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Roland Schiffter
Auf den Spuren Heines in Berlin
46 S., Br., € 4,90
978-3-8260-4394-9
Heinrich Heine war gern in Berlin - von 1821-23, 1824 und 1829. Hier begann sein Dichterleben.
Es ist reizvoll, seinen Spuren zu folgen.![]()
Stuhlmann, Andreas
"Die Literatur - das sind wir und unsere Feinde"
Literarische Polemik bei Heinrich Heine und Karl Kraus
284 S., Br., € 42,00
978-3-8260-3563-0
Die Polemik ist als literarische Kunstform in den letzten Jahren stärker in den Blick einer kulturwissenschaftlich interessierten Literaturwissenschaft geraten. Sie lebt von der Spannung extremer Gegensätze: von Bedachtsamkeit und Affekt, von Argument und Bluff, von Logik und Sophismus, von Dokument und Fiktion, von lyrischer Zartheit und kritischer Unerbittlichkeit, von akribischer Ermittlung und grober Verdächtigung, von ethischem Rigorismus und brutalem Vernichtungswillen, von kalkulierter Strategie und spielerischem Zufallstreffer. Gegenstand der Arbeit ist die literarische Polemik, exemplifiziert an zwei „Fällen“: Heinrich Heine und Karl Kraus, genauer Heines Auseinandersetzung mit August von Platen und Kraus’ Hader mit der Figur Maximilian Hardens. Beide Polemiken, die von Kraus und Hans Mayer auch aufeinander bezogen wurden, handeln von sozialer Stigmatisierung als Jude oder Homosexueller in restaurativen Gesellschaften. Ziel der Arbeit ist, den Doppelcharakter der Polemik aufzuweisen, sie als eine polyphone Schreibweise im Werk der Autoren mit einem bestimmten Typus der Argumentation und in ihrem Einsatz als inszeniertes öffentliches Ereignis im Diskurs der Literatur darzustellen.
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Glombik, Czeslaw
Husserl und die Polen
Frühgeschichte einer Rezeption
228 S., Br., € 34,80
978-3-8260-3992-8
Das Buch stellt diejenigen polnischen Philosophen vor, die in den Jahren von 1905 bis1914 zu den frühen Schülern oder auch nur zu den Hörern von Edmund Husserl in Göttingen zählen. Bisher galt lediglich Roman Ingarden eindeutig als ein Schüler Husserls, kaum aber ein Gelehrter wie Kazimierz Ajdukiewicz. Der Kreis derjenigen Polen, die Vorlesungen und Seminare an der Universität Göttingen besuchten oder an der frühen Entwicklung der Phänomenologischen Bewegung beteiligt waren, ist jedoch noch deutlich größer. So nahmen an den Göttinger Zusammenkünften mit Husserl neben Ingarden und Ajdukiewicz auch Aleksander Rozenblum, Stefan Blachowski und Bronislaw Bandrowski teil. Wladyslaw Heinrich, Jan Lukasiewicz, Konstanty Michalski, Bronislaw Biegeleisen-Zelazowski und Wladyslaw Tatarkiewicz sind die ersten, die polnische philosophische Kreise über die entstehende Phänomenologie in Kenntnis setzten und zugleich deren enthusiastische Vertreter waren. Der Autor verfolgt diese Spuren und rekonstruiert die frühen Lebensläufe der genannten Personen. Im Mittelpunkt stehen dabei Rozenblum, Blachowski und Ingarden. Das Buch verdankt sich ausgiebigen Studien sowohl in privaten wie in staatlichen Archiven und stützt die philosophiegeschichtliche Aufarbeitung der frühen Rezeption von Husserl in Polen auf bisher unbekannte oder wenig beachtete Archivalien, Erinnerungen und Briefwechsel.
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Wenke, Matthias
Im Gehirn gibt es keine Gedanken
Kritik des Reduktionismus
296 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3814-3
Ist unsere Welt ein Hirngespinst? Sind Bewusstsein, Freiheit oder Glaube nur Illusionen, wie manche Hirnforscher behaupten? Sind wir genetisch programmierte Überlebenskämpfer? Diesen und anderen Fragen geht Matthias Wenke mit gründlichen Reflexionen zu Erkenntnistheorie, Biologie, Psychoanalyse, Yoga und Buddhismus nach - aus Sicht der phänomenologischen Philosophie. Der Autor kritisiert die einäugige Vorherrschaft eines naiven Biologismus in den Wissenschaften. Er erweitert aber zugleich unseren Horizont für ein komplementäres Verständnis subjektiver Phänomene und empirischer Fakten. Damit nimmt er die Beziehung von Geistes- und Naturwissenschaften als Forschungsperspektiven erster und dritter Person in den Focus. Es stellt sich heraus: Wir sind leibhaftige Wesen, die nur von ihrem eigenen Sinn her verständlich werden.
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Mitten im Leben
Musiktheater von der Oper zur Everyday-Performance mit Musik.
Hrsg.: Anno Mungen
440 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4184-6
Kurzinhalt: A. Mungen: Einführung – T. Steiert: Musiktheater: Zwischen Werkkonzept und Forschungsperspektive – S. Woyke: Venezianisches Musiktheater im 17. Jahrhundert: Überlegungen bezüglich einer gewinnbringenden Definition – A. Gerhard: Die Kunst des ‚pacing‘. Der Wechsel von Zeitstrukturen als notwendige Kategorie der Opernanalyse – T. Koebner: „Kraftwerke der Gefühle“? Notizen zum Opernfilm – J. Schläder: „... da der Tod der wahre Endzweck unsers lebens ist...“ Peter Konwitschnys Dekonstruktion der zweiten Ottavio-Arie – S. Schroedter: Tanztheater und transmediales Musiktheater: Chancen und Grenzen musikchoreographischer Arbeit zwischen Theater, Performance und Medienkunst – M. Linhardt: Musikalisches Theater zur Unterhaltung – Vermischte Genres von Shakespeare bis zur Haller-Revue – D. Altenburg: Zwischen Theaterroutine und Experiment. Zur Schauspielmusik im 18. und 19. Jahrhundert – Betzwieser: „Macht der Gefühle“ und Macht der Bilder – Musiktheaterforschung im multimedialen Zeitalter – C. Siegert: Pasticcio – C. Balme: Klang sehen: Visualität im zeitgenössischen Musiktheater – S. Fohr: Charlotte Salomons Leben? oder Theater? als musiktheatraler Bildertext gelesen – W. Klüppelholz: „Meine Filme sind Opern“ Kagels Musiktheater auf und jenseits der Bühne – eine tour d’horizon – K. Holtsträter: Musiktheater im Fernsehen – U. Hartung: Das „multimediale Fragment-Kunstwerk“. Die Oper und die Chancen ihrer Inszenierung im 21. Jahrhundert am Beispiel musiktheaterbezogener Arbeiten Christoph Schlingensiefs – S. Mösch: Regietheater – D. Roesner: Musikalisches Theater – Szenische Musik – J. E. Müller: Das Hollywoodmusical, ein Gesamtkunstwerk? – L. Stampa: Das Musiktheater Franz Wittenbrinks als Ausgangspunkt für musiktheaterwissenschaftliche Betrachtungen – A. Langer: Musiktheater versus Oper - Eine Polemik? – D. Kolesch: Stimme
Anno Mungen ist seit dem Wintersemester 2006/07 Leiter des Forschungsinstituts für Musiktheater auf Schloss Thurnau und Inhaber des Lehrstuhls für Theaterwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung des Musiktheaters an der Universität Bayreuth.![]()
Der Schauer(roman)
Diskurszusammenhänge - Funktionen - Formen
Herausgegeben von Grizelj, Mario
304 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4199-0
M. Grizelj: Einleitung. Der Schauer(roman). Kataklysmen der Lust und des Schreckens im 18. und 19. Jahrhundert – Präfigurationen: Theorie – C. Ruthner: Zur Theorie der Liminalität oder Die Grenzwertigkeit der Fantastik – R. Stockhammer: Zur Theorie der Gespenster oder Die Un-Logik der Literatur – H. R. Brittnacher: Zur Theorie der Vampire oder Das Nachleben des Mythos in der Literatur – Konfigurationen: Roman – S. Arnoldde Simine: ’Europe’s Mrs Radcliffe’: Benedikte Nauberts Rezeption als Schauerromanautorin im deutsch-englischen Kulturtransfer – S. Andriopoulos: Dunkle Mächte. Geister und Geheimbünde bei Schiller und Grosse – M. Grizelj: Literatur als Phantom - Schauer als Medium. Die Abgründe der Spätaufklärung in Gleichs und Arnolds Schauerromanen – M. Frank: Transgressionen: Zum räumlichen Imaginären der ,Gothic novel‘ – M. A. Snyder-Körber: Amerikanischer Untergrund: Edgar Allen Poe, Charles Brockden Brown, George Lippard und die Geheimnisse von Philadelphia – P. Hühn: Schottische Verbrechenskarrieren: Schreckensgeschichten aus dem Geist des Kalvinismus – C. Lemke: Die Macht der Emotionen: Inszenierte Gewalt in Robert Louis Stevensons Dr Jekyll and Mr Hyde.
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Heinrich Rombach
Strukturontologie - Bildphilosophie - Hermetik
Herausgegeben von Blaschek-Hahn, Helga / Sepp, Hans Rainer
264 S., Br., € 42,00
978-3-8260-4055-9
Heinrich Rombach (1923-2004) zählt zu den wenigen, die im Deutschland der Nachkriegszeit eine eigenständige phänomenologische Position erarbeitet haben. Der Band legt erstmals eine kritische Bestandsaufnahme von Rombachs weit verzweigtem Oeuvre vor und erschließt alle wesentlichen Facetten seines Philosophierens. Den Band leitet ein Text ein, in dem Rombach selbst ein Resümee seiner philosophisch-phänomenologischen Bemühungen zieht. Weitere Beiträge bestimmen Rombachs denkerischen Ort in einer Rückbindung an die Hauptvertreter der Freiburger Phänomenologie und machen die von ihm vorgenommene Umbildung dieser Tradition deutlich. Außerdem werden die Hauptansätze von Rombachs Denken thematisch: Strukturontologie, Bildphilosophie und Hermetik sowie Anthropologie und Sozialphilosophie, darüber hinaus auch die Problembereiche einer Philosophie des Lebens, der Zeitlichkeit und des Spiels. Schließlich wird Rombachs Position im Kontext anderer phänomenologischer Ansätze der internationalen Phänomenologischen Bewegung wie derjenigen von Jan Pato¹ka und Kitaro Nishida verortet und ein Blick auf die Chancen eines interkulturellen Gesprächs geworfen, wie es im Anschluss an Rombachs Strukturphänomenologie geführt werden könnte. Der Dokumentationsteil des Bandes gibt einen Überblick über den Aufbau von Rombachs Werk.![]()
Dorner, Leo
Traktat über vormoderne und moderne Kunst
160 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4432-8
Moderne Kunst ist nicht vormoderne Kunst; und moderne Kultur und Gesellschaft sind nicht vormoderne Kultur und Gesellschaft. Diese scheinbare Trivialität umschreibt einen revolutionären Unterschied, der seit dem 19. Jahrhundert die europäische, mittlerweile die gesamte Kulturgeschichte der Menschheit prägt. Eine epochale Differenz von Kunst und Kultur, die vorliegender Traktat zu begreifen versucht. Zunächst an der Frage, ob und wie moderne Kunst den Begriff des Kunstschönen erweitert haben könnte. Gleichfalls scheintrivial läßt sich die Geschichte moderner Kunst und Kultur als Befreiungsgeschichte verstehen, - eine universale Befreiung, für die allerdings ein hoher Preis zu entrichten war und ist. Vollständig zu sich befreite Kunst kann und soll nur mehr als partikulare und individualisierte existieren. Nicht nur zu begreifen daher, weshalb sich moderne Kunst nur mehr über spezielle Märkte und deren anarchische Kulte und Riten an die moderne Kultur und Gesellschaft vermitteln kann. Auch der ästhetische Geschmack des modernen Kunstkunden wurde individualistisch befreit, aktuelle Kunst beginnt nun dort, wo der ästhetische Geschmack, ehemals universale Instanz vormoderner Kunstbeurteilung, epochal verendet ist.![]()
Pestre de Almeida, Lilian
Mémoire et métamorphose
Aimé Césaire entre l‘oral et l‘écrit
436 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4316-1
Die in diesem französischsprachigen Buch vereinten Essais, unter ihnen zahlreiche, bislang unpublizierte Arbeiten, bieten eine neue, anthropologisch und komparatistisch orientierte Analyse des lyrischen Werks von Aime Cesaire. Sie nehmen ihren Ausgangspunkt von der ersten, in der Forschung unbeachteten Fassung des Cahier d‘un retour au pays natal (1939), deren Relevanz für die Cesairesche Poetik nachgewiesen wird, und schreiten mit Themen wie der Mythenrezeption (Odipus, Eshou), der Spezifik der Tombeaux-Gedichte und der Kosmogonie Cesaires die Entwicklung des Autors bis hin zu seinen letzten, 1989 publizierten Gedichten ab. Der komparatistische Ansatz bettet die Analysen stets in den weiten intertextuellen Horizont ein, der für Cesaire spezifisch ist und in dem vielfache Neuentdeckungen gelingen. Mit dem Thema von Oralitat und Schriftlichkeit wird auszuschweißendem herausgearbeitet, was die gesamte Werkgeschichte prägt: die Mobilität der Texte des Autors.
Lilian Pestre de Almeida ist eine der ausgewiesensten Cesaire-Spezialistinnen und hat französische und frankophone Literatur an den Universitäten von Rio de Janeiro, Laval (Quebec) und Paris III gelehrt. Sie bereitet zur Zeit die erste kritische Edition des Cahier d‘un retour au pays natal vor, die als Teil einer Gesamtedition der Lyrik Aime Cesaires demnachst in Paris erscheinen wird.![]()
Christiane Solte-Gresser
Spielräume des Alltags
Literarische Gestaltung von Alltäglichkeit in deutscher, französischer und italienischer Erzählprosa (1929-1949)
435 Seiten, € 49,80
978-3-8260-4417-5
Wie lässt sich auf spannende Art und Weise vom Alltag erzählen, wenn dieser doch gerade dadurch gekennzeichnet ist, dass nichts Spektakuläres geschieht? Richtet man den Blick auf die Konstruktion ungewöhnlicher Raum- und Zeitverhältnisse, die Inszenierung des Körpers und die Wahrnehmung bestimmter Alltagsgegenstände, dann wird aus der scheinbaren Banalität des Alltags ein erzählenswertes Projekt. Dieses Buch entwirft eine komparatistisch und interdisziplinär angelegte Poetik der Alltäglichkeit, die sich als eine Poetik des Bruchs und der Grenzüberschreitung versteht. Ausgehend von philosophischen, mythologischen und literaturtheoretischen Perspektiven auf das Thema Alltag wird ein Analyse-Instrumentarium entwickelt, das es erlaubt, die Dimensionen des Alltäglichen neben der inhaltlichen Ebene vor allem in erzähltechnischer, rhetorischer und stilistischer Hinsicht nachzuvollziehen. Im Mittelpunkt der Analysen steht die Erzählprosa von Marieluise Fleißer, Madeleine Bourdouxhe und Natalia Ginzburg, in der beispielsweise Kleidungsstücke, Küchenutensilien oder Früchte ein regelrechtes Eigenleben entfalten. Hier erscheint der Alltag als ein schillerndes, abgründiges und äußerst ambivalentes Phänomen, das die herkömmlichen Vorstellungen von Alltäglichkeit ins Wanken bringt.
Christiane Solte-Gresser ist Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität des Saarlandes.![]()
Ladenthin, Volker
Gerechtes Erzählen
Studien zu Thomas Manns Erzählung ,Das Gesetz‘, zu Theodor Storm und Ernst Toller
128 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4414-4
Gerechtes Erzählen – eine ambiguine Kontamination? Wird vom Gerechten erzählt? (Aber was oder wer ist gerecht?) Soll das Erzählen der Sache gerecht werden? (Aber woher weiß das Erzählen etwas von der Sache?) Zudem: Kann sich die Gerechtigkeit auf eine so unsichere Diskursform verlassen wie das Erzählen? Kann sich überhaupt das Erzählen in den Dienst einer - wenn auch guten - Sache stellen? Kontaminieren? Nimmt beides nicht Schaden, wenn das eine dem anderen dient: Das Erzählen der Gerechtigkeit, die Gerechtigkeit dem Erzählen? Wenn die Ästhetik der Ethik, die Ethik der Ästhetik sich unterordnet? Oder gibt es einen Patt im „Besonderen“? Könnte es sein, dass das Erzählen immer schon gerecht ist – dass es sich beim „Gerechten Erzählen“ um eine unbemerkte Tautologie handelt? In vier Studien untersucht Volker Ladenthin das Beziehungsgefüge zwischen Gerechtigkeit und Erzählung. An Texten von Theodor Storm, Thomas Mann, Ernst Toller und von Autoren aus dem Genre der Kriminalliteratur wird untersucht, wie die Autoren verfahren und was sie fordern, wenn sie von der Gerechtigkeit erzählen – oder dem zu Erzählenden gerecht werden wollen. Entwickelt wird eine Theorie des Erzählens, die des ethischen Diskurses bedarf, um ihn besser verlassen und nun von außen kontrollieren zu können. Nur: Von welchem „Außen“ hier ist die Rede?![]()
Hans Peter Hempel
Heideggers Holzwege
160 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4443-4
Hans-Peter Hempel unternimmt in dem hier vorliegenden Buch den Versuch, Heideggers vielfältige Suche („Wege – nicht Werke“) nach einer möglicherweise heute noch verborgenen „Lichtung des Seins“ gedanklich nachzugehen. Sein Versuch gipfelt in der Einsicht, dass erst eine grundlegende Veränderung unserer bisherigen Seh- und Denkweise, die auch vor dem vorherrschenden Paradigma der Industriegesellschaft nicht Halt macht, den bislang vergessenen Weg zeigen wird, – und mitnichten irgendein „Wunder“ (Arendt) oder „Gott“ (Heidegger). Die Gefahr, in der sich die Heidegger-Rezeption gegenwärtig befi ndet, liegt nach Ansicht des Autors einmal in der überdimensional angewachsenen Gesamtausgabe Heideggers, die es namentlich jüngeren Lesern geradezu verunmöglicht, einen Einblick in dieses Werk zu gewinnen (hier hat dankenswerter Weise der Verlag inzwischen eine gewisse Abhilfe dadurch geschaffen, dass er Studienausgaben herausgibt) – und eine inzwischen extrem angewachsene Heidegger-Philologie – um nicht zu sagen: Industrie, die Heideggers „Wege“zu ersticken droht. Dem widersetzt sich der Autor nachdrücklich, indem er den von Heidegger so bezeichneten „Holzwegen“ seine besondere Aufmerksamkeit schenkt. Hans-Peter Hempel will, in bewusster Abkehr von der die gegenwärtige Philosophie erstickenden Philologie, dem Leser diese „Holzwege“ einmal zu gehen, nachdrücklich anempfehlen, d.d. zu „Holzwegen“ verführen, die, wie jeder weiß durchaus plötzlich enden können. Viele gehen ihn dann aus Angst nicht mehr weiter. Hier möchte er bewusst Mut in dem Sinne machen: dass man nicht studiert haben muss, um die hier aufgezeigten „Holzwege“auch einmal wenigstens versuchsweise gehen zu können. Hans-Peter Hempel lehrt Yoga, Politikwissenschaft (insbes. internationale Politik) und Philosophie an der Technischen Universität Berlin.
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Johann Platzer
Autonomie und Lebensende
Reichweite und Grenzen von Patientenverfügungen
380 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4382-6
Jede Diskussion über Patientenverfügungen (PV) muss von der Frage nach einem tragfähigen Menschenbild geleitet werden. Dabei erweisen sich Krankheit und Sterben als dynamische Prozesse, in deren Verlauf sich Einstellungen von Patienten wesentlich ändern können. Menschen verfügen aber auch über langfristige Perspektiven auf ein gutes und geglücktes Leben. Diese Spannung zwischen personaler Identität und Prozess gilt es bei antizipierten Willensentscheidungen besonders zu beachten. Deshalb konzentriert sich die vorliegende Arbeit vor allem auf die Erstellung eines adäquaten Autonomiemodells, und zwar aus ethisch-anthropologischer und theologischer Sicht.
Die Analysen zeigen sowohl den Nutzen als auch die Grenzen von PV: Sie sind einerseits ein wertvolles Refl exions- und Kommunikationsmittel in Bezug auf das eigene Leben und Sterben. Andererseits beschränken gerade gewisse Krankheitsumstände die Selbstbestimmung des Menschen. Vor diesem Hintergrund werden in diesem Buch nicht nur Wege zu einer „sinnvollen“ Errichtung von PV aufgezeigt, sondern auch die Gesetzeslage in Österreich und Deutschland diskutiert.![]()
Transdisziplinäre Alter(n)sstudien.
Gegenstände und Methoden
Herausgegeben von Breinbauer, Ines Maria / Ferring, Dieter / Haller, Miriam / Meyer-Wolters, Hartmut
360 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4343-7
I. M. Breinbauer / D. Ferring/ M. Haller/ H. Meyer-Wolters: Transdisziplinäre Alternsstudien als disziplinäre Ko-Konstruktion. Transdisziplinarität und Altersforschung: Möglichkeiten und Grenzen – D. Ferring: Transdisziplinäre Alternsforschung und Partizipation – I. M. Breinbauer: Vom Nutzen und Nachteil der (transdisziplinären) Alterns-Forschung für das Leben – B. Pichler: Kulturwissenschaftliche Alter(n)sstudien und Transdisziplinarität: Programmatik, Schein, Wirklichkeit – Methodologische Herausforderungen an Alternsstudien – Illustrationen – F. Schulz-Nieswandt / M. Sauer: Qualitative Sozialforschung in der Gerontologie – forschungsstrategische Überlegungen und implizite Anthropologie in der Gegenstandsbestimmung – K. Aner: Professionsforschung und ,sozialpädagogische Alter(n)skultur‘ am Beispiel einer qualitativen Studie – A. Amann: Lebensqualität im Alter – Zwischen Privathaushalt und Pfl egeheim – W. Datler: Die Singstunde. Zum Einsatz von Beobachtungen nach dem Tavistock- Konzept zur Untersuchung der Beziehungsdynamik in Alters- und Pfl egeheimen aus der Perspektive von Psychoanalyse und Bildungswissenschaft – H. Meyer-Wolters: Zugänge zu Alters-Welt-Gestaltungen. Desiderate und transdisziplinäre Perspektiven – B. I. Bandyopadhyay: Design for Aging. Neue Methoden der Designforschung – Inter- und Transdisziplinäre Altersstudien im Kontext von Kulturwissenschaften und Cultural Studies – M. Haller: Aging Studies und Cultural Studies. Interund Transdisziplinarität in kulturwissenschaftlichen Alternsstudien – T. Küpper: Konstruktivismus und Partizipation. Strukturelle Analogien zwischen Ageing Studies und Gender Studies – S. Kampmann: Images of Ageing. Perspektiven einer bildwissenschaftlichen Altersforschung – O. Sanders: Kein Land für alte Männer und gradlinige Geschichten? Transkulturelle Analysen von Filmbildungsprozessen und die Zersetzung von Altersstereotypen im amerikanischen Gegenwartskino – A. Schäfer: Auf der Grenze. Anmerkungen zum Altersverständnis der Dogon (Mali) – C. Schaufl er: Horror senii – eine Angst vor Fremdem. Versuch einer phänomenologischen Irritation
Ines Maria Breinbauer ist Professorin für Allgemeine (Systematische) Pädagogik am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Wien.
Dieter Ferring, Diplom-Psychologe, Universität Luxemburg, Sozial-, Erziehungs- und Geisteswissenschaftliche Fakultät, Direktor der „Integrative Research Unit on Social and Individual Change“; wissenschaftlicher Direktor des Masterstudiengangs in Gerontologie.
Miriam Haller, Geschäftsführerin des Arbeitsbereichs Seniorenstudium der Universität zu Köln, Gründungsmitglied der Kulturwissenschaftlichen Forschungsgruppe Demographischer Wandel (kfdw) sowie des Center for Diversity Studies der Universität zu Köln (CEDIS).
Hartmut Meyer-Wolters, Universität zu Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Institut I für Bildungsphilosophie, Anthropologie und Pädagogik der Lebensspanne, Gründungsmitglied der Kulturwissenschaftlichen Forschungsgruppe Demographischer Wandel (kfdw) sowie des Center for Diversity Studies der Universität zu Köln (CEDIS).![]()
Emil Kieser
Überlegungen zu Giotto, Picasso und Kafka
Arena, Kapelle, Minotaurus-Zyklus, "Der Jäger Gracchus"
Herausgegeben von Stein, Dieter /Stein, Kilian
64 S.+Abb., Br., € 24,80
978-3-8260-4059-7
Das Buch versammelt Texte des Kunsthistorikers Emil Kieser, die bisher nicht zugänglich waren. Wie schon in der vorangegangenen Publikation – „Analysen von Bildern und Plastiken der Moderne: Delvaux, Kandisky, Klee, Mondrian, Moore, Picasso“ bei Königshausen & Neumann – analysiert der Autor die einzelnen Werke präzise und mit Sensibilität für ihre besonderen ästhetischen Qualitäten. Er stellt sie in ihren jeweiligen historischen Kontext, so die Fresken Giottos in den Zusammenhang der sie ästhetisch und in ihrer Weltsicht prägenden gesellschafltichen Umwälzung durch die frühbürgerliche Revolution in den italienischen Städten.
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Benjamin - Agamben
Politik, Messianismus, Kabbala Politics, Messianism, Kabbalah
272 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4436-6
B. Witte: Vorwort - V. Liska: Messianism and the Law - V. Borsò: Zu den Zukunftsperspektiven der Schriften von Giorgio Agamben - I - B. Witte: Über einige Motive bei Giorgio Agamben - V. Borsò: Benjamin - Agamben. Biopolitik und Gesten des Lebens - B. Groys: Unsterbliche Körper, oder die materialistische Metanoia - E. Geulen: Agambens Politik der Nicht- Beziehung - K. Solibakke: Geschichte als Trauerspiel in Schillers Wallenstein-Trilogie: Benjamin und Agamben - F. O. Wolff: Giorgio Agamben und Walter Benjamin. Eine Rede zur 'Logik der Rettung' mit einer Untersuchung zum 'Souveränismus' - C. Morgenroth: Benjamin - Agamben. Politik des Posthistoire - II - V. Liska: The Messiah before the Law. Giorgio Agamben, Walter Benjamin and Kafka - M. Idel: "Torah Hadashah" - Messiah and the New Torah in Jewish Mysticism and Modern Scholarship - T. Eisenberg: Neither Christ nor Barbarossa: Heinrich Heine's "Messiah in Golden Chains" - S. Weigel: "In ungeheuren Fällen" - Benjamin's "Critique of Violence" and Constitutional Law - M. Brumlik: Postmodern Views of the Founder of Christianity - L. De Cauter: The Tyrant as Messiah. The Role of Messianism and Antinomianism in Neoconservative Ideology![]()
Aufklärung in Geschichte und Gegenwart
Herausgegeben von Richard Faber und Brunhilde Wehinger
272 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4365-9
Einleitung – I. Antike und moderne Aufklärung – R. Faber: Streit um die Humanität. Polyphonie und Kakophonie des Aufklärungszeitalters – H. Brunkhorst: Klassischer und moderner Humanismus. Die Rolle der Intellektuellen in Europa – J. Trabant: Verba obstrepunt: Sprache und Aufklärung – H. Cancik-Lindemaier: „Aus so großer Finsternis ein so helles Licht.“ Antike und Aufklärung – A. U. Sommer: Skepsis und Aufklärung: Der Fall des historischen Pyrrhonismus – II. Aufklärung im langen 18. Jahrhundert – C. Kersting: Ambivalenzen der Aufklärung am Beispiel weiblicher Bildung – B. Wehinger: Voltaires Lettres philosophiques – ein Manifest der Aufklärung – H. Pfeiffer: Radikale Politik. Rousseau und die Aporien der Aufklärung – P. Jehle: Zivile Helden. Zur Theaterkultur der spanischen Aufklärung – M. Voigts: Heinrich Friedrich Diez (1751– 1817). Kanzleydirektor, Freygeist und Freund der Juden – G. Bee: Aufklärerische Prägung und gegenaufklärerische Nutzung. Vermeintliche Neuentdeckungen und alte Defi zite der Hebel-Forschung – III. Kritik der Aufklärung – C. Schulte: Was heißt aufklären? Zur Aktualität von Moses Mendelssohns Aufklärungsverständnis – W. Jaeschke: Aufklärung Gegen Aufklärung. Friedrich Heinrich Jacobis Kampf gegen die Herrschaft der Vernunft – C. Heinrich: Über Wahrheit und Lüge des kategorischen Imperativs. Eine Kant-KritikRichard Faber ist Privatdozent für Soziologie (der Literatur) an der FU Berlin. Brunhilde Wehinger ist apl. Prof. am Institut für Künste von Medien an der Universität Potsdam.
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Traumwissen und Traumpoetik
in Frankreich, Italien und Deutschland seit 1800
Herausgegeben von Susanne Goumegou und Marie Guthmüller
400 S., Br., € 49,00
978-3-8260-4346-8
S.Goumegou / M. Guthmüller: Einleitung – H. Brohm: Traumdenken und Bildermaschinen. Eine kurze Geschichte der optischen Medien zwischen Étienne-Gaspard Robertson und Georges Meliès – C. J. Bischoff: Die Hieroglyphen des Traums. Zur Poetik des Traums in den Prosagedichten Baudelaires – D. Stöferle: Dämonen, Halluzinationen und der Traum der Erkenntnis. Flauberts Tentation de saint Antoine – I. Baumann: Rêve‘ und ‚rêverie‘. Zwei Typen der lyrischen Imagination (illustriert und problematisiert anhand einiger Illuminations Arthur Rimbauds) – J. Carroy: Traumberichte zwischen Wissenschaft und Literatur im 19. Jahrhundert in Frankreich – D. Scholler: Sperellis Hauptstadttraum. Rom als pseudosakrale Schaubühne in D‘Annunzios Roman „Il Piacere“ – M. Guthmüller: Con gli occhi chiusi – zu einer Ästhetik des Traums in der italienischen Moderne – S. Janßen: «Autre chose que du Freud»? Paul Valérys Traumtheorie im Kontext psychologischer Ansätze des frühen 20. Jahrhunderts – L. Schneider: Die Schrift und das Unbewußte: zur (Traum-) Poetik André Bretons – M. Engel: Vom literarischen Traum zu traumhaften Schreibweisen: Zur Oneiropoetik der Moderne – S. Kaul: Traumkomik. Zu Kafka und Polanski – S. Goumegou: Kafkaesk oder surrealistisch? Modelle von Traumhaftigkeit im 20. Jahrhundert (Artaud – Caillois – Bonnefoy) – H. Pfeiffer: Henri Michaux. Die Droge und der Traum – C. Solte-Gresser: „Alptraum mit Aufschub“. Ansätze zur Analyse literarischer Traumerzählungen – A. Nickenig: Der Traum als poetologisches Verfahren der Irrealisierung in Texten über die Shoah – H.-W. Schmidt-Hannisa: Bilder des Lebens. Träume in den Tagebüchern Ernst Jüngers – S. Waelti: Pierre Klossowski, der Souffl eur der Träume – R. Ceserani: Calvinos unsichtbare Träume – F. Bravi: Zwischen Physiologie und Philologie. Zur literarischen Darstellung von Träumen im Roman. Ein Beispiel aus Aracoeli von Elsa Morante – B. Kuhn: „essere reale al di fuori del reale“. Traumpoetik und ‚Wirklichkeit‘ im Werk Antonio Tabucchis – B. Heymann: Traum – Szene – Schrift. Zur Poetik des Traums bei Hélène Cixous.![]()
Bauhaus and the City
A contest heritage for a challenging future
280 S., Br., € 34,80
978-3-8260-4386-4
Rereading Bauhaus - S. Parker: Building stories: Bauhaus and the narrative of modernity - M. Miles: The Wreck of Hope: Criticality as Salvage - G. Gilloch: Critical Theory and Bauhaus Re_Reading - S. de Rudder: The Bauhaus and the city as white spot: How Gropius lost his reputation on the streets of New York - N. Huber: Tracing Transdisciplinary Research: Urban Laboratories from Weimar to the American West - F. Eckardt: Bauhaus and the "New Frankfurt": Limited opportunities, limited concepts - J. Clammer: Asia coming to Bauhaus: an untold story - Rereading the City - L. Marcus: The syntax of space - J. R. Short: Liquid Cities: Understanding the Urban Postmodern - M. Breicocoli: The infl ux of the neo-liberal city - L. Nyka: Transforming Public Urbanism - M. Vaattovaara: How develop sustainable urban regeneration process? - M. Cremaschi: New neighbourhoods in Europe - M. Lopez: Participatory Planning in Confl ict: the Case Study of Medellin, Colombia - K. Ifesanya / F. Adedeji: Lagos African cities beyond chaos - J. P. Costa / M. M. Mendes: Urban and social contemporary dynamics in Lisbon municipality![]()
Patrick Zoll
Ethik ohne Letztbegründung?
Zu den nicht-fundamentalistischen Ansätzen von Alasdair MacIntyre und Jeffrey Stout
120 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4353-6
Dieses Buch stellt mit Alasdair MacIntyres After virtue und Jeffrey Stouts Ethics after Babel zwei grundlegende Werke der anglo-amerikanischen Moralphilosophie vor. Beide Autoren behaupten, dass wir moralische Konfl ikte nicht lösen können, weil unsere liberale Gesellschaft von einem Ethikmodell ausgeht, das auf falschen erkenntnistheoretischen Voraussetzungen fußt. Der Fehler eines liberalen Ethikansatzes liegt ihrer Ansicht nach darin, dass er versucht, diese Konfl ikte durch eine Letztbegründung ethischer Prinzipien zu lösen. Im Gegensatz zu einem solchen „fundamentalistischen“ Modell der Ethikbegründung argumentieren Stout und MacIntyre, dass die Rechtfertigung von Normen vom jeweiligen sozialen und kulturellen Kontext abhängig ist. Sie weisen nach, dass dies aber nicht zu einem umfassenden Relativismus führen muss. Während MacIntyre davon ausgeht, dass eine derartige „nicht-fundamentalistische“ Ethikbegründung einen gleichzeitigen Bruch mit dem Liberalismus erfordert, zeigt Stout hingegen, dass eine kontextualistische Neubegründung der Moral gelingen kann, wenn man den Liberalismus selbst als moralische Tradition reinterpretiert. Nach einer Kritik an den „nicht-fundamentalistischen“ Ansätzen MacIntyres und Stouts wird am Ende des Buches dargestellt, dass sich ihre Schwächen durch eine Kombination korrigieren lassen.![]()
Martina Feurer
Psychoanalytische Theorien des Denkens
S. Freud – D. W. Winnicott – P. Aulagnier – W. Bion – A. Green
140 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4367-3
Die vorliegende Arbeit untersucht die Theorien ausgewählter Psychoanalytiker, die sich mit dem Denken befasst haben. Sie spannt einen Bogen von den Grundzügen einer Theorie des Denkens bei S. Freud (erstes Kapitel) bis zu A. Greens Theorie der Tertiärprozesse (sechstes Kapitel). Im zweiten Kapitel wird D. W. Winnicotts paradoxe Theorie der Denkentstehung untersucht: das Baby braucht zugleich eine vollkommene Umwelt und deren Versagen, damit seine geistige Aktivität in Gang kommt. Mit P. Aulagniers These eines originären Denkprozesses, der dem primär- und sekundärprozesshaften Denken vorausgeht, setzt sich das dritte Kapitel auseinander. W.R. Bion – dem psychoanalytischen Theoretiker des Denkens – sind zwei Kapitel gewidmet. Das vierte Kapitel untersucht Bions Theorie der Denkentstehung aus der projektiven Identifi zierung und seine These vom Oszillieren des Denkens zwischen paranoid- schizoider und depressiver Position. Im fünften Kapitel wird Bions Spätwerk dargestellt, in dem er den Bedingungen lebenslangen geistigen Wachstums nachgeht. Abschließend werden die verschiedenen Theorien in ihren zentralen Aussagen zusammengefasst und miteinander verglichen, um ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. Martina Feurer studierte Psychologie an der FU Berlin. Sie ist Psychoanalytikerin in eigener Praxis in Freiburg. Mit der vorliegenden Arbeit promovierte sie an der Universität Kassel.![]()
Byzantinus, Anonaymus
Lebenslehre in drei Dialogen
Griechischer Text: Hermodotos. Musokles. Hermippos.
Einleitung, Übersetzung und Anmerkungen von Otto und Eva Schönberger
268 S., Br., € 44,00
978-3-8260-4203-4
Die hier vorgelegten drei Dialoge wurden erst im 20. Jahrhundert richtig herausgegeben und bekannt. Sie sind vermutlich das zusammenhängend gedachte Werk eines Byzantiners aus dem 14. Jahrhundert n. Chr., der in drei Anläufen seinen Lesern die Kunst des wahren Lebens vermitteln wollte. Dies tat er so, daß er auf dem Grunde antiker, besonders platonischer und neuplatonischer Gedanken den Umgang mit Leib, Wissenschaft und Schicksal lehren und so ein moralisch-enzyklopädisches Bildungsbuch schaffen wollte. Der Umgang mit dem Schicksal wird im letzten Dialog besonders breit ausgeführt und dabei die Stellung des Menschen zur damals herrschenden Astrologie näher definiert. Auch christliches Gedankengut findet dabei Eingang.![]()
Brosig, Maria
"Es ist ein Experiment"
Traditionsbildung in der DDR-Literatur anhand von Brigitte Reimanns Roman "Franziska Linkerhand"
300 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4379-6
Brigitte Reimann (1933-1973) gehört zu den Projektionsgestalten der Literaturgeschichte, weil ihr exzessives Leben die Legende vom Künstler zu beglaubigen scheint. Teil dieser Legende ist das Romanexperiment "Franziska Linkerhand" (1974), mit dem sich Reimann in der DDR-Literatur zu positionieren suchte. Die vorliegende Studie hinterfragt, was die aktuelle Konjunktur von Autorin und Werk nahe legt: Reimanns "Sitzplatz" (Siegfried Lenz) in der DDR-Literatur. Wie behauptet sich ihr Fragment gegenüber Traditionen und Normen, die sich im Laufe seiner Entstehungszeit zu wandeln beginnen? Die Untersuchung beschränkt sich nicht auf das einzelne Werk, sondern verbindet sich mit Fragen nach der Genese von DDR-Literatur. Indem die Verfasserin den Roman in seinem Umfeld verortet, wird er als Schnittpunkt typischer und zugleich umbrechender Strukturen und Sinnbildungsmodelle lesbar. Sie profiliert Reimanns Position und zeigt, wie sich Merkmale der DDR-Literatur im Zugriff auf einschlägige Traditionen herausbilden und dabei Kanonisierungs- und Wandlungseffekte bewirken.![]()
Künstler und der Tod
Testamente europäischer Künstler vom Spätmittelalter bis zum 20. Jahrhundert
304 S., Br., 48,00
978-3-8260-4429-8
Juristen und Historiker, auch Theologen und Sozialwissenschaftler haben Testamente längst als wertvolle Quellen der Rechts- und Wirtschaftsgeschichte erkannt und ausgewertet. Künstlertestamente dagegen wurden von der Kunst- und Kulturgeschichtsforschung bisher nicht als Quellentypus "entdeckt" und in größerem synthetischem Zusammenhang untersucht. In diese virulente Forschungslücke stößt der Sammelband mit 16 Beiträgen zu ausgewählten Testamenten europäischer Künstler vom ausgehenden Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Die Analyse dieser Künstlertestamente bietet überraschend neue und intime Einblicke in die professionelle und private Welt der Künstler. Das Streben, sich ewigen Nachruhm zu sichern und sich sichtbar und auf nachhaltige Weise in der Welt zu verankern, spiegelt sich in ihnen. Als letzte Verfügungen geben Testamente, Kodizille und Inventare meist nicht nur Aufschluss über die Besitzverhältnisse der Künstler und ihrer Vorsorge für die Hinterbliebenen, sondern auch über ihr Verständnis von Seelenheil und sozialem Status. Deutlich zeichnet sich über die Jahrhunderte ein tiefgreifender Wandel von Memorialkonzepten und Formen des Künstlerselbstverständnisses bzw. der Künstlerrepräsentation ab. Die zu einem großen Teil erstmals publizierten und interpretierten Künstlertestamente sind oft von unschätzbarem Wert, eröffnen sie doch Möglichkeiten zur Rekonstruktion von Künstlernachlässen und Auffi ndung bekannter und unbekannter oder verschollen geglaubter Werke. Einer Einführung in das Thema und Darlegung des Forschungsstandes schließen sich drei Sektionen an: Spätmittelalter und Renaissance, Barockzeit sowie das 19. und 20. Jahrhundert. Den Auftakt bilden zwei italienische Künstler des 15. Jahrhunderts, ihnen folgen der Miniaturist und Farnese- Protégé Giulio Clovio, der "kleine Michelangelo", sowie Jacopo Tintoretto und seine Familienangehörigen. Ein Bogen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert wird mit den Testamenten mehrerer nordalpiner, v.a. deutscher Künstler geschlagen: Fokussiert werden der Maler Albrecht Altdorfer, der Maler und Zeichner Marten van Heemskerck sowie der Maler- und Sammlerfürst Peter Paul Rubens, der Maler und Kunsttheoretiker Joachim von Sandrart, der Marées-Schülers Karl von Pidoll, der Maler und Architekt Karl Friedrich Schinkel und schließlich die Bildhauer Max Klinger, Georg Kolbe und Georg Wrba. Mit dem Band wird die Basis für ein neues Forschungsfeld gelegt, denn die Geschichte des Künstlertestaments ist noch zu schreiben.![]()
Ebeling, Hans
Der Satz vom Abgrund
40 S., Br., € 12,80
978-3-8260-4345-1
Es ist Zeit, den Satz vom Grunde bei Leibniz, Kant, Schopenhauer, Heidegger anders einzubetten. Denn es dominiert seit langem der Satz vom Abgrund. 1. Teil: Der Satz vom Abgrund - (A) Das Nichts - (B) Die Verneinung - (C) Die Vernichtung - 2. Teil: Der Satz vom Grunde - (A) Das Eine - (B) Die Bejahung - (C) die Vereinigung![]()
From Imperial Museum to Communication Centre?
On the New Role of Museums as Mediators between Science and Non-Western Societies
240 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4342-0
U. Lehmkuhl: Welcoming Address - Introduction by the editors - In Dialogue: Egypt - Berlin - I. Abdulfattah: Title: Antiquities Museums and the Shaping of Egyptian Cultural Identity - O. Abdel Meguid: Museums, Culture and Sustainable Development - N. Tomoum: The Coptic Museum in Old Cairo - Egypt's Christian Heritage - A New Policy for Egypt's Museums - S. Kamel: Coming back from Egypt. Working on Exhibitions and Audience Development in Museums Today - C. Gerbich: Whom are they Talking to? Egyptian Museums and their Visitors - S. Weber: Collective Memory and Cultural Storage. Tasks and Opportunities for the Museum of Islamic Art in the Pergamon Museum - In Dialogue: North America - Berlin - S. Inglis: The "Other" and Ourselves: the Deconstruction of Distance - M. Wheeler: The Navajo Nation Museum. A Navajo Way of Researching and Presenting Culture - P. Bolz: Ethnic Art or Fine Art? Twenty Years of Collecting Native American Art for the Ethnological Museum Berlin - R. Hatoum: Musealizing Dialogue - In Dialogue: India - Berlin - K. Kumar Chakravarty: The Living Museum Movement in India - From Heritage Interpretation to Heritage Action - G. Devy: The Song of Orpheus. Refl ections on the Museum of Voice - V. Bhatt: Some Biographical Memories on the Museum of Mankind - K. Kumar Chakravarty: Collecting -Documenting - Mediating and Reinventing Cognitive Categories of Indigenous Cultures in India - L.-C. Koch: New Forms of Representation and Documentation of Asian Cultures with Special Reference to Music - L. Guzy: After Museum - On Museums and De-Musealisation in India![]()
Stemmle, Rolf
Rigoletto - La Traviata - Aida
Giuseppe Verdis große Opern eingängig erzählt
120 S., Br., € 10,00
978-3-8260-4419-9
In den großen Schöpfungen des Musiktheaters werden gute Geschichten erzählt. Das gilt für die Opern von Gluck und Mozart ebenso wie für die Werke von Wagner, Strauss und Berg. Giuseppe Verdi hat wundervolle Musik geschrieben, aber auch er wusste, weshalb er besonderen Wert auf eine kraftvolle Handlung legte. Seine Librettisten mussten lange an den Texten feilen, bis er sich damit zufrieden gab. Rolf Stemmle hat bereits die Handlungen der Bühnenwerke Richard Wagners zu spannenden Erzählungen umgestaltet. Nun legt er einen Band mit drei Verdi-Opern vor: Rigoletto, La Traviata und Aida. Außenseiter der Gesellschaft sowie Liebespaare, deren Verbindung nicht in ihre Umwelt passt, kämpfen darin um ihre Rechte. Die Geschichten, in deren Mittelpunkt diese Charaktere stehen, sind berührend und zeitkritisch zugleich, sie führen durch leidenschaftliche Szenen und dramatische Auseinandersetzungen. Es wäre schade, würde man die Geschehnisse nur als bloße Anlässe für Verdis Musik wahrnehmen. Die Erzählungen bieten die Gelegenheit, die Handlungen in ihrer Vielfältigkeit und Tiefe als eigenständige Schöpfungen kennenzulernen.![]()
Esterbauer, Erik
Eine Zone des Klangs und der Stille
Luigi Nonos Orchesterstück 2°) No hay caminos, hay que caminar... Andrej Tarkowskij
220 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4419-9
Vor dem Hintergrund der musikalischen und ästhetischen Grundlagen der späten Werke Luigi Nonos entwirft Erik Esterbauer ein umfassendes Bild von Nonos letztem Orchesterwerk No hay caminos, hay que caminar ... Andrej Tarkowskij. Die Charakteristika und Entwicklungen des Spätwerks von Luigi Nono, insbesondere der Kontext der Caminantes-Trilogie, die sowohl musikalisch als auch philosophisch speziell die Thematik des Wanderers (caminante) betreffen, stellen die Basis für Nonos Beschäftigung mit Andrej Tarkowskij dar, dessen Tod Ausgangspunkt für die Komposition war. Detaillierte musikwissenschaftliche Analysen unter Einbeziehung des umfangreichen Skizzenmaterials aus dem Archivio Luigi Nono in Venedig und ein vergleichendes Vorgehen decken die vielfältigen Bezüge zwischen Nonos Kompositionsprozess und Tarkowskijs filmischer Darstellungskunst auf. Trotz der Tatsache, dass sich Nono und Tarkowskij nicht persönlich kannten, verweist der Autor auf eine Vielzahl von thematischen und künstlerischen Kongruenzen zwischen den beiden Künstlern.![]()
Felsner, Marcus
Rococo
Mozarts Così fan tutte und die Kultur des 18. Jahrhunderts
276 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4411-3
Europa von 1700 bis 1750: Inmitten einer gefühllosen, gewalttätigen Umwelt entdecken die Menschen eine künstliche Nebenwelt, die regiert wird von Anmut, Manieren und schönem Sprechen. Eine länderübergreifende Festgesellschaft erfi ndet sich in Zentren wie Paris, Dresden und Venedig einen neuen Stil des Vergnügens - Rokoko. Spiel und Täuschung, Intelligenz, Coolness und Distanz prägen den Beginn eines neuen Kunstverständnisses, das Europa von Grund auf verändern wird. Voltaire und Diderot, Watteau, Boucher und Fragonard, Couperin und die Bachsöhne stehen für einen neuen Anspruch der Kunst. Marcus Felsners eleganter Essay erweckt eine missverstandene Epoche zu neuem Leben. Ausgehend von Mozarts umstrittenstem Werk, der Skandal- Oper Così fan tutte, die als äußerer Rahmen dient, breitet diese Studie eine kleine Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts aus, die in Porträts wichtiger Künstler und Analysen gesellschaftlicher Strömungen Verständnis für die Grundlagen weckt, aus denen sich schließlich der "absoluteste Musiker" Mozart den Stoff für sein problematisches Musiktheaterstück wählt. Von Watteaus berühmtestem Gemälde Einschiffung nach Kythera zur Così fan tutte wird so ein spannend erzählter Bogen sichtbar.![]()
Musik als Wille und Welt
Schopenhauers Philosophie der Musik
250 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4423-6
G. Zöller: Die Musik als Wille und Vorstellung - D. A. Schmicking: "Tanzmusik in Moll scheint das Verfehlen des kleinlichen Glückes" - Hätte (der Willensmetaphysiker) Schopenhauer den Blues geschätzt? - F. Crocetti: Instrumental Music as Universal Language: Observations from Schopenhauer's Notes and Letters - G. Mohr: Schopenhauer und Mahler - S. Grätzel: Musikalische Ethik bei Schopenhauer und Wagner - S. Atzert: Musik und Freiheit vom Willen? Zum reinen Subjekt des Erkennens und der Empfi ndung beim Musikhören - S. L. Sorgner: Die besondere ethische Bedeutung von Musik in Schopenhauers Philosophie - L. Lütkehaus: Der Wille als Welt und Musik. Arthur Schopenhauers Musikphilosophie - Y. Nilges: Synthetische Sätze a priori: Schopenhauer und der Ring, der nie ge(k)lungen - C.-A. Scheier: Zwischen Abgrund und Phonozentrismus. Orte der Musik bei Schopenhauer, Nietzsche, Adorno und Derrida - Y. Kamata: Parsifal - Mitleid in der neuzeitlichen Gesellschaft - H. Reinhardt: Erlösungsästhetik: Richard Wagners "Parsifal" und die Religionskrise des 19. Jahrhunderts - L. Abbatino: "Ich, Schopenhauer, bleibe Mozart und Rossini treu" Ein Konzert für Schopenhauer - G. Busch- Salmen: "ein Gott- und Welt-Verneiner [...] der Flöte bläst [...] ist das eigentlich - ein Pessimist?" die Flöten in Schopenhauers Nachlaß![]()
Gottschlich, Max
Auf der Suche nach dem Logos der Musik
Eine Kritik der Tonalitätsbegründung bei Ansermet
288 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4398-7
Philosophisch relevante Auseinandersetzungen mit Musik, die aufzuschließen vermögen, wie und unter welchen Voraussetzungen das Element der Empfi ndung schönheitsfähig ist, fi nden sich kaum. Ernest Ansermets Die Grundlagen der Musik im menschlichen Bewusstsein (1961) ist zweifellos eine solche. Ansermets zentrales Anliegen ist Begründung der Tonalität. Worin gründet die "natürlich" erscheinende - und zugleich im 20. Jahrhundert als überholt angesehene - tonale Syntax? Wodurch unterscheidet sich diese von nachtonalen Formen? Ansermet unternimmt angesichts der musikalischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts eine großangelegte Apologie der Tonalität. In dieser soll aufgezeigt werden, dass die tonale Form des musikalischen Materials im "menschlichen Bewusstsein" fundiert ist. Dabei gelangt er letztlich zu der Auffassung, dass die tonale Form der Tonhöhen- und Tondauergestaltung als Selbstvergegenständlichung des Menschen zu fassen sei. Die vorliegende Untersuchung unternimmt es, Ansermets Grundansatz und dessen Voraussetzungen sowie auch die - durchaus disparaten - Durchführungsbestimmungen in der Weise eines kritischen Kommentars zu bedenken.![]()
Jan Patocka - Klaus Schaller - Dimitrij Tschizewskij
Philosophische Korrespondenz 1936-1977
150 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4317-8
Die Briefe, die der tschechische Philosoph Jan Patocka (1907-1977) mit dem aus der Ukraine gebürtigen Slawisten, Philosophen und Kulturwissenschaftler Dmitrij Tschizewskij (1894-1977) sowie später dem deutschen Pädagogen und Comenius- Forscher Klaus Schaller (geb. 1925) gewechselt hat, stellen einzigartige Dokumente dar. Vor dem Hintergrund der politischen Umwälzungen in der Tschechoslowakei, beginnend mit den dreißiger bis hin zu den siebziger Jahren, veranschaulichen sie insbesondere, wie Gedanken des tschechischen Philosophen und Pädagogen Johan Amos Comenius (1592-1670) für die zeitgenössische Pädagogik fruchtbar gemacht werden können. Diese Dokumente sind jedoch nicht nur für die comeniologische sowie zeitgeschichtliche Forschung von hohem Wert. Sie geben auch Einsicht in Patockas persönliche Haltung, die er bezüglich den Standpunkten von Philosophen wie Husserl oder Heidegger eingenommen hat.![]()
Leyk, Manja
Von mir aus... Bewegter Leib - Flüchtiger Raum
Studie über den architektonischen Bewegungsraum
280 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4375-8
Die urbane Choreographie ist - trotz belegbarer philosophischer Überlegungen, künstlerischer Positionen und architektonischer, auf Performanz bezogener Entwürfe - ein noch ungeschriebenes Kapitel in der Geschichte des Bauens. Sie lässt sich nicht mit den etablierten Begriffen entwickeln. "Von mir aus...", das ist wortwörtlich zu verstehen, denn das körperliche Volumen allein klärt nicht ausreichend das menschliche Verhältnis zum gebauten Raum. Raum von der Perspektive des Leibes aus erkennen zu wollen, ist ein Bruch mit klassischen Ansätzen. Bisher ist Bewegung immer als in einem bereits vorhandenen Raum mögliche gedacht worden. Aufgrund ihrer Flüchtigkeit ist sie nicht als Voraussetzung desselben erkannt worden. Immer das vermeintlich Stete war Basis des Unsteten. Dass Raum selbst fl üchtig sein kann, schließt eine neuartige Auffassung des Begriffs mit ein. Der Perspektivwechsel vollzieht sich vom gebauten Umraum zur Konstitution von Bewegungsraum. Das ist als kontinuierlicher Prozess zu verstehen. Es bleibt kein manifester Raum, der für andere nutzbar ist. Was bleibt ist eine räumliche Erinnerung, eingespeichert im Bewegungsarchiv des Einzelnen und abrufbar für jedes vergleichbare architektonische Gefüge.![]()
Schubumkehr!
Rückbau als Vision
128 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4356-7
Ausgangspunkt der Beiträge dieses Bandes unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen im Schnittpunkt zur Öffentlichkeit war die Finanzkrise 2008/ 2009 und die daraus resultierende Frage, wie Rückbau als Vision gedacht werden kann. "Schubumkehr" ruft das Bild einer kraftvollen Verzögerung herbei, die in der Folge eine grundlegende Richtungsänderung einleiten kann. Wie kann eine Gesellschaft gedacht werden, die sich vom Fetisch des mate riellen Wachstums verabschiedet? Wie eine, die in der Lage ist, Ressourcen aus kömmlich aufzuteilen - gerade dann, wenn sie spärlicher werden? Wie können Werte geschätzt werden, die nicht nur an mir selbst Maß nehmen? Und vor allem: Ist es überhaupt vorstellbar, die überschießenden Eigenläufi gkeiten glo baler Märkte an ein solches Wertmaß zu binden? Wie kann ein Rückbau gedacht werden, bei dem nicht das Gefühl des Verlusts alles über schattet? Wie können derartige Modelle des Rückbaus konkret aussehen?![]()
Viana, Wellistony C
Das Prinzip Verantwortung von Hans Jonas aus der Perspektive
des objektiven Idealismus der Intersubjektivität von Vittorio Hösle
252 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4361-1
Kaum ein philosophisches Problem zieht heutzutage das Interesse der Forscher so an, wie die theoretische Begründung einer Zukunftsethik. Hans Jonas ist in diesem Kontext einer der wenigen Philosophen, der die "alte" Verbindung zwischen Ontologie und Ethik als Lösung für das "ethische Vakuum" unserer Zeit wieder herzustellen versucht. Die Wiederbelebung einer Naturphilosophie nach Kant enthüllt sich deswegen als eine von Jonas größten Leistungen. Die "Rückkehr zur Natur" als Lösung der ethischen Krise entspricht aber nicht ganz dem Zeitgeist. Die Errungenschaften der modernen und gegenwärtigen Philosophie, wie die Subjektivität und Intersubjektivität, werden von Jonas übersehen. Das vorliegende Buch versucht, diesen Mangel zu erfüllen, indem Vittorio Hösles objektiver Idealismus der Intersubjektivität Jonas als Ergänzungstheorie vorgeschlagen wird. Dabei wird das Prinzip Verantwortung aus Hösles Perspektive des objektiven Idealismus interpretiert und ergänzt. Damit kritisiert der Autor den Dialogversuch Dietrich Böhlers, zwischen Jonas und der Transzendentalpragmatik zu vermitteln. Böhler aktualisiert zwar Jonas Philosophie durch die Diskursethik, ignoriert aber gleichzeitig dessen Naturphilosophie als echte Begründung einer Zukunftsethik.![]()
Von Häusern und Menschen
Literarische und filmische Diskurse über das Haus im 19. und 20. Jahrhundert
330 S., Br., € 40,00
978-3-8260-4348-2
1 Poetologische Aspekte des Hauses in Literatur und Film - S. Kleinert: Das Haus im italienischen Verismus als geschichtlicher Raum und Gendertopographie - A. Keilhauer: Umzüge im naturalistischen Roman - D. Bengsch: "L'entrée est ici": Der erzählpoetische Diskurs des Hauses in Aminadab von Maurice Blanchot - M. Neuhofer: Zur Poetik des Hauses im Eheroman bei Gustave Flaubert, Danièle Sallenvave und Natalia Ginzburg - 2 Architektur und Inszenierung des Hauses - O. Müller: Gothic Combourg? Der Schauerroman und das unheimliche Haus des Vaters in Chateaubriands Mémoires d'Outre-Tombe - A. Scholler-Schärf: Das dekadente Haus als antibürgerlicher Raum - theatrale Häuslichkeit bei Emile Zola, Gabriele D'Annunzio und Joris-Karl Huysmans - T. Amos: Die Architektur des Magischen Realismus in Buzzatis Il deserto dei Tartari - E. Tiller: Bagheria: Dacia Marainis Behausung autobiographischer Refl exion und fi ktionaler Genealogisierung - 3 Haus, Familie, Identität - M. Albert: Das Haus als Ort von Identität, Geschichte und Heimat: Pierre Bergounioux' La maison rose - H. Ehrlicher: Tote im spanischen Haus: Unheimliche Familienkonstellationen im spanischen Film vor und nach Franco - R. Lagabrielle: Queering the house. Haus und Begehren im Film Crustacés et coquillages (Olivier Ducastel und Jacques Martineau, 2005) - J. E. Fortin: Das Haus in den Romanen von Tanguy Viel und Salvatore Mannuzzu - 4 (Ab-)geschlossenheit und Begrenzungen im Haus - K. van der Meer: Künstliche Früchte und Winterkartoffeln. Ein Blick in die veristischen Wohnwelten von Neera, La Marchesa Colombi und Matilde Serao - V. E. Gerling: Privater und öffentlicher Raum als Leitmotive im Film Madame Bovary von Jean Renoir - A.-B. Binder: Weibliche Identität im geschlossenen Raum: Mutter-Tochter- Beziehungen in Lorcas La casa de Bernarda Alba und ihre literarischen Verarbeitungen von La virgen roja - G. Febel: Innen- und Außenräume bei Nina Bouraoui, Marie Ndjaye, Faou Diome, Miriam Warner-Veyra und anderen frankophonen Autorinnen der Gegenwart - 5 Formen von Unbehaustheit - F. Estelmann: Nostalgisches Nomadentum: Metaphern des Behausten und des Unbehausten im Erzählwerk Isabelle Eberhardts - M. Stemberger: Die Häuser der Unbehausten: Raum und Identität bei Irène Némirovsky - K. Ackermann: Das Haus als Ort der Verlusterfahrung und Gewaltphantasie bei Blaise Cendrars - S. Winter: Fester Wohnsitz, lose Bindung. Zu Mathieu Lindons Roman Chez qui habitons-nous?![]()
American Cultural Icons
450 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4421-2
G. Leypoldt: Introduction - A. Literary and Cultural Icons - C. Spahr: Fashioned Saints: Anne Bradstreet's Literary Genealogy - B. Engler: American Literary Nationalism and the Cultural Politics of 'De-Nationalizing' Shakespeare - A. Alliston / P. Schirmeister: From the Popular to the Exemplary: James Fenimore Cooper's Reception at Home and Abroad - R. S. Levine: Frederick Douglass's Iconic "Little Book" - K. Benesch: Where I Lived, and What I Lived For? Thoreau's Platial Iconicity - D. Schulz: Ralph Waldo Emerson: The Infi del as National Saint - W. Grünzweig: The Iconic Whitman: Americanness and the Global Culture - M. A. Snyder-Körber: Sexual/ Textual Iconicity: From Henry James to Master, Queer, and Other Jameses - I. Klaiber: Making Black Icons: Pauline E. Hopkins' "Famous Men of the Negro Race" - G. Hurm: Acting Authentic: James Dean, Rebellion, and Post- War Negotiations of an American Icon - N. Gernalzick: 'Iconizing' - Madonna Ciccone and Performance Art - S. Duda: Andy Warhol - Sequences of an Icon - P. Löffl er: The Trouble with Ethnicity: Iconizing the "Negro" Artist Miles Davis - B. Political Icons and Founder Figures - R. Bauer: Squanto: The Indian Orphan and the Mythology of American Beginnings - J. Stievermann: Lavish Images of Victimry: Terrence Malick's The New World and the Pocahontas-Iconography - K. Fitz: The Personifi cation of the Minuteman: George Washington and Israel Putnam as Iconic Yeoman Farmers/ Minutemen in the Antebellum U.S. - F. Obenland: Napoleon in America: Political Iconicity in the Early Republic - O. Scheiding: he Indian Chief as Federalist Icon: Washington Irving's Refigurations of Philip of Pokanoket - K. Müller: Abraham Lincoln: The Emergence, Appropriation, and Contestation of an American Icon - A. Franke: The Janus-Faced Iconography of Billy the Kid - D. S. Reynolds: Oliver Cromwell as an American Cultural Icon: Transcendentalism, John Brown, and the Civil War - M. Fritsch: Of Martyrs, Meteors, and the Millennium: John Brown's Iconicity in Nineteenth-Century America - W. Fluck: The Fallen Hero: John F. Kennedy in Cultural Perspective![]()
Anton Marty
Deskriptive Psychologie
320 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4422-9
Das Buch enthält die Edition von Anton Martys Vorlesungen zur Deskriptiven Psychologie, die er in Prag im Wintersemester 1894/ 95 hielt. Als Grundlage für die Edition gilt die vom damaligen Jura-Studenten Alfred Kastil, dem späteren Enkelschüler und Herausgeber der Werke Brentanos, angefertigte Mitschrift. Anton Martys Lebensaufgabe war die Entwicklung einer organischen Sprachphilosophie, die aus dem Boden der Brentano'schen Philosophie erwächst - in einer treffenden Metapher wurde Marty als Brentanos "Minister für sprachliche Angelegenheiten" bezeichnet. Marty setzte sich zugleich eine weitere Aufgabe, die für ihn vielleicht eine noch größere Bedeutung hatte: Er sah sich als Ausleger und Verteidiger, sozusagen als Propheten der Brentano'schen Philosophie. Diese Funktion wurde vor allem dann wichtig, als Brentano seine Wiener Professur 1880 verlor und schließlich 1896 nach Italien ins "Exil" ging. Von diesem Zeitpunkt an wurde Prag die Hochburg des Brentanismus und Marty zu Brentanos Stellvertreter und "Pressesprecher" in der Habsburger Monarchie. Diese Aufgabe hat Marty vor allem durch seine Lehrtätigkeit ausgefüllt und seine Vorlesungen zur Deskriptiven Psychologie stellen hierfür ein Paradebeispiel dar: Sie können als systematische Zusammenfassung der Brentano'schen Psychologie betrachtet werden. Marty geht von Brentanos Psychologie vom empirischen Standpunkt (1874) aus und sieht dessen spätere Deskriptive Psychologie (1889ff.) als folgerichtige Weiterentwicklung an. In der Einleitung geht Marty von Brentanos Unterscheidung zwischen deskriptiver und genetischer Psychologie aus. Die deskriptive Psychologie sucht die "Elemente, aus denen das ganze psychische Gewebe sich zusammensetzt und die wichtigsten konstanten Verbindungen" aufzuzeigen und kommt hierbei von der Erfahrung ausgehend auf apriorische Gesetze, die ausnahmslos gelten. Hingegen versucht die genetische Psychologie die "Gesetze des Entstehens und Vergehens der psychischen Wirklichkeiten" zu erklären, wobei der Bezug auf Physik und Physiologie unvermeidlich ist, und mithin weist sie einen empirisch-hypothetischen Charakter auf. Dieser Einleitung folgt eine allgemeine Behandlung des Psychischen, die im Wesentlichen mit Brentanos Ausführungen im zweiten Band der Psychologie vom empirischen Standpunkt übereinstimmt. Marty diskutiert hier insbesondere die einzelnen psychischen (intentionalen) Beziehungen und ihr Verhältnis zueinander, das Problem unbewusster psychischer Akte sowie jenes der Einheit des Bewusstseins. Die weiteren Abschnitte sind den deskriptiven Eigentümlichkeiten der (sinnlichen und abstrakten oder begriffl ichen) Vorstellungen, Urteile und Phänomene des Interesses gewidmet. Einen wesentlichen Teil machen hier die Untersuchungen über die konkreten Vorstellungen, die Sinnesanschauungen, aus, die sich sowohl an Brentanos Deskriptiver Psychologie als auch an dessen Untersuchungen zur Sinnespsychologie (1893ff., erschienen 1907) anlehnen. Mit der Behandlung der Relationen auf psychischem Gebiet schließt Marty diese Vorlesung. Martys Vorlesungen zur Deskriptiven Psychologie, die in unterschiedlichen Fassungen zirkulierten, sind insofern wichtig, als sie die Grundzüge der Brentanoschen deskriptiven Psychologie bei seinen "Enkelschülern" verbreiteten und zu einem bestimmten, in gewisser Hinsicht auch stereotypischen Brentanobild beitrugen.![]()
Bruno Bauer (1809-1882)
Ein "Partisan des Weltgeistes"?
280 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4424-3
Mit der plakativen Rede vom "Zusammenbruch des Hegelschen Systems" überspringt man subtile Theoriedebatten. Nonkonforme Denker, die ihr Urteil an Hegel geschult hatten, suchten ihn in radikaler Konsequenz zu übertreffen - und brachten dadurch das Vermittlungsgefüge seines Systems tatsächlich zum Einsturz. In Texten wie denen Bruno Bauers werden die Potentiale der 'dialektischen Bewegung' gegen die von Hegel intendierte Syntheseleistung ausgespielt. Das hat gravierende Konsequenzen für die philosophische Erschließung sämtlicher Wirklichkeitsbereiche. Bruno Bauer teilt sich den Platz als führender Junghegelianer mit Feuerbach, Marx und Stirner. In mindestens drei Hinsichten hat er jedoch eine einzigartige Position: als theologisch satisfaktionsfähiger Religionskritiker, als Theoretiker der Möglichkeiten radikaler Kritik und als wohl erster Deutscher, der die sozial prekäre Existenzform des modernen Intellektuellen in ihren verschiedenen Spielarten erprobte. Die interdisziplinären - theologischen, philosophischen und soziologisch-politologischen - Beiträge des Sammelbandes, an dem Experten aus Europa, USA/ Canada und Asien mitwirken, machen Bauers Wirken aus Anlass seines 200. Geburtstages transparent und leuchten auch sein Verhältnis zum junghegelianischen Umkreis aus. Der Titel des Buches verweist auf Carl Schmitt. Diese Publikation enthält auch Neues zur Erschließung der Konstellation Bruno Bauer / Carl Schmitt.![]()
Gehler, Eva M
Weibliche NS-Affinitäten
Grade der Systemaffinität von Schriftstellerinnen im »Dritten Reich«
296 S., Br., € 44,00
978-3-8260-4405-2
Während die Literaturwissenschaft das deutsche Literaturschaffen der Jahre 1933 bis 1945 hauptsächlich in seinen Exil-Werken würdigt und dabei vornehmlich männliche Autoren in den Fokus rückt, behandelt die vorliegende Arbeit die entstandene literaturhistorische Lücke. Die Verfasserin untersucht Schaffen und Verhalten von Schriftstellerinnen, die in dieser Zeit in Deutschland geblieben waren. Die Untersuchung geht von der Hypothese aus, dass die Autorinnen verschiedenen Graden der Affi nität zum NS-System unterlagen, dass diese sich in systemaffi nen Komponenten ihrer Werke widerspiegeln und gleichzeitig ihr persönliches Verhalten prägen. Je nach Ausgestaltung werden methodisch überzeugend Affi nitätscluster defi niert und auf breitester Materialbasis mit Werkanalysen von fünf zentral behandelten Schriftstellerinnen in der jeweiligen Biographie eingebettet verifi ziert. Die Verfasserin bietet ein komparatistisch angelegtes Raster, das die höchst diffi zile Komplexität und Differenziertheit der Verhältnisse und Verhaltensweisen zu dieser Zeit systematisch erfasst.![]()
"Jüdisches Glück"?
