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Reiseauftrag...........

NEUERSCHEINUNGEN:...................scroll


Phyllis Kiehl
Fettberg
220 S., Br.,  € 16,90
978-3-940274-58-8
Die Weiko-Sud Fastenklinik ist weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt. Eine Gruppe extrem übergewichtiger Patienten lebt dort mit eigenen Regeln und Ritualen: Sie propagiert eine neue Lust am Unmaß und versteht unter „Hunger“ etwas ganz anderes als einen knurrenden Magen... Doch eines Tages trifft der neue Oberarzt Dr. Ariel Tense ein. Ein aus einer dubiosen brasilianischen Klinik abgeworbener Motivationstrainer, gemein bis in die Fingerspitzen und mit höchst wirkungsvollen Methoden im Gepäck. Während Tense beginnt, einen Teil der Patienten in lustvolle Unterwerfung zu peitschen, bleiben die „Anderen“ ihrem mysteriösen Guru treu – Direktor Sago, dem Oberhaupt der Klinik. Die Spannung unter den Patienten nimmt zu, bis sie bei einer XXL-Modenschau so heftig eskaliert, dass die internen Kontrollorgane der Klinik auf den Plan treten müssen...
REZENSION: http://gleisbauarbeiten.blogspot.de/2012/04/ein-sog-in-sagos-welt-uber-phyllis.html


Leander Sukov
Warten auf Ahab
oder Stadt Liebe Tod
260 S., Br., € 17,80
978-3-940274-55-7
Eine neue Radikalität der Sprache hat Leander Sukov für seinen Roman gefunden. Wie in einem Taumel erzählt Marie, die Protagonistin des Romans, in einem Monolog von ihrer Suche nach Liebe. Um Nähe zu erlangen, braucht es für sie die sexuelle Interaktion. Liebe kann Marie nicht geben. Denen, von welchen sie ganz offensichtlich geliebt wird, bleibt sie fern. Verzweifelt sucht sie nach dem Menschen, der die Mauer durchbrechen kann ...
Hinter dem Roman über Liebe und Aussichtslosigkeit aber verbirgt sich der politische. Bedrückt von Gegenwart und Vergangenheit, gepeinigt von Wachträumen und Assoziationen ist Marie ein Spielball ihrer Ängste und ihres Zorns. Sukov hat die Stadt als Wal definiert, als jenen weißen Wal, den ein Ahab jagen soll, der Mann, auf den Marie wartet. Eine Allegorie übrigens, die nicht nur in der Literatur immer wieder auftaucht. Auch die RAF-Gefangenen in Stammheim gaben sich Namen aus „Moby Dick“: Für Gudrun Ensslin war die weiße Mauer des Gefängnisses der Wal und Andreas Baader war Ahab.
LESUNG: http://www.youtube.com/watch?v=CsvWWsn00P0&feature=results_video&lr=1&ob=0
REZENSION: http://www.kulturation.de/ki_1_rezi.php?id=117

Radikal-Eindringlich-Provozierend:

Guido Rohm:
Die Sorgen der Killer
Crime Stories
110 S., Br., € 12,80
978-3-940274-39-7
Das Opfer eines Amokläufers. Ein Reisender auf Menschenjagd. Ein Ausflug ins Reich der Toten. Ein Mann, der die Vergangenheit eines ganzen Volkes begraben will. Geschichten aus einem dunklen Kosmos. Kondensierte Horrorgeschichten von den Nachtseiten der Seele. Radikal, eindringlich und verstörend. Neue Geschichten von Guido Rohm, die sich als Kampfansage an den „guten Geschmack“ verstehen und die den Widerspruch der Leser herausfordern.
REZENSIONEN: http://gleisbauarbeiten.blogspot.de/2012/04/abgrunde-der-gegenwart-die-neuen-crime.html
http://buecherblogger.wordpress.com/2012/03/30/guido-rohms-sorgenvolle-crimestories/


Peter H. Gogolin:
Seelenlähmung
Roman
180 S., Br., € 16,90
978-3-940274-42-7
Ein Roman, der inhaltlich geprägt ist von deutscher Vergangenheit und Gegenwart. Die siebziger Jahre in Westdeutschland sind geprägt vom Vergessenwollen der Alten und Wissenwollen der Jungen. Nicht wenige von ihnen verzweifeln daran, erlahmen. Peter H. Gogolins Begriff der „Seelenlähmung“ wurde zu Beginn der 80er Jahre zur Metapher für den Gemütszustand der Generation nach der Studentenrevolte von 68 und dem Deutschen Herbst.


Stefan Sprang:
Boy Meets Girl
Oder: Die Liebe der hiesigen Menschen im 21. Jahrhundert
150 S., Br., € 14,80
978-3-940274-41-0
Interessante Einsichten in das nicht ganz einfache Paarungsverhalten der Menschen im 21. Jahrhundert. Ein Liebeslebenbuch von hoher literarischer Qualität.
Degenhardt-Werkausgabe in Einzelbänden


Petroleum und Robbenöl
oder wie Mayak der Eskimo kam und mein verrückter Vater wieder gesund wurde
100 S., Br., € 12,80
978-3-940274-45-8
Degenhardts einzige Kindergeschichte.

Degenhardt-Werkausgabe in Einzelbänden

Die Mißhandlung
oder Der freihändige Gang über das Geländer der S-Bahn-Brücke
170 S., Br., € 14,80
978-3-940274-46-5
Das Buch erzählt nicht nur die Geschichte eines verwahrlosten Kindes, das in einem Hamburger Außenbezirk gefunden wird, es beschäftigt sich vor allem mit der Geschichte des Vormundschaftsrichters, der während der Auseinandersetzung mit dem Fall eine Wandlung durchläuft. Am Ende ist in seinem Leben nichts mehr, wie es war.

Degenhardt-Werkausgabe in Einzelbänden

Der Liedermacher
170 S., Br., € 14,80
978-3-940274-48-9
Das Buch schildert die Geschichte eines Musikers, der sich im Feld der kommerzialisierten Musik bewegt und versucht, künstlerisch-politischen Anspruch und wirtschaftliches Überleben in Einklang zu bringen. Hier wird ein Bild der Achtziger gezeichnet, als die einst jungen 68-er plötzlich alt genannt wurden. Der Roman bietet außerdem Einblicke hinter die Kulissen des Showgeschäfts.
bereits angekündigt:
Franz Josef Degenhardt hätte am 3. Dezember 2011 seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert.
Franz Josef Degenhardt:
Das literarische Gesamtwerk

Herbst 2012: Degenhardt-Werkausgabe in Einzelbänden

Die Abholzung
170 S., Br., € 14,80
978-3-940274-47-2
Der 1985 entstandene Roman „Die Abholzung“ lässt uns auf die Achziger Jahre durch die Augen eines aus der Zukunft kommenden Zeitreisenden blicken, der in den Protest der Umweltbewegung gerät.


Frühjahr 2013: Degenhardt-Werkausgabe in Einzelbänden

Der Mann aus Fallersleben
Die Lieben des August Heinrich Hoffmann
300 S., Br., € 19,80
978-3-940274-49-6
Franz Josef Degenhardt hat aufwendig recherchiert, bevor er diesen Roman über den Autor, der das „Lied der Deutschen“ schrieb. Die dritte Strophe des Liedes, das heute als das „Deutschlandlied“ bekannt ist, wurde 1990 endgültig zur Nationalhymne bestimmt. Es ist die Geschichte eine Mannes, dessen Biographie von Brüchen gekennzeichnet ist. So wurde Hoffmann als Professor für Literatur und deutsche Sprache wegen seiner aufrührerischen Gesinnung und aufmüpfigen Lieder entlassen.


