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Neuerscheinungen Frühjahr 2012 [Auswahl]:


Reduktionismen – und Antworten der Philosophie
312 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4738-1
Der Band versammelt sechzehn Beiträge, die auf ein von der Internationalen Gesellschaft „System der Philosophie" 2011 in Wien abgehaltenes Symposium zurückgehen. Verschiedenste Fragestellungen und Aspekte des Reduktionismus kommen zur Sprache: Was ist Reduktionismus, was indes ist gelungene Reduktion? Wie kommen Reduktionismen zustande? Läßt sich deren Auftreten geschichtsphilosophisch verorten? Und natürlich: Wie soll die Philosophie mit reduktionistischen Ansätzen umgehen? Könnte auch die Philosophie zum Reduktionismus werden? An materialen Themengebieten spannt sich der Bogen von der Ontologie über die Physik und Biologie zu Hermeneutik, Ethik und Religionsphilosophie.
W. Grießer: Reduktionismus - „Schnee von gestern“ oder beklemmend aktuell? – C. Kanzian: Reduktion und Rekonstruktion – M. Seidl: Komplexität und scheinbare Emergenz – R. A. dos S. Gouvea: A constraint on reductive explanations: the (most precise) defi nitions of the special sciences – W. Neuser: Reduktionismus als Begriffsdifferenzierung – D. Wandschneider: Reduktionismus in der Hirnforschung - das ,Ego-Tunnel’-Verdikt – P. Giampieri- Deutsch: Nicht-reduktive Zugänge zur subjektiven Erfahrung in der Psychoanalyse und der Philosophie des Geistes – P. Heuer: Inwiefern sind Lebewesen Organismen? – T. Posch: Über zwei mögliche Grundbedingungen nicht-reduktionistischer Philosophie – T. Rossi Leidi: Die metaphysische Notwendigkeit der Identität: Eine Art von Modalreduktionismus? – W. Grießer: Reduktionismen, ihr Anderes und ihre Verkehrung – V. Hösle: Neun Reduktionismen in der Hermeneutik als Vereinseitigungen der Momente des Verstehensprozesses – K. Düsing: Ethischer Relativismus als Reduktionismus und die Lehre vom sittlichen Selbst – H. Schelkshorn: Hobbes und die Folgen. Zur Genese und Transformation des naturalistischen Projekts der Moderne – G. Rinaldi: Die Selbstaufhebung der materialistischen Reduktion des „Bewußtseins“ auf das „gesellschaftliche Sein“ bei Marx – K. Gloy: Reduktionistische Züge kultureller Systeme – E. Düsing: Atheismus als Reduktionismus. Kants Kritik der Euthanasie der Vernunft mit Ausblick auf Nietzsche Der Herausgeber Wilfried Grießer, Studium der Mathematik, Philosophie, Theologie, Psychologie und Pädagogik an der Universität Wien, Dr. in Philosophie und Mathematik.

Maras, Konstadinos
Philhellenismus
Eine Frühform Europäischer Integration
384 S., Br., € 58,00
978-3-8260-4801-2
Angesichts des EU-Erweiterungsprozesses, aber auch der Globalisierung sind das Modell Europa sowie seine Identitäts- und Gemeinschaftsbildung gegenwärtig Gegenstand intensiv geführter Debatten. In den Mittelpunkt des Europadiskurses rücken immer mehr Fragen um die Voraussetzungen europäischer Integration. Einen Beitrag dazu leistet die Erforschung des Europäischen Philhellenismus, der als Ausdrucksform zivilgesellschaftlicher Mobilisierung, und frühliberaler, nationaler Freiheitsbestrebungen, aber auch als Kooperationsprojekt mit internationalem Charakter, und staatspolitisches Modernisierungsprogramm eine Frühform Europäischer Integration darstellt. Auf der Grundlage der Aufarbeitung von Bilddokumenten und Solidaritätsdiskursen der in Vereinen organisierten philhellenischen Bewegung werden eine kunst- und kulturgeschichtliche Rekonstruktion der philhellenischen Bildproduktion in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchgeführt und Identitäts- und Wertvorstellungen des Europäischen, aber auch Feindbild- und Abgrenzungsprojektionen herausgearbeitet. 

Friedrich Voßkühler
Etwas fehlt!
Bildung zwischen persönlicher Sinnsuche und sozialer Emanzipation
Ein philosophisches Plädoyer für ihre Subversivität
198  S.,Br., € 29,80
978-3-8260-4832-6
Etwas fehlt! Aber das ist in der Bildung nicht primär das, was die PISA-Studien nahe legen. Nämlich letztlich ihre Unterwerfung unter die Führungsgröße der Kapitalrentabilität. Gegen diesen Trend ist wieder auf die Überlegung zurückzukommen, was Bildung ist. Und das ist, dass sie auf dem menschlichen „Wahrheits“- Bedürfnis beruht und demzufolge aus „Wahrheits“- „Ereignissen“ besteht. Was fehlt, ist erstens der jeweilige Mensch sich selbst und zweitens ein gesellschaftlicher Konnex, der den Einzelnen als Wert an sich selbst anerkennt und das Gemeinsame in den Mittelpunkt stellt. Deswegen thematisiert das Buch den Begriff der Bildung entlang der persönlichen Sinnsuche und der sozialen Emanzipation. Es ist ein philosophisches, das sich aus kapitalismuskritischer Perspektive auch den dazugehörigen politökonomischen Fragen öffnet. Unter den Autoren, die für den Gedankengang wichtig sind, spielen – neben anderen – Badiou, Marx, Kant, Hegel und Heidegger eine wesentliche Rolle. Wird der Bildungsbegriff anhand dessen problematisiert, was fehlt, dann wird deutlich, dass Bildung einen subversiven Charakter hat. Friedrich Voßkühler studierte Deutsch, Biologie, Ethik und Philosophie und ist außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der TU Darmstadt. Seine Hauptwerke sind „Der Idealismus als Metaphysik der Moderne“ (1996), „Kunst als Mythos der Moderne“ (2004) und „Subjekt und Selbstbewusstsein“ (2010), alle bei Königshausen & Neumann in Würzburg.

Lothar Kreimendahl
»Die Kirche ist mir ein Greuel«
Studien zur Religionsphilosophie David Humes
300 S.,Br., € 48,00
978-3-8260-4819-7
Die Religionsphilosophie steht im Zentrum des Denkens David Humes. Anläßlich des 300. Geburtstages des schottischen Philosophen versammelt der Band Studien des Verfassers, die er zu diesem Teil des Humeschen Werks in den zurückliegenden drei Jahrzehnten vorgelegt hat und erweitert sie um einige hier erstmals publizierte Abhandlungen. Das gesamte religionskritische Schaffen Humes gerät in den Blick, angefangen von den frühesten unveröffentlichten Notizen bis zu den posthumen Dialogen über natürliche Religion. Dabei liegt der Fokus auf den zentralen Themen des Philosophen wie der Prüfung des teleologischen Gottesbeweises und des Theodizeeproblems. Überblickartige Gesamtdarstellungen der einschlägigen Werke werden durch Detailstudien ergänzt. Unter diesen nehmen Untersuchungen zur Bedeutung des Werks Pierre Bayles für die Religionskritik Humes eine herausgehobene Stellung ein. Neue Beiträge zu den oft vernachlässigten Essays über die Unsterblichkeit der Seele und über Selbstmord bestätigen das Bild der Einheitlichkeit der Humeschen Auseinandersetzung mit der Religion. Sie ist von dem aufklärerischen Impetus getragen, den Menschen vor allen Ansprüchen der Religion in Schutz zunehmen, mögen sich diese auf Offenbarungsinhalte oder auf rationaltheologische Einsichten berufen. Damit leistet Hume einen erheblichen und bis in die unmittelbare Gegenwart fortwirkenden Beitrag zur Konstituierung eines auf Autonomie abzielenden Menschenbildes. Lothar Kreimendahl ist seit 1995 Ordinarius für Philosophie an der Universität Mannheim.

Guntolf Herzberg
Moral extremer Lagen
Menschliches Handeln unter Entscheidungsdruck zwischen Leben und Tod
304 S.,Br., € 39,80
978-3-8260-4859-3
Das Buch überschreitet den traditionellen Rahmen der Ethik und untersucht, ob es in extremen Situationen oder Lagen – die so definiert werden, daß es dabei ausnahmslos um die Alternative Leben oder Tod geht – Regeln oder Normen geben kann, die ein erfolgreiches oder -loses Rettungshandeln rechtfertigen können, wenn dabei Personen zu Schaden kommen. Kann man aber das Handeln in lebensbedrohenden Situationen überhaupt moralisch überzeugend beurteilen? An zahlreichen Beispielen aus der Geschichte, vor allem aber durch eine umfangreiche Auswertung von Handlungen in den Konzentrationslagern, wo Menschen unter lebensbedrohenden Umständen um ihr Überleben kämpfen, werden Verhaltensweisen vorgeführt, die schwer oder sehr kontrovers moralisch zu beurteilen sind. Ausgehend von der Frage „Warum soll man/ich moralisch sein?“ wird an repräsentativer ethischer Literatur gezeigt, daß bisherige Antworten sich nicht auf extreme Lagen anwenden lassen. Dazu wird ein spezielles Entscheidungsmodell vorgelegt, das im Mittelpunkt einer in den Grundzügen erstmals entworfenen fuzzy ethics steht. Guntolf Herzberg studierte an der Humboldt- Universität zu Berlin Philosophie, Physik und Geschichte, promovierte 1976 mit einer Arbeit Wilhelm Dilthey und das Problem des Historismus, lehrte nach zwölfjährigem Berufs- und Publikationsverbot seit seiner Übersiedlung nach Westberlin an der Freien Universität und seit 1994 an der erneuerten Humboldt-Universität Philosophie mit wechselnden Schwerpunkten: Wissenschaftsethik, Tierethik, angewandte Ethik, Sozialphilosophie. Veröffentlichung mehrerer Bücher und zahlreicher Aufsätze zur Philosophie und zur Ideologiegeschichte in der DDR und zu Rudolf Bahro. Volker Gerhardt, Berlin: „Ganz unabhängig davon, ob man mit Blick auf extreme Lagen überhaupt eine – im strengen Sinn verstandene – Ethik für möglich hält oder nicht, ist die von Herrn Herzberg vorgelegte Untersuchung allein durch das so eindrucksvolle wie niederschmetternde Material. von außerordentlichen Wert. Das Buch verdient die Publikation allein wegen des darin enthaltenen historischen Stoffs.“

Axel Lange
Darwins Erbe im Umbau
Die Säulen der Erweiterten Synthetischen Evolutionstheorie
440 S.,Br., € 69,00
978-3-8260-4813-5
Die Evolutionstheorie ist mit der Synthese aus Darwin, Mendel und der Populationsgenetik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht stehen geblieben. Stets waren Wissenschaftler bemüht, die neodarwinistische Theorie um neue Elemente zu erweitern. Im ersten Teil dieses Bandes wird das Gebäude Darwins sowie der Architekten der heute noch geltenden Standardtheorie dargestellt. Dabei werden zentrale Fragen diskutiert, die die Synthese überging. Ihre eingeschränkte Sichtweise mit der Auslegung von Evolution als Veränderung von Genfrequenzen in Populationen wird kritisch beleuchtet. Der zweite Teil gibt eine Übersicht über die von der Gruppe der Altenberg-16 im Jahr 2010 veröffentlichte Erweiterung der Standardtheorie als Extended Synthesis. Im Mittelpunkt steht hier die evolutionäre Entwicklungsbiologie (EvoDevo), die sich vom Genzentrismus des 20. Jahrhunderts löst. Sie erkennt intrinsische Mechanismen des sich entwickelnden Organismus, die den evolutionären Verlauf erleichtern können. Evolution wird zum komplexen, interdependenten Zusammenspiel von Genom, Zellen, Entwicklung und Umwelt. Im dritten Teil wird gezeigt, wie sich die Evolutionstheorie vom Reduktionismus löst und im Begriff ist, in ein systemisches Konzept überzugehen. Axel Lange arbeitet derzeit an der Universität Wien an einer Dissertation über EvoDevo-Mechanismen in der Extremitätenevolution.

Manfred Wetzel
Prinzip Subjektivität
Spezielle Theorie, Ontologisch-epistemologische Komplementarität
2., überarb., erw. und um ein Nachwort vermehrte Auflage
748  S.,Br., € 58,00
978-3-8260-4804-3
Ein noch lebender Philosoph behauptete einmal, der philosophische Diskurs sei machtfrei. Eine realitätsfernere Metaphilosophie dürfte schwerlich denkbar sein. Dies besagt aber nicht, Philosophieren sei nur in totaler Machtvermittlung vollziehbar, – eine derartige Behauptung ließe sich selbstkonsistent nicht einmal vertreten. Gefordert ist vielmehr ist die Auseinandersetzung der Philosophie mit ihren Machtvermittlungen – als eine immerwährende Aufgabe. Leitthema ist die ontologisch-epistemologische – nicht: ontisch-epistemische! – Komplementarität; sie besagt, ontologische Bezugnahme und epistemologische Selbstreflexion sind nicht zugleich möglich und thematisierbar, – beide sind zueinander in einem nicht-vitiösen Sinne zirkulär-komplementär. Drei Ontologien betreffen die selbstreflexiven Bezugnahmen der Subjekte auf Dinge als dem Radikal-Anderen ihrer selbst, auf sich selbst und ihresgleichen qua Person und in vermittelt-vermittelnder Einheit von beidem den Sinn. Manfred Wetzel lehrt in Hamburg und Berlin. Bei K&N bereits von ihm erschienen: Prinzip Subjektivität. Allgemeine Theorie. 2 Bde - 2001: Ding und Person, Dingbezugnahme und Kommunikation, Dialektik - 2005: Natur, Gesellschaft, konkrete Subjektivität Praktisch-Politische Philosophie. 3 Bde 2004 - Bd. 1: Allgemeine Grundlagen - Bd. 2: Natur und Gesellschaft - Bd. 3: Gesellschaft und Politik.

José María Ariso
Wahnsinn und Wissen
Zu Wittgensteins Lage und Denkbewegung
216  S.,Br., €  36,00
978-3-8260-4752-7
Im November 1931 schreibt Ludwig Wittgenstein: „Die Denkbewegung in meinem Philosophieren müßte sich in der Geschichte meines Geistes, seiner Moralbegriffe & dem Verständnis meiner Lage wiederfinden lassen.“ Das Buch soll einen Beitrag zum Verständnis seines Moralbegriffes des ‚Wahnsinns‘ leisten. Es wird gezeigt, inwieweit der Einfluss von Otto Weininger, William James und Sören Kierkegaard sowie von Nikolaus Lenaus Faust sich bei Wittgenstein in Themen wie der Selbsterkenntnis und der Einstellung zur eigenen Natur niederschlägt, warum er den Wahnsinn als den strengsten Richter darüber erachtete, ob sein Leben recht oder unrecht sei. Um deutlich zu machen, wie Wittgensteins Interesse an der Selbsterkenntnis sich auf die Menschenkenntnis insgesamt ausweitet, wird sein Einfluss auf Maurice Drury und seine Kritik an der Freud’schen Psychoanalyse ebenso analysiert wie das abgewertete Menschenbild, das sich hinter den Zeilen von Über Gewissheit verbirgt. 

Kiran Desai-Breun
Zwischen Askese und Erotik
Eine kleine apologia der Philosophie
144 S.,Br., € 24,80
978-3-8260-4848-7
Ausgehend von den zentralen Topoi indischen Denkens ringt das Buch um ein Verständnis von Philosophie. Dieser etwas andere Zugang bringt u.a. die Probleme einer universalen und partikularen Ethik, das Verhältnis von Bewusstsein und Wirklichkeit, von Bild und Wirklichkeit ans Licht und verdeutlicht nicht zuletzt die Herausforderung, die das Ringen um das Verständnis von Philosophie für das Selbstbild des Menschen bedeutet. Es geht nicht um eine Darstellung der indischen Topoi, sondern um die konsequente Entwicklung eines Gedankengangs, der in eine Antwort auf die immer wieder traktierte und dennoch unerschöpfliche Frage, was Philosophie sei, mündet – folglich weder um ‚indische‘ noch um ‚abendländische‘, sondern um Philosophie überhaupt. Kiran Desai-Breun, geb. in Bombay (Indien), hat Philosophie und Germanistik in Bombay und Erfurt studiert. Sie ist Privatdozentin am Philosophischen Seminar der Universität Erfurt.

Francesco Donadio
Religion und Geschichte bei Paul Yorck von Wartenburg
Herausgegeben von Gudrun Kühne-Bertram und Gunter Scholtz
220 S S.,Br., € 30,00
978-3-8260-4784-8
Durch Martin Heideggers Rezeption des 1923 erschienenen Briefwechsels zwischen Wilhelm Dilthey (1833-1911) und Paul Yorck von Wartenburg (1835-1897) in „Sein und Zeit“ wurde Yorck zu einer bedeutenden Persönlichkeit der deutschen Philosophie. Dies ist nicht zuletzt auf seinen scharfsinnigen, historisch-psychologischen Blick, auf das große Spektrum seiner kulturellen Interessen und auf die Tiefgründigkeit seiner Untersuchungen zurück zu führen, mit denen er die Ereignisse seiner Zeit und ganz allgemein die Kulturgeschichte betrachtete. Seine philosophischen Gedanken, die er besonders durch seinen Briefpartner Wilhelm Dilthey Gelegenheit hatte zu entwickeln, stützen sich auf ein unerschütterliches, ethisches Bewusstsein und auf eine gelebte religiöse Sensibilität. Prof. Dr. Francesco Donadio ist Professor für Philosophie an der Universität Federico II in Neapel. Er hat sämtliche Schriften Paul Yorck von Wartenburgs 2006 ins Italienische übersetzt und in einer zweisprachigen Ausgabe ediert. Gudrun Kühne-Bertram ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Dilthey-Forschungsstelle im Institut für Philosophie I der Ruhr-Universität Bochum. Prof. Dr. Gunter Scholtz ist Professor für „Geschichte und Theorie der Geisteswissenschaften“ am Institut für Philosophie der Ruhr-Universität Bochum. Zahlreiche Publikationen.

Andreas Brüschweiler
Sokrates über Gier und Recht
236 S S.,Br., € 34,80
978-3-8260-4824-1
Sokrates, der Urvater der abendländischen Philosophie, setzte sich im Jahr 405 v. Chr. im Rahmen des Dialoges Gorgias intensiv mit einer Weltanschauung auseinander, welche die Gier nach Macht, irdischem Reichtum und Ansehen hochhielt, und stellte ihr seine philosophische Sichtweise gegenüber. Die ebenso tiefgründigen wie geistreichen Ausführungen von Sokrates können nur dann in ihrem Kern erfasst werden, wenn die historischen, kulturellen und geistigen Grundlagen dieses Dialoges (und insbesondere zentrale Stellen der Dialoge Politeia und Philebos) in die Betrachtung miteinbezogen werden. Die vorliegende Interpretation von Sokrates› Ausführungen über Gier und Recht schliesst an die Werke «Sokrates’ Jugend und seine ersten philosophischen Gespräche», «Sokrates im Gespräch mit einem politischen Fanatiker und einem abergläubischen Feldherrn» sowie «Sokrates über Liebe und Freundschaft» an und bildet den vierten Teil seiner Biographie. Andreas Brüschweiler studierte Rechtswissenschaft und arbeitete von 1999 bis 2004 als wissenschaftlicher Assistent an der Forschungsstelle für Rechtsgeschichte der Universität Zürich. 2003 promovierte er über «Gerechtigkeit durch Ironisierung – die Kritik von Sokrates an der geschlossenen spartanischen Gesellschaft: Eine rechtsphilosophiegeschichtliche Analyse von Karl Raimund Poppers Kritik an Platon». 2008 folgte die Schrift «Der Dialog Phaidon: Das letzte Gespräch mit Sokrates oder von der Überwindung dogmatischen Denkens», im Jahr 2010 der erste Teil von Sokrates› Biographie, Jahr 2011 der zweite und dritte Teil.

Kenneth Mills
Autarkie, Selbsterhaltung und Selbstbewußtsein
260  S.,Br., €  48,00
978-3-8260-4838-8
Als erstem Glied im kritischen Triptychon liegt Autarkie, Selbsterhaltung und Selbstbewußtsein ein an und für sich beliebiger Zeitpunkt zugrunde, nämlich, Ebelings „Selbstbewußtseinund- Selbsterhaltungs-Debatte“ und Spaemanns These einer „Inversion der Teleologie“ in der frühen Moderne. Im Ausgang von dieser „Debatte“ entfaltet der Autor eine Analyse der betreffenden frühmodernen und frühstoischen Modelle ethischer Entwicklung vor dem existentiellen Grenzfall der Selbsterhaltung (die betreffenden altgriechischen Fragmente der frühen Stoiker werden präsentiert), eine Diskussion über die Grenzen der schriftlichen Überlieferung, sowie eine kontrastierende Apologie der Kyniker und Sophisten, die mit ihrer „unbegriffl ichen Ethik“ (Niehues-Pröbsting) in Anlehnung an den historischen Sokrates bzw. mit ihrer gewollten Existenz weit jenseits der bloßen Selbsterhaltung (z.B. Gorgias), ganz andere ethische Lebensmodelle vor dem existentiellen Grenzfall der Selbsterhaltung darstellten. Nicht zuletzt wird eine Kritik der bloß akademischen Philosophie seit der Antike im Vergleich mit dem seit jeher gelebten und lebendigen Daseinsmodus derselben unterbreitet.
Seit seiner Harvard-Zeit beschäftigt sich der Autor mit demselben Thema: Wenn wir von einem raumzeitlich begrenzten Wahrnehmungsvermögen und Ortungsvermögen der sterblichen Spezies homo sapiens ausgehen, bezogen auf den Globus als eine jeweils subjektrelative, daher raumzeitlich begrenzte Bezugsmatrix, welche existentialistischen Einsichten gewinnen wir? Dementsprechend hat der Autor zum ersten Mal die Frage nach „dem Daseienden als solchen“ gestellt und Grundlagenforschung in der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Theorieansätzen unternommen, um die Grundzüge einer „Analytik des Daseienden“ zu verdeutlichen. Der Autor beschreibt die zwei Grundbegriffe seiner Analytik des Daseienden: die wesentlichen Attribute des homo sapiens im Kollektiv und innerhalb seiner jeweiligen Lebenswelt, von den nur kontingenten Attributen der Spezies zu unterscheiden. Dr. phil. Kenneth Mills studierte bei Hilary Putnam, Dieter Henrich, Robert Nozick, Martha Nussbaum und Thomas Pogge an der Harvard University in den USA. Als Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin unterrichtete er zwei Jahre Philosophie und schloß dort seine Magisterarbeit als Luftbrückendank-Stipendiat unter der Betreuung von Ernst Tugendhat und Wilhelm Schmidt-Biggemann ab. Die Promotion hat Mills bei Peter Sloterdijk an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe abgeschlossen. Mills wohnt als freier Schriftsteller in Berlin.

Kenneth Mills
Cheírônos Encheirídion
Kritisches zu den neueuropäischen Grundlagen der soziologischen Aufklärung
164  S.,Br., €  34,00
978-3-8260-4837-1
Als zweitem Glied im kritischen Triptychon liegt Cheírônos Encheirídion: Kritisches zu den neueuropäischen Grundlagen der Soziologischen Aufklärung ein bestimmter subjektrelativer raumzeitlicher Punkt zugrunde, der Leser wird gebeten, den „kairetischen Moment“ vom jeweiligen eigenen raumzeitlichen Lokus aus nachzuvollziehen und die anschließenden Analysen gedanklich durchzuarbeiten: In welche raumzeitlichen Kontinua der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft kann ich mich oder kann sich ein beliebiges Subjekt sinnvoll einordnen und an welche Grenzen stoße ich als Subjekt dabei? Methodologisch legt die Arbeit den Weg zwischen dem kairetischen Moment des individuellen Subjekts innerhalb dessen spezifischen raumzeitlichen Lokus bis hinauf zu kollektiven Räumen der gesellschaftlichen Interaktion und Kommunikation zurück. Obwohl ein Hauptanliegen der Arbeit die begriffliche Auseinandersetzung mit dem „Sinnmonismus“ (so der Autor) Luhmanns ist, gehören hierzu auch eine systeminhärente Medienkritik sowie Ausführungen über paradoxe Gesellschaftsentwicklungen innerhalb des sogenannten postmodernen Staatsgefüges. 

Kenneth Mills
Globale Souveränität und Zivilgesellschaft
140  S.,Br., €  29,80
978-3-8260-4836-4
Als drittem Glied im kritischen Triptychon liegt Globale Souveränität und Zivilgesellschaft ein bestimmter historischer Zeitpunkt zugrunde, nämlich, die endgültige Ratifi zierung der im Juli 1998 stattgefundenen Verabschiedung des Gründungsstatuts für den Internationalen Strafgerichtshof (ISGH bzw. International Criminal Court/ ICC) im März 2002. Im Ausgang von Hegels spekulativem Satz eines „Weltgerichts“ arbeitet sich die Analyse in Haupt- und Subquästionen vor, die folgendermaßen angeordnet sind: THESE/Erste Quästion: Die Internationalen Gerichtshöfe und der Daseinsmonismus – ANTITHESE/Zweite Quästion: Der Daseinsmonismus, anthropologische Tautologien und die trophe toû bíou als die fehlende existentielle Kategorie seit der Antike – SYNTHESE/Dritte Quästion: Die Etablierung und Conservatio internationaler Souveränität in der Zivilgesellschaft vor dem Hintergrund des Daseinsmonismus.

Dieter de Lazzer
Tod eines Philosophen
Roman eines Verbrechens
270 S., Br., € 16,80
978-3-8260-4757-2
Über »Lebens Ende« wollte der bekannte Philosoph Nierkamp sprechen. Doch kurz davor stirbt er selbst mit Bauschaum.  Die Thesen des Professors haben zwar schockiert, und wie er mit seinen Doktorandinnen umging, war für viele ein Skandal. Aber hat man ihn deshalb ermordet? - Der akademische Elfenbeinturm zeigt bald Risse. Jemand räumt das Konto des Toten a, und dann zeigen sich überraschende Bezüge zum organisierten Verbrechen. Als auch noch ein Fakultätskollege unter dringenden Tatverdacht gerät, kommt es zu einem handfesten Krach mit dem Staatsanwalt. Und dann ist in einem Kabinettstück von Strafprozess nochmals alles offen...
Tod eines Philosophen ist der erste Roman eines Verbrechens mit Markus Schiller, einem Ermittler der Post-Krimi-Ära: gescheit, ironisch, genießerisch, mit einem Blick für Architektur wie für interessante Frauen und einem psychologischen Gespür vom Feinsten. Der spröde Charme von Stuttgart ist der Hintergrund für einen tödlichen Konflikt, in dem eine bildungsbürgerliche Epoche an ihr Ende kommt.
Dieter de Lazzer (geb. 1944) schrieb zusammen mit Felix Huby erfolgreiche Krimi-Reihen z.B.:Bienzle-Tatorte, Zwei Brüder, Pfarrerin Lenau u.a., Fernsehserien wie Oh Gott, Herr Pfarrer  und Theaterstücke (Georg Eiser - allein gegen Hitler). Verfasser zahlreicher juristischer Publikationen.


Günter Dammann (Hrsg.)
B. Traven
Autor – Werk – Werkgeschichte
252  S., Br., €  39,80
978-3-8260-4797-8
Vorwort – Autor / Werkgeschichte: H. Zogbaum: Encounters in Exile: B. Traven and Egon Erwin Kisch – G. Dammann: Die Rückübersetzung von Traven-Romanen ins Deutsche während des Exils der Büchergilde Gutenberg in Zürich – K. S. Guthke: Vergangenheitsgestaltung. Die Baumwollpflücker: deutsch, englisch, amerikanisch – G. Potapova: B. Travens Roman Das Totenschiff. Fassungsgeschichte eines Werks zwischen der Erstausgabe und dem Edierten Text der Gesamtausgabe – K. Meyer-Minnemann: Traven spanisch: Die Brücke im Dschungel - (Un / El) Puente en la Selva – D. Rall: Travens Erzählung Der Großindustrielle. Fassungen, Übertragungen, Bearbeitungen – H. L. Hutchinson: The B. Traven Collections at UC Riverside Libraries – Werk / Autor: J. Thunecke: Brückenschlag zu B. Traven? Die Funktion der Digressionen in Ret Maruts Roman Die Fackel des Fürsten – G. Bauer: Travens Baumwollpflücker. Ein Nobody verfertigt seine do-it-yourself-Poetik – G. Helmes: Die erzählstrategische Vermittlung von Diskursen in B. Travens Das Totenschiff – A. Wojciechowska: Böse Augen in Travens Novelle Die Brücke im Dschungel – M. Brandstädter: Pathos der Distanz – Strategien des Performativen im ‚Caoba‘-Zyklus – T. Zawi?a: Die ‚Silberdollar-Mentalität‘. Negative Anthropologie in den Erzählungen von B. Traven – U. Bonter: Die Macht der Bilder in Travens Altersroman Aslan Norval Der Herausgeber Günter Dammann  ist Prof. Dr. em. für Germanistik in Hamburg. 

Régine Battiston / Margit Unser (Hg.)
Max Frisch
Sein Werk im Kontext der europäischen Literatur seiner Zeit
300 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4750-3
R. Battiston / M. Unser: Vorwort – B. v. Matt: Max Frisch: pirandellesk – M. Rohner: Ein „Cocktail [...] von Eliot gemixt“. Eine intertextuelle Relektüre von Frischs Erzählwerk der fünfziger Jahre – K. Bedenig: Max Frisch und Thomas Mann. Ihr Weg zu engagierten Staatsbürgern von den Anfängen bis 1947 – O. Berwald: Max Frisch und Peter Weiss: Ethisch-ästhetische Korrespondenzen – B. Lafond-Kettlitz: Max Frisch und Ludwig Hohl – R. Cohen: Über Empfindlichkeiten. Der Briefwechsel zwischen Paul Celan und Max Frisch und ein Text von Elfriede Jelinek – D. Schulz: „Graf Öderland - ein respektabler Misserfolg?“ Die Herausforderung von Max Frischs Schmerzenskind für die Bühne – P. Wellnitz: Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie - von der Unmöglichkeit des Tragischen nach der Tragödie – É. Lysøe: Don Juan und die Zeit: eine postmoderne Geometrie? – R. Vogel-Klein: Der “bürgerlich-humanistische Schweizer Schriftsteller“. Drucklegung und Inszenierungen von Max Frischs Werken in der DDR – A. Kilcher: Stillers Bibliothek. Transtextualität gemäß Frisch – W. Schmitz: Transzendenzverweigerung und Tiefenpsychologie in Max Frischs Roman Stiller – Y. Elsaghe: Walter Fabers Krebskrankheit im Kontext der europäischen Literatur- und Ideengeschichte – R. Battiston: Max Frischs Schreiben von Altern und Tod – P. A. Bloch: Max Frisch: Schriftsteller und Staatsbürger. Régine Battiston ist Professorin für Germanistik an der Université de Haute-Alsace, Mulhouse. Dr. Margit Unser, Studium der Geschichte, Philosophie und Pädagogik, leitet seit Juli 2008 das Max Frisch-Archiv an der ETH-Bibliothek Zürich.

Henrik Fronzek
Klassik-Rezeption und Literaturunterricht in der SBZ/DDR 1945-1965
Zur Konstruktion eines pädagogischen Deutungskanons
440 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4808-1
I. Prolegomena zum Gegenstand der Untersuchung – 1. Thema, Fragestellung und analytische Prämissen – 2. Beiträge zur Klassikrezeption im Literaturunterricht der SBZ/DDR: Eine kritische Bestandsaufnahme – 2.1 Forschungsliteratur bis 1990 – 2.2 Forschungsliteratur nach 1990 – 3. Quellen und Methode – II. Klassikrezeption als pädagogisches Leitmotiv des „neuen Deutschlands“: Paradigmenwechsel im Zeichen von Aufbruch und Erneuerung (1945- 1950) – 1. Schulpolitische Rahmenbedingungen – 2. Weimarer Klassik im Literaturunterricht – 2.1 Lehrplanvorgaben – 2.2 Lese- und Arbeitsbücher für den Literaturunterricht – 2.3 Interpretationshilfen für Deutschlehrer – 3. Weimarer Klassik im literaturdidaktischen Diskurs – 4. Zur literaturwissenschaftlichen Rezeption des klassischen Erbes – 5. Klassisches Erbe und Kulturpolitik – III. Klassikrezeption im Spannungsfeld zwischen Ideologie und Realpolitik: Kanonkampf und Kurskorrekturen (1951-1958) – 1. Schulpolitische Rahmenbedingungen – 2. Weimarer Klassik im Literaturunterricht – 2.1 Lehrplanvorgaben – 2.2 Lese- und Arbeitsbücher für den Literaturunterricht – 2.3 Interpretationshilfen für Deutschlehrer – 3. Weimarer Klassik im literaturdidaktischen Diskurs – 4. Zur literaturwissenschaftlichen Rezeption des klassischen Erbes – 5. Klassisches Erbe und Kulturpolitik – IV. Die deutungskanonische Fixierung der Klassikrezeption in der Schule: Das Erbe und seine didaktische „Vollstreckung“ (1959-1965) – 1. Schulpolitische Rahmenbedingungen – 2. Weimarer Klassik im Literaturunterricht – 2.1 Lehrplanvorgaben – 2.2 Lese- und Arbeitsbücher für den Literaturunterricht – 2.3 Interpretationshilfen für Deutschlehrer – 3. Weimarer Klassik im literaturdidaktischen Diskurs – 4. Zur literaturwissenschaftlichen Rezeption des klassischen Erbes – 5. Klassisches Erbe und Kulturpolitik – V. Synthese und Ausblick – Bibliographische Angaben – Abkürzungen – Lehrplanverzeichnis – Schulbuchverzeichnis – Quellen- und Literaturverzeichnis Henrik Fronzek, Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagogik an der TU Dresden und der University of Warwick. Erstes und Zweites Staatsexamen. Seit 2001 Lehrer an einem Dresdner Gymnasium, daneben Fachberater und Fortbildner für das Fach Deutsch sowie Lehrbeauftragter der Sächsischen Bildungsagentur in der Ausbildungsstätte für das Höhere Lehramt an Gymnasien Dresden. 2011 Promotion an der Universität Leipzig. Forschungsschwerpunkte: Klassik- und Romantik -rezeption in Deutschland, Gegenwartsliteratur, Literaturdidaktik.

Joachim Rickes
Daniel Kehlmann und die lateinamerikanische Literatur
80 S., Br., € 14,00
978-3-8260-4827-2
„Die größte literarische Revolution der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, das waren die Erzähler Südamerikas, die an Kafka anknüpften und die Grenzen zwischen Tages- und Nachtwirklichkeit, zwischen Wachen und Traum durchlässig machten. Romane als große Träume, in denen alles möglich war.” Daniel Kehlmanns Begeisterung für die Literatur Lateinamerikas, insbesondere die Lektüre von Borges, Carpentier, Márquez und Vargas Llosa hat in seinen poetischen Texten vielfältige Spuren hinterlassen. Ihnen wird in einer genauen Durchsicht des Gesamtwerks von „Beerholms Vorstellung“ über „Die Vermessung der Welt“ bis „Ruhm“ nachgegangen und in der Kontrastierung mit der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur zugleich das unverwechselbar Eigene von Kehlmanns Prosa herausgearbeitet. Joachim Rickes ist Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Lena Kreppel
Deutsch. Jüdisch. Israelisch.
Identitätskonstruktionen in autobiographischen und essayistischen Texten
von Erich Bloch, Jenny Cramer und Fritz Wolf
340 S., Br., € 44,00
978-3-8260-4787-9
Die Migrationssituation deutsch-jüdischer Emigranten in Israel, die vor dem NS-Regime in das britische Mandatsgebiet Palästina geflohen waren, verlangte im mehrfachen Sinne nach einer identitären Neuverortung. In Palästina beziehungsweise Israel wurden die Emigranten mit dem zionistischen Aufbauprojekt und mit der Konstruktion einer israelischen Kollektividentität konfrontiert. In der israelischen Ortschaft Nahariyya dagegen konnte bis in die Sechzigerjahre eine Enklave der deutschen Sprache und Kultur aufrechterhalten werden. Zu einem abwechslungsreichen deutschsprachigen kulturellen Leben trugen hier Erich Bloch (1897-1994), Jenny Cramer (1887-1975) und Fritz Wolf (1908-2006) bei. Die von diesen drei Autoren in den Jahren von 1948 bis 1967 verfassten Autobiographien, Tagebücher, Briefe und Essays untersucht die vorliegende Arbeit. Herausgearbeitet werden darin die Problemvielfalt ihres Selbstverständnisses und die Komplexität ihrer identitären Neuverortung zwischen den Selbst- und Fremdzuschreibungen als Deutsche, Juden und Israelis. Die bisher nicht ausgewerteten und überwiegend unveröffentlichten Texte sind einzigartige Zeugnisse des deutschsprachigen kulturellen Lebens in Israel und gewähren wertvolle Einblicke in die spezifische Lebenssituation der sogenannten Jeckes. Lena Kreppel studierte Neuere deutsche Literatur, Politikwissenschaft, Publizistik und Kommunikationswissenschaft sowie Deutsch als Fremdsprache in Osnabrück, Nikosia und Berlin. 2011 Promotion mit der vorliegenden Arbeit an der Freien Universität Berlin.

Understanding the Post-Industrial City
Herausgegeben von Eckardt, Frank / Morgado, Sofia
238 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4778-7
Cities are undergoing a profound transformation in their economic basis. The emergence of a knowledge society and of service industries has reshaped the urban fabric in its architectural and social appearance. This book looks at case studies in different cities in Europe to analyse the causes and effects of the post-industrialisation of urban life. It represents a first insight into the transdisciplinary research to understand more about the ongoing changes in our cities.


Franz Göger
Häuser lesen
Ein Lesebuch über die Erzählungen der Häuser
130 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4790-9
Architektur ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb sollte jeder den Wert der gebauten Umwelt beurteilen können. Was erzählt zum Beispiel das Bundeskanzleramt in Berlin, nicht der Pressesprecher oder der Innenminister, sondern das Gebäude? Kennen Sie die Antwort? Das Lesebuch „Häuser lesen“ hilft bei der Beantwortung dieser Frage und gibt, unterhaltsam geschrieben, Auskunft über diese und noch viele andere Erzählungen von Häusern. Das große Thema „Baukultur“ wird zur verständlichen Lektüre. Franz Göger, Architekturstudium an der Technischen Universität München. Von 1979 bis 2005 führte er sein eigenes Architekturbüro in Schonungen. Der Bund Deutscher Architekten zeichnete Franz Göger 1985 mit dem BDA-Preis Bayern aus. Die Stadt Würzburg würdigte 1998 seine Arbeit mit dem Petrini-Preis. 1996 erhielt er eine Professur für Entwerfen und Konstruieren an der Fachhochschule Coburg. Franz Göger lebt in Schonungen bei Schweinfurt und in Oberstdorf im Allgäu.

Stephanie Schroedter (Hrsg.)
Bewegungen zwischen Hören und Sehen
Denkbewegungen über Bewegungskünste
500 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4744-2
Von der Überlegung ausgehend, dass in sämtlichen künstlerischen Darstellungsformen, die auf Musik oder Klänge zurückgreifen, akustische und optische Bewegungen miteinander interagieren, dialogisieren oder auch konkurrieren, stellt sich die Herausforderung, diesen Bewegungen in ihren sicht- und hörbaren Gestaltungen ebenso nachzugehen wie den ihnen zugrunde liegenden emotionalen und imaginären Bewegungen. Auf der Basis von Beispielen aus dem Bereich des Musik- und Tanztheaters im weiteren Sinne, der Performance- Art, der Filmkunst und des künstlerischen Umgangs mit Neue Medien sollen daher – jenseits eindeutiger Gattungsgrenzen, stattdessen mit Blick auf den grenzüberschreitenden Charakter unterschiedlicher Genres – auch wahrnehmungsästhetische Aspekte vielfältigster Bewegungsdimensionen thematisiert werden. Von besonderem Interesse ist dabei, wie sich das Hören von Musik durch das Sehen von Bewegungen verändert (und umgekehrt) und inwiefern bei der Perzeption hör- und sichtbarer Bewegungen neue Bewegungen zwischen dem Hören und Sehen entstehen können. Schließlich drängt sich in diesem Zusammenhang die Frage auf, inwiefern sich neben dem synästhetischen Hören auch ein kinästhetisches Hören nachweisen lässt, das Musik als körperliche, aber nicht zwangsläufig sichtbare Bewegung begreift. Vor diesem Hintergrund eröffnet sich eine Methodendiskussion, die nicht nur den Verkörperungen von Musik durch Interpreten (Musiker, Tänzer, Schauspieler, Performer, Filmregisseure, Medienkünstler etc.), sondern auch der Körperlichkeit von Musik selbst über den Bewegungsaspekt näher zu kommen sucht. Hör- und sichtbare, aber auch kaum noch oder nicht mehr hör- und sichtbare Bewegungen bilden einen idealen Bezugspunkt, um musik-, tanz-, theater-, film- und medienwissenschaftliche Analysemodelle einander gegenüberzustellen und auf ihr Potenzial zur Untersuchung des Wechselspiels akustischer und optischer Bewegungen zu befragen. Über vierzig Wissenschaftler aus dem In- und Ausland referierten hierzu auf einer Konferenz, in deren Zentrum die implizite oder explizite Performativität von Musik stand. Stephanie Schroedter arbeitet an der Schnittstelle von Tanz/Bewegung und Musik/Klang: Neben Wechselbeziehungen zwischen diesen Bewegungskünsten in soziokulturellen Kontexten unterschiedlicher Räume und Zeiten befasst sie sich mit audio-/visuellen Bewegungsinteraktionen im Tanz- und Musiktheater, in zeitgenössischen Performances, im Film und in den Neuen Medien aus einer aufführungsanalytischen wie ästhetischen Perspektive.

Claudia Simone Dorchain
Die Gewalt des Heiligen
Legitimation souveräner Macht
352 S., Br., € 54,00
978-3-8260-4806-7
Das „Heilige“ rechtfertigt weltweit die Gewalt. Im Namen des Heiligen wird enteignet, bedroht, vergewaltigt, gemordet. Warum aber legitimiert das „Heilige“ die Gewalt des Menschen gegen den Menschen in unserer postmodernen, säkularen Gegenwart? Wie vollzieht sich die Gewalt des Heiligen in Kunst und Wissenschaft, Religion und Politik? Welche aktuellen Beispiele gibt es für diese Dynamik? Zuletzt: kann man überhaupt den Wirkzusammenhang der Gewalt mit dem Heiligen jetzt oder zukünftig im Hinblick auf ein friedliches Zusammenleben der Kulturen überwinden? Dorchains Studie spannt den Bogen zur Gegenwart und setzt den Begriff des Heiligen in Verbindung mit philosophischen Theorien der Gewalt bei Hannah Arendt, Walter Benjamin, Max Weber und vielen anderen. Wo das Heilige Gewalt legitimiert, definiert es sich selbst als „souveräne Macht“. Giorgio Agamben glaubt, dass der tötbare Bürger, der einer souveränen Macht völlig ausgeliefert ist, das Menschenmodell der Postmoderne sei. Diese Studie zeigt jedoch, dass das Modell des tötbaren Bürgers als solches aus dem Heiligen stammt und daher in modernen Gesellschaften ein Atavismus ist. Die Anmaßung, dass Menschen sich zum Souverän über andere Menschen erheben, ist eine vormoderne Anmaßung. Das Paradigma der Moderne ist nicht der tötbare „homo sacer“, sondern der „homo liber“, das vor Gewalt geschützte Rechtssubjekt. Doch dieses Paradigma ist bedroht. Claudia Simone Dorchain, Studium der Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte in Freiburg und Saarbrücken, 2004 Promotion über Meister Eckhart Postdoktorandin im Kolloquium „Jüdische Studien“ an der Humboldt Universität zu Berlin.