Conditio Judaica im sowjetischen Film
475 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4428-1
Grussworte - Kontexte - L. Antipow / J. Petrick: Spurensicherung. Anstelle einer Einleitung - L. Antipow: Denkanstöße und Marktstrategie. Die Rezeption der jüdischen Filmwelten der Sowjetunion in den beiden deutschen Staaten - H. Altrichter: Nur eine von mehr als einhundert Gruppen? Anmerkungen zur Geschichte der Juden in der Sowjetunion - C. Maier: Die zwanziger Jahre Aufbruch ins Unbekannte. Jüdisches Glück. Die "krummen Wege des Glücks" oder eine Persifl age auf den jüdischen Rationalisten der Moderne - E. Wawra: Verharren im Unentschiedenen. Isaak Babel's "Helden" in Benja Krik - C. Kelch: Seine Excellenz. Zur Darstellung des "jüdischen Arbeiterhelden" im sowjetischen Agitpropfi lm der 1920er Jahre - H. Heinzelmann: Die dreissiger Jahre. Ankunft im Roten Zion. Eine Kultur im Verschwinden. Die Rückkehr des Nathan Beker zwischen Schtetltristesse und sozialistischem Aufbau - N. Saver: Klezmer und Klassik. Isaak Dunaevskijs Estraden-, Theater- und Filmkompositionen - N. Saver: Die Glücksuchenden. Über die Funktion traditioneller jüdischer Musik im sowjetischen Kino der 1930er Jahre - R. May: Professor Mamlocks Ausweg(e). Von Brüchen und über Brüche der Illusionen menschlichen Glücks - M. Horn: Die zwei Gesichter des Professor Mamlock. Ein Vergleich der Filme von Herbert Rappoport (1938) und Konrad Wolf (1961) - L. Antipow: Die fünziger und sechziger Jahre. Umkämpfte Tabus Verlust des Bildes: Holocaust und sowjetischer Dokumentarfi lm im Widerstreit der spätstalinistischen Erinnerungskultur - L. Luks: Ambivalente Kontexte. Zum historischen Standort des Films Die Soldaten von Aleksandr Ivanov - L. Antipow: "Die Soldaten"? Jüdische Genderidentitäten im russischen Film - J. Kuck: Der gewöhnliche Faschismus und die sowjetische Mauer des Schweigens - P. Balsiger: Formen selbstverschuldeter Unmündigkeit. Michail Romms Suche nach der Gewöhnlichkeit des Faschismus - H. Altrichter: Das andere Gesicht der Revolution. Aleksandr Askol'dovs Film "Die Kommissarin" - N. Franz: Zur Bildsprache in Aleksandr Askol'dovs Film Die Kommissarin. - M. Dornhuber: Die neunziger-Jahre. Die Rückkehr der Vergangenheit. "So hassen sie mich - wie einen Juden." Babij Jar und Stalins Begräbnis: Evgenij Evtusenkos lyrische und fi lmische Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus - O. Kobrynskyy: Die Anamnese eines Nicht-Täters. Ukrainer und der Holocaust in Leonid Gorovec' Der Damenschneider - L. Antipow: Moses als Stalin in der "Georgischen Geschichte". Iraklij Kvirikadzes Die Reise als Tragifarce jüdischer Identität - Y. von Saal: Verschwinde! Filmische Refl exionen einer Umbruchsepoche. Pogromgerüchte und -ängste in der Perestrojka - J. Petrick: Paris sehen und sterben oder von der Wirkmächtigkeit verdrängter Geschichte - I. Thumm-Kuhl: Paris - Traum und Trauma. Eine psychoanalytische Betrachtung des Filmes Paris sehen und sterben - G. Dehnert: Allgemeinmenschliches Drama? Zur Auseinandersetzung des Filmes Von Hölle zu Hölle mit dem Pogrom von Kielce am 4. Juli 1946![]()
Klotz, Volker
Bertolt Brecht
Versuch über das Werk
7. Auflage
130 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4409-0
Vor rund 50 Jahren von einem Studenten geschrieben, war dies die erste Monographie zu Brechts Gesamtwerk. Sie wurde international einhellig begrüßt als bahnbrechend für die weitere Forschung. Der Verfasser, längst darüber hinaus, spricht dem Buch dennoch auch jetzt einen deutlichen Gebrauchswert zu und wird darin von einer breiten Leserschaft bestärkt. Ergiebig ist der Band allemal, wenn man sich einen knappen und deutlichen Überblick verschaffen will über das unverwechselbare ästhetische und politische Profi l von Brechts Werken; über seine besondere poetische Sprache und über das Leistungsvermögen seiner besonderen szenisch-dramatischen wie auch lyrischen Konstruktionen.![]()
Korruption
Moralische Verdorbenheit oder Ergebnis falscher Strukturen
180 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4442-7
K. Vieweg: Einleitende Gedanken zur Gründung der Thüringischen Gesellschaft für Philosophie vor 20 Jahren - R. Albrecht / N. Knoepffl er: Nicht Korruption - Ethik ist die Schmiere im System - I. Pies / M. Beckmann: Whistle-Blowing heißt nicht: "verpfeifen" - Ordonomische Überlegungen zur Korruptionsprävention durch und in Unternehmen - T. Nakazawa: Whistle-blowing und ethisches Handeln in der japanischen "corporate society" - B. P. Priddat: Zur politischen Ökonomie des wirtschaftlichen Einfl usses auf den Staat: vom lobbying bis zur Korruption - W. Meißner: Korruption in der Medizin - M. Leiner: Korruption in den Medien - U. Hemel: Korruption: Grauzonen gesellschaftlichen Suchtverhaltens und die Evolution kollektiver Wertekorridore - K. M. Kodalle: Sisyphos im Steilhang der Wissenschaft. Der allgegenwärtige Vorwurf der "Mauschelei" und der mühsame Kampf gegen Seilschaften![]()
Lossin, Eike
Katholische Geistliche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern
240 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4413-7
Die vorliegende Studie befasst sich mit den unterschiedlichen Formen der Frömmigkeit inhaftierter katholischer Geistlicher in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern im Zeitraum zwischen 1933 und 1945. Dabei bilden die sogenannten "reichs- und volksdeutschen" Priester und damit neben den Geistlichen mit deutscher Staatsangehörigkeit auch die Geistlichen aus Österreich, Tschechien, den Niederlanden, aus Belgien, Frankreich und Luxemburg den Kern der untersuchten Gruppe. Mit dieser kulturwissenschaftlichen Analyse der individuellen Haftgründe, des Alltags im Konzentrationslager und den vielfältigen Überlebensstrategien, der speziellen Häftlingsgruppe und ihren solidarisch gesinnten Mithäftlingen schließt damit eine Forschungslücke, die in Form einer solchen Gesamtschau bislang offen geblieben war. An einer Vielzahl von Beispielen der frühen Konzentrationslager bis hin zu den Vernichtungslagern des 12 jährigen nationalsozialistischen Terrors werden Phänomene der Frömmigkeit vorgestellt, die sowohl mit Wissen und Erlaubnis der Lagerkommandanturen als auch im Geheimen und sogar auf Befehl der bewachenden Konzentrationslager-SS verwirklicht werden konnten. Der erstaunliche Materialreichtum der religiösen Utensilien wie auch die fast unglaublichen Umstände, in denen es zu religiösen Aktivitäten in den Lagern kommen konnte, führen letztlich zum Überdenken bislang bestehender Vorstellungen vom Alltag in den Konzentrationslagern.![]()
Porno-Pop II
Im Erregungsdispositiv
260 S., Br., € 22,00
978-3-8260-4434-2
L. Williams: Jetzt in einem kleinen Kino in Ihrer Nähe! - S. Hardy: Die Realität der Pornografie. - J. Gernert: Schau! Mich! An! - Teenager und die Macht des Porno- Blicks. - S. Lewandowski: Die Pornografi e der Gesellschaft. - S. Flaßpöhler: Alles im Griff - Über die Lust am Porno. Was Sozialforscher über Internet-Pornografi e wissen. - N. Döring: Internet-Pornografi e. (Fehlende) wissenschaftliche Befunde zu Produktion, Inhalten, Nutzung und Wirkung. - S.-T. Krempl / F. Waldvogel: Ich zieht (sich) aus. Das pornoistische Selbst - C. König / T. Stüttgen / C. Reich: Porno Pop - Postporn - Obszö/ enität. Ein Gespräch über maximale Sichtbarkeiten und schräge Körperpraktiken - S. Knauss: Sinful sex sells better? Sex und Religion in der Werbung - R. Grundmann: Underground Film und Porno Pop. Andy Warhols Blow Job - C. Borkenhagen: 'At least she doesn't have a dick.' Lady Gagas Gender-Performanzen - P.-P. Hanske: Zwischen Pornografie und Prüderie. So oder so haben Narzissten keinen tollen Sex - G. Jansen: "FUCK OFF - ??? ??? (Uncooperative Approach)" (2000). Eine Ausstellung von Ai Weiwei und Feng Boyi jenseits chinesischer Konformität - R. Schäfer: Authentizität oder Echtheit? - Fragen an die Pornografie - K. Walter: Geschminkte Stimmen. Ist der Siegeszug des Autotune- Effekts ein Indiz für die Pornografisierung des Pop?![]()
Religion im Plural
160 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4445-8
P. Antes: Inklusivismus und Mitleid. Hinduismus und Buddhismus im Umgang mit der Pluralität der Religionen - M. Bauer: Implizite Religion - H. Bobzin: Die "Anderen" im Koran - K. Huizing: Wo geht's hier zum lieben Gott? Über das Humorgefälle in Atheismus-Debatten - N. Klaes: Globale Ethik der Religionen - I. Kreile: Rede, dass ich dich sehe. Die Schöpfungsweisheit als Grenzgängerin - J. Magonet: Jewish Attidudes to Interfaith Dialogue - B. Müller: Argumente des Atheismus - H. F. Rupp: Religionsunterricht in pluraler Gesellschaft. Zur Struktur des Religionsunterrichts in Deutschland angesichts neuer Entwicklungen -U. Tworuschka: Glauben alle an denselben Gott? Religionswissenschaftliche Fragen![]()
"Wann ist die Frau eine Frau?" "Wann ist der Mann ein Mann?"
Konstruktionen von Geschlechtlichkeit von der Antike bis ins 21. Jahrhundert
280 S., Br., € 39,00
978-3-8260-4416-8
Der Band untersucht, wie neu die seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts verstärkt erfolgende mediale Infragestellung der Geschlechter grenzen wirklich ist und was ihr zugrunde liegt. Der Band diskutiert kritisch, inwiefern ein kulturwissenschaftlich-diachroner Ansatz eine grundlegende Wandel- und Veränderbarkeit von Geschlechtergrenzen und somit auch die Relativität dessen auf zeigen kann, was wir Geschlecht nennen und nicht selten in einem Körper biologisch zu fundieren suchen. Hierbei rücken einerseits zeitlich und örtlich bedingte Konstruktionsmechanismen von Weiblichkeit und Männlichkeit in den Blickpunkt. Diese reichen von der römischen Antike, dem elisabethanischen England und dem humanistischen Frankreich über deutsche und englische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts bis zur aktuellen lebensweltlichen Problematik der Vater-Sohn-Beziehung und der Definition von Männlichkeit. In den Blickpunkt rückt andererseits aber auch die Frage, wie in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen mit kultureller und biologischer Geschlechtlichkeit umgegangen wird. Der Band bietet hier zu ein Spektrum sich gegenseitig ergänzender, aber auch relativierender Ansätze aus den Bereichen der anglistischen, germanistischen und romanistischen Literatur- und Kulturwissenschaft, der Klassischen Philologie, Musikwissenschaft, Soziologie und Geschichtswissenschaft so wie der Geschlechter- und Männerforschung. Er enthält Beiträge von F.-H. Mut sch ler, T. Kühn, E. Tiller, S. Schötz, K. Stüssel, G. Pailer, C. Lainka, S. Horlacher, L. Böhnisch, L. Heiler, A. Kreutziger-Herr und G. Finke.![]()
Frank Wehner
Das Okazaki-Projekt
Leben, Reisen, Essen & Trinken in Japan
144 S., Br., € 16,00
978-3-8260-4289-8
Was hat es tatsachlich mit dem Kobe-Rind auf sich, dem teuersten Fleisch, das unser Planet zu bieten hat? Und kann man wirklich glauben, dass Japaner so etwas wie Bienenlarven verzehren? Was soll man tun, was besser lassen - wenn man sich im Krater von Aso-san befindet, dem wildesten Vulkan auf der Sudinsel Kyushu? Und wie gefährlich sind sie nun wirklich, die tosenden Geysire in den Höllen von Beppu? Was steckt dahinter, wenn am Neujahrstage überall in Japan die Menschen durch eiskalte Flusse schwimmen? Und wie erklären sich die rätselhaften Todesfalle nach dem Verzehr traditioneller Reißbällchen? Was gibt es als Reisender zu erleben, wenn man in einem japanischen Kompakt- Hotel des dritten Jahrtausends logiert? All dies - und noch viel mehr - beantwortet der Autor mit Sachverstand und einer gehörigen Portion Humor. So versteht sich auch der zweite Band von Frank Wehner als ein launiger Reiseführer durch die japanische Welt. Und er entführt den Leser in ein Land, wie es phantastischer kaum sein konnte.
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Gotthold Ephraim Lessing
Nathan der Weise
Theater und Universität im Gespräch Bd. 11, Hrsg. Gutjahr Ortrud
236 S., Br., € 10,00
978-3-8260-4338-3
Überblick zur Werk- und Aufführungsgeschichte - J. Lux: Nathan der Weise und die kosmopolitische Kultur - O. Gutjahr: Was heißt hier Aufklärung? Gotthold Ephraim Lessings Nathan der Weise und die Probe aufs Wort mit Elfriede Jelineks Abraumhalde in Nicolas Stemanns Inszenierung - J. Assmann: Religio duplex. Die Ringparabel und die Idee der ›doppelten Religion‹ - A. Honold: Wahrheitsspiele in Lessings Nathan der Weise - Diskussion: "…wir müssen die ›Pseudospeziation‹ überwinden" - S. Hermes: Reichtum schändet nicht. Interkulturelle Kompetenz und ökonomischer Erfolg in Lessings Nathan der Weise - J. Rüsen: Lessing - ein Rückblick in die Zukunft der Vergangenheit - N. Kelek: Glaubensfreiheit - Herausforderung für ein neues Europa - Diskussion: "… gegen jede Art von Übervater wehren" - Gespräch mit Nicolas Stemann und Benjamin von Blomberg: "Dem Stück den Hass zurückgeben - aber auch das Leben" - Gespräch mit Rabbiner Dov-Levy Barsilay, Pastor Constantin Gröhn und Ayatollah Reza Ramezani: "Eine Figur zwischen Toleranz und Selbstaufgabe" - Studierende der Universität Hamburg: "Über allem steht das Wort"
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Monster
Zur ästhetischen Verfassung eines Grenzbewohners
364 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4176-1
In der langen Geschichte seiner künstlerischen Bearbeitung von der griechischen Antike bis zur Gegenwart erscheint das Monster auf immer neue Weise als Grenzgänger. Der Band versteht das Monströse als eine aus dem Raum der Kultur heraus formulierte Frage, in der ihre Grenzen, deren Verläufe und deren Bedingungen ausgehandelt werden. Im Zentrum stehen die kulturelle Verfasstheit und die spezifische Ästhetik des Monsters, nicht zuletzt als Grenzphänomen für Wahrnehmung, Darstellung und Verstehen. R. Borgards / C. Holm / G. Oesterle: Einleitung – V. Schwegler: Neun Radierungen. 2006/2007 – L. Winkler-Hora¹ek: Monster und Tierfries. Ein visuelles Phänomen im frühen Griechenland – P. v. Möllendorff: Der Mensch, das Monstrum. Eros und Hybris in Platons Symposion – S. Tammen: Monster am Rande und Versteckspiele der Trinität. Über die Kunst der Unähnlichkeit und das Staunen in den Miniaturen der Rothschild Canticles – J. J. Berns: Technomonster – A. Fischel: Die Metamorphosen der Medusa. Naturphilosophie und Monsterforschung um 1600 – P. Schmidt: „A MONSTER, in reality“ Körperliche, metaphorische und allegorische Monster in nordamerikanischen Zeitungen des 18. Jahrhunderts – H. R. Brittnacher: Biomonster oder: Das Unglück zu leben – B. Herrmann: Körper/formen: die Schönen, die Monster und die Kunst. Einige Überlegungen zum Verhältnis von Biopolitik und Ästhetik in Klassizismus und Romantik – J. F. Lehmann: Der Verbrecher als Monster? Oder: warum Menschen Monster brauchen, Monster aber nicht – M. Bergengruen: Das monströse Erbe (der Literatur). Ehebrecher, Verbrecher und Liebende in E.T.A. Hoffmanns Das Fräulein von Scuderi – R. Borgards: Affen – P. Schnyder: „Am Rande der Vernunft“ Der Orang-Utan als monströse Figur des Dritten von Herder bis Hauff und Flaubert – A. Eder: „Das Ungeheure, das mir in mein Gesicht geschrieben ist“ Anthropologische Desaster in Hofmannsthals Elektra. – B. Murnane: Ungeheure Arbeiter. Moderne Monstrosität am Beispiel von Gregor Samsa – B. Bannasch / C. Holm: Urlaute und Unlaute. Artikulationen des Monströsen – L. Nowak: Duplicitas, Vampirismus, Identifikation. Zu Brian de Palmas Sisters und Ingmar Bergmans Persona.![]()
Daniel Daugherty
Die Faust im Wappen
Elias Canettis Suche nach dem „wahren Wort“
220 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4373-4
In Canettis Werk kommt vieles zusammen: jüdisches Erbe, die Mehrsprachigkeit, die Traumata eines grausamen Jahrhunderts und die Liebe zur Literatur. Dichtung schien der Ort, an dem das Mannigfaltige und Widerstreitende zu einer Übereinkunft zu bringen sei. „Dichtung“ ist Bewusstsein der „Wahrheit“. Der Krieg, den die Deutschen über Europa brachten, warf Canetti jedoch aus der Bahn: Er fl üchtete vor dem deutschen Terror, hielt dennoch an der Kultur und Sprache fest, war aber nicht mehr imstande, der Dichter zu werden, als den er sich gesehen hatte, und zog sich auf bloße Autorschaft zurück. In den Aufzeichnungen refl ektierte Canetti über das Gewissen der Literatur und deren Entstehungsprozess. Zu einem Schluss kam er jedoch nicht und verlängerte somit in historischer Betrachtung das Scheitern der Moderne in die Zeit nach der Katastrophe. Canettis Sprachglaube entstand aus der frühen Liebe zum euphonen Wort und wurde durch die vielfache und unterschiedliche Sprachrefl exion der Moderne bekräftigt, empfi ng schließlich durch Erzählungen der alten und neueren biblischen Bücher von der Herkunft und Wahrheit des Wortes ein ehrwürdiges Zeugnis und schien durch seine ethnologischen Studien, durch den Wortzauber und die Sprachmagie bestätigt zu werden. Gegenstand dieser Analyse ist es zu defi nieren, ob Canetti tatsächlich das „Geheimnis“ der Sprache entschlüsseln konnte, oder ob er letztendlich nicht doch in die Aporie fiel.![]()
Otto Friedrich Bollnow
Anthropologische Pädagogik
Bollnow-Schriften Band 7
Herausgegeben von Dr. Hans-Ulrich Lessing, Ursula Boelhauve /Gudrun Kühne-Bertram /Frithjof Rodi
340 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4264-5
Die dritte Gruppe der Schriften innerhalb der Studienausgabe enthält Bollnows systematische Arbeiten zur Pädagogik. Der Band enthält die einführenden Texte Anthropologische Pädagogik (1983) und Die anthropologische Betrachtungsweise in der Pädagogik (1965) sowie das Buch Die pädagogische Atmosphäre (1964). Die ersten beiden Schriften weisen die grundlegende Bedeutung der philoso phi schen Anthropologie Bollnows für seine Auffassung von Pädagogik auf. Die dritte Schrift stellt ein ausgesuchtes Beispiel für die Anwendung der anthropologischen Betrachtungs weise in der Pädagogik im Hinblick auf die Frage nach den „gefühlsmäßigen zwischenmenschlichen Vorausset zungen der Erziehung“ dar.![]()
Otto Friedrich Bollnow
Existenzphilosophie und Pädagogik – Krise und neuer Anfang
Bollnow-Schriften Band 8
Herausgegeben von Dr. Hans-Ulrich Lessing, Ursula Boelhauve /Gudrun Kühne-Bertram /Frithjof Rodi
350 S., Br., € 29,00
978-3-8260-4265-2
Existenzphilosophie und Pädagogik (1959), eines der bekanntesten Bücher Bollnows, untersucht „unstetige Formen der Erziehung“, wie Krise, Erweckung, Ermahnung, Appell und Beratung. Zentrum des Buches ist die ausführliche Behandlung des Begriffs der Begegnung, die auch das Verhältnis von Begegnung und Bildung einbezieht. Krise und neuer Anfang (1966) enthält eine Sammlung von Vorträgen zu ausgewählten Themen der pädagogischen Anthropologie, beispielsweise Die menschliche Bedeutung von Krise und Kritik, Der neue Anfang und das Problem der Verjüngung sowie Sicherheit und Frieden als Aufgabe der Erziehung.![]()
Otto Friedrich Bollnow
Das Verhältnis zur Zeit – Sprache und Erziehung – Vom Geist des Übens
Bollnow-Schriften Band 9
Herausgegeben von Dr. Hans-Ulrich Lessing, Ursula Boelhauve /Gudrun Kühne-Bertram /Frithjof Rodi
440 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4266-9
Der Band beinhaltet grundlegende anthropologische Einzeluntersuchungen aus philosophischer und pädagogischer Sicht. Das Verhältnis zur Zeit (1972) fragt nach dem rechten Umgang des Menschen mit der Zeit. Neben der Thematisierung der Beziehung zu Gegenwart und Vergangenheit wird das Verhältnis des Menschen zur Zukunft detailliert erörtert. Abschließend wird der Begriff des „Wohnens in der Zeit“ expliziert, wobei „Gelassenheit“ und „Hoffnung“ eine besondere Rolle spielen. Sprache und Erziehung (1966) untersucht die Sprache als Medium der Verständigung – insbesondere Formen des Gesprächs – sowie als Medium der Welterfassung, gefolgt von pädagogischen Konsequenzen, die sich aus der Bedeutung der Sprache für den Menschen ergeben. Angeregt durch die Berührung mit der Kultur Japans plädiert Bollnow in dem Buch Vom Geist des Übens (1978) für ein neues Ethos des Übens in Leben und Unterricht. Im Mittelpunkt steht die Frage nach den Voraussetzungen, unter denen das Üben zu einer den Menschen erfüllenden und beglücken den Tätigkeit werden kann..![]()
Koch, Susanne
Literatur - Film - Unterricht
Bewertungsgrundlagen und didaktisches Potenzial der Literaturverfilmung für den Deutschunterricht
am Beispiel von "Eyes Wide Shut"
452 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4111-2
Neben der Einordnung der Literaturverfilmung in eine eigens entwickelte kulturwissenschaftliche Systematik, welche die meisten Probleme im Umgang mit der Verfilmung im Deutschunterricht als Klischees entlarvt, steht die Modellbildung zum Vergleich von Literatur und Film im Mittelpunkt. Hierzu wird das Prinzip der Gattungstrias mit den Subgattungen Epik, Drama und Lyrik gewählt. Hinsichtlich der Epik werden besonders die Kameraführung als episches Äquivalent sowie die hierzu zählenden filmischen Mittel betont. Im Hinblick auf die dramatischen Äquivalente wird die bereits existierende Dramaturgie des populären Films zugrunde gelegt und mit einer neu entwickelten Dramaturgie des offenen Films kontrastiert. Bezüglich der Theorie von Lyrik werden besonders die Ästhetisierung der konventionellen filmischen Mittel und die daraus erwachsenden lyrischen Prinzipien in den Vordergrund der Betrachtung gerückt. Ausgehend von den dargelegten Resultaten kann ein offenes System filmischer Äquivalenzbildung ausgewiesen und veranschaulicht werden. Dies wird als wichtigstes Element der Bewertungsgrundlagen anhand des Films Eyes Wide Shut (USA 1999) in seiner Praktikabilität aufgezeigt.![]()
Kaputanoglu, Anil
Hinfahren und zurückdenken
Zur Konstruktion kultureller Zwischenräume in der türkisch-deutschen Gegenwartsliteratur
348 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4340-6
Die Studie untersucht anhand von vier Romanen der sog. Migrationsliteratur exemplarisch die gesellschaftlichen und kulturellen Folgen der Migrationsbewegung in die Bundesrepublik Deutschland. Am Beispiel der türkisch-deutschen Gegenwartsliteratur erkundet sie Migration als Ausgangspunkt für eine Vervielfältigung von sozialen und kulturellen Identitäten und Differenzen. Die Untersuchung folgt den fiktiven Lebensläufen der Einwandererfiguren und ihrer Nachfahren zwischen Kulturen und Nationen. Es werden entgegen der Vorannahmen über die türkische Einwanderergemeinschaft sowie kulturelle Unterschiede zu Deutschen vielfältige Rückbezüge zwischen Herkunfts- und Zielland der Migration erschlossen. Denn in den Texten sind Hybridisierungen der Kulturen lesbar. Dieser Dritte Raum der Grenzüberschreitung geht somit über eine einfache Dichotomie von eigener und fremder Kultur hinaus. Die literarischen Repräsentationen reflektieren dadurch je unterschiedliche neue kulturelle Identitäten und Erfahrungen in einem transnationalen Raum.![]()
Katrin Hafemann
Schamlose Tänze
Bewegungs-Szenen in Frank Wedekinds "Lulu"-Doppeltragödie und "Mine-Haha"
oder "Über die körperliche Erziehung der jungen Mädchen"
152 S., Br., € 24,00
978-3-8260-4114-3
Tanz und Scham spielen in der Literatur um 1900 eine exponierte Rolle. In Frank Wedekinds Werk erfahren Bewegungs-Szenen, Körperlichkeit, Weiblichkeit, Schamhaftigkeit und Schamlosigkeit eine signifikante und literaturgeschichtlich neuartige Gestaltung. Das Buch stellt erstmals eine Verbindung zwischen den Motiven Tanz und Tod bei Wedekind her, und das bekannte Drama Lulu wird dem weniger populären Romanfragment Mine-Haha gegenübergestellt. Mit Léon Wurmsers psychoanalytischer Schamtheorie gelingt die Interpretation der unnatürlichen Todesarten Suizid und Mord als Folgen der schamlosen Tänze. Wenngleich beide Protagonistinnen sterben, so unterscheiden sich doch die Ursachen grundlegend. Hidallas Selbsttötung in Mine-Haha ist als Entzug der Darstellung auf letzter Ebene zu verstehen. Lulu dagegen wehrt Scham ab, indem sie sich selbst schamlos ausstellt. Sie provoziert schließlich einen Tabubruch auf der Bühne der bürgerlichen Gesellschaft, der tödliche Folgen hat. Das Buch lässt Wedekinds OEuvre in einem neuen, schillernden Licht erscheinen.
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Dreyer, Ralf
Als Reisen eine Lust war
Eine Sittengeschichte der Italienreisen der Herren Montaigne, Coryate, Goethe & Co.
164 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4140-2
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, sagt der Volksmund, aber manchmal darf man es eben nicht. Das gilt auch für die klassische Italienreise, Kavaliersreise oder Grand Tour, zu der seit der Renaissance bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts Männer aufbrachen, um die Wiedergeburt römisch-griechischer Kultur in Italien mit eigenen Augen zu sehen. Die Intention solcher Auslandsaufenthalte war, junge Aristokraten auf eine Karriere in Gesellschaft und Staat vorzubereiten. Daneben gab es aber auch noch eine zweite Motivation, die in der Literatur zum Thema als deren "geheimer Zweck" meist nur gestreift wird. Dahinter steht, dass in der italienischen Renaissance neben Cicero nämlich auch die "große Hetäre" des Altertums als Kurtisane ihre Wiederauferstehung feierte. Italien hatte sich seit langem den Ruf außerordentlicher Lasterhaftigkeit erworben. Venedig nannte man das "Bordell Europas", die Hauptstadt der Christenheit wenig schmückend "caput cauda". Fern aller heimischen Zwänge wollte und sollte sich der junge Herr dort "austoben". So haben sich zahlreiche, intime Berichte die Zeiten überdauert; oft von denen, die sie nie zu veröffentlichen gedachten. Eine große Anzahl von noch heute bekannten VIPs, wie der Philosoph Montaigne, der Autor BrantÛme, der Reiseschriftsteller Thomas Coryate, die drei Goethes, der Dichter Lord Byron u.v.a. mehr haben Spuren hinterlassen, denen dieses Buch jenseits der großen Geschichte nachgeht.![]()
'Die Wut des Zeitalters ist tief'.
Die Merowinger und die Kunst des Grotesken bei Heimito von Doderer
Herausgeber: Christoph Deupmann /Kai Luehrs-Kaiser
Schr. d. Heimito von Doderer-Gesellschaft Bd. 4
608 S., Br., € 68,00
978-3-8260-3968-3
Der 4. Band der Schriften der Heimito von Doderer-Gesellschaft widmet sich
Doderers 1962 erschienenem Roman Die Merowinger oder die totale Familie:
Zwei kommentierte Editionen zu Beginn geben Einblick in die Entstehungsgeschichte des Romans. Danach folgen die Vorträge des vierten Doderer-Symposions der Heimito von Doderer-Gesellschaft, das vom 20. bis zum 23. Mai 2004 in Landshut (Niederbayern) stattgefunden hat, sowie eine Reihe eigens für den Band geschriebener Beiträge zu Doderers Roman und zur Kunst des Grotesken in seinem Werk. Daran angeschlossen sind Bibliographien und eine Sektion mit Beiträgen zum Märchenhaften im Werk des Autors. Das Forum enthält diesmal unter anderem ein Interview mit der Wiener Poetin Elfriede Gerstl, einen bisher unbekannten Brief Paul Elbogens und eine Untersuchung zu Hulesch & Quenzel Ltd. aus firmenhistorischer Sicht von Florian Triebel. Den Band beschließen Rezensionen und Exposés von kürzlich abgeschlossenen bzw. zur Zeit entstehenden Arbeiten zum Werk Doderers.
Aus dem Inhalt:
Gestrichenes aus Heimito von Doderers Merowinger-Roman (Hrsg. v. Gerald Sommer) - H. v. Doderer: "Rerum merovingicarum notitiae" (Hrsg. v. Gerald Sommer) - W. Schmidt-Dengler: Nichts gibt so sehr das Gefühl der Unendlichkeit als wie die Wut. - H. Herrmann-Trentepohl: Hulesch & Quenzel und das "Waarentheater" - H. Löffler: Zur Metaphysik der Tücke des Objekts - S. Winterstein: "Bebend vor Wut kamen die Leute von den Ämtern" - M. Sarna: Paroxysmus bonus? - C. Deupmann: Die Tücke des Gesichts. Doderer antipathische Physiognomik - H.-W. Jäger: Waren die alten Merowinger wirklich so wie Doderers neue? - W. Schmidt-Dengler: Die Last der Familie - die Lust des Erzählens - V. Klotz: Zerrissen zwischen Epos und Posse - V. Kling: Anglo-Saxon Attitudes: Doderer, Henry James, and the Fool in Die Merowinger - Y. Wolf: Selbstreflexivität, Metanarration und Metafiktion in Doderers Roman Die Merowinger - F. Mayer: "Enge Beziehungen" - Funktionen selbstreferentiellen Erzählens in Doderers Roman Die Merowinger - S. Arend: Formen des Grotesken in Doderers Roman Die Merowinger - M. Meyer: Die Kunst der Fußnote in Doderers Roman Die Merowinger - G. Sommer: Prof. Dr. Anonymus Horn - L. Reiter: "Verprügelt mir nicht Jeden! Dafür aber die Richtigen saftig." - C. Deupmann: Die totale Familie. Zu Ernst Schmidt jr. Verfilmung von Doderers unverfilmbarem Merowinger-Roman - G. Sommer: "... dem Sinnlosen Sinn zu verleihen ..." Zur Sinnfragendebatte in Doderers Roman Die Merowinger - M. Brinkmann: Ein Oger frißt selten allein - W. Schömel: Der Peinigl, der weiße Zwerg des Grimms - G. Sommer: Eine "Person von Porzellan" im "Golf von Neapel" - R. Treml: Sagenhafte Figuren - S. Winterstein: Was bei Kafka göttlich ist, ist bei Doderer riesig - P. Quadrelli: Die Einhorn-Motivik in den Romanen Heimito von Doderers - E. Gerstl: Die Geburt der Elisabeth Friederike Krestel - P. Elbogen: Paul Elbogen an Auguste Kalmus über Doderers Roman Die Merowinger - Florian Triebel: Hulesch & Quenzel Ltd., London. Annäherungen an ein firmenhistorisches Phantom - Hans Winking: "Diese infantile Tonfolge" - Anmerkungen zu einem Notenbeispiel in Doderers Roman Die Merowinger.![]()
Herberichs, Cornelia
Poetik und Geschichte
Das ,Liet von Troye' Herborts von Fritzlar
230 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4344-4
Herbort von Fritzlar gestaltet im Liet von Troye (um 1200) erstmalig den Trojastoff in deutscher Sprache in Romanform. Gegenüber der monumentalen französischen Vorlage hat er seine Version der antiken Geschichte stark gekürzt. In Herborts Bearbeitungsweise kommt jedoch nicht ein ausschließlich an den historischen Fakten orientiertes Interesse zum Austrag. Elaborierte poetologische Refl exionen durchziehen den ganzen Text, sowohl die Minne- als auch die zahlreichen Schlachtepisoden. Dennoch und ungeachtet von dessen literarhistorisch bedeutsamer Position, hat die germanistische Forschung das Liet von Troye lange Zeit vernachlässigt. Seinen komplexen und in mancherlei Hinsicht für die mittelalterliche Epik einzigartigen Weisen der Verschränkung von metanarrativer Perspektive und Handlungsebene, von Poetik und Geschichte gilt das Interesse der vorliegenden Untersuchung.![]()
Hsia, Adrian
China -Bilder in der europäischen Literatur
210 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4391-8
1. Alteritätsperspektiven in historischer Überschau: Chinesien im Lichte der Selbstund Fremdbezüglichkeit - 1.1 Der Osten und der Orient - 1.2 Reale und perspektivierte Welt - 1.3 Perspektivistische Strategien - 1.4 Kulturelle Wechselbeziehung bis zum 18. Jhd. - 1.5 Begegnungen zwischen Europa und China - 1.6 Die Jesuiten in China - 1.7 Zwischen Akkomodation und Christozentrismus der Jesuitischen Chinamission - 1.8 Das Anti-Jesuitische China-Konstrukt - 1.9 Kunstgewerbe Barock und Rokoko - 2. Philosophische Perspektiven auf China - 2.1 China in der Philosophie der Frühaufklärung - 2.1.1 Leibniz' China-Rezeption - 2.1.2 Die China-Rezeption Christian Wolffs - 2.1.3 Der Paradigma-Übergang: Montesquieu - 2.1.4 China-Rezeption der Göttinger Historiker - 2.2 Kants China-Rezeption - 2.3 Herder - 2.3.1 Exkurs: Herder über Indien - 2.3.2 Exkurs: Herder über die arabische Kultur - 2.4 Hegel - 2.5 Zwischen ideologischem Konstrukt und Realpolitik: Karl Marx'Chinabild - 2.6 Webers Chinesien als Interpretationsprodukt - 3. China in der Literatur - 3.1 China in der Literatur des Barock - 3.2 China in der Literatur der Aufklärung - 3.3 Richard Wilhelm und Goethes Affinitäten zur chinesischen Geisteswelt - 3.3.1 Der Sinologe Richard Wilhelm - 3.3.2 Richard Wilhelms Goethe-Rezeption - 3.4 Hermann Hesse und (das nicht so fremde) Asien - 3.4.1 Hesses Asienreisen - 3.4.2 Entgrenzung als Spiel? Leben - Liebe - Tod bei Zhuangzi und dessen Widerspieglung in Siddhartha - 3.5 Das Leben als Ballade - Liebe, Schaffen und Tod Klara Blums![]()
Ebbighausen, Rodion
Das Warten
Ein phänomenologisches Essay
88 S., Br., € 14,80
978-3-8260-4404-5
Das Warten auf jemanden oder etwas ist ein Phänomen, das jeder kennt und das ein alltäglicher Bestandteil unseres Lebens ist. Wir warten auf einen Freund, mit dem wir verabredet sind, wir warten auf den Zug, wir warten auf den Anfang des Kinofi lms, wir warten im Wartezimmer des Arztes. Das sind gewöhnliche Situationen. Wir warten aber auch auf den Anruf der Frau, der wir vor kurzem unsere Liebe gestanden haben, wir warten auf das Ergebnis einer wichtigen Prüfung oder eines Bewerbungsgesprächs, manche warten aufgrund einer schweren Krankheit oder hohen Alters auf die Erlösung durch den Tod. Tatsächlich verbringen wir einen beträchtlichen Teil unseres Lebens mit Warten. Obwohl oder gerade weil es sich beim Warten um ein so alltägliches Phänomen handelt und weil es in Vergessenheit gerät, sobald es vorüber ist, stellen wir uns selten die Frage, was es eigentlich bedeutet, zu warten. Das Warten aus der Vergessenheit in das Licht zu holen ist das Anliegen des vorliegenden Essays. Dabei wird gezeigt, dass die Analyse des Wartens existentielle Aspekte des menschlichen Lebens sichtbar machen kann und zwar anhand der drei Modi des Wartens: der Langeweile, der Furcht und der Sehnsucht. Im Spannungsfeld dieser drei Modi werden abschließend Möglichkeiten verschiedener Antworten auf die Frage nach dem gelingenden Leben ausgelotet.![]()
Krüger, Hansdieter
Die Heilstätte
Reportage zum 60. Jahrestag der "Rest-DDR"
210 S., Br., € 12,80
978-3-8260-4447-2
Die "Pfingsttreffen" ehemaliger Kollegen aus Ost und West geben mit intensiven Diskussionen und Rückblenden einen Einblick in die unterschiedliche Entwicklung der Protagonisten, der Zuversicht des Würzburgers, der dem Zwangssystem der DDR entkommen konnte, und der Frustration seiner in der DDR verbliebenen Rheinsberger Kollegin, des Prototyps der so genannten verlorenen Generation. Ein Augenmerk gilt dem unterschiedlichen Umfeld der Hauptpersonen, so auch den Problemen, die sich aus dem Zusammenleben zweier Männer ergeben. Die Enttäuschung der Rheinsberger über die Entwicklung nach dem Zusammenbruch der DDR, die zum großen Teil ihrem Zögern, ihrer Unentschlossenheit zuzuschreiben ist, hat die Flucht in alte Ideale und eine notorische Erkenntnisverweigerung mit Verklärung und Beschönigung der wahren Verhältnisse in der DDR zur Folge. Die streitbare Auseinandersetzung darüber steht im Mittelpunkt der Reportage. Sie führt schließlich zu der Idee, die Ostalgiker zur "Kur" in eine fiktive "Rest-DDR" einzuweisen.![]()
Zur Literaturgeschichte der Liebe
444 S., Br., € 39,00
978-3-8260-4197-6
Die Beiträge des Bandes gingen aus einem langjährigen internationalen Forschungsprojekt der Université de Provence (Aix-Marseille 1) über die Geschichte der Liebe in der deutschsprachigen Literatur von der Aufklärung bis zur Gegenwart hervor. Sie verfolgen anhand von zentralen Texten die wechselnden Schicksale der Liebe, die wechselnden Motive der Rede davon und die wechselnden Formen ihrer Darstellung. So ergeben sich aufeinander bezogene Bausteine zum Verständnis eines ebenso reichen wie vielfältigen Phänomens, das über alles theoretische Verstehen immer wieder hinausreicht. I. Haag: Emilia Galotti und Minna von Barnhelm: die Möglichkeiten weiblicher Rede im Drama des 18. Jahrhunderts – K. H. Götze: Macht-Vernunft-Liebe(?). Zu Lichtenbergs Liebessemantik – G. Sautermeister: Unsere Begier wie eine elastische Feder beständig gespannt. Der Geschlechtertrieb in Lenzens Theorie, Lyrik und Dramatik – I. Haag: Die Dramaturgie der Verschiebung oder Die Konstellation von Lücke und Glück in Lenz Hofmeister – G. Sautermeister: Die Jungrau von Orléans. Schiller contra Voltaire – I. Haag: Wilhelm Meisters ‚liebste Vorstellungen‘ – I. Haag: „...und auf der Stelle fiel ihm der Lilienstengel ein“. Zu einem Brief in Goethes Wanderjahren – K. H. Götze: Ungleichzeitigkeiten der Liebe in der deutschen und der französischen Romantik. Drei Stichproben: Um 1800, um 1820 und um 1835 – K. H. Götze: Die unmögliche und die mögliche Liebe. Heines Liebeslyrik in der Geschichte der Gefühle – G. Sautermeister: Heinrich Heine: Zur Wahrheit entstellt. Drei Traumgebilde Heines – K. H. Götze: Was aus der romantischen Liebe wird, wenn sie der Zensur anheim fällt und politische Dienste leisten muß – G. Sautermeister: Der unerfüllte Eros in der Lyrik Gottfried Kellers – G. Neumann: Eigentlich war es doch ein Musterpaar. Die trübe Passion der Effi Briest – I. Haag: Kryptogramme der Liebesangst. Zu Hofmannsthals Märchen der 672. Nacht und zu seinem Andreas-Fragment – G. Neumann: „Die Vollendung der Liebe“. Robert Musils Erotologie – G. Sautermeister: Glanz und Elend eines Mythos. Zur Ästhetik und Intertextualität von Arthur Schnitzlers Casanovas Heimfahrt – G. Neumann: Schnitzlers Traumnovelle. Zur Viererfigur in der Liebeskonstellation – K. H. Götze: Besitzwunsch, Angst und Schriftzwang. Was bei Kafka die Liebe hemmt und wann sie dennoch möglich ist – I. Haag: „Apprendre à voir la femme“ – K. H. Götze: In der heutigen Zeit Liebe? Lieben Sie? Wer liebt denn noch? Liebe in Zeiten der Weltwirtschaftskrise: Kurt Tucholskys Schloß Gripsholm – K. H. Götze: Der Mutterschoß ist keine Einbahnstraße. Was die Liebe ist in Thomas Manns Doktor Faustus – G. Neumann: Geschlechterrollen und Autorschaft: Brechts Konzept der lyrischen Konfiguration – G. Sautermeister: Liebesgedichte Brechts. Gebrauchswert, Lernprozesse, Tradition – G. Sautermeister: Schön wie eine gesungene Nacht. Die Raffinesse der Naivität. Irmgard Keuns Roman Das kunstseidene Mädchen (1932) – G. Sautermeister: Liebe und Politik in erzählender Literatur der Gegenwart – G. Neumann: Erklär mir, Liebe. Eros auf der Schwelle zum 21. Jahrhundert – K. H. Götze: Es ist was es ist. Zum umwerfenden Erfolg von Frieds Liebesgedicht.
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Wider die falschen Eindeutigkeiten und den Verlust des Lesens
Wie subjektiv darf man, wie objektiv muss man lesen?
Deutschunterricht, Bühne, Theologie im konstruktivistischen Dialog
Herausgeberin Herta-Elisabeth Renk
140 S., Br., € 24,00
978-3-8260-4285-0
Bedeutende Menschen lesen nicht mehr selber: sie lassen lesen und sich die abstracts - 10 minutes, please! - vortragen. Wir, das Fussvolk, holen uns die griffigen Formeln bei Wikipedia. Das verfälscht auch Sachtexte, aber es ist das Ende einer literarischen Kultur. Die lebt nämlich davon, dass jeder in einem Gedicht, einem Roman, einem Drama etwas anderes findet und immer etwas, was mit der eigenen Zeit, dem eigenen Leben zu tun hat. Ware das nicht so, dann hatten uns Sophokles, Shakespeare oder Goethe heute nichts mehr zu bieten. Solche Lektüre ist allerdings ebenso lustvoll wie anstrengend und sie will gelernt sein. Dafür ist heute zu oft in den Schulen und Hochschulen keine Zeit mehr; zumindest kein Bedarf weil die gängigen Klischees ja offenbar genügen. Gleichzeitig fronen Theatermacher in ihren Interpretationen bekannter Texte einer auffälligen Subjektivität und in der christlichen Religion steht wortwörtlicher Fundamentalismus neben sehr persönlicher Auslegung. Viele Musiker wiederum sind, ganz gegen den Trend, sehr glücklich, endlich die Autographen lesen und genauer verstehen zu können - die Entdeckung der alten Musik und ihrer Praxis hat auch die Aufführung jüngerer Kompositionen verändert. Wie man liest und das Gelesene versteht, ob im Deutschunterricht, in der Literaturwissenschaft, im Theater, in der Musik oder Theologie, das ist Gegenstand dieser Aufsatzsammlung, die aus einem Symposion an der Eichstätter Universität hervorgegangen ist. Und natürlich durfte da auch ein Exkurs in den neurologischen Konstruktivismus nicht fehlen. Schließlich ist die Frage nach dem Umgang mit Texten aller Art nicht zu trennen von der viel grundsätzlicheren Frage, wie objektiv wir als Menschen überhaupt etwas wahrnehmen können oder wie subjektiv unsere Einsichten immer bleiben müssen. Hierzu mausert sich in einem Gespräch mit der Herausgeberin Heinz von Foerster, der große Anreger und Vordenker des Konstruktivismus in einem seiner letzten Interviews. Er betonte dabei einen Aspekt, der vor allem Eltern und Lehrern wichtig sein durfte: wie zuverlässig und "objektiv" sind unsere Noten- und Bewertungssysteme; und damit die Grundlage unserer angeblich so objektiven Leistungsgesellschaft? Zu empfehlen ist die Lektüre allen Lesern, allen Eltern von Schulkindern, Erziehern, Theater und Konzertbesuchern, Musikern, Theologen und nicht zuletzt jedem, der sich gelegentlich fragt, welche Freiheit sich ein Leser erlauben darf oder erlauben muss. H.-E. Renk: Zum Thema: Der Verlust des eigenen Lesens - H.-E. Renk: Subjektiv oder Objektiv - die Antwort des Konstruktivismus - Literarische Texte in der Schule - K. Spinner: Der Umgang mit Literatur an deutschen Schulen - eine Bestandsaufnahme - H.-E. Renk: Der Literaturunterricht zwischen vorgeblich objektivem Lernwissen und subjektiver Lesekultur - Ein Vorschlag zur Entrümpelung unserer Lehrplane. - H. von Foerster/ H.-E. Renk: Neue Prüfungen braucht das Land. Ein Gespräch mit Heinz von Foerster, 1998 - Der Wandel der Psyche im Spiegel der Literatur - K. Oatley: Zur Psychologie literarischer Geschichten - Text und Aufführung - C. B. Sucher: Das deutschsprachige Theater zwischen Text und Spiel - A.-K. Zimmermann: Zur Interpretation musikalischer Texte - oder: Versuch über die wahre Art, musikalischen Text zu lesen - Die Bibel und ihre Leser - J. Seip: Die Bibel im Spannungsverhältlniss objektiver und subjektiver Lektüre. Ein didaktischer Quergang.![]()
Silvia L. Tonti
Plotins Begriff der "intelligiblen Materie"
als Umdeutung des platonischen Begriffs der Andersheit
188 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4060-3
Hier handelt sich es um die Problematik der Natur der Andersheit in Platons Sophistes im Licht der Enneaden Plotins, der den Begriff der Andersheit umdeutet. So "entdeckt" Plotin einen dritten Begriff des Nichtseins, zwischen dem Absoluten des Parmenides und dem Relativen Platons, der eine originelle Lösung des platonischen Problems der Natur des Nichtseins bringt. Die Lektüre der Enneaden wird auf diese Weise mindestens bereichernd für die Interpretation des Sophistes, da sie einige platonische Schwierigkeiten zu überwinden ermöglicht. Der Zweck dieser Arbeit besteht in der Analyse einer Folge relevanter Fragen zum Problem des platonischen Begriffs der Andersheit und ihrer Verknüpfung mit der intelligiblen Materie in den Enneaden Plotins. Sie konzentriert sich besonders auf die Auslegung, die dieser Philosoph zur Lehre der oberen Gattungen (me/ gista ge/ nh) im Sophistes bei Platon gibt. Platon vertritt im Sophistes mehrfach eine Konzeption des Nicht-Seins als relatives Nicht-Sein zum Seienden (pro\j o)/ nta), als Andersheit oder Differenz (e(/ teron). Hier zeigt sich die originelle begriffliche Fassung Plotins, insofern er die Platonische Andersheit mit seiner eigenen Auffassung der intelligiblen Materie eng verbindet.
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Die ersten Stimmen. Deutschsprachiges Schreiben über die Shoah 1945-1963.
Les premières voix. L'écriture de la Shoah en langue allemande 1945-1963
300 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4124-2
A. Kalisky: Les voix distantes. Reflexions sur les malentendus du temoignage - N. O. Eke: Be(un) ruhigungen der Scham. Widersprüchliche Annäherungen an die Shoah im Spiegelraum des Theaters - H. Gehle: Wahrnehmung, Erinnerung, Poetik. Paul Celans Dichtung nach 1945 - M. Benoit: Eine diskordante Stimme im Antifaschismus : Gunter Kunert in der DDR - A. Lauterwein: Rupture historique ou continuites ineluctables. 'Le livre de Job ou le destin du peuple juif' (1946) de Margarete Susman - R. Vogel-Klein: "Keine Anklage"? H.G. Adlers Roman "Eine Reise" (1951/ 1962) und seine Rezeption - J.-P. Lefebvre: " - ungezahlt - ungehört - " : Sur le poeme "Weiss und Leicht" de Paul Celan - R. Steinlein: Die Shoah als früher Erzählgegenstand zwischen Autobiographie und Fiktion - Ralph Giordanos literarisches Debut "Morris. Geschichte einer Freundschaft (1948)" - S. Braese: Dissidente Zeugenschaft. Hans Keilsons "Der Tod des Widersachers" im Kontext der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur - S. Courtine-Denamy: 'Les Allemands sont des fantomes vivants' (Hannah Arendt) - B. Wiedemann: Paul Celan im Jakobs- Roman von Rolf Schroers - F. Ottmann: H.G. Adlers Werk "Theresienstadt, Antlitzeiner Zwangsgemeinschaft": ein Manifest für den Menschen, jenseits der etablierten Gattungen - W. Schmitz: "Was hat unsereiner denn eigentlich getan?" Die Erinnerung an die Shoah im Werk Max Frischs![]()
Phänomenologische Erziehungswissenschaft
Hg. Malte Brinkmann
333 S., Br., € 39,00
978-3-8260-4257-7
K. Westphal: Fremdmachen. Auf/ Bruche von Wissenschaft und Künsten im Dialog über Bildung - A. Böhmer: Bildung im Modus des "Erscheinens als solchem" (Patoka) - Anmerkungen zu asubjektiven Kategorien von Bildung - K. Fuglseth: The system of relevance and the zone of proximal development. A combined phenomenologically based theory of teaching and learning from Alfred Schutz and Lev Vygotsky - B. Engel: Bildung im Ort der Zeit. Eine reflexive Begegnung von schulischer, künstlerischer und forschender Praxis - A. Hilt: Fragwürdigkeit der Bildung - Eugen Finks pädagogische Anthropologie und Phänomenologische Reflexion der Bildungspraxis - K. Schmidt: Trauer und Kritik - V. Magyar: Das Wahren des Gesichts. Das Phänomen leiblicher Abgrenzung in sozialpädagogischen Kontexten - C. Deibl: Zur Phänomenologie des Neides - T. Pauls: Praxis als Situiertheit. Gunther Bucks hermeneutische Theorie des Beispiels - C. Schaufler: As time goes by - Phänomenologische Überlegungen zur Zeitlichkeit des Alterns - T. Saevi: "Heartful" Or "Heartless" Teachers? Or should we look For the Good Somewhere Else? - W. Lippitz: Aloys Fischers Deskriptive Pädagogik oder Prinzipienwissenschaft von der Erziehung. Zu den Anfängen Phänomenologischer Forschungen in der deutschen Pädagogik - D. Butnaru: Construction and Typification - Phenomenological Reflections on the Sociology of Education - N. Friesen: Silence in the Classroom and on the Screen: A Hermeneutic- Phenomenological Analysis - M. Brinkmann: Einleitung: Phänomenologische Forschungen in der Erziehungswissenschaft
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Fabio Ognibene
Die Sehnsucht nach Italien
Thomas Mann und sein ambivalentes Verhältnis zur Welt Italiens
248 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4086-3
In diesem Buch mit dem Titel "Die Sehnsucht nach Italien: Thomas Mann und sein ambivalentes Verhältnis zur Welt Italiens" wird versucht, das Verhältnis Thomas Manns zum fremden Element Italiens genauer zu bestimmen. Die Alterität spielt in Thomas Manns Schaffen von Anfang an eine bedeutende Rolle, denn viele seiner Werke stehen mit dem Süden in einer besonderen Beziehung. Thomas Mann verbindet allerdings den Süden vielfach mit Krankheit, Verwesung und Tod und unterstreicht damit seine negative Haltung gegenüber Italien. Es wird nachgewiesen, dass sich aus einigen seiner bedeutenden Werke, Der Tod in Venedig, Mario und der Zauberer und Doktor Faustus, rekonstruieren lässt, wie die Welt Italiens auf Thomas Mann gewirkt hat und in welchem Maße seine italienische Übersetzerin Lavinia Mazzucchetti, mit der ihn eine lebenslange intellektuelle Freundschaft verband, sein Verhältnis zur italienischen Geistes- und Kulturwelt maßgeblich beeinflusste. Der Schwerpunkt dieses Bandes liegt auf der Erschließung des umfangreichen Quellenmaterials, das bislang nur in Archiven verfügbar war oder lediglich in italienischer Sprache vorlag und hiermit der deutschsprachigen Thomas-Mann-Forschung zugänglich gemacht wird. Hierzu gehören die Briefe Thomas Manns an Lavinia Mazzucchetti in Originalfassung, die unedierten offiziellen Dokumente der Accademia dei Lincei und die Originalfassungen der privaten Dokumente Lavinia Mazzucchettis. Ergänzt wird das Italienbild Thomas Manns durch zwei Interviews mit seinen Enkeln Professor Dr. Fridolin Mann und Prof. Dr. Domenica Borgese, die in einem persönlichen Gespräch mit dem Verfasser dieses Bandes zum Thema "Thomas Mann und sein ambivalentes Verhältnis zur Welt Italiens" ihre divergierenden Meinungen geäußert haben.![]()
Nichts. Tun.
Interdisziplinäre Beiträge zur aktuellen Bildungsdiskussion
200 S., Br., € 22,00
978-3-8260-4377-2
B. Stern: Prolog: Nichts-Tun - aber richtig! Eine bildungstheoretische Verortung des Nichts – U. Klemm: Nichtstun und die Pädagogik - multiperspektivische Refl exionen – M. Jäckle: „Nichts Tun“ - oder Ritalin für die Bildungspolitik – S. Böschen: Nichtwissen als Lebensform – Didaktische Implikationen: Orte des Nichts im Unterricht – B. Platow: Von der Freiheit eines Christenmenschen, Nichts zu tun – A. Niklas: Nichts ist Literatur – P. Reyes-Santander / M. Brandl: Die Gestalt des ‚Nichts’ in der Mathematik – M. Rossi: Identitätsbildung durch Nichtstun - eine historische Perspektive – C. Schmid: Refl exionen über das Nichtstun im Kontext von Nachhaltigkeit – T. Lorenz: Pausen, Wiederholungen, Des-Informationen: Die mediale Inszenierung des Nichts – C. Avventi: Die Ästhetik des blinden Flecks![]()
Klaus Deterding
E.T.A. Hoffmanns Leben und Werk
Überblick und Einführung
296 S., Br., € 24,00
978-3-8260-4181-5
Der vorliegende Band ist eine Zusammenfassung aller bisherigen Veröffentlichungen des Autors, eines ausgewiesenen Hoffmann-Forschers, zu Leben und Werk E.T.A. Hoffmanns. Dabei ist der Überblick über Hoffmanns Biographie erweitert worden. Der Zusammenhang tiefgreifender Erlebnisse Hoffmanns, etwa in Bamberg, mit dem Werk wird untersucht und schlüssig erläutert, ohne das die Darstellung in einen Biographismus abrutscht. Auch Hoffmanns Begegnung mit den Komponisten Spontini und Carl Maria v. Weber sowie seine eigene Produktion als Komponist werden einbezogen, desgleichen sein erheblicher liberaler Einfluss als Jurist in der Untersuchungskommission zur sog. Demagogenverfolgung in Berlin. Im zweiten Teil des Bandes werden „Wesen und wichtigste Werke“ seiner Dichtung wie auch der Graphik knapp, aber intensiv untersucht – mit Ausnahme der beiden Romane, die schon 2008 und 2009 im selben Verlag dargestellt wurden. Es geht also um den „Gesamtkünstler“ E.T.A. Hoffmann. Entsprechend ist das Buch nicht nur für Germanisten und Studierende der Nachbarfächer von erheblicher Bedeutung, sondern es bietet auch dem aufgeschlossenen Laien eine übersichtliche Einführung in das umfangreiche Werks des großen Romantikers.![]()
Agnes Pfrang
Vergessen als bildendes Moment im Lernprozess
200 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4388-8
„Wie bei der Geburt ist der Schmerz Voraussetzung für die Entstehung des Neuen. Versagen und Anstachlung bewegen das menschliche Lernen.“ (Käthe Meyer-Drawe, 2008) Meyer-Drawe skizziert prägnant den Beginn menschlichen Lernens und knüpft damit an die platonische Tradition an: Lernen bedeutet ein Wiedererinnern, das durch schmerzhafte Umkehr vonstatten geht. Lernen wird wesentlich als ein Umlernen verstanden. Es wird nicht nur nach dem Zustandekommen von neuem Wissen gefragt, sondern auch nach dem bereits Gelernten, d.h. nach dem Vorwissen. Es ist von Interesse, wie sich das Phänomen des Umlernens in Bezug zu bestehenden Kenntnissen verhält: Kann bzw. muss man sie vergessen? Braucht man sie, um Neues zu lernen? Um Vergessen als ein bildendes Moment im Lernprozess betrachten zu können, wird herausgestellt, wie einem Lernen in der Erfahrung gegeben ist. So wird der Zusammenhang von Lernen und Vergessen betont: Lernen ist immer von einem Vergessen begleitet, weil man sich stets dem zuwendet, was man bereits gelernt hat. Durch die Bezugnahme auf einen phänomenologischen Lernbegriff wird verdeutlicht, dass die Anhäufung von Wissen nicht mit Selbstverständlichkeit ein Bildungsprinzip sein kann. Ganz im Gegenteil: Wer den Mut hat und Gelassenheit lernt, Wissen zu vergessen, kann in den entstandenen Leeren unerwartete Impulse bekommen.![]()
Ewald von Kleist
280 S., Br., € 29,00
978-3-8260-4273-7
L. Jordan: Vorwort - Tagungsbeiträge - I. - K. Bohnen: Ewald von Kleist im dänischen Kontext. Politik - Militär - Kultur - C. Willmitzer: Distanzierte Freundschaften. Über das literarische Netzwerken in Ewald Christian von Kleists Briefen - A. Lütteken: Idylle mit Schußwaffen - Ewald von Kleist in der Schweiz - M. Winter: Ewald von Kleist. Seine preußische Offzierskarriere und sein Werbeaufenthalt in Zürich 1752/ 53 - E. von Kleist: Drei unveröffentlichte Schreiben 1752/ 53. Herausgegeben von Martin Winter - II. - L. Jordan: Was war neu an Ewald von Kleists Der Frühling? - M. Kagel: "'Ihr sehet Pracht; ich, Leinwand, Erde, Stein." - Figuren der Unmittelbarkeit in der Lyrik Ewald von Kleists - W. Woesler: Ewald von Kleists "Seneca" zwischen Märtyrertragödie und Bürgerlichem Trauerspiel - III. - M. Füssel: Zwischen Kriegserfahrung und Heldenmythos. Ewald von Kleist und die Schlacht von Kunersdorf am 12. August 1759 - G. Catalano: "Primavera": Kleists italienischer Frühling - A. Nebrig: Der Frühling im ,goût classique'. Zur französischen Perspektive auf Ewald von Kleist als Dichter der ,descriptio' - M. Gratzke: Die Performanzen des Dichters und Offiziers Ewald von Kleist.
[Ewald Christian von Kleist]
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Tiefenbach, Georg
Drama und Regie
Lars von Tiers "Breaking the Waves, Dancer in the Dark, Dogville"
200 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4096-2
"Dramaturgie ist das Kunsthandwerk des Geschichtenerzählens im Drama. Realisierung ist das Kunsthandwerk der Umsetzung einer Geschichte durch die Regie." Georg Tiefenbach analysiert und erläutert in allgemeingültiger Form narratologische und dramaturgische Aspekte im Film. Wie funktionieren Geschichten und Figuren? In welchem Zusammenhang steht die Geschichte zur Wahl des Regiestils? Was bedeuten Naturalismus und Realismus, Stilisierung, Abstraktion und Reduktion? Wie wird der Zuschauer emotionalisiert und zum Weinen gebracht? Diese Fragen werden exemplarisch an den Hauptwerken des dänischen Autor-Regisseurs Lars von Trier erörtert, die in detaillierten Analysen aufgeschlüsselt werden. Dabei stehen die einzelnen Gewerke des Films wie Drehbuch, Schauspiel, Kamera, Ton, Kostüme und Musik genauso im Mittelpunkt wie Referenzen zum kulturwissenschaftlichen Rahmen im Theater, der Literatur, der Malerei und den neuen digitalen Medien. Grundlegende Quellen sind die originalen Drehbücher von Lars von Trier sowie zahlreiche, ausführliche Interviews des Autors mit dem Team des Filmemachers, worin Erörterung über das Filmemachen im Allgemeinen wie im Speziellen eine besondere Rolle spielen.![]()
Ni, Liangkang
Zur Sache des Bewusstseins
Phänomenologie - Buddhismus - Konfuzianismus
300 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4331-4
Die Philosophie des Bewusstseins spielt in der westlichen wie auch in der östlichen Denkgeschichte eine bedeutende Rolle. Westliches Philosophieren verfolgt dabei vor allem epistemologische Ziele, östliches widmet sich hingegen fast ausschließlich moralischen Absichten. Besonders mit Anbruch der europäischen Neuzeit erfolgt im Westen mit Descartes, im Osten mit Putai im Buddhismus und Wang Yangming im Konfuzianismus eine bewusstseinsphilosophische Wendung, die zu Änderungen des geistigen Lebens in Europa wie in Asien fuhrt. Die Studien in diesem Band umkreisen von verschiedenen Gesichtspunkten aus sowohl geschichtlich als auch sachlich, sowohl genetisch als auch strukturell zentrale Problemfelder einer Philosophie des Bewusstseins. Fragen nach dem Ich und der Person, der Zeit, der Genesis und der Geschichte rucken dabei in den Mittelpunkt. Eine ausführliche Analyse tastet sich an Antworten vor, die belegen, dass die Ausrichtung der Bewusstseinsphilosophie im Osten wie aber auch im Westen nicht nur epistemologisch ist. Ihre endgültige Aufgabe besteht vielmehr in einer Umwandlung des Bewusstseins in Weisheit, in einem Erwachen bzw. einer Erleuchtung sowie der sich daraus ergebenden Verantwortung.![]()
Wilwert, Patrick
Philosophische Anthropologie als Grundlagenwissenschaft
Vergleichende Studien zur Aufgabe der philosophischen Anthropologie bei Max Scheler und Helmuth Plessner
212 S., Br., € 34,80
978-3-8260-4066-5
Die philosophische Anthropologie des 20. Jahrhunderts erlebt derzeit eine Renaissance. Dabei werden die einschlägigen Konzeptionen unter durchaus verschiedenen Aspekten diskutiert. Am Beispiel der Anthropologie Max Schelers und Helmuth Plessners stellt dieses Buch die Frage nach der Ausgangsproblematik der philosophischen Anthropologie und ihrer möglichen Aufgabe und Stellung im Ganzen der Philosophie. Unter diesem Gesichtspunkt wird die philosophische Anthropologie u.a. als Versuch gedeutet, nach den Umwälzungen des Menschenbildes im 19. Jahrhundert die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit menschlicher Rationalität neu zu beantworten. Gleichzeitig werden die Konzeptionen Schelers und Plessners unter verschiedenen Gesichtspunkten problematisiert. Dabei wird die Thematik sowohl mit der – durchaus nicht bruchlosen – philosophischen Entwicklung beider Denker in Verbindung gebracht als auch im Hinblick auf die Frage nach den Grenzen und Möglichkeiten der philosophischen Anthropologie insgesamt diskutiert.![]()
Thaliath, Babu
Natur und Struktur der Kräfte
200 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4065-8
Die Wissenschaft der Mechanik untersucht die Natur und Struktur der statischen und dynamischen Kräfte, die den irdischen und den kosmischen Phänomenen innewohnen. Die unsichtbaren Kräfte und Kraftstrukturen werden intuitiv oder in einer intuitiven Visualisierung erkannt. Die Visualisierung der Kraftstrukturen kommt im geometrischen Modus zustande; sie ist eine "strukturelle Intuition" (Martin Kemp), durch die wir die Natur und Struktur der Kräfte und Kraftkonstellationen, die in den statischen und den dynamischen Phänomenen latent sind, intuitiv wahrnehmen. In dieser Abhandlung wird der Versuch unternommen, die epistemologischen Prozesse, die der intuitiven Visualisierung mechanischer Kraftstrukturen zugrunde liegen, zu untersuchen. Die Vorstellung von einer grundlegenden Korrelation zwischen den Raumwissenschaften (Geometrie, Mechanik und Optik), wie sie sich in statischen und in dynamischen Kraftstrukturen erkennen lässt, bildet dabei den Ausgangspunkt. Die intuitive Erkenntnis der statischen und dynamischen Kraftstrukturen setzt unweigerlich eine derartige raumwissenschaftliche Korrelation - als epistemologische Basis - voraus, worauf ihre Apriorität und apodiktische Gewissheit zurückzuführen sind. Die Untersuchung bezieht sich auf einzelne Fallstudien aus der Geschichte der frühneuzeitlichen klassischen Raumwissenschaften, dargestellt insbesondere in den Werken von Descartes, Kepler, Newton und Hooke. In historischen Erweiterungsverfahren, Beweisführungen, Auseinandersetzungen oder sogar Polemiken wurden die methodischen Grundlagen der raumwissenschaftlichen Intuition immer wieder revidiert. Anhand der strukturellen Intuition als Basis der raumwissenschaftlichen Kognition lassen sich auch die Grundannahmen und Methode der ursprünglichen Herleitung des Äquivalenzprinzips bei Einstein erneut problematisieren. Ebenso wird untersucht, wie das statische Phänomen in der Natur, von dem Leibnizschen Kontinuitätsprinzip ausgehend, als Grenzwert eines unendlich kleinen und unendlich prozessualen dynamischen Phänomens zu bestimmen ist. Eine derartige Phänomenalität des Kontinuitätsprinzips kann auf das ursprüngliche geometrische Verfahren der Differentialrechnung übertragen werden. Daraus ergibt sich die Vorstellung einer "temporalen Differenzierung", die das Faktum der Zeit unmittelbar in die mathematischen Operationen der Differentialrechnung einbezieht.![]()
Geismann, Georg
Kant und kein Ende
Band 2: Studien zur Rechtsphilosophie
328 S., Br., € 36,00
978-3-8260-4194-5
I. Recht und Moral: 1) Die Rechtslehre im System der Moralphilosophie 2) Willkür - Wille - Freiheit; Handlung - Maxime 3) Das Rechtsproblem als moralisches Problem sui generis 4) Moralgesetz überhaupt - Rechtsgesetz - Ethisches Gesetz / Tugendgesetz 5) Rechtszwang 6) Zurechnung (Person) 7) Die Geltung des Rechtsgesetzes 8) Schwierigkeiten beim Umgang mit Kants Buchstaben 9) Nochmals: Die Rechtslehre im System der Moralphilosophie - II. Warum Kants Friedenslehre für die Praxis taugt und warum die Friedenslehren von Fichte, Hegel und Marx schon in der Theorie nicht richtig sind - III. Spinoza und Kant - IV. Politische Philosophie - hinter Kant zurück? - V. Menschenrecht, Staat und materiale Gerechtigkeit - VI. Das rechtliche Verbot der Lüge - VII. Über ein vermeintes Recht des Embryos - VIII. Der Berliner Antisemitismusstreit und die Abdankung der rechtlich-praktischen Vernunft - IX. Rezensionen![]()
Raml, Monika Margarethe
Der ,homo artificialis' als künstlerischer Schöpfer und künstliches Geschöpf
Gentechnologie in Literatur und Leben
336 S., Br., € 34,00
978-3-8260-4161-7
Gentechnologie und Literatur arbeiten beide an der Verwirklichung des 'homo artificialis': Die Literatur als Gestalterin virtueller Figuren unseres kulturellen Gedächtnisses, die Gentechnologie mit Visionen von reproduktiver Klonierung. Der Mensch macht sich zum Schöpfer seiner selbst. Entsprechend lässt sich der literarische Kanon zum 'künstlichen Menschen' im 21. Jahrhundert fortschreiben: Motive in den Gentechnologie-Romanen bauen auf Archetypen des 'künstlichen Menschen' wie Golem, Homunculus und Frankensteins Geschöpf auf. Die Analyse der Romane führt Aussichtslosigkeit und Konfliktpotential der genetischen Normierung des Menschen vor Augen, etwa am durch künstliches Leben unterbrochenen Konzept der 'Generation'. Warum äußern sich etablierte Schriftsteller wie H. M. Enzensberger, Durs Grünbein und Adolf Muschg nichtfiktional in Essays, während Naturwissenschaftler und Journalisten Romane zur Gentechnologie-Thematik schreiben? Dieser paradoxen Beobachtung geht die Arbeit auf den Grund und gelangt zu dem Schluss: Literatur erweist sich in der Gentechnologie-Thematik als Weg der 'Entschleunigung'. Sie kommt der Visionsbedürftigkeit des Menschen entgegen, bietet eine ganzheitliche Sicht auf die Welt und knüpft - etwa durch ihre metaphorische Sprache - an Vertrautes an. Sie ist somit zugleich Experimentierfeld, um Zukünftiges zu imaginieren, als auch Archiv, um Gegenwart und Vergangenheit weiterzutragen.![]()
Familie - ein öffentliches Gut
Gesellschaftliche Anforderungen an Partnerschaft und Elternschaft
220 S., Br., € 25,00
978-3-8260-4201-0
E. Völmicke / G. Brudermüller: Einleitung – I. Rechtsphilosophische und juristische Perspektiven – U. Diederichsen: Zum Denken in Rechtsbegriffen und Rechtsprinzipien im Unterhaltsrecht – W. Schild: Philosophische Anmerkungen zur Familie einst und heute – G. Brudermüller: Nacheheliche Solidarität – H. Schürmann: Nachehelicher Unterhalt gemäß den ehelichen Lebensverhältnissen – C. Hohmann-Dennhardt: Familienrechtliche Antworten auf veränderte Familienwelten – I. Schwenzer: Grundlinien eines modernen Familienrechts aus rechstvergleichender Sicht – A. Röthel: Lebensformen, Rechtsformen und Leitbilder: Familienrecht in europäischer Perspektive – II. Soziologische, psychoanalytische und kriminologische Perspektiven – K. Lüscher: Generationenbeziehungen heute und das Postulat einer Generationenpolitik – L. Janus: Über Grundlagen und Notwendigkeiten der Förderung der Elternkompetenz – T. Görgen: Mythos Familiensolidarität? Gewalt gegen alte Menschen in der Familie
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Andrzejewski, Boleslaw
Homo universus
Mensch und Sprache in der deutschen Philosophie unter Einbeziehung des polnischen Gedankens
304 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4385-7
Zur deutschen Philosophie - Mensch und Natur in der Philosophie und Literatur der deutschen Romantik. Ein Beitrag zu der Theorie des "HOMO UNIVERSUS" - "Der Mensch" und "die Menschheit". Zu Wilhelm von Humboldts philosophischen Anthropologie - Wilhelm von Humboldts Staats- und Rechtsphilosophie - A Contribution to Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher´s Romantic Hermeneutics - Zur neukantianischen Auffassung des Dinges an sich - Zum `Dialog´ zwischen Mensch und Natur in der Frühromantik - Karl Jaspers und das Phänomen des (schizophrenen) Genies (Kasus Swedenborg) - Hans-Georg Gadamer als Nachfolger und Fortsetzer der deutschen philosophischen Tradition - Hegel und die Schellingsche Indentitätsphilosophie - Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Karol Libelt - zwei Historiosophien - Vernunft und Chaos. Hegel und der Streit um die französische Revolution - Hegel und Kant. Zur Frage der Realität des ´Dinges an sich´ - Das Wesen der Kunst bei Hegel und in der Romantik - Zwischen Aufklärung und Romantik. Zu Hegels Philosophie des Absoluten - Zur Sprache und Kommunikation - Die Auswirkungen der Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant auf die Sprachphilosophie - Instrument und Immanenz. Zur Sprachphilosophie der deutschen Frühromantik - Auf der Suche nach der verlorenen Kommunikation - Emmanuel Swedenborgs Modell der vollkommenen Sprache - Die non-verbale Sprache und ihr ökologisches Ausmaß - Identität und Offenbarung. Zu Hegels Auffassung der Sprache und Kommunikation - Sprache als Symbol - Semantik und "allgemeine" Semantik - Zur Frage der "Lingua Universalis" - Wilhelm von Humboldt und seine Fortsetzer über Sprache und Nation - Sprache - Denken - Handeln. Zu den aktivistischen Kommunikationstheorien - Martin Heidegger und die Romantik. Zur Aktualität einer Sprachauffassung - Jaspers Stellung zur Romantik im Lichte seiner Sprachphilosophie - Der kommunikative Symbolismus und der Spracherwerb - Zum polnischen Gedanken - Die "praktischen" Anfänge der polnischen Philosophie - Mittelalter und Renaissance - Über den Pragmatismus und Praktizismus in Polen. Versuch einer Charakteristik der polnischen Philosophie im 19. Jhdts. - Nation und Staat in der polnischen Philosophie des 19. Jahrhunderts - Zum Kantianismus in Polen. Der Einfl uß der Kantischen Lehre auf die Philosophie von W?adys?aw Mieczys?aw Koz?owski - Gibt es einen polnischen Humanismus? - Peirce - James - "polnischer Humanismus". Zum Schicksal und zur Kritik des Pragmatismus - The Idea of Deed and Nation in the Polish Romantic Philosophy![]()
Diadochos, Proklos
Kommentar zum platonischen Parmenides
600 S., Br., € 98,00
978-3-8260-4383-3
Das ebenso mächtige wie wirkungsmächtige Werk des "Ersten Scholastikers", wie man Proklos nicht zu Unrecht genannt hat, das hier erstmals in einer vollständigen Übersetzung ins Deutsche, ergänzt durch einige Begleittexte aus anderen Proklos- Schriften, vorgelegt wird, entstand in der zweiten Hälfte des 5. Jh. n. Chr., ist also von seinem Bezugstext, dem platonischen Problem-Dialog (geschrieben ca. 365 v. Chr.), um eine Distanz von gut achthundert Jahren entfernt. So ist es verständlicher Weise kein Kommentar im herkömmlichen Sinne, sondern nach dem ursprünglichen Wortsinne als ein "Sich-über-etwas-seine-Gedanken-machen" angelegt. Der Textbezug geht dabei nie verloren: der Autor läßt sich nur in Ausübung seines überwältigenden Erklärer-Fleißes und unter Anwendung rational überprüfbarer Auslegungsmethoden, sowie getragen von einem bewundernswerten Präsenzwissen über die Inhalte der platonischen Schriften, von seinem Text immer wieder dazu anregen, Aussichten auf die Theoreme der Neuplatonischen Weltsicht und Weltdeutung zu eröffnen. Auf deren Grund erfolgt die gesamte Auseinandersetzung. Das macht den Text über das an die Oberfl äche tretende, scheinbar nur epigonale Kommentieren hinaus in Wirklichkeit selbst zu einem der großen Dokumente der Philosophie-Geschichte von unschätzbarem Wert einerseits für die Deutungsgeschichte des immer noch rätselhaften platonischen Parmenides, andererseits als entfaltende Darstellung Neuplatonischen Denkens in seinem voll ausgebildeten, reifen antiken Endstadium. Die Anstöße dieser gewaltigen Denk-Anstrengung für weitere spekulative Gesamtentwürfe zu Gott, Welt und Mensch fi nden sich in zahlreichen Rezeptionsspuren von Pseudo-Dionysios Areopagita an über Johannes Scottus Eriugena und viele andere, darunter Nicolaus de Cusa, bis etwa hin zu Schelling.![]()
Grenzgänge
Studien zur interdisziplinären und interkulturellen Phänomenologie
288 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4374-1
Der erste Teil des Bandes eröffnet neue Perspektiven für die interdisziplinär orientierte phänomenologische Arbeit. Der Begriff der interdisziplinären Phänomenologie bezieht sich dabei auf phänomenologisch Forschende, die, entweder ausgehend von der Phänomenologe oder von anderen Fachgebieten, über die eigene Disziplin hinaus Ansätze und Methoden anderer Disziplinen erproben. Die Texte beziehen sich auf Fach- und Forschungsrichtungen wie Psychopathologie, Psychoanalyse, Neurowissenschaft, Philosophie des Geistes, Rechtstheorie, Soziologie, Kunsttheorie und die generelle Möglichkeit einer qualitativen Forschungsmethode. Der zweite Teil dieses Bandes refl ektiert den Begriff der Kultur und des Interkulturellen und analysiert - vor allem aus fernöstlicher Perspektive - Grundthemen der (Inter-)Kulturalität. Die Beiträge sind ein Zeugnis dafür, wie sich an der gegenwärtigen phänomenologischen Erforschung der Kulturalität immer mehr nicht-europäische Wissenschaftler beteiligen, die dabei nicht nur neue Themenbereiche erschließen, sondern neue Sehweisen bereithalten. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes unternehmen somit auch auf dem Gebiet der interkulturellen Forschung Grenzgänge - mit Blick auf das Ziel einer noch zu entfaltenden, in den Weltkulturen verankerten phänomenologischen Theorie der Kultur.![]()
Irrgang, Bernhard
Homo Faber
Arbeit, technische Lebensform und menschlicher Leib
240 S., Br., € 34,80
978-3-8260-4347-5
Leib und Technik als Daseinsform des Menschen wurden gemeinsam entdeckt – als die Industrielle Revolution als Zeitalter weltweiter Produktion ihren Siegeszug begann, von Max Weber „stählernes Gehäuse“ genannt. Zunächst als Ausdruck umfassenden Fortschritts oder des Dämonischen interpretiert, wird sich mit der Philosophie des Lebens, des Leibes und der Technik die Menschheit einer neuen Form von Vernunft bewusst, die sich nicht mehr über Selbstbewusstsein und Transzendentalphilosophie defi niert, sondern durch Formen (technischer) Praxis und leiblichen Könnens. Dieses Können und Wissen erwächst menschlichen Kompetenzen. Der Mensch aber hat nicht einen Leib, er ist Leib. Und er bleibt Leib, während er mit seinem Körper experimentiert. Der Übermensch des 19. Jahrhunderts ist im 21. Jahrhundert zum alltäglichen Menschen geworden, aller Überbietungs- und Dammbruchrhetorik zum Trotz. Neue Formen der Technikrefl exion sind notwendig. Prof. Dr. Dr. Bernhard Irrgang ist Inhaber der Professur für Technikphilosophie an der TU Dresden.![]()
Hein, Christian
Finnegans Fast-Nacht
Formen literarischer Karnevalisierung in James Joyces Finnegans Wake
496 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4389-5
James Joyces Finnegans Wake gilt als einer der eigenwilligsten Romane der Literaturgeschichte, der entweder enthusiastisch als Meisterwerk der Moderne gefeiert wird oder aber auf totale Ablehnung stößt. Trotz einer nahezu unüberschaubaren Fülle von Arbeiten zu allen erdenklichen Aspekten des Wake, sind bisher nur wenige Untersuchungen erschöpfend auf die humoristische Dimension des Textes eingegangen. Die vorliegende Studie beleuchtet das karnevaleske Moment der aus einer hyperbolischen Fülle von Wortspielen komponierten Wake- Prosa. Angefangen von den grotesk gezeichneten, in mannigfachen Masken auftretenden Protagonisten des Romans bildet die Diskussion des Prosaverfahrens, das durch die im Text auftretenden Parodien, Farcen, Moritaten und Schauspiele an die rituellszenischen Formen des Karnevals erinnert, einen Schwerpunkt der Analyse. Unter Zuhilfenahme der Theoreme Michail M. Bachtins zeigt der Autor ferner, daß Joyce seinen Text bewußt an der zyklischpolyfokalen Struktur des Karnevals orientiert, um den polyzentrischen Charakter der Moderne als Epoche der Zeiten- und Kulturenmischung literarisch abzubilden. Bedingt durch sein grotesk-karnevaleskes Prosa-Verfahren entwirft James Joyce eine grandiose Parodie der abendländischen Kultur und vor allem des viktorianisch geprägten Bürgertums, denn Finnegans Wake erscheint als monströser Außenseitertext im zeitgenössischen Literaturbetrieb - als gleichsam anarchistischer Gegenentwurf zum offiziellen ästhetischen Kanon.