Frühjahr 2013: Degenhardt-Werkausgabe in Einzelbänden

Für ewig und drei Tage
300 S., Br., € 19,80
978-3-940274-50-2
In der Zeit, als der Realsozialismus zusammenbricht, spielt diese Familiensaga. Die Geschichte des „Kurzen Zwanzigsten Jahrhunderts“ (Hobsbawm) wird anhand einer Familie der herrschenden Klasse nachempfunden.


Herbst 2013: Degenhardt-Werkausgabe in Einzelbänden

Liederbuch I
300 S., Br., € 19,80
978-3-940274-51-9
Das musikalische Werk Franz Josef Degenhardts der Vinyl-Zeit. Natürlich mit Noten!


Herbst 2013: Degenhardt-Werkausgabe in Einzelbänden

Liederbuch II
300 S., Br., € 19,80
978-3-940274-52-6
Das musikalische Werk Franz Josef Degenhardts der CD-Zeit. Natürlich mit Noten!


lieferbar:
Degenhardt-Werkausgabe in Einzelbänden


Franz Josef Degenhardt:
Zündschnüre
196 S., Br., € 15,90
 978-3-940274-43-4
Der Roman „Zündschnüre“ von 1973, der starke autobiografische Züge trägt, erzählt die Geschichte proletarischer Jugendlicher. Kriegskinder sind sie, aufwachsend in einer Welt ohne Väter. Die Normalität der Zeit will ihnen nicht normal erscheinen und so schließen sie sich 1944 einer antifaschistischen Widerstandsgruppe an. Ihre Jugend ist geprägt von männerlosen Frauen. Ihre Welt wird bevölkert von Nazis, aber auch Zwangsarbeitern, Flüchtlingen und Illegalen. Die Väter sitzen in Konzentrationslagern oder sie sind tot, sind gefallen, wurden ermordet.
Degenhardt-Werkausgabe in Einzelbänden


Franz Josef Degenhardt:
Brandstellen
204 S., Br., € 17,90
978-3-940274-44-1
Degenhardt erzählt die Geschichte des vergeblichen Kampf einer Bürgerinitiative gegen einen NATO-Truppenübungsplatz im Emsland. Erstaunlich ist, dass der Roman nicht an Aktualität verloren hat. Der Roman knüpft an Zündschnüre an, wir begegnen den erwachsen und den alt gewordenen Akteuren.. Der Roman thematisiert die offiziellen Maßnahmen zum »Schutz der freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung« und zeichnet ein Bild der explosiven Atmosphäre in der Bundesrepublik von 1974.
. Mit dem Internet verbunden sehen Sie hier die homepage des Verlages: www.kulturmaschinen.com
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Leonhard F.Seidl:
Mutterkorn
190 S., Br., € 14,90
978-3-940274-37-3
Die Welt, wie sie ist (und nicht sein sollte). Ein Roman über die täglichen Kämpfe gegen Faschismus und Regression. Mutterkorn ist die Geschichte einer Befreiung. Aber auch eine Geschichte über Gewalt und Abhängigkeit. Schnell, wie ein Krimi, tiefgründig wie ein Entwicklungsroman und ein aktuelles Stück deutscher Geschichte. Leonhard F. Seidl, Jahrgang 1976, Krankenpfleger und Diplom-Sozialpädagoge, lebt als Freier Autor und Journalist in Nürnberg. Er ist Mitglied der Neuen Gesellschaft für Literatur Erlangen und der Autorengruppe Mundpropaganda, sowie Juror des Hermann-Kesten-Preises Nürnberg. 2007 war er Stipendiat des „Bayrischen Seminars für Politik e. V.“ für politisch aktive junge SchriftstellerInnen. Für seine Arbeit „Beschriebene Blätter – Kreatives Schreiben mit straffälligen Jugendlichen“ erhielt er 2007 den Förderpreis der Stadtmission Nürnberg e. V.

Leseprobe:
… Er konnte sie verstehen. Jeden, der trank, konnte er verstehen. Menschen, die mit ihrer Situation nicht klarkommen, greifen nach einem Krückstock. Penelopes Krückstock war der Alkohol. Und doch verabscheute er sie auch. Diese Menschen mit ihren aufgeschwemmten Gesichtern, in denen die roten Äderchen platzten, ihren fetten Bäuchen, ihren dummgesoffenen Gehirnen. Wenn Leute wie er sich nach getaner Arbeit einen Joint gönnten, dann machten sie sich strafbar. Was für ein Witz! …
… Aufgehetzt von der Politik, die mit ihrem „Das Boot ist voll“-Gerede die Stimmung hochschaukelte und dann mit einem Verweis auf die Ausschreitungen scheinheilig das Asylrecht abschaffte. Das hatte Albin geprägt. Der aussichtslose Kampf gegen diese Doppelmoral ließ ihn verzweifeln...



Carla Berling:
Vom Kämpfen und vom Schreiben
Tagebuch eines Romans
210 S., Br., € 16,80
978-3-940274-40-3
Welche Erfahrungen macht eine, die losschreibt, um Schriftstellerin zu werden. Carla Berling ist diesen Weg gegangen, mit viel Naivität und großer Leidenschaft. Rückschläge waren vorprogrammiert und doch nicht geeignet, sie aufzuhalten. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen auf dem Weg zur Veröffentlichung. Ein Ratgeber für alle, die sich auf den gleichen Weg begeben möchten. Charmant und locker geschrieben, ohne Ernsthaftigkeit vermissen zu lassen.


Maurice Schuhmann
Berlin philosophisch
Ein Reiseführer auf den Wegen der großen Philosophen
124 S., Br., € 19,90
978-3-940274-04-5
Durch Berlin auf den Spuren der großen Philosophen. Sehen wo Marx gelebt hat und wo andere begraben liegen, an ihre Wirkungsstätten gelangen (z.B. die Humboldt-Universität) und dabei kurzweilig und interessant unterhalten werden – das will dieser Reiseführer. Mit einem guten halben Dutzend Gängen durch Berlin wird der Leser in Schenken, auf Friedhöfe und vor historische Gebäude geführt. Verrasten kann man in Berlin – dafür ist die Stadt ja berühmt – selbstverständlich immer an den Wegen, die der geneigte Leser auf den Fußstapfen der gelehrten Männer abläuft. Und wer sich den Reiseführer kauft, ohne nach Berlin fahren zu wollen oder gar schon hier zu sein, der wird mit interessanten Informationen belohnt, ohne sich vom heimischen Ohrensessel erheben zu müssen. Ein Buch, das im heimischen Bücherregal (neben den philosophischen Bänden) ebenso wenig fehlen sollte, wie in der Jackentasche während des Berlin-Aufenthalts.
Maurice Schuhmann hat in Berlin Politikwissenschaft und Philosophie studiert und über Stirner und Nietzsche promoviert. Er lehrt derzeit an einer französischen Hochschule.


Alban Nikolai Herbst:
Schöne Literatur muss grausam sein
Vorträge und Essays
230 S., Br., € 18,90
978-3-940274-38-0
Seine Essays, seine Vorträge und Poetiklesungen sind analytisch und unbestechlich. Was Alban Nikolai Herbst über Literatur und ihre Schöpfer zu sagen hat, entbehrt jeder Larmoyanz. Weder biedert er sich an einen modischen Mainstream an, noch steckt er in Traditionen fest. Die Essays - erschienen über einen längeren Zeitraum in ganz unterschiedlichen Zeitungen und Zeitschriften liegen zum ersten Male gesammelt vor. 