Tobias Kurwinkel / Philipp Schmerheim /Annika Kurwinkel (Hrsg.)
Harry Potter Intermedial
Untersuchungen zu den (Film-)Welten und Joanne K. Rowling
300 S., Br., €  34,00
978-3-8260-4809-8
Einleitung – Musik und Sound in Harry Potter – M. Wedel: Magische Resonanzen. Harry Potter, der Fantasy-Blockbuster und die Ästhetik des „Digital Surround Sound“ – D. Clem: Music, Magic, and the Intermedial Gap; or How Music Aids the Adaptation Process in the HARRY POTTER Films – Harry Potter als intermediales Phänomen – M. V. Siebert: Harry Potter, the Book That Lived. Wie ein Buch zum Ereignis wird – P. Schmerheim: Der eigentliche Filmautor ist der production designer – Die Rolle von Werktreue und ökonomischen Imperativen in den HARRY POTTERAdaptionen – T. Kurwinkel: “It‘s Going to Be a Bumpy Ride.“ - Alfonso Cuaróns HARRY POTTER UND DER GEFANGENE VON AZKABAN – I. Mende: Intertextuelle Bezüge und ihr sinnstiftendes Potenzial in den HARRY POTTER-Filmen – K. Althofen / R. Pütz / S. Schmit / S. Stapelfeldt: Levelstruktur, Itemsuche und Questcharakter in Harry Potter. Ein Vergleich der Erzählstruktur von Computerspiel, Buch und Film – K. Malcher: „Knallrümpfige Kröter“ in Hogwarts - zur Übertragung von Eigennamen in der deutschen Übersetzung der Harry Potter-Reihe – A. Gierke: Fiktion und Wirklichkeit - Die Legende von den drei Brüdern und ihre intermediale Darstellung – Motive und Motivkomplexe in Harry Potter – A. Kurwinkel: Landschaft in Harry Potter – J. Grande: Fantastischer Harry Potter? Harry Potter und die Diskurse des Fantastischen – C. Lingen: Das intermediale Motiv des verwunschenen Waldes – S. Geilus / K. Kazimirek: Okkultismus in Harry Potter – H. Nagel: Zeitreisen in HARRY POTTER UND DER GEFANGENE VON ASKABAN – J. Block / K. Pinakoulakis / R. Wehner: Harry Potter: Von Traum bis Trauma – D. Rubröder: Einzelgänger oder Auserwählte - das Konzept des Außenseiters bei Harry Potter in Buch und Film – Figurenkonstellationen in Harry Potter – H. Lexe: ... for Neither Can Live While the Other Survives... Die magische Verbindung zwischen den Antagonisten als Grundmotiv der Harry Potter-Serie – M. Joannidis / N. Weppler: Gefunden und Verloren: Vaterfiguren in den HARRY POTTER-Filmadaptionen am Beispiel von Albus Dumbledore und Sirius Black – M. Heimeshoff / F. Kugelmann: Weniger böse als gedacht? Figurenzeichnung in Harry Potter – Harry Potter als politische Parabel – H. J. Hennig: Halbblüter und Zwischenwesen: Rassismus in Harry Potter – K. Staab: „Für das größere Wohl“ - Die filmische Adaption faschistischer Elemente in Harry Potter. Dr. phil. Tobias Kurwinkel ist Universitätslektor für Germanistische Literaturwissenschaft, Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur, an der Universität Bremen und Leiter des Lehr- und Forschungsprojektes „Kinder- und Jugendliteratur Intermedial“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Philipp Schmerheim ist Doktorand an der Amsterdam School for Cultural Analysis der Universiteit van Amsterdam und stellvertretender Projektleiter an der HHU. Annika Kurwinkel ist als Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Doktorandin am Institut für Kunstgeschichte der HHU. 

Almut Weitze
Raum-Zeit des Terrors
Struktur und Inszenierung des Terrorismus und seine Darstellungen im Film
320 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4833-3
Hat Terrorismus eine fi lmische Form oder Struktur? Ist der Film in der Lage, eine eigene Sprache zu entwickeln, die den Terror der Terroristen kommuniziert bzw. darstellt? Die Arbeit geht diesen Fragen nicht nach, indem sie nach einer rein inhaltlichen Übereinstimmung des Films mit dem Terrorismus sucht, sich auf historische Korrektheit in der filmischen Darstellung fokussiert oder die politischideologische Haltung des Regisseurs in den Vordergrund rückt. Vielmehr analysiert sie in einem interdisziplinären Ansatz, inwieweit spezifische kinematographische Strukturen, die Mise en Scène, der Schnitt und die Montage die Inszenierung bestimmter Terrorismusformen widerspiegeln, inwiefern der Aufbruch traditioneller Sehgewohnheiten sowie filmischer Raum- und Zeitkonzepte nicht nur zu einem Verlust eindeutiger Referenzen im Bild führt, sondern durch eine raum-zeitliche Grenzüberschreitung die Unsicherheit des Terrorismus selbst verkörpert wird.
Besondere Berücksichtigung finden hierbei Filme zur RAF, IRA und al-Qaida. Almut Weitze studierte Anglistik /Amerikanistik, Medienwissenschaft und Germanistik an der Friedrich- Schiller-Universität Jena, der University of Virginia, der Université Rennes 2 und promovierte mit der vorliegenden Arbeit am Trinity College Dublin. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FSU in Jena.

Isolde Peter
Goldingers Buch
160 S., Br., € 16,80
978-3-8260-4835-7
Als Johanna dem Psychoanalytiker Goldinger das erste Mal begegnet, fühlt sie sich sofort verstanden. Er weiß, dass die Heimat ihrer Mutter früher Warthegau hieß, und scheint mehr Zusammenhänge zu erkennen als sie selbst. Vielleicht weiß er also auch, was in ihrem Leben schief läuft. Johanna möchte nicht so werden wie ihre gefühlskalte Mutter und der alkoholkranke Vater. Aber kann man dem Erbe der eigenen Eltern überhaupt entrinnen? Mit Goldingers Hilfe versucht sie, die Vergangenheit der Mutter zu rekonstruieren und die Puzzleteile der Familiengeschichte zusammenzufügen. Das Bild des geerbten Buches, das von den Eltern an das Kind weitergereicht wird, gefällt ihm sehr. Johanna dagegen möchte kein Buch von ihrer Familie erben. Was für ein Buch soll das auch sein! Als ihr Vater stirbt, ist sie untröstlich, weil sie entsetzt begreift, dass auch sie selbst und die Menschen, die sie liebt, eines Tages sterben werden. Goldinger findet ihre Trauer zwar verständlich, ihre Angst jedoch neurotisch. „Selbstverständlich kann alles passieren, wovor Neurotiker sich fürchten. Morgen schon kann ich umfallen und tot sein und Sie auch! Sie müssen damit leben, dass Ihnen ein Ziegelstein auf den Kopf fallen kann, wenn Sie die Praxis verlassen“, stellt er unbarmherzig fest. „Sie haben sich ja auch noch nie vorgestellt, das Haus könne über uns einstürzen.“ Johanna ahnt jedoch, dass diese Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht ganz aufgehen wird. Goldinger ist vor Alter, Krankheit und Tod genauso wenig geschützt wie sie selbst und so fürchtet sie sich weniger vor einem Einsturz des Hauses, sondern davor, eines Tages dem Sarg des Analytikers im Treppenhaus begegnen zu müssen. Isolde Peter studierte an der Freien Universität Berlin Psychologie. Sie arbeitet als freie Autorin, Journalistin und Schriftstellerin und lebt in Berlin.

Giacomo Leopardi
Vermischte Gedichte Poesie varie
Italienisch/Deutsch
Übersetzt von Heinz Gerd Ingenkamp
Kommentiert von Karl-Hans Brungs und Heinz Gerd Ingenkamp
156 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4807-4
Die unter dem Titel „Poesie Varie“ (oder neuerdings auch „Poesie Disperse“) von italienischen Editoren zusammengestellten, von Giacomo Leopardi (1798-1837) selbst nicht veröffentlichten Gedichte stammen aus der Knabenzeit, der Jugend, der frühen Reifezeit und der Spätzeit des Dichters und geben somit einen wenn nicht umfassenden, so doch markanten und kennzeichnenden Eindruck von der Entwicklung seines poetischen Schaffens. Die frühesten hier übersetzten Werke zeigen, neben der offenbar mühelosen Eleganz des jungen Poeten, seinen an klassischen Vorbildern geschulten Formwillen und eine für seine Altersstufe erstaunliche Treffsicherheit beim Aufbau von Pointen. Der „Appressamento della morte“ (Des Todes Nahen) und die Satire „I nuovi credenti“ (Die Neubekehrten) sind Meisterwerke, die allein ihres Ranges wegen weithin bekannt zu werden verdienen. Die beiden Kanzonen, vor allem „Nella morte di una donna ...“ (Zu dem Tode einer Frau, die zum Morde hingab, mit ihres Leibes Frucht, der Verführer, durch Hand und Künste eines Chirurgen), sind ihrer Zeit weit voraus und bewegen heute wahrscheinlich mehr als zur Zeit ihrer Entstehung. Die griechischen Oden und der Neptunhymnus samt Kommentar stellen Leopardi als im klassischen Sinn „gelehrten Dichter“ vor: Fachleute werden sich daran erfreuen, Nichtfachleute werden sich eine Vorstellung von der erstaunlichen Bildung machen können, die sich bereits der junge Leopardi erworben hatte. Leopardi hatte sich den dringenden Rat des römischen Lyrikers Horaz (dessen vom 12-13jährigen Dichter scherzhaft nachgedichtete Ars poetica in diesen Band aufgenommen ist) zu Herzen genommen, mit der Publikation eigener Werke vorsichtig zu sein, eine Mahnung, die seither nicht in jede Dichtergilde eingedrungen ist. Wir sind jedenfalls dankbar, daß er seine aus unterschiedlichen, hier und da auch verständlichen Gründen zurückbehaltenen Parerga wenigstens aufbewahrt hat. Nicht wenigen von ihnen gebührt ein Platz oberhalb desjenigen, den ihnen der kritische Dichter selbst hat zuweisen wollen. In Deutschland gibt es seit nunmehr 20 Jahren eine Leopardi-Gesellschaft – was als Beleg dafür dienen kann, daß der Dichter dabei ist, jedenfalls hierzulande sein Publikum zu finden. Der Übersetzer: Karl-Hans Brungs, Dr. phil., Studiendirektor (i.R.) in Mönchengladbach, schrieb seine Dissertation über Leopardis Aeneisübersetzung, die er edierte und kommentierte. Er kommentierte auch die genannte Übersetzung der „Paralipomeni“ Leopardis und verfaßte die Einleitung dazu. Heinz Gerd Ingenkamp, Dr. phil., ist Professor (i. R.) für Klassische Philologie an der Universität Bonn. Von 1984-2000 war er Mitglied des Vorstands der Schopenhauer-Gesellschaft, von 1992- 2000 als Präsident. 2006 erschien seine Übersetzung von Leopardis „Paralipomeni della Batracomiomachia“ bei K&N. 

Honrath, Klaus
Die Wirklichkeit der Freiheit im Staat bei Kant
444 S.€ 68,00
978-3-8260-4702-2
Freiheit ist ein Thema, das die Geschichte der Philosophie, aber nicht nur ihre Geschichte, seit den Anfängen begleitet. Dabei wurde und wird die Frage gestellt, was denn dieses Wort Freiheit in bezug auf den Menschen bedeuten könne. Je nach Standpunkt lauten die Antworten von ?nichts? bis ?alles?. Die einen bestreiten, daß es so etwas wie Freiheit überhaupt geben könne. Die anderen behaupten gerade die Freiheit als ein bestimmendes Merkmal des Menschen. Das Buch versucht, die Freiheit in dem Spannungsfeld von selbstbezüglicher Freiheit, Freiheit des Einzelnen, und fremdbezüglicher Freiheit, Freiheit auch des Anderen, verständlich zu machen. Dieses Widersprüchliche an der Freiheit findet im sich entwickelnden Rechtsstaat seine spannungsreiche Lösung. Im Staat gestaltet der Mensch seine subjektive Freiheit und wird sich als Freiheitswesen objektiv im Zusammenwirken der vielen Freiheitswesen. Kants Rechtsphilosophie steht im Mittelpunkt der Untersuchung, sie stellt die innerliche Freiheit, als Vernunftwesen nur dieser gehorchen zu müssen, und die äußerliche Freiheit, nur dem Recht unterworfen zu sein, als ein Wechselspiel dar, das das Verständnis eines Begriffs von qualifizierter Freiheit aufschließt. 

Gentechnik
Pflanzen, Tiere und das Humane
Herausgegeben von Kunzmann, Peter / Odparlik, Sabine
120 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4759-6
Die Möglichkeit, Pflanzen und Tiere durch Gentechnik tiefgreifend zu verändern, hat die Frage nach ihrem moralischen Status neu und anders gestellt. Dieses Buch trägt Antworten zusammen, die im Rahmen des Projekts „Würde in der Gentechnologie“ entstanden sind: Sie beinhalten neue Konzepte vom sittlichen Eigenrecht der Naturdinge und neue Akzente ethischer Schlüsselbegriffe wie Würde, Natur, Wert. Aber auch die Implikationen solcher Konzepte werden diskutiert: Welche Grenzen soll sich menschliches Handeln an Tieren setzen, wenn tierische Wesen als Mitgeschöpfe ernst genommen werden? Wie reagiert die Ethik auf den gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Kenntnisstand über Pflanzen? Dies wird immerzu begleitet von der Reflexion auf den Menschen, der sich in großer Verantwortung dem nicht-menschlichen Leben gegenüber weiß, will er sein Eigenes, das Humane, bewahren und verwirklichen. 

Kellerwessel, Wulf
"Denn sie wissen nicht, wovon sie reden"
Referenz, religiöse Glaubenssätze und Religionskritik aus sprachanalytischer Sicht
116 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4776-3
 „Gott“ scheint der bedeutsamste Terminus des Monotheismus zu sein und eine zentrale Rolle im Judentum,
Christentum und Islam zu spielen. Grundlegend in diesen Religionen dürfte die Annahme sein, daß „Gott“ sich auf ein transzendentes Wesen bezieht, daß „Gott“ also ein referierender resp. Bezug nehmender Terminus ist und einen transzendenten Bezug bzw. Referenten hat. Es ist aber fraglich, ob „Gott“ ein Bezug nehmender Ausdruck ist. Sollte sich kein Referent dingfest machen lassen können, scheint „Gott“ nicht als logisches Subjekt fungieren zu können, bei dem nachzuvollziehen ist, worüber in Aussagen etwas ausgesagt wird. Dann aber wären Aussagen über Gott allesamt unklar. Ob dies der Fall ist, untersucht vorliegender Text anhand der in der analytischen Sprachphilosophie entwickelten Referenztheorien. 

Blendinger Adolpho F.
Handbuch der österreichischen Literatur (1815 - 1945).
350 deutschsprachige Autoren.
416 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4772-5
Auf den Reisen nach Istrien, Prag, Krakau, Bratislava, Budapest, Wien begegnet die Donaumonarchie zunächst in der Architektur. Aus der Tatsache, dass die k.u.k. Monarchie ein eigenständiger, multikultureller, fl ächenmäßig sogar größer war als das Deutsche Kaiserreich, folgt, dass dieser Staat eine eigene Literatur und Literaturgeschichte besitzt, auch wenn sie deutschsprachig war wie im Deutschen Reich. Es gilt zu differenzieren: Im Zeichen der Europäisierung kann man streiten, ob eine eigenständige Literatur der BRD, Österreichs oder der Schweiz Sinn macht. Die Donaumonarchie und die Republik Österreich aber waren historische Fakten, deren Besonderheit unbestritten ist. Zu Beginn der Arbeit war es kaum zu glauben, dass es kein Nachschlagewerk, keine übersichtliche Literaturgeschichte gab. Die Zuordnung der Autoren war nicht einfach, da es viele Kriterien zu berücksichtigen galt. Die Einteilung in drei Hauptgebiete von Alt-Österreich bis 1918 von Böhmen / Mähren und der Republik Österreich war nicht schwer. Doch wo sollte der Schnitt zwischen der Literatur des 19. Jahrhunderts und der Moderne liegen? Stefan Zweig hat dies um 1890 gesehen, als die alte Monarchie von einer Kulturrevolte erschüttert wurde. Letztlich entscheidend ist dann doch das Jahr 1918, da Jung-Wien und Jung- Prag Avantgardebewegungen waren, die nicht für das ganze Reich galten. Der Autor Adolpho F. Blendinger, ab 1972 Studium in Würzburg, FU Berlin, Freiburg. Deutschassistent in Frankreich. Gymnasiallehrer 1979-1981, 1989-2006: Freiburg, Würzburg, TBB, Schweinfurt, Bad Mergentheim. Verleger von Postern, Ansichtskarten von Alt-Berlin, Alt-Würzburg; Autor: Würzburger Tiergarten, Rätselbildband 1986.

Quack, Josef
Diskurs der Redlichkeit
Döblins Hamlet-Roman
284 vS., Br., €  29,80
978-3-8260-4762-6
Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende (1956) ist nach Berlin Alexanderplatz der meistgelesene Roman Alfred Döblins, ein episches Meisterwerk, das oft als psychologischer Roman mißverstanden wird. Deshalb beschreibt die Arbeit genauestens Erzählstil, Erzählstruktur und Montageform des Werkes. Und deshalb wird der eigentliche Sinn des Werkes erklärt, das existentielle Thema, die Kategorie der Redlichkeit, die Frage nach der Schuld des Einzelnen an Krieg und Verbrechen, das Problem der Selbstbestimmung, der christliche Aspekt der Handlung. Erinnert wird an die große Debatte über die Schuldfrage nach dem Krieg, und die literarische Situation der Zeit, zu der Döblin neben J. P. Sartre die wesentlichsten Reflexionen beigesteuert hat. Es folgt eine brauchbare Definition des Begriffs der christlichen Dichtung, erläutert an exemplarischen Romanen von G. Bernanos und G. Greene. Schliesslich wird Döblins fortdauernde Wirkung beschrieben, sein bestimmender Einfluss auf die wichtigsten Romanciers der deutschen Nachkriegsliteratur. Arno Schmidt nannte ihn scherzhaft, aber treffend den "Kirchenvater der neuen deutschen Literatur".

Henning, Dieter
Das Orakel der Vogellosigkeit
Ermittlungen und Entdeckungen zu Brechts Gedicht "Laute"
272 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4732-9
Brechts Gedicht »Laute« ist eine Rarität, ein besonderes Werk eines besonderen Autors in einer besonderen historischen Situation. Eine der entscheidenden Diskussionen über das 20. Jahrhundert gilt dem Thema Sozialismus. Auch die NSDAP führte den Begriff schließlich in ihrem Parteinamen. Brecht ist als wichtiger Disputant in diesem Zusammenhang in mancher Hinsicht neu zu entdecken. Die »Buckower Elegien«, zu denen das Gedicht »Laute« gehört, sind im Sommer 1953 entstanden. Im Resultat einer Art lyrischen Überprüfungsverfahrens sind deutliche Bekundungen von Dissidenz zu erkennen. Darüber lässt sich viel sagen. »Laute von Menschen rührend« verzeichnet das Gedicht. Ihnen gilt die Zuwendung des Autors. Er betrachtet die eigenen Laute des Gedichts als welche in kritischer Solidarität. Ästhetik orientiert sich an einem Abwehrverhalten und einer Selbstbehauptung als Störfaktor. Sämtliche ideologischen Projekte der Vergangenheit seien auf Kosten der einzelnen Menschen realisiert worden. Trotz wächst in der Trauer und rührt sich im Beharren, die Arbeit politischer Aufklärung zugunsten von Subjektivität nicht aufzukündigen. Die Distanz gegenüber politischer Indienstnahme wird Bestandteil des Rates politischer Einmischung.

Wort-Anker Werfen
Ilse Aichinger und England
Herausgegeben von Görner, Rüdiger / Ivanvovic, Christine / Shindo, Sugi
164 S., Br., € 26,00
978-3-8260-4780-0
Am 4. Juli 1938 werden die 1921 geborenen Zwillingsschwestern Ilse und Helga Aichinger voneinander getrennt. Helga entkommt der Bedrohung durch die Nationalsozialisten mit einem der letzten Kindertransporte nach England. Ilse bleibt mit ihren jüdischen Verwandten in Wien zurück. Während Helga im Kreis des Austrian Centre in London das ‚bittere Brot des Exils‘ kostet, heiratet und eine Tochter zur Welt bringt, muß Ilse die Deportation ihrer nächsten Angehörigen miterleben. Nach Kriegsende ist es auf beiden Seiten das erste Ziel der Überlebenden, wieder zueinander zu kommen. England wird zu einem der wichtigsten Bezugspunkte von Ilse Aichingers Schreiben. Anlässlich des 90. Geburtstages der beiden Schwestern wurden die vielfältigen Dimensionen von Aichingers Beziehung zu England im Rahmen einer im März 2011 im Austrian Cultural Forum in London durchgeführten Tagung erstmals im Zusammenhang diskutiert. Die Beiträge bieten Einblicke in die noch unpublizierte Korrespondenz der beiden Schwestern während der Zeit der Trennung, Untersuchungen der vielfältigen Englandbezüge in Aichingers Texten und der produktiven Wechselbeziehungen im künstlerischen Schaffen beider Schwestern, sowie Analysen zu ausgewählten Übersetzungen von Texten Ilse Aichingers ins Englische. Am Beginn steht eine von Aichingers Nichte Ruth Rix aufgezeichnete persönliche Erinnerung an die frühe Nachkriegszeit und die erste Wiederbegegnung der Familie in England.

Herweg, Nikola
nur ein land / mein sprachland
Heimat erschreiben bei Elisabeth Augustin, Hilde Domin und Anna Maria Jokl
240 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4761-9
„nur ein land / mein sprachland“, konstatiert die in Berlin geborene und 1933 in die Niederlande geflohene Dichterin Elisabeth Augustin: Absage an ein geographisches Heimatkonzept? Hinwendung zu einer Heimat in der Sprache? Auch Hilde Domin und Anna Maria Jokl gehen als Jüdinnen und kulturelle Dissidentinnen ins Exil. Stationen sind Prag, Amsterdam, Rom, Florenz, London, Santo Domingo, Jerusalem. Wie für viele andere Exilautoren sind für Augustin, Domin und Jokl Heimat und Heimatverlust zentrale Themen. Ihre Werke werden unter dem Eindruck von Vertreibung und Shoah zunehmend autobiographisch und zeigen, dass Heimat für die Autorinnen weder unverrückbar noch ein kollektiver Wert ist. Nikola Herweg skizziert die Lebensläufe der drei Autorinnen und untersucht, wie in deren literarischen Werken Heimatkonzepte herangezogen, kombiniert oder wieder verworfen werden. Nikola Herweg, Studium der Neuen Deutschen Literaturwissenschaft, Philosophie und Geschichte in Gießen, Lódz, Barcelona und Jerusalem. Promotion an der
Justus-Liebig-Universität Gießen. Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Mitherausgeberin der „Sämtlichen Gedichte“ Hilde Domins.

Musik im Unterhaltungskino des Dritten Reichs
224 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4756-5
Die deutsche Filmmusik der 1930er und 40er Jahre steht im Schatten von Hollywood. Abgesehen von wenigen Ausstrahlungen in den Dritten Programmen und einigen im Handel befindlichen Videos bzw. DVDs sind die Filme verschwunden. Ihre Musik ist auf keiner CD eingespielt. Über die Arbeitsweise der Komponisten, die Verdienstmöglichkeiten im Filmgeschäft, die Kooperation mit den Regisseuren und auch über ihre ästhetischen Ideen zur Filmmusik ist kaum etwas bekannt. Die Forschung hat sich bisher vornehmlich auf die Funktion von Filmmusik in den expliziten Propagandafilmen des Dritten Reichs konzentriert. Dabei spielte sie auch in den unterhaltenden Genres, die gleichermaßen der Freisetzung wie auch der Begrenzung von Wünschen der Zuschauerinnen dienten, eine bedeutende Rolle. Der vorliegende Band beleuchtet einzelne Facetten der Musik im Unterhaltungskino aus der Perspektive der Film-, Geschichts-, Literatur-, Medien- und Musikwissenschaft. 

Norbert Wokart
Die Felsen von Gyrai
Aufzeichnungen 2006-2011
356 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4777-0
Wenn ich in diesen Aufzeichnungen zurückblättere und manche Bemerkung zu einem bestimmten Ereignis mit meiner gegenwärtigen Erinnerung daran vergleiche, weichen beide manchmal voneinander ab. Habe ich damals das Falsche notiert, oder war es das Richtige, weil ich es so empfand? Leider wäre jede Antwort darauf schon morgen wieder zweifelhaft.Norbert Wokart war nach dem Studium der Philosophie Mitarbeiter in verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen, lebt als freier Autor in Tübingen. Hauptarbeitsgebiete: ethische und anthropologische Fragen der Gegenwart, Vermittlungsgeschichte der griechischen Philosophie. Zahreiche Buchveröffentlichungen. 
...........Mit dem Internet verbunden sehen Sie hier die homepage des Verlages: www.koenigshausen-neumann.de
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bereits angekündigt:

Hofbauer, Helmut
Wer hat das Wissen in der Wissenschaft versteckt?
12 wissenschaftstheoretische Studien
289 S.€ 48,00
978-3-8260-4706-0
Wissenschaft gilt als objektive Erkenntnis. Das mag stimmen, aber dieses Bild geht vom einzelnen Faktum aus, welches isoliert in der Wissenschaft nicht vorkommt. Dieses Buch schaut in 12 – separat lesbaren –Studien genauer hin auf das Phänomen Wissenschaft – und arbeitet heraus, wie der menschliche Verstand in wissenschaftliche Erklärungsgebäude hineinkriechen muss, um zu objektivem Wissen zu kommen; wie er sich quetschen muss oder überdehnen und wie er bestimmte Erklärungsformate und deren Relevanzkriterien akzeptieren muss, gleichwohl sie ihn ursprünglich gar nicht interessieren. Wenn der Mensch sich bei der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichem Wissen so sehr verformen muss, ist objektive Erkenntnis offenbar nichts für NichtwissenschaftlerInnen. Helmut Hofbauer studierte Philosophie und Spanisch an der Universität Wien. Nach seiner Dissertation über das Problem der Gesellschaft aus der Sicht des Individuums (Bezugspunkt Gesellschaft), war er sechs Jahre an der Universität Breslau/Polen als Lektor der Österreich-Kooperation tätig und beschäftigte sich mit Interkultureller Kommunikation. Gegenwärtig ist er Philosophical Consultant und wirtschaftlicher Administrator des Christian Doppler Labors für Herz- und Thoraxerkrankungen am Wiener Allgemeinen Krankenhaus 

Müller, Stefan
Ach, nur 'n bisschen Liebe.
Männliche Homosexualität
in den Romanen deutschsprachiger Autoren
in der Zwischenkriegszeit 1919 bis 1939
54 Seiten, Br., € 68,00
978-3-8260-4694-0
Stefan Müllers Analyse der Darstellung männlicher Homosexualität in den Romanen deutschsprachiger Autoren in der Zwischenkriegszeit verfolgt zum einen das Ziel, längst vergessene oder nur wenigen Insidern bekannte literarische Schätze zu bergen, die Homosexualität thematisieren, zum anderen soll die inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem Sujet untersucht werden. Die Romane werden ob ihrer Publikationszeit mit der Außergewöhnlichkeit der Epoche in Verbindung gebracht. Nach den starken Weiterentwicklungen der Sozial- und Sexualwissenschaften bot die Republik von Weimar einen Nährboden für neue Erkenntnisse, die beispielsweise alte Diskurse zur Homosexualität in Frage stellten und das Bewusstsein der Bevölkerung in eine neue Richtung schoben. Die sieben Analysegruppen (Jugend, Erwachsene, Nationalsozialismus, Recht und Gewalt sowie Militär und vier Einzelinterpretationen), denen insgesamt mehr als siebzig Romane zugeordnet werden konnten, beleuchten unterschiedliche Aspekte schwulen Lebens in der Zwischenkriegszeit. Sie demonstrieren Homosexualität als gängigen literarischen Topos, der in manchmal verblüffender Egalität verwendet wird. Auf Basis dieser Kategorisierung können nun weitere Romane hinsichtlich ihrer Ähnlichkeiten und Unterschiede analysiert und dahingehend geprüft werden, auf welche Art und Weise das schwule Leben jener zwanzig Jahre zwischen den beiden Weltkriegen in die Texte transportiert worden ist. Stefan Müller studierte in Magdeburg Germanistik und Anglistik. Er lebt und arbeitet als freier Journalist und Autor.

Schmidt, Manfred / Schmidt, Henning
Das Buch der Bandnamen
125 S.€ 18,00
978-3-8260-4638-4
Ein Bandname kann für einen Anfangserfolg ausgesprochen wichtig sein. Deshalb sollte schon aus marketingtechnischen Ursachen für die Findung eines harmonischen und eindrucksvollen Bandnamens eine gewisse Zeit investiert werden. Ein ansprechend klingender Bandname kann, vor allem bei der Presse, Neugier nach seiner Herkunft auslösen und somit zu vermehrten Pressemeldungen führen. Ein uninteressanter, nichtssagender Bandname wird das Gegenteil bewirken. Heute lassen sich mit Publikationen über Bands aller Couleur und deren Musik ganze Bibliotheken füllen. Es wird sich darunter aber keine Arbeit über die Etymologie der Bandnamen finden – zumindest keine, die auf den deutschen Markt abgestellt ist. In diversen Rockzeitschriften, Rocklexika, Pressemitteilungen etc. erfährt man gelegentlich etwas über die Geschichte eines bestimmten Bandnamens, aber schon bei der nächsten Musikgruppe sucht man vergebens danach, auch wenn der Name aufgrund seiner Eigenart regelrecht danach verlangt. Das vorliegende Buch erklärt die Namen von 630 Bands; von den glorreichen Sixties und Seventies bis zur heutigen Zeit, von internationalen Helden bis zu lokalen Größen. Die Texte werden mit weit über 200 CD- und LP Covern, Konzertpostern und Bandfotos großzügig unterstützt. 

Hillesheim, Jürgen
„Instinktiv lasse ich hier Abstände...“
Bertolt Brechts vormarxistisches Episches Theater
510 S., Gb., € 68,00
978-3-8260-4716-9
Jürgen Hillesheims Untersuchung erbringt anhand ausführlicher Textanalysen den Nachweis, dass alle grundlegenden Konstanten des Epischen Theaters im Werk Brechts bereits ausgebildet waren und in seiner praktischen Theaterarbeit zur Anwendung kamen, lange bevor er sich erstmals mit der marxistischen Theorie befasst hatte. Nietzsche und dessen Vorstellungen vom Unorganischen, Fragmentarischen als Phänomene moderner Kunst, die Brechts Ästhetik resultierend aus einem hochartifiziellen Zeigen auf die nüchterne Wirklichkeit von frühster Zeit an beeinflussten, bilden auch den wesentlichen „Überbau“ seiner Theatertheorie. Brechts Werk scheint so frei von jeglicher ideologischer Tendenz, jedem Telos, vergleichbar am ehesten mit dem Albert Camus. Fühlt dessen Sisyphos jedoch Befriedigung in der moralischen Verpflichtung, gegen das Absurde aufzubegehren, so ist im Falle Brechts von Lebensfreude als Objektivierung seines künstlerischen Genius zu sprechen.

Radikalität
Religiöse, politische und künstlerische Radikalismen in Geschichte und Gegenwart.
Band 1: Antike und Mittelalter
170 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4636-0
Wer oder was ist „radikal“? Radikalität wird im alltäglichen Sprachgebrauch häufig negativ konnotiert. Dem ursprünglichen Wortsinn nach meint „radikal“ (lat. radix – Wurzel) jedoch, dass eine Idee oder eine Sache an der Wurzel gefasst wird, indem sie von Grund auf neu gedacht oder auf ihre Wurzeln zurückgeführt wird. Die Wintervortragsreihe der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt 2009/2011 untersucht in ihrem derzeit aktuellen dreisemestrigen Zyklus „Radikalität. Religiöse, politische und künstlerische Radikalismen in Geschichte und Gegenwart“ unterschiedliche Ausprägungen „radikaler“ Denk- und Handlungsweisen von der Antike bis zur Gegenwart. Im vorliegenden ersten Band werden religiöse, politische und künstlerische Bewegungen aus den Epochen Antike und Mittelalter untersucht, die sich selber als radikal verstanden oder als solche interpretiert werden können. Klaus Döring: Der antike Kynismus; Günter Stemberger: Radikalisierung der Religion – Qumran und die jüdische Apokalyptik; Hermann Lichtenberger: Martyrium im hellenistischen Judentum; Karl Leo Noethlichs: Spätantike Religionspolitik – eine Form von religiösem Radikalismus?, Hans Georg Thümmel: Der byzantinische Bilderstreit; Joachim Wollasch: Die Zeit der Mönchspäpste; Anne Müller: Symbolische Darstellungsformen von Radikalität im frühen Franziskanertum; Klaus Niehr: Radikale Kunst – Passio und Compassio in Skulptur und Malerei des Mittelalters; Peter Blickle: Der Bauernkrieg – Die Revolution des gemeinen Mannes. 

Specht, Theresa
Transkultureller Humor in der türkisch-deutschen Literatur
208 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4666-7
Was ist deutsch? Diese Frage stellen die Texte der türkisch-deutschen Gegenwartsliteratur. Thematisch stehen sie in der Tradition der Migrationsliteratur, sie beziehen sich jedoch nicht auf den Aspekt der Migration selbst, sondern auf ein spezifi sches nachmigratorisches Szenario in der deutschen Einwanderungsgesellschaft. Diese Literatur der Postmigration zeichnet sich zum einen durch eine humorvolle Sichtweise auf den Migrationshintergrund aus, die in verschiedenen Komikformen Ausdruck findet: Das Spektrum reicht von überzeichneter Sprach- und Typen-Komik wie in der Comedy Kaya Yanars über einen subtilen Humor in den Glossen von Dilek Güngör bis zur grotesken Provokation in den Performances Serdar Somuncus. Zum anderen lässt sich ein Wandel im Kulturverständnis ausmachen, das den Texten zugrunde liegt: Das Türkische und das Deutsche werden nicht mehr als Gegenpositionen inszeniert, vielmehr werden traditionelle Grenzziehungen zunehmend verwischt und die Eindeutigkeit kultureller Prägungen wird in Frage gestellt.

Finkele, Simone
Substrat antiker Tradierung
Brechts Feldherrenmodell Lukullus
456 S., Br., €  49,80
978-3-8260-4392-5
Bertolt Brechts Texte genießen den Ruf, aus Vorhandenem zu schöpfen. Für die Gruppe der Texte um die Figur des Lukullus scheinen die Rückgriffe auf den antiken Stoff und konkret benennbare antike und historiographische Quellentexte ähnlich gut dokumentierbar zu sein wie für seine Cäsartexte, stehen sie doch mit diesen im inhaltlichen und entstehungsgeschichtlichen Zusammenhang. Die Untersuchung verfolgt die Frage nach den Vorgänger- und Bezugstexten für Brechts Werke auf neue Weise und sucht sie mit traditioneller Quellenforschung zu verbinden. Mit Hilfe narratologischer Mikroanalysen zur Kurzgeschichte "Die Trophäen des Lukullus" und zum Hörspiel "Das Verhör des Lukullus" sowie zu den Cäsartexten können zunächst neue Bedeutungsaspekte der Einzeltexte vermittelt werden. Neben der narrativen Organisation des einzelnen Textes tragen entscheidend dessen mediale Verfasstheit und sein Kontext zur Bezugnahme auf Vorgängiges bei. Durch die Markierung von textuellen und medialen Übergängen innerhalb der Werke können spezifi sche und überraschende Verfahrensweisen der Integration und Variation von Informationen und Strukturen aus Quellen durch den Autor Brecht herausgearbeitet und hieraus die in der Tat vielfältigen transtextuellen und transmedialen Referenzen auf Vorgängertexte im weitesten Sinn neu systematisiert werden.

Bausteine der Kommunikationswissenschaft
Herausgegeben von Eschbach, Achim / Eschbach, Nora
304 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4701-5
Vorwort der Herausgeber: Kurze Geschichte der Kommunikationswissenschaft – Soziologie: Karl Mannheim: „Wissenssoziologie“ – Psychologie: Otto Selz: „Die Gesetze der produktiven Tätigkeit“ – Philosophie: Fritz Mauthner: „Wesen der Sprache“ – Semiotik: Johann Heinrich Lambert: „Von der Sprache als Zeichen betrachtet“ und „Vom Hypothetischen der Sprache“ – Nonverbale Kommunikation: Rudolf Kleinpaul: „Die Sprache im allgemeinsten Sinne“ – Entwicklungspsychologie: Karl Bühler: „Über das sprachliche Denken des Kindes“ – Sprachwissenschaft: Chajim H. Steinthal: „Der heutige Zustand der Sprachwissenschaft“ – Medizin: Arnold Pick: „Vorrede und Einleitung“ – Biologie: Jakob Johann von Uexküll: „Die Kompositionslehre der Natur“ – Anthropologie: Günther Anders: „Die drei industriellen Revolutionen“ – Ethnologie: Emile Durkheim: „Der Dualismus der menschlichen Natur und seine sozialen Bedingungen“ – Literatur: Samuel Bekkett: „Text um Nichts“ – Politologie: Karl Polanyi: „Der hundertjährige Friede“ – Psychoanalyse: Sigmund Freud: „Die Methode der Traumdeutung: Die Analyse eines Traummusters“ – Geschichte: Johann Gustav Droysen: „Historik“ – Ökonomie: Kurt Singer: „Über Wesen und Stand der Nationalökonomie – Index 

Faber, Richard
Eine literarische Intellektuellen-Typologie
Thomas Manns Beitrag zur Geschichte und Theorie des (Anti-)Humanismus
152 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4690-2
Fabers Buch rekonstruiert die implizite Intellektuellentypologie des Thomas Mannschen Brief-, Essays- und Romanwerks als eine universalgeschichtlich orientierte, jedenfalls inspirierte: vom alttestamentlichen Joseph und klassischen Goethe nicht weniger als von jeweiligen Zeitgenossen und expliziten Selbstreflexionen. – Der Intellektuelle Thomas Mann und sein eigenes Intellektuellenkonzept sind keineswegs die alleinigen Gegenstände der vorliegenden Bemühungen; die historischen und zeitgenössischen Intellektuellen, mit denen sich Mann essayistisch oder narrativ beschäftigt hat, und nicht zuletzt die belletristischen Idealtypen in Art seiner Naphta, Peeperkorn und Settembrini treten hinzu. Letzterer Favorisierung kann bei der Rekonstruktion einer literarischen Typologie kaum überraschen, umso weniger als deren unvergleichliche Qualität nicht zuletzt auf ihrer hohen Literarizität beruht.


Bernstein, Nils
?kennen sie mich herren / meine damen und herren?
Phraseologismen in moderner Lyrik am Beispiel von Ernst Jandl und Nicanor Parra
260 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4699-5
Der zentrale Vergleichsgegenstand bei Bernsteins Untersuchung der Lyrik von Ernst Jandl (1925- 2000) aus Österreich und Nicanor Parra (*1914) aus Chile ist deren Verwendung von Phraseologismen, d.h. von festen Mehrwortverbindungen mit gradueller semantischer Transformierung. Durch kontextuelle Verfremdung, Erweiterung oder Remotivierung modifi zieren Parra und Jandl gängiges phraseologisches Sprachmaterial wie Redewendungen und Sprichwörter. Bernstein stellt dabei sieben Funktionshypothesen von Phraseologismen in Lyrik auf, die sich von den beiden Vergleichsautoren abstrahierend auch auf weitere Vertreter moderner Lyrik anwenden lassen. Darunter fallen Wirkungs- und Verwendungsweisen wie die Themenentfaltung, die Annäherung an Alltagssprache, der Appell zu Sprachsensibilisierung, der spezifi - sche Gebrauch von Biblismen, die Evokation von Komik und die Phraseologisierungsfähigkeit. Zudem eignen sich die Gedichte Jandls und Parras durch den gehäuften Phraseologismengebrauch zur exemplarischen Diskussion von Poetizitätskonzepten moderner Lyrik mit ihrer Tendenz zur Abweichung von lyrischen Konventionen. Nils Bernstein studierte Germanistik, Theaterwissenschaft, Komparatistik und Deutsch als Fremdsprache in Mainz und promovierte in Wuppertal. In den Jahren 2006/07 arbeitete er als DAADSprachassistent an der Universidad de Chile in Santiago.

Zinn, Andreas
Bildersturmspiele
Intermedialität im Werk Bertolt Brechts
384 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4660-5
Die Begeisterung für Pieter Brueghel, die Freundschaft zu George Grosz und die Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner Caspar Neher steckte bislang die engen Grenzen ab, innerhalb derer das Thema „Brecht und die bildende Kunst“ behandelt wurde. Bildersturmspiele stellt erstmals den bildaffinen Autor Bertolt Brecht vor, der in allen Werkphasen und in allen Gattungen literarische Bezugnahmen auf Malerei, Fotografie, Bildhauerei oder Architektur sowie Text-Bild-Kombinationen erprobt. Um die Spezifik dieser intermedialen Poetik zu erfassen, ist eine Neudefinition der Begriffe „Ikonoklasmus“ und „Ekphrasis“ geboten. Brechts Bildersturmspiele gehen weit über das hinaus, was man gemeinhin unter „Bilderfeindlichkeit“ und „Bildbeschreibung“ versteht. Vielmehr partizipiert diese Untersuchung am Gedanken einer Erneuerung des „paragone“, des Wettstreits zwischen Text und Bild, bei dem Verbales und Visuelles kollidiert. Die Inszenierung des Konfliktmoments eröffnet Deutungskämpfe, aus denen Brechts Text als machtvoller Okkupant hervorgehen darf. Spätestens mit Brechts Fotoepigrammatik erweist sich das Spiel mit visuellen Bedeutungspotentialen als Bestandteil einer Ästhetik des Widerstands, welche die fotorhetorischen Strategien zur Modellierung der Kriegsrealität subversiv brechen. So ist die Kriegsfibel nicht zuletzt als „Kriegsbilderfibel“ zu begreifen.

Die Begründung der Philosophie im Deutschen Idealismus
Herausgegeben von Ficara, Elena
352 S., Br., € 58,00
978-3-8260-4697-1
E. Ficara: Einleitung – I. Die Konzeption der Philosophie im deutschen Idealismus – B. Sandkaulen: Denken und Nachdenken. Zum Philosophiekonzept Hegels im Kontext der Frage nach ‚Transdisziplinariät’ – S. Poggi: Wissenschaftsgeschichte und Philosophiegeschichte in der Geschichte des Deutschen Idealismus: Das Problem des Lebens – C. Senigaglia: Das sich selbst befragende Wissen: Fichtes und Hegels Verständnis der Philosophie – M. Ivaldo: Wissen und Leben in Hinblick auf die Frage des ‚Systems’. Jacobi und Fichte – K. De Boer: Kant, Hegel, and the System of Pure Reason – II. Philosophie und Skeptizismus – A. Nuzzo: Truth and Refutation in Hegel’s Begriffslogik – C. Spahn: Alte, neue und ganz neue Skepsis. Hegels Begründung der Philosophie und Wege ihrer Aktualisierung – F. D’Agostini: Hegel’s Interpretation of Megarian Paradoxes: Between Logic and Metaphilosophy – M. N. Forster: Schlegel and Hegel on Scepticism and Philosophy – A. Lyssy: Mit und gegen Hume - Eine Skizze der skeptischen und antiskeptischen Argumente in der „Kritik der reinen Vernunft“ – III. Begründungsmethoden – B. Theunissen: Hegels „Phänomenologie des Geistes“ als systemexterne Rechtfertigung des „Systems der Wissenschaft“ bzw. der „Wissenschaft der Logik“ - eine metaphilosophische Interpretation – W. Rogge: Das kausale Prinzip der Bewusstseinsgenese bei Hegel – H. Birken-Bertsch: Die Überschaubarkeit des Logischen. Zu einer Voraussetzung von Kants Philosophieren – J. Pissis: Begründung im Unbedingten als unabweisbares Problem. Die Funktion von Kants transzendentaler Dialektik – P. Grüneberg: Apperzeption und idealrealistische Begründung – IV. Grundbegriffe – K. Düsing: Ontologie und Theorie der Subjektivität. Untersuchungen zum Begründungsproblem in Hegels „Wissenschaft der Logik“ – R. Schäfer: Das bipolare Ich - Analytische und synthetische Einheit der Apperzeption in Kants Kategoriendeduktion – D. Ferrer: Hegels Begriff des Grundes – C. Binkelmann: Leben - Zweifel - Wissen. Sinclairs Kontroverse mit Hegel um den Anfang der Philosophie – V. Pluder: Erst Handeln, dann Denken? Zur grundlegenden Rolle der Praxis in der klassischen deutschen Philosophie – C. Asmuth: Fichte und das Absolute. Ein grundlegendes Missverständnis der späten Wissenschaftslehren J.G. Fichtes


Rossi, Francesco
Gesamterkennen
Zur Wissenschaftskritik und Gestalttheorie im George-Kreis
360 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4601-8
Prominente Intellektuelle der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts betrachteten Stefan George als das „großartigste Durchkreuzungs- und Ausstrahlungsphänomen“ der deutschen Geistesgeschichte. Um ihn herum formte sich eine Wissenschaftlergruppe, der sogenannte ‚George-Kreis‘, die durch ihre Veröffentlichungen den Diskurs über Grenzen und Möglichkeiten der Wissenschaft bis in die 30er Jahre hinein maßgebend beeinfl usst hat. Diese Studie zeigt anhand der Publikationen dieses Kreises, von den Blättern für die Kunst bis zur Transcendenz des Erkennens von Edith Landmann, wie sich der Diskurs über poetisches Wissen und Erkenntnis zu einem wissenschaftlichen Paradigma entwickelte, das sich im Kontext der Wissenschaftskrise als humangerechte und -zentrierte Alternative zum mechanisch-physikalischen Modell des Positivismus präsentieren konnte. Harter Kern dieses Paradigmas war nämlich eine von Platonismus, Lebensphilosophie und Hermeneutik des Fin-de-Siècle gefärbte Auffassung der ‚Gestalt‘, die auf epistemologischer sowie auf methodologischer Ebene alle Charakteristika eines radikalen Holismus aufweist. 