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Frank Unger
Demokratie und Imperium
Die Vereinigten Staaten zwischen Fundamentalismus, Liberalismus und Populismus
Herausgegeben von Richard Faber und Wolf-Dieter Narr.
264 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4322-2
Vorwort - Einleitung - Are We Dreaming? Exceptional Myths and Myths of Exceptionalism in the United States - I. Demokratie zwischen Liberalismus und Populismus - Demokratie ohne Optionen: Zur Kultur der politischen Herrschaft in den USA. Geschichte und Gegenwart des Liberalismus in den Vereinigten Staaten von Amerika - Konservative Konversion. Über die Selbstaufhebung des US-amerikanischen Linksliberalismus - Populismus und Demokratie in den Vereinigten Staaten von Amerika - II. Religion zwischen Atheismus und Fundamentalismus - Politisierter Fundamentalismus und Rechtspopulismus in den USA - Sakularer (In-)Humanismus. Agnostizismus und Atheismus in der 'christlichen Nation' Amerika - US-Linksprotestantismus im 20. Jahrhundert - III. Imperium zwischen Multilateralität und Unilateralität - Wilsonismus und Imperialismus - Die USA unter Clinton. Geookonomie als Friedenspolitik? - George W. Bush im historischen Kontext US-amerikanischer Außenpolitik![]()
Köhnlein, Günther
Phänomen Arbeitsstörungen
Tiefenpsychologischer Beitrag zur Psychodynamik und psychotherapeutischer Praxis
220 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4319-2
Arbeitsstörungen äußern sich im beruflichen Alltag und im Studium. Symptome wie Stress, Nervosität, psychosomatische Beschwerden, Angst- und Panikzustande, sowie depressive Verstimmungen weisen auf innere Konflikte hin und sind in der jeweiligen Person tief verankert. Je nach Persönlichkeitsstruktur (6 Typen) werden die innerseelische Dynamik und deren Problembewältigung verdeutlicht. Diese unbewussten Konflikte zeigen sich z.B. im Verschieben, Vermeiden, nur unter Druck arbeiten, Perfekt-Sein, Unzufriedenheit, innerem Protest sowie Tagtraumen und werden an Fallbeispielen (Befragung) aus der Praxis veranschaulicht. "Das Buch ist so geschrieben, dass man gerne weiter und weiter liest und ware Chefs, Personalleitern aber auch Betroffenen als Pflichtlektüre zu empfehlen." Zur Geschichte von Arbeit und Arbeitsfähigkeit - Selbstverwirklichung - Selbstentfremdung - Auserungsformen von Arbeitsstörungen - Persönlichkeitsspezifische Arbeitsstile und deren Arbeitsstorungen (schizoid - depressiv - narzisstisch - ängstlich - histrionisch-zwanghaft) - Subjektives Erleben der Befragten (Ergebnisse) - Bewältigung und Thesen zur Überwindung.![]()
Anthropologie - Bildung - Demokratie
Kulturkritische Befunde
260 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4262-1
Die Autoren des Bandes beleuchten aus verschiedenen Fachperspektiven (Politikwissenschaft, Philosophie, Erziehungswissenschaft, Kunsttheorie) zentrale Mythen einer Gesellschaft, die in einem Konfliktraum pathologischer Grenzüberschreitungen gefangen zu sein scheint. R. Sonnenschmidt: Der (ge)doppelte Mensch. Ein Beitrag zur philosophischen Anthropologie des Geschlechterdualismus - P. Krumpholz: Zum Verständnis von Kultur und Interkulturalitat unter der Perspektive der Philosophie und Religionspolitologie - A. Dordel / A. Ulrich: Das identitäre Selbst. Die psycho-esoterischen Wurzeln der Selbst-Ökonomie in der Moderne - O. Jann: Die Arroganz der Ignoranz. Vom Elend real existierender Demokratie - A. Schmidt: Literarisches Propadeutikum. Über den gesellschaftspolitischen Wert publizistischer Essayistik im Hinblick auf die Ausbildung einer Philosophie der Freiheit - C. Hungeling: Über die Regression des Lesens. Zum Verhältnis von Buchmarkt, Lesekultur und Demokratie - A. Bernhard: Elemente eines kritischen Begriffs der Bildung - O. Jann: Bildungsrepublik. A fond perdu - B. Gräfrath: Der Mensch als Wissenschaftler, Künstler und Abenteurer: Divergierende Ideale beim frühen Nietzsche
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Fritz Langs ' M - eine Stadt sucht einen Mörder'
Texte und Kontexte
Hrsg.Urs Büttner u.Christoph Bareither in Zusammenarbeit mit Dorothee Kimmich, Martin Gehring, Charlotte Szilagyi
200 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4214-0
A. Kaes: Vorwort - 1. Medium und Zeichen - C. Bareither: Mörder-Medium - M. Tatar: Umbesetzungen Elsies. Zur symbolischen Darstellung in Fritz Langs "M" - C. Szylagyi: "Er ist unter uns". Andersheit zwischen Unsichtbarkeit und Markierung - A. Gerlach: Körper und Körperlichkeit in "M" - 2. Machart und Ästhetik - J. Knape / E. Grüner: "M" - Ein Film spielt seine Rhetorik aus - M. Gehring: Optik einer Mörderjagd. Perspektiven und Schnitte in Fritz Langs "M" - D. Kimmich: "M" - Ding und Indiz - U. Büttner: Hans Beckert in der Halle des Bergkönigs. Der "M"-Soundtrack als Ironisierung von Dietrich Eckarts "Peer Gynt" Bild - 3. Moderne und Gesellschaft - J. Harst: "M" - Psychoanalyse eines Films - S. Kunkel: Zwischen Krise, Ordnung und Gouvernementalität: "M" und die Konstruktion der Weimarer Republik - Á. Santana Acuña: "M" und die Entdeckung der "Masse" oder Die Erfindung "visueller" Sozialtheorie - D. Schmeiser: Urteil und Gesellschaft - Aspekte der Justizkritik in "M" - S. F. Hall: Der letzte Polizeifilm. "M" im Kontext polizeilicher Medienkampagnen der Weimarer Republik - 4. Materialien und Selbstdeutung - Teil I: Zeitgenössische Quellen. Fritz Lang: Notizbuch. Edition und Kommentar. Fritz Lang: Mein Film "M" - ein Tatsachenbericht (1931). Fritz Lang: Interviewaussagen zu "M". Fritz Lang: Some Random Notes about M. Thea von Harbou: Warum gerade solch ein Film? (1931) - Teil II: Rezeption und Kritik. 1. Überblick zum Presseecho. 2. Siegfried Kracauer: Unterwelt (FZ Filmkritik "M" 1931). 3. Gabriele Tergit: Der Film des Sadismus. (Die Weltbuhne Filmkritik "M" 1931). 4. Rudolf Arnheim: Eine Minute Pause. (Die Weltbuhne (Berlin) Filmkritik "M" 1931). Siegfried Kracauer: Mörder unter uns (1947) - Teil III: Erstfassung und Restaurierung. 1. Zensurkarte. Edition der verlorenen Szene der Erstfassung. 2. Die Restaurierung des Films - Teil IV: Bibliographie zu "M"![]()
Hanna Walsdorf
Bewegte Propaganda
Politische Instrumentalisierung von Volkstanz in den deutschen Diktaturen
300 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4259-1
Seitdem sich die Forschung im ausgehenden 19. Jahrhundert dem Volkstanz zugewandt hat, sind vielerlei Definitionen desselben formuliert, revidiert und präzisiert worden. Die Ansichten darüber, was denn Volkstanz eigentlich sei, gingen und gehen dabei weit auseinander. 'Volkstanz', das war und ist eine durchlässige Größe, und entsprechend gros fallt die allfällige Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit aus. So ist jener überaus uneinheitlich definierte 'Volkstanz' immer irgendwie politisch und kann nur in seinem historischen Kontext verstanden werden. Mit dem 'Dritten Reich' und der Deutschen Demokratischen Republik nutzten zwei - zugespitzt formuliert - ideologisch konträre Regimes mit dem Volkstanz dasselbe Mittel zur Inszenierung und politisch-ideologischen Manipulation der Volksgemeinschaft bzw. Volksmasse. Die Studie untersucht die konkreten Bezuge zwischen Körperbildern und politischer Ideologie, Massenveranstaltungen und nationaler Gemeinschaft, fragt nach dem Einfluss des Diskurses um diese Denkfiguren und kulturellen Praktiken auf den Volkstanz und analysiert die Begriffsentwicklungen in den beiden Untersuchungszeitraumen. Damit werden nicht nur evidente Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgefiltert und durchleuchtet, sondern im Ergebnis auch Kontinuitäten zwischen den beiden untersuchten Systemen aufgezeigt.![]()
Armin Leidinger
Hure Babylon
Großstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft?
Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin:
eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive.
330 S., Br., € 49,00
978-3-8260-4211-9
Das Buch bietet eine umfassende, kulturgeschichtlich ausgerichtete Untersuchung zur Grosstadtthematik von Doblins Berlin Alexanderplatz, die sich gleichermaßen an historisch wie literarisch interessierte Leser wendet. Es widmet sich vor allem der semantischen Ebene der Fragestellung: den Bildern der 'Textstadt' Berlin. Im Zentrum steht die Bewertung des Romans als kulturgeschichtliche Quelle. Der innovative Kern besteht darin, auf der Basis von Achim Landwehrs Methode der 'Historischen Diskursanalyse' die entscheidenden Diskurse und Argumentationsfiguren der kontrovers geführten zeitgenössischen Debatte um die Großstadt Berlin zu rekonstruieren. Vor dem Hintergrund dieses 'semantischen Archivs' sucht die Arbeit mit Hilfe von geschichts- und literaturwissenschaftlichen Methoden nach Verknüpfungen zwischen Doblins Roman und Teilen der Diskussion. Kernthese der Arbeit ist, dass die literarische Struktur von Berlin Alexanderplatz mit zwei spezifischen Argumentationsfiguren der zeitgenössischen Debatte korreliert. Der wichtigste Grosstadtroman der Weimarer Republik wird so präzise in der zeitgenössischen Bewertungsskala von Grosstadtfeindschaft bis Weltstadtbegeisterung verortet. Dabei stellt sich heraus, dass die weitverbreitete grosstadtkritische Lesart falsch ist.
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Leidenschaft und Vernunft
Die öffentliche Intelektuelle Susan Sontag
(Hrsg. Engelmann Jan, Faber Richard, Holste Christine )
198 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4325-3
Vorwort - Einleitung: Richard Faber, Susan Sontag oder: "Geist als Leidenschaft" - I. Die existenzielle Philosophin und Literaturkritikerin - H. Thein: Botschaften. Susan Sontags Auseinandersetzungen mit Simone Weil und die Spuren ihrer Freundschaft mit Susan Taubes - A. Kwaschik: "Zuweilen musste ich vergessen, dass ich eine Frau war". Artemisia Gentileschi, Anne Banti und Susan Sontag oder die Geschichte außergewöhnlicher Frauen - II. Die originelle Kritikerin und Theoretikerin der Bildmedien - V. Woltersdorff alias L. Logorrhöe: Sontags Camp-Essay und einige seiner Folgen - R. Zimmermann: Eine Art von Total Recall. Eine heutige Sicht auf Susan Sontags Essay über Science- Fiction-Filme - K. Bruns: Schatten des Realen. Susan Sontags Perspektiven auf Film und Fotografie - C. Brink: Fotografien sehen und zeigen. Überlegungen aufgrund von Susan Sontags "Das Leiden anderer betrachten" - C. Holste: Francois Masperos "Balkans- Transit". Eine vorweggenommene Realisierung des fotografischen "Notierprojekts" von Susan Sontag - III. Die engagierte Zeitgenossin und Publizistin - R. Brenneke: Die amerikanische Freundin. Susan Sontags Reise nach Hanoi - O. Briese: Krankheit ohne Metapher. Susan Sontags optimistische Unmittelbarkeit - Dossier: Sontags Lieblingsfilme im Berliner "Arsenal". Grußwort und Programm![]()
Barbara Hornberger
Geschichte wird gemacht
Die Neue Deutsche Welle
Eine Epoche deutscher Popmusik
320 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4288-1
Fast drei Jahrzehnte nach dem Ende der Neuen Deutschen Welle liegt nun mit "Geschichte wird gemacht" eine umfassende kulturwissenschaftliche Studie zur NDW vor, die diese Schlüsselepoche deutscher Popkultur detailliert beschreibt, analysiert und kulturhistorisch einordnet. Die innovative Verknüpfung kulturhistorischer, soziologischer und ästhetischer Fragestellungen und Methoden eröffnet nicht nur einen genaueren - und vielfach neuen - Blick auf die NDW, sondern markiert einen neuen kulturwissenschaftlichen Forschungsansatz sowohl zu Popmusik und Jugendkultur als auch zu einer Theorie Populärer Kultur. "eine wahrhaft kulturwissenschaftliche Arbeit" (Hans-Otto Hügel) "ein allumfassendes Standardwerk über die NDW" (Jürgen Terhag)![]()
Karl-Heinz Lembeck
Philosophie als Zumutung?
Ihre Rolle im Kanon der Wissenschaften
180 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4333-8
Die hier vorgelegten Studien kreisen um die Frage, ob, und wenn ja, wie die Philosophie heute noch imstande ist, ihrem alten Selbstverständnis als Prinzipien- und Begründungswissenschaft zu genügen. Dabei wird die Rolle in einem Wissenschaftsmilieu geprüft, das von monistischen und hegemonialen Tendenzen nicht frei ist, und in dem die Philosophie dann gelegentlich nur noch als Zumutung erscheint – was sie allerdings, wohlverstanden, auch sein will. Auch wenn man mit einem solch erneuten Selbstverständigungsversuch schnell apologetische Ambitionen verbinden könnte, handelt es sich in Wahrheit doch um eine essentielle Angelegenheit des Philosophierens selbst. Denn wenn anders der Begründungsgedanke noch tragfähig ist, so muss er dies zuallererst im Sinne einer Rechtfertigung der Philosophie selbst sein – wenigstens in dem Sinne, als ihr Zumutungscharakter für den, der philosophiert, ebenso wie für den, der von außen zuschaut, verständlich wird. Diese Rechtfertigung soll gelingen im Horizont des Nachdenkens mit und über Wissenschaft. So führt diese Fragestellung einerseits mitten ins Zentrum der philosophischen Arbeit, die sich hier vor allem als Phänomenologie versteht; andererseits erprobt sich diese Arbeit im konkreten Gespräch mit den Wissenschaften; und nicht zuletzt deshalb liefert sie schließlich auch eine attraktive Folie, in charakteristische Gestalten des Philosphierens einzuführen.![]()
Musik in der antiken Philosophie
Eine Einführung
Herausgegeben von Michael Schramm und Stefan Sorgner
240 S., Br., € 38,00
978-3-8260-3393-3
INHALT
Werner Schulz: Grundzüge der antiken Musiktheorie
Egert Pöhlmann: Geschichte der antiken Musik
Rainer Thiel: Musik im frühgriechischen Epos
Gregor Staab: Pythagoras und der frühe Pythagoreismus
Kurt Sier: Platon und die Alte Akademie
Michael Schramm: Aristoteles und der frühe Peripatos
Carl-Friedrich Geyer: Epikur und der Epikureismus
Lorenz Rumpf: Lukrez
Michael v. Albrecht: Cicero
Werner Schubert: Seneca
Rosario La Sala: Sextus Empiricus
Herwig Görgemanns / Rainer Hirsch-Luipold: Plutarch
Stefan Lorenz Sorgner: Plotin und der pagane Neuplatonismus
Frank Hentschel: Augustinus
Anja Heilmann: Boethius![]()
Jürgen H. Franz
Geist und Handlung
Wilfrid Sellars‘ Theorie des Handelns im manifesten und wissenschaftlichen Weltbild
540 S., Br., € 80,00
978-3-8260-4327-7
Dieses Buch widmet sich der ebenso alten wie aktuellen Frage, wie das Handeln des Menschen plausibel und nachvollziehbar erklärt werden kann. Es wird das Ziel verfolgt, dieses brisante und immer noch kontrovers diskutierte Problem der Handlungserklärung philosophisch zu bedenken und adäquate Losungen zu entwickeln. Dabei wird zunächst ein Umweg eingeschlagen, der sich jedoch als besonders lohnenswert erweist, nämlich den über die philosophische Handlungstheorie von Wilfrid Sellars, die untrennbar mit seiner weitbekannten Philosophie des Geistes verknüpft ist und, obgleich bereits zur traditionellen Handlungstheorie gehörend, von bemerkenswerter Aktualität ist. Seine Handlungstheorie wird in diesem Buch erstmalig systematisch, vollständig und kritisch rekonstruiert. Über Sellars hinausgehend wird anschließend der anspruchsvolle Versuch unternommen, alternative Wege zur Lösung des Problems der Handlungserklärung aufzuzeigen, die sich besonders dadurch auszeichnen, dass sie die bekannten Unzulänglichkeiten traditioneller Grunde- und Kausalerklärungen von Handlungen überwinden.![]()
Oldemeyer, Ernst
Dialektik der Wertorientierung
Studien zu einer europäischen Geisteshaltung
260 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4303-1
Thema dieses Buches sind die Leistungen menschlichen Wertens (Werturteilens) und der Orientierung an Werten. Sie haben Wurzeln in triebhaften physiopsychischen Reaktionen, die durch die ‚natürliche’ Evolution in allen höheren Tierarten angelegt sind. Diese Studien widmen sich aber vorwiegend komplexeren Orientierungsproblemen, die sich in der von Menschen vorangetriebenen ‚kulturellen Evolution’ stellen. Mit ihrer kumulativen ‚materiellen’ Kultur und der fortschreitenden ‚geistigen’ Orientierung in einer ‚offenen Welt’ übertrifft die Menschheit langfristig entscheidend die Lernkapazität verwandter Tierarten. In dieser Aneignung – geleistet im Medium des sprachverstärkten Bewusstseins über Wahrnehmen, Denken, Fühlen/Werten und Wollen/Handeln – hat das Werten eine Schlusselfunktion: Es setzt Bedeutungsakzente in die erfahrene Welt und erleichtert so Verständigung wie Distanznahme. Am Anfang steht eine Skizze zur Phänomenologie des Wertens und der Werte (I). Die Behandlung der Frage: Warum und wie wandeln sich menschliche Wertorientierungen? (II) leitet über zur Begründung einer historischen These über den in Europa ausgebildeten Stil, unterschiedliche Werteinstellungen als antithetische Standpunkte einander entgegenzustellen. Wo solche Antithesen als gleich berechtigt ertragen und nicht zum Wert- Unwert-Gegensatz (‚gut’-‚böse’) verhärtet werden, sind ‚dialektisch’ höherstufige Synthesen möglich (III). Weitere Beitrage gelten besonderen Wertdialektiken: der Einschätzung von Frieden und Krieg (IV), dem Konflikt Kulturfortschritt – Natureinfügung in der Technikentwicklung (V), sowie Dämonisierungen und Eudämonisierungen in der Technikbewertung (VI). Eine geistesgeschichtliche Verortung der Wertperspektive im ‚lebensphilosophischen’ Impuls des 19./20. Jahrhunderts rundet den Band ab (VII)![]()
Geschichte - Musik - Film
280 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3979-9![]()
Brüschweiler, Andreas
Sokrates‘ Jugend und seine ersten philosophischen Gespräche
240 S., Br., € 36,00
978-3-8260-4270-6
Im siebenten Brief betont Platon, dass es von ihm selbst keine Schrift über seine philosophischen Bestrebungen gebe und auch nie eine geben werde. Trotz dieser eindeutigen Aussage von Platon geht die herrschende Lehrmeinung davon aus, dass Platon der Urheber der uns überlieferten philosophischen Dialoge mit Sokrates gewesen sei und diese deshalb keine realen Gespräche, sondern vielmehr philosophische Werke von Platon darstellen wurden. In dem Buch wird der herrschenden Lehrmeinung die Auffassung entgegengestellt, dass in den sog. "platonischen" Dialogen tatsachlich die Aussagen des historischen Sokrates sowie von dessen jeweiligen Gesprächspartnern festgehalten sind und Platon nach dem Tode von Sokrates lediglich die Edition dieser Dialoge, die andere mitgeschrieben oder aus dem Gedächtnis nachgeschrieben hatten, übernahm, um der Nachwelt das Erbe von Sokrates zu erhalten. Ziel des Buches ist es, aufgrund der in den Dialogen Parmenides und Symposion enthaltenen Informationen die philosophische Entwicklung von Sokrates in dessen Jugendzeit zu erschließen und daran anschließend zu analysieren, auf welche Weise er seine philosophische Sichtweise als noch relativ junger Mann in den Dialogen mit dem Sophisten Protagoras und mit Alkibiades zur Geltung brachte. Zur Abrundung des Bildes von Sokrates werden die biographischen Angaben über ihn berücksichtigt und kritisch gewürdigt, die in Werken anderer antiker Autoren enthalten sind. In diesem Sinn bildet das Buch den ersten Teil einer Biographie von Sokrates.![]()
Patientenverfügung und Ethik
Beiträge zur guten klinischen Praxis.
Jahrbuch Ethik in der Klinik Bd. 2
(Hrsg. Frewer Andreas, Fahr Uwe, Rascher Wolfgang)
338 S., Gb., € 48,00
978-3-8260-4248-5
A. Frewer / U. Fahr / W. Rascher: Patientenwille, Vorsorge und Ethik. Zur Einführung
I. Schwerpunkt: Patientenverfügung und Ethik - G. Bockenheimer-Lucius: Die Patientenverfugung in der Praxis. Grundlagen ärztlichen Handelns und klinischen Entscheidens - A. T. May: Beratung zu Vorsorgemöglichkeiten. Patientenverfugungen zwischen Politik, Ethik und Praxis - M. Rothhaar / R. Kipke: Die Patientenverfugung als Ersatzinstrument. Differenzierung von Autonomiegraden als Grundlage für einen angemessenen Umgang mit Patientenverfugungen - B. van Oorschot: Patientenverfugungen im Gespräch: Befragungsergebnisse und Beratungserfahrung - S. Sahm / L. Schröder: Verbreitung von Patientenverfugungen und stellvertretende Entscheidung durch Angehörige: Präferenzen für die Entscheidungsfindung am Lebensende - eine empirische Untersuchung
II. Forum: Interdisziplinäre Diskussionsbeiträge - A. Frewer / U. Fahr: Ethikberatung zu Patientenverfugungen. Erfahrungen und Beispiele am Universitätsklinikum Erlangen - J.-D. Hoppe: Patientenverfugungen und Ethikberatung in der Praxis. Die Position der Bundesärztekammer - K. Kutzer: Rechtslage und Entwicklung des parlamentarischen Verfahrens zur Patientenverfugung - D. Sontheimer: Suizid durch Patientenverfugung? Ein Beitrag aus internationaler Perspektive - C. Oswald: Patientenverfugung, Pflege und ethische Entscheidung. Die pflegerische Perspektive im Behandlungsteam bei "Anordnung zum Verzicht auf Wiederbelebung" - W. Rascher: Patientenverfugungen in der Pädiatrie? Patientenwille in der Kinder- und Jugendmedizin - K. W. Schmidt / M. Schöffner / M. Sold: "Wie erstelle ich meine Patientenverfugung?" Ein neues Informationsangebot als DVD-Film: Entstehung, Zielsetzung und Nutzungsmöglichkeiten
III. Diskussion: Fallstudien - M. W. Beckmann et al.: Schwangerschaft, Herzinfarkt, Hirnschädigung. Medizinische und ethische Fragen beim Umgang mit Mutter, Kind und sozialem Kontext - A.-K. Simbeck: Pflege und Ethik. Organtransplantation eines muslimischen Patienten
IV. Rezensionen - A. M. Buyx: T. L. Beauchamp / J. F. Childress (2009): Principles of Biomedical Ethics, 6th edition - B. Hermann: D. Gros / A. T. May / A. Simon (Hrsg.) (2008): Beitrage zur Klinischen Ethikberatung an Universitätskliniken - U. Fahr: L. Farber Post / J. Blustein / N. Neveloff Dubler (2007): Handbook for Health Care Ethics Committees - A. Frewer: U. H. J. Kortner / C. Kopetzki / M. Klete?ka-Pulker (Hrsg.) (2007): Das österreichische Patientenverfugungsgesetz. Ethische und rechtliche Aspekte - R. Porz / K. Laederach: Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (2009): Patientenverfugungen. Medizinisch- ethische Richtlinien und Empfehlungen - V. Dokumentation - Das deutsche Gesetz zur Patientenverfügung - D. Leonhardt: Ethik im klinischen Alltag. Erste Öffentliche Sitzung eines Ethikkomitees. 7. Ethiktag des Klinischen Ethikkomitees in Erlangen (2008) - Arbeitsgruppe "Therapiebegrenzung" des Klinischen Ethikkomitees am Universitätsklinikum Erlangen: Empfehlungen für die Anordnung eines Verzichts auf Wiederbelebung (VaW-Anordnung) - Die Mitglieder des Klinischen Ethikkomitees am Universitätsklinikum Erlangen Wissenschaftlicher Beirat: Florian Bruns, Alena M. Buyx, Tanja Krones, Georg Marckmann, Marianne Rabe, Kurt W. Schmidt.![]()
Carsten Schmidt
Kafkas fast unbekannter Freund
Leben und Werk von Felix Weltsch, Philosoph, Journalist und Zionist
280 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4274-4
über den Prager Literaten Felix Weltsch (1884- 1964) wissen die meisten Menschen leider nichts. Er ist jedoch zu Unrecht vergessen und war über viele Jahre ein interessanter, mutiger Journalist, Philosoph und Bindeglied im so genannten "engen Prager Kreis" zwischen Franz Kafka und Max Brod. Sein interdisziplinares Schaffen und die dauerhafte Freundschaft zu Zionisten wie seinem Cousin Robert Weltsch, Hugo Bergman und Martin Büber werden hier ebenso beschrieben wie seine Rolle als führender Philosoph, Zionist und Journalist in Prag und dem werdenden Israel der 1940er Jahre bis zu seinem Tod 1964 in Jerusalem. Bisher gibt es nur eine Hand voll Essays zu Felix Weltsch, verstreut auf der ganzen Welt. Hunderte Quellen und Fakten aus zum Teil erstmalig gesichteten privaten und öffentlichen Archiven sowie befragte Zeitzeugen wie Weltschs Verwandte eröffnen nun neue Erkenntnisse u. a. für die Kafka-Forschung. Über Kafkas Leben und Werke weiß man enorm viel. Seine Freunde sind viel weniger bekannt; sie waren jedoch mit ihren Hilfen und Ideen von großer Bedeutung für ihn. Diese Biographie versucht Kafkas wichtigsten Freund neben Max Brod wiederzuentdecken. Das Buch schließt die Promotion des Autors ab und stellt das erste umfassende Werk zu Weltsch überhaupt dar.![]()
Roland Schiffter
Das Alphatierprinzip
Zur Naturgeschichte von Heldentum, Personenkult und Götterglauben
Und auch: Über den physiologischen Schwachsinn des Mannes
unter Mitarbeit von Henning Schiffter
210 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4294-2
Das Buch beschreibt in allgemeinverständlichen Worten ein offensichtliches biologisches Grundprinzip, das zu allen Zeiten in allen Bereichen der Menschengesellschaften wirksam war und ist: Das Alphatierprinzip. Es wird evolutionsbiologisch aus den entsprechenden Verhaltensmustern der Primaten und der Vor- und Frühmenschen hergeleitet, es ist in den heutigen archaischen Kulturen nachweisbar und wird an Beispielen der Heldengeschichten, des Personenkultes und des Gottesglaubens exemplifiziert und begründet. Dabei ergeben sich Einsichten sowohl über Rivalitätsdrang, Dominanz- und Machtstreben, als auch über das allen Menschen eigene Bedürfnis nach der Verehrung und Anbetung von Helden und Göttern und über die Zuspitzungen und Perversionen dieses Prinzips bei Diktatoren und Kriegern. Eingeflochten sind leicht ironische Überlegungen zum alphatierisch bedingten und damit physiologischen Schwachsinn des (dominanzsüchtigen) Mannes. Das grundsätzlich unbegrenzte Machtstreben der Menschen (vornehmlich der männlichen) und die gleichzeitige Neigung aller Volker zu Religionen finden ebenso eine evolutionsbiologische Erklärung wie die Tendenzen der Menschen zu Unterdrückung und Grausamkeit immer dann, wenn die verehrten oder gefürchteten Alphatiere es legitimieren (Babyalisierung). Sowohl Krieg und Grausamkeit als auch Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe haben offensichtlich biologische Wurzeln. Es gilt, das Alphatierprinzip zu erkennen und positiv zu nutzen, aber auch besser zu lernen, es in seinen Antrieben zu kontrollieren und es in seinen Auswuchsen zu hemmen.![]()
Schmitz-Burgard, Sylvia
Gewaltiges Schreiben gegen Gewalt
320 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4278-2
Diese Analyse richtet kritische Aufmerksamkeit auf die Beteiligung an, die Reaktion auf sowie den Widerstand gegen faschistische, patriarchalische und alltägliche Gewalt in den Texten sechs im 20. Jahrhundert schreibender Frauen, wie die folgende Übersicht des Inhaltsverzeichnisses darlegt: 1. "Gegen-Gewalt" oder Schreiben im Zeichen von "Kultur ist Politik" (Erika Mann und Ulrike Meinhof) 2. Martyrerin-Triptych (Ingeborg Bachmann) 3. Schonungsloses Erzählen in den letzten Zügen (Christa Wolf) 4.Körpersprache als Ausdruck der Verdrängung: Tödliche Nachwirkungen des Faschismus (Elfriede Jelinek) 5. Von historischem Wiederholungszwang zum Traum menschlicher Wurde (Helga Königsdorf). Rechtsgeschichtliche Forschung, Geschlechterstudien und ethische Theorien untermauern die Textinterpretationen mit ihren bemerkenswert uneinheitlichen Befunden. Einerseits wehrten sich Frauen auf viele verschiedene Arten gegen die Gewalt der Männer, andererseits passten sie sich an die repressiven Machtmaßnahmen der patriarchalischen Gesellschaft an. Das führte entweder zu Gegengewalt als Gewalt gegen Gewalt oder zu Gewalt gegen aufgrund von Alter, Art und Auffassungsgabe als Anders Geltende oder eben zu gewaltigem Schreiben gegen Gewalt.![]()
Aufbau wozu
Neues zu H. C. Artmann
(Hrsg. Marc-Oliver Schuster)
298 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4298-0
M.-O. Schuster: Einleitung - M. Schmitz-Emans: "kein zauber ist mir fremd geblieben": H. C. Artmanns Wortgeburten - P. Pabisch: Die vielfaltigen Sprachmasken und eigenwilligen Textsorten bei H. C. Artmann - M. Backes: H. C. Artmanns Darstellung der Dichterexistenz und die Wiener Gruppe - J. J. White: Hans Carl Artmann und die europäische Literatur des 17. Jahrhunderts - E. Parth: H. C. Artmann - Dichter und Übersetzer: Konig Ubu, die Wiener Fassung des Ubu Roi von Alfred Jarry - A. Millner: Kasperl als Dichter: über die Lustige Figur in H. C. Artmanns Stucken - S. Kaar: H. C. Artmann, how lovecraft saved the world: Modell einer Analyse - J. Lajarrige: Hans Carl Artmann als Diarist: Das schwedische Tagebuch Das suchen nach dem gestrigen Tag - M.-O. Schuster: "bei allem, was weiß ist": Intertextuelle Komplexität und implizite Ästhetik in H. C. Artmanns Frankenstein in Sussex - A. Brandstetter: Konkrete Bildlichkeit: Zu einem Gedicht H. C. Artmanns - H. Kunzelmann: Die "Bibliothek H. C. Artmann" als posthumer Epitext - M. A. Hainz: H. C. Artmann: Werk - Nachlass - Wirkung...und Versäumnis![]()
Dieter Adelmann
"Reinige dein Denken"
Über den jüdischen Hintergrund der Philosopie von Hermann Cohen
Aus dem Nachlass herausgegeben, ergänzt
und mit einem einleitenden Vorwort versehen von Görge K. Hasselhoff
350 Seiten, Br., € 39,80
978-3-8260-4301-7
In dem Band geht es - gegen eine von Franz Rosenzweig vorgebrachte These - um den Nachweis, dass bereits vor den Kantschriften Hermann Cohens Aspekte der Religionsphilosophie standen, die aus der Ausbildung am Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau und dem anschließenden Studium bei H. Steinthal herrührten. Diese blieben eine Konstante in Cohens Philosophie, die sowohl im Antisemitismusstreit von 1879/ 80 als auch in den religionsphilosophischen und religiösen Vortragen in jüdischen Vereinen, die ab 1898 belegt sind, als auch im Engagement in der verfassten "Wissenschaft des Judentums" ab 1902 nachweisbar sind. Eine zweite Konstante waren die synagogalen Musiktraditionen für die Ausformung der Philosophie.![]()
Hans M. Schönherr-Mann
Globale Normen und individuelles Handeln
Die Idee des Weltethos aus emanzipatorischer Perspektive
204 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4330-7
Gibt es globale ethische Normen? Hans Kungs Projekt Weltethos diagnostiziert sie in den großen Weltreligionen. Kann man sie aus aufgeklarter Perspektive teilen? Im modernen demokratischen Rechtsstaat hat die Ethik längst nicht mehr den Sinn, die Menschen der Gemeinschaft unterzuordnen. Die Zeitgenossen bedienen sich vielmehr der Ethik, um ihre eigene Lebensform zu entwickeln. Damit entsteht eine globale Gemeinsamkeit zwischen den Menschen, nicht zwischen ihren Gemeinschaften. Aus emanzipatorischer Perspektive entspringt daraus die Globalität gemeinsamer oberster Normen. Derart verkörpert die Idee des Weltethos eine Wende der Ethik im 20. Jahrhundert, wie sie sich ansonsten bei John Dewey, Emmanuel Levinas, Hannah Arendt und John Rawls anzeigt. Noch schwieriger aber wird die Anwendung anerkannter oberster Normen. Welche Tugenden und Kompetenzen hatte der ostpreußische Lokomotivführer gebraucht, der einen Zug voller Juden nach Auschwitz fuhr, um zu begreifen, dass er sich aktiv am Massenmord beteiligt? Angesichts der veränderten Lebensumstande in der Moderne lassen sie sich nicht mehr auf die traditionellen Kardinaltugenden beschränken. Vielmehr gehören heute dazu u.a. Einbildungskraft, Neugier, Leidenschaft, Kreativität, Gelassenheit, Abenteurertum, Verantwortung und Freundschaft.![]()
Charlotte Jolles
Ein Leben für Theodor Fontane
Gesammelte Aufsätze und Schriften aus sechs Jahrzehnten.
Herausgegeben von Gotthard Erler unter Mitarbeit von Helene Chambers.
360 S., Br.,€ 49,80
978-3-8260-4252-2
Aufsätze, Studien, Vorträge - Der junge Fontane - "Gideon ist besser als Botho". Zur Struktur des Erzählschlusses bei Fontane - "Und an der Themse wachst man sich anders aus als am 'Stechlin'": Zum England-Motiv in Fontanes Erzählwerk - Fontanes Studien über England - Theodor Fontane als Essayist und Journalist - The literary and historical significance of correspondence. Inaugural Lecture - "Der Stechlin": Fontanes Zaubersee - Friedrich Max Muller und Theodor Fontane: Begegnung zweier Lebenswege - Waltham-Abbey - "Dutzende von Briefen hat Theodor Fontane mir geschrieben ..." Neuentdeckte Briefe Fontanes an Eduard Engel - Weltstadt - Verlorene Nachbarschaft. Berlin-Bilder Raabes und Fontanes - "Berlin wird Weltstadt". Theodor Fontane und der Berliner Roman seiner Zeit - Konfidentenberichte Edgar Bauers über den "Preußischen Agenten Fontane". Eine überraschende Entdeckung - Festvortrag zur Gründung der Theodor Fontane Gesellschaft e.V. am 15. Dezember 1990 in Potsdam - Lukullisches und "Kochbüchliches": Zum Kulinarischen in der Erzählkunst des Realismus - Theodor Fontane - A foreigner who subscribes himself "Th. F." - Unwiederbringlich - Der Irrweg des Grafen Holk - Die Tagebucher - Rezensionen - Miszellen - Nachrufe, Würdigungen - Autobiographisches![]()
Uslar, Detlev:
Traum als Ereignis
Psychologie der Trauminhalte und Traumsymbole
292 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4311-6
Träume sind nicht nur Bilder oder Vorstellungen, sondern oft dramatische Handlungen. Im Traum ist etwas los, es geschieht etwas, ereignet sich. Aber, wenn wir unsere Traume aufschreiben, sind es Bilder von wunderbarer Leuchtkraft, und im Lauf der Zeit entstehen Serien von Traumberichten, aus denen wir bestimmte Themen herausgreifen können, wie zum Beispiel: „Das Tier im Traum“, „Die geträumte Stadt“, oder „Hohlen und unterirdische Gange“.
In diesem Buch werden einzelne solche Serien, wie zum Beispiel Lowe oder Hirsch und Schlange und Pferd, oder Hohlen und Gange – aus einer großen Traumserie – dargestellt und interpretiert, und dabei entfaltet sich ihre symbolische Bedeutung. Der Traum in seiner Symbolik begleitet unsere Lebensgeschichte.
Traum und Schlaf gehören genauso zu unserer Existenz wie das Wachen. Auch in ihnen ereignet sich unser Dasein. Auch im Traum zeigt und ereignet sich uns das Sein in seiner bunten Fülle.![]()
Zarnegin, Kathy:
Eine Wissenschaft des Unbewussten
240 S., Br., € 36,00
978-3-8260-4334-5
Das vielseitige Vernetzungspotenzial des psychoanalytischen Praxisfelds steht in den letzten Jahren zunehmend im Fokus von interdisziplinar angelegten wissenschaftlichen Auseinandersetzungen. Doch der wachsenden Bedeutung dieses neuen Forschungszweigs steht nach wie vor die Isoliertheit der psychoanalytischen Theorie im Kanon der Wissenschaften gegenüber. Die Offenheit des psychoanalytischen Terrains erschwert augenscheinlich dessen Zuordnung zu einer anerkannten wissenschaftlichen Richtung. An der Schnittstelle zwischen Kultur- bzw. Gesellschaftswissenschaften und Naturwissenschaften einerseits und an derjenigen zwischen Glauben und Wissen andererseits hat es die Psychoanalyse schwer, sich im bestehenden, monoobjektal definierten Kanon zu etablieren. Das Platonische Verdikt, wonach ein jeder Burger nur etwas gut machen könne, scheint heute noch wirksam zu sein. Doch ist es nicht an der Zeit, in einer pluralistisch und kontrovers geführten kritischen Disziplin, ein Vorbild für einen zeitgemäßen wissenschaftlichen Diskurs zu sehen? In diesem Sammelband liefern renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler differenzierte Ansatze zum Verhältnis von psychoanalytischen Prämissen und Theoremen zum Wissens- und Wahrheitsbegriff und machen anhand von aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen oder literarischen Texten die Konsequenz geltend, dass die Anerkennung einer Wissenschaft des Subjekts die Voraussetzung für eine adäquate Konfrontation mit dem Objekt ist.![]()
Klassische Moderne
Ein Paradigma des 20. Jahrhunderts
220 S., Br., € 29,00
978-3-8260-4233-1
M. Ponzi: Vorwort – I. Zur Begriffsbestimmung – A. Venturelli: Robert Musil und die Idee einer klassischen Moderne – H. Kiesel: Klassische Moderne? Überlegungen zur Problematik einer Epochenbezeichnung – F. Cambi: Der Briefwechsel Robert Musils als Werkkommentar und Kritik der Moderne – II. Die Revolution der Formen – M. Ponzi: Die „marginale“ Avantgarde. Die dispositio der Revolution der Formen – S. Vietta: Moderne Erzähltheorie: Narratologie der Romanliteratur der klassischen Moderne – H. D. Zimmermann: Zwischen Dada und Dionysios Areopagita: Hugo Balls Gegenwelten – E. Matassi: Ernst Kurth als moderner Klassiker: die Philosophie des Zuhörens – S. Meine: Die Puppe. Ein Körperbild der musikalischen Moderne – III. Die Werkstatt der Moderne – G. Tateo: In der Werkstatt der Wiener Moderne. Der Beitrag Hermann Bahrs – A. Montandon: Strahlen und Schatten der Gasbeleuchtung – S. Schneider: Klaffende Augen, starre Blicke: Krisen und Epiphanien des Sehens als Medium der Sprachreflexion bei Hofmannsthal und Rilke – R. Zeller: Reklame und Journalismus in der Literatur der Frühen Moderne (Walser, Doblin, Musil, Proust) – G. Rovagnati: „Ich habe gesehen, wie Manner zittern, spielen, hohnen und toten“: Militars im Theater von Arthur Schnitzler – L. Renzi: Harry Graf Kessler als Beobachter der Moderne – A. Fambrini: „Der Kamtschadale, der Ehe und Familie in den Schmutz zieht“. Ibsen, Wedekind und das Epische Theater .![]()
Göger, Franz:
Wortlose Geschichten
Ein Lesebuch über die Architektur
140 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4324-6
Häuser können Geschichten erzählen. Aber es scheint, dass die zeitgenössische Architektur das Erzählen verlernt hat. Viele neue Bauten sind nichtssagend.
Der Autor erläutert an Beispielen aus der Baugeschichte, dass ein Gebäude, das erzählt, schon immer die Sinne und den Verstand der Menschen ansprechen konnte.
Aufbauend auf Erfahrungen aus seiner fast 40-jahrigen Berufstätigkeit als Architekt findet er schlüssige Antworten auf die Fragen:
- Wie erleben wir die Architektur?
- Lasst sich allein mit den Vitruv`schen Parametern „Nutzung, Konstruktion und Form“ ein Bauwerk schaffen?
- Welche Geschichten kann uns ein Haus erzählen?
Die Antworten auf diese Fragen belegen, dass eine sinnhafte Architektur auch heute möglich ist. Zugleich zeigen sie „neue Ufer“ auf:
- Die Erzählungen der Hauser konnten als Erinnerungen unser kulturelles Gedächtnis beleben.
- Wer „dem Volk aufs Maul schaut“, konnte den roten Faden der Baukultur weitertragen.
- Die Selbstbeschränkung konnte eine wichtige Grundlage für das Bauen werden.![]()
Arkadische Kulturlandschaft und Gartenkunst
Eine Tour d'Horizon
220 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4335-2
Vorwort – Einleitung R. Faber: Arcadia und Utopia. Über politischen Idyllismus – N. Wokart: Nemo in Arcadia. Eine Kritik – I. Alter Orient und Okzident – M. Leutzsch: Transformationen des Paradieses. Wandlungen eines biblischen Topos – H. Harich-Schwarzbauer / J. Hindermann: Garten und Gesellschaft in der römischen Literatur. Sozialer und ästhetischer Diskurs bei Vergil und Plinius dem Jungeren – II. Europäische Neuzeit und Moderne – C. Holste: „Der Grotta Grundriss gar klärlich vor Augen gestellt“. Über manieristische Garten-Grotten – N. Schalz: Eine besondere Pastorale. Zum Eingangs-Chor aus Johann Sebastian Bachs Matthaus-Passion – C. Albert / A. Disselnkötter: Die falschen Versprechen der Garten: Liebesutopien und -enttäuschungen in der französischen Literatur des 18. Jahrhunderts – M. Niedermeier: Freimaurer und Geheimbunde in den frühen Landschaftsgarten der Aufklärung – W. Reif: Die Alpen und die Schweiz in Literatur und Kunst von der Aufklarungszeit bis zur klassisch-romantischen Epoche – P. Rautmann: Ruinen-Landschaften von Caspar David Friedrich. Montage als Konstruktion von Erinnerung – M. Kreuzwieser: Robert Musil - Eine „letzte Liebesgeschichte“ im Garten – III. Deutsche Antimoderne – J. Zechner: Wald, Rasse und Religion. Zur Re-Konstruktion eines germanischen Wald- und Baumglaubens durch das SS-Ahnenerbe – E. Gajek: „Hast Du denn gar keine Lust, einmal in meine ... Zwergenwelt zu schauen?“ Eine kleine Einführung in die Nanologie – IV. Gegenwart und Zukunft – F. Kramer: Der Baumgarten als Schauplatz. Szenen des saisonalen Wandels in der Savanne – H. Inhetveen: Garten der Landfrauen. Skizzen zu einer Soziologie der Hortikultur – U. Jacob: Zeichen der Dauer in Zeiten des Wandels. Andeutungen zur Motivgeschichte eines Lausitzer Furst-Puckler-Landes![]()
Auf den Spuren der Touristen
Hrsg.: Burkhart Lauterbach
200 S., Br., € 29,00
978-3-8260-4318-5
B. Lauterbach: Einleitung - H. Bausinger: Die Demokratisierung des Reisens - K. Wöhler: Temporares Sein in alltagsabgewandten Raumen und die Wissensproduktion darüber - A. Pott: Geographien der Mobilität. Tourismus und Migration in (raum-) theoretischer Perspektive - B. Lauterbach: Anmerkungen zum kulturwissenschaftlichen Interesse an einer Erkundung der touristisch bereisten Einheimischen - D. Seidl: Mobile Culture Studies - T. Manning: "Erobert von den Barbaren..." Der Italienurlaub als touristische Emanzipation der Nachkriegszeit - P. Rösch: Die Musealogisierung des Tourismus im Touriseum in Meran. Denkmal einer gesellschaftspragenden Branche - A. Steinecke: Kulturtourismus. Marktstrukturen - Wettbewerbssituation - Erfolgsfaktoren - H.-G. Vester: Tourismus und Terrorismus im Zeichen der Postmoderne - U. Gyr: Reisekultur und Urlaubsanalyse. Standorte und Forschungstrends in neueren Untersuchungen
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Stephan Braun
Nietzsche und die Tiere
oder: Vom Wesen des Anima lischen
Nietzsche in der Diskussion
160 S., Br., € 19.80
978-3-8260-4216-4
Das Buch Nietzsche und die Tiere beschreibt alle wesentlichen Tiermetaphern in Nietzsches Werken und Briefen, sowie aus dem Nachlass, und verortet sie im Kontext der Moderne. Die Fluchtwege dieser Zoopolitik sind u.a. Darwin, Freud, Heidegger, Foucault, Barthes, Derrida. Im Vorspiel über Hund und Katze werden zunächst die biographischen, literarischen und philosophischen Passionen des Tierseins miteinander in Beziehung gesetzt. Dabei zeigt sich, wie Nietzsche in dem desaströsen Liebesverhältnis zu Lou Salomé auf eigentümliche Weise die Hausgenossenschaft mit einem nicht minder eigenartigen Schreibmaschinen-Hund wiederzubeleben sucht. Einmal eingelassen in diesen Schreibzoo sieht der Besucher andernorts flügge werdende Vögel oder wandernde Tiere, einen einsamen Bären oder ein Musik treibendes Murmeltier an sich vorüberziehen, die die Loslösung vom akademischen Betrieb, die Einsamkeit des Philosophenlebens und die Ausgelassenheit der Künstlerexistenz in Szene setzen; im Weitergehen begegnet er politischen Tieren: einem kosmopolitischen Nashorn, einem Kultur stiftenden weißen Stier, und dem gouvernementalen Kampf zwischen Adlern und Lämmern; er kann sodann Tiere betrachten, die literarische oder philosophische Bau-Werke hervor- oder zum Einsturz bringen: Maulwurf, Biber und Spinne; Polyp, Seeigel und Eidechse, sind Tiere, in denen Nietzsche allegorisch seine Freundschaftsbande, aber auch seine eigene Triebnatur widergespiegelt sieht. Beim Rundgang durch diesen Tierpark kann der Tierkundige (dis-)kontinuierlichen Spuren, Wegen, Kreuzungen und Fluchten dieser 'Zoographien' folgen, bis der Besuch im offenen Gehege der Überlebensfiguren von Pferd und Phönix sein vorläufiges Ende findet.
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Christian Kiening
(Un-)Heilige Familien
Sinnmuster mittelalterlichen Erzählens
243 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4229-4
Familie, Verwandtschaft und Genealogie spielen in der mittelalterlichen Literatur eine zentrale Rolle. Häufig dominieren dabei die Konflikte: Väter fehlen, Mutterbrüder treten an ihre Stelle, Mütter lenken die Geschicke auf eigene Weise, Geschwister bekriegen sich oder kommen sich umgekehrt zu nahe. An solchen Konstellationen loten die Autoren Spannungen zwischen weltlichen und geistlichen Grundzügen der Kultur aus. Sie erproben Kippfiguren, in denen sich das, was eben noch unheilig schien, in eine heilsame Form verwandelt. Das Buch enthüllt eine grundlegende kulturelle Konfiguration des Übergangs und der Überschreitung - an Erzähltypen, die zu den einflussreichsten der mittelalterlichen Literatur gehören.
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Wagnerspectrum
Bayreuther Theologie
304 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4282-9
Aus dem INHALT:
Ausformung völkischer Religion - Erlösungsgedanke - Wagners Christologie - Arisches Christentum und deutscher Protestantismus bei Chamberlain und v. Wolzogen - Wirkungsgeschichte des Bayreuther Kreises - Musik und Religion Parsifal - Pilgerfahrt zu Wagner, Kunstreligion und ihre Vermarktung, DISKUSSION, BESPRECHUNGEN.
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Geschichte und Landschaft
Beiträge zu Günter de Bruyn. Mit einem Text von Günter de Bruyn
111 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4221-8
Wie kein anderer deutscher Schriftsteller der Gegenwart hat sich Günter de Bruyn in seinen Romanen, Essays und als Herausgeber der gesamtdeutschen, preußischen und brandenburgischen Geschichte und Literatur angenommen, der sozialen und politischen Wirklichkeit der DDR und der Landschaft der Region, in der er lebt. Das Kleist-Museum Frankfurt (Oder) hat die Veranstaltungen zum 80. Geburtstag (1.11.2006) Günter de Bruyns ausgerichtet. Aus dem Festakt am Geburtstag selbst wird hier die Laudatio von Arnulf Baring abgedruckt. Am Vorabend des Geburtstages fand in Anwesenheit des Autors eine wissenschaftliche Tagung zu Günter de Bruyn statt. Sie wurde vom Kleist-Museum und dem Institut für Deutschlandforschung der Ruhr-Universität Bochum veranstaltet. Die Beiträge dieser Tagung bilden den Kern dieses Bandes. Die Beiträge analysieren die politische und historische Dimension der Werke Günter de Bruyns, aber auch seine Darstellung der Liebe, der zwischenmenschlichen Beziehungen unter konkreten gesellschaftlichen Verhältnissen. Der Blick wird gelenkt auf große Vorgänger Günter de Bruyns, nämlich Theodor Fontane und Walter Scott, und auf de Bruyns individuelle Position im Verhältnis zu ihnen. Ein Beitrag aus der englischen Germanistik zeigt beispielhaft, wie aufmerksam Günter de Bruyn schon früh im Ausland wahrgenommen wurde. Eröffnet wird dieser Band mit einem Text des Schriftstellers selbst: "Kleist. Brief eines Dichters an einen anderen".
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Reigen von Arthur Schnitzler
(Hrsg. Ortrud Gutjahr)
Theater und Universität im Gespräch, Bd. 10
196 S., Br., € 10,00
978-3-8260-4217-1
Überblick zur Werk- und Aufführungsgeschichte - O.Gutjahr: Zirkulationen der Triebangst. Arthur Schnitzlers Reigen und seine Inszenierung durch Michael Thalheimer - B. Gerisch: "Wo sie lieben, begehren sie nicht, und wo sie begehren, da können sie nicht lieben" Psychoanalytische Anmerkungen zur weiblichen und männlichen Triebhaftigkeit - G. Budde: Wohltemperierte Begierden Bürgerliche Vor-Stellungen von Liebe und Leidenschaft um 1900 - Diskussion: "Um ihre gewünschte Anerkennung betrogene Figuren" - U. Keller: Schnitzlers Reigen als danse macabre - W. Lukas: Arthur Schnitzlers Reigen: Eine>Kulturgeschichte< der Geschlechter - K. Fliedl: Wiener Kreisel. Eine Übersetzungshilfe - Diskussion: "Utopischer als Schnitzler selbst" Gespräch mit Sonja Anders und Michael Thalheimer: "... über den Geschlechtsakt kann man niemals herausfinden, wer oder was man ist"
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Christine Stenzer
Hauptdarsteller Schrift
Ein historisch-systematischer Überblick über Schrift in Film und Video von 1895-2008
464 S., Br., € 68,00
978-3-8260-4237-9
In vielen Filmen geht Schrift weit über das hinaus, was konventionell von Schrift und von Schrift im Film erwartet wird: Schrift in Stummfilmen, in Experimentalfilmen, in Werbefilmen, Musikvideos, Titelsequenzen und im TV Motion Design beschränkt sich bei weitem nicht auf eine reine Funktionalität der Vermittlung semantischer Informationen, sondern die Schrift wird zum bewegten und emotionalisierten 'Hauptdarsteller'. Die Arbeit liefert einen umfassenden Überblick über die vielfaltigen Integrationsmöglichkeiten der Schrift in Film und Video. Deutlich wird dabei ein anhaltendes Interesse an einer Arbeit nicht nur im, sondern vor allem an und mit dem Medium der Schrift. Die schon seit Gutenberg beweglichen Lettern sind weiter gewandert zu den Screens, mit denen sich völlig neue Spielraume eröffnen: die Wahrnehmung der Wahrnehmung, um nur eines der markanten Potentiale solcher 'Schriftfilme' zu nennen.![]()
Friederike Klingholz
Alfred Hitchcock oder: Wie ich lernte die Bombe zu fürchten
Die Suspendierunge des Wissenvorsprungs: Suspense als visuelle Konzeption
110 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4239-3
Die Faszination, die von Hitchcocks Filmen ausgeht, wurde bereits in seiner frühen Schaffensperiode mit "Suspense" in Verbindung gebracht. Aber wie genau entsteht Suspense? In dem berühmten Gespräch mit Truffaut liefert Hitchcock ein Beispiel, das sich in der Forschungsliteratur ohne ausreichend kritische Hinterfragung als Definition etablierte: Suspense entstehe dann, wenn der Zuschauer gegenüber den Figuren über einen Wissensvorsprung verfugt. Doch wie kommt es dann, dass wir bis zu der berühmten Duschmordszene in Psycho nichts von der Tat wissen oder sie erst zusammen mit dem an den Rollstuhl gefesselten Jeffrey durch Das Fenster zum Hof entdecken, unsere Augen sich aber dennoch nicht mehr von der Leinwand abwenden können? Die Grundidee des Buches lautet: Suspense kann und darf zumal im filmischen Bereich nicht allein mit den Mitteln einer dramaturgischen Konstellation von Informationsvergabe erklärt werden. Vielmehr ist Suspense selbst nur über ein umfangreiches Instrumentarium filmischer Beschreibung zu ermitteln. So entwickelt die Autorin eine filmspezifische Konzeption von Suspense, die anhand der exemplarischen Analyse der Filme Notorious (1946) und Vertigo (1958) nachvollzogen wird.![]()
Walter Benjamin und das Wiener Judentum zwischen 1900 und 1938
(Hrsg.: Kirchner, Liska, Solibakke, Witte )
160 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4246-1
Statt eines Vorworts: der Zionist Leon Kellner - B. Witte: Feuilletonismus. Benjamin, Kraus, Heine - A. Lemke: Textuelle Begegnung mit Wien - Benjamin und Freud - K. I. Solibakke: Zu Gustav Mahler, Walter Benjamin und Theodor W. Adorno: Kunst, Politik und kulturelles Gedächtnis - F. Trabert: "Der Auserwählte". Zur Genese eines zentralen Begriffs der ästhetischen Theologie Arnold Schonbergs - A.-K. Reulecke: Korrespondenz und Kenotaph. Vom Umgang mit den Toten in Walter Benjamins Theorie der Kulturgeschichte - K. Stögner: "Der Traum vom Erwachen" - Zum Verhältnis von Jugendbewegung, Körperkult und Zionismus bei Walter Benjamin - V. Barth: Walter Benjamin: Geschichte als Last und Erlösung - P. Weibel: Der "Anschluss" als Ausschluss. Die Zerstörung der philosophischen Schule des Wiener Kreises (1922 bis 1936)
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Nagy, Hajnalka
Ein anderes Wort und ein anderes Land
Zum Verhältnis von Wort, Welt und Ich in Ingeborg Bachmanns Werk
220 S., Br., € 29,00
978-3-8260-4241-6
Der Titel der Studie verweist auf eine doppelte Bewegung, die der Poetik Ingeborg Bachmanns eigen ist. Einerseits nimmt er Bezug auf das so genannte "Böhmen-Gedicht", das die Verheißung eines utopischen Landes im Bild des Aneinandergrenzens von einem "anderen" Wort, einem "anderen" Land und einem unrettbaren und trotzdem unverlorenen Ich enthalt. Andererseits ruft der Titel die erste Frankfurter Vorlesung in Erinnerung, die 1959 die fundamentale "Unsicherheit" der menschlichen Existenz mit dem "erschütterten" "Vertrauensverhältnis zwischen Ich und Sprache und Ding" erklärt. Die Arbeit nimmt dieses "erschütterte" Verhältnis von Wort, Welt und Ich als Ausgangspunkt und fragt damit nach der zentralen Problematik der Poetik Bachmanns und der Literatur nach 1945. Die Arbeit versucht, anhand der zentralen Kategorien des Subjektes, der Sprache und der Welt den Problemhorizont des Bachmannschen OEuvres abzustecken. Dabei kommen Fragen der Autorschaft ebenso zur Geltung, wie Bachmanns theoretische Stellungnahmen in Bezug auf den Begriff der Utopie oder auf eine "neue" dichterische Sprache, die den Mittelpunkt ihrer Poetik bildet. Was kann man unter der Bezeichnung neue "Gangart" der Sprache verstehen? Wie kann Bachmann das Schreiben und das Kunstwerk in eine neue Poetik des "Magischen" retten?![]()
Tobias Leibold
Enzyklopädische Anthropologien
Formierungen des Wissens vom Menschen im frühen 19. Jahrhundert
bei G.H. Schubert, H. Steffens und G.E. Schulze
432 S., Br., € 58,00
978-3-8260-4225-6
Die Stellung der Anthropologie ist Anfang des 19. Jahrhunderts fundamental. Wissen wie Wissenschaften werden als vom Menschen und seiner Wahrnehmung ausgehend gedacht. In den romantischen Konzeptionen von G. H. Schubert und H. Steffens wird die Menschenkunde vom aufklärerischen Enzyklopädiekonzept zur Universalwissenschaft gesteigert. Dieser Tendenz einer wucherndvernetzenden und stets beweglichen Wissensentfaltung stehen die eingrenzenden und stillstellenden Ansätze des frühen Positivisten G. E. Schulze gegenüber. Durch die materialreiche Vergleichung dieser unterschiedlichen Denkrichtungen und Wissenspraktiken öffnet Tobias Leibold den Blick auf übergeordnete Bezüge einer Denk- und Wissenskultur der frühen Moderne. Darin besteht ein Beitrag zur Geschichte und Theorie des Wissens. Da das Wissen vom Menschen dieser Zeit auch Grundlage, Thema und Produkt von Literatur ist, versteht sich der Band darüber hinaus als literaturwissenschaftliche Grundlagenforschung.![]()
Günter Hein
Gezeitenwechsel
Erzählungen
125 S., Br., € 12,80
978-3-8260-4242-3
"Gezeitenwechsel" fasst erzählende Texte ganz unterschiedlicher Art und Thematik zusammen. Vertreten sind die Satire und die Parodie ebenso wie die Weihnachtserzählung; einige Texte weisen historische Bezüge auf, andere einen Zug zum Krimi. Was alle achtundzwanzig Geschichten verbindet, ist die ironische Distanz, mit der der Autor erzählt, seine Skepsis, nicht zuletzt jedweden Heilsverheißungen.
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Werner Golder
Verrückte Liebe.
Haiti. Irritation und Faszination.