Werner Seppmann
Kapitalismuskritik und Sozialismuskonzeption
250 S., Br., € 17,50
978-3-940274-54-0
Nach den beiden Erfolgsbüchern „Krise ohne Widerstand“ und „Die verleugnete Klasse“ legt Werner Seppmann mit zwei neuen Büchern nach. Nach der Art des gegenwärtigen Kapitalismus fragt Seppmann in „Kapitalismuskritik und Sozialismuskonzeption“.
Werner Seppmann (geb. 1950), Sozialwissenschaftler, arbeitete viele Jahre mit Leo Kofler zusammen. Er ist Vorstandsmitglied der Marx-Engels-Stiftung und arbeitete am Projekt Klassenanalyse@BRD. Zahlreiche Veröffentlichungen, a. a. zur Sozialstrukturanalyse, Ideologiekritik und Kultursoziologie, darunter „Krise ohne Widerstand", „Risiko-Kapitalismus. Krisenprozesse, Widerspruchserfahrungen und Widerstandsperspektiven", „Die verleugnete Klasse. Zur Arbeiterklasse heute", „Dialektik der Entzivilisierung. Krise, Irrationalismus und Gewalt".

Unangepasste Philosophie, unangepasster Marxismus:

Werner Seppmann
Marxismus und Philosophie
250 S., Br., € 13,80
978-3-940274-53-3
Seit Schelling und in steigendem Maße seit der Mitte des 19. Jahrhunderts teilt sich die Philosophie in den Dienst des Inhumanen. Die Zeichen dafür sind Irrationalisierung und Mystifizierung, die mit Kant überwunden schienen; der Schleier des Dunkel-Unbestimmten soll verdecken, dass etwas ganz Bestimmtem gedient wird.
Im Essay „Das Ende der Philosophie?“ wird auf die methodischen Grundlagen insistiert, um nach der Möglichkeit der Philosophie für das moderne Denken zu fragen. „Es scheint, dass sich neben dem alten philosophischen Prinzip ein neues herausbildet, vielleicht aus ihm. Das alte Prinzip enthüllt sich zunehmend als ein spekulatives, und weil es spekulativ ist, auch als ein willkürliches." (Leo Kofler)
„Leo Kofler gehört zweifellos zu dem ,Urgestein' einer überall unangepassten marxistischen Linken. Als eine unverwechselbare Gestalt im deutschen Sozialismus darf er nicht in Vergessenheit geraten - ja muss eigentlich erst aus dem Verschweigen wieder heraufgeholt werden." (Hans Heinz Holz)
„Koflers Theorie ideologischer Herrschaftsreproduktion hat epochalen Rang und bietet Erklärungsmuster für die drängende Frage, weshalb es dem Kapitalismus als System der Krisen und fundamentalen Widersprüche immer wieder gelingt, die Menschen geistig und emotional an sich zu binden. Trotz seiner hohen theoretischen Selbstansprüche bildet Koflers wissenschaftliche Arbeit jedoch alles andere als einen akademischen Marxismus: Seine kritischen Zustandsbeschreibungen sind immer auch mit Aufmerksamkeit für die Anknüpfungspunkte einer alternativen Praxis und der Thematisierung von Veränderungsperspektiven verbunden." (Werner Seppmann)

51 Jahre bemannte Weltraumfahrt

Walter Famler
Im Zeichen des roten Sterns
54 S., Br., € 10,80
978-3-940274-35-9
Den Namen Gagarin hatte ich wie so manch anderen väterlichen Hin- bzw. Verweis bald verdrängt. Die Weltraumhelden meiner Jugend waren Astronauten, Kosmonauten empfand ich als zweitklassig. Erst als ich im Rahmen meiner ersten Moskaureise im September 1997 zufällig Zeuge des Abrisses der Weltraumausstellung im Pavillon Kosmos wurde, begann ich mich eingehend für die Sowjetikone Gagarin zu interessieren.

Juri Alexejewitsch Gagarin wurde am 9. März 1934 als Sohn von Kolchosbauern im Dorf Kluschino nahe Smolensk geboren. Nach dem Mittelschulbesuch und einer Ausbildung zum Gussformer konnte er sich den offensichtlich seit der frühen Kindheit bestehenden Wunsch, Flieger zu werden, durch eine Militärpilotenausbildung erfüllen. 1959 wird er unter zweitausend Bewerbern zur Kosmonautenausbildung ausgewählt, von zweihundert Testpiloten qualifizieren sich Gagarin und German Titow ex aequo als die Besten. Gagarin wird schließlich auch aufgrund seiner „makellosen Klassenherkunft“ als Kosmonaut Nr. 1 bestimmt. Als sich in der Morgensonne des 12. April 1961 eine 287 Tonnen schwere Rakete von der Startrampe löst, ist der Name des ersten Kosmonauten der Erde nur wenigen Geheimnisträgern bekannt. Nicht einmal Ehefrau und Eltern sind eingeweiht, als das Raumschiff mit der Kennung WOSTOK 1 mit seinem gerade 27-jährigen Piloten in den Himmel abhebt. Nachdem er 108 Minuten später die Erde einmal umrundet hat und Gagarin auf einem russischen Acker landet, ist er bereits weltberühmt.

Robert Steigerwald
Marxismus-Probleme
220 S., Br., € 18,80
978-3-940274-33-5
Im vierten Band der Robert-Steigerwald-Reihe beschäftigt sich der bekannte marxistische Philosoph mit der Frühgeschichte des Marxismus ebenso, wie mit Fragen des Parteiaufbaus und der Arbeiterklasse. Bewusstseinsbildung und Rezeption des Marxismus sind wichtige Bestandteile des Buches. Aber auch seine Gedanken zu Wolfgang Harichs "Kritik der revolutionären Ungeduld" finden sich in diesem, wiederum wichtigen, Band. Steigerwald bereichert die Diskussion um den Marxismus, seine Geschichte (sozialistische Staaten) und die in seinem Namen begangenen Fehler auf eine tiefgehende und konstruktive Art. Es kommt ihm darauf an, Werkzeuge an die Hand zu geben und keine letzten Wahrheiten.
Aus dem Vorwort: "In all den Jahren, auch schon in meiner SPD-Zeit, habe ich mich darum bemüht, mir Marxismus anzueignen. Und habe rasch begriffen, dass Marxismus eine Theorie ist, die Handlungsanleitungen für die Veränderung der Welt bereitstellt. Anders formuliert: Es liefe auf ein folgenloses Kastratenvergnügen hinaus, sich Marxismus nur zur geistigen Erbauung anzueignen. Einleuchtend ist auch, dass solches Verändern-Wollen dem Einzelkämpfer nicht gelingen kann, er sich also organisieren muss. Und da fangen dann auch Probleme an: Es gab und gibt in all der Zeit nicht nur politische und theoretische Auseinandersetzungen mit Gegnern des Marxismus, sondern auch mit Freunden. Solche Scharmützel wird man auf den Seiten dieses Buches finden. Dies nur darum vorweg, damit man weiß, was man zu erwarten hat: Nicht wenig Polemik und Meinungsstreit."


Werner Seppmann
Krise ohne Widerstand?
Weshalb gibt es trotz der Krise und eskalierender Zumutungen keine wirksame Gegenwehr der Lohnabhängigen?
Aktualisierte Ausgabe
152 S., Br., € 13,80
978-3-940274-36-6
Weshalb gibt es trotz der Krise und eskalierender Zumutungen keine wirksame Gegenwehr der Lohnabhängigen? Durch die Beschäftigung mit den geistigen und psychischen Reaktionen der Menschen auf die gesellschaftliche Widerspruchsentwicklungen wird deutlich, in wie elementarer Weise die Krise verängstigt und destabilisiert. Dennoch sind daraus resultierende Tendenzen des Rückzug und des Stillehaltens nicht das letzte Wort. Jedoch ist eine realistische Bestandaufnahme nötig, um die tatsächlichen Handlungsmöglichkeiten zu erkennen. Die Aufgabe bleibt trotz aller einschüchternden und desorientierenden Konsequenzen der Krise bestehen: Wie kann der Widerstand organisiert, wie die Lohnabhängigen gegen die kapitalistische Krisengesellschaft mobilisiert und für sozialistische Orientierungen gewonnen werden?