Kalina Kupczynska
„Vergeblicher Versuch das Fliegen zu erlernen“
Manifeste des Wiener Aktionismus
250 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4708-4
Der Wiener Aktionismus war bereits Gegenstand wissenschaftlicher Studien von Theater- und Medienwissenschaftlern, Kunsthistorikern, Religionswissenschaftlern und Philologen. Im Zentrum der Analysen standen die Aktionen der Wiener Künstlergruppe der 60er Jahre, die schriftlichen Zeugnisse der Bewegung wurden bisher selten beachtet. Diese Forschungslücke möchte nun das vorliegende Buch schließen, in dem die Manifeste des Wiener Aktionismus in einem breiten kulturwissenschaftlichen Kontext untersucht werden. Der Leitgedanke gilt dabei der für den Wiener Aktionismus programmatischen Sprachskepsis und deren Erscheinungsformen in den Schriften von Günter Brus, Otto Muehl, Hermann Nitsch und Rudolph Schwarzkogler. Neben Manifesten werden schriftliche Zeugnisse (Tagebuchaufzeichnungen, Arbeitsnotizen, Partituren und Ankündigungen der Aktionen, Interviews) herangezogen, auch solche, die die Zusammenarbeit der Aktionisten mit anderen Künstlern, Dichtern und Schriftstellern (Oswald Wiener, Dieter Schwarz, Peter Weibel, Reinhard Priessnitz und vielen anderen) dokumentieren. Der Antagonismus des Wiener Aktionismus gegenüber der sprachlichen Vermittlung wird u.a. vor dem Hintergrund der refl ektierten Sprachskepsis der Wiener Gruppe einer kritischen Analyse unterzogen.
Kalina Kupczynska, Dr. Phil. Studium der Germanistik in Lodz und Passau, Werfel-Stipendiatin an der Universität Wien. Seit 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistik der Universität Lodz.


Neubauer, Jochen
Türkische Deutsche, Kanakster und Deutschländer
Identität und Fremdwahrnehmung in Film und Literatur: Fatih Akin, Thomas Arslan, Emine Sevgi Özdamar, Zafer Senocak und Feridun Zaimoglu
574 S., Br., € 68,00
978-3-8260-4630-8
Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die thematische und ästhetische Neuausrichtung des deutsch-türkischen Kinos und der deutsch-türkischen Literatur zwischen 1990 und 2005. Im Zentrum stehen hierbei Werke, die sich dem Themenkomplex Migration, Identität und Fremdwahrnehmung aus sehr unterschiedlicher Perspektive annähern. Im Bereich des Films sind dies Fatih Akins Gegen die Wand und Thomas Arslans Geschwister Karde ler, im Bereich der Literatur Emine Sevgi Özdamars Die Brücke vom Goldenen Horn, Zafer Senocaks Gefährliche Verwandtschaft sowie Feridun Zaimoglus Liebesmale, scharlachrot. Die in den Filmen und literarischen Texten ausgestalteten Identitätsentwürfe werden von Jochen Neubauer mit Hilfe soziologischer, sozialpsychologischer sowie xenologischer Kategorien und Konzepte beschrieben und mit einer historischen Kognitionsanamnese verknüpft. Durch die Herausarbeitung von historisch präformierten Verstehensvoraussetzungen und Deutungsmustern gelingt es, den Einfluss gesellschaftlicher Diskurse über Türken und Deutschtürken auf die Ausgestaltung der Identitätsproblematik innerhalb der Werke nachzuvollziehen.

Nina Heiß
Erzähltheorie des Films
380 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4692-6
Der Film verknüpft bewegte Bilder, Geräusche, Musik, Sprache und Schrift und dynamisiert ihre Zeichen zu Erzählungen. Seine multimediale Komplexität stellt eine Herausforderung dar, der sich die Filmwissenschaft auf unterschiedliche Weise genähert hat. Einigkeit besteht allenfalls über das ausgeprägte erzählerische Potenzial des Films, der eine enge Verbindung mit der epischen Literatur eingegangen ist – man bedenke nur die hohe Anzahl Romanverfilmungen. In einem ersten Teil zeigt die Studie, wie sich das komplexe Zeichenmaterial des Films zu Erzählungen zusammenfügt. Dabei wird kritisch zu Theorien Stellung bezogen, welche den Film als mimetisches Medium par excellence verstehen. Der Zeigegestus der Bild- und Tonzeichen des Films wird stets durch einen Erzählgestus begleitet und überlagert. Als hybrides Medium sprengt der Film die klassischen Frontstellungen zwischen der ‚authentischen Natürlichkeit‘ von Bildzeichen und dem ‚konventionalisierten Symbolcharakter‘ von Sprache. In einem zweiten Teil zeigt eine detaillierte Analyse von Quentin Tarantinos Racheepos Kill Bill (2003/2004), wie sich die Zeichen des Films sowohl zu Symbiosen zusammenfinden als auch in Konkurrenzkonstellationen eintreten. In Kill Bill rivalisieren nicht nur Täter und Opfer von Racheszenarien, sondern auch die in den Film integrierten Erzählmedien. Im Schlussteil wird die These verfolgt, dass der Film aufgrund seiner simultanen Überlagerung von Raumund Zeitkünsten als Erzählmedium prädestiniert ist. Nina Heiß studierte Neuere deutsche Literatur, Komparatistik und Ethnologie an der LMU-München und der University of Otago in Dunedin/ Neuseeland. Seit 2006 ist sie Mitarbeiterin mit filmwissenschaftlichem Schwerpunkt am Institut für deutsche Philologie der LMU.


Hein, Matthias
Zu einer Theorie des Erlebens bei Béla Balázs
206 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4625-4
Béla Balázs (1884-1949) ist einer der Begründer der Kinotheorie. Theoretische Reflexion ist für ihn aber nie Selbstzweck, sondern steht im Dienste einer poetischen Selbstverständigung. So lesen sich seine Märchen und Feuilletons als Versuche, dem Geheimnis künstlerischer Kreativität auf die Spur zu kommen. Nach Balázs hat die Inspiration ihren Ursprung in einem Erleben, das sich für die Übergänge zwischen Traum und Wirklichkeit sensibilisiert. So wird die Phantasie selbst zu einem Sensorium von Erfahrung. Ziel dieser Untersuchung ist es, dem Theoretiker und Künstler gleichermaßen gerecht zu werden. Hierbei erweist sich eine Theorie des Erlebens als gemeinsamer Nenner von Balázs mannigfaltigen Unternehmungen. Mit dem Erlebnisbegriff akzentuiert er Erkenntnismomente, die sich dem gängigen Wissensideal entziehen und sich einer ästhetischen Wahrnehmung verschreiben. Nicht nur dient ihm das Leben als unhintergehbare Inspirationsquelle, Theorie selbst wird zu einem Raffinement der Lebenskunst .


Hofmann /Yesilada
Kulturgeschichte der türkischen Einwanderung in Deutschland
288 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4610-0
Das Kompendium präsentiert erstmals und umfassend eine beeindruckende Vielfalt von Fakten und Hintergründen türkisch-deutscher Kulturgeschichte in wissenschaftlicher und zugleich anschaulicher Weise. Chronologische Überblicksartikel der jeweiligen Jahrzehnte, diachronischen Themenbeiträge zu Politik, Wirtschaft und Kultur sowie zahlreiche Schlaglichter zur Kulturgeschichte bieten Kennern als auch Interessierten spannende Einblicke in türkisch- deutsche Kultur. Damit trägt das Buch auch zu einem gemeinsamen kulturellen Gedächtnis des Einwanderungslandes Deutschland bei.


Schroeter, Matthias L.
Die Industrialisierung des Gehirns
Eine Fundamentalkritik der kognitiven Neurowissenschaften
228 S., Br., € 36,00
978-3-8260-4703-9
Die Arbeit leistet einen wesentlichen Beitrag zu einer allgemeinen Theorie des Bewusstseins und zu einer Fundamentalkritik der zeitgenössischen kognitiven Neurowissenschaften. Der Band gelangt zu dem Ergebnis, dass, obwohl bereits viele kognitive Funktionen im Gehirn verortet werden können („positive Phrenologie“), der zeitgenössische Ansatz keinen Zugriff auf die dem Menschen als Lebewesen wesentlichen Eigenschaften ermöglicht – namentlich phänomenales Bewusstsein /Qualia, Intentionalität und die Erzeugung von Bedeutung. Im Ergebnis muß die positive Phrenologie von einer „negativen Phrenologie“, welche kognitionswissenschaftlich nicht zugängliche Phänomene umfasst, fl ankiert werden.

Phono-Graphien
Akustische Wahrnehmung in der deutschsprachigen Literatur
von 1800 bis zur Gegenwart
Herausgegeben von Marcel Krings
424 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4623-0
V. Wittmann: Zwischen schallen und geuden. Zuordnungsprinzipien literarischer Klangdarstellungen in Mittelalter und Früher Neuzeit - J. Eickmeyer: Hörbare Dichtung - Hörbares Dichten. Zum Verhältnis von Poesie und akustischem Phänomen in der Lyrik des Barock - M. Hennig: Herders Ästhetik des Auditiven als Entwurf einer Anthropologie der Lebendigkeit - J. Bär: Das Konzept des Gehörs in der Theorie der deutschen Romantik - T. Leibold: Kolossale Musik. Klangfiguren, Neuroanatomie undNatursprache um 1800 - K. Stopka: Verklärung und Verstörung. Phonographien des Rauschens in der deutschsprachigen Literatur um 1800 und 1900 - T. Pittrof: Vom Hörbaren lesen. Phänomenologie der Literatur und Kulturpoetik der Moderne: Rainer Maria Rilke - E.-M. Siegel: Das Sprechen des kulturellen Archivs. Sieben Thesen zur phonographischen Schreibweise des Naturalismus - H. Hiebler: Phonogramme der Wiener Moderne - A. Dunker: "und brüllzten wesentlich". Laut und Geräusch bei Dada und in der Neo-Avantgarde Ernst Jandls - S. Kiefer: Der Klang der Neuen Sachlichkeit. Stimmen, Musik und Maschinen in Texten von Irmgard Keun, Kurt Tucholsky und Erich Kästner - M. Krings: "Versuche auf Geister". Zur Akustik der Gespenstergeschichte in Goethes Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten und Kleists Bettelweib von Locarno - C. Sinn: Mitdenkende Metrik - Zuhörende Theorie. Friedrich Hölderlins Der Mutter Erde - C. Gößling: Materialisation des Unaussprechlichen. Musikästhetik in E.T.A. Hoffmanns Rat Krespel, Thomas Manns Tristan und Pascal Merciers Lea - M. Eggers: "Ein eigentlich menschliches Ausdrucksmittel". Der Gesang der Nachtigall in Literatur- und Naturgeschichte - J. Hobus: "Nur horchen will ich und im Sinn/ erwidern deinen Liebeslaut". zur phonographischen Dimension der Liebessprache in Robert Walsers Texten - M. Auer: A E I O U. Jüngers Politik der Vokale - C. Pross: Zerstreutes Hören. Zur Verschränkung von Sprach-, Literatur- und Mediengeschichte in den Radioarbeiten Arno Schirokauers - R. Ryder: Rudolf Arnheims Rundfunk als Hörkunst und die Kunst, nicht Rundfunk zu hören - C. Özelt: Sonore Länder. Akustische Raumerfahrung und -genese im Werk Peter Handkes - V. Ronge: "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold". Die Rolle des Schweigens bei Thomas Bernhard - eine gendertypologische Untersuchung Seit Platon und dem Horazischen ut pictura poiesis steht die europäische Kultur unter dem Primat des Auges. Doch Wahrnehmung, Wissen und Dichtung basieren in besonderem Maße auch auf dem Hörsinn: Literatur ist nicht allein Ikonographie, sondern auch "Phono-Graphie". Der auf eine DFG-Tagung zurückgehende Sammelband untersucht die Frage, in welcher Weise Literatur besonders ab 1800 diese fundamentale Relevanz des Akustischen reflektiert, an die Herder erinnert hatte. Die Beiträge erschließen literarische Laut-Schriften in Epochenprofilen und Einzelinterpretationen und lassen auf diese Weise den (inter)medial, ästhetisch und kulturell vermittelten Wandel des phonographischen Schreibens bis heute erkennbar werden.

Hans Ebeling
Theorie der Denkakte
52 S., Br., € 12,80
978-3-8260-4470-0
Grundlegende Denkakte sind nur in sehr insignifikanter Zuschreibung auch Sprechakte. Entscheidend ist, daß und wie sie in Transzendenz, Resistenz und Affirmation die Einheit des Erkennens und Handelns begründen. Beide stehen in einem Verhältnis der wechselseitigen Implikation und also Voraussetzung jenseits der Differenz von Sein und Sollen.

Erster Denkakt: Übersteigen
(A) Die Abspaltung der Theorie
(B) Die Einbettung der Theorie
Zweiter Denkakt: Widerstehen
(A) Die Unordnung der Praxis
(B) Die Einmessung der Praxis
Dritter Denkakt: Bejahen
(A) Die Verneinung der Einheit
(B) Die Bejahung der Einheit
Metatheorie der Denkakte

Hans Ebeling, em. o. UProfessor, lehrte Philosophie in Freiburg i. Br., Heidelberg, Berlin, Frankfurt a. M. etc. Zuletzt erschien von ihm bei K&N „Der Satz vom Abgrund“ (2010).



Arabatzis, Stavros
Im Niemandsland der Großen Installation
Theorie der Medien
274  S., Br., € 34,80
978-3-8260-4626-1
In der Beschäftigung mit den neuen Medien wurde in den letzten 30 Jahren nicht nur das starke Medium "Masse" vergessen, sondern ebenso das Universalmedium (in seinen mehrfachen Metamorphosen, als Bild, Ton, Wort, Design, Geld, Wahrnehmung etc.), das heute alles formatiert und noch radikal verschiedene Systeme und Kulturen letztlich zu überschreiben versteht. Daher werden hier Medien als prägende und formatierende Mittel von Kultur überhaupt untersucht und in ihren Wirkungen, Auswirkungen, Imaginationen sowie epistemologischen und poietischen Intentionen theoretisch eingefangen. Hierbei werden auch die theoretischen Knoten verortet, wie sie etwa auch die Texte eines Deleuze, Zizek, Derrida oder Agamben in der digital vernetzten Weltgesellschaft bilden. Es handelt sich um eine Theorie der Medien, die die Medien (Mittel) weder verabsolutiert, noch pseudokritisch traktiert, vielmehr sie auf ihre Bedeutung hin befragt und sie auch in Beziehung zu einem Nichtmedialen setzt. Eine These dieser Studie lautet: alles Mediale, Vermittelte, zehrt vom Unmittelbaren und weist auf dieses zurück, gerade weil es das Unmittelbare prägt und medial formatiert, aber darin eben auch nicht ganz aufgeht.
Stavros Arabatzis, geboren 1961, ist Philosoph und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts Zweite Passagen-Arbeit, das an der Universität/Kunsthochschule Bremen durchgeführt wird und lebt in Bremen.

Manfred Voigts (Hrsg.)
Jacob Taubes und Oskar Goldberg
Aufsätze, Briefe, Dokumente
88 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4620-9
Seinen ersten 1942 veröffentlichen Aufsatz ‚Kabbala‘ schrieb Jacob Taubes unter dem Eindruck von Oskar Goldberg, den sein Vater in Zürich zu einem Vortrag eingeladen hatte. Zwölf Jahre später und eineinhalb Jahre nach Goldbergs Tod erschien in ‚Partisan Revue‘ seine Analyse der Figur des Chaim Breisacher, in der Thomas Mann im ‚Doktor Faustus‘ Goldberg karikiert hatte. Der hier dokumentierte Briefwechsel mit zwei Anhängern Goldbergs macht deutlich, dass Taubes ihn und seine Vorstellungen vom Judentum noch ausführlicher „in die Arena“ bringen wollte. Die Briefe von Taubes geben in ihrer Offenheit ein lebendiges Bild seiner Persönlichkeit und seines zweiten Aufenthaltes in den USA. Manfred Voigts lehrt am Institut für Jüdische Studien an der Universität Potsdam. 1994 gab er den Band ‚Franz Kafka: Vor dem Gesetz‘ heraus, 2007 ,Kafka und die jüdische Frau‘ – beide bei K&N. Sein letztes großes Werk ist „Die deutsch-jüdische Symbiose. Zwischen deutschem Sonderweg und Idee ,Europa‘."


Hans Erler
Zur Aktualität des Judentums
Vorträge 1997-2010
220  S., Br., € 28,00
978-3-8260-4633-9
Der Band ist ein für Deutschland einzigartiges Dokument der Annäherung und Identifikation mit jüdischem Denken. Er besteht aus Beiträgen zu vom Autor herausgegebenen Publikationen zum Judentum in Deutschland aus den Jahren 1997 – 2003, der zweite Teil enthält Vorträge aus der Zeit 2004 – 2010. Was alle Texte verbindet ist das Interesse, den politischen Gehalt jüdischen Denkens herauszustellen. Sie unterscheiden sich damit von jeder anderen Art der Auseinandersetzung mit Judentum in Deutschland vor und nach der Vernichtung des europäischen Judentums. Judentum erscheint in allen Texten als eine ganz und gar gegenwärtige autoritäts-, herrschafts- und gewaltkritische Antwort auf die verbrecherischen Irrwege der Geschichte. Ihr Fazit: „Keine Humanität ohne Aufklärung – Keine Aufklärung ohne Humanität“. Der Band zeigt, dass die Aktualität des Judentums darin besteht, dass sein Denken kein Tabu gelten lässt und gerade damit zur Umkehrung des Blicks weg von der Anerkennung jeden irrationalen Geltungs- und Herrschaftsanspruchs verführt. Diese Umkehrung des Blicks verdichtet sich in einem Begriff: Ungehorsam. Er erweist sich als der politische Schlüsselbegriff zu einer dem Menschen angemessenen Welt des Dialogs im Privaten und Gesellschaftlichen, der Wirtschaft und der Politik. Hans Erler, seit 25 Jahren Auseinandersetzung mit jüdischem Leben in Deutschland, Initiator wichtiger Publikationen zum Judentum, u.a. „Meinetwegen ist die Welt erschaffen – Das intellektuelle Vermächtnis des deutschsprachigen Judentums. 58 Portraits“, „Judentum verstehen – Die Aktualität jüdischen Denkens von Maimonides bis Hannah Arendt“, 2009 erschien „Judentum und Sozialdemokratie – Das antiautoritäre Fundament der SPD“.


Ingmar Dette
Die grundlose Macht
Eine Studie zu Identität und Repräsentation am Beispiel der politischen Ordnung der DDR
300 S., Br., € 46,00
978-3-8260-4616-2
Der Autor sucht nach einer plausiblen politikwissenschaftlichen Erklärung für den Zusammenbruch des politischen Systems der DDR. In diesem Band legt er eine eigene Beschreibung für den von Winfried Thaa erwähnten Vorgang der Entleerung der sozialistischen Zielkultur vor. Dabei richtet der Autor seine Aufmerksamkeit auf zwei Phänomene, welche die politische Ordnung der DDR bis zu deren Ende kennzeichneten, den permanenten Mangel und die innere Unordnung. In der Auseinandersetzung mit parteioffi ziellen und dissidentischen Äußerungen sowie in der Betrachtung des ostdeutschen Gründungsmythos wird der politischen Verfasstheit der DDR eine grundlegende Unstimmigkeit nachgewiesen, die sich exemplarisch in der Unfähigkeit zur angemessenen Verortung der Macht innerhalb der politischen Ordnung zeigt. Sowohl der grundlegenden Unstimmigkeit der politischen Ordnung als auch dem daraus resultierenden Defi zit entspricht eine schon von Dolf Sternberger beobachtete Gier nach Zustimmung, die auf den erwähnten Mangel verweist. Ingmar Dettes Untersuchung beschreibt den Zerfall der auf Einmütigkeit und Einheit angelegten politischen Ordnung der DDR mit Blick auf deren Konstitutionslogik als Folge eines realen Mangel erzeugenden, symbolischen Tauschverhältnisses von Dank und Vertrauen.
Ingmar Dette studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Evangelische Theologie in Greifswald, Southampton und Erlangen.


Andrea Siegmund
Der Landschaftsgarten als Gegenwelt
Ein Beitrag zur Theorie der Landschaft im Spannungsfeld von Aufklärung, Empfindsamkeit, Romantik und Gegenaufklärung
462 S., Br., € 58,00
978-3-8260-4612-4
In der dieser Arbeit wird eine Systematik für den europäischen Landschaftsgarten entwikkelt, die sich nicht auf die gestalterischen Merkmale der Landschaftsbilder, sondern auf die ideellen Landschaftskonzepte bezieht und die diese aus Subjektidealen ableitet. Aus gangs punkt ist die Erkenntnis, daß rein stilistische Sortierungen wenig zum Verständnis der Kunstform Landschaftsgarten beitragen, da ähnliche Gestaltungen sehr unter schied liche Aussageintention haben können. Indem es den geistigen Hintergrund der landschaftlichen Gartenentwürfe systematisiert, gibt das vorgeschlagene Idealtypenmodell Hinweise darauf, was bedeutungsvolle Landschafts details sein könnten und erleichtert so die Interpretation von Beispielen aus der Gartenthe o rie oder Gartenkunst. Gleichzeitig ermöglicht die Konstruktion von Ideallandschaftstypen einen neuen Blick auf bestimmte allgemeine Merkmale des Landschaftsgartens. Ein Beispiel, das ausführlich behandelt wird, ist der Stilpluralismus der Architekturstaffagen in den Gartenszenen. Durch eine Analyse der Bedeutung der unterschiedlichen Stilrichtungen läßt sich zeigen, daß eindimensionale Erklärungsmuster zu kurz greifen und daß erst eine nach dem zugrundeliegenden Landschaftsideal differenzierte Betrachtung die Stilkom bina tion befriedigend zu erklären vermag.


Reinhard, Hans G.
Admirabilis transitus a potentia ad actum
Leibniz' Deutung des Aristotelischen Entelechiebegriffs
383 S., Br., € 42,00
978-3-8260-4642-1
Diese erste Monographie zum Entelechiebegriff bei Leibniz will den systematischen Stellenwert klären, den der von Aristoteles geprägte Begriff der Entelechie in Leibnizens metaphysischem System gewinnt. Die Rekonstruktion seiner stets nur angedeuteten Lehre von den Monaden als metaphysische Punkte vor dem Hintergrund seiner naturphilosophischen, kosmologischen Hypothese vom Lichtäther zeigt, dass Leibniz unter „Entelechie“ die innere, sog. aktive Kraft des metaphysischen Punktes (Monade) versteht, die das Analogon der Seele darstellt und das herrschende Steuerungszentrum lebendiger Körper bildet. Mit seiner Assimilation des Aristotelischen Begriffs der Entelechie gibt Leibniz diesem Terminus eine neue Bedeutung, welche die bei Aristoteles mit ihr verknüpften Merkmale zum Teil enthält, andere jedoch hinzufügt. Leibniz’ neue Auslegung der Aristotelischen Entelechie erklärt sich aus der schon beim frühesten Leibniz dokumentierbaren Absicht, die Aristotelische Lehre vom Geist (????) im Zeitalter der mechanistischen Naturphilosophie mit den neu gewonnenen Mitteln zu verstehen.


Gutjahr, Ortrud
Das Käthchen von Heilbronn und Penthesilea
von Heinrich von Kleist
340 S., Br., € 15,00
978-3-8260-4653-7
Überblick zur Werk- und Aufführungsgeschichte N. Bramkamp / S. Lubbe: Jenseits der Klischees. Zur Ambivalenz der Geschlechterbeziehungen bei Kleist R. Vontobel im Gespräch: "Besessen von einer Vision, das sind Käthchen und Penthesilea" O. Gutjahr: Eigensinnige Mädchen. Das Käthchen von Heilbronn + Penthesilea - Figurenverwandtschaften in Heinrich von Kleists Dramen und Roger Vontobels Inszenierungen S. Düring: Beziehungsfallen. Macht, Unterwerfung und Verschmelzungsphantasien in Heinrich von Kleists Das Käthchen von Heilbronn und Penthesilea B. Hamacher: "Das nenn ich menschlich nicht verfahren" Kleists unmenschliche Anthropologie in Das Käthchen von Heilbronn Diskussion: "So etwas wie ein unzuverlässiger Dramatiker ist verlockend" J. Vogel: Gescheiterte Triumphe. Auftrittskrisen in Kleists Penthesilea B. Menke: Grenzen der Darstellung, Entsetzen H. Parzinger: Der Amazonenmythos: Eine Spurensuche H.-P. Preußer: Kriegerinnen aus gutem Grund. Amazonen in Antike und Gegenwart Diskussion: "Wenn die Liebe nicht terroristisch unterwegs ist, fängt sie an, Kaffeeklatsch zu halten"


Hintz, Hans
Gewaltkomplex Schule
Dimensionen eines gesellschaftlichen Zwangszusammenhangs
180 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4603-2
Die gängige Schuld-und-Sühne-Pädagogik, höchstens flankiert von gelegentlichen kausalitätslogischen Entlastungserklärungen, vermag das gegebene Aggressionspotential von Fall zu Fall zu kanalisieren, zu sublimieren, zu neutralisieren: Es bleiben doch nur zweifelhafte Erfolge, die den Umgang mit der Gewalt privatistisch belassen und keine ausgleichende Zirkulation der Schuldmasse im gesellschaftlichen Austausch bewirken. Nötig wäre stattdessen ein Schuldeingeständnis seitens der Schule, die Erklärung ihrer Bereitschaft, das Gewaltproblem als ein durch sie selbst erzeugtes anzuerkennen und es kooperativ auf Augenhöhe mit den Schülern anzugehen, die Gewaltgenerierung gerade auch in das Selbstverständnis, die Konzeption und Organisation der demokratischen Schule hinein zu verfolgen, ja in ihr die Bedingungen und Erzeugungsgründe des Gewaltproblems in seiner aktuellen Gestalt und Dimensionierung aufzusuchen und kenntlich zu machen.

Ludwig, Mark
Zurechnungsfähigkeiten
Kriminologie in Robert Musils 'Mann ohne Eigenschaften'
282 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4628-5
Der Komplex des Kriminologischen in Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften ist in der bisherigen Musil-Forschung kaum beachtet worden. Dabei weisen umfassende Referenzen im Roman sowie Notate in Tagebüchern und Nachlass-Dokumenten darauf hin, dass das Feld der Kriminologie offenbar in mehrfacher Hinsicht wichtige Funktionen für das Gesamtgefüge des Textes und die dargestellten Inhalte erfüllt. Die Studie weist eine Reihe bisher unbekannter Quellen nach, die Musil in seinen Roman integrierte und fragt zugleich nach der poetologischen Relevanz des Kriminologischen für den Mann ohne Eigenschaften. Gezeigt wird, dass der Text in seinen Beobachtungen des Kriminologischen die Moderne mit ihren jeweils in sich begrenzten Perspektiven in den Blick nimmt und zugleich in einer selbstreflexiven Schleife das dem Roman eigene poetologische Programm wie auch die ihm gesetzten Grenzen von Sprache und Denken reflektiert. 

Glatz, Edith
"Wandern in poetischen Texten"
131 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4564-6
Wie schon der Titel andeutet, richtet sich das Buch sowohl an Wanderfreudige als auch an Literaturinteressierte. Teil I bereitet das Thema theoretisch vor, in Teil II werden literarische Beispiele angeführt, die einzelne Aspekte illustrieren und zeigen, wie Dichter Wanderszenen in ihre Werke einbauen. Dabei werden auch weniger bekannte Autoren herangezogen, was vielleicht dazu anregt, manche Dichtung nachzulesen.


mythos no.3
Mythos in Medien und Politik
316 S., Br., € 35,00
978-3-8260-3571-5
Y. Bizeul: Mythos, Ideologie und Utopie im französischen Republikanismus – F. Breitmeier: „Wunder von Bern“ - „Sommermärchen“ – E. Camic: Erforschung politischer Mythen – D. Fleurdorge: Réflexion sur les rituels du président de la République française – H. H. Hahn: Stereotyp - Geschichte - Mythos – H. Hein-Kircher: Überlegungen zum Verhältnis von „Erinnerungsorten“ und politischen Mythen – J. von Hoegen: Der Hindenburg-Mythos – S. Keuneke: Mythisierung als Teil des Starphänomens – H. Kokott: Die Wartburg - zur Genese eines Mythos – F. Monneyron: Mythe et race – M. Xiberras: Mythes politiques et identités sociales. Weitere Texte: A. Ader: Diana und die Jagd als Herrschaftsdemonstration – T. Bachmann: Weltanschauliche Mythendeutung – T. Semlow: Pandora 

Kabobel, Jana
Die politischen Theorien von Luhmann und Foucault im Vergleich
261 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4600-1
Die politischen Theorien von Foucault und Luhmann sind bisher wenig bekannt und werden eher an den Rändern der Systemtheorie Luhmanns und Diskursanalyse Foucaults verortet. In dieser Arbeit wird die Aufmerksamkeit auf diese nur sporadisch rezipierten Bereiche der beiden Theoretiker mithilfe einer besonderen Methode geworfen, dem Theorienvergleich. Durch einen Vergleich der beiden Denker, die bislang auf unterschiedlichen erkenntnistheoretischen Positionen verortet wurden, werden verwandte Denkmuster und Unvereinbarkeiten, sowie Möglichkeiten und Grenzen der Theorien sichtbar, die gleichzeitig einen einzigartigen Blick auf die prominenten Vertreter des Poststrukturalismus und der Systemtheorie erlauben. So wird es möglich bei Foucault die Beobachtung zweiter Ordnung ausfindig zu machen und Luhmann als Genealogen zu charakterisieren. Der Vergleich ist dabei so konzipiert, dass ausgesuchte Elemente der Theorien vorgestellt und miteinander konfrontiert werden. Dabei handelt es sich im ersten Teil der Arbeit um die Rezeption der Denker, ihren wissenschaftlichen Kontext und die Grundlagen ihrer Theorien. Im zweiten Teil liegt der Fokus auf politiktheoretischen Aspekten wie Foucaults und Luhmanns Verständnis von Macht, Staat, Neoliberalismus und Wohlfahrtsstaat, Regierung und Widerstand.


Gratzke, Michael
Blut und Feuer
Heldentum bei Lessing, Kleist, Fontane, Jünger und Heiner Müller
200 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4614-8
Die Grundfiguren des Heldentums sind der Führerheld und der Opferheld. Der Opferheld tritt im 18. Jahrhundert an die Seite des Führerhelden, dessen heroische Größe sich im Opferhelden in die Erhabenheit der guten Haltung und richtigen Gesinnung verwandelt. Das Heldentum des Selbstopfers beruht auf den Spannungen zwischen Tapferkeit & Feigheit, Gehorsam & Auflehnung, Ausdruck & Stoizismus, Pflicht & Neigung, Staat & Individuum. Eine militärische Leistung wird dann zu einer Heldentat, wenn sie in der Heldenverehrung als solche konstituiert wird. Das Opferheldentum ist dabei nicht auf militärischen Erfolg angewiesen. Das Heldentum des Opferhelden tritt in der Niederlage sogar besonders deutlich hervor. Entscheidend für die Verehrung als Opferheld sind das lange Leiden und der Tod. Dieses Modell lässt sich von der Verehrung des Dichters und Offiziers Ewald von Kleist bis zu Heiner Müllers Identifikation mit dem zweifach betrogenen Ajax verfolgen.
Michael Gratzke unterrichtet deutsche Literatur, Literaturtheorie und Gender Studies an der Universität St. Andrews in Schottland. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Darstellung von männlicher Subjektivität in der Literatur vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Er hat zum Masochismus und anderen Praktiken der Selbstermächtigung und Selbstentäußerung veröffentlicht. Der vorliegende Band fasst die Ergebnisse seiner Arbeit zu Kriegsdarstellungen und Opferheldentum zusammen.


Josef Rattner / Gerhard Danzer
Pädagogik und Psychoanalyse
176 S., Br., € 22,00
978-3-8260-4464-9
Dieser Band der Enzyklopädie der Psychoanalyse ist dem Thema der Erziehung und Bildung gewidmet. Josef Rattner und Gerhard Danzer knüpfen an Sigmund Freuds Erkenntnissen über Kinderpsychologie und neue Erziehungsmethoden an. Allerdings stellen sie fest, dass sich die großen Hoffnungen auf eine Revolution der Pädagogik durch die Tiefenpsychologie nicht erfüllt haben. Ihre Überlegungen münden deshalb in die Suche nach einer Neubegründung der Erziehungsverhältnisse ein, wobei sie den Akzent auf die meist vernachlässigte Erziehung des Erziehers sowie auf eine Pädagogik der Person im Rahmen einer Wertphilosophie legen.

Eckart Kröplin
Richard Wagner - Musik aus Licht
Synästhesien von der Romantik bis zur Moderne.
Eine Dokumentardarstellung: Drei Teile in vier Bänden
2038 S., € 128,00
978-3-8260-4449-6
„Reine Musik ist Eins mit der Offenbarung des Lichts“, meinte einst Friedrich Schlegel. Er beschrieb damit schlaglichtartig ein künstlerisches Phänomen, das – viel umstritten und geleugnet – von der Frühromantik bis in die Moderne die Geschichte der Künste in ganz besonderer Weise dominierte. „Hör‘ ich das Licht?“, singt dann Wagners Tristan in höchster Ekstase. Und von „Klangfarbenmelodien“ sprach schließlich Schönberg. Synästhesien von Licht und Musik, Farbe und Ton, Poesie und Klang, auch Töne-Sehen und Farben-Hören bestimmten in auffälliger Art Musik, Malerei und Dichtung von Hölderlin und Novalis, Runge und Friedrich, Beethoven und Weber bis hin zu Schönberg und Strawinsky, Kandinsky und Klee, Joyce und Mann. Im Mittelpunkt, quasi als Fokus wirkend, stand bei alledem Richard Wagner mit den Farb-Licht- bzw. Raum-Zeit-Dramaturgien seiner Partituren. Um ihn konzentrierte sich alles. Seine multisensoralen Wirkungsstrategien, das Ineinanderwirken verschiedener Künste, waren auf revolutionierende Grenzüberschreitungen ausgerichtet, die tradierte gesellschaftliche und künstlerische Werte in Frage stellten und unerhört neu defi nieren wollten. Solcherart Synästhesie galt einerseits als Unding, als tabubrechende Provokation, als künstlerischer Skandal, andererseits aber auch als befreiende Kunstrevolution, als Aufbruch in neue geistige und soziale Regionen. Die Idee der Verschmelzung der „Schwesterkünste“ zu einem „Gesamtkunstwerk“ als Gegenentwurf zur gesellschaftlichen Misere, wurde Ende des 18. Jahrhunderts von den Frühromantikern entworfen und wirkte, von Wagner zum übergreifenden Netzwerk ausgeweitet, als Synästhesiestreben bis ins 20. Jahrhundert fort. Die aufregende Entwicklung dieses unikalen Kunstphänomens erfährt in Kröplins Arbeit eine erstmalig umfassende und auf vielen, bislang kaum oder gar nicht ausgewerteten Dokumentarquellen basierende Darstellung, die als Standardwerk, als ein Novum interdisziplinärer Kunstbetrachtung angesehen werden kann.
Der in Dresden lebende Autor Eckart Kröplin ist Musik- und Theaterwissenschaftler. Lange Jahre wirkte er als Professor für Operngeschichte und Operndramaturgie an der Leipziger Theaterhochschule, später als Chefdramaturg an der neueröffneten Dresdner Semperoper. Er trat mit zahlreichen Publikationen, namentlich zu Richard Wagner, hervor und war an vielen Universitäten und Theatern des In- und Auslands als Gastdozent bzw. Gastdramaturg tätig.
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Bartonek, Anders
Philosophie im Konjunktiv
Nichtidentität als Ort der Möglichkeit des Utopischen in der negativen Dialektik Theodor W. Adornos
256 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4530-1
Die Studie „Philosophie im Konjunktiv. Nichtidentität als Ort der Möglichkeit des Utopischen in der negativen Dialektik Theodor W. Adornos“ beschäftigt sich mit dem utopischen Denken Adornos und fragt, worauf dieses Denken beruht und worin es gründet. Die Antwort darauf findet der Autor in der Nichtidentität und dem Nichtidentischen - zentrale Begriffe der negativen Dialektik -, welche einen Ort bilden, an dem das Denken und die Menschen nicht in den philosophischen und wissenschaftlichen Systemen bzw. der Gesellschaftsstruktur aufgehen. Im Nichtidentischen werden die subsumierenden Identitäten der Philosophie und der Gesellschaft aufgebrochen. In diesem Bruch des Identischen tritt die Möglichkeit des Utopischen hervor. Hier könnte die Befreiung des Nichtidentischen wirklich werden: eine Befreiung allerdings, die ihrerseits erst im Nichtidentischen selbst ermöglicht wird. Das utopische Denken und die Möglichkeit des Utopischen einerseits und Nichtidentität und Nichtidentisches andererseits, gehören - so die Hauptthese - untrennbar zusammen. Das Denken schließlich, welches sich am Ort der Nichtidentität anstrengt, eine Verwirklichung des Utopischen realitätsüberschreitend zu forcieren, wird vom Autor als eine Philosophie im Konjunktiv interpretiert. 

9/11  as catalyst
American and British
Cultural Responses
Edited by D.M.Mohr & S. Mayer
90 S., Br., € 13,00
978-3-8260-4357-4

DUNJA M. MOHR / SYLVIA MAYER
Introduction: 9/11 as Catalyst – American and British Cultural Responses

SASCHA PÖHLMANN
The Liberation from Narrative: Poetry and 9/11

CHRISTIAN SCHMIDT
Singing 9/11: Mourning Humanity in U.S.-American Popular Music

SILVIA SCHULTERMANDL
Art Imitating Life? Visual Turns in 9/11 Novels

GEORGIANA BANITA
“The Internationalization of Conscience:”
Representing Ethics in Pat Barker’s Double Vision




Josef Lehmkuhl
Auf den Schultern von Giganten unserer Kulturgeschichte
104 S., Br., € 12,80
978-3-8260-4466-3
Dieses Buch ist eine Denkanregung, ein kurzweiliges „Zitaten-Feuerwerk“ mit dreißig Essays über Weisheiten und ihre Urheber, die als Vordenker zu den „Giganten“ unserer Wissenspyramide zählen, über die der Autor hier in knapper und prägnanter Sprache reflektiert.
Das Denken der meisten Menschen konzentriert sich mehr denn je auf ihre unmittelbare Existenzsicherung,
auf ihre Wohlstandsvermeh-rung und auf die Befriedigung allermöglicher Triebe. Nur wenige können sich davon befreien, können den Reizen entfliehen, sich entschleunigen und „nach-denken“. Nachdenken alleine macht aber noch nicht weise, denn Weisheit hat vor allem mit Lebenserfahrung zu tun. Insofern sollte man die Toten „befragen“, haben sie uns in ihren Zeugnissen und Schriften doch viel mitzuteilen und in mehr als 2.500 Jahre eine imposante Wissenspyramide gebaut. Auf ihr dürfen wir eine kleine Weile die Spitze bewohnen, altes Wissen nutzen und haben alle die Chance, mit neuem Wissen weitere Bausteine einzufügen.
„Willst du dich deines Wertes freuen, so musst der Welt du Wert verleihen.“ Dieses Goethe-Zitat ist der rote Faden des Buches, sozusagen der Laserpointer, mit dem Bausteine der Wissenspyramide unserer Kulturgeschichte markiert werden. Ein kleines, liebevoll gestaltetes Buch zur Freude von Wissenden, Wertebewahrern und zur Anregung von Weisheit-Suchern. 

Romantik im Norden
Herausgegeben von Heitmann, Annegret / Roswall Laursen, Hanne
280 S., Br., €  39,80
978-3-8260-4501-1
A. Heitmann ist Professorin für Nordische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. H. Roswall Laursen, Studium der Germanistik und Altphilologie in Kopenhagen, Jena und Berlin (FU und Humboldt). Seit 2007 freiberufl iche Germanistin.

Franz Wilhelm Beidler
Cosima Wagner-Liszt
Der Weg zum Wagner-Mythos
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Dieter Borchmeyer
428 S., Gb., € 29,80
978-3-8260-4440-3
Franz Wilhelm Beidler (1901-1981), der von der Bayreuther „Thronfolge“ ausgeschlossene Sohn von Isolde, Richard Wagners und Cosima von Bülows erster und Lieblings-Tochter, war der intellektuell und schriftstellerisch Begabteste der Wagner-Nachkommen. Sein Lebens- und Meisterwerk, die Biographie seiner Großmutter Cosima, blieb lange unveröffentlicht. Zusammen mit anderen Schriften Beidlers zu Wagners Umfeld und Folgen wird diese „soziologische Studie im Gewande der Biographie“ (Beidler) hier in Neuaufl age publiziert. Hinzu kommt der bisher unbekannte Briefwechsel mit Thomas Mann. Der Herausgeber Dieter Borchmeyer hat die Lebensspuren des „verlorenen Enkels“ detektivisch verfolgt; ein erregendes Stück verdrängter Wirkungsgeschichte Wagners und des Bayreuther Geistes. Hier handelt es sich um die wichtigste Quellendokumentation zum „Fall Wagner“ seit der Veröffentlichung der Tagebücher Cosima Wagners. Dieter Borchmeyer ist Prof. für Germanistik an der Universität Heidelberg.
„Ein Buch von entschiedenem Interesse.Ich bin überzeugt, daß ein erfahrungsvolles und hochverdienstliches Werk erwächst, das auch Geschichte und Schicksal Deutschlands nahe berührt.“   (Thomas Mann über Franz W. Beidlers Cosima Wagner-Biographie)


wagnerspectrum 2/2010
Wagner und die Neue Musik
276 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4521-9
Aufsätze zum Schwerpunkt: S. Mauser: Wagner und die Neue Musik – W. Rathert: Offene Feinde und heimliche Freunde – Ursprünge und Motive des Anti-Wagnerismus in der Moderne – W. Hopp: Stimme als Paradigma – Wagner, Stockhausen: zwei musikalisch-„phonetische“ Zugänge zur tönenden Welt – M. Zenck: Wagner in perspective: Luigi Nonos Prometheo, Pierre Boulez und Wieland Wagner in Osaka/Bayreuth – M. Schwartz: „Der Unhold Wagner frisst alles.“ – Französischer wagnérisme nach Debussy – Julia Cloot: Gesamtkunstwerk und multimediales Musiktheater – S. Vill: Ring-Modulationen – Wagners Ring des Nibelungen in transmedialen Transformationen – Aufsätze: A. Jeßulat: Vergessen im Ring des Nibelungen – Zwischen Stilbruch und komponierter Geschichtsphilosophie – L. Lütteken: Der Wanderer und das Schwert – Siegfrieds Gesang an der Schmiede – Y. Nilges: Le vin herbé – Tristan nach Tristan. Frank Martins Post-Wagnerismus – Interviews: Mein Verhältnis zu Wagner – Zeitgenössische Komponisten zu Wagner – Besprechungen / Bücher – CDs / DVD 

Seelmann, Hoo Nam
Lautloses Weinen
Der Untergang des koreanischen Königshauses
344 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4490-8
Die Autorin erzählt voll atmosphärischer Spannung das Schicksal der koreanischen Königsfamilie, die dem verhängnisvollen Lauf der Geschichte nicht entrinnen konnte und daran zugrunde ging. Im August  1910 gelangte die 518 Jahre alte Dynastie an ihr abruptes Ende, als Korea zu einer Kolonie Japans wurde. Japan strebte nach Hegemonie in Asien und trat damit in Konkurrenz zu den westlichen Staaten mit  ihrer weltweiten territorialen Expansion. Um die eigene Herrschaft in Koreaetablieren zu können, zerstörte Japan systematisch die koreanische Monarchie. Die Mitglieder der Königsfamilie wurden Opfer eines  Mordkomplotts oder als Geiseln nach Japan verschleppt; eine Prinzessin kam, geistig umnachtet, in eine japanische Irrenanstalt. Das tragische Leben und das schmerzliche Sterben dieser Menschen stehen für  eine historische Epoche, in der das Humane in Vergessenheit geriet.
Hoo Nam Seelmann (* 1950) Dr. phil., geboren und aufgewachsen in Südkorea. Studium der Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte ander Universität des Saarlandes in Saarbrücken/Deutschland.  Promotion über Hegels Geschichtsphilosophie und wiss. Assistentin bei Prof. Karl-Heinz Ilting; Mitherausgabe von Hegeleditionen. Publikation von zahlreichen Aufsätzen über Korea und Ostasien. Tätig als  Publizistin, Veröffentlichungen in der «Neuen Zürcher Zeitung»seit 1996.