120 S., Br., € 16,80
978-3-8260-4251-5
Haiti verlangt Aufmerksamkeit, es verdient Gerechtigkeit und es erregt Gefühle. Auf keinem anderen Land der westlichen Hemisphäre lasten mehr historische Hypotheken und Vorurteile. Trotzdem besitzt das westliche Drittel der Insel Hispaniola eine ungeheure Ausstrahlungskraft. Der Besucher wird gebannt von der Überlebenstaktik der Bevölkerung, der Lebensnahe ihrer Malerei und der Greifbarkeit des Volksglaubens. Der Autor, der Haiti seit mehr als zwanzig Jahren kennt und bereist, versucht mit Texten und Bildern die ebenso verrückte wie ansteckende Zuneigung zu einem ebenso irritierenden wie faszinierenden Land zu erklären. Im Anhang findet der Leser ein umfangreiches Verzeichnis der weiterführenden Literatur.![]()
Susanne Rueß
Stuttgarter jüdische Ärzte während des Nationalsozialismus
504 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4254-6
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 begann in Deutschland eine systematische und juristisch legitimierte Ausschaltung aller jüdischen Ärzte. 1933 waren im Deutschen Reich mindestens 6.500 Arzte von der rassistisch begründeten Verfolgung der nationalsozialistischen Machthaber betroffen, in Stuttgart lebten zu diesem Zeitpunkt 86 jüdische Arzte und Arztinnen. In ihren Biographien spiegelt sich die Ausschaltung und Absonderung von ihren nicht jüdischen Kollegen wieder, die in der Verfolgung, der physischen Vernichtung oder der lebensrettenden Emigration endete. Der existentielle biographische Bruch, die Demütigung, die sukzessive Entrechtung, die Angst vor der physischen Vernichtung und die Schwierigkeiten des Neuanfangs in der Emigration, aber auch die Fortsetzung der Diskriminierung in der Auseinandersetzung um Wiedergutmachung werden in den Einzelschicksalen anschaulich dargestellt.![]()
Ursula Schmidt
Wie wissenschaftliche Revolutionen zustande kommen
Von der vorkopernikanischen Astronomie zur Newtonschen Mechanik
400 S., Br., ca. € 60,00
978-3-8260-4255-3
Ausgehend von Paul Feyerabends "Anarchistischer Erkenntnistheorie", wird in diesem Buch eine neue Perspektive auf den Theorienwandel in der Naturwissenschaft entwickelt, die den transitorischen Charakter des wissenschaftlichen Wissens berücksichtigt, ohne den damit verbundenen Geltungsanspruch aufzugeben. Im ersten Teil wird anhand einer Betrachtung von Feyerabends Darstellung des Galileischen "Propagandafeldzugs" für die Kopernikanische Theorie und weiteren seiner Beispiele gezeigt, dass die seit T. S. Kuhn als wissenschaftliche Revolutionen bezeichneten Übergange durchaus als Resultat einer rationalen Entwicklung verstanden werden können: Die dabei vollzogene Neukonstitution der Erfahrung muss nur als wesentliches Moment der Theorie(weiter)bildung begriffen und ein gegenüber dem üblichen Konzept erweiterter, argumentativreflexiver Begründungsbegriff zugrundegelegt werden. Der zweite Teil bietet eine ausführliche Studie zur Kopernikanischen Wende. Beginnend mit einem Einblick in die mittelalterliche Astronomie, über die Stationen Copernicus, Brahe, Kepler, Descartes, Hooke, bis hin zu Newtons Mechanik und Gravitationstheorie, wird anschaulich dargestellt, wie über aufeinander bezogene Argumentationsschritte die vorhandenen Theorien, Begriffe und Gegenstandsbestimmungen nach und nach umgeformt werden, bis schließlich ein neues Weltbild entstanden ist.![]()
Steffen W. Groß:
Cognitio Sensitiva
Ein Versuch über die Ästhetik als Lehre von der Erkenntnis des Menschen
380 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4292-8
Immer wieder sehen sich die Kulturwissenschaften dem Druck ausgesetzt, ihre Wissenschaftlichkeit erst beweisen zu müssen. Einige Mitglieder der kulturwissenschaftlichen Familie, darunter auch in weiten Teilen die Volkswirtschaftslehre, suchen diesem Druck zu begegnen, indem sie die Flucht nach vorn antreten - und sich als eine Art "soziale Physik" konstituieren, gleich so, als boten die exakten Naturwissenschaften im Verbund mit der Mathematik den Maßstab für Wissenschaftlichkeit überhaupt. Friedrich August von Hayek kritisierte diese "Neigung" bereits 1974 in seiner Dankesrede anlässlich der Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises in scharfen Worten als "szientistischen Irrtum", der "ganz un-wissenschaftlich" sei. Ungeachtet der häufig wohlfundierten Kritik eifern die Kulturwissenschaften den (vermeintlich) so exakten Naturwissenschaften weiter nach, statt sich ihrer besonderen Erkenntnisbedingungen, -anspruche und -wirkungen zu vergewissern und daraufhin selbstbewusst eigene philosophisch-wissenschaftstheoretische Grundlagen und spezifische Kriterien und gegenstandsadäquate Standards für Wissenschaftlichkeit zu entwickeln. Ausgehend von dieser Problemlage ist, über die epistemischen Grundlagen der Kulturwissenschaften aufzuklaren: Was sind Kulturwissenschaften, wie sind sie verfasst, wie kann eine angemessene philosophische Fundierung aussehen und wie geschieht die Begriffsbildung? Welche praktischen Konsequenzen zeitigen kulturwissenschaftliche Erkenntnisse und welche Rolle spielen Ideen und Konzepte dabei? Mithin geht es um nichts weniger als um die Frage nach der adäquaten Methode der Erfassung menschlicher Kulturleistungen. Ein hoffnungsvoller Ansatz dazu ist die ästhetische Weltauffassung von Alexander Gottlieb Baumgarten (1714-1762). Die von Baumgarten so benannte philosophische Sub-Disziplin "Ästhetik" ist von ihm nicht als Philosophie der mehr oder minder schonen Künste, sondern als alternative Erkenntnistheorie (gnoseologia) konzipiert worden. Ihr Leitbegriff und Programm ist die cognitio sensitiva; ihr Ziel die cogitatio pulchre, das "schone Denken". "Schönes Denken" bedeutet ein Denken von und in Zusammenhangen, sowie zugleich die sinnhafte Gestaltung unter besonderer Aufmerksamkeit für das Individuelle, Nicht-Generalisierbare. In der ursprünglichen Ästhetik geht es um das Ermessen und Darstellen der Spannung zwischen Individuellem und Allgemeinem und - als didaktischem Ziel - um die Entwicklung eines umfassenden, sensiblen Urteilsvermögens. Mit Blick auf die Erkenntnissituation in den Kulturwissenschaften erscheint Baumgartens Entwicklung der Bestimmung von "Ästhetik", die Verbindung von Erkenntnis und gestaltendem Ausdruck, seine poetische Auffassung vom menschlichen Erkennen, besonders interessant und durchaus aktuell zu sein. Darauf gründet sich die Frage, ob wir nicht mit Baumgartens eigentümlichem Ansatz bereits eine Vorarbeit haben, die sich für eine philosophische Grundlegung der Kulturwissenschaften nutzen lässt? Der Erkenntnisfortschritt in den Kulturwissenschaften, den Wissenschaften vom Menschen und seinen kulturgestaltenden Leistungen, hat wohl nichts so sehr zu seiner Voraussetzung wie die Vertiefung der Einsichten in die Bedingungen von Erkenntnis. Dazu mochte diese Studie einen kleinen Beitrag leisten.![]()
Mark Michalski
Der Gang des deutschen Denkens
Versuche und Programme nationaler Philosophiegeschichtsschreibung
von der Aufklärung bis ins 20. Jahrhundert.
514 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4326-0
Die Geschichte der deutschen Philosophie ist seit Leibniz begleitet von Versuchen, den von ihr zurückgelegten Weg als ganzen zu überblicken und in seiner Eigenart gegenüber anderen nationalen Traditionen zu erfassen. Nur selten führten diese Versuche zu umfassenden Darstellungen, oft blieb es bei Fragmenten und bloßen Programmen. Dennoch lasst sich mittels einer genauen Analyse der repräsentativsten Stucke des relevanten Materials rekonstruieren, wie sich das Gesamtbild von der deutschen Philosophie in den verschiedenen Epochen gewandelt hat und durch welche wissenschaftlichen Standards, philosophischen Positionen, weltanschaulich-religiösen Haltungen, politischen Optionen und allgemeinen geschichtlichen Erfahrungen es bestimmt worden ist. Dabei erweist sich, dass auf Kosten wissenschaftlicher Motive in besonderem Masse auch politische Motive eine Rolle spielten, sofern deutsche Philosophiehistoriker sich immer wieder in den Dienst patriotischer, nationalistischer, imperialistischer, rassistischer und anderer ideologischer Ziele stellten oder stellen ließen, während amerikanische und französische Philosophiehistoriker auf solche Tendenzen mit dezidiert kritischen Gegenentwürfen reagierten. Die Reflexion der hier wirksam gewordenen Mechanismen versteht sich als Beitrag zur Beantwortung der Frage, ob und wie eine neue "Geschichte der deutschen Philosophie" geschrieben werden soll.
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Alfred Dunshirn
Logos bei Platon als Spiel und Ereignis
288 S., Br., € 42,00
978-3-8260-4258-4
In diesem Buch soll gezeigt werden, welch wichtige Stellung das Wort Logos in Platons Schriften einnimmt. Dieser schillernde Begriff wird in den Platonübersetzungen ganz unterschiedlich mit "Wort", "Satz", "Argument", "Gespräch", "Gedanke", "Verhältnis" und anderen Ausdrucken übertragen. Im ersten Teil des Bandes werden unterschiedliche Weisen der Dialogsprecher, sich zu den Logoi oder dem Logos zu verhalten, dargestellt. Über Sokrates heißt es etwa, dass er in die Logoi geflohen ist, um in ihnen die Wahrheit ausspähen zu können. Er ist es auch, der einen Logos als den stärksten unterscheiden und ihm folgen kann. Zwei größere Kapitel sind dem Spielen mit Logoi, womit das wiederholte Lesen der verschriftlichten Dialoge als Erziehungsmaßnahme gemeint ist, und den verschiedenen Tätigkeiten des Logos (dass er selbst spricht, etwas anzeigt oder sich versteckt), was mit Ereignis benannt ist, gewidmet. Im zweiten Teil wird anhand von acht Dialogen demonstriert, dass sich für die Leser, welche die Dialoge im Original lesen, diese Verfolgung der Logos-Thematik bei Platon von selbst nahe legt. Ausgewählt werden die ersten beiden Vierergruppen der antiken Tetralogienanordnung, welche die handschriftliche Überlieferung von Platons OEuvre maßgeblich bestimmte. Diese Anordnung kann als Lesehilfe verstanden werden, die einen Leitfaden für die Anfänger in der Platonlektüre abgibt. Diese werden in den Dialogen Euthyphron, Apologie, Kriton und Phaidon über die letzten Tage des Sokrates informiert, aber vor allem auch über seine eigentümliche Art, Gespräche (Logoi) zu fuhren. In den anderen vier der hier referierten Werke, dem Kratylos, Theaitetos, Sophistes und Politikos erhalten die Eleven in der platonischen Akademie dann eine allgemeine Einführung in das Element philosophischer Betätigung, in die Logoi, wird doch in diesen Texten den Bestandteilen der Logoi, den Namen, nachgegangen, als auch der Logos selbst als Verknüpfung von Namen- und Tunwort bestimmt. Dabei zeigt sich vor allem im Sophistes, dass das Sein, dessen Bestimmung im Zentrum philosophischer Bemühung steht, überhaupt nur durch die Verknüpfung im Logos fassbar wird.![]()
Erwin Sonderegger
Der spekulative Aristoteles
Untersuchungen zur Frage nach dem Sein in den mittleren Büchern der Metaphysik
und zur Frage nach dem Sein des Menschen in der Nikomachischen Ethik
220 S., Br., € 34,00
978-3-8260-4261-4
Wer sich mit dem Corpus Aristotelicum beschäftigt, profitiert einerseits von einer Fülle von Interpretationsvorschlagen einer langen Tradition, andererseits halt ihn diese in den Grundlinien einer Interpretation gefangen, die in der Spätantike und im Mittelalter festgelegt worden sind. Wenn es aber gelingt, den Blick aus der Fixierung auf die Substanzmetaphysik zu lösen, dann kann die aristotelische Spekulation über das Sein sichtbar werden. Dieser gemäß heißt sein, dass in einem einzelnen Gewahren gleichsam ein einzelner Punkt im Geflecht der Grundmeinungen einer Welt wirklich, wahr und seiend wird, indem er bemerkt wird. In zwei Beispielen (Metaphysik und Nikomachische Ethik) wird die Wirkung dieser Spekulation bei Aristoteles als Hintergrund konkreter Fragen nachgewiesen. Und hier wird die Relevanz dieser Spekulation für uns heute sichtbar. Wir können lernen, dass die Reflexion auf die Grundmeinungen unserer Welt möglich und notwendig ist; wir können die Einsicht gewinnen, dass die Unterschiedlichkeit der Welten respektiert werden muss - eine Einsicht mit politischen Folgen; und wir lernen hier einen Denkstil kennen, der dem sonst üblichen Behaupten überlegen ist.![]()
Wahrheit oder Gewinn?
Über die Ökonomisierung von Universität und Wissenschaft
Hrsg.: Krjinen /Lorenz /Umlauf
260 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4329-1
Seit einigen Jahrzehnten sind Universität und Wissenschaft einem zunehmenden Ökonomisierungsdruck ausgesetzt. Die Diskussion über Sinn und Unsinn dieser Ökonomisierung ist in vollem Gange. Es scheint, dass der Widerstand der primär Betroffenen - Studenten und Lehrende - im Verlauf des voranschreitenden Ökonomisierungsprozesses zunimmt. Auf jeden Fall wird eine differenzierte Evaluation dringend benötigt, die allerdings nur gelingen kann, wenn die Argumente der Wissenschaft gebührend mit einbezogen werden. International renommierte Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen und europäischen Ländern nehmen sich dieser Aufgabe in theoretischer und praktischer Hinsicht an. Beitrage zu: Hochschulen als Unternehmen, Ökonomisierung wissenschaftlicher Forschung - Idee der Universität - Freiheit der Wissenschaft? - Nutzen und Nachteil des Bologna-Prozesses - Finanzierung von Forschung in Theorie und Praxis![]()
Stefanie Voigt
Erhabenheit
Über ein großes Gefühl und seine Opfer
307 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4283-6
Erhabenheit ist der wichtigste aller modernen Begriffe der Ästhetik-Theorie. Das Erleben von Erhabenheit entwickelt sich zugleich zum wichtigsten aller modernen Gefühle - aber auf eine erschreckend destruktive Art und Weise, und noch dazu nahezu unbemerkt. Denn der Begriff der Erhabenheit gilt fälschlicherweise als antiquiert und überholt. Doch die Analyse beweist das Gegenteil und findet Erhabenes zuhauf, in der Philosophie, den Literatur-, Medien- und Politikwissenschaften, Theologie und Kunstgeschichte, der Psychologie, Soziologie und Genderforschung; sogar die Wirtschafts- und Naturwissenschaften thematisieren die Erhabenheit. Darum wird mit diesem Buch eine komplette Übersicht nicht nur über die Sprach- und Literaturwissenschaft gegeben, sondern vor allem über die komplette Philosophiegeschichte der Erhabenheit, ergänzt durch die vielfaltigen Verwendungen des Begriffs in verschiedenen Disziplinen, seine psychologisch-theoretische Systematik und eine Wertung der modernen Erhabenheit![]()
Stefan A. Seeger
Verantwortung, Tradition und Dekonstruktion
560 S., Br., € 84,00
978-3-8260-4271-3
Vor dem Hintergrund des immer lauter werdenden Rufs nach Verantwortung geht folgende Untersuchung der Frage nach, ob und in welcher Weise in dem unsere Jetztzeit kennzeichnenden Epochenwechsel überhaupt noch eine verbindliche philosophische Konzeption von Verantwortung gefunden werden kann. Dem Ansatz der Dekonstruktion folgend, kann Verantwortung nicht in einer punktuellen Betrachtung an ihr selbst untersucht werden, sondern bedarf der Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte und der Vielfalt der möglichen Aspekte. Die durch die historische, systematische und dekonstruktive Perspektive gewonnenen Strukturmomente, welche das "Verantwortlich- Sein" ausmachen, verweisen zugleich auf "etwas" Zukünftiges: Dass der dekonstruktive Ansatz in der Tat in der Lage ist, dem menschlichen Handeln, welchem bleibende Normen, Begründungsmuster und Orientierungshilfen verloren gegangen sind, an der so entstandenen "Leerstelle" einen ethisch und politisch relevanten Verantwortungsbegriff aufzuweisen, der Verantwortung als etwas zugleich Mögliches wie Unmögliches versteht, als etwas, das immer wieder neu zu erfinden und zu versuchen ist.![]()
Heinrich Heine
Ein Wegbereiter der Moderne
Hrsg.: P. Chiarini / W. Hinderer
380 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4053-5
P. Chiarini / W. Hinderer: Vorwort - P. U. Hohendahl: Schwelle und Übergang: Heinrich Heines Position in der modernen europäischen Literatur - P. Chiarini: Tirocinio letterario e romanticismo critico-sociale. Heine e il saggio giovanile Die Romantik (1820) - G. Höhn: Kontrastasthetik. Heines Programm einer neuen Schreibart - G. Oesterle: Der kuhne Wechsel von Volksliedton und Konversationston in Heines Buch der Lieder - T. Dembeck: "Untote Buchstaben": Heinrich Heine, die romantische Schule und die Entdeckung des Populären - D. von Wietersheim: Getanzte Chiffren und pantomimisches Vexierspiel. Zu Heines Florentinische Nachte - A. Stasková: Heinrich Heines Reflexion der Todesdarstellung und die moralistische Tradition: Morphine - F. Cambi: La poetica del discontinuo negli scritti autobiografici di Heine: fra memoria, cronaca e confessione - M. Rispoli: Le persone e le cose. Heine e la sfera pubblica borghese - L. Zagari: La Pomare di Heine e la crisi del linguaggio 'lirico' - S. Moses: Überlegungen zur Poetik des Witzes - P. Chiarini: Heinrich Heine versus Ludwig Borne. Tattica e strategia della rivoluzione tedesca - A. Destro: La religiosita di Heine - moderna? - S. Corrado: Dal dio-natura al Dio individuo: la fine del paganesimo in Heine - W. Frick: "... ich armer Exgott": Idealismuskritik und Modernitätsbewusstsein beim spaten Heine - E. M. de Mazza: Die fehlende Hauptsache. Exekutionen der Julimonarchie in Heines Lutezia - G. Neumann: An die Mouche. Zu Heines "neuer Schreibart" des Erotischen - L. Secci: Vitzliputzli di Heinrich Heine e Der weise Heiland di Gerhart Hauptmann - M. C. Foi: Hannah Arendt legge Heine![]()
Joachim Rickes
Die Metamorphosen des 'Teufels' bei Daniel Kehlmann - "Sagen Sie Karl Ludwig zu mir"
100 S., Br., € 16,00
978-3-8260-4339-0
Anhalter, Taxifahrer, Autodieb, aber auch Bahnwarter, Hotelrezeptionist und Theaterkritiker - in Daniel Kehlmanns Erzähltexten erfahrt der Teufel in der Gegenwartsliteratur eine ebenso überraschende wie originelle Wiedergeburt. Hochgebildet und spottisch agiert er als ironischer Dienstleister an den Kreuzwegen des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Kurzauftritte von Karl Ludwig und seinen Brüdern irritieren die Protagonisten und amüsieren die Leser. Den vermeintlichen Randfiguren kommt in Kehlmanns Prosa jedoch zugleich eine tiefere Bedeutung zu. Unter 'doppelter Optik' betrachtet, lassen sie sich als Versucher, Verführer zum Tode und moderne Totengeleiter deuten. In einer Übersichtsdarstellung zum Gesamtwerk wird am Beispiel der verschiedenen Teufelsgestalten zugleich der hohe Rang von Daniel Kehlmanns Erzählkunst herausgearbeitet.![]()
Denise Kratzmeier
Es wechseln die Zeiten
Die Bedeutung von Geschichte in Werk und Ästhetik Bertolt Brechts.
248 S., Br., € 35,00
978-3-8260-4232-4
Geschichte nimmt eine zentrale Stellung in den Werken Bertolt Brechts ein und geht dabei weit über die allgemein bekannten Ruckgriffe auf historische Stoffe sowie den häufig vorausgesetzten Bezug zum materialistisch-marxistischen Geschichtsbild hinaus. Der besondere Reiz des Begriffs liegt in seiner Vielschichtigkeit, die Brecht vollständig ausschöpft: Von der Funktionsweise der Historiografie über philosophische Positionen bis hin zu erkenntniskritischen Fragestellungen fliest das gesamte Spektrum mit ein. In einer detaillierten Textanalyse bietet die Untersuchung einen Querschnitt durch Brechts Werk mit Schwerpunkt auf die fiktionalen Texte und beleuchtet so die unterschiedlichen Bedeutungsaspekte von Geschichte als Historie (Fiktion), Geschehen (Realität) und deren ästhetischformale Umsetzung an konkreten Beispielen. Es zeigt sich, dass Brechts innovativer Umgang mit Historischem die thematischen wie poetologischen Grundlagen seines Werks maßgeblich bestimmt, dass mehr noch unter dem Begriff Geschichte ein werkumfassendes Konzept deutlich wird.![]()
Sopatros:
Sopatri Quaestionum Divisio
Streitfälle, Gliederung und Ausarbeitung kontroverser Reden
548 S., Br., € 128,00
978-3-8260-4133-4
Das Lehrbuch des Sopatros entstand wahrscheinlich gegen Ende des 4. Jh. n. Chr. Es ist eine Sammlung von 82 fiktiven, meist gerichtlichen Streitfallen, wie sie in den antiken Rhetorenschulen bearbeitet wurden. Die Aufgabe der Schuler bestand darin, unter Anleitung des Lehrers für die Streitparteien kontroverse Plädoyers zu entwerfen. Besonders wichtig war dabei, die Streitfalle entsprechend der seit Jahrhunderten stetig verfeinerten Lehre von den Fallkategorien (Stasiklehre) korrekt einzuordnen und demzufolge die jeweils passenden Argumentationspunkte in der richtigen Reihenfolge anzuordnen und auszuarbeiten. Diese Unterrichtspraxis wird im Buch des Sopatros in unterschiedlichen Perspektiven vorgeführt, teils durch theoretische Erörterungen und praktische Anweisungen, teils durch exemplarische Ausarbeitung kürzerer oder längerer Redenteile; das Werk vermittelt uns deshalb anschaulicher als alle anderen erhaltenen rhetorischen Fachschriften der Antike, welche Gegenstande mit welchen Methoden in den Rhetorenschulen gelehrt und gelernt wurden. Bisher war diese einzigartige Quelle für den antiken Rhetorikunterricht praktisch unzugänglich, da eine Übersetzung nicht existierte und der griechische Text nur in einer 1847 erschienenen Edition vorlag, welche die besten Handschriften nicht heranzog und folglich wegen einer Unmenge von Fehlern und Lücken, überdies typographischen Inkonsequenzen und irreführender Interpunktion nahezu unverständlich ist. Durch die neue, von einer Übersetzung begleitete Ausgabe soll erreicht werden, dass die zu Unrecht lange vergessene Schrift des Sopatros auch über engere Fachkreise hinaus zur Kenntnis genommen werden und unser Bild von der antiken Rhetorik bereichern kann.![]()
Kurt Roeske
Antigones tödlicher Ungehorsam
Text, Deutung, Rezeption der Antigone des Sophokles
208 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4240-9
Eine ausführliche Einleitung gibt einen Abriss der Geschichte Athens im 5. Jahrhundert v. Chr., erläutert die Entstehung und das Wesen der griechischen Tragödie und umreist ihre Bedeutung innerhalb der philosophischen Strömungen der Zeit. Es folgt - abschnittweise - die Übersetzung und die Interpretation der 442 v. Chr. aufgeführten Tragödie "Antigone" des Sophokles. Im Anschluss daran bietet das Buch Beispiele aus der umfangreichen Geschichte der Rezeption, beginnend mit der Übersetzung Friedrich Holderlins (1770 - 1843), die eher eine Bearbeitung ist. An Hand der "Phänomenologie des Geistes" wird die Interpretation Friedrich Hegels (1770 - 1831) erarbeitet. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit Soren Kierkegaards (1813 - 1851) "Moderner Antigone" aus "Entweder - Oder", Alfred Doblins (1878 - 1957) Roman "November 1918" und Elisabeth Langgassers (1899 - 1950) Erzählung "Die getreue Antigone". Die beiden letzten Kapitel sind Jean Anouilhs (1910 - 1987) Drama "Antigone" und Rolf Hochhuths (geb. 1913) Novelle "Die Berliner Antigone" gewidmet. Ein Register antiker Namen und ein Verzeichnis der benutzten Literatur schließen den Band ab.
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Rattner, Josef / Danzer, Gerhard:
Kunst und Psychoanalyse
180 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4253-9
Sigmund Freud, Alfred Adler und C.G. Jung rangen lebenslang um ein Verständnis der psychologischen Hintergrunde des künstlerischen Schaffens und Empfindens. Bald wurden sie sich bewusst, dass Künstler und Psychoanalytiker eine wesentliche Gemeinsamkeit besitzen: Sie erforschen beide das unbewusste Seelenleben, wobei die Kunst als Vorlauferin der psychoanalytischen Wissenschaft bezeichnet werden kann. In unserem Buch zeigen wir darüber hinaus, dass ästhetische und tiefenpsychologische Erkenntnisse eine Reihe von Übereinstimmungen aufweisen. Wir sind daher der Ansicht, dass jeder gute Seelenarzt für Kunst und Kunsttheorien empfänglich sein darf. In diesen Bereichen erhalt er Anregungen für seine praktische und theoretische Arbeit und kann seine Selbstentwicklung und fortgesetzte Selbstanalyse nachhaltig fördern.![]()
Rattner, Josef / Danzer, Gerhard:
Literatur und Psychoanalyse
204 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4321-5
Im Band untersuchen Josef Rattner und Gerhard Danzer die Zusammenhänge zwischen Literatur und Psychoanalyse. Dies ist bekanntlich ein weites Feld. Die Entdeckung des Unbewussten wurde schon vor Sigmund Freud den Dichtern zugeschrieben, denen die Philosophen folgten, bis die Psychoanalyse schließlich eine Wissenschaft dieser Lebenssphäre schuf. Freud hat immer wieder bekannt, dass er von Vorlaufern innerhalb der Weltliteratur reichliche Anregungen empfing. Ähnliche Bekenntnisse legten auch Alfred Adler und C.G. Jung ab. Man kann daher in Anlehnung an einen bekannten Buchtitel von Friedrich Nietzsche im übertragenen Sinne von der „Geburt der Psychoanalyse aus dem Geiste der Literatur“ sprechen.![]()
Schlüter, Petra:
Berthold Auerbach
Ein Volksaufklärer im 19. Jahrhundert
504 S., Br., € 68,00
978-3-8260-4291-1
Berthold Auerbach (1812-1882) ist einer der vergessenen Bestsellerautoren des 19. Jahrhunderts. Seine Dorfgeschichten machten den deutsch-jüdischen Autor über Nacht zu einer bekannten Figur des literarischen Lebens. Während die Dorfgeschichten zunächst vorwiegend in den adligen und bürgerlichen Salons gelesen und diskutiert wurden und erst später in Leih- und Volksbibliotheken vertreten waren, versuchte Auerbach mit seinen Volkskalendern bereits seit den 40-er Jahren des 19. Jahrhunderts, bildungsferne Schichten zu erreichen. Das Interesse des Volksaufklärers Auerbach galt der Vermittlung eines aufklärerischen liberalen Bildungsprogramms, das er zwischen 1842 und 1848 in theoretischen Schriften (Der gebildete Bürger, Schrift und Volk) und poetischen Texten formulierte. So werden in der Dorfgeschichte Der Lauterbacher anhand verschiedener Lehrerfiguren Chancen und Probleme der Volksaufklärung in einer dörflichen Gemeinschaft aufgezeigt. Auerbachs Forderung, dass die Literatur für das Volk zugleich dichterisch und realistisch sein müsse, versuchte er in seinen Volkskalendern praktisch umzusetzen. Im Vormarz thematisierte Auerbach in seinem Kalender Der Gevattersmann vor allem Aspekte politischer und moralischer Bildung als Bestandteil von Selbstbildungsprozessen. Die Forderung nach Freiheitsrechten und der deutschen Einheit bestimmte auch noch Auerbachs Volkskalender nach der Revolutionszeit.![]()
Romy Brüggemann
Die Angst vor dem Bösen
Codierungen des 'malum' in der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Narren-, Teufel- und Teufelsbündnerliteratur.
290 S., Br., € 44,00
978-3-8260-4245-4
Die Angst vor dem Teufel ist am Ausgang des Mittelalters und zu Beginn der frühen Neuzeit - im Zeitalter großer gesellschaftspolitischer und religiöser Umbruche - besonders groß und das Bose treibt überall sein Unwesen. Davon kunden die literarischen Texte der Narren-, Teufels- und Teufelsbündnertradition, die den Umgang mit dem Bosen vielfach reflektieren und verarbeiten. Sündhaftes menschliches Handeln, die Normüberschreitung des Alltags und die Entfernung von Gott sind ein Schritt auf dem Weg zur Hinwendung des Menschen zu Teufel und Teufelspakt. So kommentieren dies zumindest die meisten Autoren der Zeit, indem sie ihre Texte als Mahnung an ein frommes und sittliches Dasein ausrichten. Allerdings leisten sie zugleich jener Faszination Vorschub, mit der die Texte von den zeitgenössischen Lesern rezipiert werden, denn ihre Angst vor dem Bösen ist von der steten Neugier nach dem teuflischen Wesen begleitet. Diese Arbeit erschließt sehr vielfaltige Gebrauchsformen des Bösen und erweitert damit die Grundlagen für eine Literaturgeschichte des Bösen im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit![]()
Meike Herrmann
Vergangenwart
Erzählen vom Nationalsozialismus in der deutschen Literatur seit den neunziger Jahren
290 S., Br., € 39,00
978-3-8260-4222-5
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die deutsche Literatur eine beispiellose Konjunktur der Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Geschichte erlebt. Selten waren Romane gesellschaftlich so präsent. Sie losen Debatten aus, spiegeln die erneute Hinwendung zum "deutschen Leid" - belegen aber auch eine zunehmende Integration der NS-Zeit in das Selbstbild der Deutschen. Zu den Täter- und Schuldkonstellationen in dieser Literatur ist bereits umfänglich geforscht worden; diese Studie nun ruckt für ein breites Spektrum an Prosawerken - 16 Romane und Novellen - erstmals die Erzählformen in den Fokus. Dabei geht es um den vergangenheitspolitischen Gehalt der Formen selbst: Sie leisten Historisierung, kritische Erinnerung oder eine Live-Übertragung aus der Geschichte. Stets zielt die Darstellung der Vergangenheit auf eine tiefere Reflexion der Gegenwart. Und mit dem Ende der Zeitzeugenschaft kommen neue literarische Muster der Spurensuche und Imagination des Historischen auf. Die Studie erschließt die Anwendbarkeit jüngerer Gedächtnistheorien für die erzähltheoretische Untersuchung und gibt einen Überblick zu aktuellen Schreibweisen der deutschen Literatur bis ins Jahr 2008. Zu den untersuchten Autoren gehören Marcel Beyer, Katharina Hacker, Ulla Hahn, Thomas Lehr, Monika Maron, Bernhard Schlink, W.G. Sebald und Uwe Timm.![]()
Wolfgang Würger
Die Macht und das Böse
Grundlegung einer negativen Anthropologie, Band 2
320 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4305-5
Das moralisch Böse wird im Wirkungszusammenhang von Macht, instrumenteller Rationalität und schweren Persönlichkeitsstörungen generiert. Es ist dabei gleichermaßen als Ausgangspunkt wie als Resultat dieses Zusammenhangs zu betrachten. Als geschichtlich-gesellschaftliches Phänomen unterliegt es der Zurechenbarkeit der Gattung wie, in geringerem Masse, auch des einzelnen. Die Freiheit, den Gärungsprozess anders auszurichten, d. h. nach Zielen der Humanisierung und Zivilisierung der Menschen, und diesen entsprechend durchzuführen, darf als transzendentale unterstellt und weiterhin vorausgesetzt werden. In der theoretischen wie praktischen Weigerung, diese wenngleich auch beschrankte Freiheitsmöglichkeit zu nutzen und, wo immer sie greifbar und umsetzbar werden konnte, zu hintertreiben und zu zerstören, insofern sie den Machtinteressen zuwiderlauft, besitzt dieses moralisch Bose seinen innersten, es beständig reproduzierenden Kern. Von dieser Verantwortung, der die Gattung sich hartnackig versagt, kann sie nicht freigesprochen werden.![]()
Vom Erhabenen und vom Komischen
Über eine prekäre Konstellation
Herausgeber Brittnacher und Koebner
200 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4227-0
Auch an Randbereichen des Schonen, am Erhabenen und am Komischen, lassen sich Beobachtungen entwickeln, die umgehend ins Zentrum der Frage nach dem Schonen fuhren: Lachen und Weinen, von Helmuth Plessner als Grenzreaktionen der Vernunft bestimmt, erweisen sich im ästhetischen Zusammenspiel, im Mit-, Neben- und Gegeneinander des Tragischen und Komischen, als ungemein produktives und bislang noch wenig erforschtes Terrain.
Einleitung der Herausgeber – R.-P. Janz: Erhaben und lacherlich – eine denkwürdige Allianz – T. Koebner: Thersites und die Seinen. Zum Motiv des grotesk-hasslichen Menschen – C. Zumbusch: Dem Erhabenen ein Bein gestellt. J.M.R. Lenz’ Romanfragment Der Waldbruder als Tragikomödie – M. Swales: Ontologische Farce? Über Kleists Wagnis – G. Oesterle: Epiphanie und Gleichursprunglichkeit des Erhabenen und Komischen in Karl Wilhelm Ferdinand Solgers Ästhetik und Eduard Morikes Lyrik – A. Meier: „Wie viel man unter sich fühlt!“ Erhabene Lächerlichkeit in Nietzsches Ecce homo – A. Eder: P/Bathos. Zum burlesken Hiatus in Hofmannsthals Elektra – G. Neumann: „War es eine Komödie, so wollte er mitspielen“. Zu Kafkas Inszenierung des Anfangs im Prozess-Roman. – U. Stadler: über das Lachen beim Lesen von Kafkas Prosa – I. von der Lühe: „Der große Mann ist ein öffentliches Unglück“. Pathos und Komik in Thomas Manns Goethe-Verehrung – I. Stephan: „Weise Flecken“ und „schwarze Löcher“. Untergangsund Auferstehungsszenarien heroischer Männlichkeit in Christoph Ransmayers ‚Kaltetexten’ Die Schrecken des Eises und der Finsternis (1984) und Der fliegende Berg (2006) – H. R. Brittnacher: Höllengelachter im ewigen Eis. Warum es Deutsche fröstelt, wenn es Engländer gruselt
Malte Brinkmann
Phänomenologische Erziehungswissenschaft
330 S., Br., € 39,00
978-3-8260-4257-7
Axel Beelmann
Annäherung an den Menschen
275 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4260-7
Rahmenwechsel Kulturwissenschaften
Hrsg.: Fernando Clara, Isabel Capeloa Gil, Filomena Viana Guarda, Peter Hanenberg
330 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4263-8
Georg Milzner
Jenseits des Wahnsinns
Psychose als Ausnahmezustand: Perspektiven für eine andere Psychiatrie
188 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4215-7
Les premières voix. L'écriture de la Shoah en langue allemande 1945-1963.
Die ersten Stimmen. Deutschsprachiges Schreiben über die Shoah 1945-1963
(Hrsg.Vogel-Klein Ruth)
300 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4124-2
Josef Lehmkuhl
Zeit-Fenster
Ein fast philosophisches Lesebuch über die Zeit.
€ 18,00
978-3-8260-4226-3
Wagners Siegfried und die (post-)heroische Moderne
(Hrsg.Tobias Janz).
300 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4234-8
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Gestörte Sexualität
Ursachen, Erscheinungsformen, Therapie
192 S., Br., € 29,80
978-3-8260-2663-8
Noch nie gab es so viel Sexualität wie heute. Zahllose Publikationen, Talkshows, Filme, ein Overkill aus dem Internet etc. lassen den Alltag von sexuellen Reizen überfluten. Sex, der Lifestyle schlechthin der Spassgesellschaft. Andererseits: Nicht minder wachst die Ratgeberliteratur, und immer neue Sextherapien, seien sie somatischer oder psychologischer Provenienz, treten auf den Plan. Korrelativ zur Übersexualisierung scheinen neue Zwange, neue Hemmnisse aufzutauchen. Die medial überhitzten Erwartungen scheinen neue Ängste hervorzurufen, die Sexualität mehr zur Last als zur Lust werden lassen. Nach wie vor ist Sexualität offensichtlich eine schwer zu bewältigende Aufgabe, ist deshalb auch „gestorte Sexualität“, die sich von den ubiquitaren Funktionsstörungen über die Problematik geschlechtlicher Identitat bis zu den Perversionen erstreckt, die heute in ihrer kriminellen Valenz für eine breite Palette neurotischer und psychosomatischer Störungen verantwortlich gemacht werden. Wo steht in der zunehmenden „Überalterung“ der Gesellschaft die Alterssexualität - Enttabuisierung oder neuer Erwartungsdruck? Wo die Liebe? Und wo die Therapie? Der Band bietet eine Bestandsaufnahme des „State of the Art“ zu diesen Fragestellungen aus theoretischer, empirischer und klinischer Perspektive.- H. Lang (Hrsg.): Einführung - Sexuelle Funktionsstörungen
- U. Brandenburg: Sexuelles Begehren – zwischen Funktion und Liebe
- G. Buddeberg. Stört das Alter die Sexualität?
- W. Berner: Das Objekt der Perversion
- Z. Wurmser: Zur Psychoanalyse des Sadomasochismus
- P. Diederichs: Über Transsexualität
- D. Blocher: Sexualdelikte
- G. Fischer. Das Trauma des sexuellen Missbrauchs – gestörte Sexualität
- M. Reinhold: Geschlechtsspezifische Problemwahrnehmung und thematisierung sexueller Funktionsstörungen im Therapiegespräch
- M. Hauch: Intimität - Autonomie - Lust, Sexualpsychotherapie exemplarisch dargestellt am Hamburger Modell der Paartherapie![]()
Scheible, Hartmut
Giacomo Casanova
Ein Venezianer in Europa
241 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4137-2
Giacomo Girolamo Casanova, Chevalier de Seingalt (1725-1798), Schriftsteller, Abenteurer und Libertin, war ursprünglich Geistlicher; er studierte Jura in Padua (Promotion zum Dr. iur. utr.), 1755 wurde er in Venedig wegen "Gottlosigkeit" in den "Bleikammern" des Dogenpalastes eingekerkert; seine spektakuläre Flucht (1756) machte ihn zur europäischen Berühmtheit. 1757 Lotteriedirektor in Paris. 1760 von Papst Clemens XIII. zum Apostolischen Protonotar extra urbem ernannt und zum Ritter vom Goldenen Sporn geschlagen. Reisen in ganz Europa (Frankreich, Spanien, Holland, England, Deutschland, Schweiz, Rußland, Polen, Griechenland, Türkei). Begegnungen mit Voltaire, Friedrich dem Großen, Zarin Katharina der Großen. Ab 1785 Tätigkeit als Bibliothekar des Grafen Waldstein in Dux (Böhmen). 1787 Begegnung mit Mozart in Prag, Mitarbeit am Libretto von Don Giovanni. 1790-1798 Niederschrift seiner Memoiren. Casanova ist nicht nur Verfasser der "größten Selbstdarstellung des 18. Jahrhunderts" (Hans Blumenberg), er ist als Philologe, Historiker und Philosoph auch eine der bedeutendsten Gestalten des Zeitalters der Aufklärung. Seine europäische Orientierung verbürgt auch im 21. Jahrhundert seine unverminderte Aktualität.
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"Die Phantasie an die Macht"
Vorträge eines interdisziplinären Projekts
(Hrsg. Rautmann, Peter /Schalz, Nicolas)
286 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4131-0
Das Buch setzt sich mit den Potentialen von Kreativität und Phantasie in den Künsten, in der Kultur wie Politik auseinander, wie sie für unsere auf Innovation ausgerichtete Gesellschaft unerlässlich sind. Die Zuspitzung des Projekt-Titels auf den kontrovers diskutierten Slogan der 68er Studentenbewegung „Die Phantasie an die Macht“ geschah mit Bedacht. Der engagierten Stoßrichtung entspricht auch eine Definition von Phantasie, wie sie Adorno in seiner Ästhetischen Theorie gegeben hat: Phantasie oder „das Differential von Freiheit inmitten der Determination“. M. Greffratj: Bescheiden werden. Von der kleinen Macht der Kunst - ein Museumsbesuch – C. Holste: Exakte Phantasie. Über den jungen Le Corbusier – J. von Düffel: Über Joseph Conrad. Der magische Realist – P. Rautmann / N. Schalz: Phantasie und Erinnerung – A. Goehler: Phantasie an die Macht. Verflüssigungen – R. Faber: Spuren des Utopischen. Ernst Blochs messianischer Atheismus – M. Glasmeier: Ostentatio excrementorum Historische Anmerkungen zu „Cloaca“ von Wim Delvoye – M. Zywietz: Auf dürrem Gelände: Musikwissenschaft und Phantasie. Zur Geschichte des Faches Musikwissenschaft seit 1968 – W. Kraushaar: Die Phantasie an die Macht? Die 68er-Bewegung und die Romantik – B. Kutschke: Phantasie und Protest: Ernste Musik im Umfeld von ‚1968’ – A. Sick: Prototyp einer Kreativitätsmaschine: die Phantasie der Anderen – G. Roth: Kreativität und Gehirn – T. Reitz: Die Fantasie an der Macht. Klärungen zum politischen Imaginären – F. Nake: Durch das Dunkel ein Riss. Revolte und Medium![]()
Geist und Sittlichkeit.
Ethik-Modelle von Platon bis Levinas
Düsing Edith und Klaus, Hans-Dieter Klein (Hrsg.)
324 S., Br., € 39,80
978-3-8260-3925-6
INHALT:
- B. Manuwald: Sokratische und Platonische Tugend? – Zur Frage der Einheit des Tugendbegriffs in den Dialogen Platons
– A. Neschke-Hentschke: Zur Tugendlehre des Aristoteles – mit Ausblick auf Plotin – M. Theunissen: Sittlichkeit und Schicksal
– D. Fonfara: Die Ethik Epikurs
– J. Opsomer: Parrhesia bei Plutarch
– W. Metz: Der Weg zur Glückseligkeit bei Thomas von Aquin
– K. Düsing: Vernunftidee und Sittlichkeit bei Kant und Platon
– G. Zöller: Die Sittlichkeit des Geistes und der Geist der Sittlichkeit. Fichtes systematischer Beitrag
– R. Langthaler: Erlaubt die ‚praktisch revolutionierte Denkungsart’ bei Kant eine erweiterte Konzeption der Ethikotheologie und ‚Pneumatologie’?
– H. Ottmann: Hegels Theorie der Sittlichkeit
– N. Fischer: Zur Grundlegung des Sittlichen bei Kant und Levinas
– M. Striet: Grammatik, Gott, Moral. Eine Auseinandersetzung mit Nietzsches Welt Jenseits von Gut und Böse
– E. Düsing: Immoralismus oder Hypermoralismus? Nietzsches Konzept des individuellen Gesetzes![]()
Wolf-Dieter Gudopp v. Behm
Solon von Athen und die Entdeckung des Rechts
384 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4119-8
Solon war ein bedeutender Gesetzgeber und politischer Reformator. Ein Jahr lang stand er, ausgestattet mit allen nötigen Vollmachten, an der Spitze seiner Stadt. Seine praktisch-politische Tätigkeit hat er mit grundsätzlichen Überlegungen vorbereitet, begleitet und bilanziert. Diese in poetischer Form vorgetragenen Reflexionen, die uns zum Teil überliefert sind, haben Epoche gemacht. Solon ist die erste große Figur der Geschichte, die Politik und Wissenschaft konsequent miteinander verbindet, die politische Strategie theoretisch konzipiert und den politischen Kosmos gemäß den gegebenen Bedingungen realistisch modelliert. Seine große Entdeckung: Das Recht, die díke, ist die objektiv-reale Macht, die die labile Gleichgewichtsdynamik der Polis in einer selbst-organisierenden permanenten Erneuerung reguliert. Verletzungen der ordnenden und erhaltenden rechten Maß-Verhältnisse geschehen unvermeidlich; ebenso unvermeidlich „rächt sich“ díke mit gesellschaftlichen Krisen und Verwerfungen. Die Solonische Polito-logie ist Dikelogie, ist Wissen um die Wirkungsweise des Rechts. Die Solon-Monographie erschließt den Gedanken vor allem durch eine gründliche Lektüre der dichterischen Fragmente. Deren Interpretation geht mit einer Einführung in die griechische Archaik einher – und selbstverständlich mit einer ausführlichen Vorstellung der Solon vorangehenden und mit ihm verflochtenen Gedankenwelten Homers und Hesiods.
Otto-Friedrich-Bollnow-Schriften, Studienausgabe in 12 Bänden: Band 5![]()
Otto Friedrich Bollnow:
Neue Geborgenheit
Das Problem einer Überwindung des Existentialismus.
Herausgegeben von Boelhauve, Kühne-Betram, Lessing, Rodi
192 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4187-7
Der Band enthält den Abdruck des 1979 in vierter Auflage erschienenen Buches. Der Autor fasst unter dem Begriff „Existentialismus“ alle verwandten Strömungen in Philosophie und Dichtung von Kierkegaard über Jaspers und Heidegger zu Sartre und Camus, aber auch zu Rilke und Kafka zusammen. Im Zentrum steht eine Philosophie der Hoffnung als Gegenentwurf zu Heideggers Konzeption der Sorge, aber auch in Abgrenzung von Ernst Blochs „Prinzip Hoffnung“.
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Alfred Lévy
Hautkrankheiten und Lebenskrisen
Psychodermatologische Studien
240 S., Br., € 16,60
978-3-8260-4166-2
Der Verfasser lässt in diesem Buch Praxis (48 Falldarstellungen) und Theorie konzeptuell ineinander greifen. Die Studien umfassen dermatologische, internistische, allergologische, psychiatrische, tiefenpsychologische und phänomenologische Erkenntnisse. Die Aufarbeitung mehrerer psychosomatischer Lehren bis in die Gegenwart mündet in ein schulübergreifendes integratives Konzept, das sich sowohl zur Ausbildung von Ärzten und Psychologen als auch in der therapeutischen Anwendung bewährt. Ein umfangreiches Sachregister erleichtert das Aufsuchen bestimmter Themen.
Aus dem Inhalt: Zur Geschichte der allgemeinen und dermatologischen Psychosomatik. Phänomenologische Studien zum Haut-Sinn, zu Körper, Leib, Seele, Gefühl, Geist, Juckreiz, Ekel, Lust, Gewalt und Schmerz. Krankheitsbilder: Säuglingsekzem, Pityriasis rosea und P. rubra pilaris, Akne, Psoriasis, Warzen, Autodestruktive Haut-Krankheiten, Prurigo simplex subacuta, Herpes, Neurodermitis, Zoster, postzosterische Neuralgie, Hämorrhoiden, Enkopresis, Allergien, dyshidrosiforme Ekzeme, Urticaria, Pollinosis, Asthma, Autoimmun-Krankheiten, Lichen ruber planus, Periorale Dermatitis, körperdysmorphe Störungen, Rosazea, Alopezie, Vitiligo. Piercing, Tätowierungen und Zeitgeist. Rezensionen.
Alfred Lévy, Berliner Facharzt für Psychotherapeutische Medizin und Dermatologie, Promotion zum Dr. med. in Basel, Promotion zum Dr. phil. an der Humboldt-Universität Berlin. Ausbildung in tiefenpsychologischer Einzel- und Gruppentherapie, Dozent, Supervisor und Lehranalytiker am „Institut für Psychotherapie Potsdam“. Balintgruppenleiter.![]()
Mónica Alarcón
Die Ordnung des Leibes
Eine tanzphilosophische Betrachtung
219 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4058-0
Der Körper ist spätestes seit den 80er Jahren ein wichtiges Thema nicht nur für die Philosophie, sondern auch für andere Disziplinen wie Soziologie, Literatur und Theaterwissenschaft geworden. Eine Philosophie des Tanzes wirkt für das Denken zuerst irritierend. Einem Paradox ähnlich scheint dieser Begriff Gegensätze verbinden zu wollen. Denken ist aber genauso wie der Tanz eine Form der Selbstbewegung, die das Gedachte nicht zum Erstarren bringen muss. Denken und Körper unterscheiden und verbinden sich in jedem Gedanken, in jedem Schritt. Das eigentliche Paradox besteht eher darin, ein Denken setzen zu wollen, welches das Gedachte zum Tode erstarrt und einen Tanz, der durch seine Lebendigkeit und Fähigkeit zum Glück sich jedem Verstehen entzieht. Denken und Körper sind verschieden, und man ist gewöhnt, im Denken Vorgänge zu trennen, zu unterscheiden, zu vergleichen, zu klären. Die Notwendigkeit dieser Denkbewegung ist nachvollziehbar, aber sie ist nur die eine Bewegung, genau so notwendig ist die Synthesis: das Denken der Einheit. Die Überwindung des Dualismus kann nicht in einer Opposition zur Rationalität gelingen. Notwendig ist ein erweiterter Begriff vom Denken und der Verbindung zwischen seinen verschiedenen Ausformungen, nicht aber einen unvereinbaren Gegensatz zwischen verschiedenen Vermögen.![]()
Johannes Kepler
Kurze Darstellung der Copernicanischen Arstronomie in sieben Bänden
Nachwort von Eberhard Knobloch, Deutsche Übersetzung von Otto und Eva Schönberger und Eberhard Knobloch
300 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4202-7
J. Kepler gab in den Jahren 1618 - 1621 auf der Grundlage der copernicanischen Lehre eine systematische Gesamtdarstellung der Astronomie, die der neuen heliozentrischen Weltsicht Eingang bei den Mitforschern verschaffen sollte. Doch stützte er sich neben den Hypothesen des Copernicus auch auf die Beobachtungen von Tycho Brahe und die magnetische Theorie von W. Gilbert und schuf so ein ganz neues wissenschaftliches Gebäude. Als vorzüglicher Didaktiker verwendete er die (letztlich sokratisch-platonische) Darstellungsform von Frage und Antwort und suchte so zwingende Beweise zu gewinnen. In der sphärischen Astronomie (Buch 1-3) bewies er die Rotation der Erde und widerlegte die Einwände dagegen glänzend. In den folgenden Büchern der theoretischen Astronomie diskutierte er die Planetenbewegungen, ließ dabei Copernicus weit hinter sich und erstellte ein physikalisches System der Himmelsmechanik, bei dem alle Planetenbewegungen auf die im Mittelpunkt der Welt stehende Sonne bezogen sind. Die dabei verwendeten mathematischen Beweise dienen dazu, das Warum der Erscheinungen zu erhellen, und führen einen neuen, höchst „modernen" wissenschaftlichen Stil ein, bei dem Beobachtungen bewiesen werden und die wahre Gestalt des Kosmos mit Hilfe physikalischer Beweise erfasst wird. So liefert die Astronomie eine Begründung für die Bewegungen der Himmelskörper. Die Sonne ist dabei die einzige kosmische Kraftquelle und Ursache der elliptischen Planetenbahnen. Zu deren Erklärung dient auch Keplers Lehre von der Schwerkraft. Doch begnügte sich Kepler nicht mit dieser dynamisch-physikalischen Erklärung des kosmischen Geschehens, sondern erhob sich zu einer eigenartigen Himmels-Psychologie, mit Hilfe derer er seine Astronomie in einer höheren Meta-Physik verankerte: Die Harmonie der himmlischen Bewegungen galt ihm als Ausdruck eines Seelenlebens im gesamten Himmelsgeschehen, wobei der Astronom den Wegen und dem Wesen des Schöpfergottes nachspürt. So verstand Kepler sein Werk als Hymnus auf Gottes Schöpfung, als Lobpreis des Schöpfergottes. Wie alle Schriften Keplers besticht auch sein Hauptwerk durch Sauberkeit der Darstellung, Klarheit der Sprache und Beweisführung und durch die innere Lebendigkeit, ja die verborgene Leidenschaft des Forschers selbst im „trockensten" Gegenstand.![]()
Die Stadt: Achse und Zentrum der Welt
The City: Axis and Centre of the World
ERANOS.Band16
(Hrsg.Matthias Riedl /Tilo Schabert)
250 S., Br., € 28,00
978-3-8260-3540-1
Eine Stadt ist immer mehr als nur ein geographischer Ort geballter Menschenansiedlung, sie ist zugleich ein symbolischer Ort konzentrierter Sinngebung. Schon im alten China oder im präkolumbianischen Amerika wurden Städte derart angelegt, dass sich die Achsen der Stadtplanung mit den virtuellen Achsen der Kosmologie deckten. Stadtarchitektur half dem Menschen seine Stellung im Kosmos zu bestimmen. Im klassischen Griechenland war man darüber hinaus überzeugt, dass eine menschliche Lebensführung im voll aktualisierten Sinn sowie die Glückseligkeit ermöglichende Lehre und Praxis der Tugenden nur in der Polis möglich ist. Das politische Lebewesen, das ist zunächst der Stadtbürger. Diese beiden Dimensionen, die kosmologische und die pädagogisch-politische wirken auf Literatur, Philosophie und Kunst bis in die Gegenwart hinein. Doch ebenso wirksam ist das Gegen-Narrativ: Die Stadt als Ort moralischer Korruption und in die Irre leitender Verlockungen, als Ort religiöser Entfremdung und radikalen Sinnver- lusts. Schon den frühchristlichen Mönchen schien eine Rückkehr zu existentieller Eigentlichkeit nur als Flucht aus der Stadt möglich - eine Haltung, die auch in der Gegenwart noch Anklang findet. Der Band greift diese Themen aus interdisziplinärer sowie zivilisationsübergreifender Perspektive auf und entwickelt sie an Beispielen aus Ost und West, Antike und Moderne.
M. Riedl: Einführung - A. Scaß: Filarete's Ideal City of Sforzinda: Architecture between Nature and Society - C. Schumann: Die nahöstliche Stadt im Schnittpunkt zwischen Erinnerung und Erwartung - S. E McGuire'. Philosophy, the Mysteries, and Politics in Plato's Phaedrus - D. Fuchs'. Socratic Archetypes of Metropolitan Discourse in James Joyce's Ulysses - C. Ragazzoli: Tale of Two Cities: semiotique de la ville en Egypte. Ä travers ses representations -M. Neamfu: Ekklesia between the City and the Wasteland in Christian Egypt - H. Forsell: Metropolitan Pedagogy in Fin de Siede Central Europe -/ Tews: Fritz Gansberg and the Discovery of the 'Democratic Child - T. Schabert: On the Recent History of the Eranos-Tagungen.![]()
The Fate of Reason
Contemporary Understanding of Enlightenment
Editors Hans Feger /Wang Ge
500 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4093-1
The Enlightenment has been one of the central themes in humanities, and a fundamental problem in philosophy. Discussions on the Enlightenment from Kant to Foucault, both on its narrow sense as an historical event and its broad sense äs a process releasing us from the "self-imposed immaturity" (Kant), never lose their touch with reality. On the other hand, the concept of Enlightenment has always played a significant role in Chinese thought and culture. The Enlightenment, therefore, remains a theoretical problem äs well äs a practical one for contemporary China. Bearing this in mind, the Department of Philosophy and the Institute of Foreign Philosophy at Peking University in China and the Department of Philosophy of Freie Universität Berlin in Germany organized this international Conference on the contemporary interpretation of Enlightenment, to provide a platform for scholars from both countries.
Mit Beiträgen von: S. Han, W. Schmidt-Biggemann, V. Gerhardt, L. Wenchao, R. Enskat, T.-wan Kwan, F. VoUhardt, J. Yi, C. Bickmann, M. Weimin, H.-G.Pott, S. Xiangchen, W. Schröder, H. Feger, R. Velkley, W. Zengding, W. Jaeschke, H. F. Klemme, G. Yi, G. Zöller, S. Xinjian.J. H. Zammito, M. CastiUo, W. Ge, M. Baum, S. Y.-S. Chien, Z. Zhengming, Z. Zhiwei, Z. Dunhua, T. Shijuu, R X. Quan, J. Stolzenberg, C.-fuk Lau![]()
Rita Menge
Praxisführer Japan
Fettnäpfchen gekonnt vermeiden
200 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4158-7
Ein Buch für alle, die geschäftlich oder privat Kontakte mit Japan pflegen und sich schnell und umfassend informieren wollen. Alle Kapitel sind einheitlich strukturiert mit Bemerkungen über die deutsche Sicht und die japanische Sicht, Tipps aus der Praxis und konkreten Verhaltenstipps für die Praxis. Die zahlreichen realen Beispiele und häu- figen Fragen aus den durchgeführten Seminaren werden kommentiert und die sich daran anschlie- ßenden Empfehlungen bei Themen wie Meetings, Umgang mit Vorgesetzten, Geschäftsreisen, aber auch Religion, Essen und Trinken, Geschenke er- lauben ein sehr schnelles und direktes Informie- ren sowie ein gezieltes Nachschlagen.![]()
Jörg H. Gleiter
Der philosophische Flaneur
Nietzsche und die Architektur
240 S., Br., € 36,00
978-3-8260-3758-0
Neulich sagte ich mir: einen Ort zu haben, wo man nicht heraus will, nicht einmal in die Landschaft, wo man sich freut, in den Straßen zu gehn! - früher hätte ich's für unmöglich gehalten. - 16. Dezember 1888 Jörg H. Gleiter ist Architekt und Professor für Ästhetik an der Libera Università di Bolzano (Facoltà di Design e Arti).![]()
Zhang Yushu
Mein Weg zur »Literaturstraße«
Ausgewählte Arbeiten eines chinesischen Germanisten
480 S., Br. € 68,00
978-3-8260-4019-1
Prof. Zhang Yushu ist der Doyen der chinesischen Germanistik. 1953-57 Germanistik-Studium an der Peking L'niversilät. Ordinarius dort bis 2004. Seit 1982 Vizepräsident des Chinesischen Germanistenverbandes. 2002 Ehrenpromotion an der Universität Tübingen, Seit 2000 Begründer und Mitherausgeber der „Literaturstrasse"', Chinesisch-Deutsches Jahrbuch für Sprache, Literatur und Kultur, Hrsg. und Hauptübersetzer der chinesischen Heine-Auswahl in vier Bänden, der chinesischen Schiller-Werke in sechs Bänden. Zahlreiche Erstübersetzungen deutscher Literatur ins Chinesische.![]()
TANZ im Musiktheater - Tanz als MUSIKTHEATER.
Bericht eines internationalen Symposions über Beziehungen von Tanz und Musik im Theater.
Thurnauer Schriften zum Musiktheater, Bd. 22
Herausgeber: Thomas Betzwieser, Anno Mungen, Andreas Münzmay, Stephanie Schroedter
492 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4083-2
Tanz und Musik im Theater stellen eine künstlerische Herausforderung dar, die ungeachtet ihrer Selbstverständlichkeit auch immer wieder in Frage gestellt und heftiger Kritik unterzogen wurde, gleichzeitig immer wieder neue, phantasievoll kreative Formen entwickelte. Dem Verhältnis zwischen dramaturgischen Konzepten und ihrer szenischen Realisation im Detail auf der Basis von „Fallstudien“ oder überblicksartig in einer Gesamtschau nachzugehen, bildete das Zentrum eines Symposions, das praktische Anschauung und theoretische Reflexion nicht als sich diametral gegenüberstehende Pole, sondern zwei sich einander gegenseitig anregende Perspektiven innerhalb künstlerischer Prozesse verstand. Über dreißig Tanz-, Musik- und Theaterwissenschaftler aus dem In- und Ausland beleuchteten diese Thematik aus bewusst sehr divergierenden Perspektiven, wobei das Spektrum der Beiträge vom Ballet de cour, Ballet en action und Ballet-pantomime über die Experimente im Umfeld der Tanzmoderne des frühen 20. Jahrhunderts bis hin zu zeitgenössischen Tanz-Performances reicht: Es gilt, gerade die Vielfalt von Möglichkeiten der Gestaltung des Wechselspiels von Tanz und Musik im Theater aufzuzeigen und daraus resultierende musikchoreographische Verfahrensweisen einander gegenüberzustellen, um den gleichermaßen inspirierenden wie reflektierenden Blick auf ein zugleich altes und doch stets neues künstlerisches Faszinosum zu lenken. Der Band wird herausgegeben im Auftrag des Forschungsinstituts für Musiktheater Thurnau.
Thomas Betzwieser, seit 2001 Professor für Musikwissenschaft an der Universität Bayreuth; Forschungsschwerpunkte: Französische Musik des 18. Jahrhunderts, Opernästhetik, musiktheatraler Gattungstransfer, Opernedition.
Anno Mungen ist Leiter des Forschungsinstituts für Musiktheater auf Schloss Thurnau und Inhaber des Lehrstuhls für Theaterwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung des Musiktheaters an der Universität Bayreuth. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die Oper des 18-20. Jahrhunderts, Musik und Film, Musikgeschichte in Deutschland 1920-1945, Musik und Gender.
Andreas Münzmay lehrt Musikwissenschaft an der Musikhochschule Stuttgart und arbeitet als Musiker, Musik- und Fremdsprachenpädagoge. Seine Forschungsschwerpunkte betreffen Kulturtransfer, Intermedialität und Kompositionsgeschichte, insbesondere im Musiktheater, im Jazz und in der Geistlichen Musik.
Stephanie Schroedter arbeitet seit Beginn ihres Studiums an der Schnittstelle von Tanz-, Musik- und Theaterwissenschaft/-praxis: Ihre Dissertation zum Wandel der Tanzpoetik um 1700 erschien bereits bei Königshausen & Neumann („Vom ‚Affect‘ zur ‚Action‘“, Würzburg 2004) – derzeit habilitiert sie sich zu „Musik in Bewegung: Tanzkulturen des 19. Jahrhunderts“. Zu ihren zentralen Forschungsinteressen gehören zudem Tanz-Musik Interaktionen in zeitgenössischen Theaterformen, zu denen sie bereits zahlreiche Artikel publizierte.![]()
Konrad Kratzsch:
Klatschnest Weimar
3. wesentlich erweiterte Aufl.
210 S., Br., € 16,80
978-3-8260-4129-7
Den Alltag im klassischen Weimar mit seinen großen und kleinen Begebenheiten und Ereignissen, die den Hof und die Bürger der Stadt bewegten, versucht der Autor deutlich zu machen. Wie man Goethe empfing, wie es denn mit der Katze im Butterfaß wirklich gewesen ist, wie Schiller bei Anna Amalia Kirschkuchen aß, das wird ebenso aus den Quellen dargestellt, wie das mitunter derbe Treiben bei Hofe und in der Residenzstadt. Es zeigt Herders Familienleben mit allen seinen nur zu menschlichen Schattenseiten, aber auch das Leben und Leiden des kleinen Mannes. Nicht schadenfrohe Enthüllung, sondern respektvoll und dennoch auf einen heiteren Grundton gestimmt wird eine Welt beschrieben, die so heute wieder lebendig werden soll. Die Darstellung fußt auf exakter Quellenkenntnis und enthält im Anhang die genauen Nachweise der jeweiligen Fundstellen.![]()
Ingo Becker-Kavan
Alcatraz
Ein Synonym für Abschreckung
110 S., Br., € 16,80
978-3-8260-4185-3
Die Insel Alcatraz war für die Indianer Nordamerikas ein Wohnplatz für böse Geister, wo Menschen nicht leben konnten. Nichts Gutes könne hier jemals für den Menschen entstehen, behaupteten sie. Und tatsächlich bestand zwischen Mensch und Natur auf Alcatraz niemals gutes Verhältnis. Der Felsen von Alcatraz war ein Leuchtfeuer, eine Festung und fast jede Art von Gefängnis. Doch richtig bekannt wurde die Insel erst als Bundeshaftanstalt, als Endstation für die gefährlichsten Kriminellen, als Ort größter Isolation und Synonym für Abschreckung mit dem die Namen der bekanntesten Verbrecher der ame- rikanischen Kriminalgeschichte verbunden sind. Zu ihnen gehörten Al Capone, der »Gangsterkönig« und Robert Stroud, der »Vogelmann. «Idyllisch gelegen in der Bucht von San Francisco in unmittel- barer Nähe des »Goldenen Tors«, ist »The Rock« Alcatraz heute eine Touristenattraktion, die von 1,5 Millionen Menschen jährlich besucht wird. Dieses Buch schließt eine Lücke zwischen reinem Sachbuch spannender Darstellung des Lebensweges einiger höchst gefährlicher Verbrecher. Es liefert Geschichte und Informationen über eines der bekanntesten Haftanstalten der Welt verbunden mit kompetenten Hintergrundinformationen. Erzählendes Sachbuch und unentbehrlich für Reisende, die San Francisco besuchen und einen Abstecher nach Alcatraz machen wollen. Einzige Darstellung der Geschichte von Alcatraz in deutscher Sprache.![]()
Tanja Scagnetti-Feurer
Himmel und Erde verbinden
Integration spiritueller Erfahrungen
608 S., Br., € 68,80
978-3-8260-4123-5
Immer mehr Menschen wenden sich heute einer erfahrungsorientierten Spiritualität zu und machen dabei eigene spirituelle Erfahrungen. So erlebt eine Frau beim Erwachen aus einem Traum, dass sie auf dem Grund ihrer Seele angekommen ist und alles eins ist. Und dann? Was geschieht nach solchen Erlebnissen im Leben der Betroffenen? Spirituelle Erfahrungen können eine tiefgreifende Wandlung im Leben des Betroffenen nach sich ziehen. Manchmal bleibt es jedoch beim Erleben selbst, das irgendwann verblasst und dann nur noch eine Erinnerung ist. Spirituelle Erfahrungen können uns aber auch erschüttern und Fragen aufwerfen, denen wir uns nicht gewachsen fühlen. Oder wir interessieren uns nicht mehr so sehr für die Banalitäten des Alltags - welche Bedeutung hat schon Geschirr spülen oder Abfall entsorgen? Bei all diesen möglichen Folgen spiritueller Erfahrungen geht es um Aspekte der Integration spiritueller Erfahrungen. Wie kann Spiritualität von einem besonderen Lebensbereich zur gelebten Alltagswirklichkeit werden? Wie können wir uns schrittweise einer "Verbindung von Himmel und Erde" annähern? Die Studie befasst sich mit diesen Fragen und zeigt Möglichkeiten der Integration spiritueller Erfahrungen in den gewöhnlichen, gelebten Alltag und ins alltägliche Menschsein auf.
Merkel, Ulrich
Fenster ins Offene oder die Suche nach der Gegenwart
Die Sprache der Dichtung
200 S., Br., € 25,00
978-3-8260-4121-1
Wie können Dichter das Unsagbare sagen? Im Nichtwort / / ausgespannt / zwischen / / Wort und Wort (H.Domin). Es ist dieses Zwischen, in dem sich Poiesis vollzieht. Denn die nur linear und distanzierend verfahrende Sprache kann komplexes Erleben und unmittelbare Wahrnehmung nur mittelbar und nie restlos wiedergeben. Andererseits ist sie Bedingung eines Sehens in das nicht Definierbare. So wird jenes zwischen / / Wort und Wort als Form im Formlosen in Dichtung und bildender Kunst zum "Fenster ins Offene" (L.B.Alberti, 1435). Im Fokus genauer Lektüre stehen Texte u.a. von Adonis, M.Basho, Christensen, E.Diego, Domin, Draesner, R.Juarroz, Grünbein, Kirsch, Kunert, M.Proust, R. Schrott, daneben auch Werke bildender Kunst und des Films. Sie sind in 12 Kapiteln (Essays) Themen zugeordnet, welche in unterschiedlichen Perspektiven versuchen, die Interdependenz der Aspekte dichterischer Sprache in den Blick zu bekommen. Fragestellungen und Analysen verfahren interdisziplinär und suchen Anregungen nicht nur in Texten der Dichter sondern auch in Kunst und Philosophie, in der Kultur- und der neuen Naturwissenschaft. Es sind die Künstler und Dichter, welche eine im europäischen Mittelalter verlorene "Gegenwart" als "erfüllten Augenblick" im zeitlosen Nichtort des Kunstwerks suchen und wiederfinden.
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Bastard
Figurationen des Hybriden zwischen Ausgrenzung und Entgrenzung
365 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4173-0
Das Anliegen des Sammelbandes ist es, den Bastardbegriff in seiner Ambivalenz ernst zu nehmen und an unterschiedlichen Beispielen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft zu vergegenwärtigen. Als diskriminierend eingesetzte Kategorisierung – so zeigen die Beiträge im Einzelnen – gibt er einerseits Auskunft über kulturelle Ausgrenzungsmechanismen, als identifikatorisch genutztes Gegenkonzept der Grenzüberschreitung wird ihm andererseits die Möglichkeit zugesprochen, innovative Emanzipationsprozesse in Gang zu setzen. 1. A. Bartl / S. Catani: Bastard - Figurationen des Hybriden zwischen Aus- und Entgrenzung. Eine Einleitung – Neuere deutsche Literaturwissenschaft – 2. A. Bartl: Zwischen Pathologisierung und Apotheose. Der Androgyn als Bastard – 3. S. Catani: Monströse Bastarde. Das Monster als Paradigma hybrider Ordnungen in der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts. – 4. J. Hillesheim: Bertolt Brechts frühe Publizistik als Bastardgattung zwischen Zeitungsbericht und Realsatire – 5. H.-P. Ecker: Bastard-Figuren bei Kleist und Heiner Müller – 6. H. Koopmann: Bastard-Figuren bei Schiller – 7. J. Schöll: Die Vermittlung des Unmittelbaren. Ideen zur Erzählbarkeit des Performativen – 8. R. Cornejo: Kommentiertes Interview mit einem deutsch-tschechischen Autor – 9. E. Blome: „Schwarze Schmach“ oder „Prototyp des zukünftigen Menschen“? Zur Figur des Bastards in der Weimarer Republik – 10. A. Detken: „Mißgeburten der Schaubühne“ - die ‚Mischwesen‘ des Theaters zur Zeit Gottscheds - Geschichte / Altgermanistik – 11. S. Slanicka: Der zweifarbige Bastard. Exemplarische Mischlinge im Mittelalter – Komparatistik – 12. B. Malinowski: ‚The space between‘: Passagen-Denken bei Walter Benjamin, Michel Serres u.a. – Anglistik / Amerikanistik – 13. S. Mayer: Räume des Dritten in Toni Morrisons A Mercy – 14. T. Müller: Der Bastard als moderne Identitätskonzeption bei Henry James – Bildende Kunst, Kunstgeschichte – 15. C. Griebel: Riesenbovist und Gänsegurgel: Material und Ästhetik handgemachter Hybride – 16. T. Keith: Phonetische und visuelle Poesie: interdisziplinäre und intermediale Bastarde – Philosophie – 17. F. Fromholzer: „Arterhaltung wollt Ihr? Ich sage: Art-Überwindung!“ Der Übermensch ein Bastard? Zu den umstrittenen biologistischen Implikationen in Nietzsches Züchtungsgedanken – Sprachwissenschaft / Übersetzungswissenschaft – 18. H. Glück: Bastard, wortkundlich im europäischen Zusammenhang betrachtet – 19. C. Grunwald: „Illegitime Übersetzung“ Zum Begriff der Übersetzung in Lotmans Kultursemiotik und Benjamins Sprachphilosophie – Biologie / Naturwissenschaften – 20. N. Brede / K. Schwenk / B. Streit: n. n. – Architektur – 21. N. Kummer: BastardBauten. Zum Begriff des Hybriden in der Architektur – Soziologie – 22. J. Fischer: n.n. – Musikwissenschaft – 23. J. Arndt: Die Hybridität populärer Musik – 24. A. Gerigk: Uncoole Bastards - HipHop zwischen Ursprungsernst und komischer Hybridität – Medien- / Filmwissenschaft – 25. N. Immer: „That yellow bastard“. Zur Bändigung des Bösen in „Sin City“ – 26. K. Stutterheim: Fiktionalisierte Wirklichkeiten. Dokudrama und Realfiktion als Grenzgänger im deutschen Fernsehen.![]()
Bernhard Irrgang
Grundriss der Technikphilosophie
Hermeneutisch-phänomenologische Perspektiven
200 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4155-6
Bernhard Irrgang ist Professor für Technikphilosophie an der TU Dresden.![]()
Albertz, Peter
Denken
Systematische Betrachtungen
200 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4134-1
Im Zentrum der Betrachtung steht das Denken. Die Aufgabe, die sich der Autor stellt, ist es, die verschiedenen diesen Vollzug charakterisierenden Momente, die meist getrennt voneinander in verschiedenen Disziplinen behandelt werden, in einen systematischen Zusammenhang zu bringen. Im Ausgang von einer transzendental-funktionalen Grundlegung werden sprachliche, sprachphilosophische, logische, methodologische, psychologische, kreativitätstheoretische u.a. Aspekte eingebunden. 15 Kapitel, die unabhängig voneinander verständlich sind, behandeln strukturelle und „subjektive“, theoretische und praktische Gesichtspunkte einzeln und in ihrer Verzahnung: das Urteilen, das Gebundensein an Sprache, Prinzipien der Systembildung, die Erzeugung von Denkstrukturen und Denkmustern, Methoden- und Wertfragen, das Ich und die Anderen, Geltungs- und Machtansprüche, Arten und Regeln der Perspektivität, den Einfluss von Gefühlen, Varianten der Aufmerksamkeit. Die in der Tatsache der Medialität des Denkens, seines notwendigen Gebundenseins an Sprache, implizierte analytische Unterscheidung von Denken und Sprache wird in ihrer perspektivischen Funktion beleuchtet; die Uneindeutigkeit der Sprache erfährt dadurch eine neue Bewertung. Einen zusätzlichen Leitfaden bildet die Frage der Anwendungsmöglichkeiten in Alltag und Wissenschaft: Welche Anhaltspunkte gibt es, um in den Vollzug des Denkens einzugreifen, es methodisch zu leiten, es als ein Handwerk (z.B. im Schreiben oder Zeichnen) zu betreiben, als Kunst oder Können zu steigern? Der Autor Peter Albertz studierte Philosophie und Germanistik in Köln. Er war und ist u.a. als Lektor, technischer Redakteur und Software-Tester tätig.![]()
Aulke, Reinhard
Sinn, Bildung und Gewissen
Franz Fischers Philosophie und Pädagogik der kategorialen Bildung
450 S., Br., € 58,00
978-3-8260-4208-9![]()
Barbari´c, Damir
Annäherungen an Platon
170 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4171-6![]()
Bock, Wolfgang
Vom Blickwispern der Dinge
Sprache, Erinnerung und Ästhetik bei Walter Benjamin.
