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Tilman P. Fichter / Siegward Lönnendonker
Dutschkes Deutschland
Der Sozialistische Deutsche Studentenbund, die nationale Frage und die DDR-Kritik von links
256 Seiten, ca. € 14,95
978-3-8375-0481-1
Kein Ereignis der Nachkriegszeit traf die bundesrepublikanische Linken und Grünen so unvorbereitet wie die Wiedervereinigung. Dabei vergisst man, wie Tilman Fichter und Siegward Lönnendonker in ihrer lesenswerten Tiefenbohrung herausarbeiten, dass die charismatische Führungspersönlichkeit des SDS, Rudi Dutschke, leidenschaftlich für eine Wiedervereinigung eintrat. Der Band behandelt neben diesem Interesse Dutschkes an der nationalen Frage viele andere verdrängte oder unbekannte Zusammenhänge im Verhältnis zwischen der deutschen Studentenbewegung und der DDR. Die Mutmaßungen über eine „Fernsteuerung“ des SDS durch Stasi-Agenten wird dabei ebenso als Geschichtsfälschung entlarvt wie Vermutungen über ideologische Gemeinsamkeiten zwischen den Studenten und dem DDR-Sozialismus: Die Differenzen zwischen den sozialistischen Studenten im Westen und den verknöcherten Staatssozialisten der DDR konnte größer kaum sein. Die Kontakte zwischen der SPD-Führung zur DDR waren vielfach enger und besser als die zwischen den aus der SPD ausgeschlossenen linken SDSlern und den Staatssozialisten im Osten.
Das Buch lädt ein zu einer Reise in die deutsch-deutsche Vergangenheit. Die Analyse der Autoren und viele Dokumente ermöglichen Entdeckungen im Spannungsfeld von Stasi, Staatssozialismus und Studentenrevolte.

Olaf Haensch
NachtZüge
Dampf-Träume am Brocken
110 Farbfotos, Streckenkarte und Höhenprofile
128 S., Gb., € 29,95
978-3-8375-0450-7
Seit 1887 durchqueren Schmalspurbahnen die raue Landschaft des sagenumwobenen Harzes. Mit ihren 25 Dampflokomotiven und 140 km Streckennetz zählen die Harzer Schmalspur-bahnen (HSB) heute zu den bedeutendsten technischen Denkmälern in Europa und den letzten großen Dampf-Abenteuern der Welt. Fünf Jahre lang verbrachte der Fotograf Olaf Haensch unzählige Nächte im Harz, um mit aufwändigen Blitzlicht-Installationen ebenso surreale wie atmosphärische Bilder von den Dampfzügen und ihrer Umgebung zu schaffen. Vor der dunklen Kulisse der Nacht geben sie den Blick frei auf den kontrastreich leuchtenden Dampf und auf Motive, die ohne ihre ausgeklügelte Visualisierung zwar vorhanden, aber so nicht wahrnehm-bar wären. Fantastische Bilder erzählen Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart, sie lassen Mythen und Geheimnisse des Harzes aufleben und den Betrachter zum Teil eines Traums werden. Dieser großformatige Premium-Bildband vereint unwiederbringliche Szenen und einzigartige Motive zu einem fulminanten Porträt der HSB, welches ergänzt wird durch lebendige Texte und ein Geleitwort des Chefredakteurs der „Thüringer Allgemeine“ und Harzkenners Paul-Josef Raue. Eine eindrucksvoll gestaltete, aus Satellitendaten abgeleitete Karte sowie Höhenprofile der Strecken geben Aufschluss über die technischen Meisterleistungen ihrer Erbauer.



Karl-Jürgen Krause
Lexikon Denkmalschutz und Denkmalpflege
Vorwort von Christa Reicher und Walter Ollenik
240 Seiten, Abb., ca. € 29,90
978-3-8375-0307-4
Das Lexikon ist ein Nachschlagewerk mit ausführlichen Sachinformationen zu den Themen Denkmalschutz und Denkmalpflege und erklärt fundiert und verständlich mehr als 1.000 Fachbegriffe aus diesem Wissenschaftsbereich. Von A wie „Abbruch“ über M wie „Mahnmal“ bis Z wie „Zeitgrenze“ werden alle relevanten Begriffe definiert, teilweise anhand von Grafiken erläutert und in den gesetzlichen Zusammenhang der gültigen Bauordnungen, Bau- und Denkmalschutzgesetze etc. gebracht. Ein Abkürzungsverzeichnis und ein Literaturverzeichnis runden den Band ab.

Marcus Sonntag
Die Arbeitslager in der DDR
400 Seiten, Br., € 29,95
978-3-8375-0477-4
Im Zentrum der Studie steht der Strafvollzug in den Lagerhaftanstalten der DDR. Die Untersuchung bringt Licht in das weitgehende Dunkel, das die Arbeitslager in der DDR auch zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten immer noch umgibt. Wann und warum entschied sich die Staatsführung bzw. das Gefängniswesen des ostdeutschen Staates dazu, Lager als Vollzugsanstalten einzurichten? Weitgehend unklar sind der Aufbau der Lager und die Art und Weise der Unterbringung der Gefangenen. Gefragt wird zudem nach den Menschen, die in den Lagern inhaftiert waren und nach „dem“ Haftalltag. Welche Praktiken machten das tägliche Miteinander im Lager aus? Welche Möglichkeiten hatten Gefangene, das Leben im Lager mitzugestalten? Gab es „Freiräume“, Selbstbehauptung, Widerstand, Protest? Ein weiteres zentrales Thema ist die angestrebte „Umerziehung“ von Gefangenen. Untersucht werden die Lager in der Maxhütte Unterwellenborn im damaligen Land Thüringen bzw. Bezirk Gera (Existenzzeitraum 1949–1991), im Kalibergwerk Sollstedt im Bezirk Erfurt (1956–1965) und das Arbeitserziehungskommando Regis im Bezirk Leipzig (1962–1990).

Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft
Jahrbuch für Kulturpolitik 2010
Thema: Kulturelle Infrastruktur
420 Seiten, € 19,90
978-3-8375-0471-2
Kulturpolitische Diskussionen werden dann besonders vehement geführt, wenn es um die Schließung oder den Neubau von Kunst- und Kultureinrichtungen geht. Diese Institutionen bilden das Fundament unserer reichhaltigen Kulturlandschaft und ihr Erhalt stellt gleichzeitig eine der zentralen Herausforderungen für kulturpolitisches Handeln dar. Gegenwärtig steht diese kulturelle Infrastruktur vor allem wegen zwei Entwicklungen unter besonderem Druck. Zum einen zwingen die Schulden der öffentlichen Haushalte Kommunen, Länder und Bund als Träger und Förderer dieser Einrichtungen auch hier nach Einsparpotenzialen zu suchen, zum anderen übt die teilweise zurückgehende Nutzung der öffentlich getragenen Kunst- und Kultureinrichtungen einen erheblichen Ligitimations- und Veränderungsdruck aus. Das Jahrbuch umfasst vier Themenblöcke: Im ersten geht es um theoretisch-konzeptionelle Begründungen der öffentlichen Verantwortung für die kulturelle Infrastruktur. Danach wird an drei Bundesländern, zwei ländlichen Regionen und einer Stadt sowie einigen Sparten exemplarisch untersucht, wie sich die kulturelle Infrastruktur und ihre Nutzung in den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelt haben. Es folgen Beiträge zur Entwicklung der kulturellen Teilhabe. Den vierten Teil bilden Artikel, in denen es um neue Ansätze zur Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur geht. An den Schwerpunkt schließen sich die regelmäßigen Rubriken, die Chronik kulturpolitischer Ereignisse, die Bibliographie kulturpolitischer Neuerscheinungen und der Adressteil sowie Kunst und Kultur im Internet an.

Veit Didczuneit / Jens Ebert / Thomas Jander
Schreiben im Krieg – Schreiben vom Krieg
Feldpost im Zeitalter der Weltkriege
550 Seiten, ca. € 34,95
978-3-8375-0461-3
Während des Zweiten Weltkriegs transportierte die deutsche Feldpost schätzungsweise 30 bis 40 Milliarden Postsendungen. Diese waren oftmals lang erwartetes Überlebenszeichen und zugleich eines der wichtigsten Kommunikationsmittel, das als Ersatz für den nicht erlebbaren Familienalltag diente. Heute ermöglichen die privaten Feldposttexte forschungsrelevante Einblicke in die politische, mentale und emotionale Verfassung der aus den Fugen geratenen Kriegsgesellschaften im 20. Jahrhundert.
Einer seit Jahren überfälligen Zusammenschau aktueller Untersuchungen und medialer Präsentationen der Feldpost als historische Quelle trug die erste internationale wissenschaftliche Feldpostkonferenz Rechnung, die das Museum für Kommunikation Berlin vom 13. bis zum 15. September 2010 ausrichtete. Unter dem Titel „Schreiben im Krieg – Schreiben vom Krieg. Feldpost im Zeitalter der Weltkriege“ präsentierten 48 Wissenschaftler und Publizisten aus Deutschland, Europa und Übersee den Stand der Feldpostforschung, der im vorliegenden Sammelband festgehalten wurde und nachzulesen ist.
Ziel der Konferenz war und des Buches ist es, den Erfahrungs- und Erkenntnisaustausch im Hinblick auf die Erforschung von Feldpostbriefen zwischen den Nationen und Disziplinen zu fördern. Neben grundsätzlichen Forschungsfragen wurden fachspezifische Themen wie Tod, Trauer, Fahnenflucht, Geschlechterdimensionen und Gewalterfahrung vorgestellt und diskutiert.

Gergana Panova-Tekath
Tanz nach der Wende
Bd. 1: Der Körper als symbolische Form
312 Seiten, Abb., € 29,95
978-3-89861-864-9
Die Autorin beschäftigt sich im ersten Band ihres Projektes über den Tanz in und zwischen den Kulturen mit der Körperlichkeit generell. Diskutiert wird die besondere Rolle des Körpers für die Ausarbeitung von Bildern und Bedeutungen in Tradition und Gegenwart. Das Tanzen erweist sich als ein Bewahren von Strategien des Kleinkindes auf dem weiten Weg der Selbst- und Welterschließung. Das traditionelle Tanzen in Bulgarien lässt beispielhaft die fremde Seite der Kultur begreifen und macht so eine lebensnahe europäische Zeitdiagnose möglich. Band 2 des Werkes finden Sie hier.

Regina Plaßwilm
Die Grenzen des Erzählbaren
Erinnerungsdiskurse von NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in Ost- und Westeuropa
380 Seiten, ca. € 34,95
978-3-8375-0490-3
Die Rekonstruktion der „Erinnerungen an Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg“ versteht sich als ein innovativer Beitrag zu einer Oral History der Zeitgeschichte. Dazu wurden über 50 biografischnarrative Interviews mit Zeitzeugen in Belarus, Russland, Frankreich und den Niederlanden geführt. Die Studie vertritt dabei die These, dass die Erinnerungen der überlebenden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gleich in einem doppelten Sinne aufschlussreich und wichtig sind: Sie sind einerseits geeignet, offizielle Darstellungen durch Einbeziehung der Opferperspektive zu korrigieren. Andererseits ermöglichen sie Rückschlüsse auf die gesellschaftlichen Konventionen und Tabus der öffentlichen Erinnerung, die sich bis in den Diskurs der Opfer eingeschlichen haben. Ein zentrales Anliegen der qualitativen Forschungsarbeit ist es, unterschiedliche Wege der Verarbeitung der Zwangsarbeit auf individueller und kollektiver Ebene aufzuzeigen. Verschiedene Gründe lagen dem häufig festgestellten Beschweigen der Kriegsjahre nach 1945 zugrunde: Für einige osteuropäische Überlebende konnte das individuelle Schicksal nicht bruchlos als Leidensgeschichte dargestellt werden. Deutlich wurde auch, dass die ehemaligen Zwangsarbeitenden in der Nachkriegszeit einen geringen Einfluss auf die kollektive bzw. nationale Erinnerungskultur hatten. So wurden die nationalen Diskurse weniger von ihren Erinnerungen als von staatlichen Interessen, z. B. in der Frage der Denkmalsetzungen, geprägt. Herausgearbeitet wird auch die erlittene Hierarchisierung der Opfer, die die ehemaligen Zwangsarbeitenden auf die unterste Stufe stellte. Die transnationale Perspektive der Arbeit zeigt deutlich, dass das Phänomen der öffentlichen Marginalisierung von den Zwangsarbeitenden in Ost- und Westeuropa gleichermaßen beschrieben wurde und nur partiell an nationale Besonderheiten geknüpft ist. Die Arbeit leistet somit einen Beitrag zur Reflexion und kritischen Einordnung der kollektiven Erinnerungskulturen in der Nachkriegszeit.

Helke Stadtland / Jürgen Mittag
Theoretische Ansätze und Konzepte in der Forschung
über soziale Bewegungen in der Geschichtswissenschaft
200 Seiten, ca. € 24,95
978-3-8375-0505-4
Die Beiträge des Bandes beleuchten Stand und Perspektiven der historischen Bewegungsforschung mit Blick auf theoretische und konzeptionelle Perspektiven. In empirischen Fallstudien werden gängige Theoreme der Bewegungsforschung einer näheren Betrachtung unterzogen. Die vor allem seitens der Sozialwissenschaften entwickelten Ansätze werden auf historische Fragestellungen und Quellen bezogen und im Hinblick auf ihre analytische Tragweite – und ihre Grenzen – analysiert.

Dimitrij Owetschkin
Die Suche nach dem Eigentlichen
Studien zu evangelischen Pfarrern und religiöser Sozialisation in der Bundesrepublik der 1950er–1970er Jahre
300 Seiten, ca. € 29,95
978-3-8375-0506-1
Als Repräsentanten und Personifikationen der Kirche spielten evangelische Pfarrer eine maßgebliche Rolle bei der religiös-kirchlichen Sozialisation. Nach 1945 wurden sie unter den Bedingungen der Demokratie und der Partnerschaft von Staat und Kirche mit dem Rückgang der traditionellen Kirchenbindung, öffentlichen Auseinandersetzungen um kirchenpolitische und theologische Fragen sowie mit Tradierungsproblemen religiös-kirchlicher Normen, Werte, Deutungen und Verhaltensweisen konfrontiert. Wie die Pfarrer auf diese Herausforderungen reagierten und welche Bedeutung dabei ihren eigenen Sozialisationserfahrungen zukam, wird in dem Band anhand des pastoralen Handelns in einzelnen Feldern der Gemeindearbeit untersucht. Dabei werden auch sozialisatorische Prägungen unterschiedlicher Pfarrergenerationen eingehend analysiert. Besonderes Augenmerk gilt dem Wandel der Pfarrerrolle und des Pfarrerbildes, in dem sich Relevanzverschiebungen im sozialisatorischen Wirken der Pfarrer widerspiegelten.


WerkstattGeschichte, Band 54
werkzeug
120 Seiten, Abb., € 14,00
978-3-8375-0440-8
THEMA - Eva Bischoff: "Kannibalismus, wie man ihn sich scheußlicher und tierischer nicht vorstellen kann". Verflechtungen zwischen Kolonie und Metropole
Sebastian Jobs: "As well drilled as Uncle Sam could hope". Die Siegesparade der "Harlem Hellfighters" als Arena afroamerikanischer Identitätspraktiken
DEBATTE - Wie schreibt man die Geschichte der Gefühle? William Reddy, Barbara Rosenwein und Peter Stearns im Gespräch mit Jan Plamper
WERKSTATT - Christian Gudehus und Stewart Anderson: Hotel Ruanda – Lesarten eines Films über Geschichte
EXPOKRITIK - Thomas Parent: Im Spannungsfeld zwischen Sammlungsüberlieferung und Revier-Identität. Das neue Ruhr Museum in Essen


Dittmar Dahlmann / Margrit Schulte Beerbühl
Perspektiven in der Fremde?
Arbeitsmarkt und Migration von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart
Mit Beiträgen von Margrit Schulte Beerbühl, Jochen Oltmer, Yvonne Kathrein, Georg Stöger, Alois Unterkircher, Christof Jeggle, Charlotte E. Haver, Horst Rössler, Robert Lee, Drew Keeling, Gaël Cheptou, Jens Thiel, Kristin Klank, Christian Westerhoff, Christoph Rass, Matthias Reiß, Dagmar Kift, Imke Sturm-Martin, Heike Knortz, Gloria Sanz Lafuente, Marcel Berlinghoff und Cyrine Hamida.
514 Seiten, ca. € 34,95
978-3-8375-0479-8
Migrationsbewegungen haben im Laufe der Jahrhunderte die Arbeitsmärkte wesentlich beeinflusst. Das Wanderungsgeschehen und sein Einfluss auf die Arbeitsmärkte veränderten sich währenddessen erheblich. Dies gilt sowohl für den Umfang, die soziale und ethnische Zusammensetzung als auch für die Aufnahmefähigkeit der Arbeitsmärkte sowie die staatlichen Maßnahmen, die den Migrationsprozess und den Arbeitsmarkt zu regulieren versuchten. In diesem Band wird dieses Thema erstmals in einer Langzeitperspektive von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart betrachtet. Die Beiträge beschäftigen sich mit den Auswirkungen von ungelenkten und gelenkten Zuwanderungen sowie von Zwangsmigrationen und von Flucht auf die Arbeitsmärkte. Dabei werden regionale und nationale, europäische wie außereuropäische Arbeitsmärkte in den Blick genommen.


Volker Zimmermann
Die Tschechoslowakei und die beiden deutschen Staaten
288 Seiten, ca. € 29,95
978-3-8375-0452-1
Zwischen 1949 und 1990, also über 40 Jahre lang, grenzte die Tschechoslowakei an zwei deutsche Staaten. Folge dieser Konstellation war ein kompliziertes Beziehungsgeflecht im Zeichen des Kalten Krieges. In dem Band befassen sich tschechische, slowakische und deutsche Historiker mit verschiedenen Aspekten dieses Dreiecksverhältnisses: mit seiner Einordnung in den bipolaren Rahmen des Ost-West-Konflikts, dem Einfluss der sudetendeutschen Vertriebenen auf die Beziehungen der BRD und der DDR zur Tschechoslowakei, tschechoslowakischen eigentumsrechtlichen Ansprüchen gegenüber der BRD, tschechoslowakischer Propaganda im Kalten Krieg, der Dreiecksbeziehung zwischen DDR, Tschechoslowakei und Polen in den 1950er und 1960er Jahren, der Ostpolitik der BRD gegenüber der Tschechoslowakei in den Jahren 1967 bis 1973, den Wirtschaftsbeziehungen zwischen der DDR und der Tschechoslowakei sowie zwischen der BRD und der Tschechoslowakei, den Systemzusammenbrüchen in der DDR und der Tschechoslowakei 1989, der tschechoslowakischen Außenpolitik zur Zeit der deutschen Vereinigung und den deutsch-tschechischen Beziehungen seit 1990.


Michaela Marek
Kultur als Vehikel und als Opponent politischer Absichten
Kulturkontakte zwischen Deutschen, Tschechen und Slowaken von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre
592 Seiten, ca. € 49,95
978-3-8375-0480-4
„Kultur“ wird seit jeher als ein Instrument und Medium der Politik genutzt, der Innenpolitik wie auch der auswärtigen Beziehungen. Besonders in angespannten Konstellationen – wie sie das Verhältnis zwischen Deutschen, Tschechen und Slowaken seit dem 19. Jahrhundert immer wieder kennzeichneten – eröffnete dieses Handlungsfeld aber stets auch Chancen, den Primat der institutionalisierten Politik zu relativieren: politische Entscheidungen zu erzwingen, zu unterlaufen oder gegen sie zu protestieren. Der Band präsentiert in der breiten Spanne zwischen Ereignissen und Gütern der Hochkultur sowie alltagskulturellen Begegnungen und ihren Schauplätzen eine Vielzahl von Fallbeispielen. Die Beiträge zeigen, wie sehr die politische Geschichte eines kulturgeschichtlichen Korrektivs bedarf.

Olaf Schwencke
Das Europa der Kulturen – Kulturpolitik in Europa
Dokumente, Analysen und Perspektiven – von den Anfängen bis zum Vertrag von Lissabon
432 Seiten, € 18,00
978-3-8375-0419-4
Europäische Kulturpolitik führte lange Zeit ein Schattendasein nicht nur in Deutschland. Zu häufig dominierten auch hier nationalstaatliche Interessen. Gerade der Kulturföderalismus in der Bundesrepublik Deutschland hat dazu beigetragen, dass die europäische Ebene bei Kulturfragen tendenziell vernachlässigt wurde. Mit den Verträgen von Maastricht (1992) und schließlich mit dem Vertrag von Lissabon (2009) hat sich allerdings ein grundlegender Wandel vollzogen: Perspektiven einer Kulturpolitik in Europa sind angemessen stark in das Blickfeld auch nationalstaatlicher Diskussionen gerückt.
Nach 1945 war Europa in den ersten Versuchen eines Neuanfangs zuvörderst ein gemeinsames kulturpolitisches Projekt und wurde erst im zweiten Schritt auch als ein gemeinsamer Wirtschaftsraum realisiert. So sind viele Entwicklungen in Städtebau und Denkmalschutz, Interkultur, Regionalismus, Teilhabe und Soziokultur, die in der heutigen Kulturpolitik nahezu selbstverständlich erschienen, nicht zuletzt auf europäischer Ebene, vor allem im Straßburger Europarat, vorgedacht worden.
Das Buch zeichnet diesen Weg anhand von über 60 einschlägigen Dokumenten nach. Es umfasst dabei mehr als 60 Jahre europäischer Kulturpolitik, die vom Autor zudem in den zeithistorischen Zusammenhang gestellt und entsprechend kommentiert werden. Die Publikation markiert in dieser Hinsicht gleichsam die "Erfolgsgeschichte" der europäischen Kulturpolitik bis ins 21. Jahrhundert.

Manfred Grieger / Christian Jansen / Irmtrud Wojak
Interessen, Strukturen und Entscheidungsprozesse!
Für eine politische Kontextualisierung des Nationalsozialismus
202 S., Br., € 19,95
978-3-8375-0403-3
Der Nationalsozialismus erregt auch 65 Jahre nach dem Tod Adolf Hitlers große mediale Aufmerksamkeit. Anstatt umfassend die ermöglichenden Faktoren einer durch Exklusion, Gewalt, Expansion und Völkermord geprägten Gesellschaft zu untersuchen, stehen seit einiger Zeit die Motive, ideologischen Prägungen oder auch die Korruption und persönliche Bereicherung der Täter im Mittelpunkt der Forschung. Zudem setzen manche Autoren die vom Regime propagierte "Volksgemeinschaft" mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit gleich und überzeichnen damit die Regimeloyalität der "Deutschen". Gesellschaftliche Konflikte und auch der politische Widerstand werden dabei leicht übersehen. Der Band plädiert dagegen für eine quellengestützte Analyse der Interessen, Strukturen und Entscheidungsprozesse, die der "kumulativen Radikalisierung" des NS-Regimes zugrunde lagen. Die Forderung nach einer stärker politischen Kontextualisierung des Nationalsozialismus greift wichtige Anregungen und Argumente des bedeutenden Zeithistorikers und einflussreichen Bochumer Hochschullehrers Hans Mommsen auf, dessen strukturgeschichtlicher Denkansatz die Autorinnen und Autoren bei der Entwicklung des eigenen Blicks auf die NS-Diktatur und ihre Verbrechen beeinflusst hat.

Jens Niederhut / Uwe Zuber
Geheimschutz transparent?
Verschlusssachen in staatlichen Archiven
128 Seiten, € 19,95
978-3-8375-0453-8
Eine immense Zahl von Verschlusssachen lagert in den Registraturen der Verfassungsschutzämter, bei Staatsschutzstellen und bei der Justiz, aber auch in den staatlichen Archiven. Der Band versucht den Wert dieser Akten für die Forschung auszuloten und die Schwierigkeiten der Archive im Umgang mit Verschlusssachen zu veranschaulichen. Im Rückgriff auf Geheimakten beschreiben die Beiträge die Entstehung des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes nach 1945, links- und rechtsextremistische Gruppen sowie Aspekte der Alltagsbeziehungen zur DDR. Wissenschaftler und Journalisten, Vertreter der Verwaltung und der Archive diskutieren Möglichkeiten und Grenzen eines öffentlichen Zugangs zu VS-Akten.


LWL-Industriemuseum
Wahre Helden
Fotografien von Jörg Boström und Jürgen Heinemann
120 Seiten, zahlr. Abb., € 7,90
978-3-8375-0414-9
Die westdeutsche Industrie befand sich in einer tiefen Krise, als Prof. Jörg Boström und Prof. Jürgen Heinemann Ende der 70er Jahre bis Anfang der 90er Jahre mit ihrer Kamera die industrielle Arbeitswelt in verschiedenen Betrieben Westfalens dokumentierten. Nach Jahren des Wiederaufbaus und des wirtschaftlichen Aufschwungs wurden durch die Wirtschaftskrise un ddie ausländische Konkurrenz viele Betriebe der Kohle-, Textil- und Metallindustrie geschlossen oder die Arbeitsplätze nach Osteuropa oder Fernost verlagert. Die "Wahren Helden" waren die Arbeiterinnen und Arbeiter. Die Bilder von Jörg Boström und Jürgen Heinemann zeigen die Akteure bei der Arbeit – und setzen ihnen ein Denkmal.


Delia Bösch /Jörg Loskill
Thomas Rother
RevierAtelier, Band 8
96 Seiten, durchg. farb. Abb., € 24,90
978-3-8375-0271-8
Aus dem Vorwort von Jörg Loskill: Nostalgie ist seine Sache nicht. Auch wenn er dem Alten, Vergessenen, Ausrangierten nachspürt. Aber er gibt sich damit nicht zufrieden.
Thomas Rother ist Sammler, Arrangeur, Monteur, Denker, Handwerker, Collageur, Bildhauer, Grafiker, Texter, Spurensucher. Er verbindet Vergangenheit mit der Gegenwart und blickt durch diese Konstellation visionär in die Zukunft. Er lebt in dem Bewusstsein der Industriekultur, in der sich eine neue Sicht auf Dinge, auf Materialien, auf Situationen, auf Alltägliches und Rituelles manifestiert. Seine künstlerische Leistung erwächst aus einem Pionierbewusstsein: Die Mythen des Ruhrgebiets werden von ihm neu befragt.



Horst Wackerbarth
Die rote Couch– Here and there
288 Seiten, zahlr. farb. Abb., ca. € 39,95
978-3-8375-0102-5
"Here & There" ist Teil des Gesamtprojekts "The Red Couch - A Gallery of Mankind". Am Beispiel der Stadt Duisburg und ihrer Partnerstädte kommentiert Horst Wackerbarth Migration künstlerisch durch Foto- und Videoarbeiten. Es sind Arbeiten mit berühmten und weniger berühmten Kindern der Stadt entstanden, wobei die prominenten Duisburger jeweils einen Mitbürger mit Migrationshintergrund "adoptieren".
Horst Wackerbarth arbeitet seit über einem Vierteljahrhundert an seinem Porträtwerk "The Red Couch - A Gallery of Mankind". Der Foto- und Videokünstler bereist mit Couch und Kamera die Welt und platziert das Sofa im Lebensumfeld der unterschiedlichsten Menschen, die darauf porträtiert zwölf universelle Fragen beantworten. Seine Fragen zu den Themen Arbeit, Glück, Liebe und Tod stellt der Künstler stets auf der leuchtend roten Couch. Diese ist der gemeinsame Nenner für alle Nationen, Religionen, Rassen und Schichten, für kulturelle Vielfalt, Lebensgewohnheiten und Ansichten von Individuen, Szenen, Mehrheiten und Minderheiten. Ergebnis ist jeweils eine großformatige Original-Fotografie nebst Videoinstallation. Bis heute schuf Wackerbarth fast 600 Arbeiten in 39 Ländern und die universellen Fragen wurden in 36 Sprachen beantwortet.


Michael Welke
Der Kabarettist als literarischer Orator
Produktions- und rezeptionsästhetische Strategien im Werk des literarischen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch
376 S., Br., € 34,95
978-3-8375-0441-5
Der literarische Kabarettist Hanns Dieter Hüsch (1925–2005) bestach durch Sprachwitz und Poesie, war niederrheinischer Heimaterzähler, Gesellschaftskritiker und christlicher Prediger zugleich. In annähernd sechzig Jahren Bühnen-, Rundfunk und Fernsehpräsenz prägte er sich dem Publikum als Humorist und Mahner ein, erlangte in den späteren Jahren den Ruf einer „moralischen Instanz“. Mit vielen Staats-, Landes- und Kulturpreisen ausgezeichnet, beschritt er einen Weg von der provisorisch eingerichteten Mainzer Studentenbühne bis in die Arenen der Kirchentage und kann als führender Wegbereiter der bundes-deutschen Kabarettszene bezeichnet werden.
Michael Welke untersucht die Inszenierungsformen des sich wandelnden Hüsch vom Kleinkünstler zum Großprediger und stellt Verbindungen dieser Rollenvariabilität zu den zu Grunde liegenden Erzählstrategien des Künstlers her. Dies geschieht auf der Grundlage eines poetologisch-rhetorischen Interpretationsansatzes, der Kunstproduktion, Inszenierungsformen und Sprachhandlungen in einen Zusammenhang bringt. Eine Fülle von historiographischen Hinweisen auf Produktionsbedingungen und Prägungserlebnisse, die den Künstler beeinflusst haben, runden die Untersuchung ab.
Inhalt und Vorüberlegungen des Autors


Ulrike Robeck
Egon Erwin Kisch beim Bochumer Verein
Ein Versuch zum "Wesen des Reporters"
130 Seiten, zahlr. Abb., € 19,95
978-3-8375-0418-7
Egon Erwin Kisch gilt als Begründer der literarischen Reportage. Bekannt wurde er mit seiner 1924 veröffentlichten Reportagesammlung mit dem Titel „Der rasende Reporter“. Dem darin enthaltenen Bericht über das Hochofen- und Stahlwerk des Bochumer Vereins stellt Ulrike Robeck zeitgenössische Fotografien der Werksanlagen gegenüber. Bei der Konfrontation der beiden Darstellungsweisen werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich, welche die besonderen Eigenarten des Reportagetextes erkennen lassen. Dieser verliert im Laufe der Untersuchung zunehmend den Charakter eines einfachen Tatsachenberichts. Unter Berücksichtigung der von Kisch bereits 1918 veröffentlichten theoretischen Gedanken über das „Wesen des Reporters“ erweist sich die Stahlwerks-Reportage schließlich als ein literarisch gestalteter Text, mit dessen Bildsprache eine Thematik angesprochen wird, die weit über die Abläufe im Hüttenwerk hinausgeht.


Willy Buschak
Franz Josef Furtwängler
Gewerkschafter, Indien-Reisender, Widerstandskämpfer.
Eine politische Biografie
270 Seiten, € 39,95
978-3-8375-0387-6
Franz Josef Furtwängler ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Weimarer Republik. Als Gewerkschafter reiste er 1926/27 durch Indien. Ganz anders als die Europäer seiner Zeit sah er den Orient mit dessen eigenen Augen und prophezeite schon in den 1920er Jahren den Aufstieg Indiens zur Industriemacht. Gegen Ende der Weimarer Republik knüpfte er Kontakte zur NSDAP. Zeitgenossen und Historiker verdächtigten ihn sogar, im Auftrag der Gewerkschaften mit der NSDAP-Größe Gregor Strasser verhandelt zu haben. Um sich in Sicherheit zu bringen, ging er 1934 ins Exil nach Ungarn, wurde vier Jahre später nach Deutschland ausgewiesen und landete – im Auswärtigen Amt, im Sonderreferat Indien. Furtwänglers wichtige Rolle im deutschen Widerstand ist heute völlig unbekannt: Er war einer der wichtigsten Mitarbeiter von Adam von Trott zu Solz, hielt enge Verbindung zum Kreisauer Kreis und war das Scharnier zwischen bürgerlichem und gewerkschaftlichem Widerstand. Unter abenteuerlichen Umständen konnte er in der Endphase des Zweiten Weltkrieges überleben. Als hessischer Landtagsabgeordneter und Publizist kämpfte er für eine demokratische Entwicklung Deutschlands.

Rainer Danielzyk / Andrea Dittrich-Wesbuer / Frank Osterhage
Die finanzielle Seite der Raumentwicklung
Auf dem Weg zu effizienten Siedlungsstrukturen?
266 Seiten, zahlr. teils farb. Abb., € 24,90
978-3-89861-934-9
Die Auswirkungen der Siedlungsentwicklung auf den Gemeindehaushalt haben in Raumforschung und Planungspraxis in den letzten Jahren eine wachsende Aufmerksamkeit erfahren. Im Mittelpunkt steht hierbei die Frage, mit welchen einmaligen und laufenden Kosten die Siedlungstätigkeit in einer Kommune oder Region verbunden ist. Der Sammelband stellt Ergebnisse und Erfahrungen der aktuellen Fachdiskussion vor. Er fördert den Austausch zwischen unterschiedlichen Forschungsansätzen und regt eine weitere Auseinandersetzung mit den fiskalischen Effekten der Siedlungsentwicklung in Deutschland an.
Aus dem Inhalt:
Fred Baumgartner: Raumentwicklung kostet?! Eine kohärente Raumordnungspolitik, der Schlüssel zu einer kostensparenden Raumplanung
Stefan Raetz und Robin Denstorff: Die finanzielle Seite der Raumentwicklung. Eine Sichtweise der kommunalen Ebene
Thomas Bleier: Fiskalische Betrachtung der Raumentwicklung aus Sicht eines Projektentwicklers
Robert W. Burchell, Anthony Downs, Samuel Seskin and Terry Moore: The Costs of Sprawl in the United States 2000 to 2025
Stefan Suter, André Müller und Heini Sommer: Siedlungsentwicklung und Infrastrukturkosten. Forschungsergebnisse aus der Schweiz
Stefan Siedentop: Regionale Infrastrukturkostenrechnung. Methodischer Ansatz und Ergebnisse einer Pilotanwendung in der Region Havelland-Fläming
Jens-Martin Gutsche: Die „Kosten der Zersiedelung“ im Bauausschuss. Eine persönliche Zwischenbilanz
Jürgen Wixforth: Ertragreiche Ansiedlungspolitik? Empirische Analysen im Stadt-Umland-Kontext
Stephan Mitschang: Ökonomische Aspekte des Stadtumbaus
Andrea Dittrich-Wesbuer, Karsten Rusche und Achim Tack: Stadtumbau und Infrastruktursysteme. Folgen des demographischen Wandels auf die Abwasserinfrastruktur
Dirk Löhr: Ökonomische Instrumente zur Lenkung der Siedlungsentwicklung
Marion Klemme und Klaus Selle: Geld spielt keine Rolle? Fiskalische Aspekte der Siedlungsentwicklung in kommunalen Planungs- und Entscheidungsprozessen
Andrea Dittrich-Wesbuer und Frank Osterhage: Kostenbewusste Siedlungsentwicklung als Zukunftsaufgabe. Neue Werkzeuge für die Planungspraxis
Helmut Resch: Kosteneffizienz durch strategische Rückbauplanung. Das Beispiel der Stadt Selb

Gertrude Cepl-Kaufmann / Georg Mölich
Konstruktionsprozesse der Region in europäischer Perspektive
Kulturelle Raumprägungen der Moderne
312 S., Abb., € 29,95
978-3-89861-836-6
Aus dem Inhalt:
Karl Ditt: Strategien regionaler Raumkonstruktionen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Walter Schmitz: „Gedachte Ordnung“ – „erlebte Ordnung“: Region als Sinnraum
Gertrude Cepl-Kaufmann: Denkbild und Praxis. Zur Rhetorik der Region
Andreas Schumann: Wie Stereotype Neues verhindern. Heimat und Moderne
Stephen Pielhoff: Kulturvermittler im Kampf um Anerkennung. Zur avantgardistischen Codierung von „Heimat“ im wilhelminischen Kaiserreich
Wulf Wülfing: Literarische Gruppen als Träger regionaler Identitäten
Justus H. Ulbricht: „Wartburg-Weimar-Lebensgefühl“ oder: In „deutscher Mitte
Monika Gibas: Von „Deutscher Wertarbeit“ und vom „Kulturwert der Technik“ in „Deutschlands Mitte“
Ulrich Gaier: Mythen, Denkmäler, Wahrzeichen. Konstruktionsverfahren der imagined Community
Bettina Keß: „Mainfranken“. Zu Geschichte und Gebrauch eines Integrativbegriffs
Antje Johanning: Zur Konstruktion einer „oberschlesischen“ Identität in Literatur und
Kulturzeitschriften zwischen 1925 und 1945
Antonella Gargano: Von Macerata nach Berlin, Düsseldorf und zurück
Maria Paola Scialdone: Das Ballspielhaus Maceratas „Sferisterio“ als Träger und Förderer der kulturellen Identität der Marken
Hans-Georg Grüning: Tirol-Südtirol. Dekonstruktion und Rekonstruktion einer Region
Jürgen Thaler: Erkundungen im ländlichen Raum. Regionale Literaturgeschichte am Beispiel Vorarlberg
Germaine Goetzinger: Aline Mayrisch und Sissi Frank – Industriellengattin und Dienstmädchen
Hans Hecker: Beiderseits der Grenze. Grenzziehungen und Grenzregionen im östlichen Europa

Hans Körner / Jürgen Wiener
"Liturgie als Bauherr"?
Moderne Sakralarchitektur und ihre Ausstattung zwischen Funktion und Form
256 S., zahlr. Abb., € 29,95
978-3-8375-0356-2
Mit der Formel »Liturgie als Bauherr« plädierte der Architekt und Kunsthistoriker Cornelius Gurlitt für eine Reform des Kirchenbaus. Inwiefern bestimmt die Liturgie tatsächlich die Sakralarchitektur? Ist Gurlitts Wort heute noch aktuell? Die Autoren untersuchen die Wechselbeziehungen zwischen Liturgie, Baugestalt und Kirchenausstattung im katholischen und protestantischen Kirchenbau des 20. Jahrhunderts.

Aus dem Inhalt:
– Funktion und Erlebnis katholischer Sakralräume im Rheinland zu Beginn des 20. Jahrhunderts
– Kirche und Siedlung
– Stadt – Konfession – Kirche. Die evangelische Matthäikirche in Düsseldorf
– Die assoziative Kraft der Form im Kirchenbau der Nachkriegsmoderne
– Material im Dienste der Liturgie
– Wallfahrtsliturgische Praxis in ihrer architektonischen Konsequenz am Beispiel von Le Corbusiers Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp
– Die Idee des Zentralbaus bei Emil Steffann
– Die Rothko Kapelle. Kunst als Bauherr
– Altar und Kanzel im evangelischen Kirchenbau. Bauwerke der Zwischenkriegsjahre in Ruhrgebiet und Rheinland
– Altar und Tabernakel im liturgischen und architektonischen Spannungsfeld. Peter Lenz, Martin Weber, Clemens Holzmeister, Hans Schwippert
– Die Entstehung moderner Altarkonzepte im Kontext des katholischen Kirchenbaus
– Der Altarraum im Kirchenbau der Moderne
– »Alles Bauen muss von einem Zwecke aus begriffen werden, […] so auch der Kirchenbau.« Otto Bartning und die Aufgaben des Kirchenbaus
– Architektur und Liturgie. Kirchenbauten von Olaf Andreas Gulbransson (1916–1961)
– Das Kirchengestühl im modernen Kirchenbau. Die Geschichte des Gestühls
– Wie die Orgel den modernen Kirchenraum betrat …
– Licht im modernen Kirchenraum. Licht als Baustoff?
– Moderner Kirchenbau als Bedeutungsarchitektur. Die Lichtkonzeption Dominikus Böhms (1880–1955) als Ausdruck einer mystagogischen Raumidee
– Lampe und Liturgie. Elektrisches Licht im modernen Kirchenbau
– Licht im Kirchenraum bei Rudolf Schwarz
– »Propaganda in allen erreichbaren Käsblättern«. Schwarz, Bartning, Böhm und die Visualisierung ihrer Kirchenbauten durch Albert Renger-Patzsch und Hugo Schmölz
– Die fotografische Darstellung des modernen Kirchenbaus in der Zeitschrift »Das Münster«



Christa Reicher / Lars Niemann / Angela Uttke
Internationale Bauausstellung Emscher Park
Impulse: lokal – regional – national – international
300 Seiten, zahlr. Abb., € 29,95
978-3-8375-0501-6
Die IBA Emscher Park hat seit ihrem Beginn bis heute viele Veränderungsprozesse in der Region und darüber hinaus angestoßen. Fachleute aus dem In- und Ausland zeigen ein anhaltendes Interesse an den Wirkungsweisen, Organisationsformen und Ergebnissen der IBA und studieren ihre Denkmodelle und Projekte. Welche sozialen, ökologischen und ökonomischen Impulse wurden gesetzt? Wie weit reicht die Vorbildwirkung von IBA Projekten und Verfahren im In- und Ausland? Wie lief der Transfer von Wissen um Verfahren und Projekte? Welche Rolle spielten dabei Personen? Das Buch „IBA Impulse“ befragt Akteure der Kommunen und der Region sowie der Wissenschaft, Politik und Wirtschaft nach ihren Einschätzungen der Entstehung und Entwicklungen der IBA Emscher Park. Ihre teils persönlichen Wahrnehmungen der letzten 20 Jahre beschreiben Impulswirkungen und Sichtweisen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene und veranschaulichen die vielfältigen Effekte der IBA. Die Autoren aus dem In- und Ausland zeigen dabei in ihren Beiträgen Wechselwirkungen von Zeit und Raummaßstäben auf und motivieren durch die Verschiebungen von Perspektiven die Auseinandersetzung mit der IBA Emscher Park.

Fonds Darstellende Künste / Günter Jeschonnek
Report Darstellende Künste
Wirtschaftliche, soziale und arbeitsrechliche Lage der Theater- und Tanzschaffenden in Deutschland
724 Seiten, € 24,90
978-3-8375-0473-6
Mit seinem zweiten Buch legt der 1985 gegründete Fonds Darstellende Künste einen komplexen Report zur wirtschaftlichen, sozialen und arbeitsrechtlichen Lage der Theater- und Tanzschaffenden in Deutschland – im Kontext zu internationalen Entwicklungen – vor. Dieser Report bezieht sich auf den Künstlerreport von Forbeck/Wiesand (1975) und den Bericht der Enquetekommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages (2007). Der Fonds, das Internationale Theaterinstitut (ITI) und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien veranstalteten zu diesem Thema gemeinsam mit anderen Partnern im Mai 2009 ein internationales Symposium in der Berliner Akademie der Künste. Davor initiierte der Fonds umfangreiche Erhebungen sowie Studien und gewann dafür Wissenschaftler, die Verbände Freier Theater, spartenspezifische Fachverbände und das ITI. Die Ergebnisse des Symposiums und der nationalen wie internationalen Studien bilden die Grundlagen des Reports. Bundesweit beteiligten sich 4.400 Theater- und Tanzschaffende aller Sparten an der Fragebogenaktion und 175 qualitativen Interviews. Im Kontext zu den empirischen Ergebnissen, die die Arbeits- und Lebensbedingungen der Theaterund Tanzschaffenden widerspiegeln, werden im Buch alle vorhandenen Kultur- und Kreativwirtschaftsberichte der Bundesländer und Kommunen sowie die Auswertung amtlicher Statistiken unter dem Aspekt berufsspezifischer Risiken auf den Arbeitsmärkten der darstellenden Künste diskutiert. Die aktuelle umfassende Untersuchung unternehmerischer Kulturförderung in Deutschland durch den Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI komplettiert die Studien des Reports.

Miriam Bistrovic
Aktuelle Entwicklungen des Antisemitismus und Philosemitismus in Japan
336 Seiten, ca. € 34,95
978-3-8375-0499-6
Aktuelle Debatten zum Antisemitismus und Philosemitismus befassen sich nur selten mit Vorkommnissen im asiatischen Raum und Japan wird häufig nur im Kontext des Zweiten Weltkrieges als Bündnispartner des nationalsozialistischen Deutschlands oder in seiner Funktion als vorübergehendes jüdisches Exilland erwähnt. Jedoch bleiben dadurch Besonderheiten bei der Interpretation antisemitischer Propaganda sowie deren langfristiger Einfluss auf aktuelle Ereignisse und den gegenwärtigen Umgang mit Juden weitestgehend unberücksichtigt. Diese Lücke in der Forschung versucht die Autorin zu schließen. Sie erörtert sowohl die historischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen für die Entstehung antisemitischer und philosemitischer Strömungen in Japan als auch ihre spezifischen Strukturen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der detaillierten Analyse von Phänomenen der jüngsten Vergangenheit, die vom Beginn der Anne-Frank-Rezeption in der Nachkriegszeit, über Opferdiskurse und religiös motivierte Sympathiebekundungen bis hin zu Fällen von Holocaust-Leugnung, der Kolportage von Verschwörungstheorien über das Internet und antisemitischen Traktaten mit Verkaufszahlen in Millionenhöhe reichen.

Eva Krings
Tierleben
Vom Umgang mit vertrauten Fremden
120 S., Abb., € 15,00
978-3-8375-0494-1
Seit wann gibt es Diätberater für Hunde? Warum lieben Diktatoren Privatzoos? Warum sind Schlachttiere unsichtbar? Wo wurden Männer als Werwölfe verfolgt? Wann kommen Tiere in den Himmel? Wovon träumt King Kong? Wann ist Tierquälerei erlaubt? Darf ein Papst Katzen lieben? Allein in deutschen Haushalten leben mehr als 23 Millionen Katzen, Hunde, Vögel und Kleintiere, Fische und Terrarienbewohner nicht einmal mitgerechnet. Tiere gehören zu unserem Alltag – als Familienmitglied, als modisches Zubehör, als Hauptdarsteller im Freizeitangebot. Doch selbstverständlich ist die Beziehung zwischen Mensch und Tier damit noch lange nicht. Nicht nur die private Zuneigung zum Haustier und der gesellschaftliche Umgang mit Nutztieren stehen unvermittelt nebeneinander, auch die gleiche Art kann ein Schicksal zwischen Himmel und Hölle treffen, wie die rasant steigende Zahl der Versuchstiere zeigt. Wie kommt es zu diesen Widersprüchen und wie können sie funktionieren? Eva Krings geht dieser Frage nach. Auf der Spurensuche begegnet man Arbeits- und Kuscheltieren, Mischwesen und Bestien, Kunst-Stücken und unsichtbaren Schlachttieren. Und nicht zuletzt dem Menschen, der seine Handschrift auf ihnen hinterlassen hat, seit der erste domestizierte Wolf ihn vor etwa 15.000 Jahren auf der Jagd begleitete.

Margret Krannich / Susanne Rauscher / Mechthild Veil
Das gefühlte und das proklamierte Europa
Impulse und Barrieren der europäischen Genderpolitik
164 Seiten, € 14,95
 978-3-8375-0498-9
Das gefühlte und das proklamierte Europa driften in der Wahrnehmung vieler Menschen zunehmend auseinander. Es macht sich eine gewisse Europamüdigkeit breit, auch und gerade in der Genderpolitik, obwohl die EU-Gleichstellungspolitik zu Recht als eine Erfolgsgeschichte gilt. Es scheint, als fehlten Europa Stimmen, Gesichter und eine Programmatik, um für emanzipatorische Prozesse zu mobilisieren. Wie erklären sich diese Diskrepanzen? Kann tatsächlich von einem Stillstand in der EU-Gleichstellungspolitik gesprochen werden oder gibt es angesichts einer tief greifenden ökonomischen Krise und im Hinblick auf die spezifische Institution der Europäischen Union zu hohe Erwartungen an die EU-Politik? Der Band zeichnet in einem ersten Teil die 50-jährige Geschichte der EU-Gleichstellungspolitik nach und wirft einen Blick auf die aktuelle EU-Genderpolitik. In einem zweiten Teil, der Porträts von drei Europäerinnen enthält, steht Europa als kultureller Raum im Zentrum. Ein weiterer Teil befasst sich mit der Finanz- und Wirtschaftskrise und deren Perspektiven für die Geschlechterpolitik der Europäischen Union. Am Beispiel Deutschlands werden die Konjunkturpakete und ihre Auswirkungen unter Gendergesichtspunkten untersucht. In einem letzten Teil werden Veränderungsdynamiken in einzelnen EU-Mitgliedstaaten im Spannungsverhältnis zur EU beleuchtet. Sowohl der Blick auf Irland als auch der auf Spanien versprechen neue Einblicke. Ein Beitrag zur aktuellen Lage in Ungarn schließt die Publikation ab.

Vera von Achenbach / Barbara Eifert
Junge Bilder vom Alter
WERKBUCH
370 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 14,95
978-3-8375-0178-0
Was macht das Alter heute aus? Wie leben sie, was tun die Älteren? Wie sehen sie sich selbst und wie die Jungen? Die meisten Bilder vom Alter entsprechen schon lange nicht mehr der Realität. So wird Alter häufig immer noch mit Krankheit, Bedürftigkeit, geistigem Verfall und gesellschaftlicher Belastung gleichgesetzt. Solche Bilder prägen unser Verhalten und unsere Sprache. Damit setzt sich die Landesinitiative "Junge Bilder vom Alter" auseinander. Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen fördert damit die Wahrnehmung der Potenziale des Alters in der Gesellschaft. Ziel der Initiative ist die Stärkung differenzierter Sichtweisen auf das Alter und die Entwicklung realistischer Altersbilder. Der Band versammelt Essays, Reflexionen und wissenschaftliche Studien zum Thema. Projektimpulse und zahlreiche Bilder aus der Kreativ-Werkstatt machen die Vielfalt des Alters erfahrbar und durchbrechen die normierende Wirkung negativer Klischees. Die Begegnung zwischen Alt und Jung und das gemeinsame kreative Gestalten lassen neue Bilder hervortreten und schaffen Raum für neue Erfahrungen.