Drieling, Claudia
Constructs of "Home" in Gloria Naylor's Quartet
340 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4492-2
Constructs of "Home" in Gloria Naylor's Quartet is a rock-solid literary study of the first four novels – the "quartet" – of one of America's most noteworthy writers. Drawing on the concept of "lifeworld,"  Claudia Drieling's book delves deeply into intrinsic aspects of home. In examining the quartet's spaces and places, Drieling approaches that well-trod territory with finesse and nuance. The section on food  uncovers the role of selected foods in the texts and connects them to their historical roots – accessing, with charm and erudition, subject matter little studied in regard to Naylor. But it is the original and  thorough analysis of Naylor's character names that opens up previously overlooked areas of the quartet. To read this onomastic dissection is to understand the magnificent achievement of a writer who  engages every -ism of modern America and remains standing after the fierce battle. Academic, critical, and general reader alike will find vigorous and fresh insights in this book as Drieling gives us a wealth of  acute observations on Gloria Naylor's powerful fiction.
Claudia I.H. Drieling, a native of Germany who has made the United States her home, is a scholar of African American literature. Drieling is a visiting assistant professor at Indiana University. 

Dengel-Janic, Ellen
Home Ficition
Narrating Gendered Space in Anita Desai's and Shashi Deshpande's Novels
232 S., Br., € 30,00
978-3-8260-4499-1
This book argues that Indian literature in English has brought forth a novelistic genre which can be described as ‘home fi ction.’ In contrast to the celebrated historical novels by writers such as Amitav Ghosh and Salman Rushdie, ‘home fiction’ revolves around the private space of home, the lives of women and their families. With its domestic setting and private histories, ‘home fiction’ has developed particular literary strategies which effectively negotiate and critique discourses on nation, gender, and identity and thus transcend the supposedly private nature of the home. Casting a critical perspective on the male-dominated spaces of history and politics, this study focuses on two of the most prolific Indian-English women writers, Anita Desai and Shashi Deshpande, and the ways in which they dismantle the highly idealised image of the home as secluded female space. Ellen Dengel-Janic studied English and German literature at the Universities of Regensburg, Aberdeen and Tuebingen. She is a lecturer in English literature and cultural studies at the University of Tuebingen. Her major interests are in the field of Anglophone literatures and cultures, film studies and gender studies.

Wende, Waltraud Wara
Filme, die Geschichte(n) erzählen
Filmanalyse als Medienkulturanalyse
276 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4452-6
Universitäre Geschichtswissenschaft und schulischer Geschichtsunterricht haben ihr ›Informationsmonopol in Sachen Geschichte‹ – sofern sie es denn je gehabt haben sollten – verloren. Das, was Menschen über politische, soziale, kulturelle und mentale Vergangenheiten wissen, wird keineswegs ausschließlich von Wissenschaftlern und Geschichtslehrern bestimmt, sondern darüber hinaus in erheblichem Umfang von der ›Suggestivkraft‹ der audio-visuellen Medien, die mit ihrer Reiz- und Eindrucksdichte die Zuschauer emotional in den Bann zu ziehen vermögen, beeinflusst. Akzeptiert man die generelle Möglichkeit des Erzählens von Geschichten aus der Geschichte und ist man sich zudem im Klaren, dass Spielfilme – wie komplex sie auch immer daherkommen mögen – stets nur Ausschnitte aus der Vergangenheit recyceln können, dann ist nach der Differenz zwischen historischer Forschung und ihren Bildern der Geschichte einerseits und den in Spielfilmen gebotenen Geschichtsinterpretationen andererseits zu fragen. Worin unterscheiden sich Spielfilme von wissenschaftlichen Formaten? Was können Drehbuchautoren, Regisseure und Schauspieler, was können Fachhistoriker leisten? Welche Erwartungen dürfen Zuschauer an Spielfilme haben und welche Forderungen dürfen Leser an Fachbücher stellen? Fragen, auf die der Band eine Antwort zu geben versucht.


Wolgast, Karin
Sinnverlust und Sinnfindung am Anfang des 20. Jahrhunderts
154 S., Br., € 25,80
978-3-8260-4366-6
Vorwort: Sinnverlust und Sinnfindung am Anfang des 20. Jahrhunderts – K. Wolgast: Krise-Schreiben. Sinnverlust bei Hugo von Hofmannsthal, Thomas Mann und Rainer Maria Rilke – G. Magnusson: Neomystische Naturerfahrung als neuer Sinn: Rainer Maria Rilkes Anker Larsen-Rezeption – S. Fauth: „Die Schuld ist immer zweifellos“. Schopenhauersche Soteriologie und Gnosis in Kafkas Erzählung In der Strafkolonie – H. Hiebler: Ästhetiken des Sinns – Aisthetische Erkenntnismodelle in der Medienkultur um 1900 – S. Harnow Klausen: Loss of Meaning Seen from Philosophy – R. Geuss: The Loss of Meaning on the Left – M. Pirro: Cultura della crisi in der italienischen Reflexion – G. Guazzaloca: Fin de Siècle Crisis in Italy and Great Britain as Narrated by Intellectuals – M. Canali: Mussolini and His Myths Die Herausgeberin
Karin Wolgast, Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft am Center für den Deutsch-Skandinavischen Kulturaustausch um 1900, Abteilung für Germanistik, an der Universität Aarhus. Magister in Philosophie und Germanistik 1988 an der Universität Odense; Dr. in Germanistik und Theaterwissenschaft 1992 an der Universität Kopenhagen; Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung 1994-95 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main; ab 2005 Präsidentin des dänischen Alexander von Humboldt-Klubs.


Giehmann, Barbara Stefanie
Writing the Northland
Jack London's and Robert W. Service's Imaginary Geography
456 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4459-5
Writing the Northland: Jack London’s and Robert W. Service’s Imaginary Geography is the first comparison of the two authors, examining their depiction of the “Northland” at the time of the Klondike gold rush and afterwards. Applying the concept of imaginary geography to the North, the book focuses on labels attached to the North by non-northerners. It explores how the Northland appears as “Frontier”, “Eldorado”, “Blank Space”, “Projection Space for Ideologies of White Masculinity”, and “Wilderness”. This is the first book to apply Yi-Fu Tuan’s terminology of “topophilia” and “topophobia” to the writings of London and Service. The magic of the Northland in its wonderful beauty and terrifying horror is present in each chapter. The reader learns about how the two authors used, but also deviated from, wellknown ideas about the North to create their Northland. The book is a valuable addition to Jack London studies and an important contribution to the small body of research that exists on Robert W. Service. It addresses London fans and Service enthusiasts, scholars and general audiences alike. As a book that considers the American and the Canadian background to the Klondike gold rush and the multi-national history of the North, the book is recommended for anyone interested in the North and in a comparative approach to the literature and culture of the United States and Canada.



Platonische Akademie
Eine Hommage an Maria Hippius-Gräfin Dürckheim
Hrsg.Thomas Arzt und Axel Holm
Studien zur Analytischen Psychologie Band 3. [Editorial Board: Friedrich Gaede und Bruno Müller-Oerlinghausen]
ca. 280 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4547-9
Dr. Maria Hippius-Gräfin Dürckheim war die Grande Dame der deutschen Tiefenpsychologie. 1909 geboren, studierte sie in den Zwanziger Jahren in Berlin und Freiburg und promovierte 1932 in Leipzig. In diese Zeit fällt ihre erste Begegnung mit Karlfried Graf Dürckheim, ihrem späteren Lebensgefährten, der zu dieser Zeit dem Lehrkörper des Leipziger Psychologischen Instituts angehörte. Dieses Institut war zu der Zeit eines der wenigen in Europa, das – unter der Leitung von Felix Krüger – einen ganzheitlichen Ansatz in der Psychologie vertrat. Nach Kriegsende auf der Flucht vor der Roten Armee kam es zur Wiederbegegnung mit Karlfried Graf Dürckheim in Todtmoos-Rütte, einem kleinen Dorf im Hochschwarzwald. Mit ihm zusammen gründete sie 1951 die Existential-psychologische Bildungs- und Begegnungsstätte Rütte. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich aus den kleinen Anfängen eine blühende Stätte geistig-seelischen Wirkens, die eine Vielzahl von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Kultur, Bildung und Lebensalter anzog. Nach dem Tod von Karlfried Graf Dürckheim 1988 leitete Maria Hippius-Gräfin Dürckheim das Rütte-Zentrum bis zu ihrem Tod 2003. Neben der therapeutischen Arbeit im Sinne der Initiatischen Therapie, der Jungschen Psychologie und der Zen-Meditation war es ihr ein großes Anliegen, die Arbeit in Rütte und die philosophischen, psychologischen und anthropologischen Aspekte der Initiatischen Therapie in einen fruchtbaren Austausch zu bringen mit Wissenschaftlern der verschiedensten Fachgebiete. In Anlehnung an die Platonische Akademie im Stile der Antike und der Renaissance gründete sie Mitte der 90er Jahre die Sektion Forschung und Forum, die sich schwerpunktmäßig des interdisziplinären Austausches und Dialogs annahm. In den Jahren 2003 bis 2010 fanden jährliche Symposien statt zu Themenkreisen wie zum Beispiel Der homo mysticus im 21. Jahrhundert I und II, Alchemie und Individuation – Symbole der Wandlung und Stufengang der Initiation, Geschichtliche und Archetypische Welt und Heil und Heilung.
Der 3. Band der Studienreihe zur Analytischen Psychologie enthält folgende Symposiums-Beiträge:   M.Hippius-Gräfin Dürckheim: Christusimpuls und Zen in der Begegnung –  K. A. Müller: Beide Ufer – G.  Schiwy: Rilkes Mystik – eine Herausforderung für Gläubige und Ungläubige –  A. Pfäfflin: Der Mensch und seine Wirklichkeiten: Initiatische Ortungen – F. Gaede: Die Wellen und das Unbewußte: Anmerkungen zu Jakob Böhme, Wolfgang Pauli, Fouqué und van Gogh – M. Pfäfflin: Alchemie und Individuationsprozeß – M. Dierks: Thomas Manns Zeitfühligkeit – W. Schwery: Leben und Sterben in Tibet: das Tibetanische Totenbuch – G. Schiwy: Teilhard de Chardins Anregung: Individuation und Globalisierung – H. J. Koch: Zur Ko-Evolution von Mensch und Natur in der Alchemie – H.-P. Dürr: Liebe – Urquelle des Kosmos – K. Jork: Die acht Phasen der Auflösung im Verständnis des tibetischen Buddhismus – H. van Erkelens: Tod und Auferstehung in der heutigen Alchemie: Von der Wandlung Gottes in unserer Zeit – M. Pfäfflin: Immanente Transzendenz als Erfahrung – J. Kirchhoff: Der Kosmische Anthropos: Impulse für ein integrales Menschenbild – D. von Uslar: Die Beziehung von Jungs Psychologie, Alchemie und Philosophie: Gespiegelt an einer Traumserie – A. Pfäfflin: Ich-Freiheit im initiatischen Prozess – R. Ropers: Musik: Quelle innerer Erneuerung. 

Carl Pietzcker
Psychoanalytische Studien zur Literatur
344 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4504-2
Der Band versammelt Studien zum Verhältnis von Literatur, Psyche, Literaturwissenschaft und Psychoanalyse. Die ersten umkreisen ihr Thema in Anläufen hin zu einer Theorie und Methodik Psychoanalytischer Literaturwissenschaft. Sie fragen, wie Unbewusstes über den Text zum Leser gelangt, inwiefern der Interpret Figuren wie z.B. Hamlet psychoanalytisch deuten kann, und unter welchen Voraussetzungen er sich bei seiner Textanalyse auf den Autor beziehen sollte. Sie reflektieren aus psychoanalytischer Sicht die Konstitutionsbedingungen einer Gattung, der Autobiographie, und die von literarischen Körperbildern. Im zweiten Teil erproben Interpretationen an Texten Goethes, Ibsens, Nietzsches, Lindgrens, Brechts und Jirgels unterschiedliche psychoanalytische Zugänge zur Literatur. Abschließend blickt ein autobiographischer Versuch auf das Zusammenspiel von Lebensgeschichte, Zeitgeschichte und Geschichte der Psychoanalytischen Literaturwissenschaft während der letzten fünfzig Jahre.
Carl Pietzcker lehrt an den Universitäten Freiburg, Köln und Hamburg Literaturwissenschaft bzw. Psychiatrie/Psychologie.


Philosophische Aspekte der Ökonomie
Herausgegeben von Hubertus Busche
192 S., Br., €  29,80
978-3-8260-4493-9
L. Möller: Von der Notwendigkeit der Philosophie in der modernen Gesellschaft – Geleitwort – J. P. Beckmann: Ökonomie und Ethik am Beispiel der Rationierungsdebatte im Gesundheitswesen – K. Röttgers: Wirtschaftsethik, Wirtschaftsmoral und die Aufgaben der Wirtschaftsphilosophie – H. Busche: Streben nach materiellem Gewinn – Seine moralische Umwertung in der Geschichte der Wirtschaftethik – H. Schmidt: Ökonomie und Friedensforschung in philosophischer Perspektive – B. Collenberg-Plotnikov: Werk und Ware. Die Bedeutung des Marktes für die Kunst – S. Heßbrüggen-Walter: Zwischen Patriarchalismus und Liberalismus: Ökonomie und Politik bei Bodin, Hobbes, Locke, Steuart und Smith – T. Sören Hoffmann: Kants ‚intellektueller Begriff des Geldes’ und die Aufgabe der Wirtschaftsphilosophie – A. Lyssy: Geld und Profanie – Zum Verhältnis von Religion und Kapitalismus bei Walter Benjamin und Giorgio Agamben – E. Weisser-Lohmann: John Rawls’ Differenzprinzip und das Problem ökonomischer Gerechtigkeit.


Christian Huck
Fashioning Society, or, The Mode of Modernity
Observing Fashion in Eighteenth-Century Britain
358 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4458-8
Clothes make the man, people say. That fashion makes society modern, is the central argument of this book. Only if there is fashion - in the double sense of something to wear and something to follow - can society find stability in otherwise endless reciprocal observations. This study reveals which modes of seeing and presenting, which forms of describing and depicting, of producing and selling, of trading and advertising dress are necessary so that fashion can fulfil its role at the heart of modern society. As a paradigmatic case for the emergence of fashion, the book examines the society of London in the early eighteenth century by looking at newspapers and conduct books, Defoe and Hogarth, trade manuals and handbills, novels, prints and engravings, Pamela, Fantomina and the Harlot's Progress. By means of these and other representations of fashion, people became able to adjust their behaviour according to a new, second reality, an imaginary normality produced by the media. Taking a multiperspectival approach, this book combines cultural and media studies, sociology, costume history and literary studies to show that modern society is founded on something as ephemeral and frivolous as fashion - whether we like it or not. 
Theater und Universität im Gespräch


Ödipus, Tyrann  von Sophokles
Herausgegeben von Ortrud Gutjahr
236 S., Br., € 10,00
978-3-8260-4488-5
»An erster Stelle kommt Heiner Müller. Ich habe die Antike über Heiner Müller entdeckt, durch seine Bearbeitungen und Übersetzungen. Müller hat die Gabe, diese Steine, diese Geröllmasse der Geschichte zu bewegen, sie plastisch zu machen.«  Dimiter Gotscheff
»Dimiter Gotscheff steht für ein ästhetisches Verfahren, das von einer Eigengesetzlichkeit der Kunst, von der Autonomie ästhetischer Zeichensysteme ausgeht. Nichts ist ihm so verhasst wie das rein Mimetische, Psychologisierende, die Wirklichkeit Nachahmende. Dies bedeutet nicht, dass er sich für die Realität nicht interessiert – doch sucht er sie anders: Gleich einem Maler, der von der Farbe und dem Pinselstrich ausgeht, einem Musiker, der sich auf die Klänge bezieht, macht sich der Theaterregisseur Gotscheff auf die Suche nach einer Geschichte über den Körper, die Sprache, den Raum.« Joachim Lux 

Angelo Poliziano
Vorworte und Vorlesungen
Einleitung, deutsche Übersetzung und Anmerkungen von Otto und Eva Schönberger.
150 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4596-7
Der strahlende Dichter-Humanist Angelo Poliziano (1454 – 1494) genoß als florentinischer Professor hohes Ansehen, ja die Zuneigung vieler Studenten. Um darzutun, wie man verstehend und zugleich produktiv mit antiken Werken umgehen kann, gab Poliziano zu Semesterbeginn mehrfach Proben seines dichterisch nachbildenden Könnens (Silvae). Damit nicht genug: Er erläuterte vor der Einzelinterpretation von Werken Leben und Arbeit der Urheber, gab aber auch Rechenschaft über seine pädagogisch-philologischen Ansätze und bestimmte den „Sitz der Autoren im Leben“. Seine „Vorworte und Vorlesungen“ geben so Einblick in das grundsätzliche, sich aber auch allmählich – zur Philosophie hin – wandelnde und steigernde Welt- und Selbstverständnis des Humanisten. Sie werden hier zum ersten Mal insgesamt in deutscher Übersetzung geboten. Angelo Poliziano wurde in Florenz erzogen und war dann als Kanzler und Erzieher der Söhne des Florentiner Staatsmannes Lorenzo de Medici tätig. Poliziano wendete sich ab 1477 fast ausschließlich klassischen Studien zu. 1480 erhielt er den Lehrstuhl der griechischen und lateinischen Literatur an der Universität Florenz. Sein hervorragender Ruf zog Studenten aus ganz Italien und anderen europäischen Ländern an. Zu seinen Hörern zählten Michelangelo, Johannes Reuchlin und die englischen Humanisten Thomas Linacre und William Grocyn. 1485 wurde er Kanonikus der Kathedrale zu Florenz.

Tina Deist
Störende Sprachspiele.
Literaturtheoretische Reflexionen zu Erika Manns Kabarett "Die Pfeffermühle" im europäischen und amerikanischen Exil.
500 S.,  Br., € 58,00
978-3-8260-4465-6
Ähnlich wie zeitkritische Texte und Programme des Exilkabaretts Die Pfeffermühle (1933-1937) produzieren in der Literaturwissenschaft kontrovers diskutierte Theorien störende Sprachspiele – inszenierte Spiele mit Sprache, die zum kritischen Überdenken eingefahrener Denkmuster anregen sollen. So lautet die Leitthese, die diese Arbeit verifizieren will. Zwei äußerst unterschiedliche Phänomene sind es also, deren Charakteristika sich im Bild des störenden Sprachspiels treffen und die Basis dieser Reflexionen zu Erika Manns Mühle bilden: Einerseits fünf ausgewählte Literaturtheorien und ihre Methoden, nämlich Intertextualität, Pragmatik, Semiotik, Diskursanalyse und Kultureller Materialismus. Andererseits das Kabarett, seine Texte, Programme und Akteure, seine Entstehung und Entwicklungsstadien in der Schweiz sowie in New York. Mit 18 Liedern, Gedichten und Sketchen aus drei Exilprogrammen, die hier zum ersten Mal umfassend und zusammenhängend interpretiert sowie teilweise auch erstmals veröffentlicht werden, präsentieren sich dem Leser dieser Arbeit so viele Nummern, wie die Zuschauer im Verlauf einer Mühlen-Vorstellung zwischen 1933 und 1936 noch unmittelbar erleben dürfen. Was störende Sprachspiele des Kabaretts und des Theoriediskurses sind, wie sie in der Pfeffermühle wirken und mithilfe der ausgewählten Theorien analysiert werden können, wird anhand dieses Korpus gezeigt.

Hermsdorf, Daniel
Filmbild und Körperwelt
Anthropomorphismus
in Naturphilosophie, Ästhetik und Medientheorie der Moderne
800 S., Br., € 98,00
978-3-8260-4462-5
Seit Béla Balázs 1924 in "Der sichtbare Mensch oder die Kultur des Films" das Gesicht als ästhetisches Phänomen thematisierte, ist in der Filmtheorie von einer "Physiognomie der Dinge" die Rede. Neben einer Anthropomorphisierung der Ganzform von Gegenständen betrifft diese auch die Grundmuster, nach denen sichtbare Formen in der Bildfläche organisiert sind. Was man mit wenigen Worten beschreiben kann, darf ein Kardinalphänomen des Kinos genannt werden, mit dem ein elementares formales Prinzip zahlloser, global distribuierter Filmprodukte umrissen ist. So ubiquitär diese Formcharakteristik in filmischen Inszenierungen, so schmal fällt bisher eine philologische Aufarbeitung jener narrativen und metaphorischen Dimensionen aus, die hieraus in Drehbuch, Inszenierung und Schauspiel auf spezifisch filmische Weise entstehen. Ihre Kontextualisierung erlaubt die weit ausgreifende Rekonstruktion und Diskussion einer Reihe von Diskursen, die sich seit der frühen Moderne in Naturphilosophie, Biologie, Ästhetik, Psychologie, Kultur- und schließlich Filmtheorie entwickeln. So entsteht in dieser Arbeit das Tableau einer Epoche vom Ende des 18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Daniel Hermsdorf studierte 1993-2003, Medien- und Theaterwissenschaft in Bochum und Paderborn. Seit 1995 freie journalistische Arbeit (Schnitt, taz, junge Welt, Titanic, WDR u.a.) und Buchveröffentlichungen. Seit 2004 Medientheorie und -kritik auf www.filmdenken.de

Schweikert, Uwe
Das Wahre erfinden - Verdis Musiktheater
260 S., Br., € 29,00
978-3-8260-4577-6
Uwe Schweikert, einer der besten deutschen Verdi-Kenner, gibt in diesem Band eine Einführung in die Welt des bedeutendsten italienischen Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts, der 2013 seinen 200. Geburtstag feiert. Im Zentrum stehen monographische Einzeldarstellungen der großen Opern vom „Rigoletto“ bis zum „Falstaff“, die die Stücke vor allem unter musikalisch-dramaturgischen Aspekten erschließen. Berücksichtigt werden aber auch die vier häufiger gespielten Frühwerke („Nabucco“, „Ernani“, „Macbeth“ und „Luisa Miller“) sowie die „Messa da Requiem“ und die „Quattro pezzi sacri“. Übergreifende Essays zum Leben, zum Menschenbild, zu den Grundzügen seiner Theater- und Gesangsästhetik und zu seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Antipoden Wagner ziehen einen weiteren Rahmen, umreißen Verdis Schaffen in seiner Eigenart und grenzen es gegenüber den Vorgängern wie Zeitgenossen ab.
Uwe Schweikert studierte Germanistik, Musikwissenschaft und Geschichte und promovierte 1969 über Jean Pauls Spätwerk. Von 1971 bis 2003 war er als Lektor im J. B. Metzler Verlag Stuttgart tätig, wo er von 1991 bis 2003 das Musikbuchprogramm aufbaute und betreute. Daneben war er vielfältig als Autor, Herausgeber sowie als Literatur- und Musikpublizist für Rundfunk, Theater und zahlreiche Printmedien tätig. Mitherausgeber u.a. des Gesamtwerks von Rahel Varnhagen (Matthes & Seitz Verlag), Ludwig Tieck (Deutscher Klassiker Verlag) und Hans Henny Jahnn (Hoffmann & Campe Verlag) sowie, zusammen mit Anselm Gerhard, des „Verdi-Handbuchs“ (Metzler/Bärenreiter). Seit 1991 ist er Juror für den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“, seit 2003 regelmäßiger Mitarbeiter der Zeitschrift „Opernwelt“. Lehraufträge an den Universitäten Hamburg, Stuttgart und Zürich.

Frewer, Andreas /Bruns Florian /Rascher, Wolfgang (Hrsg.)
Hoffnung und Verantwortung. Herausforderungen für die Medizin.
Jahrbuch Ethik in der Klinik, Band 3
364 S., ,Br., € 48,00
978-3-8260-4371-0


Leopold Ziegler
Gesammelte Werke in Einzelbänden. Band 7.
GesammelteAufsätze,
Zweiter Band 1927-1953,
herausgegeben von Paulus Wall im Auftrag der Leopold-Ziegler-Stiftung
204 S.,  Br., € 26,00
978-3-8260-4453-3
Mit dem Band „Gesammelte Aufsätze II“ setzt die Leopold-Ziegler-Stiftung die „Gesammelten Werke in Einzelbänden“ fort. Nach dem von Renate Vonessen herausgegeben Band „Gesammelte Aufsätze I“, der die verstreut erschienen Beiträge Zieglers zwischen 1901 und 1916 vereinte, stehen diesmal, herausgegeben von Paulus Wall, die politischen Aufsätze, Essays und Wortmeldungen aus den Jahren 1927 bis 1953 im Zentrum. Ausgehend von der Frage nach der Stellung des Philosophen in unserer Zeit (1930), geht es Ziegler, der sein Denken stets in den Dienst seiner Zeit gestellt hat, um staats-, wirtschafts- und kulturpolitische Fragen. Aufgenommen wurden auch zwei eigenständig erschienene kleinere Schriften Zieglers: „Fünfundzwanzig Sätze vom Deutschen Staat“ (1931) und die postum erschienenen Erinnerungen an den durch die Nazis ermordeten Edgar Julius Jung (1949/55). Eine Bestimmung des Politischen bei Ziegler hat Timo Kölling in einer einlässlichen Einleitung vorgenommen. Paulus Wall studierte Philosophie und ist zugleich Gesamtherausgeber der Werke Zieglers. Seit 1980 ist er Referent für Denkmalpflege und Wissenschaft bei der oberösterreichischen Landesregierung.

Literaturstraße 11
Chinesisch-deutsches Jahrbuch für Sprache, Literatur und Kultur. Band 11
( Hrsg. Zhang Yushu, Thomé Horst, Maoping Wei, Jianhua Zhu, Braungart Georg )
448 S., ,Br., € 49,80
978-3-8260-4496-0
Das Jahrbuch dient dem Dialog zwischen der chinesischen und der deutschen Germanistik. Es macht deutschsprachige Literatur- und Sprachwissenschaftler, Sinologen oder Lektoren mit den Interessen, Fragestellungen und Forschungsergebnissen einer jungen, nach Qualität und Quantität rasch expandierenden chinesischen Wissenschaft bekannt und eröffnet der deutschen Seite die Möglichkeit, den eigenen Kultur- und Wissenschaftsbetrieb auf die Erwartungen einer anderen Welt hin zu überdenken und mit eigenen Publikationen auf die Erfahrungen des Anderen zu reagieren. Schwerpunkte des Jahrbuchs bilden Arbeiten zu chinesisch-deutschen Kulturbeziehungen, zur literarischen Übersetzung und zur Relektüre klassischer und moderner deutschsprachiger Dichtung aus chinesischer und deutscher Sicht.


Jepsen, Per
Adornos kritische Theorie der Selbstbestimmung.
208 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4533-2
Der Begriff der Selbstbestimmung oder der Autonomie stellt sich als Zentralbegriff der praktischen Philosophie dar. So muss von einer jeden Variante praktischen Philosophierens die Möglichkeit individueller Selbstbestimmung vorausgesetzt werden können. Die kritische Theorie Adornos zeichnet sich dagegen durch die Behauptung einer gesellschaftlichen Verunmöglichung ungebrochener Subjektautonomie aus. Diese Behauptung wird im Werk Adornos durch verschiedene gesellschaftsdiagnostische Ansätze eingelöst, die die Möglichkeit selbstbestimmter Entwürfe unter den Bedingungen des Kapitalismus und des Spätkapitalismus kritisch untersuchen. Das Buch entwirft eine systematische Rekonstruktion dieser Ansätze mit dem Ziel, zu einer gegenwärtigen kritischen Theorie der Selbstbestimmung beizutragen. Als Folge der Rekonstruktion wird die Notwendigkeit einer Formveränderung der praktischen Philosophie behauptet.
Per Jepsen ist Absolvent und Doktor der Philosophie der Universität Kopenhagen, Dänemark. Gegenwärtig ist er für zwei Jahre vom Freien Dänischen Forschungsbeirat für ein Projekt über die Geschichte und Aktualität des philosophischen Pessimismus angestellt.

Lottmann, André
Arbeitsverhältnisse
Genealogie des arbeitenden Menschen in Goethes "Wilhelm Meisters Wanderjahren" und in der politischen Ökonomie
320 S.,  Br., € 48,00
978-3-8260-4503-5
›Menschen arbeiten.‹ Diese Aussage wirkt unspektakulär, gar trivial. Selbstverständlich scheint auf den ersten Blick die Arbeit zum Menschen zu gehören. Daß sie jedoch keineswegs als etwas ›Urmenschliches‹ zu betrachten ist, zeigt diese Studie. Sie handelt von der im 21. Jahrhundert fast vergessenen Vorgeschichte des modernen Arbeitsverständnisses und fragt nach der Genealogie des seit dem 19. Jahrhundert so präsent in Erscheinung getretenen arbeitenden Menschen. Ihren wichtigsten Gegenstand fi ndet sie dabei in Johann Wolfgang Goethes Wilhelm Meister-Romanen. Insbesondere in Wilhelm Meisters Wanderjahren, Goethes letztem Roman, zeichnet sich der arbeitende Mensch erstmalig am historischen Firmament ab. Die literaturwissenschaftliche Untersuchung wird begleitet von einer ausführlich aufgearbeiteten Wissensgeschichte der Politischen Ökonomie. Dabei wird analysiert, wie die Goethe überaus bekannten Ökonomen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts ein Wissen entwickeln, welches die menschliche Arbeit bis in die Gegenwart entscheidend geprägt hat. Aus der heutigen Perspektive wird dabei der Blick wieder frei auf den arbeitenden Menschen als einen höchst spannungsgeladenen Typus zwischen individueller Selbstbestimmung und ökonomischer Fremdbestimmung. 

Kurwinkel, Tobias /Schmerheim, Philipp /Kurwinkel, Annika (Hrsg.)
Astrid Lindgrens Filme
Auralität und Filmerleben im Kinder- und Jugendfilm. Kinder- und Jugendliteratur
Intermedial Bd. 1
250 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4467-0
Tobias Kurwinkel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik der Universität Düsseldorf. Philipp Schmerheim ist Doktorand an der Amsterdam School for Cultural Analysis. Annika Kurwinkel ist als Promotionsstipendiatin der FAZIT-Stiftung Doktorandin am Institut für Kunstgeschichte der Universität Düsseldorf.

Becker-Kavan, Ingo
Bekannt - Berühmt - Berüchtigt
Schicksale und Lebenslinien.
280 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4489-2
Die unmittelbare Reflexion eines Lebens als Biografie oder Autobiografie ist immer faszinierend. Personen und Persönlichkeiten aus der jüngeren Vergangenheit, die jeder zu kennen glaubt, aber auch solche aus längst vergangenen Jahrhunderten, sind hier mit ihren Schicksalen und Lebenslinien nachgezeichnet, ohne Legendenbildung und ohne Eifer in ihrem Lob oder ihrer Verdammung. Als gezielt »bunte Mischung« sind Geschichten und Geschichte bekannter, berühmter und berüchtigter Menschen zusammen getragen, deren Schicksale höchst interessant, bezeichnend im jeweiligen Zeitgeist, erstaunlich in ihrem Erfolgsstreben und ihrer kriminellen Energie sowie manchmal auch anrührend sind. Eine überaus lebendige und spannende Lektüre. Ingo Becker-Kavan, Jurist, lebt in Hamburg. Seit einer Reihe von Jahren veröffentlicht er in juristischen und historischen Fachzeitschriften und verfasste ein juristisches Fachbuch.
Bei Königshausen & Neumann sind vom selben Autor erschienen: »In den USA Klischees, Mythos und Wirklichkeit auf der Spur.« ISBN 978-3-8260-1934-0 und »Alcatraz. Ein Synonym für Abschreckung«, 2. Aufl. ISBN 978-3-8260-4185-3


Lamontagne, Joseph Marc Philippe
Das Werden im Wissen
Entwicklungsgeschichtliche Ausdeutung der philosophischen Hermeneutik Gadamers
240 S., Br., € 36,00
978-3-8260-4534-9
Gadamer besteht darauf, Philosophieren als praktisches >WissenTheorie< selbstverständlich – mit der Möglichkeit eines besseren Wissens argumentiert wird und dadurch Ansätze zu einer (hermeneutischen) Philosophie provoziert werden? J.M.P. Lamontagne studierte Philosophie an der Universität Laval in Quebec, Kanada. 2009 erfolgte die Promotion in Philosophie an der Bergischen Universität Wuppertal. Seitdem arbeitet er weiter als Forschungsstipendiat auf den philosophischen Gebieten der Ethik, der Ästhetik, der Anthropologie und des globalen Rechts.

Doerr Zegers, Otto
Das Wort und die Musik
(übers. v.N. Sayyad und R.M. Holm-Hadulla)
140 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4463-2
Dieses Buch enthält eine Sammlung von Essays, die alle von Rainer Maria Rilke inspiriert wurden. In einigen werden Aspekte aus dem Leben und Werk des Autors analysiert, in der Mehrzahl handelt es sich jedoch um Themen, die über das Poetische hinausgehen und anthropologische sowie psychiatrische Grundfragen zum Gegenstand haben. Diese berühren Rilkes Depressionen und Ängste im fundamentalen Kontext von Genialität und Melancholie. Ein Leitfaden stellen die von Otto Dörr ins Spanische übertragenen Sonette an Orpheus und die Duineser Elegien dar. Das menschliche Grundthema der Liebe wird im Sinne der philosophischen Anthropologie ausgeleuchtet und schmerzliche Erfahrungen, gipfelnd im Tod eines Kindes, erkundet. Eine Analyse der biblischen Figur Hiob zeigt wie der Umschlag einer schmerzlichen Erfahrung in eine schwere Depression vermieden werden kann. Dies berührt Fragen nach dem Sinn des Schmerzes und dem Mysterium des Todes. Wie kann in einer Gesellschaft, die die Verbindung mit der Religiosität verloren hat und im Taumel der Geschwindigkeit im unmittelbaren Jetzt und damit der Vergänglichkeit gefangen gehalten wird, dem Leiden und Sterben-Müssen ein schöpferischer Sinn abgerungen werden? Es geht um den Weg zum wahren Mensch-Sein, wo sich in Wort und Musik das Göttliche zeigt und uns dazu führt die Welt zu achten, anstatt sie zu zerstören.
Otto Dörr, Ordentlicher Professor für Psychiatrie an der Universität Chile in Santiago, Mitglied der Akademie der Medizin des ‚Instituto de Chile‘, Autor von einigen Büchern und zahlreichen Aufsätzen im Rahmen seines Faches, Übersetzer ins Spanische von Rilkes Duineser Elegien und Sonette an Orpheus.

Faller, Hermann /Lang, Hermann (Hrsg.)
Depression
Klinik, Ursachen, Therapie.
276 S., Br., € 36,00
978-3-8260-4550-9
H. Faller / H. Lang: Einführung – B. Hamann / B. Warring / J. Decker: Neurobiologie der Depression – C. Mundt: Depression und Altruismus. Zur Sozialpsychologie und Neurobiologie des Gutseins – T. Fuchs: Depression, Leiblichkeit, Zwischenleiblichkeit – B. Boothe: „Aber das ist dann schlecht gewesen“. Depressive Personen erzählen – P. Dybel: Das Doppelgesicht der Melancholie – P. Fiedler: Persönlichkeit, Persönlichkeitsstörungen und Depression – C. Rohde-Dachser: Borderline-Depression – H. Weiß / E. Horn: Depression und Zeitlosigkeit bei perversen und psychotischen Zuständen – H. Lang: Zwang und Melancholie – H. Faller: Depression bei somatischen Erkrankungen – A. Kraus: Identitätsorientierte Psychotherapie Melancholischer – S. Metzos: Psychodynamik und Psychotherapie affektiver Psychosen - zur Psychodynamik und Therapie affektiver Störungen – R. F. Wagner: Kognitive Verhaltenstherapie der Depression. Menschenbilder - Paradigmen - Interventionsverfahren – M. Wolfersdorn / E. Schaller: Therapie der Depression - ein integratives Konzept. Stationäre Depressionsbehandlung/ Depressionsstationen – U. H. Peters: Depression (Melancholie) - Etwas Begriffl iches – U. H. Peters: Das Melancholische bei Schumann – R. M. Holm-Hadulla: Goethes Melancholie und seine Selbstbehandlungsstrategien – R. Verres: Hoffnung, Resonanz und Transzendenz
Hermann Faller, Prof. Dr. med. Dr. phil. Dipl.-Psych. Seit 2000 Stiftungsprofessur für Rehabilitationswissenschaften am Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität Würzburg. (DGPT) Hermann Lang, Prof. Dr. med. Dr. phil., Psychiater, Psychoanalytiker (DGPT), Facharzt für Psychotherapeutische Medizin. Seit 1990 Lehrstuhl für Psychotherapie und Medizinische Psychologie an der Universität Würzburg.

Haack, Kathleen
Der Fall Sefeloge
Zur Geschichte, Entstehung und Etablierung der forensischen Psychiatrie
152 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4565-3
Am 22. Mai 1850 verübte der ehemalige Unteroffi zier Maximilian Joseph Sefeloge ein Attentat auf den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Eine solch „unerhörte Tat“ erregte großes Aufsehen, zumal vor dem Hintergrund der noch immer präsenten Ereignisse der Revolution von 1848/49. Doch schon bald kristallisierte sich heraus, daß der Anschlag nicht politisch motiviert war, sondern den Wahnideen des psychisch kranken Attentäters entsprang. Folgerichtig führten die polizeilichen und juristischen Ermittlungen zu einer Koppelung an medizinische Überlegungen. Der politische Fall Sefeloge weitete sich zu einer Krankengeschichte aus, die zeitgenössische psychiatrische und juristische Konzepte miteinander verknüpfte. Hier setzt die vorliegende Untersuchung an. Anhand der mikrohistorisch konzentrierten Perspektive des Einzelfalles werden Trends und Tendenzen der Entwicklung der Gesamtdisziplin Forensische Psychiatrie widergespiegelt. Die Arbeit stellt somit einen Beitrag zur Geschichte der forensischen Psychiatrie und deren Etablierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Kathleen Haack studiertze Geschichte und Germanistik an der Universität Leipzig, seit 2006 ist sie Mitarbeiterin in der AG Geschichte der Nervenheilkunde an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock. Psychiatriehistorische Arbeitsschwerpunkte: Psychiatrie im 19. Jahrhundert; Geschichte der forensischen Psychiatrie; „Euthanasie“ im NS-Staat.
Der neue Brecht Band 8


Mayer, Mathias
Der Philosoph Bertolt Brecht
300 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4552-3
Quer zu allen Gattungen und durch alle Werkphasen seines Lebens zeigt sich, daß Brecht nicht zuletzt ein Philosoph, jedenfalls ein Weiser der Lebenskunst, ein freilich ironischer Lehrer war: „Meine Liebe zur Klarheit kommt von meiner so unklaren Denkart“, schreibt er 1942. Mathias Mayer ist seit 2002 Ordinarius für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg. Bei K&N bereits erschienen: Die Kunst der Abdankung. Neun Kapitel über die Macht der Ohmmacht.

Traar, Adi
Der Stab des Dirigenten
ein Orchesterkrimi
150 S., Br., € 12,80
978-3-8260-4482-3
Ein egomaner Taktstocktyrann regiert mit strenger Hand über Orchester und Opernhaus. Besonders abgesehen hat er es auf Max Gießer, seines Zeichens Solo-Bratschist und Pechvogel aus Berufung...
Adi Traar ist Professor für Oboe an der Grazer Kunstuniversität und seit 25 Jahre Solo-Oboist im Grazer Philharmonischen Orchester.



Feiereisen, Florence
Der Text als Soundtrack - der Autor als DJ
Postmoderne und postkoloniale Samples bei Thomas Meinecke
170 S., ,  Br., € 28,00
978-3-8260-4509-7
Welche Hautfarbe hat Mariah Carey? Welches politisch- revolutionäre Potential entfalten Strumpfhosen? Was sind menstruierende Männer? Und warum dient die Musik als wiederkehrendes Motiv in den Romanen von Musiker, Kolumnist, Essayist, DJ und Schriftsteller Thomas Meinecke (*1955)? Hybride Identitäten in seinen Texten, begünstigt durch Postmoderne und postkoloniale Debatte, dienen als Voraussetzung und gleichzeitig als Essenz des Pops, in dessen Kontext Meineckes Romane eingeordnet werden. Durch literarische Produktionsmethoden, die an DJ-Techniken aus der DJ-Culture erinnern, werden literarische Rhythmen entfaltet, die als Vehikel fungieren, um zwischen dem Autor und seiner Leserschaft zu interagieren. Das ‚Sample’ in der DJ-Culture (abgeleitet von Derrida und entgegen Saussure) wird vorgestellt ebenso wie der Unterschied zu Zitaten in der wissenschaftlichen vs. belletristischen Literatur. Dies eröffnet auch den postmodernen Diskurs um Plagiat und geistiges Eigentum: In wieweit ist der literarische DJ originell? Welche politische Funktion hat das literarische Zitat in der DJ-Culture? Mit Methoden der Cultural Studies wird Meineckes literarisches Mixing, Remixing und Scratching nationaler, ethnischer, sexueller und geschlechtlicher Identitäten dekonstruiert und die Funktion der beschriebenen Identitäten, sowie die Rolle von Autor und Leser innerhalb des gesellschaftlichen Machtgefüges untersucht.


Henzel, Christoph /Zeller, Steffen (Hrsg.)
Der Würzburger Tonkünstlerverband
Geschichte - Gegenwart - Zukunft
Festschrift zum 100jährigen Bestehen.  , mit CD Subskriptionspreis:
€ 19,80 bis 31.7.2011 späterer Ladenpreis 26,-
220 S., Br., € 26,00
978-3-8260-4591-2
Der Tonkünstlerverband Würzburg ist ein historisch gewachsener Ortsverband, der 1911 durch die Grande Dame des Würzburger Musiklebens, Lotte Kliebert, gegründet und 1955 wiedergegründet wurde. Seine Mitglieder sind Berufsmusiker aller Richtungen: freie Musikpädagogen, Lehrer an Musikschulen und Gymnasien, Orchestermusiker, Chorleiter, Organisten, Instrumentalsolisten, Sänger, Dirigenten, Komponisten, Hochschulprofessoren, Musikstudenten u.a., deren Interessen er regional sowie über die Mitgliedschaft im Landes- und im Bundesverband auf nationaler und internationaler Ebene vertreten z.B. im DTKV. Der Tonkünstlerverband Würzburg spielt in der Region eine eigenständige Rolle als Kulturinstitution, Dienstleister und Konzertveranstalter. Seine Tätigkeit ist als gemeinnützig anerkannt. Die Konzertreihen, Einzelkonzerte und Meisterkurse finden in der Hochschule für Musik, im Toscanasaal der Residenz Würzburg und im Saalbau Luisengarten (mit eigenem Konzertflügel) statt.

Seref Ates
Deutsch-türkische Medienbeziehungen (1999-2009)
124 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4522-6
Die Medienbeziehungen zwischen der Türkei und Deutschland stehen alles andere als still. Vielmehr haben sie sich seit Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts drastisch verändert. Das Verhältnis der beiden Länder zueinander hat sich inzwischen derartig verdichtet, daß bei Medienberichten nicht länger klar unterschieden werden kann, ob deutsche Innen- oder deutsche Außen- resp. türkische Innenoder Außenpolitik davon betroffen ist. Für die Entwicklung türkischer Medien innerhalb von Deutschland zeichnen sich mehrere Szenarien gleichzeitig ab: Zunahme von Medien von in Deutschland lebenden Türken, Bedeutungsverlust von aus der Türkei stammenden Medien und verschiedenartige sprachliche Formen (türkisch, deutsch, bi-lingual). Auch die deutsche Berichterstattung über türkische Migranten wird sich sehr unterschiedlich gestalten: Es wird genauso eine Zunahme von Toleranz und Empathie wie eine Zunahme von Rassismus nach dem Medienevent „Sarrazin“ geben. Dr. Dr. Seref Ates promovierte 1994 an der Universität Ankara in vergleichender Literaturwissenschaft und 2009 an der Universität Marburg in Politikwissenschaft. Nach seiner Habilitation an der Pädagogischen Fakultät der Gazi-Universität in Ankara im Jahre 2000 war er Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung in Deutschland. Zur Zeit ist er Direktor der Strategie- und Sprachabteilung der Yunus Emre-Stiftung in Ankara. Seit vielen Jahren lebt der Autor sowohl in Deutschland als auch in der Türkei. Seine wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte sind Massenmedien, Imagestudien und die Sozialpsychologie der Fremdwahrnehmung.