Vorlesungen in Rio de Janeiro 2007
160 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4179-2![]()
Bade, James N.
Fontane's Landscapes
176 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4077-1
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Karl Baier
Meditation und Moderne
980 S., 2 Bde., € 86,00
978-3-8260-4021-4
In den vergangenen Jahrzehnten wurde Meditation weltweit zu einem Kernbereich moderner Spiritualität. Meditation und Moderne enthält die bisher ausführlichsten Analysen zur Geschichte dieses Phänomens.
Als Hintergrund wird der Wandel der spirituellen Praxis vom Hochmittelalter bis zur Etablierung des neuzeitlichen Paradigmas von Meditation in Westeuropa nachgezeichnet. Die für die Moderne wichtigen Innovationen entstehen zunächst im außerkirchlichen Bereich mit Schwerpunkten in Nordamerika und Asien. Eine Schlüsselrolle spielt dabei im 19. Jahrhundert der Mesmerismus, der Okkultismus und New Thought sowie den modernen Yoga beeinflusst. Gemeinsam mit der Körperkultur-Bewegung wird in diesen Strömungen die Basis für die moderne Meditationskultur gelegt.
Im 20. Jahrhundert setzen Reformbemühungen in den Großkirchen, in Philosophie und Psychotherapie den Trend zur Meditation fort. Das Bekanntwerden des Zen läutet die Meditationsbewegung der 1970er und 80er Jahre ein, mit deren Darstellung das Buch endet.
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Wolfgang Ranke
Theatermoral
Moralische Argumentation und dramatische Kommunikation
in der Tragödie der Aufklärung
532 S., Br., € 68,00
978-3-8260-4057-3
Die Studie befasst sich mit der heroischen Tragödie der deutschen Aufklärung von Gottsched bis Lessing unter einem problemorientierten Gesichtspunkt: Sie fragt nach der Art und Weise, wie in den Trauerspielen Gottscheds, Schlegels und Cronegks die tragédie classique moraldidaktisch adaptiert und transformiert wird, und richtet ihr Augenmerk auf das dabei zutage tretende Spannungsverhältnis zwischen der zu illustrierenden dogmatischen Moral und den Konventionen dramatischer Rede und Szenengestaltung in der heroischen Tragödie. Der Autor zeigt, wie sich dieses Spannungsverhältnis in der Entwicklung von Gottsched zu Lessing wandelt. Dabei kann Lessings Einakter Philotas als eine kritische Replik auf die in den Beispielen seiner Vorgänger zutage tretende ‚Theatermoral‘ verstanden werden. Der titelgebende Terminus geht auf Moses Mendelssohn zurück, der im Briefwechsel mit Lessing und Nicolai eine Theorie der speziell differenten ‚Sittlichkeit‘ des Theaters entwickelt. Der Autor rekonstruiert diese Theorie und zeigt, in welcher Weise sie die heroische Tragödie der frühen Aufklärung prägt, in welchem Verhältnis sie zu dem sich verändernden moralphilosophischen Diskurs steht und wie schließlich Lessing in seinen Trauerspielen kritisch darauf reagiert.
Wolfgang Ranke lehrt als Privatdozent Neuere deutsche Literatur an der Universität Göttingen.
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Bollywood & Beyond
Contemporary Indian Cinemas and Globalization
Zeitschrift für Anglistik und Amerikanistik. Band (2009/1)
107 S., Br., € 13,00
978-3-8260-4109-9
Aus dem Inhalt:
- Satish Poduval, Introduction: Globalisation, the National-Popular, and Contemporary Indian Cinema
- Kasturi Dadhe, Religious and Nationalist Trends in Modem Bollywood Cinema
- Madhumeeta Sinha, Femmist Interpretations of Reality: Documentary Cinema and the Women's Movement in India
- Gabriele Linke/Hartmut Möller, Towards a Trans-National Indian Identity? Versions of Hybridity in Bollywood Film and Film Music
- Susanne Gruß, Spicing up the Austen Cult: Negotiating Bollywood, Hollywood and Heritage Aesthetics in Bride and Prejudice
- Sandra Heinen, Gurinder Chadha's 'Commodified Hybrid Utopia: The Programmatic Transculturalism and Culture-Specific Audience Address of Bride and Prejudice
- Ingrid von Rosenberg, Their Own Game: Cricket as a Symbolic Postcolonial Battlefield in Film
- Gerd Stratmann, Currying the Victorian Novel: Mira Nair's 'Indianised' Version of Vanity Fair![]()
Burkart Lauterbach / Stephanie Lottermoser
Fremdkörper Moschee?
Zum Umgang mit islamischen Kulturimporten
in westeuropäischen Großstädten
200 S., Br., € 22,00
978-3-8260-3984-3
Derzeitige Konflikte in München und anderswo machen eines deutlich: In Europa haben es Moscheen ausgesprochen schwer, von der jeweiligen Mehrheitsbevölkerung auch nur ansatzweise als Teil ihrer Umwelt oder gar als kulturelle Innovation betrachtet zu werden. Weitgehende Ablehnung und Verweigerung sorgen eher dafür, dass Moscheen in diesem Teil der Welt niemals aufhören, Fremdkörper zu sein. Doch dies ist nicht immer so gewesen, wie bestimmte Entwicklungen in Großbritannien seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert und in Frankreich seit den 1920er Jahren zeigen, Entwicklungen, die sich längst auch in touristischen Praktiken und Repräsentationen niederschlagen. Mittels zweier Fallstudien beleuchtet das Buch die dabei zur Wirkung kommenden kulturellen Transfers sowie die dazugehörigen unterschiedlichen Formen von Transferkultur.
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Hans Ebeling
Was Denken heißt
48 S., Br., € 14,80
978-3-8260-3755-9
Der Titel bezieht sich erkennbar auf eine Vorlesung Heideggers im WS 1951/ 52 und SS 1952. Versucht wird eine Antwort auf seine Frage, seine philosophische Zweideutigkeit und politische Untauglichkeit. Wer erkannt hat, wie wenig Vernunft und Recht bei Heidegger gelten, stößt sich am Ende nicht einmal mehr von ihm ab, auch wenn er ihn anführt. Das zu sich selbst befreite Denken durchläuft drei Stadien: im ersten Schritt gilt es, das Sein zu übersteigen, im zweiten, ihm zu widerstehen, im dritten, das Eine zu denken. Festgeschrieben wird, (1) daß eine Preisgabe der transzendentalphilosophischen Wende Kants nicht möglich ist ohne Verzicht auf das Selbstdenken, (2) daß das Denken sich noch weit radikaler vom Glauben trennen muß als bei Nietzsche, (3) daß das Äußerste des Denkens nicht ohne die äußerste Negativität zugänglich ist. Jedenfalls in Deutschland, dem von Hitler und Stalin zerstörten Exerzierplatz einer irrlichternden Weltgeschichte, kann die Philosophie anders gar nicht mehr Bedeutung behalten. Der Staat als ambitionierter Monopolist des Todes findet im Denken keinen Verbündeten, sobald das Recht nur noch Vorwand ist zur Durchsetzung der Macht. Die Identifikationsgemeinschaft der Vernünftigen und Sterblichen, anhaltend gefährdet durch die Pfründengemeinschaft von Kirche und Staat, muß beiden Institutionen den weiteren Zuspruch verweigern. Ein Text, der auf Verstehbarkeit und Verständlichkeit besteht, und zwar für Leser durchaus aller Fakultäten und jeden Lebensalters bei Verstand. Es dürfen auch Leserinnen sein. Sie merken erfahrungsgemäß am besten auf.![]()
Ullrich Wegerich
Berliner Macht
Kriminalroman
180 S., Br., € 18,00
978-3-8260-3985-0
Die Geschichte beginnt im verarmten Berliner Wedding: In einer herunter-gekommenen Wohnung wird eine verweste männliche Leiche gefunden. Die Kripo nimmt ihre Ermittlungen auf und erfährt, dass der Hartz-IV-Empfänger Markus Keppel angeblich schwarz als Detektiv arbeitete. Tatsächlich stellen Kommissar Mannheim und seine Kollegen eine CD sicher, die eine Überwachung der Vizepräsidentin des deutschen Bundestages dokumentiert. Im Bezirk Prenzlauer Berg lernen sie die Gewinner der Modernisierungsprozesse der vergangenen Jahrzehnte kennen. In einer Stadt, die sich immer radikaler in arm und reich polarisiert, kommen sie einem rücksichtslosen politischen Machtkampf auf die Spur. Die Ermittlungen führen ins Herz der Hauptstadt...Ullrich Wegerich studierte Soziologie und Philosophie, promovierte über die kritische Theorie Max Horkheimers und lebt heute als freier Autor in Berlin. http://www.ullrichwegerich.de/
Im Verlag Königshausen & Neumann erschien bereits sein Kriminalroman „Berliner Blut“.
Stimmen zum „Berliner Blut“:„Krimi mit gediegenem Lokalkolorit und Pfiff. Sehr amüsant zu lesen.“ (berlinkriminell.de).
„Verblüffend, dass es solche Debüts noch gibt.“ (krimiblog.de).![]()
Hans Erler
Judentum und Sozialdemokratie
Das antiautoritäre Fundament der SPD
180 S., Br., € 20,00
978-3-8260-3969-0
Auf dem Hamburger Parteitag 2007 hat die SPD das Judentum als die erste der geistigen Wurzeln der Sozialdemokratie in ihr neues Grundsatzprogramm aufgenommen. Die Jüdische Allgemeine schrieb dazu: "144 Jahre hat die sozialdemokratische Partei gebraucht oder sich Zeit gelassen, sich ihrer jüdischen Wurzeln zu erinnern". Was das für die politische Kultur und Judentum in Deutschland bedeutet, lässt sich noch nicht ermessen: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte aber hat sich die SPD damit zu einem Begründungshorizont sozialdemokratischen Denkens und Engagements geöffnet, der sie aus ihrem programmatischen Schwebezustand befreien kann. Die geistigen Motive und ethischen Leidenschaften der Sozialdemokratie erlauben nun, auch ihr politisches Subjekt zu reflektieren. Die biblische Erzählung vom Ungehorsam als Beginn und Sinn von Geschichte und Menschlichkeit, dies die Kernthese des Buches, enthält die Koordinaten jüdischen Denkens. Nicht Gehorsam, Paradies und Unsterblichkeit, sondern die aus dem Ungehorsam gegen irrationale Herrschaft geborenen Erkenntnisse begründen die Freiheit des Menschen, seinen Willen zum Dialog und die Gerechtigkeit zwischen den Menschen. Die Geburt der Sozialdemokratie vollzog sich aus dem Geist des Judentums. Nach dem Godesberger Programm von 1959 ist das Hamburger Programm der zweite und entscheidende Schritt der Sozialdemokratie auf dem Weg zurück zu ihren antiautoritären jüdischen Wurzeln als dem Fundament einer linken Volkspartei. Die von den jüdischen Opfern inspirierten weltweiten gegenautoritären Bewegungen der 1960er und 1970er Jahre haben eine sozialdemokratische Kulturrevolution fortgesetzt, an der heute das Überleben der Menschheit hängt. Ihr Politikstil folgt der jüdischen Aufklärung, für die es Sinn, aber keine fertige Wahrheit gibt.![]()
Martin Dresler
Künstliche Intelligenz und Sprache
Das Gedankenexperiment des "chinesischen Zimmers"
128 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4054-2
Können Computer Bewusstsein entwickeln? Können sie Sprache verstehen – und nicht nur Sprachverständnis simulieren? John Searle versucht in seinem Gedankenexperiment des Chinesischen Zimmers diese Fragen zu beantworten: Er versetzt sich selbst in die Lage eines Computers, führt ein Programm zum Verständnis chinesischer Sprache aus – und versteht dadurch doch kein Chinesisch. Alle anspruchsvolleren Ansätze der Künstlichen Intelligenz hält er damit für endgültig widerlegt. In den drei Jahrzehnten seiner Diskussion hat sich das Gedankenexperiment des Chinesischen Zimmers zu einem der prominentesten Argumente in der Künstlichen Intelligenz und Philosophie des Geistes entwickelt. Obwohl Hunderte Aufsätze die grundlegende Struktur oder einzelne Details des Arguments kritisiert haben, wird es nach wie vor als Standardeinwand gegen die Möglichkeit computationaler Intelligenz eingesetzt. Die Arbeit gibt einen weiträumigen Überblick über das Gedankenexperiment des Chinesischen Zimmers und die diesem zugrunde liegende Frage, ob Computer prinzipiell zu Bewusstsein und Sprachverständnis fähig sind.
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Bruno Haas
Moralbegründung und Gemeinschaft
Wie philosophische Argumente Menschen verändern können
188 S., Br., € 26,00
978-3-8260-4046-7
Ausgangspunkt der Arbeit ist Nietzsches Diktum, das in der Vorstellung von moralischen Pflichten vorausgesetzte Subjekt sei eine Fiktion. In der kritischen Auseinandersetzung mit dieser Position, u.a. anhand der Handlungstheorie Rüdiger Bittners zeigt sich, dass eine Begründung von Moralregeln ohne eine Antwort auf diese Kritik nicht gelingen kann. Die Aufgabe einer Moralbegründung nach Nietzsche muss die Entwicklung einer nicht-rationalistischen Subjektkonzeption beinhalten. Im konstruktiven Teil der Arbeit wird eine Moralbegründung skizziert, die mehrere innovative Elemente umfasst. Unter Rückgriff auf antike, auf dem Glück des einzelnen basierende Ethiken wird die Wichtigkeit der Zugehörigkeit zu partikularen Gruppen für ein gelungenes Leben systematisch nutzbar gemacht. Moralische Normen beruhen auf Forderungen von Gruppen, mit denen der einzelne sich identifizieren kann. Außerdem wird die Idee einer „Subjekttransformation“ entfaltet, d.h. die Möglichkeit einer moralischen Bildung durch Argumente, durch die wir uns sukzessive von bloß eigeninteressierten zu moralisch sensiblen Wesen wandeln können. Am Schluss ist auch der Inhalt der Moral ein anderer: aus statisch gegebenen Regeln wird ein lebendiges System von Bindungen.![]()
Winfried Mogge
"Ihr Wandervögel in der Luft..."
Fundstücke zur Wanderung eines romantischen Bildes und zur Selbstinszenierung einer Jugendbewegung
160 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4023-8
„Wandervogel“: Der Begriff ist in die Lexika eingegangen als Name der bürgerlichen deutschen Jugendbewegung seit 1901. Tatsächlich war „Wandervogel“ ein gängiges Bild in Volks- und Studentenliedern und in der Literatur seit dem Barock und der Romantik mit wechselnden Bedeutungen: Fahrender Gesell, Scholar, Pilgrim, Vagant, Landstreicher; schließlich der Inbegriff von Fernweh und Sehnsucht nach Neuem, Verlassenheit und Wiederkehr ins Vertraute. Entstehung, Wanderungen und Wandlungen des literarischen Bildes werden hier verfolgt und vorgeführt. In der populären Literatur und Musik des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts findet sich der Topos massenhaft und trivialisiert. In der Jugendbewegung wurde „Wandervogel“ zum Synonym des „neuen Menschen“, zum zentralen Schlagwort einer Ideologie von der Heilung der verdorbenen Zeit und Gesellschaft aus der Kraft der Jugend. Die Wirklichkeit war anders. Gegründet und angeleitet von Honoratioren des wilhelminischen Bildungsbürgertums, dabei den Mythos einer spontanen Jugendkultur sorgsam pflegend, war diese Jugendbewegung tatsächlich in den konservativen Reformbewegungen der vorigen Jahrhundertwende verhaftet. Und mehrheitlich wanderte sie längst vor dem Ersten Weltkrieg in das Lager der Völkischen Bewegung.![]()
Hubertus Busche
Philosophische Aspekte der Globalisierung
160 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4082-5
Die aktuelle dramatische Krise des Weltfinanzmarktes hat uns deutlich vor Augen geführt, wie stark inzwischen die Vernetzung der Akteure und der Effekte in der globalisierten Ökonomie fortgeschritten ist. Dass die Welt kurz den Atem anhielt, gab Politikern wie Theoretikern Gelegenheit für eine kurze Zeit der Besinnung, bei der in einem Ausmaß über neue politische Regeln und alte moralische Normen phantasiert wurde, das niemand erwartet hätte.
Einleitung – K. Röttgers: Ein philosophischer Begriff von Globalisierung
– G. Brücher: Globalisierung als Programm oder Wechselwirkung – Zur Grenze von Philosophie und Soziologie
– E. Weisser-Lohmann: Globalisierung und Gerechtigkeit
– H. Busche: Zerstört die Globalisierung gerechte Verteilungsmuster?
– T. Bedorf: Identität und Anerkennung unter Bedingungen der Globalisierung
– A. Lyssy: Aufklärung und Globalisierung
– S. Heßbrüggen-Walter: Naturrecht und Globalisierung – Zum Rechtsstatus indigener Bevölkerung
– J. P. Beckmann: Globalisierung und Ethik![]()
'Obeid-e Zâkâni
Die Sitten des Vornehmen
Gesammelte Werke des persischen Satirikers
Übersetzung, Einleitung und Anmerkungen von Joachim Wohlleben
Aus dem Nachlass herausgegeben von Klaus-J. Grundner
320 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4011-5
´Obeid-e Zâkâni, Persiens größter Satiriker, geb. ~1305 im Nordwesten des Landes, gest. 1371 in Schiras, wo er wie der eine Generation jüngere Hafis fast sein ganzes Leben verbrachte. Sonst weiß man nur das wenige von ihm, was sich seiner Dichtung entnehmen lässt. Die unruhige Zeit nach dem Mongolensturm (1258 Eroberung von Bagdad) hat seine Dichtung geprägt, deutlich wird das besonders an seinem Hauptwerk, das diese Sammlung zu Recht im Titel führt: „Die Sitten der Vornehmen“ erweisen den Sozial-Kritiker als Ausnahmetalent – als Satiriker ist er einzigartig. Aber Zâkânis Produktion ist von erstaunlicher Breite. Er ist ein Vollblutliterat, ein Allrounder, in allen Gattungen meisterlich, realistisch mit mystischen Zügen, elegant, versiert, souverän, und er ist ein Experimentator, ein innovativer Traditionalist. In Persien wird Zâkâni zwar anerkannt, jedoch mit Einschränkungen. Auch die europäische Literaturwissenschaft verkennt seinen Rang nicht, nahm jedoch Anstoß an seiner Neigung zur Obszönität. Die hier vorgelegte Sammlung ist durch diese Rezeptionsblockade nicht mehr behindert worden, die Übersetzung ist komplett und zugleich die erste vollständige.
Der Übersetzer Joachim Wohlleben (1936-2004), lehrte nach dem Studium der deutschen, klassischen und vorderorientalischen Philologie in New York (Columbia) und Berlin (Freie Universität), auch in Peking (Beida) im Fach Neuere Deutsche Literatur. Viele Publikationen, Bücher über Goethe, Büchner, Jahnn und die deutsche Homer-Rezeption.
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Helmut Fuhrmann
Die Gegenwärtigkeit der Philosophie
Aufsätze und Vorträge
160 S., Br., € 19,80
978-3-8260-4036-8
Im Blick auf die Thematik der (teils bereits gedruckten, teils noch ungedruckten) Texte zur Philosophie, die hier gesammelt erscheinen, lassen sich drei Gruppen unterscheiden. Die erste, Philosophie und Wahrheit, enthält Untersuchungen zum Wahrheitsproblem im Denken von Sören Kierkegaard und Karl Jaspers. Die zweite, Für uns wider die ,Kritische Theorie', vereinigt drei Arbeiten über Herbert Marcuse und Theodor W. Adorno, wie der wichtigsten Repräsentanten der Frankfurter Schule, mit einer Studie über Odo Marquard, einem ihrer schärfsten Widersacher. Die dritte und letzte Gruppe, Philosophie und Schule, befaßt sich einerseits anhand der Interpretation von Platons Dialog "Gorgias" ein konkretes Beispiel für deren Behandlung im Literatur- und Philosophieunterricht. Die Rede über Jacob Grimm als Namenspatron eines Gymnasiums, die den Schluß bildet, fällt nur scheinbar aus dem Rahmen des Ganzen heraus, bezeugt sie doch durch die Art und Weise, in der der ,fachfremde' Gegenstand traktiert wird, gerade umgekehrt jene zeiten- und fächerübergreifende "Gegenwärtigkeit der Philosophie", die im Titel des Buches angesprochen wird.
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Thomas Gregor Wagner
Die Seuchen der Kreuzzüge
Krankheit und Krankenpflege auf den bewaffneten Pilgerfahrten ins Heilige Land
260 S., Br., € 44,00
978-3-8260-4073-3
Die Kreuzzugspredigt Papst Urbans II. am 27. No- vember 1095 hatte Volksmassen in Bewegung ver- setzt. Zwei Jahrhunderte hindurch brachen christliche Heere zur Befreiung Jerusalems auf, doch nur ein Bruchteil der "bewaffneten Pilger" gelangte ins Heilige Land. Doch waren es nicht die Schlachten, die am meisten Opfer forderten. Weitaus schlimmer als die sarrazenischen Krummsäbel wüteten Hunger und Seuchen unter den Kreuzfahrern. Nach heutigen Schätzungen überlebte nur jeder Fünfte. Die Studie bietet Einblick in die medizinische Versorgung und die Lebensverhältnisse in den Feldlagern der Kreuzfahrer. Die Analyse historischer Seuchenbeschreibungen zeigt, wie die zeitgenössischen Berichterstatter todbringende Epidemien wahrnahmen, wie sie Krankheitsverläufe darstellten und deuteten. In den mittelalterlichen Kreuzzugschroniken begegnen uns zudem die damals vorherrschenden Körper- und Krankheitskonzepte. Und nicht zuletzt werden uns durch die Betrachtung von Krankheit, Leiden und Tod im Umfeld der Kreuzzüge tragische menschliche Schicksale vor Augen geführt, welche uns die brutale Körperlichkeit einer religiös-spirituellen Massenbewegung aufzeigen.![]()
Veronika Vieler
Filmregie als Verstehensprozeß
Dargestellt an Wim Wenders' Der Stand der Dinge
300 S., Br., € 24,80
978-3-8260-4025-2
Wenn Künstler in Schaffenskrisen Fragen nach einer Zukunft ihrer Arbeit stellen, machen sie oftmals ihre eigene Kunst zum Thema. Der Filmemacher Wim Wenders bringt seine Suche nach zukünftigen Formen des filmischen Erzählens in dem Film Der Stand der Dinge zur Sprache und stellt Fragen an Filmregie zwischen Kunst und Geschäft, Europa und USA. Im Vollzug seiner Regie findet er erste Antworten und lernt das Filmemachen mit jedem der folgenden Filme neu und besser zu verstehen. Diesem Verstehensprozess geht die Verfasserin in Anlehnung an die Philosophische Hermeneutik Hans-Georg Gadamers und die Methodik des hermeneutischen Prozesses von Werner Ingendahl nach.
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Eugenio Spedicato
Literatur auf der Leinwand
Am Beispiel von Lucchino Viscontis Morte a Venezia
128 S., Br., € 19,80
978-3-8260-3990-4
Literaturverfilmung ist Rezeption und Konstruktion von Textualität, intermediale Übersetzung, Aktivierung von typologischen Transfer-Modalitäten. In diesem Buch wird am Beispiel von Morte a Venezia ein neues Basis-Modell zur Analyse von Literaturverfilmungen vorgelegt, das diese Aspekte miteinander verbindet. Viscontis Film wird nicht als bloßes Belegmaterial verwendet. Bei kritischer Durchsicht der älteren sowie der neueren Mann-Visconti-Forschung werden neue Einsichten in diesen umstrittenen Film geboten. Es wird gezeigt, wie Visconti Thomas Manns typisches Spannungsverhältnis zwischen Absage an die Dekadenz im Sinne von artistischem Spiel mit der Dämonie des schönen Scheins und Teilhabe an der décadence als hellsichtigem Erkenntnisekel innovativ versinnlichte und semantisch wirkungsvoll ergänzte. Eugenio Spedicato ist Professor für Deutsche Literatur an der Universität Pavia (Italien).
NEUE REIHE: Studienbuch Literaturwissenschaft, Herausgeber Peter Tepe
In der neuen Reihe veröffentlicht Königshausen & Neumann ausgewählte Bücher, die als Textgrundlagen für Lehrveranstaltungen in den Bachelor- und Masterstudiengängen geeignet sind, die also als literaturwissenschaftliche Studienbücher dienen können:![]()
Peter Tepe /Jürgen Rauter
Interpretationskonflikte
am Beispiel von E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann"
Kognitive Hermeneutik in der praktischen Anwendung
Studienbuch Literaturwissenschaft
410 S., Br., € 39,00
978-3-8260-4094-8
Das Buch stellt ein Verfahren der kritischen Analyse von Sekundärliteratur vor, das es ermöglicht, den wissenschaftlichen Wert der verschiedenen Ansätze im Ganzen und im Einzelnen zu bestimmen; dieses wird auf 83 Sandmann-Interpretationen der unterschiedlichsten Art angewandt. Es gibt in der Literaturwissenschaft kein vergleichbar leistungsfähiges Analysemodell. Theoretische Grundlage ist die kognitive Hermeneutik, eine von Peter Tepe entwickelte Interpretationstheorie. Das Buch Kognitive Hermeneutik ist 2007 bei Königshausen & Neumann erschienen. Aus dieser Theorie wird nicht nur das kritische Analysemodell gewonnen, sondern auch eine Methode der wissenschaftlichen Textinterpretation, die Methode der Basis-Interpretation, die sich an allgemeinen erfahrungswissenschaftlichen Prinzipien orientiert. Diese wird ausführlich auf den Sandmann angewandt. Somit werden nicht nur die kognitiven Defizite der Sekundärliteratur aufgewiesen, sondern es wird auch gezeigt, wie man es besser machen kann. Von zentraler Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen einem wissenschaftlichen (kognitiven), einem nichtwissenschaftlichen (aneignenden) und einem pseudowissenschaftlichen (projektiv-aneignenden) Textzugang. Bei der kritischen Prüfung der Sekundärtexte zeigt sich, dass viele Arbeiten im Gewand der Wissenschaft aneignend-aktualisierend vorgehen und den Sandmann an die jeweils gängigen Theorien und Weltanschauungen anpassen. Dieses Selbstmissverständnis, das für die Dauerkrise der Textwissenschaft mitverantwortlich ist, gilt es zu korrigieren. Der Ergänzungsband auf CD eröffnet verschiedene zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten, die über das Buch als in sich geschlossener Text hinausgehen.
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Wolfgang Kuhlmann
Unhintergehbarkeit
Studien zur Transzendentalpragmatik
240 S., Br., € 34,80
978-3-8260-4045-0
Kein Gedanke ist für den Ansatz der Transzendentalpragmatik so charakteristisch wie der der Unhintergehbarkeit. Die Idee reflexiver Unhintergehbarkeitsnachweise bzw. strikt reflexiver Letztbegründungsargumente für Prinzipien der theoretischen und praktischen Philosophie ist entscheidend für den Zuschnitt, die Architektonik, den transzendentalphilosophischen Charakter dieser nachmetaphysischen Philosophie. Nur im Rekurs auf diese Idee scheint es möglich zu sein, dasjenige, was an den mächtigen zeitgenössischen Strömungen des radikalen Fallibilismus, Holismus und Historismus berechtigt ist, und hinter das wir heute nicht mehr zurückkönnen, sinnvoll, d.h., ohne Selbstwiderspruch zur Geltung zu bringen.
Die folgenden Abhandlungen, die um den Sinn, die Realisierbarkeit und die Anwendung dieses Gedanken zentriert sind, sind in den letzten Jahren zu verschiedenen Gelegenheiten entstanden. Dass sich die Konzeption reflexiver Letztbegründung unterwegs verändert hat, wird dem Leser nicht verborgen bleiben.
Aus dem Inhalt: Vorbemerkung - Unhintergehbarkeit und "Kurze Diskurse". Zum Streit über reflexive Letztbegründung. Bemerkungen zum Problem der Letztbegründung. Rationalität und Reflexion. Sind reflexive Argumente nur unfaire Tricks? Kant, Rohs und die Transzendentalpragmatik. Vernunft und Evolution. Eine Etude in Apriorismus.![]()
Klaus Köhler
Alles in Butter
Wie Walter Kempowski, Bernhard Schlink und Martin Walser den Zivilisationsbruch unter den Teppich kehren
440 S., Br., € 48,00
978-3-8260-4031-3
Nach dem singulären Zivilisationsbruch der Menschheitsgeschichte desertierte die deutsche Volksgemeinschaft, ohne deren aktive wie passive Beteiligung die Verbrechen des Dritten Reiches nicht möglich gewesen wären, kollektiv ins Doppel-Leben, ohne und mit Namenswechsel (Schneider / Schwerte). Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kannte man trotz der Monstrosität der Taten keine Scham. Eine Umkehr in der Stunde Null: Fehlanzeige! Der Wechsel in eine zweite Biographie, als sei in der ersten nichts geschehen, für das man sich zu verantworten hätte, war der Normalfall. Angesichts dieses moralischen Desasters wäre es an den kulturellen Multiplikatoren gewesen, ein Gegengewicht zu bilden. Das Schuldbekenntnis der evangelischen Kirche, in den eigenen Reihen höchst umstritten, betont in seiner Isoliertheit noch jenes Fiasko. Die deutsche Literatur hat vor dieser Aufgabe vollständig versagt. Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust ist ganz ausgeblieben oder allenfalls randständig berücksichtigt worden. Schlimmer noch sind die Versuche, statt Scham und Umkehr wenigstens nachträglich zum Gegenstand der Texte zu machen, das genaue Gegenteil zu erschreiben: die absolute Schuldfreiheit der Volksgenossinnen und Volksgenossen, die allenfalls im Modus der Verführung einige Kratzer abbekommen haben. Sachwalter dieser nach Meinung des Autors schäbigen Apologie sind Walter Kempowski, Bernhard Schlink und Martin Walser. Ihr Werk steht deshalb im Mittelpunkt dieser textnahen Literaturanalysen. Um die so gewonnenen Einsichten zu befestigen, werden andere Autoren vergleichend herangezogen. Peter Wapnewski verfolgt den gleichen Kurs wie Kempowski, Schlink und Walser; Reinhard Baumgart, Dagmar Leupold und Uwe Timm zeigen zumindest in Ansätzen, wie eine Literatur aussehen könnte, die den moralischen Anforderungen des Themas gerecht wird. Da es in diesem Buch nicht um Literaturkritik im engeren Sinne geht, sondern um die Widerspiegelung mentaler Prozesse, vor allem um die Rolle der Volksgemeinschaft, wird die erzählende Prosa immer wieder in materialreichen Längsschnitten z.B. zum Antisemitismus oder der Lebensraumpolitik abgeglichen mit der Realität des Nationalsozialismus. Dies ermöglicht, die Schreibabsicht der behandelten Autoren offenzulegen und den widerständlichen Ruf, der einigen immer noch anhaftet, zu hinterfragen.![]()
Jürgen Lamprecht
Die epistemische Beziehung zwischen Subjekt und Welt
Untersuchungen zur Kontroverse zwischen transzendentaler und evolutionärer Erkenntnistheorie
320 S., Br., € 49,80
978-3-8260-4052-8
In den Jahren 1975 bis 1990 wurde eine Kontroverse zwischen evolutionären und transzendentalen Erkenntnistheoretikern ausgetragen, die schließlich ergebnislos abgebrochen wurde. Beide Positionen stehen sich nach wie vor unversöhnlich gegenüber. Transzendentalphilosophen werfen der evolutionären Erkenntnistheorie vor, die transzendentale Ebene der Erkenntnis zu verfehlen und sich insofern in eine zirkuläre Argumentation zu verstricken. Daraus resultiert letztlich der Vorwurf, es handele sich bei der evolutionären Erkenntnistheorie gar nicht um eine Erkenntnistheorie im eigentlichen Sinne.
Die Arbeit nimmt die Kontroverse paradigmatisch zum Anlass, die Gründe für diese Unvereinbarkeit zu untersuchen. Die argumentationskritische und systemtheoretische Analyse erweist, dass Immanuel Kants erkenntnistheoretisches Verfahren, eine eigene transzendentale Erkenntnisform von empirischer Erkenntnis abzugrenzen, nicht aufrecht erhalten werden kann. Daraus leitet sich ein modifiziertes transzendentalphilosophisches Konzept ab, das es erlaubt, wesentliche Aspekte der evolutionären Erkenntnistheorie zu integrieren.![]()
Ekaterina Klüh
Interkulturelle Identitäten
im Spiegel der Migrantenliteratur
Kulturelle Metamorphosen
bei Ilija Trojanow und Rumjana Zacharieva
240 S., Br., € 40,00
978-3-8260-4064-1
Gegenstand der Studie ist die Migrantenliteratur der 1990er Jahre in Deutschland, die erstmalig am Beispiel zweier Autoren bulgarischer Herkunft, Ilija Trojanow und Rumjana Zacharieva, untersucht wird.
Innovativ ist hierbei der kulturwissenschaftlich-literaturwissenschaftliche Zugang, der einer im Vergleich zu den 1980er Jahren veränderten Literatur und einem neuen Verständnis von Kultur, Migration und Identität in der heutigen Gesellschaft gerecht wird. Interkulturelle Identität wird in Anlehnung an das postkoloniale Hybriditätskonzept als eine "dritte" Kultur modelliert, die sich im Zuge einer Verschmelzung von Herkunftskultur und zunächst fremder Kultur herausbildet, und die als solche in stetem Wandel begriffen und prinzipiell nicht abschließbar ist. Die untersuchten Romane lassen zahlreiche interkulturelle Identitätsentwürfe sowie zwei aufschlussreiche Identitätsmodelle erkennen. Während Trojanows Protagonist Alex sich bei der Wiederbegegnung mit der bulgarischen Kultur zu einem Kosmopoliten entwickelt, erreicht Zacharievas Hauptfigur Mila einen Zustand der absoluten Freiheit - wenngleich um den Preis von ontologischer Fremdheit.
Ekaterina Klüh ist 1973 in Bulgarien geboren und studierte Germanistik und Slavistik an der St.-Kliment-Ohridski- Universität, Sofia, sowie an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken. Seit 1994 lebt sie in Deutschland.
NEUE REIHE: Interkulturelle Moderne, herausgegeben von Ortrud Gutjahr
Unübersehbar hat sich der Modemisierungsprozess der westlichen Welt hin zu einer interkulturellen Moderne entwickelt. Im Gegensatz zu den Bewegungsrichtungen der Eroberungs- und Kolonisierungsepochen, in denen seit der frühen Neuzeit vor allem die Europäer in ferne Länder aufbrachen und sich gegenüber dem topographisch Entfernten und kulturell Fremden zu bestimmen suchten, haben technisch-medialer und wirtschaftlicher Globalisierungsschub, Migrationsbewegungen und der Fall der Mauer in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts dazu geführt, dass die Kontakte zwischen Menschen, die in unterschiedlichen kulturellen Kontexten sozialisiert wurden, zugenommen haben und vielfach auf europäischem Boden stattfinden. Im Zuge dieser Entwicklung werden in der Literatur, im Film und auf dem Theater verstärkt interkulturelle Szenerien und Narrative entworfen, die auf eine grundlegende Veränderung der Selbst- und Fremdbestimmungen verweisen. Die ästhetisch-performative Gestaltung von Begegnungssituationen, Vergemeinschaftungsformen und Identitätsbildungsprozessen wird bevorzugt über kulturspezifische Differenzkonstruktionen “dramatisiert“ und so erst als Ausdrucksform einer interkulturellen Moderne profiliert. Die Reihe versteht sich daher als Forum für Studien, in denen mit der Analyse kulturdifferenter Zuschreibungsmuster zugleich auf die Umbrüche im historisch gewachsenen und in seiner interkulturellen Potentialität virulenten “Projekt der Moderne“ verwiesen wird:![]()
Intrakulturelle Fremdheit
Deutsch-deutsche Differenzen in Literatur, Film und Theater nach der Wende
(Hrsg. Ortrud Gutjahr)
Interkulturelle Moderne
250 S., Br, € 29,80
978-3-8260-4089-4
Die Wende stellt Literatur, Film und Theater vor eine Herausforderung epochalen Ausmaßes, insofern sich die Aufarbeitung der deutsch-deutschen Vergangenheit in Narrativen und Szenen der Trennung und Wiedervereinigung im Zeichen einer intrakulturellen Fremdheit vollzieht. Denn mit dem Fall der Mauer setzt eine Begegnung zwischen Deutschen ein, die sich sowohl auf eine über Jahrhunderte gewachsene gemeinsame Sprache, Kultur und Geschichte beziehen können als auch auf 40 Jahre der Prägung durch unterschiedliche politische Systeme und divergierende Wertvorstellungen. Damit wird unmittelbar evident, dass das Deutschland der Gegenwart nicht allein durch interkulturelle Fremdheitskonstruktionen gekennzeichnet ist, durch die vor allem jene ‚Anderen‘, die aus fernen Ländern stammen und in anderen kulturellen Kontexten sozialisiert wurden, als Fremde im eigenen Land gesehen werden, sondern auch durch intrakulturelle Fremdheiten, die den eklatant unterschiedlichen Bewertungen der politischen Eruptionen und sozialen Verschiebungen nach 1989 geschuldet sind. Die neuen Inszenierungsformen, mit denen solche deutsch-deutschen Differenzen in der zeitgenössischen Literatur, im Film und auf dem Theater ‚dramatisiert‘ wie auch nicht selten ironisiert werden, lassen hegemoniale Ansprüche und dichotome Ost-West-Konstruktionen deutlich hervortreten. Doch darüber hinaus werden ästhetische Muster und medienspezifische Inszenierungsformen intrakultureller Fremdheit für die Darstellung überraschender Neubegegnungen und die Erzählung einer in der doppelten Bedeutung des Wortes geteilten Geschichte produktiv gemacht.
INHALT:
– O. Gutjahr: Intrakulturelle Fremdheit, was ist das? Einleitung
– J. Hörisch: Was bleibt? Erinnerungen an eine heftige Auseinandersetzung mit Stephan Hermlin
– O. Gutjahr: ,Ossis‘, ,Wessis‘ und andere ,Kanaken‘. Inszenierungsformen intra- und interkultureller Fremdheit nach der Wende
– A.-R. Meyer: Wenn der eiserne Vorhang fällt. Deutschdeutsche Lyrik vor und nach der Wiedervereinigung
– P. M. Lützeler: Fort aus dem Osten? Zurück in den Osten? Wende-Romane von Angela Krauß und Peter Schneider
– A. Lewis: Vom Traum zum Trauma. Die Liebe und die „Ehe“ zwischen Ost und Westin Monika Marons Animal Triste
– A. Muhi´c: Zwischen Ostalgie und West-Euphorie. Identitätssuche in Romanen von Kerstin Hensel und Jens Sparschuh
– S. Hermes: Die wiedervereinigte Provinz. Zu Jürgen Beckers Aus der Geschichte der Trennungen und Ingo Schulzes Simple Storys
– D. Hempel: Die Lage der Nation als Bettgeschichte. Michael Kumpfmüllers Roman Hampels Fluchten
– G. Dürbeck: Fremde Heimat. Ost-West-/West-Ost-Grenzgänger in der Harvest-Trilogie von Fritz Kater
– C. Künzel: Kleopatra im Plattenbau. Gisela Elsners Blick auf die Wende und Oskar Roehlers Film Die Unberührbare
– R. Schnell: Scherz, Satire, Ironie – und tiefere Bedeutung? Intrakulturalität und Intertextualität in deutschen Filmkomödien nach 1989
– K. Hickethier: „Happy End mit Spreewälder Gurken!“ Deutsch-deutsche Film- und Fernsehkomödien vor und nach der Wende
– W. ,Wara‘ Wende: Das ,andere‘ Leben im ,anderen‘ Deutschland. DDR-Alltag, Wende und Nachwendezeit im medialen Diskurs der Zeit zwischen 1989 und 2007 unter besonderer Berücksichtigung des Films Das Leben der Anderen
– Auswahlbibliographie: Literatur und Film nach der Wende
– Zu den Autorinnen und Autoren.
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Maskeraden des (Post-)Kolonialismus
Verschattete Repräsentationen ,der Anderen' in der deutschsprachigen Literatur und im Film
(Hrsg. Ortrud Gutjahr, Stefan Hermes)
Interkulturelle Moderne
250 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4090-0
Die inszenierte Unter-Repräsentation und Verschattung ‚der Anderen‘ kann als ein grundlegendes Kennzeichen der Literatur gelten, die im Zuge der deutschen Kolonialbestrebungen in Afrika, der Südsee und China verfasst wurde. Die Kolonisatoren werden als individualisierte Figuren gezeichnet, während die Kolonisierten als amorphe Masse erscheinen. Diese Inszenierung der indigenen Bevölkerung als blass bleibender Hintergrund für die Problematiken der ,Weißen‘ setzt sich in zahlreichen Romanen, die nach dem Ende der Kolonialzeit entstanden sind, wie auch in Filmen bis heute fort: Auf dem Schauplatz (post-)kolonialer Verhandlungen werden ‚die Anderen‘ in den Blick gehoben und zugleich abgeschattet. Die Beiträge des Bandes gehen dieser Form der Maskerade als komplexem Verfahren der Verbergung von Angst, Aggression und Begehren nach, um Aufschluss darüber zu gewinnen, mit welchen Strategien kulturspezifische Differenzzuschreibungen und hegemoniale Positionierungen legitimiert werden. Dabei stellt sich die Frage, in welcher Hinsicht durch die Veränderung (post-)kolonialer Diskursformationen ‚die Anderen‘ in ein neues Licht gerückt und Prozesse der (Selbst-)Demaskierung angestoßen werden. O. Gutjahr / S. Hermes: Maskeraden des (Post-) Kolonialismus. Einleitung – B. Kundrus: Spurensuche. Der deutsche Kolonialismus in kulturgeschichtlicher Perspektive – O. Gutjahr: Koloniale Interkulturalität. Vom ,Tropenkoller‘ und den Maskeraden der Fremdzuschreibung im Werk Frieda von Bülows – M. Brehl: ,Grenzläufer‘ und ,Mischlinge‘. Abgrenzung und Entgrenzung kollektiver Identitäten in der deutschen Kolonialliteratur – S. Benninghoff-Lühl: Die Masken des schwarzweiß-roten Todes. Verlebendigungen in der frühen deutschen Kolonialliteratur und in Thomas Pynchons V. – A. Honold: Menschenfresser und Hungerkünstler. Schaustellungen des Fremden in der deutschen Kolonialzeit – K. R. Scherpe: Szenarien des Kolonialismus in den Medien des deutschen Kaiserreichs – A. Dunker: „Durch die Wüste undsoweiter“. Orient, Orientalismus und der deutsche Kolonialismus der Phantasie – C. Weller: Liebe und Arbeit. Zu Überfluss und Mangel im pazifischen Beziehungsgeflecht – Y. Lü: Authentizität und Maskerade. Erzählstrategien in China-Romanen Paul Lindenbergs – S. Hermes: ,Leere Räume‘ – ,treue Neger‘. Der literarische Kolonialrevanchismus in der Weimarer Republik und im ,Dritten Reich‘ – M. Holdenried: Neukartierungen deutscher Kolonialgebiete. Postkoloniale Schreibweisen in Uwe Timms Roman Morenga – H. Bay: Vom Waterberg nach Auschwitz? Kolonialkrieg in der Gegenwartsliteratur – W. Struck: Reenacting Colonialism. Die Wiederkehr des Kolonialismus als Melodram – E. Annuß: Für immer unser Afrika. Zur neokolonialen Modernisierung des deutschen Heimatfilms.
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Stefan Hermes
Fahrten nach Südwest
Die Kolonialkriege gegen die Herero und Nama in der deutschen Literatur (1904-2004)
Interkulturelle Moderne
300 S., Br., € 39,80
978-3-8260-4091-7
Die Studie befasst sich mit literarischen Repräsentationen der genozidalen Kriege, die das kaiserliche Militär ab dem Jahr 1904 in ,Deutsch-Südwestafrika' gegen die Herero und Nama führte, und lotet erstmals das Verhältnis aus, in dem die während der Kolonialzeit publizierten Romane zu jenen Werken stehen, die erst nach dem Verlust des ,Schutzgebiets' verfasst wurden. Unter Berücksichtigung von Autoren wie Gustav Frenssen, Franz Jung, Hans Grimm, Uwe Timm, Gerhard Seyfried und Thomas Pynchon erschließt sie zudem ein breites Spektrum narrativer Strategien sowohl der Rechtfertigung als auch der Kritik kolonialer Macht- und Gewaltausübung. Die Untersuchung zeigt, in welcher Weise die literarischen Inszenierungen der historischen Ereignisse an zentralen Diskursen ihrer jeweiligen Entstehungszeit teilhaben und weist nach, dass die Texte entgegen einer verbreiteten Annahme kaum einmal starre Dichotomien zwischen den Figuren der ,Schwarzen' und denen der ,Weißen' entwerfen, sondern inhaltlich wie formal von Hybridisierungen und Grenzüberschreitungen geprägt sind. Was dadurch offenbar wird, ist der - teils gefürchtete, teils ersehnte - Zusammenbruch der kolonialen Ordnung.
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Hermann Krobath
WERTE
Ein Streifzug durch Philosophie und Wissenschaft
580 S., Br., € 86,00
978-3-8260-4088-7
Werte sind wieder gefragt – im öffentlichen Diskurs, als Grundsätze und Ziele institutionellen Handelns, vor allem aber auch als Orientierung gebende Leitlinien privat-individuellen Erlebens und Verhaltens. Der Autor vermittelt einen disziplin-orientierten Überblick über die Vielfalt der Begriffe, Konzepte und Verwendungsweisen von Werten: Werte in Philosophie, in der Wissenschaftstheorie, in Psychologie und Soziologie. Beginnend mit der Einführung von Werten in die Philosophie im 18. Jahrhundert wird auf exemplarische Weise die Entwicklung der Wertphilosophie des 19. und 20. Jahrhunderts bis zur modernen Befassung mit Werten in der gegenwärtigen Philosophie und Axiologie verfolgt. Eine kritische Untersuchung ist der Verwendung von Werten in den Wissenschaften vom Standpunkt der modernen Wissenschaftsphilosophie bzw. -theorie gewidmet. Bei der Darstellung von Werten in Psychologie (und hier verschiedener verwandter Gebiete, wie etwa Sozialpsychologie, aber auch dem wichtigen Anwendungsgebiet der Psychotherapie) und Soziologie werden die theoretischen Analysen ergänzt durch eine Übersicht über die Ergebnisse der modernen empirischen Forschung. Hinzu kommt ein umfassendes Literaturverzeichnis.
„Es gibt wohl kein Werk, das ... eine umfassende Darstellung dieses Problembereichs ... in Angriff nimmt. Ein solches Werk liegt nun mit diesem Buch des Philosophen und Sozialwissenschaftlers Hermann Krobath vor.“
Hans Albert in seinem Vorwort zu Krobaths WERTE![]()
Rolf Stemmle
Feen - Liebesverbot - Rienzi
Richard Wagners vielschichtige Opern eingängig erzählt
140 S., Br., € 9,80
978-3-8260-4080-1
Eine Begegnung mit Richard Wagners frühen Opern ist ungewöhnlich, aber lohnend. Sie stehen im Schatten der folgenden Werke und werden daher in ihrer ganz eigenen Art kaum wahrgenommen. Doch mit vielen beliebten Opern ihrer Zeit können sie sich durchaus messen. Die Idee, „Rienzi“ in Bayreuth aufzuführen, findet immer mehr Fürsprecher. Der Autor hat bereits die Handlungen der übrigen Bühnenwerke Wagners in Erzählungen umgestaltet – gut verständlich und ohne die Inhalte zu verflachen. In diesem neuen Band führt er die Leser zunächst in ein märchenhaftes Feenreich sowie in das Königreich Tramond. Dramatische Geschehnisse stürzen Prinz Arindal aus Tramond in den Wahnsinn. Seine Künstleridentität, die sich aber endlich offenbart, verleiht ihm ungeahnte Kräfte. Im „Liebesverbot“ bekommt es der Leser mit sinnesfreudigen Sizilianern, aber auch mit dem gefühlskalten, deutschen Statthalter Friedrich zu tun. Letzterer hat ein „Liebesverbot“ erlassen, das ihm jedoch selbst zum Verhängnis wird. Eine turbulente Komödie also, außerdem eine bissige Abrechnung mit dem Spießertum. Die dritte Geschichte erzählt Aufstieg und Fall des Volkstribunen Rienzi, jener historischen Gestalt, die 1347 versuchte, in Rom eine Volksherrschaft nach antikem Vorbild zu verwirklichen. Wagners humanistische Vision, von Hitler für Propagandazwecke vereinnahmt und missbraucht, wurde in der Folge oft fahrlässig falsch gedeutet. Hier wird sie in ihr historisches Umfeld gestellt und nachvollziehbar gemacht. Drei spannende Geschichten für alle, die gerne mehr über Wagner erfahren, oder einfach nur anregend unterhalten werden möchten.![]()
Alexander Scheidweiler
Maler, Monstren, Muschelwerk
Wandlungen des Grotesken in Literatur und Kunsttheorie des 18. und 19. Jahrhunderts
440 S., Br., € 49,80
978-3-8260-3977-5
Maler, Monstren Muschelwerk beschreibt den Bedeutungswandel des Begriffs des Grotesken vom Rokoko bis zum Vormärz. Ausgehend von Justus Mösers Essay Harlekin oder Verteidigung des Groteske-Komischen wird die Verwurzelung des traditionellen Grotesken in der derb-leiblichen Komik der Volkskultur aufgezeigt: Möser ordnet das Groteske einem vormodernen Körperkonzept zu, dem grotesken Leib, der, enigmatisch, monströs und über sich hin-auswachsend, gleichwohl komisch wirkt. Durch die Ablösung des vormodernen Leibeskanons durch den modernen, der den individualisierten, geglätteten, statuarisch ruhigen Leib vertritt, erfährt der Begriff des Grotesken einen fundamentalen Wandel. Dieser Wandel wird in vier Schritten am Beispiel kunsttheoretischer und literarischer Texte dargestellt: Vom Grotesken als Form derb-leiblicher Komik in frühneuzeitlicher Tradition über die Kritik des Frühklassizismus am Rocailleornament, die auf die Pastoralpoesie des Rokoko übertragen wird, hin zur völligen Stigmatisierung des grotesken Leibs im Klassizismus Winckelmanns und endlich zur neuen Sinngebung aus dem Geiste der Autonomieästhetik in der Romantik. Ein Ausblick auf den Vormärz beschließt die Arbeit.![]()
Peter Schallmayer
Kapitalismuskritik
Theorie und Praxis bei Marx, Nietzsche, Mann und Münteferings Heuschreckendebatte
280 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4070-2
Kapitalismuskritik schien aus der Mode gekommen zu sein, nachdem sie in den sechziger und siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts die öffentlichen und auch die geisteswissenschaftlichen Debatten beherrscht hatte. Doch im Gefolge der Heuschreckendebatte und der Finanzmarktkrise ist sie zurückgekehrt, überdies nun endlich auch als wissenschaftliches Untersuchungsobjekt. Das interdisziplinär ausgerichtete Buch beschreibt die Kapitalismuskritik erstmals als eigenständige Textsorte. Diese Geschichten gleichen sich in ihrer formalen Anlage, unterscheiden sich jedoch in ihrer inhaltlichen Ausgestaltung: Je nach Stoßrichtung werden unterschiedliche Typen der Kritik sichtbar, einerseits die soziale Kritik an Verelendung und Verlust des Gemeinsinns, andererseits die ästhetische Kritik an Entzauberung und ästhetischer Verflachung durch den Kapitalismus. Diesen Typen werden drei konkret analysierende Textfelder zugeordnet: Marx, v.a. das Kommunistische Manifest zur sozialen Kritik, Nietzsche, v.a. die Unzeitgemäßen Betrachtungen zur ästhetischen Kritik, und Heinrich Manns Roman Im Schlaraffenland als Beispiel für die Verbindung beider Kritiken. Diese Typen werden im zweiten Teil (Praxis) ausführlich behandelt, nachdem im ersten Teil (Theorie) das neu entwickelte Untersuchungsraster vorgestellt wurde. Der dritte Teil formuliert Ergebnisse und bietet einen Ausblick auf Münteferings aktuelle Beiträge zur sogenannten Heuschreckendebatte. Ein umfangreiches Glossar erläutert noch einmal die theoretischen Kernbegriffe. Insgesamt werden die Textbefunde aus den drei großen Gesellschaftsbereichen Wirtschaft, Politik und Kultur so aufgearbeitet, dass sie im Rahmen eines einheitlichen Analysemodells wiedergegeben und auf innovative Weise aufeinander beziehbar werden. Es entsteht ein Panorama der Spielarten von Kapitalismuskritik im 19. Jahrhundert mit ihrem Nachhall in der Gegenwart. Den viel interpretierten Werken von Marx, Nietzsche und Mann werden nicht nur neue Gesichtspunkte hinsichtlich der sie verbindenden Textsorte abgewonnen; vielmehr wird mithilfe der französischen und der englischen Forschung (Nouvelle Sociologie Economique, Critical Discourse Analysis) eine unbegreiflicherweise bestehende Lücke in der deutschsprachigen Forschung geschlossen: nämlich die ausdrückliche und alleinige Theoretisierung und Historisierung der Kapitalismuskritik, das erstmalige Beschreiben dieser Kritik, ihres Kontextes und ihres Textes in Theorie und Praxis.![]()
Aspekte der Religionswissenschaft
Herausgegeben von Richard Faber und Susanne Lanwerd
312 S., Br., € 38,00
978-3-8260-4006-1
– S. Lanwerd: Religionswissenschaft und Geschlechterforschung. Zu Bildern religiöser Differenz
– C. Auffarth: Europäische Religionsgeschichte - ein kulturwissenschaftliches Projekt
– M. Droege: Religionswissenschaft und Religionsjurisprudenz. Ein Versuch über blinde Flecken der disziplindifferenzierten Wissenschaften
– D. Elm von der Osten: ‚Vidimus, accepit fabula prisca fidem‘: Zur Theatralisierung mythologischer Erzählungen und religiöser Riten in der römischen Kaiserzeit
– R. Faber: Exemplarisches zur Religionsliteraturwissenschaft
– R. Faber: Religionspolitologie oder: Was heißt Theokratie?
– H. Frübis: Religion und Nation. Bildkünstlerische Konzeptionen der jüdischen Emanzipationsgeschichte
– B. Gladigow: Religionsökonomie: Zwischen Gütertausch und Gratifikation
– S. Heine: Religionspsychologie. Zum Profil einer jungen Disziplin
– H. Mohr: Auf der Suche nach der Religionsmedienwissenschaft oder: Wie die audiovisuellen Medien unser heutiges Bild von Religion verändern
– A. Reuter: Religion - Identitätsressource von Migranten? Eine religionssoziologische Studie
– J. Rüpke: Gibt es „systematische Religionswissenschaft“? Eine historische Lektüre
– W. Schiffauer: Zur Spiritualität von Arbeitermoscheen. Eine religionsethnologische Fallstudie
– R. Schlesier: Passagen und Sackgassen. Zur Wissenschaftsgeschichte der antiken griechischen Religion
– W. Stegemann: Religionsphilologie zwischen Exegese und Konstruktion. Das Beispiel der Bibelwissenschaft
– L. Wilkens: LER, Ethik und Religionsunterricht in der religionspädagogischen Diskussion
– H. Zinser: Individuelle Religion, Polyreligiosität und der Markt der Religionen. Überlegungen zur Religionszeitgeschichte![]()
Pädagogische Auffälligkeiten
Deutungsmuster von Verhaltensstörungen und Verhaltensauffälligkeiten - kritisch betrachtet
100 S., Br., € 19,00
978-3-8260-3975-1
In einer Zeit der virulenten Standardisierung, der Qualitätssicherung, der Frage nach der Effizienz des Bildungssystems und Ökonomisierung von Bildungsprozessen gilt die Auseinandersetzung mit pädagogischen Auffälligkeiten fast als anachronistisch. Im auffälligen Verhalten wird nicht die Komplexität der pädagogischen Situation, sondern vorrangig die pathologische Abweichung erblickt. Um derartigen Verkürzungen der Problematik entgegenzuwirken, wird im Band zum einen der Versuch unternommen, das Auffällige der pädagogischen Situation aus der Position des distanzierten Betrachters zu beschreiben, um den Umgang mit (Verhaltens-) Auffälligkeiten einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Zum anderen geht es darum, gleichsam hinter dem Phänomen der Auffälligkeit, das Postulat der Bildung neu zu entdecken. INHALT: Einleitung - A. Dörpinghaus: 1. Pathologisierungen schulischen Verhaltens. Über die biopolitische Umschrift pädagogischer Deutungsmuster. Ein Essay - W. Müller: 2. Vom Wandel der Disziplinierungstechniken gegenüber Verhaltensauffälligkeiten in der "Neuen Leistungskultur". Oder: "Es gibt keine vollkommenere Unterwerfung als die, die den Schein der Freiheit wahrt" (J.J. Rousseau) - A. Nießeler: 3. Übung der Aufmerksamkeit - Schulung des Blickes - Disziplinierung des Subjektes - I. K. Uphoff: 4. Die Professionalisierung des Lehrerberufs - oder: Vom pädagogischen Umgang mit Auffälligkeiten - M. Erhardt: 5. Das pädagogische Ethos des Lehrers als Grundlage für den Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern - Autorenverzeichnis
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Sigrid Fahrer
Cut-up
Eine literarische Medienguerilla
200 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4067-2
Was ist Cut-up? Ein literarisches, filmisches, bild- und tonkünstlerisches Verfahren: Man nehme einen Text/ eine Filmrolle/ ein Bild/ ein Tonstück, zerschneide dieses Material vertikal sowie horizontal und klebe die Stücke in verwürfelter Reihenfolge auf. Diese simple Schnitttechnik hat eine Tradition hervorgebracht, die in der subkulturellen Szene verschiedener Länder zwischen 1959 und 1975 virulent war. Zahlreiche Autoren und Autorinnen fühlten sich dieser "Cut-up-Connection" verbunden: Aus den USA William S. Burroughs, Brion Gysin und Mary Beach, aus Frankreich Claude Pélieu, aus England Jeff Nuttall, aus Deutschland Carl Weissner, Jürgen Ploog, Jörg Fauser und Rolf Dieter Brinkmann um nur die prominentesten zu nennen. Die Untersuchung erschließt das Thema Cut-up erstmals umfassend für den deutschsprachigen Raum. Nachgezeichnet wird die Geschichte der Cut-up-Bewegung, von ihren Anfängen im Pariser 'Beat Hotel' bis zu ihrer Rezeption in der Frankfurter Szene, deren Aktivisten dabei auch selbst zu Wort kommen. Ein zweiter Teil widmet sich der Ästhetik der Cut-up-Technik in den verschiedenen Kunstsparten und lotet das Potential des Verfahrens für die zeitgenössische Kunstproduktion aus. Besonderes Augenmerk liegt hier auf einer Abgrenzung von Cut-up zu benachbarten literarischen Verfahren, vor allem der Ars Combinatoria, Écriture automatique, dadaistischen Aleatorik oder Montage. So wird sichtbar, wie die Cut-up-Bewegung Strategien der klassischen Avantgarde teils weiterführt und teils auch überbietet. Eine annotierte Bibliographie der wichtigsten internationalen und aller deutschsprachiger Cut-up-Werke beschließt die Studie, die darin eine essentielle Grundlage für weiterführende Forschung geschaffen hat.
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Herbert Huber
Ethische Labyrinthe
240 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4037-5
Was meinen wir, wenn wir etwas als „gut“ bezeichnen? Wozu ist es gut, dass es Böses und Übel gibt? Wie bewältigt man Schuld? Ist Sühne nicht unverzichtbar, aber wie soll sie aussehen? Und schließlich: Vergangenes Unrecht kann nicht ungeschehen gemacht werden, und doch können wir unabgegoltenes Leid nicht einfach auf sich beruhen lassen, sondern müssen den Anspruch auf dessen Wiedergutmachung – so uneinlösbar er ist – lebendig erhalten: Es gibt eine Protestdynamik auch noch gegen vergangenes Leid und eine Hoffnungsdynamik auf eine „retroaktive“ Wiederherstellung der Integrität der Opfer (Habermas). Da wir über diese Macht nicht verfügen, reicht der Protest wie die Hoffnung ins Metaphysische. Den eben gezeichneten thematischen Bogen verfolgt das Buch „Ethische Labyrinthe“. Der Band „Ethische Labyrinthe“ behandelt die Thematik anhand kurzer Passagen klassischer philosophischer und literarischer Texte, aus denen heraus die systematische Gedankenführung in verständlicher Weise entwickelt wird. So eignet sich der Band zur persönlichen Lektüre jedes Interessierten, er stellt aber auch speziell für den Lehrer einen sicheren Rahmen und viel Material bereit, aufgrund dessen er seinen Unterricht in Philosophie, Ethik und Religion konzipieren kann.
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Walter H. Krause
Das Ethische, Verantwortung
und die Kategorie der Beziehung bei Levinas
80 S., Br., € 18,00
978-3-8260-3970-6
Levinas als Ethiker zu bezeichnen, verstellt den Zugang, so die These, nämlich das Ethische als das Elementale zu verstehen. Die Arbeit untersucht die Ethik im Sinne von Levinas. Die entwickelte Ethik ist in keiner Weise eine Theorie, sondern eine "Optik", eine Perspektive auf den Einzigen, das bedeutet, sich weder ersetzen lassen noch entziehen können. Sie ist nicht-normative Ethik und als das Ethische, ethische, asymmetrische Beziehung "Ausgesetztheit", "Nicht-Indifferenz" der Verantwortung zu verstehen. Es wird gezeigt, wie der Begriff Beziehung Levinas gesamtes Werk durchzieht und als Beschreibung einer metaphysischen, sozialen, religiösen, ethischen und asymmetrischen Beziehung präsent ist. Somit läßt sich bezogen auf die Arzt-Patienten-Beziehung diese grundlegend formulieren, denn der Anfang einer jeden Arzt-Patienten-Beziehung, -Behandlung ist das "Von-Angesicht-zu-Angesicht", die ethische Beziehung, die eine soziale Beziehung ist. Um die ärztlicherseits "verlorene Kunst des Heilens" (Lown) wiederzugewinnen, wird es notwendig sein, dass Medizin als praktische Wissenschaft sich der Ursprünglichkeit der ethischen Beziehung des Arztes zum Patienten offen zeigt und somit das Ethische mit Handlungsnormen für jeweils bestimmte Situationen verbindet.
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Stefan Meetschen
Guten Tag
[Medienroman]
144 S., Br., € 12,00
978-3-8260-3994-2
Alexander Berger, Chefredakteur der großen deutschen Boulevard-Zeitung „Guten Tag“, hat beruflich alles erreicht, was er sich erhofft hat. Er wartet nur noch auf einen Anschlag von Osama Bin Laden in Deutschland, um erneut ein spektakuläres Ereignis journalistisch aufarbeiten zu können. Für seine Tochter, seine Frau und seine kranke Mutter hat er keine Zeit. Doch Alexander Berger erlebt plötzlich einen anderen Einschlag. Seine ganze berufliche und private Existenz wird umgekrempelt. Mobbing, Intrigen, Fehler, unsichtbare Mächte und die Mächtigen in der Gesellschaft scheinen sich gegen ihn verschworen zu haben. Einziger Lichtblick: die polnische Praktikantin Dorota, die erst kurz in der Chefredaktion arbeitet und eigentlich Zahnärztin werden möchte. Wird Alexander Berger sie so leicht verführen können wie die vielen anderen Praktikantinnen vor ihr? Aber warum hat sich Dorota, die Zahnmedizin studiert hat, ausgerechnet beim „Guten Tag“ beworben? Was für eine Geschichte verbindet sie und ihre Familie mit dem Leben von Alexander Berger? Ist es Zufall, dass ein Foto aus seiner Vergangenheit jetzt auftaucht, wo all seine Sicherheiten einstürzen? Es ist – wie schon im ersten Roman von Stefan Meetschen („Requiem für einen Freund“, K&N 2004) – ein Geheimnis, das die Geschichte spannend macht, zudem sind die Passagen aus dem „Heiligsten“ einer Groß-Redaktion köstlich zu lesen. Hier wird Gesellschafts- und Medienkritik mit leichter Hand trefflich skizziert. Ohne ideologischen Zeigefinger. Überraschend ist das Ende des Romans. Es verweist darauf, dass mit dem Karriereende nicht alles vorbei sein muss, dass Tränen und Verzweiflung die Tür zu einem Leben im Eigentlichen öffnen können. Der Autor Stefan Meetschen lebt als freier Journalist in Berlin.![]()
Gabriel C. Millet
FAST EIN MENSCH
Zwei Theaterstücke:
Fast ein Mensch
Ein Besuch bei dem Dichter Dino Campana in der Irrenanstalt von Castel Pulci (Florenz)
+ Die langen Schatten des Herbstes
Aleramo versus Matacotta
144 S., Br., € 12,00
978-3-8260-4063-4
Dino Campana (1885 - 1932) ist heute in Italien einer der interessantesten Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts. Sein Hauptwerk "Orphische Gesänge" (1914) findet sich in nahezu jeder Buchhandlung. Faszinierend für viele ist zudem, dass Dino Campana die letzten 14 Jahre seines Lebens in einer Irrenanstalt verbracht hat. Das Theaterstück "Fast ein Mensch" gewährt einen fiktiven Einblick in sein dortiges Leben und Denken. Sibilla Aleramo (1875 - 1960), die für eine kurze Zeit eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit Dino Campana hatte, schreibt 1906 ihren ersten Roman Una Donna, der sofort in mehrere Sprachen übersetzt wird und in ganz Europa großes Aufsehen erregt. Durch ihre außerordentliche Schönheit, Intelligenz und Ausstrahlung verschafft sie sich sehr schnell einen Namen, vor allem aber durch ihr sehr bewegtes Liebesleben, das sie in ihren weiteren Werken autobiographisch verarbeitet. Das Theaterstück "Die langen Schatten des Herbstes" thematisiert ihre fast 10-jährige Liebesbeziehung, die sie als 60-jährige Frau mit dem 19-jährigen Studenten und späteren Schriftsteller Franco Matacotta beginnt.
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Frank Wehner
Neues aus Okazaki
Tagebuch eines Forschers und Reisenden in Japan
144 S., Br., € 16,80
978-3-8260-3978-2
Das Buch beschreibt in höchst amüsanter Weise die Erfahrungen, die ein deutscher Forschungsreisender im Rahmen einer wissenschaftlichen Kollaboration in Japan und der japanischen Arbeitswelt machen konnte. Dreimal wurde das Land in den Jahren 2002 bis 2006 bereist und insgesamt acht Monate hat der Autor in Japan gelebt und gearbeitet. Darüber hinaus ergaben sich Gelegenheiten für vergnügliche Reisen in diesem anfangs faszinierend fremden, dann immer vertrauter werdenden Kulturkreis und teilweise groteske Situationen werden beschrieben, in die man als Europäer in Japan so geraten kann. Situationen, aus denen die japanischen Zeitgenossen ihrem Gast - zumeist mit einem Lächeln - auch wieder herausgeholfen haben. Kultureller Reichtum und Schönheit, Besonderheiten des Landes und seiner Bewohner werden ebenso beleuchtet wie die wissenschaftliche Arbeitswelt und mit spielerischer Leichtigkeit wird der Leser in das Leben in Japan eingeführt - und gewinnt hierbei fast den Eindruck, als wäre er persönlich dort gewesen.
Prof. Dr. Frank Wehner (Jahrgang 1954) studierte in Aachen Biologie, promovierte am Forschungszentrum Jülich und habilitierte sich in Bochum für das Fach Tierphysiologie. Heute ist er Professor für Zellbiologie an der TU-Dortmund und leitet eine Arbeitsgruppe am benachbarten Max-Planck-Institut. Und er pflegt eine produktive und sehr erbauliche Kollaboration mit seinen japanischen Freunden.
