahrnehmung. Ziel des vorliegenden
Tagungsbandes ist es daher, die Repräsentanten unterschiedlicher Landschaftsdiskurse
zusammenzuführen, die Trennung von ‚Forschern’ und ‚Gestaltern’ aufzubrechen
und im gegenseitigen Austausch neue Erkenntnispotentiale zu erschließen.
Das hier entwickelte „Dresdner Manifest“ will Landschaft als interdisziplinäres
Forschungsfeld etablieren sowie eine übergreifende Landschaftstheorie
konzipieren.
Cornelie Kunze (Hg.)
Wirtschaftlicher Aufholprozess und EU-Integration
in Mittel- und Osteuropa
das europäische Wachstumsmodell in der Krise?
253 Seiten, Broschur, 35,00 €
978-3-86583-547-5
Zwei Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch
des politischen und des (plan)wirtschaftlichen Systems in Mittel- und Osteuropa
kann der Übergang zur Marktwirtschaft in der Region als weitgehend
abgeschlossen gelten. Unbestreitbar konnten insbesondere die inzwischen
der EU beigetretenen Länder große Erfolge im wirtschaftlichen
Aufholprozess, etwa bei der Steigerung des Wirtschaftswachstums und der
Arbeitsproduktivität, bei der Modernisierung und Internationalisierung
der Wirtschaft, der Steigerung der Einkommen und der Verbesserung des Lebensniveaus
erzielen. Es zeichnen sich in diesem Aufholprozess jedoch auch eine Reihe
von Fragen und Problemen ab, deren Lösung nicht nur diese Länder
selbst, sondern ebenso die erweitere Europäische Union vor erhebliche
Herausforderungen stellt. Eine dieser Fragestellungen richtet sich auf
die Triebkräfte des Wachstums. Bisher tragen in starkem Maße
ausländische Direktinvestitionen zum Wachstum, zur Modernisierung
und zum Technologietransfer bei. Untersuchungen zeigen, dass die Leistungsfähigkeit
der Innovationssysteme in den Ländern selbst bisher meist noch gering
ist. Wie können die endogenen Wachstumskräfte gestärkt werden?
Welchen Beitrag liefern die verschiedenen Wachstumstheorien für den
Aufholprozess in Mittel- und Osteuropa? Woraus erklärt sich die Wachstumsschwäche
der ostdeutschen Wirtschaft? Ist die Mitgliedschaft der mittel- und osteuropäischen
EU-Länder im Europäischen Währungsraum optimal für
ihren Aufholprozess? Eine weitere große Herausforderung für
die Wirtschaftstheorie und -politik bildet die trotz eines breit aufgefächerten
Förderinstrumentariums und erheblichen Förderumfangs wachsende
regionale Differenzierung innerhalb der neuen Mitgliedsländer. Die
enormen Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der
Regionen, die seit 1990 entstanden sind bzw. sich vertieft haben, werden
zukünftig noch verstärkt durch Alterung und Migration. Dies trifft
im besonderen Maße auch für Ostdeutschland zu. Wie kann unter
diesen Bedingungen nachhaltiges Wachstum generiert werden? Hat die Regionalpolitik
geeignete Instrumente, um den Schrumpfungsprozessen zu begegnen? Die Beiträge
der interdisziplinären Tagung von Autoren aus Deutschland und Mittel-
und Osteuropa diskutieren theoretische Ansätze und empirische Befunde
zu den genannten Fragestellungen.
Ewa Szymani (Hg.)
Deutsche und Polen in der Aufklärung und in der
Romantik
Verweigerung des Transfers?
227 Seiten, Klappenbroschur, 29,00 €
978-3-86583-575-8
Dieser Band widmet sich dem Kulturtransfer
zwischen Deutschland und Polen in den Epochen der Aufklärung und der
Romantik. Die Autoren versuchen aus dem Blickwinkel der Germanistik, Polonistik,
Geschichte und Kunstgeschichte, die Spezifik des ostmitteleuropäischen
Kulturtransfers zu bestimmen, indem sie verschiedene Aspekte des polnischen
und schlesischen Kulturlebens vor dem Hintergrund der Nachbarschaft des
politisch geschwächten polnischen Staates mit dem absolutistisch-aufgeklärten
Preußen beschreiben. Der Kulturtransfer von West nach Ost vermochte
es damals nicht, sich den preußischen Machtinteressen zu entziehen.
Darüber hinaus standen tief verwurzelte religiöse Differenzen
einer kulturellen Annäherung im Wege. Andererseits gab es auf beiden
Seiten Persönlichkeiten, die die Ideen der Aufklärung als unabhängig
von politischen und nationalen Interessen erachteten. Diese anationale
Richtung verlor sich in der Romantik, die das Nationale zu einem Bestandteil
der individuellen Identitätsbildung machte und umgekehrt: den Nationen
individuelle Züge verlieh. So aufgefasst, beschreiben die Autoren
die Auslöschung einer aufklärerischen Idee, ohne jedoch die Persönlichkeiten
zu vergessen, die den Kulturaustausch als punktuelle Ausnahmeereignisse
in der politischen Geschichte vorangetrieben haben.
Jens Blecher, Peter Gutjahr-Löser, Dieter Schulz
(Hg.)
„Freiheit und Lebensordnung“
Ein europäischer Diskurs über Demokratie
149 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-86583-609-0
Theodor Litt hat in seinem letzten
Werk „Freiheit und Lebensordnung“ von 1962 viel Bedenkenswertes und zeitlos
Gültiges formuliert. Ausdrücklich untersucht er das spezifische
Verhältnis von Philosophie, Politik und Pädagogik. Für ihn
stellt die Erziehung zur Demokratie die konstitutive und zugleich komplexe
Aufgabe der Pädagogik dar. Stets verwahrt er sich gegen eine Indoktrination
durch die Politik und gegen eine Instrumentalisierung der Pädagogik.
Er reklamiert die Freiheit des Einzelnen in sozialer Verantwortung als
Ziel jeder Erziehung. Litt entwickelte nach 1945 in explizierter Auseinandersetzung
mit totalitären Systemen eine Konzeption politischer Bildung für
die Demokratie. Er war eine der maßgeblichen Persönlichkeiten,
die im Jahre 1952 die „Bundeszentrale für Heimatdienst“ gründeten,
aus der wenig später die heutige „Bundeszentrale für politische
Bildung“ hervorgegangen ist. Die grundlegenden Schriften hierzu stammen
von Theodor Litt. Das 14. Theodor-Litt-Symposion „Freiheit und Lebensordnung“
bildete ein besonders qualifiziertes Forum, um auf seine (noch) offenen
und facettenreichen Fragestellungen unter Beteiligung von namhaften Vertretern
aus neun europäischen Nationen Antworten zu finden. Im vorliegenden
Sonderband 3 zum Theodor-Litt-Jahrbuch wird der Diskussionsprozess nachgezeichnet
und dokumentiert; zugleich erfolgt eine thematische Weiterführung.
Christiane
Reinecke, Malte Zierenberg (Hg.)
Vermessungen der Mediengesellschaft
im 20. Jahrhundert
139 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-595-6
INHALT
Matthias Middell (ed.)
Global and European Studies Institute - Annual Report
2009-2011
113 Seiten, Broschur, 15,00 €
978-3-86583-603-8
INHALT
Karen Gaukel, Peter Gutjahr-Löser, Dieter Schulz
Theodor Litt – Pädagoge
und Philosoph
Sein Ringen um die Freiheit in Forschung und Lehre
67 Seiten, Broschur, 14,00 €
978-3-86583-602-1
Theodor Litt ist nicht nur als
herausragender Hochschullehrer und Wissenschaftler in Erinnerung geblieben
– er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Kultur- und Sozialphilosophie
und Erziehungswissenschaft der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
–, auch die moralische Größe und Konsequenz des ehemaligen Rektors
der Universität Leipzig erfährt heute besondere Würdigung.
Wie kein Zweiter bekannte er sich sowohl in der Zeit des Nationalsozialismus
als auch in der Zeit der beginnenden SED-Diktatur zur Freiheit des Forschens,
Lehrens und Lernens. Im „Dritten Reich“ mit öffentlichem Auftrittsverbot
belegt und deshalb 1937 freiwillig vorzeitig emeritiert, nach 1945 zwar
reaktiviert, aber sofort wieder durch Vorlesungs- und Redeverbote behindert,
folgte er 1947 einem Ruf an das Institut für Erziehungswissenschaft
der Universität Bonn. Dieser Band vereint Stimmen zu Theodor Litt
mit Dokumenten aus dessen Leben und stellt Leipziger Initiativen zur Erforschung
von Litts Werk und Wirkung vor. Zudem präsentiert die Publikation
die Preisträger des seit 2001 vergebenen „Theodor-Litt-Preises“, mit
dem – im Geiste des Namensgebers – besonderes Engagement in der Lehre anerkannt
wird.
Helmut Bräuer (Hg.)
„ ...
Capitalisten und Wucherer ...“, 1772
Eine Schrift aus dem 18. Jahrhundert
134 Seiten, Broschur, 14,00 €
978-3-86583-605-2
Die mit scharfer Ironie verfaßten
Zeilen einer anonymen „Bittschrift“ geben Zeugnis von der klaren Sicht
des Autors auf die „Capitalisten-Wucherer“, die maßgeblichen Anteil
an den tiefgreifenden Auswirkungen der Hungersnot der 1770er Jahre hatten.
Mit einem Kommentar wird das nur noch in wenigen Exemplaren vorhandene
Stück „Kapitalismus-Kritik“ vorgelegt. Prof. Dr. Helmut Bräuer,
Jg. 1938, hat im Leipziger Universitätsverlag Arbeiten zur Stadt-,
Wirtschafts-, Sozial- und Mentalitätsgeschichte des Spätmittelalters
und der frühen Neuzeit veröffentlicht.
Kirsten Bönker, Vera Caroline Simon (Hg.)
Konsum und politische Kommunikation
142 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-594-9
INHALT
Jens Blecher, Dieter Schulz (Hg.)
Wolfgang Natonek – Freiheit und Verantwortung
85 Seiten, Broschur, 14,00 €
978-3-86583-604-5
In der Zeit unmittelbar nach dem
Zweiten Weltkrieg war der Leipziger Studentenrat eines der wenigen Gremien
in der Sowjetischen Besatzungszone, in denen die Kommunisten keine Vormachtstellung
innehatten. Aus der Wahl zum Studentenrats-Vorsitzenden 1947 ging der Vorsitzende
der Studentengruppe der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands Wolfgang
Natonek als Sieger hervor. Dadurch und weil er und seine Freunde die Universität
Leipzig gegen den politischen Zugriff der SED verteidigten, brachte Natonek
die Machthaber gegen sich auf. Im November 1948 wurde er verhaftet und
von einem sowjetischen Militärtribunal zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.
Er verbüßte davon vor seiner Entlassung und Übersiedlung
in die Bundesrepublik acht Jahre in Bautzen und in einem Speziallager in
Torgau. Seit 1996 vergibt die Vereinigung von Förderern und Freunden
der Universität Leipzig e. V. den „Wolfgang-Natonek-Preis“ an Studenten
mit herausragenden Studienleistungen, die sich gleichzeitig für die
Interessen der Universität in besonderer Weise engagiert haben. Diese
Schrift will mit Leben und Leistung des Namensgebers für den Preis
vertraut machen und damit über die Gründe für die Verleihung
informieren.
Hartmut Elsenhans
The Rise and Demise of the Capitalist World System
217 Seiten, Broschur, 22,00 €
978-3-86583-608-3
In this volume Hartmut Elsenhans,
professor emeritus for international relations at the Institute of Political
Sciences at the University of Leipzig, presents those arguments that are
the sum and synthesis of his lifelong research on global relationships.
Following the basic principle that the dynamics of global capitalism are
only to be understood by placing them in their historical content, the
author analyses the interlinked development of politics and capitalism
on an universal scale.
Steffen Höhne, Nicola Bünsch, Ralph Philipp
Ziegler (Hg.)
Kulturbranding III
Positionen, Ambivalenzen, Perspektiven zwischen Markenbildung
und Kultur
277 Seiten, Broschur, 33,00 €
978-3-86583-601-4
Nach dem allgegenwärtigen
Interesse der vergangenen Jahre ist die Diskussion um das Thema Markenbildung
im Kulturbereich wieder auf einen Normalstand zurückgefallen. Eine
steigende Aufmerksamkeit für integrierte und zum Teil aufwendige Kommunikationskonzepte
in den Institutionen selbst sowie eine wachsende Anzahl von auf Kultur
spezialisierten Beratungsunternehmen prägen die aktuelle Situation.
Am Anspruch an das Thema hat sich – als einem für das Kulturmanagement
paradigmatischen Themenbereich – nichts geändert: Die Arbeit an der
Frage der Übertragbarkeit und Einrichtung betriebswirtschaftlicher
Modelle auf den Kulturbereich ist eine heikle, höchst anspruchsvolle,
aber auch aus philologischer wie ökonomischer Sicht eminent ergiebige
Tätigkeit. Auf Grundlage der Beiträge der Konferenz „Kulturbranding
III“ in Offenbach am Main legt dieser Band den Schwerpunkt zum einen auf
die abstrakt-theoretische Erfassung dessen, was Markenbildung in der Kultur
heißen kann. Kulturmarken setzen Identitäten voraus, arbeiten
mit Distinktion und Profilierung. Es gilt, diese Prozesse auch dort aufzudecken
und zu analysieren, wo sie nicht strategisch geplant wurden. Einen zweiten
Schwerpunkt bilden neue Umsetzungs- und Erscheinungsformen von Markenstrategien
im Kultursektor. Mit Beiträgen zur Markenbildung im Web 2.0, Beeinflussung
des Weiterempfehlungsverhaltens und Produktkommunikation, zu Place-Branding-Strategien
und zum Einsatz kulturspezifischer Markenaudits werden instrumentenbezogen
neueste Entwicklungen im praktischen Kulturbranding abgebildet.
Sándor Öze
Reformation und Grenzgebiete
Zur Verbreitung der Reformation in den ungarisch besiedelten
Gebieten
330 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-3-86583-587-1
1526 erlitt das Königreich
Ungarn in der Schlacht von Mohács eine katastrophale Niederlage
gegen die Osmanen. In der ungarischen Geschichtsschreibung und auch im
christlichen Europa gilt dieses Ereignis als Beginn der Türkenherrschaft.
In den folgenden vierzig Jahren sollte Ungarn große Gebietsverluste
hinnehmen müssen, um schließlich – nach der Abspaltung der protestantischen
Kirche 1567 – auch die Gesellschaft des Landes tief geteilt zu sehen. In
diesem Zeitraum wurden die Weichen für die Entwicklung Ungarns in
den folgenden Jahrhunderten gestellt. Für die Akteure selbst erschien
diese Zeit als Epoche des Experimentierens. Ständige Grenzverschiebungen
und die Türkenherrschaft führten zu einer durchgreifenden Umwälzung.
Neue religiöse und geistliche Identitätsregeln entstanden in
dieser Zeit im Grenzgebiet. Die Gesellschaft wandelte sich. Neue Schichten
entstanden, während andere an Bedeutung gewannen oder verschwanden.
Neben dem Militär in den zunehmend wichtiger werdenden Burgen als
Gegenstand dieser Studie darf die damit verbundene Bauernschaft nicht vernachlässigt
werden. Aber auch der hochadlige Hof und dessen Angehörige, das Umfeld
des letzten Palatins Tamás Nádasdy und die ausgestoßenen
Soldatenmönche, die Heiducken, sind zu erwähnen. Den zwei bedeutendsten
Mönchsorden des früheren Ungarns, Franziskanern und Paulinern,
die ihren Platz in einer sich auflösenden Religionssphäre suchten,
ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Auch die Vertreter der sich ausbreitenden
Reformation standen vor diesem Dilemma: Wie sollten sie auf die Bewohner
des Grenzgebietes einwirken und welches Verhältnis sollten sie zu
den Türken haben? Die geistliche, „ideologische” Orientierung dieser
nach einem Ausweg suchenden, fliehenden Gesellschaft und die Herausbildung
einer einheitlichen Identität ist hier von besonderem Interesse. Diesen
Fragen geht Sándor Öze in seiner ideen-, kommunikations- und
wirkungsgeschichtlichen Studie nach und prüft, wie sich diese Entwicklungen
auf das spätere ungarische Nationalbewusstsein ausgewirkt haben.
Peer
Pasternack (Hg.)
Hochschulen nach der Föderalismusreform
368 Seiten, Broschur, 29,00
€
978-3-931982-67-6
Zwischen den Hochschulsystemen
der deutschen Bundesländer bestehen traditionell deutliche Unterschiede
hinsichtlich des Finanzierungsinputs und des Forschungsoutputs. Die Föderalismusreform
2006 hatte den Anspruch erhoben, wettbewerbsföderalistische Aspekte
im Hochschulwesen zu stärken – und damit sowohl den herkömmlichen
kooperativen Föderalismus als auch die aktive Beteiligung des Bundes
an der Hochschulentwicklung in den Hintergrund treten zu lassen. Im hier
vorliegenden Band werden die Länderdifferenzen vor allem in solchen
Bereichen untersucht, in denen die Gestaltungschancen der Länder mit
der Föderalismusreform gestärkt wurden: Hochschul-
steuerung, Studienreform sowie
Personal- und Karrierestrukturen. Im Ergebnis zeigt sich: Wo es Differenzen
zwischen den Ländern gibt und diese sich in jüngerer Zeit verstärkt
haben, betrifft dies vorrangig solche Bereiche, die von der Föderalismusreform
nur marginal oder gar nicht berührt wurden. Die Bereiche hingegen,
in denen sich mit der Föderalismusreform 2006 den Ländern größere
Gestaltungsspielräume eröffneten, sind eher durch Trends homogenisierender
Entwicklungen – bei Abweichungen im Detail – gekennzeichnet. Insofern wurde
und wird die Bedeutung der Föderalismusreform 2006 für den Hochschulbereich
allgemein überschätzt.
Marek
Halub, Matthias Weber (Hg.)
Mein Schlesien – Meine Schlesier
Zugänge und Sichtweisen
ca. 400 Seiten, Hardcover, Wendebuch,
€ 32,00
978-3-86583-596-3
Im November 2011 feiert die Breslauer
Germanistik ihr zweihundertjähriges Bestehen. Dieses Jubiläum
der weltweit größten Auslandsgermanistik markiert wissenschaftsgeschichtlich
ein hochinteressantes Kapitel, denn die deutsche Philologie an der Alma
Mater Wratislaviensis steht in einem wechselhaften Beziehungsgeflecht,
dessen Eckpunkte durch Preußen, Deutschland und Polen gekennzeichnet
sind. Seit vielen Jahren pflegen die Breslauer Germanisten intensiven Kontakt
zu den Wissenschaftlern des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte
der Deutschen im östlichen Europa in Oldenburg (BKGE). Kernbereiche
der seit 2009 institutionalisierten Zusammenarbeit sind die Literatur-,
Sprach- und Kulturgeschichte Schlesiens. Hinter dieser als zweisprachiges
Wendebuch gestalteten Publikation stand die Idee, ein Narrativ der schlesischen
Kulturgeschichte aus den Erfahrungen der polnischen und deutschen Wissenschaftler
zu entwerfen. Um eine vergleichende deutsch-polnische Perspektive zu erhalten,
haben die Autorinnen und Autoren aus Oldenburg und Breslau ihr subjektives
Schlesienbild entsprechend ihrem jeweiligen biographischen und beruflichen
Erfahrungshorizont und ihren individuellen Erinnerungscodes skizziert.