Lim Suk Won
Die Allegorie ist die Armatur der Moderne.
Zum Wechselverhältnis von Allegoriebegriff ud Medientheorie bei Walter Benjamin.
168 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4481-6
Der Autor bemüht sich um eine Klärung der von der Benjamin-Forschung bisher allenfalls gestreiften Beziehung von Allegoriebegriff und Medientheorie bei Walter Benjamin. In dieser Arbeit wird festgestellt, daß der Allegoriebegriff bei Benjamin als verborgenes Prinzip seines medialen Denkens fungiert. Hier zeigt sich, daß sich medientheoretische Elemente in seinem Allegoriebegriff herausarbeiten lassen und zugleich Motive, auf die Benjamin im Zuge seiner Rehabilitierung der Allegorie großen Wert legt, wiederum in seinen medientheoretischen Texten reproduziert werden. Die Reinterpretation der medientheoretischen und medienkritischen Texte Benjamins im Hinblick auf den Allegoriebegriff ist für die Benjamin- Forschung ein zweifellos produktiver Ansatz, so daß Benjamins intensive Beschäftigung mit den zu seiner Zeit neuen Medien nicht als Bruch mit seinem allegorischen Denken und Abschied von seinem Allegoriebegriff, sondern ganz im Gegenteil als Fortsetzung und Weiterentwicklung dieses Themenkomplexes zu begreifen ist. Suk Won Lim, geboren 1973, studierte Germanistik in Seoul/Südkorea und promovierte im Fachbereich Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Arbeit an der Dissertation wurde durch ein Stipendium der Kim Hee-Kyung Scholarship Foundation for European Humanities gefördert.

Scholz, Rüdiger
Die beschädigte Seele des großen Mannes
Goethes 'Faust'
420 S., ,  Br., € 49,00
978-3-8260-4507-3
Die Diskussion darüber, was Goethes Werk mit dem Epochenumbruch vom Feudalismus zum Kapitalismus zu tun hat, setzt erst Mitte der 1970er Jahre ein und führt in den 1980er Jahren zu einer lebhaften Diskussion mit umfangreichen sozialgeschichtlichen Analysen, eine Debatte, die Mitte der 1990er Jahre vorläufig endete. Die Interpretation von Rüdiger Scholz, 1982 zuerst erschienen und jetzt in einer aktualisierten Neuauflage vorgelegt, mit einem Anhang von Will Quadfl iegs späten Äußerungen, bezieht den Faust in seinem dialektischen Weltbild, in seinen poetischen Formen und in seiner Gesamtwertung auf die Gesellschaftsgeschichte der Lebenszeit Goethes. Der Individualismus der Titelfigur und seine Momente unendliches Streben, Tatendrang, Schöpferkraft, totaler und universeller Ausgriff auf die Gesamtheit der Welt, der Gegensatz von Liebe und Familie und tätiger Selbstverwirklichung, die Dominanz des Mannes gegenüber der Frau, die Rolle der Sexualität im bürgerlichen Subjekt thematisieren Widersprüche der kommenden kapitalistisch bürgerlichen Gesellschaft, die zum Teil sehr genau die wirklichen historischen Probleme benennen, sie zum Teil auch weit verfehlen. Die sozialgeschichtliche und psychoanalytische Studie zeigt, daß die Strukturen des Dramas den Prozess der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit und deren historischer Dynamik präsentieren. Professor Dr. Rüdiger Scholz lehrte von 1968 bis 2004 Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Freiburg. 2004 gab er die Akten über drei Fälle von Kindestötung heraus, mit denen Goethe befasst war: Das kurze Leben der Johanna Catharina Höhn, Verlag K&N.


Stefa, Niketa
Die Entgegensetzung in Hölderlins Poetik
396 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4535-6
Eine Entgegensetzung als ursprüngliche Lebendigkeit ist die tragende Bestimmung der ganzen Poetologie Hölderlins. Eine solche Entgegensetzung lässt sich ohne den dichterischen Gehalt nicht herleiten, genauso ohne die Logizität der theoretischen Schriften nicht begreifen. An sie heranzugehen bestimmt daher den Weg dieser Poesie und Logos umfassenden Studie, die die Rolle der Entgegensetzung im gesamten Werk Hölderlins erforscht. Auf die Entfaltung der Entgegensetzung als lebendigen Grund, der im Wesen selbst, sowohl jenem der poetischen Sprache als auch jenem des Bewusstseins überhaupt liegt, geht diese Arbeit durch die Ergründung der Grundmotive der Hölderlinschen Poetik, nämlich Natur, Göttlichem, Menschlichem und Sprache ein. Dabei wird zum ersten Mal untersucht, welche Rolle die Erkenntniskraft und die Kreativität des Lesers in der Darstellung der Entgegensetzung spielt. Niketa Stefa, Dr. phil., Studium der deutschen, italienischen und russischen Sprach- und Literaturwissenschaft und der Philosophie in Rom und Wien, widmet sich dem Studium und der Übersetzung von Frühromantik, Deutschem Idealismus und österreichischer Gegenwartsliteratur.

Universität Würzburg (Hrsg.)
Die geraubte Würde
Die Aberkennung des Doktorgrads an der Universität Würzburg 1933-1945
250 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4569-1
Während des Dritten Reiches hatten auch die Universitäten einen unrühmlichen Anteil an der Umsetzung nationalsozialistischer Ideologie. Insbesondere jüdische Studenten und Professoren wurden zunächst diskriminiert und schließlich von der Universität entfernt. Ein noch wenig bekannter Aspekt ist die nachträgliche Aberkennung der Doktorwürde, mittels derer politisch und ideologisch unliebsame Personen herabgewürdigt und ihrer Berufsmöglichkeiten beraubt werden sollten. Auch zahlreiche Absolventen der Universität Würzburg verloren damals zu Unrecht ihre Doktorwürde. In diesem Buch wird dieses dunkle Kapitel erstmals eingehend dargestellt und analysiert. Der erste Beitrag des Bandes beleuchtet allgemein mit Blick auf die Studienbedingungen, die Professorenschaft und die Hochschulleitung, wie weit sich der Einfl uss des Nationalsozialismus an der Universität Würzburg bemerkbar machte. Die Hintergründe und Abläufe der Depromotionen werden im zweiten Beitrag des Buches beleuchtet. Der Dokumentationsteil des Buches widmet sich den Schicksalen der Opfer. Er soll ihr Andenken auch für die Zukunft aufrechterhalten. Für jede der Fakultäten werden ausgewählte Lebensläufe ausführlicher vorgestellt. Es folgen die wichtigsten Lebensdaten aller namentlich bekannten Depromotionsopfer.

Elbe, Ingo /Ellmers Sven /Devi, Dumbadze (Hrsg.)
Die Moral in der Kritik
Ethik als Grundlage und Gegenstand kritischer Gesellschaftstheorie
160 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4560-8
Bedarf eine kritische Gesellschaftstheorie eines normativen Maßstabs? Diese Frage wurde bisher vornehmlich in der Diskursethik (Habermas, Apel) und in liberal-kontraktualistischen Gerechtigkeitstheorien (Rawls) gestellt, allerdings ohne die Einsichten zu berücksichtigen, welche die Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx bereithält. Die in diesem Band versammelten Aufsätze sind Ergebnisse der Tagung "Die Moral in der Kritik", die vom Institut für Sozialtheorie organisiert wurde und im November 2010 in Bochum stattfand:
– C. Zunke: Es gibt nur einen vernünftigen Grund, Freiheit gesellschaftlich verwirklichen zu wollen: Moral
– C. Henning: Werte und menschliche Natur: Die Moral des Perfektionismus
– K. Lindner/U. Lindner: Das Verhältnis von Kritik der politischen Ökonomie als Wissenschaft und normativer Argumentation bei Marx
– M. Vollmann: Psychoanalytische Kulturkritik als radikale Moralkritik? Freuds antimoralisches Selbstmissverständnis
– G. Schweppenhäuser: Humane Zellen im inhumanen Allgemeinen? Adornos negative Moralphilosophie 

Villers, Jürgen
Die performative Wende
Austins Philosophie sprachlicher Medialität
144 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4502-8
Die von John L. Austin in How to Do Things with Words durchgeführte und im aktuellen Cultural Turn der Geistes- und Sozialwissenschaften vielfältig diskutierte performative Wende rekonstruiert dieses Buch als eine umfassende Philosophie der sprachlichen Medialität des menschlichen Erkennens.
Zunächst wird die Argumentation dieses philosophischen Haupttextes Punkt für Punkt nachgezeichnet, was für den Leser den Vorteil mit sich bringt, daß er diesen Teil des Buchs als einen fortlaufenden Kommentar lesen und nutzen kann. Zwei weitere Kapitel des Buchs verdeutlichen den weit über eine bloße Untersuchung des Sprachlichen hinausreichenden Anspruch der Austin’schen Philosophie: Die ausführliche Darstellung des performativen Ansatzes im ersten Kommentarteil macht es möglich, aus Austins Werk ein umfassenderes Verständnis des Performativen zu rekonstruieren, und zwar im Sinne einer archetypischen Performativität, die letztlich das grundlegende philosophische Problem der Entstehung von sinn vollem Handeln aus bloßem Verhalten thematisiert. Die im zweiten Kommentarteil durchgeführte Rekonstruktion von Austins Transformation seines Begriffs des Performativen in eine allgemeine Theorie des Sprachhandelns, die Sprechakttheorie, ermöglicht es dann, den von Austin nur angedeuteten philosophischen Konsequenzen seines Ansatzes nachzugehen. 

Klengel, Susanne
Die Rückeroberung der Kultur
Lateinamerikanische Intellektuelle und das Europa der Nachkriegsjahre (1945-1952)
300 S., Br., € 49,00
978-3-8260-4586-8
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg besuchten eine Reihe lateinamerikanischer Intellektueller, Männer wie Frauen, das von der Katastrophe gezeichnete und erschütterte Europa. Ihr Hauptreiseziel war Paris, einst Sehnsuchtsort der lateinamerikanischen Eliten und Inbegriff der europäischen Zivilisation. Doch diese alte Welt mit ihrem selbstverständlichen kulturellen Überlegenheitsanspruch existiert nicht mehr. Kritisch und auf Augenhöhe begegnen viele der Besucher dem einstigen Vorbild Europa, das seinerseits mühsam einen Weg zwischen Ost und West zu finden hofft. Sie verhandeln neue Dialog- und Handlungsräume, beteiligen sich am kulturellen Wiederaufbau der Welt, werden sichtbar in Positionen und Funktionen, die vor dem Zweiten Weltkrieg noch undenkbar waren. Sie engagieren sich für eine Rückeroberung der Kultur nach der Barbarei – unter Berufung auf einen Humanismus, der nun tatsächlich und umfassend die Gleichheit der Menschen und Kulturen anzuerkennen habe. Doch die kurze Zeitspanne des gemeinsamen kulturpolitischen (Aus-)Handelns, fiel in Vergessenheit, als der Kalte Krieg die Aufmerksamkeit immer stärker auf die Ost-West-Beziehungen lenkte. Es ist Anliegen dieses Buchs, diesen historischen „Zwischenraum“ (1945 bis 1952), der manche Konstellation heutiger postkolonialer Diskussionen vorwegnimmt, mit seinen Akteuren, Stimmen und Handlungen wieder zugänglich zu machen. Susanne Klengel ist Professorin für Literaturen und Kulturen Lateinamerikas am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin. 

Schiltenwolf Marcus und Herzog Wolfgang (Hrsg.)
Die Schmerzen
Beiträge zur Medizinischen Anthropologie
Br., € 24,80
978-3-8260-4460-1
Marcus Schiltenwolf, Prof. Dr. med., Leiter der konservativen Orthopädie und Schmerztherapie, Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
Wolfgang Herzog, Prof. Dr. med., Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik Heidelberg


Breil, Reinhold
Die Grundlagen der Naturwissenschaft
Zu Begriff und Geschichte der Wissenschaftstheorie
410 S., Br., € 68,00
978-3-8260-4566-0
Die wesentlichen Strömungen der Wissenschaftstheorie werden in einem ersten Hauptteil von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart allgemeinverständlich dargestellt: Logischer Positivismus, Konstruktivismus, kritischer Rationalismus, Theoriendynamik und Hermeneutik werden ebenso wie ihre sprachanalytischen Fortführungen als Varianten eines modernen, wissenschaftstheoretischen Empirismus ausgewiesen. Dabei werden nicht nur die jeweiligen Hauptvertreter Carnap, Quine, Stegmüller, die Erlangener Konstruktivisten, Popper, Gadamer, Apel, Kuhn, Feyerabend, Rorty oder Hacking diskutiert. Neben Gegenwartspositionen werden Philosophen wie Kant, Mach, Duhem, Poincaré, Dingler oder Cassirer berücksichtigt. Die Rückführung der Wissenschaftstheorien auf ihre erkenntnistheoretischen Voraussetzungen macht deutlich, daß der zugrundeliegende Empirismus begründungsbedürftig ist und die Wissenschaftstheorien des 20. Jahrhunderts keine Grundlegung der Naturwissenschaften leisten können. In einem zweiten Teil werden auf der Basis überwiegend mathematisch- physikalischer Beispiele wissenschaftstheoretische Kernthemen analysiert: Was sind wissenschaftliche Gegenstände? Was sind Aufgaben, Funktionen und Grundlagen von Experimenten und wissenschaftlichen Theorien? Beide Teile des Buches können unabhängig voneinander gelesen werden.
Reinhold Breil ist seit 2004 apl. Professor für Philosophie an der RWTH Aachen. Forschungsschwerpunkte: Wissenschafts- und Naturphilosophie. 

Kupferberg, Yael
Dimensionen des Witzes um Heinrich Heine
oder: Zur Säkularisation der poetischen Sprache
204 S., Br., € 32,00
978-3-8260-4471-7
Der „Witz“ gilt als Signum der poetischen Sprache Heinrich Heines. Gleichwohl wurde dieser Witz von der zeitgenössischen und späteren Literaturkritik zum Anlass genommen, das Oeuvre Heines als „Notzüchtigung“, als „frivol“ und endlich als „jüdisch“ abzuwerten – und ihm damit den Rang als „deutscher Dichter“ abzusprechen. Unter Berücksichtigung sowohl psychoanalytischer Arbeiten als auch sprachphilosophischer Konzepte der deutschen Romantik analysiert die Studie das komplexe Phänomen Witz und nimmt das Vokabular der Rezeption ins Visier. Das Ergebnis: In der Abwertung des Witzes Heines bringt sich die poetische Sprache um ihre eigene zivilisatorische Leistung. Denn der Witz kann als sprachlich erfolgreiche Sublimierung von Aggressionen gelten, die eine demokratische Kultur fördert. Mehr noch: Die abwehrende Rezeption des Witzes offenbart einen umfassenden Ausgrenzungsdiskurs, der antijüdische Ressentiments ins Ästhetische übersetzt – ideologisch, politisch und religiös. Das Vokabular gegen den Witz erweist sich als Bestand des antisemitischen Jargons des 20. Jahrhunderts.

Dominik Šedivý
Tropentechnik
Ihre Anwendung und ihre Möglichkeiten
250 S., Br.,  € 36,00
978-3-8260-4682-7
Die 44 Tropen des österreichischen Komponisten Josef Matthias Hauer sind ein Übersichtssystem, die es einem Komponisten ermöglichen, Intervallbeziehungen im Zwölftonraum zu überschauen und gezielt zu nutzen. Bisherige Abhandlungen begnügten sich meist mit einer Vorstellung der Tropen und ihren morphologischen Klassen, doch blieben Erläuterungen darüber, was ein Komponist denn genau damit anfangen kann, ebenso aus wie eine detaillierte Darstellung konkreter Anwendungstechniken. Dieses Buch ist ein erster fundamentaler Beitrag zur Schließung dieser Lücke und zeigt die Tropen als ”erste wirklich allgemeine kompositionstheoretische Gebrauchsanleitung für die temperierte Zwölftonleiter“. Dabei wird versucht, dem Spannungsverhältnis zwischen ihrer allgemeinen, sogar außerhalb zwölftönigen Denkens einsetzbaren Anwendungsmöglichkeit und ihres begrenzten wirkungsgeschichtlichen Rahmens nachzukommen. Unter besonderer Berücksichtigung von Symmetrien werden Verfahren für die Bildung von Reihen und Zwölftonaggregaten beschrieben, die Kompositionstechniken Hauers dargestellt und die Erstellung von harmonischen Bändern erläutert, welche die Eigenschaften einer zugrunde liegenden Zwölftonreihe abbilden und auf eine Komposition direkt übertragbar machen. Die äußerst konzentrierte und anspruchsvolle Lektüre wird durch viele Beispiele und einen umfangreichen Anhang erleichtert. Dominik Šedivý ist Universitätsassistent für Musikwissenschaft an der Paris-Lodron-Universität Salzburg. Außerdem ist er als Komponist und Dirigent aktiv.


Kreusch-Orsan, Doris
Ein Genie reift
Form und Fortschritt in den Kopfsätzen der Violinkonzerte Mozarts.
Salzburger Stier Band 4
Br., € 38,00
978-3-8260-4401-4
Schon in der Reihe der früh entstandenen Violinkonzerte W. A. Mozarts zeigt sich ein stringenter formaler Entwicklungsprozess, der vollständig ausprägt, was in den Instrumentalkonzerten der späteren Jahre zur vollen Reife gelangt. Das vorliegende Buch geht der Frage nach der spezifischen Form des eröffnenden Kopfsatzes der Mozartschen Violinkonzerte auf den Grund. Anschließend an bisherige Forschungsergebnisse wird das Formmodell der miteinbezogenen Sätze beschrieben. In Ergänzung des Formmodells wird den schaffenden Grundprinzipien Kontrast, Steigerung und Konstante nachgegangen und aufgezeigt, wie die heterogenen Satzglieder des Formmodells durch das architektonische Prinzip der Polarität, das prozessual/dialogische Prinzip der Steigerung und das vertikale Prinzip der Konstante zu einem homogenen Ganzen verknüpft werden. Lange überfällige Detailanalysen zeigen Mozarts persönliche Entwicklung innerhalb des Genres Violinkonzert auf und ermöglichen eine fundierte analytische Gegenüberstellung mit den zweifelhaften Violinkonzerten KV 268 und KV 271a. Daneben werden frühere Forschungsergebnisse zur Frage des formalen Zusammenhangs von Arie und Konzert einer abschließenden Antwort zugeführt. Doris Kreusch-Orsan studierte Violine am Mozarteum, Salzburg und an der Juilliard School of Music, New York. Neben ihrer künstlerische Tätigkeit als Violinistin promovierte sie mit der vorliegenden Schrift an der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg im Bereich Musikwissenschaft.

Schöberl, Wolfgang
Feuerwerk Kapitalismus
Die zweite Vertreibung aus dem Paradies
160 S., Br., € 16,80
978-3-8260-4468-7
 
 
 



Fröhlich, Günter
Form und Wert
Die komplentären Begründungen der Ethik
bei Imanuel Kant, Max Scheler und Edmund Husserl.
432 S., Br., € 55,40
978-3-8260-4563-9
Ethik bezieht sich auf das Handeln in der Welt und kann deshalb nicht formalistisch sein. Nun liefert der Kategorische Imperativ zwar eine formale Begründung der Ethik, zuletzt aber orientiert sich auch Kant an materialen Werten. Schelers Formalismus bietet uns dann weniger eine Kritik als vielmehr eine Ergänzung zur Ethik seines Vorgängers, indem er die emotionalen Bedingungen dafür untersucht, was wir überhaupt für „wert“ halten. Eine solche Kombination von „Form und Wert“ hatte zuvor schon Husserl gefordert, auch wenn er die Frage nach dem ontologischen Status von Werten nicht beantworten wollte. Günter Fröhlich, MA Philosophie/Geschichte 1996, Promotion 1999, Habilitation und Ernennung zum Privatdozenten 2005, seit 2009 Gastprofessor am Humboldt Studienzentrum für Philosophie und Geisteswissenschaften der Universität Ulm. Forschungsschwerpunkte: Platon, Kant, Scheler, Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, Ethik, Angewandte Ethik (v.a. Klinische Ethik und Ethikberatung), Philosophische Anthropologie, Kulturphilosophie, Politische Philosophie, Philosophische Methoden.

Krijnen, Christian /Zeidler, Kurt Walter (Hrsg.)
Gegenstandbestimmung und Selbstgestaltung
Transzendentalphilosophie im Anschluss an Werner Flach
220 S.,  Br., € 36,00
978-3-8260-4529-5
 R. Aschenberg: Religion und Selbstgestaltung – W. Bock: Zwischen Philosophie und Geschichte: Der Begriff des Rechts bei Kant – P. Cobben: Das System der sittlichen Werte – G. Edel: Das Problem der Geschichte im Denken Werner Flachs – M. Ferrari: Die Erbschaft des Neukantianismus. Der frühe Rudolf Carnap und die Kategorienlehre – T. Göller: Geist und Kultur - Anmerkungen zu ihrem Verhältnis und zur Problematik ihrer philosophischen Begründung – R. Hiltscher: Zeitgenössische Theorien der Rechtfertigung von Wissen und die Transzendentalphilosophie Werner Flachs – G. Hindrichs: Kants Idee einer transzendentalen Logik und die Transzendentalphilosophie der Alten – H.-D. Klein: Ich und Geltungsstruktur – C. Krijnen: Das Soziale bei Hegel – P. M. Lippitz: „Versuchen Sie, reines Denken zu denken“ – K. Mom: Philosophy, linguistic analysis, and linguistics – A. Poma: „Spieglein, Spieglein an der Wand“. Das bürgerliche Bewusstsein als Lüge und die Wanderungen des gebrochenen Subjekts – A. Riebel: Strukturen der Letztbegründung. Werner Flachs Kritik an Hegels Logik – K. W. Zeidler: Bestimmung und Begründung. Zu Kants Deduktionen der Ideen der reinen Vernunft. Christian Krijnen (1965) lehrt Philosophie an der Universität Tilburg. Kurt Walter Zeidler (1953) lehrt Philosophie an der Universität Wien.


How To Make A Monster
Konstruktionen des Monströsen
Herausgegeben von Kyora, Sabine / Schwagmeier, Uwe
248 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4662-9
W. Achnitz: Graf Draculas Herkommen aus deutschen Texten der Frühen Neuzeit – C. Ackermann: Von „pösen heiden“ und „mahumetischen bluthunden“. Die Politisierung des Monsters in der Vormoderne – H. R. Brittnacher: „Den Katzenartigen wollten wir verbrennen“ oder: How to kill a monster – S. Doering: Die Monstrosität des Unsichtbaren – Homunkulus in Goethes Faust- Dichtung – A. Dunker: Der Golem, wie er in die Welt kam: Performative und poesieallegorische Komponenten eines monströsen Stoffes – P. Feisemahnkopp: ‚Monströses Wissen‘. Oder: Degendering Epistemology in The X-Files – R. Grüttemeier: Über Absichten von und mit Monstern anhand von F. Bordewijks Bint (1934) – S. Kyora: Gefährliche Zwerge – C. Liebrand: Godzilla und seine Kinder. Genreverhandlungen in Joon-hoo Bongs Horrorfilm Gwoemul – S. Neuhaus: Von Monstern und Menschen. Figurationen des radikal Anderen in Literatur und Film – R. J. Poole: Die Sehnsucht des Rumpelstilzchens oder: Wenn das Monster lacht – K. Schumacher: Monster verfolgen. Zu Semiotik und Theorie des Monströsen bei David Lynch – U. Schwagmeier: Vom Heulen der Theorie. Überlegungen zum Werwolf in kulturanalytischen und philosophischen Diskursen – A. Simonis: Grenzüberschreitung und ästhetische Selbstreflektion in Shadow of the Vampire (2000) – I. Uhlig: Verbreitung – Ansteckung – Monster. Epidemische Struktur des Monströsen – T. Voss: Warum ist der Determinismus weiblich allegorisiert? Gendertheoretische und motivspezifische Überlegungen zur Figuration der weißen Frau bei Friedrich Laun, Franz Grillparzer und Theodor Storm – A. Walker: Die Idiotie des Monsters. Auf den Spuren des Monsterzoos in zeitgenössischen Fernsehserien Sabine Kyora studierte Literaturwissenschaft und Geschichte in Bielefeld und Hamburg, Dissertation 1991 an der Universität Bielefeld mit der Arbeit Psychoanalyse und Prosa im 20. Jahrhundert. Habilitation 1999 mit der Arbeit Eine Poetik der Moderne (überarbeitete Fassung, Würzburg: Königshausen & Neumann 2007). Seit Oktober 2002 Professorin für Deutsche Literatur der Neuzeit an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Uwe Schwagmeier studierte Literaturwissenschaft, Anglistik/Amerikanistik und Philosophie an der Universität Bielefeld. Am Institut für Germanistik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ist er Lehrkraft für besondere Aufgaben im Bereich Literaturwissenschaft.


Kouba Petr
Geistige Störung als Phänomen
Perspektiven des heideggerschen Denkens auf dem Gebiet der Psychopathologie
400 S., Br., € 59,80
978-3-8260-4556-1
Das Buch widmet sich einer Erforschung psychopathologischer Probleme vom Standpunkt einer Philosophie des Seins, die Ludwig Binswanger und Medard Boss als Grundlage für die Ausgestaltung der sogenannten psychiatrischen Daseinsanalyse herangezogen haben. Die Problematik geistiger Störungen wird hier insbesondere im Zusammenhang mit der Endlichkeit des menschlichen Daseins, in der die ontologischen Bedingungen von Wahnsinn verortet werden, zum Thema gemacht. Im Rahmen der Aufdeckung solcher ontologischen Bedingungen wird die Philosophie des Seins auch mit Konzeptionen konfrontiert, die mit Blick auf Formen des Wahnsinns von Michel Foucault, Gilles Deleuze und Félix Guattari entwickelt wurden. In diesem Sinne geht diese Monographie über die Grenzen der heideggerschen Philosophie hinaus und erschließt thematische Möglichkeiten, welche von der psychiatrischen Daseinsanalyse nicht beachtet werden. Petr Kouba lehrt Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität in Prag. Daneben ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Institut der Tschechischen Akademie der Wissenschaften tätig.

Michael Rostalski
Gelebte Orte - Geplante Stadt
Informelle Nutzung urbaner Räume und partizipative Stadtentwicklung
Das RAW-Gelände in Berlin
Bauhaus Urban Studies
280 S.,  Br., € 38,00
978-3-8260-4472-4
In Städten konzentrieren und überschneiden sich unterschiedliche, teils gegensätzliche Nutzungsansprüche oft an denselben Orten. Wo reale informelle Nutzungen formalen Planungen weichen sollen, entstehen vielschichtige Konflikte. Lokale informelle Entwicklungen sind wieder zunehmend Teil bzw. Alternativen in der ganzheitlich betrachteten Entwicklung deutscher Städte. Das Beispiel des RAW-Geländes in Berlin-Friedrichshain zeigt, welche Einflüsse informelle Nutzungen dabei ausüben und wie die Kommune NutzerInnen und genutzte Räume einbeziehen können. Die Arbeit untersucht die Wirkung informeller Nutzungen auf die formalen Planungsprozesse bei der Stadtentwicklung. Die explorative Einzelfallstudie wird auf Basis der dialogischen Planungstheorie von Stein und Harper interpretiert, die maßgeblich durch Rawls beeinflusst ist. Ziel der Arbeit ist es, Problemfelder gegenwärtiger Planungsdiskurse zu umreissen sowie aufzuzeigen, wie die informellen Nutzungen von EntscheidungsträgerInnen als Beteiligungsform in der Stadtentwicklung einbezogen werden kann. Als wesentliche Aspekte im demokratischen Planungsverständnis werden die Konzepte der Ausgleichenden Abwägung und des Überschneidenden Konsenses behandelt. Dr.-Ing. Michael Rostalski promovierte an der Fakultät für Architektur, Institut für Europäische Urbanistik, der Bauhaus-Universität Weimar.

Link, Olaf
Geschichte(n) Wiener Kaffeehäuser
120 S., Br., € 12,80
978-3-8260-4451-9
In vielen Ländern, insbesondere in deren Metropolen, gibt es Kaffeehäuser. In London sind sie seit 1652, in Paris seit dem Jahr 1660 nachweisbar. Nirgends auf der Welt aber gehören sie so selbstverständlich zum Stadtbild wie in der österreichischen Hauptstadt Wien, in der sie seit mehr als 300 Jahren einen wesentlichen Bestandteil lokaler Kulturgeschichte bilden. Wer als Tourist nach Wien kommt, nimmt sich in aller Regel vor, neben Prater und Staatsoper, Hofburg und Hofreitschule mindestens eines der bekannten Kaffeehäuser zu besuchen. Gestorben nämlich ist die Kaffeehaus-Tradition bis zum heutigen Tage nicht. Im Gegenteil: Seit etwa 20 Jahren scheint sich der Besuch jener Cafés, die es in ihrer spezifischen Art weiterhin nur in Wien gibt, wieder zunehmender Beliebtheit zu erfreuen. Der Autor Olaf Link stellt in diesem Buch einige der beliebtesten Cafés vor, die trotz ihrer immensen Verschiedenheit in ihrer je eigenen Art allesamt das typische Wiener Kaffeehaus repräsentieren.

Kienzle Ulrike
Giuseppe Sinopoli
Komponist - Dirigent - Archäologe
Band 1: Lebenswege + Band 2: Porträts
zus. 768 S., ,  Br., € 68,00
978-3-8260-4585-1
Giuseppe Sinopoli war nicht nur eine der profiliertesten Musikerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, sondern auch ein universaler Geist von existentieller Tiefe und seltener Umtriebigkeit auf verschiedensten Gebieten: Der promovierte Mediziner setzte in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts als Exponent der italienischen Avantgarde mit seinen Kompositionen bedeutende Akzente. In den 80er Jahren avancierte er zu einem weltweit geschätzten Dirigenten, der das symphonische und musikdramatische Repertoire durch die Perspektive der Neuen Musik neu zu beleuchten verstand. Aus seinem Studium der Archäologie bezog Sinopoli Inspirationen für die kritische Refl exion der Gegenwart, die er in seinem literarischen Hauptwerk Parsifal in Venedig niedergelegt hat. Sinopoli verband gedankliche Präzision mit einer Radikalität des Deutens und Erlebens von Musik zu einer einzigartigen Synthese. Im ersten Band ihrer zweibändigen Monographie zeichnet Ulrike Kienzle die Lebenswege Sinopolis nach. Band 3 wird ca. 1 Jahr später erscheinen und beinhaltet analytische Betrachtungen zu den Kompositionen, Einspielungen und Schriften. Dr. Ulrike Kienzle ist Privatdozentin für Musikwissenschaft und arbeitet als freie Autorin und Kuratorin. Sie ist Mitherausgeberin von „wagnerspectrum“. Im Verlag Königshausen & Neumann erschien von ihr: „. daß wissend würde die Welt! Religion und Philosophie in Richard Wagners Musikdramen“ [978-3-8260-3058-1].
Giuseppe

Marc-Oliver Schuster
H.C. Artmann's Structuralist Imagination.
A Semiotic Study of His Aesthetic and Postmodernity
588 S., , Br., € 68,00 .
978-3-8260-4473-1
Schuster argues that H. C. Artmann’s literary work is composed of a structuralist imagination that corresponds with Saussurean semiology and the perspective of synchrony. Following a discussion of relevant contexts such as biography, scholarship, Austrian culture and methodology, Artmann’s aesthetic principles are considered under the headings of “synchrony,” “arealism” and “smallness.” These principles account for the three sign-categories that are characteristic of his work: aliens, angels, and monsters. By defi ning postmodernity as bi-paradigmatic irony, Artmann’s strong potential for postmodernity is applied to the prose texts dracula dracula, tök ph’rong süleng, and Grünverschlossene Botschaft. 

Gerrekens, Louis /Küpper, Achim (Hrsg.)
Hasard
Der Spieler in der deutschsprachigen Literaturgeschichte
300 S., Br., € 36,00
978-3-8260-4582-0
Das Hasard kann als eine zentrale Metapher der Moderne verstanden werden. An ihm wird nicht nur ein tiefer Widerspruch zwischen Providenz und Kontingenz, Wahrscheinlichkeitsberechnung und Unberechenbarkeit, Sinnverlangen und Sinnverlust erkennbar, dem Bild von dem Leben und der Welt als Glücksspiel sind zugleich eine Fülle spezifi sch moderner Erfahrungen eingeschrieben: die Zweckentbundenheit des Spiels, die Haltlosigkeit, der Macht- und Kontrollverlust des Spielers, die Diskontinuität und Arbitrarität des Hasards, das Spiel als Wiederholung und ewiger Neuanfang u.v.m. Das Hasard wird – nicht zuletzt auch durch seine eigentümliche Verbindung mit Spekulation, Inflation, Rezession – zu einem Krisensymptom ersten Grades. Der Band versucht, die erstaunlich reichhaltige Geschichte des Hasardspiels in der deutschsprachigen Literatur von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart zusammenzutragen. Anhand von Einzelbeiträgen zu unterschiedlichen, teils bekannten, teils weniger bekannten Autoren und verschiedenen Stationen der Spielthematik verzeichnet und deutet der Band damit eine Geschichte, die zugleich auch Einsichten liefert in den literarischen Umgang mit Erfahrungen von Zufälligkeit, Sinnlosigkeit und Willkür – und die für die deutschsprachige Literatur in dieser Form bislang noch ungeschrieben war. Louis Gerrekens ist Professor für Neuere deutsche Literatur und für deutsche Sprache an der Université de Liège. Achim Küpper ist Chargé de recherches du FNRS für Neuere deutsche Literatur und Maître de conférences an der Université de Liège.

Peters, Christian
Die gebaute Republik
Zur umkämpften Ordnung der Hauptstadtarchitekturen in Berlin und Paris.
400 S., Br., €49,80
978-3-8260-4543-1
Hauptstädte zählen zu den Grundbedingungen für die Entwicklung politischer Identitäten. Durch die Zurschaustellung einer Stadtgeschichte, die in ihren Schlüsselereignissen oft die Nationalgeschichte verdichtet, schaffen sie eine vorstellbare Gemeinsamkeit. Architektur dient in diesem Prozess der symbolischen Integration als ein Leitmedium. Sie stellt dem Staat ein Gehäuse zur Verfügung, in dessen Räumen und an dessen Fassaden sich politische Macht zeigen kann und wo eine Idee von Geschichte ihre Anschauung findet. Der Vergleich der architektonischen Repräsentationskulturen im Paris der Ära Mitterrand und in der Hauptstadt der so genannten ‚Berliner Republik’ erläutert diesen Zusammenhang an vier Beispielen: zum einen am Umbau des Grand Louvre und dem Neubau der Grande Arche de la Défense, auf der anderen Seite am neuen Bundeskanzleramt und dem hoch aufgeladenen Bundesfinanzministerium im Detlev-Rohwedder-Haus. Die Arbeit zeigt die Radikalität der geschichts- und symbolpolitischen Kämpfe, wie in beiden Städten in signifikanten historischen Situationen an Traditionen angeschlossen oder das Neue in Abgrenzung zum Alten erzeugt wurde und wie mit architektonischen Mitteln – und gegen opponierende Ansprüche – eine bestimmte Vision des Politischen geschaffen werden sollte. Christian Peters arbeitet als Forschungskoordinator am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen. Nach dem Studium der Philosophie und der Sozialwissenschaften u. a. in Heidelberg, Berlin, Dresden und Paris war er bis 2009 bei der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius beschäftigt, zuletzt als Referent im Bereich Wissenschaft und Forschung.

Ruffing, Jeanne
Identität ermitteln
Ethnische und postkoloniale Kriminalromane
zwischen Popularität und Subversion
476 S., , Br., € 58,00
978-3-8260-4517-2
Detektivfiguren mit ethnischer oder postkolonialer Identität erfreuen sich in der neueren Kriminalliteratur einer immer größeren Beliebtheit. Während der noch in den 1970er Jahren geäußerte Einwand, die Ethno-Einlagen langweilten den Leser nur und hätten in einem Kriminalroman nichts zu suchen, längst widerlegt ist, hat sich die neuere Forschung viel mit der Frage beschäftigt, ob das ‚populäre‘, massentaugliche Genre Kriminalroman überhaupt dazu geeignet ist, kritische Einsprüche gegen die herrschenden Machtverhältnisse zu vermitteln, ob die Konventionen der Form die von den Autoren intendierten politischen Anliegen nicht vielleicht im Gegenteil sabotieren, oder ob ethnische und postkoloniale Kriminalromane nicht schon allein durch ihre Thematik die Immanenz der Form aufbrechen und somit eigentlich Meta- oder Anti-Kriminalromane sind. Der Band geht dieser Kontroverse anhand der Kriminalromane von Harry Kemelman, Barbara Neely, Jakob Arjouni, Jean-Claude Izzo und Driss Chraïbi nach. Jeanne Ruffing studierte Französische Philologie, Französische Kulturwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Saarbrücken und Lille. Sie promovierte 2010 mit dieser Arbeit an der Universität des Saarlandes und der Université de Provence (Aix-en-Provence) im Rahmen einer co-tutelle de thèse und ist zur Zeit am Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes tätig. 

Manhart Sebastian
In den Feldern des Wissens
Studiengang, Fach und disziplinäre Semantik in den Geschichts- und Staatswissenschaften (1780-1860)
500 S., ,Br., € 68,00
978-3-8260-3457-2
Im Bereich der Disziplingeschichtsschreibung und Wissenschaftsforschung herrscht erheblicher begrifflicher Klärungsbedarf. Der Band ist daher einerseits ein Beitrag zur Fach- und Disziplingeschichte der Geschichts- und Staatswissenschaften sowie zur fachübergreifenden Lehrtradition der Vorlesungen über Politik. Andererseits geht es aber auch um die Klärung zentraler Grundbegriffe, die es erlaubt, die unterschiedlichen Untersuchungsebenen von Habitus, Organisation und disziplinär-semantischem Feld systematisch im Rahmen einer historischen Untersuchung miteinander zu verknüpfen. Auf der Grundlage einer Theorie semantischer Felder geht es um das genauere Verständnis der Entstehung des Zusammenhangs von Studiengang, Fach und Disziplin im Rahmen der modernen Universität. Im Mittelpunkt der Analyse des gemeinsam geteilten disziplinär-semantischen Feldes der Geschichts- und Staatswissenschaften steht dabei die um 1800 stattfindende Umstellung der wissenschaftskonstitutiven Metaphorik von der Mechanik der außengesteuerten Maschine zur Organik des sich selbst organisierenden Lebendigen. Entlang staatswissenschaftlich-historischer und philosophischer Quellentexte werden zentrale Konzepte und Begrifflichkeiten des wissenschaftlichen Diskurses dieser Zeit wie Wissenschaft, Leben, Freiheit, Bildung, Geschichte, Staat und Mensch genauer untersucht und im Hinblick auf ihren feldspezifischen Kontext reformuliert.

Irrgang, Bernd
Internetethik
Philosophische Versuche zur Kommunikationskultur im Informationszeitalter
170 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4512-7
Dieses Buch beschäftigt sich insbesondere mit einem dynamischen Randgebiet der Medienethik und der sich konstituierenden Informationsethik, der Internetethik. Zum Wahrhaftigkeitsproblem der Information kommt Unterhaltung, Neuartigkeit und Sensation mit eigenen ethisch relevanten Problemen. Medien sind technische Hilfsmittel zur Gestaltung von Informationsaustausch und Kommunikation. Eine Verwischung des Unterschiedes von Produzenten und Konsumenten im Internet hat eine Verantwortungsdiffusion zur Folge. Und das Internet wird zum Medium der Fantasie, der Imagination und des Träumens. Grenzen der Qualität der Inhalte aufgrund des Mangels an Selbstzensur und Zensur durch andere und Missbrauchsmöglichkeit durch Kriminelle entstehen. Eine Reflektionskultur des neuen Mediums erscheint dringend erforderlich. Prof. Dr. Dr. Bernhard Irrgang ist Inhaber der Professur für Technikphilosophie an der TU Dresden.

Sen Ramazan
Klabund
Sämtliche Werke. Band I: Lyrik, 3. Teil
Unter der Leitung von Prof. Dr.Dr. h.c. Hans-Gert Roloff.
368 S., Br., € 49,80
978-3-8260-1603-5
Klabund, mit bürgerlichem Namen Alfred Henschke, am 4. November 1890 in Crossen an der Oder geboren, erkrankte bereits mit sechzehn Jahren an Tuberkulose. Die Krankheit bestimmte sein Leben und seine literarische Produktion in starkem Maße. Klabund, nicht gewillt einen bürgerlichen Beruf zu ergreifen, wie es der Wunsch des Vaters, eine Apothekers war, entschloß sich, ein freies ungebundenes Leben im Stil seines Vorbildes François Villon zu führen, „herumstrolchen und Dichter zu werden“. Die Wahlverwandtschaft zu dem französischen Vagabunden und Dichter fand in dem lyrischen Porträt „Der himmlische Vagant“ (1919) ihren Niederschlag. Die Ausgabe bietet die Ergebnisse jahrelanger Forschungsarbeit in Archiven und Nachlässen. Den Herausgebern ist es gelungen, bisher unbekannte und ungedruckte Texte Klabunds zu ermitteln und sie in die vorliegende Ausgabe zu integrieren. Damit wird zum ersten Mal eine vollständige und wissenschaftliche Edition der Werke Klabunds vorgelegt. Textkritische Apparate, Kommentare und editorische Beigaben, wie Faksimile-Abdrucke von Handschriften, dienen der literaturwissenschafltichen Erschließung der Texte.

Jungblut Christian
Kompositorische Schubertrezeption in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
300 S., Br., € 39,00
978-3-8260-4506-6
Der besondere Reiz der Rezeptionsforschung als Disziplin der Musikwissenschaft liegt in den ihr eigenen künstlerischen Verbindungen von Vergangenheit und Gegenwart. Die vorliegende Studie untersucht unter diesem Aspekt Werke Franz Schuberts und Kompositionen des späten 20. Jahrhunderts. Nach einem detaillierten historischen Rückblick auf die Schubertrezeption im 19. Jahrhundert werden unter dem Gesichtspunkt der kompositorischen Rezeption Reiner Bredemeyers Winterreise (1984), Dieter Schnebels Schubert- Phantasie (1978/89), Siegfried Matthus‘ Streichquartett Das Mädchen und der Tod (1996) sowie Mauricio Kagels Lieder-Oper Aus Deutschland (1977-80) eingehend analysiert und mit den „Originalen“ in Beziehung gesetzt. Dazu entwickelt der Autor Rezeptionsmodelle, die die Bezüge zwischen dem jeweils rezipierten Werk Schuberts und der von ihm inspirierten Komposition aufzeigen. Diese werden im Verlauf der Studie hinsichtlich der untersuchten Werke verfeinert. Die so entstehenden Veränderungen der Rezeptionsmodelle zeigen zum einen exemplarisch, wie sich das Modell auch über die untersuchten Werke und selbst über den Komponisten Schubert hinaus anwenden ließe. Zum anderen werden Gemeinsamkeiten der Rezeption angesprochen, die für diese Forschungsdisziplin insgesamt und allgemein kennzeichnend sind. 

Stadler, Christian
Darwinistische Konkurrenz und ökonomisches Kalkül
Wilhelm Raabes Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Gesellschaft
230 S., Br., € 30,00
978-3-8260-4557-8
„Konkurrenz“ wird in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht nur durch Darwins Idee des Struggle for Existence, sondern auch durch (national-) ökonomische und philosophische Abhandlungen zu einem der zentralen Schlagworte. Gesellschaftliches Zusammenleben wird vermehrt über den Wettbewerbsgedanken definiert, der sich nicht mehr nur auf Unternehmungen oder allgemeiner den Markt beschränkt, sondern zusehends auf das Privatleben ausgedehnt wird und zu einem kalkulierenden Agieren des Einzelnen führt, wofür paradigmatisch der Kaufmannsroman der Jahrhundertmitte steht.
Ausgehend von diesem theoretischen Rahmen wird an exemplarischen Romanen und Erzählungen von Wilhelm Raabe (Die Leute aus dem Walde, Der Hungerpastor, Der Schüdderump, Deutscher Mondschein, Fabian und Sebastian, Prinzessin Fisch) untersucht, wie und wo er an den Konkurrenzdiskurs anknüpft und welche Konsequenzen dies für sein realistisches Erzählen hat. Fokussiert wird dabei vor allem die aufgrund von Ökonomisierungstendenzen bedingte Problematisierung der bürgerlicher Gesellschaft, die von Raabe insbesondere in der mittleren Schaffensphase sowie im Spätwerk verstärkt unter darwinistischen Gesichtpunkten refl ektiert wird. 

