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Tilman P. Fichter / Siegward
Lönnendonker
Dutschkes Deutschland
Der Sozialistische Deutsche
Studentenbund, die nationale Frage und die DDR-Kritik von links
256 Seiten, ca. € 14,95
978-3-8375-0481-1
Kein Ereignis der Nachkriegszeit
traf die bundesrepublikanische Linken und Grünen so unvorbereitet
wie die Wiedervereinigung. Dabei vergisst man, wie Tilman Fichter und Siegward
Lönnendonker in ihrer lesenswerten Tiefenbohrung herausarbeiten, dass
die charismatische Führungspersönlichkeit des SDS, Rudi Dutschke,
leidenschaftlich für eine Wiedervereinigung eintrat. Der Band behandelt
neben diesem Interesse Dutschkes an der nationalen Frage viele andere verdrängte
oder unbekannte Zusammenhänge im Verhältnis zwischen der deutschen
Studentenbewegung und der DDR. Die Mutmaßungen über eine „Fernsteuerung“
des SDS durch Stasi-Agenten wird dabei ebenso als Geschichtsfälschung
entlarvt wie Vermutungen über ideologische Gemeinsamkeiten zwischen
den Studenten und dem DDR-Sozialismus: Die Differenzen zwischen den sozialistischen
Studenten im Westen und den verknöcherten Staatssozialisten der DDR
konnte größer kaum sein. Die Kontakte zwischen der SPD-Führung
zur DDR waren vielfach enger und besser als die zwischen den aus der SPD
ausgeschlossenen linken SDSlern und den Staatssozialisten im Osten.
Das Buch lädt ein zu einer
Reise in die deutsch-deutsche Vergangenheit. Die Analyse der Autoren und
viele Dokumente ermöglichen Entdeckungen im Spannungsfeld von Stasi,
Staatssozialismus und Studentenrevolte.
Olaf Haensch
NachtZüge
Dampf-Träume am Brocken
110 Farbfotos, Streckenkarte
und Höhenprofile
128 S., Gb., € 29,95
978-3-8375-0450-7
Seit 1887 durchqueren Schmalspurbahnen
die raue Landschaft des sagenumwobenen Harzes. Mit ihren 25 Dampflokomotiven
und 140 km Streckennetz zählen die Harzer Schmalspur-bahnen (HSB)
heute zu den bedeutendsten technischen Denkmälern in Europa und den
letzten großen Dampf-Abenteuern der Welt. Fünf Jahre lang verbrachte
der Fotograf Olaf Haensch unzählige Nächte im Harz, um mit aufwändigen
Blitzlicht-Installationen ebenso surreale wie atmosphärische Bilder
von den Dampfzügen und ihrer Umgebung zu schaffen. Vor der dunklen
Kulisse der Nacht geben sie den Blick frei auf den kontrastreich leuchtenden
Dampf und auf Motive, die ohne ihre ausgeklügelte Visualisierung zwar
vorhanden, aber so nicht wahrnehm-bar wären. Fantastische Bilder erzählen
Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart, sie lassen Mythen und Geheimnisse
des Harzes aufleben und den Betrachter zum Teil eines Traums werden. Dieser
großformatige Premium-Bildband vereint unwiederbringliche Szenen
und einzigartige Motive zu einem fulminanten Porträt der HSB, welches
ergänzt wird durch lebendige Texte und ein Geleitwort des Chefredakteurs
der „Thüringer Allgemeine“ und Harzkenners Paul-Josef Raue. Eine eindrucksvoll
gestaltete, aus Satellitendaten abgeleitete Karte sowie Höhenprofile
der Strecken geben Aufschluss über die technischen Meisterleistungen
ihrer Erbauer.


Karl-Jürgen Krause
Lexikon Denkmalschutz und Denkmalpflege
Vorwort von Christa Reicher
und Walter Ollenik
240 Seiten, Abb., ca. €
29,90
978-3-8375-0307-4
Das Lexikon ist ein Nachschlagewerk
mit ausführlichen Sachinformationen zu den Themen Denkmalschutz und
Denkmalpflege und erklärt fundiert und verständlich mehr als
1.000 Fachbegriffe aus diesem Wissenschaftsbereich. Von A wie „Abbruch“
über M wie „Mahnmal“ bis Z wie „Zeitgrenze“ werden alle relevanten
Begriffe definiert, teilweise anhand von Grafiken erläutert und in
den gesetzlichen Zusammenhang der gültigen Bauordnungen, Bau- und
Denkmalschutzgesetze etc. gebracht. Ein Abkürzungsverzeichnis und
ein Literaturverzeichnis runden den Band ab.