Alexander Klar
Rui Inácio - True Images
60 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 13,95
978-3-8375-0448-4
Rui Inácios Werk beschäftigt sich mit Mechanismen des visuellen Gedächtnisses. In einer in sich geschlossenen Folge von Formentwicklungen transformiert er Elemente des naturalistischen Landschaftsbildes oder von Naturgebilden in Bilder einer eigenen, artifiziellen Natur. Das Bild des Baumes, Symbol für organisches Wachstum und die Komplexität der Natur geht er an, indem er vorhandene Formen übernimmt und im Bild transformiert, in dem er sie aus sich heraus ‚wachsen’ lässt. Am Anfang stehen Fotografien, die der Künstler in Portugal, Spanien und Deutschland gemacht hat. Bereits in den Fotografien ist der Ausschnitt so gewählt, dass die Orientierung in einem Dickicht von Bäumen oder einem Gewirr von Baumstämmen die Orientierung unmöglich wird. Von diesen Fotografien ausgehend verdichtet er die Darstellung, um Bilder einer utopischen Wildnis zu erreichen. 

Stratmann
Pilz inne Buxe
Heiteres medizinisches Comic
96 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 12,95
978-3-8375-0491-0
Wohl einmalig in der deutschen Kabarettgeschichte, dass ein Solokabarettist in 10 Jahren über eine Million Zuschauer (davon 700.000 in seinem eigenen Theater) überweigend erfreute, teilweise sich auch kranklachen ließ, darüber hinaus gab es zahlreiche Auftritte außerhalb des Stratmanns-Theater in vielen bekannten Theatern, Kabaretthochburgen (Senftöpfchen Köln, Springmaus Bonn, St.-Pauli-Theater HH, Wühlmäuse Berlin, Unterhaus Mainz u.v.a.) und Stadthallen in Deutschland sowie in Funk und Fernsehen, wie z.B. 75 Sendungen "Mittwochs mit...", nicht zuletzt durch die WDR-Produktion "Stratmanns" samstags um 21.45 Uhr, bereits seit 9 Jahren fester Bestandteil des WDR-Abendprogramms. Jetzt gibt es die absurdesten Krankengeschichten aus der Kleingartenanlage Bottrop-Batenbrock-Süd unter anderem mit Glückshormonen, Pilzerkrankungen und mechanischen Gehhilfen auch als Comic zum Nachlesen und Gesundlachen.


Kultur-Konzept GmbH /Ilya und Emilia Kabakov /Andreas Kaiser /Kazuo Katase /Andreas M. Kaufmann
Das Ruhr-Atoll
Kunst – Wissenschaft – Energie
158 S., durchg. farb. Abb., € 19,95
978-3-8375-0489-7
Im Sommer 2010 war der Essener Baldeneysee für fünf Monate lang nicht nur Erholungsort und wasserwirtschafliches Bauwerk, sondern auch Schauplatz eines der meistdiskutierten Kunstprojekte der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. „Kunst ist Energie – Energie ist Bewegung“ lautete die Formel für das Ruhr-Atoll, das im öffentlichen Raum den Diskurs zur Nachhaltigkeit von Energieressourcen, den menschlichen Umgang mit Natur, zum Thema machte, nachdem es als Konzept bereits seit 2003 den Prozess der Kulturhauptstadt Europas begleitet hatte. Auf der thematischen Grundidee des Konzeptkünstlers Norbert Bauer fußend, stammten Entwurf und Planung für (fast) jede einzelne Insel von einem scheinbar ungleichen Paar: Künstler haben sich mit Wissenschaftlern darauf eingelassen, ihre Themen und Sichtweisen miteinander zu verknüpfen und Ressourcen wie Wasser, Wind, Sonne und Kreativität zu nutzen. Der „Archipel der Künste und Wissenschaften“ provozierte und faszinierte die Menschen. Um sich den Objekten auf dem Wasser zu nähern und die Werke Kunst verbindet – Das Ruhr-Atoll bis ins Detail zu erfassen, mussten die Besucher sich aus der Rolle des reinen Betrachters lösen und selbst Energie aufwenden. Von allen Künstlern, Konzepten und Projekten berichtet dieser Bild- und Textband.

3rd i / Anja Bardey / Leonhard Lagos Kalhoff
Meine Stadt der Zukunft
Transfer_Next_Generation – Ruhr
224 S., zahlr. farb. Abb., Br., € 19,95
978-3-8375-0410-1
Stephanie Haury, BBSR: So frühzeitig wie möglich sollte auch im privaten Bereich schon damit begonnen werden, Partizipation zu üben, denn auch dies muss gelernt sein. Auch Betreuungseinrichtungen wie Kindergärten und der schulische Bereich spielen hierbei eine große Rolle. In diesen Bereichen lernen sie nicht nur soziales Verhalten und fachliche Inhalte, sondern auch hier muss schon Gelegenheit zu partizipatorischem Verhalten gegeben werden. Neben theoretischen Inputs, wie man sich an der eigenen Lebenswelt beteiligen kann, sollte auch hier Raum für die Gestaltung des eigenen Umfeldes gegeben werden.
Herbert Brenneken, Stellv ertretender Schulleiter GHS Niedersprockhövel: Es darf nicht nach Schule riechen, damit die Kinder Spaß an der Arbeit haben. Ich habe z.B. jetzt in der Gruppe Schüler, die im normalen Unterricht, so wie man ihn aus der Schule kennt, relativ schwierig sind. Die haben vor kurzem zu mir gesagt: Machen Sie das im nächsten Jahr weiter? Kann ich denn dann noch mitmachen? Das ist stark hier!
Katja Heinecke, HCU-Hamburg, Urban Design: Großartig, wie sehr die Jugendlichen aus den Potenzialen denken. Sie wollen gar nicht alles abräumen und dann das das Große, Dicke, Neue schaffen. Sie arbeiten wirklich ganz konkret mit dem, was da ist, spinnen es weiter, spinnen es um, setzen etwas darauf. Als Strategie einfach toll!
Martin Wirtz, Leiter des Bereichs Städtebauliche Planung/Freizeitplanung des RVR: Ich habe das als Motivation und Rückenwind für meine weitere Arbeit mitgenommen. Das Interesse, die Ernsthaftigkeit, mit der die Jugendlichen sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben, fand ich beeindruckend.

Kooperationsprojekt der Folkwang Universität der Künste mit der Emschergenossenschaft:

Elisabeth Neudörfl / Elke Seeger
Schön wäre wenn uns möglichst viele besuchen würden
Lernen von Castrop-Rauxel – Fotografie und Klang
96 Seiten, zahlr. farb. Abb., Br. inkl. CD, € 14,95
978-3-8375-0458-3
Schön wäre, wenn uns möglichst viele besuchen würden, und zwar hier bei uns in Castrop-Rauxel: Damit sie sehen, dass alle Vorurteile unbegründet sind, dass es hier so schön grün ist, dass wir eine schöne Stadt haben. Kulturelles Handeln in Castrop, transkultureller Raum in Rauxel. Ickern, Pöppinghausen, Deininghausen, Schwerin. Um das Bild von Castrop-Rauxel aus Castrop-Rauxel herauszuholen, es von der Stadt zu trennen, es ihr zu entreißen, haben sich Studierende der Folkwang Universität der Künste dorthin begeben. Sie haben Aufnahmen gemacht, und zwar mit dem Mikrofon und mit der Kamera. Von Castrop-Rauxel lernen: Bild und Ton von der Stadt. Die Ausstellung und das Buch "Schön wäre wenn uns möglichst viele besuchen würden" bringen visuelle und klangliche Repräsentationen aus Castrop-Rauxel zusammen. Die BetrachterInnen können sich ein umfängliches Bild von Stadt und Rand, Verkehr und Natur, Emscher und Hochhaus, Wohnung und Park erschließen, das im Einzelnen vielleicht überall sein könnte, aber in der Zusammenschau doch Castrop-Rauxel sein muss.


Hans Rudolf Uthoff
Tief im Westen
Das Ruhrgebiet 1950 bis 1969 im Bild
128 Seiten, zahlr. Abb., € 19,95
978-3-8375-0300-5
Im Ruhrgebiet waren die fünfziger und sechziger Jahre eine hart erarbeitete Erfolgsgeschichte. Die Schwerindustrie florierte und der Krieg war überwunden. Die Jugendjahre der Republik schufen auch den Mythos „Ruhrgebiet“ mit Arbeit und Wohlstand für alle. Uthoffs sensibler Blick vermittelt dem Betrachter das Lebensgefühl von damals. Für die Zeitgenossen werden beim Betrachten der Bilder viele Erinnerungen wach. Für die Kinder und Enkel sind es Zeugnisse einer vergangenen Zeit: als tief im Westen der Alltag der Eltern und Großeltern noch schwarz-weiß war.


Rolf Potthoff / Achim Nöllenheidt
Wie ich den Krieg überlebte
Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg
192 Seiten, zahlr. Abb., € 13,95
978-3-8375-0495-8
„Als der Krieg zu Ende ging, war mein Elternhaus durch totalen Bombenschaden zerstört, waren mein ältester Bruder, mein Onkel und vier meiner besten Freunde gefallen; mehr als die Hälfte meiner Klassenkameraden kam an der Front um. Keiner wurde älter als 19.“ In diesem reich bebilderten Buch schildern Frauen und Männer authentisch und intensiv Ereignisse aus dieser furchtbaren Zeit. Es entstand aus den Zuschriften auf einen Aufruf, in dem die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) Zeitzeugen bat, über das Erlebte von damals zu berichten. Es sind bewegende Geschichten von Strapazen, Angst, Entbehrungen, Hoffnung und Leid. Sie schildern die Todesangst in den Bombennächten, sie berichten von Hunger und der quälenden Ungewissheit, ob der Ehemann, der Vater, der Sohn oder Bruder fern an irgendeiner Front noch lebt. Sie dokumentieren die dramatische Flucht vor der anrückenden Roten Armee. Manche der Frauen, die hier schreiben, haben jahrzehntelang darüber geschwiegen, was ihnen angetan worden ist. Hier kommen Menschen zu Wort, bei denen der Krieg die Kindheit und Jugend beherrschte. Die Beiträge gehen unter die Haut.

Ein Tag wie noch nie!
Still-Leben Ruhrschnellweg
192 S., durchg. farb. Abb., € 19,95
978-3-8375-0476-7
Ein Tag wie noch nie in einer Metropole wie nirgendwo!  20.000 Tische, 40.000 Bänke, 60.000 Meter Autobahn, drei Millionen Menschen mit Ideen und Herzblut, tausende Helfer und strahlender Sonnenschein – ein einmaliges Fest der Alltagskulturen mitten in der Metropole Ruhr: das war Still-Leben Ruhrschnellweg. Die Bilder und Geschichten von der Aktion am 18. Juli 2010 auf der A 40 gingen um die Welt. Die Strahlkraft der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 erreichte ihren Höhepunkt. Der Bildband „Ein Tag wie noch nie“ bietet Einblicke in die Arbeit des Organisationsteams um Fritz Pleitgen und zeigt die unvergessliche Festtagsstimmung auf der Strecke. Die Organisatoren schildern in diesem Buch, was bei der Vorbereitung und am Tag selbst hinter und vor den Kulissen geschah. Darüber hinaus dokumentieren viele Fotos von der längsten Tafel der Welt, von den Gästen und Kreativen, von Auf- und Abbau ein Ereignis, von dem sich viele eine Wiederholung wünschen. Seit dem 18. Juli 2010 ist alles anders als zuvor. Alle, die dabei waren, wissen: Nie wieder werden sie die A 40 mit den gleichen Augen betrachten. Es gab unendlich viel zu sehen und noch mehr zu verpassen. Erleben Sie mit diesem Buch noch einmal einen Tag, wie es ihn im Ruhrgebiet noch nie gegeben hatte.

FrauRuhrMann
Lebenswelten von Frauen und Männern in der Metropole Ruhr
400 S., zahlr. farb. Abb., Br., € 19,95
978-3-8375-0083-7
Wie zukunftsfähig ist das Ruhrgebiet im Vergleich zu anderen Regionen? Ist der Strukturwandel der letzten Jahrzehnte erfolgreich verlaufen? Ist das Ruhrgebiet innovativ und kreativ oder eher träge und bildungsfern? Rund 50 Autorinnen und Autoren beleuchten schlaglichtartig die Lebens- und Arbeitswelten der Region. Dabei erweisen sich manche gängigen Klischees als falsch. Im Mittelpunkt des Buches stehen die Menschen, die hier leben: ihre Wohnsituation, ihre Erwerbsmöglichkeiten und das weite Spektrum ihres Alltagslebens – auch mit dem Blick von außen betrachtet. Dabei wird deutlich, warum Frauen und Männer trotz Schwierigkeiten sehr gerne im Ruhrgebiet leben, wie sich ihre Lebenswelten voneinander unterscheiden, wie ein zukunftsfähiges Ruhrgebiet regionalpolitisch gestaltet werden müsste – und warum das nur mit Frauen und Männern gemeinsam funktionieren kann.


Peter Klunk / Frank Lichtenheld / Klaus-Martin Schmidt-Waldbauer / Stephan Pegels
Von der St. Antony-Hütte bis zum Elektrostahlwerk
Die Wiege der Ruhrindustrie in Oberhausen
96 Seiten, durchg. farb. Abb., € 12,95
978-3-8375-0325-8
Oberhausen gilt als die älteste Hüttenstadt des Ruhrgebietes. Mit dem Museum St. Antony-Hütte im Stadtteil Osterfeld wird die Wiege der Ruhrindustrie an der Keimzelle der Gutehoffnungshütte (GHH) präsentiert. Felder prägten zuvor die Gegend der Osterfelder Straße. Ab 1868 wuchs östlich der Straße ein neues Stahlwerk, welches ab 1900 ausschließlich Stahl für die GHH erzeugte. Mit dem letzten Abstich im Elektrostahlwerk Oberhausen am 19.12.1997 um 18:05 Uhr erlosch nicht nur die Stahlproduktion an der Osterfelder Straße, sondern das Kapitel der Montan- und Stahlstadt Oberhausen wurde endgültig geschlossen. Eine Stadt ist immer im Wandel, aber der komplette Fortzug der Montanindustrie ist ein starker Strukturbruch, ein Einschnitt in der Stadtgeschichte.

Dennis Köhler / Manfred Walz / Stefan Hochstadt
LichtRegion
Positionen und Perspektiven im Ruhrgebiet
240 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 24,95
978-3-8375-0404-0
Die heute selbstverständlich erscheinende Helligkeit in der Dunkelheit, die künstliche Beleuchtung unserer Städte, ist historisch noch recht jung. Und doch mischen sich neuerdings kritische Anmerkungen in das so positiv erlebte nächtliche Licht. Ökologische, medizinische, soziale, kulturelle und auch ökonomische Argumente werden einer bloßen Ästhetik oder Funktionalität entgegen gehalten. Tatsächlich sind integrierende Ansätze gefordert, die die unterschiedlichen Interessen überwinden und Licht ganzheitlich denken. Im Ruhrgebiet wird Licht im Kulturhauptstadtjahr als besondere Qualität formuliert, die IBA Emscherpark wirkt in den betriebenen Raumdebatten nach. Beide Anlässe boten und bieten vielfache Gelegenheit, über die komplexe Nutzung und Wirkung von Licht als künstlicher Beleuchtung öffentlicher Räume nachzudenken. Tatsächlich reduziert sich der Umgang damit auf die dekorative Stadtgestaltung und die damit beabsichtigte Produktion eines spezifischen kreativen Images, mit dem das Ruhrgebiet seine industrielle Vergangenheit abzustreifen, mindestens jedoch zu ästhetisieren versucht. Mit Texten, in denen "Licht" aus unterschiedlichen Perspektiven und gespeist mit dem Wissen unterschiedlicher Disziplinen diskutiert wird, geht das vorliegende Buch einen anderen Weg: Die wissenschaftlichen und methodischen Lücken benennend, werden Hinweise formuliert, wie mit Licht in der Planungspraxis urbane Lebensqualität bei Tag und bei Nacht hergestellt werden kann.

Christa Reicher / Katrin Bäumer / Maram Tawil / Dana Jacob / Lubna Shaheen
Planning Spaces Through Intercultural Dialogue
Embracing the Past, Enhancing the Future
176 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 30,00
978-3-8375-0469-9
Sustainable Planning needs dialogue – not only between sectoral departments and among stakeholders, but between spaces, between citizens and politicians, between different needs and development goals. In today´s globalised world dialogue becomes more important. The publication on hand results from a cooperation project between planners from Germany and the Middle East. It emphasizes the role and significance of historic city centres in both cultural contexts. The comparison between European and Arabic experiences means active dialogue between both planning cultures.


Sarah Banach / Andreas Henkelmann / Uwe Kaminsky / Judith Pierlings / Thomas Swiderek / LVR
Verspätete Modernisierung - Öffentliche Erziehung im Rheinland
Geschichte der Heimerziehung
in Verantwortung des Landesjugendamtes (1945–1972)
588 Seiten, Abb., € 34,95
978-3-8375-0475-0
Im Mittelpunkt stehen die Heime des Landschaftsverbandes Rheinland in Krefeld, Solingen, Euskirchen, Brauweiler, Hennef sowie Viersen-Süchteln. An ihrer Geschichte wird die verspätete Modernisierung dieses marginalisierten gesellschaftlichen Bereiches nachgezeichnet. Besondere Aufmerksamkeit widmen die Beträge des Buches dem Alltag der Heimkinder in den Bereichen Arbeit, Freizeit, Freundschaft, Sexualität, Kontrolle, Strafen, Religion, Ernährung, Gesundheit, Hygiene, der „Verbreiterung der pädagogischen Angriffsfläche“ durch Medikamenteneinsatz und der Ausbildung des Personals. Die fünf Autoren markieren die Geschichte der Heimerziehung in ihren rechtlichen Grundlagen, ihrer historischen Genese und ihrer Entwicklung in den Jahren 1945 bis 1972. Die Kontinuität des Spitzenpersonals, die Versuche, die Erzieherschaft zu professionalisieren, die Heimaufsicht, die Heimdifferenzierung sowie die Krisen und die unzureichenden Versuche ihrer Bewältigung werden untersucht. Die interdisziplinär erstellte Studie widmet sich der Geschichte der Heimerziehung in der Zuständigkeit des größten deutschen Landesjugendamtes beim Landschaftsverband Rheinland. Basis der Untersuchung sind umfangreich überlieferte Akten und Interviews mit ehemaligen Heimkindern, die quellenkritisch ausgewertet werden.

Julia Frohne / Katharina Langsch / Fritz Pleitgen / Oliver Scheytt
RUHR. Vom Mythos zur Marke
Marketing und PR für die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010
176 Seiten, durchg. farb. Abb., € 34,95
978-3-8375-0389-0
Wie macht man in kürzester Zeit eine neue Marke bekannt und verändert ein bestehendes Image? Wie eint man die Interessen unzähliger Akteure, ob Verantwortliche in den Städten, ob Künstler, Kreative oder Sponsoren? Wie nimmt man 5,3 Millionen Menschen auf diesem Weg mit? Das Buch erläutert die Bedeutung der Kommunikations- und Marketingarbeit für die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Es schlägt einen großen Bogen von der Entstehung der Idee über die Entwicklung der Marke RUHR.2010 und die Konzepte für den touristischen Sektor bis hin zur Planung der konkreten Kampagnenstrategie und der operativen Marketing-, Presse- und PR-Maßnahmen. Dabei werden entscheidende Handlungsfelder wie die Zusammenarbeit mit Partnern, die Medienkooperationen sowie die Rolle der Sponsoren in den kommunikativen Prozessen ebenso beleuchtet wie die Herausforderungen, vor denen ein vielgestaltiges Kuturmarketing steht. Zitate beteiligter Akteure sowie konkrete Fallbeispiele aus der Praxis bereichern die Publikation. „RUHR. Vom Mythos zur Marke“ richtet sich an Kulturmanager und Verantwortliche auf kommunaler Ebene, an Führungskräfte und Marketingfachleute, Festivalorganisatoren, Touristiker, Kommunikationsverantwortliche in Unternehmen, Agenturen, Medien und Institutionen sowie an eine breite interessierte Öffentlichkeit. RUHR.2010 ist Kulturmarke® des Jahres 2010. Ausgezeichnet wurde RUHR.2010 für die identitätsstiftende Markenentwicklung, die außergewöhnliche Markenführung und die Etablierung einer beispielhaften Kulturmarke.


Stefan Laurin
Immobilienkompass Ruhr 2011
Die besten Wohnlagen des Ruhrgebiets
224 S., zahlr. Abb., € 13,95
978-3-8375-0273-2
53 Städte und hunderte von Stadtteilen gibt es im Ruhrgebiet, dem mit Abstand größten Ballungsraum der Bundesrepublik. Da ist die Orientierung nicht einfach. Mit dem Immobilienkompass Ruhr wird sich das ändern. Er stellt Ihnen nicht einzelne Städte vor, sondern Stadtteile – sortiert nach Ihren Wohnbedürfnissen: Wo fühlen sich Familien mit Kindern wohl? In welchen Quartieren wohnt die Szene? Welche Stadtteile gehören zu den Nobelvierteln der Region? Und wo sind die besten Orte für Naturfreunde, Senioren, Wassersportler oder Preisbewusste? Wir stellen sie Ihnen vor: Portraits aller wichtigen Stadtteile des Ruhrgebiets, aktuelle Preisangaben für Mieter und Käufer sowie die wichtigsten Adressen jedes Quartiers.

Die Welt in Bildern
Der WAZ Leserkalender 2012
13 Seiten, hochwertiges Kunstdruckpapier, Ringbindung, € 8,90

Die bereits im letzten Jahr hat auch dieses Jahr die Redaktion des WAZ-ReiseJournals die schönsten Fotos zusammengestellt, die von Lesern eingesandt wurden. Der Bogen spannt sich von Nord nach Süd, über Berge und Täler, Meere und Flüsse und zeigt immer wunderschöne Ansichten.



Dokumentation zur Aktion:
SING - Day of Song, RUHR.2010
88 S., Abb., € 4,90
978-3-8375-0449-1
Vom 3. bis 5. Juni 2010 wurde in der Metropole Ruhr allerorten gesungen. Alle Veranstaltungen des Projektes SING – DAY OF SONG der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 sind nun auf 88 Seiten festgehalten worden: Die Dokumentation enthält Bilder und Stimmen aus allen beteiligten Städten, von dem großen Konzert in der VELTINS-Arena mit 60.000 Sängerinnen und Sängern und allen anderen Veranstaltungen vom Mitternachts- bis zum Sonnenaufgangskonzert.

Henning Prinz
Schräg
Kultverführer Ruhr
200 S., Br., € 9,95
978-3-8375-0276-3
Zollverein kann jeder. Zollverein macht ja auch jeder: Wer etwas übers Ruhrgebiet schreibt, darf ums Verrecken nicht Zollverein übergehen. Und wehe, einer kommt ins Ruhrgebiet und pilgert nicht dahin! Klar, die Villa Hügel, das U aus DO, der Innenhafen und das CentrO sind auch hinlänglich bekannt. Und die Kokerei Hansa, die Haldenlandschaft Hoheward, Gasometer und Aquarius machen ihren Job ebenfalls tipptopp. Von romanischen Kirchen und Turmbauten der Energieversorger ganz zu schweigen. Aber das Ruhrgebiet kann auch mal völlig unberechenbar zuschlagen. Mit ziemlich schrägen Dingen, ganz egal, ob diese jetzt aus einer Fritteuse oder einer Schmiede stammen. Ob das Viele mitbekommen – oder nur ganz Wenige. Abgefahrenes und Schräges. Manchmal steht man einfach nur da und staunt. Wir im Ruhrgebiet haben dafür eine Lautfolge modelliert: „Neee, nä?“ Es gibt eine Menge erstaunlicher Dinge und Menschen im Ruhrgebiet. Abseits der großen Kunst und der breiten Straßen. Ohne Wegweiser und ohne Marketinggesellschaften. Man muss also wissen wo. Wenn Sie von irgendwoher ein ehrfürchtiges „Das glaub‘ ich jetzt aber nicht!“ hören, dann sind Sie schon verdammt nah dran. Hier ist der längst überfällige Reise- und Erlebnisführer für das un-berechenbare Ruhrgebiet. Für diesen Ver-Führer haben ein Dutzend Klartext-Autoren die Nähkästchen geöffnet. Und stellen ihre Favoriten vor. Plus Geheimtipps. Plus kommende Geheimtipps. Mit allen wichtigen Regeln, Hilfestellungen und Empfehlungen für den gelungenen Survival-Trip durch ein sehr schräges Stück Stadtlandschaft. Neben aller Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Berechenbarkeit und Bodenständigkeit: Wir können nämlich auch anders.


Klaus Fehlemann / Bernd Reiff / Wolfgang Roters / Leonore Wolters-Krebs
Charta Ruhr
Denkanstöße und Empfehlungen für polyzentrale Metropolen
96 Seiten, zahlr. Abb., inkl. CD, € 14,95
978-3-8375-0354-8
Auf dem Weg zur „Metropole Ruhr" – eine von der Groß- und Schwerindustrie geprägte Agglomeration mit fünf Millionen Menschen, Deutschlands größte Stadt, aufregendste Stadtlandschaft, polyzentral organisiert wie kaum eine andere in der Welt. Dieser ungewöhnliche Raum will eine metropolitane und urbane Landschaft werden, Dienstleistungsmetropoie, Kultur- und Integrationsraum, Wissenschaftsstadt. Der Raum zwischen Ruhr, Hellwegzone, Emscher und Lippe steht mitten in diesem Transformationsprozess. Vieles hat sich in den letzten Dekaden zum Teil spektakulär, häufig auch durch ganz praktische Kooperationsnetze über lokale und fachliche Grenzen hinweg positiv entwickelt. Heute ist das alte Ruhrgebiet der 1960er Jahre des vorherigen Jahrhunderts nicht wiederzuerkennen. Aber: Nach der Internationalen Bauausstellung Emscher Park der 1990er Jahre und am Ende der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 braucht die „Metropole Ruhr" jetzt weitere neue Impulse.
Mit der Charta Ruhr bietet die nordrhein-westfälische Landesgruppe der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) dafür eine Plattform: für eine umfassende und geordnete Diskussion, für strategische Anregungen und konkrete Empfehlungen. Dies alles basiert auf 38 perspektivischen und analytischen Untersuchungen von Wissenschaftlern und Praktikern sowie drei einander ergänzenden programmatischen Vorschlägen für den Weg in die Zukunft. Der Publikation liegt eine CD bei, auf der alle Beiträge in voller Länge mit Bildern und Grafiken sowie Lebensläufe der Autoren und Interviews ausgewählter Persönlichkeiten der „Metropole Ruhr" als Hörbeiträge zu finden sind.

Detlef Hopp
Industrie. Archäologie. Essen.
Industriearchäologie in Essen
100 Seiten, zahlr. teils farb. Abb., € 14,95
978-3-8375-0428-6
Aus der Zeit der Industrialisierung bezieht Essen ein ganz besonderes Potential. Zeugnisse aus dieser Zeit gehen oft bei Baumaßnahmen unbemerkt verloren. Von besonderem Interesse für die Archäologen sind Funde im Boden, die auf Krupp zurückgehen. Vielversprechend waren vor allem die archäologischen Untersuchungen auf dem Areal der ehemaligen Krupp’schen Gussstahlfabrik, der einst größten Stahlfabrik der Welt. Noch vor einem halben Jahrhundert gingen hier abertausende Werktätige ihrer schweißtreibenden Arbeit nach. Als Ausdruck erfolgreichen Strukturwandels entstand auf dem alten Industriegelände ein hochmoderner Konzernsitz. Seit 2010 werden von hier aus die Geschicke von ThyssenKrupp, des weltweit agierenden Konzerns, gelenkt. Bei den Bauarbeiten konnten die Archäologen zahllose Zeugnisse aus der Vergangenheit der Firma Krupp dokumentieren und Objekte bergen. Weitere Veränderungen mit überraschenden Einblicken in die Frühzeit der heutigen Großstadt brachten die Umgestaltungen des Limbecker Platzes und des Berliner Platzes mit dem neuen Einkaufszentrum und dem benachbarten Universitätsviertel.


Helmut Maier / Manfred Rasch / Andreas Zilt
150 Jahre Stahlinstitut VDEh
1860–2010
912 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 49,95
978-3-8375-0051-6
Im Jahr 2010 blickt der heute als Stahlinstitut VDEh bekannte Verein Deutscher Eisenhüttenleute auf eine 150-jährige facettenreiche Geschichte zurück. Ziel des Vereins war und ist die Förderung der technischen, technisch-wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit von Ingenieuren bei der Weiterentwicklung der
Stahltechnologie und des Werkstoffs Stahl. Im Mittelpunkt stehen Gemeinschaftsforschung und Erfahrungsaustausch. Seine Entwicklung war immer von den politischen und wirtschaftlichen Wechsellagen der deutschen wie der internationalen Geschichte bestimmt. Dessen ungeachtet entwickelte sich der Verein – geprägt von herausragenden Persönlichkeiten – zu einem technischwissenschaftlichen Innovationsmotor. In über 30 Beiträgen beleuchten Fachleute kenntnisreich die Geschichte des Vereins. Die Aufsätze beschäftigen sich mit den führenden Personen, mit den internationalen Beziehungen, mit der Rolle des Stahlinstituts VDEh in Kommunikation und Kultur sowie mit seinen Institutionen und der spezifischen Facharbeit.


Georg Ruppelt
CURIOSA
Erhellendes und Erheiterndes aus vier Jahrhunderten
80 Seiten, Abb., € 8,95
978-3-8375-0424-8
1609 wurde in Wolfenbüttel, damals Residenzstadt des Herzogtums Braunschweig-Wolfenbüttel, der Aviso als regelmäßig wöchentlich erscheinende Zeitung erstmalig gedruckt. Viele Geschichten des Buches halten die Erinnerung an den Aviso wach. Georg Ruppelt berichtet über die Neuigkeiten in der Zeitung vor 400 Jahren. Darüber hinaus stöbert er in den unübersehbaren Schatzkammern der Bücherwelt und zieht manches Vergessene an das Tageslicht.

Klaus Wisotzky / Ingrid Wölk
Fremd(e) im Revier!?
Zuwanderung und Fremdsein im Ruhrgebiet
352 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 24,95
978-3-8375-0350-0
Das Ruhrgebiet hat sich wie keine andere Region Deutschlands durch Zuwanderung erst konstituiert. Es zog die Menschen an wie ein Magnet. In der Industrialisierungsphase kamen sie freiwillig als finanzstarke Unternehmer und als junge Arbeitssuchende, in den Kriegsjahren wurden viele Fremde hierher verschleppt und zur Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen gezwungen. Für Fremd(e) im Revier!? haben sich Ruhrgebietsarchive aus neun Städten und zahlreiche andere Kooperationspartner des Themas Migration und Fremdsein für ein gemeinsames Ausstellungs- und Publikationsprojekt angenommen und einen weiten Bogen gespannt: Von den Fremden des Mittelalters und den Glaubens- und Revolutionsflüchtlingen der frühen Neuzeit über die Arbeitsmigranten des 19. und 20. Jahrhunderts bis hin zur heutigen Situation hier lebender Migranten und Migrantinnen. Das Fremdsein und das Heimischwerden war die Erfahrung, die viele Neubürger des Reviers gemacht haben. Den umgekehrten Prozess der Ent-Fremdung erlebten und erlitten vor allem die jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus dem Ruhrgebiet während des „Dritten Reiches“. Die Beiträge untersuchen das Gegen-, Neben- und Miteinander von Fremden und Einheimischen. Sie stellen das spannende Wechselspiel von „fremd“ und „eigen“ vor.

Sonderkamp, Rolf
Auf krummen Touren durchs Revier
Der Wanderführer Ruhrgebiet
144 S., zahlr. farb. Abb., Spiralgb., € 13,95
978-3-8375-0364-7
Zwischen Rhein, Ruhr und Lippe liegt der große Ballungsraum mit rund fünf Millionen Menschen, den man auch Ruhrgebiet“ nennt. Dort kann man Fördertürme und Hochöfen sehen, begrünte Halden mit weithin sichtbaren Kunstwerken erklimmen, in Revierparks herumspazieren und durch Einkaufsstraßen schlendern. Doch stundenlang durch die grüne Natur wandern, durch duftende Wälder und Felder streifen? Ja, auch das geht im „Ruhrgebiet“. Rolf Sonderkamp führt Sie durch die letzten grünen „Dschungel“ des Reviers, manche gerade groß genug für eine schöne Rundtour. Es geht durch Wald und Feld, auch jenseits fester Wege, oft auf krummen Pfaden. Selbst für jene, die das Revier wie ihre Westentasche zu kennen glauben, dürfte dieses Buch voller Überraschungen stecken – für Revierfremde sowieso. Zu jeder der 20 Touren gibt es einen Info-Kasten, eine übersichtliche Wegbeschreibung mit Entfernungsangaben und eine detaillierte Karte. Entdecken Sie ein ganz anderes „Ruhrgebiet“

Hermann Glaser
Ach!
Leben und Wirken eines Kulturbürgers
280 Seiten, € 18,00
978-3-8375-0472-9
Als Buchautor, kulturpolitischer Praktiker und Streiter für eine um möglichst breite Teilhabe bemühte, soziokulturell orientierte Kulturpolitik hat der langjährige Nürnberger Kultur- und Schulreferent Hermann Glaser das kulturpolitische, kulturelle und geistige Leben der Bundesrepublik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an zentraler Stelle mitgeprägt. In seinen vielfältigen Funktion u. a. als langjähriger Vorsitzender des Kulturausschusses des Deutschen Städtetages, als Vorsitzender des Deutschen Werkbundes, durch seine Professur in Berlin und seine ausführliche Vortrags- und Lehrtätigkeit in deutschen und europäischen Städten sowie insbesondere in zahlreichen Büchern hat er entscheidend die Reformkonzeption der Neue Kulturpolitik unter dem Stichwort „Bürgerrecht Kultur“ formuliert und als Kulturreferent in Nürnberg praktisch umgesetzt. In seinem Buch schildert er die wichtigsten Stationen seines Lebens: von seinen Erfahrungen als Kind im Nazideutschland über den Wiederaufbau und sein berufliches Wirken als Kulturreferent der Stadt Nürnberg bis zu seinen zahlreichen Publikationen zur Kultur- und Geistesgeschichte Deutschlands. Er hat dabei ein Buch verfasst, in dem es ausgezeichnet gelingt, Persönliches mit der Zeitgeschichte der Bundesrepublik zu verbinden.

Stiftung Zollverein
Kunstführer Zollverein
Kunst auf Zollverein von den Anfängen bis heute
96 Seiten, zahlr. Abb., ca. € 9,95
978-3-8375-0464-4
Noch vor 25 Jahren war Zollverein das größte und leistungsfähigste Steinkohlebergwerk Europas. Heute begegnen wir einem Standort voller kultureller Erlebnismöglichkeiten. Von Konzerten über Ausstellungen, bis zur Kunst, werden dem interessierten Besucher unzählige Ereignisse geboten. Schon fünf Jahre nach der Stilllegung dieses bedeutenden Denkmals entdeckten Künstler das Gelände für sich. Ulrich Rückriem machte 1992/1993 den Anfang und platzierte seine monumentalen Steinskulpturen auf dem heutigen UNESCO Welterbe. Mit der Entwicklung und Neunutzung von Zollverein erhielten mit der Zeit immer mehr Kunstwerke Einzug. Die Stiftung Zollverein freut sich, nun erstmals eine Zusammenstellung aller Kunstwerke auf dem Zollverein-Gelände zu präsentieren. Anhand eines Rundgangs bietet der neue Kunstführer ZOLLVEREIN® dem Besucher die Möglichkeit, die Entwicklung der Kunst auf Zollverein nachzuvollziehen und vermittelt vielseitige Informationen zu den Werken von Künstlern wie Ansgar Nierhoff, Alf Lechner und Maria Nordman. Besonders im Bereich der zeitgenössischen Kunst schildert er die Besonderheiten des in der internationalen Kreativszene anerkannten Kunststandorts.


Achim Nöllenheidt
RuhrKOMPAKT
Der Ruhrgebiets-Erlebnisführer
652 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 12,95
978-3-8375-0463-7
RuhrKompakt – der umfassende Überblick: Die Erlebnislandschaft Ruhrgebiet mit allen Daten und Fakten. Reich bebildert, präsentiert der Band eine einzigartige Region, die einen faszinierenden Mix aus Ballungsraum und Naturlandschaft, Kultur- und Kunstort, Sportmekka und Industrieerbe bietet und nach Beendigung eines wunderbaren Kulturhauptstadtjahres auch im internationalen Blickpunkt steht. RuhrKompakt macht Reisende wie Revierkenner zu Entdeckern einer offenen Region, erzählt spannend und informativ von bekannten und unbekannten Attraktionen und gibt vielfältige Anregungen für jede Art von Erlebnismöglichkeiten.


TU Dortmund
Kopfkohle
Neue Literatur von der Ruhr
180 Seiten, € 14,95
978-3-8375-0492-7
Kaum eine Region in Deutschland ist so vielfältig, wie das Ruhrgebiet. Aber wie lässt sich das Ruhrgebiet erzählen? Was genau macht die Ruhrgebietskultur aus? Was definiert den Pott? Ist Ruhrgebiet verlassene Zechen? Ist Ruhrgebiet da, wo man die Meinung „direkt im Gesicht“ kriegt? Welche Ereignisse definieren uns heute, das Revierderby, die Loveparade oder die Ruhr.2010? Das Ruhrgebiet der Gegenwart ist das Thema des Schreibwettbewerbes „Literatur von der Ruhr“. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ob Gebäude, Menschen oder Ereignisse, alles kann Thema sein, das Dortmunder U, genau wie Pommes Schranke oder die Zechenkultur.

Hans Spethmann / Gustav Ihde / Hans-Werner Wehling
Das Ruhrgebiet
Im Wechselspiel von Land und Leuten, Wirtschaft, Technik und Politik. Band 4 und 5
zus. 550 S.,  € 49,95
978-3-8375-0336-4
Erstveröffentlichung nachgelassener Manuskripte aus den Jahren 1935 bis 1940.

Band 4 – Das Ruhrrevier der Gegenwart (2)
Aus dem Inhalt
• Die eisenschaffende Industrie
• Die Weiterverarbeitung des Eisens
• Die übrigen Gewerbe, das Handwerk und der Handel
• Die Land- und Forstwirtschaft
• Die Wasserwirtschaft
• Die Wasserstraßen
• Der Verkehr zu Lande
• Das Kapital
• Der Weg der Konzerne
mit drei Karten und 44 Abbildungen

Band 5 – Das Ruhrrevier der Gegenwart (3)
Aus dem Inhalt
• Die Besiedelung
• Das Volkstum
• Das Klima
• Die Gestaltung der Erdoberfläche des Reviers
• Das Ruhrgebiet als Gewordenes und Wirkendes
• Ergänzungen zu Band 4 und 5
• Ergänzungen der Herausgeber



Anne Ley
Museum der Deutschen Binnenschifffahrt Duisburg-Ruhrort
Führer durch die Ausstellung
92 S., zahlr. Abb., € 5,00
978-3-8375-0314-2
Direkt am größten Binnenhafen Europas in Duisburg-Ruhrort liegt Deutschlands größtes und bedeutendstes Museum für die Geschichte der Binnenschifffahrt. Auf drei Ebenen und in zwei ehemaligen Schwimmhallen werden Wirtschafts-, Technik- und Sozialhistorie zum Erlebnis. Das Museum stiftet Identifikation mit dem Hafen und der Stadt Duisburg. Es beweist, dass Binnenschifffahrt nicht allein als malerische Darstellung längst vergagener Epochen stattfindet. Vielmehr leitet es den wirtschaftlichen Erfolg einer dynamischen Branche aus einer Jahrhunderte und Jahrtausende alten Tradition her.
Der Museumsführer soll den Besucher bei seinem Rundgang durch das Museum begleiten und ihm zusätzliche Informationen vermitteln. Außerdem bietet der Ausstellungsband die Möglichkeit, das Wissen über besonders interessante Themenbereiche der Binnenschiffahrt auch nach Beendigung des Museumsbesuches zu vertiefen.

Europe...a poem
Ein deutsch /englischer Katalog und Quellensammlung herausgegeben von Roy Kift
A German/English catalogue and sourcebook edited by Roy Kift
175  S., Br., € 9,95
978-3-8375-0275-6
Zur Ausstellung "Europe ... a poem", einer Ausstellung mit Werken herausragender Dichter aus allen europäischen Ländern, erscheint der vom Kurator Roy Kift herausgebene, gleichnamige Katalog. Er enthält alle handgeschriebenen und signierten Gedichte in der Originalsprache mit deutscher und englischer Übersetzung, Fotos der Autorinnen und Autoren sowie detaillierte biografische und bibliografische Informationen, dazu Essays über die Gedichte von Ralf Thenior und Roy Kift, ebenfalls auf deutsch und englisch. Dieser Band basiert auf der gleichnamigen im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 gezeigten Ausstellung und bildet zugleich eine Sammlung von Texten außergewöhnlicher zeitgenössischer Autoren aus allen EU-Ländern. Darüber hinaus erweist sich das Buch als eine Quelle europäischer Dichtkunst, die Studenten und Lyrikliebhaber weltweit als Einstieg in die eigene Gegenwarts-Dichtung nutzen können. Siebenundzwanzig Gedichte – siebenundzwanzig Leben – siebenundzwanzig Welten. Es gibt viel zu entdecken in dieser kleinen Sammlung europäischer Poesie.

Manfred Rasch
Industriefilm 1960-1969
Bestandübersicht aus Wirtschaftsarchiven des Ruhrgebiet
800 S., Br., € 39,90
978-3-89861-808-3
935 Industriefilme der 1960er-Jahre verzeichnet diese Beständeübersicht. Die Filme werden in Wirtschaftsarchiven des Ruhrgebiets aufbewahrt und stammen aus der ganzen Welt. Sie gewähren einen Blick – sowohl aus der Unternehmens- als auch der gewerkschaftlichen Perspektive – auf eine unbekannte Arbeitswelt. In technikhistorischer Hinsicht bieten die Filmdokumente Einsichten in Verfahren, Betriebs- und Produktionsabläufe, die heute längst nicht mehr in dieser Form existieren. Neben technischen Filmen und konventionellen Image- und Selbstdarstellungsfilmen, die auf Messen oder bei Werkbesuchen gezeigt wurden, finden sich ambitionierte Filmkunstwerke, die mit vielen Preisen prämiert wurden, darunter zwei für den Oscar nominierte Industriefilme.

Peter Witte
Keine Rückkehr
Die Deportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamosc im April 1942
192 Seiten, Abb., € 19,95
978-3-8375-0333-3
Am 28. April 1942 wurden im Regierungsbezirk Arnsberg über 800 jüdische Männer, Frauen und Kinder festgenommen und in ein Sammellager der Gestapo in Dortmund überführt. Zwei Tage später erfolgte der Abtransport in das Ghetto der polnischen Stadt Zamosc. Nach verschiedenen Selektionen kamen die deportierten Juden fast ausnahmslos in die Vernichtungslager Sobibor und Belzec und das Konzentrationslager Majdanek. Ein halbes Jahr später war kaum jemand mehr am Leben. Die erhaltenen Meldeunterlagen im Regierungsbezirk trugen auf Weisung der Gestapo Dortmund den irreführenden Vermerk „unbekannt verzogen“, um alle Spuren des Massenmords zu verwischen. Bis heute war die Deportation nach Zamosc ein Desiderat in der deutschen Geschichtsschreibung. Es gab niemanden mehr, der als deportierter Überlebender vom Schicksal dieser westfälischen Juden hätte berichten können. Die Informationen des Internationalen Suchdienstes des Roten Kreuzes Arolsen und, darauf aufbauend, die Gedenkbücher des Bundesarchivs erwiesen sich im Falle der Zamosc-Deportierten als unzulänglich und sehr unvollständig. Nunmehr ist es weitgehend gelungen, den jüdischen Opfern eines scheinbar ins Nichts gefahrenen Todestransportes Namen und Identitäten wieder zu geben und ihr Schicksal zu rekonstruieren. Das Gedenkbuch wird eingeleitet von der Geschichte der Transports, des jammervollen Lebens im Ghetto und der Vernichtung am Ende. Ein Kalendarium behandelt den größeren historischen Rahmen. Der zentrale Gedenkbuchteil enthält eine detaillierte Aufstellung der jüdischen Opfer samt einer Reihe biographischer Skizzen. Lokale Fallstudien und kurze Artikel sowie eine Anzahl überwiegend neu entdeckter Dokumente der Täter und Handlanger in Polizei und Verwaltung runden den Band ab. Besonderer ergreifend sind erhaltene Postkarten und Briefe junger jüdischer Frauen, die als letzte Lebenszeichen heimlich aus dem Ghetto Zamosc heraus geschmuggelt wurden und durch Boten Verwandten in Westfalen noch erreichen erreichen konnten.
Dietmar Schott
Ich danke Sie! – Das Hörbuch
Der Fußballer Willi "Ente" Lippens erzählt Fußballgeschichten
CD, 80 Min., € 14,95
978-3-8375-0174-2
Willi "Ente" Lippens ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs. Er war kein Spieler im herkömmlichen Sinne, sondern der Muhammad Ali des Fußballs, der seine Gegenspieler zur Verzweiflung brachte und die Zuschauer in Begeisterung versetzen konnte, indem er den grünen Rasen in eine Bühne verwandelte. Der Holländer mit dem Watschelgang, der ihm den Beinamen "Ente" einbrachte, spielte zwischen 1966 und 1976 bei Rot-Weiss Essen an der Hafenstraße. Drei Jahre nach seinem WEchsel zu Borussia Dortmund kehrte der Publikumsliebling 1979 über ein Gastspiel in den USA den Dallas Tornado zur Hafenstraße zurück. Jetzt erscheint das erste Hörbuch mit Willi Lippens und es wird deutlich, dass er nicht nur ein begnadeter Fußballer war, sondern auch ein hervorragender Geschichtenerzähler ist.
bereits angekündigt:

Brigitte Kraemer
Im guten Glauben
Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Claus Leggewie
208 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 29,95
978-3-8375-0345-6
Kulturelle Vielfalt ist ein Thema, das positive Emotionen, Zustimmung und Ängste bei Einheimischen und Zugewanderten auslöst. Entsprechend der kulturellen Wurzeln Mitteleuropas ist das Christentum fest in Deutschland verankert. Durch Migration aber sind viele neue Religionen nach Deutschland eingewandert. Vor allem der Islam, aber auch der Buddhismus und Hinduismus und aus Osteuropa sind zahlreiche Juden zugewandert. In diesem Bildband zeigt Brigitte Kraemer die Vielfalt und Lebendigkeit religiöser Riten im Ruhrgebiet und in NRW. Mit offenem Blick begegnet sie den Gläubigen und gibt Einblicke in das religiöse Leben. In leuchtenden Farben stellt sie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten heraus und bringt sie in atmosphärischer Dichte zusammen. Dabei zeigen ihre Bilder den Charme der Vereinbarkeit von Religion und Alltagswelt und ermöglichen einen Blick in einen Lebensbereich, der den „anderen“ normalerweise verschlossen bleibt.

Buch drei: Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010
260 Seiten, zahlr. Abb., € 4,95
978-3-8375-0365-4
Die Publikation stellt ausführlich alle Kulturhauptstadtprojekte des zweiten Halbjahres vor. In einem eindrucksvollen Bilderbogen sind überdies Impressionen der ersten Monate des Kulturhauptstadtjahres zu sehen (Rückblick). Nützliche Service-Informationen wie zum Beispiel Anfangszeiten, Adressen, Infos zur Barrierefreiheit, Tipps für Kinder- und Familien sowie Ticketinformationen machen das Buch drei zu einem praktischen Leitfaden durch das zweite Kulturhauptstadthalbjahr. Buch drei erscheint ausschließlich in deutscher Sprache.


Gerlinde Lorenz
„Leitstern“ Sozialismus
Die politische Biografie des Remscheider Arbeiterführers Otto Braß (1875–1950) und seines Sohnes Otto (1900–1972)
432 S., Gb.,  €  44,95
978-3-8375-0412-5
Vater und Sohn Otto Braß – zwei radikale Linkssozialisten, deren Lebensweg von der Idee des Sozialismus bestimmt wurde. Braß sen. griff zwischen 1918 und 1920 als Arbeiterführer maßgeblich in das politische Geschehen in der Revolution und frühen Weimarer Republik ein. In seinem politischen Kampf als Abgeordneter der Nationalversammlung und des Reichstags sowie als Widerstandskämpfer gegen Hitler werden die Zielvorstellungen und Konflikte jener Linkssozialisten deutlich, die weder in der SPD noch in der KPD ihre politische Heimat finden konnten. Die Lebensgeschichte des Sohnes ist schicksalhaft mit der Geschichte des deutschen Kommunismus verwoben. Als überzeugter Kommunist emigrierte er 1932 in die Sowjetunion, wo er ein Opfer des Terrors Stalins wurde. Diese Doppelbiografi e beschreibt die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung zwischen Kaiserreich und DDR aus der Perspektive des Linkssozialismus und konkretisiert am Beispiel von Vater und Sohn Otto Braß generationelle Prägungen und Wertvorstellungen


Geschichten von 1001 PS
Türkische Motorradfahrer in Deutschland
Fotos und Statements aus der Nachbarschaft
96 S., zahlr. Fotos, Gb., € 14,95
978-3-8375-0347-0
2,5 Millionen Menschen türkischer Abstammung leben in Deutschland. Viele davon gehören inzwischen zur zweiten oder sogar schon dritten sogenannten Zuwanderergeneration, und immer mehr von ihnen entdecken den Spaß an schnellen Maschinen. Diese Gruppe der Motoradfahrer ist eine Art Mikrokosmos, der verdichtet das spiegelt, was oft typisch ist für jüngere türkischstämmige Menschen hierzulande: der Spagat zwischen kulturellen wie familiären Wurzeln und der Intergration in den deutschen Alltag. Es handelt sich um eine dynamische Szene, geeint zwar durch das gemeinsame Hobby, ansonsten aber mit höchst unterschiedlichen Biographien und Berufen. Der Fotograf Klaus H. Daams, selbst Motorradfahrer, war im Ruhrgebiet und in Köln, in Berlin, Hamburg und Bayern unterwegs und hat türkische Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen in ihrem persönlichen Umfeld portraitiert – zuhause oder am Arbeitsplatz. Zusammen mit Auszügen aus Interviews, in denen die Portraitierten über ihr Leben in Deutschland berichten, ergeben die Fotos ein schillerndes, über die Welt des motorisierten Zweirades hinausreichendes Bild. Es macht deutlich, dass Menschen mit Migrationshintergrund eine Bereicherung sind, zeigt eine Generation mit ihrer Kultur, die in Deutschland zunehmend heimisch wird – wenn auch nicht ganz so schnell wie eine Honda Fireblade. Der zweite Teil des Buches enthält Fotos von Festivals des Motorradvereins Turkish Sultans sowie von einem 10.000-Kilometer-Trip nach Anatolien mit Innenansichten der Türkei.