Spoerk, Ingrid / Lorenz, Dagmar (Hrsg.)
Konzeption Osteuropa
Der "Osten" als Konstrukt der Fremd- und Eigenbestimmung in deutschsprachigen Texten des 19. und 20. Jahrhunderts
Unter Mitarbeit von Alexandra Rollett und Elisabeth Scherr.
272 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4539-4
Dagmar C. G. Lorenz ist Professorin für Germanic Studies und war Leiterin der Jewish Studies an der University of Illinois at Chicago, USA. Sie lehrt und publiziert zur Österreichischen, Deutschen und Deutsch-Jüdischen Literatur und zum Holocaust. Ingrid Spörk ist Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Karl Franzens Universität Graz. Sie lehrt und publiziert zur Österreichischen und zur Jüdisch-Deutschen Literatur sowie zu Kulturwissenschaft und -theorien.

Scheible, Hartmut
Kritische Ästhetik
Von Kant bis Adorno
250 S., Br., € 29,00
978-3-8260-4485-4
Gegenüber Kants Aufsatz Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, in dem die liberalistische Ideologie noch nicht in Frage gestellt wird, enthält die Kritik der Urteilskraft eine bedeutsame Modifikation. Hatte dort die Befangenheit der Menschen in bloßen ,Naturzwecken‘ die endlich doch erfolgende Verwirklichung von Vernunftzwecken nicht zu gefährden vermocht, so wird hier erkennbar, daß die den Menschen gegebene ,Tauglichkeit: sich selbst überhaupt Zwecke zu setzen‘ nicht die Möglichkeit einschließt, auf diese Tauglichkeit nach Belieben etwa auch zu verzichten. Sollten die Menschen sich beschränken auf das Streben nach Glückseligkeit (im Sinne des Guizot zugeschriebenen Aufrufs Enrichissez-vous, der das Verhältnis des Kapitalismus zu Vernunftzwecken auf die kürzestmögliche Formel bringen wird) und in der Immanenz des vernunftlosen Naturzusammenhangs befangen bleiben wollen, so wird sich herausstellen, daß die Möglichkeit, in dieser Immanenz als ein Naturwesen unter anderen auf Dauer zu verharren, ihnen nicht gegeben ist. Die Regression ist möglich, Leben in der Regression nicht. In den in diesem Band versammelten Arbeiten über Kant, Simmel, Lukács, Benjamin, Adorno und Horkheimer werden die Möglichkeiten einer auf die kritische Analyse der Gegenwart hin angelegte Ästhetik ausgelotet. Hartmut Scheible ist Professor für Deutsche Sprache und Literatur an der Johann Wolfgang Goethe- Universität in Frankfurt am Main. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, u. a. zu Carlo Goldoni, zur Ästhetik im bürgerlichen Zeitalter, Theodor W. Adorno, zur österreichischen Literatur der Jahrhundertwende, zum literarischen Jugendstil in Wien, zu Joseph Roth und Arthur Schnitzler.

Negele, Manfred
Liebe, Tod , Unsterblichkeit
Urerfahrung der Menschheit im Gilgamesch-Epos
160 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4510-3
Die Beiträge dieses Buches interpretieren das älteste Großepos der Menschheit, das uns derzeit bekannt ist. Obwohl es entstanden ist im vorderen Orient, steht das Gilgamesch-Epos auch für die Grundlagen unserer Kultur. Erzählungen und Motive daraus finden wir im Alten Testament ebenso wie bei den frühen Griechen. Seit seiner Wiederentdekkung im 19. Jahrhundert entfaltete es eine zweite Wirkungsgeschichte. Es steht also in mehrfacher Hinsicht für die Verbindung von Ost und West. Die Autoren dieses Bandes folgen dem Grundgedanken, die im Gilgamesch-Epos tradierten Erzählungen (die man auch als Mythen bezeichnen könnte) als kondensierte Ur-erfahrungen der Menschheit zu deuten. Bei der Erarbeitung der Beiträge – sie wurden im Kreis der Autoren immer wieder diskutiert und auf einander abgestimmt – zeigte sich, daß diese Ur-erfahrungen nicht isoliert zu betrachten sind. Sie hängen untereinander zusammen. Dieser Verbindung will das Register Rechnung tragen, das dem Band beigegeben ist. Es ist eine Einheit aus Glossar und Stichwortverzeichnis und verfolgt das Ziel, die Vernetzung der einzelnen Themen deutlich werden zu lassen.

Bald, Herbert
Liebesjagd
Eine Wandmalerei des 15. Jahrhunderts im Schloß zu Lohr am Main.
136 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4494-6
In Franken sind nur wenige mittelalterliche Wandmalereien weltlichen Inhalts erhalten geblieben, und es verwundert, daß in der kunsthistorischen Literatur die Malerei im dritten Obergeschoß des Schlosses zu Lohr am Main, heute Verwaltungsbereich des Spessartmuseums, bisher keine nähere Beachtung gefunden hat. Dem Publikum zugänglich ist das Werk in Form einer 1:1-Reproduktion im Museumsbereich des ersten Stocks. Deren 2003 erfolgte Anfertigung wurde ebenso wie Restaurierung des Wandgemäldes im Jahr zuvor mit Hilfe der Dr. Woehrnitz-Stiftung finanziert. Das Buch von Herbert Bald: Liebesjagd. Eine Wandmalerei des 15. Jahrhunderts im Schloß zu Lohr am Main bringt nun eine Fülle einschlägiger Forschungsergebnisse. Die auf die Zeit um 1480 zu datierende Malerei, entstanden im Auftrag des Grafen Philipp II. von Rieneck, wird in ihren kunstgeschichtlichen und historischen Zusammenhang eingeordnet. Eine ausführliche Interpretation entschlüsselt ihre „Botschaft“ und erweist sie als ein Dokument von zentraler Bedeutung für das Selbstverständnis und die Selbstdarstellung eines mittelalterlichen Hochadelsgeschlechts, das in Franken und im Reich eine bedeutende Rolle spielte. 

Haeseli Christa
Magische Performativität
Althochdeutsche Zaubersprüche in ihrem Überlieferungskontext
Philologie der Kultur Band 4
260 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4549-3
Zaubersprüche gehören zu den ältesten Formen der deutschen Textüberlieferung. Zu Beginn ihrer Tradierung erscheinen sie als Marginalien in lateinischen Handschriften medizinischer, geistlicher oder wissenskompilierender Ausrichtung. Entsprechend sind sie in einem Spannungsverhältnis von Volkssprache und Latein, von Magie, Medizin, Religion und artes zu sehen. Die vorliegende Arbeit analysiert einerseits die Überlieferungssituation der althochdeutschen Zaubersprüche in historischer und systematischer Hinsicht und dokumentiert diesbezügliche Veränderungen vom 9. bis ins 12. Jahrhundert. Andererseits richtet sich der Blick auf die Textstrategien der magischen Formeln, um ihre Wirkungsdimensionen, ihre Performativität, deutlich zu machen. Die Zaubersprüche können als paradigmatischer, aber auch „radikalisierter“ Fall performativer Texte gelten, da sie darauf abzielen, die Realität nicht nur im sozialen, sondern auch im materiellen Sinn zu verändern. Wurde die Performativität der Zaubersprüche bis anhin vor allem in ihrer mündlichen Aufführung gesehen, begreift sie der hier verfolgte Ansatz als das in der schriftlichen performance Gegebene. Diese spezifi sch schriftliche Performativität wird auf der Grundlage neuer Transkriptionen, Übersetzungen und Abbildungen der magischen Texte untersucht. Christa M. Haeseli ist wissenschaftliche Assistentin für Ältere deutsche Literatur am Deutschen Seminar der Universität Zürich. Sie promovierte 2010 mit einer diesem Buch zugrunde liegenden Arbeit an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich.
Larsson Kristian

Masken des Erzählens
Studien zur Theorie narrativer Unzuverlässigkeit und ihrer Praxis im Frühwerk Thomas Manns
270 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4461-8
 
 



Sultan Mualem, Marie
Migration, Vielfalt und Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk
Br., € 32,00
978-3-8260-4523-3
Massenmedien fungieren in den immer komplexeren Gesellschaften der Gegenwart als wichtige Einfl ussgrößen bei der Orientierung in unserer sozialen Umwelt. Das gilt auch und in besonderer Weise für den in der Bundesrepublik Deutschland seit den 1950er Jahren politisch und medial immer wieder höchst unsachlich und konfl iktorientiert geführten Migrationsdiskurs. Umso mehr muss es verwundern, daß in den bisherigen Publikationen zum Forschungsfeld „Massenmedien und Minderheiten“ gerade jenes Leitmedium kaum Beachtung fi ndet, das bei der Produktion und Vermittlung verbindlicher Nachrichtenwerte das größte Ansehen genießt. Die Rede ist vom Öffentlich- Rechtlichen Rundfunk. Das Anliegen dieser Studie ist es, ein Problembewusstsein für diese Forschungslücke zu schaffen. Unter der Leitfrage „Erfüllen ARD und ZDF ihren verfassungsrechtlichen Auftrag zur Gleichberechtigung und Gleichachtung ethnisch-kultureller Vielfalt?“ diskutiert die Autorin die öffentlich-rechtliche diversity-correctness exemplarisch für drei Analysefelder: 1. Das medial vermittelte Bild von MigrantInnen im öffentlichrechtlichen Fernsehen, 2. Die Personalpolitik von ARD und ZDF und 3. die Repräsentanz von MigrantInnen und Menschen mit Migrationshintergrund in den Aufsichtsgremien. Marie Mualem Sultan studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Friedens- und Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg. Seit 2010 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem transdisziplinären BMBF-Forschungsprojekt Climates of Migration des Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen.

Givsan Hassan
Nach Hegel
Kritische Untersuchungen zu Hegels Logik, Schellings "positiver" Philosophie und Blochs Ontologie
220 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4542-4
 



Givsan, Hassan
Zu Heidegger
Ein Nachtrag zu "Heidegger - das Denken der Inhumanität"
180 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4541-7
Prof. Dr. Hassan Givsan, geb. in Teheran, Studium der Philosophie, Physik und Germanistik in Mainz und Berlin, Habilitation in Philosophie, lehrt Philosophie an der TU Darmstadt. Bei K&N sind von ihm erschienen: Heidegger – das Denken der Inhumanität. Eine ontologische Auseinandersetzung mit Heideggers Denken (vergriffen). Eine bestürzende Geschichte: Warum Philosophen sich durch den „Fall Heidegger“ korrumpieren lassen.



Mispagel Nathalie
New York
in der europäischen Dichtung des 20. Jahrhunderts
360-390 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4514-1
New York – Fanal und Versprechen zugleich! Explizit im 20. Jahrhundert ist die schillernde Megacity zu einem wichtigen Topos in der Stadtliteratur avanciert, wobei angesichts unzähliger Werke amerikanischer Autoren häufig übersehen wird, daß sich auch überraschend viele Europäer mit New York lyrisch auseinandergesetzt haben. Sowieso erfahren Prosatexte mehr Aufmerksamkeit als Lyrik über New York, obwohl gerade die Dichtung einen facettenreichen Beitrag zur urbanen Wahrnehmung geleistet hat.Interessanterweise wurde nie die Frage gestellt, warum europäische Lyriker sich überhaupt mit einer fernen amerikanischen Megalopolis beschäftigen, hat ihnen doch Europa als vertrauter kultureller Erlebnishorizont ebenfalls bedeutende Großstädte zu bieten. Gleichwohl konnte sich New York einen exponierten Platz in der europäischen Dichtung des 20. Jahrhunderts erobern, geriet wie keine andere internationale Metropole in den literarischen Fokus.Dies läßt erahnen, daß New York von Europa aus nicht nur als eine weitere City betrachtet wird, sondern als repräsentativer Ort des 20. Jahrhunderts. Die Auseinandersetzung mit den Erfahrungen, Themen, Problemen oder Phänomenen des Centenniums findet anhand von New York statt in Form einer ebenso reichhaltigen wie differenzierten Dichtung. 

Schricker Regine U.
Ohnmachtsrausch und Liebeswahn
Weiblicher Masochismus in Literatur und Film des 20. und 21. Jahrhunderts
256 S.,  Br., € 39,80
978-3-8260-4516-5
Diese Literatur und Film übergreifende Untersuchung widmet sich aus gender-spezifischer Perspektive einem immer noch stark inkriminierten Themenkomplex in erfolgreicher Unvoreingenommenheit: dem weiblichen Masochismus. Um zu verfolgen inwieweit sich theoretische und erzählend-fiktionale Diskurse des Masochismus entsprechen, wird zum Einen die Verhandlung des masochistischen Begehrens in unterschiedlichen theoretischen Diskursen – etwa dem der Psychoanalyse oder dem der feministischen Filmwissenschaft – untersucht, zum Anderen werden insgesamt elf literarische und filmische Erzählungen diverser nationalkultureller Provenienz ausführlich auf ihre Darstellungsweise des weiblichen Masochismus hin untersucht. Im Zentrum steht die Frage, wie der Bezug zwischen Weiblichkeit und Masochismus sowohl in den theoretischen als auch in den fiktionalen Texten eingeschätzt wird: Entsteht eine weibliche masochistische Identität, die in ihrem Ausbruch aus traditionellen genderfundierten Zuschreibungen von sexuellen Rollen gar ein emanzipatorisches Potenzial für Frauen enthalten kann? Oder ist weiblicher Masochismus unverrückbar verbunden mit sexueller und psychischer Devianz und weiblicher Auto-Destruktion? 

Alfred Kessler
Philosophie der Endlichkeit
Herausgegeben von M. Kesselheim, W. Weber, M.v.d.Weppen und mit einem kurzen Editorial von M. Kesselheim und Wolfgang Weber
300 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4475-5
„Das Sein und das Unendliche“ lassen sich nur vom menschlichen Dasein her auslegen und annähernd verstehen. Wie der Autor in der „Welt des Menschen“ gezeigt hat, gibt es für den Menschen nichts, was nicht durch seine Sinne, seinen Verstand und seine Sprache vermenschlicht wäre. Auch das Geistesleben ist menschliches Dasein. Das Übersinnliche, Geistige, beginnt bereits in der Natur und spitzt sich im Menschen nur zu. Wenn Gott oder das Göttliche sich einem Menschen offenbart, so wird diese Offenbarung durch das Fassungsvermögen des Empfängers beschränkt und durch seine Subjektivität gefärbt. Wenn der Mensch sich in stetigem Wechselgespräch mit der Natur und dem Weltgeist oder sagen wir: mit Goethes Gott-Natur bewegt, darf er freilich überzeugt sein, sich von der Wahrheit nicht zu entfernen. Alles wird dann zum Gleichnis, zum Symbol des All-Lebens, in dem Materie und Energie, Geist und Form vereint sind. Die Wissenschaft ist der Aufgang, der erste Schritt hierzu - nicht mehr, nicht weniger.


Potentiale der symbolischen Formen
Eine interdisziplinäre Einführung in Ernst Cassirers Denken
hrsg. von Urs Büttner, Martin Gehring, Marion Gotterbarm, Lisa Herzog, Matthias Hoch.
160 S., Br., € 24,00
978-3-8260-4558-5
Urs Büttner studierte Germanistik, Soziologie und Philosophie in Hagen, Eichstätt, Konstanz, Tübingen und Harvard. Martin Gehring studierte Allgemeine Rhetorik, Neue und Neueste Geschichte, Neue Deutsche Literatur und Politikwissenschaften in Tübingen und Hagen. Mario Gotterbarm studierte Philosophie, Neuere Deutsche Literatur- und Kunstgeschichte in Tübingen und Kommunikationswissenschaft in Hohenheim. Lisa Herzog arbeitet an ihrer Doktorarbeit in Politischer Philosophie an der University of Oxford.

Faber, Richard /Puschner, Uwe (Hrsg.)
Preußische Katholiken und katholische Preußen im 20.Jahrhundert
250 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4587-5
E. François: Preußen und Katholizismus. Eine Tour d’horizon – I. Preußen – Deutschland, Katholizismus – Protestantismus – U. Puschner: Kulturkampf. Ursachen, Verlauf, Folgen – K.-M. Mallmann: Die heilige Borussia. Das Saarrevier als preußische Industriekolonie – R. Hering: Konservative Ökumene. Hochkirchliche und liturgische Strömungen im deutschen Protestantismus des 20. Jahrhunderts – II. Preußen in katholischer Literatur und Publizistik – R. Faber: Preußischer Katholizismus und katholisches Preußentum. Ihre etatistische, imperialistische und militaristische sowie antik-römische, italienisch-faschistische und spanisch-ignatianische Dimension – C. Ehlers: Die propreußische Rezeption des Deutschen Ordens und seines »Staates« im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert – D. Gretz: »Wo solche sind wie du – da ist der Sieg.« Preußentum, Katholizismus und ein ›katholischer Preuße‹ im George-Kreis – R. G. Czapla: Römische Reichsidee versus preußischer Staatsgedanke. Politische Konzeptionen in Werner Bergengruens historischem Roman Am Himmel wie auf Erden – W. Kreutz: Reinhold Schneiders und Jochen Kleppers Rekurs auf Preußen – J. Pottier: Zwei preußische Offi zierstöchter und katholische Dichterinnen. Gertrud von le Fort und Ruth Schaumann – W. Mogge: Ein heidnischer Staat. Preußenbilder aus dem katholischen Bund Quickborn – III. Preußen und politischer Katholizismus – J. Flemming: „Katholischer Stoßtrupp“. Walter Dirks, die „faschistische Konstellation“ und das Ende der Weimarer Republik – K. Große Kracht: Erich Klausener (1885-1934). Preußentum und Katholische Aktion zwischen Weimarer Republik und Drittem Reich – D. Geppert: Adenauer, Wirth, Brüning. Drei Spielarten des politischen Katholizismus in der Weimarer Republik – IV. Preußen, Polen, Bundesrepublik Deutschland und Katholizismus – S. Scholz: Vom Totengräber zur Erbmasse. Die polnische Wahrnehmung Preußens im 19. und 20. Jahrhundert Die Herausgeber:RichardFaber ist Professor für Soziologie (der Literatur) an der FU Berlin. UwePuschner ist Professor für Neuere und Neuste Geschichte an der Freien Universität.

Boothe, Brigitte /Cremonini, Andreas /Kohler, Georg (Hrsg.)
Psychische Strukturen und kollektive Praxis
Regulierung und der Raum der Gründe - Interpretation interdisziplinär
230 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4592-9
Menschen folgen Normen und Regeln in ihrem Zusammenleben; ihr Leben ist bestimmt durch Regularitäten. Das regelgeleitete Verhalten gehört oft zu den Selbstverständlichkeiten und Gewissheiten des Alltags. Doch kann die geregelte Praxis problematisch und prekär werden. Gewissens- oder Konformitätsdruck sind Beispiele dafür. Die geregelte Praxis wird dysfunktional, die Norm zum Zwang. Wer der Frage nach den Zusammenhängen der verschiedenen Steuerungsweisen und der Selbststeuerung menschlicher Lebendigkeit nachgeht, stößt bald auf einen unübersichtlichen Theorienpluralismus, dessen Systematisierung kaum gelingt: Zu heterogen erscheinen die wissenschaftlichen Ebenen, methodischen Ansätze und disziplinären Perspektiven. Vielversprechend ist aber die exemplarische Thematisierung des Problems. Die Herausgeber des Buches „Psychische Struktur und kollektive Praxis“ stellen Abhandlungen zusammen, die einerseits Kategorien zur angemessenen Beschreibung der Forschungslage vorschlagen, anderseits phänomenbezogene, exemplarische Analysen liefern. Brigitte Boothe, Prof. Dr. phil., Dipl. Psych., seit 1990 Ordinariat für Klinische Psychologie an der Universität Zürich. Dr. phil. Andreas Cremonini arbeitet im Interdisziplinären Psychoanalytischen Forum an der Universität Zürich. Georg Kohler ist em. Professor für Philosophie, mit besonderer Berücksichtigung der politischen Philosophie an der Universität Zürich.

Becker, Ralf /Orth, E.W. (Hrsg.)
Religion und Metaphysik als Dimensionen der Kultur
Trierer Studien zur Kulturphilosophie Bd. 18
246 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4515-8
R. Becker / E. W. Orth: Vorwort – L. Honnefelder: Metaphysik als Erste Philosophie. Zur Funktion der Metaphysik für Wissen und Glauben – K.-H. Lembeck: Über Dinge und Gegenstände. Metaphysische Motive in Wissenschaft und Kunst – C. Bermes: Religiöse Motive in der Moralbegründung und die Anthropologie – R. Becker: Gnosis und spätmoderner Geist – W. A. Euler: Religion und Philosophie bei Nikolaus von Kues – W. Henckmann: Schelers Metaphysik im Horizont der obersten Wissensformen – M. Gabel: Transzendenz und Leiblichkeit – G. Cusinato: Werdender Gott und Wiedergeburt der Person bei Max Scheler – E. Kelly: Opfer und Werdesein in Schelers Buddhismus- Kritik – Z. Davis: Vitale Solidarität als Überwindung der modernen Umweltkrise – P. Wilwert: Religion und ihre Bedeutung für Philosophie und Wissenschaft bei Max Scheler und Helmuth Plessner – M. Bongardt: Kulturphilosophie versus Offenbarungstheologie. Die Religion in der Sicht Ernst Cassirers und Max Schelers – S. Ullrich: Mythische Präsenz. Ernst Cassirers Theorie des ,Anfangs’ der Kultur – H. Schwaetzer: Kultur und Religion als Erscheinungsformen der Existenz bei Heinrich Barth – R. L. Fetz: „Du bist Ich in mir“ (Angelus Silesius). Plädoyer für eine dialogisch-mystische Religionsphilosophie – C. Böhr: Phänomenologie als Anthropologie. Zu Karol Wojtylas Konzeption der Person Die Herausgeber: PD Dr. phil. Ralf Becker lehrt Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Prof. Dr. Ernst Wolfgang Orth ist o. Prof. für Philosophie an der Universität Trier.

Knape, Joachim /Kramer, Olaf (Hrsg.)
Rhetorik und Sprachkunst bei Thomas Bernhard
190 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4520-2
J. Knape: Zur Problematik literarischer Rhetorik am Beispiel Thomas Bernhards – A. Betten: Kerkerstrukturen. Thomas Bernhards syntaktische Mimesis – S. Krammer: Figurationen der Macht. Rhetorische Strategien in Thomas Bernhards Dramen – B. Sorg: Strategien der Unterwerfung im Spätwerk Thomas Bernhards – H. Höller: Wie die Form der Sprache das Denken des Lesers ermöglicht. Der analytische Charakter der Bernhard- Sprache – A. Ulrich: „aber ich bin kein Redner und ich kann überhaupt keine Rede halten.“ Thomas Bernhard und seine Preise – H. Schick: Schimpfen bis der Arzt kommt. Zur Rhetorik der Erregung in Gehen von Thomas Bernhard – M. Mittermayer: Lächerlich, charakterlos, furchterregend. Zu Thomas Bernhards Rhetorik der Bezichtigung – O. Kramer: Wahrheit als Lüge, Lüge als Wahrheit. Thomas Bernhards Autobiographie als rhetorischstrategisches Konstrukt – E. Marquardt: Ist es ein Roman? Ist es eine Autobiographie? „Erfi nden“ und „Erinnern“ in den autobiographischen Büchern Thomas Bernhards Die Herausgeber: Joachim Knape ist Direktor des Seminars für Allgemeine Rhetorik der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Zu seinen wichtigsten Forschungsgebieten gehören Rhetoriktheorie und -geschichte, Renaissance-Humanismus und Ästhetiktheorie. Olaf Kramer ist Akademischer Rat am Seminar für Allgemeine Rhetorik der Eberhard Karls-Universität Tübingen. Zu seinen wichtigsten Forschungsfeldern gehören literarische Rhetorik, amerikanische Rhetoriktheorie und Theorien der Virtualität.

Petronius
Satyrgeschichten
Herausgegeben, übersetzt und erläutert von Otto und Eva Schönberger
316 S., Br., €48,00
978-3-8260-4597-4
„Er verbrachte die Tage mit Schlafen, die Nacht mit Geschäften und den Zerstreuungen des Lebens. Doch galt er nicht als Schlemmer oder Prasser, sondern als Mann des verfeinerten Luxus.“ War der so von dem Historiker Tacitus (etwa 55 bis 120 n. Chr.) charakterisierte Petron, einst Statthalter von Bithynien und Konsul, dann Vertrauter des Kaisers Nero (54-68 n. Chr.) und Schiedsrichter in Fragen des Geschmacks, der Verfasser der unter demselben Namen überlieferten ,Satyrgeschichten‘? Wir wissen es nicht genau, doch finden wir in dem Werk die gleiche unbefangene Art der Lebensauffassung und künstlerischen Darstellung, so daß kaum Zweifel an der Identität bestehen. Mit pikanten Geschichten, Abenteuererzählungen, Novellen und eingestreuten Gedichten zeichnet der Autor ein breit angelegtes Sittengemälde der neronischen Zeit. In dem in Form einer menippeischen Satire gestalteten Roman erzählt er die Reiseabenteuer des Encolpius und seiner Kumpane, die durch den Zorn des Priap umhergetrieben werden. Leider sind von dem umfangreichen Ganzen nur Bruchstücke erhalten. Das bekannteste ist das „Gastmahl des Trimalchio“, in dem in satirischer Distanz die Welt der neureichen Freigelassenen vorgeführt wird. In bewundernswerter Weise versteht es Petron hierbei, die Literatursprache der kleinen Leute abzuheben und für jeden Charakter den treffenden Ton zu finden. Otto Schönberger studierte Klassische Philologie, Germanistik und Philosophie. Zahlreiche Publikationen bei K&N. Eva Schönberger ist Klassische Philologin, Mitübersetzerin zahlreicher Bücher.

Brüschweiler Andreas
Sokrates im Gespräch
mit einem politischen Fanatiker
und einem abergläubischen Feldherrn
188 S., ,  Br., € 29,80
978-3-8260-4505-9
Im siebenten Brief betont Platon, daß es von ihm selbst keine Schrift über seine philosophischen Bestrebungen gebe und auch nie eine geben werde. Trotz dieser eindeutigen Aussage von Platon geht die herrschende Lehrmeinung davon aus, daß Platon der Urheber der uns überlieferten philosophischen Dialoge mit Sokrates gewesen sei und diese deshalb keine realen Gespräche, sondern vielmehr philosophische Werke von Platon darstellen würden. Im vorliegenden Buch wird der herrschenden Lehrmeinung die Auffassung entgegengestellt, daß in den sog. «platonischen» Dialogen tatsächlich die Aussagen des historischen Sokrates so wie von dessen jeweiligen Gesprächspartnern festgehalten sind und Platon nach dem Tode von Sokrates lediglich die Edition dieser Dialoge, die andere und zum Teil Platon selbst als Anwesende bei den jeweiligen Gesprächen mitgeschrieben hatten, übernahm, um der Nachwelt das Erbe von Sokrates zu erhalten. Im ersten Buch bei K&N ging es um die Dialoge “Sokrates’ Jugend und seine ersten philosophischen Gespräche“ Parmenides und Symposion. Das vorliegende Buch schliesst mit der Behandlung der Dialoge Charmides und Laches in zeitlicher (und damit auch in biographischer Hinsicht). Andreas Brüschweiler studierte Rechtswissenschaft und arbeitete von 1999 bis 2004 als wissenschaftlicher Assistent an der Forschungs stelle für Rechtsgeschichte der Universität Zürich. 2003 Promotion. 2010 der erste Teil von Sokrates> Biographie mit dem Titel «Sokrates’ Jugend und seine ersten philosophischen Gespräche» bei K&N. 

Höver, Gerhard /Baranzke, Heike /Schaeffer, Andrea (Hrsg.)
Sterbebegleitung: Vertrauenssache
Herausforderungen einer person- und bedürfnisorientierten Begleitung am Lebensende
240 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4457-1
„Wir werden nicht nur alles tun, damit du in Würde sterben kannst, sondern dass du leben kannst, bis du stirbst.“ Mit diesen Worten gab Cicely Saunders der modernen hospizlich-palliativmedizinischen Bewegung die Form eines Versprechens vertrauenswürdiger Wegbegleitung. Die Begleitung Sterbender ist dem Grundsatz „Sterben ist Leben – Leben bis zuletzt“ verpflichtet. Sie dient dem Ziel, durch eine ganzheitliche und multiprofessionelle Begleitung das Sterben wieder in die Lebenswelt heutiger Menschen zu integrieren. Die Würde und die Rechte der Todkranken und Sterbenden sind hierbei als normativer Bezugspunkt unabdingbar. Über alle institutionellen Strukturen und Maßnahmen der Qualitätssicherung, d. h. über die vielen „guten Gründe“ des Vertrauens hinaus kann Sterbebegleitung aber nur dann „Vertrauenssache“ werden, wenn Vertrauen zugleich zu einem entscheidenden personalen Moment wird – für die Sterbenden selbst wie für die sie Begleitenden. 

Werdermann Georg
The Connected Regio
Organisational Learning Strategies of Public Sector Organisations and Institutions in the Eindhoven Region
Bauhaus Urban Studies
280 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4480-9
In den vergangenen 20 Jahren haben die Begriffe „regionales Lernen“ und „lernende Region“ beträchtlich an Beachtung gewonnen. Allerdings ist trotz aller Popularität bislang nicht umfassend geklärt, wie diese regionalen Lernprozesse im Detail ablaufen. Basierend auf der Annahme, daß regionales Lernen in der Praxis eine Form des Organisationslernens ist, war es das Ziel des Autors, herauszufi nden, ob das Konzept zum allgemeinen Organisationslernen von ARGYRIS/SCHÖN (1978, 1996) neue Sichtweisen auch hinsichtlich der Lernprozesse von regionalen Organisationen und Institutionen der öffentlichen Hand ermöglicht und welche speziellen Rahmenbedingungen diese Lernprozesse prägen. Die Arbeit zeigt, daß es durch die Anwendung des Konzeptes von ARGYRIS/SCHÖN möglich ist, regionale Lernprozesse und das damit im Zusammenhang stehende Lernumfeld von Organisationen der öffentlichen Hand zu analysieren und zu kategorisieren, um daraufhin gezielt Interventionen hinsichtlich der Lernstrategien und des Lernumfeldes vorzunehmen. Die Arbeit macht deutlich, daß der Einfl uss von Politik und das Vorhandensein sowie die Qualität von regionalen Netzwerken wesentliche Rahmenbedingungen für das Organisationslernen im regionalen Kontext sind. Georg Werdermann studierte Architektur und Europäische Urbanistik. Er ist als Stadt- und Regionalplaner in Köln im Forschungs- und Beratungsbüro Rupprecht Consult tätig. Georg Werdermann promovierte berufsbegleitend an der Bauhaus- Universität Weimar.

Wild, Bettina
Topologie des ländlichen Raums
Berthold Auerbachs 'Schwarzwälder Dorfgeschichten' und ihre Bedeutung für die Literatur des Realismus
Mit Exkursen zur englischen Literatur...
380 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4500-4
Die Literatur des ländlichen Raums wird im 19. Jh. zum Medium der Auseinandersetzung mit Modernisierungsprozessen. Modellhaft dafür waren europaweit Berthold Auerbachs Schwarzwälder Dorfgeschichten. Im Programm eines ‚utopischen Realismus’ schafft Auerbach als ‚Kosmopolit auf dem Dorf’ ein literarisches Koordinatensystem des ländlichen Raums. Mit der Verleihung der ‚poetischen Menschenrechte’ an den Bauernstand wird das Dorf zum poetischen Labor bürgerlicher Gesellschaftsentwürfe. In der Arbeit wird gezeigt, daß die Schwarzwälder Dorfgeschichten den Charakter eines Experimentierfelds realistischen Schreibens gewinnen, dessen topische Räume, Themen und Figuren Erzählmuster zur Verfügung stellen, an die Autoren wie Gottfried Keller, Marie von Ebner-Eschenbach, Karl May, Hermine Villinger oder auch Thomas Hardy anknüpfen. Unter Betonung der Literarizität der Schwarzwälder Dorfgeschichten wird Auerbachs Poetik des ländlichen Raums in seiner geographischen, sozialen und symbolischen Strukturierung und ‚Inszenierung’ nachgezeichnet. BettinaWild studierte Germanistik und Anglistik in Heidelberg und Manchester. Lehrtätigkeit an der Universität des Saarlandes, der Universität Mannheim und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Publikationen zu Rafik Schami und Eduard Mörike.

Fraas Isabel
Unverhüllte Zeichen
Inszenierung von Nacktheit in der deutschen Literatur um 1900
300 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4531-8
Nacktheit figuriert in der Literatur der Jahrhundertwende als ein prominentes und häufig anzutreffendes Bild im Text. Stets sind diese Präsentationen von nackten Körpern Blickfänger und mit einem hohen Affektwert geladen: sie irritieren und schockieren den Leser und imaginären Betrachter im gleichen Maße wie sie skandalisieren und erregen. Nacktheit als Sinn- und Suchbild des Menschseins erscheint dabei in der Moderne in Form vielfältiger und komplexer Sinnfigurationen und Darstellungsweisen. Die Studie beleuchtet diese Inszenierungen bedeutungsvoller Nacktheit anhand prominenter und weniger prominenter Texte der Jahrhundertwende: neben kanonischen Autoren wie Robert Musil, Franz Kafka oder Artur Schnitzler werden ebenso Texte literarisch randständiger Autoren (Oskar Panizza, Helene Böhlau) oder Genres wie der zeitgenössischen Pornographie (Josefine Mutzenbacher) einer gezielten Lesart unterzogen.

Schunk Gunther
Von AKW bis Zauberberg
Eine kleine Geschichte der Gasthausnamen in Mainfranken
unter Mitarbeit von Lena Gerhard nach einer Idee von Jens Wichtermann.
150 S., ,  Br., € 12,80
978-3-8260-4595-0
Woher kommen eigentlich die Gasthausnamen? Und wann waren welche besonders beliebt? Wie oft gibt es Gasthäuser mit dem Namen „Zur Krone“ in Deutschland? Wollten Sie schon immer mal wissen, warum es keinen Gasthof „Zum traurigen Landmann“ gibt? Was das Papperla Pub mit dem Goldenen Stern zu tun hat? Und was sich hinter M.u.C.K. und Chambinzky verbirgt? Ging der Großvater früher noch in die Krone und trank ein Bier, so geht der Enkel heute ins Papperla Pub und trinkt ein Bananenweizen. Die Welt ändert sich und die Sprache ändert sich, und Namen sind dabei fossilierte Geschichte. Dies gilt natürlich auch für die Namen von Gasthäusern, Kneipen, Bierbeiseln, Clubs etc. Diese vergnügliche kleine Geschichte der Gasthausnamen in Mainfranken gibt einen Überblick zu Namenmoden, Haupttypen und Szenetrends bei Weinstuben, Kneipen, Spelunken, Wirtshäusern und Restaurants. Ein unerlässliches Kompendium für das „Wirtschaftsstudium“ des kleinen Gastronomen und Kneipenfreundes. Mit über 350 Beispielen aus Würzburg und Umgebung. Mit Hinweisen zur Namenkunde, zur Geschichte der Gasthausnamen, den erfolgreichsten Namengruppen und aktuellen Trendnamen. Dazu Namenvorschläge für Ihre Kneipe! 

Krijnen Christian
Wahrheit oder Gewinn?
Über die Ökonomisierung von Universität und Wissenschaft
260 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4528-8
Seit einigen Dezennien sind Universität und Wissenschaft zweifelsohne einem ansteigenden Ökonomisierungsdruck ausgesetzt. Konzepte wie ‚Wissensgesellschaft’ und ‚Wissensökonomie’ sind mittlerweile nicht nur in vieler Munde, sondern fungieren geradezu als feste Bezugsgrößen europäischer Hochschulpolitik. Dieser Sachverhalt sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Diskussion über Sinn und Unsinn dieser Ökonomisierung ebenfalls in vollem Gang ist. Wenn nicht alles täuscht, nimmt mit dem Fortgang des Ökonomisierungsprozesses auch der Widerstand der von ihm in erster Linie Betroffenen, der Wissenschaftler, zu. Jedenfalls besteht in zunehmend verstärktem Maß das Erfordernis einer differenzierten Beurteilung. Ohne Argumente der Wissenschaft gebührend zur Sprache kommen zu lassen, muß eine solche fehlschlagen. Es ist das Ziel des Humboldt-Kolloquiums Wahrheit oder Gewinn? Über die Ökonomisierung von Universität und Wissenschaft / Truth or profit? On the Commodification of University and Science, international renommierte Wissenschaftler ein Forum zu bieten, ihre Überlegungen zum Thema darzulegen und zur Diskussion zu stellen. 

Rißmann W. (Hrsg.)
Was heißt seelische Gesundheit?
Körper - Seele - Geist
Br., € 18,00
978-3-8260-4559-2
Wie entsteht seelische Gesundheit im Spannungsfeld von Körper, Seele und Geist? Ein Grundanliegen der Anthroposophischen Psychiatrie ist der Diskurs über die erkenntnistheoretischen und methodischen Grundlagen der Psychiatrie mit dem Ziel, ein umfassendes Verständnis des Menschen und damit eine menschengemäße Therapie zu entwickeln. Insofern mögen die Beiträge des Symposiums eine Anregung sein, einer breiten Leserschaft die Möglichkeit zu geben, an dem angestoßenen Diskurs teilzunehmen. Dr. Wolfgang Rißmann, Facharzt für Psychiatrie, Jahrgang 1948, seit 1987 leitender Arzt an der Friedrich-Husemann-Klinik. Mitarbeit in der Entwicklung anthroposophischer Arzneimittel, äußerer Anwendungen, Kunsttherapie und Heileurythmie bei seelischen Erkrankungen.

Novotný, Karel
Was ist Phänomen?
Phänomenalitätskonzepte beim brühen Huserl und in der nachklassischen Phänomenologie
216 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4555-4
Dieses Buch bietet einen neuen Blick auf die Wandlung des phänomenologischen Konzepts der Erscheinung, wie es sich, ausgehend von Husserl über Heidegger, Maurice Merleau-Ponty und Jan Patoka, in der neueren französischen Phänomenologie bei Emmanuel Lévinas, Michel Henry, Jean-Luc Marion und Marc Richir entfaltet hat. Michel Henry, der sich gegen die Husserlsche Differenz von Erlebnis und Phänomen wendet, richtet sich auch gegen Merleau-Ponty, der im Frankreich der fünfziger Jahre für ein leiblich fundiertes Ineinander von Subjektivität und Weltlichkeit der Phänomene plädiert. Merleau-Pontys Auflösung der Differenz von Erleben und Phänomenalem in das Sinnliche als ursprüngliche Seinsweise sowohl der Welt als auch der Sinnlichkeit bedeutet jedoch für Jan Patoka eine wichtige Inspiration für seinen Ansatz einer „a-subjektiven“ Phänomenologie, in dem sich Grundmomente der französischen und deutschen Phänomenologie begegnen. Eine eigene Gestalt erhält die Problematik des Erscheinens bei Marc Richir, bei dem sich diese Fäden zusammenweben. Einen anderen Schnittpunkt stellt die Phänomenologie- Kritik von Emmanuel Levinas dar, von der aus eine Erneuerung des phänomenologischen Fragens nach der Phänomenalität einsetzt, wie sie vor allem im Werk von Jean-Luc Marion begegnet.
Karel Novotný lehrt Philosophie an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Karls-Universität Prag und forscht am Institut für Philosophie der Tschechischen Akademie der Wissenschaften. Er ist, gemeinsam mit Hans Rainer Sepp, Direktor des Mitteleuropäischen Instituts für Philosophie an der Karls-Universität.

Strub, Christian
Weltzusammenhänge:
Kettenkonzepte in der europäischen Philosophie
140 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4526-4
Nietzsche sagt uns am Ende des 19. Jahrhunderts in der Fröhlichen Wissenschaft, daß wir mit der Tötung Gottes auch „die Erde“ losgekettet haben: „Was thaten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Giebt es noch ein Oben und ein Unten?“ (KSA 3, 481) Nietzsche zitiert ex negativo den Anfang der abendländischen Großen Erzählung von der Kette, die Zusammenhang und Ordnung der ganzen Welt stiftet, nämlich Platons Bemerkung im Theaitet, Homer meine mit der goldenen Kette die Sonne. Es wird vor allem dem Prozess der „Loskettung“ Aufmerksamkeit gewidmet, dessen Ende Nietzsches großartiges Bild sichtbar macht. Es geht somit nicht um eine extensive Geschichte des Kettenkonzepts in der euopäischen Philosophie, sondern um die Darstellung eines langwierigen Prozesses, eben dem der Loskettung, zu dessen Darstellung sich verschiedene Textbelege am Leitfaden des Nietzscheschen Diktums fügen können. – Am Ende wird die Frage zu beantworten versucht, was uns nach der „Loskettung“ der Erde eigentlich noch bleibt. Antwort: Eine bestimmte Form des Traditionszusammenhangs. Christian Strub, 1989 Prom., 1990-1993 Wissensch. Angest. Univ. Freiburg. 1993-1999 Assist. Univ. Hildesheim; 2000 Habil. ebd., seit 2010 PD FU Berlin. Seit 1995 Redakteur d. Allgemeinen Zeitschrift für Philosophie. 2002-2003 Leo- Baeck-Institute London. 2003-2006 DFG-Projekt zu Peirce.

Schäfer/Schumann (Hrsg.)
Wie viele Sterbende verträgt ein Mensch?
Über Be- und Entlastung der Berufe im Palliativ- und Hospizbereich
80 S., Br., € 12,80,
978-3-8260-4594-3
Die berufliche Spezialisierung, sterbende Menschen zu pfl egen und sich ständig mit menschlichen Grenzsituationen auseinanderzusetzen, ist letztlich ein Ergebnis unserer industrialisierten Gesellschaft. Diese erlebte Realität führt bei Mitarbeitern von Hospizen, Palliativstationen, Altenheimen und ambulanten Diensten nicht selten zu einer Spirale aus gutem Willen, Überlastung, nicht gelebter Trauer, Erschöpfung, Aggression, Resignation und anderen problematischen Phänomenen.

Schlick, Andreas
Über den Satz des Widerspruchs im vierten Buch der aristotelischen Metaphysik
232 S., Br., € 36,00
978-3-8260-4486-1
Im vierten Buch der Metaphysik stellt Aristoteles den Satz vom Widerspruch als höchstes Prinzip alles Seienden vor. Diese Einschätzung des Aristoteles wird auch heute noch durch zahlreiche Veröffentlichungen zu diesem Thema gewürdigt. Dennoch herrscht große Unsicherheit darüber, in welcher Weise der Satz vom Widerspruch als höchstes Prinzip aufzufassen ist und wie die Argumentation des Aristoteles zur Etablierung dieses Prinzips zu verstehen ist. In den letzten Jahrzehnten wurde die wissenschaftliche Diskussion von Interpretationen geprägt, welche Aristoteles in die Nähe neuzeitlicher Auffassungen über die Möglichkeit von Erkenntnis rücken. Aristoteles’ Absicht im vierten Buch bestünde lediglich darin, den Satz vom Widerspruch als Denkgesetz oder notwendige Voraussetzung für sinnvolle Kommunikation zu erweisen. Der ontologische Status bliebe demgemäß ungeklärt. In der Arbeit soll gezeigt werden, daß Aristoteles im Zuge einer Untersuchung über das Seiende als Seiendes darauf aus ist, den Satz vom Widerspruch als höchstes Prinzip für das vom menschlichen Denken unabhängig Seiende nachzuweisen. Im Verständnis der Argumentation im vierten Buch wird hierbei ein gänzlich neuer Weg beschritten: Es handelt sich um Argumente, welche unterschiedlichen Argumentationszielen dienen und zum Teil aufeinander aufbauen.

Parau, Cristina Rita
Über die Genese politisch-legitimierenden Sprachcodes
Josef Pontens Liminalität im Feld der national-sozialistischen Ideologiebildung
300 S., Br., € 45,00
978-3-8260-4518-9
Josef Ponten (1883 – 1940), hochangesehen in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, wird als Paradigma für eine liminale schriftstellerische Existenz dargestellt. Liminalität bezeichnet in dieser Arbeit den politisch-ideologischen Schwellenzustand in der nationalsozialistischen Diktatur. Pontens inhaltlich antifaschistische Haltung und die ideologische Vereinnehmbarkeit seiner Sprache stellen Pole des Grenzverhaltens dar. Seine pantheistische, organologische und idealistisch-metaphorische Ästhetik wird in der Perspektive des Anderen, z. B. in Differenzanalysen zu Thomas Mann, Bruno Taut oder Hans Blumenberg erarbeitet. Es zeigen sich äquivalente Sprachcodierungen in ideologischen Räumen der Weimarer Republik. Die Konstruktion dieser Räume wird in der Kritik strukturalistischer Theorien, z. B. der Feldtheorie Bourdieus, methodisch unter den Begriffen synchronische Literaturgeschichtsschreibung, synchronische Differenzanalyse und konstruktive Hermeneutik als ein Verfahren entwickelt, das heterogene Ebenen und Felder und deren spezifi -sche Sprachen aufeinander bezieht. Die romantische Kongruenz zwischen den sprachlichen Axiomen des Juristen Carl Schmitt und des „Dichters“ Josef Ponten generiert die Codierung der dichterischen Sprache zu einer politisch-legitimierenden des Dritten Reichs.