Marcus Sonntag
Die Arbeitslager in der DDR
400 Seiten, Br., € 29,95
978-3-8375-0477-4
Im Zentrum der Studie steht der
Strafvollzug in den Lagerhaftanstalten der DDR. Die Untersuchung bringt
Licht in das weitgehende Dunkel, das die Arbeitslager in der DDR auch zwanzig
Jahre nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten immer noch
umgibt. Wann und warum entschied sich die Staatsführung bzw. das Gefängniswesen
des ostdeutschen Staates dazu, Lager als Vollzugsanstalten einzurichten?
Weitgehend unklar sind der Aufbau der Lager und die Art und Weise der Unterbringung
der Gefangenen. Gefragt wird zudem nach den Menschen, die in den Lagern
inhaftiert waren und nach „dem“ Haftalltag. Welche Praktiken machten das
tägliche Miteinander im Lager aus? Welche Möglichkeiten hatten
Gefangene, das Leben im Lager mitzugestalten? Gab es „Freiräume“,
Selbstbehauptung, Widerstand, Protest? Ein weiteres zentrales Thema ist
die angestrebte „Umerziehung“ von Gefangenen. Untersucht werden die Lager
in der Maxhütte Unterwellenborn im damaligen Land Thüringen bzw.
Bezirk Gera (Existenzzeitraum 1949–1991), im Kalibergwerk Sollstedt im
Bezirk Erfurt (1956–1965) und das Arbeitserziehungskommando Regis im Bezirk
Leipzig (1962–1990).
Institut
für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft
Jahrbuch für Kulturpolitik
2010
Thema: Kulturelle Infrastruktur
420 Seiten, € 19,90
978-3-8375-0471-2
Kulturpolitische Diskussionen werden
dann besonders vehement geführt, wenn es um die Schließung oder
den Neubau von Kunst- und Kultureinrichtungen geht. Diese Institutionen
bilden das Fundament unserer reichhaltigen Kulturlandschaft und ihr Erhalt
stellt gleichzeitig eine der zentralen Herausforderungen für kulturpolitisches
Handeln dar. Gegenwärtig steht diese kulturelle Infrastruktur vor
allem wegen zwei Entwicklungen unter besonderem Druck. Zum einen zwingen
die Schulden der öffentlichen Haushalte Kommunen, Länder und
Bund als Träger und Förderer dieser Einrichtungen auch hier nach
Einsparpotenzialen zu suchen, zum anderen übt die teilweise zurückgehende
Nutzung der öffentlich getragenen Kunst- und Kultureinrichtungen einen
erheblichen Ligitimations- und Veränderungsdruck aus. Das Jahrbuch
umfasst vier Themenblöcke: Im ersten geht es um theoretisch-konzeptionelle
Begründungen der öffentlichen Verantwortung für die kulturelle
Infrastruktur. Danach wird an drei Bundesländern, zwei ländlichen
Regionen und einer Stadt sowie einigen Sparten exemplarisch untersucht,
wie sich die kulturelle Infrastruktur und ihre Nutzung in den vergangenen
zwei Jahrzehnten entwickelt haben. Es folgen Beiträge zur Entwicklung
der kulturellen Teilhabe. Den vierten Teil bilden Artikel, in denen es
um neue Ansätze zur Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur
geht. An den Schwerpunkt schließen sich die regelmäßigen
Rubriken, die Chronik kulturpolitischer Ereignisse, die Bibliographie kulturpolitischer
Neuerscheinungen und der Adressteil sowie Kunst und Kultur im Internet
an.
Veit Didczuneit / Jens Ebert / Thomas Jander
Schreiben im Krieg – Schreiben vom Krieg
Feldpost im Zeitalter der Weltkriege
550 Seiten, ca. € 34,95
978-3-8375-0461-3
Während des Zweiten Weltkriegs
transportierte die deutsche Feldpost schätzungsweise 30 bis 40 Milliarden
Postsendungen. Diese waren oftmals lang erwartetes Überlebenszeichen
und zugleich eines der wichtigsten Kommunikationsmittel, das als Ersatz
für den nicht erlebbaren Familienalltag diente. Heute ermöglichen
die privaten Feldposttexte forschungsrelevante Einblicke in die politische,
mentale und emotionale Verfassung der aus den Fugen geratenen Kriegsgesellschaften
im 20. Jahrhundert.