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Danielle Cerovina
Das Glück der Erde lesend erleben
Mädchen-Pferdebuchserien
eine genderorientierte, strukturelle und inhaltliche Untersuchung
512 S., Br., € 68,00
978-3-8260-3974-4
Warum lesen Mädchen mit Vorliebe Pferdebücher, vorzugsweise in Serienform à la "Bille und Zottel": ein Mädchen - ein Pony? Welche Bedeutungen kommen den wiederkehrenden Handlungsmustern und -motiven zu, die entwicklungsbedingte Bedürfnisse und Sehnsüchte ihrer präadoleszenten Leserinnen offensichtlich befriedigen? Wie lässt sich das bekannte Phänomen vom pferdebegeisterten Mädchen erklären und kann die fiktive Reiterwelt die reale Beschäftigung mit dem Pferd eventuell ersetzen? Welchen Beitrag liefert das Pferdebuch mit seiner Darstellung der Geschlechter zur Bildung einer sozial bestimmten weiblichen Geschlechterrollen-Identität in unserer zunehmend von Modellen des Androgynen bestimmten westlichen Kultur? Diesen zentralen Fragen geht die sich im Schnittfeld von Literaturwissenschaft, Kinder- und Jugendbuchforschung und Literaturdidaktik bewegende Arbeit nach und durchleuchtet damit das bisher wenig beachtete Genre des seriellen Pferdebuchs. Dabei werden sozialpsychologische und pädagogische Theorien über die Bedeutung von Pferden und Pferdeliteratur herangezogen und sozialhistorische, geschlechtsspezifische und sportwissenschaftliche Perspektiven der Beziehung zwischen Mensch und Pferd dargestellt. Mit Klärung der Frage, warum in den letzten Jahrzehnten das Reiten zu einem dezidierten Mädchen-Sport geworden ist, sind die Realien für die anschließenden Textuntersuchungen bereitgestellt, die mit literaturwissenschaftlichen Ausführungen über die historische Entwicklung der Pferdethematik im Mädchenbuch beginnen und Theorien zur Trivialliteratur und der Genderforschung funktional einbinden. In detaillierten Einzelanalysen inhaltlicher Konzepte dreier exemplarischer Serien werden die unterschiedlichen, implizit vermittelten Rollenangebote aufgezeigt, die nicht frei von inneren Widersprüchen sind. Das Pferd als großes, warmes Kuscheltier und geliebter, schützender Partner fungiert im Ablösungs- und Entwicklungsprozess des Mädchens als eine Art Übergangsobjekt. Die Beschäftigung mit Pferden symbolisiert und substituiert aber noch weit mehr.
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Josef Rattner / Gerhard Danzer
Hermeneutik und Psychoanalyse
Das Verstehen als Lebensaufgabe, Wissenschaftsmethode und Fundamentalethos
Studienausgabe
176 S., Br., € 18,00
978-3-8260-4022-1
Als Sigmund Freud um 1900 seine Theorie des Seelenlebens aus der Wiege hob, nannte er seine Lehre Psychoanalyse. Dieser Name sollte den Anschluss an die Naturwissenschaften herstellen, deren Geist in jener Zeit vorherrschend war. Ähnlich wie Physik und Chemie sollte auch die innovative dynamische Psychologie analytisch sein. Einige Schüler Freuds wollten aber auch geisteswissenschaftliche Methoden für Theorie und Praxis der Seelenheilkunde fruchtbar machen. Der Erfolg ihrer Bestrebungen war bedeutend. Es zeigte sich, dass viele Themen der tiefenpsychologischen Forschung besser bearbeitet werden konnten, wenn man die Tradition der Wissenschaften vom Menschen und seiner Kultur berücksichtigte. Rattner und Danzer zeichnen diesen Prozess innerhalb der Wissenschaftsgeschichte minutiös nach. Sie sind der Überzeugung, dass der Verstehensbegriff der Geisteswissenschaft und die hermeneutische Methode für die seelenärztliche Arbeit von höchster Relevanz sind. Damit gewinnen die Psychoanalyse und ihre Weiterentwicklungen eine philosophische Tragweite.
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Christoph Dolgan
Poesie des Begehrens
Textkörper und Körpertexte bei Leopold von Sacher-Masoch
400 S., Br., € 56,00
978-3-8260-4028-3
Ziel dieser Studie ist die Erörterung der Körperdarstellungen in den Texten Leopold von Sacher-Masochs. Eingebettet im literatur- und ideengeschichtlichen Zeitkontext werden wiederkehrende Topoi in der Beschreibung der männlichen und weiblichen Körper aufgezeigt und anhand unterschiedlicher theoretischer Ansätze interpretiert. Während der weibliche Körper primär als ein Körper der Darstellung aufscheint und als ein betrachteter definiert wird, erscheint der männliche Körper einerseits als betrachtender und andererseits als einer, der sich durch taktile Sensationen als ein Körper des Erlebens Gewissheit verschafft. In einem weiteren Schritt wird die "masochistische" Inszenierung dieser beiden Formen der Körperlichkeit betrachtet, wobei diese als ein Übergangsritual mit unterschiedlichen möglichen Ausgängen aus der in der Übergangsphase eingesetzten Gegen-Ordnung gelesen wird. Ferner werden mit dem Tier-Werden und den Anklängen an den grotesken Körperkanon zwei somatische Alternativen untersucht, um im Anschluss daran einigen Facetten der Masochschen Komik und damit einem kaum beachteten Aspekt des von Sacher-Masoch geschaffenen Werks nachzugehen. Zuletzt wird der Masochsche Textkörper im Hinblick auf einige spezifische, darin entworfene Sprachräume hinterfragt.
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Hans J. Backe
Stukturen und Funktionen des Erzählens im Computerspiel
Eine typologische Einführung
448 S., Br., € 48,00
978-3-8260-3986-7
Das Computerspiel verfügt über die unter allen Medien einzigartige Fähigkeit zur Verschmelzung von Erzählung und Spiel. Die Analyse dieser interaktiven Kommunikationsform bereitet aber noch immer Schwierigkeiten, da weder Spiel- noch Erzähltheorie eine angemessene Terminologie bieten. Auch die Computerspieltheorie hat bislang hier keine Abhilfe geschaffen, da die etablierten Ansätze das Medium auf den Spiel- oder Erzählaspekt reduzieren. In Strukturen und Funktionen des Erzählens im Computerspiel wird zum ersten Mal eine Systematik entwickelt, die es Studenten und Forschern aller Disziplinen, aber auch Insidern der Spielindustrie ermöglicht, ohne theoretische Vorkenntnisse die erzählerischen Möglichkeiten des Mediums zu analysieren. Grundlage ist ein innovativer, problemorientierter Ansatz: Spiel wird generell als Simulation und damit als Kommunikationsmittel verstanden, wodurch sich viele Anknüpfungspunkte zwischen Spieltheorie und aktueller Erzählforschung ergeben. Beide Theorien werden schrittweise und ausführlich dargestellt, anhand von zahlreichen Beispielen und über 70 Illustrationen und Diagrammen anschaulich aufbereitet, und zu einer zusammenhängenden Systematik verarbeitet.![]()
Christian Hein
Literarische Wallfahrt gen Cooperstown
Zur Funktion James Fenimore Coopers und seiner Schriften im Werk Arno Schmidts
336 S., Br. € 49,80
978-3-8260-4013-9
Arno Schmidt (1914-1979) und James Fenimore Cooper (1789-1851): auf der einen Seite der ästhetische "Outlaw", der mit seinen experimentellen Texten gegen die offizielle Literatur-Kultur anschreibt - ihm gegenüber der Erfinder des amerikanischen (Abenteuer-)Romans, dessen Lederstrumpf-Erzählungen fester Teil des literarischen Kanons sind. Dennoch wird Cooper zum literarischen Fixstern Schmidts, denn der Amerikaner erweist sich in seinen weniger bekannten Texten wie The Wept of Wish-Ton-Wish, The Monikins, The Crater und den Littlepage-Manuskripten als kompromißloser Kritiker des politischen Establishments und der zeitgenössischen US-Kultur und -Gesellschaft. Schmidt stilisiert den "Einzelkämpfer" Cooper kontinuierlich zur Leitfigur einer inoffiziellen literarischen Idealtradition. Durch den Einsatz moderner literarischer Techniken und seine Cooper-Übersetzungen ins Deutsche nimmt Schmidt den streitbaren Amerikaner in sein Werk auf und sichert ferner das Überleben der kritischen intellektuellen Tradition.![]()
Dean Komel
Intermundus
Hermeneutisch-phänomenologischen Entwürfe
144 S., Br., € 28,00
978-3-8260-4015-3
In diesem Buch behandelt der Autor Grundthemen der phänomenologischen und hermeneutischen Philosophie. Im Vordergrund steht eine Reflexion der wechselseitigen Erfahrung von Welt und Sprache. In diesem Rahmen wird die Möglichkeit eines interkulturellen Gesprächs entfaltet, besonders was die aktuelle Situation Europas anbelangt. Auf dem Boden einer Auseinandersetzung mit interkulturellen Positionen in der Philosophie wird eine phänomenologische Unterscheidung zwischen Interkulturalität und Multikulturalismus eingeführt. Diese Unterscheidung erweist sich als das interkulturelle Interesse selbst, wie es sich ausdifferenzierend weltlich mitteilt und als solches auf verschiedene Art und Weise sprachlich vermittelbar wird. So kommt auch der geschichtliche Sinn ins Gespräch, der in einer Gesellschaft, die zu einer allgegenwärtigen Funktionalisierung tendiert, besonders fragwürdig geworden ist.![]()
Das Buch als Eingang zur Welt
Zur Eröffnung des Stefan Zweig Centre Salzburg
Herausgegeben von Joachim Brügge
112 S., Br., € 19,80
978-3-8260-3983-6
Der Band "Das Buch als Eingang zur Welt" begründet die Schriftenreihe des im Jahr 2008 neu gegründeten Stefan Zweig Centres Salzburg (SZCS). Die Schriftenreihe widmet sich nicht nur dem herausragendem Weltbürger, Humanisten, Schriftsteller und großen Europäer Stefan Zweig, sondern auch aktuellen Themen des 21. Jahrhunderts, die Zweig in seinem Werk schon vorgeahnt hatte. In diesem Sinne beziehen sich die drei thematischen Schwerpunkte "Stefan Zweig und Salzburg", "Judentum und Pazifismus" und "Geschichte und Kulturgeschichte" auf Person und Werk Stefan Zweigs sowie auf aktuelle gesellschaftliche und wissenschaftliche Fragestellungen.
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Tillmann F. Kreuzer
König Kind?
Literarische Figuren zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Werken der realistischen Kinder- und Jugendliteratur
236 S., Br., € 22,00
978-3-8260-3993-5
Nicht die Wärme und die nährende Mutter sucht Alissa, sondern die Verbundenheit in der Kälte des Eisschrankes, welche die Not und die Einsamkeit signalisiert, die Situation des Einfrierens der Vaterbindung, die Angst vor dem Verlust des Vaters und der Mutter. Als Alissa eine Zimmertüre öffnet findet sie viele Spielsachen in diesem Raum. Dies gefällt ihr sehr. Sie stellt sich vor, dass die älteren Menschen die hier leben, diese Dinge von Kindheit an aufbewahrt haben.
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Josef Lehmkuhl
Erasmus - Machiavelli
Zweieinig gegen die Dummheit
240 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3889-1
Der Mensch wird nicht geboren, sondern erzogen ... formulierte vor fast 500 Jahren Erasmus von Rotterdam und brachte auf den Punkt, was auch heute als die wichtigste politische Aufgabe und Zukunftsgestaltung erkannt worden ist: Bildung. Kaum ein Zweiter schrieb so viele Bildungsbücher wie er und sah es als eine Lebensaufgabe an, mit Hilfe des neuen Mediums Buch gegen die Dummheit der Menschen zu kämpfen. Dabei scheute er sich nicht, in die Rolle des Narren zu schlüpfen und den Menschen einen Spiegel vorzuhalten ... So entstand seine berühmte Satire Das Lob der Torheit, die - sozusagen zum 500. Jubiläum - im Mittelpunkt dieses Buches steht. Zur gleichen Zeit entstanden die ebenso berühmten Bücher des Florentiners Niccolo Machiavelli (Fürst, Discorsi) und die des Engländers Thomas Morus (Utopia), die hier gemeinsam mit den umfangreichen Werken des Erasmus beleuchtet werden. Im rechten Licht betrachtet ergeben sich erstaunliche Gleichklänge, überraschenderweise auch zwischen Erasmus und Machiavelli, die eigentlich eher als Antipoden eingestuft werden, jedoch hier gleichermaßen, nämlich zweieinig, gegen allzumenschliche Torheiten antreten.
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Literaturstraße 9
Chinesisch-deutsches Jahrbuch
ISSN 1616-4016
402 S., Br., € 29,50
978-3-8260-4001-6
Das Jahrbuch, das früher im Volksliteratur Verlag (Beijing) erschien, dient dem Dialog zwischen der chinesischen und der deutschen Germanistik. Es macht deutschsprachige Literatur- und Sprachwissenschaftler, Sinologen oder Lektoren mit den Interessen, Fragestellungen und Forschungsergebnissen einer jungen, nach Qualität und Quantität rasch expandierenden chinesischen Wissenschaft bekannt und eröffnet der deutschen Seite die Möglichkeit, den eigenen Kultur- und Wissenschaftsbetrieb auf die Erwartungen einer anderen Welt hin zu überdenken und mit eigenen Publikationen auf die Erfahrungen des Anderen zu reagieren. Schwerpunkte des Jahrbuchs bilden Arbeiten zu chinesisch-deutschen Kulturbeziehungen, zur literarischen Übersetzung und zur Relektüre klassischer und moderner deutschsprachiger Dichtung aus chinesischer und deutscher Sicht.![]()
Mario Mancini
Die fröhliche Wissenschaft der Trobadours
Übersetzt von Leonie Schröder
144 S., Br., € 24,80
978-3-8260-3996-6
Die Trobadors erfanden den Eros als Distanz, die Anbetung der vergötterten Frau, aber auch die leichten, gewagten Formen der Galanterie, eine Sprache der Liebe. Die Aufsätze zeichnen einige zentrale Momente dieser Geschichte nach, die exemplarisch verkörpert wird durch die Liedersammlung von Bernart de Ventadorn und durch den Dichterfürsten Wilhelm IX. Aufgegriffen werden dabei die rätselhaften Aussagen von Jacques Lacan über die höfische Liebe, die poetischen Gestaltungen des Trobadorthemas durch Heine und Pound, vor allem aber die aussergewöhnlichen Betrachtungen der beiden verwandten "freien Geister" Stendhal und Nietzsche. Mit ihrem Hinwegtanzen über die Moral, Sänger der Zufälligkeit und der Gefahr, enthüllen die Trobadors eine "fröhliche Wissenschaft", die über die grundlegenden Spaltungen und Gewissheiten des modernen Subjekts hinauszuweisen scheint.![]()
Heinrich von Kleist
The Battle of Herrmann
A Drama
Translated by Rachel MagShamhráin
166 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3523-4
A first English translation of Heinrich von Kleist's "Die Herrmannsschlacht", which retells the German foundational narrative of Arminus' defeat of the Roman legions in the Teutoburger Wald, this edition is fully annotated and accompanied by a selected bibliography, contextual materials, including excerpts from Kleist's letters and oeuvre, and commentaries on the play's two-fold and parallel historical contexts (Roman Germania and Napoleonic Germany) and on the play's reception. The translation and critical apparatus make this encrypted and subtle drame-à-clé accessible to a wider audience, revealing a text that is simultaneously an expression of incipient German nationalism at the time of the wars of liberation against Napoleon, and an unsettling, critical and, from a contemporary point of view, very timely reflection on the problems of leadership, national identity, war, and the practice and legitimacy of partisan or irregular warfare.![]()
Shakespeare
Essays aus Ungarn
Ausgewählt, übertragen und mit Anmerkungen versehen von András Horn
208 S., Br., € 28,00
978-3-8260-3809-9
Der Band umfasst Shakespeare-Essays ungarischer Dichter, Romanschriftsteller, Dramatiker, Essayisten, Literaturhistoriker und Theaterfachleute - allesamt Vertreter der ersten Garnitur der ungarischen Geistesgeschichte im 20. Jahrhundert, wobei der älteste Essay von 1909 stammt, der jüngste von 1974. Der einleitende Überblick des Literaturwissenschaftlers Péter Dávidházi über die Phasen der Shakespeare-Rezeption in Ungarn wurde ursprünglich 1996 veröffentlicht.![]()
"... und ruhig fließt der Main"
24 Kurzkrimis aus Franken
186 S., Br., € 12,80
978-3-8260-4069-6
"... und ruhig fließt der Main"? Von wegen. Die sprichwörtliche Hölle ist los im lieblichen Mainfranken. Vermeintliche brave Winzer waten in künstlichen Aromastoffen und Blut. In Balthasar Neumanns altehrwürdigem Maschikuliturm nehmen böse Buben einen resoluten Opa mit profunden Latein-Kenntnissen als Geisel. Im idyllischen Sommerhausen verbreiten zwei geheimnisvolle, Männer hassende Schwestern Angst und Schrecken. In Rieneck wird gemeuchelt, was das Zeug hält. Der Manager des Africa Festivals stirbt im Hofgarten einen unfreiwilligen Tod, während auf der Talavera die Trommeln dröhnen ... und nur ein abgeklärter, fatalistischer Baum ist Zeuge. 24 bekannte und (noch) unbekannte Autoren haben für diese Anthologie schaurig-schöne Geschichten mit viel Lokalkolorit verfasst, die das Leben glücklicherweise nicht allzu häufig schreibt. Sie zeugen nicht nur von Liebe zu der reizvollen Landschaft zwischen Rhön und Steigerwald. Sie geben auch einen Einblick in die Untiefen der Seele des gemeinen Franken. Vorwort - F. Williams: Klassisches Theater - K. Egreder: Blackout - D. Kreber: Der Auftrag - R. Greubel: Designerwein - S. Niermeyer: Zwölf Minuten - U. Pörschke: Nur 24 Stunden - E. Rossberg: Die stille Frau - J. Fildhaut: Der Urheber, seine Popschrift, der Wirt und ein Erpresser - A. Walczyk: Jenseits von Afrika - M. Milde: Diebeleien - A. Tillmanns: Grün wie die Hoffnung - A. Wilhelmi-Bitsch: Geburtstag im Machikuliturm - K. Riedemann: Rieneck ist kein schlechter Platz zum Sterben - A. Hassel: Würzburg ist kälter als Miami - H. Moor-Blank: MainTod3 - G. Niehus: Der Turm - I. Witschel: Spurlos? - S. Jöst: Ankunft 19:51 Uhr - S. Piontek: Verdacht - B. Berninger: Nur ein stummer Zeuge - J. Arnold: Der perfekte Blumenstrauß - I. Marquardt: Für immer dein - U. Rudolph: Escherndorfer Lump - H. Stauder: Die Geschichtenerzählerinnen - Autorinnen und Autoren![]()
Wagnerspectrum
Wagner und Fantasy / Hollywood
312 S., Br., € 16,80
978-3-8260-4020-7
Susanne Vill: Wagner Visionen. Motive aus Werken Richard Wagners in Fantasyfilmen - Alex Ross: Der Herr der Ringe und der Ring des Nibelungen. Tolkien und Wagner - Albrecht Riethmüller: "All in the Family" Cosima und Richard Wagner auf der Leinwandbühne von William Dieterle und Ken Russel - Tobias Plebuch: Richard Wagner im Film bis 1945 - Claudius Reinke: Richard Wagner im Film nach 1945 - Rüdiger Görner: Rheintöchter an der Themse. Zur Bedeutung von G.B. Shaws Wagner-Kritiken - Holger R. Stunz: Richard Wagners Partituren als Spielball der Zeitgeschichte. Eine Spurensuche - Johanna Dombois: Das Auge, das sich wechselnd öffnet und schließt Zur Szenographie des Wagner-Vorhangs - Sue Cole/ Kerry Murphy: Wagner in the Antipodes - Besprechungen von Büchern und CDs
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Detlef von Uslar
Die gebaute Welt
Psychologie der Architektur
272 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3896-9
Es geht hier um die Faszination, die der architektonische Raum und die architektonische Gestaltung auf uns ausüben. In der gebauten Welt erschliesst sich etwas vom Wesen des menschlichen In-der-Welt-Seins, seiner Geschichtlichkeit und seiner Möglichkeiten. Das architektonische Kunstwerk - wenn wir es betreten, ihm gegenüber stehen, es umschreiten - lässt uns in einer intensiveren Weise da sein. Es offenbart uns etwas über die Räumlichkeit der menschlichen Natur. Zum Leben der Architektur gehört aber auch: das Spiel von Licht und Schatten, der Rhythmus von Tag und Nacht, in dem sie sich verändert, und das Leben der Menschen auf den Strassen und Plätzen. Die Psychologie der Architektur hat es also nicht nur mit subjektivem Erleben zu tun, sondern zugleich mit der Art, wie das Bauwerk im Zusammenspiel mit der Natur sich selbst uns darbietet, uns einen Raum zum Sein schafft. Von besonderer Faszination ist dabei das Wesen der Baustile - ihre Entfaltung und ihr Wandel, in dem sich menschliche Existenz verwirklicht - wobei sie das Leben und die Zeit des Einzelnen weit überschreiten. Wesentlich für das psychologische Verständnis der Architektur ist vor allem das Sehen. Darum enthält das Buch etwa 200 Abbildungen, die in dem Text ausgelegt werden.
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Hört doch endlich auf mit dem blöden Literaturunterricht.
Ein Schulbuch.
130 S., Br., € 19,80
978-3-8260-3945-4
Interpretieren, Interpretieren, Interpretieren ... So wird mit literarischen Texten im Unterricht heute oft umgegangen: Der Text wird vor allem inhaltlich interpretiert, die Geschehnisse in ihm so dargestellt, als ob sie wirklich passiert wären, und dann Schlussfolgerungen bezüglich eines wünschenswerten Verhaltens gezogen: gegen Rassismus, für Gleichberechtigung der Geschlechter usw. Ästhetische Fragen kommen kaum vor, mit Literatur hat das Ganze wenig zu tun.
Die Hermeneutik, die wissenschaftliche Grundlage dieses inhaltslastigen Vorgehens, ist die Fähigkeit, aus einem Text etwas herauszulesen, aus dem man mit derselben Berechtigung das Gegenteil herauslesen könnte. Den Schülern wird eine Reihe abschreckender Vorurteile eingebläut: Kunst kann man nicht selber machen, man kann sie nur interpretieren; literarische Werke liest man nicht zum Vergnügen, sondern um die in ihnen enthaltenen Botschaften zu entschlüsseln; Inhalt und Form lassen sich trennen usw.
Der Literaturunterricht kommt oft in Gefahr, zu einem Literatur-Verhinderungs-Unterricht zu werden. Was wir in der Schule wochenlang durchgekaut haben, das schmeckt uns nicht mehr. Der Verfasser plädiert für einen grundsätzlich anderes Vorgehen: für eine möglichst weitgehende Trennung des Literaturunterrichts vom Fach Deutsch, für eine Einbeziehung anderer Künste und Medien in den Unterricht und vor allem dafür, den Schülern die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen künstlerischen Fähigkeiten auszuprobieren, anstatt ihnen die „richtige Interpretation“ abzuverlangen.
Thomas Lange hat nach seinem Hochschulabschluss als Lehrer für Deutsch und Geschichte an verschiedenen Einrichtungen unterrichtet, zuletzt bis Anfang 2008 an einem Studienkolleg.![]()
Gartner, Isabella
Menorah
Jüdisches Familienblatt für Wissenschaft, Kunst und Literatur (1923-1932)
Materialien zur Geschichte einer Wiener zionistischen Zeitschrift
170 S., Br., € 48,00
978-3-8260-3864-8
Von 1922 bis 1932 erschien in Wien die jüdische Kulturzeitschrift Menorah. In ihr finden sich Beiträge zu allen Bereichen des jüdischen Lebens, mit der Absicht Zeitgeistthemen der Wiener Jahrhundertwende, Kunst, Literatur, Musik und Architektur, zu präsentieren. Ihr Hauptinteresse galt religiösen Themen und der jüdischen Kultur Osteuropas. Gleichzeitig war die Zeitschrift zionistisch orientiert mit einem Nahverhältnis zu Vladimir Jabotinsky und seiner revisionistischen zionistischen Partei. Die Analyse zeigt vor allem ein Spannungsverhältnis auf, indem die literarischen Veröffentlichungen dem dezidiert jüdischen Konzept des Herausgebers, Norbert Hoffmann, untergeordnet sind. Das Shoah-Schicksal der Wiener Juden, mit dem die Biografie des ins Exil gegangenen Hoffmann eng verknüpft ist, beendete die sogenannte ‚deutsch-jüdische Symbiose‘ in ihrer besonderen Wiener Ausprägung. Die vorgelegten Materialien und die vollständige Bibliografie mit Register (die seit 1997 im Internet – http://menorah.literature.at/ – zu finden ist) werden es Forschern einfacher machen, anhand der Beiträger, der Beiträge und auch der Auswahl der rezensierten Bücher die (intendierte) Funktion der Menorah genauer darzustellen und sie einerseits in das Umfeld österreichischer Literatur- und Kulturzeitschriften der 20er und 30er Jahre einzuordnen andererseits ihre Bedeutung im Rahmen des Wiener Zionismus zu bestimmen und zu würdigen.![]()
Gesundheit - Gesundheiten?
Eine Orientierungshilfe
560 S., Br., € 39,80
978-3-8260-3743-6- H.-J. Pusch: Vorwort
- I. Biendarra/ M. Weeren: Einleitung und inhaltlicher Überblick
- A. W. Bauer: Gesundheit als normatives Konzept in medizintheoretischer und medizinhistorischer Perspektive
- M. Beck: Gesundheit - Eine medizinethische Aufgabe und Verpflichtung
- G. Bittner: Zwei Gesundheiten? Eine autobiographische und theoretische Skizze
- M. Braun: Gesundheit aus arbeitswissenschaftlicher Perspektive
- M. Brieskorn-Zinke: Gesundheit in der Pflege
- A. Büssing: Heilung als Prozess des Werdens
- P. Eisenmann: Gesundheit aus sozialstaatlicher Sicht
- S. Ernst: Gesundheit aus theologisch-ethischer Sicht
- H. Faller: Subjektive Gesundheit und Patientenorientierung - Gesundheit aus rehabilitationsmedizinischer Sicht
- E. Garhammer: "Krisen kann man nicht operieren" Gesundheit aus praktisch-theologischer Sicht
- R. Griebler/ W. Dür: Gesundheit und Gesellschaft
- L. Juchli: Gesundheit - Ein Auftrag der Pflege
- N. Klusen: Gesundheit aus Sicht der Krankenversicherungen
- M. Kopp/ K. Stürz/ N. Pfaffenberger: Gesundheit - Perspektive des Faches Gesundheitspsychologie
- G. Maio: Gesundheit als oberstes Gut? Ethische Reflexionen zur ideologischen Verstrickung der modernen Medizin
- J. G. Mayer: Prophylaxe - Erhaltung der Gesundheit in der Klostermedizin
- P. Oberender/ J. Zerth: "Gesundheit heute. Die ökonomische Perspektive"
- H.-J. Petsch: Die Bildungsapotheke. Die "gesunden Seiten" der Erwachsenenbildung
- F. W. Schardt: Arbeitsmedizin und Sozialmedizin - W. Schmid: Gesundheit und Lebenskunst
- S. O. Schmidt-Troschke: Gesundheit als Potenzialität - Anstöße aus anthroposophischer Perspektive
- E. Ulich: Arbeit, Gesundheit und Betriebliches Gesundheitsmanagement
- K.-H. Wehkamp: Die Sorge um die 'Bevölkerungsgesundheit' oder die 'Public Health Perspektive'
- M. Wollenschläger: Gesundheit aus sozialrechtlicher Sicht
- E. Zwick: Gesundheit im Kontext: Grundfragen, Grundlagen und Handlungsfelder der Gesundheitspädagogik
- H.-J. Petsch: Gesundheit - Gesundheiten? Ein Nachwort
- Autoreninformationen![]()
'Nun küßt Dich jedes Wort'.
Max Dauthendey - Gertraud Rostosky in ihren Briefen
236 S., Br., € 24,80
978-3-8260-3897-6
Mit dieser Briefedition eröffnet sich dem Leser ein außergewöhnlicher Einblick in das Leben zweier Künstler: der Malerin Gertraud Rostosky (1876-1959) und des Schriftstellers Max Dauthendey (1867-1918). Der Zeitraum der Briefe umfasst die Jahre von 1903 bis 1916. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts stand Gertraud Rostosky noch am Anfang ihrer Karriere als freischaffende Malerin. Die gesteckten Ziele lagen noch in weiter Ferne – so z. B. die Teilnahme an internationalen Ausstellungen und die Gründung einer Malkolonie, in der Maler wie Béla Czóbel, Anton Kerschbaumer, Erich Heckel und Otto Modersohn arbeiten sollten. Dagegen war Max Dauthendey bereits mit Prosa an die Öffentlichkeit getreten und hatte sich mit den Gedichtausgaben Ultra Violett (1893) und Reliquien (1897) als Lyriker der Moderne schon einen Namen gemacht. Es sind keine Briefe, die mit dem Blick auf eine mögliche Publikation geschrieben wurden, und gerade darin liegt ein ganz besonderer Reiz. Von künstlerischem Schaffen, Liebe, kulturellen Ereignissen, Plänen und Existenzsorgen erzählen die Briefe, darin eingeschlossen auch berühmte Zeitgenossen, die zum Freundes- und Bekanntenkreis des Paares gehörten, so beispielsweise Ida und Richard Dehmel, Emil Rudolf Weiß, Willi Geiger, Waldemar Bonsels, Arthur Holitscher, Korfiz Holm und andere mehr. Impulsiv und amüsant, poetisch und malerisch, tragisch und skurril spiegeln sie zugleich den Künstleralltag an Schauplätzen wie Paris, Berlin und München in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wider.
Die Herausgeberin Clara Eyb zu Kleinstett, promovierte Kulturwissenschaftlerin, hat sich auf Biographieforschung und die Auswertung handschriftlicher Quellen zur Kulturgeschichte spezialisiert.![]()
Adrian Daub
Zwillingshafte Gesten
Zur Theorie und Praxis des vierhändigen Klavierspiels
144 S., Br., € 20,00
978-3-8260-3894-5
Das vierhändige Klavierspiel war die Schallplatte des neunzehnten Jahrhunderts. Erst durch das Spiel am Klavier wurde der Musikliebhaber zum Musikkonsumenten. Und nur durch den vierhändigen Auszug konnte das Bürgertum kanonische und neue Werke kennenlernen, mit ihnen umgehen, sie besitzen und sammeln. Doch anders als das Grammophon erforderte der vierhändige Klavierauszug eine aktive Leistung von Seiten des Besitzers. Um das Versprechen, den musikalischen Kanon als Objekt zu besitzen, einlösen zu können, mußte der Sammler selber aktiv werden – im Zusammenspiel mit einem Anderen. Dieses Buch behandelt diese merkwürdige Konstellation, und zeigt auch, daß diese Form des Musikkonsums dem neunzehnten Jahrhundert in vielerlei Hinsicht bereits unheimlich war. Ob in der musikalischen Fachpresse, in der Literatur oder der bildenden Kunst – das vierhändige Klavierspiel war immer der Rede wert. Anhand von Notenbeispielen und Handpositionen werden Fragen der Arbeitsteilung, der Erotik und der körperlichen Wahrnehmung behandelt. Bearbeitungs-, Übungs- und Spielpraxis stehen dabei genauso im Vordergrund wie die Behandlung des Phänomens in Presse, Literatur und (später) im Film. Der Autor Adrian Daub ist Assistant Professor für Germanistik an der Stanford University in USA.![]()
Marcus Felsner
Operatica
Annäherungen an die Welt der Oper
296 S., Br., € 19,80
978-3-8260-3914-0
Was ist an einer Stimme schön? Warum hören sich Menschen immer wieder dieselben Opern an? Können Dirigenten Sänger wirklich „auf Händen tragen“? Mögen Regisseure Musik? Wie entsteht eine Aufführung? Kann man Oper lieben lernen? Warum sind tote Sänger berühmter als lebende? Und warum ist Enrico Caruso immer noch der größte? Annäherungen an die emotionale Welt der Oper, ihre Geschichte und Geschichten.
Marcus Felsner, in Berlin im Schatten der Deutschen Oper aufgewachsen. Promovierter Jurist, gehört dem Management einer weltweit tätigen Beratungsgesellschaft an. Langjährige Tätigkeit u.a. in Mailand, Genf und Paris. Opernsüchtig.![]()
Die Musikerfiguren E.T.A. Hoffmanns
Ein mosaikartiges Konglomerat des romantischen Künstlerideals
336 S., Br., € 48,00
978-3-8260-3921-8
Was macht den perfekten romantischen Künstler aus? E.T.A. Hoffmann sucht – wie seine Zeitgenossen – sein Leben lang nach diesem Ideal. In fast allen Erzählungen stellt er Musiker dar, die auf verschiedensten Wegen zum Ziel gelangen wollen. Dabei zeigt er alle Facetten des Künstlers auf, vom Schüler bis hin zum über seiner unerfüllten Kunstliebe wahnsinnig gewordenen Musiker, der aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden muss. Hoffmanns Frauen hingegen müssen sich für diesen oder den Tod entscheiden, falls sie dem passiven Status, welchen der Autor ihnen zuweist, entrinnen wollen. Allerdings beendet Hoffmann seine Studien keineswegs mit dieser einseitigen Betrachtung. Stattdessen integriert er in seinen Erzählungen auch seine Kritik an der Musizierpraxis seiner Zeit, den Teegesellschaften und der Vorliebe für Virtuosen, die er mit Automaten und dressierten Tieren gleichstellt. Durch diese Gesamtschau entsteht ein Mosaik des perfekten romantischen Künstlers und seiner Eigenschaften, auch wenn Hoffmann zu dem Ergebnis kommt, dass es den idealen Musiker, der alle Merkmale in sich vereint, nicht gibt. Die Autorin Yvonne Hörmann studierte Germanistik und Musik an der Universität Augsburg.![]()
Amazonen - Kriegerische Frauen
200 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3888-4
Die Amazone: Kriegerin der Antike, erschreckend schöne Männerphantasie, Kämpferin gegen Männergewalt und hollywoodtaugliche Actionheldin. In ihrem Bild verschränken sich Mythos und Gegenwart. Amazonen sind ein bevorzugtes Motiv der Antikenrezeption. Sie wurden in der griechischen Antike auf Vasen abgebildet und bevölkern üppige Schlachtengemälde des 19. Jahrhunderts. An den Geschichten über sie fasziniert die implizite Überkreuzung herkömmlicher Geschlechtertypologien. Die Amazonen haben, einer falschen Etymologie der Antike zufolge, die Negation des Weiblichen vollzogen, indem sie sich eine Brust abnahmen, um so fähig zu werden zu kriegerischem Kampf. Sie geben damit auf, sagt das Bild, was ihnen ontologisch zugewiesen wurde: die ‚nährende Seite eines behütenden Muttertums‘. Aber gerade in dieser Inversion bekräftigen und fixieren sie Rollenbilder, so eine Hypothese. Gegenstand des Bandes ist einerseits die Rekonstruktion angeblicher Reiche der Amazonen, Vermutungen also über deren realgeschichtliche Existenz, wie Sie etwa Johann Jakob Bachofen in seiner weithin wirkenden Schrift Das Mutterrecht anstellte. Andererseits interessieren die medialen Umsetzungen dieser sagenhaften kriegerischen Frauen in je verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten. Man begegnet ihnen in der hohen Literatur (Penthesilea, Kassandra) und im modernen Actionkino (Nikita, Catwoman), im Fantasy-Film (Red Sonja, Hundra) und im Fernsehen (Xena) oder Computerspiel (Lara Croft), auch wenn sie dort andere Namen tragen. Ausgangspunkt dieser Überlegungen ist das Stück von Stefan Schütz, Die Amazonen, und seine Realisation am Bremer Theater unter der Regie von Konstanze Lauterbach. Der Text von 1974, noch in der DDR entstanden, gibt sich als radikale Kritik patriarchaler Machtkonstellationen und kapitalistischer Subjektzurichtung. Der Band bringt deshalb auch die Bremer Strichfassung und Anmerkungen zur körperbetonten Inszenierung.
U. Franke-Penski / H.-P. Preußer: Einleitung – I. Amazonen – Aktualität und Mythos – B. Wagner-Hasel: Amazonen – Ursprünge eines antiken Mythos – H.-P. Preußer: Der Mythos der Amazonen. Eine männliche Konstruktion und ihre feministischen Fehldeutungen – A. Runte: Liebeskriege. Zum Amazonenmythos in Heinrich von Kleists Trauerspiel Penthesilea – F. Rétif: Fortschreitende Dekonstruktion des Amazonenmythos zwischen dem 19. und dem 21. Jahrhundert am Beispiel von Kleist, Gracq, Wolf und Jelinek – M. Karsch: Anti-Amazonen? Irmgard Keuns Erzählung Nur noch Frauen – U. Franke-Penski: „Faster, Pussycat, Kill!“ Amazonen im modernen Action-Film – II. Stefan Schütz: Die Amazonen – S. Schütz: Wie ich zu den Amazonen kam – S. Schütz: Die Amazonen. Theaterstück [1974]. Strichfassung des Bremer Theaters. Inszenierung Konstanze Lauterbach – C. Richter Nilsson: Choreografie der Körper. Zu den Amazonen am Bremer Theater 2007 – W. Schulze-Reimpell: Verbannt in die Katakomben der Literaturgeschichte? Stefan Schütz in Ost und West – Biobibliografische Notiz zu den Autorinnen und Autoren des Bandes.![]()
Wegerich:
BERLINER BLUT
265 S., Br., € 18,00
Berlin Charlottenburg: Auf einer Baustelle wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Kommissar Mannheim ermittelt in den Hinterhöfen und Hinterzimmern der Großstadt. Wie leben die Menschen - jenseits der von den Medien gemalten Hauptstadtkulissen? Die schöne Tote war mit einem jungen, sehr geschäftstüchtigen Immobilienanwalt liiert. Zugleich hatte sie als erotisches Modell posiert. War sie ein einsamer Mensch auf
der Jagd nach Liebe und Geld? Oder ging es ihr tatsächlich um Gerechtigkeit?
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Jürg Stenzl
Der Klang des Hohen Liedes.
Vertonungen des Canticum Canticorum
vom 9. bis zum Ende des 15.Jahrhunderts.
Textband und Notenband zusammen 445 S., Br., € 78,00
978-3-8260-3694-1
Das Hohelied ist eine Sammlung von Liebesliedern aus dem 4. Jahrhundert v.Chr., in dem nicht von Gott, sondern offen von Liebesfreud und Liebesleid gesungen wird. Doch im Mittelalter wurden diese erotischen Texte zu dem am häufigsten und am intensivsten kommentierten Teil der Bibel. Neben den Psalmen ist das Hohelied bis ins ausgehende 17. Jahrhundert auch die wichtigste biblische Textquelle der Musikgeschichte. Erstmals wird in diesem Buch der Umfang der ein- und mehrstimmigen abendländischen Hohelied-Vertonungen aus einem Zeitraum von 700 Jahren erfasst. Anhand konkreter Beispiele wird sichtbar, in welchen Kontexten die musikalische Rezeption des Hoheliedes erfolgte, in welcher Weise dieser erregende Text verstanden wurde und wie sich das Textverständnis im musikalischen Klang konkretisierte. Diese Musikgeschichte des hebräischen Shir Hash-Shirim, des lateinischen Canticum Canticorum, macht, weit über die Musikgeschichte hinausreichend, eindringlich bewusst, wie in der Zeit von den Karolingern bis zu Josquin Desprez der Klang des Hohen Liedes von einer feierlichen Vortragsweise eines liturgischen Textes zu einer eigenständigen musikalischen Sprache wurde.![]()
Anne Martina Emonts
Mechtilde Lichnowsky -
Sprachlust und Sprachkritik
500 Seiten, Broschur, € 49,80
978-3-8260-3912-6
Mechtilde Lichnowsky (1879-1958) ist eine vergessene Autorin, deren beachtliches Lebenswerk beleuchtet wird, Ur-Enkelin der Kaiserin Maria Theresia, Gemahlin des Botschafters des Deutschen Reiches in London 1912-1914, Carlmax Lichnowsky, lebenslange Freundin und hochgeschätzte Kollegin des Karl Kraus, bewundert von Theodor W. Adorno, Exilschriftstellerin im Süden Frankreichs. Es stehen in diesem Buch jedoch nicht biographische Daten im Vordergrund, sondern es wird der Versuch unternommen, die Autorin für die deutschsprachige Literatur- und Kulturgeschichte zu rehabilitieren und sie auf dem Hintergrund des etablierten Kanons zu verorten. Dabei entsteht wie von selbst eine spannende Diskussion um Mechtilde Lichnowskys „Modernität", um ihre Position in der gender-Frage, um die Gesetze der Kanonbildung bzw. des Vergessens. Aufgrund umfangreicher Recherchen, bei denen erstaunliche Dokumente zutagegefördert wurden, präsentiert sich unter neuen Perspektiven eine Epoche europäischer Geschichte, die Mechtilde Lichnowsky prägte - und die sie selbst entscheidend mitgestaltete.
Anne Martina Emonts ist Professorin an der Universität von Madeira im Fachbereich „Deutsche Kultur". Sie studierte Germanistik und Katholische Theologie in Aachen und Bonn, Romanistik in Lissabon. Im Jahr 2000 machte sie ihren "Mestrado" in Portugiesischer Geschichte an der Universität von Madeira und gewann mit ihrer Dissertation 2001 den Nationalpreis für Frauenforschung in Portugal. 2006 schloß sie ihre Doktorarbeit über Mechtilde Lichnowsky (1879-1958) ab.![]()
Gilles Catherina
Kunst und Nichtkunst
Das Theater von Christoph Schlingensief
160 S., Br., € 18,00
978-3-8260-3955-3
Kein Theaterregisseur hat das Leben der bereits in vierzig Nachkriegsjahren etablierten Bundesrepublik und ihrer dunklen Vergangenheit, die als solche gefeierte Wiedervereinigung, den immer noch tief sitzenden Fremdenhass und die Unbarmherzigkeit einer sich virtuellen Gewinnaussichten unterwerfenden Gesellschaft in seinen Inszenierungen und Aktionen so konsequent auf den wunden Punkt gebracht, wie Christoph Schlingensief. Er tat dies mit vollem Einsatz und einer unerschütterlichen Moral als Richtschnur. Das hat ihm viel Medienpräsenz und das Image eines Provokateurs eingebracht, das er mit seiner ersten großen Operninszenierung in der Arena des Bayreuther Weihehügels, Richard Wagners Parsifal, zumindest im Urteil des Hochfeuilletons abzulegen begann. Inzwischen werden seine Bilder und Kunstobjekte in internationalen Galerien gehandelt und Christoph Schlingensief hat sich, wie mehrfach öffentlich betont, künstlerisch ganz auf die Oper, den Film und die bildende Kunst verlegt. „Das Theater sollen jetzt andere machen.“ Wofür aber stehen die Schlingensiefschen Aktionen, in die er sich in den meisten Fällen mit Haut und Haar selbst ganz hineinbegab? Das Buch „Kunst und Nichtkunst“ folgt den Spuren dieses Theaters in die Zeit zurück, als Christoph Schlingensief noch in seinem Ausgangsmedium, dem des Films, inszenierte und begleitet seinen weiteren Werdegang auf und jenseits der Bühnen. Angelegt ist dies als Erfahrungsbericht. Der Bericht einer Reise zu den Schlingensiefschen Inszenierungen – selbst erlebten und filmisch dokumentierten –, mit denen er den Rahmen des Theaters oft genug sprengte. Die Autorin Catherina Gilles ist promovierte Theaterwissenschaftlerin und seit vielen Jahren Autorin öffentlich-rechtlicher Medien mit Schwerpunkt Kultur.
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Richard Faber
Deutschbewusstes Judentum und jüdischbewusstes Deutschtum
Der Historische und Politische Theologe Hans-Joachim Schoeps
188 S., Br., € 28,00
978-3-8260-3883-9
Hans-Joachim Schoeps war unmittelbar nach 1945 bis zu seiner Emeritierung nahezu der einzige Religionswissenschaftler der Bundesrepublik außerhalb einer theologischen Fakultät. Dennoch war auch dieser Professor für „Religions- und Geistesgeschichte" seinem Selbstverständnis nach „Historischer Theologe". An einer christlich-theologischen Fakultät war für den bekennenden Juden aber kein Ort, und eine „Jüdische Hochschule" gab es noch lange nicht. Ob man für den in vielfacher Hinsicht jüdischen Außenseiter dort Bedarf gehabt hätte, ist also eine von vornherein müßige Frage. Doch selbst wenn Schoeps überhaupt keinen Lehrstuhl innegehabt hätte, verdiente sein überreiches Schrifttum, einschließlich der von ihm mit begründeten und geleiteten, noch heute bestehenden „Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte", höchstes Interesse: nicht nur wissenschaftliche, sondern auch politische und religiöse Kritik. Schoeps war wie historischer, so auch politischer Theologe und wie Professor der Geschichte, so auch politischer Publizist: einer der profiliertesten Rechtsintellektuellen der frühen Bundesrepublik. Wie nahezu alle seine Mitstreiter nachhaltig geprägt von Jugendbewegung und „Konservativer Revolution", war Schoeps' Position völlig einmalig, da er noch nach 1945 für einen so jüdisch- wie deutschbewußten Radikalkonservatismus stand: als letzter Monarchist aus Erinnerung an den den Potsdamer Thoraschrein bekrönenden Königsadler.
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Stephanie Egger-Gajardo
Das Prinzip Unentrinnbarkeit
Heteronormativität in Werken von Angela Carter und Christine Brooke-Rose
Text und Theorie Bd. 8
340 S., Br., € 49,80
978-3-8260-3882-2
Heterosexualität ist in unserer Gesellschaft nicht nur Ausdruck einer mehrheitlich gelebten Beziehungsform. Sie ist vor allem ein diskursives Konzept, das ein Prinzip der Unentrinnbarkeit in dem Maße transportiert, als sie die Abgrenzung von Anderem zur Norm erhebt (i. e. Heteronormativität). Der hier implizierte Imperativ der Differenz ist damit nicht nur ein unhintergehbares Faktum unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Auch unser Selbstverständnis generiert sich eben gerade über eine in diesem Sinne geprägte Lebens- und Denkstruktur. Vor diesem Hintergrund versteht das Buch Heternormativität als Spannungsfeld zwischen Identität, Sprache und Begehren. Unter Bezugnahme insbesondere von Gender-, psychoanalytischen und sprachphilosophischen Theorien und Überlegungen diskutiert es anhand ausgewählter Romane Angela Carters und Christine Brooke-Roses ein immer schon entstehendes Differenz-Ausschluss-Prinzip und problematisiert die damit einhergehende, willkürliche Hierarchiebildung. Dabei rückt Sprache als identitätsstiftende Instanz und Gesellschaft prägendes Machtinstrument zusehends in den Blickpunkt des Interesses.
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Richard Faber / Eva-Maria Ziege (Hrsg.)
Das Feld der Frankfurter Kultur- und Sozialwissenschaften
nach 1945
277 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3869-3
- Vorwort
I. Die "Dialektik der Aufklärung" und einige ihrer Fortschreibungen
- Gunzelin / Schmid / Noerr: Aufklärung und Mythos. Von der "Dialektik der Aufklärung" zur "Erziehung nach Auschwitz"
- W. Post: Theodor W. Adornos Vorlesungen zur Moralphilosophie
- R. Faber: Autoritärer Liberalismus oder: Dialektik der Aufklärung. Von Thomas Hobbes zu Carl Schmitt
- T. Schneider: Die entscheidende Abstraktion. Zur Theorie des allgemeinen Wertes bei Hans-Jürgen Krahl
- K. Meyer: Rational Regieren. Michel Foucault, die Frankfurter Schule und die Dialektik der Gouvernementalität
II. "Frankfurter" Ästhetik und Literaturtheorie
- E. Goebel: Erschütterung. Adorno über Sublimierung
- T. Schröder: Undeutbarkeit. Annäherungen an Peter Szondi anlässlich seiner Fragment gebliebenen Celan-Interpretation "Eden, Berlin"
III. Jürgen Habermas in der Diskussion
- T. Bube: Von der Kritischen Theorie zur Kritischen Hermeneutik? Jürgen Habermas' Transformationen der Verstehenslehre
- H. Brunkhorst: Die kommunikative Wende der Soziologie. Jürgen Habermas im Kontext der Nachkriegssoziologie
- S. Anselm: Alexander Mitscherlich, das Sigmund Freud-Institut und ihr Verhältnis zur Frankfurter Schule
- M. Lauermann: Gerhard Brandt - der letzte Horkheimer-Schüler
IV. Frankfurter Dependancen
- W. Bock: Frankfurt in Lüneburg. Zum Motiv der Kritischen Theorie in der Diaspora, samt Interview mit Christoph Türcke
- F. W. Thue: "The autoritarian personality" and the Oslo-Institute for Social Researche in the 1950s![]()
Richard Faber / Eva-Maria Ziege (Hrsg.)
Das Feld der Frankfurter Kultur- und Sozialwissenschaften
vor 1945
252 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3165-6
- R. Faber. Das Frankfurter Feld. Versuch eines Überblicks
- I. Frankfurter Soziologie
- M. Bauschulte / V. Krech: Saulus-Situationen. Zum Verhältnis von Kritischer Theorie und Religiösem Sozialismus
-A. Barboza: Die verpassten Chancen einer Kooperation zwischen der „Frankfurter Schule" und Karl Mannheims „Soziologischem Seminar"
- E.-M. Ziege: Die Geschlechterthematik in der „Zeitschrift für Sozialforschung/Studies in Philosophy and Social Science" (1932-1941)
- T. Heerich: Autologische Spiegelung der verwalteten Welt Friedrich Pollock (1894-1970)
- II. Frankfurter Philosophie und deren translokale Vernetzung
-/ Halfmann: Alfred Sohn-Rethels Theorie der Denkformen
- F. Vidal: Ernst Bloch in, gegen und mit Frankfurt
- C. Holste: Kracauers Blick. Zur Aktualität seiner Pariser Stadtbilder im Feuilleton der „Frankfurter Zeitung"
- III. Frankfurter „Freies Jüdisches Lehrhaus" und Frankfurter „Kritische Theorie"
- T. Meyer: Das Freie Jüdische Lehrhaus und die Frankfurter Schule
-E. -M. Ziege: Die politische Theologie des jungen Erich Fromm.
- M. Voigts: „Des vielen Büchermachens ist kein Ende". Hinweis auf Eduard Strauss
- IV. Frankfurter „Kritische Justiz"
-/ Pereis: Sozialdemokratische Rechtstheorie in der Weimarer Republik
- H. M. Bock: „Frankfurter Schule" und „Marburger Schule". Intellektuellengeschichtliche Anmerkungen zum Verhältnis von zwei epistemic communities
Die Herausgeber
Richard Faber ist Privatdozent für Soziologie (der Literatur) an der FU Berlin.
Eva-Maria Ziege ist Professorin für Politische Wissenschaft an der Universität Seattle.![]()
Helmut F. Pfanner
Karl Jakob Hirsch
Schriftsteller/ Künstler und Exilant
Eine Biographie mit Werkgeschichte
200 S., Br. € 29,80
978-3-8260-3947-8
Autobiographische Fehlangaben nicht weniger als sich widersprechende Daten der Sekundärliteratur ergaben den Anlass zu dieser Untersuchung von Leben und Werk des im Titel genannten Multigenies, wobei außer Hirschs Nachlass auch mehrere in europäischen und amerikanischen Archiven vorhandene Quellen einer genauen Prüfung unterzogen wurden. Als Resultat steht das Bild eines deutsch-jüdischen Intellektuellen mit letztendlicher Hinwendung zum Christentum, dessen Entwicklung vom bildnerischen Expressionisten (Mitarbeiter der „Aktion") zum Erfolgsautor („Kaiserwetter" 1931), der nach seiner Rückkehr aus dem amerikanischen Exil - obwohl in seiner Heimat inzwischen fast vergessen - paradigmatisch für die intellektuelle Elite der Nachkriegszeit aus der orientierungslosen Masse der Zeitgenossen hervorragt. Das Buch enthält neben Hirschs biographischem und intellektuellem Werdegang eine Analyse seiner größeren Prosawerke und eine umfangreiche Bibliographie mit Einschluss seiner journalistischen Tätigkeit, darunter seine vielen in der „Neuen Volkszeitung" von New York veröffentlichten Aufsätze.
Helmut F. Pfanner veröffentlichte als Co-Pionier der deutschsprachigen Exilforschung mehrere Bücher und Aufsätze über die Autoren und Werke von Flüchtlingen aus dem .Dritten Reiches', darunter Oskar Maria Graf und Alfred Döblin.
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Aufnahme und Antwort
Phänomenologie in Japan l
Hrsg.Yoshihiro Nitta /ToruTani
300 S., Br., € 46,00
978-3-8260-3895-2
- Y. Nitta: Zur Phänomenologie der transzendentalen Medialität.
I. Welt und Leben
- K. Shino: Über die Phänomenologie der Natur.
- H. Tangi: Welt als Maß und Maß der Welt.
- I. Yamaguchi: Das Phänomen des Ki und der Leiblichkeit.
- H. Kawamoto: Bildung der Sinne. Von der Poiesis zur Autopoiesis.
- T. Higaki: Nishida und Deleuze. Annährung an eine (intensive) Natur.
II. Sprache und Kunst:
T. Otsuru: Der Weg zur Sprache. Vorbereitende Überlegung zu einer Phänomenologie der Kunst.
- T. Ito: Ein Blick ins Zeug. Das Beispiel Muneyoshi Yanagi.
- Y. Saito: Leben, Ausdruck und Musik.
-H. Nitta: Lebensweltliche Immanenz. Religion und Kunst in Japan.
III. Religion und das ursprüngliche Imaginale des Absoluten.
- S. Hase: Das „Leben" des Amida-Buddha.
- S. Nagai: Phänomenologie des „Imaginalen". Das Konzept der „orientalischen Philosophie" Toshihiko Izutsus.
- T. Tani: Das Ich, der Andere und die Vernunft.
- S. Taguchi: Die Medialität der Evidenz und das Fremde der Vernunft. Eine Überlegung anhand des Immanenz- und Transzendenzbegriffs bei Husserl.
-N. Murai: Schwingung und Kampf. Welt und „daseiende Transzendentalität" bei Heidegger.
- D. Takeuchi: Licht und Dunkel. Finks Kritik an der Metaphysik.
- H. Kakuni: Der Leib als Bedingung für die Möglichkeit von Vorstellung.
Rückantwort.
H. R. Sepp: Parallele Welten. Japans andere Andersheit.
Die Herausgeber
Yoshihiro Nitta ist emeritierter Professor der Toyo Universität in Tokyo.
Toru Tani lehrt als ordentlicher Professor an der Ritsumeikan-Universität in Kyoto.![]()
Carl Stumpf:
Über die Grundsätze der Mathematik
Hrsg. Wolfgang Ewen
180 S., Br., € 39,80
978-3-8260-3872-3
Die Habilitation des jungen Carl Stumpf Über die Grundsätze der Mathematik, 1870 bei Hermann Lotze in Göttingen verfasst, wurde zu Lebzeiten Stumpfs nicht veröffentlicht. In seiner „Selbstdarstellung" (1914) gab Stumpf als Grund für die Nichtveröffentlichung an, dass ihm die nichteuklidische Geometrie über den Kopf gewachsen sei. Die nichteuklidische Geometrie wird aber nur am Rande erwähnt; die Bedeutung der Arbeit liegt nicht in rein mathematischen, sondern in philosophischen Grundlagenfragen axiomatischer Erkenntnis.
Stumpf nimmt den um die Mitte des 19. Jahrhunderts sich anbahnenden Umbruch und Paradigmenwechsel in der mathematischen Wissenschaft zum Anlass, um eine wesentlich allgemeinere Frage zu erörtern, nämlich: „Gibt es Erkenntnisse von wissenschaftlicher Bedeutung, die sich in keiner Weise, weder unmittelbar noch mittelbar, auf die Erfahrung gründen; und wenn es solche gibt, welches ist ihre Quelle?" Stumpf wird die Frage nach der Quelle erfahrungsfreien Wissens bejahen und sich kritisch mit alternativen Erklärungsansätzen - der Philosophie der Mathematik im Rahmen des Transzendentalen Idealismus (Immanuel Kant) und des Empirismus (John Stuart Mill) - auseinandersetzen. In diesem Kontext nimmt er Positionen vorweg, die sich viele Jahre später bei Gottlob Frege und Edmund Husserl wiederfinden lassen. Gewissermaßen als „Experimentum crucis" wird in allen Fällen der Begriff der Zahl in Anspruch genommen.
Von Psychologie ist in der Habilitation noch nicht die Rede; aber sie scheint unmittelbar Anlass für Stumpf gewesen zu sein, sich in einem nächsten Schritt der akribischen Analyse der menschlichen (Raum-) Wahrnehmung und der psychologischen Vorstellungstätigkeit als Erfahrungsbasis jeglicher Erkenntnis anzunehmen.
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W. B. van der Grijn Santen
Makum Aleph
Amsterdam als jüdischer Zufluchtsort
in der deutschen und niederländischen Literatur
340 S.. Br., € 48,00
978-3-8260-3836-5
Zuerst wird die Geschichte der Juden in Amsterdam von etwa 1600 bis 1945 geschildert. Schwerpunkt bildet dabei die Emigration ab 1933 aus Deutschland. Es ergeben sich viele Fragen, zum Beispiel: Was bedeutet es, als Nation innerhalb der Nation leben zu müssen? Welche Faktoren haben zur Emanzipation im 19. Jh. beigetragen? Welche Faktoren haben dazu geführt, dass die Emanzipation niemals völlig gelungen ist? Makum Aleph heißt der beste Ort, wo es sich als Jude leben lässt. Amsterdam hat die Aufgabe als Jerusalem des Westens' bis 1940 erfüllen können. Bei der Dichtung über das Exil seit 1933 handelt es sich häufig um die Verarbeitung eigener Erlebnisse. Von den dargestellten Autorinnen und Autoren wären folgende zu nennen: Grete Weil, Elisabeth Augustin, Konrad Merz, dessen Debütroman Ein Mensch fällt aus Deutschland Menno ter Braak „het eerste emigrantenboek" genannt hat. Ein besonderer Fall ist Anne Frank. Sie hat sich zu einem holländischen Schulmädchen entwickelt und wäre so gerne eine niederländische Journalistin oder gar Schriftstellerin geworden. Der Autor
W. B. van der Grijn Santen (Amsterdam 1942) hat Jura, Soziologie und Germanistik an der Universität von Amsterdam studiert. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer hat er sich insbesondere mit Publikationen aus der Weimarer Zeit befasst, was zu der Ausgabe Die Weltbühne und das Judentum geführt hat
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Christoph Vatter
Gedächtnismedium Film
Holocaust und Kollaboration in deutschen und französischen Spielfilmen seit 1945
320 S., Br., € 44,00
978-3-8260-3892-1
Seit der unmittelbaren Nachkriegszeit prägt das Medium Film maßgeblich das Bild, das sich die deutsche und französische Gesellschaft von der häufig als traumatisch erlebten Geschichte von Holocaust und Kollaboration macht. Aufbauend auf Forschungen zum kollektiven Gedächtnis verfolgt die Arbeit in interkulturell-vergleichender Perspektive die Entwicklung der filmischen Erinnerungskulturen in beiden Ländern. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt dabei auf dem populären Kino, das hinsichtlich seiner Bemühungen um historische Authentizität und der Darstellung von Alterität analysiert wird, in der sich die interkulturelle Dimension des Gedächtnisses widerspiegelt. Ergänzend greift eine Analyse der Rezeption der Filme in beiden Ländern den im Zentrum stehenden Blick des Anderen auf eine neue Weise auf. Die Arbeit geht somit Fragen nach den spezifischen Darstellungsmöglichkeiten des Films als Gedächtnismedium nach und erweitert durch die interkulturelle und komparatistische Perspektive den Blick auf das häufig im nationalen Rahmen diskutierte Thema Gedächtnis und Erinnerung.![]()
Monika Antes
»Ich liebe, also bin ich.«
Sibilla Aleramo
Wegbereiterin des Feminismus in Italien
140 S., Br., € 24,80
978-3-8260-3944-7
Als Sibilla Aleramo 1906 ihren ersten Roman Una Donna veröffentlicht, wird er sofort in mehrere Sprachen übersetzt und erregt in ganz Europa großes Aufsehen. Maxim Gorki, Stefan Zweig, James Joyce und Auguste Rodin wollen diese außergewöhnliche Frau kennen lernen, der es mit ihrer ersten Veröffentlichung gelungen ist, sich einen Zugang zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der italienischen und europäischen Literatur- und Kunstszene zu verschaffen. Das Buch stellt Leben und Werk dieser ungewöhnlichen Frau dar, die für viele als Wegbereiterin des Feminismus in Italien gilt.
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Literatur und Holocaust
320 S., Br., € 38,00
978-3-8260-3906-5
Vorwort /Einleitung (Hrsg.) Rudolf Freiburg und Gerd Bayer
- - B. Bannasch: Robert Menasses. Die Vertreibung aus der Hölle: Zum Problem der Vergleichbarkeit in der Shoahliteratur
- - G. Bayer: Der Holocaust als Metapher in postmodernen und postkolonialen Romanen
- - R. Blaicber. Das moralische Dilemma der Juden und des Judenrates: Holocaust-Drama zwischen Historizität und Theatralität
- - H. Feldmeier. Das Thema des Holocaust in den Werken W. G. Sebalds
- - R. Freiburg: „Moments which murdered my God and my Soul": Der Theodizee-Diskurs im Spiegel ausgewählter Holocaust-Literatur
- - T. Heydenreich: Der Rauch. Nach dem Rauch: Italienische Frauen berichten und erzählen
- - C. Houswitschka: Die Erfahrung des Kindertransports in der englischen Literatur
- - G. Langenhorst: Religiöse Deutung der Shoah?: Nelly Sachs und Paul Celan
- - D. Niefanger: Täter und Opfer in den Romanen von Doron Rabinovici
- - G. Och: Holocaust im Comic - ein Skandalon?
- - T. Rudtke: Holocaust und Schelmenroman: Jonathan Safran Foers Alles ist erleuchtet als Beispiel der dritten Generation
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Regietheater
Wie sich über Inszenierungen streiten lässt
210 S., Br., € 10,00
978-3-8260-3876-1
Der Begriff Regietheater zeigt Tendenzen, zur polemischen Bezeichnung für missfallende Inszenierungen zu verkommen - ungeachtet der Tatsache, dass nicht alles, was nicht gut aussieht, auch Regietheater ist. Produktiv gewendet steht das Regietheater jedoch für Inszenierungen, die als eigene Kunstform zur Auseinandersetzung herausfordern. Wann aber empfinden wir eine solche Inszenierung, die vielleicht mit radikalen Kürzungen, Umschreibungen, Fremdtexten und Medienwechseln arbeitet, als Etikettenschwindel - und wann als gelungene, herausfordernde oder gar großartige (Neu-)Entdeckung eines Stückes? Und wovon hängt es eigentlich ab, ob wir in eine Inszenierung hineingezogen werden oder ihr mit Unverständnis, vielleicht sogar Abwehr, begegnen?![]()
Iphigenie
Von Euripides / Goethe.
Krieg und Trauma in Nicolas Stemanns Doppelinszenierung am Thalia Theater Hamburg
184 S., Br., € 10,00
978-3-8260-3877-8
"Selbst gerettet, war / Ich nur ein Schatten mir" So lautet die Selbsterkenntnis von Goethes Iphigenie in ihrem Exil auf Tauris. Doch in welchem Ausmaß dies die Worte einer zutiefst Traumatisierten sind, wird erst angesichts ihrer Vorgeschichte deutlich. In Euripides' Iphigenie in Aulis ist die blutjunge Tochter Agamemnons und Klytämnestras das erste Opfer, das unmittelbar vor Beginn des Trojanischen Krieges auf Seiten der Griechen gefordert wird. Erst viele Jahre nach Kriegsende findet Iphigenie einen Ansatzpunkt, um sich und ihren Bruder Orest von den traumatischen Einschreibungen zu befreien.![]()
Karl May
Werk - Rezeption - Aktualität
(Hrsg. Helmut Schmiedt / Dieter Vorsteher)
320 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3858-7
- W. R. West: Indigenes Amerika im 21. Jahrhundert. Durch das Nebelmeer und jenseits des Mythos
- Zeilinger. The Past is made to make sense. Die Autobiographie Karl Mays und das menschliche Gedächtnis
- R. Schweikert: Der Illusionist als Allusionist und Abschreiber. Überlegungen zur Intertextualität bei Karl May
- W. Brauneder: Realität – Überliefeung - Dichtung: Karl Mays USA-Kenntnisse
- H. Eggebrecht: Ludwig al Raschid - oder wie der bayerische König in Karl Mays reißende Märchen geriet
- B. Drucker. Tränen um Winnetou. Wirkungsästhetik im Zeichen von Natur und Zivilisation
- J. Zimmerer. Imperialer Supermann. Kara Ben Nemsi, Old Shatterhand und die kolonialen Traumwelten des Wilhelminismus
- A. Degen: Zwei Männer und eine Heldin: Maskerade und Geschlecht in Karl Mays
und Leopold von Sacher-Masochs Wanda-Novellen
- 0. Akyildiz'. Zwei träumende Autoren: Karl May und Ahmet Mithat und ihre Imaginationen von Orient und Okzident
- U. Scheinhammer-Schmid: „Wenn ich sterbe, werden Millionen Taschentücher nass" - Pierre Brice, Winnetous Tod im Roman,
im Film und in der May-Rezeption
- M. Brunner. Literarische Karl-May-Rezeption in Norbert Gstreins Balkan-Roman ,Das Handwerk des Tötens'
und ein Nachtrag zu Amo Schmidt
- D. Weber. Inszenierte Überlieferung. Identitätsstiftende Theatralität in den Karl-May-Festspielen
- F. Degier. Gender und Genre in ,Der Schuh des Manitu'. Körperliche Komik im intermedialen Spannungsfeld zwischen
May, Wendlandt und Bully Herbig
- W.Willmann: Die Wirkung von Karl May auf die Marketingstrategie von Herstellern in Konsumgütermärkten. Ein Beitrag
zur Analyse der Kommerzialisierung des Schriftstellers
Die Herausgeber: Helmut Schmiedt lehrt Germanistik - Neuere Literaturwissenschaft an der Universität Koblenz - Landau, Campus Koblenz; Dr. Dieter Vorsteher ist Stellvertretender Direktor des Deutschen Historischen Museums, Berlin.
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Christoph Neubert
Wezel
Autor-Werk-Konstruktionen
248 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3695-8
Johann Karl Wezel(1747-1819) zählt nach wie vor zu jenen Autoren des 18. Jahrhunderts, die in ihrer ganzen Bedeutung für die Gegenwart noch zu entdecken sind. Dieser Appell berührt grundlegende Bedingungen und Möglichkeiten der Gegenstandsbildung literarischer wie literaturwissenschaftlicher Kommunikation.
Die Studie verfolgt am ‚Fall Wezel‘ die komplexen Formierungsprozessen der diskursiven Einheit aus Autor und Werk, um die sich literarische Rezeption und philologisches Wissen überhaupt erst organisieren. Der erste Teil sondiert das umfangreiche und vielseitige Korpus der Texte Wezels, wobei der Akzent auf den pädagogischen, anthropologischen und literaturkritischen Schriften liegt.
In ihrem zweiten Teil widmet sich die Studie der Rezeption: Das Interesse an Wezels Schriften, die zu Lebzeiten eine breite und lebhafte Resonanz von Seiten des Lese- wie des Theaterpublikums erfahren, erlischt im 19. Jahrhundert vollständig und weicht der biographischen Konstruktion einer komplexen Pathologie, die Wezels Autorschaft auslöscht und ihn zunächst aus der Literaturgeschichte exkludiert.
Die im 20. Jahrhundert neu einsetzende Wezel-Rezeption ist durch ein Wechselspiel von Ein- und Ausschlüssen charakterisiert, das im Hinblick auf Kanonisierungs- und Institutionalisierungsprozesse, auf Theoriedesign undBildpolitiken analysiert wird.
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Josef Rattner / Gerhard Danzer
Existenzphilosophie
Denkmode oder bleibende Aktualität
Studienausgabe
240 S., Br., € 19,80
978-3-8260-3960-7
– Sören Kierkegaard: Existenzielle Prosa über Angst, Schuld und Verzweiflung
– Friedrich Nietzsche: Immanenzphilosophie und Heroisierung bzw. Humanisierung des Menschen
– Martin Heidegger oder Meßkirch als Schicksal
– Karl Jaspers: Philosophie als Existenzerhellung
– Jean-Paul Sartre: Ein antibürgerlicher Voltaire im 20. Jahrhundert
– Simone de Beauvoir: Feminismus und Existenzialismus
– Albert Camus: Der mittelmeerische Mensch revoltiert gegen die Vergottung der Geschichte
– Karl Löwith: Individualität, Mitmensch und Welt
Gerhard Danzer, Professor Dr. med. et phil., Studium der Medizin an der Universität Kiel; Internist, Psychotherapeut und Dipl.-Psych., Hochschullehrer an der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Charité in Berlin. Veröffentlichungen zu Themen der Psychiatrie, Psychosomatik, Literaturpsychologie, Kulturanalyse und Anthropologie.