2020 - Gedanken zur Zukunft des Internets
Mit Beiträgen von Achim Berg, Béa Beste, Prof. Dr. Hubert Burda, Dr. Olaf Coenen, Dr. Johannes Daniel Dahm, Toralv Dirro, Dr. Mathias Döpfner, Dr. Martin Emmer, Prof. Dr. Hannes Federrath, Karl-Peter Fuchs, Dr. Sandro Gaycken, Johannes Gernert, Dr. Stefan Groß-Selbeck, Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Dominik Herrmann, Bodo Hombach, Prof. Dr. Stephan A. Jansen, Sven Gábor Jánszky, Jeff Jarvis, Cherno Jobatey, Prof. Dr. Odej Kao, Thomas Knüwer, Prof. Dr. Peter Kurse, Dr. Pero Micic, Andreas Neef, Dr. Nico Niedermeier, René Obermann, Prof. Dr. Dr. Nils Ole Oermann, Prof. Dr. Horst W. Opaschowski, Prof. Dr. Michael Paetsch, Prof. Dr. Heiner Rindermann, Dr. Jürgen Rüttgers, Prof. Dr. Stephan Russ-Mohl, Philipp Schindler, Prof. Dr. Gisela Schmalz, Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider, Dr. Kristina Schröder, Jens Seipenbusch, Nicole Simon, Dr. Christian Stöcker, Prof. Dr. Angelika Storrer, Christian Wöhrl
285 S., Gb.,  € 19,95
978-3-8375-0376-0
Wie sieht das Jahr 2020 aus? Sind wir alle zu jeder Zeit und an jedem Ort online? Wird es noch gedruckte Zeitungen geben? Wird es unsozial sein, keine privaten Fotos ins Internet zu stellen? Diese und andere Fragen stellt ein Essay-Band, den der Essener Klartext Verlag zur Entwicklung des World Wide Web veröffentlicht hat. Mit dem Buch „2020 – Gedanken zur Zukunft des Internets“ wollen die Herausgeber Hubert Burda, Verleger und Gesellschafter der Hubert Burda Media, Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, und der ehemalige NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers einen umfassenden Dialog über die heutige Netzwirklichkeit und die nahe Zukunft des Internets in Gang bringen.
Für das Buch haben die Herausgeber Autoren aus unterschiedlichen Disziplinen und Lebensbereichen eingeladen, sich mit Beiträgen zu beteiligen: Neben Horst W. Opaschowski, wissenschaftlicher Leiter der BAT Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg, und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder entwickeln unter anderem Nils Ole Oermann, Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg, Stephan Russ-Mohl, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Lugano, sowie René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Telekom AG, ihre Visionen zu technischen und sozialen Fortschritten. Ob Datenschutz, das Netzwerk Twitter oder die Themen Netzneutralität, Geodaten und E-Sport – die Sammlung setzt sich mit zahlreichen Trends und Perspektiven auseinander.
Im Vorwort schreiben die Herausgeber: „Wir verstehen diesen Band nicht als abschließendes Werk, sondern als Beginn eines überaus wünschenswerten sowie notwendigen gesellschaftlichen Gesprächs, bei dem die Auseinandersetzung mit ungewohnten Denkweisen uns in die Lage versetzen sol l, eine gemeinsam getragene Vorstellung der heutigen Wirklichkeit und nahen Zukunft zu entwickeln.“  So beantwortet Heiner Rindermann vom Institut für Pädagogische und Entwicklungspsycho-logie an der TU Chemnitz die Frage, warum das Internet unser Denken verändern wird. Er beschreibt, welche Chancen zur Nutzung und Weitergabe von Informationen moderne Medien bieten, und wie Kinder und Jugendliche zum argumentativen Denken angeregt werden müssen, damit sie diese Informationen richtig einschätzen können.
Trendforscher Sven Gábor Jánszky malt das Bild des Online-Shops der Zukunft, der in der dritten Dimension zum Bummeln einlädt. Damit zusammenhängend erläutert er seine Idee von einem Datenschutz der Zukunft, der es dem Bürger möglich machen soll, seine Daten freizugeben und gleichzeitig die Souveränität über sie behalten zu können.
Der Grafiker und Redakteur Christian Wöhrl beschäftigt sich in seinem Beitrag mit der Kultur der Freiheit im Internet. Seine These lautet: Immer mehr Werke sollen zugänglich gemacht werden, weil alle Versuche, Kopien technisch zu unterbinden, zum Scheitern verurteilt seien. Eine allumfassende Kontrolle des Internets wäre zudem eine Absage an das Ideal einer freiheitlich verfassten Gesellschaft.
In einem weiteren Beitrag schreibt Electronic Arts-Geschäftsführer Olaf Coenen über das Thema „Onlinegaming als Leistungssport“ und beschäftigt sich mit einer neuen Definition des Sports. Jeff Jarvis, Journalistik-Professor an der Universität New York, veranschaulicht au-ßerdem, wie sich Google in den nächsten zehn Jahren verändern wird und muss.
Zusätzlich erschließt ein Glossar die wichtigsten Begriffe zum Thema von A wie „Amazon Kindle“ bis Y wie „YouTube“, damit auch Internet-Laien eine fundierte Meinungsbildung ermöglicht wird.
http://www.internet-2020.de


Karlheinz Lipp /Reinhold Lütgemeier-Davin /Holger Nehring (Hrsg.)
Frieden und Friedensbewegungen in Deutschland 1892–1992
340 S., Br., € 34,00
978-3-8375-0382-1
Frieden zählt zu den zentralen Ordnungsprinzipien einer modernen Gesellschaft. Damit wird er zu einem wichtigen Diskussionsthema innerhalb von Gesellschaften. Am Beispiel der Entwicklungen in Deutschland seit dem späten neunzehnten Jahrhundert bis zur Wiedervereinigung dokumentiert diese neuartige Quellensammlung in großer Bandbreite die Stimmen, die sich für Frieden einsetzten. Die Wege zum Frieden waren ebenso unterschiedlich wie die Akteure: Schriftsteller, Völkerrechtler, Pädagogen, Männer wie Frauen, Katholiken wie Protestanten, Dissidenten, Liberale, Sozialisten und Konservative, Idealisten und Realisten. Sie alle haben sich in verschiedener Weise bemüht, die Welt friedlicher zu machen sowie vor direkter wie indirekter Gewalt und Kriegen zu bewahren. Erfolge standen neben Misserfolgen, irrtümliche Erwartungen neben frappierend zutreffenden Prognosen. Die Vorstellungen über die dazu erforderliche oder gewünschte gesellschaftliche und politische Ordnung weisen eine große Bandbreite auf. Entsprechend werden hier u. a. archivalische Quellen ebenso wie Broschüren, Zeitungsbeiträge, Autobiografi en, Tagebücher, Briefe, Reden, Flugblätter, Eingaben, Gerichtsakten, Gesetzestexte, Sitzungsprotokolle, Berichte, Manifeste, programmatische Schriften und Bilder in zeitlicher Folge versammelt. Der Band richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie ein breites allgemein interessiertes Publikum. Er bietet einen facettenreichen Einblick in die Geschichte von Frieden.


Julia Volmer-Naumann
Bürokratische Vergangenheitsbewältigung
400 S., Gb., € 39,95
978-3-8375-0395-1
Für den Umgang mit den nationalsozialistisch Verfolgten, ihren Hilfs- und Versorgungsbe-dürfnissen und ihren Forderungen nach einer „Wiedergutmachung“ des an ihnen verübten Unrechts und der entstandenen Schäden existierten in der Bundesrepublik und in NRW nach 1945 weder heranzuziehende Präzedenzfälle noch brauchbare Vorgehensansätze oder politische und bürokratische Zuständigkeiten. Sukzessive entwickelte sich ein – vor allem auf Fürsorgeebene angesiedeltes – Zuständigkeitsgerüst, das schließlich 1953 in den Regelun-gen des Bundesentschädigungsgesetzes seine konkrete Form annahm. Die Rahmenbedingungen der bundesdeutschen Entschädigung umfassten den weitgehenden Ausschluss der NSVerfolgten vom Entscheidungsprozess; sie sahen ein klassisches Verfahren der Leistungsverwaltung unter Anwendung eines finanziell, politisch und hinsichtlich der Auseinandersetzung mit dem Geschehen eingeschränkten Gesetzes vor. Aus Mangel an anderen Formen der „Vergangenheitsbewältigung“ war die Entschädigung gleichwohl einer ihrer zentralen, exemplarischen und messbaren Aspekte. Das Resultat des Entschädigungsprozesses hatte nicht nur moralisch-gesellschaftliche Defizite: Die Analyse des westfälischen Regionalbeispiels (der Fokus liegt schwerpunktmäßig auf dem Regierungsbezirk Münster) verdeutlicht die Probleme der konkreten Umsetzung der gesetzlichen Grundlagen „vor Ort“ ebenso wie die materiell und ideell unzureichenden Ergebnisse der „Wiedergutmachung“. Besondere Beachtung wird in der Studie dem Verhältnis der „hinter dem Schreibtisch“ agierenden Verwaltungsmitarbeiter und der sich „vor dem Schreibtisch“ einfindenden Antragsteller gewidmet.


Frieden durch Demokratie?
Genese, Wirkung und Kritik eines Deutungsmusters
Die Entschädigung für nationalsozialistisch Verfolgte nach 1945
300  S., Br., € 29,95
978-3-8375-0401-9
Seit Immanuel Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“ wird ein Zusammenhang von innerer Verfasstheit der Staaten und ihrem außen politischen Konfliktverhalten vermutet. Im Ersten Weltkrieg griff der amerikanische Präsident Wilson dieses Argumentationsmuster auf und formulierte mit seiner Forderung, die Welt müsse „sicher gemacht werden für die Demokratie“ die Theorie des Demokratischen Friedens. Dass Frieden vom Grad der Demokratisierung abhänge, war auch nach dem Zweiten Weltkrieg und nicht zuletzt nach dem Ende des Ost-West-Konflikts eine häufig zu hörende These. Dieser Band zielt nicht auf eine Verifizierung oder Falsifizierung der Theorie des Demokratischen Friedens, wie sie insbesondere in der amerikanischen, skandinavischen und deutschen Politikwissenschaft entwickelt worden ist. Vielmehr will er aufzeigen, wie mittels dieser Theorie seit dem Ersten Weltkrieg Politik gemacht wurde. Hierbei kommt die Diskrepanz von Theorie und Praxis immer wieder zur Sprache und somit gelangt auch die . eorie selbst indirekt auf den Prüfstand. Mit Beiträgen aus Geschichts- und Politikwissenschaft sowie Philosophie wird ein Brückenschlag zwischen historischer und sozialwissenschaftlicher Friedensforschung angestrebt.


Detlef Bald/Wolfram Wette (Hrsg.)
Friedensinitiativen in der Frühzeit des Kalten Krieges 1945–1955
250  S., Br., € 29,95
978-3-8375-0402-6
Die Jahre von 1945 bis 1955 waren eine turbulente Zeit. Nach den Jahren nationalsozialistischer Herrschaft stand die politische Neuorientierung an. Konrad Adenauer hatte die privilegierte Stellung als Kanzler ab 1949 zielstrebig und erfolgreich genutzt, um sein Konzept der Westbindung im NATO-Bündnis und des Staatsaufbaus zu verwirklichen. Andere Vorstellungen über die Einheit des Landes und Aufstellung der Bundeswehr bildeten neuralgische Brennpunkte des gesellschaftlichen Protests und politischer Konzepte, welche weite Teile der Bevölkerung bewegten. Diese frühen Ansätze von Personen, Netzwerken und Gruppen sind bedeutsam, weil sie die Vielfalt der gesellschaftlichen Interessen und ihrer politisch-ethischen Wertmaßstäbe widerspiegeln. Gerade beim Thema Militär, der so genannten Wiederbewaffnung, wurde heiß um Frieden gerungen, zumal es dabei auch um die Deutschlandfrage und um die internationale Bedrohung ging. Diese Repräsentanten der Aufbauzeit der Bonner Republik warben für eine andere Friedensordnung. So wurden sie zum Gegner der Regierungspolitik und unterlagen einer harschen Diffamierung, dem Osten oder dem Kommunismus zu dienen. Ihre Ideen fanden z. T. breite Zustimmung, auch wenn sie durch die Polarisierung des Kalten Krieges.


Laurence Cole / Christa Hämmerle / Martin Scheutz (Hrsg.)
Glanz – Gewalt – Gehorsam
Militär und Gesellschaft in der Habsburgermonarchie (1800 bis 1918)
400  S., Br., € 34,95
978-3-8375-0409-5
Kritische Forschungen zu den komplexen Beziehungen zwischen Militär und Gesellschaft in der späteren Habsburgermonarchie sind selten und greifen kaum innovative Anregungen der Neuen Militärgeschichte auf. So bleibt die große Beharrungskraft der noch immer sehr konventionell verfahrenden österreichischen Militärgeschichte ebenso bestehen wie deren vielfach apologetische Ausrichtung, was eine Etablierung der historischen Friedensforschung in diesem Feld erschwert. Vor diesem Hintergrund sammelt der vorliegende Band 16 internationale Beiträge, die an Paradigmen der Kultur-, Sozial- und Erfahrungsgeschichte ebenso anknüpfen wie an die neuere Nationalismus- und Geschlechterforschung. Sie spannen sowohl regional als auch inhaltlich einen weiten Bogen: Für die tschechische Gesellschaft wird die Frage des Antimilitarismus behandelt, für die slowenischen Gebiete Österreich-Ungarns die Einstellung der Bevölkerung zur Allgemeinen Wehrpfl icht, und für die Garnisonsstadt Trient das Zusammenleben von Militär und Zivilgesellschaft. Weitere Aufsätze beschäftigen sich mit Erinnerungskulturen an die Napoleonischen Kriege wie an den Ersten Weltkrieg, oder mit der Militärgrenze und dem Radetzkykult, Mannschaftssoldaten und dem militärischen „Drill“, Misshandlungen und Selbsttötungen von wehrpflichtigen Soldaten. Außerdem geraten eine „Weltumsegelung“ der Marine und „Türkenbilder“ sowie die Feldpost dreier österreichischer Historiker zwischen 1914 und 1918, und ukrainische wie polnische Soldatinnen in den Blick, neben Theateraufführungen in Kriegsgefangenenlagern und der Invalidenversorgung. Abgerundet wird der Band durch eine profunde Quellenkunde zur österreichischen Militärgeschichte und eine Auswahlbibliographie.


Anja Ingenbleek
Die britische Gewerkschaftspolitik in der britischen Besatzungszone 1945–1949
612 S., Gb., € 49,95
978-3-8375-0335-7
Als eine der organisatorischen Säulen der Arbeiterbewegung blicken die Gewerkschaften auf eine bis weit ins 19. Jahrhundert reichende Geschichte zurück. Dabei ist ein Spezifikum der deutschen Gewerkschaftsbewegung ihre Zerschlagung durch die Nationalsozialisten und ihr Wiederaufbau unter alliierter Besatzung nach Kriegsende. Hier setzt die vorliegende Studie an. Der Fokus liegt auf der Gewerkschaftspolitik der Briten in ihrer Zone, dem Gebiet der heutigen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Kennzeichnend für diese Thematik ist das komplexe Spannungsfeld, in dem sich die britischen Akteure bewegten. Neben erforderlichen Abstimmungen mit den übrigen Alliierten und innerbritischen Konflikten um den gewerkschaftspolitischen Kurs sahen sie sich mit sehr unterschiedlichen Neuordnungsvorstellungen deutscher Gewerkschafter konfrontiert. De facto prägte die Politik der Briten in ihrem Einflussbereich die Gewerkschaftsentwicklung nachhaltig. Das Buch bietet erstmals aus britischer Perspektive einen differenzierten Einblick in den gewerkschaftlichen Wiederaufbau in der britischen Besatzungszone. Vor allem zu diesem Thema bisher nicht ausgewertete Akten der britischen Kontrollkommission in Deutschland und der Labour-Regierung in London ermöglichen spannende Einsichten in gewerkschaftspolitische Entscheidungsprozesse sowie in Motive und Handlungsmuster britischer Besatzungsoffiziere vor Ort. Dabei werden einige aus der bislang vorrangig deutschen Sichtweise resultierende Annahmen revidiert.


Günter Brakelmann
Zwischen Mitschuld und Widerstand
Fritz Thyssen und der Nationalsozialismus
208 S., Br., € 19,95
978-3-8375-0344-9
Günter Brakelmann rekonstruiert den politischen Prozesses, der Fritz Thyssen erst zu einem Anhänger Hitlers und seiner Bewegung und dann zu einem entschiedenen Gegner gemacht hat. Seine öffentliche politische Wirksamkeit begann mit seiner Rolle im Mainzer Prozess der Franzosen gegen deutsche Industrielle. Im gleichen Jahr 1923 lernte er über General Ludendorff Adolf Hitler kennen. Am Ende der Weimarer Republik war Thyssen der bekannteste Unterstützer seiner Bewegung. Die Phase seiner Identifizierung mit der nationalsozialistischen Wirtschafts- und Sozialpolitik sollte nach der Machtübergabe aber nur sehr kurz sein. Mit einem Brief an Hitler vom Juni 1934 begann seine politische Absetzung vom real existierenden Nationalsozialismus. Thyssens ständestaatliches Modell zerschellte an den Widerständen, die sich aus der NS-Doktrin der Einheit von Partei und Staat ergaben. Später folgte seine Kritik an dem Abbau rechtsstaatlicher Verhältnisse und an der Religions- und Kirchenpolitik des NS-Systems. Im Mittelpunkt stehen viele unveröffentliche Quellen, die wiedergegeben und kommentiert werden. Neben vielen Briefen sind dies auch die Unterlagen aus dem Entnazifizierungsverfahren nach Ende des Krieges.


LWL Industriemuseum (Hg.)
„Es ist ein unendliches kreuz, Glas zu machen“
156 S., Gb., € 24,95
978-3-8375-0407-1
Unter dem Titel: „Es ist ein unendliches Kreuz, Glas zu machen – Glashüttenarbeiter in der Fotografie: Helden?“ zeigt die Glashütte Gernheim Werke von Fotografen des 20. und 21. Jahrhunderts: Ihre Werke zeugen einerseits von der großen Bewunderung für das Können der Glasmacher, die mit lange geübten Bewegungen die glühende Glasmasse formen. Exemplarische Stationen der Glasherstellung hielt z. B. Albert Renger-Patzsch seit den 1920er Jahren bei Schott – in kaum bekannten Serien – fast dokumentarisch fest. Wie Szenen eines Stummfilms erscheinen die monumentalen Aufnahmen von Paul Wollf aus zahlreichen Industriebetrieben der 1930er bis 1950er Jahre, die auch in den Glashütten des Rheinlandes aufgenommen wurden. Beeindruckt von den handwerklichen Fähigkeiten der Glasmacher zeigt sich wiederum Heinrich Heidersberger, der wie Renger-Patzsch Arbeitsabläufe der 1950er Jahre bei Schott fotografierte. Neben die Faszination trat jedoch schon früh die Kritik an den Arbeitsbedingungen in den Industrieglashütten: Lewis Hine z. B. portraitierte zu Beginn des 20. Jh. Kinder, die nachts in den Hütten arbeiteten. Auch die Aufnahmen der Gegenwart, wie die Manfred Vollmers, reflektieren die harten Arbeitsbedingungen.


Karl Christian Führer / Jürgen Mittag / Axel Schild / Klaus Tenfelde
Revolution und Arbeiterbewegung
in Deutschland 1918–1920
400 Seiten, € 29,95
978-3-8375-0323-4
Über die revolutionären Ereignisse und Umwälzungen der Jahre 1918 bis 1920, die vielfach noch immer als "Novemberrevolution" etikettiert werden, sind in der deutschen und internationalen Forschung seit etwa zwei Dekaden kaum noch Forschungsanstrengungen betrieben worden. Damit ist auch die entscheidende Rolle der Arbeiterbewegung für den Verlauf der Revolution und die Demokratisierung Deutschlands im frühen 20. Jahrhundert aus dem Blickfeld geraten. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der Band – der auf zwei wissenschaftlichen Tagungen in Hamburg und Bochum basiert – insbesondere die Rolle der Arbeiterbewegungen während der Revolution sowie die damit verbundenen Folgen und Wirkungen. Das Spektrum der Beiträge reicht dabei vom Stinnes-Legien-Abkommen über die Revolutionsereignisse bis zu den politischen und sozialen Umwälzungen der Folgejahre. Dem Ruhrgebiet, als einem Brennpunkt der Ereignisse, wird dabei besondere Aufmerksamkeit beigemessen.
 
Aus dem Inhalt:

Walther Müller-Jentsch: Gewerkschaften und Korporatismus: Vom Klassenkampf zur Konfliktpartnerschaft

Ottokar Luban: Die politischen Massenstreiks in den letzten Weltkriegsjahren und die Haltung der Freien Gewerkschaften (1916–1918)

Willy Buschak: Metallarbeiter und Revolution: Revolutionshoffnungen und politische Kontroversen im Deutschen Metallarbeiterverband und unter den Metallarbeitern an Rhein und Ruhr

Jürgen Jenko: Eine andere Form von Arbeiterradikalismus: Der Anarcho-Syndikalismus im Ruhrgebiet 1918–1922

Klaus Weinhauer: Gewerkschaftspolitik im Hamburger Hafen zwischen Tarifgestaltung, Massenmobilisierung und Arbeitsmarktorganisation (1916–1924)

Jürgen Mittag: Versäumte Chancen oder realitätsnaher Pragmatismus? Die Sozialisierungsdebatte und die Arbeiterbewegung im Ruhrgebiet 1918/19

Werner Plumpe: Großindustrie, Staat und Gewerkschaften 1916–1920. Das Beispiel der chemischen Industrie

Klaus Wisotzky: Zwei Essener Karrieren. Fritz Baade, die Revolution in Essen und Theodor Reismann-Grone

Jan Schmidt: „Im Westen … Neues?“ (Deutsche) Revolution und Arbeiterbewegung als Faktor in Ostasien am Beispiel Japans (1918–1920)

Bernd Faulenbach: Revolution und Geschichtswissenschaft 1918–1933

Klaus Tenfelde: Fragmentiert, verschüttet. Der Bürgerkrieg 1920 und die Denkmalskultur im Ruhrgebiet

Gertrude Cepl-Kaufmann: „Revolutionskultur“? Die Revolution im Ruhrgebiet und die Literatur

u.v.m.
 



Anne Prior
„Wo die Juden geblieben sind, ist [...] nicht bekannt.“
Novemberpogrom in Dinslaken
Zwangsarbeit zwischen Soest, Werl, Wickede und Möhnetal
96 S., Br., € 12,95
978-3-8375-0341-8
Aus dem Inhalt:
Die Inszenierung des Pogroms
Die lokalen Ereignisse in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938
Die lokalen Ereignisse am 10. November 1938
Die darauffolgenden Tage
Augenzeugenberichte
Das Geschehen in den Akten der Geheimen Staatspolizei
Das Geschehen in kriminalpolizeilichen und richterlichen Vernehmungen
Die Verfahren und Urteile wegen der Dinslakener Pogromverbrechen vor dem Landgericht Duisburg
Heinrich Schneider, Leiter der Dinslakener Kriminalpolizei
Die Presseberichterstattung der lokalen Presse
Nachkriegsgeschichte(n)
Kurzbiographien




Martina Oldengott / Christine Vogt
Zwischen Kappes und Zypressen
Gartenkunst an Emscher und Ruhr
232 S., farb. Abb., € 29,95
978-3-8375-0284-8
Anlässlich der Ausstellung „Zwischen Kappes und Zypressen“ ist nun ein Grundlagenwerk zur Gartenkunst an Emscher und Ruhr“ erschienen. Das Werkverzeichnis sämtlicher Exponate mit brillanten Farbabbildungen dokumentiert die Vielfalt gartenkünstlerischen Schaffens im Revier über den Ausstellungszeitraum hinaus. Mit den redaktionellen Beiträgen wurde teilweise gartenhistorische Pionierarbeit geleistet. Die zahllosen Grafschaften, reichsunmittelbaren Herrschaften, Abteien und Klöster des Mittelalters und der frühen Neuzeit bestimmen bis heute die Struktur der Städtegemeinschaft im Ruhrgebiet. Eng vernetzt mit den großen geistigen und kulturellen Strömungen an den europäischen Höfen wurden hier vielfältige eigenständige künstlerische Entwicklungen angestoßen. Diese sind schon vor der Industrialisierung ein besonderes Kennzeichen der geschichtlichen Entwicklung des Ruhrgebiets. Trotz der nachhaltigen landschaftsräumlichen Veränderungen durch Bergbau und Industrie blieben etliche Zeugnisse der Garten- und Baukunst aus der Zeit vor der Industrialisierung bestehen. Sie markieren vielfach die Anfänge der Siedlungstätigkeit und diese wiederum wäre, ohne die Lage an einem Fluss als Nahrungs- und Energiequelle, als Bestandteil der Befestigung gegen feindliche Übergriffe und als Transportweg für Handelsgüter nicht möglich gewesen. Während dieser Zusammenhang an den Hängen des Ruhrtals nach wie vor erlebbar ist, markieren erhalten gebliebene Schlösser und Herrensitze mit ihren Gärten im Emschertal den ehemaligen natürlichen Emscherlauf vor seiner Begradigung und Verlegung nach Norden im Zuge der Industrialisierung. Die Gründerzeit und das sprunghafte Wachstum der Städte im 19. Jahrhundert hat für ganz Deutschland beispielhafte Zeugnisse der Gartenkunst im landschaftlichen und architektonischen Stil der Reformzeit mit großen Volksparks und Industriellengärten hervorgebracht. Die Ausstellung "Zwischen Kappes und Zypressen – Gartenkunst an Emscher und Ruhr" greift mit den historischen Garten- und Parkanlagen einen wesentlichen Aspekt der historischen Kulturlandschaft unserer Region auf. Dort, wo sich Kappes als Sinnbild für Realität und Nutzen, Zypressen für Traum und Erlesenes treffen, spiegelt sich das wechselseitige Spannungsverhältnis gesellschaftlicher und kultureller Transformationsprozesse der Industrialisierung eindrucksvoll wider.

Claudia Czycholl / Inge Marszolek / Peter Pohl
Zwischen Normativität und Normalität
Theorie und Praxis der Anerkennung in interdisziplinärer Perspektive
308 Seiten, € 29,95
978-3-8375-0185-8
Anerkennung ist ein vielschichtiges und verwirrendes Phänomen. Es spielt in unserem bewussten oder habituellen Alltagshandeln ebenso eine Rolle, wie wir ihm als Mittel des gesellschaftlichen Kampfes und in der Rechtspraxis begegnen. Anerkennungskonzepte sind sowohl aus den gegenwärtigen politischen Debatten um Migration und Leistungsgesellschaft als auch den philosophischen Diskursen um Identität, Alterität und Multikulturalismus kaum wegzudenken. Mit ihnen werden Prozesse der Subjektivierung und der Vergesellschaftung, der Identitätsbildung und der Gruppenkonstitution beschrieben. Anerkennung ist nicht nur Grundlage, sondern auch Inhalt gesetzlicher Regelungen; sie ermöglicht Normativität und konstituiert eine nicht selten davon abweichende gesellschaftliche Normalität. Die Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und gesellschaftlichen Bereichen beschäftigen sich mit der Theorie und Praxis der Anerkennung. Schwerpunkte liegen dabei auf der Geschichte des philosophischen Begriffes, auf theoretischen Neukonzeptionen und deren „Anwendung“ in der neoliberalen Arbeitswelt. Zudem stehen Räume der Anerkennung und ihrer Vergessenheit – wie Schwarzer Markt, Favelas – im Fokus der Betrachtung. Schließlich finden sich Aufsätze zum Körper „zwischen Fremdverfügung und Selbstbestimmung“ und zu historischen Kämpfen um Anerkennung bzw. der Anerkennung von historischen Verbrechen und Widerstandsleistungen während des Imperialismus, des Nationalsozialismus und der sozialistischen Diktatur.

Walfried Pohl
Der zweite Blick. Wann ist er wichtiger als der erste?
Gliederungsprobleme in Architektur und Design
Deutscher Werkbund Nordrhein-Westfalen, Schriften-Reihe: Einmischen und Mitgestalten, Band 12
200 Seiten, € 24,95
978-3-8375-0399-9
Eine der Fragen, denen Walfried Pohl nachgeht, lautet: Was ist die Folge, wenn an die Stelle offener, gegliederter, gestalthafter Formen geometrische Grundformen und organoide "Gleitformen" treten? Seine Antwort ist zwiespältig. Erst einmal bilden damit Architektur und Design den unauffälligen Hintergrund für die Lebensvollzüge. Wo aber Architektur Aufmerksamkeit erregen will, verfügt sie nur über das eingeschränkte Repertoire der Grundformen und organoiden Formen, was sie pendeln lässt zwischen Monotonie und überzogener Extravaganz. Daran knüpft der Autor die Forderung nach einer kleinteiligen Gliederung der Architektur mit modernen Mitteln, wozu auch eine minimalistische "Kunst auf den zweiten Blick" gehört. Denn hier, im Spannungsfeld zwischen Fernsicht und Nahsicht, wird der zweite Blick wichtiger als der erste, denn von ihm hängt die nachhaltige Wirkung von Architektur ab. Aber der Autor fordert nicht nur, er sucht auch nach Beispielen, wo diese kleinteilige Gliederung schon gelungen ist, und zeigt sie in seinem Buch. Und von diesen Beispielen her sei der Leser gefordert, mit eigenen Beispielen das Buch weiterzuführen.
"Die 'Zwischentöne' werden nicht nur aus Profilierungen, Kurven und ähnlichem bestehen, sondern man wird neben der glatten Fläche die raue brauchen und, da diese nicht immer roh sein darf, die zur Form gewordene Rauheit, mit anderen Worten: das Ornament." (Bruno Taut)

Wolfgang Gaida / Helmut Grothe
Barocke Pracht
Bürgerstolz und Orte des Wandels
Gärten und Parks im Ruhrgebiet
304 Seiten, zahlr. Abb., € 19,95
978-3-89861-544-0
Dieses Buch lädt Sie zu einer Zeitreise durch die Garten- und Parklandschaft des Ruhrgebietes ein. Sie beginnt in der vorindustriellen Zeit mit Klöstern und Herrensitzen in einer kleinbäuerlichen Landschaft, macht Halt an den vielen Stationen von nahezu 100 Jahren rasanter Stadt- und Siedlungsentwicklung und leitet über zu den Anschauungsorten einer neuen Zeit: Einer Zeit nach Kohle und Stahl, die mit dem Emscher Landschaftspark der Metropole Ruhr ein „grünes Rückgrat“ gibt. Das Buch gibt Hilfestellung dabei, die verborgenen Spuren einer langen Geschichte zu entdecken und richtig zu deuten. Viele Pläne, Karten und Bilder erleichtern es, sich in eine andere Zeit hineinzudenken. Eine Auswahl der interessantesten Gärten und Parks stehen beispielhaft für bestimmte Phasen und Stile der Garten- und Parkentwicklung im Ruhrgebiet. Den konkreten Garten- und Parkbeschreibungen wird jeweils eine thematische Einführung vorangestellt. Dabei erfolgt diese Gliederung in verständlichen und thematisch schlüssigen Kapiteln und nicht allein nach der Zeitenfolge, den Gestaltungsstilen und Nutzungskategorien. Neben der Geschichte der Orte, die es aufzuspüren gilt, wird natürlich der heutige Erlebniswert der Gärten und Parks beschrieben. Ein Hinweis auf Kinderspielplätze oder Kinderspielmöglichkeit darf natürlich nicht fehlen, um die Entdeckungsreise durch die Gärten und Parks des Ruhrgebietes zu einem Familienerlebnis zu machen. Die räumliche Abgrenzung des Ruhrgebietes erfolgt in den Gebietsgrenzen des Regionalverbandes Ruhr. 

Rolf Abrahamson
"Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist?"
Lebensstationen 1925–2010
96 Seiten, € 15,90
978-3-8375-0334-0
Rolf Abrahamson gehört zu den wenigen deutschen Juden, die noch selbst über die Gewalterfahrungen der NS-Zeit berichten können. Der ihm aufgezwungene Weg führte von seiner Geburtsstadt Marl aus über die Judenhäuser in Recklinghausen ins Ghetto und Konzentrationslager Riga und von dort über Stutthof und Buchenwald in das Außenlager des KZ Buchenwald in Bochum (1944), wo er schwerste Zwangsarbeit verrichten musste. In den letzten Kriegswochen überlebte er einen Transport über Buchenwald in Richtung Dachau, um schließlich in Theresienstadt von der Roten Armee befreit zu werden. Seine Lebensgeschichte steht zugleich für die gesellschaftliche Integration des deutschen Judentums, für das Zerbrechen der Nachbarschaft in der frühen NS-Zeit, die großen und kleinen Verbrechen gegen die Juden. Abrahamson berichtet auch über die Etablierung der winzigen jüdischen Gemeinschaften in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft und die vorsichtigen Schritte zu ihrer Festigung seit den 1950er Jahren.

Roland Günter
Karl Ganser
Ein Mann setzt Zeichen.
Eine Planer-Biographie mit der IBA in der Metropole Ruhr
476 Seiten, zahlr. Abb., € 39,95
978-3-89861-860-1
Karl Ganser steht für Stadtplanungs-Geschichte in mehr als einem halben Jahrhundert. Mit diesem Buch wird ein Erfahrungs-Wissen zugänglich gemacht, das es nicht nur verdient, als Geschichte festgehalten zu werden, sondern das weit darüber hinaus für kommende Entwicklungen außerordentlich viel Anregungen zum Nach- und Vordenken geben kann. Seine Struktur-Entwicklung des Ruhrgebietes mit 119 Projekten, unter dem Namen der IBA, ist eine Leistung von Weltrang. Ein "Faustischer Plan". Wir erfahren Zeitgeschichte über die persönlichen Erfahrungen und Reflektionen eines Menschen, dessen Bedeutung in einer großartigen Kraft an Synergie-Bildungen besteht.
Der Kulturhistoriker Roland Günter hat die IBA im Umfeld von Karl Ganser erlebt. Er arbeitete aktiv mit, vor allem zur Industriekultur und zum intelligenten Tourismus. Dieses Buch entstand auf der Basis von einzigartigen Quellen, vor allem aus Tonband-Aufzeichnungen von vielen Gesprächen mit Karl Ganser – ein zeitgeschichtliches Dokument ersten Ranges. Roland Günter ist 1. Vorsitzender des Deutschen Werkbundes.

Alte und Neue Industriekultur im Ruhrgebiet
(Hg.Bettina Günter) Schriftenreihe des Deutschen Werkbunds NRW, Bd. 11
200 Seiten, broschiert, zahlr. Abb., 24,95 Euro,
978-3-8375-0398-2
Aus dem Inhalt
Klaus Tenfelde: Alte und Neue Industriekultur – Zur Geschichte und Sozialstruktur des Ruhrgebiets
Helmut Lackner: Industriekultur – Kritische Anmerkungen nach drei Jahrzehnten
Thomas Parent: Vom Anfang und Ende der Industriekultur
Susanne Abeck: Industriekultur zwischen Erhalt und Zukunft
Hans Krabel: Die Tücken liegen im Detail. Ein Gespräch über die Sanierung der Zeche Zollverein
Wolfgang Meisenheimer: Nachdenken über die anthropologische Dimension – Bemerkungen über Leib, Räume, Atmosphären
Bettina Günter: Die Alltagswelt und die Rolle der Industriekultur – Die Objekte der industriellen Massenkultur als Anker des Erinnerns
Thomas Schleper: Thesen zur »Versonntäglichung« der Industriekultur oder Versuch über profane Transzendenz
Ulrich Borsdorf: Industriekultur versus Geschichte?
Roland Günter: 35 Thesen zur Industrie-Kultur
Stephan A. Vogelskamp: Industriekultur als Chance für ein aufgeklärtes Stadtmarketing?
Thomas Schleper: Licht, Eisen und Kunst – Der Museumsbahnsteig im Oberhausener Hauptbahnhof
Hans-Achim Grube: Revitalisierung von Industriebauten – Vattenfall in Berlin
Wolfgang Greling: Alte und neue Industriekultur mit kulturellem und wirtschaftlichem Nutzen
Dirk Zache: Peenemünde – eine Denk-mal-Landschaft
Klaus Tenfelde : Thesen zur Kultur-Hauptstadt 2010
Simone Timmerhaus: Neue Industriekultur beim Emscher-Umbau
Christoph Zöpel: Weichenstellungen für die Industriekultur 

RWE AG (Hg.)
Kultur elektrisiert. Culture electrifies.
380 S., zahlr. Abb., dtsch./engl., Gb., € 20,10
978-3-8375-0260-2
Kunst- und Kulturprojekte – vor allem Großevents wie die Europäische Kulturhauptstadt RUHR.2010 – sind heute ohne die Förderung privater Unternehmen kaum noch möglich. Unter dem Dach "EnergieKulturRuhr" fördert der Energieversorger RWE als Hauptsponsor der RUHR.2010 Projekte wie das Ruhr-Atoll auf dem Baldeneysee, die Ausstellung "A Star Is Born" im Museum Folkwang oder den internationalen Dialog Studierender mit Nobelpreisträgern. Das Buch dokumentiert diese vielfältigen Projekte und stellt Künstler, Wissenschaftler und "Macher" vor.Dabei ist es selbst ein bibliophiles Kreativprojekt: Der Künstler Matthias Beckmann illustrierte Cover, Kapitel und ein Leporello. Kabarettistin Gerburg Jahnke, Filmemacher Adolf Winkelmann oder die stellvertretende Direktorin des Museum Folkwang, Ute Eskildsen, lieferte Gastbeiträge. Lichtkünstler James Turrell, Starfotograf Jim Rakete und Konzeptkünstler Ottmar Hörl stellten sich wie viele andere dem Interview.
Nichts ist eben so elektrisierend wie Kultur!


LWL-Freilichtmuseum
Menschen – Ideen – Migration
Neue Blicke auf Baukultur im Rheinland und in Westfalen-Lippe
192 S., zahlr. Abb., € 19,95
978-3-8375-0355-5
Im Mittelpunkt der Beiträge stehen Fragen des Kulturtransfers, etwa Wanderungen von Bau- und Kunsthandwerkern und deren Einflüsse auf das ländliche Bauen und Wohnen in Westfalen und im Rheinland. Außerdem werden Beispiele für Notunterkünfte und Wiederaufbau (Englische "Nissenhütten" im Rheinland, Westfälisches Fachwerk in Indonesien) behandelt. Weitere Themenschwerpunkte sind die Baukultur von Auswanderern (Mennoniten im Südural, Rheinländer in Brasilien und in Pennsylvania / USA) und Arbeitsmigration (Lippische Ziegler um Berlin, italienische Bauarbeiter im Ruhrgebiet und Terrazzo-Leger im Rheinland).


LWL-Freilichtmuseum
Zimmerwelten_zwei
Wie junge Menschen 2000 und 2010 wohnen
128 S., zahlr. Abb., € 17,95
978-3-8375-0362-3
Ausstellung und Katalog "ZimmerWelten. Wie junge Menschen heute wohnen" erlangten im Jahr 2000 internationale Aufmerksamkeit. Die Übernahme und Ausstellung komplett eingerichteter Jugendzimmer gilt noch immer als wegweisend für das Sammeln von Gegenwartskultur. Zehn Jahre später wird die Frage nach Leben und Wohnen erneut gestellt: Was ist eigentlich aus den Jugendlichen geworden, die vor zehn Jahren ihre Zimmer stifteten? Wie leben sie heute und was hat sie in der vergangenen Dekade bewegt? Wie sehen ihre Pläne für die Zukunft aus? Antworten darauf geben die Interviews und Fotoserien des Buches.

Jörg Loskill
Helmut Bettenhausen
RevierAtelier, Band 7
96 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 24,90
978-3-8375-0337-1
Helmut Bettenhausen lebt das Motto der Künstlerzeche „Unser Fritz“ in Herne-Wanne-Eickel seit rund 50 Jahren: „Von der Kohle zur Kunst“. Er gehört zu den Revier-Kreativen, die immer authentisch blieben – bis zum heutigen Tag. Er leugnet weder seine heimatliche Verbundenheit noch seine berufliche Herkunft. Doch erst durch sein Studium an der Folkwangschule löste er sich behutsam und sensibel vom bisherigen privaten und beruflichen Umfeld und widmete sich fortan dem künstlerischen Schaffen: als Zeichner und Objektemacher, als Installateur und Land-Art-Spezialist, als Bildhauer und Performance-Akteur oder auch als Grafiker.
Bettenhausen war Gründungsmitglied der Gruppen „B 1“ und „gerade“, richtete bereits ab 1964 sein Atelier auf der Zeche an der Stadtgrenze Wanne-Eickel/Gelsenkirchen ein. Bei allen wichtigen Initiativen zur aktuellen Kunst in der Region wie „Grenzüberschreitung R“, „Revier: Motiv und Motivation“, Internationale Bauausstellung Emscherpark, Haldengestaltung etc. war er mit originären und originellen Ideen vertreten. Ausstellungen und Aktionen führten ihn in die weite Welt, bis nach Japan oder Australien – er darf als einer der führenden Botschafter für die Kunst im Ruhrgebiet angesehen werden.
Durch seine Vielseitigkeit und seine Flexibilität, auf fast jede künstlerische Aufgabenstellung zu reagieren, hat er sich im Laufe der Jahrzehnte Achtung und einen hohen Beachtungsgrad (auch jenseits der Künstlerschaft) erworben. Bettenhausen sieht sich auch stets als Kollege – und hilft bei Projekten, in denen (beispielsweise verstorbenen) Künstler ein Denkmal oder ein Haus gewidmet wird. So richtete er auf Consolidation in Gelsenkirchen-Bismarck die Halle für die „Sammlung Werner Thiel“ vor einigen Jahren ein. Helmut Bettenhausen setzt in der Regel auf den Kontrast Schwarz-Weiß: eine scheinbar einfache Grundregel – doch er bezieht diese polare (Nicht-?)Farbigkeit aus seiner Biographie, seinen Wahrnehmungen, seinen Begegnungen, seiner Selbstbestimmung. Die Kohle lässt ihn nicht los. [ aus dem Vorwort von Jörg Loskill]

Rheinelbe – Art in Nature
Der Skulpturenpark von Herman Prigann
Hg.: Landesbetrieb Wald und Holz NRW und Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW
64 S., zahlr. farb. Abb.,  € 6,95
978-3-8375-0348-7
Längst hat sich die Rheinelbe-Brache im Zentrum Gelsenkirchens in einen spannenden Wald verwandelt. Motor für diese Entwicklung waren die Ideen der IBA Emscher Park und die Zusammenarbeit mit Herman Prigann, einem Künstler, der sein Werk immer in einem besonderen Verhältnis zur Natur und Geschichte verstanden hat. Dieses Buch bringt den Menschen Herman Prigann, seine Kunst und die erstaunliche Metamorphose einer Industriebrache näher und lädt ein, Rheinelbe neu zu entdecken: als Ort der Kunst. Weitere Informationen über die gleichnamige Ausstellung in der Forstation Rheinelbe vom 16. Mai bis 26. September 2010: www.mai-nrw.de/Rheinelbe-Art-in-Nature.184.0.html

Gereon Buchholz / Thomas Plaßmann
Zeitungskids
Ein Trio macht Schlagzeilen
100 Seiten, zahlr. Abb., € 14,95
978-3-8375-0173-5
Schön ist der Spielplatz nicht. Nun soll er ganz der Kunst weichen. So steht es eines Morgens in der Zeitung, aber das sehen die Teenager Hanna, Paul und Ken gar nicht ein. Sie wollen für den Erhalt des Spielplatzes kämpfen. Allein hätten sie keine Chance. Mit guten Einfällen schaffen es die Drei, die Tageszeitung für ihr Anliegen zu interessieren. Gereon Buchholz erzählt eine spannende Geschichte von Intrigen, mutigen und vor allem neugierigen Kindern, die sich gegen die Großen wehren und eine Stadt gewinnen wollen für ihren Traum: einen Kinder- und Jugendpark. Während die Drei immer neue Hürden überwinden, erfahren die Leserinnen und Leser, wie Zeitungen gemacht werden. Sie blicken hinter die Kulissen einer Redaktion und erleben, was Journalismus und natürlich die Lust am Lesen und Schreiben bewirken kann, welche Bedeutung Anzeigen haben, wie die Zeitung hergestellt und vertrieben wird, und wie lokale Politik funktioniert. Knappe Sachtexte erläutern zudem Fachbegriffe. Dazu gibt es Zeichnungen von dem bekannten Karikaturisten Thomas Plaßmann.

Hans Blossey / Jürgen Boebers-Süßmann / Karl F. Gehse
Sieben Städte – Sieben Ansichten
Duisburg – Mülheim – Essen – Gelsenkirchen – Herne – Bochum – Dortmund
96 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 14,95
978-3-89861-867-0
Die Städte liegen in einer Region – nahe beieinander und doch gedanklich weit von einander entfernt. Sie waren ursprünglich verschieden, sind zur selben Zeit sprunghaft gewachsen und groß geworden. Die gleiche Geschichte, die gleiche Entwicklung, die gleichen Probleme und doch ist jede Stadt für sich eine individuelle Erscheinung. Wo liegen ihre gemeinsamen Wurzeln, wie haben sie sich entwickelt, was wissen sie voneinander, wo wirken und arbeiten sie zusammen? Sie eint eine kollektive Bindung, eine lebendige Identifikation mit der Region. Die Idee einer gemeinsamen Kommune, der „Ruhrstadt“, ist seit längerem im Gespräch, in der Realität aber, wie so viele Versuche vorher, nicht aktuell. Mit diesem Buch versuchen wir, die sieben Ruhrstädte mit Abstand von oben zu betrachten und sie miteinander zu vergleichen. Anhand der Luftbilder von Hans Blossey werden die einzelnen Städte analysiert und ihre Strukturen sichtbar gemacht. Großformatige Bildtafeln, unterstützt von Bildern aus der Fußgängerperspektive, machen planerische Prozesse verständlich und nachvollziehbar. Stadtplanung ist eine für alle wichtige Angelegenheit, ein permanenter politischer Prozess und sollte nicht ein Experimentierfeld für Theorien und Ideologien sein, vor allem aber kein Spekulationsobjekt. STADTPLANUNG GEHT UNS ALLE AN.

Jürgen Reulecke / Stephen Pielhoff
Bergische Miniaturen
Geschichten und Erfahrungen
350 Seiten, € 22,00
978-3-8375-0312-8
"Geschichte" besteht nicht nur aus großen Ereignissen und Umbrüchen, den allgemeinen Prozessen und Strukturen zwischen Kontinuität und Wandel, sondern nicht zuletzt auch aus dem Zusammenwirken vieler mehr oder weniger alltäglicher Geschichten, die immer wieder neue Menschen bei ihrem Kommen und Gehen in ihrer jeweiligen "Zeitheimat" erlebt haben. In diesem Sinne liefern die "bergischen Miniaturen" deshalb keine "Meistererzählung" aus einer einzigen Perspektive, sondern eine bunte Mischung exemplarischer Geschichten konkreter Menschen vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart – am Beispiel jener "Pionierregion", in der mit am frühesten in Deutschland die "Moderne" ihren zwiespältigen Einzug hielt. Wie bewältigten die Menschen im Bergischen Land den immer rasanter werdenden Wandel aller Lebensbereiche? Wie erlebten auswärtige Besucher die Art und Weise, wie hier auf die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Herausforderungen im Laufe der letzten rund zweihundert Jahre reagiert worden ist. Der Band bietet eine Fülle von Anregungen und schildert viele der "Erfahrungen", die Menschen bei ihrem "Fahren durch die Zeit" im Bergischen Land gemacht haben.
Mechthild Brand

Verschleppt und entwurzelt
Zwangsarbeit zwischen Soest, Werl, Wickede und Möhnetal
320 Seiten, € 19,95
978-3-8375-0377-7
„Übermorgen wissen das alle und wissen es für ein paar Jahre. Aber lassen Sie nur erst das neue Jahrzehnt herankommen, da werden Sie´s erleben, wie die Mythen wieder wachsen.“ Das äußerte der zum Leiter eines Exekutionskommandos bestimmte evangelische Pfarrer aus der Soester Börde in der Erzählung „Unruhige Nacht“ von Albrecht Goes. Zu den Mythen der NS-Zeit, die sich hartnäckig halten, gehört die Vorstellung, dass Zwangsarbeit eine geschützte Möglichkeit war, den Krieg zu überstehen. Doch die Betroffenen verloren mit dem Arbeitseinsatz im Deutschen Reich ihr persönliches Umfeld und ihre sozialen Bindungen, waren isolierte Fremde. Zwangsarbeit war viel mehr als nur der Aufenthalt in Deutschland, selbst wenn der im Einzelfall menschenwürdigen Umgang bot. Mechtild Brand schildert die schwierigen Bedingungen, unter denen Zwangsarbeiter hier lebten. Gespräche mit Zeitzeugen ermöglichen ihr eine authentische Darstellung des Geschehenen, Fotomaterial und historische Dokumente veranschaulichen die Situation der ehemaligen Zwangsarbeiter zwischen Soest, Werl, Wickede und Möhnetal.