Einer seit Jahren überfälligen
Zusammenschau aktueller Untersuchungen und medialer Präsentationen
der Feldpost als historische Quelle trug die erste internationale wissenschaftliche
Feldpostkonferenz Rechnung, die das Museum für Kommunikation Berlin
vom 13. bis zum 15. September 2010 ausrichtete. Unter dem Titel „Schreiben
im Krieg – Schreiben vom Krieg. Feldpost im Zeitalter der Weltkriege“ präsentierten
48 Wissenschaftler und Publizisten aus Deutschland, Europa und Übersee
den Stand der Feldpostforschung, der im vorliegenden Sammelband festgehalten
wurde und nachzulesen ist.
Ziel der Konferenz war und des
Buches ist es, den Erfahrungs- und Erkenntnisaustausch im Hinblick auf
die Erforschung von Feldpostbriefen zwischen den Nationen und Disziplinen
zu fördern. Neben grundsätzlichen Forschungsfragen wurden fachspezifische
Themen wie Tod, Trauer, Fahnenflucht, Geschlechterdimensionen und Gewalterfahrung
vorgestellt und diskutiert.
Gergana Panova-Tekath
Tanz nach der Wende
Bd. 1: Der Körper als symbolische Form
312 Seiten, Abb., € 29,95
978-3-89861-864-9
Die Autorin beschäftigt sich
im ersten Band ihres Projektes über den Tanz in und zwischen den Kulturen
mit der Körperlichkeit generell. Diskutiert wird die besondere Rolle
des Körpers für die Ausarbeitung von Bildern und Bedeutungen
in Tradition und Gegenwart. Das Tanzen erweist sich als ein Bewahren von
Strategien des Kleinkindes auf dem weiten Weg der Selbst- und Welterschließung.
Das traditionelle Tanzen in Bulgarien lässt beispielhaft die fremde
Seite der Kultur begreifen und macht so eine lebensnahe europäische
Zeitdiagnose möglich. Band
2 des Werkes finden Sie hier.
Regina Plaßwilm
Die Grenzen des Erzählbaren
Erinnerungsdiskurse von NS-Zwangsarbeiterinnen und
Zwangsarbeitern in Ost- und Westeuropa
380 Seiten, ca. € 34,95
978-3-8375-0490-3
Die Rekonstruktion der „Erinnerungen
an Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg“ versteht sich als ein innovativer
Beitrag zu einer Oral History der Zeitgeschichte. Dazu wurden über
50 biografischnarrative Interviews mit Zeitzeugen in Belarus, Russland,
Frankreich und den Niederlanden geführt. Die Studie vertritt dabei
die These, dass die Erinnerungen der überlebenden Zwangsarbeiterinnen
und Zwangsarbeiter gleich in einem doppelten Sinne aufschlussreich und
wichtig sind: Sie sind einerseits geeignet, offizielle Darstellungen durch
Einbeziehung der Opferperspektive zu korrigieren. Andererseits ermöglichen
sie Rückschlüsse auf die gesellschaftlichen Konventionen und
Tabus der öffentlichen Erinnerung, die sich bis in den Diskurs der
Opfer eingeschlichen haben. Ein zentrales Anliegen der qualitativen Forschungsarbeit
ist es, unterschiedliche Wege der Verarbeitung der Zwangsarbeit auf individueller
und kollektiver Ebene aufzuzeigen. Verschiedene Gründe lagen dem häufig
festgestellten Beschweigen der Kriegsjahre nach 1945 zugrunde: Für
einige osteuropäische Überlebende konnte das individuelle Schicksal
nicht bruchlos als Leidensgeschichte dargestellt werden. Deutlich wurde
auch, dass die ehemaligen Zwangsarbeitenden in der Nachkriegszeit einen
geringen Einfluss auf die kollektive bzw. nationale Erinnerungskultur hatten.
So wurden die nationalen Diskurse weniger von ihren Erinnerungen als von
staatlichen Interessen, z. B. in der Frage der Denkmalsetzungen, geprägt.