Josef Rattner, Dr. med. et phil., Professor, Studium der Fächer Philosophie, Psychologie und deutsche Literatur in Zürich, Promotion über Existenzphilosophie. Später Medizinstudium, das mit einer preisgekrönten Doktorarbeit über „Das Wesen der schizophrenen Reaktion“ abgeschlossen wurde. Publikation zahlreicher Bücher aus allen Bereichen der Tiefenpsychologie, Psychohygiene, Pädagogik, Anthropologie, Kulturpsychologie und Kulturkritik.![]()
München lesen
281 S.. Br. € 29,80
978-3-8260-3789-4
- C. Ude: Grußwort
- S. Hirmer / M. Schellong: Zur Einleitung: Von Textstädten und Steinstädten
- W. Frühwald: Heinrich Heine liest das München Ludwigs I.: eine Episode und ihre Folgen
- H.-J. Ruckhäberle: München - die Hauptstadt der Kunst. Gottfried Keller Der grüne Heinrich
- W. Fromm: Franziska zu Reventlow und die Schwabinger Boheme
- E. Buchholtz: Lena Christs Erinnerungen einer Überflüssigen im Deutschunterricht - ein integratives Unterrichtsmodell
- U. Draesner: Das Valentin
- D.-R. Moser: Das Verhältnis von Fiktion und Realität in Lion Feuchtwangers Roman Erfolg. Ein Beitrag zum Bild der Stadt München in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts
- D. Heißerer: Unterwegs im "Lebensbuch". München in Thomas Manns Roman Doktor Faustus
- B. Vinken: Verheißung, verzehrt. Die Liebesäpfel der Marieluise Fleißer
- A. Gerigk: Dynamik der Zeichen-Werte. Koeppens Tauben im Gras als Semiologie der Nachkriegsstadt
- S. Kyora: Das ist nicht München. Paul Wührs Gegenmünchen als Wörterstadt
- N. Roßbach: Marie Luise Kaschnitz' literarische Zeit-Räume. Zum Beispiel München
- S. Hanuschek: München ist eine theatralische Stadt. Carl Amerys urbane Porträts zwischen Karikatur und Kontrafaktur - S. Hirmer: Alt-München ist nicht mehr. Eine Stadt des "Dritten Reichs" in Erinnerungen
- S. G. Schukowski: Berlin - München - Istanbul. Ein Migrant zwischen Städten in Zafer ?enocaks Gefährliche Verwandtschaft
- C. D. Conter: Der Leidensweg aus der Gosse. Liminalität und die Stadt München in der Hagen-Trinker-Trilogie von Helmut Krausser
- B. Rath: Am falschen Ort. Friedrich Anis Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels
- D. Rippl: Stadtlandschaft und Stadtbewusstsein. Urbane Lebensformen in der Münchner Gegenwartsliteratur
- O. Jahraus: Große und kleine Geschichte in München. Zum Olympia-Attentat in Ulrike Draesners Roman Spiele
- Susanne Schellong Kurzbiografien
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Anita Eckstaedt
Paul Klee und Bruno Goller
Psychoanalytische Werktbetrachtungen
351 S., zahlr. farb. Abb. a. Kunstdruckpapier, Gb., € 49,80
978-3-8260-3857-0
Die Einleitung des Buches stellt die parallele Entwicklung der Moderne und der Psychoanalyse und ihre beiderseitige Verschränkung heraus und zeigt die Subjektivität des Künstlers auf, die die tradierten Stilepochen ablöst. In zwei gegenübergestellten Werkanalysen von Paul Klee und Bruno Goller wird den Entwicklungen in ihren Werken gefolgt. In Einzelschritten entstehen spannende und genaue Beschreibungen formaler und inhaltlicher Beobachtungen wesentlicher Arbeiten. Deutungsketten mit der Aufnahme sich wiederholender und verändernder Merkmale führen zu Zusammenhängen, die sich schließlich zu einem Gesamtverständnis ordnen. So kann es gar nicht anders sein, dass dieses psychoanalytische Verständnis des Werkes auch als Ausdruck der Persönlichkeitsstruktur zu sehen ist: Paul Klee und Bruno Goller haben jeweils völlig konträre Lösungen für den Umgang mit ihren Konflikten entwickelt Konfl ikte, die aus den Schicksalen mit ihren Müttern entstanden sind. Die Verarbeitungsform spiegelt sich letztlich in ihren Werken wider, nämlich die philobatische beziehungsweise oknophile Haltung wie sie 1958 der Psychoanalytiker Michael Balint beschrieb.
Anita Eckstaedt, Dr. med.. Nervenärztin und Diplom-Psychologin. Ordentliches Mitglied der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung. Ehemals wissenschaftliche Mitarbeiterin an Universitätskliniken und am Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt a. M. unter Alexander Mitscherlich. Lehr- und Kontrollanalytikerin in eigener Praxis.![]()
Galina Hristeva
Georg Groddeck
Präsentationsformen psychoanalytischen Wissens
575 S., Br., € 78,00
978-3-8260-3742-9
Mit seiner Einsicht, daß wir „gelebt“ werden, mit seiner Überzeugung von der „Macht des Unbewußten“ und der „Ohnmacht des bewußten Willens“ ist der Baden-Badener Arzt Georg Groddeck (1866-1934) nicht unzeitgemäß. Er jedoch versteht sich als Freigeist, der sich durch eine lebenslange Opposition gegen den Wissenschaftsmaterialismus und die naturwissenschaftliche Medizin profiliert und auch - hier widerspricht Hristeva der in der Forschung herrschenden Meinung - die Psychoanalyse einer großangelegten und folgenreichen Korrektur unterzieht. Die Untersuchung widmet sich den Entstehungsbedingungen des Alternativkonzepts Groddecks, stellt in mehreren Analysen die Stationen der „diffizilen“ Beziehung zu Freud und seinen Kreisen dar und arbeitet Groddecks Rollen und Masken als Heiler, Weiser und Narr heraus, mit denen die Wissensansprüche des Autors glaubwürdig gemacht und durchgesetzt werden. Somit wirft Hristevas interdisziplinär ausgerichtete Untersuchung über den wohl „wildesten Analytiker“ ein neues Licht auf ein wichtiges Kapitel der Geschichte der Psychoanalyse und der Psychosomatik.
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Anja Hall
Paradies auf Erden?
Mytenbildung als Form von Fremdwahrnehmung. Der Südsee-Mythos in Schlüsselphasen der deutschen Literatur.
245 S., Br., € 78,00
978-3-8260-3834-1
Die Inselwelt des Südpazifi ks übt seit ihrer Entdeckung durch spanische und portugiesische Seefahrer im 16. Jahrhundert eine anhaltende Faszination auf uns Europäer aus. Authentische Reiseberichte und fiktive Texte ließen schon das Europa der Aufklärung glauben, man habe mit den Südsee-Insulanern ein Volk gefunden, das im Zustand natürlicher Unschuld und vollkommener Glückseligkeit lebe – die Südsee schien das verloren geglaubte Paradies auf Erden zu sein. Diese Zuschreibungen setzten sich im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte fort, sie verfestigten sich zu einem vielzitierten Die Verfasserin analysiert die Transformations- und Wirkungsgeschichte des Mythenkomplexes „Südsee“ in der deutschen Literatur, wobei drei Schlüsselphasen im Zentrum der Betrachtung stehen, nämlich ein vorkolonialer Zeitraum (1780 bis1820), die Kolonialzeit und ein postkolonialer Zeitraum ab den 1980er Jahren.
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Geist, Eros und Agape
Untersuchungen zu Liebesdarstellungen
in Philosophie, Religion und Kunst
Hrsg. Edith Düsing / Hans-Dieter Klein
280 S., Br., € 39,00
978-3-8260-3923-2
- D. Bremer: Erkenntnis und Eros bei Platon (Symposion & Phaidros)
- M. Janka: Der sophokleische und euripideische Eros
- T. Söding: Der Geist der Liebe. Agape bei Paulus und Johannes
- J. Aertsen: ,Eros' und ,Agape'. Dionysios Areopagita und Thomas von Aquin über die Doppelgestalt der Liebe
- E. Jüngel: Eros und Agape in Widerstreit und möglicher Versöhnung im Ausgang von Nygren
- N. Fischer. Amor, Caritas, Amicitia und Dilectio als Bedeutungsdimensionen in Augustins Liebesbegriff
- T. Leinkauf. Zur Deutung und Rezeption von Marsilio Ficino's „Dialog! d'amore" (Neubearbeitung von Platons Symposion) - E Jung: Spirituelle, bräutliche und ekklesiologische Dimensionen im Hohelied Salomos
- W. Hilbrands: Heilige oder Hure? Zur Deutungstradition der Erzählung von Juda und Tamar im Alten Testament
- L. Simonis: Zur Liebesdramatik in Shakespeare's Romeo und Julia und in deren italienischen Vorlagen
- K. Krüger: Liebesthematik in der Malerei - W.Janke: Amor Dei intellectualis (Spinoza - Fichte - Jacobi - Schelling)
- E. Düsing: Fragmente über Liebe und Sein bei Fichte, Hölderlin und Hegel
- H. Reinhardt: Der Liebe Übermacht und Heiligung. Zur christlichen Wendung in Goethes Wahlverwandtschaften
- D. Borchmeyer: Des Meeres und der Liebe Wellen - zur Liebesdramatik bei Grillparzer
- U. Kienzle: Liebesdrama bei Richard Wagner: ,Liebe, Schlaf und Tod'
- B. Dörßinger: Schopenhauers Metaphysik der Geschlechtsliebe im Zusammenhang seiner Leibphilosophie
- B. Nitzschke: Freuds Eros-Konzeption zwischen Lustprinzip und Todestrieb
- V. Käst: Die geläuterte Leidenschaft als Vollendungsgestalt der Individuation
- H.-J. Gerigk: Salome und Lolita: Die ,Kindfrau' als Archetypus
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Susanne Brogi
Der Tiergarten in Berlin
ein Ort der Geschichte
440 S., Br., € 49.80
978-3-8260-3567-8
Der Tiergarten bildet als größter städtischer Park die „grüne Mitte“ Berlins und damit einen zentralen Ort der Republik. Seine strukturelle Durchformung, die Gestaltung malerischer Partien und die Errichtung zahlreicher Denkmäler sowie die Gründung des Zoologischen Gartens ließen ihn zu einem entscheidenden Ort nationaler Identität und des kulturellen Gedächtnisses werden. Seine außerordentliche gesellschaftspolitische Bedeutung bezeugen städtebaulich neben der zentralen Lage die nicht zufällig seinen Rand säumenden prominenten Regierungsbauten und Institutionen des kulturellen Lebens. Seit der Öffnung des einst höfischen Tiergartens für die Bevölkerung durch Friedrich II. reflektiert eine Vielzahl literarischer und bildkünstlerischer Werke aller Genres den enormen, die Grenzen Berlins weit überschreitenden Stellenwert. Die in dieser Arbeit behandelten Texte, Kunstwerke und Filme, die einen Bogen von der Barockzeit bis in die Gegenwart spannen, zeigen den Tiergarten als einen Ort, der die Entwicklungen der deutschen Geschichte nicht nur begleitet, sondern auch mit geformt hat. Den bis heute singulären Rang dieser deutschen Parkanlage dokumentierend, zeichnet die Untersuchung das Wechselspiel der gartenkünstlerischen Gestaltung und politischen Funktionalisierung mit der vielschichtigen künstlerischen Tradition nach.![]()
Topographien der Erinnerung
Zu Walter Benjamins Passagen
303 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3222-6
- V. Borsò: Topographie der Erinnerung: Grenzen, Schwellen und andere Orte
- A. v. Hülsen-Esch: Die Panoramen und der theatrale Raum bei Benjamin
- R. Görling: Orte. Über Walter Benjamins Topographie
- G. Raulet: "Ein Prospekt von jäher Tiefe". Zum Konstruktionsgesetz der Einbahnstraße
- H. Brüggemann: Die unterseeischen Tiefen der Kinderstuben - Erinnerung und kulturelles Gedächtnis
residualer Räume bei Clemens Brentano und Walter Benjamin
- K. Solibakke: Urban Visions: Heine's Lutezia and Benjamin's Passagen-Werk
- I. Wohlfarth: Thèses sur la non-lecture de Benjamin, notamment de son Passagen-Werk
- A. Deuber-Mankowsky: Antigenealogische Revolte und "Opfergang der männlichen Sexualität".
Zur Krise der Männlichkeit in Benjamins Passagen-Werk
- B. Lindner: Was ist "Das Passagen-Werk"? Zitatfundstücke und Konstruktion des memorialen Schauplatzes
- C. Haerle: Benjamins ungeschriebenes Baudelaire-Buch
- E. Wizisla: "Verzettelte Schreiberei". Benjamins Archiv
- P. Ivernel: L'intérieur - les passages - la rue. Construction de la vie dans l'espace-temps de la ville
- M. Riot-Sarcey: Penser l'histoire avec Benjamin. A propos du livre des passages
- M. del Prete: Über den Ausnahmezustand des Raums in Benjamins Passagen-Werk
- R. Goebel: Europäische Großstadttopographie und globale Erinnerungskultur. Benjamins Passagen-Werk heute
- L. Ruth Feierstein: Das "portative Vaterland": Das Buch als Territorium
- D. Finkelde: Musealisierte Welt. Walter Benjamins Analyse eines Unbehagens im fin de siècle
- J. Simon: Benjamin in Paris: Weak Messianism and Memories of the Oppressed
- J. Simon: Espaces Publics. Espace de la ville et espace de la politique chez Walter Benjamin et Jacques Derrida
- J. Nitsche: Fotografische Stadt-Räume / Stadt-Bild-Lektüre. Walter Benjamins Rezeption der Paris Fotografien Atgets
- H. Rapaport: The Death of Space
- J.-M. Gagnebin: Sur le Passagen-Werk: Philologie et Actualité
- L. De Cauter: The Arcade as Heterotopia - W. van Reijen: Passage und Tempel: Benjamin und Heidegger
- M. Pulliero: Jugendbewegung, Jugendstil und ambivalences du Moderne
- N. Raoux: Walter Benjamin, paysan du champ littéraire. Sur la position sociale de W. Benjamin en exil
- M. Ponzi: Topographie des Bildraums
- J. Fürnkäs: Gedächtnis, Erinnerung, Überlieferung. Benjamins "anthropologischer Materialismus"![]()
Emrich, Hinderk M
Psychiatrische Anthropologie
Therapeutische Bedeutung von Phantasiesystemen
136 S., Br., € 24,80
978-3-8260-3645-3
Inhalt
VORWORT VON HANS LAUTER
VORWORT VON ROBERT SPAEMANN
EINLEITUNG
I SINN UND BEDEUTUNG
1 Neurowissenschaft und Sinnfrage
2 Intentionalität und Vertrautheit
II PHANTASIE. WIRKLICHKEITSRELATIVISMUS UND PSYCHOSE
1 Die Bedeutung der Phantasie für das Verständnis psychischer Krankheiten und abnormer Bewußtseinszustände
2 Phantasie und Traum in der Psychotherapie
III KONSTRUKTIVISMUS UND SCHIZOPHRENIE
1 Zur Entwicklung einer Systemtheorie produktiver Psychosen
2 Die Beziehung zwischen Philosophie und Psychiatrie, vom Standpunkt einer systemtheoretischen Konzeption
produktiver Psychosen aus betrachtet
IV »EINHEIT DER PERSON" ALS GRENZBEGRIFF
V ZUR ENTWICKLUNG EINER SYSTEMTHEORIE DES AFFEKTIVEN
VI SYSTEMTHEORETISCHE ANTHROPOLOGIE: AUF DEM WEGE ZU EINER STRUKTURTHEORIE
DES BEWUSSTSEINS AUF DER BASIS EINES NICHTREDUKTIVEN MONISMUS
Beiträge zur Kleist-Forschung![]()
Kleist im Nationalsozialismus
131 S., Br., € 19,80
978-3-8260-3431-2
Das Kleist-Museum hat in einem Forschungsprojekt den Umgang mit Heinrich von Kleist während des Nationalsozialismus aufgearbeit. Bestandteil dieses Projekts war auch eine internationale Tagung, deren Ergebnisse hier vorgelegt werden.
In der NS-Zeit wurden selbst weniger bekannte Werke Kleists auf der Bühne, in Hörfunk und Presse wie Prpagandatexte eingesetzt und zählten zum Schulkanon. Kleist wurde in Anspruch genommen für eine vorgebliche Wiederbelebung preußischer Traditionen, für die scheinbare Überwindung von Bildungsschranken und auch für Feindbilder im Vernichtungskrieg. Andererseits trugen Aufführungen seiner Dramen auch zu einer partiellen kulturellen Gegenöffentlichkeit an Exilorten bei, und manche seiner Texte dienten auch dem Widerstand gegen Hitler zur Selbstverständigung.- Lothar Jordan: Vorwort
- M. Maurach: Zur Einführung
- H. C. Seeba: 'Die Filzlaus im Leib Germaniens'. Kleists 'Hermannsschlacht' als Programm ethnischer Säuberung
- W. Kunicki: Zur Rezeption Heinrich von Kleists in der NS-Periode in Schlesien
- A. Weigel: Gedämpftes Saitenspiel: Heinrich von Kleist, das Deutsche Theater und sein
Direktor Heinz Hilpert 1934-1944
- K. Kanzog: Michael Kohlhaas, Dorfrichter Adam, Penthesilea, Prinz von Homburg.
Das Interesse deutscher Filmemacher an Kleist in den Jahren 1935 bis 1945
- M. Maurach: Hörspiele über Kleist im Nationalsozialismus. Ein Versuch anhand einer Manuskriptauswahl
- Anschriften
Finis
Paradoxien des Endens
ca. 200 S., Br., € 28,00
978-3-8260-3781-8
Zur Rolle der Bedeutung:![]()
Christian Gruber
Was ist Bedeutung?
Eine Naturphilosophie der Subjektivität
150 S., Br., € 24,80
978-3-8260-3767-2
Dieser Band will den Bedeutungsbegriff naturphilosophisch klären. Um etwa für die Kulturwissenschaften ein Fundament zu liefern, auf dem der Interpretationsbegriff und die Hermeneutik aufsetzen können. Zu viel Zeit ist gerade in den Geisteswissenschaften vertan worden mit immer neuen Definitionen, auf denen jede Schule ihre Gedankengebäude und Weltaussichtsplattformen errichtet hat, ohne noch nach unten zu schauen oder sich um den Nachbarn zu kümmern. Was dieses Buch deshalb nicht sein will: ein weiterer Elfenbeinturm in der Begriffswüste der modernen Scholastik mit ihren zahllosen Ismen. Was dieses Buch aber leistet: eine Fundierung der Subjektivität in der Welt, und zwar nicht nur, was die Welt der biologisch-neurologischen Subjektivität des Lebens, Handelns und Denkens, sondern auch, was den Anfang von allem betrifft - unsere Vorstellungen vom kosmologischen Geschehen. Dieser Band ist ein Vermittler zwischen den Natur- und den Geisteswissenschaffen, der sich nicht groß um die philosophische Terminologie, dafür aber in Erkennen kümmert.INHALT:Einleitung
Erkenntnisprobleme
Quantentheorie und Realität
Raumzeit, Chaos, Biologie, Zufall
Diskurse, soziale Systeme, Sprache
Geschehen, Verhalten, Handeln
Eine Welt aus Information und Bedeutung
Vom Geschehen zum Verhalten: der Bedeutungsaspekt
Vom Verhalten zum Handeln: Sinn und Semantik
Sprachliches Handeln - 3. Wirklichkeitskonstruktion
Muster des sozialen Handelns
Kumulation
Kosmologie, Biologie und Subjektivität
Literaturverzeichnis![]()
Fontane und Polen
150 S., Br., € 19,00
978-3-8260-3821-1
Fontane und Polen - das meint eine ,enge' Beziehung und doch ein weites Feld. Zur Sprache kommt eine Geschichte der Annäherungen und Abgrenzungen, der Projektionen und Reflexe. Beteiligt sind Personen, Werk, Landschaft und Politik. Stereotvpe behaupten sich und treffen doch auch auf ihr Widerspiel, Übersetzungen schlagen Brücken und errichten zugleich Barrieren, Reisen öffnen die Augen für das Andere und tragen doch auch Eigenes in die Fremde hinein. Fontane und Polen - das meint einen Prozess der ebenso realen wie imaginären Auseinandersetzung, in dem Unterschiede zusammenkommen und sich wechselseitig mustern.
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Harald Wohlrapp
Der Begriff des Arguments
Über die Beziehungen zwischen Wissen, Forschen, Glaube, Subjektivität und Vernunft
520 S., Br., € 49,80
978-3-8260-3820-4
Was richtig, wahr, gut, schön oder wünschenswert ist, entscheidet sich durch die Argumente, die sich dafür oder dagegen vorbringen lassen. Dabei changiert unser gewöhnliches Verständnis vom Argument zwischen dem logischen Schluss, der Wahrheiten ableiten und der rhetorischen Figur, die Zustimmung auslösen soll. Die Traditionen, die dahinter stehen, gehen auf Aristoteles zurück, auf eine Zeit also, in der das Wissen noch nicht dynamisch fortschritt und der Mensch noch wenig individualisiert war. Wenn wir jedoch Argumente gebrauchen, dann begründen bzw. kritisieren wir damit Thesen, die wir nicht aus vorgegebenem Wissen ableiten können, sondern in denen wir neue Orientierungen für unzulänglich verstandene Sachbereiche artikulieren, und zwar in einer Weise, die unseren jeweils subjektiven Überzeugungssystemen entsprechen. Ein für heutige Bedürfnisse tauglicher Begriff des Arguments müsste also diese beiden Momente, die Dynamik und die Subjektivität der Orientierungsbildung, erfassen. Zugleich müsste er in einem transparenten Verhältnis zum (wissenschaftlichen) Wissen stehen und er müsste schließlich in einem Geltungskonzept münden, welches nicht platt relativistisch ist.
Harald Wohlrapp ist Professor für Philosophie an der Universität Hamburg, betrachtet Paul Lorenzen und Paul Feyerahend als seine wichtigsten Lehrer und ist durch zahlreiche Publikationen in Wissenschaftstheorie, Kulturphilosophie und besonders Argumentationstheorie ausgewiesen.
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Arnulf Liebing
Handbuch für den Buch- und Grafiksammler
168 S. u. 16 farb. Tafeln, +CD-R: Shareware-Sammlersoftware , Br., € 24,80
978-3-8260-3751-1
Bücher und Grafiken werden gesammelt, solange es sie gibt. Man könnte deshalb meinen, es sei schon alles gesagt, was dazu gesagt werden kann. Doch der Wandel geht am Sammler nicht vorbei. Der Autor befasst sich zwar auch mit der Leidenschaft der Sammler, doch die praktischen Fragen, denen sich der Sammler heute gegenüber sieht, stehen meist im Vordergrund. Vom (Re-)Print on Demand bis zu dem Einfluss des Internets auf den gesamten Antiquariatsmarkt. Die elektronischen Möglichkeiten, die uns heute zur Verfügung stehen, haben auch die Welt des Sammlers entscheidend verändert. Vom elektronischen Nachschlagen in den digitalisierten Bibliografien oder den Katalogen großer Bibliotheken bis zu den Regeln des e-Commerce, durch den gerade im Antiquariatsbuchhandel ein nicht für möglich gehaltener Wandel auf allen Gebieten eingetreten ist. Dabei untersucht der Autor basierend auf einer Jahrzehnte langen Erfahrung als Antiquar und als Buch- und Grafiksammler kritisch, welche Vorteile für den Sammler durch entstanden sind und welche Nachteile in Kauf genommen werden müssen.![]()
Das Buch wäre nicht „modern", wenn nicht auch eine CD mit nützlichen, elektronischen Ergänzungen des Textes dabei wäre: Die Shareware-Version einer erprobten Sammlersoftware für den PC, eine Datei mit direkten Links zu wichtigen Internetadressen und ein ergänzbares Verzeichnis der im Antiquariatsbuchhandel gebräuchlichsten Abkürzungen in deutscher und englischer Sprache.![]()
Synesios von Kyrene
Lob der Kahlheit
Übersetzt, kommentiert und mit einem Anhang versehen von Werner Golder
Zweisprachig griechisch-deutsch
2. Auflage
111 Seiten, Hardcover, ca. € 16,80
978-3-8260-3777-1
Das „Lob der Kahlheit“ des Synesios von Kyrene ist eine verborgene Perle der spätantiken Literatur. Die erste und einzige Übersetzung des Opusculum ins Deutsche ist über 150 Jahre alt: Verwunderlich bei der zeitlosen Aktualität des Themas. In den letzten zwei Jahrzehnten erschienene Übertragungen ins Englische, Französische und Italienische haben den geheimen Reiz dieser literarischen Tändelei kenntlich werden lassen und sind auf große Leserresonanz gestoßen. In dieser Situation scheint eine moderne Übersetzung ins Deutsche gut zu passen. Der Übersetzer hat sich dabei vom Grundsatz „Lesbarkeit vor Wörtlichkeit“ leiten lassen. Die Tendenz zu einer vergleichsweise freien Wiedergabe des Textes erschien ihm um so mehr vertretbar, als es sich um ein ausgesprochen spielerisches Werk handelt. Der Kommentar will mehr als stichwortartige Erläuterungen zu fremden oder fremdgewordenen Personen und Begriffen liefern und verzeichnet deshalb relativ viele Originalstellen aus der antiken Literatur. Im Anhang werden Leben und Werk des Synesios von Kyrene vorgestellt und es wird der Versuch unternommen, das „Lob der Kahlheit“ kultur- und literaturgeschichtlich einzuordnen. Im Literaturverzeichnis findet man außer den wenigen klassischen Arbeiten nur Aufsätze und Monographien aus jüngerer Zeit. Die Lektüre des Werkes verspricht gepflegte Unterhaltung für alle, die es wagen sich auf spätantike Dialektik einzulassen, und spendet jenen, die wie Synesios unter frühem Haarausfall zu leiden haben, Trost in mehr als homöopathischer Dosis.
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Dialogus creaturarum moralisatus
Dialog der Kreaturen über moralisches Handeln
Lateinisch-deutsche Ausgabe
348 S., Br., € 48,00
978-3-8260-3621-7
In 122 Fabeln, die der Klosterkultur und ihrer Spiritualität entstammen, wird auf unterhaltsame und belehrende Weise ein Kaleidoskop der mittelalterlichen Welt, ihrer Gesellschafts- und Lebensformen entfaltet. Akteure dieser Fabeln sind nicht nur Tiere jeder Art und Menschen verschiedenster Berufe, sondern auch Gestirne, Elemente, Metalle, Pflanzen usw. Fast alle Fabeln sind dialogisch ausgestaltet und enden mit einprägsamer Moral, die durch Zitate aus dem Anekdotenschatz der Antike, der Spruchweisheit der Bibel und Legenden des frühen Christentums erweitert sind.
Dadurch daß in der Einleitung Auswirkungen der Naturphänomene und Verhaltensweisen der Tiere vor dem eigentlichen Beginn der Fabelhandlung erläutert werden, bieten sich selbst für Kenner der Äsop- und Phädrusfabeln neue Einblicke in einen besonderen Typus der Gattung Fabel.
Diese Edition, die auf einem Inkunabeldruck der Universitätsbibliothek Uppsala basiert, präsentiert erstmalig eine vollständige, kommentierte und illustrierte zweisprachige Ausgabe des Werkes.
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Literaturverfilmung
Perspektiven und Analysen
(Hrsg.: Spedicato /Hanuschek)
195 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3774-0
Aus dem Inhalt:
- H. Kräh: Der Hitlerjunge Quex - Erzählstrategien 1932/33: vom Großstadtroman der Weimarer Republik zum ,,mythischen Erzählen“ im NS-Film - M. Nies: Zur NS-ideologischen Funktionalisierung von Literaturverfilmungen: Der Schimmelreiter, Curt Oertel /Hans Deppe D 1934 - E. Spedicato: Literaturverfilmung als Äquivalenz-Phänomen. Stefan Zweigs Novelle Angst und Roberto Rossellinis gleichnamiger Film von 1954 - S. Costagli: Verfilmen durch Zitat. Der Junge Törleß (1965) von Volker Schlöndorff - M. Galli: Doppelte Buchführung? Edgar Reitz Cardillac (1969) -H.-E. Friedrich: „ |...| dies ist kein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Es ist eine böse Geschichte". Alfred Vohrers Verfilmung (1971) von Johannes Mario Simmels Roman Und Jimmy ging zum Regenbogen (1970) - S. Hanuschek: „Ihre Aussagen sind zwar widersprüchlich, aber es wird reichen." Zur Objektivierung von Wahrnehmung: Unterschiedliche Strategien in Film und Erzählung anhand Xaver Schwarxenbergers Film Der stille Ozean (1982) nach Gerhard Roms gleichnamigcm Roman (1980) - T. Sommadossi: Figur und Raum in Costa-Gavras Amen (2002) nach Hochhuths Stellvertreter (1963) - J. Paech: Die Töne und die Bilder: Brinkmanns Zorn (Harald Bergmann 2005) -![]()
Daniel Baranowski
Simon Strebnik kehrt nach Chelmo zurück
Zur Lektüre der Shoah
420 S., Br., € 49,80
978-3-8260-3828-0
Repräsentationen der Shoah - philosophische wie künstlerische - sind immer dem Verdacht ausgesetzt, das historische Ereignis entweder zu mystifizieren oder zu nivellieren. Das Wagnis solcher Repräsentationsversuche besteht also darin, auf das, was passiert ist und sprachohnmächtig macht, dennoch zu antworten.
Herausragend ist in dieser Hinsicht das poetische Verfahren in Claude Lanzmanns Film Shoah, der hier einer minutiösen Lektüre unterzogen wird. Wenn Simon Srebnik, einer der Überlebenden des Vernichtungslagers Chelmo, an den Ort des Geschehens zurückkehrt und dort den Satz „Das kann man nicht erzählen" sagt, dann verdichtet sich in einem Mal das Ereignis einer unmöglichen Ästhetik der Shoah.
Das Buch liest die Shoah als Einsatz der Überlegungen von Jacques Derrida, Maurice Blanchot, Jean-Francois Lyotard, Emmanuel Levinas, Sarah Kofman und Jean-Luc Nancy und plädiert davon ausgehend für eine Ästhetik, die anerkennt, dass etwas in der Realität stattgefunden hat, das gleichwohl unfassbar bleibt.
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Kai Marcel Sicks
Stadionromanzen
Der Sportroman der Weimarer Republik
240 S., Br., € 29,80
978-3-8260-3745-0
In der Weimarer Republik ist der Sportroman ein populäres literarisches Genre: Unter Titeln wie „Tim der Torwart" oder „Ball im Netz" erzählt er von den Anstrengungen junger Männer bei der Erklimmung des sportlichen Olymps, dem sozialen Aufstieg der Sportler in eine Welt des Luxus und ihren libidinösen Verwicklungen. Nur scheinbar sind die literarischen Sporterzählungcn aber banal: Zwischen den Zeilen der Romane lassen sich vielmehr wissenschaftliche und publizistische Diskussionsthemen und Streitpunkte erkennen, die unterhaltungsliterarisch narrativiert und popularisiert werden. Das Buch zeigt, wie die Sportromane physiologisch-psychologische Konzepte der Willensstärke und Ermüdung, Debatten über das Verhältnis der Geschlechter und lebensreformerische wie protofaschistische Körperideale zusammenführen, und macht damit die „sozialen Energien" (Greenblatt) sichtbar, mit denen die Romane zwischen 1918 und 1933 aufgeladen sind.
Mit von der Partie sind: Cornelius Hasselblatt (Groningen), Ernest Hess-Lüttich (Bern), Knut Hickethier (Hamburg), Hans Hoppe (Siegen), Karl Heinz Götze (Aix-aux-Provence), Elrud Ibsch (Amsterdam), Lars Koch (Berlin), Helga Kotthoff (Freiburg), Angela Krevani (Marburg), Dieter Lamping (Mainz), Peter Pörter (München), Werner Reinhard (Flensburg), Christop Sauer (Groningen), Siegfried J. Schmidt (Münster), Adelheid Schumann (Siegen), Rainer Stollmann (Bremen), Ralf Schnell (Siegen), Petra Tallafuss (Berlin), Waltraud ›Wara‹ Wende (Groningen).
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Felix Wiedemann
Rassemutter und Rebellin
Hexenbilder in Romantik, völkischer Bewegung, Neuheidentum und Feminismus
480 S., Br. . € 62,00
978-3-8260-3679-8
Die Behauptung, bei den Opfern der Hexenprozesse habe es sich um „weise Frauen“ gehandelt, deren Wissen auf das Erbe „unserer“ germanischen Vorfahren zurückgehe, kann zweifellos als nachhaltigster Topos populärer Hexenvorstellungen gelten. Dabei ist längst bekannt, dass es sich hier lediglich um eine romantische Erfi ndung handelt. Was aber macht den Mythos der weisen Frau dennoch so attraktiv, dass er bis heute immer wieder reproduziert wird? Die Studie rekonstruiert anhand eines umfangreichen Textkorpus aus dem 19. und 20. Jahrhundert Entstehung, Geschichte und Funktion dieses Topos. Nachhaltige Bedeutung kommt dabei den neureligiösen und esoterischen Strömungen der Moderne zu. Im Zentrum der Untersuchung stehen völ kische Bewegung, Neuheidentum und spiritueller Feminismus: Die in diesen scheinbar so differenten Kontexten verbreiteten Hexenrekurse weisen analoge Deutungs muster auf, die auf tradierte Interpretationen des 19. Jahrhunderts zurückgehen. So entpuppt sich die verfolgte germanische weise Frau als literarische Fiktion der Romantik. Anhand wiederkehrender symbolischer Verknüpfungen zeigt sich schließlich die Funktion dieses Mythos als Projektionsfl äche romantischer Naturauffassungen, polarer Geschlechtermodelle und moderner Entwürfe einer scheinbar authentischen religiösen Tradition. Von konstitutiver Bedeutung ist in diesen Kontexten aber vor allem die radikale Ablehnung des Christentums. Nicht nur in völkischen und neuheidnischen, sondern auch in feministischen Hexendarstellungen haben sich in diesem Zusammenhang wiederholt antisemitische Denkfi guren bemerkbar gemacht, die als antichristlicher Antisemitismus charakterisiert und analysiert werden können.
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Peter Tepe
Kognitive Hermeneutik
Textinterpretation ist als Erfahrungswissenschaft möglich
420 Seiten, Broschur mit CD-ROM € 29,80
978-3-8260-3709-2
Das Buch entfaltet eine neuartige Literatur- und Interpretationstheorie, die aber auch viele Elemente aus traditionellen Hermeneutiken integriert. Gezeigt wird, dass die Interpretation literarischer Texte (und letztlich die Interpretation generell) nach allgemeinen erfahrungswissenschaftlichen Prinzipien organisiert und als besondere Form wissenschaftlicher Erklärung begriffen werden kann. Das leistet die Methode der Basis-Interpretation, welche den jeweiligen Textbestand auf die textprägenden Autorinstanzen Textkonzept, Literaturprogramm und Überzeugungssystem zurückführt. Autorbezogene Formen der Textarbeit werden grundsätzlich rehabilitiert. Eine zentrale Rolle spielt die Unterscheidung zwischen einem wissenschaftlichen (kognitiven), einem nichtwissenschaftlichen (aneignenden) und einem pseudowissenschaftlichen (projektiv-aneignenden) Textzugang, aus dem sich vielfältige kritische Konsequenzen ergeben. Dieser theoretische Ansatz steht in Konflikt mit den vorherrschenden Literaturtheorien und Methoden der Textarbeit, insbesondere mit der subjektivistischen Hermeneutik, der szientifischen Antihermeneutik und der poststrukturalistischen Antihermeneutik. Aufgrund des innovativen Theoriekonzepts der kognitiven Hermeneutik und des hohen Konfl iktpotenzials ist eine breitere und heftige öffentliche Diskussion zu erwarten.Der Ergänzungsband auf CD, der rund 600 Seiten umfasst, enthält zwei aus Umfangsgründen ausgelagerte Buchteile sowie ergänzende Texte zum Buch: zusätzliche Anmerkungen zu den systematischen Ausführungen und kritische Kommentare zu Texten der Fachliteratur, die für die Hermeneutikdebatte relevant sind.
Peter Tepe lehrt Neuere Germanistik und Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er ist – Leiter des interdisziplinären Studien- und Forschungsschwerpunkts Mythos, Ideologie und Methoden – Herausgeber der Zeitschrift Mythos. Fächerübergreifendes Forum für Mythosforschung im Verlag Königshausen & Neumann (bislang zwei Bände, No. 3 erscheint Ende 2007) – Herausgeber des Online-Magazins MI+m, das sich auf die Bereiche Mythos, Ideologie/Illusion und Methoden der Textarbeit/Literaturtheorien bezieht (http://www.petertepe.de/mim).
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Urteilskraft und Pädagogik
Beiträge zu einer pädagogischen Handlungstheorie
276 S., Br., € 38,00
978-3-8260-3597-5
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Peter Trawny
Sokrates
oder die Geburt der Politischen Philosophie
162 S., Br., € 24,80
978-3-8260-3625-5
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Klaus Deterding
Hoffmanns Erzählungen
Eine Einführung in das Werk E. T. A. Hoffmanns
228 S., Br., € 24,80
978-3-8260-3630-9
Erika Sophie Hopmann
Die Organisation der Sinne
Wahrnehmungstheorie und Ästhetik in Laurence Sternes „Tristram Shandy“
336 Seiten, Broschur € 48,00
978-3-8260-3675-0
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Ina Braun
Günter Wallraff
Leben -Werk-Wirken - Methode
160 S., Br., € 19,80
978-3-8260-3542-5
Günter Wallraff gehört wohl zu den umstrittensten Journalisten des 20. Jahrhunderts. Seine gesellschaftspolitische, soziale und vor allem interkulturell-humanistische Verantwortung nahm er mit streitbaren Methoden wahr und setzte sich für ein demokratischeres und gerechteres Gemeinwesen ein.Als spannend zu lesende Biographie und leicht verständliche Werkanalyse ist dieses auf reichhaltigem Primärmaterial beruhende Buch zugleich ein faszinierendes Panorama der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Ina Braun studierte Germanistik und Hispanistik und ist freie Publizistin. Sie ist Mitinitiatorin der Reihen "Bausteine zur Mensching-Forschung" und "Interkulturelle Bibliothek" und Mitautorin der Werke "Gustav Mensching - Leben und Werk" und "Interkulturelles Denken oder Achse des Bösen".
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Heinrich Seuse - Stundenbuch der Weisheit
Erste vollständige Übersetzung des „Horologium Sapientiae" ins Deutsche von Sandra Fenten
230 S., Br., € 34,80
978-3-8260-3486-2
Der Dominikaner Heinrich Seuse, sel., (um 1295-1366) war ein Schüler Meister Eckharts und ist mit diesem und Johannes Tauler zusammen zu nennen, wenn es um die bedeutendsten Vertreter der sog. Deutschen Mystik geht. Sein ,Horologium Sapientiae' gehört zu den meistgelesenen und verbreitetsten religiösen Büchern des 14. und 15. Jahrhunderts. Vorlage für diese Schrift war das ebenfalls von Seuse in mittelhochdeutscher Sprache verfaßte .Büchlein der ewigen Weisheit'. Während die deutsche Vorlage einen ungebildeten Adressatenkreis ansprechen konnte, faßte Seuse für das lateinische Buch ein anderes Zielpublikum (vornehmlich Ordensbrüder) ins Auge und paßte es ihm an. Das Buch ist in Dialogform gehalten, wobei die Ewige Weisheit (Jesus Christus) bald in männ licher bald in weiblicher Person einen Jünger in die Passionsbetrachtung und eine dem geistlichen Fortschreiten förderliche Andacht einweist. Darüber hinaus geht die Ewige Weisheit auf Lebensfragen des Jüngers ein, der als Predigerbruder durch Studium und Seelsorge Aufgaben hat, die über ein persönliches geistliches Wachstum hinausgehen. Dabei wird die Notwendigkeit einer Reform der Ordensspiritualität thematisiert, die sich an Urkirche und Altvätem orientieren soll. Mit der Intention, erkaltende Herzen wieder in Gottesliebe zu entflammen, behandelt Seuse das geistliche Leben mit seinen Hürden und Schwierigkeiten, aber auch mit seinen Höhen und Freuden bis hin zu dem Ziel, einen Vorgeschmack ewiger Glückseligkeit erleben zu können. Die Übersetzung beruht auf dem lateinischen Text der kritischen Ausgabe von Pius Künzle und läßt sich dank Marginalien, die auf Künzle Bezug nehmen, leicht parallel zum lateinischen Originaltext lesen.
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Geschichte der politischen Lyrik
in Deutschland
( Hrsg.Walter Hinderer )
390 S., Br., € 26,00
978-3-8260-3558-6
Diese Geschichte der deutschen politischen Lyrik vom Mittelalter bis zur Gegenwart ist eine aktualisierte und veraenderte Neuauflage des 1978 bei Philipp Reclam jun. erschienenen Sammelbandes. Für die Zeit von 1945 bis zur Wiedervereinigung verfasste Dieter Lamping eine neue Gesamtdarstellung.
Maria Pober
Überlegungen zur geschlechtersymmetrischen Struktur eines Genderwörterbuches im Deutschen
160 S., Br., € 40,00
978-3-8260-3445-9
ERINNERUNGSKULTUR:![]()
KALENDER kleiner Innovationen
50 Anfänge einer Moderne zwischen 1755 und 1856
Herausgegeben von Borgards Roland, Almuth Hammer und Christiane Holm für Günter Oesterle
414 Seiten, Br., € 49,80
3-8260-3364-7
Der Kalender kleiner Innovationen gründet auf dem Abschied von der Idee eines Masterplans, einer Großerzählung für den Beginn moderner Zeiten. Unsere Moderne hatte nicht den einen großen Anfang, sondern viele kleine Anfänge, viele unscheinbare Einsatzpunkte, die sich erst rückblickend zu einer Anfangsgeschichte verbinden lassen. Damit sind die analysierten Gegenstände umschrieben: das Kleine mit großer Reichweite, das Marginale mit zentralem Effekt. Der Plural der Anfänge wird bedacht durch einen Kreis von 52 Beiträgerinnen und Beiträgern. Als Ordnungsprinzip dient das vormoderne Erinnerungsmedium des Kalenders, der zunächst einmal alles zu verzeichnen vorgibt und keinen Kausalnexus im Sinne einer Großerzählung beansprucht:Der Kalender kleiner Innovationen1755 Das Farbenklavier
HEINZ BRÜGGEMANN1771 Die Geburt der Tätowierung aus dem Geist der Schrift
ULRIKE LANDFESTER1774 Das Elementarwerk Johann Bernhard Basedows.
Der Orbis Pictus der Moderne
BETTINA BANNASCH1774 Brennglas
WULFWÜLFING1780 Auf ein glückliches Wort hoffen.
Kommunikationsprobleme in Goethes Tasso
JOCHEN HÖRISCH1782 Von der Erfindung der Psychen-Analyse aus dernachträglichen Verschriftlichung von Krankheitszuständen.
Der Fall des Berliner Pädagogen K.H. Jördens
HARALD NEUMEYER1783 Die Argand-Lampe und andere Erhellungen.
Künstliche Beleuchtung und ihre Auswirkungen auf das Leseverhalten im 19. Jahrhundert
CHRISTINE HAUG1783 Wie behebt man die Arbeitslosigkeit oder von der Entmachtung des Zufalls
DIETMAR RIEGER1784 Moses Mendelssohns Aposiopese
KLAUS L. BERGHAHN1784 „Wessen grauenvolle Summe ist das?"
Wolfgang von Kempelens Sprechapparat oder: Maschinen, Medien und romantische Textproduktion
BRITTA HERRMANN1786 Die Erfindung der Lebensgeschichte.
Friedrich Schillers Verbrecher aus verlorener Ehre
JOHANNES F. LEHMANN1788 Die Erfindung der Reifeprüfung
HEINRICH BOSSE1792 Namensänderung: Jean Paul
HEINZ SCHLAFFER1793 ... oder die Entdeckung der eigenen Abgründe
WERNER BUSCH1793 Bedeutet alt veraltet?
Zu einem Aphorismus über Selbst- und Fremdbeobachtung von Sebastian Mutschelle
AIRBERT SPITZNAGEL1795 Der Conte-Crayon.
Auf dem Bleistiftweg oder die Erfindung eines Schreibgeräts
GERHARD KURZ1795 Unzustellbar.
Der Beginn der Moderne im Dead Letter Office
PETER SCHNYDER1797 „... an den Zufall muß man gleich übertriebene Forderungen machen."
Lotterie und Literatur bei Goethe
ERWIN LEIBFRIED1797 „Philinität".
Daniel Jenisch und Friedrich Schlegel über die Modernität des Wilhelm Meister
CONRAD WIEDEMANN1798 Ungeschickt lässt grüßen. Zur Karriere einer Erzählfigur um 1800
ULRICH STADLER1800 Klein, aber fein - und dreifach innovativ
Die Anfänge des Regionalromans, des historischen Romans und des unzuverlässigen Erzählens in Maria Edgeworths Castle Rackrent
VERA NÜNNING & ANSGAR NÜNNING1801 Aufgezwungene Erdniedrigung.
De Lignes Denkschrift über die Juden
WILHELM SOLMS1802 „...der Perser keilförmische Wörter".
Georg Friedrich Grotefends spät entdeckte Pioniertat
ERHARD S. GERSTENBERGER1802 Klingsohrs ,Auslösung'.
Die Begründung der poetischen Familie im Heinrich von Ofterdingen in der Konstellation des Buches Ruth
BERNHARD GREINER1803 Capriccio im Landschaftsgarten von Pawlowsk
ANNA ANANIEVA1804 Merops oder: Der Hintern der Erhabenheit.
Kleine Bilderpolitik der Moderne
RALF SIMON1805 Der Cottasche Karten=Almanach.
Kalender als Gesellschaftsspiel
CHRISTIANE HOLM & CHRISTIAN SOBOTH1807 Die Erfindung der Psychoanalyse durch Johann Christian Reil
MAXIMILIAN BERGENGRUEN1808 Sauerstoff, Bodendüngung, Versicherungswesen.
Zur Produktion modernen Handlungswissens in Hebels Kalendergeschichte Große Feuersbrunst
PETER KLOTZ1808 Miszelle über Pierre-Hyacinthe Azai's' Kompensationsbuch
ODO MARQUARD1808 Manöver im Zeitraum.
Goethes Erinnerungen an sein Gespräch mit Napoleon in Erfurt
LOTHAR L. SCHNEIDER1809 Abschied und Willkommen.
Beethovens Dynamisierung und Paradoxierung der Sonatenform in der Klaviersonate opus 81 a Es-Dur LesAdieux
CHRISTINE LUBKOLL1810 Alexander von Humboldts Vues des Cordilleres et Monumens des Peuples Indigenes de l'Amerique
HARTMUT BÖHME1810 Die Entstehung der Soziologie im Konzept des ,socialen' Positivismus (Friedrich Buchholz)
JÖRN GARBER1811 Eine frühe Aufforderung zu einem naturwissenschaftlichen Programm der Moderne
WALTER HINDERER1812 Ursprungsmythen.
Zum Beginn der erinnerungskulturellen Arbeit historischer Vereine in Deutschland
MICHAEL BREITBACH1812 Die Pockenschutzimpfung im Kirchenlied
HERMANN KURZKE1820 Wolkenspuren.
Goethes Erfindung der Poetik des Übergänglichen
GERHARD NEUMANN1826 Sehen in subjektiver Hinsicht.
Johannes Müllers Ueber die phantastischen Gesichtserscheinungen
SABINE SCHNEIDER1827 Of the Will and the Emotions.
Reflections Occasioned by Schelling's System der Weltalter
GABRIEL MOTZKIN1827 November, 15.
Die schwimmende Galtenskulptur
HARALD TAUSCH1828 Omnibus (Paris)
GERHARD R. KAISER1830 Die Bäder von Lucca.
Hirsch Hyazinth, die Papagoyim und Rothschild - ganz famillionär. Heinrich Heines innovativer Umgang mit jüdischen Belangen und Figuren
ITTA SHEDLETZKY1836 Immermanns Pfingstreise.
Ein Epigone an der Schwelle zur Moderne
JÜRGEN REULECKE1839 Die Daguerreotypie
DOROTHEE KIMMICH1843 Hinter Nebeln Winkend.
Justus Liebig und die Dichter
ROLF HAASER1845 Die Erfindung des ewigjungen Helden
NATASCHA HOEFER1847 Der Aether gegen den Schmerz
Eine Erfindung wird reflexiv
ROLAND BORGARDS1851 Prosa und Poesie der Moderne:
Baudelaire und Marx
HARTMUT STENZEL1853 Parallelwelten
HUGH RIDLEY
Liebe=ein seltsames Spiel.
[integratives Tanztheater]
Bildband, durchgehend vierfarbig, 128 Seiten
im Format 30 x 23 cm,
Gb., € 24,80![]()
Fußball - eine Wissenschaft für sich
250 S., Br., € 19,80
3-8260-3352-3
Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland wurden im Sommersemester 2006 im Rahmen der Vorlesungsreihe „Studium Generale" zwanzig Vorträge von Wissenschaftlern der Universität Würzburg gehalten. Dieses Buch liefert einen Querschnitt der Themen und zeigt die vielfältigen Aspekte auf, unter denen das Fußballspiel wissenschaftlich analysiert werden kann. Wissenschaft beginnt mit Fragen und das Fußballspiel wirft viele solcher Fragen auf.• Wie muss der Ball geschossen werden, damit er im Tor landet?In diesem Buch gehen Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen diesen und ähnlichen Fragen auf den Grund.
• Woher stammen die heutigen Fußballregeln?
• Wie viel Geld sollten die Vereine für die Fernseh übertragungsrechte bekommen?
• Wie beeinflusst die Globalisierung das Fußballspiel?
• Warum kann ein Ball im Bogen fliegen?
• Warum besteht der Fußball - meist - aus Fünf-und Sechsecken?
• Warum gibt es Moleküle mit Fußballform?
• Welcher sozialen Schicht gehören die Zuschauer eines Fußballspiels an?
• Warum gibt es und was sind Hooligans?
• Wie beeinflussen fußballerische Redeweisen unsere Sprache?
• Was ist Fußballtalent und ist es vererblich?
• Wie spielen Roboter Fußball?
• Was passiert, wenn ein Strafrechtler von Fußball träumt?
Viel Spaß bei dieser wissenschaftlichen Reise rund um den Fußball!
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System und Systemkritik
Beiträge zu einem Grundproblem der klassischen deutschen Philosophie
236 Seiten, Br., € 29,80
ISBN : 3-8260-3381-7
Vorwort - B. Sandkaulen: System und Systemkritik. Überlegungen zur gegenwärtigen Bedeutung eines fundamentalen Problemzusammenhangs - U. Schlösser: Die Handlung als das Vehikel. Fichtes Wissenschaftslehre nova methodo sowie Kants transzendentale Logik und Logik vor dem Hintergrund von Jacobis Idealismuskritik - V. L. Waibel: "Filosofiren muss eine eigne Art von Denken seyn". Zu Hardenbergs Fichte-Studien - B. Auerochs: "Religion in Form der Philoso-phie". Friedrich Schlegels Sicht auf Fichte (1799) - G. Hindrichs: Der Standpunkt des natürlichen Denkens. Fichtes Bestimmung des Menschen in der Auseinandersetzung mit der "Unphilosophie" Jacobis - R. Baierl: 'Exercitationes' über die moderne 'Luftleerheit' der Philosophie. Jean Paul als Leser Jacobis und Kritiker Fichtes - B. Bowman: Spinozismus - Ausgangspunkt oder Endstation der Systemphilosophie? - K. Urban: "Das Wetterleuchten eines neuen Anfangs"? Heideggers Kritik am metaphysischen Denken vor dem Hintergrund seiner Auseinandersetzung mit Schellings Freiheitsschrift - Autorenverzeichnis
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Wolther, Irving
Kampf der Kulturen
Der "Eurovision Song Contest" als Mittel national-kultureller Repräsentation
256 Seiten, mit 1 CD-Rom, Br., € 29,80
ISBN: 3-8260-3357-4
Der Eurovision Song Contest (ESC) ist der weltweit grösste internationale Wettbewerb für populäre Musik. Seit seiner ersten Ausstrahlung 1956 ist er in vielen Ländern zu einem festen Bestandteil des nationalen Kollektivbewusstseins geworden. Die Arbeit liefert die erste wissenschaftliche Gesamtdarstellung des ESC und gibt auf unterhaltsame und dennoch fundierte Weise Einblick in die Vielschichtigkeit dieses weltweit beachteten Medienereignisses, dessen Bedeutung vorrangig auf Schemata national-kultureller Repräsentation beruht. Neben der Geschichte des Wettbewerbs und einer anschaulichen Erläuterung seiner verschiedenen Bedeutungsdimensionen bietet dieser Band im Anhang einen umfangreichen Fundus an Daten und Erfolgsstatistiken zu den einzelnen Teilnehmerländern sowie eine vollständige Übersicht über die Top 20 zahlreicher europäischer Jahreshitparaden, die bis in die 1950er Jahre zurückreicht.
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Doris Zeilinger
Wechselseitiges Ergreifen
Ästhetische und ethische Aspekte der Naturphilosophie Ernst Blochs
298 Seiten, Br., € 39,80
ISBN : 3-8260-3338-8
Ernst Bloch war einer der wenigen großen Naturphilosophen des 20. Jahrhunderts. Eine Begrenzung der konkret-utopischen Philosophie auf die "soziale Materie" hat er stets abgelehnt; vielmehr bildet ein "spekulativer Materialismus" die ganzheitliche Basis auch seiner gesellschaftstheoretischen Analysen.
Der Blochsche Ansatz erweitert so das Spektrum der Möglichkeiten der "Weltveränderung". Neben der notwendigen sozio-ökonomischen Analyse ist für Bloch eine umfassendere Wissenschaft von der Natur samt einer neuen Technik ("Allianztechnik") Voraussetzung für die Begründung einer wahrhaft humanen Gesellschaft.
Ist dieser neue Naturumgang - die Korrespondenzen zu aktuellen naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen sind bemerkenswert - weitgehend erst noch zu verwirklichen, so ist in der Kunst eine Allianz zwischen Mensch und Natur schon ins Werk gesetzt worden. Nur in großer Kunst scheint Naturqualität auf und damit ein "VorSchein" von Identität.
Diese "Wert-Natur" impliziert ethische Fragestellungen, die an Konzepte des Deutschen Idealismus anknüpfen und über Marx zu Blochs ultimativem Diktum führen: "natura naturata nos ipsi erimus."
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Torsten Otto
Salvador Dali
Eine Biographie mit Selbstzeugnissen des Künstlers
185 S., Br., € 19,80
3-8260-3306-X
Salvador Dalí ist einer der bekanntesten, populärsten, bedeutendsten und sicherlich auch exzentrischsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Der spanische Meister der Selbstdarstellung prägte unser Bild von einem modernen Künstler und wurde zu einer Ikone der modernen Kunst. Dalí war nicht nur Maler, Graphiker und Illustrator, sondern schuf auch Skulpturen, Bühnenbilder, Möbel und Schmuck. Daneben war er ein bedeutender Schriftsteller. Dalís Werk umfasst neben autobiographischen Schriften einen Roman, Essays, Manifeste, Drehbücher und theoretische Abhandlungen. Er schrieb ein Ballet und eine Oper und arbeitete zusammen mit Alfred Hitchcock, Walt Disney und Luis Buñuel an Filmen.
Die Biographie zeichnet das Leben Salvador Dalís nach und lässt den Künstler dabei ausführlich zu Wort kommen. Auszüge aus den bekannten Schriften Dalís, aber auch aus weniger bekannten Werken und Interviews, die teilweise zum ersten Mal ins Deutsche übertragen wurden, erschließen das Verständnis für das Leben und Werk des Surrealisten. Mit zahlreichen Werksabbildungen sowie zum Teil in Buchform noch nie veröffentlichtem Fotomaterial.
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Leonardo Amoroso
Erläuternde Einführung in Vicos „Neue Wissenschaft“
Übersetzt von Franz Reinders
ca. 220 Seiten, Broschur, ca. € 19,80
ISBN 3-8260-3125-3
Nach Hinweisen auf Vicos Leben und auf seine ersten Schriften folgt dieses Buch Schritt für Schritt dem Gedankengang von Vicos Hauptwerk, Princìpi di scienza nuova (1744), um dem Leser dieses faszinierende aber verwickelte Werk zu erschließen, in dem die Themen der Geschichte, der Religion, der Dichtung, der Sprache usw. eng miteinander verflochten sind.
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Sylvia Brathuhn
Trauer und Selbstwerdung
Eine philosophisch-pädagogische Grundlegung des Phänomens Trauer
ca. 220 Seiten, Broschur ca. € 29,80
ISBN 3-8260-3387-6
Der Tod eines geliebten Menschen reißt den Zurückbleibenden gewaltsam aus seinem Alltagsleben heraus und konfrontiert ihn mit der Ambivalenz des Lebens. Im Verlust des Anderen wird die Kontingenz des Seins und die Ausgesetztheit der menschlichen Existenz spürbar. Der Tod, der betroffen macht, fordert zur Auseinandersetzung mit den eigenen existentiellen Fragen heraus. Im bewussten Durchleben seiner Trauer kann der Zurückbleibende bisher verborgene Einsichten für seine individuelle Selbstwerdung und in das Menschsein überhaupt gewinnen. Indem nicht nur die zerstörerische Seite des Todes gesehen wird, sondern auch sein konstruktiver und sinngebender Aspekt, kann das Phänomen „Trauer“ als ein Existential gefasst werden, das es dem Hierbleibenden ermöglicht, „sich selbst zu erkennen“ und so „der zu werden, der er ist“. Dieses Buch leistet einen grundlegenden Beitrag zum Verständnis des Trauerphänomens und zeigt auf, dass die Trauer – als Ausdruck einer existentiellen Krise – dem Menschen eine besondere Chance zur Selbst-Werdung eröffnen kann. Ein existenzphilosophisches Trauerbegleitungsmodell bietet dabei die Grundlage für konkrete Begleitungssituationen.Sylvia Brathuhn, Dr. phil., Dipl. Päd., Entspannungs- und Gesundheitstrainerin. Tätigkeitsschwerpunkte: Aus- und Fortbildung im Themengebiet Sterben, Tod und Trauer. Gesprächsbegleitung für Trauernde, krebskranke Menschen und deren Angehörige.
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Heribert Boeder
Die Installationen der Submoderne
Zur Tektonik der heutigen Philosophie
Orbis phaenomenologicus Studien, Bd. 15
ca. 600 Seiten, Broschur, € 49,80
ISBN 3-8260-3356-6
Abweichend von der Schultradition des Kontinuierens werden hier die ‚systematischen’ Unterschiede des heutigen Denkens verdeutlicht. Dabei kommen allem zuvor die Eigentümlichkeiten ans Licht, welche von einer Submoderne statt Postmoderne reden lassen. Rücksichtlich der Tektonik der modernen Besinnungsgestalten gliedert sie sich in die je eigenen Strata der anarchischen (Merleau-Ponty, Foucault, Derrida), strukturalen (Jakobson, Barthes, Lévi-Strauss) und sprachanalytischen (Ryle, Austin, Dummett) Reflexionen. In ihnen zeichnet sich ein Gefüge ab, das von unterschiedlichen Aufgaben bestimmt ist. Gemeinsamer Horizont ist ein jeweiliges Ganzes der Sprachwirklichkeit. Sie löst den vormals bestimmenden Welthorizont ab (siehe vom Verf.: Das Vernunftgefüge der Moderne, Freiburg 1988), aber auch hier nicht in eine unbestimmte Vielheit, sondern in die genannte Dreiheit, welche der Reflexion ein je eigenes Feld eröffnet. Das Ziel der Analyse liegt aber nicht in ihr selber, sondern im Ausblick auf die epochalen Gestalten der Sophia unserer Tradition. In ihnen werden nicht die Möglichkeiten der ‚Sprache’ ausgespielt, sondern richtungweisende Worte gesagt, und zwar zur „Unterscheidung des Menschen von sich“ (Kant). Insofern bleibt die Darstellung von einem ‚praktischen’ Anliegen bewegt.
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Etienne Bonnot de Condillac
Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis
Übersetzt von Angelika Oppenheimer
280 Seiten, Broschur, € 39,80
ISBN 3-8260-2815-5
Nach der Revolution wurden in Frankreich Condillacs Werke zum Unterricht benutzt, bis die Gegenrevolution zuschlug. Die erste Übersetzung des Essai sur l’origine des connaissances humaines ins Deutsche erfolgte in seinem Todesjahr 1780, und dann dauerte es fast 200 Jahre, bis der Essai wieder übersetzt wurde, und man fragt sich warum. Herder hat mit Rousseau und Condillac „abgerechnet“ und dann einige von Condillacs Gedanken ohne Quellenangabe in seine Abhandlung über den Ursprung der Sprache übernommen. Rousseaus Berühmtheit schadete diese Abrechnung nicht, Condillac sehr wohl. Doch warum ist das Werk eines braven Abbé so gefährlich? Vielleicht weil er, wie bereits im Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis, auf der Vernünftigkeit aller Erkenntnis und der Historizität insistiert. Wenn alle Erkenntnisse vor der Vernunft legitimierbar sein müssen, dann könnten die Menschen auch nach der Vernünftigkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse fragen. Und wenn der Sprachursprung menschlich, nicht göttlich ist, dann sind auch alle Erzählungen über den Ursprung der Menschheit menschliche Produkte, festgelegt von denen, die die Macht haben, um Identität zu stiften und ihnen die Macht zu erhalten. Condillacs auf den ersten Blick so nüchterne Unternehmung, die Wissenschaft vernünftig zu begründen, enthält die Momente, die alles sind, was wir der Irrationalität entgegensetzen können. Natürlich sind manche seiner Überlegungen inzwischen von der Wissenschaft überholt, aber anderes, was er bereits als überholt entlarvte, hält sich so hartnäckig, daß es heute wieder als modern gilt. Da hilft nur eines, nämlich Condillacs Methode: zurückgehen zum Ursprung und den Irrtum aufdecken.
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Theodor Leiber
Glück, Moral und Liebe
Perspektiven der Lebenskunst
ca. 420 Seiten, € 49,80
ISBN 3-8260-3355-8
Gibt es tatsächlich »nichts Vageres als die Vorstellung von Glück«? Trifft es wirklich zu, dass Glück eine rein subjektive Angelegenheit ist? Im Unterschied zu verbreiteten Glücksbegrif-fen wird in diesem Buch Glück als gelingendes Leben konzipiert, das auf verschiedenen Belastungsfreiheiten und Bereichszufriedenheiten basiert. Glück ist demnach kein bloßes Zufallsprodukt, sondern ein gelingendes Leben wird vor allem durch Bedürfnisbefriedigung, Handlungszielerfüllung und Selbstbestimmung charakterisiert. Ein Rezept für ein geglücktes Leben oder gar eine »Glücksformel« können nicht plausibilisiert werden – entgegen allen utopischen Hoffnungen. Es lassen sich jedoch objektivierbare philosophische Grundeinsichten über das Lebensglück argumentativ entwickeln, die in den Perspektiven von Leib und Gehirn, Sozialität, Moral, Ästhetik, Erkenntnis, Ökonomie, Politik, Meditation, Mystik und Religion erläutert werden. Dabei erweisen sich geglückte Formen sozialen und moralischen Handelns und ästhetischer Wahrnehmung als die vermutlich wichtigsten Bestandteile eines gelungenen Lebens. Dies wird abschließend anhand von Grenzbereichen der Lebenskunst und der Frage nach dem Sinn des Lebens verdeutlicht.
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Braun, Michael (Hrsg.)
Tabu und Tabubruch in Literatur und Film.
ca. 260 Seiten, Broschur, ca. € 36,00
ISBN: 3-8260-3341-8
Tabus sind „offene Geheimnisse“: Man glaubt sie zu kennen, ohne genau zu wissen, was sich hinter ihnen verbirgt. Immer ist ihr Übertreten mit Gefahren, Risiken, Sanktionen verbunden. Diese Spannung zwischen Tabu und Tabubruch hat die Geschichte des Begriffs, der sich um 1900 vom ethnologischen Terminus zum Schlüsselbegriff der Kulturanthropologie und Religionswissenschaft entwickelte, nachhaltig geprägt und wirkt bis in die Gegenwart fort.
Die Beiträge des Sammelbandes stellen in Überblicksaufsätzen und in Fallstudien Aspekte der Tabudarstellung in der Literatur des 20. Jahrhunderts (z.B. Antisemitismus- und Euthanasie-Darstellung) und im Film heraus (z.B. Gewalt und Jesus-Bilder). Es geht um die Frage, auf welche Weise kulturelle, religiöse, politische Tabus künstlerisch produktiv werden und welche Funktion (defensiv, restriktiv oder instruktiv) sie haben.
- M. Braun: Einführung
– H. Detering: „Das offene Geheimnis“. Tabus und Tabubrüche in der modernen Literatur
– L. Bluhm: „Die zweite Schuld“? Tabu und Tabubruch im Umgang mit der NS-Vergangenheit
– M.H. Gelber: Martin Walsers „Tod eines Kritikers“. Tabubruch und literarischer Antisemitismus
– D.v.Engelhardt: Sterben und Sterbehilfe in der Literatur des 20. Jahrhunderts
– S. Hake: Hitler im Kino. Tabubrüche im deutschen Film
– H.E. Friedrich: Verbotene Bilder: Gewalt im Film
– O. Jahraus: Jesus geht nach und kommt von Hollywood. Jesusfilme zwischen Tabu und Faszination, zwischen Bilderverbot und Visualisierung
– S. Neuhaus: Tabu und Tabubruch im erotischen Film (Basic Instinct, Intimacy u.a. )
– B. Dahlke: Wer darf über wen, mit wem und worüber lachen? Komische Erzählstrategien in Literatur, Film und Comic über den Massenmord an Juden
– U. Schaffers: Verbotene Worte? Sprachliche Normen und Tabubrüche in Film und Fernsehen
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Karakus, Mahmut
Interkulturelle Konstellationen
Deutsch-türkische Begegnungen in deutschsprachigen Romanen der Gegenwart
184 Seiten, Broschur, € 24,80
ISBN: 3-8260-3362-0
Das Buch widmet sich den Romanen der deutschsprachigen Literatur der letzten Jahre, die mit den interkulturellen Verhältnissen zwischen den türkischen Migranten und der deutschen Majorität einerseits und mit dem türkischen Alltag aus deutscher Perspektive andererseits auseinandersetzen, wobei die Fragen nach der Identität und den Bildern vom Anderen im Vordergrund stehen. In Bezug auf die Darstellung der Begegnung zwischen dem Eigenen und dem Fremden in den hier behandelten Romanen spielen vor allem die Überbrückung der räumlichen Distanz, die ein Spektrum von der Reise bis hin zur Migration absteckt und/oder die menschliche Grunderfahrung Liebe eine entscheidende Rolle. Es hat sich herauskristallisiert, dass hinsichtlich der schriftstellerischen Mittel, mit denen die Darstellung des Verhältnisses zwischen dem Eigenen und dem Fremden erfolgt, zwischen den Romanen teils eine Kongruenz, teils eine Diskrepanz existiert.
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Monika Antes
Die Kurtisane Tullia d‘Aragona
Mit dem italienischen Originaltext
Della infinità d‘amore
170 Seiten, Broschur, ca. € 24,80
ISBN 3-8260-3333-7
Keine der italienischen Frauen des 16. Jahrhunderts war so angesehen wie die römische Kurtisane Tullia d’Aragona. Als Tochter eines Kardinals und einer Kurtisane erhielt sie eine hervorragende humanistische Ausbildung und in ihrem Salon verkehrten die angesehensten Männer des römischen Klerus und der Politik. Ihr neoplatonischer Dialog über die „Unendlichkeit der Liebe“ steht den Dialogen berühmter Männer ihrer Zeit wie Marsilio Ficino, Pietro Bembo und Baldassare Castiglione in Nichts nach. Nach weiteren Lebensstationen in Siena und Ferrara ging sie nach Florenz, wo kein geringerer als der Herzog dei’ Medici sie als einzige Kurtisane vom Tragen des gelben Schleiers auf Grund ihrer hervorragenden literarischen Kenntnisse befreite. Ihr Leben war aber nicht nur Glanz. So war sie auch immer wieder Anfeindungen ausgesetzt. In Siena wollte man ihr als Kurtisane den Prozess machen und in Rom wurde sie als Prostituierte auf der Steuerliste veröffentlicht. Das Buch beleuchtet den Glanz aber auch die Schattenseiten eines Kurtisanenlebens in Italien des 16. Jahrhunderts und – zum ersten Male den Kurtisanenstatus, gleichzeitig aber auch die Verdienste dieser Kurtisane, die einen der schönsten neoplatonischen Liebesdialoge ihrer Zeit geschrieben hat. Er befreit sie, weil er von ihrer Literatur angetan war. Ihr Dialog wird in diesem Buch zum ersten Mal inhaltlich interpretiert.
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Schiffter, Roland
Sie küsste mich lahm, sie küsste mich krank
Vom Leiden und Sterben des Heinrich Heine
ca. 120 Seiten, zahlr. Abb., Broschur, ca. € 16,80
ISBN: 3-8260-3359-0
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Willoweit, Dietmar und Janine Fehn
Johann Gottfried Herder
Staat - Nation - Humanität
Ausgewählte Texte
Herausgegeben von Dietmar Willoweit und Janine Fehn
ca. 140 Seiten, Broschur, ca. € 22,00
ISBN: 3-8260-3439-2
Lorenz, Andreas (Hrsg.)q
Transzendentalphiosophie heute
Breslauer Kant-Symposium 2004
ca. € 34,80
ISBN: 3-8260-3438-4
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Ode, Erik
Das Ereignis des Widerstands
Jacques Derrida und "Die unbedingte Universität"
ca. 200 Seiten, Broschur, ca. € 28,00
ISBN: 3-8260-3429-5
Von wem wäre ein zeitgemäßes Plädoyer für die Universität und ihre Zukunft zu erwarten, das die Gratwanderung zwischen ihrer klassisch gewordenen Tradition Humboldtscher Prägung und den gegenwärtigen Bedingungen und Verhältnissen beherrscht, das sich den klassischen Ansprüchen stellt und die bis zur Gegenwart problematische Entwicklung dieser höheren Bildungseinrichtung in die Diskussion miteinbezieht? Von welchem aktuellen Denker könnte ein maßgeblicher Impuls für die oft leidvolle und bisweilen polemisch geführte Debatte über die Reform der Universität ausgehen, der die Diskussion zumindest um eine entscheidende Perspektive bereichern könnte? Den französischen Philosophen Jacques Derrida (1930-2004) würde man wohl nicht zwangsläufig in einem solchen Kontext vermuten bzw. dessen oft als randständig, radikal oder polarisierend bezeichnetem Denken einen prominenten Stellenwert in dieser Thematik einräumen. Dennoch nimmt die Untersuchung seinen Entwurf einer „unbedingten Universität“ (Frankfurt, 2001) zum Anlaß, ihre gegenwärtige Erscheinungsform, klassische Tradition und mögliche künftige Form zu reflektieren sowie das Selbstverständnis der Wissenschaften und der akademischen Profession einer sachorientierten Prüfung zu unterziehen, in dessen Verlauf sich die Universität als die zeigt, die sie de facto nie war, jedoch prinzipiell immer sein sollte: ein Ort letzten kritischen – und mehr als kritischen – Widerstands.
Der Autor ist nicht der "Alte Fernseh-Kommisar", Erik Ode ist 1972 in Wuppertal geboren, studierte Anglistik und Pädagogik in Köln. Zur Zeit lehrt er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philosophischen Fakultät.
Rotermundt, Rainer
Konfrontationen: Hegel, Heidegger, Levinas
Eine Untersuchung der Substanzlehre in Kants "Kritik der reinen Vernunft"
ca. € 29,00
ISBN: 3-8260-3427-9
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Faber, Richard und Frithjof Hager (Hrsg.)
Rückkehr der Religion oder säkulare Kultur?
Kultur- und Religionssoziologie heute
278 S., Br. € 39,80
ISBN: 3-8260-3425-2
Esterbauer, Reinhold, Elisabeth Pernkopf und Hans-Walter Ruckenbauer (Hrsg.)
WortWechsel
Sprachprobleme in den Wissenschaften interdisziplinär auf den Begriff gebracht
ca. € 29,80
ISBN: 3-8260-3420-1
Kuhlmann, Wolfgang
Unhintergehbare Vernunftstrukturen - Studien zur Transzendentalpragmatik
ca. € 19,80
ISBN: 3-8260-3417-1
Rustemeyer, Dirk (Hsg.)
Oszillationen - Kultursemiotische Perspektiven
ca. € 39,80
ISBN: 3-8260-3415-5
Ecker Hans-Peter (Hrsg.)