Uwe Knüpfer
Wir im Westen
Wie wir wurden, was wir sind – Ein historischer Wegweiser nach Nordrhein-Westfalen
222 Seiten, zahlr. Abb., € 13,95
978-3-8375-0180-3
Was verbinden Sie mit Nordrhein-Westfalen? Bloß Kohle, Karneval und den obligatorischen Stau am Kamener Kreuz? Die Region um Rhein, Ruhr und Lippe hat mehr zu bieten als Industriekultur, rheinischen Frohsinn und stark frequentierte Verkehrsknotenpunkte. Seine Geschichte reicht tief zurück in die historischen Anfänge Europas. Bereits Römern und Kelten hat es hier sehr gut gefallen. Im Hochmittelalter führte ein Königsweg mitten durch das Ruhrgebiet. Kölns stolze Bürger schmissen schon im 13. Jahrhundert den Bischof raus, und im 14. gründeten sie eine Universität, ohne auf Kaiser, König oder Kardinal zu warten. Und in Essen haben fast 1.000 Jahre lang Frauen regiert, ohne eine Streitmacht zu haben. Seit mehr als 2.000 Jahren zieht die Gegend, die heute NRW heißt, Menschen an. Vielfalt, Toleranz und Bürgerlichkeit sind ihre Markenzeichen. Mitnichten leben hier nur Rheinländer und Westfalen. Oder Katholiken und Protestanten.
Faktenreich, unterhaltsam und mit nötigem Biss führt Uwe Knüpfer durch die Geschichte und zeigt: Die Geschichte NRWs ist genauso vielfältig und unverwechselbar wie seine Menschen.

Hans-Christoph Seidel
Der Ruhrbergbau im Zweiten Weltkrieg
Zechen – Bergarbeiter – Zwangsarbeiter
640 Seiten, € 79,00
978-3-8375-0017-2
Die Steinkohle stellte den wichtigsten Grundstoff für die nationalsozialistische Rüstungs- und Kriegswirtschaft dar. Das Regime und seine kriegswirtschaftlichen Leitungsstellen maßen der Erhöhung der Steinkohlenförderung kriegsentscheidende Bedeutung zu. Im wenig mechanisierten und sehr arbeitsintensiven Steinkohlenbergbau hing das Förderergebnis aber wesentlich von der Zahl und der Leistungsfähigkeit der Arbeitskräfte ab. Allein im Ruhrbergbau arbeiteten während des Krieges insgesamt etwa 350.000 ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene.
Das Buch bietet erstmals eine umfassende Analyse der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen im bedeutendsten deutschen Steinkohlenrevier, dem Ruhrbergbau, während des Zweiten Weltkrieges. Es schildert, wie die Bergbaugesellschaften auf die Anforderungen der Kriegswirtschaft reagierten, diskutiert die Arbeitskräftepolitik der Ruhrzechen und zeichnet die Arbeits- und Lebensverhältnisse der einheimischen Bergarbeiter wie auch der ausländischen Zwangsarbeiter in ihren gegenseitigen Bezügen nach.

Route der Wohnkultur
Wohnen in der Metropole Ruhr
(Hg.Büro STADTIDEE / RUHR.2010 GmbH)
254 S., Br., zahlr. Abb.,  €  24,95
978-3-8375-0328-9
Von der Fabrikantenvilla zur Gartenlaube, vom Gründerzeitviertel zum zeitgenössischen Wohnprojekt, von der Hochhaussiedlung zum Fachwerkhaus. Das Alltagswohnen im Ruhrgebiet wird durch die „Route der Wohnkultur“ mit all seinen Eigenheiten und Facetten erlebbar. Dieses Buch dokumentiert Beispiele einer Wohnkultur, die so vielfältig und eigen sind wie das Ruhrgebiet selbst. Als Projekt der Kulturhauptstadt RUHR:2010 öffnet die „Route der Wohnkultur“ im Kulturhauptstadtjahr ausgewählte, bewohnte Wohnungen des Ruhrgebiets und macht unterschiedlichste Lebenswelten und Wohnkulturen von der Region bis zum Wohnzimmer erlebbar. Nicht nur „Evergreens“ und historisch bedeutsame Wohnsituationen wie die typischen Zechensiedlungen, sondern auch „Newcomer“, gelungene und gescheiterte Experimente, aus der Mode gekommene, wieder entdeckte, umgebaute oder behutsam erneuerte Wohnformen werden thematisert.
Mehr Informationen über das Projekt selbst finden Sie unter: www.routederwohnkultur.de


Jörg Dettmar und Hans-Peter Rohler (Hg.)
Trägerschaft und Pflege des Emscher Landschaftsparks in der Metropole Ruhr
Wie viel Grün kann sich die Metropole Ruhr leisten?
128 Seiten, broschiert, zahlr. farb. Abb., €  19,95
978-3-8375-0285-5
Eine urban geprägte Kulturlandschaft wie die des Ruhrgebiets kann sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht allein über mehr oder weniger spektakuläre Investitionen in neue Parks definieren. Das gesamte System regionaler Grünzüge mit seinen öffentlichen Grünflächen muss unterhalten und qualitätsvoll gepflegt werden. Angesichts der Situation der öffentlichen Haushalte besteht die Gefahr, dass diese gewaltige Investition in die Zukunft des Ruhrgebiets bedroht ist. Vor diesem Hintergrund startete das Forschungsvorhaben "Management Entwicklung und Vegetation – Pilotprojekt Regionales Parkpflegewerk Emscher Landschaftspark". Die Beiträge des Buches stellen die wesentlichen Ergebnisse des Forschungsvorhabens vor. Gleichzeitig werden die Bemühungen um die Zukunft des Emscher Landschaftsparks in den Kontext anderer europäischer Metropolräume eingeordnet. Mit Beiträgen von Karl-Heinz Petzinka, Ulrich Carow, Christophe Girot, Jörg Dettmar und Hans-Peter Rohler.


Bund Deutscher Architekten (BDA)
Stefan Polónyi
Baumeister im Ruhrgebiet Bd. 2
68 S., zahlr. Abb., Br.,  €  17,50
978-3-8375-0352-4
Stefan Polónyi studierte Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Budapest und ging 1956 nach Köln. 1965 wurde er als Professor für Tragwerkslehre an die TU Berlin berufen und baute dort das Institut für Modellstatik auf. 1971 folgte der Ruf an die Universität Dortmund, dort war er maßgeblich an der Gründung der Abteilung Bauwesen und der Entwicklung des "Dortmunder Modells" beteiligt, einer gemeinsamen Ausbildung von Ingenieuren und Architekten. Polónyi wurde 1995 in Dortmund emeritiert. 1997 ehrte ihn der Architektur- und Ingenieurverband (AIV) Köln mit der AIV-Plakette "Für Verdienste um unsere gebaute Umwelt". 1999 verlieh ihm die TU Berlin die Würde eines "Dr.-Ing. E. h.". Es war der dritte Ehrendoktortitel für ihn, nachdem die Technische Universität Budapest und die Universität Kassel ihm diesen bereits zuvor verliehen hatten. Mit der Baumeisterreihe möchte der BDA Ruhrgebiet das Augenmerk auf Akteure lenken, die die Geschichte herausragender Architektur im Ruhrgebiet zu verantworten haben und den Maßstab setzen für innovatives Bauen. Dabei soll ein lebengiger Zugang zu Persönlichkeit und Handwerk des Baumeisters hergestellt werden. Auf diese Weise entsteht eine Publikationsreihe, die das Thema Baukultur immer neu in den Fokus der Öffentlichkeit stellt und so die Diskussion über qualitätvolles Bauen in Gang hält. Im vorliegenden Band erzählt Werner Ruhnau über Kooperation und Freundschaft mit Stefan Polonyi, während Klaus Bollinger über das Lehrer-Schüler-verhöltnis aus der gemeinsamen Zeit an der Dortmunder Universität berichtet. In der Rubrik "Nachgefragt" beantwortet Stefan Polonyi einen standardisierten Fragenkatalog zu Architektur und Baukultur im Ruhrgebiet. Abgerundet wird das Ganze durch Biographie, Werkübersicht (Ruhrgebiet) und Schriftenverzeichnis.


Hans Hesse / Elke Purpus
Mahnmalführer Köln
Ein Führer zu Kölner Denkmälern zur Erinnerung an Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus
200 Seiten, zahlr. Abb., € 14,95
978-3-8375-0168-1
Der »Mahnmalführer Köln« versammelt erstmalig alle Gedenkobjekte, die an die Opfer der NS-Verfolgung, die Opfer des Widerstandes gegen die NS-Diktatur, die Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen und an die Kriegstoten in Köln erinnern. Erfasst wurden sowohl Denkmäler und Mahnmale als auch Kriegsgräberanlagen, Straßennamen, Instituts- bzw. Gebäudebenennungen und Schulnamen. Auf diese Art und Weise wurde die Gedenktopografie der viertgrößten Stadt Deutschlands komplett wiedergegeben. Jedes Gedenkobjekt ist mit einem Foto dokumentiert. Des Weiteren geben Literatur- und weitere Quellenangaben Auskunft über den Künstler des Gedenkobjektes, seine Geschichte und woran es erinnert. Ein einleitender Aufsatz analysiert diese Gedenklandschaft eingehend. Darüber hinaus ermöglicht das Künstler- und Straßenverzeichnis einen schnellen, gezielten Zugriff auf einzelne Gedenkobjekte.

Sebastian Conrad
Globale Arbeitsmärkte und die 'Gelbe Gefahr'
'Kulis', Migration und die Politik der Differenz
Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets, Heft 30
28 Seiten, €  3,90
978-3-8375-0340-1
Der "Arbeitskreis für moderne Sozialgeschichte" widmet sich seit einer Reihe von Tagungen dem Thema "Arbeit" in dessen globalen, das heißt vor allem: transnationalen, Dimensionen. Über die "Konturen einer Globalgeschichte der Arbeit" diskutierte der Arbeitskreis während siener Frühjahrstagung in Bochum. Der Vortrag von Sebastian Conrad stellt am Beispiel der chinesischen Arbeitsmobilität und des sich damit zeitgenössisch verbindenden Kampfrufs von der "Gelben Gefahr" Entwicklungen der früheren Globalisierungsphase zur Diskussion, die in anderen Formen und Formaten der Gegenwart hoch bedeutend geworden sind. 

Das Ruhrtal – Panoramakarten
Ost und West, 2 Karten
in Hülle : 50 x 100 cm, € 6,95
978-3-89861-913-4

Jürgen Baurmann und Hermann Schulz
Die Ruhr fließt anders als der Bosporus
Demokratie leben: Autoren schreiben gemeinsam mit Schülern
320 Seiten, broschiert, Abb., € 14,95
978-3-8375-0274-9
Autorinnen und Autoren haben mit Schulklassen und Arbeitsgemeinschaften an Schulen im Ruhrgebiet Geschichten erarbeitet.  Alle sechs Autorinnen und Autoren waren mit Begeisterung dabei, den schwierigen demokratischen Dialog in verschiedenen Schulen anzuregen und zu einem guten Ende zu bringen; ihre Arbeitsjournale zeigen von gelungenen Prozessen und gelegentlich unerwarteten Problemen, die Geschichten von Einfallsreichtum, Weltsicht und Humor der Jugendlichen – den eigentlichen Autoren dieses Buches.


Manfred Rasch (Hrsg.)
August Thyssen und Heinrich Thyssen-Bornemisza
Briefe einer Industriellenfamilie 1919–1926
640 Seiten, Hardcover, zahlr. Abb.,  € 39,95
978-3-8375-0331-9
Die hier veröffentlichten Briefe der Industriellenfamilie Thyssen sind zwischen 1919 und 1926 entstanden, in einer Zeit, die durch die Folgen des Ersten Weltkriegs und die politischen Veränderungen geprägt war. Ein Großteil der abgedruckten Korrespondenz erfolgte zwischen August Thyssen (1842–1926) und seinem jüngsten Sohn Heinrich Thyssen-Bornemisza (1875–1947). Persönliches und Privates – etwa Auseinandersetzungen zwischen dem Vater und den Kindern sowie zwischen den Geschwistern untereinander – werden in den Briefen ebenso behandelt wie zahlreiche Themen zur Unternehmenspolitik, zu Personalfragen, zu Unternehmensbeteiligungen und zum Umgang mit anderen Unternehmern. August Thyssen gewährt aber auch Rückblicke auf die Zeit um 1870, als er den Grundstein für seinen Aufstieg legte.  Es handelt sich um eine Mischung von persönlichen und unternehmerischen Äußerungen, die ein lebendiges Bild eines wichtigen Unternehmensgründers des Ruhrgebiets, August Thyssen, in den letzten Jahren seines Lebens zeigen. Die über 200 Briefe, die biografischen Skizzen zu August Thyssen und Heinrich Thyssen-Bornemisza sowie der umfangreiche Sach- und Personenkommentar machen diesen Band zu einem eindrucksvollen Dokument deutscher Industrie- und Unternehmensgeschichte nicht nur der 1920er-Jahre. 

Frieder Korff
Die Hütte
Leben und Arbeiten auf der Rintelner Glashütte
Ein autobiografischer Beitrag zur Arbeiterkultur des 20. Jahrhunderts
hrsg. vom LWL-Industriemuseum
120 Seiten, zahlr. teils farb. Abb., Br., €  17,80
978-3-8375-0262-6
Frieder Korff (geb. 1936) hat viele Talente: Er war Maschinenführer in der Glasfabrik Stoevesandt in Rinteln, später Glashüttentechniker bei der gleichen Firma, er war Gewerkschaftssekretär, Organisator und Entwicklungshelfer, er war Glassammler und Museumsberater, ist Sänger und Gitarrenspieler, er zeichnete und malte Aquarelle, und schießlich verlegte er sich auf die Glaskunst – und jetzt hat er auch noch ein Buch geschrieben. Was für ein Buch? Eine Autobiografie – allerdings lässt er nicht sein ganzes Leben Revue passieren, sondern vor allem die Zeit, in der die Glashütte in Rinteln in dessen Zentrum stand. Frieder Korff versteht es in gelungener Weise, die Lebenswelt von Hütte und Glasmachersiedlung über Jahrzente in sehr persönlich gehaltenen Farben zu malen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben oder gar umfassende Geltung zu beanspruchen. Immer wieder nimmt er auf allgemeine politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklungen Bezug, die den Hintergrund seiner Erzählungen bilden und lässt auch heikle Themen nicht aus. In seiner Autobiographie entwickelt Frieder Korff ein Bild vom Leben auf einer Glashütte aus der Zeit um 1900 bis in die 1960er Jahre, gesehen aus der Perspektive eines aus der Arbeiterschaft stammenden Kindes, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

LWL-Industriemuseum
HELDEN
Von der Sehnsucht nach dem Besonderen
416 Seiten, zahlr. farb. Abb., Hardcover, €  24,95
978-3-8375-0293-0
Ob Hercules oder Lara Croft: Jede Zeit hat ihre Helden. Sie sind Vorbilder und Hoffnungsträger, offenbaren Träume und Wünsche – und spiegeln eine Sehnsucht nach dem Besonderen wider.  Aber wofür werden Helden eigentlich gebraucht? Und wie werden sie gemacht? Wer macht Helden – und warum?  Helden polarisieren und faszinieren. Ob frenetisches Bejubeln, ehrfürchtiges Aufblicken, wütendes Stürzen oder zum Schurken verdammen – die Helden lassen kaum einen kalt, sie sind immer etwas Besonderes.  Die Ausstellung "HELDEN. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen" zeigt die Entstehung der Helden in Antike und Mittelalter und verfolgt ihre Entwicklung von den Helden der Nationen über Kriegshelden, Sporthelden, Helden der Arbeit und Medienhelden bis zu den vielfältigen Helden der Gegenwart.  Grundlegende Essays und Erläuterungen zu den Exponaten zeigen die Entstehung und Verehrung der Helden, ihre Konjunkturen, Funktionen und Wirkungen.

LWL-Industriemuseum
Die Helden-Maschine
Zur Aktualität und Tradition von Heldenbildern
wissenschaftlicher Tagungsband
184 Seiten, zahlr. farb. Abb., Hardcover,  €  19,95
978-3-8375-0294-7
Heldenbilder spiegeln die Leit- und Streitkultur ihrer Zeit. Sie sind geschichtlich-kulturelle Konstruktionen, die sich in den Prozessen von Wandel und Überlieferung beschreiben lassen. Welche Beziehungen bestehen zwischen dem vormodernen Helden-Begriff und den Bildungs- und Erziehungsidealen der Gesellschaft von heute? Was hat den Helden-Begriff reaktiviert? In welchem Verhältnis stehen Begriff und faktischer Gebrauch? Das waren die Leitfragen der interdisziplinär angelegten Tagung "Die Helden-Maschine", die 2008 im Rahmen des Helden-Projekts des LWL-Industriemuseums in Dortmund stattfand.  Die Beiträge der Tagung vermitteln einen kulturgeschichtlichen Überblick über Entstehung und Wirkung von Helden-Bildern aus unterschiedlichen fachlichen und methodischen Perspektiven.
René-Kuczynski-Preis 2010:


Silke Fengler
Entwickelt und fixiert
Zur Unternehmens- und Technikgeschichte
der deutschen Fotoindustrie, dargestellt am
Beispiel der Agfa AG Leverkusen und
des VEB Filmfabrik Wolfen (1945-1995)
288 Seiten, € 29,95
978-3-8375-0012-7
Agfa Leverkusen wie auch der VEB Filmfabrik Wolfen sind Nachfolger der Sparte Fotografie der IG Farbenindustrie AG (Agfa), eines in der Zwischenkriegszeit technologisch und wirtschaftlich führenden Unternehmens der fotochemischen Industrie. Beide zählten im Technologiewettbewerb langfristig zu den Verlierern. Bei Agfa Ost und West wirkte sich die Fortdauer des technologischen und ökonomischen Erbes gleichermaßen stabilisierend wie krisenfördernd aus. Die Vorteile pfadabhängiger Prozesse traten besonders in der Nachkriegszeit auf expandierenden Märkten zutage. Deren Nachteile zeigten sich angesichts der dramatischen Veränderungen auf den weltweiten Fotomärkten – Konzentration und Globalisierung der Märkte, Auftreten neuer Konkurrenten und Technologien – seit den frühen 1960er Jahren. Mit der fortschreitenden Elektronisierung nahm in den 1970er Jahren der Einfluss nicht fotochemiebasierter Technologien auf die Fotografie zu. Die mittlerweile in größeren Unternehmens- bzw. Betriebsstrukturen aufgegangene Agfa-Gevaert AG Leverkusen und das Fotochemische Kombinat Wolfen vollzogen den Paradigmenwechsel von der analogen zur digitalen Fotografie jedoch nicht mehr, sondern hielten so lange wie möglich an überkommenen Entwicklungspfaden fest. Mit der Analyse der Ursachen dieser mehrheitlich krisenhaften Entwicklung reiht sich die Studie in ein Forschungsfeld ein, das neben der Entstehung von Unternehmen vor allem deren Niedergang im Sinne einer „business demography“ untersucht. Die Studie untersucht am Beispiel des westdeutschen Fotounternehmens Agfa Leverkusen und München sowie des ostdeutschen Volkseigenen Betriebes Filmfabrik Wolfen die Problematik geteilter Unternehmen in vergleichender deutsch-deutscher Perspektive. Ausgehend von evolutionsökonomischen Theorien, nimmt sie das technologische und ökonomische Erbe der beiden bedeutendsten Fotochemieproduzenten Deutschlands in den Blick. Dabei fragt sie nach Pfadabhängigkeiten in der betrieblichen Entwicklung zwischen 1945 und 1990.
Platz 2 in der Kategorie "Einzelstudie" im "Damals"-Wettbewerb der historischen Bücher des Jahres 2010:


Jean-Jaques Becker & Gerd Krumeich
Der große Krieg:
Deutschland und Frankreich 1914 - 1918
354  S., Br., € 24,95
978-3-8375-0171-1
Das entscheidende „Kriegstheater" des Ersten Weltkriegs - heute noch in vielen Nationen als der „Große Krieg" erinnert - war die Westfront. Hier begann er im Jahre 1914 und hier endete er 1918. So war dieser Große Krieg in vieler Hinsicht ein deutsch-französischer Krieg. An der Marne und vorVerdun kämpften fast ausschließlich deutsche und französische Soldaten. Und sicherlich wäre dieser Krieg in dem Moment zu Ende gewesen, wo eine dieser beiden hauptbeteiligten Nationen aufgegeben hätte.
Ein deutscher und ein französischer Historiker, die seit vielen Jahren in wissenschaftlichen Projekten zusammenarbeiten, insbesondere im Forschungszentrum des Museums „Historial de la Grande guerre" in Péronne an der Somme, haben nun gemeinsam eine Gesamtdarstellung des Ersten Weltkriegs aus deutscher und französischer Sicht verfasst. Diese behandelt die militärischen und politischen Entwicklungen genau so wie das tägliche Leben und Sterben an der Front und die Entbehrungen der Bevölkerungen. So gelangen die Autoren zu einer problemorientierten wissenschaftlichen Synthese der so verschiedenen Weltkriegserzählungen der beiden Nationen.
Dieses Buch erlaubt es nun endlich, den Ersten Weltkrieg jenseits der oft üblichen nationalen Stereotype auf „transnationale" Weise zu verstehen. Niemals zuvor war es möglich, in deutscher Sprache so genau über die Tradition der französischen Weltkriegs-Erzählung informiert zu werden. Umgekehrt ermöglicht es die im Verlag Tallandier erschienene französische Ausgabe dieses Buches dem französischen Leser eine „deutsche Sicht" der Ereignisse. Dementsprechend enthusiastisch sind die Besprechungen in den französischen Medien ausgefallen. Für L' Histoire war es „eines der originellsten und stimulierendsten Bücher dieses Jahres".
So ist dieses Buch ein wichtiger Schritt hin zu einer international vergleichenden Geschichtsschreibung des Ersten Weltkrieges, welche die unterschiedlichen Kriegserzählungen der Nationen im Sinne einer gemeinsamen Geschichte begreift. 
Linker Gewerkschafter = Agent der DDR?


Stefan Müller:
Heinz Dürrbeck 1912–2001
Gewerkschafter, Sozialist und Bildungsarbeiter
568 S., Br., € 39,95
978-3-8375-0201-5
Heinz Dürrbeck, von 1954 bis 1977 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, zählt zu den weniger bekannten Gewerkschaftsführern der Bundesrepublik. Seine persönliche und politische Biografie sticht dennoch in besonderer Weise hervor. Dürrbeck steht für eine Generation von Gewerkschaftern, die nach dem Faschismus am Sozialismus als Fernziel festhielten und der Integration der Gewerkschaften in die bürgerliche Gesellschaft mit großer Skepsis begegneten. In den 1960er Jahren setzte er in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit methodisch und politisch emazipatorische Akzente, die bis heute – je nach Standpunkt – auf positive oder negative Weise nachwirken. Zugleich war sein Leben zutiefst in den Kalten Krieg eingebettet. Seit 1975 wurde ihm vorgeworfen, ein Agent der DDR gewesen zu sein. Dieser juristisch nie aufgeklärte Vorwurf, dem er sich durch Flucht nach Ungarn entzog, zieht bis heute seine Schatten über die gewerkschaftlichen Initiativen Heinz Dürrbecks. 

Gudrun Norbisrath /Achim Nöllenheidt
Kultur an der Ruhr
Die Höhepunkte der Kulturhauptstadt
192 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 5,00
978-3-8375-0266-4
Kultur ist bunt und vielfältig: Ob Musik von Klassik bis Pop, Ausstellungen im oder ohne Museum, Theater, Tanz und Lesungen. Die einzigartigen Veranstaltungsräume der alten Industrieanlagen und die klassischen Häuser für Theater, Musik und Tanz laden ein zu besonderen kulturellen Erlebnissen. Es gibt kaum eine Region, in der Besucher ein so dichtes Veranstaltungsprogramm erleben können wie im Ruhrgebiet. Der reich bebilderte Führer erschließt den kulturellen Reichtum des Ruhr gebiets als handliches Nachschlagewerk von A bis Z und hilft dabei, im vielfältigen Angebot den Überblick zu behalten. Dazu gehören auch die wichtigsten Projekte der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010.

Achim Nöllenheidt
RuhrKompakt
Der Kulturhauptstadt-Erlebnisführer
719 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 9,95
978-3-8375-0251-0
RuhrKompakt - der umfassende Überblick: Die Erlebnislandschaft Ruhrgebiet mit allen Daten und Fakten. Reich bebildert, präsentiert der Band eine einzigartige Region, die einen faszinierenden Mix aus Ballungsraum und Naturlandschaft, Kultur- und Kunstort, Sportmekka und Industrieerbe bietet und spätestens seit der Ernennung Essens und des Ruhrgebiets zur Kulturhauptstadt 2010 auch im internationalen Blickpunkt steht. RuhrKompakt macht Reisende wie Revierkenner zu Entdeckern einer offenen Region, erzählt spannend und informativ von bekannten und unbekannten Attraktionen und gibt vielfältige Anregungen für jede Art von Erlebnismöglichkeiten.
Zusätzlich enthält diese Sonderausgabe das Programm von RUHR.2010!

Kulturhauptstadt Europas
RUHR.2010  Buch zwei
220 Seiten, zahlreiche Abbildungen, broschiert, Großformat, € 4,95
978-3-8375-0316-6
Dieses Programmbuch ist das zweite einer Trilogie, die durch das Programm der Kulturhauptstadt Europas "Essen für das Ruhrgebiet" führt.  "Buch zwei" beschreibt das Programm von Januar bis Ende Juni 2010, ergänzt durch eine Vorschau auf das zweite Halbjahr des Kulturhauptstadtjahres.

Burgen AufRuhr
Unterwegs zu 100 Burgen, Schlössern und Herrensitzen in der Ruhrregion
490 S. zahlr. Abb.,Br., € 19,95
978-3-8375-0234-3
Im Mittelalter prägten wehrhafte Burgen die Landschaften zwischen Rhein, Ruhr und Lippe. Später entwickelten sich daraus vielerorts prächtige Wasserschlösser und Herrensitze. Von den weit über 400 Anlagen der Ruhrregion sind heute noch zahlreiche als Bodendenkmäler, romantische Ruinen oder bewohnte Adelshäuser erlebbar. Sie verleihen ihrem - im Kontrast zu ihnen - teilweise sehr modernen Umfeld einen ganz besonderen Charakter. Die über 100 hier in allgemeinverständlichen Texten beschriebenen Anlagen haben alle ihren eigenen Reiz und laden zu spannenden Erkundungstouren durch die Ruhrregion ein. Informationen zur Zugänglichkeit und Erreichbarkeit geben nützliche Tipps für die Planung individueller Ausflugsrouten. Informative Zwischentexte erklären verschiedene Themen des Mittelalters, schildern Sagen der Region oder bieten Ausblicke in die industrielle Zeit. Ein Atlasteil mit einer Kartierung und einem Inventar der bekannten Burgen in der Ruhrregion erleichtern das Auffinden auch der übrigen, nicht in eigenen Beiträgen behandelten Anlagen.

Ulrike Vetter / Frank Vinken
Essen
Bildband in 3 Sprachen
120 Seiten, zahlr. farb. Abb., dtsch./engl./franz., € 19,95
978-3-8375-0253-4
Essen ist eine sehr alte Stadt ihre Geschichte ist älter als z.B. die Berlins, Dresdens oder Münchens. Im Jahre 845 gründete Altfrid von Hildesheim ein Stift für Damen des Hochadels. Fast 1000 Jahre lang regierten die Äbtissinnen die Stadt. Heute ist Essen die Metropole des Ruhrgebiets.


Heinrich Böll / Hans Krabel
Arbeiten an Zollverein
192 Seiten, farb. Abb., € 19,95
978-3-89861-912-7
Mit dem Ende des Bergbaus begann das zweite Leben der Zeche Zollverein als Standort der Kultur und Gestaltung. Die Architekten Heinrich Böll und Hans Krabel betreuten von Anfafng an die Sanierungs- und Umbauarbeiten an den inzwischen zum Weltkulturerbe ernannten Bauten. Ihre Arbeit schuf die Grundlage für das neue Leben auf Zollverein, von der Ausstellung der "documenta IX" in der Halle 5 über das "Casino Zollverein" in der Halle 9 bis zum "Ruhr Museum" in der Kohlenwäsche. Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über das Werk der beiden Architekten und ist zugleich der erste vollständige Architekturführer der umgenutzten Bauten von Zeche Zollverein Schacht XII.

Ulrich Borsdorf / Theo Grütter
Ruhr Museum
Natur. Kultur. Geschichte.
410 Seiten, durchgehend farb. Abb., € 19,80
978-3-8375-0075-2
Das Ruhrgebiet ist eine der faszinierendsten Regionen Europas, seine Geschichte ist ereignis- und abwechslungsreich.  Das neue Ruhr Museum auf Zollverein präsentiert diese spannende Geschichte, es berichtet von frühen Industriepionieren und deren Erfindungen, von der Arbeit unter Tage und dem Leben im Industriezeitalter, von Kriegen und Wiederaufbau, von Umweltzerstörung und vom blauen Himmel über der Ruhr.  Aber es erzählt auch die lange Geschichte vor der Industrialisierung: Mammut, Nashorn und Faustkeil in der Naturlandschaft, die Römer am Rhein, die Klöster, Burgen und Städte im Mittelalter, Humanisten, Reformatoren und Aufklärer und schließlich die Preußen im Ruhrgebiet. Und es zeigt das Ruhrgebiet von heute: Mythos und Realität, Industriekultur und Metropole Ruhr.


Glück auf!
Der immerwährende Barbara-Kalender
farbige Abbildungen, Spiralbindung, 24 × 22 cm, € 9,95
978-3-8375-0329-6
Der immerwährende Barbara-Kalender zeigt zwölf Heilige Barbaras - eine Auswahl von insgesamt 150 Heiligen Barbaras, die Thomas Rother 1996 im Kunstschacht Zollverein unter dem Motto Barbaras Revier ausgestellt hat - allesamt Schenkungen oder Dauerleihgaben von Bergleuten, Unternehmen oder Institutionen, von denen einige seitdem ihren Platz in Rothers sehenswertem Atelier haben. Die Schöne aus dem Morgenland ist die Schutzheilige der Bergleute und hilft, dass sie heil aus der Grube wieder herauskommen. Begleitet werden die Fotografien von alten Bergarbeitergedichten und Liedern zu Ehren der Schutzpatronin der Bergleute.

Delia Bösch
Grubengold
Mythos Ruhrgebiet
292 S., zahlr. Fotos, Br., € 13,95
978-3-89861-959-2
Liebevolle Heimatbetrachtung und zugleich Reiseführer der besonderen Art: Auf informative und unterhaltsame Art und Weise fasst die Autorin in gut 30 Stichworten zusammen, was man über das Ruhrgebiet wissen sollte – von A wie Arbeit und A 40 über G wie Gelsenkirchener Barock bis Z wie Zappenduster. »Grubengold« ist ideal für Einsteiger wie Einheimische und ein aktueller Führer durch eine Region, die 2010 Kulturhauptstadt Europas ist. Als Extras gibt es viele Tipps und Termine und eine Chronik von der Geburtsstunde des Reviers bis zur Gegenwart.  Das Land der tausend Feuer ist längst untergegangen, aber der Mythos Ruhrgebiet lebt: In Geschichten und Legenden, Hymnen und Bildern. Ohne seine Mythen gäbe es das Ruhrgebiet nicht mehr.

Historisches Lesebuch Ruhrgebiet in 2 Bänden
Hrsg.: K. Tenfelde / Thomas Urban
1106 S., zahlr. Abb., Gb., € 39,95
978-3-8375-0286-2
Das Ruhrgebiet ist eine ganz besondere "Geschichtslandschaft". Diese – nach London und Paris – größte Städteballung Europas ist nicht von Fürsten, sondern von Menschen der Moderne "gemacht" worden, von Unternehmern und Arbeitern. Die Region entstand mit dem Aufstieg der Montanindustrie. Deren Prägekraft reicht, weit über die von schweren Krisen und verheerenden Kriegen unterbrochene Blüte der Jahre 1850 bis 1960 hinaus, bis in die Gegenwart. Seit dem Niedergang von Bergbau und Stahl sucht das Ruhrgebiet nach einer neuen Identität.
Über das Ruhrgebiet gibt es eine Unzahl von historischen und sozialwissenschaftlichen Untersuchungen. Dieses "Historische Lesebuch Ruhrgebiet" erzählt die weit mehr als 200-jährige, z.T. im Mittelalter wurzelnde Geschichte dieser Region erstmals und nahezu ausschließlich anhand von Quellen. Die Vielfalt der rund 600 ausgewählten, in 18 Kapiteln zusammengefassten Dokumente – von der Autobiografie Franz Haniels über Gedichte von Bergarbeitern bis hin zu Quellen über Fußball, Kinos und Theater im Revier – macht deutlich, dass diese außergewöhnliche Region nicht nur von Arbeit, Schmutz und sozialem Elend geprägt war. Sie brachte auch ungewöhnliche kulturelle Leistungen hervor und formte Menschen, die sich hier, und nur hier, wohl fühlten und ihrer Heimat Gestalt gaben.
Das "Lesebuch" richtet sich an die Bewohner und die Besucher des Ruhrgebiets. Es bietet die Möglichkeit, Geschichte in der Begegnung mit den Quellen unmittelbar nachzuerleben. Viel Neues lässt sich erfahren, manche skurrile Besonderheit leuchtet aus den Dokumenten hervor. Zugleich werden langfristige Entwicklungen sichtbar, die unsere Gegenwart oftmals auf versteckte Weise beeinflussen.

Maike Maibaum
Geschenkt
Eine Familie packt aus: 100 alltägliche Überraschungen
Mit Illustrationen von Thomas Plaßmann
122 Seiten, broschiert, € 10,95
978-3-8375-0272-5
Der Sohn spielt nachts mit der Taschenlampe unter der Bettdecke Fußball. Die kleine Schwester lernt Reiten auf einem winzigen Pony: Steht es in einer Pfütze, könnte man es für ein Seepferd halten. Papa ist ein begnadeter Koch, leider sieht die Küche hinterher aus, als wäre ihm ein Mammut explodiert. Und Mama freut sich auf ihre Midlife-Crisis: „40 ist ein attraktives Alter. Die Männer glotzen uns nicht mehr ununterbrochen auf den Hintern, weil es zu lange dauert.“  In ihrer Kolumne „Geschenkt“ beschreibt Redakteurin Maike Maibaum jedes Wochenende in der Neuen Ruhr Zeitung (NRZ) den Aberwitz des Alltags, lästert lustig über ihre Lieben und am liebsten über sich selbst, über Diät-Wahn und gehässige Waagen, goldene Fußballschuhe, Haarwachs, der blonden Kinderfrisuren die Konsistenz eines Morgensterns verleiht, und andere Widrigkeiten unserer wildgewordenen Welt. Der Sammelband enthält hundert Kolumnen aus neun Jahren, illustriert von Deutschlands bestem Männleinmaler, dem vielfach preisgekrönten Karikaturisten Thomas Plaßmann.


Zimmermann, Volker
Eine sozialistische Freundschaft im Wandel
Die Beziehungen zwischen der SBZ/ DDR und der Tschechoslowakei (1945-1969)
640 S., Gb., € 47,90
978-3-8375-0296-1
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren die SBZ/DDR und die Tschechoslowakei mit der Aufgabe konfrontiert, eine Partnerschaft im Zeichen des Ost-West-Konflikts zu gestalten. Aus Deutschen, Tschechen und Slowaken angesichts der Erfahrungen von NS-Besatzungsherrschaft und Vertreibung aber Verbündete zu machen, war selbstverständlich schwierig. In dem Buch werden die Anfänge der Kooperation, deren Auf- und Ausbau in den 1950er und 1960er Jahren sowie – im Zusammenhang mit dem „Prager Frühling“ und dessen Niederschlagung – Konfrontation und Neubeginn 1968/69 geschildert. Dabei finden die Wandlungen dieser „sozialistischen Freundschaft“, die bald zu einer besonders intensiven und im Laufe der Zeit zugleich konfliktreichen im östlichen Lager wurde, sowohl auf diplomatischer als auch auf kulturpolitischer und gesellschaftlicher Ebene Berücksichtigung.

Nationalsozialismus und Erster Weltkrieg
Hrsg. Gerd Krumeich
416 S., Br., € 29,95
978-3-8375-0195-7
Der Erste Weltkrieg hat Hitler überhaupt erst möglich gemacht – daran besteht heute kein vernünftiger Zweifel mehr. Umstritten und in vieler Hinsicht ungeklärt ist hingegen, welche eigentliche Bedeutung der Krieg von 1914–1918 sowie die militärische Niederlage und ihre politischen Folgen (Novemberrevolution, Versailler Vertrag) für den Aufstieg und die Durchsetzung des Nationalsozialismus nach 1933 hatten. Dieses Buch erörtert die vielfältigen und oftmals überraschenden Verknüpfungen zwischen dem verlorenen Weltkrieg und der NS-Diktatur. Die Palette der Themen reicht von der Instrumentalisierung und Medialisierung des Großen Krieges durch Indoktrination und Propaganda, aber etwa auch in Literatur, Film und Malerei, bis hin zu den politischen, ökonomischen, militärischen sowie anderen “Lehren”, die der Nationalsozialismus aus dem Ersten Weltkrieg für einen neuen, weitaus totaleren Krieg zog.

“Wie extrem auch immer die innere Motivation war, die Hitler aus dem Krieg und der Revolution zog, und wie radikal die Botschaft, die er in den Münchner Bierkellern und später dann auf der nationalen Bühne verkündete: er hätte nicht allzu viele Zuhörer gefunden, wenn es nicht Millionen gegeben hätte, die bereit waren, wenigstens partiell seiner Diagnose des deutschen Missgeschicks und der seiner Ansicht nach notwendigen Abhilfe zuzustimmen. Der Band macht deutlich, wie sehr diese Bereitschaft auf die zahllosen Methoden und Praktiken zurückzuführen ist, mit denen die Nationalsozialisten das Trauma des Ersten Weltkriegs ausbeuteten.” (aus dem Vorwort von Ian Kershaw)
 

Aus dem Inhalt:
Rainer Rother, Berlin: Die Darstellung des Ersten Weltkriegs im nationalsozialistischen Film
Ulrich Herbert, Freiburg:  „Was haben die Nationalsozialisten aus dem Ersten Weltkrieg gelernt?"
Gerhard Hirschfeld, Stuttgart:  Der Führer spricht vom Krieg - Der Erste Weltkrieg in den Reden Adolf Hitlers
Bernd Sösemann, Berlin: Joseph Goebbels und der Erste Weltkrieg
Gerd Krumeich, Düsseldorf: „Dolchstoß-Komplex" und radikaler Antisemitismus
Christine Beil, Heidelberg: Kriegsausstellungen im Dritten Reich
Nicolas Beaupre, Clermont-Ferrand:  „Der Auftrag der Front": - Zur Geschichte der Mannschaft. Kameradschaft der Frontdichter in der NSDAP
Stefan Schweizer, Düsseldorf: Der Erste Weltkrieg in der NS-Kunst
Florian Kotscha, Düsseldorf: Feindbilder und Kriegsmythen im NS-Spielfilm
Silke Fehlemann, Düsseldorf: Die Mutter des Helden - Soldatenmütter nach dem Ersten Weltkrieg
Andrew Donson, Amherst: Versprochene Siege und erlebte Niederlage -Wie aus Kriegskindern Nazis wurden
Volker R. Berghahn, New York: Gewalt von Krieg zu Krieg
Mark Spoerer, Paris: Weltkriegserfahrung und Wirtschaftsideologie im Dritten Reich
Alan Kramer, Dublin: Ethnische Säuberungen
u. v. m.


Tanja Penter
Kohle für Stalin und Hitler
Arbeiten und Leben im Donbass 1929 bis 1953
470 Seiten, € 54,00
978-3-8375-0019-6
Als wichtigstes Steinkohlenrevier der Sowjetunion spielte das in der Ostukraine gelegene Donesbecken sowohl für die stalinistische Industrialisierung der 1930er Jahre als auch für die Ausbeutungspolitik der deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkrieges als auch für den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Sowjetstaates nach Kriegsende eine zentrale Rolle. Für die Bevölkerung der Region verband sich dies mit spezifischen Zwangsarbeits-, Gewalt-, Terror- und Hungererfahrungen, die trotz wechselnder Herrschaftsverhältnisse neben Bruchstellen auch überraschende Kontinuitäten aufwiesen. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, wie sich diese Erfahrungen auf die Ausbildung von Loyalitäten gegenüber den jeweiligen Machthabern auswirkten. Die Untersuchung verknüpft dabei die bisher zumeist getrennt behandelten Felder der Stalinismus und Besatzungsforschung durch einen erfahrungsgeschichtlichen Ansatz, der es ermöglicht, unter einer neuen Perspektive Fragen des Diktaturvergleichs aufzugreifen.

Düsseldorf / Getto Litzmannstadt 1941
240 S., Br., € 29,95
978-3-8375-0236-7
Das Gedenkbuch „Getto - Litzmannstadt. 1941" ist den 1.003 jüdischen Bürgerinnen und Bürgern gewidmet, die aus dem damaligen Gestapobezirk Düsseldorf in das Getto Litzmannstadt/Lodz deportiert wurden und im Getto, im Vernichtungslager Cheimno oder in Auschwitz, Struthof oder anderen Konzentrationslagern oder auf Evakuierungsmärschen der Endphase des Zweiten Weltkrieges einen gewaltsamen Tod fanden. Das Gedenkbuch versucht - erstmals in dieser Form in der Bundesrepublik - den Opfern sowohl ihre Geschichte vor der Deportation wieder zugeben, als auch gezielt alle Spuren nach der Deportation in das Getto zu dokumentieren und zu deuten. Als Datenbank- und Informationssystem ermöglicht es zudem Recherchen nach Namen, Herkunftsstätten und Lebenswegen der einzelnen Betroffenen. Für jeden einzelnen der 1.003 Deportierten ist eine Biographie geschrieben worden. Diese einzelnen Lebensläufe werden als Form des aktiven Gedenkens reich bebildert uns anschaulich aufgeführt und befinden sich auf einer beiliegenden CD.

Religiöse Sozialisationen im 20. Jahrhundert
Historische und vergleichende Perspektiven
(Hg.Klaus Tenfelde)
268 S., zahlr. Abb., € 34,95
978-3-8375-0227-5
Ausprägungen und Intensität religiösen Verhaltens und religiöser Wertorientierungen unterlagen immer schon erheblichen Schwankungen. Im 20. Jahrhundert, zumal nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, setzte ein gravierender Formwandel des Religiösen ein, der mit einem Rückgang traditioneller Kirchlichkeit und einer religiösen Pluralisierung einherging. Die Vermutung, dass dieser Wandel mit Transformationen auf dem Gebiet der Sozialisation zusammenhängt, bildet einen wichtigen Ausgangspunkt für interdisziplinäre religionswissenschaftliche Forschung.
In den Beiträgen des Bandes werden die historische Dimension und einige aktuelle Folgen solcher Transformationsprozesse am Beispiel von innerkirchlichen Sozialisationen, außerkirchlicher Religiosität sowie schichtspezifischen Ausformungen dieser Phänomene in einer vergleichenden, konfessionsübergreifenden und internationalen Perspektive näher analysiert. In den Blick kommen dabei u. a. Vereine und Kongregationen, Jugend und Familie, kirchliche Unterweisung und Schule, deren Wandel in breitere gesellschafts-, religions- und kirchengeschichtliche Kontexte des 20. Jahrhunderts einbezogen wird. 

Udo Achten / Werner Bachmeier
Arbeitswelten in Deutschland
168 S., Gb., € 24,95
978-3-8375-0163-6
Arbeit und hier besonders die visuelle Wahrnehmung der Arbeitswelt ist in den letzten Jahren immer mehr durch eine Wirtschaftsbetrachtung aus dem Blickwinkel der Investoren und Shareholder an den Rand gedrängt worden. Schlagwörter wie Rendite, Human Resources, Globalisierung marginalisieren die Menschen die letztendlich die Waren erstellen und die Dienstleistungen erbringen. Tägliche Börsenmeldungen machen in Intensität und Häufigkeit den Wetterberichten im Fernsehprogramm ernsthafte Konkurrenz. Mit diesen Bild- und Textband sollen Einblicke in die Arbeitswelt ermöglicht werden, die sich gerade in den letzten Jahren rasant intensiviert hat, trotzdem aber in der öffentlichen Betrachtung und Diskussion gerne unbeachtet bleibt. Der alten Tradition der Industriefotografie, bei der Menschen neben Maschinen fotografiert wurden, um deren gigantischen Ausmaße zu demonstrieren, stehen hier Fotos von Menschen gegenüber, die in Ihrer realen Arbeitsumgebung beobachtet oder auch porträtiert wurden.


Kriegsbilder
Mediale Repräsentationen des „Großen Vaterländischen Krieges"
160 S., Gb., € 24,90
978-3-8375-0094-3
Im Geschichtsbewusstsein des heutigen Russlands nimmt der/Große Vaterländische Krieg', also der deutsch-sowjetische Krieg 1941 -1945, eine zentrale Stellung ein. Der Sieg im Zweiten Weltkrieg fungiert als wichtigstes Bindeglied zwischen dem einstigen sowjetischen und dem heutigen russischen Patriotismus. Der vorliegende Band rekonstruiert unter diesem Blickwinkel die sowjetischen und russischen Kriegsbilder, die in historischen Darstellungen, Romanen, Fotografien, Filmen, Fernsehserien und Plakaten in den vergangenen 70 Jahren produziert worden sind und immer noch werden. Die Autorinnen und Autoren zeigen, welche Vorstellungen die Wahrnehmung des Krieges prägten und den Verteidigungsanstrengungen kollektiven Sinn verliehen. Solche Bilder wurden nach Kriegsende fortgeschrieben und entfalten bis heute ihre Wirkung. Sie zeigen, dass das Kriegsereignis konstitutiv für die Traditionsbildung und die Schaffung historischer Identität des heutigen Russlands ist.


Christoph Cornelißen / Carsten Mish
Wissenschaft an der Grenze
Die Universität Kiel im Nationalsozialismus
419 Seiten, zahlr. Abb., € 19,95
978-3-8375-0240-4
Im »Dritten Reich« bildete die Universität Kiel einen wichtigen Stützpfeiler des nationalsozialistischen Wissenschaftsbetriebs im Norden Deutschlands. Weite Teile der Kieler Akademikerschaft engagierten sich nach Kräften, dem »Führer« entgegenzuarbeiten. Der Sammelband »Wissenschaft an der Grenze« rückt zum einen verschiedene Disziplinen und Institutionen in den Fokus, die bislang noch nicht kritisch vermessen worden sind. Zum anderen wirft er ein neues Licht auf die Idee der »Führeruniversität« sowie auf die schleichende Transformation wissenschaftlichen Arbeitens. Die Analysen des vorliegenden Sammelbandes zu den intellektuellen Grenzüberschreitungen bieten damit einen wichtigen Referenzpunkt für neuere Debatten zur Geschichte wissenschaftlicher Institutionen und Disziplinen in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts.


Hier wirkt Elektrizität
Werbung für Strom 1890 bis 2010
(Hg. Theo Horstmann, Regina Weber)
328 S., zahlr. Abb., Gb., € 29,90
978-3-89861-886-1
Die universelle Nutzung der Elektrizität war ein Schlüsselereignis für die Entstehung der modernen Industriegesellschaft. Die Elektrifizierung wurde von Beginn an durch gezielte Werbeaktivitäten gefördert, die alle Formen der Massenkommunikation nutzten. Die Reklamegeschichte der Elektrizität spiegelt technische Innovationen, kulturhistorische Entwicklungen, politische Interessen und gesellschaftliche Bewegungen wider. „Hier wirkt Elektrizität“ liefert zum ersten Mal einen systematischen Überblick über die Geschichte der Elektrizitätswerbung in Deutschland. Das Buch zeigt die Vielfalt der historischen Kommunikationsansätze in ihren technischen, wirtschaftlichen, sozialen, künstlerischen und politischen Bezügen.

Thomas Großbölting / Raj Kollmorgen / Sascha Möbius / Rüdiger Schmidt
Das Ende des Kommunismus
Die Überwindung der Diktaturen in Europa und ihre Folgen
216 Seiten, € 22,95
978-3-8375-0306-7
1989 und 1990 brachte mit dem Ende des Kalten Kriegs und der Auflösung des Ostblocks die Ablösung einer vierzig Jahre währenden Weltordnung. Nicht nur in der deutschen Öffentlichkeit, sondern auch in den Ländern Osteuropas setzte damit eine breite Diskussion über die diktatori- sche Vergangenheit ein. Dieser Prozess der Selbstverständigung tangiert, Ja prägt in einigen Fällen die politische Kultur der nachdiktatorischen .Gesellschaften bis heute. Die Beiträge des Bandes untersuchen diese Prozesse in zweifacher Hinsicht: Zum einen analysieren sie die Umbruchprozesse selbst, um in einem zweiten Schritt zu erarbeiten, wie die kontroverse Erinnerung an 1989/90 in der jeweiligen Gegenwart diskutiert wird. Dazu greift der Band das wieder- vereinigte Deutschland ebenso auf wie die Situation in Ungarn, Rumänien und Russland. Damit entfalten die Autoren ein breites Panorama der verschiedenen Wege, mit der diktatorischen Vergangenheit umzugehen.