Die Texte weisen unterschiedliche Schwerpunkte auf: Autobiographische Passagen
wechseln mit literarhistorischen, geschichtlichen und kulturhistorischen
Reflexionen ab. Dadurch soll deutlich werden, welche Dimensionen persönlicher,
regionaler, nationaler und europäischer Identität in den mental
maps und welche Perspektiven im persönlichen und wissenschaftlichen
Zugriff der Forscher auf Schlesien bestehen. Es geht darum, diverse (manchmal
umstrittene) Bezugspunkte des kollektiven und des individuellen Gedächtnisses
und dadurch auch des Selbstverständnisses sichtbar werden zu lassen.
Schulgeschichte
als Stadtgeschichte:
Schule in Leipzig
Detlef Döring (Hg.)
374 Seiten, Hardcover, € 49,00
978-3-86583-550-5
Leipzig nimmt in der deutschen
Schulgeschichte einen bedeutenden Platz ein, der seitens der neueren pädagogikgeschichtlichen
Forschung bislang nur unzureichend gewürdigt ist. Der vorliegende
Band verfolgt daher die Absicht, mit neuen Einzeluntersuchungen zur weiteren
Erschließung dieses Kapitels der Stadtgeschichte beizutragen und
zugleich das Fundament einer Einordnung in den nationalen bildungsgeschichtlichen
Kontext zu verstärken. Der Bogen der hier präsentierten Untersuchungen
reicht von der Gründung der Thomasschule im 13. Jahrhundert bis zur
Gegenwart. Berücksichtigung finden etwa die Hauslehrer, die um 1800
gegründeten Reformschulen, die konfessionellen Bildungseinrichtungen
oder das Volksschulwesen. Gleich mehrere Aufsätze widmen sich dem
Leipziger Lehrerverein und seinen Einrichtungen als einer Institution von
nationalem Rang. Die Geschichte der Lesefibeln im 20. Jahrhundert vermittelt
einen
subtilen Überblick über die Einbindung der Pädagogik in
die wechselnden gesellschaftlichen Wertsetzungen der aufeinanderfolgenden
politischen Systeme. Perspektiven einer weiteren Beschäftigung mit
der Pädagogik in den unterschiedlichen Jahrhunderten werden mit den
Aufsätzen ebenso nachhaltig entwickelt wie die Stadtgeschichtsschreibung
von hier viele neue Forschungsimpulse erhält.
Diethelm Klesczewski
Strafrecht (Teil 2)
Besonderer Teil, die examensrelevanten Delikte im
Grundriss. Teil 2: Vermögensdelikte
223 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-86583-573-4
Dieser Band befasst sich mit den
Vermögensdelikten. Die Darstellung konzentriert sich auf das examensrelevante
Kernwissen zu den einzelnen Straftaten und ihren systematischen Zusammenhang.
Zu jedem Delikt wird ein Prüfungsschema entwickelt, dessen Merkmale
unter Einbeziehung von Rechtsprechung und in Auseinandersetzung mit dem
maßgeblichen Schrifttum ihre Erläuterung finden. Über 100
Beispiele aus der Praxis veranschaulichen den Lösungsweg im Einzelfall.
Leitender Grundgedanke ist es, die verschiedenen Freiheitsdimensionen des
durch die Vermögensdelikte angegriffenen Rechtsguts für die Auslegung
der Tatbestände fruchtbar zu machen. Die Abhandlung baut auf den im
letzten Jahr erschienenen Band „Strafrecht. Besonderer Teil, die examensrelevanten
Delikte im Grundriss. Teil 1: Straftaten gegen die Person“ auf.
Jochen Schaefer, Klaus-Jürgen Nordmann, Michael
Schöttler, Hans-Joachim Schwarzkopf, Claas Lattmann, Wolfgang Deppert
Gelebte Interdisziplinarität
Kardiologie zwischen Baltimore und Kiel und ihr Vermächtnis
einer Theoretischen Kardiologie
316 Seiten, Broschur, € 33,00
978-3-86583-579-6
Dieses Buch zeichnet die Entwicklung
der Kardiologie in Kiel von 1962 bis 1981 nach. Anhand einer partiell autobiographischen
Beschreibung setzen sich die Autoren, die diese Entwicklung miterlebt und
mitgestaltet haben, mit dem Unbehagen auseinander, das gegenüber der
zunehmend technisch orientierten Medizin artikuliert wird. Die hier versuchte
Verallgemeinerung eigener Erfahrungen weist auf wichtige Grundlagenprobleme
des heutigen Gesundheitssystems hin. Es wird deutlich, dass die sich fortsetzende
Spezialisierung einerseits zumindest teilweise unvermeidbar und notwendig
ist, andererseits aber zu einem Verlust des unverzichtbaren Zusammenhalts
der Wissenschaften führen kann. Dieser Verlust gefährdet auch
das traditionelle Arztsein: Die beeindruckenden technischen Verfahren,
insbesondere die bildgebenden, verdrängen das Nachdenken über
komplexe physiologische und pathophysiologische Zusammenhänge. Die
Autoren plädieren für ein breites, interdisziplinär angelegtes
Forschen, das neben naturwissenschaftlichen auch geisteswissenschaftliche
Bezüge berücksichtigt. Nur durch ein solchermaßen begründetes
Handeln wird es gelingen, den Patienten weiterhin als Gesamtperson zu sehen
und die damit verbundenen ethischen Konsequenzen auch im diagnostischen
und therapeutischen Handeln zu berücksichtigen und zu verwirklichen.
Claudia Holzner
Das Krankenhaus als Ersatz für die Arztpraxis
Die aktuellen Auswirkungen des § 116 b II SGB
V
110 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-86583-597-0
Die Krankenhäuser der Bundesrepublik
Deutschland haben in erster Linie die Aufgabe, die stationäre und
teilstationäre ärztliche und pflegerische Versorgung der Bevölkerung
sicherzustellen. Mit der Einführung des § 116 b II SGB V eröffnete
der Bundesgesetzgeber Krankenhäusern unter bestimmten Voraussetzungen
die Möglichkeit zur ambulanten Leistungserbringung. Das Land nimmt
eine „Bestimmung“ des Krankenhauses vor und befugt es, entsprechende ambulante
Behandlungen durchführen zu dürfen. Diese Arbeit richtet das
Hauptaugenmerk auf die Frage der Zulässigkeit der ambulanten Leistungserbringung
durch die Krankenhäuser und auf die Frage der „Bestimmung“ von Krankenhäusern
gemäß § 116 b II SGB V aus rechtlicher Sicht. Neben grundrechtlichen
Aspekten spielen insbesondere das Vertragsarztrecht und das Sozialrecht
eine Rolle. Daneben soll auf die Frage eines möglichen Rechtsschutzes
der Vertragsärzte gegen die Bestimmungen des § 116 b II SGB V
besonders eingegangen werden. Dies auch unter genauer Auswertung der Literatur
und insbesondere der Judikatur der letzten Jahre, die in Zusammenhang mit
dem Paragraphen ergangen ist. Es gilt festzustellen, ob die Ziele des Gesetzgebers,
die mit der Einführung des § 116 b II SGB V erreicht werden sollten,
in der vorgestellten Weise umsetzbar sind.
Isabella Löhr, Hannes Siegrist (Hg.)
Intellectual Property Rights
and Globalization
148 Seiten, Broschur, € 12,00
978-3-86583-589-5
INHALT
Jürgen Mittag, Berthold Unfried (Hg.)
Arbeiter- und soziale Bewegungen
in der öffentlichen Erinnerung
Eine globale Perspektive
262 Seiten, Broschur, € 25,00
978-3-931982-73-7
In den zahlreichen Debatten um
das Konzept der „kollektiven Erinnerung“ in den letzten beiden Jahrzehnten
blieb die Rolle der Arbeiterbewegungen weitgehend unberücksichtigt.
Die Beiträge dieses Sammelbands thematisieren den Platz von Arbeiterbewegungen
und sozialen Bewegungen in der „kollektiven Erinnerung“, verstanden als
spezifisches Repertoire der Vergegenwärtigung von Vergangenheit in
der Öffentlichkeit. Warum etwa stehen in Europa die Katastrophen,
Kriege und Genozide im Mittelpunkt der offiziellen „Erinnerung“, und nicht
die sozialen Emanzipationsbewegungen, der Beitrag der Arbeiterbewegungen
zur Formierung von Sozialstaaten und bei der Schaffung relativ homogener
Gesellschaften? Die Beiträge dieses Bandes richten den Blick auf die
„Erinnerung“ an Arbeiterbewegungen und soziale Bewegungen in einer über
Europa hinausgehenden globalen Perspektive. Ein zweiter Blickwinkel richtet
sich auf erinnerungspolitische Strategien, die diese Bewegungen ihrerseits
entwickelt haben.
Stefan Troebst, Johanna Wolf (Hg.)
Erinnern an den Zweiten Weltkrieg
Mahnmale und Museen in Mittel- und Osteuropa
272 Seiten, Broschur, € 20,00
978-3-86583-548-2
Die Erinnerungskulturen Europas
sind vor allem durch das „kurze 20. Jahrhundert“ geformt. Der Zweite Weltkrieg
und die Vernichtung der europäischen Juden, andere Völkermorde
und Massenverbrechen, Zwangsarbeit, GULag, Besatzung, Kollaboration, Kriegsgefangenschaft,
Deportation und ethnische Säuberung prägen zu einem guten Teil
das Bild des Jahrhunderts in den nationalen Öffentlichkeiten der Europäer.
Dies spiegelt sich im gesellschaftlichen Gedächtnis ebenso wider wie
in staatlicher Geschichtspolitik, hier vor allem in Form von Memorialkomplexen,
Mahnmalen und Museen. Gleichzeitig reflektiert „Stein gewordene Erinnerung“
frühere Schichten und Modi des Gedenkens. Diese demonstrieren, dass
sich die „Sprache des Gedächtnisses“ im Lauf der Zeit wandelt und
Ausdruck des jeweiligen Zeitgeistes ist.
Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg
in Deutschland, Polen und Russland bildete den Schwerpunkt der Internationalen
Konferenz „Erinnern an den Zweiten Weltkrieg – Mahnmale und Museen in Mittel-
und Osteuropa“, die vom 1. bis 3. Juli 2010 in Berlin stattfand. Die Konferenz
war die zweite in einer Reihe trilateral deutsch-russisch-polnischer Veranstaltungen
zur Erinnerungskultur. Eine erste zur Genese des Zweiten Weltkrieges hat
2009 in Warschau stattgefunden. Für 2011 ist eine Folgekonferenz in
Moskau geplant.
Hans-Dietrich Genscher
Auf dem Weg zum und im Epochenjahr 1989
30 Seiten, Broschur, € 12,00
978-3-86583-590-1
Als ein Politiker, der im Epochenjahr
1989 weltweit agierte und an vielen Stellen an der Gestaltung des rasanten
Wandels maßgeblich beteiligt war, zählte Hans-Dietrich Genscher
im Jubiläumsjahr 2009 zu den international überaus gefragten
Rednern, Gesprächs- und Interviewpartnern. Mit seiner Zusage, persönliche
Reflexionen des Weltgeschehens während der Jahrzehnte davor und danach
am 14. Oktober 2009 in Leipzig zur Diskussion zu stellen, konnte das GWZO
eine der führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens
der Bundesrepublik Deutschland für seine Jahresvorlesung gewinnen.
Welch hohen Stellenwert Hans-Dietrich Genscher Ostmitteleuropa in seinen
politisch-strategischen Erwägungen beimaß und beimisst, ist
nicht allein der hier abgedruckten Oskar-Halecki-Vorlesung 2009 sowie auch
den beigefügten Antworten auf Fragen des Leipziger Publikums zu entnehmen.
Eine vorangestellte Einführung erlaubt einen Rückblick darauf,
wie er sich 1989 und in den unmittelbar darauf folgenden Jahren als Außenminister
mit der Region, namentlich mit den Entwicklungen in sowie den Beziehungen
zu Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei, auseinandergesetzt hat. Hans-Dietrich
Genscher zählt zu den führenden Persönlichkeiten des
öffentlichen Lebens der Bundesrepublik Deutschland. Er war von 1965
bis 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages für die FDP, deren Vorsitz
er in den Jahren 1974 bis 1985 inne hatte. In verschiedenen Bundesregierungen
bekleidete er hohe Ämter. Zunächst wirkte er 1969-1974 als Innenminister,
später leitete er bis 1992 das Auswärtige Amt. Während seiner
18-jährigen Dienstzeit als Chefdiplomat entwickelte er im Zeichen
der Entspannungspolitik einen kontinuierlichen West-Ost-Dialog. Sein persönliches
Engagement für die DDR-Botschaftsflüchtlinge in den ostmitteleuropäischen
Hauptstädten prägte die Ereignisse des Epochenjahres 1989. Die
Juristenfakultät der Universität Leipzig verlieh ihm 2003 die
Ehrendoktorwürde.
Nicole Richter
Pre-attentive and attentive processing of static
and motion stimuli in the acoustic free field
187 Seiten, Broschur, € 40,00
978-3-86583-565-9
The four electrophysiological studies
of this thesis investigate: (i) the partly inconsistent hypotheses of contralateral
and/or right- and/or left-hemispheric dominance in pre-attentive and attentive
spatial processing in the auditory cortex; (ii) the specific relation between
auditory evoked cortical responses and the localization blur across azimuthal
space; (iii) the representation of azimuthal space in the auditory cortex;
and (iv) the differences in auditory processing of static and motion sounds
in auditory cortex.
(i) The results provide strong
evidence for a contralateral dominance in pre-attentive cortical processing
of (occasional changes in) static sound source positions. Contrary, respective
results for attentive auditory spatial processing of occasional chances
in sound source positions indicate a pivotal role of the right auditory
cortex. This striking discrepancy (between pre-attentive and attentive
cortical space processing) suggests the involvement of a specific, predominantly
right-lateralized, attention mechanism which is necessary for attentively
listening to and differentiating between spatial positions. Furthermore,
for the attentive discrimination of static and motion sounds it is found
that the hemispheric lateralization (i.e. left-, right- or contralateral
dominance) depends on the attended acoustic attribute (‘static’, ‘motion’)
and on the context, in which the task-related stimuli are presented.
(ii) The combination of electrophysiological
and behavioural findings implicate that during sound source discrimination
the central auditory system integrates the spatial separation [in degree]
between two sound sources in azimuth even though – at least at threshold
levels – respective differences in spatial separations across azimuth are
consciously imperceptible. From this it is suggested that the pre-attentive
discrimination of sound sources is based on an object-related comparison
process which might rely on the integration of all available location cues
related to a defined position in space.
(iii) For sound source representations
in auditory cortex, the results provide evidence for a general contralateral
dominance in cortical processing of acoustic space information, which might
relate to the functional dominance of contralateral projections of cortical
afferents.
(iv) Present findings for static
and motion stimuli provide electrophysiological evidence supporting the
assumption of distinct cortical processing mechanisms at a time period
of 200ms and 300-400ms after stimulus offset.
Matthias Middell (Hg.)
„Lust am Krimi“
Beiträge zu Werk und Wirkung Walter Markovs
275 Seiten, Broschur, € 22,00
978-3-86583-586-4
Auf die Frage nach seinem spezifischen
Herangehen an das gewählte Fach bemerkte Walter Markov einmal, er
folge einem fast intuitiven Interesse an der Spannung, die sich in Sonderheit
in Konfliktsituationen und Revolutionen ergebe, wenn sich der geschichtliche
Knoten schürzt und zu Entscheidungen drängt. Dieses Interesse
bezeichnete er als „Lust am Krimi“. Walter Markov hat ein bemerkenswert
breit gefächertes Œuvre hinterlassen, dessen Peripetien von der Eingebundenheit
des Balkans im frühen 20. über die französische Volksbewegung
am Ende des 18. Jahrhunderts bis zu den antikolonialen Befreiungsbewegungen
und der in ihrem Kontext konstituierten Area Studies sowie schließlich
zur Grundlegung einer vergleichenden Kolonial- und Revolutionsgeschichte
reichen. So breit die Themen seiner Forschungen auch waren, niemals gab
er die „Lust am Krimi“ auf, die sich an der Spannung erfreut, die der Verlauf
im konkreten Fall hervortreibt, statt mit geschichtsphilosophischer Selbstgewissheit
den Täter voraussagen und auch gleich aburteilen zu können. Beiträge,
die sich den verschiedenen Lebensstationen und Schriften Markovs zuwenden,
lassen sich deshalb mit Berechtigung unter diesem von Markov selbst angeregten
Motto versammeln.
Frank Zöllner (Hg.)
Werner Tübke
Die Skizzenbücher
Katalog zur Ausstellung in der
Bibliotheca Albertina 11. Juli bis 16. Oktober 2011
54 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-86583-582-6
Im Jahr 2010 übergab die Witwe
des großen Leipziger Malers und Grafikers Werner Tübke (1929-2004)
Brigitte Tübke-Schellenberger der Universitätsbibliothek Leipzig
zwölf Skizzenbücher ihres Mannes, die lange unentdeckt geblieben
waren. Die Bibliotheca Albertina würdigt diese bemerkenswerte Schenkung
vom 11. Juli bis zum 16. Oktober 2011 mit einer Ausstellung, in der das
bisher kaum bekannte Material einer breiten Öffentlichkeit zugänglich
gemacht wird. Die Schau zeigt das gesamte Konvolut der Skizzenbücher,
die zwischen 1950 und 2001 entstanden sind und einen intimen Einblick in
wichtige Schaffensphasen Werner Tübkes erlauben. Daneben tritt die
Präsentation von Vergleichsmaterial. Dazu zählen einige Wiedergaben
von Gemälden Tübkes, deren Genese durch die Kenntnis der Skizzenbücher
in einem neuen Licht erscheint. Zudem werden einige Inspirationsquellen
für das „bildnerische Denken“ Tübkes vorgestellt und natürlich
die verschiedensten Aspekte seines umfangreichen Schaffens thematisiert,
die in den Skizzen oft deutlicher zum Ausdruck gelangen als in seinen Gemälden.