Alban Nikolai Herbst
Die Fenster von Sainte Chapelle
Eine Reiseerzählung im Internet
180  S., Br., € 14,90
978-3-940274-34-2
Seine rechte Hand schweifte langsam ins Rund. „Bitte sehr” hieß das und war nun endgültig als Einladung gemeint. Dann beugte er sich etwas vor und hangelte nach der Lehne eines der zahllosen hellgrauen Plastikstühle, die am Fuß der hohen Fensterwände rings aufgestellt waren; er zog ihn heran. Zwei der Stuhlbeine quietschten auf den marmornen Mosaiken des Bodens. Es war dann völlig still. Von Paris hörte man überhaupt nichts mehr. Nur das schwere Atmen des Mannes pfiff leise durch den Raum, in den ich ganz hineintrat, hoch über mir einen tiefblauen, sternübersäten Himmel, den goldene Tangenten gliederten, als wärn Meridiane zur Zierde erschaffen. Schon das wär Grund genug gewesen, mich ebenfalls zu setzen, um hinaufzumeditieren. Doch nahm ein schleichender Schrecken von mir Besitz. Denn als ich die Fenster sah, wirklich sah, begriff ich, dass es einen Zusammenhang gab, dessen Ursache ich in mir selbst finden mußte: einen Zusammenhang nämlich mit jener anderen, dieser fensterlosen Kapelle . . .

Alban Nikolai Herbst, geb. 1955, ist einer der vielseitigsten, kunstvollsten, aber auch eigenwilligsten Autoren der Gegenwart. Durch den phantastischen Roman "Wolpertinger oder das Blau" (1993), sowie den ersten Band "Thetis" (1998) seiner Anderswelt-Triologie und besonders durch sein Literarisches Weblog "Die Dschungel. Anderswelt" bekanntgeworden, ist er zudem einer der führenden Denker der postmodernen und nachpostmodernen deutschen Literatur. Nach Louis Begley wurde er auf die Poetik-Dozentur der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg berufen. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen, Lyrik sowie Libretti. Außerdem schrieb und inszenierte er für den Rundfunk zahllose poetische Hörstücke. Alban Nikolai Herbst ist u.a. Träger des Grimmelshausen- Preises, des Fantastik-Preises der Stadt Wetzlar, des Rom-Preises der Accademia Tedesca Roma Villa Massimo. Er war Writer in Residence der Keio Universität Tokio und wurde 2006 mit dem Jahresaufenthalt im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia Bamberg ausgezeichnet. 

Alban Nikolai Herbst
Azreds Buch
Geschichten und Fiktionen
140 S., Br., € 16,80
978-3-940274-25-0
Ein Mann träumt von seinem Gehirn und stirbt, ohne es zu merken. Am Ende der Tage kommen Adam und Eva wieder zueinander, erkennen sich aber nicht.
Alban Nikolai Herbst ist einer der eigenwilligsten und produktivsten deutschen Gegenwartsautoren. Geboren 1955 in Refrath, studierte er Philosophie in Frankfurt a.M. und arbeitet seit 1981 als freier Schriftsteller, Herbst war zwischen 1988 und 1993 als Series 3- und 7-Broker für Prudential Sec. tätig. Er lebt seit 1994 in Berlin, zahlreiche Auslandsreisen gaben weiteren Stoff für seine Prosa- und anderen literarischen Arbeiten. Mehrere Preise, u.a. Grimmelshausen-Preis und Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar u.v.a.; seit 2003 schreibt A.N. Herbst zusätzlich zu seinem schriftstellerischen Arbeiten – neben anderen Tätigkeiten für Hörfunk und Oper – ein vielbeachtetes Literarisches Weblog.
Leseprobe (aus: Der Getretene)
"In den Jahren 1974 bis 1979 wurde Hamburg von einer Kette mysteriöser und eigentümlich unsystematischer Morde heimgesucht, denen fast dreißig Männer und Frauen der verschiedensten gesellschaftlichen Herkunft zum Opfer fielen. Offenbar handelte es sich bei dem Verbrecher um einen Profi; zumal, so begütert oder ärmlich seine Opfer jeweils auch waren, er raubte sie weder aus, noch verging er sich an ihnen. Alle Morde wurden mit einem Thaibeil ausgeführt, wie es gewöhnlich in der asiatischen Küche Verwendung findet. Zudem hieb der Täter seinen Opfern je den rechten Fuß ab und legte diesen jenen auf die nun unbewegten Bäuche.
Da man von Mafiafehden ausging, auch wenn sich nie Verbindungen herstellen ließen zwischen den Opfern und kriminellen Clubs, zumal die vorbezeichneten Straftaten ausschließlich in Blankenese verübt wurden, ließ die Polizei bald verdeckt ermitteln. Erfolglos. Erst spät kam der Gedanke auf, es könnten die Motive des Täters andere Gründe haben als die gemutmaßt rituellen. Indessen: welche? Man zog Psychiater zu Rate und heuerte Jungs an von den SEKs, und wenn auch das kleine Areal nahezu umfassend observiert schien, ja die Behörde sich unterm Druck des öffentlichen Unmuts personell restrukturierte... plötzlich lag abermals eine Tote oder eine Toter friedlich am Rinnstein und trug ihren oder seinen rechten Fuß auf dem Bauch."
Mit gewohnt hoher sprachlicher Kunst beschreibt der Autor Begebenheiten zwischen Realität und Traumbild, zwischen Anderswelt und dem Gegebenen. Mit diesem Geschichten-Band setzt der Verlag die Edition phantastischer Erzählungen Alban Nikolai Herbsts fort. (Bereits erschienen: "Selzers Singen")

Karl Wolfgang Barthel
Mann ohne Maske
82 S., Br., € 10,20
978-3-940274-32-8
Karl Wolfgang Barthel ist bekannt als Autor von Chorliedern. Mehr als 1200 Liedtexte hat der ehemalige Spiegel- und Sternredakteur veröffentlicht. Mit "Mann ohne Maske" bringen wir eine kurze Geschichte heraus, die in einer expressionistischen Sprache den Aufstieg und Niedergang zweier Männer in der Krise des Jahres 2009 schildert ohne an Zeiten zu hängen. Es handelt sich um die Reduktion eines komplexen Ablaufs und Korrumpierbarkeit und Widerstand gegen die Verlockungen wohlfährigen Verhaltens. Dabei werden die Mechanismen, denen sich der Einzelne nur schwer entziehen kann, in einer poetischen, manchmal märchenhaften Sprache geschildert. Eine Tragödie allemal, aber auch eine spannende kurze Lektüre.
Ich sah mein Gesicht im Rasierspiegel. Ich strich mit der Hand über die Wange, wollte mich abwenden, den Rasierer bereits zur Seite legend. Da fiel mir auf, dass meine Schläfen ergraut waren. Ich stutzte. Das musste über Nacht geschehen sein. Ich schaute nochmals hin. Es blieb dabei. Jeder Zweifel war ausgeschlossen. Das entsprechende Mannesalter, in dem mit so etwas zu rechnen ist, hatte ich erreicht. An den Schläfen ergraut zu sein, damit konnte ich sogar kokettieren. Mancher Frau könnte ich damit gefallen. Und Hella, meiner eigenen Frau? Gleich sitzt sie mir am Frühstückstisch gegenüber. Ihr erster Blick erkennt die Veränderung an mir. Sie lächelt, während sie mich daraufhin anspricht. „Es sieht vorteilhaft aus“, sagt sie.