Zwangsarbeiterforschung in Deutschland
Das Beispiel Bonn im Vergleich und im Kontext neuerer Untersuchungen
320 S., Br., € 24,95
978-3-89861-856-4
Die in diesem Band versammelten Beiträge erörtern auf der Grundlage umfassender Archivrecherchen die Fragen der Rekrutierung, des täglichen Lebens und der strafrechtlichen Behandlung von Fremdarbeitern und Zwangsarbeitern während des Zweiten Weltkrieges in der Industrie, der kommunalen Verwaltung und in den Kirchen vornehmlich in Bonn. Darüber hinaus bieten sie jedoch auch Analysen und Reflexionen über die gegenwärtigen Forschungen zum "Drittem Reich" und erleichtern auf diese Weise den Zugang zur Problematik der Zwangsarbeit in der nationalsozialistischen Zeit.


Außerschulische politische Bildung als Werkstatt der Demokratie
50 Jahre Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten
249 S., Br., € 29,90
978-3-8375-0279-4
Die Entwicklung der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland ist untrennbar verbunden mit der Arbeit von Trägern politischer Bildung, die von engagierten Bürgern und Bürgerinnen und ihren Organisationen gegründet wurden. Ein Teil davon fand sich im Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten zusammen, der im Jahr 2009 sein fünfzigjähriges Bestehen feiert. Dieses Buch bildet wichtige Stationen der Verbandsgeschichte ab und verdeutlicht ihren Zusammenhang mit politischen und gesellschaftlichen Vorgängen und dem jeweiligen Stand der didaktischen Diskussion in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung. In den zahlreichen Beiträgen dieses Bandes wird zudem ein Spektrum von Herausforderungen und Arbeitsfeldern entfaltet, die verdeutlichen, was die heutige Praxis politischer Jugend- und Erwachsenenbildung bewegt und ihre Zukunft bestimmen wird.

Alexander Klar
Neue Freiheit
Abstraktion nach 1945
Emil Schumacher Museum Hagen
72 S., zahlr. farb. Abb., € 14,95
978-3-8375-0310-4
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich die Abstraktion zur "Weltsprache der Malerei" und war auf der dritten documenta 1964 in Kassel das dominierende Idiom. Für diese Ausstellung malte Emil Schumacher drei großformatige Gemälde mit dem Titel Documenta I, II und III. Nach Beendigung der Ausstellung überarbeitete er das erste Bild, das ihm dabei misslang, worauf er es zerstörte. 27 Jahre später schuf er auf dem Keilrahmen des vernichteten Bildes ein neues Werk, Palmarum, das die Dynamik und Bewegtheit des Vorgängerbildes in die Bildsprache seines Spätwerkes überführte. Während die Documenta-Gemälde für seine "heroische" Phase des abstrakten Expressionismus in Europa stehen, vertritt das 1991 gemalte Bild Palmarum die nun von Dogmen und Ideologien befreite abstrakt-expressive Malerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund der Geschichte dieser drei Gemälde beleuchtet das Buch die Entwicklung der abstrakten Malerei nach 1945 mit Arbeiten Emil Schumachers und seines künstlerischen Umfelds, darunter Werken von Pierre Alechinsky, Asger Jorn, Arnulf Rainer, Gerhard Richter, Antonio Saura, KRH Sonderborg, Antoni Tàpies und Cy Twombly.


Olga Kurilo
Die Lebenswelt der Russlanddeutschen in den Zeiten des Umbruchs (1917-1991)
Ein Beitrag zu ihrer kulturellen Mobilität und ihrer Unterscheidung
440 S., Br., € 24,95
978-3-8375-0243-5
Olga Kurilo beschäftigt sich mit der kulturellen Identität der Russlanddeutschen und den Veränderung ihrer kulturellen Eigenarten im Blick auf Identität, Sprache, Glaube und kulturbedingte Einstellungen in der Sowjetunion, in der die russlanddeutsche Kultur mehrere Umbrüche erfahren hat. Die Zeit nach der Oktoberrevolution, der Zweite Weltkrieg und die Zeit nach der Perestroika stehen als Umbruchzeiten in der Lebenswelt der Russlanddeutschen im Mittelpunkt. Die Autorin arbeitet die Veränderungen der Denk- und Verhal tensweisen, Gefühle und Stimmungen während der großen gesellschaftlichen Transformationen in Russland heraus. Weiterer Schwerpunkt ist die Bindungen der Russlanddeutschen an die deutsche und die russische Kultur und ihre Veränderungen. In diesem Kontext werden die Auseinandersetzungen der Deutschen mit der russischen und sowjetischen Kultur, ihr „kulturelles Dazwischen", ihre Heimatlosigkeit und der Wandel ihrer bikulturellen Identi- tät analysiert. 

kultur.macht.geschichte
Dokumentation des 5. Kulturpolitischen Bundeskongresses am 11./12. Juni 2009 in Berlin
herausgegeben von der Kulturpolitische Gesellschaft
304 Seiten, broschiert, zahlr. Abb., €  18,00
978-3-8375-0324-1
Es gibt ein neues Interesse an der Geschichte. Historische Themen sind immer häufiger Gegenstand aufwändig inszenierter Ausstellungen und Filme. Romane, Dokumentarfilme und interaktive PC-Spiele mit geschichtlichen Inhalten erreichen ein Massenpublikum. Viele Bürger engagieren sich in historischen Vereinen und Initiativen. Zugleich hat auch das Interesse der politischen Akteure an einer geschichtlichen Rückversicherung zugenommen. Der Fünfte Kulturpolitische Bundeskongress der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische Bildung ging der Frage nach, wie Kulturpolitik und politische Bildung die Themen Geschichtskultur und Erinnerung in Zukunft aufgreifen sollen und welche Formen der Erinnerung und historischen Bildung zeitgemäß sind. Der Band enthält u.a. die Beiträge von Rudolf Asskamp, Christoph Classen, Cornelia Dümkke, Lutz Hachmeister, Christoph Jacke, Dorothea Kolland, Thomas Krüger, Norbert Lammert, Julia Lehner, Martin Sabrow, Oliver Scheytt, Paul Sigel, Harald Welzer, Wolfgang Thierse sowie zusammenfassende Berichte zu allen Panels und Foren. 

Szenografie in Ausstellungen und Museen IV
Raum – Körper /Körperraum
264  S., Br., €  29,90
978-3-8375-0305-0
Wie die drei ersten Bände dokumentiert auch dieser Band aktuelle internationale Entwicklungen im Ausstellungswesen. Im ersten Teil geht es beim Them Raum - Körper / Körperraum um die subjektive Bedeutung von Raumwahrnehmungen. Wenn also von Raumbildung die Rede ist, spielen nicht nur Innenarchitektur und Gestaltung, sondern auch psychologische Aspekte und subjektive Sichtweisen eine Rolle. Einerseits rückt ganzheitliches Wahrnehmen in das Interesse didaktischer Vermittlungsstrategien, andererseits ein am Wohlbefinden der Kunden und Kundinnen orientiertes Besuchermarketing. Der zweite Teil mit dem Thema Kreativität und Raumschöpfung trägt der Tatsache Rechnung, dass nicht nur Kunst und Kulturwissenschaften, sondern auch Politik und Wirtschaft sich neuerdings wieder der Kreativität zuwenden. Die Beiträge geben Beispiele von Raumschöpfungen und gehen der Frage nach, welche kreativen Prozesse hinter diesen Beispielen zu finden sind und wie sie für eine Ideenfindung zu Ausstellungsgestaltungen einzurichten wären. Dazu äußern sich neben den Ausstellungs- und Museumsfachleuten Vertreter und Vertreterinnen der Psychologie und der Sozialpsychologie, der Philosophie, der Physik, der Molekularbiologie und der Hirnforschung, der Pädagogik, der Architektur, der Wirtschaft und der Medien.

Rainer Danielzyk / Franz Pesch / Heinrich Sahnen / Sigurd Trommer
Perspektive Stadt
300 S., zahlr. Abb., € 24,95
978-3-8375-0256-5
Bei aller Unvollkommenheit: Gibt es ein besseres Organisationsmodell als die Stadt, die ein Gerüst für die Aktivierung aller Kräfte zur Erlangung einer guten Zukunft bereit hält? Der Stadt die Fähigkeit zu erhalten und sie immer wieder zu erneuern, die Kräfte ihrer Menschen, ihrer Unternehmen und Institutionen zu bündeln, muss Aufgabe aller werden. Dazu muss man begreifen, was die Stadt ausmacht und was sie zusammenhält. Das fängt mit dem Äußeren an, ihrem Bild, ihrer Gestalt, ihren Funktionen und mündet in dem politischen Willen, die Zukunft des Stadtlebens zu gestalten. Wir müssen begreifen, dass die Stadt nur dann eine Zukunft hat, wenn wir als aktive Bürger zu dieser Zukunft beitragen. Wir müssen lernen, was Stadt ist und bedeutet.

Kai Kühmichel
Architektur und Arbeit
228 S., Abb., Gb., € 24,95
978-3-8375-0270-1
Das Ruhrgebiet ist wie keine andere Region durch die spezifischen Ergebnisse seiner industriegeschichtlichen Entwicklung geprägt. Dies betrifft seine Ausdehnung, Art und Weise der Siedlungsstruktur, vor allem aber sein Erscheinungsbild. Seit die industrielle Entwicklung in großem Stil ihren Weg begann, haben unzählige Bergwerke/ Zechen, zahlreiche Hochöfen, Hütten und Stahlwerke, nachfolgende Chemie- und Energiekonzerne und unübersehbare Infrastrukturen deutliche Spuren hinterlassen. Es war ein Weg von der idyllischen Landschaft zur ungezähmten Industrialisierung mit rücksichtslosen Umweltbelastungen und einer Kriegszerstörung. Vom überracshenden Wirtschaftswunder, durch Öl- und Wirtschaftskrise zur Werkstatt zur Zukunft von Industrieregionen. Die Transformation vom Land an der Ruhr zum Industriemoloch war ohne den Faktor Arbeit nicht machbar und so entstanden Arbeitsplätze in gewaltiger Zahl. Damit einhergehend wurden Gebäude, Bauwerke, Fabriken und Hallen in großem Umfang gebaut, deren bauliche gestalterische Qualität auch heute noch Bestand hat: Architektur der Arbeit. Seit sich der Wandel von der Arbeits- zur Wissensgesellschaft auf dem Weg vom Industriegebiet zum Kulturgebiet vollzieht, schlägt sich dies auch in der Architektur nieder. Neue Anforderungen, Bedingungen und andersartige Produktionsabläufe führen zu neuen Ergebnissen einer Architektur der Arbeitswelten.

Internationale Bauausstellung Emscher Park
Die Wohnprojekte 10 Jahre danach
Christa Reicher, Thorsten Schauz (Hg.)
312 S., zahlr. Fotos, Br., 29,95 €
978-3-8375-0255-8
Internationale Bauausstellungen haben seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutsch-land beispielhafte Projekte der Architektur und Stadtentwicklung einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA Emscher Park) wurde im Ruhrgebiet über einen Zeitraum von zehn Jahren von 1989 bis 1999 durchgeführt und veränderte das Gesicht der Region. 19 Städte und Gemeinden, eine Reihe von Initiativen und Unternehmen haben über 100 Vorhaben verschiedener Größe konzipiert und realisiert. Einige dieser Projekte entfalten eine mediale Strahlkraft und stehen heute als Beispiel des gelungenen Strukturwandels im öffentlichen Interesse, andere sind »leise« Projekte und haben mit kleinen Eingriffen auf ihr jeweiliges Umfeld gewirkt. Das Buch stellt die Voraussetzungen, Entstehungsbedingungen und Projekte des Wohnungsbaus der IBA Emscher Park dar und wagt einen Ausblick auf zukünftige Aufgaben des Wohnungsbaus nicht nur im Ruhrgebiet. Die Autoren dokumentieren die 28 Wohnprojekte und stellen ihre Weiterentwicklung seit 1999 sowie ihren aktuellen Entwicklungsstand anhand von Bildern, Karten und Texten dar. Anhand fünf aus-gewählter Siedlungen arbeiten sie unterschiedliche Qualitätsmerkmale des IBA Wohnungsbaus heraus und erläutern sie.

Sigune Kussek
Von Bildern umgeben
Wandbilder einer bürgerlichen Familie des 19. Jahrhunderts
424 S., Abb., Br., € 69,95
978-3-8375-0057-8
Familienporträts, idyllische Rheinansichten, Kunstreproduktionen und die Heilige Familie – erstmals liegt eine Studie vor, die sich ausschließlich der Dokumentation und Analyse bürgerlicher Wandbilder widmet. Auf der Grundlage von Gemälden, Fotografien und Druckgrafiken der Briloner Gewerkenfamilie Unkraut-Hövener aus der Sammlung des LWL-Freilichtmuseums Detmold geht die Autorin dem Phänomen des bürgerlichen Wandschmucks im 19. Jahrhundert nach. Außer den Bildern haben sich noch zahlreiche Schriftquellen, eine Familienbibliothek, ein großer Bestand an Mobiliar und Hausrat erhalten. Die geschlossene Überlieferungssituation ist ein seltener Glücksfall für die volkskundlich-ethnologische Wandbildforschung. Die Untersuchung der Wandbilder in ihrem sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld ermöglicht Aussagen zur Bedeutung der Bilder im Leben der Familie Unkraut-Hövener sowie zu den Funktionen, die sie im bürgerlichen Kontext übernahmen: Kontinuität und Veränderung eines bürgerlichen Selbstverständnisses, das sowohl wirtschafts- als auch bildungsbürgerliche Anteile aufweist, werden sichtbar. Das Buch lädt ein zu einer Reise in eine bürgerliche Bilderwelt, illustriert mit zahlreichen, zum Teil farbigen Abbildungen und einem ausführlichen Katalog.

Eva Sattler
Vergiftete Sensationen - Soziale und kulturelle Dimensionen
des Rauschmittelkonsums im literarischen Expressionismus 1910-1914
277 S., Br., € 32,00
978-3-8375-0268-8
Nutzen und Fluch des verteufelten Weizens, der da blüht, beschäftigten schon Hugo Ball. Auch Jakob van Hoddis oder Walter Rheiner experimentierten mit Drogen und mussten ihm am Ende Tribut zollen. Die interdisziplinäre Arbeit beleuchtet den spezifischen Konsum von Rauschmitteln im literarischen Expressionismus vor dem Ersten Weltkrieg. Neben theoretischen Überlegungen zur möglichen Entstehung eines Konsums aus soziologischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive beschäftigt scih das Buch mit dem Wesen der expressionistischen Subkultur und ihrem gesteigerten Interesse an modernen Drogen wie Kokain, Morphium oder Chloroform. Neue Forschungsergebnisse zu ausgewählten Konsumbiografien wie von Emmy Hennings, Johannes R. Becher und Georg Trakl runden die Untersuchung ab und belegen die ungebrochene Aktualität jener ersten Literaturepoche auf dem Weg in die Moderne.

Oels
RowohltsRotationsRoutine
Markterfolge
360 S., Abb., Br., € 24,95
978-3-8375-0281-7
Vor einhundert Jahre wurde der erste Rowohlt Verlag ins Handelsregister eingetragen. Das Unternehmen war, wie der zweite, 1919 gegründete Rowohlt Verlag ökonomisch nur mäßig erfolgreich. Erst der heute noch bestehende dritte Verlag gleichen Namens kontte nach dem zweiten Weltkrieg zu einem der bedeutenden und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreichen Verlagsunternehmen der frühen Bundesrepublik aufsteigen. Dieser Aufstieg im Nachkriegsdeutschland hat eine Vorgeschichte, die beginnt, als Ernst Rowohlt 1931 einen Konkurs gerade noch vermeiden konnte. Anhand neuer oder neu bewerteter Archivalien und Dokumente werden die verlagsintern bislang nur unzureichend gewürdigten Zusammenhänge dargestellt und anhand ästhetischer, personeller und unternehmerischer Kontinuitäten und Brüche nachgezeichnet. Es entsteht eine Buchhandels- und Kulturgeschichte, die vom Ende der Weimarer Republik, über die Zeit des Nationalsozialismus bis in die fünfziger Jahre reicht und damit auch Teil einer intellektuellen Gründungsgeschichte der Bundesrepublik ist.


Karoline Riener
Zwischen Wissenschaftsdiskurs und Kulturpolitik
Adalbert-Stifter-Rezeption in Böhmen um 1900
264 S., Br., € 29,95
978-3-8375-0269-5
"Größter Sohn des deutschen Böhmerwaldes" und moderner Schriftsteller von weltliterarischer Bedeutung: Die Adalbert Stifter-Rezeption im Böhmen des frühen 20. Jahrhunderts bewegte sich im Spannungsfeld von nationalistisch-kulturkonservativer Vereinnahmung und textkritisch-philologischer Erforschung. Federführend wirkte dabei der Literaturwissenschaftler und Kulturpolitiker August Sauer (1855-1926), Nestor der Prager Germanistik, Repräsentant des deutschsprachigen Kulturlebens in Prag und Initiator der ab 1904 erscheinenden ersten kritischen Gesamtausgabe der Werke Stifters. Karoline Riener untersucht die vielfältigen Bemühungen August Sauers um Adalbert Stifter und thematisiert gleichzeitig die damit verknüpften zeitgenössischen kulturellen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskussionen in Böhmen, Österreich und Deutschland. Hierzu gehört etwa die 1891 im Kontext nationaler und kultureller Konflikte zwischen Deutschen und Tschechen erfolgte Gründung der "Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen". Selbstverständnis und Methoden der Germanistik in Deutschland und Österreich-Ungarn nach 1870 werden im Zusammenhang mit der ersten kritischen Stifter-Werkedition erörtert. Eine Darstellung der Aktivitäten zum 100. Geburtstag Stifters im Jahr 1905 und eine Analyse ausgewählter Denkmals- und Dichterreden schließen die umfassende Untersuchung ab.

Neue Bilder vom Alter
370 S., Abb., Br., € 14,95
978-3-8375-0178-0
Was macht das Alter heute aus? Wie leben sie, was tun die Älteren? Wie sehen sie sich selbst und wie die Jungen? Die meisten Bilder vom Alter entsprechen schon lange nicht mehr der Realität. So wird Alter häufig immer noch mit Krankheit, Bedürftigkeit, geistigem Verfall und gesellschaftlicher Belastung gleichgesetzt. Solche Bilder prägen unser Verhalten und unsere Sprache. Damit setzt sich die Landesinitiative Junge Bilder vom Alter auseinander. Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen fördert damit die Wahrnehmung der Potenziale des Alters in der Gesellschaft. Ziel der Initiative ist die Stärkung differenzierter Sichtweisen auf das Alter und die Entwicklung realistischer Altersbilder. Der Band versammelt Essays, Reflexionen und wissenschaftliche Studien zum Thema. Projektimpulse und zahlreiche Bilder aus der Kreativ-Werkstatt machen die Vielfalt des Alters erfahrbar und durchbrechen die normierende Wirkung negativer Klischees. Die Begegnung zwischen Alt und Jung und das gemeinsame kreative Gestalten lassen neue Bilder hervortreten und schaffen Raum für neue Erfahrungen.

Aufwachsen offensiv mitgestalten
Impulse für die Kinder- und Jugendarbeit
zahlreiche Abbildungen
224 S., Br., € 19,95
978-3-8375-0179-7
Die Kinder- und Jugendarbeit ist ein Leistungsbereich der Jugendhilfe mit großer
Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Geprägt durch die freiwillige Teilnahme sowie durch lebensweltnahe und informelle Settings zeichnet sich dieses Arbeitsfeld durch spezifische Zugänge und Lernangebote aus, die den Erwerb von außerschulischer Bildung in besonderer Weise begünstigen. Vor diesem Hintergrund hat die Kinder- und Jugendarbeit einen wesentlichen Anteil an der Vermeidung von Ausgrenzung sowie an der Integration von bildungs- und sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Insofern leistet die Kinder- und Jugendarbeit einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung einer ausgewogenen sozialen Infrastruktur in den Sozialräumen, Städten, Kommunen und Kreisen.
Ebenso wie andere Institutionen bzw. Sozialisationsinstanzen ist auch die Kinder- und Jugendarbeit permanent aufgefordert, ihre spezifischen Leistungen/ Angebote und ihr fachliches Profil zu überprüfen und fortzuentwickeln. Um diese Anforderungen umzusetzen, ist es notwendig, wachsame Blicke sowohl auf die aktuellen Veränderungen im Arbeitsfeld selbst als auch auf die Wandlungsprozesse im gesellschaftlichen Kontext zu richten. Genau hierzu möchte diese Veröffentlichung einen Beitrag leisten, indem eine breite Palette von aktuellen jugendpolitischen Diskursen aufgegriffen, relevante neuere Forschungsergebnisse skizziert und beispielhafte Praxisprojekte vorgestellt werden. Insofern richtet sich dieses Buch sowohl an diejenigen, die als ehrenamtliche oder berufliche MitarbeiterInnen im Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind als auch an wissenschaftlich bzw. jugendpolitisch Interessierte.
Das Fundament für diese Veröffentlichung stellen die Vorträge und die Beiträge zu den Praxisforen dar, die auf dem Fachkongress "Aufwachsen offensiv mitgestalten" zu hören waren. Dieser Kongress wurde gemeinsam durch das LVR-Landesjugendamt Rheinland, die Arbeitsgemeinschaft Haus der Offenen Tür NRW, das Paritätische Jugendwerk NRW und die Technische Universität Dortmund am 30. und 31. März 2009 in Leverkusen veranstaltet.

lieferbar: die Biografie des Bachmann-Preisträgers

Andreas Erb
Von Mecklenburg zum Prenzlauer Berg: Peter Wawerzinek
258 S., Br., € 16,90
978-3-89861-343-9
Peter Wawerzinek, 1954 in Rostock geboren und bis 1977 in der mecklenburgischen Provinz aufgewachsen, hat sich in den frühen achtziger Jahren dem Kreis der „Prenzlauer-Berg-Connection“ angeschlossen und bislang ein breites und vielfältiges Oeuvre vorgelegt. Zwar agiert der Autor vorwiegend im (sub)kulturellen Milieu Berlins als Schauspieler, Sänger oder Teilnehmer von poetry-slams, gleichzeitig hat er sich aber als Hörspielautor in verschiedenen Sendeanstalten, als (literarischer) Kolumnist der Berliner Zeitung und vor allem als Verfasser von Erzählungen und Romanen einen Namen auch jenseits der Berlinszene gemacht.
Im Mittelpunkt seines Schreibens stehen erinnernde Rückblicke auf die mecklenburgische Heimat ebenso wie Großstadtinszenierungen, die die alte und neue Hauptstadt Berlin aus unterschiedlichen Perspektiven beschreiben. Gleichzeitig lassen sich fast alle Texte Wawerzineks als kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Szene lesen: Der Kulturbetrieb des „Prenzlberg“ entpuppt sich als eitle und selbstverliebte Institution, die den Blick freigibt auf die Mechanismen der Kulturindustrie (des Ostens). Dabei kommt der Form von Wawerzineks Erzählen eine besondere Bedeutung zu, da er beständig die Stillagen wechselt und damit experimentiert. Die Texte funktionieren als ein Zusammenspiel unterschiedlicher sprachlicher und erzählerischer Töne, die zwar durch die Linearität des Schriftsystems hintereinander gereiht sind, jedoch erst im Zusammenwirken des nichtlinearen Lesens, des Vor- und Rückblätterns, ihre ganze und radikale Wirkung entfalten.
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Stimmenwechsel  - Poesie längs der Ruhr
(Hg. Gerd Herholz )
152 S., Gb., € 14,95
978-3-8375-0292-3
Mit dem Ruhrgebiet verbindet man heute mehr Schriftsteller denn je. Kaum beachtet allerdings wird die Lyrik, die im Ruhrgebiet geschrieben wurde und wird, nur wenige kennen die Traditionen der Lyrik längs der Ruhr und deren neue Stimmen. Das wollte das Literaturbüro Ruhr e.V. gerne ändern und schrieb mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) den Gedichtwettbewerb „Traurige Hurras und freche Verse“ aus, an dem sich jeder Teilnehmer mit maximal drei Gedichten beteiligen konnte. Die Anthologie enthält 73 Gedichte aus und zur Region und elf Interpretationen zu 15 dieser Gedichte. Sie vermittelt einen Eindruck in die unterschiedlichen Bewusstseinsströme, Schreibweisen, Traditionen und Perspektiven einiger Bewohner dieses Landstrichs.
Mit Beiträgen unter anderem von und über Ernst Meister, Günter Westerhoff, Liselotte Rauner, Hannelies Taschau, Nicolas Born, Ralf Thenior, Uli Becker, Marion Poschmann, Mevlüt Asar, Giuseppe Giambusso, Sigrid Kruse, Ralf Rothmann, Ivette Vivien Kunkel, Katharina Bauer, Greta Granderath, Fritz Eckenga, Günter Nehm, Herbert Kaiser, Ralph Martin Köhnen, Gerd Herholz, Thomas Gsella, Jens Dirksen und Roger Willemsen. 

Gabriele Ansorge
Erforschen – Erleben – Entdecken
Die besten Experimente der PHÄNOMENTA
224 S., zahlr. farb. Abb., Br., € 9,95
978-3-8375-0247-3
Mit diesem Buch machen Sie einen Ausflug in die Welt der Wissenschaft: Die PHÄNOMENTA ist ein modernes Museum mit spannenden Experimenten zum Mitmachen und Ausprobieren. Hier werden Physik und Technik zum Erlebnis für jeden Besucher - ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Experte. Wie entsteht ein Blitz? Und warum leuchtet eine Glühbirne? Was von Physikern bereits erforscht wurde, kann in der PHÄNOMENTA noch einmal praktisch nachvollzogen werden. Auch wer bislang keinen Zugang zur Physik gefunden hat, ist hier begeistert bei der Sache. Elektrizität oder Mechanik, optische Illusionen oder akustische Täuschungen: Manche Versuche sind verblüffend einfach, andere einfach verblüffend. Dieses Buch vermittelt anschaulich wissenschaftliche Hintergründe und Zusammenhänge und begleitet Sie vor, während und nach dem Besuch der Ausstellung.

Wie wir wurden, was wir nicht werden sollten.
Frauen im Aufbruch zu Amt und Würden
182 S., Br., € 14,95
978-3-8375-0206-0
Mit dieser Ausstellung werden drei bedeutsame politische Weichenstellungen des 20. Jahrhunderts gewürdigt: Frauenstudium, Frauenwahlrecht und Gleichstellung im Grundgesetz. Im Wintersemester 1908/ 09 konnten sich erstmals Frauen an deutschen Hochschulen immatrikulieren und einen regulären Hochschulabschluss erreichen. Zunächst entschieden sich nur wenige für die akademische Laufbahn und eroberten nach ihrem Abschluss Positionen in Verwaltung, Justiz, Lehre und Verbänden oder ließen sich als Freiberuflerinnen nieder. Im Januar 1919 beteiligten sich erstmals Frauen an der Wahl zum Deutschen Reichstag, nachdem 1918 das aktive und passive Wahlrecht gesetzlich verankert worden war. Frauen erhielten somit Zugang zu den kommunalen und staatlichen Parlamenten und einige Politikerinnen aus Westfalen zogen in das erste Parlament der Weimarer Republik ein. Auch wenn im Dritten Reich das passive Wahlrecht aufgehoben wurde und hier 1945 erst mühsam ein Neuanfang gemacht werden musste, sind die beiden Ereignisse von 1908/ 09 und 1918/ 19 bis heute die wichtigste Zäsur für Selbstverständnis und Leitbilder von mehr als drei Frauengenerationen. Sie bildeten die Grundlage gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Chancengleichheit. Beide wurden 1949 durch die rechtliche und politische Gleichstellung von Frauen und Männern im Grundgesetz zu einem Abschluss gebracht, wenngleich manche Benachteiligungen bis heute bestehen. Die Ausstellung zeichnet am Beispiel von Westfalen-Lippe den hürdenreichen Weg zu Amt und Würden nach und beschreibt an ausgewählten Biografien Gelingen und Scheitern, Chancen und Preis der neugewonnenen Möglichkeiten. Mehrere ZeitzeugInnen ziehen Bilanz und geben Einblick in ihre ganz persönliche Pionierleistung. Als Wanderausstellung wird die Ausstellung in zehn weiteren Städten Westfalens bis Mitte 2011 zu sehen sein.

Birger Gesthuisen
Musik von Einwanderern in Nordrhein-Westfalen
Streifzüge durch die Musiklandschaft
Dem Buch liegt eine CD bei mit 28 Titeln und einer Spielzeit von 79:33 Minuten.
250 S., Zahlr. Abb., Gb., € 19,95
978-3-8375-0167-4
Arbeitsmigranten und Studenten, Flüchtlinge und Aussiedler bilden ein Viertel der Bevölkerung Nordrhein-Westfalens. Die Einwanderer schufen ein vielschichtiges Musikleben: türkische Langhalslauten und japanische Taiko-Trommeln, afrikanische Gottesdienste und russische Musikschulen bilden Koordinaten eines veränderten kulturellen Lebens, das die Kulturpolitik und die traditionellen Institutionen herausfordert. Der Autor war ein Jahr unterwegs an Rhein und Ruhr. Mehr als 100 Interviews mit Amateurmusikern und professionellen Künstlern aus 25 Herkunftsländern füllen das abgegriffene Schlagwort von der 'multikulturellen Gesellschaft' mit konkreten Inhalten einer äußerst lebendigen Musiklandschaft.


Mirek Nemec
Erziehung zum Staatsbürger?
Deutsche Sekundarschulen in der Tschechoslowakei 1918–1939
434 S., Br., 49,95 €
978-3-8375-0065-3
Diese Studie fragt nach der Rolle des deutschen Schulwesens in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit. Hätte es gelingen können, die Schule als Instrument staatlicher Integration einzusetzen und zugleich auf die Forderung der deutschen Bevölkerung nach einer eigenen Identität einzugehen? Obwohl die Ausbildung auf den höheren allgemeinbildenden Schulen im Kontext eines multinationalen Staates zweifellos von großer nationaler und politischer Brisanz war, ist ihre wissenschaftliche Erforschung bisher weitgehend vernachlässigt worden. Die Untersuchung rekonstruiert das Vorgehen der tschechoslowakischen Schulbehörden und die Reaktionsmuster deutschsprachiger Lehrer. Der Schulalltag rückt ins Zentrum. Zum ersten Mal werden Schuljahresberichte, Lehrbücher, Veröffentlichungen von Pädagogen und Lehrerver einen ebenso wie Memoiren systematisch ausgewertet. Schulfeierlichkeiten an deutschen Schulen werden unter die Lupe genommen und das Verbandswesen der Lehrerschaft analysiert. Lehrer und zahlreiche Schüler wurden nach ihren Erinnerungen befragt. Auf der Grundlage einer breiten Quellenbasis werden am Beispiel des Schulwesens die Chancen und Hindernisse für das historische Projekt einer multinationalen Tschechoslowakei ausgelotet. In diesem Zusammenhang kann die vorliegende Studie auch als eine Mentalitätsgeschichte der in der Ersten Tschechoslowakischen Republik lebenden Deutschen gelesen werden.

Christoph Brüll
Belgien im Nachkriegsdeutschland
Besatzung, Annäherung, Ausgleich 1945–1958
437 S., Br., € 39,90
978-3-8375-0252-7
Das politische Verhältnis zwischen Deutschland und seinem kleinen Nachbarn Belgien gehört heute zu den engsten in Europa. Doch wie kam es zu der schnellen Normalisierung der Nachbarschaft nach der zweiten deutschen Okkupation innerhalb eines Vierteljahrhunderts? Christoph Brüll beschäftigt sich mit der Bewältigung der Kriegsfolgen zwischen Belgien und Deutschland in der Zeit der Besatzung und nach der Gründung der Bundesrepublik in den Anfangsjahren der europäischen Integration. Dabei bilden die wirtschaftlichen und territorialen Reparationsforderungen Belgiens den Leitfaden der Darstellung. Neben der Analyse der politischen Entscheidungen steht dabei besonders die Situation der betroffenen Bevölkerung im deutsch-belgischen Grenzraum im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den belgischen Soldaten, die sich seit 1945 an der Besatzung in Rheinland und Westfalen beteiligten, war sie ein gesellschaftlicher Gradmesser für die bilateralen Beziehungen.

Beate Olmer / Reinhild Stephan-Maaser
Der Goldschatz von Unna
Zusammensetzung und Bedeutung des größten mittelalterlichen Münzfundes Westfalens
201 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 18,95
 978-3-8375-0313-5
Frühjahr 1952: Bauarbeiter stoßen in der Innenstadt von Unna auf den größten mittelalterlichen Goldmünzschatz Westfalens. Über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren konnten 230 der bislang 255 nachgewiesenen Stücke des zunächst verstreuten Fundes im Hellweg-Museum Unna zusammengetragen werden. Erstmals werden in diesem Band alle Prägungen des Museumsbestandes sowie zwölf der Münzen in Privatbesitz detailliert vorgestellt. Die Publikation richtet sich, ebenso wie die im November 2007 neu eröffnete Ausstellungsabteilung zum Goldschatz von Unna, an ein breites Publikum. Sie geht der Frage nach dem möglichen Besitzer des Vermögens nach, rekonstruiert den Weg der Münzen ins Museum, stellt die Ausstellung vor und ordnet den Fund in stadt- und kulturgeschichtliche Zusammenhänge ein.

Deutsche Gewerkschaften und europäische Integration im 20. Jahrhundert
140 Seiten, € 7,60
978-3-8375-0021-9
Jürgen Mittag: Gewerkschaften und europäische Integration
Willy Buschak: Der große Umbau der europäischen Wirtschaft
Bernd Bühlbäcker: Debatten um die Montanunion: Gewerkschaften und europäische Integration in den 1950er Jahren
Karl Lausche: Gewerkschaftliche Mitbestimmungspolitik in den 1950er und 60er Jahren im Rahmen der EGKS
Jörg Rumpf: IG Metall, IG CPK und der Prozess der europäischen Integration
Stefan Remake: Der DGB und das soziale Europa (1957–1974)
Stephan Seifen: Der Strategiewechsel deutscher Gewerkschaften in der Phase der „Eurosklerose“ (1973–1986)
Cyril Gläser: Europäische „Einheitsgewerkschaft“ zwischen lahmender Überdehnung und umfassender Repräsentativität
Wolfgang Kowalsky: Zwischen Europäisierung und Renationalisierung
Walther Müller-Jentsch: Dt. Gewerkschaften, industrielle Beziehungen und die Herausforderung der Europäisierung in den 1990er Jahren



AWO Bundesverband e.V.
Was hält die Gesellschaft zusammen?
Zur Zukunft der sozialen Arbeit in Deutschland
SOZIALBERICHT 2009
271 S., Br., € 19,95
978-3-89861-719-2
Was erwarten Menschen von sozialen Diensten und von der Gesellschaft? Was erwartet die Gesellschaft von den Menschen? Fördert die soziale Arbeit Zusammenhalt oder Ausgrenzung? Welche Angebote sind in der sozialen Arbeit erforderlich?



Jürgen Rüttgers (Hg.)
Berlin ist nicht Weimar
Zur Zukunft der Volksparteien
160 S., Gb.,  € 16,95
978-3-8375-0290-9
Wird Berlin Weimar? Zersplittert unser Parteiensystem wie in den 1920er Jahren? „Bonn ist nicht Weimar“ wurde in der Nachkriegszeit zum geflügelten Wort. Aber sechzig Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland ist unser Parteiensystem im Umbruch wie nie zuvor. Immer mehr Parteien konkurrieren um Wählerstimmen. Dazu kommt die wachsende Partei der Nichtwähler. Was sind die Ursachen? Deuten die jüngsten Wahlergebnisse an, dass die Zeit der großen Volksparteien vorbei ist? Sind unsere Parteien nur noch bedingt mehrheitsfähig? Alle Demokraten müssen sich diese Fragen stellen.
Prominente Experten aus Wahlforschung, Medien, Wissenschaft und Politik diskutieren in diesem Buch aus sehr unterschiedlicher Perspektive, wie das Parteiensystem der Zukunft aussehen soll und welche Rolle die Volksparteien darin spielen sollten. Es geht dabei nicht nur um unser politisches System, sondern auch um die Einheit unserer Gesellschaft. Damit Berlin nicht Weimar wird.

Wird es 2020 noch genügend Facharbeiter in der Region Stockholm geben? Wie wird sich das demografische Standortrisiko in Slowenien bis 2030 entwickeln? Welche regionalpolitischen Einflussgrößen wirken sich positiv auf das Arbeitskräfteangebot in der Region Brandenburg-Südwest aus? Diese und andere Fragen beantwortet eine einzigartige Auswertung regionaler demografischer und ökonomischer Daten, die Politik und Unternehmen künftig als Grundlage für wirtschafts- und gesellschaftspolitische Entscheidungen heranziehen können.
Thusnelda Tivig / Stephan Kühntopf / Claudia Korb
Demographic Risk Atlas
Facts behind the Maps
328 S., zahlr. farb. Abb., Großformat, € 19,95
978-3-8375-0287-9
In summer 2007 the "Laboratory Demographic Change" managed by BASF, Evonik, SAP, econsense and other cooperation partners charged the "Ageing Labour Force" - Research Unit of the Rostock Center for the Study of Demographic Change with an analysis of demographic location risks in regions of the European Union. The project evolved in three phases.
Phase 1: Development of the Internet-Tool Demographic Risk Map. The Tool allows generating maps out of the data processed, illustrating Regional Demographic Change and Regional Demographic Location Risk in the 264 NUTS 2 regions of the European Union. It was released in May 2008 and is freely available under www.demographic-risk-map.eu.
Phase 2: Writing of the Report Mapping Regional Demographic Change and Regional Demographic Location Risk in Europe (published in July 2008), describing two new concepts: the Regional Demographic Change Index, and the Regional Demographic Location Risk Measure. It is also freely available for downloading under www.demographic-risk-map.eu
The Tool and the Report awoke the interest of a large public. We received numerous requests to describe demographic change and its consequences for single regions or countries in more detail. This triggeredPhase 3: Elaboration of the Demographic Risk Atlas. Its topic are the facts behind the maps drawn so far. It comprises profiles of Regional Demographic Change and of Regional Demographic Location Risk for all countries and regions in the EU. It exploits the data processed with the Internet-Tool, makes use of the methodology described in the Report, and uses additional demographic information. All figures and tables were developed for this Atlas.
Reprint


Robert Schmidt
Denkschrift
betreffend Grundsätze zur Aufstellung eines General-Siedlungsplanes für den Regierungsbezirk Düsseldorf (rechtsrheinisch)
104 Seiten, broschiert, zahlr. aufklappbare Karten, €  19,95
978-3-89861-901-1
Anlässlich der Rückübertragung der Regionalplanung auf den Regionalverband Ruhr (RVR) hat der Verband zusammen mit dem Essener Klartext-Verlag einen Reprint der „Denkschrift betreffend Grundsätze zur Aufstellung eines General-Siedlungsplanes für den Regierungsbezirk Düsseldorf“ von Robert Schmidt drucken lassen.
Robert Schmidt, im Jahr 1920 der erste Direktor des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk, gilt als „Erfinder“ der Regionalplanung. Seine jetzt wieder aufgelegte Denkschrift ist nicht nur ein historisch interessantes Dokument zur Siedlungspolitik, sondern auch ein wichtiges Dokument zur Regionalgeschichte des Ruhrgebiets.
Der von Schmidt bereits 1912 entwickelte Entwicklungsplan wirkte auf Zeitzeugen utopisch und ist aus heutiger Sicht selbstverständlich: Das Ruhrgebiet wurde nicht als topographisch begrenzte Region, sondern als ein Gebiet betrachtet, das durch gleiche Entwicklungschancen aber auch Probleme zusammengeschweißt worden war.



Bodo Goeke
Meine Borussia
Bilder aus 40 Jahren Sportfotografie
96 Seiten, zahlr. z.T. farb. Abb., € 14,95
978-3-8375-0267-1
Der erregte Michael Schulz, der nach einem Platzverweis in Karlsruhe am Spielfeldrand voller Wut gegen einen Wassereimer tritt, der weinende Jürgen Kohler nach seinem letzten Spiel, Hoppy Kurrat, Helmut Bracht und August Lenz beim fröhlichen Singen, Michael Zorc und seine neugierige Tochter Anastasia, Michael Rummenigge und die Fans nach dem gewonnenen Pokalfinale in Berlin – Bodo Goeke hat sie festgehalten in seinen 40 Jahren als Fotoredakteur. Seine Bilder wurden vielfach ausgestellt und prämiert in den Wettbewerben des Verbandes Deutsche Sportpresse (VDS) und bei World Press Photo. Die Deutsche Fußball-Liga zeichnete ihn aus für das Beste Foto aus 40 Jahren Bundesliga: Der wütende Michael Schulz und der Tritt vor den Wassereimer in Karlsruhe.



Im Land der Kohlengruben
Thomas Hair: Aquarelle aus dem nordenglischen Kohlenrevier
(Hg.Olaf Schmidt-Rutsch)
96 Seiten, broschiert, zahlr. farb. Abb., €  9,90
978-3-8375-0233-6
Thomas Hairs Aquarell-Studien aus dem nordenglischen Steinkohlenbergbau ermöglichen es, den Weg der Kohle von der untertägigen Förderung bis zu den Verladeanlagen in den Kohlenhäfen an den Ufern der Flüsse Tyne, Wear und Tees zu verfolgen. Die Ansichten der Bergwerke zeichnen sich durch einen hohen Detail-Reichtum aus. Entsprechend laden sie den Betrachter zu einer visuellen Reise ins "Land der Kohlengruben" ein.



Parallelgesellschaften
Diskursanalysen zur Dramatisierung von Migration
Beiträge studentischen Forschens
224 Seiten, broschiert, €  22,95
 978-3-89861-822-9
Der Begriff der "Parallelgesellschaft" hat in den vergangenen Jahren eine enorme Karriere gemacht. Bis heute verkettet er eine Reihe von Themen zu einem relativ einheitlichen Diskurs. Es fehlt nicht an Versuchen, das Bestehen von Parallelgesellschaften wissenschaftlich messbar zu machen und klare Kriterien für ihr Vorhandensein zu benennen, so z. B. ökonomische Abkoppelung, Verdoppelung von politischen Strukturen oder räumliche Absonderung. Dabei kommt dann regelmäßig heraus, dass in Deutschland Parallelgesesellschaften (noch) nicht existieren. Das hat jedoch der Karriere des Begriffs im politischen Sprachgebrauch nicht geschadet. Wer von "Parallelgesellschaften" spricht, zielt in der Regel nicht auf reine Tatsachenbeschreibung, sondern er dramatisiert Probleme der Einwanderung nach Deutschland.
Die Beiträge dieses Bandes untersuchen daher die publizistische Verwendung des Begriffs selbst. In medienwissenschaftlichen Analysen belegen sie, wie "Parallelgesellschaft" als Kampfbegriff gegen das Leitbild einer multikulturellen Gesellschaft fungiert.


Till Schraven
(Sozial-)Demokratie als Bauherr
Rathausbau der 1960er und 1970er Jahre in der BRD und Essen
538 S., Br., zahlr. Abb., €  39,95
 978-3-8375-0235-0
Wie viele und welche Rathäuser sind in der Bundesrepublik zwischen 1960 und 1980 abgerissen und gebaut worden? Und warum entschieden sich die Stadtoberen damals zu diesen baulichen Maßnahmen – zu Veränderungen also, die heute oft als „Verirrung“ oder als „alptraumhaft“ gegeißelt werden?
Diese Fragen beantwortet Till Schraven detailliert. Basierend auf der Kenntnis der Entwicklungen in 82 westdeutschen Mittel- und Großstädten, beschreibt der Autor eine Rathausgeschichte, in der die Akteure erst von pragmatischen, dann von ideologischen und schließlich wieder von pragmatischen Überlegungen geleitet wurden.
Insbesondere richtet sich das Buch an die Essener Leser. Denn erstmalig wird die exemplarisch zu nennende Essener Rathausgeschichte der 1960er und 1970er Jahre erzählt, welche zu einer der größten Mythen der Stadtgeschichte geworden ist. 

Bernd Ostendorf und andere:
„Meine Klage bleibt in meinem Herzen ewiglich.“
Die Geschichte der Mendener Fam ilie Bernstein unter der nationalsozialistischen Herrschaft
160 S., zahlr. Abb., Br., € 14,90
978-3-8375-0182-7
Während einer Projektwoche des Mendener Walburgisgymnasiums beschäftigten sich Schüler mit der Frage, ob es in Menden ein angemessenes Gedenken an die verfolgten Jüdinnen und Juden gibt. Die Arbeitsgruppe stellte rasch fest, dass auch in Menden nur wenig an das Schicksal Einzelner erinnert wurde. Es entwickelte sich das Vorhaben, mehr bekannt zu machen als nur Namen, Todesorte und -daten der Verfolgten. Über drei Jahre haben elf Schüler/-innen und ein Lehrer sich speziell mit einer Mendener Familie, der Familie Bernstein, auseinandergesetzt.
Die Ergebnisse der Nachforschungen erheben nicht den Anspruch, ein vollständiges Bild dieser Familie zu liefern. Doch Konturen der einzelnen Familienmitglieder werden deutlicher und sie erlauben es, sich intensiv mit den Opfern zu identifizieren. Das Buch zeigt darüber hinaus, wie trotz des hohen Maßes an Integration, das die einzelnen Familienmitglieder bis zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft erreicht hatten, ein Prozess der Isolation stattfinden konnte. Es verdeutlicht, welche Faktoren die Ausgrenzung, Entrechtung, Vertreibung und schließlich Ermordung vieler Familienmitglieder begünstigten und beschäftigt sich kritisch mit der Rolle der nichtjüdischen Bevölkerung und der Verwaltung im Verfolgungsprozess. Neben Menden, das im Mittelpunkt der Untersuchung steht, werden auch die weiteren Wohnorte der Bernsteins - Aachen, Hagen und Bielefeld - berücksichtigt.

bastarde
WerkstattGeschichte 51
127 S., Br., Abb., € 14,00
978-3-8375-0277-0
„Bastarde“ – der Begriff soll in diesem Themenheft nicht in seiner geläufigen pejorativen Bedeutung verstanden werden, sondern als Chiffre für Illegitimität und Hybridität. Zedlers Universallexikon von 1732 führt zunächst negative Konnotationen des Begriffs an: Ein Bastard sei das Kind einer Jungfer oder Witwe, dessen Vater ungewiss sei; Bastarde seien aber auch Mischlinge zwischen zwei Arten, von denen die eine der anderen aufgepfropft sei und parasitär wachse. Danach aber verweist das Universallexikon darauf, dass „Bastard“ nicht überall die gleiche Bedeutung habe und nicht in jedem Falle eine Abwertung darstelle, sondern im Gegenteil auch als Ehren- oder Adelstitel gebraucht werde und so z.B. die „unächten Kinder“ des Herzogtums Burgund in ihrem Titel die Worte Burgundiae Bastardus trügen. Die Encyclopédie von Diderot und d’Alembert von 1751 bezeichnet als „Bastard“ die anerkannten unehelichen Söhne von Adligen und, in einem allgemeinen Sinne, alle unehelich Geborenen. Der Begriff wird in neutralem Sinn als rechtshistorischer Terminus definiert, erst am Schluss des Artikels wird beiläufig auf seine Anwendungen im Tier- und Pflanzenreich verwiesen. Der Begriff ist also uneindeutig und ambivalent.
In diesem Heft sollen narrative und kulturelle Konstruktionsmuster von Bastarden und Bastardizität vorgestellt werden. Bastardkonzepte haben nicht nur die spezifischen Handlungsmöglichkeiten historischer Akteure und Akteurinnen präfiguriert, sie geben auch Aufschluss über Konzepte von Legitimität und Illegitimität, von Grenzziehung und Grenzüberschreitung. Zentral ist hier das Argument, dass nicht nur literarischen, sondern auch historischen Unehelichen Eigenschaften zugeschrieben werden, die phantasmagorische Qualitäten haben. Verblüffend ist auch die widersprüchliche Behandlung der Bastarde im vormodernen Recht. Während Bastarden lange Zeit jegliche Verwandtschaft mit der väterlichen Familie juristisch abgesprochen wurde, galten uneheliche Kinder als natürlich und offensichtlich mit der Mutter und ihrer Familie verwandt. Wenn Bastarde und Bastardinnen einerseits als juristische Kontrastfolie für eheliche Kinder und deren Rechte herhalten müssen, gerät dies andererseits in Widerspruch zur Vorstellung einer natürlichen Blutsverwandtschaft und Vererbung, die je nach Epoche unterschiedlich explizit ausformuliert wird. Gerade das frühneuzeitliche Recht hielt spezifische Integrationsinstrumente für Uneheliche bereit, die von der weltlichen Legitimation über den kirchlichen Dispens bis hin zur vollständigen Aufnahme auch in die väterliche Familie reichen, und zwar nicht nur im Adel. Die Geschichte der Bastarde ist also kaum von der Geschichte solcher Zuschreibungen und Pragmatismen zu trennen, die sich auch in der Fremd- und Selbstwahrnehmung historischer Akteurinnen und Akteure wiederfinden. Weder Sozialgeschichte noch Demografie, die Unehelichkeit vor allem als Indikator für die voreheliche Sexualität behandelt haben, sind jedoch der Bastarde Herr geworden. Vielmehr hat die Forschung mehrfach darauf hingewiesen, dass letztlich die jeweilige historische moralische oder kulturelle Wertigkeit des Phänomens ausschlaggebend sei, über die man jedoch bislang nur wenig wisse.
Weil Bastarde die Überschreitung der ehelichen Ordnung und Sexualität verkörpern, werden sie zwangsläufig zu Sinnbildern von Unordnung und Unreinheit, und weil man sich vor diesem gesellschaftlichen „Anderen“ nicht nur fürchtet, sondern es auch begehrt, hat es verzerrte Züge, in quantitativer ebenso wie in qualitativer Hinsicht. Als institutionalisierte Außenseiter, die gesellschaftliche Ordnungsprinzipien zurückspiegeln, funktionieren Bastarde ähnlich wie Narren bzw. Geisteskranke. Sie als „Randgruppen“ zu beschreiben, wie dies in der Sozialgeschichte bisweilen geschehen ist, greift jedoch zu kurz, denn Bastarde haben einen Fuß in und einen außerhalb der bestehenden Gesellschaftsordnung, und ihr Lebensweg kann sich in verschiedenste Richtungen entwickeln. Eine eindeutig pejorative, ja rassistische Aufladung des Begriffs erfolgt erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und noch Ferdinand Tönnies widmet 1930 den „Unehelichen oder verwaisten Verbrechern“ eine kriminalistische Abhandlung. Aber auch rassistische und biologistische Konzepte werden mit den Bastarden nicht wirklich fertig, denn auch ihnen ist unklar, in welche Richtung sich die einzelnen „Mischlingsanteile“ entwickeln werden und welche ausschlaggebend sind – Bastarde bilden damit eine Schnittstelle zwischen kulturalistischen und biologistischen Diskursen und sind besonders geeignet, deren Strukturen offenzulegen.
Aus diesem weitgespannten Forschungsfeld stellt das vorliegende Themenheft drei Querschnitte vor. Simona Slani?ka zeigt, dass Bastarden im Mittelalter und in der Renaissance eine besondere Befähigung zur Kreuzfahrt und zum Kontakt mit dem außereuropäischen Fremden zugeschrieben wurde. Anhand des mittelalterlichen Alexanderromans, des Großen Bastards Anton von Burgund und Juan de Austrias werden drei Kreuzfahrerbastarde und deren Analogien diskutiert.
Karin Gottschalk untersucht den rechtsgeschichtlichen Wandel von Unehelichkeit in Bezug auf Verwandtschaft von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Ihre Fokussierung auf die Bastarde lässt den Konstruktivismus der rechtlichen Verwandtschaftsdefinitionen besonders deutlich hervortreten, wenn etwa Adoption und Unehelichkeit als Abgrenzung für legitime Verwandtschaft dienen oder aber um 1800 die Reichweite der natürlichen Blutsverwandtschaft umdefiniert wird.
Regina Mühlhäuser befasst sich mit der Sorge der NS-Autoritäten um die Wehrmachtsbastarde in der besetzten Sowjetunion, wo sich sowohl die Ambivalenzen als auch die Fantasien früherer Bastarddiskurse wiederfinden. Einerseits wurde befürchtet, dass die Bastarde den feindlichen Genpool aufwerten und sich als geborene Anführer gegen Deutschland wenden könnten, andererseits wurde überlegt, sie als neue Siedler für die besetzten Grenzgebiete und als mit dem Umland bestens vertraute Grenztruppen an der Ostfront einzusetzen.
In der Rubrik Werkstatt berichtet Eckart Schörle über die Einrichtung einer antisemitischen Nachrichtenagentur: den „Welt-Dienst“, gegründet 1933 von Ulrich Fleischhauer. Dieser versuchte mit seiner Organisation die internationale Vernetzung der Antisemiten zu fördern und wurde u.a. durch seine Rolle beim Berner Prozess um die „Protokolle der Weisen von Zion“ bekannt.
Monica Rüthers untersucht anhand verschiedener Bildbände zur sowjetischen Architektur visuelle Repräsentationen von Stadt und Land und deren Verbindung mit Modernisierungsprozessen in den fünfziger und sechziger Jahren. Die in den bildlichen Darstellungen konstruierten Differenzen und Hierarchien diskutiert sie als Teil einer visuellen „Verlandschaftung“ der sowjetischen Kultur und Gesellschaft.