Walter Thys
Vom Wandervogel zum Compañero
Jan Andries Jolles (1906–1942),
Soldat der Weltrevolution
397 Seiten, Hardcover, 34,00 €
978-3-86583-531-4
Soweit zu sehen, sind die lebensgeschichtlichen
Spuren von Jan Jolles (1906-1942) hierzulande restlos verweht. Selbst sorgfältig
recherchierte Nachschlagewerke führen seinen Namen nicht. Wer nach
ihm fragt, erntet zumeist ungläubiges Kopfschütteln. Das erstaunt
umso mehr, als Jan Jolles während der dreißiger Jahre für
die Kommunistische Internationale in einflussreichen Funktionen vor allem
in Lateinamerika tätig war und damit in der politischen Geschichte
der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen herausgehobenen Platz
beanspruchen kann. Zieht man die komplizierte individuelle Biographie hinzu
– Jan Jolles entstammte der Ehe des noch heute dank seiner "Einfachen Formen"
wirkungsmächtigen Germanisten André Jolles (1874-1946) mit
der Tochter des prominenten Hamburger Bürgermeisters Johann Georg
Mönckeberg Mathilde (1879-1958) –, die erahnen lässt, welch ein
Spannungsbogen zwischen Herkunft und politischem Bekenntnis sich hier auftat,
erregt diese Biographie noch größere Aufmerksamkeit. Die von
Walter Thys in jahrelanger Arbeit mit gleichsam detektivischem Spürsinn
zusammengetragenen Resultate einer Spurensuche, die weit über eine
alleinige Dokumentation hinausragen, fesseln den Leser angesichts der Intensität,
in der diese Biographie noch einmal lebendig wird. Gleichsam im Buch des
20. Jahrhunderts blätternd, eröffnet sich ein ganz besonderer
Zugang zu dessen Brüchen und Verwerfungen, die sich letztlich auch
im Schicksal von Jan Jolles widerspiegeln.
Inhalt
Werner Berthold, Mario Keßler (Hg.)
Klios Jünger
Hundert Historiker-Porträts von Homer bis Hobsbawn
210 Seiten, Broschur, 24,00 €
978-3-931982-72-0
Dieses Buch stellt in 100 Porträts
Leben und Werk von „Jüngern Klios“ in knappen Skizzen vor. Die Auswahl
folgte dabei dem Gedanken, namentlich jene Persönlichkeiten zu porträtieren,
die sich in ihrem wissenschaftlichen Tun nicht nur einem Thema zuwandten
und ihre Arbeitsansätze disziplinübergreifend konzipierten. Neben
Historikern in einem engeren Sinne finden so beispielsweise auch Geschichtsdenker
Eingang in den Band, deren Verdienste vor allem in einer synthetisierenden
Sicht auf die Geschichte erblickt werden können. Das Buch richtet
sich an jene Leser, die nicht nur aus der Geschichte lernen wollen, sondern
die auch Biographie und Oeuvre jener Akteure interessiert, die Maßgebliches
zum Wissen um die Vergangenheit beigesteuert haben: Lehrer, Schüler,
Studenten, Journalisten, im Bereich der politischen Bildung Tätige
oder einfach geschichtsbegeisterte Leser jeden Alters. Prof. em. Dr.
Werner Berthold, geb. 1923 in Leipzig, begründete in Leipzig den
Lehrstuhl für Geschichte der Geschichtswissenschaft an der Karl-Marx-Universität
Leipzig, den er bis zur Emeritierung 1988 innehatte. Prof. Dr. Mario
Keßler, geb. 1955 in Jena, arbeitet am Zentrum für Zeithistorische
Forschung und unterrichtet an der Universität Potsdam. Er war mehrmals
Gastprofessor in den USA.
Fernando Ramos Arenas
Der Auteur und die Autoren
Die Politique des Auteurs und ihre Umsetzung in der
Nouvelle Vague und in Dogme '95
300 Seiten, Broschur, 28,00 €
978-3-86583-585-7
Seit 60 Jahren gehört der
Auteur zu den zentralen Konzepten der Filmkritik, -theorie und -vermarktung.
Er beeinflusst die filmkritischen Bewertungen in Magazinen oder Fernsehsendungen
sowie die Klassifikation und Kanonisierung von Filmemachern von den Filmfestspielen
in Cannes bis hin zu den Regalen einer Videothek. Die manchmal mäandernde
Entwicklung des Konzeptes, von seinen filmkritischen Anfängen im Paris
der 1950er Jahre über seine filmtheoretischen Ausprägungen in
den 1960er und 1970er Jahren bis in die Gegenwart, beschreibt Fernando
Ramos Arenas in diesem Band. Zuerst zeichnet er diese Entwicklung in fünf
Etappen nach, bevor er in einem zweiten, anwendungsbezogenen Teil die unterschiedlichen
Autor-Funktionen in der französischen Nouvelle Vague und im Dogme
95 unter die Lupe nimmt. Dabei entsteht eine Arbeit, die sich zwischen
Film-(Kultur-)Wissenschaft und Philosophie bewegt und ganz konkrete Ausprägungen
des Auteurs/Autors mit theoretischer Genauigkeit und methodischer Schärfe
in ein systematisierendes Ganzes einordnet.
Bert Pampel (Hg.)
Erschrecken – Mitgefühl
– Distanz
Empirische Befunde über Schülerinnen und
Schüler in Gedenkstätten und zeitgeschichtlichen Ausstellungen
300 Seiten, Broschur, 24,00 €
978-3-86583-583-3
Gedenkstätten zur Erinnerung
an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur oder der kommunistischen
Gewaltherrschaft und zeitgeschichtliche Ausstellungen zu dieser Thematik
gelten als bedeutsame außerschulische Lernorte. Politiker, Lehrer
und Fachdidaktiker wie auch die Gedenkstätten selbst schreiben ihnen
ein besonderes Potenzial für historisch-politisches Lernen zu. Die
sich dort vollziehenden pädagogischen Prozesse und ihre Wirkungen
sind allerdings bislang erst ansatzweise empirisch untersucht worden.
Der vorliegende Band bilanziert
den Forschungsstand in Bezug auf Schulklassenbesuche in Gedenkstätten.
Sozialwissenschaftler verschiedener Disziplinen präsentieren die Ergebnisse
ihrer empirischen Untersuchungen zu Vorkenntnissen, Besuchsmotiven und
-erwartungen sowie zu Rezeptionsweisen und Lerneffekten bei Schülern,
die Gedenkstätten oder zeitgeschichtliche Ausstellungen besucht haben.
Hieraus ergeben sich wertvolle Hinweise auf die vielfältigen Voraussetzungen,
Modi und Herausforderungen von Lernprozessen in Gedenkstätten. Der
Band will auf ihrer Grundlage zu weiterführenden Diskussionen über
Ziele, Organisation und Methoden pädagogischen Handelns wie auch zu
weiteren empirischen Forschungsprojekten in Gedenkstätten anregen.
Inhalt
Uwe Quasthoff, Sabine Fiedler, Erla Hallsteinsdóttir
(ed.)
Frequency Dictionary German
115 Seiten und 1 CD-Rom, Broschur, 22,00 €
978-3-86583-509-3
The series Frequency Dictionaries
aims at producing dictionaries with comparable frequency data for a large
number of different languages. For many of the languages featured in this
collection, this series is the first comprehensive compilation using a
large-scale empirical base. The dictionaries are available in print and
electronic version. Each dictionary provides the most frequent 1,000 word
forms ordered by frequency and the most frequent 10,000 word forms in alphabetical
order. They provide an introductory description of the data and the methodological
approach. In addition, language specific statistical information on letters,
word structure and structural changes depending on word frequency is provided.
The enclosed CD-ROM contains a more comprehensive version of the dictionary
as an e-book, with data on relative frequency of up to 1,000,000 word forms
given in alphabetical order. This series of dictionaries provides the opportunity
to explore comparative linguistic topics as well as monolingual issues
such as studies on word formation and frequency-based examinations of lexical
areas for dictionaries or language teaching.
Manfred Stoppok
Maggi in Guinea-Bissau
Über das Brühwürfelphänomen in
Westafrika
101 Seiten, Broschur, 20,00 €
978-3-86583-580-2
Der Brühwürfel der Firma
Maggi begleitet uns und die Entwicklungen der modernen Lebensmittelindustrie
bereits seit über 100 Jahren. Er ist ein Produkt unter vielen anderen,
die im Zuge der Globalisierung ihren Weg um die Welt gemacht haben. In
Westafrika ist es der Brühwürfel, der es als selbstverständliche
Zutat in die Kochtöpfe der Menschen geschafft hat. In Guinea-Bissau
heißt er gusto, Geschmack. Die vorliegende Ethnographie versucht,
den Platz, den er in den Küchen Guinea-Bissaus eingenommen hat, zu
skizzieren. Dabei führt der Weg von der Entstehungsgeschichte des
Würfels in Europa und Südamerika zur heute in Guinea-Bissau genutzten
Form. Dort ist er heftig umstritten: Die einen halten ihn für eine
Ingredienz kulinarischer Dilettanten, die anderen fürchten, dass er
die lokalen Esstraditionen verdrängt. Diejenigen, die ihn für
einen nicht zu ersetzenden Bestandteil ihrer täglichen Mahlzeiten
halten, fragen sich, wie man ein Essen ohne „Gusto“ zubereiten könne.
Im Für und Wider um den Brühwürfel stellt sich dar, was
von den Akteuren als eine gute Mahlzeit verstanden wird und was nicht.
Im Konsum des Brühwürfels scheinen sich auch Wünsche, die
über das Gebiet der Ernährung hinausgehen, auszudrücken.
Hans-W. Fischer-Elfert, Stefan Lehmann (Hg.)
Forscher – Pfarrer – Sammler
Die ägyptischen Altertümer des Dr. Julius
Kurth
aus den Beständen des Archäologischen Museums
der Martin-Luther-Universität in Halle
24 Seiten, Broschur, 10,00 €
978-3-86583-584-0
Dieser Katalog begleitet eine Ausstellung,
die das Ägyptische Museum der Universität Leipzig vom 23. Juni
bis zum 15. Dezember 2011 zeigt. Präsentiert werden ausgewählte
Stücke aus der beachtenswerten Sammlung ägyptischer Altertümer
des Berliner Pfarrers und Gelehrten Julius Kurth (1870–1949). Unter den
außerordentlich vielseitigen Interessen Kurths nahm das Alte Ägypten
eine besondere Stellung ein. Ein handschriftlicher Katalog zeugt von der
intensiven und fundierten Beschäftigung des Sammlers mit seinen Objekten
und besticht durch akribisch gezeichnete und getreu kolorierte Illustrationen.
Neben dem wissenschaftlichen Wirken Kurths widmet sich die Schau auch dem
Leben des Forschers.
Fabian Schäfer (Hg.)
Tosaka Jun
Ideologie – Medien – Alltag
230 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-3-86583-581-9
Nur wenige Tage vor der japanischen
Kapitulation im Zweiten Weltkrieg verstirbt der linke regimekritische Philosoph
Tosaka Jun (1900-1945) im beengten Raum einer Gefängniszelle an den
gesundheitlichen Folgen der schlechten Haftbedingungen. Trotz seiner relativ
großen Bekanntheit in Japan wurde Tosaka – ein origineller marxistischer
Denker, der den Vergleich mit zeitgenössischen europäischen Vertretern
eines undogmatischen Marxismus nicht zu scheuen braucht – in der westlichsprachigen
Ideengeschichte und Japanologie bisher nahezu vollständig vernachlässigt.
Dieser Sammelband vereint zentrale zeitkritische, medientheoretische und
geschichtsphilosophische Schriften Tosakas in deutscher Übersetzung
und macht sie so erstmals einem breiteren Leserkreis zugänglich.
Reto Müller (Hg.)
Gioachino Rossini: Adelaide di Borgogna
115 Seiten, Broschur, 8,00 €
978-3-86583-578-9
Die Reihe „Operntexte“ der Deutschen
Rossini Gesellschaft soll in erster Linie eine partiturgetreue Lektüre
des vom Komponisten vertonten Textes ermöglichen. Ergänzend wurden
relevante unvertonte Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung
sowie später hinzugekommene alternative Musiknummern in den Text aufgenommen.
Rossinis
dreiundzwanzigste Oper, 1818 auf ein Libretto von Giovanni Schmidt
für das römische Teatro Argentina entstanden, ist auch heute
noch eine seiner am wenigsten gespielten ernsten Werke. In Hinblick auf
die szenische Aufführung beim Rossini Opera Festival 2011 in Pesaro
ist für die Reihe „Operntexte“ der vollständige Wortlaut, wie
er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt worden. Ergänzend
wurden nicht vertonte Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung
sowie eine später hinzugekommene alternative Musiknummer in den Text
aufgenommen.
Reto Müller (Hg.)
Gioachino Rossini: Il turco in Italia (Der Türke
in Italien)
171 Seiten, Broschur, 10,00 €
978-3-86583-572-7
Die Reihe „Operntexte“ der Deutschen
Rossini Gesellschaft soll in erster Linie eine partiturgetreue Lektüre
des vom Komponisten vertonten Textes ermöglichen. Ergänzend wurden
relevante unvertonte Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung
sowie später hinzugekommene alternative Musiknummern in den Text aufgenommen.
Rossinis
dreizehnte Oper, 1814 auf ein Libretto von Felice Romani für die
Mailänder Scala entstanden, ist heute eines seiner meistgespielten
komischen Werke. In diesem Band ist der vollständige Wortlaut, wie
er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt. Ergänzend
wurden nicht vertonte Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung
sowie später hinzugekommene alternative Musiknummern in den Text aufgenommen.
Lydia Herrmann
Die Funktion der Hook-Proteine in intrazellulären
Transportprozessen
und bei der Pathogenese der Alzheimerschen Erkrankung
105 Seiten, Broschur, 28,00 €
978-3-86583-551-2
Bei der Alzheimerschen Erkrankung
kommt es im Gehirn neben der Ablagerung von ?-Amyloid in senilen Plaques
und der Aggregation von hyperphosphoryliertem Tau in Neuronen zu einer
Verlangsamung des Mikrotubuli-basierten Transports und zu einer Dysfunktion
der endolysosomalen Kompartimente. Die Hook-Proteine sind eine Familie
zytoplasmatischer Linkerproteine mit einer charakteristischen Mikrotubuli-Bindungsdomäne.
Da sie an Transportprozessen beteiligt sind, kann eine veränderte
Expression von Hook-Proteinen zu den beobachteten Transportstörungen
bei der Alzheimerschen Erkrankung beitragen. In der dieser Arbeit wird
aufgezeigt, wie sich die Expression von Hook-Proteinen im Verlauf der Alzheimerschen
Erkrankung verändert und welche Auswirkungen dies auf den Transport
von Endosomen hat. Es wird dargestellt, dass es bei der Alzheimerschen
Erkrankung im temporalen Kortex zu einer starken Reduktion der Hook-Proteinmengen
im Zytoplasma kommt. Gleichzeitig akkumulieren Hook-Proteine an pathologischen
Tau-Ablagerungen. Um den Einfluss der veränderten Verfügbarkeit
von Hook-Proteinen auf die Pathogenese der Erkrankung besser zu verstehen,
werden die Auswirkungen einer veränderten Hook-Proteinexpression im
Zellkulturmodell beschrieben. Dabei zeigen sich Veränderungen im endosomalen
Transport und in der Lokalisation von Zellorganellen. Diese lassen vermuten,
dass Hook-Proteine eine Funktion im endosomalen Transport übernehmen
und die Umverteilung der Hook-Proteine die Amyloid-Pathologie bei der Alzheimerschen
Erkrankung fördert.
Angelika Epple, Olaf Kaltmeier, Ulrike Lindner (Hg.)
Entangled Histories:
Reflecting on Concepts of Coloniality
and Postcoloniality
152 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-576-5
Inhalt
Ronald Lambrecht
Studenten in Sachsen 1918-1945
Studien zur studentischen Selbstverwaltung, sozialen
und wirtschaftlichen Lage
sowie zum politischen Verhalten der sächsischen
Studentenschaften in Republik und Diktatur
555 Seiten, Hardcover, 49,00 €
978-3-86583-577-2
Studenten gelten gemeinhin als
untrügliche Seismographen gesellschaftlicher Stimmungen und als besonders
sensibel für deren Veränderungen. Diese Einsicht bekräftigt
das vorliegende Buch über Studierende in Sachsen eindrucksvoll. Es
untersucht die politisch brisante Zeit nach Ende des Ersten Weltkrieges
bis zum totalen Zusammenbruch der NS-Diktatur 1945. Analysiert werden damit
Entwicklungen in der Weimarer Republik und während der nationalsozialistischen
Diktatur – zwei politische Epochen, die gegensätzlicher kaum gedacht
werden können und deren Wechsel mit einem tiefen Bruch in der Politik
einherging. Das Interesse des Autors richtet sich nicht nur auf die politischen
und hochschulspezifischen Entwicklungen jener Zeit. Ebenso gilt der wirtschaftlichen
und sozialen Lage der Studenten oder dem Ringen der Studentinnen um Gleichberechtigung
die Aufmerksamkeit. In der Summe legt der Autor einen wichtigen Beitrag
zur deutschen Universitäts-, Studenten- und Gesellschaftsgeschichte
der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor.
..................................
Mit dem Internet verbunden sehen Sie hier die homepage des Verlages: http://www.univerlag-leipzig.de
bereits angekündigt:
Izabela
Surynt
Zwischenräume:
Helga M. Novaks polnische Phantasien
50
S., Br., 19,00 €
978-3-86583-472-0
Die Societas Jablonoviana (Fürstliche
Jab?onowskische Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig) wurde im ausgehenden
18. Jahrhundert vom Fürsten Józef Aleksander Jablonowski (1711-1777),
einem polnischen Mäzen der Kultur und Wissenschaften, an der Leipziger
Universität ins Leben gerufen. Ihr Ziel war es damals, allgemein die
Wissenschaften zu fördern, indem jährlich Preisfragen zu Mathematik
/ Physik, Ökonomie und zur polnischen /slawischen Geschichte ausgeschrieben
und die besten Arbeiten mit dem Jablonowski-Preis ausgezeichnet wurden.
Die Gesellschaft überdauerte alle Wirren der Geschichte und versteht
sich heute als Vermittlerin und Mitgestalterin der deutsch-polnischen Kultur-
und Wissenschaftsbeziehungen. In diesem Sinne werden alle zwei Jahre junge
Wissenschaftler, abwechselnd aus Polen und aus Deutschland, die sich um
die Förderung des deutsch-polnischen Dialogs besonders verdient gemacht
haben, mit dem Jablonowski-Preis geehrt. 2009 ging der Jablonowski-Preis
an Prof. Dr. Izabela Surynt von der Universität Wroclaw. Gewürdigt
werden damit besonders ihr Buch „Das ‚ferne‘, ‚unheimliche‘ Land. Gustav
Freytags Polen“, zugleich aber auch ihre bisherigen wissenschaftlichen
Leistungen, die von den Forschungen über deutsche Literatur und Kultur
des 19. Jahrhunderts, über polnische und deutsche Erinnerungskulturen,
Studien über Stereotype, Mythen und kollektive Symbolik bis zur Untersuchung
des deutschen Kolonialismus und Nationalismus reichen. Die Laudatio hielt
Hubert Orlowski, Professor im Ruhestand der Adam-Mickiewicz-Universität
Posen und korrespondierendes Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften.