Paulin Roger, Pfotenhauer Helmut (Hrsg.)
Die Halbschlafbilder in der Literatur, den Künsten und den Wissenschaften
Tagung, Cambidge, September 2009
300 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4584-4
A. Boesten-Stengel: Leonardo da Vincis cose confuse, Ernst Gombrichs dreamlike loose of controls und Zeichen als kritische Genese – H. Pfotenhauer: Unbändige Sinnenwelt. Halbschlafbilder bei Jean Paul – R. Sachers: Über Schlaf und Tod in Goethes Euphrosyne – M. A. Rose: Elective Affi nities? The interrelationship of Lebende Bilder and Halbschlafbilder in Goethe’s Wahlverwandtschaften and other early nineteenth-century literary works – S. Schneider: Die Visionen des Benvenuto Cellini. Künstlerische Inspiration als Schwellenphänome bei Johann Wolfgang Goethe, E.T.A. Hoffmann und Hugo von Hofmannsthal – M. W. Jackson: Hermann von Helmholtz’s Theory of Perception – J. Leopold: Tylor and Nietzsche, or Animism in the Alps? – J. Müller-Tamm: Halbschlafbilder als Urphänomene dichterischen Schaffens bei Wilhelm Dilthey – N. Saul: Die Halbschlafbilder als Öffnung zur terra incognita des Lebens bei Julius Hart: Media in vita – H. Kohle: Mythos als Verfahren. Arnold Böcklins Imaginationen – L. Keller: Rädergeratter und Glockengebimmel. Zu einer Halbschlafphantasie bei Marcel Proust – S. Straub: I dream and write. Hugo von Hofmannsthal liest Lafcadio Hearn – U. Stadler: Halbschlaf- Szenen bei Kafka und Benjamin – A. Kluger: C. G. Jung, das Rote Buch und die hypnagogen Bilder – A. Webber: Threeshold Conditions: Benjamin, Schnitzler, and the Sleeping Disorders of Modernism – D. Midgley: Zwischen Anschauung und Idee: Phantasiebilder bei Alfred Döblin – R. Paulin: Traum, Eros und Tod in Gerhart Hauptmanns Winckelmann-Fragmenten – D. Osborne: Mit viel zu weit offenen Augen: Hypnagogic Visions of a Post-catastrophic Archive in W. G. Sebald’s Austerlitz – C. Smale: Verzerrte Phantombilder. Hypnagogic States in the Fiction of Christa Wolf – K. Wagner: Halbschlafbilder. Selbstgespräche und andere Abwesenheiten Die Herausgeber: Roger Paulin ist emeritierter Professor an der Universität Cambridge und Fellow des Trinity Colleges. Helmut Pfotenhauer ist Professor an der Universität Würzburg und war 2009 Visiting Fellow des Trinity Colleges Cambridge.

Wagner, Lioba
Alchemie und Naturwissenschaft
über die Entstehung neuer Ideen an der Reibungsfläche zweier Weltbilder.
Gezeigt an Paracelsus, Robert Boyle und Isaac Newton.
220 S., Br., € 36,00
978-3-8260-4478-6
Die Renaissance und die frühe Neuzeit sind für die Entstehung der modernen Naturwissenschaften entscheidend – und weisen gleichzeitig Merkmale auf, die zunächst ganz und gar nicht wissenschaftlich erscheinen. Mit dem hermetischen und dem mechanistischen Weltbild liegen zwei grundverschiedene Weltanschauungen im Wettstreit. Zum Beispiel darüber, wie Kausalität zu interpretieren sei: als magische Fernwirkung oder als mechanische Direktwirkung. Greifbar wird der Unterschied in so verschiedenen Wissensformen wie der Alchemie auf der einen und den modernen Naturwissenschaften auf der anderen Seite.
Die Untersuchung betrachtet mit Paracelsus, Robert Boyle und Isaac Newton drei Wissenschaftler, die in verschiedenen Weltbildern dachten und forschten. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf ihren alchemistischen Experimenten und Konzepten, die bisher in der deutschsprachigen Literatur nicht hinreichend untersucht worden sind. Ziel ist es, alchemistische und konventionelle Forschung zueinander in Beziehung zu setzen. Dabei wird deutlich, wie sich derart unterschiedliche Denkweisen wie das hermetische und das mechanistische Weltbild gegenseitig befruchten und neue Ideen, Tatsachen und Konzepte hervorbringen konnten.

Schulz-Nieswandt, Meyer-Wolters Hartmut (Hrsg.)
Alterswelt und institutionelle Strukturen
Transdisziplinäre Perspektiven
250 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4590-5
F. Schulz-Nieswandt / H. Meyer-Wolters: Zur Einführung: Wissenschaftliche Perspektiven auf den Gestaltwandel der Alterswelt und dessen institutionelle Bedingungen – H. Meyer-Wolters: Geragogik und Alterswelt-Gestaltung – M. Haller: Die Formation geragogischen Wissens. Eine diskursanalytische Sicht auf Konzeptionen von ‚Alter(n)‘ und ‚Bildung‘ im Erwachsenenbildungsdiskurs – J. Nipper / K. Schulz: Demographischer Wandel und schrumpfende Städte – M. Walter: Mehr öffentliche Sicherheit durch Überalterung ? – H. Pfaff / E. Driller: Behinderung und Alter – R.-J. Schulz: Geriatrische Versorgung in der Klinik – Best Practice – S. Zank: Potentiale und Risiken familialer Pfl ege – F. Schulz-Nieswandt: Transsektorale Integrationsversorgung als Problem des Gestaltwandels der Kultur professioneller Handlungsskripte - eine Mehrebenen-Analyse – A. Rummer: Rationierung medizinischer Leistungen im Alter? Die Herausgeber: Dekan Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt ist Sozialwissenschaftler, Direktor des Seminars für Sozialpolitik und Direktor des Seminars für Genossenschaftswesen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln; Honorarprofessor (Sozialökonomik der Pfl ege) an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar. Prof. Dr. Hartmut Meyer-Wolters ist Erziehungswissenschaftler, Professor für Geragogik / Gerontagogik + Erwachsenenbildung / Weiterbildung am Pädagogischen Institut 1 für Bildungsphilosophie, Anthropologie und Pädagogik der Lebensspanne der Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln.

Kim Dong Ha
Anerkennung und Integration bei Hegel
in: Acta Politica,
hrsg. v. Professor Jürgen Gebhardt und Prof. Heinrich Bußhoff
222 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4498-4
In der Auseinandersetzung mit den an der Anerkennungstheorie orientierten Hegel-Interpretation erläutert die vorliegende Studie die asymmetrische Struktur der Anerkennung und das Hegelsche Konzept der Gemeinschaftlichkeit, um Hegels Idee einer normativen Integrationstheorie darzulegen. Der grundlegende Ansatzpunkt ist dabei, daß in der anerkennungstheoretisch orientierten Hegel- Interpretation die Struktur der Anerkennung allein symmetrisch begründet wird, und zwar ohne Einbettung des positiven Sinnes der asymmetrischen Beziehungen. Diese Studie vertritt dagegen die These, daß mit Hegel die Anerkennung letztlich vor allem asymmetrisch konzipiert werden kann. Dies hat Hegel in seiner Konzeption der Gemeinschaftlichkeit konkretisiert. Damit legt diese Studie dar, daß die Hegelsche Konzeption der Integration auf einer anderen Art von Sozialontologie beruht, die in der anerkennungstheoretischen Interpretation der praktischen Philosophie Hegels bislang unbemerkt blieb. Das Hegelsche Konzept der Gemeinschaftlichkeit bietet einen anderen Aspekt für die Konstitution des sittlichen Gemeinwesens, der in der Problematik der „moralischen Konfl ikte“ (A. Honneth) sozialer Gruppen nicht erfasst ist. Sie kann als begriffl iche Alternative zur Honnethschen Bestimmung der Sittlichkeit konzipiert werden. Entscheidend ist dabei das konstitutive Moment der Religion zur Konstitution eines „lebendigen“ politischen Gemeinwesens. Der Autor Kim Dong Ha wurde in Korea geboren. Er studierte Politologie und Philosophie an der Freien Universität Berlin, wo er 2007 in Politikwissenschaft promovierte.


Fabris, Adriano /Lossi, Annamaria /Perone, Ugo (Hrsg.)
Bild als Prozess.
Neue Perspektiven einer Phänomenologie des Sehens
248 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4537-0
Was macht Bilder heute so interessant für philosophische Debatten? Auch Phänomenologie und Hermeneutik erheben auf eine erneute Interpretation des Bildes Anspruch und zeigen, daß das Bild seine Rätselhaftigkeit behalten, ja vielleicht sogar noch gesteigert hat. Die in diesem Band versammelten, von Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Ländern verfassten Beiträge resümieren nicht nur wichtige Gehalte bisheriger phänomenologisch-hermeneutischer Bildtheorien. Sie zeigen vor dem Hintergrund allgemeiner Bildwissenschaft auch neue Wege zur Deutung des Bildes auf. Dabei steht eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Was bedeutet es, daß ein Bild, sei es im Bereich von Kunst, Kommunikation, Architektur, Literatur oder der Medien, gesehen wird? Mit ihrem kritischen Bildverständnis denkt die phänomenologisch-hermeneutische Philosophie Sehen als Prozess; sie orientiert sich nicht mehr, wie noch das platonische Erbe, am Verhältnis von Abbild und Wirklichkeit, sondern bezieht sich auf die dynamische Interaktion von Sehendem und Gesehenem. Subjekt und Objekt werden somit nicht lediglich als aktive und passive Seite des Sehens oder Denkens verhandelt, sondern ihre Relation wird als ikonische Differenz gefasst. Die Herausgeber Adriano Fabris ist Professor für Moralphilosophie und Kommunikationsethik an der Universität Pisa. Annamaria Lossi ist promovierte Philosophin. Ugo Perone ist Professor für Religionsphilosophie an der Universität in Turin.

Scholz, Rüdiger
Die Geschichte der Faust-Forschung
Goethes Werk in der wissenschaftlichen Interpretation
300 S., ,  Br., € 34,00
978-3-8260-4508-0
Die schon 1847 beklagte Unermesslichkeit der Faustliteratur – in ihrer über 200jährigen Geschichte auf weit über 10. 000 Bücher und Aufsätze angeschwollen – repräsentiert die Geschichte der deutschen und internationalen Literaturwissenschaft, ihrer wechselvollen Geschichte nach ihren verschiedenen Auffassungen von Literatur, ihrer Zielsetzungen und den Methoden ihrer Interpretation. Sie ist aber auch die Geschichte der gesellschaftspolitischen Kämpfe, vor allem in Deutschland, weil Goethes Faust, bereits von Schelling und Hegel zum Nationalkunstwerk der Deutschen erhoben und seither bis heute mit Superlativen als größte deutsche Dichtung und als monumentales Spitzenwerk der Weltliteratur überschüttet, den Status einer Bibel hat, in deren Exegese die jeweilige eigene Gegenwart der Interpreten und Interpretinnen erklärt wird. Die Geschichte der Faust-Interpretation ist auch die Geschichte über die Ethik von Literatur. Daß Faust kein Tragödienende erleidet, sondern trotz seiner schweren Schuld an der Ermordung von sieben Menschen infolge seines nimmermüden Strebens erlöst wird und in die oberen Regionen des Himmels gelangt, hat zu einer nicht endenden Diskussion über diese Erlösung geführt, die sich im neuen Jahrtausend radikalisiert hat. Die vorliegende Darstellung von Rüdiger Scholz, die einzige Darstellung der gesamten Geschichte der Faust-Literatur bis 2010, präsentiert die verschiedenen Ansätze und die unterschiedlichen Resultate und lässt die Haupt- und Nebenakteure durch Zitate zu Wort kommen. Sie verfährt chronologisch, gliedert nach Interpretationsrichtungen und akzentuiert deren Aussagen über die Beziehung des Kunstwerks zur Realität. Der Autor Professor Dr. Rüdiger Scholz lehrte von 1968 bis 2004 Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Freiburg. 2004 gab er die Akten über drei Fälle von Kindestötung heraus, mit denen Goethe befasst war: Das kurze Leben der Johanna Catharina Höhn, Verlag K&N.

Sick, Birgit
Kalkulierte Vieldeutigkeit
Das Androgyne als ästhetisches Paradigma bei Winckelmann, Heinse und Goethe
200 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4483-0
Die Studie befaßt sich mit der spezifi sch literarischen Dimension des Androgynen in einer für das Thema entscheidenden Zeit, der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Hier kommt es zum einen im historischen Geschlechterdiskurs zu einer verschärften Diskussion jener Grenzphänomene, die sich der Ordnung der Geschlechter entziehen; zum anderen ist dies die Schwellenzeit zwischen klassischer Mimesis- und beginnender Autonomieästhetik der Moderne. Während androgyne Grenzphänomene im außerästhetischen Geschlechterdiskurs einen Bruch der Ordnung bedeuten, avancieren sie für den Vordenker des deutschen Klassizismus, Winckelmann, zum Paradigma des klassizistischen Schönheitsideals. Auch Heinse spielt mit der Attraktion des Zweideutigen und probt den Tabubruch. Als Ideal und Groteske zugleich erscheint schließlich die geschlechtlich ambivalente Mignon-Figur in Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre, deren erzähltechnische Konzeption bemerkenswerte Parallelen zu der zeitgenössischen Debatte über die Zieraten aufweist. So erscheint Mignon als das in Schrift überführte Ornament, als autonomieästhetischer Entwurf des ›in sich selbst vollendeten‹ Zeichens. Die Autorin Birgit Sick studierte Geschichte und Germanistik mit Schwerpunkt Anthropologie und Ästhetik des 18. Jahrhunderts. Sie ist langjährige Editorin an der Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition der Universität Würzburg, Bearbeiterin von Jean Pauls Siebenkäs und Herausgeberin seiner Satiren und Ironien.


Bossinade, Johanna
Die Stimme des Anderen
Zur Theorie der Alterität
160 S., Br., € 24,00
978-3-8260-4576-9
Was ist Alterität? So fragt diese Studie und gibt zur Antwort: Die Spur der Stimme im Unbewussten. So kurz der Satz ist, tut sich mit ihm schon ein Paradox auf. Denn das Unbewusste ‚spricht’ und ist doch unhörbar. Die von Freud als Redekur begründete Psychoanalyse konfrontiert uns mit einer Andersheit, die weder ein Defizit noch ein Ideal ist, und wer sie als Kriterium dafür zu nutzen sucht, wer im Symbolischen repräsentiert sein soll und wer nicht, wird aufgeben müssen. Alterität ist ein Verhältnis, das ephemer und essentiell zugleich ist. Es besetzt den Ort in der Sprache, an dem wir dank eines hörenden Anderen, „en passant l’autre“, antworten und eine Antwort empfangen können. Wie aber den Trennungsschmerz aushalten, an den die Stimme des Anderen rührt? Der Vorschlag lautet hier, die Alterität in die je eigene Verantwortung zu übernehmen. Die Verwerfung des Anderen ist nicht verschwunden, im Kontext weltweiter Grenzbewegungen aber unhaltbar geworden. Die Autorin Prof. Dr. a. D. Johanna Bossinade ist Literaturwissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin und Psychoanalytikerin in eigener Praxis. Sie forscht zu moderner Poetik und den konzeptuellen Grundlagen der Psychoanalyse und schlägt Interventionen in die jeweilige Theorie vor.

Ishihara, Aeka
Die Vermessbarkeit der Erde
Die Wissenschaftsgeschichte der Triangulation.
210S., Br., € 28,00
978-3-8260-4380-2
Dieses Buch behandelt einen Aspekt der Wissenschafts- und Kulturgeschichte in Deutschland, Frankreich und Japan, besonders in der Goethezeit. Der Hauptteil besteht aus fünf Kapiteln. Im ersten Kapitel werden als Vorgeschichte die Diskussion über die wirkliche Gestalt der Erde im 18. Jahrhundert sowie das „Ur-Meter“ in Frankreich dargestellt. Im zweiten Kapitel wird der historische Hintergrund der Wahlverwandtschaften Goethes erläutert. Das dritte Kapitel geht auf die wissenschaftlichen Zeichnungen jener Zeit ein, vor allem auf die Rolle der akademischen Zeichenlehrer in Jena, und schließlich auf das „Gemälde der Natur“. Im vierten Kapitel wird die bisher fast gar nicht untersuchte Wechselwirkung zwischen den Astronomen in Europa und Japan im 19. Jahrhundert behandelt. Zum Schluss wird die Begründung der japanischen Triangulation unter dem starken Einfl uss der preußischen Methode neben der spannenden und mühsamen Arbeit in den japanischen Alpen vorgestellt. Die Autorin Aeka Ishihara studierte Germanistik an der Keio- Universität in Tokio/JAPAN; M.A. 1994; Promotion (Dr. phil.) an der Universität zu Köln 1998; seit 2002 Professorin an der Keio-Universität.


Bührle, Iris Julia
Robert Tewsley: Dancing beyond borders.
Robert Tewsley: Tanz über alle Grenzen.
zweisprachig Deutsch - Englisch,
128 S., Br., € 30,00
978-3-8260-4606-3
„Der Tanz liegt in meiner Natur“, sagt Robert Tewsley. Der an der Londoner Royal Ballet School ausgebildete Tänzer hat sich über Toronto, Stuttgart, London und New York zu einem weltweit begehrten freischaffenden Tänzer mit einem sehr breitgefächerten Repertoire entwickelt. Sein Talent, sich in die verschiedensten Bühnenfiguren einzufühlen, macht ihn zu einem der größten Tanzschauspieler seiner Generation. Die Autorin zeichnet in diesem Bildband Robert Tewsleys ungewöhnliche Biographie nach, von einem steppenden Jungen in einer mittelgroßen englischen Stadt zu einem Ballettstar und Botschafter des englischen Stils weltweit. Zahlreiche zum Teil unveröffentlichte Abbildungen von berühmten Tanzfotografen und aus Robert Tewsleys privater Sammlung dokumentieren alle Abschnitte seines Lebens und seiner Karriere. In dem Buch erhält der Leser nicht nur Einblick in die Lebensund Gedankenwelt eines außergewöhnlichen Künstlers, sondern erfährt auch von verschiedenen Tanzkulturen, Stilen, Choreographen und Werken, denen Robert Tewsley im Laufe seiner spannenden und kurvenreichen Karriere begegnet ist. Iris Julia Bührle hat in Stuttgart, Paris und Oxford Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und internationale Beziehungen studiert. Sie hat zahlreiche Artikel und wissenschaftliche Arbeiten über Ballett verfasst und arbeitet derzeit an einer Promotion über die Beziehung zwischen Literatur und Tanz.


Dohr, Gottfried /Rauchenberger, Johannes /Sturn, Richard (Hrsg.)
Die Welt auf der Erbse
Über das Unbehagen in der Gegenwart und die Suche nach dem Wesentlichen.
120 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4589-9
Was brauchen wir eigentlich noch, wenn wir alles haben? Die Beiträge dieses Bandes gehen dem Unbehagen in der Gegenwart nach. Unter all den aufgestapelten Matratzen einer weich gebetteten Multioptionsgesellschaft mit ihren Reform- und Perspektivengruppen, ihren Evaluierungstrieben und Öffentlichkeitsspielen spüren wir die Erbse. Daß sie uns drückt, ist nicht mehr von der Hand zu weisen. Die Autoren dieses Bandes benennen Druckstellen als Philosophen, Journalisten, Mediziner, als Ethiker, Soziologen, Universitätsreformer. Und sie halten Ausschau nach dem, was notwendig wäre für die Suche nach dem Wesentlichen: Brauchen wir nicht viel mehr Mut als Berechnung? Mehr Eigensinn als Ehrgeiz? Mehr Geben als Haben, mehr Zorn als Schweigen? Mehr Spürsinn als Scharfsinn, damit das Unbehagen seine produktive Rolle spielen kann: seismographisch wachsam die Suche nach dem Wesentlichen anzutreiben und in Gang zu halten. Mit Beiträgen von Peter Strasser, Heiner Keupp, Armin Thurnher, Kurt Zatloukal, Walter Schaupp, Sigurd Höllinger, u. a.
Die Herausgeber: Gottfried Dohr ist Professor für Histologie und Embryologie und Vorstand am Institut für Zellbiologie an der Medizinischen Universität Graz. Johannes Rauchenberger leitet seit 2000 das Kulturzentrum bei den Minoriten, ein Mehrspartenhaus für zeitgenössische Kunst in Graz. Richard Sturn ist Professor am Institut für Finanzwissenschaft in Graz.


Gouaffo, Albert
Discours topographiques et constructions identitaires
Br., € 36,00
978-3-8260-4495-3
H.-J. Lüsebrink: Perceptions coloniales de l’espace africain dans la littérature et les médias – A. Gouaffo: Rêver les paysages et décrire les lieu Topographie et constructions identitaires dans la littérature coloniale allemande. – A. Yemmafouo / F. Magelan Kenne: La cartographie coloniale: cartographie de discorde ou de paix? – M. Kuete: Discours topographique et politiques d‘aménagement du territoire: le cas de l‘Ouest du Cameroun – J. P. Nghonda / Z. Saha: Cartographie et colonialismes au Kamerun de 1884 à 1922 – A. Sow: Expérience de migration et construction identitaires. – H. Schwartz: Topographie und Identität Afrikas in neuen deutschen Fernsehfilmen: Zwischen Wildlife-Romantik, Kolonialnostalgie und Dritte-Welt-Syndrom – L. Götze: Zeit und Raum in den Kulturen – E.-M. Siegel: Versuch über die Psyche, doppelt fremd. – G. Pommerin- Götze: Einladung zum literarischen Streifzug. Literatur der Fremde an ausgewählten Beispielen – S. Mbondobari: Espace, lieux et écriture de l’identité dans Le dernier des cargonautes de Sylvain Bemba – J. J. Rousseau Tandia Mouafou: Bipolarité spatiale et poétisation de l’imaginaire social dans les derniers romans de Mongo Beti – A. C. Pangop Kameni: Représentation des lieux de violences postcoloniales entre fi ction et non-fi ction. – I. Bazié: Lieux de mémoire, lieux de violence dans la littérature francophone d’Afrique: Le cas de Kossi Efoui Die Herausgeber Albert Gouaffo lehrt an der Universität Dschang, Kamerun, Fac. de lettres et des Sciences humaines. Lutz Götze ist seit 1992 Professor für Deutsch als Fremdsprache an der Universität des Saarlandes. Hans-Jürgen Lüsebrink ist seit 1994 Lehrstuhlinhaber für Romantik an der Universität des Saarlandes.


Ritzen, Jo
Eine Chance für europäische Universitäten
230 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4548-6
Im Streben nach einem stärkeren Europa werden europäische Universitäten wirtschaftlich, kulturell und sozial ungenügend eingesetzt. Eine Änderung des Rahmens, in dem europäische Universitäten agieren, ist dringend erforderlich, sollen diese mit wirtschaftlicher Innovation, erhöhtem sozialen Zusammenhalt sowie einer lebhafteren Kulturdynamik dazu beitragen, die Konkurrenzfähigkeit Europas zu verbessern. Zur Zeit befi nden sich europäische Universitäten in einer ähnlichen Lage wie olympische Bronzemedaillengewinner: stark vertreten in den 200 besten Universitäten der Welt, kaum jedoch in den besten 50. Auch die öffentliche Meinung ist Universitäten gegenüber eher lau, von gelegentlicher Verzükkung und häufi ger Kritik an ihrem elitären Image bis hin zu geradezu zynischen Äußerungen über die „Verschwendung von Steuergeldern.“ Im weltweiten Konkurrenzkampf gegen ein starkes amerikanisches Hochschulsystem, auf dem Fuß gefolgt von Neuankömmlingen wie China und Indien, muss Europa versuchen, nach dem Gold zu greifen. Die Verschiebung des demographischen Gleichgewichts der Welt – wobei dem praktisch gleichbleibenden Strom Hochschulabsolventen aus dem entwickelten Westen eine möglicherweise schnell zunehmende Zahl Absolventen aus Entwicklungsländern gegenüber steht – stellt für europäische Universitäten gleichzeitig neue Bedrohungen und neue Chancen dar. Der Autor Jo Ritzen, seit 2003 Rektor an der Universität Maastricht, war ehedem als Vizepräsident der Weltbank in der Abteilung Entwicklungsökonomie und als niederländischer Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft wirksam.


Espeel, Urs
Erwachsene Nähe
Stellvertretung nach Emmanuel Lévinas
Stellvertretung und Sühne, Ethik und Erzählen
220 S., Br., € 32,00
978-3-8260-4476-2
Mit dem Wort Stellvertretung scheint Emmanuel Lévinas an die Grenzen des Denkbaren vorzustoßen. Die intensive Semantik seiner phänomenologischen Analysen im zweiten Hauptwerk „Jenseits des Seins oder anders als Sein geschieht“ legt bei vielen Auslegern den Gedanken nahe, es handle sich bei der Stellvertretung um eine Art Opfer. Dem gegenüber versucht die vorliegende Arbeit, über diesen Kurzschluss hinauszukommen. Nicht die Stellvertretung ist das Ziel der philosophischen Gedankengänge Lévinas’, sondern das, was sich in ihr zeigt und mit ihr denkbar wird. Dies ist nichts weniger als eine philosophische Durchdringung des Wortes Sühne, die sich quer zu jeder Idee der Wiedergutmachung oder Versöhnung als Abschluss stellt. Die über die Stellvertretung entfaltete Sühne im Sinne Lévinas widersteht dabei jeder Opferlogik. Der Autor Pfr. Dr. Urs Espeel ist zur Zeit im Gemeindedienst innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern tätig. Er war Stipendiat von „Studium in Israel“, arbeitete in „Jad Vashem“ und war zuletzt Mitglied des interdisziplinären und internationalen Graduiertenkollegs „Kulturhermeneutik im Zeichen von Differenz und Transdifferenz“ an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen.


Klein, Hans-Dieter
Ethik als prima philosophia?
256 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4484-7
K. Gloy: Ethik als prima philosophia? – W. Grießer: Ontologie als Ethik. Vom transzendentalen bonum zur Transzendentalphilosophie und zurück - ergänzt durch Überlegungen zur Hirnforschung – G. Rinaldi: Über das Verhältnis der Ethik zur Metaphysik – M. Wetzel: Kants Anstoß zur Philosophie des sogen. Deutschen Idealismus – W. Schmied- Kowarzik: Philosophie im Primat der Praxis – K. Düsing: Fundamente der Ethik. Eine Problemskizze – W. Marx: Spontaneität – Grundlagenbegriff theoretischer und praktischer Grundoperationen – K. W. Zeidler: Der logische Ort der Freiheit – R. Wahsner: Kants Begründung der Ethik - nach Cohen und deren Kritik – K. R. Westphal: Judgement, Mutual Recognition and Rational Justifi cation – T. Posch: Zum Begriff einer weltanschaulich neutralen Ethik – M. Szyszkowska: Der Mensch und seine Werte – M. Szyszkowska: Weltanschauung als eine Grundkategorie – E. Düsing: Zum systematischen Ort von Sittengesetz und Selbstsein bei Fichte und Nietzsche Der Herausgeber Hans-Dieter Klein ist Ordinarius für Philosophie an der Universität Wien.


Petrus Ramus Dialecticae
übersetzt von Hans Günter Zekl
320 S.,  Br., € 86,00
978-3-8260-4513-4
Mit seiner Dialektik hat Petrus Ramus (1515-1572) ein mehrere Generationen lang in den gelehrten Schulen West- und Mitteleuropas vielbenutztes Logiklehrbuch geschaffen. Der ebenso wortmächtige wie selbstbewußte Artes-Professor an der Universität von Paris löste im Herbst 1543 mit zwei programmatischen Schriften zur Logik-Didaktik einen erbitterten Lehrstreit aus, den nachzuzeichnen und nachzudenken heute noch sinnvoll und interessant ist. Beide Texte, der eine (die BEMERKUNGEN) durch und durch voll grimmigster Polemik, der andere (die DIALEKTIK) konzipiert als ein Musterstück für den zu reformierenden Logikunterricht, werden hier in teils neuer teils erstmaliger Übersetzung ins Deutsche zugänglich gemacht. Weil die wechselvollen Lebensumstände des Ramus zum Verständnis seines Reformprojekts und seiner Rezeptionsgeschichte von eminenter Bedeutung sind, wurden einige biographische und autobiographische Texte und Zeugnisse in den Band aufgenommen, so einige Briefe, das Testament des Ramus und die sog. Vita Freigii.
Der Übersetzer Hans Günter Zekl, Studium der Klassischen Philologie und Philosophie in Marburg/Lahn und München; Promotion 1968 über Platons Dialog Parmenides Zahlreiche Übersetzungen und Textausgaben bei K&N.


Brigitte Brehmer, Volker Böhnigk (Hrsg.)
Freiheitsrecht, Humanismus, Menschenrechte
400 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4491-5
C. Lévi-Strauss: Der Blick aus der Ferne – P. Cohen: Wir hassen Menschen, oder: Antirassismus und Antihumanismus – H. Gürses: Vom Nationalismus der Elite zum Rassismus der Mitte – G. Fischer: Die wuchernden Dimensionen rassistischer Sprachpraxis – K. Attikpoe: Folgenschwere Konstruktionen – W. Sauer: Vergessene Glanzzeiten – C. Guillaumin: Zur Bedeutung des Begriffs „Rasse“ – R. Miles: Rassismus. Einführung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs – W. D. Hund: Negative Vergesellschaftung. Dimensionen der Rassismusanalyse – C. Lévi- Strauss: Strukturale Anthropologie II – I. Wallerstein: Die Sozialwissenschaften „kaputtdenken“ – P. K. Feyerabend: Irrwege der Vernunft – É. Balibar: Der Schauplatz des Anderen - Formen der Gewalt und Grenzen der Zivilität – B. Latour: Wir sind nie modern gewesen. Versuch einer symmetrischen Anthropologie – C. Lévi-Strauss: Der Blick aus der Ferne – H. P. Duerr: Traumzeit. Über die Grenze zwischen Wildnis und Zivilisation – S. Freud: Das Unbehagen in der Kultur – Z. Baumann: Verworfenes Leben. Die Ausgegrenzten der Moderne, Bundeszentrale für politische Bildung – G. Agamben: Homo sacer. Die Souveränität der Macht und das nackte Leben – C. Lévi-Strauss: Das wilde Denken – S. Hall: Rassismus als ideologischer Diskurs – R. K. Merton: Die Eigendynamik gesellschaftlicher Voraussagen – M. Foucault: Schriften in vier Bänden – W. H. Gass: Wie man aus Wörtern eine Welt macht
Die Herausgeber: Brigitte Bremer, Leiterin der Theodor-Heuss-Akademie. Volker Böhnigk studierte an den Universitäten Wuppertal und Bonn. Derzeit Lehrbeauftragter an der Universität Bonn. Im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.


Engel, Malte
Kognitive Fähigkeiten als Bedingung moralischer Verantwortung
160 S., Br., € 26,00
978-3-8260-4497-7
Die Frage, was Menschen zu Akteuren macht, die für ihr Handeln moralisch verantwortlich sind, stößt seit Jahren sowohl in der akademischen Philosophie als auch in einer breiten Öffentlichkeit auf großes Interesse. In dieser Untersuchung wird ein Zugang zu dem Thema vorgeschlagen, der von dem Gedanken ausgeht, daß moralische Verantwortung an den Besitz bestimmter kognitiver Fähigkeiten gebunden ist, insbesondere an die Fähigkeit, moralische Gründe zu erkennen und im Lichte dieser Gründe zu handeln. Dieser Ansatz spricht zum einen dafür, daß sich Untersuchungen zu moralischer Verantwortung nicht an dem Begriff der Willensfreiheit orientieren sollten. Zum anderen legt er nahe, daß sich die philosophische Debatte zwischen Kompatibilisten und Inkompatibilisten möglicherweise auf eine Uneinigkeit darüber zurückführen lässt, ob der Besitz von Fähigkeiten mit Determinismus vereinbar ist. Besondere Aufmerksamkeit wird auch der Frage nach der Relevanz neurowissenschaftlicher Forschung gewidmet. Dabei wird vor allem der Annahme entgegengewirkt, neurowissenschaftliche Forschung gehe mit einem deterministischen Weltbild einher. Ihre Relevanz sollte vielmehr positiv darin gesehen werden, daß sie die neuronalen Grundlagen der einschlägigen Fähigkeiten erforscht.
Der Autor Malte Engel studierte Philosophie, Psychologie und Anglistik in Freiburg, Canterbury und Göttingen. Er war von 2007 bis 2010 Stipendiat der Berlin School of Mind and Brain und wurde im Sommer 2010 an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert.


Saas, Hartmut von / Mauz, Andreas (Hrsg.)
Hermeneutik des Vergleichs
Strukturen, Anwendungen und Grenzen komparativer Verfahren.
300 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4546-2
Wer lebt, vergleicht. Denn vergleichend – durch „größer als …“, „schneller als …“, „früher als …“ – orientieren und orten wir uns; wir bewerten und werten ab; wir ordnen die Welt, indem wir ihre Teile in Verhältnisse setzen. Komparative Verfahren sind nicht nur im Alltag omnipräsent, sondern auch in den Wissenschaften. Und dies in einem doppelten Sinn: Sie gehen vergleichend vor und sie geben sich idealerweise Rechenschaft darüber, wie sie dies tun. Jedoch steht die Allgegenwart vergleichender Praktiken bislang in einem Missverhältnis zu ihrer theoretischen Durchdringung. Genau an diesem Punkt setzt der vorliegende Band an: Er versammelt historische, systematische und disziplinäre Beiträge zur Hermeneutik des Vergleichs. Was dabei sichtbarer wird, sind die verzweigte Architektur und Dynamik komparativer Verfahren, aber auch ihre so unvermeidlichen wie aufschlussreichen Grenzen. Mit Beiträgen von: Stefan Berg, Eva Ebel, Mathias Gutmann, Anneliese Häcki-Buhofer, Tilmann Köppe, Josef Kopperschmidt, Volkhard Krech, Andreas Mauz, Lourens Minnema, Jürgen Raab, Peter Schneider, Jürgen Schriewer, Christian Seipel, Andreas Thier, Philipp Stoellger, Christian Strub, Hartmut von Sass, Simone Winko und Peter V. Zima. Die Herausgeber Andreas Mauz, lic. phil., Studium der Literaturwissenschaft und Evangelischen Theologie in Basel, Tübingen und Zürich. Dr. Hartmut von Sass, Studium der Evangelischen Theologie und Philosophie in Göttingen, Edinburgh und Berlin.


Schnell Alexander
Hinaus
Entwürfe zu einer phänomenologischen Metaphysik und Anthropologie.
240 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4532-5
Dieser Band verfolgt zwei Grundabsichten. Im ersten Teil beleuchtet er den Sinn des Transzendentalen bei Husserl und Heidegger. Hierzu werden – vor dem Hintergrund des Fichteschen transzendentalen Idealismus – „konstruktive“ Elemente im Denken der beiden Gründerväter der Phänomenologie aufgewiesen. Diese werden im Lichte der Fragen nach Sinn und Status des „Phänomens“, der „Zeit“ und der „Ermöglichung“ behandelt. Im zweiten Teil zielt er, weniger in historiographischer als in systematischer Absicht, auf die Begründung sowohl einer phänomenologischen Metaphysik als auch einer phänomenologischen An thropologie ab. 1. Teil: Erscheinung, Zeit, Ermöglichung. Zur Methode einer „konstruktiven Phänomenologie“ – Phänomen und Konstruktion bei Husserl und Heidegger – Vom Grund des Erscheinens. Husserl und Fichte über die transzendentale Zirkelhaftigkeit – Husserls Phänomenologie der Zeit im Lichte seiner Zeitdiagramme – Ist Heidegger ein Transzendentalphilosoph? Über die „Ermöglichung“ – 2. Teil: Phänomenologie, Metaphysik, Anthropologie – Phänomen, Bild, Realität. Grundlinien einer phänomenologischen Metaphysik – Refl exion und Sicht. Die phänomenologische Anthropologie H. Blumenbergs – „Selbst“ und „Transzendenz“ bei M. Richir – „Homo imaginans“. Zu einer phänomenologischen Anthropologie Der Autor Alexander Schnell ist Dozent für Geschichte der zeitgenössischen Philosophie an der Universität Paris-Sorbonne und Mitverantwortlicher des Master- Mundus-Programms „Deutsche und Französische Philosophie in Europa“ (EuroPhilosophie).


Hüsch, Sébastian (Hrsg.)
Philosophy and Literature and the Crisis of Metaphysics
350 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4574-5
Part A : Philosophy, Literature, and Knowledge – Chapter I : Idealism and the Absolute – A. J. B. Hampton: “Herzen schlagen und doch bleibet die Rede zurück?” Philosophy, poetry, and Hölderlin’s development of language suffi cient to the Absolute – P. Sabot: L’absolu au miroir de la littérature. Versions de l’Hégélianisme’ chez Villiers de l’Isle Adam et chez Mallarmé – P. Gordon: Nietzsche’s Critique of the Kantian Absolute – Chapter II: Philosophy and Style – J.-P. Larthomas: Le cas Kierkegaard (1813-1855) ou l’écriture comme dialectique de l’écoute – S. Hüsch: Style et signifi cation. Intériorité et communication indirecte chez Søren Kierkegaard – A. Milon: La question du style en philosophie: la grammaire non-style – C. Van Lerberghe: La question du style dans la phénoménologie asubjective de Jan Patocka – Chapter III: Poetry and Philosophy – J.-B. Dussert: Martin Heidegger en ses poèmes – C. de Roche: The poem and the monad: On the reception of Leibniz‘ monadology in Paul Celan’s poetics – M. de Jesus Cabral: Entre théâtre et philosophie : notes sur la poétique de Maurice Maeterlinck – Chapter IV : Literature, Philosophy, and (new) Mythology – A. Martinengo: La raison hors de soi. Herméneutique et mythe chez Paul Ricoeur – G. Boggio Marzet Tremoloso: Démythologisation comme acte mythopoïétique: le cas de Jason de Elisabeth Porquerol. – G. Coulter: Jean Baudrillard: The Literary / Poetic Philosopher – Chapter V : Literature and Ethics – J. Azoulai: L’Éthique de Spinoza dans Bouvard et Pécuchet: un vertige philosophique et littéraire – I. Vendrell: Can Literature be Moral Philosophy? A sceptical view on the Ethics of Literary Empathy – F. Picon: Envisager Todorov: Poétique, éthique et humanisme contemporain – Chapter VI : Philosophy and Textuality – E. Lecler: La littérature : la mort de la philosophie – J. A. Gosetti- Ferencei: Writing in Philosophy and the Literature and Philosophy of Writing (Plato, Mann, Blanchot) –W. Cristaudo: Bringing Back Character and Grammar: Freeing Literature from Excessive Reliance on Philosophy and Theory – C. Alfano: Parenthesising Cracks into the Ground of Philosophy: The Textuality of Stanley Cavell’s Philosophical Writing – Part B: Perspectives of a Dialogue between Philosophy and Literature: Philosophical Refl ections in Literary Creation – Chapter VII : Philosophical Dialogue and Literature – A. Baillot: Tieck et Solger, un dialogue philosophicolittéraire – V. Altachina: Le dialogue philosophique chez Diderot et chez Dostoïevski – Chapter XIII : Bergsonien Infl uences in Literature – C. Dewas: Bergson et Katzantzakis. Les limites du langage comme condition d’une métaphysique de la littérature – E. Pesenti Rossi: La philosophie à l’épreuve de la poésie : Bergson et Ungaretti – Chapter IX : Wittgenstein and Literature – G. Valdemarca: La revanche du sens commun : Wittgenstein, Musil et la chute de la certitude – A. Leaker: From the ‘numinous glow’ to ‘gut squalor’: Transcendence and the Ordinary in Wittgenstein and Don DeLillo’s Underworld – A. den Dulk: Wallace and Wittgenstein: Literature as Dialogue Concerning the Real World – Chapter X: Borges and Semprun: Writers and Philosophers – J.-F. Mattéi: Borges et la philosophie – T. Capmartin: Voyage au bout de la représentation dans Fictions: Quelques remarques ménardiennes sur Borges et le stoïcisme – V. Capdevielle- Hounieu: Jorge Semprún et l’hybridation du littéraire et du philosophique : pour une ‘fi ction essayistique’ – Chapter XI : Literary (Mis-) Readings of Philosophy – P. Lasarte: Misreadings of Arthur Schopenhauer in Sin Rumbo by Eugenio Cambaceres – S. Roldan: Qu’est-ce qui est fort comme la mort selon Maupassant? La détermination ultime d’Olivier Vertin vue sous l’angle de Schopenhauer – B. Nickel: L’infl uence de Ludwig Wittgenstein (1889–1951) sur la poésie concrète – Chapter XII: The Impact of Philosophy on 20th Century Literature and Poetry – B. Ertugrul: Walter Benjamin et Ingeborg Bachmann entre littérature et philosophie – J. Leclercq / M. Watthee-Delmotte: Michel Henry : pour un langage de la subjectivité. La pensée du roman Le Fils du roi – J. Hobus: “The happiness of the concentration camps”: Reading Imre Kertész’ Novel Fatelessness with Albert Camus’ Concept of the Absurd – S. Frogel: Man without God: Nietzsche, Kafka and Camus Der Herausgeber Sébastian Hüsch, Studium der Philosophie, Geschichte, Literaturwissenschaften und Psychologie in Hagen, Essen und Nizza (F), 2004 bi-nationale Promotion an den Universitäten Hagen und Nizza (F) mit einer Arbeit zu Kierkegaard und Musil, 2007 visiting fellow an der University of Otago (NZ), seit Oktober 2007 Maître de Conférences im Fachbereich Deutsch an der Université de Pau et des Pays de l’Adour (F), seit 2005 Lehrbeauftragter am Philosophischen Seminar der Universität Basel.


Mol, Evelyn (Hrsg.)
Friedrich Westphalen. Das Leben heißt Rainer.
108 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4519-6
Mein Vater, Friedrich Westphal, (geb. 1907, gest. 1989) hat sich sein Leben lang mit Philosophie befasst und wurde besonders von Schopenhauer geprägt. Bei uns zu Hause lagen überall Notizbücher mit Gedanken und Ideen verstreut, die dann in seinem Dachzimmer zu kleinen Geschichten und großen philosophischen Gedanken verarbeitet worden sind. Daraus ist das Buch Das Leben heißt Rainer (zum Tod eines Kindes) entstanden. Als seine Tochter ist es mir ein großes Anliegen, daß andere Menschen an seinen Gedanken teilhaben können, um das Leben von einer anderen Seite zu betrachten. Der Alltag, die Hektik, der Stress erscheinen nicht mehr wichtig. Die Herausgeberin Evelyn Mol ist die Tochter von Friedrich Westphalen.


Schmeling Manfred, Backe Hans-Joachim (Hrsg.)
From Ritual to Romance and Beyond
Comparative Literature and Comparative Religious Studies.
320 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4583-7
Section One: Literature vs./and Religion – J. B. Foster: Islamic Jihad in Tolstoy’s Khadzhi- Murat – B. Gruber: Literature and Religion: Features of a Systematic Comparison – S. Inaga: Crime, Literature and Religious Mysticism: The Case of the Japanese Translator of Salman Rushdie’s Satanic Verses – H. G. Kippenberg: From Shiite Rituals to Revolution in Iran 1978/79 – S. Michaud: L’absence ou le silence de Dieu dans la poésie contemporaine : Celan, Bonnefoy, Deguy – Section Two: The Mythical and Religious Heritage of Literature – H.-J. Backe: The Creation of Literary Golems: Art and Artifi ce – E. F. Coutinho: Logos and Mythos in Guimarães Rosa’s Fiction – B. D’Angelo: Identité nationale en Amérique Latine : entre mythe et tragédie – K. L. Komar: “The Gods Made Us Do It.” Women as Sacrifi ce – H. Bonito Couto Pereira: Mythes et rituels dans la construction d’identités nationales – M. Schmeling: Du rite au model cognitif: le labyrinthe et la disparition du ‘grand récit’ – M. Schmitz-Emans: Cults of Memory and their Aesthetic Refl ection – S. P. Sondrup: Toward a Historiography of Literature Considered as a Gift – Section Three: Intercultural and Interreligious Encounters – S. André: A la recherche d’un Grand Récit contemporain : nature et fonction du syncrétisme religieux dans les romans polynésiens – C. Ho Chung: A Christian Approach to Buddhist Monk Poet Han Yong Un – D. Figueira: Excess Baggage, Conjugal Devotion and the Subaltern Speaks! – K. Maurer: Bajazet de Racine – une tragédie à profi l interculturel? – S. Shankman: (m)Other Power: Shin Buddhism, Levinas, King Lear – R. Shideler: Gunnar Ekelöf’s Byzantium and the Unknown – Section Four: “Faith in Literature” – M. Arouimi: Kafka entre taoïsme et hassidisme – A. Bosse: “Clash of Civilizations” – Clash of Literatures? – H. Bost: “Und die Moral von der Geschicht.” Looking at Literature Beyond Good and Evil – E. Løvlie: Reading Religiously, the Secret à venir in Literature and Religion – K. Millet: The Victim as Mishnah – T. Virk: The Literary and Ethics Die Herausgeber Manfred Schmeling ist Professor em. für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität des Saarlandes und Ehrenpräsident der International Comparative Literature Association. Hans-Joachim Backe ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum und Vorsitzender des Research Committee on Literature in the Digital Age der International Comparative Literature Association.