Orte des guten Lebens
Entwürfe humaner Lebensräume
ca. € 38,00
ISBN: 3-8260-3414-7
Kittstein, Ulrich
Mit Geschichte will man etwas
Historisches Erzählen in der Weimarer Republik und im Exil ( 1 9 1 8 - 1 9 4 5 )
ca. € 48,00
ISBN: 3-8260-3323-X
Gama ,Luis Eduardo
Erfahrung, Erinnerung und Text
Über das Gespräch zwischen Gadamer und Hegel und die Grenzen zwischen Dialektik und Hermeneutik
ca. € 38,00
ISBN: 3-8260-3407-4
Lossi, Annamaria
Nietzsche und Platon
Begenung auf dem Weg der Umdrehung des Platonismus
ca. € 29,80
ISBN: 3-8260-3403-1
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Pernkopf, Elisabeth
Unerwartetes Erwarten
Zur Rolle des Experimentierens in naturwissenschaftlicher Forschung
196 S., Br., € 28,00
ISBN: 3-8260-3402-3
Experimente sind in der Praxis naturwissenschaftlicher Forschung zentral. Nimmt man weniger deren Resultate als vielmehr die Tätigkeiten selbst in den Blick, tut sich eine Reihe wissenschaftsphilosophischer Fragen auf, die zu klären sind. Diese Studie konzentriert sich zum einen auf unterschiedliche Funktionen experimenteller Tätigkeiten und zum anderen auf die Frage der Realisierung wissenschaftlicher Wirklichkeit. Sie erhebt Strukturmomente experimentellen Forschens und untersucht, mit welcher Natur Naturwissenschaften zu tun haben. Experimentieren ist mit vielen Erwartungen verbunden und oft von unvorhergesehenen Erfahrungen gekennzeichnet. Wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darauf reagieren und sich orientieren (lassen), beeinflusst den weiteren Gang der Forschung.
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Wagner, Frank D.
Antike Mythen - Kafka und Brecht
Der neue Brecht Bd. 1/2006
€ 28,00
ISBN: 3-8260-3391-4
Sven-Eric Knudsen
Luhmann und Husserl
Systemtheorie im Verhältnis zur Phänomenologie
ca. € 24,00
ISBN: 3-8260-3401-5
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Jacob Taubes
Der Preis des Messianismus
Briefe von Jacob Taubes
an Gershom Scholem
und andere Materialien
Mit einem Text von Elettra Stimilli
herausgegeben von Elettra Stimilli
übersetzt von Astrida Ment
180 Seiten, Broschur ca. € 26,00
ISBN 3-8260-3267-5
Das Auffinden der in der Jerusalemer Jewish & University Library erhaltenen Briefe von Jacob Taubes an Gershom Scholem leistet einen entscheidenden Beitrag zum integrativen Verständnis der Verbindung, die zwischen diesen beiden außergewöhnlichen Persönlichkeiten auf menschlicher wie geistiger Ebene bestand; zugleich erscheinen die bisher zu diesem Thema veröffentlichten Texte in einem neuen Licht. Der Band macht sich eine Zusammenstellung des gesamten Materials zur Aufgabe, das Taubes Scholem gewidmet hat; dabei wird deutlich, dass selbst die heikelsten biograpischen Aspekte in diesem komplizierten Verhältnis, im Grunde auf die Frage des Messianismus zurückgehen und eng verbunden damit auf eine unterschiedliche Interpretation von Paulus und Walter Benjamin.Dieses Buch ist die durchgesehene deutsche Fassung der von E. Stimili besorgten italienischen Ausgabe mit dem Titel Il prezzo del Messianesimo. Lettere die Jacob Taubes a Gershom Scholem e altri scritti, erstmals erschienen im Jahr 2000 (Quodlibet-Verlag/Macerata).
Martin, Laura
Benedikte Nauberts Neue Volksmärchen der Deutschen:
Strukturen des Wandels
ca. € 29,80
ISBN: 3-8260-3416-3
Antes, Monika
Zwischen Traum und Wirklichkeit
Leben und Werk Dino Campanas - Die Canti Orfici
ca. € 29,80
ISBN: 3-8260-3409-0
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Bermbach, Udo und Hans Rudolf Vaget (Hrsg.)
Getauft auf Musik
Festschrift für Dieter Borchmeyer
396 Seiten, Br., € 48,00
ISBN: 3-8260-3398-1
Vorwort - Teil I: Persönliches - U. Hahn: Ein wahrer Philologe - M. Walser: Falls ein Gesichtsausdruck auch interpretiert werden darf - R. Kollo: Für Dieter Borchmeyer - Chr. Thielemann: "Wagner ist immer positiv". Gespräch mit Christian Thielemann - J. M. Fischer: Ein Gespräch - P. H. Neumann: Lesefrüchte - St. Moses: Gratulationslied - Teil II: Literatur - J. K. Brown: Orest, Orlando, Orpheus oder: Der Held von Goethes Iphigenie - W. Hinderer: Von Heroinen und Amazonen. Zum politischen Geschlechterdiskurs in Schillers Jungfrau von Orleans und Maria Stuart - M. Godé: Poetik und Politik im literarischen Expressionismus - Y. Nilges: Goethe in Ägypten: der redliche Mann am Hofe Weimar in Thomas Manns Josephsromanen - H. Kiesel / C. Stepp: Paul Celans Schreckensmusik - W.-D. Hartwich: Thomas Bernhard und der Gesang. Die Modernisierung der romantischen Kunstreligion in Der Keller, Der Atem und Die Kälte - M. Fick: Der Stelle letzte Chance: das "hohe G". Sten Nadolnys Roman Er oder Ich als Faustparodie - W. Hinck: Poetische Anleitung zum Nichtvergessen. Über Gedichte von Ulla Hahn - Teil III: Musik - H.-J. Gerigk: Musik als literarisches Thema in phänomenologischer Systematisierung - G. Gruber: "Ideale Partnerschaft". Zu Lorenzo Da Ponte und Wolfgang Amadeus Mozart - J. Assmann: Liebt Sarastro Pamina? Eine Analyse von Die Zauberflöte I,19 - P. Gülke: Wessen Musik? Oder: Arien als Zwiegespräche - H.-P. Bayerdörfer: Obdachlos in allen Lagen. Marthalers Stimmenszenar für Die schöne Müllerin - D. Fischer-Dieskau: Carl Loewe - N. Greiner: "Ich bin verworfen, weil ich ein Mensch bin". Verdis Annäherungen an Shakespeare - B. Zegowitz: Die Nibelungen vor dem Ring. Zur (Vor)Geschichte eines Opernstoffes - K. Hübner: Wagners mythisches Christentum - S. Vill: Das "Ewig-Weibliche" und die Idealisierung der Frau auf der Opernbühne - E. Voss: "Das hat etwas zu bedeuten". Les deux grenadiers und Die beiden Grenadiere - U. Bermbach: Persona non grata. Der Revolutionär Richard Wagner im Spiegel zweier Biographien - V. Zmegac: Walzer-Philosophie. Anmerkungen zum Zarathustra von Richard Strauss - H. R. Vaget: Wider die "stehengebliebene Wagnerei". Ernest Newman, Thomas Mann, Adorno - Auswahlbibliographie
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Klaus Miehling
Gewaltmusik - Musikgewalt
Populäre Musik und die Folgen
ca. € 98,00
ISBN: 3-8260-3394-9
In den letzten Jahrzehnten war ein umfassender Wertewandel zu verzeichnen, der unter anderem dazu führte, daß heute neun von zehn Menschen zu Straftätern werden. Das Buch „Gewaltmusik - Musikgewalt“ beweist, daß eine wesentliche Ursache hierfür im Konsum populärer Musik liegt, die mit den neuen technischen Möglichkeiten seit etwa der Mitte des vorigen Jahrhunderts bis dahin ungeahnte Dimensionen der Aggressivität erreichte, verbunden mit ihrer ständigen Verfügbarkeit durch die auditiven und audiovisuellen Medien.
Diese „Gewaltmusik“ hat uns alle im Griff. Die einen sind ihr wie einer Droge verfallen, die anderen werden durch die immer mehr überhandnehmende Zwangsbeschallung in Einkaufs-stätten, in der Gastronomie, ja selbst in den eigenen vier Wänden (Nachbarn, Straßenfeste, Freiluftkonzerte) in ihrer Lebensqualität und Gesundheit erheblich beeinträchtigt.
„Gewaltmusik - Musikgewalt“ ist ein Schwarzbuch der populären Musik, das deren Verbindungen mit Hedonismus, enthemmter Sexualität, Drogen und Kriminalität aller Art aufzeigt. Es ist aber auch ein Ratgeber für die Opfer der Zwangsbeschallung: Ge-setzes- und Verordnungstexte sowie über 200 Gerichtsentscheide zum Thema „Musiklärm“ werden zitiert, die Schwächen bundesdeutscher Gesetzgebung und skandalöse Behördenpraktiken offengelegt sowie effektive Maßnahmen zur Bekämpfung des Gewaltmusikterrors vorgeschlagen.
Das Buch belegt seine riskanten und provozierenden Thesen mit einer Fülle von Material und Beobachtungen so, daß man nicht an ihm vorbeigehen kann. Es ist auf das Gründlichste recherchiert. Vor allem macht es endlich einen Bereich des medialen und gesellschaftlichen Lebens kritisch zum Thema, der der Autonomie am fernsten und der Manipulation am offensten steht. Längst hat die akustische Umweltverschmutzung das Recht auf akustische Selbstbestimmung kassiert. Aus Musik wird Gewalt. Musikalischer Lärm ist Gewalt. Eine Pionierarbeit.Klaus Miehling, geboren 1963 in Stuttgart, erwarb 1988 an der Schola Cantorum Basiliensis das Diplom für alte Musik mit Hauptfach Cembalo und promovierte 1993 an der Universität Freiburg i.Br. in Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Historischen Hilfswissenschaften. Er ist Autor der Bücher „Das Tempo in der Musik von Barock und Vorklassik“ (Wilhelmshaven 1993, 3. überarb. Aufl . 2003) und „Handbuch der frühneuenglischen Aussprache für Musiker“ (Hildesheim 2002)
Schabert, Tilo und Matthias Riedl (Hsg.)
Die Menschen im Krieg, im Frieden mit der Natur
Humans at War, at Peace with Nature
Eranos Bd. 13
ca. € 25,00
ISBN: 3-8260-3392-2
Haarkötter, Hektor
Nicht-Endende Enden
Dimensionen eines literarischen Phänomens
ca. € 48,00
ISBN: 3-8260-3389-2
Schmeling, Manfred und Monika Schmitz-Emans (Hrsg.)
Das Paradigma der Landschaft in Moderne und Postmoderne
(Post-)Modernist Terrains: Landscapes - Settings - Spaces
ca. € 39,00
ISBN: 3-8260-3382-5
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Sievers, Kai Detlev
Kraftwiedergeburt des Reiches
Joachim Kurd Niedlich und der völkische Heimatschutz
250 S., Br., ca. € 38,00
ISBN: 3-8260-3377-9
Mit der Metapher „Kraftwiedergeburt des Reiches“ verband der Berliner Religionspädagoge und Mitbegründer des „Bundes für deutsche Kirche“ Joachim Kurd Niedlich nach dem Ersten Weltkrieg das Ziel, die „deutsche Seele“ zu erneuern. Anknüpfend an die Heimatschutzbewegung der Vorkriegsjahre wollte er diese im völkischen Sinn erneuern. Neben „Volksstäm-men“, Gemeinden und Familien sollte vor allem der Einzelne durch Erziehung zum Kulturträger innerhalb des Volkes werden. Dabei stützte sich Niedlich auf die Ideen führender geistiger Köpfe des 19. Jahrhunderts und von Protagonisten der Völkischen Bewegung. Er berief sich aber auch auf zahlreiche Wissenschaftler und Fachleute, die nicht dem völkischen Dunstkreis zuzurechnen sind. 1920 erschien sein Buch „Deutscher Heimatschutz als Erziehung zu deutscher Kultur! Die Seele deutscher Wiedergeburt“, in dem er seine Vorstellungen entwickelte und die Strukturen eines völkisch ausgerichteten Heimatschutzes entwarf. In der Untersuchung geht es um die Analyse seiner Gedankengänge und deren Einordnung in das Spektrum der Völkischen Bewegung.
Stemmle, Rolf
Tristan Meistersinger Parsifal
Richard Wagners vielschichtige Musikdramen eingängig erzählt
€ 9,80
ISBN: 3-8260-3372-8
Blioumi, Aglaia
Tarnskulturelle Metamorphosen
Deutschsprachige Migrationsliteratur im Ausland am Beispiel Griechenland
ca. € 24,80
ISBN: 3-8260-3358-2
Rodi, Frithjof
Das Haus auf dem Hügel
eine Jugend am Rande des Kraters
ca. € 14,80
ISBN: 3-8260-3350-7
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Lehmkuhl, Josef
"... kennst Du genau den Ring?"
Eine Reise zu Richard Wagners Der Ring des Nibelungen
ca. € 24,00
ISBN: 3-8260-3347-7
Morkel, Arnd
Der politische Sokrates
€ 16,80
ISBN: 3-8260-3342-6
Franke, Thomas
Ideale Natur aus kontingenter Erfahrung.
Johann Joachim Winckelmanns normative Kunstlehre und die empirische Naturwissenschaft
€ 28,00
ISBN: 3-8260-3332-9
Hein, Stefanie
Richard Wagners Kunstprogramm im nationalkulturellen Kontext.
Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts
ca. € 38,00
ISBN: 3-8260-3331-0
Feilchenfeldt, Konrad, Ursula Hudson, York-Gothart Mix und Nicholas Saul (Hrsg.)
Zwischen Aufklärung und Romantik.
Neue Perspektiven der Forschung
ca € 48,00
ISBN: 3-8260-3432-5
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Maurach, Martin (Hrsg.)
Kleist im Nationalsozialismus
ca. € 19,80
ISBN: 3-8260-3431-7
Ogrzal, Timo
Kairologische Entgrenzung
"Zauberberg"-Lektüren unterwegs zu einer Poetologie nach Heidegger und Derrida
ca. € 48,00
ISBN: 3-8260-3424-4
Volpe-Pühringer, Theresa
Implizierte Sozialkritik in den Komödien von Labiche: Der Bürger in Stresssituationen
ca. € 49,80
ISBN: 3-8260-3422-8
Hahn, Barbara (Hsg.)
Im Nachvollzug des Geschriebenseins
Literaturtheorie nach 1945
ca. € 29,80
ISBN: 3-8260-3418-X
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Bernd Witte (Hrsg.)
Topographien der Erinnerung
Zu Walter Benjamin
ca. 350 Seiten, Gb., € 29,80
ISBN 3-8260-3222-5
V. Borsò: Topographie der Erinnerung: Grenzen, Schwellen und andere Orte – A. v. Hülsen-Esch: Die Panoramen und der theatrale Raum bei Benjamin – R. Görling: Orte. Über Walter Benjamins Topographie – G. Raulet: „Ein Prospekt von jäher Tiefe“. Zum Konstruktionsgesetz der Einbahnstraße – H. Brüggemann: Die unterseeischen Tiefen der Kinderstuben – Erinnerung und kulturelles Gedächtnis residualer Räume bei Clemens Brentano und Walter Benjamin – K. Solibakke: Urban Visions: Heine’s Lutezia and Benjamin’s Passagen-Werk – I. Wohlfarth: Thèses sur la non-lecture de Benjamin, notamment de son Passagen-Werk – A. Deuber-Mankowsky: Antigenealogische Revolte und „Opfergang der männlichen Sexualität“. Zur Krise der Männlichkeit in Benjamins Passagen-Werk – B. Lindner: Was ist „Das Passagen-Werk“? Zitatfundstücke und Konstruktion des memorialen Schauplatzes – C. Haerle: Benjamins ungeschriebenes Baudelaire-Buch – E. Wizisla: „Verzettelte Schreiberei“. Benjamins Archiv – P. Ivernel: L’intérieur – les passages – la rue. Construction de la vie dans l’espace-temps de la ville – M. Riot-Sarcey: Penser l’histoire avec Benjamin. A propos du livre des passages – M. del Prete: Über den Ausnahmezustand des Raums in Benjamins Passagen-Werk – R. Goebel: Europäische Großstadttopographie und globale Erinnerungskultur. Benjamins Passagen-Werk heute – L. Ruth Feierstein: Das „portative Vaterland“: Das Buch als Territorium – D. Finkelde: Musealisierte Welt. Walter Benjamins Analyse eines Unbehagens im fi n de siècle – J. Simon: Benjamin in Paris: Weak Messianism and Memories of the Oppressed – J. Simon: Espaces Publics. Espace de la ville et espace de la politique chez Walter Benjamin et Jacques Derrida – J. Nitsche: Fotografische Stadt-Räume / Stadt-Bild-Lektüre. Walter Benjamins Rezeption der Paris Fotografi en Atgets – H. Rapaport: The Death of Space – J.-M. Gagnebin: Sur le Passagen-Werk: Philologie et Actualité – L. De Cauter: The Arcade as Heterotopia – W. van Reijen: Passage und Tempel: Benjamin und Heidegger – M. Pulliero: Jugendbewegung, Jugend-stil und ambivalences du Moderne – N. Raoux: Walter Benjamin, paysan du champ littéraire. Sur la position sociale de W. Benjamin en exil – M. Ponzi: Topographie des Bildraums – J. Fürnkäs: Gedächtnis, Erinnerung, Überlieferung. Benjamins „anthropologischer Materialismus“
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Rétif, Francoise und Johann Sonnleitner (Hrsg.)
Elfriede Jelinek - Geschlecht, Sprache und Herrschaft
ca. € 29,80
ISBN: 3-8260-3412-0
Robert, Jörg (Hrsg.)
Würzburger Schiller-Vorträge 2005
ca. € 19,80
ISBN: 3-8260-3410-4
Rabelhofer, Bettina
Symptom, Sexualität, Trauma
Kohärenzlinien des Ästhetischen um 1900
ca. € 49,80
ISBN: 3-8260-3406-6
Beutner, Eduard und Karlheinz Rossbacher (Hrsg.)
Ferne Heimat - Nahe Fremde
Bei Dichtern und Nachdenkern
ca. € 39,80
ISBN: 3-8260-3405-8
Hochreiter, Susanne
Franz Kafka: Raum und Geschlecht
ca. € 29,80
ISBN: 3-8260-3404-X
Yoo, Hyun-Joo
Text, Hypertext, Hypermedia
Ästhetische Möglichkeiten der digitalen Literatur mittels Intertextualität, Interaktivität und Intermedialität
ca. € 38,00
ISBN: 3-8260-3400-7
Reus Sebastian David
Unglückliches Bewußtsein
Denken ohne Dialektik bei Botho Strauß
ca. € 36,80
ISBN: 3-8260-3388-4
Martin, Sigurd und Ingo Wintermeyer (Hrsg.)
Verschiebebahnhöfe der Erinnerung
Zum Werk W.G.Sebalds
ca. € 32,00
ISBN: 3-8260-3384-1
Meißner Thomas
Erinnerte Romantik. Ludwig Tiecks "Phantasus"
ca. € 49,80
ISBN: 3-8260-3380-9
Seibel, Wolfgang
Die Formenwelt der Fertigteile
Künstlerische Montagetechnik und ihre Anwendung im Drama
€ 30,00
ISBN: 3-88479-338-1
Tsiavou, Evangelia
Die romantische Liebe als Medium der Sublimierung
Leopold von Sacher-Masochs "Die geschiedene Frau"
€ 38,00
ISBN: 3-8260-3379-5
Beyer, Martin
Das System der Verkennung
Christa Wolfs zweites Mythosprojekt "Medea. Stimmen" im Fokus text-, werk- und rezeptionsanalytischer Fragestellungen.
ca. € 29,80
ISBN: 3-8260-3376-0
Wendt, Angela Maria Coretta
Eßgeschichten und Es(s)kapaden im Werk Goethes.
Ein literarisches Menu der (Fr)Esser und Nichtesser
ca. € 49,80
ISBN: 3-8260-3375-2
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Wigbers Melanie
Krimi-Orte im Wandel
Gestaltung und Funktionen der Handlungsschauplätze in Kriminalerzählungen von der Romantik bis in die Gegenwart
220 Seiten, Broschur, ca. € 29,80
3-8260-3368-X
An kriminalliterarischen Texten interessieren uns seit jeher nicht nur die spannenden Plots oder die markanten Detektivfiguren, sondern auch die Orte, an denen die Handlungen spielen. Diesen Orten und ihrer Geschichte auf die Spur zu kommen, ist das Ziel der Arbeit. Sie verfolgt den Wandel der kriminalliterarischen Schauplätze im Kontext der Gattungsgeschichte an ausgewählten Beispielen: Untersucht werden Kriminalerzählungen und Serien zwischen 1819 und 2001, wobei der Schwerpunkt auf deutschsprachigen Texten liegt. Ausgehend von den exemplarischen Analysen wird die Veränderung der folgenden Aspekte beachtet: Auswahl, Strukturierung und Darstellung der Orte – Beziehung zwischen Detektivfigur und Ort – Beziehung zwischen Ortsgestaltung und Leser unter ausgewählten Gesichtspunkten. Im Rahmen des historischen Durchgangs wird zugleich eine gattungspoetische Annäherung an den Handlungsort als ein wichtiges Element der Kriminalerzählungen versucht, das bisher wenig literaturwissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren hat.
Hong, Jin Ho
Das naturalistisch-szientistische Literaturkonzept und die Schlossgeschichten Eduard von Keyserlings
€ 38,00
ISBN: 3-8260-3367-1
Runte, Annette und Eva Werth (Hrsg.)
Feminisierung der Kultur? Féminisation de la civilisation?
Krisen der Männlichkeit und weibliche Avantgarden / Crises de la masculinité et avant-gardes féminines"
ca. € 49,80
ISBN: 3-8260-3366-3
Metzger, Sabine
Eros und Morbid Artistry
Existenz und Poiesis im Werk von John Hawkes
ca. € 39,80
ISBN: 3-8260-3360-4
Gronau Peter
Ich schreibe hier dekorativ
Essays zu Robert Walser
ca. € 19,80
ISBN: 3-8260-3354-X
Reichel Kristin
Lùomo completo
Anthropologie und Gesellschaft in Poetik und Praxis von Italo Calvino
ca. € 45,00
ISBN: 3-8260-3353-1
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Gutjahr Ortrud (Hrsg.)
Die Buddenbrooks
von und nach Thomas Mann.
Generation und Geld in John von Düffels Bühnenfassung und Stephan Kimmigs Inszenierung am Thalia Theater Hamburg
166 Seiten, Br., € 10,00
ISBN: 3-8260-3351-5
Thomas Manns Buddenbrooks ist ohne Zweifel ein Jahrhundertroman, der uns im Prisma einer norddeutschen Kaufmannfamilie die grossbürgerliche Lebenswelt des 19. Jahrhunderts nahe bringt und der durch seine subtile Figurengestaltung und ironische Erzählweise bis heute zu faszinieren vermag. Es ist ein Erfolgsroman für den Thomas Mann im Dezember 1929 in Stockholm den Nobelpreis für Literatur entgegen nehmen konnte und der zu den bekanntesten und meist gelesensten Romanen der deutschen Literatur zählt. John von Düffel - Dramaturg am Thalia Theater Hamburg und selbst Autor von Familienromanen wie Vom Wasser und Houwelandt - hat eine Bühnenfassung geschrieben, die in der Inszenierung von Stephan Kimmig am Thalia Theater Hamburg ein auf die Geschwister Thomas, Tony und Christian Buddenbrook konzentriertes szenisches Spiel zeigt, bei dem das Diktat der Gewinnmaximierung als Zwangsmechanismus sichtbar wird, dem alle Beziehungsstrukturen unterworfen werden. Die Vorträge und Interviews des Bandes gehen den spannungsreichen Divergenzen zwischen dem Jahrhundertroman und der umjubelten Bühnenfassung nach und suchen neue Interpretationsmöglichkeiten der Buddenbrooks unter dem Aspekt von Generation und Geld.
Überblick zur Werk- und Aufführungsgeschichte: Thomas Mann: Buddenbrooks - O. Gutjahr: Die Wonnen der Bürgerlichkeit? Eine Einführung in Thomas Manns Buddenbrooks und John von Düffels Bühnenfassung. - M. Dierks: "Das sind die Nerven...". Die Krankheit der Buddenbrooks. - B. Hamacher: "Ich kenne euch, seit ich denken kann." Familie und Kultur in Buddenbrooks - bei Thomas Mann und John von Düffel. - H. Wißkirchen: Thomas Buddenbrook. Vom Niedergang eines Leistungsethikers. - W. Erhart: Die (Wieder-)Entdeckung des Hysterikers: Christian Buddenbrook. - V. Roggenkamp: "Tom, ich bin eine Gans." Tony Buddenbrook - die Entwertung vitaler Weiblichkeit. - Interview mit John von Düffel: Generation und Geld: Über die Bühnenfassung der Buddenbrooks nach Thomas Mann. - Interview mit Stephan Kimmig "...die Frage, welche bürgerlichen Werte überhaupt noch neben den ökonomischen existieren". - Gespräch mit den Schauspielern: "Die Familie ist ein Vertrag, den man nicht lösen kann".
Schmidt, Friedrich
Text und Interpretation
Zur Deutungsproblematik bei Franz Kafka - dargestellt in einer kritischen Analyse der Türhüterlegende
ca. € 34,00
ISBN: 3-8260-3346-9
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Karcher, Simon
Sachlichkeit und elegischer Ton
Die späte Lyrik von Gottfried Benn und Bertold Brecht - ein Vergleich
Der neue Brecht Bd. 2
€ 39,80
ISBN: 3-8260-3344-2
Künzel, Christine und Jörg Schönert (Hrsg.)
Auto(r)inszenierungen: Autorschaft und literarisches Werk im Kontext der Medien
ca. € 29,80
ISBN: 3-8260-3334-5
Kleindienst, Robert
Beim Tode! Lebendig!
Paul Celan im Kontext von Roland Barthes' Autorkonzept
Eine poetologische Konfrontation
ca. € 14,80
ISBN: 3-8260-3329-9
Mieth, Günter
Friedrich Hölderlin. Zeit und Schicksal.
Vorträge 1 9 6 2 - 2 0 0 6
ca. € 29,80
ISBN: 3-8260-3322-1
Engelhardt, Dietrich von, Jan C. Joerden, Lothar Jordan
Sterben und Tod bei Heinrich von Kleist und in seinem historischen Kontext
ca. € 28,00
ISBN: 3-8260-3320-5
Hug, Remo
Gedichte zum Gebrauch
Die Lyrik Erich Kästners: Besichtigung, Beschreibung, Bewertung
€ 36,00
ISBN: 3-8260-3311-6
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„Weltfabrik Berlin"
Eine Metropole als Sujet der Literatur
280 S., Br., € 29.80
3-8260-3245-4
M. Harder/A. Hille: Berlin als Literatur-Hauptstadt und als Gegenstand der Literatur in Geschichte und Gegenwart - M. Harder: Stimmen der Moderne. Berlin in der Lyrik der Jahrhundertwende - S. Schamowski: „Berlin ist schön, Berlin ist groß." Feuilletonistische Blicke auf Berlin: Alfred Kerr, Robert Waiser, Joseph Roth und Bemard yon Brentano - H. Eggert: Alfred Döblin und die Berüner Literaturszene. Eine Topographie zwischen „Altem" und „Neuem" Westen - G. Holzmann: Berlinlektionen für Kinder. Erich Kästners „Emil und die Detektive" zwischen Provinz und Metropole - H. R. Brittnacher: „Auf meinem Herzen geh ich durch die Straßen" Die Berliner Lyrik Mascha Kaiekos B. Breysach: Gertrud Kolmar: Jüdische Dichterin im nationalsozialistischen Berlin - 0. Lubrich: Kontrastaufnahmen. Berlin in den Berichten ausländischer Reisender 1933-1945 - H. Peitsch: Von Ruinen und Erinnerung. Berlin-Topoi der Nachkriegsliteratur - M. v. Engelhardt: Berlins Schatten. Vom Mythos der Hauptstadt in der Literatur der siebziger und achtziger Jahre -J. Löscher: „Eine wahnsinnige Situation": geteiltes, phantastisches Berlin. Die DDR-Anthologie „Berliner Geschichten" - T. Jung: Topographie der Wendeer fahrung - T. Brussigs „Sonnenallee" als Gedächtnisort einer friedlichen Revolution? -A. Hille: Suche nach der Gegenwart. Ost-West-Berlin in literarischen Texten der Migration - S. Fischer-Kanu: Berlin, von Moskau und anderswo aus betrachtet. Stadtwahmehmungen in Wladimir Kaminers „Russendisko" und „Schönhauser Allee" -H.J. Hahn: ,Topos' Berlin - die Stadt als Erinnerungsort. Vorschläge zur Besichtigung von Mahnmalen und Gedenkstätten zum Nationalsozialismus in interkultureller Perspektive -E Stucke: Berlin im FilmDie Herausgeber:
Matthias Harder, Studium der Germanistik und Philosophie. Promotion 1997. 1997-2002 Lektor an der Jagiellonen Universität in Krakau, Polen. Zur Zeit Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin und an der Universität Hildesheim. Zuletzt herausgegeben bei Königshausen & Neumann: Bestandsaufnahmen. Deutschsprachige Literatur der neunziger Jahre aus interkultureller Sicht (200l).
Almut Hille, Studium der Germanistik/ Deutsch als Fremdsprache und Lateinamerikanistik. 1996-1998 Lektorin an der Safarik-Universität in Kosice, Slowakei. Seit 2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie an der Freien Universität Berlin. Promotion 2003. Zuletzt erschienen bei Königshausen & Neumann: Identitätskonstruktionen. Die „Zigeunerin" in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts (2005).
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Jean-Claude Wolf
Eduard von Hartmann
Ein Philosoph der Gründerzeit
336 S., Br., € 48.00
3-8260-3227-6
Eduard von Hartmann (1842-1906) gehört zu den einst berühmten und dann rasch vergessenen Philosophen. Bekannt ist er noch als der Verfasser einer „Philosophie des Unbewußten", die Hartmann jedoch nicht als sein Hauptwerk betrachtete und die auch nicht im Mittelpunkt dieser Monographie steht. Ausgangspunkt seiner eigenen Systematik ist das „philosophische Dreigestirn" Schelling, Hegel und Schopenhauer, aber auch die Diskussion der Evolutionstheorie in Deutschland. Dieser Band enthält Darstellungen und kritische Kommentare zu seiner Philosophie, insbesondere zur Ethik, Sozial und Religionsphilosophie, zur Kategorienlehre und zur Metaphysik. Ein eigenes Kapitel verdient Hartmanns geistreiche Kritik an Schopenhauer. Beurteilt man Hartmann nach seinen eigenen Kriterien - nach der Breite seiner empirischen Kenntnisse, seiner spekulativen Kraft und seiner Fähigkeit, sich selber philosophiegeschichtlich zu situieren - so verdient er auch heute noch Beachtung. In zwölf Kapiteln werden unter anderem Pessimismus, Mitgefühl, Freiheit, Willensfreiheit, Metaphysik, Kategorienlehre, Selbstzersetzung des Christentums, Religion des Geistes, Antisemitismus, und soziale Kernfragen behandelt.Als Ergänzung dient der von Jean-Claude Wolf herausgegebene Band :Eduard von Hartmann
Zeitgenosse und Gegenspieler Nietzsches
160 S., Br., € 24,80
ISBN 3-8260-3228-4
Dieser Jubiläumsband erscheint zum 100. Todestag Eduard von Hartmanns, der am 5. Juni
1906 im 65. Lebensjahr verstorben ist.Der Band enthält drei Originalbeiträge von Hartmann:
Mein Entwicklungsgang,
Nietzsches „neue Moral"
Stirners Verherrlichung des Egoismus.![]()
Josef Rattner und Gerhard Danzer
Philosophie im 17. Jahrhundert - Die Entdeckung von Vernunft und Natur im Geistesleben Europas
207 S., Br., € 25,00
3-8260-3281-0
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Giacomo Leopardi
Die Fortsetzung des Froschmäusekriegs
Eine italienische Zeitsatire über das Zeitalter Napoleons, der Restauration und der Revolutionen bis 1830/31
Zweispr. ital./dt. Übersetzt v. Heinz-Gerd Ingenkamp mit Kommentar von Karl-Hans Brungs
138 S., Br., € 16,80
3-8260-3280-2
Giacomo Leopardi, 1798-1837, gilt als der bedeutendste italienische Lyriker seit Petrarca. Sein stark pessimistisches Natur- und Menschenbild veranlaßte Schopenhauer, am Schluß seines Kapitels „Von der Nichtigkeit und dem Leiden des Lebens" (Die Welt als Wille und Vorstellung, Band 2) festzustellen: „Keiner jedoch hat diesen Gegenstand so gründlich und erschöpfend behandelt, wie, in unseren Tagen, Leopardi". Die „Paralipomeni" sind Leopardis letztes Werk. Sie sind in 4 Büchern zu je 45-51 Stanzen eingeteilt. Äußerlich geben sie sich als Fortsetzung des pseudohomerischen Epos „Froschmäusekrieg" (Batrachomyomachie). Die Mäuse haben die Frösche besiegt und sehen sich nun mit den Krebsen konfrontiert, die, um des „Gleichgewichts der Kräfte" willen, die Mäuse zu verfolgen beginnen. Die Identifizierung der Mäuse mit den heroisch posierenden, aber letztendlich feigen Italienern und der Krebse mit den ebenso dummen wie brutalen und niederträchtigen Österreichern wird dem Leser so gut wie direkt klargemacht. In zahlreichen Exkursen findet der Dichter Gelegenheit, sein Menschenbild, sein Ja zur Aufklärungsphilosophie des 18. Jahrhunderts, seinen Haß auf Despotismus, seine Neigung zur Demokratie, seinen Wunsch nach allgemeiner Volksbildung, seinen Respekt vor liberaler Wirtschaft usw. darzulegen.
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Johannes Cremerius
Ein Leben als Psychoanalytiker in Deutschland
Herausgegeben von Wolfram Mauser unter Mitwirkung von Astrid Lange-Kirchheim, Joachim Pfeiffer, Carl Pietzcker und Petra Strasser
304 S., Br., € 29.80
3-8260-3295-0
Johannes Cremerius (1918-2002) war einer der herausragenden deutschen Psychoanalytiker in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er veröffentlichte eine große Zahl von Beiträgen zur Theorie und Praxis der Psychoanalyse. In dein zweibändigen Werk Vom Handwerk des Psychoanalytikers (1984) faßte er die Gedanken und Überzeugungen zusammen, die seine Arbeit bestimmten. Seine Autobiographie zeichnet nicht nur den beruflichen Werdegang (München, USA, Zürich, Gießen, Freiburg i. Br.; Emeritierung 1993) nach, sondern gibt auch Einblick m die Entwicklung der Psychoanalyse im Nachkriegsdeutschland. Sie weist ihn als weltmännischen und zugleich kämpferischen Vertreter des Faches aus. Seine Bemühungen, die Psychoanalyse traditionsbewußt und zugleich innovativ weiterzuentwickeln, war ihm ebenso wichtig wie interdisziplinäre Zusammenarbeit (Freud und die Dichter, 1995). Seine internationalen Aktivitäten fanden ihren Höhepunkt im Aufbau eines alternativen Ausbildungsinstituts in Mailand - frei von hierarchischen Strukturen und institutionellen Vorgaben -, in dem er viele Jahre und über seine Emeritierung hinaus tätig war. Cremerius vertrat eine Psychoanalyse, die ein an Freud orientiertes aufklärerisches Ethos mit einem starken politischen Engagement und einer festen Verankerung im kulturellen Leben seiner Zeit zu verbinden wußte.
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Katrin Seele
Das bist Du!
Das Selbst und das Andere in der Philosophie der frühen Upanisaden und bei Buddha
140 S., Br., € 19,80
3-8260-3270-5
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Josef Rattner / Gerhard Danzer
Die Jungehegelianer
Porträt einer progressiven Intellektuellengruppe
230 S., Br., € 25,00
3-8260-3238-1
Die Junghegelianer (unter anderem David Friedrich Strauß, Bruno Bauer, Amold Rüge, Ludwig Feuerbach, Max Stirner, Michael Bakunin, Karl Marx, Friedrich Engels und Heinrich Heine) beendeten jene Epoche, welche man das Zeitalter von Hegel und Goethe nennt, und bereiteten der neuzeitlichen Philosophie den Boden. Wir verdanken diesen Autoren eine konsequente Religionskritik, den Kampf gegen den Autoritarismus und das Aufzeigen von politischen Befreiungsmöglichkeiten, welche die Macht der Vergangenheit brechen konnten. Bei aller Verschiedenheit ihrer intellektuellen und praktischen Ansätze einte die Junghegelianer ihr unbedingter Wille, nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern darüber hinaus auch ihr persönliches Glück und die gesamte Gestaltung ihres Lebens für die Aufklärung, den sozialen und politischen Fortschritt und die Freiheit der Menschen sowie für die Weiterentwicklung der Kultur und des objektiven Geistes einzusetzen und zu opfern. Neben den konkreten Inhalten ihres Denkens macht es einen Großteil ihrer Attraktion und Faszination aus, daß sie mit ihrer existentiellen Ernsthaftigkeit und Authentizität eine Form des Philosophierens vorgelebt haben, welche die ganze Person ergreift und die Formel bestätigt: Denken verändert den einzelnen und die Welt.
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Martianus Capella
Die Hochzeit der Philologia mit Merkur
(De nuptiis Philologiae et Mercurii)
Übersetzt, mit einer Einleitung, Inhaltsübersicht und Anmerkungen versehen von Hans Günter Zekl
350 S., Br., € 48,00
3-8260-3043-5
Von der Hochzeit der Philologia mit Merkur, diesem einstmals kanonischen Text der abendländischen Bildungsgeschichte, gibt es bislang keine vollständige Übersetzung ins Deutsche. Angesichts der diffizilen Besonderheiten der Darstellungsweise seines Autors, Martianus Capella, in Semantik, Syntax und Stil ist es verständ- lich, daß dieses extravagante Latein seit Beginn der Neuzeit fast ausschließlich Gegenstand philologischer Textkonstitution und -interpretation blieb. Das bedeutet in heutiger Zeit die gründliche Verschlossenheit des in dem Werk ausführlich entfalteten, klassisch gewordenen didaktischen Kanons der VII artes liberales vor einer breiteren, an der Geschichte und Theorie von Bildung interessierten Leserschaft. Die hier vorgelegte Übersetzung will diesem Desiderat abhelfen. Es ist darin der Versuch gemacht, diese Texte aus - wahrscheinlich - dem 5Jh.n.Chr. in ihrer Buntheit und Vielfalt für Leser des 21.Jh. aufzuschließen. In der Einleitung sind Ansätze dazu gemacht, das breit angelegte Unternehmen unter wissenschafts-systematischen Gesichtspunkten einzufangen und über Fächerkanon und Wissenschaftsbegriff von einst im Kontrast zur Gegenwart zu reflektieren. Eine ausführliche Übersicht über die Inhalte ermöglicht dem Benutzer eine schnelle Orientierung im reichen Fundus der vom Autor gebotenen Themen und Motive.
Der Übersetzer Hans Günter Zekl, geb. 1939; Studium der Klassischen Philologie und Philosophie in Marburg und München; Promotion 1968 über Platons Dialog Parmenides; lehrt seit 1972 Latein und Ethik; seit 1967 tätig als Herausgeber, Übersetzer und Interpret philosophischer Texte. Bei K&N erschien von ihm bereits: „Aristoteles - Metaphysik, übersetzt, mit Einleitung und Anmerkungen versehen von H. G. Zekl", 2003; „Rudolph Gocienius: Isagoge - Einführung in die Metaphysik, übersetzt, mit Einleitung und Anmerkungen versehen von H. G. Zekl", 2005.
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Kurt Salamun
Karl Jaspers
2. verbesserte und erweiterte Auflage
180 S., Br., € 19,80
3-8260-3253-5
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Königshausen & Neumann -Literaturstraße, Chinesisch-deutsches Jahrbuch
ISSN 1616-4016, pro Bd. ca. € 49,50
Band 6
Inhalt:
* Wang Bingjun: Überlegungen zur methodischen Orientierung der chinesischen Germanistik
* Walter Gebhard: Zur eingeschränkten Rolle des Historischen in interkultureller Globalisierung (Friedrich Nietzsche)
* Hu Wei: Dichter oder Geliebter? - Ein Dilemma in Jean Pauls Briefen an "genialische Weiber“
* Li Mingming: Zur Problematik des Machtmechanismus des Diskurses und der kulturellen Codierung des Körpers (Franz Kafka)
* Philipp W. Hildmann: "Darum frevelte ich nicht an der Liebe". Ein Splitter zur Rezeption von Arthur Schnitzlers Liebelei
* Jiang Aihong: Else Lasker-Schülers Widmungsgedichte für Gottfried Benn
* Chen Ying: Zwiespältiger Charakter des Künstlerturms. Eine Interpretation des Hungerkünstlers (Franz Kafke)
* Zhang Xinyi: Ein politisches Pamphlet oder ein erfolgreicher literarischer Versuch? - Günter Grass' Ein weites Feld und die Intertextualität
* Yin Zhihong: Zur chinesischen Lektüre des Vorlesers von Bernhard Schlink im Zug der Reflexionsliteratur Chinas
* Liu Qisheng: Schuster, bleib bei deinem Leisten - Zur Situation des Deutschstudiums in Guangdong, VR China
* Lai Jiong: Die Überredungsstrategien der Werbetexte
* Gedichte von Ah Long und Shu Ting
Über Schiller:
* Rüdiger Safranski: Schiller oder die Freiheit als Problem
* Zhang Yushu: Warum übersetzte ich Schiller
* Lin Jia: Friedrich Schillers Rezeption in China. Exemplifiziert an Tian Han und Guo Moruo
* Wei Maoping: Schillers Freiheitsgedanken – Zu seinem zweihundertsten Todestag
* Wu Jianxiong: Eine Elegie von Friedrich Schiller und eine trauervolle Qilü aus der Tang-Dynastie
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Thomas Körber
Nietzsche nach 1945
Zu Werk und Biographie Friedrich Nietzsches in der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur
150 S., Br., € 22.80
3-8260-3220-9
Der Einfluß Friedrich Nietzsches auf die Literatur der ersten Jahrhunderthälfte ist kaum zu überschätzen, sein Werk kann als einer der Dreh- und Angelpunkte für den Prozeß der Moderne gelten. Kaum ein deutscher Autor kam an Nietzsche vorbei. Dieses Phänomen der existentiellen Betroffenheit, des .Nietzsche-Rausches', ist in der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur nicht mehr anzutreffen - dennoch ist die Rolle Nietzsches als Anreger der Schriftsteller nicht mit dem 2. Weltkrieg abgeschlossen. Die Untersuchung nimmt ihren Ausgang bei den Autoren der älteren Generation, für die Nietzsche Jugendlektüre und -erlebnis gewesen ist, und die nach 1945 unter veränderter Optik, wieder zu ihm Stellung nehmen, im Lichte des zweiten Weltkriegs und der faschistischen Beanspruchung des Philosophen: Thomas Mann, Gottfried Benn und Ernst Jünger. Der Hauptteil der Arbeit konzentriert sich auf eine genauere Untersuchung des Nietzsche-Einflusses bei ausgewählten Autoren der Nachkriegsliteratur, darunter Friedrich Dürrenmatt, Heiner Müller, Thomas Bernhard. Die Studie kann nicht nur einen Beitrag zum Thema „Nietzsche und die deutsche Literatur" leisten, sondern stellt vor allem Aspekte der deutschen Nachkriegsliteratur unter einen speziellen und bisher vernachlässigten Blickwinkel.
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Thomas Mittmann
Vom 'Günstling' zum 'Urfeind' der Juden
Die antisemitische Nietzsche-Rezeption in Deutschland bis zum Ende des Nationalsozialismus
240 S., Br., € 29,80
3-8260-3273-X
War Friedrich Nietzsche ein „Anti-Antisemit" oder ein geistiger Wegbereiter des Holocaust? Diese Frage wird innerhalb der Forschung nach wie vor kontrovers diskutiert. Thomas Mittmann legt mit seinem Buch eine längst überfällige Geschichte der antisemitischen Nietzsche-Rezeption in Deutschland vom Kaiserreich bis zum Ende des Dritten Reiches vor. Dabei richtet sich sein Interesse einerseits auf Nietzsches Verhältnis zum Judentum, zur jüdischen Religion und zu einzelnen Juden sowie auf seine Haltung zum Antisemitismus seiner Zeit. Andererseits rekonstruiert er anhand umfangreichen Quellenmaterials und unveröffentlichter Dokumente zum nationalen, sozialen, religiösen und rassischen Antisemitismus die Entwicklung der Nietzsche-Rezeption innerhalb verschiedener antijüdischer Diskurse. Dabei wird deutlich, daß der Philosoph trotz seiner Ablehnung der zeitgenössischen Judengegner eine neue, weitreichendere Kritik des Judentums formuliert hat, über die der konventionelle Antisemitismus, der vor der Jahrhundertwende in eine Strategie- und Mobilisierungskrise geraten war, auf einer radikaleren Ebene revitalisiert wurde. Mittmann zeigt, wie der von Nietzsches Vorstellungen seit den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts ausgehende starke Impuls auf nahezu alle kulturelle Lebensbereiche zu einer erheblichen Radikalisierung antisemitischer Diskurse vom Kaiserreich bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges beigetragen hat und inwieweit der Rekurs auf Vorstellungen des Philosophen auch der Legitimierung des Völkermords an den europäischen Juden diente. Nietzsche gebührt ein besonderes Kapitel in der Ideengeschichte des „modernen" Antisemitismus, eine Erkenntnis, die auch zu einer generellen Neubestimmung der Rolle des Philosophen innerhalb der Vorgeschichte des Nationalsozialismus nötigt.
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Richard Faber
"Wir sind eines"
Über politisch-religiöse Ganzheitsvorstellungen
europäischer Faschismen
136 S., Br., € € 19,80
3-8260-3217-9Einleitung
l. Organizistische und hierarchische Ständestaaten Oberdeutschlands
2. Gegenrevolutionäre und imperiale Programmatik eines „Neuen Abendland"
3. Neues Reich als „umfassende Einheit des Vielfachen"
4. Katholisch-preußische, römisch-katholische und konservativrevolutionäre bzw. faschistische Ganzheitsvorstellungen
5. Katholisch-liturgische Ständeordnung
6. Pagane wie christliche, ptolemäische Soziologik
7. Totaler Staat des (italienischen) Faschismus oder: von Thomas Hobbes zu Carl Schmitt
8. „Vollendete Reformation" oder: vom Luthertum zum Neopaganismus
9. Cäsaropapismus und Hierokratie oder Kirchen-Staats-Dualismus
10. Italienischer Faschismus und römischer Katholizismus
11. Katholische, preußisch-sozialistische und nationalsozialistische Einheitsmystik
12. Autoritäre Organisation oder: Unterordnung, Unterdrückung und Opferung
13. Römisch-preußischer Militarismus im allgemeinen und preußischer Militärkatholizismus im besonderen
14. Archaistischer und technokratischer: faschistischer Männerbund
15. „Allianz der vorangegangenen Generationen mit den Nachfolgenden" oder: Mortui plurimi Schluß
Nachwort
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Philosophie und Zeitgeist im Nationalsozialismus
Herausgeber Marion Heinz und Goran Gretic
280 S., Br., € 39,80
3-8260-3298-5I. Zeitgeschichtliche Resonanzen:
C. Knobloch: Über die öffentliche Wahrnehmung der akademischen Philosophie vor und nach 1933 - Herangehensweisen an die Geschichte der Geisteswissenschaften im NS - 0. Agard: Die Resonanz der deutschen zeitgenössischen Philosophie in den französischen philosophischen Fachzeitschriften zwischen 1933 und 1945 - /. Korotin: Deutsche Philosophen aus der Sicht des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS - Schwerpunkt Österreich -H. Sünker: Kritische Theorie und Analyse des Nationalsozialismus. Notate zu Herbert Marcuse, Der Kampf gegen den Liberalismus in der totalitären StaatsauffassungII. Kulturkritische Perspektiven:
G. Bollenbeck: Kulturkritik: ein unterschätzter Reflexionsmodus der Moderne - T. Orozco: Kulturkritik jenseits des Politischen? Probleme der Carl Schmitt-Interpretation - T. Mertens: Carl Schmitt and Nazism. Some legal aspects -H. Laffont: Zur Rezeption Bachofens im Nationalsozialismus - K. Kuhnekath: Intemationalisiening der Philosophie und politisches Engagement aus der Erfahrung der Emigration: Der Fall Raymond Kubansky- G. Merlio: KariJaspers. Von der inneren zur äußeren EmigrationIII. Philosophie im Nationalsozialismus:
S. Doye: Deutsche Philosophie und Zeitgeist - G. Leaman: Philosophy and Political Power: Methodological Reflections on German - Philosophy and National Socialism - C. Krijnen: Kantianismus auf Irrwegen? Zum Problem der Konkretisierung des Guten in Bruno Bauchs Ethik -M. Heinz: Politisierung der Philosophie. Heideggers Vorlesung „Welt, Endlichkeit, Einsamkeit" (WS 1929/30) - T. Kisiel: The Essential Flaw in Heidegger's „Private National Socialism" -B. Obst: Heideggers seynsgeschichtlicher Antikommunismus - W. Bialas: Moralische Dimensionen des Verbrechens: Der Holocaust und die Täter
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Josef Rattner und Gerhard Danzer
Reifsein ist alles - Erfahrungen und Erkenntnisse beim Alt- und Älterwerden
224 S., Br., € 18,00
3-8260-3190-3
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Mozart, seine Zeit, seine Nachwelt
Florilegium Pratense
Ausgewählte Aufsätze von Rudolph Angermüller anlässlich seines 65. Geburtstag herausgegeben von Genevieve Geffray u. Johanna Senigl
476 S., Br. mit CD, € 49,80
3-8260-3258-6
Das Buch ist dem langjährigen wissenschaftlichen Leiter und Generalsekretär der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg, Rudolph Angermüller, aus Anlaß seines 65. Geburtstags gewidmet. Die Sammlung von Essays und wissenschaftlichen Aufsätzen, die aus der schier unüberschaubaren Bibliographie des Jubilars von den Herausgeberinnen, Genevieve Geffray und Johanna Senigl, Bibliothekarinnen an der Internationalen Stiftung Mozarteum und über viele Jahre enge Mitarbeiterinnen Rudolph Angermüllers, ausgewählt wurde, soll als Würdigung seines Wirkens für die Internationale Stiftung Mozarteum sowie seine wissenschaftliche Tätigkeit für und um den Genius loci zu verstehen sein und gleichsam dem interessierten Mozart-Liebhaber als auch dem fachkundigen Leser an die Hand gegeben werden.Die 26 Beiträge spiegeln ein breites Spektrum des vielseitigen wissenschaftlichen Interesses und profunden Wissens des Autors wider und können in sieben Themenschwerpunkte gegliedert werden: „Mozart und seine Zeit", „Studien zu ausgewählten Werken", „Opern-Studien", „Sänger der Mozart-Zeit", „Personen um Mozart", „Mozart-Pflege" und „Internationale Stiftung Mozarteum".
Rudolph Angermüller studierte Musikwissenschaft, Romanistik und
Geschichte in Mainz, Münster und Salzburg. 1970 Promotion. Mitglied der Editionsleitung der Neuen Mozart-Ausgabe, Leiter der wissenschaftlichen Abteilung der Internationalen Stiftung Mozarteum, zahlreiche Ehrungen.
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Tobias Janz
Klangdramaturgie
Studien zur theatralen Orchesterkomposition in Wagners ,Ring des Nibelungen'
Wagner in der Diskussion 2
400 S., Br., € 49,80
3-8260-3291-8
Wer Wagners Musikdramen in guten Aufführungen erlebt, der spürt, wie das Orchester und Wagners kompositorische Behandlung des Orchesters in gewissem Sinne den Kern und Kristallisationspunkt seiner Idee des Gesamtkunstwerks ausmachen. Das Orchester ist das Medium, in dem Wagner sein schöpferisches Potential vollkommen entfalten konnte, und es ist das Medium, in dem alle Fäden des plurimedialen Kunstwerks letztlich zusammenlaufen. Mit der Zentralstellung des Orchesters einher geht jedoch auch eine weitreichende Verschiebung der Kategorien der musikalischen Komposition, denn das Phänomen Klang rückt bei Wagner ins Zentrum des musikalischen Formbaus. Die Studie analysiert an Wagners Hauptwerk die technischen und ästhetischen Implikationen der Wagnerschen Orchestersprache und deren äußerst differenzierte Ausrichtung an den verschiedenen Funktionen der Dramaturgie: dem dramatischen Spannungsverlauf, Figuren, subjektiver und objektiver Perspektive, Narration und Aktion, Handlungszeit, Handlungsraum und Atmosphäre.
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Lutz Döring
Erweckung zum Tod
Eine kritische Untersuchung zu Funktionsweise Ideologie und Metaphysik der Horror- und Science-Fiction-Filme Alien 1 - 4
424 S., Br., € 59,80
3-8260-3302-7
Was ist auf der Rückseite der Leinwand? Lauern dort unentwegt die Monster, ist das Geld die Kehrseite und die innerste Voraussetzung der Kinobilder? Warum ist der Tod, da er doch ins hellste Projektionslicht hervorzubrechen scheint, immerzu anderswo, im Off, im Zwischenraum, im Verborgenen? Was will die Formel „Vorzeit in der Endzeit" genau besagen in Hinsicht auf die Genres Horror und Science-Fiction und wie wird sie in den „Alien"-Filmen entfaltet? Wie spiegeln „Kino" und „Kapital" ihr Begehren nach der Verfügungsmacht über Bewegung, Raum und Zeit wechselseitig ineinander und was heißt das in Bezug auf „Alien" und „StarWars"? Und, gegenläufig: Inwiefern können Bild und Bewegung, Montage und Einstellung, paradoxerweise gerade in diesen Filmen, ein technisches Bild des Denkens als Prozeß stellen, das vielleicht sogar in Konkurrenz zur Philosophie als begrifflichem Medium zu treten vermag? Diesen und verwandten Fragen geht die umfangreiche Untersuchung medientheoretisch versiert und mit Rückgriff auf einschlägige philosophische Denkmotive - wie dem des Verhältnisses von Sein und Darstellen - nach. Und dies auf eine Weise, die Stoff, Handlung, Dramaturgie und bewegtes Erscheinungsbild der thematischen Filme auf eine Weise befragt und auslegt, die quersteht zur gewohnten Filmtheorie und -Interpretation, sei es hermeneutischer, technischer (Linguistik, Psychoanalyse) oder feuilletonistischer Art. Die intensive und extensive Interpretation will schließlich die Leistung dieser Filme - und mit ihnen tendenziell die der (narrativen) Kinematographie insgesamt - auf aufgeklärte, begriffliche Art wiederholen: Ihr Durchsichtig-Werden hin auf ihren technisch-medialen Produktionsgrund, das Gedächtnis ihrer Herstellung, das den Gehalt schließlich als nichts anderes erscheinen läßt, als die Selbstdarstellung (den Autosymbolismus) ihrer medialen Form in den bewegten Bildern der Filmerzählung selber.
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Ralf Beuthan
Das Undarstellbare:
Film und Philosophie
Metaphysik und Moderne
Film Medium Diskurs 18
220 S., Br., € 29.00
3-8260-3158-X
Die Arbeit untersucht das Thema des Undarstellbaren bzw, der Reflexion auf Grenzen von Darstellung in Film und Philosophie. Es wird in historischer Hinsicht die These vertreten, daß das Thema des Undarstellbaren in spezifischer Weise ein Thema der nach-metaphysischen Moderne ist. In systematischer Perspektive wird das Konzept eines medialen Raums entwickelt. Der „mediale Raum", historisch vorbereitet durch Schopenhauers Abkehr vom metaphysischen Repräsentationsgedanken und seiner für die Moderne fundamentalen Kritik an der Struktur der Reproduktion, beinhaltet im Kern den Gedanken einer desubjektivierten Gedächtnisstruktur. Im Rahmen dieser Konzeption werden die Veränderungen im Begriff des Undarstellharen rekonstruiert. Dabei wird deutlich, inwiefern sowohl Godards Bildlogik als auch die an Bergson anschließende Deleuzesche Kinotheorie einem entschieden modernen Begriff des Undarstellbaren verpflichtet bleiben. Demgegenüber werden anhand ausgewählter Filme von Tarkovskij und Greenaway sowie an Derridas Untersuchungen insbesondere zum Thema der „Gabe" die systematischen Grenzen der Deleuzeschen Kinotheorie aufgezeigt und ein veränderter Begriff des Undarstellbaren (dem Begriff der „Gabe") aufgewiesen. Hinsichtlich der bildlogischen Prinzipien wird dafür argumentiert, daß gegenüber Deleuze' zeittheoretischer Fundierung der kinematographischen Bildlogik die Dimension des Raumes stärker zu berücksichtigen ist. - Insgesamt versucht die Arbeit durch die methodische Verbindung von einzelnen Filmanalysen und Philosophie im Sinne einer historisch-systematischen Begriffsarbeit einen Weg zu bahnen, auf dem ausgehend vom Einzelfall die filmische Praxis zur Sache einer geschichtlich differenzierenden philosophischen Reflexion werden kann.
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.Lulu von Frank Wedekind
Geschlechterszenen in Michael Thalheimers Inszenierung am Thalia Theater Hamburg
Theater und Universität im Gespräch 1
Herausgeberin Ortrud Gutjahr
138 S., Br., € 10,00
3-8260-3287-X
Die Reihe Theater und Universität im Gespräch setzt sich mit Schauspielen auseinander, deren herausragende Inszenierungen auf dem Theater zu neuen Interpretationen herausfordern. Inhalt: Überblick zur Werk- und Aufführungsgeschichte: Frank Wedekind: Lulu -R. Florack: Erotik als Provokation und Projektion. Zu Frank Wedekinds Lulu - V.Mogl/J. Schönert: Lulu - Urgestalt des Weibes oder Geschöpf der Männerwelt? -J. -Z. Besson: Die Monstretragödie: Ein schwarzes Vaudeville - 0. Gutjahr: Lulu gegen die Wand. BildProjektionen in Wedekinds Monstretragödie -J. Pankau: Wechselnde Blicke - Fortschreibungen von Wedekinds Lulu im Medientransfer und in Theaterinszenierungen der Gegenwart -M. Schuller: Lulu oder das Geheimnis der Szene - Interview mit Fritzi Haberlandt: »Ich hätte nie gedacht, dass ich je die Lulu spielen würde« - Gespräch mit Michael Thalheimer: »In der Begegnung zwischen Lulu und Jack the Ripper wäre vielleicht alles möglich gewesen« - Auszüge aus der Abschlussdiskussion: ».. .unter Wiederholungszwang stehen und doch das Objekt nie zu fassen bekommen«.
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Nora und Hedda Gabler von Henrik Ibsen
Geschlechterszenen in Stephan Kimmigs Inszenierung am Thalia Theater Hamburg
Theater und Universität im Gespräch 2
Herausgeberin Ortrud Gutjahr
152 S., Br., € 10,00
3-8260-3288-8
Es stellt eine besondere Herausforderung dar, sich mit dieser Frage anläßlich der vielbeachteten Inszenierungen von Nora und Hedda Gabler am Thalia Theater in Hamburg genauer auseinander zu setzen. Denn der Regisseur Stephan Kimmig hat die Geschlechterproblematik der beiden Schauspiele beeindruckend konsequent in die heutige Zeit übertragen. Aber hat sich die Geschlechterfrage nicht so grundlegend gewandelt, daß wir Ibsens Stücke nur noch im Hinblick auf den sozialhistorischen Kontext seiner Zeit verstehen können? Oder können wir erst heute, nach den Emanzipationsbewegungen und Geschlechterdiskursen des 20. Jahrhunderts, das Potential von Ibsens seinerzeit verstörenden >GeschlechterSzenen< erschließen? Inhalt: Überblick zur Werk- und Aufführungsgeschichte: Henrik Ibsen: Nora/ Ein Pupenheim - 0. Gutjahr: Starker Abgang aus dem trauten Heim? Henrik Ibsens Nora-Af. Baisch: Puppen Spiele: Inszenierungsformen in Nora und ihre geschlechtliche Codierung -E. Herrmann: Nora geht. Nora bleibt. Variationen der Konstruktion und Dekonstruktion von Geschlechtem in Ibsens Puppenheim - Diskussion zu Nora: »Was ist eigentlich die größte Katastrophe?« - Überblick zur Werk- und Aufführungsgeschichte: Henrik Ibsen: Hedda Gabler - B. Henningsen: Hedda Gabler und die Wiedergänger der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts -A. v. Kameise: »Hab' ich gar keine Macht über dich?«. Die Szene als Schauplatz der Geschlechter-Darstellung in Hedda Gabler - B. Gerisch: »Eine Tat, auf die ein Glanz fällt - ein Schimmer von Schönheit!« Psychoanalytische Überlegungen zum Suizid von Hedda Gabler - Diskussion zu Hedda Gabler: »Wie sich jemand fühlen muss, der nichts besetzen kann« - Podiumsdiskussion: »Man schöpft ja sehr oft aus ganz persönlichen Dingen«.
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Martin Mumme
Strategien Auswärtiger Bewußtseinspolitik
210 S., Gb., . € 19,80
3-8260-3297-7
Es geht um die Macht der Ideen in der Politik und in diesem Kontext um Auswärtige Bewußtseinspolitik, um Auswärtige Bewußtseinspolitik als eine Form der Außenpolitik, die darauf zielt, Ideen und Denkansätze anderer Völker zu beeinflussen. Der Autor weist nach, daß mit Auswärtiger Bewußtseinspolitik in der Vergangenheit bei sehr geringem Kostenaufwand Erfolge erzielt wurden, die alles in den Schatten stellte, was mit konventioneller Politik zu erreichen war. Und daß sich solche Erfolge auch in der Gegenwart erzielen lassen. Als Beleg hierfür führt er an: Die Beeinflussung der kambodschanischen Revolution durch französische linke Soziologen, die Erfolge der alliierten Propaganda im "Ersten Weltkrieg, die auswärtige Bewußtseinspolitik der Wahabiten und der Regierungen Israels. Der Verfasser führt die Abneigung deutscher Politiker, sich auf Auswärtige Bewußtseinspolitik einzulassen, auf eine weit in die deutsche Geschichte zurückreichende Tradition zurück, Geist und Macht in der Politik voneinander getrennt zu halten. Die deutsche Auswärtige Kulturpolitik beschreibt er als eine Variante von Bewußtseinspolitik und begründet, warum sie bisher politisch und gesellschaftlich weitgehend wirkungslos geblieben ist. Ihre Strukturen müßten grundlegend verändert werden und das gelte nicht nur für die deutsche Auswärtige Kulturpolitik, sondern auch für die deutschen Kulturinstitute. Zu den Gründen für die geringe Effizienz der deutschen Auswärtigen Bewußtseinspolitik zählt der Autor, daß die dafür verantwortlichen deutschen Politiker hierfür bisher keine Strategie hätten. Eine solche Strategie könne man aus den Erfahrungen der Geschichte jedoch entwickeln. Und eben das unternimmt er in diesem Buch.Martin Mumme studierte Germanistik und Philosophie an der Freiburger Universität, unterrichtete Deutsch an der Technischen Hochschule Mansoura in Ägypten und arbeitete als Lehrer und Berater in der Ausbildungsabteilung der Misr Spinning and Weaving Company in Mahala el Kubra. Anschließend war er Dozent des Goethe-Instituts in Alexandria, Rom und Berlin. Er ist heute unternehmerisch tätig und lebt teils in Deutschland, teils in Amerika.
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Marc Schlette
Figuren des Erfolgs
Zur politischen Kritik von Unternehmens- und Managementphilosophie
404 S., Br., € 49.80
3-8 260-3167-9
Die gegenwärtige Wirtschaftswelt ist durch Komplexität, Krisen und tiefgreifende Veränderungsprozesse gekennzeichnet, die kaum zu verstehen sind. Scheinbar zwangsläufig entsteht hier ein Bedarf an Orientierung. Doch wer orientiert wen in welcher Absicht und auf welcher theoretischen Grundlage? Ist das, was in Unternehmen und Management an „Philosophie" angeboten wird ein Ausweg aus der Krise? Welche Ideen werden hier vertreten und was ist in diesem Zusammenhang von der Verwendung religiöser Symbolik zu halten? Anhand der Analyse ausgewählter Unternehmens- und Managementphilosophien werden die mitunter weit ausholenden Deutungen von Mensch, Welt, Wirtschaft und Gesellschaft kritisch in den Blick genommen. Dabei werden drei gängige Figuren des Erfolges herauspräpariert:
l. die Idee des Unternehmens als Werte- und Sinngemeinschaft,
2. die Überhöhung der Unternehmer- und Managerpersönlichkeit zur Superperson und
3. die Idee totaler Selbstverantwortlichkeit für individuellen Lebenserfolg.
Das Ergebnis lautet: Was als „Philosophie" bezeichnet wird, ist vielfach Ideologie - und der Versuch der planmäßigen Produktion von Sinn, Werten und Emotionen ein fragwürdiges Projekt. In der Studie wird gezeigt, daß die präsenten Legitimationen des Führens und Geführtwerdens Grundlagen der Arbeitsgesellschaft und das Maß ihrer Humanität tangieren.Marc Schlette, geb. 1971, studierte nach kaufmännischer Ausbildung und Berufstätigkeit Politikwissenschaft, Philosophie und Psychologie in Duisburg und Portsmouth. Tätigkeit für verschiedene Bildungsträger in der politischen Erwachsenenbildung und für Gewerkschaften.
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Roeske, Kurt /Ovid:
Metamorphosen
Hörbuch-CD: Lebendige Antike
Narziss und Goldmund
Verwandlungsgeschichten
erzählt von Ovid und vertont von Benjamin Britten €12,80Lieferbar: ![]()
Die Ghaselen des Hafiz
Neu in deutsche Prosa übersetzt mit Einleitung und Lesehilfen
Herausgeber und Übersetzer: Joachim Wohlleben
628 S., Gebunden, € 39,80
3-8260-2688-8
Der persische Lyriker Hafiz ( 1389) wurde in Deutschland durch die erste vollständige Übersetzung seines Divans von J. v. Hammer (1812-14) bekannt. Goethe ließ sich von dieser Verdeutschung zu seinem West-östlichen Diwan anregen. Die Einleitung der neuen Übertragung zeichnet die Geschichte der Übersetzungen nach, führt in die Gedanken- und Formenwelt des Hafiz ein und skizziert die Schwierigkeiten, mit denen jede Übertragung dieser vielschichtigen Dichtung konfrontiert wird. Zugrunde gelegt wurde der Originaltext in der bisher letzten kritischen Edition durch P. N. Xanlari, alle 486 Ghaselen werden zeilenge-treu nachgebildet. Für jedes Gedicht werden die Fundorte bei den wichtigsten persischen Kommentatoren (Sudi 16. Jh. und Heravi 1988) und den deutschen Übersetzern Hammer, Rosenzweig-Schwannau (1858-64) und Rückert (1926) angegeben. Die Anmer-kungen liefern notwendig erscheinende Verständnishilfen: Stilprobleme, Ambiguitäten, Mythologisches, Koran-Zitate u.a.
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Israel Levine '
Das Unbewußte
deutsch von Anna Freud
Hrsg. von Michael Löbig und Jan Weyand
240 Seiten, Broschur mit Fadenheftung
ca. € 34,80
ISBN 3-8260-3052-4Die Theorie des Unbewußten gilt als Kern der psychoanalytischen Theorie, seine erkenntnis-
theoretische Begründung jedoch fällt in die Philosophie. In dem von Anna Freud übersetzten,
von Sigmund Freud geschätzten und erstmals wieder zugänglichen Werk des englischen Philo-
sophen Israel Levine aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wird der Versuch unter-
nommen, das Unbewußte in der Tradition der Philosophie und der Psychoanalyse Freuds dar-
zustellen und zu begründen. Levine sieht, im Unterschied zur Rezeption der Psychoanalyse in
der 'deutschsprachigen Philosophie vor 1940', die 'deskriptive, dynamische und topische Be-
deutung' (Carl Eduard Scheidt) des Unbewußten. Nach der Analyse von Levine kann Philoso-
phie ihren Anspruch, die Welt in ihrer Totalität zu begreifen, nur einlösen, wenn sie die Theorie
des Unbewußten reflektiert.Inhalt:
Einleitung der Herausgeber
Einleitung (des Autors)1. Teil: Das Unbewußte vor Freud
2. Teil: Freud und das Unbewußte
3. Teil: Die Rechtfertigung des Unbewußten
4. Teil: Die Theorie des Unbewußten
5. Teil: Die Bedeutung des UnbewußtenSeneca, Lucius A
Sentenzen, Einteilungen, Färbungen von Rednern und Redelehrern
Übers. v. Otto und Eva Schönberger
342 S., Br., € 49,80
Der Spanier L. Annaeus Seneca (Vater des Philosophen Seneca), der zu Beginn des ersten Jahrhunderts n. Chr. in Rom lebte, schrieb, gestützt auf ein großartiges Gedächtnis, für seine Söhne ein Werk über den Betrieb der kaiserzeitlichen Rhetorenschule. Es enthielt zehn Bücher Controversiae (74 Streitreden) und ein Buch Suasoriae (7 Beratungsreden). Seneca schildert darin die Methoden, mit denen die Redner und Redelehrer seiner Zeit verschiedene Rechtsfälle jeweils von zwei Seiten behandelten, viele schlagende Hauptsätze (Sentenzen) der Prozessparteien führt er wörtlich an, behandelt die Einteilung (Divisio) des Falles in juristische Einzelfragen und legt schließlich die rhetorischen Kunst- und Stilmittel (Färbungen) der debattierenden Redner dar, mit denen sie die Hörer in ihrem Sinne zu beeinflussen suchten. Ebenso zeigt er auf, wie man bei Beratungsfällen das Für und Wider einer Entscheidung leidenschaftlich oder sachlich erörterte.
Dem modernen Leser vermittelt Seneca ein lebendiges Bild der damaligen Rhetorenschule mit ihren oft ganz bizarren Themen (Seeräuber, Tyrannenmord, Vergewaltigung, Kindesaussetzung) und den manchmal nicht minder bizarren Rednerpersönlichkeiten, die er in höchst anziehender Weise in Vorreden schildert.
So gewinnt man nicht nur ein faszinierendes Bild der Rhetorenschule, sondern erlernt auch selbst die Kunst, schwierige Rechtsfälle subtil aufzufassen und rhetorisch wirksam zu behandeln. Die oft erstaunlich treffenden, manchmal aber auch abwegigen Pointen, mit denen die Fälle und ihre Aspekte blitzlichtartig beleuchtet werden, machen die Lektüre des Werkes zudem höchst anziehend und kurzweilig. Auch erfreut man sich an der lebendigen, gelegentlich humorvollen Art des alten Seneca und an mancher Anekdote, die er behaglich erzählt.Das Werk wird zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vorgelegt. *
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