Karlheinz
Hengst, Dietlind Krüger (Hg.)
Familiennamen im Deutschen (2.
Halbband)
Erforschung und Nachschlagewerke.
Familiennamen aus fremden Sprachen
im deutschen Sprachraum
673 Seiten, Hardcover, 98,00
€
78-3-86583-500-0
Familiennamen sind Sprachdenkmale
ganz besonderer Art. Im Wesentlichen in unserem deutschen Sprachgebiet
vom 12. bis zum 14. Jahrhundert entstanden, sind sie Konserven des in jener
Zeit in Stadt und Land quer durch alle Bevölkerungsschichten verwendeten
Wortgutes. Die Prägung dieser Namen erfolgte dabei durch die Mitmenschen.
Der Kennzeichnung diente dabei, was an dem zu Benennenden besonders erwähnenswert
oder an ihm besonders markant erschien. Ursprünglich handelte es sich
also um eine zusätzliche Angabe zur Identifikation für die bis
dahin nur einen Namen tragenden Personen. Die alltägliche Verwendung
dieser beigegebenen Namen führte im Laufe der Zeit oftmals zu einer
gewissen Abschleifung oder „Abnutzung“, was ihre ursprüngliche Sinnhaftigkeit
nicht mehr so leicht erkennen lässt. Andererseits bewahren Familiennamen
mundartbedingte Besonderheiten einer Region und in manchen Fällen
auch Wörter, die inzwischen im Deutschen außer Gebrauch gekommen
sind. Die Folge wiederum ist, dass zahlreiche heutige Familiennamen kaum
oder gar nicht mehr „durchschaubar“ erscheinen. Somit stellen unsere Familiennamen
heute sprachliche Denkmale aus dem sozialen und kulturellen Leben vor allem
des späten Mittelalters dar. Nicht für umsonst gilt ihnen daher
das Interesse der Menschen unserer Zeit. Sowohl Fachleute als auch Interessenten
aus Nachbarwissenschaften und der breiten Öffentlichkeit finden in
diesem Band einen fundierten Querschnitt der aktuellen Forschung auf dem
Gebiet der deutschen Familiennamen. International ausgewiesene Sprach-
bzw. Namenforscher sowie Mitwirkende an neuen Forschungsvorhaben präsentieren
den derzeitigen Forschungsstand und werfen Fragestellungen zur künftigen
Erforschung der Familiennamen aus sprachwissenschaftlicher Sicht auf. Gemeinsames
Anliegen aller Beteiligten war es zudem, neue und bisherige Erkenntnisse
vertiefende Ergebnisse vorzulegen sowie in Arbeit befindliche Projekte
und Vorhaben vorzustellen bzw. aus ihnen erwachsene neue Einsichten in
die Geschichte, Verbreitung und Entwicklung der Familiennamen im Deutschen
zu bieten. Schließlich war es das Ziel, durch Verweise auf Nachschlagewerke
und einschlägige Fachliteratur eine Informationsbasis besonders zu
Familiennamen aus fremden Sprachen zu liefern, aber auch entsprechende
Forschungsdesiderata zu kennzeichnen.
Martin Sabrow (Hg.)
Leitbilder der Zeitgeschichte
Wie Nationen ihre Vergangenheit denken
127 Seiten, Broschur, 19,00 €
978-3-931982-71-3
Die 16. Helmstedter Universitätstage
2010 befassten sich mit den unterschiedlichen historischen „Meistererzählungen“
der eigenen Nationalgeschichte, die Deutschland und seine europäischen
Nachbarn im 20. Jahrhundert und besonders nach 1945 hervorgebracht haben.
Die einzelnen Referate ergründeten die Bauformen historischen Erzählens,
die das Bild der deutschen Nationalgeschichte im Vergleich zu seinen europäischen
Nachbarn geprägt haben und bis heute prägen. Erörtert wurde,
wann und warum sich neue Sichtweisen auf die eigene Vergangenheit etabliert
hatten und wie die einzelnen Nationalgeschichten der Herausforderung eines
europäischen Geschichtsbildes begegnen. Ihren gemeinsamen Fluchtpunkt
fanden die einzelnen Analysen in der Frage nach der Rolle der historischen
Fachwissenschaft im Wettstreit der unterschiedlichen Meistererzählungen:
Wie verträgt sich der unteilbare wissenschaftliche Objektivitätsanspruch
mit den überkommenen Kontrastgeschichten der einzelnen Nationen Europas,
und wie verträgt er sich mit dem heute so mächtigen Bemühen,
eine kohärente europäische Geschichtserzählung zu begründen?
Aus dem Inhalt:
Martin Sabrow: Meistererzählungen der Zeitgeschichte
Anselm Doering-Manteuffel: Der deutsche Weg nach Westen
Antonia Grunenberg: Zwischen Faschismus und Kommunismus:
Antifaschismus als historische Leiterzählung der DDR
Konrad H. Jarausch: Die Unvermeidlichkeit des Zusammenbruchs
der DDR.Zur historischen Erklärung von 1989
Robert Traba: Der Opferdiskurs als beherrschender Faktor
der polnischen Meistererzählung
Ulrich Pfeil: Frankreichs Meistererzählung vom „Land
der Menschenrechte“
Simone Lässig: Braucht Europa eine historische Meistererzählung?
Adam Krzeminski: Braucht Europa eine historische Meistererzählung?
Wolfgang Küttler, Matthias Middell (Hg.)
Nation und Revolution
Beiträge eines wissenschaftlichen Kolloquiums
der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
aus Anlass der 100. Geburtstage von Ernst Engelberg
und Walter Markov
229 Seiten, Broschur, 33,00 €
978-3-931982-70-6
Aus dem Inhalt:
Wolfgang Küttler/Matthias Middell: Von der Wiederkehr
totgesagter Kategorien
Dieter B. Herrmann: Zur Einführung
Jürgen Kocka: Die Veränderungen des Revolutionsbegriffs
im Lichte der Erfahrungen des 20. Jahrhunderts
Hans-Jürgen Puhle: „Revolution“ und „Nation“ im
21. Jahrhundert
Martin Sabrow: „Wende“ oder„Revolution“? Zur Debatte
um den Umbruch 1989/90
Wolfgang Eichhorn: Friedliche Revolution? Kritische Anmerkungen
Michael Zeuske: Nation und Revolution in Lateinamerika:.
Der Fall Venezuela
Peter Sebald: Revolution und Nation in Afrika: Der Fall
Togo
Matthias Middell: Walter Markov und die Revolutionsgeschichte
Wolfgang Küttler: Nation und Revolution im Werk
von Ernst Engelberg
Mario Kessler: Der Revolutionshistoriker als Zeitgenosse.
Walter Markov in autobiographischen Zeugnissen
Georg Iggers: Ernst Engelberg und Walter Markov in der
DDR-Geschichtswissenschaft
Rudolf von Thadden: Ernst Engelberg und die nationale
Frage
Walter Schmidt: Nation, Revolution und Reform. Zur Diskussion
in der DDR-Geschichtswissenschaft
Klaus Bochmann, Vasile Dumbrava, Dietmar Müller,
Victoria Reinhardt (Hg.)
Die Republik Moldau
Ein Handbuch
850 Seiten, Hardcover, 59,00 €
978-3-86583-557-4
Die Republik Moldau, ein Land an
der Außengrenze der EU, gerät zunehmend in den Blick der europäischen
Politik und Wirtschaft. Um die eklatanten Lücken im Wissen über
Moldova – so die Bezeichnung in der Landessprache – zu füllen und
Investoren, Politikern und Entscheidungsträgern, Touristen und allen
sonstigen Interessenten grundlegende Informationen über das Land zu
vermitteln, gibt das Moldova-Institut Leipzig (MIL) ein Moldova-Handbuch
heraus. Dafür konnten mehr als 60 Fachleute aus verschiedenen Ländern
als Autoren gewonnen werden. Das Handbuch stellt in allgemein verständlicher
Form Geschichte und Gedächtnis, Raum und Bevölkerung, Staat,
Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Gesellschaft sowie Kultur und Wissenschaft
der Republik Moldau im europäischen Kontext dar.
Edoardo Tortarolo
Deutsche und italienische Kultur im 18. Jahrhundert
ca. 180 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-3-86583-518-5
Wie beim Bergsteigen ist auch in
der Kulturgeschichte die Gratwanderung eine vor allem faszinierende Gleichgewichtsübung
– sie erlaubt den Blick auf die Trenn- und Verbindungslinien unterschiedlicher
Kulturen und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Leistungen des Kulturtransfers.
Dies gilt für den deutschen und italienischen Kulturraum im 18. Jahrhundert
in besonders einprägsamer Weise. Hier waren die Berührungen überaus
intensiv und folgenreich; und bislang hat die Forschung dies nur unzureichend
gewürdigt. Die hier versammelten Aufsätze wollen diese Lücke
schließen helfen, indem sie Personen und Aspekten der Interaktion
beidseitig der Alpen mit überraschenden Ergebnissen nachspüren,
die nicht zuletzt zur Revision einiger überkommener Klischees anregen.
Die Palette der in den Untersuchungen behandelten Persönlichkeiten
reicht von Giovanni Battista Casanova, dem italienischen Kritiker Winckelmanns,
über Grossing, Flögel, Ridolfi, Denina und Giovanni Salvemini
di Castiglione bis zu Johann Conrad von Hatzfeld und Alberto Radicati,
die dem philosophischen Leben im 18. Jahrhundert ihren Stempel aufzudrücken
vermochten. Eine überaus anregende Spurensuche bewahrt hier bemerkenswerte
Entwicklungen der Geistesgeschichte vor dem Vergessenwerden.
Harald Beer
Schreien hilft dir nicht
Ein Augenzeugenbericht mit Dokumentenanhang
246 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-386583-571-0
I N H A L T
Vorwort Prof. Dr. Günter Morsch
Vorwort Bettina Greiner
Einleitung
T E I L I
Weggesperrt 1946 –1950 .
Kellerleben
Sachsenhausen, Zone II
Sachsenhausen Zone I
Die Zeit danach
T E I L I I
Mein 13. August 1961–1963
Festnahme
U-Haft
Das Urteil
Der Strafvollzug
Austausch
Vogel ./. Kaul
Nachwort
A N H A N G
Anmerkungen
Dokumente und Recherchen
Abkürzungsverzeichnis
Quellen
Bild-Quellen
Katy Schlegel
Comica – Donna Attrice – Innamorata
Frühe Berufsschauspielerinnen und ihre Kunst
ca. 310 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-3-86583-430-0
Dietrich Sommer
Studien zu Romanen von Theodor Fontane
203 Seiten, Hardcover, 24,00 €
978-3-86583-574-1
Matthias Middell (Hg.)
Die Verwandlung der Weltgeschichtsschreibung
218 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-570-3
Katrin Boeckh, Natali Stegmann (Hg.)
Veterans and War Victims in Eastern Europe during
the 20th Century
A Comparison
152 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-567-3
Katja Behrendt
Rechtsfragen der Intensivmedizin
Ein Leitfaden für die tägliche intensivmedizinische
Praxis
217 Seiten, Broschur, 29,00 €
978-3-86583-546-8
Die Intensivmedizin führte
in der medizinrechtlichen Literatur bis dato ein Schattendasein. Jedoch
sind gerade in diesem Bereich spezifische Rechtsprobleme und brennende
ethische Fragestellungen vorhanden. Katja Behrendts Arbeit zeigt die dem
Untersuchungsgegenstand anhaftenden Rechtsprobleme auf, stellt Lösungsansätze
vor und diskutiert diese. Letzteres erfolgt anhand einer Prüfliste,
welche die wichtigsten Regeln zur juristischen Bewältigung der Intensivmedizin
beinhaltet. Die Ausgangs- und Arbeitsthese lautet dabei, dass sich aus
der medizinischen Extremsituation des Intensivpatienten am Rande der Existenzfähigkeit
organisations- und haftungsrechtliche Besonderheiten ergeben, aber auch
die Punkte Aufklärung und Einwilligung einer besonderen Würdigung
bedürfen. Nicht zuletzt wirft die lebensbedrohliche Erkrankung die
Frage nach dem Umgang mit dem todkranken Patienten, insbesondere nach Sterbehilfe,
auf.
Franz Hauzenberger, Manfred Rotermund (Hg.)
Schulpraxisstudien in Europa
247 Seiten, Broschur, 24,00 €
978-3-86583-568-0
Ein zentrales Motiv für die
Umstellung der deutschen Studiengänge auf ein Bachelor-Master-System
ist die Vereinheitlichung der europäischen Studiengänge. Die
Bundesarbeitsgemeinschaft Schulpraktische Studien befasste sich deshalb
auf ihrer Tagung 2010 in Passau mit der Lehrerbildung in Österreich,
Tschechien und Ungarn. Der Vergleich dieser Länder untereinander und
mit Deutschland zeigt, dass nur von einer formalen Vereinheitlichung gesprochen
werden kann. Die Abschlüsse heißen nun Bachelor und Master,
inhaltlich sind die Bildungsgänge und die Schulpraktika höchst
unterschiedlich. Neben den Vorträgen der Passauer Tagung (Huber, Rýdl,
Wünsch) enthält dieser Band Aufsätze, die sich mit Reformprojekten
zu den Schulpraxisstudien in Deutschland beschäftigen: Sigel beschreibt
die guten Erfahrungen der LMU München mit der Zusammenlegung mehrerer
Kurzzeitpraktika zu einem Langzeitpraktikum; Buschmann/Walke (Westfälische
Wilhelms-Universität Münster) berichten über die Möglichkeiten
schulischer Auslandspraktika zum Aufbau interkultureller Kompetenz und
Freitag (Universität Osnabrück) lotet die Chancen aus, die entstehen,
wenn Studierende in schulische Entwicklungsprozesse integriert werden.
Bolle (PH Karlsruhe) weist darauf hin, dass Lehrerbildung als Bildung und
nicht verkürzt als Ausbildung verstanden werden muss, wenn die Studierenden
befähigt werden sollen, Wissenselemente miteinander zu verknüpfen,
zu reflektieren und für ihre Praxis nutzbar zu machen. Nölle
(Leuphana Universität Lüneburg) erläutert Überlegungen
zur Entwicklung eines realistischen Lehrerbildungscurriculums und betont
die Notwendigkeit, Theorien auszuwählen, die einen sinnvollen Berufsfeldbezug
haben, im universitären Zeitrahmen vermittelbar sind und einen Bezug
zu Schulpraxisstudien erlauben. Geigle stellt die Ergebnisse einer Evaluationsstudie
zur Arbeit mit Portfolios vor, beschreibt die Probleme der Studierenden
mit dieser Arbeitstechnik und nennt Bedingungen für den erfolgreichen
Einsatz der Portfoliotechnik. Schneider/Bodensohn gehen der Frage nach,
ob sich die „neuen“ Studierenden in Bachelor-Master-Lehramtsstudiengängen
von ihren Vorgängern in den „alten“ Lehramtsstudiengängen unterscheiden.
Sie greifen dabei auf die Ergebnisse der Vollerhebung bei den Studienanfängern
zurück, die an der Universität Koblenz-Landau seit 2005 durchgeführt
werden. Untersucht werden soziodemographische Merkmale, Motive zur Aufnahme
eines Lehramtsstudiums, selbstzugeschriebene Stärken und verschiedene
Kompetenzbereiche.
Simon-Dubnow-Institut
Leipzig (Hg.)
Bulletin XII
159 Seiten, Broschur, 12,00 €
978-3-86583-569-7
Simone Brachtendorf
Kurzzeitplastizität an
individuellen Parallelfaser-Purkinjezellsynapsen
62 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-524-6
Kurzzeitplastizität spielt
eine Schlüsselrolle bei der Informationsverarbeitung im zentralen
Nervensystem. Die Bahnung, als eine Form der Kurzzeitplastizität,
resultiert dabei aus einer aktivitätsabhängigen Verstärkung
der synaptischen Signalübertragung, die bis zu mehreren hundert Millisekunden
andauern kann. Funktionell wird dieses Phänomen mit einem Frequenzfilter
oder mit der Ausbildung des Kurzzeitgedächtnisses assoziiert. Kenntnisse
über die der Bahnung zugrunde liegenden Mechanismen sind daher für
das Verständnis der Signalverarbeitung innerhalb neuronaler Netze
von fundamentaler Bedeutung. Generell spielt intrazelluläres Kalzium
bei der Entstehung der Bahnung eine zentrale Rolle, wobei die genauen Mechanismen
noch nicht eindeutig geklärt sind. Nach der klassischen Restkalzium-Hypothese
wird der kurzzeitige Verbleib von Kalzium nach der ersten Stimulation in
der Präsynapse als dominierender Mechanismus der Bahnung angesehen.
Weitere Modelle postulieren beispielsweise eine Interaktion von Kalzium
mit spezifischen Bahnungssensoren oder die Saturation hochaffiner Kalziumpuffer,
die ebenfalls zu einer Potenzierung der postsynaptischen Antwort führen.
In dieser Arbeit wurde die Doppelpuls-Bahnung an zerebellären Parallelfaser-Purkinjezellsynapsen
über ein breites Frequenzspektrum hinweg untersucht. Hierzu wurden
Parallelfasersynapsen durch extrazelluläre Stimulation, entweder in
der Molekularschicht oder in der Körnerzellschicht, aktiviert. Das
Doppelpulsverhältnis (PPR) zeigte hierbei einen biphasischen Verlauf.
Während die Bahnung für eine Population von Parallelfasersynapsen
bereits mehrfach beschrieben wurde, ist über die Bahnung an der einzelnen
Parallelfaser-Purkinjezellverbindung noch wenig bekannt. In dieser Arbeit
wurde daher erstmalig die Doppelpuls-Bahnung an diesen Synapsen mittels
Paarableitung auch bei höheren Frequenzen charakterisiert. Anders
als bei den Schichtstimulationen ergab sich für die Paarableitungen
eine frequenzabhängige monophasische Doppelpuls-Bahnung. Diese konnte
nur teilweise auf eine Potenzierung der zweiten Antwort zurückgeführt
werden. Stattdessen schien die Doppelpuls-Bahnung an diesen Synapsen im
Wesentlichen auf einen hohen Anteil an Ausfällen in der ersten Stimulationsantwort
zu beruhen.
Frank Hadler, Matthias Middell (Hg.)
World Orders in Historical Perspective
Opening Lectures of the Second European Congress on
World and Global History
63 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-931982-69-0
Dieser Band vereint die Eröffnungsvorträge
des zweiten European Congress on World and Global History, der 2008 in
Dresden stattfand und dem Thema „World Orders“ gewidmet war, und eine Einleitung
zum aktuellen Stand weltgeschichtlicher Forschung.