John Luther Long
Madam Butterfly
Neuübersetzung von Georg Gerry Tremmel
114 S., Br., € 10,80
978-3-940274-24-3
Schon zur Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts war diese Kurzgeschichte ein Kassenschlager und später die Vorlage für eine Oper: Ein amerikanischer Marineoffizier lernt in Nagasaki eine 15jährige kennen, geht mit ihr eine japanische Zeit-Ehe ein, zeugt ein Kind und treibt die junge Frau fast in den Selbstmord  als er später für sich und seine amerikanische Ehefrau das Kind abholen möchte. Sie aber flieht mit dem Kind. [in der Oper flieht sie in den Tod] 

Peter H. Gogolin
Calvinos Hotel
400 S., Br., € 19,80
978-3-940274-27-4
Greta steht ihr ganzes Leben lang zwischen zwei Männern, dem zurückgezogenen, feinsinnigen deutschen Komponisten Eduard Thallmann und dem lebenstüchtigen, italienischen Geschäftsmann Enrico Calvino. Vor ihren vier Kindern verbirgt sie diese Situation und nimmt das Geheimnis, dass sie zwei verschiedene Väter haben, mit ins Grab. Im zweiten Weltkrieg war sie als junges Mädchen beiden Männern während eines Arbeitseinsatzes in einer deutschen Munitionsfabrik begegnet. Vom einen wird sie schwanger, den anderen heiratet sie. Nach dem Krieg zwingt sie der Familie ein ungeliebtes Leben in Italien auf, um ihre „verrückte Liebe“ leben zu können. Jahre nach ihrem Tod deckt ihr ältester Sohn Richard, der Erzähler des Romans, ihr Geheimnis auf. Viel zu spät erkennt er darin die Ursache seines wurzellosen Daseins und maßgeblicher Katastrophen, die ihm die Liebe seines Lebens zerstörten und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart hineinwirken. Die Familiengeschichte spielt in Norditalien und Deutschland zur Zeit des Bosnienkrieges. Richard Thallmann, der als deutscher Luftwaffengeneral in die Entscheidungen des Nato-einsatzes in Bosnien involviert ist, gerät sein Leben aus den Fugen. Er muss begreifen, dass ein selbstbestimmtes Handeln in einer von machtpolitischen Interessen dominierten Welt nur begrenzt möglich ist.
Peter H. Gogolin erhielt 1 989 den Rom-Preis der Villa Massimo, Von 1992 bis 1993 war er Stadtschreiber in Esslingen, 2005 war er Preisträge des Wolfgang-A.-Windecker-Lyrikpreises.

Peter Abraham
Als ich das Spielen verlernte
400 S., Br., € 16,90
978-3-940274-30-4
Ein Junge wird ins Nazideutschland hineingeboren als Sohn eines Widerständlers in Berlin. Er ist schwach und ungeschickt, weshalb sein Vater ihn missachtet. Kein Held wie jener, erlebt er eine Kindheit aus Verstellung, Schweigen, Flucht, Scham und Einsamkeit. „Viele Jahre habe ich mich deshalb geschämt und habe kaum etwas über meine Erlebnisse erzählt.“ Bruchstücke dieser Kindheit ohne Kindsein finden sich als Motive in den Kinder- und Erwachsenenbüchern von Peter Abraham. In diesem bislang biografischsten Buch legt er heute endlich quasi in Reinform seine damaligen Erlebnisse offen. Dieses Buch sollte jeder lesen, der die Nazizeit und die direkten Nachfolgen begreifen möchte, gerade weil man hier eine Perspektive miterlebt aus dem Mittendrin eines Menschen, der viel sieht aber wenig begreift. Geeignet, ja geradezu notwendig als Schullektüre.
Peter Abraham gehört zu den bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautoren der DDR. Sein "Schulgespenst" wurde hunderttausendfach in viele Sprache übersetzt, viele seine Bücher wurden verfilmt. Über Jahre arbeitete er auch als Dramaturg.
Leseprobe


Hans Bäck
Lautsprecher in den Bäumen
260 S., Br., € 16,90
978-3-940274-31 -1
Andreas, ein westlicher Wirtschaftsexperte entzieht sich einer Beziehung und nimmt einen mehrmonatigen Auftrag im Russland der Jelzinära an. Ein Stahlwerk an der Westseite des Urals hat über das Ministerium in Moskau die Beiziehung eines Wirtschaftsexperten angefordert um für die künftige Positionierung in der Weltwirtschaft gewappnet zu sein. Mit manchmal unkonventionellen Methoden geht Andreas an diese Aufgabe heran. Sein Stil entspricht nicht dem Klischee des Consultants, der alles über den Haufen wirft, die Menschen zu Tausenden hinauswirft, sein Honorar kassiert und verbrannte Erde zurücklässt. Die Frauen bleiben auch im fernen Russland ein Thema: Jene aus der Heimat, jene vor Ort. Beziehungen gehen zu Ende. Andreas ist ein Mensch, der für und mit Musik lebt. Sein Jugendtraum: Einen Wald voller Kastanienbäume, an jedem Ast ein Lautsprecher und es ertönt aus ihnen allen Mozart.
Hans Bäck war Unternehmensberater und Wirtschaftstrainer und ist nun seit vielen Jahren auch als Literaturvermittler tätig. Er ist Mitbegründer des Europa Literaturkreises Kapfenberg und des Kulturmagazins „Reibeisen“. Zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, Anthologien, Lesungen im In- und Ausland.

Erich Köhler
Hinter den Bergen
360 S., Br., € 16,90
978-3-940274-28-1
Der Krieg ist vorbei. Und "hinter den Bergen" dräut der Gottesstaat. Einer allerdings, der sich nicht an Luther oder der katholischen Kirche orientiert. Hinter den Bergen will der Laienprediger Hufeland einen Staat schaffen, wie er dem Theologen Thomas Münzer recht gewesen wäre. Alma, die heilige Jungfrau mit dem gerade geborenen Knäblein ist Hufelands Medium. Dreißig Jahre ist das Dorf vergessen. Doch in das Allerheiligste, Wunderows Scheune, fährt die Wirklichkeit. Mit der ihm so sehr eigenen Sprachgewalt schildert Erich Köhler die Konfrontation des Wohlgemeinten mit der (sozialistischen) Wirklichkeit. Immer wieder hat sich Erich Köhler in seinen Romanen und Erzählungen mit gesellschaftlichen Entwicklungen auf engem Raum beschäftigt. Wie hier, so wird auch in dem 2010 erschienen Buch "Radauer oder Aufstieg und Fall von Politanien" die Entwicklung einer Gesellschaft durch sie selbst und ihre Probanden geschildert. "Hinter den Bergen" allerdings kommt anders daher. Handelt es sich in der später erschienen Erzählung "Radauer" um eine aus der Welt gefallene Fiktion, so wird hier eine fiktionale Realität geschaffen, die saftig und kräftig auf den Leser wirkt. "Hinter den Bergen" verhalf dem Schriftsteller, der in der DDR jahrelang auf Veröffentlichung warten musste, zu einem Bestseller im Westen.
Stück für Stück will der Verlag das Gesamtwerk Erich Köhlers herausbringen. Neben schon in der Vergangenheit veröffentlichten Büchern, werden auch unveröffentlichte Manuskripte aus dem Nachlass dabei sein sowie Aufbereitungen von Briefwechseln. Wir bitten Sie herzlich, auch die schon erschienen Bücher: "Sture und das deutsche Herz" und "Radauer oder Aufstieg und Fall von Politanien" zu beachten. 