MiR geht’s gut
50 Jahre Musiktheater im Revier
(Hrsg. Jörg Loskill )
200 S., Gb., zahlr. farb. Abb., €  28,00
978-3-8375-0042-4
Wo begegnen sich Yves Kleins und Werner Ruhnaus Architektur- und Kunst-visionen und Wagners Ideendramen oder Mozarts Menschen-Klassiker? Im Musiktheater im Revier.  Seit 50 Jahren ist es "der" kulturelle Botschafter der Stadt und der Region. Zum Jubiläum erscheint ein aufwändiges Buch über das MiR, das seinen Namen Mitte der 60er Jahre von Prof. Günter Roth erhielt. Der Band ist weit mehr als eine Dokumentation der Spielpläne und Aufführungen und zitiert alle Sparten des Musiktheaters, porträtiert rund 150 Persönlichkeiten, lässt die "Ehemaligen" wie Uwe Mund, Günter Könemann, Ludwig Baum oder Peter Theiler u.a. selbst sprechen, erinnert an künstlerische Höhepunkte, reflektiert historische Stationen. Die Publikation zieht Bilanz, schaut auf die großen Theaterentwicklungen und ordnet das MiR in die Bühnenlandschaft von NRW ein. Herausgeber und Autor ist Jörg Loskill, seit den 1960er Jahren kritischer Begleiter des Theaters. 

Andreas Immenkamp und Astrid Weise
Dem Ziegelstein auf der Spur
Spannende Abenteuer mit Jan und Sophie
112 S., zahlr. farb. Abb., Br., € 12,90
978-3-8375-0067-7
Die Geschwister Jan (10) und Sophie (12) geraten während eines Ferienaufenthaltes bei den Großeltern ganz zufällig in eine Geschichte, die sie nicht mehr los lässt. Was geschah früher in den verfallenen Ruinen neben dem See? Welches Geheimnis verbirgt sich hinter der uralten Inschrift auf Großvaters zerbrochenen Ziegel? Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen führt die Spur der Ziegelsteine Sophie und Jan weit zurück in die Kulturgeschichte der Menschen bis nach Mesopotamien und mitten in die Gegenwart zu hochmoderner Produktionstechnik und auf geschäftige Baustellen.
Erst im Ziegeleimuseum fügen sich die letzen Puzzleteile der Geschichte zusammen.
Rund um die spannenden Abenteuer von Jan und Sophie informiert das Buch unterhaltsam über die Geschichte der Ziegelherstellung. Mit den Rätsel- und Bastelbögen lädt es zum mitdenken und mitmachen ein und dient Kindern als "Museumsführer".

Ralf Zwengel
Ohne Proletariat ins Paradies?
Zur Aktualität des Denkens von André Gorz
110 Seiten, € 9,90
978-3-8375-0264-0
André Gorz (1924-2007) hat Impulse für zahlreiche soziale und politische Bewegungen gegeben und sowohl die öffentliche wie die akademische Diskussion über gesellschaftstheoretische Fragen immer wieder bereichert und vorangetrieben. Das gilt für die 1968er-Bewegung und die europäische undogmatische Linke ebenso wie für die grüne Bewegung und die Gründungsgeschichte der „Grünen“.
Seine einflussreichen wissenschaftlichen und journalistischen Beiträge im Feld der politischen Ökologie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass ökologische Themen Eingang ins öffentliche Bewusstsein und die Agenda der Politik gefunden haben. André Gorz’ Werk kann insgesamt als eine Art „Frühwarnsystem“ gelesen werden, das gestaltungs- und wirkungsmächtige gesellschaftliche Unterströmungen erkannt, thematisiert und in ihren Konsequenzen analysiert hat. Es verbindet ökologische Kritik der Naturzerstörung des industriellen Kapitalismus, feministische Kritik an der Organisation von Staat und Gesellschaft sowie die Kritik des tradierten Arbeitsbegriffs als zentraler gesellschaftlicher und ökonomischer Antriebsmotor. Zunehmend wichtig wurde für ihn zudem die Frage, welche Bildung wir eigentlich für die zu erwartenden sozialen, ökologischen und wissenschaftlich-technologischen Herausforderungen benötigen.
Dieser Band präsentiert die Beiträge der Tagung „Ohne Proletariat ins Paradies?“, die die Heinrich-Böll-Stiftung Hessen im Oktober 2008 gemeinsam mit dem Frankfurter Institut für Sozialforschung durchgeführt hat. Diese verfolgte nicht nur das Ziel, an den „philosophischen Journalisten“ André Gorz zu erinnern, sondern fragte darüber hinaus nach der heutigen Relevanz seines Werkes und den Möglichkeiten, seine Gedanken auf den Gebieten Bildung, Ökologie und Arbeit weiterzuentwickeln.

Hedwig Röckelein
Frauenstifte, Frauenklöster und ihre Pfarreien
266 S., zahlr. Abb., € 24,95
978-3-8375-0278-7
Die Pfarrei bildete in den europäischen Gesellschaften der Vormoderne neben der Familie und der Verwandtschaft das umfassendste soziale System, denn durch die Taufe wurde jeder Christ zwangsläufig Mitglied einer Pfarrgemeinde. Er besuchte in der Pfarrkirche die Messe, hörte die Predigt, legte die Beichte ab und wurde auf dem Friedhof der Pfarrei begraben. Die Pfarrgemeinde war zugleich Gerichtsgemeinde, fiskalische Gemeinde und politische Gemeinde und blieb dies über die Reformation hinaus.
Bislang kaum zur Kenntnis genommen wurde, dass auch zahlreiche Frauenstifte und Frauenklöster Pfarrkirchen errichteten und ausstatteten und deren Pfarrer bestellten. In diesem Band werden erstmals systematisch und vergleichend Frauenkonvente untersucht, die Eigenkirchen besaßen und Pfarrkirchen inkorporierten sowie Frauenklöster, die an bestehenden Pfarrkirchen gegründet wurden.

Heinz Weischer:
Annette und Adolfine und Carl
Annette von Droste-Hülshoff bei den Boeselagers auf Schloß Heessen
166 S., Br., €  14,95
978-3-8375-0295-4
Die Dichterin Annette von Droste Hülshoff reiste dem Trend ihrer Zeit des beginnenden 19. Jahrhunderts folgend sehr viel im Münsterland, weitete ihre Reisen aus an den Bodensee, nach Meersburg, wo ihre Schwester verheiratet war. Sie besuchte oft ihre Großeltern Haxthausen in Bökendorf in Ostwestfalen. Auf ihren Reisen kehrte sie des öfteren bei den Boeselagers auf Schloß Heessen ein, man kannte sich gut, war entfernt verwandt, Annette und Adolfine von Boeselager waren Freundinnen. Worüber redet man, wenn man sich besucht, oft auf beschwerlichen Postkutschenrouten? Über die Reise spricht man, über die Familien, viel Klatsch war sicher dabei. Über Kulturelles spricht man, wenn man schon eine Dichterin im Haus hat, über Politisches der für Westfalen komplizierten Nachnapoleonzeit. - Und wenn man so intim befreundet ist wie Annette und Adolfine, spricht man über die Liebe. Für Annette waren die beiden bedeutenden Liebesepisoden ihres Lebens längst nicht verarbeitet, also spricht sie sich gegenüber Adolfine über ihre Liebe aus...
Natürlich sind in einer Erzählung Handlungsstränge und Dialoge fiktiv, aber sie haben Authentisches zum Hintergrund. Im Anhang klingen historische Details an.
"Der Zufall wollte es, daß Wolf und ich bei Tisch nebeneinander saßen. Und ich weiß nicht, was über mich gekommen ist, ich griff unterm Tisch seine Hand. Er zog sie nicht weg, wir schauten uns an, ich war so verwirrt, daß ich die Suppe verplemperte. Was ist das Adolfine, sind wir Frauen so willenlos, so leichtsinnig, daß uns ein schöner Mann in Sekundenschnelle zittern läßt?" 

Burkhard Leismann / Uwe Rüth
Industrial Land Art im Ruhrland
200 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 29,95
978-3-89861-651-5
Die Publikation und die damit verbundenen Ausstellungen würdigen das Handeln von Künstlern, die sich dem besonderen Feld künstlerischer Auseinandersetzung gewidmet haben und die damit gleichzeitig dieser Region über einen Zeitraum von 50 Jahren ein Stück mehr an Humanität, Lebens- und kultureller Qualität mitgegeben haben. Im Vordergrund sollte zunächst die Künstlergruppe >B1< stehen, deren erste Ausstellung 1969 in Oberhausen stattfand - quasi als Erinnerung der 40jährigen Wiederkehr dieses Ereignisses. Doch schnell wurde deutlich, dass es neben dem enorm wichtigen Wirken dieser zehn Künstler noch andere Blickwinkel der künstlerischen Entwicklung zu berücksichtigen galt. So entstand im Verbund zwischen dem Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, dem Kunstmuseum Ahlen, dem Kunstverein Ahlen und der Künstlerzeche >Unser Fritz< 2/3 in Herne ein umfassendes Ausstellungsprojekt: Neben der besonderen Betrachtung der Künstlergruppe >B1< und ihrem künstlerischen Wirken in den Institutionen in Ahlen werden kunsthistorische Schwerpunkte einer Entwicklung der Industrial Land Art des >Ruhrlandes< in den Ausstellungshäusern von Marl und Herne dokumentiert und präsentiert.Dieses Katalogbuch sowie die an den vier Standorten gezeigten Ausstellungen verdeutlichen ein-drucksvoll das 50 Jahre umspannende, avantgardistische und aktuelle Bild künstlerischen Schaffens in diesem Teil unserer Republik. Dies ist, wie wir glauben, Grund genug, im Vorfeld der Aktivitäten zur Kulturhauptstadt >RUHR.2010< an diesen wichtigen Part künstlerischen Handelns mit seinen über die Grenzen der Region hinaus zu verzeichnenden Wirkungen zu erinnern.

Damals auf’m Pütt
Erinnerungen aus dem Bergmannsleben im Ruhrgebiet
(Hg. Rolf Potthoff / Achim Nöllenheidt )
191 S., Abb., Gb., 13,95 €
978-3-8375-0208-4

Das Thomas-Verfahren in Europa
Entstehung - Entwicklung - Ende
552 S., zahlr. Abb., Gb., € 25,00
978-3-89861-807-6
Das wichtigste Verfahren für die europäische Stahlindustrie im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Thomas-Verfahren. In 19 Beiträgen wird erstmals die europäische Dimension dieses Verfahrens ausgeleuchtet. Die allgemeine Kenntnis über die Verbreitung und Anwendung des Thomas-Verfahrens ist dank des regionalen Ansatzes wesentlich erweitert worden. So ist die bisherige Annahme, dass die Rheinischen Stahlwerke und der Hoerder Bergwerksund Hütten-Verein die ersten Werke auf dem Kontinent waren, die das in England entwickelte Verfahren angewandt haben, falsch. Das Quellenstudium hat ergeben, dass die S. A. des Aciéries d'Angleur bei Lüttich noch eher als die beiden deutschen Werke eine Lizenz von Sidney Gilchrist Thomas erwarben und dass in Kladno viel früher als in (Dortmund-)Hörde und (Duisburg-)Meiderich einzelne Thomas-Chargen erfolgreich erschmolzen wurden. Auch die luxemburgische Firma Metz & Cie. hat noch eher als die beiden deutschen Unternehmen von Sidney Gilchrist Thomas eine Lizenz erworben. Das Thomas-Verfahren war der bedeutendste patentgeschützte Technologietransfer von Großbritannien nach Deutschland im 19. Jahrhundert. Er brachte den deutschen Generallizenznehmern, zwei kleinen, technisch vernachlässigten, nahezu bankrotten Werken des Ruhrgebiets, ca. 5 Mio. DM ein. Der Band legt die Ergebnisse einer deutschenglisch- französischen Tagung vor und zeigt Forschungsdesiderate auf.

FC Schalke 04
Jahrbuch 2009/2010
274 Seiten, zahlr. Fotos und farb. Abb., broschiert, € 8,95
978-3-8375-0244-2
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Horst-Pierre Bothien
Auf zur Demo!
Straßenprotest in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn 1949–1999
144 Seiten, zahlr. teils farb. Abb., broschiert, €  18,00
978-3-8375-0202-2
3. November 1949 – der Deutsche Bundestag beschließt: Bonn bleibt weiterhin die provisorische Bundeshaupstadt der gerade gegründeten Bundesrepublik Deutschland. Seitdem tagte zigtausendende Male der Deutsche Bundestag in Bonn, eine kaum zu beziffernde Zahl ausländischer Politiker hielt sich hier zu Staats- und Arbeitsbesuchen auf. In Bonn wurde “große Politik” geschrieben. All dies ist gut dokumentiert und vielfach gewürdigt worden. In der Öffentlichkeit weit weniger Aufmerksamkeit fand die Tatsache, dass Bonn in seiner Zeit als Bundeshauptstadt auch zu einem wichtigen Ort des politischen und sozialen Straßenprotests wurde. Vom 7. September 1949 bis zum 1. Juli 1999 – den Tagen der ersten und der letzten Bonner Bundestagssitzung – fanden hier etwa 6500 angemeldete Demonstrationen statt – Kundgebungen, Sternfahrten und Mahnwachen. Auf dem Markt- und Münsterplatz, vor Ministerien und Botschaften protestierten kleine Gruppen, aber auch Zehntausende – Stahl- wie Bergarbeiter, Kriegsopfer und Vertriebene, Bürgerinitiativen, Rüstungsgegner ... .
Der Bonner Hofgarten mit seinen Friedensdemonstrationen Anfang der 1980er Jahre wurde zum Synonym des engagierten und friedlichen Protests Hundertausender. Insgesamt zogen Millionen von Bürgerinnen und Bürger gezielt in diese kleine Stadt, um ihr grundgesetzliches verbrieftes Recht auf Meinungsäußerung auszuüben; Hunderttausende von Polizisten sorgten bei den zumeist friedlichen Demonstrationen für Ordnung und Sicherheit; über so manchen Protest berichtete die überregionale Presse auf ihrer Titelseiten. Und die Bonner Bevölkerung: sie hatte so manche Unannehmlichkeit zu erdulden.


Hermann Sturm
Denkmal & Nachbild
Zur Kultur des Erinnerns
231 Seiten, broschiert, zahlr. Abb., € 24,95
978-3-8375-0212-1
Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Motiven und Erscheinungsformen von Denk- und Mahnmalen ist die „zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland“, die „Neue Wache“ in Berlin. In ihrer Geschichte überlagern sich unterschiedliche Formen gesellschaftlichen Erinnerns.
Im ersten Teil untersucht Hermann Sturm Denkmale und Denkmalkult als Ausdruck ideologisch-politischer Intentionen: vom Beginn des 19. Jahrhunderts zur Weimarer Republik, in der NS-Zeit, in der Zeit der DDR und schließlich in der Gegenwart der Bundesrepublik. Dabei geht der Blick auch auf Beispiele der US-amerikanischen Memorial-Kultur und der Sowjetunion. Der Autor legt Sinnschichten in Bildmustern frei, die als Symbole und Allegorien ausgebildet sind. Sie machen Identifikationsangebote in abstrakter, in naturalistischer und/oder idealisierter Form.
Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf das „Weltkulturerbe“ Zollverein. Da dieses Prädikat auf Werturteilen beruht, sind Begründungen aufschlussreich; insbesondere wenn sich zeigt, dass die Urteile ästhetischen Mustern folgen.
Im dritten Teil geht es um die Frage nach der spezifischen Qualität der Reproduktion von Bildern (Kunstwerken oder auch trivialen Bildern und Objekten) als Erinnerungsbilder in medialer Verbreitung. Und es geht um die Frage, welche Bilder des Erinnerns bei ihrer ästhetischen Rezeption und Reproduktion – vom Vorbild zum Nachbild – entstehen und welche Formen der Verzeichnung dabei beabsichtigt oder zufällig ausgebildet werden.

Klaus Eckert
Die Legende lebt - 150 Jahre Märklin
Geschichte - Menschen - Modelle
240 S., Gb., € 29,95
978-3-8375-0129-2
150 Jahre Märklin - hinter der runden Zahl verbirgt sich eine bewegte Geschichte. Es ist die Geschichte der Menschen, die mit ihrer Schaffenskraft und Kreativität hochwertiges Spielzeug hervorgebracht haben, welches nicht nur bei Generationen von Kindern, sondern später auch bei Erwachsenen viel Freude hervorzurufen vermochte. Und gerade diese Freude, diese Emotion, hat dazu beigetragen, dass der Marke Märklin eine unverwechselbare Aura zu eigen wurde.
Altes Märklin-Spielzeug besitzt einen legendären Ruf, der auch auf die Produkte der neueren Zeit übergegangen ist. Nunmehr sind es die hochwertigen Lokomotiven, Wagen und Triebzüge, mit denen die Marke Märklin ihre Freunde in aller Welt zu begeistern weiß. Die Legende lebt also - nach wie vor...
INHALT:
Vorwort
Flaschnermeister Märklin
Alles für die Puppenküche
Uhrwerk-Lokomotiven
Die erste Systemeisenbahn
Verschiedene Spurweifen
Die Märklin-Kataloge
Lernen und Staunen -
Bahnhöfe und anderes Zubehör
Technisches Spielzeug
Faszinierende Dampfmaschinen
Vielseitiger Metallbaukasten
Menschen bei Märklin -
Konstrukteure und Mustermacher
Gefahrloser 20-Volt-Betrieb
Grand Prix für Märklin
Neubeginn nach 1945
Gleise mit Punktkontakt
Produkte der Wirtschaftswunderzeit
Die sechziger und siebziger Jahre
Die Achtziger und Neunziger -
Beginn der Digital-Ära
Die neue Spur l
Kleinste Märklin-Bahn -
Die Mini-Club
Das Märklin-Digital-System
Wunderbare Welten -
Funktionsmodelle


Sternstunden - Wunder des Sonnensystems
120 S., Gb., € 18,95
978-3-8375-0143-8
Die Bilder dieses Buches sind von überwältigender sinnlicher Überzeugungskraft. Sie ziehen uns ästhetisch in ihren Bann und geben uns das Gefühl, Teil des kosmischen Geschehens zu sein. Vertiefen wir uns in die Bilder, beginnen sie zu erzählen: über die Geburt unserer Sonne und ihrer Planeten, deren Entwicklung und Einzigartigkeit sowie über den voraussehbaren Sternentod und die Wiedergeburt .Wir können den gesamten Lebenskreislauf unseres Sonnensystems erleben, weil in unserer Milchstraße Milliarden Sonnensysteme in ganz unterschiedlichen Entwicklungsstadien existieren und die Astronomen mit den modernsten Beobachtungsmethoden und Bildbearbeitungstechniken in den vergangenen Jahrzehnten jede Phase dieses Wunders festgehalten haben.

Und ab nach Deutschland / Als die Italiener kamen,
Heimat ist da, wo du lebst / Als die Griechen kamen,
Fremdländer - Deutschländer / Als die Türken kamen
DVD, ca. 135 Min., € 8,50
978-3-8375-0220-6
Armut, Hoffnungslosigkeit, politische Verfolgung oder der Traum von einem besseren Leben - die Arbeitsimmigranten aus Italien, Griechenland und der Türkei hatten viele Gründe für die weite Reise ins unbekannte Wirtschaftswunderland Deutschland. Ein paar Jahre wollten die Angeworbenen bleiben, hart arbeiten, Geld verdienen und dann nach Hause zurückkehren. Doch es kam anders. Inzwischen lebt die erste Gastarbeiter-Generation seit mehr als 50 Jahren an Rhein und Ruhr und hat Wurzeln geschlagen: Familien gegründet, Restaurants und Geschäfte eröffnet, Moscheen gebaut. Als Rentner pendeln sie zwischen zwei Welten hin und her - der alten und der neuen Heimat. Erst ihre Kinder sind richtig in Deutschland angekommen. Für sie ist das Herkunftsland ihrer Eltern ein fremdes Land - Ausland eben.



August Everding
Herausgegeben vpon der Historische Gesellschaft Bottrop e.V.
Bottrop – Persönlichkeiten und ihre Stadt - Begegnungen im Turm
68 Seiten, zahlr. farb. Abb., €  13,95
978-3-8375-0190-2
August Everding (1928-1999) war Theatermann, Kulturförderer und Weltenbürger mit einer starken Verwurzelung im Ruhrgebiet. Er ist Ehrenbürger der Stadt Bottrop. Grund genug, ihm eine Ausstellung zu widmen, die in diesem Band in Bild und Text festgehalten wird. August Everding war ein großer Staatsintendant in seiner Wahlheimat München; ein kluger Durchsetzer; ein Inszenator des großen europäischen Theaterfundus; ein Musiker, Organist und Familienfreund; zu jeder Zeit: ein bekennender Bottroper.


Peace, War and Gender from Antiquity to the Present
Cross-cultural Perspectives
282 S., Br., engl., € 28,00
 978-3-8375-0214-5
Dieses Buch gibt neue Einblicke in alte Probleme der Weltgeschichte. Krieg und militärische Gewalt spielen in fast allen bekannten Gesellschaften eine wichtige Rolle. Daneben entwickelten sich überall Versuche, Mechanismen zur Konfliktlösung und 'Frieden' denkbar zu machen. Die Beiträge dieses Bandes nähern sich den großen Fragen durch ausgewählte und in die Tiefe gehende Fallstudien. Sie reichen vom Friedensdenken in der Antike über Gender und Gewalt im mittelalterlichen Irland bis zum irregulären Krieg im Europa des 20. Jahrhunderts und dem Bombenkrieg während des Zweiten Weltkrieges. Spezifisch europäische Positionen werden durch neue Blicke auf Lateinamerika, Indien und Afrika ergänzt. Alle Beiträge stützen sich auf gründliche Forschungen, aber auch auf methodisch weiterführende Reflexionen. Dabei wird insbesondere Gender als eine wichtige analytische Kategorie benutzt.So entsteht ein Band, der den Leser in den Umgang mit Krieg, Frieden und Gewalt in unterschiedlichen Kulturen und in verschiedenen Epochen einführt.

Lothar Wieland
Aus der Zeit ohne Armee
Ehemalige Wehrmachtoffiziere im Umfeld des Pazifisten Fritz Küster
192 Seiten, Br., € 19,95
 978-3-8375-0213-8
Am 18. Januar 1948 gründeten ehemalige, dem militärischen Widerstand des 20. Juli 1944 nahestehende Wehrmachtoffiziere und der bekannte Pazifist Friedrich Küster die Forschungsgemeinschaft (FG) des „Anderen Deutschland“. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Kriege im Zeitalter der Atombombe nicht mehr möglich seien, drängte sie auf die Erziehung der Jugend zum Frieden und zur Demokratie. Dieses Ziel hielt sie nur für erreichbar, wenn Deutschland zu einer entschiedenen Vergangenheitsbewältigung bereit sei, als deren Ergebnis die Abkehr von der kriegerischen Expansionspolitik stehen sollte, die Deutschland ins Verderben des Jahres 1945 geführt habe. Vor dem Hintergrund einer deutschen Gesellschaft, die kaum Bereitschaft zur Aufarbeitung der braunen 12 Jahre zeigte, aber umso stärker das eigene Leid der Nachkriegszeit beschwor, verteidigte die FG den deutschen Widerstand aller Schattierungen gegen eine sich damals rasant ausbreitende zweite Dolchstoßlegende, wonach eben dieser Widerstand die Niederlage von 1945 zu verantworten habe. Konrad Adenauers Politik einer Westorientierung lehnte sie ebenso ab wie die Sowjetisierung der Ostzone und plädierte stattdessen für ein geeintes, neutrales und entmilitarisiertes Deutschland jenseits der entstehenden antagonistischen Blöcke. Trotz aller Anfangserfolge blieb die FG lediglich ein Intermezzo; mit der Währungsreform wurde ihr Ende eingeleitet.

Karl Christian Führer
Carl Legien 1861-1920
Ein Gewerkschafter im Kampf um ein "möglichst gutes Leben" für alle Arbeiter
368 S., Abb., € 34,90
978-3-8375-0186-5
Die berufliche Karriere von Carl Legien (1861-1920) reicht vom Drechslergesellen bis zum wichtigsten Gewerkschaftsführer des Kaiserreichs. In den Jahren von 1890 bis zu seinem Tod prägte er als „Generalissimus“ der sozialdemokratischen Arbeiterverbände deren Politik und Selbstverständnis. Das Buch erzählt sein Leben und zeigt Legien als einen widersprüchlichen Charakter: Hart gegen sich selbst und gegen die Menschen um ihn herum, kämpfte er unermüdlich für ein besseres Leben der Arbeiter, ohne selbst Freude am Leben zu haben. So entsteht erstmals ein genaues Porträt dieses wichtigen Mannes, der politisch äußerst erfolgreich war, persönlich aber unglücklich blieb.

Kriegskindheit und Nachkriegsjugend in zwei Welten
Deutsche und Russen blicken zurück
(Hg.: Bernd Bonwetsch)
327 S., Br., 24,95 €
978-3-8375-0187-2
Der neunjährige Viktor geht mit seiner siebenjährigen Schwester 1947 für zwei Jahre betteln, um zum kärglichen Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Die Zensur streicht im Januar 1945 im Brief die Zahlen („Zahlen-Code“), mit denen die Mutter dem kriegsgefangenen Vater die Rechenkünste des Erstklässlers „Hanner“ demonstrieren will. Der Drittklässler Bernhard muss die Handgranate als Spielzeug lassen und lernt 1948 aus Anlass der Währungsreform:
„1 Deutsche Mark“ sind „100 Deutsche Pfennige“. Sergei, aus dem belagerten Leningrad evakuiert und inzwischen adoptiert, wird 1958 von seiner Schwester wiedergefunden und erfährt, dass von den neun Familienmitgliedern nur drei den Krieg überlebt haben.
Claus erfährt am 8. August 1956, wenige Stunden bevor er als 18-Jähriger die DDR allein und für immer verlässt, dass er unehelich geboren und nicht infolge von Kriegsereignissen amtlich als „vaterlos“ geführt worden ist.
Banales und Tragisches findet sich in den Erinnerungen von 17 Russen und Deutschen an Kriegskindheit und Nachkriegsjugend. Sie alle verbindet, dass sie unnormale Zeiten als normal erlebt haben und dass sie Historiker wurden, die sich, wie zufällig auch immer, mit der Geschichte des jeweiligen Kriegsgegners beschäftigt haben.

Barbara Stambolis
Leben mit und in der Geschichte
Westdeutsche Historiker Jahrgang 1943
439 S., Br.+ CDR, zus. € 34,00
978-3-89861-935-6
44 deutsche Universitätshistoriker, alle 1943 geboren, haben in lebensgeschichtlichen Interviews Auskunft gegeben: zu ihren Kindheits- und Jugenderfahrungen, zu Studienentscheidungen, über die Universitäten als Orte gesellschaftlicher Umbrüche, zu ihren Lehrern und deren Umgang mit akademischen Traditionen, Karrierechancen und -risiken, zu den von ihnen wahrgenommenen Kontroversen und Paradigmenwechseln. Die ausnahmslos männlichen Interviewten schildern prägende Jahrzehnte bundesrepublikanischer Geschichte. Sie haben die Universitäten in einem Umbruchjahrzehnt betreten und verlassen diese zu einem Zeitpunkt tief greifender Umstrukturierungen. Während die um 1930 geborenen Historiker bereits ein recht klares Profil besitzen, muss dieses für die Altersgruppe der um 1940 geborenen erst noch umrissen werden. Die autorisierten Interviews selbst sind auf einer beiliegenden CD nachzulesen.


Rolf Coeppicus
Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Sterbehilfe
Rechtssicherheit bei Ausstellung und Umsetzung - Mit umfassenden Mustertexten und Lexikon
202 S., Br., € 9,95
978-3-8375-0223-7
Viele Menschen haben den Wunsch, ein jahrelanges Siechtum bei völliger oder weitgehender Bewusstlosigkeit für sich zu verhindern. Eine Möglichkeit dazu ist die Ausstellung einer Patientenverfügung. Patientenverfügungen sind auf Grund des „Gesetzes über Patientenverfügungen“ seit dem 1.9.2009 auch kraft Gesetzes verbindlich und müssen beachtet werden. Das Buch stellt die neuen gesetzlichen Bestimmungen vor. Das Gesetz regelt aber viele Fragen nicht: Welche Anordnungen sollte man sinnvoll treffen und wie sind diese zu formulieren? Soll man den Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen auch für die Fälle unumkehrbarer Bewusstlosigkeit (Koma) und schwerster Demenz anordnen? Welche ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen sollen abgebrochen werden – auch Ernährung und Flüssigkeitszufuhr?
Die Beantwortung dieser Fragen hängt wesentlich davon ab, welche tatsächlichen Folgen ein Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen hat. Daher stellt der Ratgeber umfangreich auch die medizinischen, pflegerischen und persönlichen Umstände und Konsequenzen (Leiden, Schmerzen?) eines derartiges Abbruchs dar. Das Muster der Patientenverfügung enthält vollständig alle in Frage kommenden Fälle, aus denen der Nutzer die von ihm gewünschten Festlegungen auswählen kann. Darüber hinaus wird dargestellt, wie bei der Umsetzung einer Patientenverfügung rechtmäßig und einfühlsam vorgegangen werden kann. Da die Grenzen zwischen rechtmäßigem Handeln einerseits und rechtswidrigem, strafbarem Handeln andererseits oft nicht auf der Hand liegen, zeigt das Buch eingehend die Unterschiede auf. Es wird dargestellt, ob und wann eine gerichtliche Genehmigung erforderlich ist. Das Buch enthält auch Muster für Vorsorgevollmachten.
Der Autor war 20 Jahre lang an einem Amtsgericht mit Betreuungen und Vormundschaften für nicht mehr einwilligungsfähige Menschen und mit Entscheidungen über den Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen befasst.


Jens Dirksen
Querbeet
Mit Rat und Tat durchs Gartenjahr
109 S., zahlr. Abb., Br., ca. € 12,95
978-3-8375-0204-6
Gärtnern ist eine Erfahrungswissenschaft. Jeder Garten ist ein Versuchslabor und - sehr eigen: Je unübersichtlicher die Welt, desto größer das Glück, im eigenen Garten ein kleines bisschen lieber Gott spielen zu dürfen und unabhängig zu werden von den Launen des Marktes - bis sich dann im privaten Paradies so teuflische Widrigkeiten wie Schnecken, Birnengitterrost oder andere Launen der Natur auftun. „Querbeet" lässt das Gartenjahr mit Erfahrungen, Beispielen und vielen nützlichen Tipps Revue passieren. Hier hebt kein allwissender Garten- papst seinen Zeigefinger, sondern ein neugieriger Gärtner berichtet von seinen Erfahrungen; immer wieder greift der Autor auch auf die Weisheiten seines Urgroßvaters zurück, der ein niederrheinischer Bauer war.
Jens Dirksen berichtet von den kleinen und großen Tragödien, Komödien und Happy Ends in seinem Garten. Er empfiehlt Obst- und Gemüsesorten, die pflegeleicht und besonders lecker sind und manchmal wirft er einen sentimentalen Blick zurück oder in den Himmel. Schließlich geht „Bauer Dirksen", wie er manchmal genannt wird, mit der Ernte dann aber doch ans Eingemachte, mit Rezepten für Marmeladen, Chutneys und Kuchen. Die Schilderungen sind angereichert mit pra- xisbezogenen Hinweisen zur Anzucht, Pflege und Verwertung von Pflanzen im Garten, von der Samendosierung bis zum (Ein-)Kochrezept. Den Abschluss des Buches bildet ein stichwortartiger „to-do-Ka lender" fürs schnelle Nachschlagen.
Jens Dirksen, geb. 1964, ist als Journalist bei einer Tageszeitung beschäftigt. In seiner Kolumne „Kraut und Rüben" berichtet er wöchentlich über seine Erfahrungen und Erlebnisse im Garten.

Autobiographie von Renan Demirkan:

Renan Demirkan
Schwarzer Tee mit
drei Stück Zucker
118 Seiten, Gb., € 7,95
978-3-8375-0073-8
Eine türkische junge Frau liegt im Krankenhaus und wartet auf die Geburt ihres ersten Kindes. Ihre Gedanken wandern zurück in die Kindheit in einem anatolischen Dorf, dorthin, wo sie mit ihren Freunden in den Nussbaumplantagen zwischen den Schafherden ihres Onkels spielte. Sie erinnert sich an die strenggläubigen Großeltern, an die Verwandten, die zurückblieben, als sie mit ihren Eltern nach Deutschland ging und an die ersten Jahre in ihrer neuen Welt.Die Erzählerin schildert die türkisch-deutsche Jugend eines jungen Mädchens, das seinen Platz im Leben sucht. Trotz Ausgrenzung und Anfeindung wird Deutschland zur Heimat. Der autobiografischer Roman stand monatelang auf den Bestsellerlisten.

Meine erste Katze
Ratgeber inkl. Check- und Adressliste
64 S., Gb., € 4,95
978-3-8375-0226-8
Mehr als acht Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten. Tendenz steigend. Damit ist die Katze in unseren Landen unbestritten Haustier Nummer eins und begeistert dabei vor allem durch ihr Selbstbewusstsein, ihren Dickschädel und ihr mystisches Wesen. Doch wie immer, wenn es um die Anschaffung eines Tieres geht, gilt es bereits im Vorfeld einiges zu überdenken. Dieser Ratgeber will Sie darin unterstützen, herauszufinden, ob eine Katze in Ihr Leben passt. Er liefert Hintergrundinformationen zum Thema Anschaffung, Ernährung und Pflege und darüber hinaus wertvolle Tipps zur Einrichtung einer katzensicheren und katzengerechten Wohnung. Ganz private Erfahrungsberichte und Erinnerungen an die eigene erste Katze belegen zudem eines: Wer sich auf eine Samtpfote einlässt, beginnt beinahe ein neues Leben.


Meine Katze gesund und fit
Hg.Ursula Birr
64 S., zahlr. Abb., Gb., € 4,95
978-3-8375-0225-1
Kein Tier ist so reinlich wie eine gesunde Katze. Von Katzenwäsche keine Spur. Im Gegenteil. Wie Sie persönlich dieses Grundbedürfnis unterstützen können, welche Hilfsmittel dafür vonnöten sind, wie Sie erkennen, wenn es Ihrem Tier einmal nicht gut geht, und wie Sie am besten auf die besonderen Bedürfnisse von Jungtieren und Senioren-Katzen eingehen, erfahren Sie in diesem Ratgeber. Und nach der Pflicht folgt auch hier die Kür: Nichts hält eine Katze so fit wie Bewegung und gemeinsame Spiel- und Schmusestunden mit ihrem Besitzer. Entsprechende Tipps und Spielvorschläge finden Sie ebenfalls in diesem Buch.


Mit der Katze in Urlaub
Ratgeber inkl. Check- und Adressliste
64 S., Gb., € 4,95
978-3-8375-0056-1
Eine Katze auf Reisen? Geht das? Sicher – sofern die Vorbereitung stimmt und ein Punkt dabei ganz weit oben steht: das Wohl der Samtpfote. In diesem Ratgeber finden Sie alles, was Sie im Vorfeld einer Urlaubsreise mit Katze beachten sollten. Angefangen von den ersten Planungen und der Vorbereitung des Tieres, über die Wahl der richtigen Unterkunft bis hin zu Einreisebestimmungen und gesetzlichen Vorgaben, die es innerhalb und außerhalb der EU zu beachten gilt. Hinzu kommen wichtige Tipps für die Reise als solche, egal, ob Sie mit dem Auto, der Bahn, im Flugzeug oder gar per Fähre unterwegs sind. Ganz private Erfahrungsberichte werden Ihnen darüber hinaus eines bestätigen: Ein Urlaub mit dem eigenen Stubentiger ist immer etwas ganz Besonderes.


Bernd Wagner
Fürstenhof und Bürgergesellschaft
Zur Entstehung, Entwicklung und Legitimation moderner Kulturpolitik
500 S., Br., € 19,90
978-3-8375-0224-4
Heutiges kulturpolitisches Handeln basiert auf den Strukturen, die in den vergangenen Jahrhunderten mit der Herausbildung der kulturellen Institutionen und einer kommunalstaatlichen Kulturpolitik entstanden sind. Davon ist unser Verständnis von Kulturpolitik, ihrer Motive und konzeptionellen Begründungen mitgeprägt.
Der Autor bietet einen Blick zurück auf die kulturelle Entwicklung von der Frühen Neuzeit bis zum Ende des Kaiserreichs und zeigt, wie sehr Entstehung, Entfaltung und Legitimation von Kulturpolitik vor allem durch die Motive "Unterhaltung" und "Repräsentation", "Bildung" und "Demokratisierung" bestimmt sind.
Die höfische Kultur des absolutistischen "Fürstenhofes" und die "Bürgergesellschaft" mit der frühneuzeitlichen Stadtpolitik, der kulturellen Konstitution von Bürgertum und Arbeiterbewegung sowie den ersten Strukturen öffentlicher Kulturpolitik im 19. Jahrhundert bilden die Traditionslinien heutiger Kulturpolitik.


17 Hippies
Ifni - Bochum - El Dorado
CD, 61:33 Min., €  8,50
978-3-8375-0219-0
Die Welt zu sich nach Hause holen - wenn es eine Band musikalisch geschafft hat, dies zu tun, dann sind es die 17 HIPPIES. In 14 Jahren haben sie über 1500 Konzerte in mehr als 20 Ländern gegeben. Auf Einladung von WDR Funkhaus Europa waren sie häufig auch zu Gast in Nordrhein-Westfalen - in Bochum, Dortmund, Essen, Köln oder Lüdenscheid. Ursprünglich als Spaßprojekt ins Leben gerufen, sind die heute insgesamt 13 Musikerinnen und Musiker über die letzten Jahre zum gefragten Kulturgut aus Deutschland geworden. Ihre auf akustischen Instrumenten gespielte Musik vereint Elemente unterschiedlicher Stile, Sprachen und Kulturen und hebt auf verblüffende Weise die Grenzen zwischen Rock'n'roll, Jazz und Volksmusik auf. Die vorliegende CD wurde von WDR Funkhaus Wuropa und den 17 HIPPIES extra für die vorliegende Edition zusammengestellt und illustriert einen aufregenden Querschnitt durch das Gesamtwerk dieses Rock-the-world-Orchesters. 

Fatih Akin
Solino
DVD, € 8,50
978-3-89861-826-7
Duisburg in den sechziger Jahren: Familie Amato hat ihr italienisches Heimatdorf Solino verlassen, um in der "Stadt Montan" einen neuen Anfang zu wagen. Hier wird malocht in Stahlwerken und Kohlegruben, doch Pizza und Pasta kennen die Arbeiter nicht. Also eröffnen die Amatos die erste Pizzeria des Ruhrgebiets: "Solino". Mutter Rosa kocht, Vater Romano kümmert sich besonders um die weiblichen Gäste und die Söhne Gigi (Barnaby Metschurat) und Giancarlo (Moritz Bleibtreu) wachsen als Duisburger auf. Doch fern der alten Heimat zerbricht die Familie, und auch die Brüder entzweien sich im Streit um die Liebe einer Frau. Erst zehn Jahre später kommt es zum Wiedersehen. Zeit, das Leben zu bilanzieren.
Regisseur Fatih Akin (Gegen die Wand, Im Juli), Sohn türkischer Einwanderer, erzählt mit großer Glaubwürdigkeit von den Anfängen der Immigration nach Deutschland. Vor allem aber inszeniert Akin das Ringen einer Familie um ein Stück vom Glück.


Wer zahlt die Zeche?
Wege aus der Krise
(Hg.Jürgen Rüttgers)
160 S., Gb., € 16,95
978-3-8375-0196-4
Man hat sich darauf geeinigt, dass der 15. September 2008 unsere Welt verändert habe - der Tag, als die Bank Lehmann-Brothers pleite ging. Seitdem hätten wir eine Weltwirtschaftskrise. Aber das ist eine Lüge. Diese Lüge soll einen Teil derjenigen schützen, die noch nach 2008 die ShareholderValue-ldeologie vertreten und verteidigt haben. Man konnte aber schon vor dem September 2008 sehen, dass derTurbokapitalismus scheitern würde. Die Zeichen an der Wand waren überdeutlich. Er musste scheitern, weil er geprägt war von Materialismus/Werterelativismus und Individualismus. DerTurbokapitalismus hatte mit jahrhundertelangen Menschheitserfahrungen, dem Wissen um die Zerbrechlichkeit von Freiheit und Gerechtigkeit und der Notwendigkeit von Sicherheit für ein gelungenes menschliches Leben, gebrochen. Für ihn war Profit wichtiger als Gemeinwohl, das Jetzt wichtiger als die Zukunft. Die Regierungen dieser Welt haben viel Geld in die Hand genommen, um die Folgen dieser Weltwirtschaftskrise zu beheben, zumindest zu mildern. Sie riskieren mit all den Billionen, die in den Wirtschaftskreislauf gepumpt werden, die nächste Konjunkturkrise. Sie laden den kommenden Generationen neue Lasten auf. Aber sie haben keine andere Wahl, wenn es nicht zu einem Auseinanderfallen der Gesellschaften, ja zu sozialen Unruhen kommen soll. Die meisten Menschen in den Ländern der ersten und zweiten Welt reagieren besonnen auf die vielen Krisenmeldungen. Aber sie spüren und ahnen, dass sie die Zeche zahlen werden. Deshalb ärgern sie sich, wenn Manager, die ihr Unternehmen an die Wand gefahren haben, hohe Abfindungen und Bonus-Zahlungen verlangen.


fünfzig!  Werkstatt Geschichte, Heft 50
157 Seiten, zahlr. Abb., € 14,00
978-3-8375-0194-0
UM DIE 50
Herbert Mehrtens: 50 = 5² + 5² = 7² + 1² = Jobeljahr. Systematische und historische Bemerkungen zur Jubiläumszahl 50
Christine von Oertzen: 50 Jahre Rückblick 1968: Ein Eklat ohne Folgen
Andreas Ludwig, Katja Böhme: 50 Jahre Chemiekonferenz der DDR. Metaphorik eines Versprechens und Durchdringung des Alltags
Stephanie Schüler-Springorum: 50 oder 51 - Puerto Rico: Kolonie, Bundesstaat oder unabhängige Republik?
Frank Lipschik: 49 Möglichkeiten des Glücks
Marc Czichy, Alf Lüdtke, Tilmann Siebeneichner: "Falsche Fuffziger"? Arbeitsjubiläen - Zwei photographische Momentaufnahmen
SCHON 50?
Adelheid von Saldern: Stadtgedächtnis und Geschichtswerkstätten
Alexander von Plato: Ambivalenter Etablierungsprozess. Michael Zimmermann und die lebensgeschichtlichen Tücken einer "Geschichte von unten"
Michael Wildt: Die große Geschichtswerkstattschlacht im Jahr 1992 oder: Wie WerkstattGeschichte entstand
Axel Doßmann: Anpassung, Distanzierung, Eigen-Sinn. Autobiographische Annäherungen an den Alltag im Sozialismus
5x50 HISTORISCHE LIEBLINGE

Jahrbuch Kulturpolitik 2009
Thema: Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik
505 S., Gb., € 19,90
978-3-8375-0192-6
2009 ist u.a. mit dem 60. „Geburtstag“ der Bundesrepublik und dem 20 Jahrestag des Falls der Mauer ein besonderes geschichts- und erinnerungsträchtiges Jahr. Durch das seit einigen Jahren gewachsene historische Interesse kommt Jahrestagen geschichtlicher Ereignisse eine besondere Aufmerksamkeit zu. Dabei steht die Erinnerung an Vergangenheit im engen Bezug zur Identitäts- und Traditionsbildung eines Gemeinwesens, was ihre gesellschaftspolitische Bedeutung ausmacht.
Im Kontext von Erinnerungskultur, kulturellem Gedächtnis und Geschichtspolitik spielt Kulturpolitik eine wichtige Rolle. Die kulturpolitischen Aspekte des Gedenkens und Erinnerns stehen im Zentrum des Jahrbuches für Kulturpolitik 2009.
Nach einem Abschnitt zu den gesellschaftspolitischen und kulturgeschichtlichen Dimensionen des Jahrbuchthemas und den geschichts- und erinnerungspolitischen Überlegungen der fünf Bundestagsparteien folgen Beiträge zum Umgang mit dem »Erbe« der DDR und zu den »europäischen und transnationalen Erinnerungskulturen«.
Im Kapitel »Geschichte und Erinnerungen in der Einwanderungsgesellschaft« wird ein strittiges Thema angesprochen, das bislang in der Kulturpolitik kaum diskutiert wird, und in den beiden letzten Abschnitten geht es um die konkrete erinnerungspolitische Praxis in einzelnen Städten und Ländern sowie um kulturelle Felder wie Museen, Popmusik und PC-Spiele.
Autoren sind unter anderem Roland Bernecker, Micha Brumlik, Aytac Eryilmaz, Viola Georgi, Hermann Glaser, Katrin Göring-Eckardt, Monika Griefahn, Horst-Alfred Heinrich, Thomas Krüger, Norbert Lammert, Klaus-Dieter Lehmann, Camille Mazé, Hans-Joachim Otto, André Schmitz, Eva-Maria Stange, Wolfgang Thierse, Helga Trüpel und Karin von Welck.
Zusätzlich zum Schwerpunkt enthält das Jahrbuch eine kulturpolitische Chronik und eine Bibliographie des Jahres 2008 sowie wichtige Adressen zur Kultur und Kulturpolitik.

Udo Achten
Düsseldorf zu Fuß oder per Rad
19 Stadtrundgänge durch Geschichte und Gegenwart
500 Seiten, zahlr. farb. Abb., Fotos und Karten, € 24,90
978-3-89861-564-8

Erich Geldbach / Peter Noss
Vielfalt und Wandel
Lexikon der Religionsgemeinschaften im Ruhrgebiet
608 Seiten, zahlr. Abb., € 24,95
978-3-89861-817-5
Vielfalt und Wandel sind Kennzeichen des Ruhrgebiets. Das von Erich Geldbach und Peter Noss herausgegebene Lexikon macht die bis heute weithin unbekannte Fülle des religiösen Lebens in der Region sichtbar. Von Anfang an waren Religionsgemeinschaften entscheidende Faktoren der Integration: als die Arbeiter und ihre Familien kamen und hier Heimat fanden. Die grundlegende Kenntnis davon, wer woran glaubt, ist die notwendige Bedingung für die Möglichkeit gelingenden Zusammenlebens. In einleitenden Abschnitten werden die Religionsgemeinschaften vorgestellt; es folgt die Darstellung der regionalen Entwicklung und Besonderheiten, Adressen, Bilder, Zahlen, Karten. Erstmals werden kompakt alle nötigen Informationen zusammengetragen, um die religiöse Landkarte zu entschlüsseln. Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt 2010 ein längst überfälliges Kompendium. Obwohl die religiöse Landschaft ständigen Transformationsprozessen unterworfen ist, bietet das Lexikon mehr als eine Momentaufnahme. Der Wandel des Religiösen zu einer interaktiven Bewegung der Verständigung ist eine Entwicklung, die mit diesem Buch bewusst gefördert werden soll: ein Nachschlagewerk für interessierte Bürger, Fachleute – und die Religionsgemeinschaften selbst.