INHALT
Alexandra Pfeil-Schneider
Schlager im DDR-Fernsehen
Eine Analyse der non-fiktionalen Unterhaltungssendungen
Schlager aus Berlin, Schlager einer kleinen Stadt
und Schlager einer großen Stadt
182 Seiten, Broschur, € 22,00
978-3-86583-558-1
Im Mittelpunkt dieses Bandes stehen
die nacheinander ausgestrahlten non-fiktionalen Unterhaltungssendereihen
"Schlager aus Berlin", "Schlager einer kleinen Stadt" und "Schlager einer
großen Stadt". Die drei analysierten Sendereihen versuchten von 1961
bis 1971 Fernsehpublizistik und musikalische Fernsehunterhaltung zu vereinen.
Sie waren Marksteine der ersten 20 Jahre der DDR-Fernsehgeschichte, die
später in stark veränderter Form im Rahmen der Volksmusiksendungen
fortgesetzt wurden.
Im ersten Teil werden grundlegende
Definitionen und historische Einordnungen vorgenommen. Hinzu kommt ein
genauer Überblick über die Höhepunkte unterhaltender Musiksendungen.
Grundlage hierfür bietet das Zeitphasenmodell von Peter Hoff. Im zweiten
Teil werden die Besonderheiten des Begriffes Schlager und der Moderation
Heinz-Florian Oertels bzw. der Moderation im DDR-Fernsehen im Allgemeinen
herausgearbeitet. Es folgt die Interpretation der drei Sendereihen. Diese
werden jeweils in den historischen Kontext gestellt, beschrieben, analysiert
und mit Hilfe von Grafiken zusammengefasst. Im Anhang findet der Leser
eine Auflistung von Produktionsdaten der Sendungen.
Leipziger Ökonomische Societät e.V (Hg.)
Otto Rosenkranz
Wegbereiter der modernen Landwirtschaft
Ehrenkolloquium anlässlich des 100. Geburtstages
272 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-564-2
Als Nestor der landwirtschaftlichen
Betriebswirtschaftswissenschaft in der DDR leistete Otto Rosenkranz (1911-2007)
einen kaum zu überschätzenden Beitrag zur Modernisierung agrarischer
Produktion. Seine Ideen zur Gestaltung landwirtschaftlicher Unternehmen
unter den Bedingungen einer nach industriellen Prinzipien ablaufenden und
zugleich nachhaltigen Erzeugung sind noch heute aktuell. Otto Rosenkranz'
Gedanken waren nicht nur prägend für mehrere Generationen von
Studenten, sondern auch für eine große Zahl von Praktikern,
die seinen Visionen in ihren Betrieben zur Realität verhalfen. Anlässlich
seines 100. Geburtstages am 3. Februar 2011 organisierte die Leipziger
Ökonomische Societät e.V. ein Ehrenkolloquium, das die Ergebnisse
seiner 26-jährigen Lehr- und Forschungstätigkeit aus Sicht seiner
Schüler in den Mittelpunkt stellte. In diesem Tagungsband berichten
17 ehemalige Studenten und Mitarbeiter über den Einfluss ihres Lehrers
auf ihr Berufsleben und die Umsetzung seiner Ideen auf verschiedenen Wirkungsebenen.
Rüdiger Steinmetz (Hg.)
Das digitale Dispositif Cinéma
Untersuchungen zur Veränderung des Kinos
364 Seiten, Broschur, € 22,00
978-3-86583-560-4
„D-Cinemá“, „E-Cinema“,
„3D“, „3HDTV“ sind Chiffren, die die jüngsten Entwicklungen, die Gegenwart
und die nahe Zukunft von Fernsehen und Kino verkörpern. Namentlich
das Kino samt seinen Inhalten, Präsentationsformen und Nutzungskonzepten
befindet sich in einem Umbruch, dessen Gewicht und Tragweite wohl nur mit
jenem qualitativen Einschnitt vergleichbar ist, den die Einführung
des Tonfilms vor rund 80 Jahren bedeutete. Zudem sind dem Kino neue Konkurrenten
erwachsen, insbesondere das Fernsehen ist eine kaum zu überschätzende
Herausforderung für dieses Medium.
Die Autoren des vorliegenden Buches
analysieren diesen Wandel aus verschiedenen Blickwinkeln: theoretisch,
mit Rückgriffen auf die Film- und Kinogeschichte; technisch-ästhetisch;
im Hinblick auf die sich rasant wandelnden Berufsprofile der hier Tätigen;
aktuell-empirisch mit Ergebnissen aus Befragungen unter Kinobetreibern
und Kinogängern. Ihre Arbeitsergebnisse lassen sie zwischen sechs
„Dispositifs Cinéma“ in der Film- und Kinogeschichte differenzieren,
von denen das jüngste den gegenwärtig zu beobachtenden Übergang
in die digitale Ära markiert. Die Autoren schließen mit einer
bemerkenswerten Prognose zur Zukunft des Digitalkinos, dem Eventkino und
dem 3D-Kino.
Karsten Güldner (Hg.)
800 Jahre „St. Georg“ in Leipzig
350 Seiten, Hardcover, € 24,00
978-3-86583-563-5
Anton Fischer
Natur und Kultur in der Literatur
nach Claude Lévi-Strauss
Robert Walser: „Der Räuber“-Roman
354 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-562-8
Anton Fischer eröffnet Wechselbeziehungen
zwischen dem „Räuber“-Roman von Robert Walser und den Anthropologen
Claude Lévi-Strauss, die einem dialogischen Geschehen gleichen.
In der Entfaltung des Dialogischen geht der Autor sukzessiv am Geschehen
des Romans entlang und läßt jeweils den Dichter mit seinem Beitrag
beginnen und in sorgfältiger Auswahl der Textstellen den Ethnographen
antworten. Das Ergebnis dieser Forschungsarbeit ist ein Beispiel für
die Interpretationsmöglichkeit der ethnographischen Anthropologie
von Claude Lévi-Strauss bezogen auf Literatur, durch welche ungewohnte
Sinnzusammenhänge verborgener Quellen im rätselhaften letzten
Roman von Robert Walser zutage treten.
zurück
nach oben
Katalog
zur Ausstellung in der Universitätsbibliothek Leipzig vom 18. Februar
bis 29. Mai 2011
Foteini Kolovou, Ulrich Johannes Schneider (Hg.)
Tischendorf und die Suche nach
der ältesten Bibel
68 Seiten, Broschur, € 19,80
978-3-86583-561-1
An Konstantin von Tischendorf (1815-1874)
erinnert in Leipzig keine Straße und kein Platz. Und doch gehört
er zu den berühmtesten Gelehrten der Leipziger Universität. Mit
diesem Katalog und der Ausstellung, die er begleitet, wird Tischendorf
und seine Lebensleistung als einer der bedeutendsten Geisteswissenschaftler
des 19. Jahrhunderts ins Gedächtnis gerufen. Tischendorfs Name ist
am engsten mit dem Fund des Codex Sinaiticus, dem ältesten Bibelmanuskript
mit dem vollständigen Neuen Testament, verbunden. Ihm verdanken wir
die Bekanntmachung des Werkes und die wertvollen 43 Blätter, die seit
1845 in der Universitätsbibliothek Leipzig aufbewahrt werden. Tischendorf
steht jedoch auch am Beginn der Fragmentierung eben dieser Handschrift.
Die Geschichte der Entdeckung des Codex Sinaiticus gehört zu den spannendsten
Wissenschaftskrimis der letzten zweihundert Jahre. Dieser Katalog berichtet
davon.
Thomas Höpel
„Die Kunst dem Volke“
Städtische Kulturpolitik in Leipzig und Lyon
1945-1989
450 Seiten, Hardcover, € 32,00
978-3-86583-493-5
Kulturpolitik
wurde in Frankreich und der DDR nach 1945 ein wichtiges Politikfeld. Sie
diente der sozialen und nationalen Integration, der Herrschaftsstabilisierung
und der Kulturförderung. Als Orte mit einer ausgeprägten kulturellen
Infrastrukur nahmen die Großstädte dabei eine zentrale Position
ein. Thomas Höpel fragt in diesem Buch nach der unterschiedlichen
Ausformung der städtischen Kulturpolitik in zentralistischen Staaten
unter den Bedingungen von Demokratie und Diktatur, Kapitalismus, Wohlfahrtsstaat
und Staatssozialismus. Wie haben die Städte Leipzig und Lyon angesichts
einer zentralstaatlichen Kulturpolitik zwischen 1945 und 1989 eigene Traditionen
verteidigt, spezifische Ambitionen und Ziele durchgesetzt? Liefen die Entwicklungen
angesichts des Kalten Krieges in Ost- und Westeuropa auseinander oder gab
es weiter gemeinsame Bezugspunkte und europaweite Verflechtungen? Haben
staatliche und städtische Kulturpolitik kulturelle Innovation und
Kreativität eher gefördert oder behindert?
Marta Kopij
Über die Imitation zur Kreation
Ein Beitrag zur Geschichte des
deutsch-polnischen romantischen Kulturtransfers
250 Seiten, Hardcover, € 29,00
978-3-86583-555-0
Um 1800 bildete sich in Deutschland
eine Geistesströmung heraus, die sich im Laufe des folgenden Jahrhunderts
über ganz Europa verbreiten sollte – die Romantik. Polnische Denker
griffen ab den 1820er Jahren die Impulse aus dem Nachbarland auf und schufen
in der Folge eine eigene, spezifisch polnische Spielart der Romantik. Die
deutsche Literatur des frühen 19. Jahrhunderts wirkte dabei als wichtigstes
Medium und als Muster, auf dessen Grundlage Autoren wie Adam Mickiewicz
und Maurycy Mochnacki ihre Ideen entwickelten. Diese Studie zeichnet die
Linien des deutsch-polnischen Kulturtransfers während der Romantik
nach und geht besonders auf die Verknüpfungen, Differenzen und Übergangserscheinungen
zwischen den beiden Literaturen ein. Dabei orientiert sie sich maßgeblich
an folgenden Fragen: Wie verliefen die Vermittlung und die Aufnahme von
unterschiedlichen Strömungen der deutschen Literatur und Philosophie
des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts? Wie gestaltete sich
die erste Phase der polnischen Romantik und wie war sie mit der deutschen
Frühromantik verbunden? An welchen Vorbildern orientierte sich die
polnische Romantik und dank welcher Einflüsse oder Inspirationen profilierte
sie sich? Welchen Status hatte die polnische Romantik im transnationalen
Netzwerk? Grundsätzlich geht es der Untersuchung nicht nur darum,
den Horizont bestimmter Einflüsse zu markieren oder die Übernahme
von Motiven, Diskursen und Ideen festzustellen, sondern auch den kreativen
Prozess der Umarbeitung und Anpassung empfangener Anregungen an die eigene
geistige Situation zu eruieren und auszuleuchten.
Terror und Ideologie
Zur Eskalation der Gewalt im
Leninismus und Stalinismus (1905 bis 1937/41)
Herausgeber Richard Buchner
540 S., Br., € 44,00
978-3-86583-554-3
Folgt man Hannah Arendt und vielen
anderen Kennern der Geschichte des 20. Jahrhunderts, dann waren Terror
und Ideologie die zentralen Scharniere des Funktionierens der sowjetischen
Gesellschaft. Dieser Befund ist hinsichtlich der Ideologie heute faktisch
unstrittig, während die Rolle des Terrors nicht selten kontrovers
und teilweise direkt unversöhnlich erörtert wird. Zumeist verbindet
sich mit diesem Stichwort eine Erinnerung allein an die Zeit „des Großen
Terrors“ in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre, womit –
beabsichtigt oder nicht – die Annahme genährt wird, dass dies eine
besondere Periode gewesen sei, ein Herausfallen aus der Normalität,
so dass hieraus kein typischer Grundzug der Politik in der Sowjetunion
abgeleitet werden könne. Der Band stellt sich der Aufgabe, Gewalt
in ihren mannigfachen Ausprägungen als durchgängig konstitutives
Element der Machtausübung in der Sowjetunion zu analysieren und zu
zeigen, dass bereits seit den ersten Jahren nach der Oktoberrevolution,
die Lenin und Trotzki an der Spitze des neuen Staates sahen, dieser Grundzug
hervortrat. Der gesamte Weg der UdSSR war hiervon geprägt, die gewaltigen
gesellschaftlichen Veränderungen, die sie erlebte, trugen auch stets
dieses Kainsmal. Die unbarmherzige Härte dieser Gewalt konnte jederzeit
einfache Menschen ebenso treffen wie Angehörige der Elite des Sowjetstaates.
Selbst die größten Verwerfungen in der sowjetischen Politik,
denkt man etwa an den Abschnitt des Nichtangriffs- und Freundschaftsvertrages
mit dem nationalsozialistischen Deutschland 1939 bis 1941, änderten
daran nichts. Die unzähligen Tragödien, die sich im Lande abspielten,
vermochte der militärische Sieg im Zweiten Weltkrieg zwar kurzzeitig
zu verdecken, doch auch der Sieg 1945 bedeutete hier keinen Paradigmenwechsel.
Im Gegenteil: Als das das Land überziehende Netz der Lager des GULag
dünnmaschiger wurde, war das keine Abkehr von einem essentiellen Baustein
in der Politik der UdSSR, sondern der Einsicht in die zunehmende wirtschaftliche
Ineffizienz der Lager geschuldet. Neue Formen der Gewalt brachen sich letztlich
Bahn, und erst die Liquidierung des sozialistischen Systems durch Michail
Gorbatschow setzte auch hier den Schlusspunkt. Das außerordentlich
material- und facettenreiche Buch möchte die Diskussion hierzu vertiefen.
Es steht in einer Reihe mit zwei weiteren Studien des Verfassers, die sich
dabei aber nicht als späte Schuldzuweisung verstehen, sondern deren
Quintessenz Warnung und Mahnung sein soll: Den Weg in eine Zukunft, die
solche zivilisatorischen Brüche schon in ihren Anfängen zu verhindern
vermag, die statt dessen die Menschenwürde, den Dialog und die Versöhnung
als wichtigste Normen ansieht, findet nur, wer sich der geschichtlichen
Erfahrungen ehrlich versichert.
INHALT
Roland Sennewald
Das Kursächsische Heer
im Dreißigjährigen Krieg
850 Seiten, Hardcover, € 98,00
978-3-86583-538-3
Der Dreißigjährige Krieg
von 1618 bis 1648 steht wie wenige andere Ereignisse in der europäischen
Geschichte für ein in seinen Konsequenzen desaströses Ringen
um Macht und Vorherrschaft zwischen den wichtigsten Mächten des Kontinents.
Ganz wesentlich ereigneten sich die Kampfhandlungen des Dreißigjährigen
Kriegs auf deutschem Boden. Nicht zuletzt wird an den Dreißigjährigen
Krieg hierzulande besonders intensiv erinnert, weil die deutschen Heere
außergewöhnlich nachhaltig in dieses Geschehen eingebunden waren.
Zu diesen Streitkräften zählte auch das Kursächsische Heer,
dessen Weg in diesen drei Jahrzehnten in diesem Buch detailreich und umfassend
nachgezeichnet wird. Der Autor wählt dabei eine Perspektive, die weit
über die Rekonstruktion des Schlachtgeschehens und die militärischen
Aspekte des blutigen Ringens hinausgeht. Der Chronologie folgend und die
jeweilige Position des Heeres exakt fixierend, wendet sich Roland Sennewald
einer Fülle von Geschichtspunkten zu, die der Wirtschafts-, Sozial-
und Kulturgeschichte des Dreißigjährigen Krieges zuzurechnen
sind. Ihn interessieren Struktur und Ausstattung der Truppe ebenso wie
die Organisation des militärischen Lebens, militärische Bekleidungsstücke
werden ebenso exakt beschrieben wie Fahnen und Standarten, Techniken des
Kampfes finden ebenso sein Interesse wie die Innovationen der Bewaffnung.
Aber auch Fragen des Alltags, die logistischen Probleme der Unterhaltung
einer solchen Armee oder die Beziehungen zwischen Heer und Bevölkerung
finden seine Aufmerksamkeit. Entlang der zeitlichen Abfolge entsteht so
ein mit fast minutiöser Genauigkeit gezeichnetes Bild vom Kampf Kursächsischer
Truppen in diesem verheerenden Krieg. Die Quellengrundlage ist dabei außergewöhnlich
breit gefächert. Sie reicht von überlieferten schriftlichen Dokumenten
und Zeitzeugenaussagen bis zu Gemälden und anderen Formen künstlerischer
Auseinandersetzung mit dem Geschehen.
Der reich illustrierte Band erhebt
daher auch den Anspruch, eine kaum überschaubare Zahl von Mosaiksteinen
zu diesem Krieg in Mitteldeutschland erstmals so umfassend zu ordnen und
in einer chronologischen Abfolge dem Leser zu unterbreiten. Ein reiches
Panorama zu einem erregenden Abschnitt europäischer Geschichte erwartet
seine Leser.
Eckhard Müller-Mertens
Existenz zwischen den Fronten
Analytische Memoiren oder Report zur Weltanschauung
und geistig-politischen Einstellung
554 Seiten, Hardcover, € 49,00
978-3-86583-535-2
Die Entwicklung der Weltanschauung
und geistig-politischen Einstellung des Autors, Jahrgang 1923, emeritierter
Professor für Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität,
Mitglied und Ehrenmitglied fachwissenschaftlicher Gremien, vollzog sich
mit einem zweimaligen Wechsel der Paradigmen: 1949 von der „Bürgerlichkeit“
zum „Marxismus“, 1959 bis 1963 vom „Marxismus“ zu einem eigenen Menschen-
und Geschichtsbild.
Eckhard Müller-Mertens schreibt
nicht aus der Erinnerung und nicht anekdotisch über sein Leben. Er
bietet authentisch und kompetent Analysen gravierender Vorgänge in
der Geschichtswissenschaft der DDR wie den Wissenschaftsbeziehungen zwischen
Ost und West. Er präsentiert durchgehend und dicht Zeitzeugnisse aus
seinem Schriftgut und in der DDR geheim gehaltene Manuskripte, so die radikal
systemkritische Analyse der Gesellschaftsstruktur und des politischen Regimes
in der Sowjetunion und den Ostblockstaaten. Darauf gründen sich die
tragende zeitgeschichtliche Aussage des Autors und der objektive Quellenwert
seiner persönlich schonungslosen Bilanz.
Mitte der 90er Jahre in einer von
Grund auf veränderten Lebenswelt zur eigenen Rechenschaftslegung und
Vergewisserung verfaßt, sind die „Analytischen Memoiren“ ein beeindruckendes
Zeitdokument für den Epochenumbruch der Jahre von 1989 bis 1991 aus
der Perspektive eines langen Forscherlebens zwischen Weimarer Republik,
Drittem Reich, Kaltem Krieg und realem ostdeutschen Sozialismus.