Heinrich von der Haar
Kinderarbeit in Deutschland
Dokumentation und Analyse
- Vom Deutschen Reich bis heute
- Ausmaß - Folgen - gesetzlicher Schutz
- Unterrichtsmittel
Überarbeitete und aktualisierte Neuauflage 2011
213 S., Br.,  € 16.80
978-3-940274-26-7
Viele meinen, Kinderarbeit gebe es bei uns kaum noch und eine Beschäftigung mit diesem Thema lohne sich nicht. Dieses Buch zeigt : Kinderarbeit ist für mehr als ein Drittel der Kinder in Deutschland bedeutsam. Über 500.000 Kinder arbeiten für Lohn, die Hälfte verbotenerweise – bei einem unzureichenden Kinderarbeitsschutz. Allzu oft hört man den leichtfertigen Vorwurf, es handele sich um »konsumgierige« Kinder. Die familiären Notlagen sind weitgehend unsichtbar und scheinen unerheblich. Die Scham der aus Not arbeitenden Kinder und ihrer Familien verstärkt das Tabu und den Eindruck geldgieriger Kinder, so dass die Schutzbedürftigkeit unwesentlich zu sein scheint. Erschreckend wenig wissen wir über die Lage arbeitender Kinder. Gleichgültig stehen viele der Vernachlässigung der Schule und den gesundheitlichen Schäden durch Kinderarbeit gegenüber. Dieses Buch liefert aktuelles und historisches Grundwissen und umfangreiche empirische Daten über die Kinderarbeit in Deutschland und hat sich schon vor dieser Neuauflage als Standardwerk etabliert.
Heinrich von der Haar wurde 1948 in Hopsten im Münsterland geboren. Er wuchs mit zehn Geschwistern auf einem kleinen Bauernhof auf und arbeitete als Kind in der Landwirtschaft und der Fabrik. Nach der Volksschule, der Handelsschule und einer Banklehre absolvierte er auf dem zweiten Bildungsweg das bischöfliche Kolleg in Münster. Er studierte in Augsburg und Berlin Sozialwissenschaft, Betriebswirtschaft und Wirtschaftspädagogik, schloss seine Studien mit einer Promotion ab und unterrichtete u. a. Sozialkunde, Geschichte und Wirtschaftspolitik. Der Autor hat seine münsterländische Kindheit der 50er Jahre in dem preisgekrönten Roman MEIN HIMMEL BRENNT verarbeitet.


Werner Seppmann ·
Die verleugnete Klasse
220 S., Br., € 16,80
978-3-940274-29-8
Noch vor wenigen Jahren hätte die systematische Beschäftigung mit der Arbeiterklasse einige Verwunderung hervorgerufen. Auch in kritischen Kreisen galt sie als eine soziale „Restgröße“ mit dramatisch abnehmendem Umfang und marginalisierter politischer Bedeutung. Weitgehend in den Mühlen eines sich entwickelnden „High-Tech-Kapitalismus“ zermahlen, sei sie bestenfalls noch als historische Erinnerungsgröße zu behandeln. Repräsentativ für diese Haltung ist die Behandlung der Arbeiterklasse im entsprechenden Stichwort des 1. Bandes eines sogenannten „Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus“ (Ed. Haug), das nur noch von ihrer geschichtlichen Existenz zu berichten weiß und über die aktuellen Arbeits- und Lebensformen der Arbeiterinnen und Arbeiter kaum ein Wort verliert. Solche Defizite korrespondierten damals mit den akademischen Sozialwissenschaften in der BRD, in denen sich seit Mitte der 80er Jahre ein gesellschaftsanalytischer Nihilismus ausgebreitet hatte: Nicht nur die Klassengesellschaft hätte sich weitgehend aufgelöst, auch die sozialen Entwicklungen und das Verhalten der gesellschaftlichen Akteure – so wurde behauptet – sollten weitgehend unabhängig von den strukturellen Voraussetzungen begriffen werden. Werner Seppmann legt mit diesem Buch eine Analyse der Klasse und ihrer Rezeption vor. Die notwendige Einmischung in die derzeitige Diskussion großer Teile der Linken wird von ihm fundiert und belegbar vorgenommen. Bitte beachten Sie auch das Buch "Krise ohne Widerstand" in der Backlist.

Fuchskind
SMIgel 2+1
€ 16,80
978-3-974240-23-6
Zum zweiten Male, jetzt quardratisch, gewährt uns Fuchskind, die rotschöpfige Zeichnerin aus Berlin, Einblick in die Abgründe der heimischen Tierwelt. Wer hätte gedacht, dass Meisterin Lampe gerne auf Knien rutscht, dass Igel hinterhältige Böslinge sind und Nacktschnecken gefürchtete Strippokerspieler?

Erich Köhler
Radauer oder: Aufstieg und Fall von Politanien
144 S., Br., € 12,80
978-3-940274-18-2
Unveröffentliches Manuskript aus Köhlers Nachlass.
Eine Stadt im Grab, aus Sand. Ein ganzes Land, erbaut als Sisyphusarbeit und zugleich um die Aussichtslosigkeit zu beenden. Ein Traumland, ein neues Utopia, hat Erich Köhler, der große Autor erschaffen. Mit Radauer oder Aufstieg und Fall von Politanien legen wir dem Publikum ein unveröffentlichtes Werk des 2003 verstorbenen Schriftstellers vor. Wie alle seine Werke ist auch dieses gekennzeichnet durch die ungeheure Sprachkraft und seine tiefgreifenden Schilderungen von Chraktären und Lebensumständen.
"...Dem »realen Sozialismus« wird angekreidet, woran alles es ihm fehlt, und gleichzeitig wird erwogen in welche Richtung er steuern müsste, wie gelungen er sein könnte – wenn jugendlicher Überschwang und dichterische Fantasie hier auch weit über das Ziel hinausschießen mögen. Ob Amtsanmaßung und Heuchelei, strenger Schulstress, kleinbürgerliche Entartungen, problematische Familienbeziehungen, verblödelndes »Frnsn« (das ist Fernsehen) oder strapazierte Natur und Mangel an ökologischem Verständnis – all dem werden denkbare Entwürfe gegenübergestellt, die auf bessere Lebensgrundlagen für alle hinauslaufen. Prinzipiell soll ausgeschlossen werden, dass »Leute einander verspotten, verhöhnen, beschimpfen, betrügen, verleumden, verleugnen, beneiden, verdrängen, einsperren, verjagen, schlagen oder gar töten«. Ein großes, ein ideales Programm, das konzeptionell allerdings weit über die von der DDR gegebenen Anlässe hinaus geht und die Jahrtausendgeschichte der Menschheit – von Troja bis in die Gegenwart – reflektiert. Wer möchte dem nicht folgen..."
NEUES DEUTSCHLAND


Maggy Bartscher
Zuflucht Herrenklo
Kurzgeschichten
144 S., Br., € 12,80
978-3-940274-19-9
Maggy Bartschers Kurzgeschichten haben es in sich! Unprätentiös versetzt sich die junge Berliner Autorin in ihre Figuren, schafft mit leichter Hand (das ist ja das Schwerste) Charaktäre, baut Situationen auf und zieht den Leser in ihre Geschichten. Wie auch Barbara Gresslehner, ist Maggy Bartscher ganz sicher jemand, von dem auch in der Zukunft noch viel zu lesen sein wird. 

Ekkes Frank
Störungen
290 S., Br., € 16,90
978-3-940274-20-5
Ekkes Frank ist vielen als Hörspielautor und vielleicht noch mehr Menschen als Liedermacher bekannt. Mit "Störungen" hat der Autor den Roman zweier Freunde geschrieben. Das Geschehen spielt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Verwicklungen in die "68ger"-Ereignisse, die Zustände in der DDR und der BRD, die persönlichen Entwicklungen: Störungen allenthalben. Facettenreich schildert der Roman Lebenwirklichkeiten bis zur letzten Störung. Lassen Sie sich überraschen

Henky Henschel
Mexikanische Rosskur
144 S., Br., € 12,80
978-3-940274-16-8
Henky Henschel lebt in Havanna. Wie er dort hingekommen ist, was der ehemalige Dokumentarfilmer erlebt hat auf dem Weg in die Karibik: Das schreibt der Schriftsteller auf eine geradezu grandiose Art nieder. Keinen Moment der Langeweile enthält dieser Roman, dessen klare, manchmal schonungslose Sprache den Leser mitzureißen in der Lage ist.