Hans-Dieter Collinet / Franz Pesch / Holger Everz
Stadt und Landschaft
190 S., zahlr. farb. Abb., € 34,00
978-3-8375-0002-8
In einer Zeit weltumspannender Kommunikations- und Verkehrsnetze und globalisierter Wirtschaftsbeziehungen und Wanderungsbewegungen haben sich die Voraussetzungen für das Zusammenleben in Stadt und Region grundlegend verändert. So ist der Bewegungsraum der hochmobilen Stadtbevölkerung nicht mehr an Stadtgrenzen gebunden. Die heutige Stadtlandschaft ist in weiten Teilen eine diffuse Siedlungsstruktur mit funktionsentleerter Kernstadt und üppiger Infrastruktur, Stadt und Landschaft vernetzen sich immer mehr. Dies gilt insbesondere auch für die im Zeitalter der Industrialisierung gewachsene Stadtlandschaft des Ruhrgebiets.
Der vorliegende Band will dieses neue Verhältnis von Stadt und Landschaft untersuchen und die struktur- und regionalpolitischen Maßnahmen des Landes Nordrhein-Westfalen in diesem Bereich vorstellen und bilanzieren. Zugleich soll er einen Ausblick geben auf das, was zukünftig getan werden muss, um die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine nachhaltig erfolgreiche Entwicklung zu schaffen. Der Band enthält etwa 25 Originalbeiträge von Autoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis sowie eine großzügig bebilderte Dokumentation beispielhafter Projekte aus vier Schwerpunktbereichen: Transformation der Landschaft, Stadt und Landschaft, Stadt und Freiraum sowie Stadt und Natur.
Zu den Autoren zählen u. a. Gerd Aufmkolk, Barbara Boczek, Heinrich Blotevogel, Michael Bruse, Hans-Dieter Collinet, Achim Dahlheimer, Jörg Dettmar, Karl Ganser, Susanne Hauser, Martin Hölscher, Stefan Körner, Rolf Kuhn, Frank Lohrberg, Werner Nohl, Franz Pesch, Konrad Reidl, Boris Sieverts und Holger Wolpensinger.

Georg W. Oesterdiekhoff / Hermann Strasser
Köpfe der Ruhr
200 Jahre Industriegeschichte und Strukturwandel im Lichte von Biografien
378 S., Br., €  22,90
978-3-8375-0036-3
Der Band stellt die Entwicklung des Ruhrgebiets mit Hilfe von 50 Biografien dar. Sie wurden in aufeinander folgenden Generationen nach Schichtzugehörigkeit und Beruf ausgewählt. 200 Jahre Industriegeschichte und Strukturwandel werden nach zeitlichen Zäsuren rekonstruiert, in denen Akteure als Eigentümer und Manager, Erfinder und Funktionäre, Unternehmer und Arbeitnehmer ihren Handlungen in den jeweiligen Institutionen und Gesellschaftsstrukturen Sinn verleihen.
Auf diese Weise wird die Geschichte der Lebensweise der Menschen an der Ruhr zu einer authentischen Gesellschaftsgeschichte. Nicht zuletzt rufen die Biografien der Bergleute und Handwerker, Arbeiterführer und Politiker eine untergegangene Welt von Lebenserfahrungen in Erinnerung und lassen den Leser den Übergang von der Revierkultur zum Kulturrevier nachvollziehen.


Gaga-Gipfel
Ein satirisches Hörspiel mit den besten Polit-Parodien aus dem WDR Hörfunk
CD,  60 Min., € 8,50
978-3-8375-0216-9
Deutschland im Sommer 2009 - die Sonne brennt, die Wirtschaftskrise floriert und das Gesundheitssystem ächzt. Und die bundesdeutsche Polit-Elite trifft sich zur ausgiebigen Sommerfrische vor der Bundestagswahl. Ausspannen ist angesagt; Akkus aufladen, Energie tanken. Nur wie? Und mit wem? Und wofür? Auf der Suche nach dem besten aller möglichen Wellness-Angebote kommt es zu ungeahnten Begegnungen und Verwicklungen beim größten Gaga-Gipfel des Jahres.
Entspannen auch Sie sich mit den beliebtesten Polit-Parodien und Comedy-Serien aus dem WDR Hörfunk.

Anfang und Ende der alten Bundesrepublik
(Hg.Rolf Potthoff, Peter Toussaint )
159 S., zahlr. Abb., € 7,95
978-3-8375-0217-6
Am Anfang stand das Grundgesetz und der feste Wille "Nie wieder Tyrannei", am Ende die Freude über die Wiedervereinigung: Die Jahre 1949 und 1989 markieren die Eckpunkte der - aus unserer heutigen Sicht - "alten" Republik.
Dieser Band greift in Reportagen, Essays und ganz persönlichen Schilderungen, ergänzt durch zahlreiche Fotos, die historischen deutschen Jahre 1949 und 1989 auf. Menschen vor allem aus dem Ruhrgebiet berichten darüber, unter welchen kargen Umständen sie zur Geburtszeit der Republik lebten, welche Hoffnungen und Erwartungen sie mit dem Wiederaufbau verbanden. Andere schildern ihre Empfindungen, als nach 40 Jahren deutscher Teilung die Mauer fiel.
Ausschnitte von Artikeln und Schlagzeilen aus der Westdeutschen Allgmeinen Zeitung, Neuen Ruhr Zeitung / Neuen Rhein Zeitung, Westfälischen Rundschau und Westfalenpost dokumentieren die historischen Stunden - es ist vor allem der Zeitgeist jener Tage, den dieser Band wiederspiegeln will.


Eiskalte Leidenschaft
Italienische Eismacher im Ruhrgebiet
Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Zeche Hannover
(Hg.Dietmar Osses, Anne Overbeck, LWL-Industriemuseum)
146 S., Br.,  €  19,95
978-3-8375-0091-2
Die Geschichte der italienischen Eismacher in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Bereits seit den 1860er Jahren zogen die ersten Eismacher aus der Region um Belluno mit ihren Verkaufskarren durch die Straßen Wiens und verkauften ihr handwerklich hergestelltes Speiseeis. Bis zur Jahrhundertwende breiteten sie sich nach Österreich, Ungarn, Polen, Deutschland und bis in die Niederlande aus. Um 1900 erreichten sie das Ruhrgebiet. Hier waren bereits zahlreiche Italiener im Straßenbau, Tunnelbau und Bergbau tätig. Die italienischen Eismacher trafen in den neu entstandenen Industriestädten auf zahlreiche Kundschaft, die die italienischen Eisspezialitäten zu schätzen wussten.
Das Geschäft der Eismacher ist traditionelle Saisonarbeit. Jedes Jahr zieht es die Eismacher und Eismacherinnen im Herbst zurück in ihre italienische Heimat in den Dolomiten, wo sie mit ihren Familien den Winter verbringen. Im Frühjahr kehren sie wieder in den Norden zurück.
Mit dem deutschen Wirtschaftswunder in den 1950er Jahren erlebte das italienische Eishandwerk in Deutschland eine einmalige Blüte. Überall im Ruhrgebiet entstanden Eiscafés, die mit ihrer modernen Ausstattung, mit typischem italienischen Design und hochwertigen Eisspezialitäten ein Stück italienisches Lebensgefühl vermittelten.

Wie die Hauptstadt an den Rhein kam
und
Menschen hautnah: Bruder Johannes - Der Bundespräsident nimmt Abschied
DVD, 45 Min., € 8,50
978-3-8375-0215-2
Bis 1949 war Bonn eine ruhige, ein wenig behäbige, gediegene kleine Großstadt. Dann fiel die überraschende Entscheidung, dass nicht Frankfurt die Hauptstadt der neu zu gründenden Bundesrepublik werden sollte, sondern Bonn. Der größte Vorzug der Universitäts- und kurfürstlichen Residenzstadt, so munkelten viele Kritiker schon früh, war ihre Lage im katholischen Rheinland, nahe am Wohnort des künftigen ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Bonn wurde zunächst noch gelegentlich als „Bundesdorf“ geschmäht, entwickelte sich aber rasch zur idealen Hauptstadt des westlichen Nachkriegsdeutschlands, sachlich, bescheiden und lebenswert. Und dann, als Bonn seine Rolle wirklich routiniert ausfüllte, fiel die Mauer, und wenige Jahre später war wieder Berlin Hauptstadt und Bonn nur noch „ehemalige Bundeshauptstadt“. Die Dokumentation führt aus der Sicht von Bonnern und ehemaligen Bonner  Abgeordneten, Korrespondenten, Diplomaten, Protokollmitarbeitern und Geschäftsleuten noch einmal vor Augen, wie sich das Leben am Rhein änderte, als Bonn 1949 zur Hauptstadt wurde – ein bisschen nostalgisch und mit einem Augenzwinkern.
Johannes Rau lenkte lange Jahre alsMinisterpräsident die Geschicke Nordrhein-Westfalens, war einer der beliebtesten Politiker seiner Zeit und errang als Bundespräsident höchstes internationales Ansehen. Am 27. Januar 2006 starb er nach langer Krankheit in Berlin. Das Film-Porträt zeichnet das ungewöhnliche Leben des gelernten Buchhändlers mit allen Höhen und Tiefen nach, interessiert sich für den Politiker wie für den Privatmann Rau und lässt zahlreiche Zeitzeugen zu Wort kommen. 

Manni Breuckmann
Mein Leben als jugendlicher Draufgänger
224 S., Gb., € 7,95
978-3-8375-0140-7
Manni Breuckmann erzählt in seiner urkomischen Autobiografie von seinen wilden Jugendjahren. Die spielten die sich im Wesentlichen in Datteln ab. Irgendwann in den Sechzigern wurde auch diese beschauliche Ruhrgebietsstadt von der allgemeinen Jugendrevolte gepackt. Und Klein-Manni immer mittendrin: als braver Messdiener und linker Denkmalstürmer, als unbegabter Rocksänger, besoffener DJ und mittelmäßiger Jurastudent. Außerdem dabei: sein erster Rausch, sein erster Schulskandal und der erste Sex. Mit seinem trockenen Ruhrpott-Humor reist der beliebte Radioreporter mit dem Leser zurück in die 50er, 60er und 70er Jahre und erklärt, warum Rock'n'Roll und Rebellion in der Provinz ins Straucheln kamen.

Wolfgang Berke
Schönes Münsterland
Radwanderführer „Historische Stadtkerne“
86 Seiten, Spiralbindung, € 9,95
978-3-89861-957-8
Die historischen Stadtkerne im Münsterland und im Gütersloher Land sind das Ziel vieler Ausflüge. Zu Recht, denn überall ziehen rustikale Fachwerk- oder repräsentative Renaissancebauten in mittelalterlichen Stadtgrundrissen Besucher an und die Blicke auf sich. Sechs besonders reizvolle Stadtkerne sind in dieser attraktiven Radroute miteinander verbunden: Warendorf, Steinfurt, Tecklenburg, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg und Werne an der Lippe. Dass die Tour neben dem historischen Ambiente auch reizvolle Landschaft und städtisches Leben bietet, macht sie einzigartig.

Hubert Schneider / Susanne Schmidt / Jürgen Wenke
Leben im Abseits
Agnes und Wilhelm Hünnebeck aus Bochum
174 S., zahlr. Abb.,  €  14,95
978-3-8375-0205-3
Viele Leben gerieten aus der Bahn, als am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde. Von Beginn an nahmen die Nationalsozialisten alle ins Visier, die nicht in ihr politisches und rassistisches Weltbild passten. Wilhelm Hünnebeck, ein in der Zeit der Weimarer Republik erfolgreicher Bochumer Rechtsanwalt und Notar, war homosexuell, und seine Mutter war jüdischer Herkunft. Um ihn geht es in diesem Buch, aber auch um seine Schwester Agnes. In einer hoch angesehenen und gesellschaftlich fest verankerten Familie aufgewachsen, schien den Geschwistern ein ähnlicher Status vorherbestimmt zu sein wie ihren Eltern. Und doch kam es anders – nach 1933.


Bochum entdecken
20 Stadtteilrundgänge durch Geschichte und Gegenwart
(Hg.Axel Schäfer / Norbert Konegen / Hans H. Hanke )
336 Seiten, broschiert,
zahlr. farb. Abb., €  14,95
978-3-89861-735-2
Bochum ist mehr als Schauspielhaus, Fußball, Ruhr-Universität, Bergbau-Museum und Bermuda-Dreieck. Der Stadtführer macht mit dem Leben der Stadt auch abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten und großen Ereignisse vertraut. Gegenwart und Vergangenheit Bochums sind hier von 37 Autorinnen und Autoren greifbar geschildert. 26 Ortsteile werden vorgestellt, Querschnittsthemen bieten Überblick über zentrale Themen und Entwicklungen. Politische, soziale und kulturelle Entwicklungen werden immer auch aus der Perspektive der „kleinen Leute“ geschildert.
Das Buch dient auswärtigen Besuchern als Orientierungshilfe für anregende Erkundungsreisen, bietet aber auch den Bochumern selbst die Chance, ihre Stadtteile zu Fuß oder mit dem Rad unter neuen Perspektiven zu entdecken. Reich bebildert, gut strukturiert, mit Karten und Zeitangaben über die Dauer der Spaziergänge lassen sich die einzelnen Rundgänge genau planen. Die historischen Photos und Zeichnungen, mit denen das Buch illustriert ist, ermöglichen es zudem, direkt zwischen dem Gestern und Heute zu vergleichen.

Die Gottfried-Wilhelm-Kolonie in Essen-Rellinghausen
(Hg.Thorsten Scheer)
128 S., zahlr. Abb., Br.,   €  14,95
978-3-8375-0210-7
Die Gottfried-Wilhelm-Kolonie ist 100 Jahre alt. 1909 entstand sie im Ortsteil Rellinghausen, der ein Jahr später zur Stadt Essen eingemeindet wurde, als Bergarbeiterkolonie für die nahegelegene Zeche gleichen Namens. Als städtebauliches Leitbild ist der Reformstädtebau zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu sehen, der etwa von dem Aachener Professor Karl Henrici in seiner Schrift "Beiträge zur praktischen Ästhetik im Städtebau" 1904 vertreten wurde. 

Wolfgang Niedecken
Niedecken Köln
Wolfgang Niedecken und die WDR Big Band Köln
CD, ca. 70 Min., €  8,50
978-3-8375-0149-0
Eine echte Liebeserklärung an seine Heimatstadt Köln: In gewohnt lässigem Mix aus Rock, Jazz und Blues vereint Wolfgang Niedecken bekannte und selten gehörte Songs aus dem reichhaltigen BAP-Repertoire. Ganz neu mit der WDR Big Band arrangiert, entsteht ein musikalisches Stimmungspanorama mit thematisch sehr unterschiedlichen Geschichten. Ein Album nicht nur für Köln- und BAP-Fans.

Heinrich Böll
Landeskunde
Mit einem Vorwort von Stefan Zowislo.
303 S., €  7,95
978-3-8375-0142-1
Mit scharfem Blick hat Heinrich Böll seine Heimatstadt Köln und Nordrhein-Westfalen beschrieben: Landschaften, Brücken, Straßenzüge und Wohnhäuser wurden auf diese Weise zu Schauplätzen der Weltliteratur. Legendär wurde auch seine 1958 zusammen mit den Fotografien von Chargesheimer veröffentlichte Reportage „Im Ruhrgebiet“, die bei den Stadtoberhäuptern der „unentdeckten Provinz“ empörte Reaktionen auslöste. Die „Landeskunde“ versammelt mehr als zwei Dutzend Texte des Literaturnobelpreisträgers aus vier Jahrzehnten und lädt zu einer literarischen Ortserkundung der besonderen Art ein.

Das Auge des Himmels / The Eye in the Sky / L'oeil du ciel
Satellitenbilder der Erde / Satellite images of the earth / Images satellites de la Terre
74 S., zahlr. farb. Abb., ca. 25 x 30 cm, Gb., € 16,90
978-3-8375-0120-9
Dieses Buch zeigt die „Perspektive Gottes“, aus der wir unsere Erde sehen.
Die großformatigen Farbbilder wurden von Beobachtungssatelliten für wissenschaftliche Zwecke gemacht – und sind doch von einer überwältigenden Schönheit, wie wir sie sonst nur von Kunstwerken kennen. Die monumentalen, farbigen Bilder zeigen uns die Erde in ihrer faszinierenden vielfältigen Gestalt: die gewaltigen Gebirge und Wüsten, die großen Ströme und Ozeane, die vom Menschen unberührte und die vom Menschen veränderte Natur mit ihren heiligen Orten und Metropolen. Astronauten waren die ersten Menschen, die diese wunderbaren Bilder mit ihren Augen gesehen haben und uns den überwältigenden Anblick der Erde aus dem All beschrieben haben: „Wenn man unseren Planeten aus dem Weltall sieht, ist es unmöglich, nicht vollkommen überwältigt zu sein von seiner Schönheit, aber auch von seiner Zerbrechlichkeit. Du spürst, die Erde ist einzigartig. Es gibt nur diese eine, die wir uns mit sieben Milliarden Menschen teilen. Egal wo wir geboren sind, welche Sprache wir sprechen und welcher Religion wir angehören. Wir sitzen alle im selben Weltraumboot.“ (Julie Payette)
This book presents planet Earth from “God’s Perspective”.
The large-format images were taken by observation satellites for scientific purposes – and yet, their stunning beauty evokes the most beautiful artwork. The monumental colour images show the Earth in all its fascinating diversity: huge mountains and deserts, the great streams and oceans, nature untouched by man and nature influenced by man through the creation of holy places and metropolises. Astronauts were the first human beings to see these wonderful images with their own eyes, and they told us about their privileged view of the Earth from space: „When you see the Earth from space it is impossible not to be completely overwhelmed by its beauty, but also by its fragility. You feel that the Earth is unique. We've only got one planet for 7 billion people to share. No matter where we were born, no matter what language we speak, no matter what religion we belong to, we are all in the same ‘boat’.” (Julie Payette)
Ce livre nous permet d’observer notre planète Terre depuis le ciel.
Les images en couleurs et en grand format ont été prises par des satellites d’observation à des fins scientifiques. Elles sont néanmoins d’une beauté impressionnante que nous ne pouvons normalement admirer que dans les œuvres d’art. Ces images monumentales, en couleurs, nous montrent la Terre dans diverses formes fascinantes : les montagnes et déserts imposants, les grands fleuves et océans, la nature laissée intacte par l’Homme et celle modifiée par l’Homme, avec ses lieux sacrés et ses métropoles. Les astronautes furent les premiers hommes à voir ces images magnifiques de leurs yeux et à nous décrire cette vue impressionnante de la Terre depuis l’espace : „Quand on voit notre planète depuis l’espace, il est impossible de ne pas être totalement bouleversé par sa beauté, mais aussi par sa fragilité. On sent que la Terre est unique. Il n’y en a qu’une seule que nous nous partageons avec sept milliards de personnes. Peu importe où nous sommes nés, quelle langue nous parlons ou à quelle religion nous appartenons. Nous nous trouvons tous logésme enseigne spatiale.“ (Julie Payette)

Günter Wallraff
Industriereportagen
Als Arbeiter in deutschen Großbetrieben
128 S., Gb., € 7,95
978-3-8375-0146-9
Als Hilfsarbeiter heuert Günter Wallraff zwischen 1963 und 1965 in verschiedenen Großbetrieben an: am Fließband bei Ford in Köln, im Akkord bei Siemens in München oder als Reiniger in „Sinter zwo“ auf der August-Thyssen-Hütte in Duisburg-Hamborn. Zwischen Förderbändern, gigantischen Kesseln und rotierenden Kühlern, in Dreck und tosendem Lärm lernt er die Härte der industriellen Arbeitswelt am eigenen Leib kennen.



Stefanie van de Kerkhof
Von der Friedens- zur Kriegswirtschaft
Unternehmensstrategien der deutschen Eisen- und Stahlindustrie
vom Kaiserreich bis zum Ende des Ersten Weltkrieges
480 Seiten, € 33,00
978-3-89861-516-7
Unterscheidet sich das strategische Handeln von Unternehmen und ihrer Leitung im Krieg und im Frieden? In ihrer theoriegeleiteten Studie geht Stefanie van de Kerkhof dieser Frage am Beispiel der deutschen Eisen- und Stahlindustrie von 1870 bis 1918 nach. Das Buch liefert nicht nur Ergebnisse zur Kriegswirtschaft im Ersten Weltkrieg, sondern versteht sich auch als Beitrag zur modernen Unternehmensgeschichte. Daher werden konzeptionelle Ansätze der Wirtschaftswissenschaften im Strategischen Management ausführlich diskutiert. Mit diesem Konzept wird eine der wichtigsten kriegwirtschaftlichen Branchen unter fünf Kategorien untersucht: Wachstum, Internationalisierung, Beschaffung, Absatz und Marktentwicklung.
Dabei treten die Kontinuitätslinien in den Strategien klar hervor. Das Marktstadium des reifen Marktes spielte schon vor dem Krieg eine entscheidende Rolle für die Formierung der Unternehmensstrategien in den untersuchten Regionen Rheinland-Westfalen, Saar, Oberschlesien und Lothringen. Die verfolgten Strategien und unternehmerische Spielräume halfen, Gewinne und Wettbewerbsvorteile im Krieg zu sichern. Damit hatte die Kriegswirtschaft nur teilweise Einfluss auf Marktmechanismen und Preise der Branche. Fehlallokationen entstanden wie im Zweiten Weltkrieg durch das „polykratische Chaos“ der Bewirtschaftung.
Durch die detaillierte Betrachtung der Interessenverbände, ihrer Politik und Kriegsziele zeigt die Studie, dass das Verhältnis von Staat und Wirtschaft einem pluralistischen Korporatismus entsprach. Eine dirigistische Kommandowirtschaft konnte nicht festgestellt werden. Weitreichende Handlungsspielräume blieben im Krieg erhalten, und die Unternehmer begannen schon, den „Krieg nach dem Krieg“ vorzubereiten.

Annett Gröschner / Stefan Porombka
Poetik des Faktischen
Vom erzählenden Sachbuch zur Doku-Fiktion
Werkstattgespräche
222 S., Br., € 21,95
978-3-8375-0047-9
Die aktuelle Produktion nichtfiktionaler Texte kann man nicht nur „von außen“ beobachten. Man muss stattdessen die Werkstätten betreten, in denen mit populärwissenschaftlichen, sachlichen, dokumentarischen Schreibweisen experimentiert wird. Die Werkstattgespräche im vorliegenden Band widmen sich allen Formen des Faktographischen, die mit vorgefundenem Material arbeiten und dabei Wissenszusammenhänge rekonstruieren, konstruieren und vermitteln. Dafür wurden Autoren und Autorinnen als Gesprächspartner ausgesucht, von denen sich lernen lässt, wenn man sich eine eigene Werkstatt aufgebaut hat oder aufbauen will. Insofern ist der vorliegende Band auch als Lese- und Lehrbuch für jene zu verstehen, die Sachbücher schreiben oder faktographisch und dokumentarisch arbeiten möchten.
Inhalt:
-Vorwort
-Phantasmatische Fakten für Städtebewohner /Michael Rutschky im Gespräch
-Ich könnte mir auch Science Fiction vorstellen /Wolfgang Engler im Gespräch
-Eine Frage der inneren Haltung /Stefan Klein im Gespräch
-Punk mit Unterstützung von Microsoft Word /Jürgen Teipel im Gespräch
-Historische Scherben /Ulrich Enzensberg er im Gespräch
-Bitte machen Sie diese Arbeit nicht! Der Kick als Spiel der Fakten /Andres Veiel und Gesine Schmidt im Gespräch
-Der unlösbare Zusammenhang - von Authentischem und Rekonstruiertem /Burkhard Spinnen im Gespräch
-Die Poesie der Naturwissenschaften / Ernst Peter Fischer im Gespräch
-Im Moment durchkreuze ich den Feldbegriff mit meiner Arbeit /Kathrin Röggla im Gespräch
-Die Zeit des Hinübergleitens ist jetzt vorbei /Christoph Dieckmann im Gespräch
-Anhang /Interviewdaten /Ausgewählte Werke der Interviewten /Interviewer

„Friede auf Erden“
Religiöse Semantiken und Konzepte des Friedens im 20. Jahrhundert
Hrsg. Helke Stadtland
306 S., Br., 29,95 €
978-3-8375-0141-4
Religion in der Politik wird derzeit vornehmlich mit Gewalt, Terror und Krieg assoziiert. Darüber wird übersehen, wie sehr religiöse Sprache und Konzepte auch Friedensdenken und –handeln beeinflussen und beeinflusst haben. Kaum eine europäische Friedensbewegung des 20. Jahrhunderts ist ohne einen Rekurs auf eine religiöse – in der Regel christliche – Semantik oder eine Sakralisierung säkularer Konzepte ausgekommen. Christen begründeten ihr politisches Engagement für einen „Frieden auf Erden“ religiös und prägten über ihre Kreise hinaus das über Frieden Sag- und Denkbare. Aber auch Friedensinitiativen, die sich selbst als säkular verstanden, kamen selten völlig ohne religiöse Begriffe und Symbole aus – sei es, um sprachlich Anschlussfähigkeit herzustellen, sei es, um ihr Anliegen mit einem Letztsinn aufzuladen. Über den genauen Verlauf sowie die Ursachen und Konsequenzen religiöser Diffundierungs- und Sakralisierungsprozesse in Bezug auf Friedensdenken ist bisher jedoch wenig bekannt. Der Band bietet erste Einsichten in religiöse Konzeptbildungen und Semantiken des Friedens im „Jahrhundert der Gewalt“. Dies geschieht anhand von Fallstudien zu säkularen und religiösen Friedensinitiativen, päpstlichen Verlautbarungen und ökumenischen Bündnissen, Katholikentagen und protestantischer Theologie sowie kirchlicher und sozialdemokratischer Politik. Der Schwerpunkt liegt auf Deutschland, namentlich dem deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik, der Zeit des Nationalsozialismus, der Bundesrepublik und der DDR, und wird ergänzt durch Arbeiten zu Großbritannien, Spanien und den Niederlanden.


Markus Dahlem
Die Professionalisierung des Bankbetriebs
Studien zur institutionellen Struktur der deutschen Banken im Kaiserreich 1871-1914
364 Seiten, € 38,00
978-3-8375-0011-0
Die deutschen Banken waren ein tragendes Element der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung im Kaiserreich. Sie waren jedoch nicht nur Träger der so genannten nachholenden industriellen Entwicklung, sondern durchliefen ihrerseits im Zuge sich stetig ausweitender Geschäfte einen Entwicklungsprozeß. Die Ausbildung der Strukturen des modernen Bankbetriebs sowie des im internationalen Vergleich für Deutschland charakteristischen Universalbankensystems hat ihren Ursprung in dieser Epoche.
Das hochdynamischen Umfeld, in dem die Banken im Kaiserreich agierten, eröffnete vielfältige Chancen, barg aber auch – insbesondere in der Industriefinanzierung – spezielle Risiken, für die Lösungen entwickelt werden mußten. Konjunkturelle Krisen wie die Gründerkrise von 1873/74 verdeutlichten die Notwendigkeit einer Professionalisierung des Bankbetriebs. Unter der Bedingung asymmetrisch verteilter Informationen zwischen den Akteuren war langfristiger ökonomischer Erfolg von der Fähigkeit abhängig, qualitativ hochwertige Informationen zu beschaffen und zu verarbeiten. Als Finanzintermediäre mußten die einzelnen Banken individuelle institutionelle Lösungen entwickeln, die halfen, die aus der gegebenen Unsicherheit resultierenden Risiken zu minimieren.
Auf der Basis von für die historische Analyse nutzbar gemachten institutionellen bzw. informationsökonomischen Ansätze wird dieser Zusammenhang in vier Fallstudien (Deutsche Bank, Disconto-Gesellschaft, Berliner Handels-Gesellschaft, Bankhaus Gebrüder Bethmann) untersucht. Dabei werden nicht allein die jeweiligen informationsstrategischen Lösungsansätze thematisiert, sondern insbesondere deren historische Entwicklungsbedingungen und Findungswege.

Jürgen Reulecke / Barbara Stambolis
100 Jahre Jugendherbergen 1909-2009
Anfänge - Wandlungen - Rück- und Ausblicke
450 Seiten,  +CD, € 24,90
978-3-89861-990-5
Die Anfänge der Jugendherbergsgeschichte gehen auf die Idee eines jungen Volksschullehrers zurück, die sich rasch durchsetzen konnte, bald auch grenzüberschreitend wirksam wurde und internationale Verbreitung fand. Man mag sie sogar als eine der seltenen deutschen Erfolgsgeschichten im ansonsten katastrophenreichen 20. Jahrhundert verstehen.  Bis heute gibt es jedoch diverse wenig beachtete Zusammenhänge dieser Geschichte und auch einige problematische Aspekte, die eng mit der allgemeinen deutschen  Gesellschaftsgeschichte verknüpft sind.
Die Beiträge des Bandes, der durch eine reiche Bebilderung auch einen visuellen Eindruck von der Jugendherbergsgeschichte vermittelt, widmen sich den  verschiedenen Entwicklungsstufen und Zeithorizonten, ohne welche die Verbreitung des Jugendherbergswesens in Deutschland und darüber hinaus nicht zu verstehen ist; das heißt: Die Autoren und  Autorinnen beschäftigen sich zunächst mit der Gesellschaft im Aufbruch vor dem Ersten Weltkrieg, mit dem Gründungsmythos, den Gründungsvätern und der  „Mutterherberge“ in Altena. Sie beschreiben sodann die sprunghafte Ausbreitung der Herbergsidee, auch die Planungen zweckmäßiger und ästhetisch ansprechender Bauten auf dem Lande und in der Stadt sowie mit Blick auf die verschiedenen Zielgruppen. Weiterhin gehen sie den Horizonterweiterungen und auch der weltweiten  Anziehungskraft der Jugendherbergsidee nach. Hinsichtlich der Jahre nach 1932/33 setzen sie sich mit deren vor allem auch ideologischen Vereinnahmungen  auseinander und verfolgen anschließend den Wiederaufbau und die Neuorientierungen nach 1945. Dabei werden auch die unterschiedlichen Entwicklungen in West- und Ostdeutschland beleuchtet und schließlich die Veränderungen dargestellt, die mit dem gesellschaftlichen Wandel in den letzten Jahrzehnten zusammenhängen und zu Fragen nach den davon ausgehenden Chancen und möglichen Wegen in die Zukunft führen. Eine Reihe von persönlichen Erfahrungsberichten ergänzt abschließend das facettenreiche Bild dieser inzwischen hundertjährigen, von den verschiedenen Generationen des 20.  Jahrhunderts buchstäblich erfahrenen Geschichte, das heißt der auf ihren Fahrten durch Land und Stadt, in Gruppen oder als Einzelne erlebten jeweils aktuellen und  zugleich immer auch historisch geprägten Lebenswelt.

Sabine Horn
Erinnerungsbilder
Auschwitz Prozess und Majdanek Prozess im westdeutschen Fernsehen
288 Seiten, € 39,90
 978-3-8375-0077-6
Der Auschwitz-Prozess (1963–1965/Frankfurt am Main) war das erste große bundesdeutsche Strafverfahren, das die Verbrechen, die im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz begangen wurden, zum Gegenstand hatte. Der Prozess gilt als Meilenstein in der öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Holocaust in der Bundesrepublik. Der Majdanek-Prozess (1975–1981/Düsseldorf) war das letzte große Strafverfahren in einer Reihe von NS-Prozessen in der Bundesrepublik. In den knapp zwanzig Jahren, den der Untersuchungszeitraum der Studie abdeckt, erfuhr die Bundesrepublik vielfaltige gesellschaftliche Veränderungen: die 68er Bewegung, eine neue Außenpolitik und nicht zuletzt das Fernsehen veränderte sich selbst. Den strafrechtlichen Auseinandersetzungen mit der NS-Vergangenheit wird eine hohe offenhielte Wirkung zugeschrieben, wobei die Medien eine zentrale Rolle einnahmen. Doch welche Erinnerungsbilder zeichnete das Fernsehen im Rahmen der medialen Berichterstattung – von den Verbrechen, von den Tätern, den Opfern, von der Justiz und von der sich erinnernden Gesellschaft? Das Buch geht der Frage nach, wie sich diese Bilder von den 1960er bis in die 1980er Jahre veränderten und zeigt dabei methodisch innovative Wege in der Medienproduktanalyse auf.
DIE BUDE
Trinkhallen im Ruhrgebiet
Fotografien von Brigitte Kraemer
136 Seiten, zahlr. Abb., Festeinband, €  24,95
978-3-8375-0061-5
Trinkhallen sind aus dem Ruhrgebiet nicht wegzudenken. Die Zechen brachten sie in die Region. Der Bergbau verschwand, die Trinkhallen blieben.
Brigitte Kraemer hat sich über Jahre mit dem Phänomen „Bude“ befasst – mit der oftmals eigenwilligen Architektur der kleinen Bauten, dem Warenangebot, aber vor allem mit den Menschen. Besucher begegnen Trinkhallen bei Nacht, nur durch das diffuse Licht der Werbetafeln, beleuchtet, sie treffen auf Kinder, die ihr Taschengeld an die Buden bringen, und Trinkhallen-Besitzer, die ihr ganzes Leben in der Bude verbringen und dem Arbeitsplatz ihren Stempel aufdrücken. Es sind aber nicht nur die belebten Orte, denen Brigitte Kraemer Aufmerksamkeit schenkt. Eine Serie der Ausstellung widmet sich den bereits geschlossenen Buden. Orte, die heute verlassen sind, aber noch erahnen lassen, was noch vor Kurzem in ihren Räumen passierte. Die 12 schönsten und/oder kuriosesten Bilder aus dem gleichnamigen Buch von Brigitte Kraemer wurden in diesem Kalender für 2010 zusammengestellt:


Architektur der 1960er und 70er Jahre
Qualitäten einer ungeliebten Baukunst in Dortmund
(Hg.Peter Kroos und BDA Dortmund)
168 Seiten, € 29,95
978-3-8375-0127-8 [im Buch eingedruckt ist 978-3-00-025330-0]
Der Bestand an Bauten und Infrastruktur hat sich in Westeuropa in den 1960er und 70er Jahren verdoppelt. Die Debatten um Erhalt, Instandsetzung, Anpassung oder Abriss bedürfen einer systematischen Auseinandersetzung. Deshalb startete die Kreisgruppe des Dortmunder BDA im Jahr 2006 eine Initiative, die sich mit den Bauten dieser Zeit auseinandersetzen sollte. Das vorliegende Buch zeigt zahlreiche gebaute Beispiele aus dieser Zeit in Dortmund. Darunter so unterschiedliche wie das Hochhaus der Volkswohlbund-Versicherung - zwischenzeitlich gesprengt - oder das private Wohnhaus eines Bauunternehmers.
Die in zahlreichen Abbildungen dokumentierte hohe ästhetische Qualität der Bauten soll das Bewusstsein für deren Erhalt anregen. Darüber hinaus weiten verschiedene übergeordnete Beiträge den Blick auf allgemeingültige Themen zum Bauen in dieser Zeit. Interviews mit den planenden Architekten sind den Texten und Objektbeispielen direkt zugeordnet und ermöglichen das Verständnis aus zeitgenössischer Sicht.

Raum für Zukunft
514 S., Br., €  34,95
978-3-8375-0010-3
"Raum für Zukunft" wurde 1997 von Christoph Zöpel und Heiner Monheim herausgegeben aus Anlaß des 60. Geburtstags von Karl Ganser. Architekten, Stadtplaner, Raumplaner und Geografen haben das Buch viel genutzt: als Überblick zu Geschichte und Konzeption von Stadtplanung und als praktischen Einblick in die Stadterneuerung Nordrhein-Westfalens.
Die Neuauflage wurde stark erweitert (ca. 200 Seiten), sowohl im konzeptionellen Teil als auch bei den Fallbeispielen. Neu hinzu gekommen sind Beiträge über die Notwendigkeit von Regionalisierungen auf den verschiedenen Maßstabsebenen (Zöpel), die Etappen deutscher Siedlungsentwicklung (Muschwitz & Monheim), die Schwierigkeiten deutscher Planung im Umgang mit Schrumpfungsprozessen (Ganser), die Fortsetzung flächenbeanspruchender Planung trotz Schrumpfungsprozessen (Klemme), den städtebaulichen und verkehrlichen Wandel der Innenstädte (Monheim & Monheim), die Entwicklung der kommunalen Verkehrsplanung (Monheim), postfossile Mobilitätspolitik (Monheim) und die Probleme von Großprojekten der Verkehrspolitik (Monheim), die Konzeption der Regionalen in Nordrhein-Westfalen (Beierlorzer) und die Regionale 2006 im Bergischen Städtedreieck (Beierlorzer).


Internationale Bauausstellung Emscher Park
Die Projekte 10 Jahre danach
304 Seiten, zahlr. Farbfotos, € 29,90
978-3-8375-0055-4
Dieses Buch dokumentiert die Projekte der IBA Emscher Park und stellt ihre Weiterentwicklung seit 1999 sowie ihren aktuellen Entwicklungsstand anhand von Bildern, Karten und Texten dar.


International Building Exhibition Emscher Park
The projects 10 years later
304 Seiten, zahlr. Farbfotos, € 29,90
978-3-8375-0107-0
This book documents the IBA Emscher Park projects, presenting their evolution since 1999 as well as their current development status using images, maps and texts.


Exposition internationale d'architecture et d'urbanisme Emscher Park
Les projets, dix ans après
304 Seiten, zahlr. Farbfotos, € 29,90
978-3-8375-0106-3
 Ce livre illustre les projets de l’IBA Emscher Park; il retrace leur évolution depuis 1999 et en dresse un état des lieux au moyen d’images, de cartes et de textes explicatifs.


Hans Körner / Jürgen Wiener
Frömmigkeit und Moderne
Kirchenbau des 20. Jahrhunderts an Rhein und Ruhr
296 Seiten, zahlr. Abb., € 29,95
978-3-8375-0076-9
Der moderne Kirchenbau begann nach dem Ersten Weltkrieg und hatte an Rhein und Ruhr sein bedeutendstes Zentrum. Das Vorurteil, innovative Leistungen der modernen Architektur seien eher in der Wohn-, Geschäfts- und Innenarchitektur zu suchen als im Sakralbau, ist historisch unhaltbar. Der Katalog zeigt anhand von Architekturfotografien, dass die Kirchenarchitektur an Rhein und Ruhr immer wieder von außergewöhnlichen Leistungen geprägt ist – und macht gleichzeitig deutlich, wie wichtig die Rolle der Fotografie für die Wahrnehmung und Wertschätzung moderner Sakralarchitektur ist.

Werner Bergmann / Ulrich Sieg
Antisemitische Geschichtsbilder
Antisemitismus: Geschichte und Strukturen, Band 5
224 Seiten, € 22,90
978-3-8375-0114-8
Die hier vorgestellten Geschichtsbilder in „antisemitischen Schlüsselwerken“ deutscher Publizisten, Wissenschaftler und Politiker werfen ein helles Licht auf das öffentliche Geschichtsverständnis der Zeit zwischen Bismarck und Hitler. Die vorgestellten Autoren gehören zu den „Klassikern“ des Antisemitismus und weisen den Juden durchgängig eine „verderbliche“ Rolle in der Welt- und Kulturgeschichte zu. Die Autoren verstanden sich als Verfechter eines radikalen Nationalismus und als Künder einer besseren Zukunft. Die Untersuchung Ihrer Geschichtsbilder macht aber unmissverständlich deutlich, wie wenig diese mit nüchterner Geschichtswissenschaft zu tun haben. Die Beiträge dieses Bandes, die durchweg auf intensivem Quellenstudium beruhen, fragen deshalb nicht nur nach der ideologischen Funktion überhöhter Geschichtsbilder, sondern auch nach den konkreten Rezeptionsbedingungen der „antisemitischen Schlüsselwerke“.


Annika Wilmers
Pazifismus in der internationalen Frauenbewegung (1914-1920)
Handlungsspielräume, politische Konzeptionen und gesellschaftliche Auseinandersetzungen
348 Seiten, Abb., € 39,90
978-3-89861-907-3
Im Frühjahr 1915 hielten pazifistisch gesinnte Frauen in Den Haag einen internationalen Friedenskongress ab. Das politische Engagement der Pazifistinnen und ihre Forderungen nach Frieden und politischer Gleichberechtigung inmitten des Ersten Weltkriegs erregten nicht nur die Öffentlichkeit in den Krieg führenden Ländern, sondern riefen auch in den Frauenbewegungen selbst heftige Diskussionen über ein angemessenes Verhalten in Kriegszeiten hervor. Der Weltkrieg stellte die internationalen Bindungen der Frauenverbände aus der Vorkriegszeit in Frage. Eine Mehrzahl der Frauen an den sogenannten Heimatfronten fühlte sich geradezu aufgefordert, ihre patriotische Pflicht zu erfüllen – und dies umso mehr, als sich dadurch auch die staatsbürgerliche Reife der bisher politisch benachteiligten Frauen nachweisen ließ. Die Tübinger Historikerin Annika Wilmers untersucht die unterschiedlichen Positionen der Frauenbewegungen in Deutschland, Österreich, Belgien sowie Frankreich und zeichnet die teilweise erbittert geführten Kontroversen über Nation und Pazifismus nach. Dabei verliefen die Auseinandersetzungen innerhalb der internationalen Frauenbewegung keineswegs immer parallel zu den Kriegsfronten. Besondere Aufmerksamkeit widmet die Autorin den öffentlichen Reaktionen auf das vom Kriegskonsens (Burgfrieden, Union sacrée) abweichende Handeln der Pazifistinnen. Die Studie geht über die Kriegsjahre hinaus und befasst sich auch mit der unmittelbaren Nachkriegs- und Revolutionszeit, als die nationalen Frauenvereine vor der schwierigen Aufgabe standen, die im Weltkrieg unterbrochenen internationalen Kontakte wieder aufzunehmen.

 Christoph Vietzke
Konfrontation und Kooperation
Funktionäre und Arbeiter in Großbetrieben der DDR
vor und nach dem Mauerbau
280 S., Gb., € 34,90
978-3-8375-0121-6
Je länger die DDR existierte, desto mehr nahmen offene Konfrontationen zwischen erbosten Arbeitern und strammen Funktionären ab. Dass dies nicht nur auf Repression und – bis 1961 – die Möglichkeit der Flucht zurückzuführen ist, zeigt diese Mikrostudie von drei Großbetrieben der DDR. Die auf Archivrecherchen basierende Studie kann einen Pakt zwischen Funktionären und Arbeitern nachweisen, der im Erfolgsfall Lohnsteigerungen und Prämien erbringen konnte und ungewünschte Aufmerksamkeit übergeordneter Stellen vermied. Gleichzeitig schwächte diese Entwicklung das Zusammengehörigkeitsgefühl der Arbeiterschaft, das sich am Ende des Untersuchungszeitraums fast nur noch in Kleinstgruppen wiederfindet. Damit ist diese Studie mehr als nur ein Beitrag zur Betriebsgeschichte des VEB Carl Zeiss Jena, des VEB Eisenhüttenkombinats Ost (EKO) in Eisenhüttenstadt und des VEB Transformatorenwerks »Karl Liebknecht« in Berlin-Oberschöneweide, sondern ein Beitrag zur allgemeinen Sozialgeschichte der DDR.


Die Haribo-Saga- Siegeszug eines Goldbären
Stollwerck - Die Kölner Schokoladendynastie
DVD, ca. 90 Min., € 8,50
978-3-8375-0131-5
Haribo macht Kinder froh … und Erwachsene ebenso! Mit diesem Werbeslogan hat das Süßwarenunternehmen von Bonn aus die ganze Welt erobert. Kräftig mitgeholfen hat ein kleiner Goldbär aus Fruchtgummi, den der Bonbonkocher und Unternehmensgründer Hans Riegel um 1920 erfand. Das Rezept dieser Jahrhundert-Erfindung wird von seinen beiden Söhnen bis heute streng gehütet.
Das Schokoladenunternehmen Stollwerck stieg mit dem „braunen Gold“ zur Weltmarke auf. Um 1840 gegründet, schuf der gelernte Bäcker Franz Stollwerck mit seinen fünf Söhnen aus einer kleinen Konditorei in Köln einen weltweit erfolgreichen Konzern. Doch dem Höhenflug der Gründerzeit folgte ein tiefer Sturz: Heute erinnert nur noch ein Museum an die prachtvolle Zeit der Kölner Schokoladendynastie.

Schokolade / Hans Riegel, Bonn
Von der Kakaobohne zum Weihnachtsmann / Unternehmensporträt Haribo
CD, ca. 58 Min., € 8,50
978-3-8375-0133-9
Für die Azteken war sie die „Speise der Götter“. Die Spanier benutzten den begehrten Rohstoff als Zahlungsmittel. Und Karl V. war der erste Europäer, dem sie als heißes Getränk vorgesetzt wurde: die Schokolade. Heute ist das einstige Luxusprodukt ein erschwinglicher Genuss für jedermann. Das WDR-Hörfunk-Feature „Schokolade“ ist eine kulinarische Reise durch die Welt der Schokolade und beschreibt den Weg von der Bohne bis zum fertigen Produkt – ob als Praline, praktisches Quadrat oder Weihnachtsmann.
Um die bunte Süßigkeit aus Fruchtgummi dreht sich das Firmen-Kurzporträt „Hans Riegel, Bonn“, kurz Haribo. Der Süßwarenkonzern ist bekannt für seine unkonventionellen Methoden. Schon das Rezept für die ersten Gummibärchen probierte Firmengründer Hans Riegel sen. an den eigenen Kindern aus. Bis heute kümmert sich der Sohn des Gummibärchen-Erfinders, Hans Riegel jun., selbst um seine Werbespots.

Sibylle Schönborn
Grenzdiskurse
Zeitungen deutschsprachiger Minderheiten und ihr Feuilleton in Mitteleuropa bis 1939
228 S., Br., € 22,95
978-3-8375-0035-6
Zeitungen bilden mediale Räume jenseits geografischer und politischer Grenzziehungen, in denen sich Gemeinschaften verorten, gegenüber Anderen abgrenzen, aber auch den Austausch mit dem Anderen suchen. Im Prozess der nationalstaatlichen Neuordnung Europas nach dem Ersten Weltkrieg kommt der Tagespresse deutschsprachiger Minderheiten in Mitteleuropa eine zentrale Bedeutung zu. Denn in ihren Zeitungen werden nicht nur nationale Konflikte ausgetragen und kulturelle Differenzen markiert, sondern auch Prozesse des kulturellen Transfers und der Übersetzung von Kulturen initiiert. Der Band versammelt unter dieser Perspektive Beiträge über deutschsprachige Zeitungen und ihr Feuilleton aus Regionen wie Galizien, der Steiermark und Krain, Pomerellen, Oberschlesien, der Wolga und Zentren wie Lemberg, Cernowitz, Zagreb, Ljubljana und Prag.