Josef Koch
Die „Wolfgang-Rosenthal-Klinik“
in Thallwitz 1943-1994
Ein schwieriges Kapitel Leipziger
Universitätsgeschichte
250 Seiten, Hardcover, € 32,00
978-3-86583-536-9
Genese, Werden und Wachsen, aber
auch Stagnation und Abstieg der "Wolfgang-Rosenthal-Klinik" Thallwitz für
Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Nasenfehlbildungen sind bereits aus
medizinhistorischer Sicht ein erregendes Thema, dessen zahlreiche Facetten
der weiteren Forschung offenstehen. Eine noch viel breitere Resonanz und
ein Interesse über den Kreis der engeren Fachleute hinaus dürfen
die politischen Implikationen beanspruchen, die in der Zeit des Nationalsozialismus
und der DDR die Geschichte der Klinik begleitet und zeitweise direkt geprägt
haben. Hierzu leistet der Band einen kaum zu überschätzenden
Beitrag. Er erinnert mit einem sensibel gezeichneten Porträt an den
Namensgeber der Klinik, den die unheilvollen Verschränkungen von nationalsozialistischer
Politik und Rassenwahn fast das Leben gekostet hätten und dem es trotz
mancher Widrigkeiten gelang, die Klinik nach dem Zweiten Weltkrieg zu internationaler
Anerkennung zu führen. Nach dessen Ausscheiden führte ein Ränkespiel
der Macht die Klinik an den Rand der Selbstzerstörung. Nur mühevoll
und unter zuletzt sich dramatisch verschlechternden äußeren
Bedingungen gelang es, dies abzuwenden. Mittlerweile ist die "Wolfgang-Rosenthal-Klinik"
in den medizinischen Einrichtungen der Leipziger Universität aufgegangen,
hier scheinen sich ihre Spuren überraschend schnell zu verwischen.
Indem der Band Höhen und Tiefen der Geschichte der Klinik erkundet,
leistet er in der Befassung wie Bewältigung eines unbequemen Kapitels
der Geschichte der Alma mater Lipsiensis im zurückliegende Jahrhundert
Vorbildliches.
Inhaltsverzeichnis
Karl von Holtei
(1798-1880)
Leben und Werk.
Fragestellungen – Differenzierungen – Auswertungen
Herausgegeben von Leszek Dziemianko, Marek Halub
400 Seiten, Hardcover, € 36,00
978-3-86583-537-6
Judith Matzke
Gesandtschaftswesen und diplomatischer Dienst Sachsens
1694-1763
456 Seiten, Hardcover, € 62,00
978-3-86583-499-7
Mit dem Erwerb der polnischen Krone
1697 versuchte der sächsische Kurfürst, ähnlich anderen
Reichsfürsten im 17. und 18. Jahrhundert, den Status einer deutschen
Mittelmacht zu überwinden und seine Position im europäischen
Staatensystem aufzuwerten. Die Union mit Polen stellte vollkommen neue
Anforderungen an die sächsische Außenpolitik und ihre Strukturen
und machte den Unterhalt angemessener Außenvertretungen notwendig.
Diese Arbeit geht anhand des diplomatischen Dienstes der Stellung Kursachsens
während der Verbindung mit der Krone Polens im Reich und in Europa
nach. Zugrunde liegt ein breiter methodischer Zugang mit verwaltungs-,
sozial- und kulturgeschichtlichem Ansatz. Der mit der Thronbesteigung in
Polen rasant einsetzende Aufbau eines sächsischen Gesandtschaftsnetzes
wird ebenso analysiert wie seine Organisation, Funktionsweise und Finanzierung.
Studien zu Verantwortlichkeiten im Bereich der Außenpolitik, zu Handlungsspielräumen
der Diplomaten sowie zu kommunikativen und zeremoniellen Strategien fürstlicher
Repräsentation rücken außerdem die Akteure stärker
in den Mittelpunkt.
Frank Metasch
Exulanten in Dresden
Einwanderung und Integration von Glaubensflüchtlingen
im 17. und 18. Jahrhundert
321 Seiten, Hardcover, € 49,00
978-3-86583-137-8
Die Frühe Neuzeit wurde maßgeblich
von der Idee bestimmt, dass nur die konfessionelle Einheit des Staates
politische Stabilität garantiere. Die meisten europäischen Fürsten
folgten diesem Grundsatz und verlangten von ihren Untertanen, sich entweder
zur offiziellen landeseinheitlichen Glaubensrichtung zu bekennen oder zu
emigrieren. Mehrere Hunderttausend Menschen waren so in Europa gezwungen,
für ihre religiöse Überzeugung die Heimat zu verlassen.
Für die protestantischen Glaubensflüchtlinge aus den habsburgisch-österreichischen
Ländern war lange Zeit die kursächsische Residenzstadt Dresden
eines der wichtigsten Ziele. Insbesondere Emigranten aus dem Königreich
Böhmen ließen sich hier im 17. und 18. Jahrhundert nieder. Die
von ihnen gegründete böhmische Gemeinde prägte über
Jahrhunderte hinweg das städtische Bild.
Diese Studie bietet erstmalig einen
Überblick zur konfessionell bedingten Einwanderung in Dresden. Neben
der Beschreibung der verschiedenen Migrationswellen und der obrigkeitlichen
Aufnahmepolitik steht vor allem die Integration der neuen Einwohner im
Mittelpunkt. Die Arbeit bietet damit nicht nur Antworten auf bislang offene
Fragen zur Dresdner Stadtgeschichte, sie leistet auch einen wichtigen Beitrag
zur sächsischen Landesgeschichte und zur Migrationsgeschichte der
Frühen Neuzeit.
Zwischen Konfrontation und Verflechtung
Personal und Insassen von Totalen Institutionen
Herausgegeben von Falk Bretschneider, Martin Scheutz,
Alfred Stefan Weiß
368 Seiten, Hardcover, € 39,00
978-3-86583-503-1
Erving Goffmans soziologisches
Konzept der „Totalen Institution“ spielte auch für die historische
Untersuchung von „Orten der Verwahrung“ eine große Rolle. Ging der
Soziologe von klar geschiedenen „Welten“ des Personals und der Insassen
aus, so zeigen die in diesem Band versammelten, auf eine Tagung am Institut
für Österreichische Geschichtsforschung in Wien (Oktober 2009)
zurückgehenden Beiträge ein deutlich anderes Bild: Die sozialen
Milieus in den Anstalten waren durchmischt und eine klare Scheidelinie
zwischen Personal und Insassen bestand nicht. An der zwiespältigen
Figur des zwischen Insassen und Personal angesiedelten Geistlichen wird
diese Problematik besonders deutlich. Ziel des Bandes ist die vergleichende
Untersuchung der Organisationsformen von Gefangenenlagern, Klöstern,
Zuchthäusern oder auch Spitälern. Die hier vorgestellten Befunde
entsprechen nicht dem bislang in der Forschung vorherrschenden Bild einer
permanenten Konfrontation zwischen Insassen und Personal in diesen in ihrer
Ausrichtung durchaus unterschiedlichen Anstalten: Vielmehr lagen Verflechtung
und Konfrontation, Disziplinierung und Kooperation stets eng nebeneinander.
Anja Roye
On the Time Course of Processing
Personally Significant Sounds
85 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-523-9
Anecdotal reports and also empirical
observations suggest a preferential processing of personally significant
sounds. The utterance of one’s own name, the ringing of one’s own telephone
or the like, appear to be effective for capturing attention. However, there
is a lack of knowledge about the time course and perceptual consequences
that underlie the voluntary and the involuntary detection of personally
significant sounds. The present thesis reports three main experiments,
in which active and passive listening paradigms were applied to investigate
this detection process using electrophysiological and psychophysical methods.
To vary the personal significance, SMS ringtones of the participant’s own
mobile phone and ringtones of others have been used. In a classic oddball
paradigm applied in Experiment I, it has been demonstrated that this specific
retrieval of sound features stored in long-term memory (LTM) followed physical
deviance detection but occurred prior to involuntary attentional orienting
that may give rise to further evaluation. Although, no physically salient
deviation may have triggered LTM access in Experiment II, the effect reflecting
the detection of a personally significant sound could be replicated. Additionally,
an enhanced evoked oscillatory activity (35-75 Hz) to one’s own ringtone
indicated the initial experience-based match of auditory input with memory
templates at a stage of processing when the first sensory stimulus representation
is just being built. Experiment III applied a training approach. Electrophysiological
results suggested that the effect which was interpreted to reflect detection
of a personally significant sound could not be reduced to a preferential
processing of the self-selected stimulus. Measured behavioural detection
thresholds to trained and untrained sounds gave first hints that lowered
thresholds based on the individual experience with a sound may be one contributing
factor that underlies the “effect of the own name”.
Maria Häusl (Hg.)
„Tochter Zion auf dem Weg zum himmlischen Jerusalem“
Rezeptionslinien der Stadtfrau
Zion“ von den späten alttestamentlichen Texten bis zu den Werken der
Kirchenväter
220 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-86583-526-0
Die Stadtfrau Jerusalem interdisziplinär
in den Blick genommen: Der Band vereint Studien zur Rezeption und theologischen
Deutung des Jerusalem-Motivs vom 3. vorchristlichen bis zum Ende des 2.
nachchristlichen Jahrhunderts. An ausgewählten alt- und neutestamentlichen
Texten sowie an frühchristlichen Schriften lässt sich zeigen,
wie die weibliche Figur der Stadt an den zentralen theologischen Entwicklungen
dieser Zeit Anteil hat und sich darin bricht und verändert. Grundlegend
ist hierbei die Beobachtung, dass Jerusalem in dieser Zeit nicht mehr nur
die konkrete Stadt bezeichnet, sondern als flexibles Zeichensystem in ganz
verschiedene theologische Konzepte eingebaut wird. Inhalt
Franz-Fischer-Jahrbuch
für Philosophie und Pädagogik Band 16
Reinhard Aulke, Anne Fischer-Buck, Anton Fischer,
Karl-Heinz Schäfer, Detlef Zöllner (Hg.)
Situationspädagogik
Ausblicke auf ein Lebenswerk – Anne Fischer-Buck wird
90
162 Seiten, Broschur, € 15,00
978-3-86583-553-6
Aus
dem Inhalt:
Franz Fischer: Die Neue Universität (1969)
Detlef Zöllner: Äußeres und Inneres zur Einheit
bringen. Parallelen zwischen Anne Fischer-Bucks Situationspädagogik
und der Gehirnforschung
Thomas Altfelix: Die Resilienz des Sinnes. Anne Fischer-Bucks Beitrag
zur Pädagogik
Moritz Fischer: „Philosophie, die Brot wird …“ Anne Fischer-Bucks
und Franz Fischers Kreativität zwischen Ansatz und Vollendung
Gabriele Weiß: Theoretisches Gewissen in erziehungswissenschaftlichen
Denkkollektiven
Roland Fischer: Bildung und Bewußtsein der Gesellschaft
Klaus Dörner: Das Dritte in der zwischenmenschlichen Beziehung
Anne Fischer-Buck: Das Dritte zwischen Sozialpsychiatrie und Sinnpädagogik
Briefe zum Norderstedter Vortrag von Klaus Dörner
Anne Fischer-Buck: Übertragung von Franz Fischers Bildungsstrukturen
in Strukturen der Situationspädagogik
Detlef Zöllner zu Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation
von Michael Tomasello
Volkmar Hellfritzsch
Studien zur Namenüberlieferung in Mitteldeutschland
Die Personen- und Ortsnamen
im Terminierbuch (Liber Benefactorum) des Zwickauer Franziskanerklosters
(um 1460)
214 Seiten, Broschur, € 29,00
978-3-86583-545-1
Diese Untersuchung behandelt die
Orts- und Personennamen des Terminierbuchs der Zwickauer Franziskaner,
einer bislang nicht publizierten, zumindest für Ostmitteldeutschland
einzigartigen Handschrift. Der Liber benefactorum gehört zu den ältesten
und umfangreichsten personengeschichtlichen Quellen des westlichen Erzgebirges
und seiner Vorlande sowie des (nord)östlichen Vogtlandes. Die um 1460
begonnenen Aufzeichnungen der Zwickauer Bettelmönche überliefern
mehr als 300 Ortsnamen – darunter zahlreiche Erst- und Frühbelege
– und weit über 10 000 Personennamen, vorwiegend aus den Dörfern.
Die zudem vergleichsweise starke Repräsentanz von Rufnamen der Frauen
und in der Regel mehrere Generationen einer Familie umfassende Vermerke
ermöglichen kulturhistorisch und kultursoziologisch aufschlussreiche
Einblicke in die Namengebung der Landbevölkerung um die Mitte des
15. Jahrhunderts und wichtige Ergänzungen vorliegender Arbeiten zur
Sprach- und Namengeschichte Südwestsachsens. Die onomastisch-sprachwissenschaftliche
Zielstellung dieser Arbeit dürfte darüber hinaus sowohl einer
künftigen quellenkritischen Edition als auch all denjenigen Personen
zugute kommen, die das stellenweise schwer zu entziffernde Terminierbuch
aus Gründen genealogischer Recherche zur Hand nehmen.
Oto Potluka et al.
Impact of EU Cohesion Policy in Central Europe
142 Seiten, Broschur, € 22,00
978-3-86583-541-3
Since its adoption in the 1980s
the EU Cohesion Policy has proved to be one of the most vigorous EU policies.
The Eastern Enlargement of the European Union in 2004 was a historical
turning point not only for the New Member States, but for the European
Union as well. Thenceforth Cohesion Funds for the most part have flown
to Central and Eastern Europe. This publication analyses the impacts and
changes that the EU cohesion policy brought to the countries in Central
Europe. The first part of the book concerns the Structural Funds' assistance
to enterprises. The second part focuses on the impact the Structural Funds
have had on the civil society. The articles of the collected volume discuss
the pros and cons of the European Cohesion Policy in the Central European
countries. There is no doubt that the resources of the Cohesion Funds,
when used by the appropriate means, engendered many positive effects. However,
there are some aspects that limit the positive effects. Therefore an improvement
of the Cohesion Funds Programme is necessary, a task to be solved within
the negotiations for the programming period 2014-2020. This publication
is a contribution to the ongoing discussion.
Sabine Bechtel
Alfred Karl Hermann Schultze
(1864-1946)
Leben und Werk
307 Seiten, Broschur, € 25,00
978-3-86583-521-5
„Ein Künder deutschen Rechts“
– so titelte die Leipziger Volkszeitung am 25. Februar 1934 aus Anlass
des 70. Geburtstages Alfred Karl Hermann Schultzes. Zu diesem Zeitpunkt
hält der Professor an der Universität Leipzig weiterhin Vorlesungen
zur Deutschen Rechtsgeschichte und tut dies noch bis kurz vor seinem Tode
– ein Leben ganz und gar gewidmet der juristischen Wissenschaft. Zahlreiche
Publikationen auf dem Gebiet der Rechtsgeschichte und des kirchlichen Rechts
zeugen von Schultzes Verdiensten um die Forschung des Faches. Den bedeutendsten
Beitrag lieferte er jedoch mit seiner Abhandlung „Augustin und der Seelteil
des germanischen Erbrechts“, in der er alle frühmittelalterlichen
Quellen zur postmortalen Verfügungsfreiheit einer rechtsvergleichenden
Betrachtung unterzog – ein Versuch, der danach nie wieder unternommen wurde,
weshalb die Untersuchung bis heute bleibenden Wert behalten hat. Anhand
von persönlichen Dokumenten, Erinnerungen von Zeitzeugen, archivalischen
Quellen und Alfred Schultzes Schriften zeichnet Sabine Bechtel die Lebenslinien
dieses bedeutenden Vertreters der deutschen Rechtsgeschichte nach, ordnet
sein Werk in den Zusammenhang der zeitgenössischen rechtshistorischen
Wissenschaft ein und erschließt dessen Bedeutung für die heutige
Forschung.
Bernd-Rüdiger Kern (Hg.)
Code Civil
167 Seiten, Broschur, € 22,00
978-386583-319-8
Während seiner Verbannung
auf die Insel St. Helena zog Napoleon eine erstaunliche Bilanz: „Mein wirklicher
Ruhm liegt nicht in den vierzig Schlachten begründet, die ich gewonnen
habe. Seit Waterloo ist alles dahin. Aber mein Code Napoléon wird
nicht vergessen werden, er wird für immer leben.“ Warum Napoleon dem
heute als Code civil bekannten Gesetzestext eine solche Bedeutung beimisst,
wird nachvollziehbar, wenn man sich den Zustand des französischen
Rechts vor der Revolution von 1789 vor Augen führt, wenn man die Entstehungsgeschichte
des Code civil und die Rolle, die der Kaiser dabei spielte, seinen Aufbau,
seinen Inhalt, seine politische und internationale Bedeutung und seine
Fortentwicklung bis in die Gegenwart verfolgt. Der Code civil ist bis zum
heutigen Tag das Herzstück des französischen Zivilrechts. Er
ist 1804 als Leitbild einer modernen und aufgeklärten Gesetzgebung
der damaligen Zeit in Kraft getreten, er ist entsprechend der damaligen
großen politischen imperialen Bedeutung Frankreichs von vielen anderen
Staaten übernommen worden, galt lange als Musterbeispiel einer Kodifikation
der Aufklärungszeit und als juristischer wie kultureller Exportartikel
Frankreichs und ist auch heute noch, trotz seiner zweihundert Jahre, voller
Lebenskraft. Dieser Band widmet sich neben der Entstehung und Bedeutung
des Code civil auch der Rezeption des Gesetzestextes in Deutschland und
seinem Einfluss auf die hiesige Rechtssprechung und untersucht, ob die
ihm oft zugeschriebene Modernität heute tatsächlich noch gegeben
ist.
Katja Saupe
Intermodal Selective Attention
in the Human EEG
Investigated Using Steady-State
Responses
117 Seiten, Broschur, € 30,00
978-3-86583-501-7
An important function of attention
is the selection of information from our complex sensory environment. It
is generally assumed that a collection of hierarchical filters provides
various levels of selection. One of these levels is considered to select
information among sensory modalities, which leads to amplified processing
of stimuli in the attended modality compared to stimuli in the unattended
modality (intermodal attention). In this thesis five electroencephalographic
(EEG) experiments were conducted, investigating the influence of intermodal
attention on steady-state responses (SSRs). Steady-state responses are
continuous oscillatory brain responses elicited by periodic stimulation,
such as flickering visual stimuli (vSSR) or amplitude modulations in a
sound (aSSR).In the first two experiments, attention effects for the aSSR
were compared to modulations in the event related potential (ERP) during
transient stimulation. Differences in the time course and topographies
of attention effects in both brain responses suggest that they might indicate
different aspects or processing levels of intermodal attention.The steady-state
response has the same fundamental frequency as the periodic rhythm of the
stimulation, and thus allows the investigation of the neural dynamics involved
in sustained attention to multiple stimuli. Thus, sustained intermodal
attention was investigated for the aSSR and vSSR simultaneously in the
following three experiments during detection and discrimination tasks.
Although aSSR and vSSR were mainly modulated in modality-specific areas,
source analyses point towards the additional involvement of a supramodal
attention network in intermodal attention, with attentional modulations
found in multisensory areas but also in non-preferred modality-specific
areas. The illustrated modulation of the SSRs during intermodal stimulation
shown in these experiments could open a whole new and exciting avenue of
research to uncover basic neural mechanisms of intermodal attention in
the human brain.
Joachim Klose (Hg.)
Ohnmacht der Studentenräte?