Wolfgang Fehse
Karneval in X (oder die Macht der Poesie)
144 S., Br., € 12,80
978-3-940274-21-2
Wolfgang Fehse hat Prosa und Theaterstücke geschrieben. Mit "Karneval in X" bringen wir eine Groteske auf den Markt, die Krimileser ebenso begeistern wird, wie jene, die mit Kriminalstücken gar nichts anzufangen wissen. Mit großer Erzählkunst schildert uns der Autor verwirrende Begebenheiten, zeigt uns Unwirklichkeiten auf wirkliche Weise auf.


Alban Nikolai Herbst
Selzers Singen
Phantastische Geschichten und solche von fremder Moral
160 S., Br., € 12,80
978-3-940274-17-5
Die phantastischen Kurzgeschichten Alban Nikolai Herbst verweigern sich jeder sprachlichen Oberflächlichkeit und Simplifikation. Sprachlich, im Aufbau und in der Feinheit, mit der die Charaktäre komponiert sind bürgt Herbst für höchste Erzählkunst. Von eigenartigen Begegnungen, vernichtenden Tönen und Unheil berichtet er uns. Mitreißend, verängstigend. Hohe Literatur der Phantastik.
"Da nahm Karina meine Hand. 'Kommen Sie jetzt mit', sagte sie, 'ich habe ein Geschenk für Sie.' 'Ja wohin denn' fragte ich. Sie trug eine Bluse, die sie an beiden Seiten öffnen konnte. Was sie tat, so daß die Bluse von ihr abfiel. Darunter trug sie ein Bustier. 'Sie müssen sich an meinen Flügeln festhalten', sagte sie. 'Sie lassen, was immer auch geschieht, erst los, wenn ich es sage. Sonst schlagen Sie irgendwo auf, und so ein Sturz kann schon mal tödlich sein.'


Erich Köhler
Sture
und das deutsche Herz
Ein Trollroman
376 S., Br., € 16,90
978-3-940274-15-1
TEXTPROBE:
Bist nicht mehr der jüngste, Sturmführer
Ich altere nicht, ich reife nur. Du aber sollst, ich mache mir den Spaß, Gelegenheit zur freien Rede haben wider mich, dort an der Mauer. Esse est percipi. Ich, Otto Schnittke, ermögliche dir dein Sein
Sture bekommt Gegenstände in die Hand gedrückt, Farbsprüher und Megaphon. Er wird durch eine schreiende Menschenwüste gestoßen
Und das da ist die Mauer. Links von dir stehen die Linken, dazwischen unsere Polizei, rechts wir. Good luck, Alter
Unterm Arm das Megaphon, in einer Hand die Sprühdose, in der anderen einen Zettel, so steht Sture mit dem Rücken zur Wand, die sich kalt anfühlt, vor sich ein tausendköpfiges Ungeheuer. Er hebt das Megaphon. Er zögert. Rufer der Nacht, du mit deiner Blechtüte und den billigen Parolen: Gewinnbeteiligung an Großbetrieben, Verhinderung der Bodenspekulation, gegen Mietwucher... Damals du in Nacht und Graus, von Hunden gehetzt, heute ich, und Nacht ist mir am hellen Tage. Der Sprechtrichter ist moderner, die Welt komplizierter geworden. - Leute, spricht er tonverstärkt, und schwenkt seinen Zettel, ich bitt euch, laßt mich durch. Ich werde im Amerikahaus erwartet, von einem Freundeskreis in Namensnöten. Man verspricht sich viel von mir
Seid ihr noch alle da
Jaaa
Ich habe es mir nämlich überschlafen. Da kamen sie heraufgeschritten, jene Geister, die die Welt geschaut und ausgesprochen haben bis auf diesen Punkt und denen wir alle unser Wissen verdanken, auch die Starrkrampfformel, die nach Lösung schreit. Das Axiom heißt - Sture sprüht es an die Mauer, mit welcher Farbe, weiß er nicht
E = m*c 2 + WER WEN


Dr. Robert Steigerwald - Schriften in drei Bänden
Bd.I Unten, wo das bürgerliche Leben...
 180 S., Br., € 16,80
978-3-940273-10-6
Inhaltsverzeichnis:
Gesellschaftswissenschaften ohne die Marx’schen Erkenntnisse und Sichten bleiben unwissenschaftlich
Philosophie und Naturwissenschaft
Dieses Buch ist eine Tat [Lesurdo-Rez.]
Handelt es sich bei Marx, gelesen durch die Brille der Frankfurter Schule, noch um Marx?
Aristoteles und der intelligente Designer
Offener Brief an Dr. Reinhard Marx, Erzbischof von München
Wie Schmidt-Salomon den Kreis eckig machen will. Zum sogenannten Evolutionären Humanismus
Bemerkungen zu Hegels Wort „Unten, wo das bürgerliche Leben konkret ist … “
Wie Ludwig Feuerbach dem Karl Marx half, den Hegel vom Kopf auf die Füße zu stellen.
Exkurs: Zum Neu-Entstehen
Übersichtsregister
Nachwort
Bd.II Des Pudels Kern
 ca. 180 S., Br., € 14,80
978-3-940273-11-3
Bd.III So stehts nicht im Geschichtsbuch
 ca. 180 S., Br., € 14,80
978-3-940273-12-0
Robert   Steigerwald,   geboren 1925 in Frankfurt am Main, Arbeiterkind, hat nach Lehre und Abendschule, Arbeits- und Militärdienst in Frankfurt Geschichte, Deutsch und Philosophie studiert. Er war Redakteur beim Radio Frankfurt, hat Hörspiele geschrieben und als Lehrer für Philosophie an der Parteihochschule der SED gearbeitet. Nach seiner Rückkehr in die BRD 1951 wurde er wegen der Volksbefragung gegen die Remilitarisierung vom BGH als Rädelsführer verurteilt und saß fünf Jahre in Einzelhaft. Er hat an der Akademie der Wissenschaften in Berlin promoviert und habilitiert. Steigerwald gehört zu den ausgewiesenen marxistischen Philosophen, auch über Deutschlands Grenzen hinaus.


Karsten Niggemeier
Das ABC des fortgeschrittenen Halbwissens
110 S., Br., € 10,80
978-3-940274-14-4
Was wäre Maggi ohne die Mongolen? Was verbirgt sich hinter der zweifelhaften Kraft der Entschleunigung? Wie nahe liegen Genie und Wahnsinn beieinander?
Karsten Niggemeier bringt Ihnen auf charmante Weise das Halbwissen nahe, welches Sie dringend benötigen um bei Kollegen, Schwiegereltern oder dem oder der Angebeteten zu punkten. Langweilig wird es dabei nicht.
Karsten Niggemeier ist nicht nur Werbetexter, sondern insbesondere einer jener Autoren, die es verstehen mit wohlgesetzten Worten dem Leser die Welt der Dinge nahe zu bringen. Entspannt im Bahnabteil oder dem heimischen Ohrensessel liest sich das "ABC des fortgeschrittenen Halbwissens" ebenso kurzweilig, wie spannend.
Die Wahrheit über die Tierwelt!