Deutschsein als Grenzerfahrung
Minderheitenpolitik in Europa zwischen 1914 und 1950
(Hg.Mathias Beer, Dietrich Beyrau, Cornelia Rauh-Kühne )
353 S., Br.,  €  32,00
978-3-8375-0097-4
Deutschsein als Grenzerfahrung behandelt die extrem unterschiedlichen Erfahrungen von Bevölkerungsgruppen an den Grenzen des deutschen Sprachraumes seit dem Ersten Weltkrieg. Es geht dabei um gesellschaftliche Gruppen, deren Angehörige sich entweder selbst als Deutsche verstanden oder denen ihr Deutschsein von außen zugeschrieben wurde. Je nach den wechselnden Situationen hatte dies sehr unterschiedliche, teilweise existentielle Folgen, die an Beispielen von Polen über Rumänien, Ungarn, Slowenien, Südtirol bis zum Elsass vorgestellt werden. In Zeiten von Krieg, Terror, Besatzung und nationalen Konflikten bedeutete Deutschsein in diesem Verständnis immer die Möglichkeit, zum Objekt politischadministrativer Maßnahmen zu werden. Dies konnte Privilegierung oder Diskriminierung bedeuten. Von den wechselnden politischen Machthabern wurden den Menschen Entscheidungen abverlangt, die zwischen Kollaboration, notdürftigem Arrangement mit den politischen Machthabern und Widerstand einzuordnen sind. Im Fall des Nationalsozialismus konnte Anpassung an die Besatzer die Komplizenschaft mit den Verbrechen des Regimes bedeuten. Grenzerfahrung meint also ganz wörtlich Erfahrungen an den Außengrenzen des deutschen Sprachraums. Gleichzeitig lässt sich der Titel dieses Buches metaphorisch als Verweis auf eine Wahrnehmungsdimension verstehen, die – ob aus der Perspektive der Beobachter, der Opfer oder der Täter – das 20. Jahrhundert für viele Zeitgenossen geprägt hat.
Aus dem Inhalt
• Zur historischen Verortung von „ethnischer Säuberung“ und Völkermord
• Grenzen des „Deutschen“. Nationalsozialistische Volkstumspolitik in Polen, Frankreich und Slowenien
• „Eine Waffe in der Hand der Besatzungstruppen“. Französische Sprachenpolitik in der besetzten Pfalz, 1918–1926
• Elsass 1945. Eine Gesellschaft wird gesäubert
• Das Elsass, Frankreich und „die Lektion von Gradom“. Vergangenheitspolitik im Widerstreit
• Zwangsrekrutierung und autobiographisches Erzählen der elsässischen Malgre Nous (Wehrmachtssoldaten)
• Staatsbürgerliche Optionen in Posen nach 1918
• Die Marginalisierung der deutschen Minderheit im polnischen Oberschlesien nach 1918: Das Beispiel Königshütte – Krolewska Huta – Chorzow
• Machtwechsel im polnischen Oberschlesien nach 1922: Politik in mikrohistorischer Perspektive
• The Upper Silesian Dream. Reassimilating the Native Population 1945–1950
• Die Deutsche Volksliste von 1939 und das Schicksal der in Großpolen verbliebenen Deutschen nach 1945
• Südtirol im Herrschafts- und Regimewechsel 1938–1946
• Warum werden Rumänien und Jugoslawien im Art. XIII des Potsdamer Abkommens nicht genannt? Regionale Spezifika des Umgangs mit deutschen Minderheiten am Ende des
zweiten Weltkriegs in Südosteuropa
• Assimilation oder Ausweisung: Optionen für eine nationale Sozialreform in Ungarn nach 1945

Julia Obertreis / Anke Stephan
Erinnerungen nach der Wende
Oral History und (post)sozialistische Gesellschaften
Remembering after the fall of communism - Oral History and (post-)socialist societies
401 S., Br., dt./engl., €  39,95
978-3-8375-0008-0
Über Jahrzehnte war der real existierende Sozialismus für die Menschen in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa unausweichlicher Bestandteil und Konstante ihres Lebens. Fast über Nacht brachen 1989 und 1991 die Regime zusammen, die Bürger mussten sich in neuen Gesellschaftssystemen zurechtfinden. Zwar verband sich mit der politischen Wende allerorten die Hoffnung auf Freiheit, Demokratie und Wohlstand. Doch angesichts von Elitenwechsel, wirtschaftlicher Transformation und der Entwertung sozialistischer Errungenschaften war die „Wende“ für viele auch ein verstörender Bruch in ihrem Lebensweg.
Mit Oral History, der Arbeit mit Zeitzeugeninterviews, wird in diesem Sammelband erforscht, wie die Menschen den Sozialismus erlebten, ihn mitgestalteten und wie sie ihn erinnern: Welchen Platz hat etwa das berühmte Schlangestehen in der individuellen und kollektiven Erinnerung? Welche Rolle spielten Mode, Schönheit und Mutterschaft für die „emanzipierten“ sozialistischen Frauen? In welcher Weise rechtfertigen Parteiaktivisten ihr früheres Engagement? Wie interpretieren Dissidenten heute ihr damaliges Leben zwischen Geheimpolizei und Gesellschaft?
Die Beiträge stammen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus zwölf Ländern. Sie spiegeln exemplarisch die theoretische und methodische Reflexion zur Arbeit mit Zeitzeugeninterviews in der historischen und sozialwissenschaftlichen Forschung wider und erörtern das Potential dieser Methode bei der Erforschung (post)sozialistischer Gesellschaften.
Wird auf der einen Seite deutlich, welch hohe Prägekraft offizielle sozialistische Diskurse auch noch nach dem Systemwechsel hatten, so zeigen die Aufsätze auf der anderen Seite auch die Vielfalt an alten und neuen Deutungsmustern und Erinnerungsbildern.
Aus dem Inhalt:
- Oral History nach politischen Systembrüchen. Erfahrungen in Deutschland Ost und West
- Biographischen Erinnerungen in (post)sozialistischen Gesellschaften
- Explaining Communist Party Membership in Central-Eastern Europe 1944–2004
- Die „NS-Zeit“ in Interviews mit jungen Deutschen aus der ehemaligen DDR
- Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschland im Kontext der Lebensgeschichte einer ehemaligen ukrainischen Ostarbeiterin
- Weibliche Erfahrungen und Geschlechterrollen im Sozialismus und Postsozialismus
- Observations on the Changes of Women’s Social Roles in an Industrial Society
- Reproductive Careers of Slovak Women before and after the Fall of State Socialism
- How can women’s stories about beauty and maternity help us to study Soviet social history of the 1930s–1960s?
- Belarusian National History and Identity in the Light of Oral History Research
- Slowenische KZ-Überlebende im sozialistischen Nachkriegsjugoslawien
- Soviet and Uzbek on the Collective Farm - Interaction with the Political Police in 1945–1956 in the Memory of the Soviet
Karelian Population
- Stigma Management in Narrative Interviews with Czech Germans
- Between the Records of the Secret Police and a Retrospective Evaluation of the Victim-Witness
- Das sowjetische Alltagsleben in der estnischen Erinnerungskultur
- (Post-)Sozialistischer Arbeitsalltag in den Geisteswissenschaften am Beispiel der Ethnographie in der DDR
- What Are They Talking About When They Talk About Queuing in 1980s Romania?

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Gisbert Haefs
Kein Freibier für Matzbach
208 Seiten, € 7,95
978-3-8375-0132-2
Lottogewinner und Amateur-Detektiv Baltasar Matzbach hat den Revolver gegen den Kochlöffel getauscht und ist unter die Kneipenbesitzer gegangen. Zusammen mit einer exotischen Truppe aus der Unterwelt betreibt er in der „Spelunke“, einem umgebauten Rheindampfer, bei Bonn ein Speiselokal. Als er auf dem Anlegesteg die verstümmelte Leiche eines Stammgastes findet, überschlagen sich die Ereignisse:
Der Mann ist ein hoher Regierungsbeamter aus dem Bauministerium und in schmutzige Geschäfte verwickelt. Matzbach gerät in die Schusslinie zwischen Kripo und kriminellen Erpressern. Und dann bittet ihn auch noch die Schwester des Toten um Hilfe. Bis zum Showdown hat er deshalb kaum
Zeit für Freibier, eine neue Freundin und sonstige Genüsse.
Locker und temporeich erzählt, ist Gisbert Haefs erneut ein spannungsreicher Kriminalroman aus der Matzbach-Serie gelungen, der den Leser sofort in den Bann des Geschehens zieht.

Norma Rehmann / Angelika Gördes-Giesen
Kuchenbüffet
112 Seiten, € 7,95
978-3-8375-0134-6
An diesem Kuchenbuffet kommen Zuckerbäcker und Leckermäuler garantiert nicht vorbei: Hauchdünne Limettenscheiben schmiegen sich an duftige Sahnehäubchen, Schokoladenwalnüsse flirten mit Marzipansternen und Stachelbeeren vereinen sich mit Pfirsichen unterm Tortenguss.
Insgesamt 52 Rezepte zum Nachlesen und Nachbacken versammeln die beiden Autorinnen in ihrem Backbuch.
Anspruchsvolle und kinderleichte, klassische und längst verschollen geglaubte Rezepte, präsentiert von Prominenten und „normalen“ Bäckern aus Westfalen. Neben Geschichten über die Menschen, die sich und ihre Rezepte vorstellen, enthält der Band jede Menge Tipps zu Bauernhofcafés, Hofläden, Ferienhöfen und Restaurants, wo man sich noch ein weiteres Stückchen Kuchen gönnen kann.

Dagmar H. Müller / Martina Theisen
Die unsichtbare Noa
...will nicht mehr schüchtern sein
32 Seiten, ab 3 Jahren, € 7,95
978-3-8375-0090-5
Die unsichtbare Noa“ erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, das zu Hause eine starke, mutige Räuberfrau ist, die alles bekommt, was sie haben will. Wenn sie aber aus dem Haus geht, verschwindet ihr Mut und sie wird plötzlich unsichtbar. Manchmal ist es praktisch unsichtbar zu sein, denn draußen lauern viele Gefahren. Aber auf dem Spielplatz ist es schlimm, wenn alle Kinder miteinander spielen und Noa nicht mitspielen kann, weil sie einfach „übersehen“ wird. Deshalb findet sie auch keine Freunde. Erst als sie Nick kennen lernt, ändert sich zum Glück alles. Das mit dem Kinderbuchpreis des Landes NRW ausgezeichnete Vorlesebuch eignet sich für Kinder ab drei Jahren.

Heinz Schimmelpfennig
Der silberne Pfeil
Hörspiel für Kinder
CD, € 8,50
978-3-8375-0100-1
In den 1950er Jahren ist ganz Deutschland im Seifenkisten-Rennfieber. Auch die
Schulfreunde Hans Krause und Klaus Hellwig sind Feuer und Flamme: Mit einem selbstgebauten Flitzer wollen sie am großen Seifenkisten-Derby in Duisburg teilnehmen und den ersten Preis gewinnen: ein fabrikneues Fahrrad und zwei Wochen Amerika! Hans ist ein geschickter Konstrukteur und hat sofort eine Idee, wie das Gefährt gebaut werden müsste. Dafür benötigen sie Geld – mindestens 10 Mark für die Einzelteile. Aber woher sollen sie die nehmen?
Das Hörspiel entstand anlässlich der deutschen Meisterschaft im Seifenkistenrennen 1956 in Duisburg. Erzählt wird die spannende Geschichte zweier Freunde und ihres Mini-Rennwagens.

Franz-Josef Oller
Mein erstes Auto
160 Seiten, Gb., € 7,95
978-3-8375-0101-8
Das erste Auto war etwas ganz Besonderes. Es roch nach Glück und Benzin, Abenteuer und grenzenloser Freiheit: die VW-Käfer- Familienkutsche für die Fahrt ins Grüne, Traumwagen wie der Mercedes 300 oder das Karmann Ghia Cabriolet, der so genannte „VW im Frack“. Für die einen war es ihr ganz persönliches Wirtschaftswunder, für manche ein Prestigeobjekt. Für wieder an dere war der wichtigste Konsumartikel der Nachkriegszeit ein Vehikel für Wünsche, Wagnisse und Illusionen. Schließlich konnte die Maschine den Fahrer von Grund auf verwandeln!
Wie zum Beispiel den Vater von Elke Heidenreich: Bei der Probefahrt mit einem Porsche oder Jaguar wurde aus dem hochbegabten Automechaniker plötzlich ein schmucker Ritter mit schimmernder Rüstung – die Frauen spürten das ...
„Mein erstes Auto“ ist eine Liebeserklärung an das Automobil. Mit Geschichten von damals und Bildern aus dem Familienalbum – von der ersten Urlaubsreise an die Adria bis zur Fahrt um die Welt.

1933 - Das Ruhrgebiet unterm Hakenkreuz
Erinnerungen  (Hg. Norbert Jänecke / Rolf Potthoff )
144 Seiten, zahlr, Fotos, Gb., € 9,95
978-3-8375-0108-7
Aus Anlass des 75. Jahrestages der Machtübergabe an Hitler am 30. Januar 1933 wandte sich die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) an ihre Leserinnen und Leser mit der Frage: „Wie haben Sie die NS-Zeit erlebt?“. Der Aufruf hatte eine wahre Flut an Reaktionen zur Folge – es gab ebenso kurze wie ausführliche Abhandlungen von Erlebnissen und Begebenheiten aus den 30er- und 40er-Jahren. Es war eine Zeitreise in ein Deutschland, in dem die „Fahnenehrung" auf dem Schulhof Schülerpflicht war, in dem Lehrer Kindern Hass beibrachten, in der junge Menschen Synagogen brennen sahen und Misshandlungen ihrer Väter, deren politische Ansichten den SA-Trupps als für den „Führer“-Staat schädlich erschienen. In manchen Beiträgen spiegelt sich aber auch die Verführung der jungen Generation wider, auf die sich das NS-System sehr gut verstand. Zeltlager, Segelfliegen lernen, Nachtwanderungen... – das faszinierte junge Menschen; offenbar gleich in welchem Regime. Dieses Buch enthält eine Auswahl der Zeitzeugen-Erinnerungen. Die Texte sind erlebte Geschichte.


Jens Scholten
Zwischen Markt und Parteiräson
Die Unternehmensgeschichte des „Vorwärts“ 1948–1989
410 Seiten, Festeinband,  € 39,90
978-3-89861-863-2
Eine Parteizeitung zu redigieren, produzieren und zu verkaufen kommt in diesem Lande einer Quadratur des Kreises gleich.“ Diese Bilanz zog 1976 der frühere Chefredakteur der sozialdemokratischen, frei verkauften Wochenzeitung Vorwärts, Jesco von Puttkamer.
Das traditionsreiche Flaggschiff des SPD-Unternehmensbereichs musste nicht nur in die Öffentlichkeit politisch hineinwirken. Zugleich sollte sein Verlag wirtschaftlich erfolgreich arbeiten. Diese doppelte Aufgabenstellung schlug sich in Konflikten zwischen Politikern, Verlagsmitarbeitern und Journalisten bei der Steuerung des Presseunternehmens nieder. Gleichzeitig galt es, sich dem Wandel der SPD zur Volkspartei und dem gesellschaftlichen Wandel in der Bundesrepublik zu stellen.
Die Frage, welche Leistungen und Fehler beim Wirtschaften und Schreiben unter sozialdemokratischen Vorzeichen zu verzeichnen waren, führte bereits in der zeitgenössischen Öffentlichkeit zu heißen Diskussionen und Spekulationen.


Schule macht Appetit
Ein Kochbuch
zusammengestellt von Schülerinnen, Schülern, Eltern und Lehrern der beiden
Mercator Schulclub Schulen, Frida-Levy-Gesamtschule und Hauptschule Am Stoppenberg
88 Seiten, Ringheftung, € 8,90
978-3-8375-0092-9
Schulen müssen manchmal ungewöhnliche Wege gehen, um Lernen spannend zu gestalten. Der Mercator Schulclub bietet aufgeschlossenen und mutigen Schulen genau diese Möglichkeit und fordert sie heraus, gemeinsam kreativ zu sein und besondere Projekte zu verwirklichen.
So stellen die Frida-Levy-Gesamtschule und die Hauptschule Am Stoppenberg mit „Schule macht Appetit“ mehr als nur ein Kochbuch vor: Mit diesem Band verknüpft ist gleichzeitig die erfolgreiche Geschichte einer wertvollen Zusammenarbeit zweier unterschiedlicher Schulen. Lehrer, Eltern und Schüler haben mit diesem Projekt ein außergewöhnliches Stück Schulalltag gestaltet. Es ist ihnen auf eindrucksvolle Weise gelungen, die bunte Vielfalt abzubilden, die an ihren Schulen Realität ist. Dieses Kochbuch und seine Entstehungsgeschichte ist ein Beispiel dafür, wie Schulen es schaffen, Lernen im Leben zu verankern.

Gold vor Schwarz
Der Essener Domschatz
[Austellungskatalog des Ruhr Museums auf der ehemaligen Zeche und Kokerei Zollverein]
343 S., zahlr. farb. Abb., Gb., € 19,95
978-3-8375-0050-9
Der Essener Dom blickt auf eine rund 1150-jährige Geschichte zurück. Am Beginn stand um 850 die Gründung einer religiösen Frauengemeinschaft, die im frühen und hohen Mittelalter zu den herausragenden religiösen Institutionen des Reichs gehörte. Die Frauengemeinschaft wurde seit Mitte des 10. Jahrhunderts vom ottonischen Kaiserhaus mit Privilegien und Grundbesitz reich beschenkt. In dieser Zeit regierten in Essen drei Äbtissinnen aus ottonischem Kaiserhaus: Mathilde (971 - 1011), Sophia (1012 - 1039) und Theophanu (1039 - 1058) waren Nichten und Enkelinnen von Otto I. und Otto II. Das Stift Essen beherrschte ein etwa drei Quadratmeilen großes Gebiet zwischen den Flüssen Emscher und Ruhr und weitere Besitzungen mit insgesamt 3.000 abgabenpflichtigen Bauernhöfen. Das Frauenstift war auch die Keimzelle der heutigen Stadt Essen. Um den Stiftsbezirk herum bildete sich eine Siedlung, die im 13. Jahrhundert Stadtrechte erlangte. In dieser Zeit stiegen die Äbtissinnen zu Reichsfürstinnen auf. Sie waren damit zugleich Landesherrinnen über das Reichsfürstentum Essen und mit einem Sitz im Reichstag vertreten. Die "weltliche" Bedeutung des Stiftes zeigt sich auch darin, dass in Essen eigene Münzen geprägt wurden. Seit dem 14. Jahrhundert war der Eintritt in das Stift Frauen des allerhöchsten Reichsadels vorbehalten. Die Stiftsfrauen führten kein abgeschlossenes klösterliches Leben. Wer ins Stift aufgenommen wurde, legte kein Gelübde ab, sondern entschied sich für eine Gemeinschaft, die sich zu einem religiösen Lebenswandel verpflichtet hatte. Hauptaufgaben waren das tägliche gemeinsame Chorgebet und die regelmäßigen Gebete für die Verstorbenen: Die Frauen - auch die Äbtissin - konnten das Stift jederzeit wieder verlassen, um zu ihrer Familie zurückzukehren oder zu heiraten. Auch nach der Reformation, der sich die Stadt Essen 1563 anschloss, blieb das "Fürstliche Stifft Essen" katholisch. Als Landesherrin blieb die Äbtissin oberste Herrin der Stadt. Im Zuge der Säkularisation wurde das Stift Essen aufgelöst. Die ehrwürdige Stiftskirche wurde zusammen mit der Anbetungskirche der Pfarre St. Johann übergeben. Sie war nun die Hauptpfarrkirche der während der Industrialisierung rasch zur Großstadt anwachsenden Stadt Essen. Die Stiftsgebäude wurden nach und nach abgerissen. Die Pfarrkirche wurde 1958 zur Dom- bzw. Kathedralkirche des Ruhrbistums erhoben.

Wolfgang Hippe
Alaaf und Helau
Die Geschichte des Karnevals
190 S., zahlr. farb. Abb., Gb., € 7,95
978-3-89861-698-0
Karneval, geliebt oder verachtet, ist ein Spiegel, der nahezu alle Erscheinungsformen einer Gesellschaft abbildet. Alaaf und Helau spürt der Geschichte und Verbreitung der Tollen Tage am Beispiel Kölns nach. Rosenmontag 1946 zogen einige Hundert kostümierte Menschen durch eine apokalyptische Domstadt. Dieses Buch ist gleichsam profundes Nachschlagewerk mit zahlreichen Info-Kästen zu Orten und Worten des Karnevals wie prallvoll mit unterhaltsamen Anekdoten rund um die Session - und die Alltage dazwischen.

Stephan Sensen / Eckhard Trox / Maria Perrefort
Wir sind Preußen
Die preußischen Kerngebiete in Nordrhein-Westfalen 1609-2009
264 S., zahlr. Abb., Gb., € 19,95
978-3-89861-965-3
Schon seit 1609 gehörten bedeutende Gewerberegionen auf dem Boden des heutigen Nordrhein-Westfalens zu Brandenburg und später zu Preußen. Diese Neuerwerbungen im Westen – das Herzogtum Kleve, die Grafschaften Mark und Ravensberg und seit 1648 auch das Fürstentum Minden – bildeten den Kern Preußens in Rheinland und Westfalen. Oft waren gerade diese Gebiete Schrittmacher der Modernisierung für Preußen insgesamt. Bis heute ist das Bewusstsein vor allem in den westfälischen Regionen durch die mehr als dreihundertjährige Zugehörigkeit zu Brandenburg und Preußen geprägt. An vielen sichtbaren, aber auch versteckten Spuren lässt sich diese besondere Vergangenheit ablesen. Grund genug für fünf Museen an sechs Standorten im preußischen Kern Nordrhein-Westfalens, die spannende, aber auch spannungsreiche Geschichte Preußens in diesem Raum zu erzählen.


Nathalie Piquet
Charbon – Travail forcé - Collaboration
Der nordfranzösische und belgische Bergbau unter deutscher Besatzung, 1940 bis 1944
374 S., Gb., €  34,95
978-3-8375-0018-9
Wegen ihrer besonderen kriegswirtschaftlichen Bedeutung stellten die deutschen Besatzer die nordfranzösischen und belgischen Steinkohlenreviere 1940 unter eine gemeinsame Militärverwaltung.
Die Autorin analysiert in vergleichender Perspektive, wie sich die Arbeitsverhältnisse und Arbeitsbeziehungen in diesen Revieren unter dem Einfluss der deutschen Besatzungsmacht sowohl für die einheimischen Bergarbeiter als auch für die ausländischen Zwangsarbeiter, die seit 1942 in den Zechenbetrieben eingesetzt wurden, entwickelten. Es kann gezeigt werden, wie verschiedene nationale und regionale Erfahrungen und Gegebenheiten in einen unterschiedlichen Besatzungsalltag mündeten. Die Untersuchung wendet sich damit einem noch wenig bekannten Kapitel der Zwangsarbeiterforschung zu und überwindet bisher vorherrschende nationale Perspektiven in der Besatzungsgeschichtsschreibung.

Robert Lünendonk
Auf den Spuren des Gladbachs und seiner Mühlen
144 S., zahlr. Farbfotos, Gb.,  € 19,95
978-3-8375-0030-1
Robert Lünendonk, in Mönchengladbach geboren, hat sich auf die Suche nach der Quelle und dem Verlauf des Gladbachs gemacht. Im vorliegenden Buch stellt er die Ergebnisse seiner über ein Jahr dauernden Suche vor: Die Lage der mittlerweile versiegten Gladbachquelle und den Weg des Gladbachs zur Niers vor der Kanalisierung im 19. und 20. Jahrhundert. Er beschreibt die Mühlen, die am Gladbach standen und von denen heute wenig Greifbares übriggeblieben ist. Schließlich zeigt er den Verlauf des heutigen Gladbachkanals auf, einem Regenwassersammler, der im Bereich der Innenstadt dem Verlauf des historischen Gladbachs folgt. Historische und aktuelle Aufnahmen laden zum Vergleichen und Entdecken ein, der Abgleich von aktueller Stadtkarte und Karten des 19. Jahrhunderts ermöglicht dem Leser die eigene Suche nach Spuren des Gladbachs.


Bastian Fleermann/Angela Genger (Hg.)
Novemberpogrom  1938 in Düsseldorf
448 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Festeinband, €  22,95
978-3-8375-0085-1
Mit diesem Band legt die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf erstmals eine grundlegende Studie zum Novemberpogrom 1938 in Düsseldorf vor. Die Beiträge behandeln die Zuspitzung der antijüdischen Politik, die Deportation der polnischen Juden im Oktober 1938, die Ereignisse der Pogromnacht und ihre politischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen. Sie klären die Rolle von SS, SA, Gestapo und Gauleitung, fragen nach dem Erleben der Opfer, die von den Erinnerungen an die Gewalt zeitlebens nicht mehr losgelassen wurden. Im Blickfeld stehen daher auch persönliche Zeitzeugenberichte, die das unmenschliche Ausmaß des von den Nazis inszenierten Pogroms erschließen lassen.
Die Bilanz zeigt sich für Düsseldorf verheerend: Eine hohe Anzahl von Todesopfern und Schwerverletzten, Verhaftungen und Deportationen, überall zerstörte Geschäfte, demolierte Wohnungen und Gotteshäuser – das Resultat von nahezu 500 gezielten Überfällen auf jüdische Menschen oder ihre Häuser auf dem ganzen Stadtgebiet. Juden wurden enteignet und zur Ausreise gezwungen, Familien auseinandergerissen und verschleppt. Dies war ein Wendepunkt: Die Pogromnacht diente als Auftakt zur Vernichtung.



Thomas Parent (Hg.)
Montanrevier /Okreg górniczy (dt. / poln.)
Bilder aus dem Ruhrgebiet und aus Oberschlesien
128 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Gb.,  € 19,95
978-3-89861-961-5
Oberschlesien und das Ruhrgebiet weisen viele Gemeinsamkeiten auf. Kohle und Stahl prägten beide Regionen: Zechen und Hochöfen dominieren Arbeiterkolonien und gründerzeitliche Geschäftsviertel. Repräsentative Verwaltungsbauten, Villen und Kirchen zeugen vom Ehrgeiz, die gängigen Vorurteile zu widerlegen, dass Industriegebiete von vornherein unwirtlich und hässlich wären. Fotos und Ansichtskarten dokumentieren Bauten und Anlagen, wie sie für mitteleuropäische Montanreviere typisch sind. Dabei wird deutlich, dass die parallele Entwicklung der Schwerindustrie um 1900 im Westen und Osten des Deutschen Kaiserreichs in einer vergleichbaren Architektursprache ihren Niederschlag fand. Die bauliche Überlieferung wird auch in ihrem historischen Zeugniswert interpretiert. Schauplatz von polnischdeutscher Geschichte war dabei nicht nur Oberschlesien. Auch im Ruhrgebiet lebten um 1900 ungefähr 450.000 »Ruhrpolen« mit polnischer Muttersprache.

Michael Köster
50 Jahre Grugahalle  1958-2008
98 Seiten, zahlr. Farbfotos, Großformat, € 12,95
978-3-8375-0049-3
Die Grugahalle wird 50. Längst ist sie ein Wahrzeichen der Stadt Essen, genau so wie der Baldeneysee, die Villa Hügel oder das Weltkulturerbe Zeche Zollverein. Und genau so wie der doppelrädrige Förderturm auf Zollverein besticht die Grugahalle durch eine markante Optik. In der Form eines Schmetterlings wurde sie erbaut und am 25. Oktober 1958 eröffnet. Bill Haley rockte, was das Zeug hielt, die Beatles gaben zwei Blitzkonzerte, die Rolling Stones füllten an drei Tagen hintereinander die Halle, die Liveübertragungen vom Rockpalast-Festival machten die Grugahalle zweimal im Jahr zum Nabel der Rockwelt.
Rund 5 000 Veranstaltungen hat der Schmetterlingsbau im Laufe von fünf Jahrzehnten erlebt, und die Liste der Superstars ist ellenlang: Ella Fitzgerald, Liza Minelli, Tina Turner, David Bowie, Joe Cocker, Elton John, die deutschsprachigen Plattenmillionäre Udo Jürgens und Peter Alexander, die Startenöre Placido Domingo und José Carreras, Boxlegende Muhammad Ali, die Tennisgrößen Björn Borg und Boris Becker – sie und viele andere verliehen der Grugahalle einen besonderen Glanz. Auch wenn in unmittelbarer Nachbarschaft größere und modernere Hallen entstanden sind, hat die Grugahalle mit ihrem unverwechselbaren Charme auch in Zukunft einen festen Platz im Veranstaltungsgeschäft.



Bernhard Schmidt
Moers unterm Hakenkreuz
Zeitzeugenberichte, Erinnerungsarbeit und Beiträge zur NS-Zeit im Altkreis Moers
850 Seiten, zahlr. Abb., € 39,90
978-3-8375-0004-2
Der Kreis Moers im Nationalsozialismus: In der protestantisch geprägten Kreisstadt wählten städtische Mittelschicht und Bauern der „Grafschaft“ zu 60–80 % die Hitlerkoalition. Neukirchen-Vluyn wählte sogar erstmalig in ganz Preußen einen nationalsozialistischen Bürgermeister. Lediglich die Arbeiterbezirke in Rheinhausen, Homberg, Kamp- Lintfort oder Moers-Meerbeck und der katholisch geprägte Norden des Kreises mit Rheinberg und Xanten zeigten sich gegenüber den Nazis weniger anfällig.
Der Band stellt dar, wie die nationalsozialistische Gewaltherrschaft das Leben geprägt hat – bis hin zur Architektur als ‚Schauseite’ des Regimes. Anhand von nahezu 600 Dokumenten und zahlreichen Interview-Ausschnitten verleihen die knapp 20 Autorinnen und Autoren des Buches insbesondere den Opfern des Nationalsozialismus Gesicht und Stimme: den Widerstandskämpfern der Arbeiterschaft, einzelnen Kirchenmännern, den Zeugen Jehovas und einigen der mehr als  20.000 ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die hierher verschleppt worden waren und von denen über 900 in den KZ-ähnlichen Lagern der Kamp-Lintforter Zeche Friedrich Heinrich, in den Rheinpreußen-Schächten, bei Krupp in Rheinhausen oder in der Landwirtschaft den Tod fanden. Demgegenüber lernten die seit 1994 aus der Ukraine, Polen und den Niederlanden eingeladenen Überlebenden den Niederrhein ganz anders kennen. Sie berichten von ihren Erfahrungen während und nach dem erneuten Aufenthalt in Deutschland: Viele von ihnen konnten dank dieser Besuche nach Jahren endlich Frieden mit der Vergangenheit schließen und innere Ruhe finden.


Christian Kleinschmidt
Kuriosa der Wirtschafts-, Unternehmens- und Technikgeschichte
Miniaturen einer "fröhlichen Wissenschaft"
252 S., Br., € 22,95
978-3-89861-969-1
Die Wirtschafts-, Technik- und Unternehmensgeschichte gilt als ein eher sprödes und „trockenes“
Fachgebiet der Geschichtswissenschaft. Gleichwohl ist aus dem Bereich der Wirtschaft und der
Unternehmen mit Blick auf die Geschichte immer wieder auch Kurioses, Eigenartiges, trotzdem aber
auch Nachdenkenswertes überliefert.

Aus dem Inhalt:

 
Ralf Banken: Zahnreinigung durch Sandstrahlen

Thomas Welskopp: Baden bei Mannesmann

Boris Barth: Leichen, Gase und die Straßenbeleuchtung von Paris

Margrit Seckelmann: Patentrecht und Verhütungsmittel

Jan Hesse: Die Spucknäpfe der Deutschen Post um 1900

Karl-Peter Ellerbrock: Formaldehyd zur Krabbenkonservierung

Andreas Zilt: Ein "Tiger" für Japan

Christoph Buchheim: Bier und Krieg

Florian Triebel: Heimito von Doderer und das Unternehmen Hulesch & Quenzel Ltd.

Ralf Stremmel: Alfred Krupp – Strafmandat für ein PS

Werner Bührer: Fritz Berg, Konrad Adenauer und die „Bergfeste“

Horst A. Wessel: Vom preisgekrönten Eber Berthold, der Zuchtsau Edith und anderen Viechern

Christian Kleinschmidt: Fotographierende Japaner und die deutsche Kameraindustrie

Dirk Schindelbeck: Die Himmelsschreiber von Persil

Roman Rossfeld: Die Alpen, der Teufelsstein, die braune Farbe und die Schweizer Schokolade



Nationalsozialismus in Dinslaken und seine Nachwirkungen
432 Seiten, zahlr. Abb. , € 19,95
978-3-8375-0087-5
Wie überall in Deutschland veränderte der Nationalsozialismus auch in Dinslaken alle Bereiche des alltäglichen Lebens tiefgreifend. 70 Jahre nach den Ereignissen der Reichspogromnacht 1938 setzen sich die Autorinnen und Autoren des Buches mit unterschiedlichsten Aspekten des Nationalsozialismus in Dinslaken auseinander. Durch sorgfältige Recherche und Aufarbeitung auch bisher unbekannter Quellen ist ein vielschichtiges und detailliertes Bild Dinslakens in der Zeit des Nationalsozialismus entstanden, das auch unbequeme Wahrheiten aufdeckt und hilft, der Vergangenheit auf die Spur zu kommen.

Aus dem Inhalt:
 

Sepp Aschenbach
Der Weg der Evangelischen Kirche in Dinslaken in der Zeit von 1933 bis zum Neubeginn nach dem Krieg

Franz Klaus Görtz
Deutschlands Weg von der Arbeitslosigkeit zur Zwangsarbeit

Dieter Oelschlägel
Zwangsarbeit in Dinslaken

Rüdiger Gollnick
Heldengedenken – Mentalitätsstrukturen und Inszenierungen

Jürgen Grafen
„Arisierung“ und „Wiedergutmachung“ in Dinslaken

Adolf Kraßnigg
Das Eigentum der Stiftung „Israelitische Waisenhaus“, Neustraße 43

Anne Prior
Entnazifizierung im Landkreis Dinslaken nach 1945.  Politische Säuberung und juristische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

Jürgen Grafen
Vom Verdrängen zur Bearbeitung.  Zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Dinslaken von 1978 bis 2008





HAL Bothien / Harald Ott
Bonn in de Täsch
Der persönliche Stadtführer
136 Seiten, zahlr. Farbfotos, br., € 9,95
978-3-89861-938-7
Zwei Insider, geborene und studierte Bonner, haben über die liebenswerte Stadt am Rhein einen Reiseführer geschrieben. Allerdings stehen nicht so sehr die bekannten touristischen Highlights im Vordergrund der Darstellung, sondern Orte und Plätze, regelmäßige Veranstaltungen und der eine oder andere gastronomische Tipp, die sie guten Gewissens empfehlen können, ohne allseits Bekanntes zum 100. Mal zu erwähnen (ja, Beethoven ist hier geboren und es gibt hier ein Beethovenhaus!). Dabei schimmert unverhohlen Sympathie für ihre Heimatstadt durch, allerdings wird auch der eine oder andere kritische Hinweis zur Stadtgeschichte oder -politik nicht unterdrückt. Was die Autoren nicht wollen, ist „Heimatkunde“ romantisierend verklären. Vielmehr wollen sie aus ihrer Sicht der Dinge dem Leser eine – in welcher Hinsicht auch immer – „bemerkenswerte“ Stadt vorstellen. 


Welterbe Zollverein - World Heritage Site
Geschichte und Gegenwart der Kokerei und Zeche Zollverein - zweisprachig dt./engl.
190 Seiten, € 17,90
978-3-89861-844-1
Zeche und Kokerei Zollverein in Essen sind ein einzigartiges Monument der historischen Baukunst sowie der Montangeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und zugleich ein neuer Ort für Kunst, Kultur, Design, Bildung, Forschung und Tourismus. Im Jahr 2001 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen ist die Zeche Zollverein mit Schacht 12, Schacht 1/2/8 und Kokerei eine von derzeit drei industriellen Welterbestätten in Deutschland bzw. von 41 technik- und industriehistorischen Welterbestätten weltweit.
Um die große Bedeutung des Denkmals zu ermessen, erscheint es sinnvoll, einmal zurückzublicken und den thematischen Bogen zu spannen von den Anfängen Zollvereins mit den ersten Abteufarbeiten im Jahre 1847, über den Auf- und Niedergang im Kontext der Industriegeschichte zwischen Emscher und Ruhr, die Entwicklung der Siedlungen und Stadtteile, die Schließung der Zeche 1986 bzw. der Kokerei 1993 bis hin zum heutigen „Erhalt durch neue Nutzungen“. Ebenso lohnt sich der Blick auf den gelungenen und beispielgebenden Transformationsprozess von der einst modernsten und größten kohlefördernden und -verarbeitenden Anlage Europas über die ersten denkmalpflegerischen Anstrengungen zur Bewahrung der Industrieanlagen vor dem Abriss bis hin zur Eintragung als Denkmal und zur Würdigung durch die UNESCO.


Axel Schäfer / Norbert Konegen / Hans H. Hanke
Bochum entdecken
20 Stadtteilrundgänge durch Geschichte und Gegenwart
280 Seiten, zahlr. Abb., € 18,00
978-3-89861-735-2
Bochum ist mehr als Fußball, Ruhr-Universität, Schauspielhaus, Bergbau-Museum und Bermuda-Dreieck. Der Stadtführer von Norbert Konegen und Hans H. Hanke macht mit der Geschichte und dem Leben der Stadt auch abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten und großen Ereignisse vertraut. Stadtgeschichte wird bis zur Gegenwart lebendig und nachvollziehbar, weil politische, soziale und kulturelle Entwicklungen immer auch aus der Perspektive der „kleinen Leute“ als „Geschichte von unten“ geschildert werden.
Das Buch dient auswärtigen Besuchern als Orientierungshilfe für anregende Erkundungsreisen und bietet auch den Bochumern die Chance, ihre Stadtteile auf eigenen Füßen und mit anderen Augen neu zu entdecken. Gut strukturiert, mit Stadtplan, Zeitangaben über die Dauer der Spaziergänge und informativen Themenkästen lassen sich die einzelnen Rundgänge genau planen. Die historischen Photos und Zeichnungen, mit denen das Buch illustriert ist, ermöglichen es zudem, direkt zwischen dem Gestern und Heute zu vergleichen.


Olaf Schmidt-Rutsch / Ingrid Telsemeyer
Die Radbod-Katastrophe
Berichte und Zeichnungen des Einfahrers Moritz Wilhelm
Westfälisches Industriemuseum: Quellen und Studien, Band 17
144 Seiten, zahlr. Abb. , € 13,90
978-3-8375-0032-5
In der Nacht vom 12. November 1908 forderte eine Schlagwetterexplosion auf der Zeche Radbod bei Hamm 350 Tote. Bei den Aufräum- und Bergungsarbeiten schrieb der Königliche Einfahrer Moritz Wilhelm seine Feststellungen zu den Ursachen der Katastrophe auf und ergänzte sie mit Zeichnungen zur Fundsituation der in der Zeche geborgenen Toten. 100 Jahre nach dem bis dahin folgenschwersten Grubenunglück des Ruhrbergbaus werden die Berichte und Zeichnungen erstmals veröffentlicht. Die beiliegende CD erschließt die einzigartige Quelle interaktiv, ergänzt durch Übersichtskarten des Bergwerks und eine vollständige Opferliste.


Ralf Blank
Hagen im Zweiten Weltkrieg
Bombenkrieg, Kriegsalltag und Rüstung in einer westfälischen Großstadt 1939 - 1945
456 S., zahlreiche Abb., Br., € 24,90
978-3-8375-0009-7
Der alliierte Bombenkrieg gegen das Deutsche Reich 1939–1945 traf besonders auch das damals im In- und Ausland als „Waffenschmiede des Reiches“ angesehene Ruhrgebiet. Mit einer Bevölkerung von rund 150.000 Einwohnern gehörte das im Südosten dieser Region liegende Hagen zu den kleineren Großstädten im Reich. Durch die als besonders kriegswichtig eingestufte Produktion von Batterien für U-Boote, Torpedos, Flugzeuge und Raketen in der Accumulatoren Fabrik AG Berlin-Hagen, Kernstück der Unternehmensgruppe des damaligen Wehrwirtschaftsführers Günther Quandt, sowie mehreren für die Luftrüstung und den Bau von Kampfpanzern bedeutenden Zulieferbetrieben zählte Hagen zu den führenden Rüstungszentren im Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet. Doch erst relativ spät, das Resultat einer Fehleinschätzung der alliierten Zielplaner, kam es im Herbst 1943 zum ersten schweren Luftangriff auf die Stadt. Mehr als 2.000 Menschen verloren bei den zahlreichen Bombardierungen ihr Leben, im Frühjahr 1945 lag die Hagener Innenstadt mit ihren angrenzenden Stadtvierteln in Schutt und Asche.
Das Buch untersucht die Geschichte der Stadt Hagen im Zweiten Weltkrieg und an der ‚Heimatfront’. Der inhaltliche Bogen spannt sich von der nationalsozialistischen Herrschaft, die Verwaltung und Kommunalpolitik über den Kriegsalltag der Bevölkerung und die Bedeutung der örtlichen Rüstungsproduktion bis hin zu den alliierten Luftangriffen und die Eroberung der Stadt durch US-amerikanische Bodentruppen im April 1945. Ausgewählte und kommentierte zeitgenössische Aufzeichnungen und amtliche Quellen zeichnen das Bild einer Zusammenbruchsgesellschaft "unter Bomben" und den NS-Terror in einer allmählich in Trümmern versinkenden Großstadt nach. Zusätzlich beleuchten zahlreiche Fotografien und die über die Grenzen der Stadt reichende Ereignisgeschichte den Verlauf des vor 70 Jahren aus gebrochenen Zweiten Weltkriegs in Westfalen. Das Buch geht ebenfalls der Frage nach, wie in Hagen bis in die Gegenwart mit der nationalsozialistischen Vergangenheit sowie mit der Erinnerung und dem Gedenken an die Zerstörungen und Opfer des Zweiten Weltkriegs umgegangen wird.

Walter E. Gantenberg
Auf alten Kohlenwegen
Band 2
354 Seiten, zahlr. Abb., Karte, broschiert, € 19,95
978-3-8375-0066-0
Das Buch lädt dazu ein, die reiche Bergbau- und Siedlungsgeschichte des Hattinger Raumes unter die eigenen Füße zu nehmen und den Spuren der historischen Entwicklung zu folgen. Die vorgestellten „Kohlenwege“ rund um den Welperberg verlaufen auf den Trassen der ehemaligen Kohlentransportstrecken. Der Wander- und Geschichtsführer erläutert die geologischen Grundlagen des Bergbaus und erschließt die Geschichte des Steinkohle- und Eisenerz-Bergbaus im Raum Welper, Blankenstein und Holthausen. Zusätzlich erklärt ein Bergbauwörterbuch verwendete Fachbegriffe.

Julia Damm
Diagnose: Menschlichkeit
Das St. Marienhospital in Mülheim an der Ruhr
144 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 10,00
978-3-89861-984-4
Krankenhäuser sind für die meisten Menschen fremde Orte. Anonyme, undurchschaubare Einrichtungen, die nur in Ausnahmesituationen Teil ihres Lebens werden. Den Geschichten und Gesichtern hinter der Institution Krankenhaus spüren Julia Damm und Christoph Kniel im Mülheimer St. Marien-Hospital nach. Hinter der Klinik-Fassade finden sie Menschen, deren Lebensalltag mit dem Haus verbunden ist. Sie zeigen deren ganz persönlichen Blick auf das Hospital – zwischen High-Tech-Medizin und Gesundheitsreform, Krankheitsgeschichten und Gesundwerden.

Brückenschläge
Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets und Institut für soziale Bewegungen
84 S., zahlr. farb. Abb., Br.,  €  12,95
978-3-8375-0093-6
Im Mittelpunkt dieser Dokumentation stehen die Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets und das Institut für soziale Bewegungen, die sich mit dem Haus der Geschichte des Ruhrgebiets ein gemeinsames Domizil in Bochum teilen. Beleuchtet werden neben den Forschungsaktivitäten und Serviceangeboten beider Einrichtungen auch ihre Gründungsprozesse und Entwicklungslinien. Gezeigt wird in diesem Zusammenhang, dass mit dem Brückenschlag zwischen Stiftung und Institut eine Konstruktion geschaffen wurde, die ein bislang ungewöhnliches Kapitel der deutschen Wissenschaftslandschaft darstellt, die zugleich aber auch beispielhaft für den strukturellen Wandel des Ruhrgebiets steht. 

Almuth Leh / Hans-Joachim Dietz
Im Dienst der Natur
Biographisches Lese- und Handbuch zur Naturschutzgeschichte in Nordrhein-Westfalen
272 S., zahlr. Abb., Br.,  € 29,95
978-3-8375-0016-5
Das biographische Lese- und Handbuch gibt Lebensdaten und Lebensläufe der Naturschutzbeauftragten wieder, die im Gebiet des heutigen Landes Nordrhein-Westfalen tätig waren. Es basiert auf Literatur- und Archivrecherchen, bezieht aber auch Zeitzeugeninterviews mit ein. Die Autoren beschreiben die Organisation und Geschichte des ehrenamtlichen und staatlichen Naturschutzes von der Gründung der ersten Komitees für Naturdenkmalpflege in den preußischen Provinzen und den Naturschutz im Fürstentum und späteren Freistaat Lippe vom Beginn des letzten Jahrhunderts an. Verfolgt wird die Entwicklung über die Bestellung der Naturschutz-beauftragten nach dem Reichsnaturschutzgesetz bis zu deren Ablösung durch das nordrhein-westfälische Landschaftsgesetz im Jahr 1975. Im Zentrum stehen dabei die Naturschutzbeauftragten als wichtige Akteure des staatlichen Naturschutzes, deren Leben und Handeln in 358 Kurzbiographien, 12 biographischen Porträts und rund 100 Fotos präsentiert wird. 

Olaf Zimmermann / Gabriele Schulz
Zukunft Kulturwirtschaft
Zwischen Künstlertum und Kreativwirtschaft
268 S., Br.,  € 22,95
978-3-89861-939-4
Konzentrierte sich die Kulturpolitik in der Vergangenheit vor allem auf den öffentlichen Kulturbetrieb, so rückt gegenwärtig die Kulturwirtschaft in das Rampenlicht. Der Band bietet einen Überblick zu den Feldern der Kulturwirtschaft in Deutschland und erläutert die spezifischen Herausforderungen in einzelnen Sparten. Besonders prägnante Branchen werden exemplarisch vorstellt und die Rahmenbedingungen zur Gestaltung der Kulturwirtschaft erörtert. Das wichtigstes Anliegen des Buches ist, die Bedeutung der Künstler in der und für die Kulturwirtschaft herauszustellen. Die Autoren befassen sich sowohl mit der Wertschöpfungskette in der Kulturwirtschaft - von der künstlerischen Idee bis hin zum Produkt auf dem Ladentisch -, wie auch mit den Wechselwirkungen zwischen Kulturwirtschaft, öffentlichem Kulturbetrieb und Drittem Sektor. Kulturwirtschaft, öffentlicher Kulturbetrieb und Vereine und Stiftungen im Dritten Sektor prägen zusammen das kulturelle Leben.

Das grosse Fussball-Lesebuch:

Uwe Baumann / Dittmar Dahlmann
Kopfball, Einwurf, Nachspielzeit
Gespräche und Beiträge zu Aktualität und Geschichte des Fußballs
500 Seiten, € 29,95
978-3-8375-0027-1
Uwe Baumann und Dittmar Dahlmann spüren in dem von ihnen herausgegebenen Fußball- Lesebuch der besonderen Faszination nach, die Fußball aus unterschiedlichsten Gründen ausübt.
Neben Beiträgen von Wissenschaftlern und Journalisten vor allem zu geschichtlichen Aspekten des Fußballs steuern auch viele Praktiker der Fußballwelt ihre Erfahrungen und Standpunkte mit. Dies sind unter anderen: Wolfgang Overath, Dietmar Schott, Marcel Reif, Markus Happe, Carsten Ramelow, Thomas Schaaf, Erich Rutemöller, Michael Skibbe, Klaus Allofs, Wolfgang Schäuble, Ingo Wolf, Otto Addo, Steffi Jones, Jens Nowotny, Peter Ducke.
Aus dem Inhalt:
- Der Ursprung des Spiels mit dem runden Leder
- „Neue Männer braucht das Land“: Die Anfänge des Fußballs in Deutschland (und England)
- Fußball unterm Hakenkreuz
- Spundflasche, Miller, Rudzki, Turek, Morlock, die Walters, die Liebrichs: Vertragsspieler im Nachkriegsdeutschland
- Fútbol-Pasión in Spanien
- Faszination Fußball in der Provinz
- Fußball als Therapie: Der Fußballsport im modernen englischen Roman
- Tore, Punkte, Meisterschaft: Die Bundesliga-Konferenzschaltung im ARD-Radio
- Sozialpädagogische Fan-Projekte: Blick auf eine Erfolgsgeschichte
- Geschichte des Spickzettels von Jens Lehmann: DFB-WM-Scouting der Deutschen Sporthochschule Köln
- Zidane contra Materazzi – die deutsche Fußball-WM 2006 aus italienischer Sicht
- Sommermärchen Frankreich: Vorspiele, Endspiele, Nachspiele
- Sommermärchen Schweiz: Fußball, Krieg und Nachbarschaft



Dietmar Schott
Ich danke Sie!
Der Fußballer Willi "Ente" Lippens
206 Seiten, zahlr. Abb., gebunden, 16,95
978-3-89861-978-3
Der Holläder mit dem Watschelgang, der ihm den Beinamen „Ente“ einbrachte, spielte zwischen 1966 und 1976 bei Rot-Weiss Essen an der und schoss in 242 Spielen 92 Tore für seinen Verein. Unvergessen ist der Dialog 1965 beim Spiel in Herne, als der Schiedsrichter zu ihm sagte: „Ich verwarne Ihnen“ und Lippens antwortete: „Ich danke Sie“. Auf diesen Ausspruch folgte die rote Karte.

Eleonore Sent
Ich mußte einfach schreiben, unbedingt ...
Elfriede Brüning - Briefwechsel mit Zeitgenossen 1930-2007
462 S., Br., € 34,95
978-3-89861-846-5
Elfriede Brüning war eine DDR-Autorin mit hohen Buchauflagen und einer großen Leserresonanz. Sie wurde 1910 als Tochter eines Tischlermeisters in Berlin geboren und fand schon sehr früh zur Literatur und zum eigenen Schreiben.
1932 wurde Elfriede Brüning Mitglied des "Bundes proletarisch revolutionärer Schriftsteller" (BPRS).Während der Zeit des NS arbeitete sie illegal für den BPRS und wurde Ende 1935 wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" verhaftet.
Nach 1945 wurde Elfriede Brüning Mitglied der SED und arbeitete in der SBZ zunächst journalistisch für die Zentralverwaltung für Umsiedler und verschiedene Zeitschriften sowie redaktionell für den vom Kulturbund herausgegebenen "Sonntag". Seit 1950 lebt Elfriede Brüning als freischaffende Schriftstellerin in Berlin.
Die Auswahl aus den von 1930 bis 2003 geführten Korrespondenzen zeigt die Autorin im Austausch mit (befreundeten) Schriftstellern, literarischen Mentoren, Kritikern, Verlegern und Lektoren.
Wichtige, immer wieder aufgegriffene Themen sind u. a. Möglichkeiten des Schreibens in der NS-Zeit, Literatur im Exil und in der "inneren Emigration"; Widerstand und Terror in Nationalsozialismus und Kommunismus; die Arbeit des BPRS in der Illegalität nach 1933, DDR-Literatur und Zensur, Diskussionen um den ästhetischen Anspruch von Unterhaltungsliteratur.

Polizeiruf 110
La Paloma
DVD, ca. 87 Min, €  8,50
978-3-8375-0069-1
„La Paloma“ ist ein ziemlich vertrackter Fall: Erst verhindert das „Polizeiruf 110“-Team bestehend aus Siggi Möller und Kalle Küppers mitten in der Nacht ein schweres Zugunglück. Dann fällt Hansi vom Himmel und die beiden Landpoliz