Wolfgang Natonek und die Studentenräte nach 1945
an der Universität Leipzig
120 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-86583-542-0
Nach dem Zweiten Weltkrieg war
der Wunsch nach einem demokratischen Neubeginn in allen Bereichen des öffentlichen
Lebens groß. An der Universität Leipzig wählte die Studentenschaft
1947 auf demokratischem Wege ihre Vertretung, den Studentenrat. Doch die
Institution mit ihrem Vorsitzenden Wolfgang Natonek, der entschlossen für
Demokratie eintrat, wurde innerhalb der sowjetischen Besatzungszone bald
zur Zielscheibe der sich etablierenden Staatsmacht. Unter Einsatz repressiver
Maßnahmen wurde der Studentenrat letztlich an das sozialistische
System der SBZ/DDR angepasst und verlor seinen demokratischen Charakter.
Das Engagement Wolfgang Natoneks gilt als Symbol für den studentischen
Widerstand gegen das SED-Regime sowie den Drang nach geistiger wie politischer
Freiheit und war Schwerpunkt der im April 2010 in Leipzig veranstalteten
zweiten „Belter Dialoge“. Dieser Band ist die schriftliche Fassung der
Veranstaltung. Er erinnert an das Wirken des Leipziger Studentenrats nach
Kriegsende und fragt nach der aktuellen Bedeutung studentischen Engagements
für Politik und Gesellschaft. Die „Belter Dialoge“, eine Kooperation
der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. und der Universität Leipzig, finden
einmal jährlich statt und machen die verschiedenen Aspekte des Terrors
der zweiten deutschen Diktatur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Sie sollen Aufruf und Mahnung sein, sich aktiv für die Demokratie
zu engagieren.
Poetische Welt(en)
Herausgegeben von Martin Blawid, Katrin Henzel
347 Seiten, Hardcover, € 29,00
978-3-86583-522-2
„Magie ist die Kunst, die Sinnenwelt
willkürlich zu gebrauchen“, formuliert Friedrich von Hardenberg um
1800 als Nachdenken über Poesie. Diese fange – indem sie als Medium
der Magie dient – Bilder der Sinnenwelt demnach nicht nur ein; sie „gebrauche“
sie zielgerichtet und bewusst. Das Ergebnis dieses Prozesses, der sowohl
die Aufnahme als auch die kreative Neustrukturierung der Sinneswahrnehmung
umfasst, lässt sich als ‚poetische Welt‘ beschreiben, als Raum, in
dem der erfahrbaren Welt durch das Medium der Literatur eine neue, phantasievolle
Ausdrucksmöglichkeit eröffnet wird. So kann diese Definition
von Poesie durchaus als eine moderne Beschreibung des Phänomens der
Literatur betrachtet werden, die ihren Lesern eine mögliche Deutung
der Welt anbietet. Als Ergebnis entstehen kunstvoll konstruierte und kreativ-subjektive
Imaginationen, poetische Welt(en), mit denen sich die vorliegende Sammlung
von Aufsätzen beschäftigt.
Detlef Döring (Hg.)
Stadt und Universität Leipzig
Beiträge zu einer 600-jährigen wechselvollen
Geschichte
373 Seiten, Hardcover, € 49,00
978-3-86583-510-9
Leipzig beherbergt seit 1409 eine
Universität, die heute zu den ältesten deutschen Hochschulen
zählt. Ihr Einfluss auf den Charakter der spätmittelalterlichen
und neuzeitlichen Stadt, aber auch die Prägung der Universität
durch ihre städtische Umgebung sind in der Forschung bislang selten
aufgegriffen worden.
Die Beiträge dieses Bandes
behandeln verschiedene Aspekte der sechshundertjährigen Geschichte
der Beziehungen zwischen Stadt und Universität Leipzig, so das Verhältnis
zwischen universitärer und außeruniversitärer Wissenschaft,
das gemeinsame Schicksal in Zeiten kriegerischer Not, die bauliche Entwicklung
der Hochschule innerhalb der Stadt, das städtisch eingebundene Alltagsleben
von Professoren und Studenten und die familiären Verflechtungen zwischen
dem Stadtbürgertum und den Universitätsgelehrten. Bei allen zeitweise
aufkommenden Spannungen und Konflikten wird deutlich, dass Stadt und Universität
in vielerlei Hinsicht voneinander profitierten. Ihre nationale und internationale
Bedeutung in Vergangenheit und Gegenwart beruht nicht zuletzt auf ihrer
hier an Beispielen geschilderten sich seit Jahrhunderten entwickelnden
Symbiose.
Uwe Wagner
Unternehmerisches Kulturengagement
am Beispiel der Musikförderung der Škoda Auto
Deutschland GmbH
138 Seiten, Broschur, € 28,00
978-3-86583-407-2
Unternehmerische Kulturförderung
ist kein einseitiges Beziehungsverhältnis – Unternehmen geben und
nehmen, geförderte Künstler und Kulturinstitutionen erhalten
und geben zurück. In dieser Studie werden die Rahmenbedingungen eines
Sponsorings fallstudienhaft aus der Innensicht eines Unternehmens, der
Škoda Auto Deutschland GmbH, geschildert. Diese Perspektive ist eher selten
und dafür umso wichtiger, weil sie nicht nur die Argumente „pro Sponsoring“
enthält, sondern auch Restriktionen und Zweifel erahnen lässt,
die einem Sponsoring begegnen. Bedeutsam sind auch die konkreten Vorschläge
zur Optimierung des in diesem Band beschriebenen Unternehmenssponsorings,
die allgemein genug gehalten sind, um aufzuzeigen, in welche Richtung die
Professionalisierung des Sponsoringgewerbes gehen könnte.
Auf folgende Fragen gibt diese
Arbeit Antwort: Warum engagieren sich Unternehmen in der Kultur? Warum
ist ein Engagement in der Musik, speziell im Jazz, attraktiv für Unternehmen?
Inwiefern ist eine praktische Anwendbarkeit der theoretischen Erkenntnisse
gegeben? Welche Bedeutung und Folgen haben terminologische Schwierigkeiten
im Bereich der unternehmerischen Kulturförderung? Was müssen
Unternehmen, die sich im Bereich der Musik engagieren, beachten? Wie sieht
das Kulturförderprogramm von Škoda Auto Deutschland GmbH aus und wie
kann es noch verbessert werden?
Inhalt
Hans Martin Krämer, Jenny
Rahel Oesterle, Ulrike Vordermark (ed.)
Labeling the Religious Self
and Others:
Reciprocal Perceptions of Christians,
Muslims, Hindus, Buddhists, and Confucians
in Medieval and Early Modern
Times
156 Seiten, Broschur, €
12,00
978-3-86583-507-9
Inhalt
Die Humboldt-Universität
Unter den Linden 1945 bis 1990
Zeitzeugen – Einblicke – Analysen
in 30 Beiträgen herausgegeben von Wolfgang Girnus und Klaus Meier
653 Seiten, Hardcover, € 49,00
978-3-86583-445-4
Am 10. Oktober 2010 feiert die
Humboldt-Universität zu Berlin ihr 200-jähriges Jubiläum.
Gemessen an anderen Universitäten ist sie noch nicht alt. Dennoch
blickt sie – wie keine andere deutsche Universität – auf eine sehr
bewegte Geschichte zurück. Von 1949 bis 90 war sie eine Elite-Universität
für den akademischen Nachwuchs der DDR. Sie war Hochburg wissenschaftlicher
Arbeit und Exzellenz im Osten Deutschlands. Sie war besonders betroffen
von den heftig tobenden Stürmen des Kalten Krieges. Dabei war die
Humboldt-Universität das eine oder andere Mal – aber letztlich viel
zu wenig – eine Trutzburg für kritische Denker und kritisches Denken.
Zwanzig Jahre nach der Wende vermochte mancher der Referenten und Diskutanten
sich das erste Mal öffentlich kritisch und selbstkritisch zu äußern,
was es für ihn bedeutet, Zeitzeuge gewesen zu sein: nämlich Akteur,
Betroffener und (Mit-)Verantwortung Tragender.
INHALTSVERZEICHNIS
Sprache – Kultur – Darstellungsformen
Methodenprobleme in der Philosophie
Herausgegeben von Bettina Kremberg, Rainer Totzke
308 Seiten, Broschur, € 32,00
978-3-86583-517-8
Die Frage nach den richtigen Methoden
des Philosophierens ist ein Dauerthema innerhalb der Philosophie. Entlang
dieser Streitfrage verlaufen seit je die Abgrenzungslinien zwischen den
verschiedenen philosophischen Richtungen. Und mit Bezug auf diese Frage
werden häufig auch entsprechende Abgrenzungsstrategien entworfen.
Bei einer allzu rigiden Verfolgung solcher Strategien besteht allerdings
die Gefahr, dass der Methodenstreit selbst nicht mehr wirklich in produktiver
Weise geführt – und d.h. auch: immer wieder neu angeeignet – wird.
Dieser Band nimmt sich der Methodenfrage an und tritt dem Problem aus verschiedenen
Blickwinkeln entgegen. Neben einer sprachlichen Perspektive nähern
sich die Autoren dem Thema aus kultureller und symboltheoretischer Perspektive.
Will man die thematischen Überlegungen zu diesem Band leitmotivisch
zusammenfassen, geht es insgesamt darum, auszuleuchten, welchen – möglicherweise
recht weiten – Begriff von Logik man unterstellen muss (bzw. welchen Begriff
von Logik man entwickeln muss), wenn man weiterhin von der Logik (bzw.
der logische Analyse) als der bestimmenden Methode der Philosophie sprechen
können möchte.
INHALT
Helmut Bräuer
Kinderbettel und Bettelkinder
Mitteleuropas zwischen 1500 und 1800
Beobachtungen – Thesen – Anregungen
158 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-511-6
Bislang wurden bettelnde Kinder
der frühen Neuzeit vernachlässigt oder vorrangig als Anhang der
Erwachsenen gesehen. Die Obrigkeit begriff sie aber schon seit dem Ausgang
des Mittelalters als Gefahr für die Ordnung der Gesellschaft. Darauf
macht der Autor mit seiner Studie über die Ursachen und Erscheinungen
des kindlichen Bettels aufmerksam. Auf breiter Basis archivalischer Zeugnisse
zeigt er ihre Lebensweise, verweist auf ihre Strategie des Bettels zwischen
Dresden, Trier, Basel und Wien, führt an ihre Wohnplätze, macht
auf Krankheiten und die Beziehungen zu ihren Eltern aufmerksam, demonstriert
ihr Dasein in der Compagnie und beleuchtet den Zusammenhang von Bettel,
Hexen und Tod.
Inhalt
Der »akademische«
Schumann und die Jenaer Promotion von 1840
Herausgegeben von Joachim Bauer, Jens Blecher
315 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-530-7
Anlässlich des 200. Geburtstages
von Robert Schumann im Jahr 2010 organisierte das Universitätsarchiv
Jena in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Universitätsarchiv eine Kabinettausstellung
und begab sich damit auf die Spuren der recht beachtlichen Musiktradition
und –kultur der Alma mater Jenensis in ihrer „klassischen“ Periode um 1800
und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dieser Begleitband
richtet sich sowohl an Wissenschaftler als auch an das interessierte Lesepublikum.
In neun Fallstudien werden die Stationen des „akademische Lebens“ Robert
Schumanns, seine Promotion, die Schumann-Rezeption in Jena sowie Jena-Bezüge
der Familiengeschichte anhand bisher unveröffentlichter Akten dokumentiert.
Dazu wird auch der Promotionsvorgang von 1840 neu ediert. Die Beiträge
machen deutlich, dass die Promotion Schumanns kein Einzelfall war, sondern
am Beginn einer ganzen Reihe von Musiker-Promotionen in Jena steht. In
dieser Hinsicht zeichnet die Alma mater Jenensis eine Kontinuität
aus, wie sie kaum eine andere deutsche Universität des 19. Jahrhunderts
aufzuweisen hat.
INHALT
Aktuelle Probleme und Perspektiven
universitärer Fachdidaktiken
Herausgegeben von Alfons Kenkmann
141 Seiten, Broschur, € 19,00
978-3-86583-448-5
Mit diesem Buch erscheint der zweite
Band der Publikationsreihe des Zentrums für Lehrerbildung und Schulforschung
(ZLS) der Universität Leipzig. Er stellt Forschungsprojekte aus den
verschiedenen Bereichsdidaktiken vor und zeichnet damit die Bedeutsamkeit
und Vielfältigkeit der fachdidaktischen Forschung nach, die ihr innerhalb
der Lehrerbildung zukommt. Er ermöglicht so einen Einblick in den
Stand der Selbstverortung und Selbstreflexion der universitären Fachdidaktiken
innerhalb der Lehrerbildung an der Universität Leipzig.
Inhaltsverzeichnis
Kathi Beier, Peter
Heuer (Hg.)
Ontologie
Zur Aktualität
einer umstrittenen Disziplin
250 Seiten,
Broschur, € 30,00
978-3-86583-516-1
Die
Philosophie der Gegenwart erlebt eine Renaissance der Ontologie, die nahezu
all ihre Teildisziplinen erfasst – die Logik ebenso wie die Ethik, die
Naturphilosophie ebenso wie die Philosophie der Theologie. Dies zeigen
auch die Beiträge in diesem Band, der die Aktualität metaphysischer
Fragen verdeutlichen und insbesondere aufzeigen möchte, dass und warum
die Debatte um die Ontologie notwendig ist.
Inhalt
Kristina Skorniakova
Moderne Transzendenz
Wie Goethes Wilhelm-Meister-Romane Sinn machen
419 Seiten, Hardcover, € 29,90
978-3-86583-513-0
In der Goethezeit entstand eine
neue Funktion der Poesie. Wilhelm Meisters theatralische Sendung prüft
das Konzept Genie auf seine Fähigkeit, zwischen Immanenz und Transzendenz
zu vermitteln. Wilhelm Meisters Lehrjahren liegt ein Bildungskonzept zugrunde,
das eine Verbindung zwischen Besonderem und Allgemeinem, Individuum und
Gesellschaft, Ich und Totalität intendiert. In Wilhelm Meisters Wanderjahren
gerät die Erzähltechnik aus den Fugen, um ein Konzept von Tätigkeit
zu offenbaren, das immanente und transzendente Elemente einschließt.
Inwiefern diese Konzepte „Sinn machen“, die Funktion der Religion per Poesie
zu übernehmen in der Lage sind, zeigt die vorliegende Untersuchung.
Auf diesbezügliche Schwierigkeiten und Probleme im Rahmen der Entstehungszeit
von Goethes Texten bezieht sich der Titel der Arbeit: „Moderne Transzendenz“.
Zwischen Emotion und Kalkül
'Heimat' als Argument im Prozess der Moderne
Herausgegeben von Manfred Seifert
242 Seiten, Hardcover, € 44,00
978-3-86583-508-6
Heimat, Lokalität und Regionalbezüge
sind gerade in der Gegenwart kulturwissenschaftlich neu zu reflektierende
Größen geworden. Denn Umbrüche vollziehen sich auf wirtschaftlichem
und gesellschaftlichem Feld: Lebenswelten werden zunehmend flexibel; Arbeitsmarkt
und Wirtschaftshandeln internationalisieren sich, ihre Orientierung an
verbindlichen Regeln wird schwächer. In diesem Zusammenhang hat die
Annahme deutlicher Raumgebundenheit von Kultur an Geltung verloren. Damit
stellt sich die Frage neu, welcher Stellenwert der Ortsbezogenheit in der
Moderne zukommt und wie diese hergestellt wird. Der konkrete Ort als identitätsstiftender
Raum gibt sich dabei als Produkt sozialer Praxis und symbolischer Zuschreibungen
zu
erkennen. Und er verliert offensichtlich nicht an Relevanz. Die Muster
raumbezogener Beheimatung, die sich in Reaktion auf die Zumutungen der
Moderne herausgebildet haben, unterliegen freilich einem deutlichen Wandel.
Inhaltsverzeichnis
Klaus Schuhmann
Rezeptionsgeschichte als Zeitgeschichte
Goethe, Schiller, Hölderlin
und Heine
im literaturgeschichtlichen
Kontext des 20. Jahrhunderts
340 Seiten, Broschur, € 29,00
978-3-86583-514-7
„Wer den Dichter will verstehen,
muß in Dichterlande gehn'“, dieser Wegweisung Goethes mit Bezug auf
lokale Einflüsse auf die Literatur ist ebenso zuzustimmen wie dem
Umkehrschluss auf zeitlicher Ebene: Wer das Textpotential Goethes und seiner
Zeitgenossen Schiller, Hölderlin und Heine ermessen und deren Wirkung
auf die nachgeborenen Autoren feststellen will, der muss sich auf Spurensuche
bei den Schriftstellern begeben, die in der zweiten Hälfte des 19.
und während des 20. Jahrhunderts lebten. Die in diesem Buch dokumentierten
Wechselwirkungen sind integraler Bestandteil des Verbundsystems Literatur
und dialektisch bestimmt von Anziehung und Abstoßung. So bezeugen
die hier behandelten Texte eine vielschichtige Interaktion, die von der
Bezugnahme auf eine von den genannten Schriftstellern stammende literarische
Vorlage (Anziehung) bis zur Neuschöpfung durch Eingriff und Abwandlung
der Vorlage (Abstoßung) reicht. Die intertextuellen Funde, die bei
dieser Recherche zutage treten, rufen einerseits den Urtext als Vorlage
in Erinnerung und sorgen auf diese Weise für die mittelbare Präsenz
von Goethe, Schiller, Hölderlin oder Heine. Andererseits handelt es
sich durchaus um Neuschöpfungen, deren Verfasser in den so entstandenen
Gebilden nicht weniger präsent sind. Vor allem aber spiegeln sich
in diesen Texten die Zeitläufe und deren spezifische Gegebenheiten,
denen sie letztlich ihre Entstehung verdanken.
Lutz Warnicke, Nadine Baethke, Juliane Wagnitz
Der Breitensport im DDR-Fernsehen
Seine prinzipielle Berücksichtigung
in der Sportberichterstattung
und die Leipziger
Turn- und Sportfeste
als Fernsehhöhepunkte der
Breitensportbewegung
237 Seiten, Broschur, € 24,00
978-3-86583-496-6
Die bisherigen Untersuchungen des
Forschungsprojekts „Sportfernsehen. Die Entwicklung eines Programmschwerpunktes
im DDR-Fernsehen“ konnten den Programmmachern trotz der ideologischen Verpflichtungen
des DDR-Fernsehens unter dem Führungsanspruch der kommunistischen
Partei- und Staatsführung eine vorwiegend sachliche Art der Berichterstattung
vom aktuellen nationalen oder internationalen (Leistungs)Sportgeschehen
bescheinigen. Dennoch gibt es immer wieder Kommentare, die dem DDR-Sportfernsehen
eine massive ideologische Beeinflussung unterstellen, welche sich in den
Sportsendungen deutlich widergespiegelt habe. Eine Möglichkeit wäre,
dass sich diese politischen Überformungen des Sports im DDR-Fernsehen
auf dem bislang noch wenig beachteten Gebiet der Sportpublizistik finden
lassen. Dieser Programmbereich hatte sich inhaltlich in erster Linie mit
dem Breiten- und Volkssport auseinanderzusetzen, um über diese volksnahe
Ebene Wesen und Funktion des sozialistischen Sports zu thematisieren. Mit
diesem Band wird nunmehr versucht, diesen Programmbereich der Sportberichterstattung
verstärkt in die Programmgeschichtsforschung mit aufzunehmen und seiner
Repräsentation im Fernsehen einer komplexen Analyse zu unterziehen.