Fuchskind
SMIGEL Reloaded
€ 14,80
9783940274137
Fuchskind, die junge Berliner Zeichnerin, hat mit ihren lustigen, fiesen Igeln, Maulwürfen und anderem Getier einen, im Wortsinne, fabelhaften Comicband geschaffen. Das Trendthema SM erscheint ganz plötzlich in einem anderen Licht. Das Buch richtet sich vornehmlich an Comicfreunde und Käufer erotischer Literatur, welche eine (un)anständige Portion Humor haben:
Die durch allerlei harmlose Fabeln genährte Illusion, im Tierreich ginge es moralisch einwandfrei zu, ist völlig falsch. Fuchkind deckt die Wahrheit auf: Laster und Lüsternheit allenthalben, so stellt sich das Leben von Igeln, Hasen, Maulwürfen und anderem Tierzeug dar. Wer sein Haustier schon einmal dabei beobachtet hat, wie es den Kühlschrank aufmacht um die Steaks zu entwenden, weiß: Die Viecher sind findig. Und so ist es kein Wunder, dass sie auch die Natur intelligent nutzen.
Fabelhafte Fabelwesen zeichnet uns Fuchskind. Dabei hält sie uns keinen Spiegel vor. Wenn ihre rasierten oder stacheligen Igel, ihre geilen Maulwürfe oder Ropebunnys uns irgendwie bekannt vorkommen, so das nichts mit einem Spiegelbild zu tun. Das ist eben die Natur!


Peter Abraham
Kuckucksbrut
Roman einer Suche
332 S., Br., € 16,90
978-3-940274-09-0
Mit Kuckucksbrut lernen wir einen neuen Peter Abraham kennen. Sein Roman ist kein Kinder- und kein Jugendbuch. Seine Leserschaft sucht er unter jenen, die Erzählkunst lieben. Kraftvoll und schonungslos schildert der Autor uns die Suche eines Menschen nach seinem Vater, die sich ergebenden Verstrickungen und Nöte, die Lügengebilde und die Kälte des Hauptcharakters. Dieser ist, wie auch die anderen von Wichtigkeit grandios durchgezeichnet. Das Buch verspricht großes Lesevergnügen:
Besessen von der Sehnsucht, einen Vater haben zu wollen und nachdem er im Krieg schon zuerst den Kohlenmann und dann Hitler zu seinem Vater erklärt hatte und daraufhin seine Mutter verlor, sucht sich Emil mit seinem fotografischen Gedächtnis nacheinander verschiedene Väter aus der Rot-Kreuz-Suchdienstkartei des Nachkriegs-Berlin heraus. So wird aus ihm zunächst Eduard Rose, doch er verlässt Vater Rose als der erneut als Transvestit arbeitet. Dann versucht er sich als Gastwirts-Sohn Atze Müller, doch der echte Arthur ist schon vor ihm heimgekommen. Man macht kurzerhand Heinz aus ihm und er wird Teil einer Räuberbande, deren Zentrum die Familien-Kneipe ist. Er flieht, nachdem der echte Atze Selbstmord begangen hat und wird Karl Stoll, Sohn eines anarchistischen Spanienkämpfers, mit dem er von Westberlin in die DDR geht und dort nach dessen frühem Tod Karriere als opportunistischer Propagandist macht. Dabei hat er dann noch einen Doktor-Vater und seine Freundin aus der Pubertät, Edda, seine einzig wahre Liebe, macht ihn selbst zum Vater, sagt es ihm aber nicht.
Peter Abraham gehörte zu den Erfolgsautoren der DDR. Seine Kinder und Jugendbücher wurden in viele Sprachen übersetzt und auch in der Bundesrepublik sind sie verbreitet.


Barbara Gresslehner
Der Geruch der Stille
144  S., Br., € 12,80
978-3-940274-03-8
Die 23-jährige Autorin Barbara Gresslehner scheibt, dass man lesesüchtig werden kann, und sie tut es auf hohem sprachlichem Niveau. Dabei enthält sie sich allen modischen Gefühlsduseleien ebenso, wie postmodernen Sprachmystik und semantischer Gymnastik. Ihre Sprache ist klar und die Erzählstruktur durchdacht.
Ein beeindruckendes Erstlingswerk hat die Autorin nun im Kulturmaschinen Verlag veröffentlicht. „Der Geruch der Stille“ enthält 21 Kurzgeschichten - und die haben es in sich. Klaviere fallen aus Fenstern, die Ich-Erzählerin begeht einen Lustmord und die berühmte „O“ stirbt langsam vor sich hin. Was schlechter Sex an interessanten Erkenntnissen bringen kann, erfährt der Leser ebenso, wie er in die Welt einer Geisteskranken gezogen wird. Niemals sind die Geschichten konventionell oder profan. Mit einer grandiosen Wortgewalt nähert sich Barbara Gresslehner sowohl der Erotik, als auch dem Romantischen. Jede Geschichte hat Wendungen. Langeweile kommt niemals auf. Hier macht eine vielversprechende junge Autorin mit Verve auf sich aufmerksam.


Leander Sukov
Homo Clausus
Mit Bildern von vladi
80 S., Br., € 9,95
978-3-940274-07-8
Leander Sukov erzählt hektisch und atemlos den Weg eines Verlorenen durch Angst und Wut. Eingemauert in Kommunikationslosigkeit, werden ihm Menschen zur Bedrohung. Jeder Ausweg ist verstellt. Nichts gibt es, was ihn zu Welt zurückbringen kann. Diese kurze Novelle kommt über den Leser wie in Tsunami.

William Shakespeare
Ist besser, verdorben auch zu sein ...
Übertragung Leander Sukov
66  S., Br., € 12,80
978-3-940274-05-2
Sukov verwirft jede Festlegung von Shakespeare auf Heterosexualität. Er hält ihn für bisexuell, kann es aber nicht beweisen. Doch die Indizien sind vielfältig. Dass er auch hier und da eine Prise Sadomasochismus vermute verwundert nicht.
Das Buch wird ergänzt durch ein wunderbares Essay um den Streit über eine Homosexualität von Shakespeare. Autor des Essays ist der bekannte Literaturwissenschaftler Dr. Rictor Norton.
Bebildert wurde das Buch durch Julia Theveßen, deren Zeichnungen so ambivalent sind, wie Shakespeares Sonette und Sukovs Übertragungen.

Leander Sukov
Perlensau
xx S., Br., € 14,90
978-3-940274-06-9
Wenn Sukov über Alexandra Kollontai schreibt, so schreibt er persönlich, wie über seine erlebten Lieben. Wenn er die Vorstädte brennen sieht, dann sieht er auch die Möglichkeiten des Feuers und schreibt er über die Einsamkeit des Orgasmus, dann verfällt er nicht in die Kitschigkeit sogenannter erotischer Lyrik.
„Perlensau“ enthält ebenso politische, wie auch sexuellkonnotierte Liebesgedichte. Dabei schafft er es, sich jeweils der angemessenen Form zu bedienen. Seine Gedichte, gleich welchen Inhalts sie sein mögen, zeigen deutlich die Forderung nach Freiheit des Individuums, vermitteln jedoch in keinem Falle moralische Werte. „Sozialpädagogische Lyrik ist ein Widerspruch in sich“, sagt Sukov. „Gedicht müssen vielmehr auf den Punkt führen und der Punkt braucht keine anderen Werte, als das Wort.“ Schriebe er, so Sukov, über die Liebe, so schriebe er auch über Sex. Schriebe er etwas Politisches, so sei das auch immer ein Liebesgedicht.
Komplettiert wird der Lyrikband durch Fotografiken des Kölner Künstlers vladi. Der Band enthält eine Rede von Esther Bejarano


Robert Zobel
Achttelleben
84  S., Br., € 12,80
978-3-940274-08-3
Robert Zobel ist ein neuer Stern am deutschen Lyrikhimmel. Seine Gedichte sind von aussergewöhnlicher Wortgewalt. Seine Fähigkeit durch den Gebrauch von ungewöhnlichen Wortassoziationen zu verdichten ist grandios. Seine Gedichte sind Alltagsgedichte. Sie handeln von Aussenseitern, Sex, Liebe und dem Kühlschrank. Aber alltäglich sind sie nicht.

[Beachten Sie bitte den Haftungsausschluss im Impressum!]
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