Brandstetter Gabriele, Neumann Gerhard (Hrsg.)
Genie - Virtouse Dilettanat
Konfigurationen romantischer Schöpfungsästhetik
300 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4593-6
G. Brandstetter / G. Neumann: Einleitung Teil 1 und Teil 2 – K. van Eikels: Freie Bereicherung, raffinierte Glückseligkeit: Das Virtuose im ökonomischen und politischen Denken der Romantik – M. Gamper: Genies und Virtuosen der Macht. Über die Emergenz einer politischen Figur der Moderne in den Medien der Romantik – H. J. Schneider: Seele und Maschine. Zur Virtuosität des poetischen Werks in der klassisch-romantischen Epoche – C. Bork: Überbietungen. Zu einem Handlungsmuster in der Violinvirtuosität um 1800 – D. Gooley: Franz Liszt, Popular Theater, and the Performance of Universality – L. Ruprecht: Virtuosität als blinde Bewegung in der Romantik – C. Risi: Koloratur des Wahnsinns - Wahnsinn der Koloratur – G. Brandstetter: Virtuoses Gesamtkunstwerk? Steigerung, Exzess und Unterbietung in der Ästhetik der „Ballets Russes“ – G. Neumann: Das Tier als Virtuose – G. Neumann: Virtuosität der Kalligraphie. Der Schreiber als Parasit des Genies - eine philologische Arabeske – B. Brandl-Risi: Der riskante Augenblick des tableau vivant. Zur Bildökonomie des Virtuosen bei E.T.A. Hoffmann – B. Söntgen: Im Rahmen des Bürgerlichen. Fragonards Virtuosität – J. Wiesel: Schnitt und Silhouette. Zur Virtuosität der Mode bei Friedrich Justin Bertuch und Johann Heinrich Füssli – U. Wirth: „Dilettantenarbeit“ – Virtuosität und performative Pfuscherei – K. Feilchenfeldt: „Virtuosinnen in dem Kunstgebiet der freien Geselligkeit“. Die deutsche Salonkultur um 1800 zwischen emanzipatorischem Aufbruch und ästhetischem Programm
Die Herausgeber Gabriele Brandstetter. Studium der Germanistik, Geschichte, Theaterwissenschaft in München, Regensburg und Wien. 1993 Habilitation in Bayreuth; 1993-1997 Professorin am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Universität Gießen, seit 1997 ist Gabriele Brandstetter Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Basel. Gerhard Neumann. Studium der Germanistik und Romanistik in Freiburg, Wien und Paris Professuren an den Universitäten Bonn, Erlangen, Freiburg. Em. Ordinarius für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität München. Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Gerhard Neumann ist Mitherausgeber der Kritischen Kafka-Ausgabe.


Klees, Heike
Le jeu dans la comédie-italienne (1662-1792)
Structures et fonctions.
300 S.,  Br., € 48,00
978-3-8260-4525-7
Die Pariser Comédie-Italienne ist ein französisches Theaterphänomen mit italienischen Wurzeln, ihr Repertoire Zeugnis des Aufeinandertreffens von italienischer Theatertradition und französischer Kultur. Vorliegende Untersuchung erarbeitet Kontinuitäten und Veränderungen im Spiel der Italiener von 1661 bis 1729. Als Grundlage dienen das Scenario von Domenico Biancolelli (1662-1680), der Recueil von Evaristo Gherardi (1682-1697) sowie das Theater Marivaux‘ und Delisle de la Drevetières. Die Analyse wesentlicher Strukturelemente des Spiels, die Erstellung eines systematischen Lazzikatalogs und die Einordnung in gattungsgeschichtliche Zusammenhänge haben zum Ziel, die Funktion des Spiels in den unterschiedlichen Zeitabschnitten zu klären. Die Spielstrukturen werden vor dem Hintergrund des sich wandelnden geistigkulturellen Umfeldes im Frankreich des ausklingenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts betrachtet; die strukturtypologische Refl exion offenbart, wie die Comédie-Italienne diesen Wandel aufgreift und durch theatralische Ausdrucksformen auf ihn zurückwirkt. Die Autorin Heike Klees hat in Saarbrücken, Poitiers und Paris studiert und an der Sorbonne über französische Literatur promoviert.


Chon Young-Ae
Lyrik in Konfrontationen. Wendezeiten
150 S., Br., € 22,00
978-3-8260-4578-3
Wie schon seine Teilung wurde auch die Wiedervereinigung Deutschlands besonders aufmerksam in Korea verfolgt – einem Land, das bis auf den heutigen Tag selbst das Schicksal einer divided nation erleidet. Young-Ae Chon, eine koreanische Germanistin, konzentriert sich im vorliegenden Band auf die Lyrik. Anhand von Gedichten aus der Wendezeit arbeitet sie heraus, wie die Lyrik mit ihrem kleinen Umfang doch eine Serie von Zeitbildern bietet, wie sie als ein Zugang zu Menschen mitten im geschichtlichen Wandel dient, wie sie trotz ihres Anscheins der Subjektivität in hohem Maße im Dienst der Zeitzeugenschaft und damit auch der Erinnerungsarbeit stehen kann, indem sie dank ihrer konzentrierten Sprache eine ganz spezifi sche Nachhaltigkeit erreicht. Bei der Auswahl der untersuchten Gedichte standen zunächst Sammlungen im Zentrum, die noch im Sog der historischen Geschehnisse, nämlich im Jahr des Mauerbaus und in dem der Wiedervereinigung, konzipiert wurden. Anschließend wird der Fokus auf einzelne Dichter gerichtet: Reiner Kunze, Wolf Biermann, Volker Braun, Günter Kunert, Heinz Czechowski, Uwe Kolbe, Durs Grünbein und andere. Im abschließenden Kapitel wird – ebenfalls anhand der Lyrik – die Lage im geteilten Korea betrachtet. Die Autorin Young-Ae Chon, Professorin für deutsche Literatur an der Seoul National University und FRIAS-Fellow. Spezialgebiete: zeitgenössische Lyrik, Kafka, Goethe. Sie studierte in Seoul und promovierte über Paul Celan. Autorin von rund 45 Büchern (einschließlich Lyrikbände in koreanischer und deutscher Sprache).


Aschenberg, Reinhold (Hrsg.)
Hans Wagner - Religionsbriefe
280 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4551-6
Hans Wagner ist einer der wenigen Philosophen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die eine eigenständige Konzeption transzendentalen Denkens ausgearbeitet haben. Der hier aus dem Nachlaß edierte, von Wagner selbst zur Publikation vorbereitete Text bietet 22 Briefe an anonymisierte Adressaten. Es handelt sich weniger um eine Fortsetzung von Wagners Fragment gebliebenem religionsphilosophischen Werk (1953, 1959), als um eine mehr persönliche Refl exion auf die Religionsthematik, namentlich auf Christentum und Katholizismus. Dennoch ist der Text auch wissenschaftlich von Bedeutung. Demzufolge kann er die Aufmerksamkeit von sowohl aus philosophischen wie aus theologischen oder ‚existentiellen‘ Gründen an dieser Thematik Interessierten fi nden. Der Text Wagners wird durch ein einleitendes Vorwort und ein ausführliches Nachwort des Herausgebers ergänzt. Der Autor Hans Wagner (1917-2000) lehrte an den Universitäten Würzburg, Frankfurt am Main, Bonn und Yale, er war Lehrstuhlinhaber für Philosophie in Würzburg (1955-1961) und Bonn (1961-1982). Der Herausgeber Reinhold Aschenberg ist Fachleiter für Philosophie/ Ethik am Studienseminar Tübingen und Lehrbeauftragter am Philosophischen Seminar der Universität Tübingen. Veröffentlichungen u.a.: Sprachanalyse und Transzendentalphilosophie (1982), Ent-Subjektivierung des Menschen (2003, K&N).


Faber, Richard /Hoibraaten, Helge (Hrsg.)
Ibsens "Kaiser und Galiläer"
Quellen - Interpretationen - Rezeptionen.
312 S., ,Br., € 40,00
978-3-8260-4572-1
I. Antike und moderne Quellen – M. Leutzsch: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ Ein biblisches Zitat in „Kejser og Galilæer“, seine Bedeutung in den Evangelien und im Drama der Neuzeit – H. Cancik / H. Cancik-Lindemaier: „Was ich brauche, sind Fakten“. Die antiken Quellen zu Leben und Werk des Imperator Julianus Augustus – G. Bee: Christliche Familiarität und ihre Grenzen. Ibsens Kaiser und Galiläer und die kappadozischen Kirchenväter – A.-U. Sommer: Kaiser Julian als antichristliche Integrationsfi gur? Strauß, Ibsen und Nietzsche – II. Gegenwärtige Interpretationen – L. P. Wærp: Ibsen’s Third Empire Reconsidered – E. Østerud: Sign against Sign. Temporal Changes and Transitions in Henrik Ibsen’s Emperor and Galilean. – A. Kittang: Emperor and Galilean – Heroism or Anti-Heroism? – III. Deutschsprachige Rezeptionen – G. Doerr: Naturalismus, Paganismus, Esoterik. Zu Alfred Schulers Ibsen- Rezeption – R. Faber: Die politisch-religiösen Ideendichter Ludwig Derleth, Stefan George und Henrik Ibsen – D. Gretz: „Es muss eine neue Offenbarung kommen. Oder eine Offenbarung von etwas Neuem“. Hugo von Hofmannsthal liest Ibsens „Kaiser und Galiläer“ – H. Høibraaten: Carl Schmitt, Henrik Ibsen und die Politische Theologie. Die Kronprätendenten, Kaiser und Galiläer und die Lehre vom Dritten Reich – R. E. Zimmermann: Das Ende der Hoffnung. Zur Einforderung von Pietas und Religio: Ibsen, Bloch und Vidal über den Imperator Julian Die Herausgeber Richard Faber ist Professor für Soziologie (der Literatur) an der FU Berlin. Zahlreiche Publikationen bei K&N. Helge Høibraaten ist Professor für Philosophie an der Universität Trondheim/Norwegen.


Janzen, Jan
Kalkül und Sprache
Freges und Wittgensteins Überlegungen zur Bedeutung formaler Sprachen im Verhältnis zur modelltheoretischen Tradition
360 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4540-0
Was und wie bedeuten die Aussagen formaler Sprachen wie etwa Logik und Mathematik? Und warum gehen wir oft so sicher von der Wahrheit dieser Aussagen aus, obwohl sie scheinbar keinen Rückhalt in sinnlicher Gewissheit haben? Das Buch untersucht zwei der wichtigsten Antworten auf diese Fragen: Zu Beginn wird eine Position vorgestellt, für die Modelltheorie und Mengenlehre von maßgeblicher Relevanz sind und in der eine Begründung formalsprachlicher Aussagen gefordert wird, die unserer Begründung sinnlich verifi zierbarer Aussagen ausgesprochen ähnlich ist. Diese Position jedoch dient primär als Kontrastfolie, vor deren Hintergrund sich die Positionen Freges und Wittgensteins, deren Darstellung den eigentlichen Kern des Buches bildet, besonders plastisch erkennen lassen. Von den beiden letztgenannten nämlich wird eine unserer Sinneswahrnehmung analoge Begründung konsequent zurückgewiesen und die Bedeutungsstruktur formaler Sprachen wird statt dessen konsequent von deren Anwendungen innerhalb umfassender sprachlicher Zusammenhänge her erklärt. Im Zentrum der Arbeit steht zwar die immanente Darstellung der benannten Positionen, aber auch die systematische Frage, welcher der Ansätze die angemessenste Bedeutungstheorie formaler Sprachen anzubieten hat, wird ausführlich thematisiert. Der Autor Jan Janzen studierte an der LMU München und der FU Berlin Philosophie, Mathematik sowie Logik und Wissenschaftstheorie. Derzeit ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FU Berlin tätig.


Fickert, Sebastian
Kasachstan
Eine kurze Reiseerzählung.
140 S., Br., € 12,80
978-3-8260-4588-2
Zehn Tage ist Sebastian Fickert unterwegs. Über Prag und Moskau gelangt er nach Almaty, der größten Stadt Kasachstans nahe der Grenze zu China und Kirgistan. Auf seinem Weg durch den Süden des neuntgrößten Landes der Welt können ihn von nun an weder Kleinkriminelle in den Städten noch abenteuerlustige Rennfahrer auf den Straßen aufhalten. In dem Naturreservat Aksu-Zhabagly beeindruckt die Pflanzen- und Tierwelt, in der südlichen Metropole Schymkent das Nachtleben. Seine Reiseroute verläuft zunächst durch eine faszinierende Steppenlandschaft und entlang des gewaltigen Tien-Shan-Gebirges. Besonderen Nervenkitzel bereiten ein Abstecher nach Taraz, einem ehemaligen Handelszentrum der Seidenstraße, und der Flug mit einer Propellermaschine in den Norden des Landes, wo die Retortenstadt Astana mit einer Vielzahl von architektonischen Wunderwerken verblüfft. Bei Sonne und dauerhaftem Steppenwind trifft er keine Touristen, dafür auf verwegene Reiter, selbstbewusste Kasachinnen, aufgeschlossene Gastgeber, Jurten, freilaufende Pferdeherden und prachtvolle Moscheen. Lakonisch und witzig erzählt der Autor von einer abenteuerlichen Reise durch das zentralasiatische Land, von dessen Vielfalt, Gegensätzen und bewegter Geschichte. Der Autor Dr. Sebastian Fickert ist seit Oktober 2008 Richter am Landgericht Würzburg. Im Verlag Königshausen und Neumann erschienen seine Bücher „14 Wochen Japan“ und „Der Frosch auf dem Wasser“.


Hess, Günter
Panorama und Denkmal
Studien zum Bildgedächtnis des 19. Jahrhunderts
Stiftung für Romantikforschung Bd. 52
300 S., Br., € 48,00,
978-3-8260-4511-0
Die vierzehn Studien des Bandes beschreiben typische Denk- und Darstellungsformen zwischen 1830 und 1900 und zeigen, wie sich im ‚Bildersaal‘ des Jahrhunderts die ästhetische und ideologische Wahrnehmung des Bildungsbürgertums verändert. Dabei wird deutlich, wie das ‚Bildgedächtnis‘ in der Kontinuität antimoderner Strömungen und Traditionen über die Wiederkehr alter Mythologie noch weit ins 20. Jahrhundert hineinwirkt. Das 19. Jahrhundert hat ein identitätsstiftendes Zeichensystem entwickelt, in dem sich bestimmte Epochen und Landschaftsräume, Texte und Bilder als Monumente historischer Erinnerung fi xieren. In ihnen verbindet sich die fortschreitende Säkularisierung vertrauter literarischer und ikonographischer Traditionen mit einer auffälligen Sakralisierung von Kunst, Literatur und Geschichte. Im Prozess der Historisierung und Musealisierung des bildungsbürgerlichen Bewusstseins ist auch die Entfaltung der historischen und philologischen Disziplinen zu sehen, die mit dem Fortschritt der optischen Medien und Reproduktionstechniken ihre Helden und Denkmäler in ‚Bildersälen‘ inventarisieren, in Festzügen zur Schau stellen oder als Kultbilder (Goethe, Petrarca) in Galerien präsentieren. Eine besondere Spielart des Historismus ist die archaisierende Nachahmung und Fälschung von Texten und Bildern. Durch die Beschleunigung von Raum- und Zeiterfahrung entsteht eine Dialektik von Bewegung und Stillstand, technischer Revolution und ästhetischem Konservatismus, der die vehemente Expansion der industriellen Welt in neuen Allegorien zu bannen oder durch „Gefl ügelte Worte“ aus dem „Citatenschatz des Deutschen Volkes“ zu dekorieren sucht. Die Beschreibung des panoramatischen Blicks, der romantische Stereotypen konserviert und in historischen Erinnerungsräumen trivialisiert, erschließt eine widersprüchliche Geschichte der Wahrnehmung. Sie blendet um 1850 die Gegenwart zugunsten der beschworenen Vergangenheit aus und mündet mit der Entdeckung der Röntgenstrahlen, dem obszönen Blick ins Innere des Menschen und der Entschleierung seiner imago mortis am Ende des 19. Jahrhunderts in eine schockierende Tabuverletzung. Siegfrieds Wiederkehr schließlich markiert 1923 den politischen Missbrauch eines deutschen Mythos mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus. Panorama und Denkmal. Erinnerung als Denkform zwischen Vormärz und Gründerzeit – Bildersaal des Mittelalters. Zur Typologie illustrierter Literaturgeschichte im 19. Jahrhundert – Goethe in München. Literarische Aspekte der Geschichte und Wirkung von Stielers Dichter-Porträt – Minnesangs Ende. Über dichtende Philologen im 19. Jahrhundert – Die Bilder des Grünen Heinrich. Gottfried Kellers poetische Malerei – Die Vergangenheit als Traum. Historismus und inszenierte Erinnerung im Münchner Festzug der Künstler (1840) und in Gottfried Kellers Grünem Heinrich – Lohengrin in Weimar oder: die Spätzeit romantischer Bilder – Mont Ventoux und der Park von Vaucluse: Petrarcas Landschaften und die Bilder des 19. Jahrhunderts – Schack und Italien. Die Galerie als literarisches Spiegelkabinett – Allegorie und Historismus. Zum Bildgedächtnis des späten 19. Jahrhunderts – Pater Filucius. Wilhelm Buschs allegorische Jesuitenfabel von 1872 und der deutsche Kulturkampf – Vom Flug der Worte und Bilder. Büchmanns Citatenschatz als Medium der Bildungs- und Ideologiegeschichte – „Mein Gott, ich sehe!“ Röntgens Strahlen und die Veränderung der Wahrnehmung in der deutschen Literatur – Siegfrieds Wiederkehr. Zur Geschichte einer deutschen Mythologie in der Weimarer Republik Der Autor Günter Hess studierte Germanistik und Kunstgeschichte, lateinische und mittellateinische Philologie in München und Zürich, Promotion und Habilitation in München. 1981 -1983 Professor für deutsche Philologie in Göttingen, 1983 – 2000 Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Würzburg. Veröffentlichungen zur Humanismus- und Barockforschung, Studien zum Verhältnis von Text und Bild und zur Sozialgeschichte der deutschen Literatur im 19. und 20. Jahrhundert.


Tarvas, Mari (Hrsg.)
Paul Fleming und das literarische Feld der Stadt Talinn in der Frühen Neuzeit
Zum Sprach-, Literatur- und Kulturkontakt einer Region
Unter Mitwirkung von Heiko Friedhelm Marten, Aigi Heero, Merle Jung, Helju Ridali und Maris Saagpakk.
28  Br., € 40,00
978-3-8260-4544-8
Der Sammelband beschäftigt sich mit literarischen Entwicklungen in der Stadt Tallinn/ Reval und im Baltikum in der Frühen Neuzeit. Nach dem einleitenden Kapitel von Martin Klöker zur literarischen Landschaft Tallinns im 17. Jahrhundert geben Beiträge von Michael Ludscheidt, Rolf Selbmann, Mara Grudule und Hamid Tafazoli Einblicke in das Werk Paul Flemings, des wichtigsten mit Tallinn verbundenen Autors jener Zeit. Die folgenden Kapitel von Roswitha Jacobsen, Ivars Orehovs, Laura Auteri, Mara Grudule und Aigi Heero behandeln die Literatur der Frühen Neuzeit aus einer allgemeineren Perspektive, wobei insbesondere die Reiseliteratur und die Gelegenheitsdichtung eine zentrale Rolle spielen. Die abschließenden Kapitel bieten dann historische Einblicke in Kultur und Sprache der Region und berücksichtigen dabei sowohl die Buchkunde (Tiiu Reimo, Mari Tarvas), das Bildungswesen (Aivar Põldvee), andere mit der Stadt verbundene Personen wie Geistliche (Maris Saagpakk) sowie die Entwicklung der estnischen Sprache im 17. Jahrhundert (Janika Kärk und Helju Ridali). Die Herausgeberin Mari Tarvas ist Professorin für deutschsprachige Literatur an der Universität Tallinn. Studium an der Universität Tartu (Estland), Promotion an der Universität Wien.


Burtscher, Cordula /Hien, Markus (Hrsg.)
Schiller im philosophischen Kontext
220 S., Br., € 30,00
978-3-8260-4581-3
Vorwort – Zum Geleit: Wolfgang Riedel über Jacob Friedrich Abel – 1. Schiller und die Philosophie der Früh- und Spätaufklärung – T. Stachel: Schiller und der ‚moral sense‘ – K. Koukou: Schillers Kant-Kritik in seiner Schrift Ueber Anmuth und Würde – L. Meier: Kantische Grundsätze? Schillers Selbstinszenierung als Kant- Nachfolger in seinen Briefen Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen – G. Brüning: Intuition und Spekulation in Schillers ‚Geburtstagsbrief‘ an Goethe vom 23. August 1794 – 2. Philosophische Überlegungen im Kontext von Religion, Kunst und Geschichte – C. Burtscher: „Die gesunde und schöne Natur braucht […] keine Gottheit“. Schillers Weg von der Religionskritik zur Ästhetik – F. Hauck: Herkules als Mittler zwischen Mensch und Göttern. Schillers Brief eines reisenden Dänen – M. Hien: „[…] denn es hält ein nützliches Staatssystem durch Eintracht zusammen“. Schiller und die Reichsidee – 3. Philosophie im Drama und dramatische Philosophie – C. Rühling: Ins „Herz“ des Denkens. Über Schillers Verwendung einer Metapher – D. Kemna: Freiheitsidealismus und -existentialismus am Beispiel von Schillers Wallenstein – M. Preis: Eine Tragödie des Gemeinsinns. Dekonstruktionen des Spiels und der Geschichte in der Wallenstein- Trilogie – N. Wassiliou: Ästhetisches Ideal und Negativitätserfahrung in Schillers dramatischem Spätwerk. Eine Ästhetik auf dem Weg vom Idealismus zur Hermeneutik – F. Fromholzer: Bekennen und Erkennen. Geständnisse bei Schiller – J. Robert: Freies Spiel der Einbildungskraft“ – ein Leitbegriff der Ästhetik bei Lessing, Kant und Schiller Die Herausgeber Cordula Burtscher studierte in Würzburg und Warwick (UK) Germanistik, Anglistik und Philosophie/ Ethik, und promoviert derzeit über die Religionskritik im Werk von Friedrich Schiller. Markus Hien studierte in Würzburg Germanistik, Geschichte, Philosophie/Ethik, promoviert derzeit über den Zusammenhang von Literatur- und Reichsgeschichte um 1800.


Lüders, Detlev
Stil und Welt
130 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4527-1
In Dichtung, Musik und Bildender Kunst gibt es unzählige Stile der verschiedensten Art: Werk-, Personal- und Epochenstile, Altersstile u. s. f. Sie alle sind immer wieder beschrieben worden. Anders steht es mit dem Wesen des Stils schlechthin. Was ist das Gemeinsame der vielen verschiedenen Stile? Was ist das Stil-Haben selbst und wo liegt sein Ursprung? Was ist das Wesen der Einheit, die der Stil dem Kunstwerk verleiht? Diesen Fragen, die bislang kaum gestellt wurden, geht das vorliegende Buch nach. Es knüpft an langjährige Vorarbeiten an, die zuletzt in dem Band „Welterfahrung und Kunstgestalt“ (Würzburg, 2004) vorgelegt wurden. Der Autor Detlev Lüders, Dr. phil., ehem. Direktor des Freien Deutschen Hochstifts – Frankfurter Goethe-Museums. Zahlreiche Veröffentlichungen. Umfangreiche Herausgebertätigkeit.


Asmuth, Christoph /Grüneberg, Patrick (Hrsg.)
Subjekt - Gehirn
Mensch - Natur
300 S., Br., € 68,00
978-3-8260-4573-8
Wissenschaft ist Aufklärung. Und sie ist der Wahrheit verpflichtet. Nicht jede Wahrheit ist aber im emphatischen Sinne wahr und genügt dem hehren Anspruch dieses Ehrentitels. Vieles Wahre erscheint uns trivial, manches spannend, einiges auch hochinteressant und von äußerster Wichtigkeit. Als Quell der letzteren Kategorie gelten die modernen exakten Wissenschaften, wie sie sich in den letzten Jahrhunderten in einer immer weiter zusammenwachsenden Welt etabliert haben. Was wirklich, was im empathischen Sinne wahr ist, bestimmen ausgeklügelte Methoden, die unsere Welt messbar und quantifi zierbar machen. Staunend lassen wir uns belehren, daß die Welt anders ist, als wir sie uns denken und vorstellen. Dabei zeigt sich des Öfteren ein Gegensatz zwischen unseren alltäglichen Überzeugungen und jenen mit scharfem Verstand, ausgefeilten Messapparaturen und Großrechnern hergestellten Erkenntnissen: Lebenswelt und naturalistische Grundeinstellung klaffen bisweilen weit auseinander. Die in diesem Band versammelten Autoren widmen sich einer kritischen Reflexion dieser Kluft, indem sie naturalistisches Denken aus verschiedenen Perspektiven herausfordern und in Frage stellen.
Die Herausgeber Christoph Asmuth, 2003 Habilitation, seit 2009 apl Prof. an der TU Berlin. Patrick Grüneberg, Promotion 2009, lehrt an der TU Berlin.


Khalil, Aiman
Visuelle Jurisprudenz
A visualized turn
Die Überwindung der Bilderscheu in der Jurisprudenz
durch Implementierung einer Rechtsvisualisierung im deutschen Strafrecht.
250 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4571-4
Dem Werke liegt die Annahme zu Grunde, dass sich die gegenwärtige Rechtssprache und die Rechtskommunikation in einem Dilemma befinden. Basis hierfür sind die Nouveaux essais von Leibniz, die die Problematik der Sprache im Allgemeinen in Bezug auf die Fehlerhaftigkeit der Worte aufzeigen. Der Autor leistet den Transfer auf die Sprache der Jurisprudenz und untersucht hierbei, welche gegenwärtigen innovativen Methoden und Erkenntnisse das lineare Strafrecht und die Jurisprudenz im Allgemeinen verbessern und verständlicher machen können. Um das Wissen, seine Entstehung, Verarbeitung und Bedeutung für eine mögliche Visualisierung in der Jurisprudenz genauer zu erforschen, fi nden auch Aspekte der Bewusstseinsbildung und gegenwärtige Visualisierungsmöglichkeiten Berücksichtigung. Daraus wird gefolgert, dass eine der Hauptaufgaben in der Jurisprudenz sein muss, eine internationale europäische Rechtskommunikation mithilfe einer gemeinsamen Rechtsvisualisierung zu schaffen. Im Anschluss an den pictorial und iconic turn sollte aus Sicht des Autors ein Hauptziel der heutigen Jurisprudenz sein, einen visualized turn anzustreben. Der Autor Aiman Khalil studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Tübingen und Frankfurt am Main, Rechtsreferendariat bei dem Landgericht Darmstadt, Promotion in Frankfurt am Main. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen, auch zur Visualisierung im Recht. Sein bekanntestes Lehrwerk für die Rechtswissenschaft sind die beim juristischen Verlag C.F. Müller in Heidelberg erschienenen JuraMindMaps StGB (JMM StGB). Aiman Khalil ist derzeit Syndikus, Systemischer Organisations-/Netzwerkberater und Lehrbeauftragter für Öffentliches Wirtschaftsrecht und Arbeitsrecht in Frankfurt am Main.


Hinderer, Walter
Vom Gesetz des Widerspruchs
Über Heinrich von Kleist.
300 S., Br., € 40,00
978-3-8260-4580-6
Kleists Dramen und Erzählungen zielen nicht nur auf die Verwirrung des Gefühls und des Bewusstseins, sondern sie oszillieren zwischen Selbst- und Fremdreferenz, den graven und antigraven Kräften. Sie überschreiten überdies immer wieder aufs neue gesellschaftlich markierte und sanktionierte Grenzen, treiben Syllogismen in Paradoxien. Nicht selten führt die Erklärung des Unerklärlichen zur Unerklärlichkeit einer Erklärung und wird der logische Satz vom ausgeschlossenen Dritten außer Kraft gesetzt und im Gegensatz dazu ein Netzwerk der Fehlschlüsse und Widersprüche entwickelt. Hinter jeder Erfahrung lauert bei Kleist in der Tat ein „Gesetz des Widerspruchs“, ein Gesetz, das uns, wie er es ausdrückt, „geneigt macht, uns, mit unserer Meinung, immer auf die entgegengesetzte Seite hinüber zu werfen“. Der vorliegende Band enthält neben ausführlichen Interpretationen wichtiger dramatischer und erzählerischer Werke Heinrich von Kleists eine konzise biographische Darstellung, einschlägige Kapitel über die Antinomien in seinem Welt- und Selbstverständnis, über seine Ästhetik der Negation, über die kreative Aneignung naturwissenschaftlicher und philosophischer Ansichten und schließlich eine Anlayse seiner Todesauffassung im Kontext der Zeit. Der Band klingt aus mit der Beschreibung ein Art Wahlverwandtschaft, die Franz Kafka vor allem zu dem von ihm bewunderten Prosaisten Kleist empfand, dessen Erzählungen er gerne vorlas. Der Autor Walter Hinderer ist Professor für neuere deutsche Literatur an der Princeton University, USA.


Krobath, Hermann T. (Hrsg.)
Werte in der Begegnung
Wertgrundlagen und Wertperspektiven ausgewählter Lebensbereiche
504 S., Br., € 78,00
978-3-8260-4579-0
Werte sind ein Dauerthema in vielerlei Diskursen. Sie sind Leitlinien des individuell-subjektiven Erlebens und Verhaltens, sie treten aber auch in den unterschiedlichsten Ausprägungsformen auf gesellschaftlicher Ebene in Erscheinung. Die vielfältigen Bereiche, Formationen, Institutionen, Organisationen von Kultur und Gesellschaft, sei es Politik, Wirtschaft, Recht, Bildung, Erziehung, Wissenschaft, Kunst, Religion, Sport usw. sind jene Orte, wo man Werten begegnet, wo Werte sozusagen am Werk sind: Sie sind zunächst ‚am Werk’ als „Wertbasis“ (H. Albert), d.h. als sozusagen axiologische Basis- und Binnenstrukturierung der jeweiligen Bereiche. Sie sind ‚am Werk’ zusammen mit ihren (impliziten oder expliziten) Begründungs-Narrativen, ihren beabsichtigten oder tatsächlichen Wirkungen und Funktionen (von Orientierung bis Rechtfertigung; von Inklusion bis Exklusion), und bei diesem ‚am Werk’ sein, ‚in Begegnung sein’ gestalten sie und werden selbst gestaltet, wandeln sich, verfallen, formieren sich neu, werden neu entdeckt oder neu belebt. Die Arbeit ist in gewissem Sinne eine Fortsetzung oder Ergänzung des im gleichen Verlag erschienenen, vom unten genannten Herausgeber als Autor 2009 verfassten Werkes: „Werte. Ein Streifzug durch Philosophie und Wissenschaft.“ Der Herausgeber Hermann T. Krobath ist Leiter des Instituts für philosophische Grundfragen in Wien (IPG) und arbeitet als philosophischer Praktiker und psychologischer Berater.


Schmidt, Iris
Werthaltungen weitergeben
Wie wir werden, was wir sind
160 S., Br., € 24,00
978-3-8260-4524-0
Gibt es Werte, die unabhängig von Kultur- und Religionszugehörigkeit für alle Menschen Gültigkeit haben könnten, und wenn ja, wie könnten wir sie rechtfertigen, begründen und auch weitergeben? Wie manifestieren sich Werthaltungen auf körperlicher Ebene und welche Möglichkeiten und Grenzen gibt es, darauf Einfl uss zu nehmen, sowohl in der Erziehung, als auch bei uns selbst? Für jeden einzelnen, besonders aber für Menschen, die in Beziehungen stehen, für Eltern, Lehrer und Erzieher spannend und gut lesbar. In dieser Literaturarbeit geht es nicht nur um die philosophische Begründung und die erzieherische Vermittlung von Werten sondern um eine Kausalanalyse im engeren Sinne des Begriffes: Durch welche äußeren und inneren Vorgänge kommt es zur Ontogenese von Werthaltungen. Daten und Interpretationen aus Philosophie, Erziehungswissenschaft, Entwicklungspsychologie, Biowissenschaften, insbesondere der Neurophysiologie, Endokrinologie und Genetik werden in bezug auf das Thema zusammengestellt und analysiert. Die gesammelten Daten erlauben klare Schlussfolgerungen über irreversible Spätfolgen früher Schädigungen, die angesichts verbreiteter Unsicherheiten in Erziehungsfragen auch erziehungswissenschaftlich geboten sind.
Die Autorin Iris Schmidt, Studium und Promotion in Philosophie an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen- Nürnberg. Ebendort Lehrbeauftragte im Fach Philosophie des Lehramtsstudienganges. War jahrelang in der Lehrplankommission des Kultusministeriums und im Schuldienst. Außerdem Coach in eigener Firma www.coaching4success.de.


Jahrbuch der Jean-Paul-Gesellschaft 46. Jg., 2011
220 S., Br., € 39.80
978-3-8260-4545-5
Die Herausgeber:
Monika Schmitz-Emans ist Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum.
Elsbeth Dangel-Pelloquin ist Apl. Professorin Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Basel.
Helmut Pfotenhauer ist seit 1987 Lehrstuhlinhaber für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Würzburg.
Ralf Simon ist seit 2000 Ordinarius für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Basel.


Zellmann, Ulrike
Frühneuzeitliche Labyrinth-Lektüren
250 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4477-9
Labyrinthe hatten innerhalb der europäischen Kultur keineswegs immer Konjunktur. Zeiten ungewöhnlich produktiven Interesses wechseln sich mit Zeiten des Desinteresses ab oder überlagern einander. Das Buch lenkt den Blick auf den widersprüchlichen, produktiven wie destruktiven Umgang mit der antiken Raum- und Bewegungsfigur in der Frühen Neuzeit, exemplarisch auf die italienische Renaissance, wo hermeneutische Pluralisierungen, erotische, politische, philosophische, religiöse oder künstlerische Vereinnahmungen ihren kreativen Höhepunkt erreichen, zugleich aber schon die eigene Demontage, Ermüdung und das Vergessen in sich bergen. Ulrike Zellmann promovierte germanistische Mediävistin, seit 2003 Mitglied des Sonderforschungsbereichs „Kulturen des Performativen“ an der Freien Universität Berlin.


Kazzazi, K. /Wahl, S. /Luttermann, K. /Fritz, Th.A. /Potsch-Ringeisen, St. (Hrsg.)
EichstätteR Sprachgeschichten
Ein Kolloquium zu Ehren von Elke Ronneberger-Sibold
200 S.,  Br., € 29,80
978-3-8260-4448-9
Sprache interkulturell – K. Kazzazi: Darf der persische Doktor genauso heißen wie der englische? - Sprachzuordnung bei dreifachem Erstspracherwerb – M. K. Kazzazi: Ein Flug mit dem „König der Vögel“ - Wortschöpfung im Persischen – K. Luttermann: Rechtskommunikation im deutschen und interkulturellen Sprachraum – S. Potsch-Ringeisen: Gesprächsstrategien deutscher und chinesischer Vermittler im Konflikt – InterculturAd – Werbesprache interkulturell und interdisziplinär – P. Cotticelli-Kurras: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die mächtigste, zuverlässigste, traditionsreichste Produktklasse im ganzen Land?“ - Assoziationen bei italienischen Markennamen – T. A. Fritz: Eine Methodik für Werbetext und -bild - wie geht das? – B. Hoffmann: „Im Namen der Rose“ - Bildsymbolik in der internationalen Werbung – S. Wahl: Sicher aus Frankreich - das Zusammenspiel von Text, Bild und Musik in Werbespots – Sprache in der Zeit – D. Neuendorff: Gitekeit diu alte. Die Diskussion ethischer Verantwortung in der Wirtschaft in Vergangenheit und Gegenwart – G. Waxenberger: Old English runes and the ‘perfect fi t’ Die Herausgeber/-innen sind Mitarbeiter/-innen bei der Deutschen Sprachwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt- Ingolstadt.


Schunk, Gunther /Wolf, Hans-Dieter
Meefränggisch
für Debben & Subber-Exberden.
Kleines Mainfränkisch-Quiz
138 S.,  Spiralbindung., € 7,95
978-3-8260-4554-7
Multiple-Choice-Sprachkurs der Mainfränkischen Sprache


Emotionale Grenzgänge
Konzeptualisierungen von Liebe, Trauer und Angst in Sprache und Literatur
Herausgegeben von Ebert, Lisanne / Gruber, Carola / Meisnitzer, Benjamin / Rettinger, Sabine
344 S., Br., € 36,00
978-3-8260-4332-1
L. Ebert / C. Gruber / B. Meisnitzer / S. Rettinger: Emotions revisited – R. Fiehler: Wie kann man über Gefühle sprechen? Sprachliche Mittel zur Thematisierung von Erleben und Emotionen. – Liebe – A. Brehm: Ästhetische Erfahrung als Strategie emotionaler Teilhabe – M. Henkes: Emotionale Entgrenzung im Einheitstaumel der Liebe - Goethes Werther – J. Kloster: „Ein Romantiker, werden Sie sagen.“ Entgrenzende Liebe in F. R. Fries’ „Der Weg nach Oobliadooh“ und „Das nackte Mädchen auf der Straße“ – R. Schnell: Liebe als ästhetische und religiöse Utopie in Robert Musils Mann ohne Eigenschaften – T. Anz: Todesszenarien – Literarische Techniken zur Evokation von Angst, Trauer und anderen Gefühlen – Trauer – K. Bethke: „Where I have lost, I softer tread“ - Emily Dickinson und die Prosodie der Trauer – C. Resch: Ängste im Angesicht des Todes – feierlich und nichts nutz! Vom Umgang mit Seelennöten in Sterbebüchlein des 16. Jahrhunderts – E.-M. Schertler: „unspoken grief“ – Geschwistertrauer im Spannungsfeld von Schweigen und Verheimlichung – C. Schütte: Angst und Trauer in Todesdarstellungen von Boulevardzeitungen – H. Skirl: Zur Verbalisierung extremer Angst und Trauer: Metaphern in der Holocaustliteratur – U. Lüdtke: Die Vulnerabilität des Logos: Zum Verhältnis von Emotion und Sprache aus interdisziplinärer Sicht – Angst – L. Bullmann: Revolutionäre/ Kannibalen. Szenarien der Angst in Edmund Burkes „Refl ections on the Revolution in France” – D. Graziadei: 2666 Formen erlesener Angst – C. Hillebrandt: „Das grauenvolle Drommetenrot“ – Zum Angstkonzept in Leo Perutz’ Der Meister des jüngsten Tages – A. Rothenhöfer: Kriegsende und Neubeginn: Umbruchskonstruktion und Einstellungsindikation – C. Steier: „Lebende Worte“? Schmerzdarstellung als Test- und Grenzfall emotionaler Kommunikation in Gerstenbergs „Ugolino“

Michael Batz
Der Rhytmus des Lebens
Zur Rolle der Musik im Werk Wilhelm Diltheys
260 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4568-4


Georg-Lauer, Jutta.:
Dionysos und Parsifal
Eine Studie zu Nietzsche und Wagner
148 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4408-3
Diese Studie zu Nietzsche und Wagner rekonstruiert aus philosophischer und musikologischer Perspektive über ihre Schriften, den Nachlass, die Briefe, Cosimas Tagebücher und der einschlägigen Sekundärliteratur ihre ästhetischen Positionen als Konfrontation des Dionysischen und des Parsifalesken und kommt zu dem Ergebnis, dass bei beiden die Existenz unter dem Gebot des Noch ein Mal steht: hier der Selbstentsagung und des Verzichts und dort der Selbstüberwindung- und entgrenzung. Nachgezeichnet werden dabei die Etappen ihrer Beziehung von der Künstlerischen Allianz im Zeichen der attischen Tragödie und Schopenhauers Willensmetaphysik, über die Entwicklung von Wagners Musikdramen zwischen Revolution und Regeneration hin zum Parsifal, das Phänomen Bayreuth und Nietzsches Versuch den Zarathustra als Gegenentwurf zu Bayreuth zu formieren, der Diskussion des Verhältnisses von Wortsprache und Tonsprache sowie des ihrer unterschiedlichen Gewichtung von absoluter Musik.
Jutta Georg-Lauer, promovierte Philosophie, lehrt an der Universität Mainz Philosophie, Geschäftsführerin der Nietzsche Stiftung. Zahlreiche Veröffentlichungen im Bereich der Nietzsche Forschung. Arbeitete als Referatsleiterin in diversen Ministerbüros und als Operndramaturgin an der Oper Frankfurt.
Battiston Régine, Renoldner Klemens (Hrsg.)

Acutalité(s) de Stefan Zweig
Schriftenreihe des Stefan Zweig
300 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4487-8


Mattern, Pierre
Kotzebue's Allgewalt
307 S., Br., € 48,00
978-3-8260-3738-2
Wie es zu dem Attentat kam, das im Jahre 1819 der idealistische Theologiestudent Karl Sand an dem politisch reaktionären Publizisten August von Kotzebue verübte, kann auch von der Literaturwissenschaft erzählt werden. Denn in der Person Kotzebues fiel den Dolchstichen Sands nicht zufällig der erfolgreichste und wohl auch streitbarste deutsche Theaterautor zum Opfer. Zu Streit und Parteinahme gab es für Kotzebue zwischen 1790 und 1819 recht viel Anlass. In dieser Zeit erfasst die Zäsur zwischen einem rhetorisch inspiriertem Begriff von Dichtung und einem Literaturbegriff, der hermeneutische Operationen verlangt, auch das Theater. Leser und Zuschauer sollen nicht mehr von Affekten gepackt, sondern als Sinnsucher aktiv werden. Die Position Kotzebues markiert zunächst den Widerstand des Theaters gegen diese Wende. In der Zeit der Befreiungskriege und des Wiener Kongresses setzt sich aber genau diese Zäsur als politische Unterscheidung fort: Für Kotzebue liegen die nationalen Eigentümlichkeiten der Deutschen in den Affekten begründet, während die politischen Romantiker wie Ernst Moritz Arndt hier Manipulationsmöglichkeiten durch fremde Mächte wittern und auf Tat und Passion eines ‚freien Subjekts’ setzen.

Tanzer Ulrike
Fortuna, Idylle, Augenblick.
Aspekte des Glücks in der Literatur.
304 S., Gb., € 38,00
978-3-8260-3761-0
Glück ist zum Thema auch in den Wissenschaften geworden. Neben der Philosophie, die sich seit der Antike mit der Frage eines geglückten Lebens auseinandersetzt, und der Theologie sind es vor allem die Soziologie, die Psychologie und nicht zuletzt auch die Hirnforschung, die in der Glücksforschung besonders intensiv tätig sind. Die Literaturwissenschaft steht der Frage nach dem Glück in der Literatur noch eher reserviert gegenüber. Das Buch rückt die formale wie inhaltliche Komplexität der Glücksdarstellung in der deutschsprachigen Literatur in den Mittelpunkt der Betrachtung und zeigt anhand ausgewählter Texte des 19. Jahrhunderts, mit Rückblick auf Gattungstraditionen und Ausblick auf deren Fortschreibungen in der Gegenwartsliteratur, das vielfältige Potential der Literatur in der Glücksdiskussion. Die Autorin Ulrike Tanzer, Mag. Dr. phil., Assistenzprofessorin für Neuere Deutsche Literatur am FB Germanistik der Universität Salzburg. Forschungsschwerpunkte: Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts (bes. F. Grillparzer, J. Nestroy, M. v. Ebner-Eschenbach, H. v. Hofmannsthal), Glückskonzeptionen in der Literatur, Briefedition, Literaturdidaktik; seit 2001 (gem. mit W. Edgar Yates) Schriftleitung der „Nestroyana. Blätter der Internationalen Nestroy-Gesellschaft“.
Ruthenberg Klaus

Wald, Positivism, and Chemistry
200 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4450-2



Fortsetzung: BACKLIST Verlag Königshausen & Neumann

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