Siegfried Protz, Detlef Zöllner
Eine kurze Geschichte des Unterrichts
Problemgeschichtliche Studien
372 Seiten, Broschur, € 32,00
978-3-86583-525-3
Bei den in diesem Buch beschriebenen
Unterrichtskonzeptionen aus einem Zeitraum von über 2000 Jahren handelt
es sich um Studien zu einer systematisch-problemgeschichtlichen Einführung
zum Unterrichtsverständnis. Dieses Vorgehen beinhaltet Fragen, die
sich uns heute stellen, und erörtert Unterrichtskonzeptionen der Geschichte
so, dass diese sich als klassische Konzeptionen unter gegenwärtigen
Fragestellungen erneut bewähren müssen und können. Dies
schließt die Möglichkeit ein, diese Konzeptionen oder Theorien
neu auszulegen und mit Hilfe dieser Konzeptionen oder Theorien heutige
Fragen anders zu stellen und zu beantworten. Diese Studie soll dazu beitragen,
die Entwicklungslinien aufzuhellen, die die heutige Problematik von Unterricht
umfassend verständlich machen, und soll das Geschichtsbewusstsein
der gegenwärtigen Generation von Lehramtsstudenten, Lehrern, aber
auch von jungen Erziehungswissenschaftlern vertiefen helfen. Letztlich
verhindert diese Vorgehensweise, hinter das Problemniveau zurückzufallen,
das im pädagogischen, unterrichtstheoretischen Denken schon einmal
erreicht worden ist.
INHALT
Andreas Michael Staufer
Ludwig Ebermayer
Leben und Werk des höchsten Anklägers der
Weimarer Republik
unter besonderer Berücksichtigung seiner Tätigkeit
im Medizin- und Strafrecht
374 Seiten, Broschur, € 36,00
978-3-86583-520-8
Ludwig Ebermayer (1858-1933) stand
zwischen 1921 und 1926 als Oberreichsanwalt der Reichsanwaltschaft vor
und wirkte somit als höchster Ankläger der Weimarer Republik.
In seine Amtszeit fiel die Bewältigung der politisch stark umstrittenen
„Leipziger Prozesse“, mit denen nach dem Ersten Weltkrieg Kriegsverbrechen
geahndet wurden. Außerdem klagte Ebermayer die Beschuldigten der
großen politischen Prozesse der 20er Jahre an, denen die Anschläge
auf Matthias Erzberger, Walther Rathenau und Philipp Scheidemann zugrunde
lagen, ebenso die Rädelsführer des Kapp-Lüttwitz-Putsches.
Der erste Teil des Bandes behandelt das Leben Ludwig Ebermayers, seinen
beruflichen und privaten Werdegang. Einen Schwerpunkt stellt seine Tätigkeit
als Oberreichsanwalt dar. In diesem Zusammenhang werden die oben genannten
Prozesse und weitere herausragende Fälle, jeweils eingebettet in den
(rechts-)historischen Zusammenhang, geschildert. Der zweite Teil stellt
Ebermayers literarisches Schaffen dar und beschäftigt sich zudem mit
seinem Beitrag zur Strafrechtsreform und zum Medizinrecht. Die einzelnen
medizinrechtlichen Themen werden ausführlich und unter Einbeziehung
historischer Bezüge behandelt.
INHALT
Von der Politisierung der Medien
zur Medialisierung des Politischen?
Zum Verhältnis von Medien, Öffentlichkeit
und Politik im 20. Jahrhundert
Herausgegeben von Klaus Arnold, Christoph Classen,
Susanne Kinnebrock, Edgar Lersch, Hans-Ulrich Wagner
471 Seiten, Broschur, € 32,00
978-3-86583-497-3
Lange Zeit wurde die Diskussion
um das Verhältnis von Medien und Politik mit Blick auf die Politisierung
der Medien, ihre vermeintlich erfolgreiche politische Instrumentalisierung
und die damit einhergehenden Gefahren geführt eine Perspektive, die
vor dem Hintergrund der Diktaturerfahrungen im 20. Jahrhundert nahe lag.
Mittlerweile hat sich dies jedoch verändert. Das Konzept der Medialisierung
betont umgekehrt den Einfluss der Medien auf den Wandel von Politik, die
grundsätzliche Prägung und Verwandlung des Politischen durch
Massenmedien.
Dieses Buch verfolgt das Ziel,
anhand von historischen Fallstudien die vielfältigen Interdependenzen,
Dynamiken und symbiotischen Beziehungen im Verhältnis von Medien und
Politik seit dem Aufkommen der modernen Massenmedien näher zu beschreiben.
Der Blick auf das gesamte 20. Jahrhundert zeigt, dass die zunehmende Präsenz
der Massenmedien keineswegs erst im Fernseh- und Internetzeitalter zur
Transformation des Politischen beigetragen hat. Die Langzeitanalyse der
Koorientierung von Politik und Medien sowie des Ineinandergreifens von
Politisierungs- und Medialisierungsprozessen relativiert Diagnosen, die
aus der Gegenwartsperspektive heraus lediglich aktuelle Medialisierungsprozesse
in den Blick nehmen und einseitig deren problematische Aspekte betonen.
INHALT
Zuschauer als Störer
Stadionverbote und Regressansprüche
Herausgegeben von Rico Kauerhof, Sven Nagel, Mirko
Zebisch
170 Seiten, Broschur, € 19,80
978-3-86583-529-1
In dieser Publikation lassen sich
die Ergebnisse zweier Tagungen in Leipzig und Zürich nachlesen, die
sich mit der Gewaltproblematik im Fußball beschäftigten. Im
Mittelpunkt der Veranstaltung am 8. Mai 2010 in Leipzig stand das BGH-Urteil
zu den Stadienverboten sowie dessen tatsächliche und rechtliche Auswirkungen.
Bei der Schweizer Tagung am 6. September 2010 wurde das Gewaltphänomen
aus soziologischer, kriminologischer und rechtlicher Sicht beleuchtet,
wobei neben den interdisziplinären Aspekten auch rechtsvergleichende
Betrachtungen vorgenommen wurden.
INHALT
Dopingfragen
Herausgegeben von Rico Kauerhof, Sven Nagel, Mirko
Zebisch
Dokumentation des 2. Leipziger Sportrechtstages 2008
148 Seiten, Broschur, € 19,80
978-3-86583-528-4
Der Tagungsband macht Ausführungen
zu den WADA- und NADA-Codes 2009 und deren Umsetzung sowie zu dem im Jahr
2008 installierten Deutschen Sportschiedsgericht.
INHALT
Ist Theodor Litt für die
gegenwärtige Hochschulpolitik aktuell?
Theodor-Litt-Jahrbuch Band 2010/7: Wissenschaft und
Akademische Bildung
Herausgegeben von Peter Gutjahr-Löser, Dieter
Schulz, Heinz-Werner Wollersheim
311 Seiten, Broschur, € 17,00
978-3-86583-527-7
Mit Band 7 des Theodor-Litt-Jahrbuchs
legen die Herausgeber die anlässlich des XIII. Theodor-Litt-Symposions
aus unterschiedlichen Perspektiven vorgetragenen Erörterungen und
Analysen renommierter Wissenschaftler vor. Sie laden zugleich ein, die
gefundenen Schlussfolgerungen verantwortlich zu einer Kurskorrektur und
gegebenenfalls auch zu einer Neuvermessung des Bologna-Prozesses zur Schaffung
eines gemeinsamen europäischen Hochschulraumes zu bedenken und zu
nutzen. Mit den jetzt vorliegenden Studien werden, die Diskussionen und
Analysen zugleich weiterführend, kritische Würdigungen zum Verlauf
und zum aktuellen Stand des Bologna-Prozesses in den Ländern Dänemark,
Lettland, dem Vereinigten Königreich,Polen, Spanien und Tschechien
vorgelegt. Sie alle geben u.a. Auskunft über die gegenwärtige
Struktur der Lehrerbildung, ihre Veränderungen durch den Bologna-Prozess
und nehmen ausdrücklich Bezug zum Stellenwert der „Berufswissenschaften“
in der Lehrerbildung. Außerdem bietet das Jahrbuch Raum, um ausgewählte
Beiträge aus der Litt-Forschung aus dem zurückliegenden Jahr
der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vorzustellen.
Inhalt
Raymond Kuehne
Henry Burkhardt
Ein Leben für die Kirche Jesu Christi der Heiligen
der Letzten Tage in der DDR
249 Seiten, Hardcover, € 29,00
978-3-86583-494-2
In keinem anderen Lebenslauf in
der DDR widerspiegelt sich die Geschichte der Kirche Jesu Christi der Heiligen
der Letzten Tage so nachdrücklich wie in jenem Henry Burkhardts. Als
ihr zuletzt ranghöchster Repräsentant konnte er 1990 auf vier
ereignisreiche Jahrzehnte im Dienste dieser Kirche zurückschauen,
deren Spannweite von zunächst frontaler Konfrontation und strikter
ideologischer Ablehnung über wechselnde Konstellationen und Wendungen
bis hin zu entspannten Beziehungen und zuweilen direkt respektvollem Umgang,
wovon vor allem der Tempelbau in Freiberg Zeugnis ablegt, reichte. Doch
nicht allein dieser Beziehung gilt die Aufmerksamkeit des Autors. Ebenso
schenkt er der Persönlichkeit Burkhardts Beachtung, zeigt dessen Arbeitsstil,
schildert sein Engagement in zentralen Ereignissen des kirchlichen Lebens,
rekonstruiert Burkhardts Anteil am Lösungsweg vieler alltäglicher
Probleme und beschreibt zudem die überlieferten Akten der Überwachung
der Kirche durch den Staatssicherheitsdienst in der DDR. Raymond Kuehne
schildert diese Entwicklungen ebenso detailreich und eindrücklich
wie sorgfältig abwägend und mit möglichst objektivem Blick
für alle beteiligten Seiten. Gestützt auf Dokumente und die Erinnerungen
Henry Burkhardts entsteht so ein zeitgeschichtlich beachtliches und die
Person überzeugend würdigendes Porträt. Bewusst vermeidet
der Autor abschließende Bewertungen – ihm liegt viel an der Herausarbeitung
jeweiliger Alternativen, womit dem Leser die Horizonte eigener Urteilsbildung
weit geöffnet werden.
INHALT
Mormonen und Staatsbürger
Eine
dokumentierte Geschichte der Kirche Jesu Christ der Heiligen der letzten
Tage der DDR
Nachdruck, Herausgegeben
von Raymond Kuehne, St. George, Utah
565 S., Gb., €
19,00
978-3-86583-092-0
Das Leben der Mormonen in der DDR
gleicht der sprichwörtlichen terra incognita. nur wenig drang lange
Zeit über das Leben dieser kleinen christlichen Gemeinde in das Bewusstsein
der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung. Dabei war deren
Entwicklung durchaus spannungsreich: Anfangs, so zum Beispiel 1950, schlug
das Ministerium des Innern kurzerhand vor, dieser Kirche eine Zulassung
zu verweigern. Eine ganz andere Konstellation fiel mit dem Ende der DDR
fast zeitgleich zusammen: 1985 wurde bei beträchtlicher medialer Wahrnehmung
der Tempel in Freiberg geweiht und 1988 konferierte die Spitze des Staates
mit der amerikanischen Leitung der Kirche. Damit war der Weg geebnet, den
Missionaren aus dem Westen eine Tätigkeit im Lande zu gestatten. Diesen
spannungsvollen Bogen schreitet der Herausgeber nicht allein in einer geschlossenen
Erzählung aus. Vor allem in Form der Montage möchte er einen
ganz spezifischen Ausschnitt des Alltags in der DDR transparent machen;
die überaus zurückhaltend kommentierten Dokumente, Interviews
und Berichte gestatten dem Leser, ein eigenes Bild vom facettenreichen
religiösen Leben dieser Christen zu gewinnen. Zu den Hauptlinien,
die dem Band das Profil geben, zählt die Beantwortung der Frage nach
der Einstellung der Kirche und ihrer Mitglieder zum Staat DDR, die Entwicklung
der Rechtsgrundlagen konfessioneller Arbeit in ihr, die Erfahrungen von
Gemeindemitgliedern in Schule, Studium, am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit,
die Erfolge und die Probleme der Jugend- und Missionsarbeit oder auch der
lange Weg zum schließlichen Gelingen des Projektes eines Tempels
in Freiberg.
INHALT
Diethelm Klesczewski
Strafrecht
Besonderer Teil
die examensrelevanten Delikte im Grundriss
Teil 1: Straftaten gegen die
Person
148 Seiten, Broschur, € 14,00
978-3-86583-534-5
Dieses Buch führt in die Systematik
des Besonderen Teils des Strafgesetzbuches ein und behandelt auf dieser
Grundlage die Straftaten gegen die Person. Die Darstellung konzentriert
sich auf den Pflichtfachstoff, wie er im Freistaat Sachsen und ähnlich
in vielen anderen Bundesländern Gegenstand des ersten Staatsexamens
ist. Zu jedem Delikt wird ein Prüfungsschema geboten. Die einzelnen
Merkmale werden anhand aktueller Rechtsprechung und in Auseinandersetzung
mit dem Schrifttum erläutert. Eine Fülle von Fallbeispielen aus
der Praxis veranschaulicht schließlich die Materie. Dem Studierenden
wird mit diesem Band ein Leitfaden an die Hand gegeben, sich im Labyrinth
des Besonderen Teils zurechtzufinden. Dabei soll zweierlei erreicht werden:
Einerseits soll das Strafrecht auf die wirklich ahndungswürdigen Delikte
beschränkt werden und in diesem positiven Sinne fragmentarischen Charakter
behalten. Zum anderen soll sich die Aufzählung der einzelnen Straftaten
im Besonderen Teil zu einem sinnvollen Ganzen fügen, in dem der Rechtsanwender
kein Puzzlestück vermisst und jedem seinen Ort zuweisen kann. Dieser
erste von insgesamt drei Teilbänden beschäftigt sich mit Straftaten
gegen die Person. Die übrigen beiden Bände behandeln Straftaten
gegen Gemeinschaftsrechtsgüter und Delikte gegen Rechtsgüter
(Vermögensdelikte).
Inhalt
Sylvie Weil
André und Simone – Die
Familie Weil
223 Seiten, Broschur, 22,00 €
978-3-86583-372-3
Sylvie Weil, Tochter des
überragenden Mathematikers André Weil und Nichte der nicht
weniger berühmten Philosophin, politischen Aktivistin und Mystikerin
Simone Weil, gibt in ihrem Erinnerungsbuch Einblicke in das Familienleben
der Weils:
„Das Genie hatte zwei Häupter.
Mein Vater hatte einen Doppelgänger, einen weiblichen Doppelgänger,
eine tote Doppelgängerin, er hatte
ein Gespenst zur Doppelgängerin.
Denn war meine Tante eine Heilige, doch, ja, so war sie außerdem
ein Double meines Vaters, dem
sie wie ein weiblicher Zwilling
glich.
Für mich ein schreckenerregendes
Double, da ich ihm so ähnlich sah. Ich glich der Doppelgängerin
meines Vaters.“
Ohne übertriebene Ehrfurcht, in
einer unverstellten, unsentimentalen Sprache und mit augenzwinkerndem Humor
schildert sie denkwürdige, heitere, anrührende und auch schmerzhafte
Episoden aus dem Leben ihrer Angehörigen, läßt die starken
und vielschichtigen Bande zwischen ihnen spürbar werden und kommentiert
und ironisiert die mit schwärmerischen Bewunderern ihrer Tante gemachten
Erfahrungen.
INHALTSVERZEICHNIS
Grenzenüberschreitende
Arbeitergeschichte
Konzepte und Erkundungen
Hg. Marcel van der Linden
273 S., Br., € 25,00
978-3-931982-68-3
Die in diesem Band gesammelten
elf Beiträge beleuchten wichtige Aspekte des historischen und zeitgenössischen
Werdegangs der Weltarbeiterklasse. Sie versuchen geografische, zeitliche
und disziplinäre Grenzen zwischen Geschichtsschreibung, Anthropologie
und anderen Sozialwissenschaften zu überwinden. Die Aufsätze
wurden in vier Teile gruppiert: Erörtert werden methodologische und
historiografische Fragen, die Entwicklung der weltweiten Textilindustrie
seit 1650, die Zusammenhänge zwischen Arbeitsmigration einerseits
und der Integration ländlicher/agrarwirtschaftlicher Regionen in die
kapitalistische Weltwirtschaft andererseits sowie ideologische und religiöse
Neuorientierungen, die mit den globalen (partiellen) Proletarisierungsprozessen
einher gehen.
Inhalt
Vorwort: Der Weg des Konferenzzyklus der ITH in den Jahren 2007-2009
Berthold Unfried
Einleitung
Marcel van der Linden
1. Der Stand der Arbeitergschichtsschreibung
The Benefits and Pitfalls of Comparative Labour History across National
Boundaries
Dick Geary
Changing Paradigms of South Asian Labour Historiography
Rana P. Behal
2. Verflechtungen innerhalb der Textilbranche und deren Folgen für
Arbeitsverhältnisse und -kämpfe
Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen: Standortkombinationen, Arbeitsverhältnisse
und Protestformen in der Textilindustrie, 1700-2000
Andrea Komlosy
Covering the World: Textile Workers and Globalization, 1650-2000. Experiences
and Results of a Collective Research Project
Elise van Nederveen Meerkerk
Labor Regimes after Emancipation: The Case of Cotton
Sven Beckert
3. Arbeitsmigration und die Transformation ländlicher Regionen
Capitalization of Agriculture, 1850s to 1960s: Rural Migrations in a
Global Perspective
Dirk Hoerder
Constructing Legality: The Management of Irregular Labour Migration
in Thailand and Malaysia
Michele Ford
Home Connections of Senegalese Migrants in Europe and the United States:
Remittances and Social Change in the Senegal River Valley
Abdoulaye Kane
Urbanization and Migrant Workers in Yiwu, China
Minjie Zhang
4. Religion und Klassenbildung in globaler Perspektive
Competing Identities: Religion and Working-Class Formation in North-Western
Europe
Lex Heerma van Voss
Soziale Krise und Ausbreitung des evangelikalen Fundamentalismus in
Lateinamerika
Juliana Ströbele-Gregor
Flyer
(pdf) Geschichte der Universität Leipzig 1409-2009 - Jubiläumsausgabe
Fortsetzung:
Backlist Leipziger Univerlag