Herausgearbeitet wird auch die erlittene Hierarchisierung der Opfer, die
die ehemaligen Zwangsarbeitenden auf die unterste Stufe stellte. Die transnationale
Perspektive der Arbeit zeigt deutlich, dass das Phänomen der öffentlichen
Marginalisierung von den Zwangsarbeitenden in Ost- und Westeuropa gleichermaßen
beschrieben wurde und nur partiell an nationale Besonderheiten geknüpft
ist. Die Arbeit leistet somit einen Beitrag zur Reflexion und kritischen
Einordnung der kollektiven Erinnerungskulturen in der Nachkriegszeit.
Helke Stadtland / Jürgen
Mittag
Theoretische Ansätze und
Konzepte in der Forschung
über soziale Bewegungen
in der Geschichtswissenschaft
200 Seiten, ca. € 24,95
978-3-8375-0505-4
Die Beiträge des Bandes beleuchten
Stand und Perspektiven der historischen Bewegungsforschung mit Blick auf
theoretische und konzeptionelle Perspektiven. In empirischen Fallstudien
werden gängige Theoreme der Bewegungsforschung einer näheren
Betrachtung unterzogen. Die vor allem seitens der Sozialwissenschaften
entwickelten Ansätze werden auf historische Fragestellungen und Quellen
bezogen und im Hinblick auf ihre analytische Tragweite – und ihre Grenzen
– analysiert.
Dimitrij Owetschkin
Die Suche nach dem Eigentlichen
Studien zu evangelischen Pfarrern
und religiöser Sozialisation in der Bundesrepublik der 1950er–1970er
Jahre
300 Seiten, ca. € 29,95
978-3-8375-0506-1
Als Repräsentanten und Personifikationen
der Kirche spielten evangelische Pfarrer eine maßgebliche Rolle bei
der religiös-kirchlichen Sozialisation. Nach 1945 wurden sie unter
den Bedingungen der Demokratie und der Partnerschaft von Staat und Kirche
mit dem Rückgang der traditionellen Kirchenbindung, öffentlichen
Auseinandersetzungen um kirchenpolitische und theologische Fragen sowie
mit Tradierungsproblemen religiös-kirchlicher Normen, Werte, Deutungen
und Verhaltensweisen konfrontiert. Wie die Pfarrer auf diese Herausforderungen
reagierten und welche Bedeutung dabei ihren eigenen Sozialisationserfahrungen
zukam, wird in dem Band anhand des pastoralen Handelns in einzelnen Feldern
der Gemeindearbeit untersucht. Dabei werden auch sozialisatorische Prägungen
unterschiedlicher Pfarrergenerationen eingehend analysiert. Besonderes
Augenmerk gilt dem Wandel der Pfarrerrolle und des Pfarrerbildes, in dem
sich Relevanzverschiebungen im sozialisatorischen Wirken der Pfarrer widerspiegelten.
WerkstattGeschichte, Band 54
werkzeug
120 Seiten, Abb., € 14,00
978-3-8375-0440-8
THEMA - Eva Bischoff: "Kannibalismus,
wie man ihn sich scheußlicher und tierischer nicht vorstellen kann".
Verflechtungen zwischen Kolonie und Metropole
Sebastian Jobs: "As well drilled
as Uncle Sam could hope". Die Siegesparade der "Harlem Hellfighters" als
Arena afroamerikanischer Identitätspraktiken
DEBATTE - Wie schreibt man die
Geschichte der Gefühle? William Reddy, Barbara Rosenwein und Peter
Stearns im Gespräch mit Jan Plamper
WERKSTATT - Christian Gudehus und
Stewart Anderson: Hotel Ruanda – Lesarten eines Films über Geschichte
EXPOKRITIK - Thomas Parent: Im
Spannungsfeld zwischen Sammlungsüberlieferung und Revier-Identität.
Das neue Ruhr Museum in Essen
Dittmar Dahlmann / Margrit Schulte
Beerbühl
Perspektiven in der Fremde?
Arbeitsmarkt und Migration von
der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart
Mit Beiträgen von Margrit
Schulte Beerbühl, Jochen Oltmer, Yvonne Kathrein, Georg Stöger,
Alois Unterkircher, Christof Jeggle, Charlotte E. Haver, Horst Rössler,
Robert Lee, Drew Keeling, Gaël Cheptou, Jens Thiel, Kristin Klank,
Christian Westerhoff, Christoph Rass, Matthias Reiß, Dagmar Kift,
Imke Sturm-Martin, Heike Knortz, Gloria Sanz Lafuente, Marcel Berlinghoff
und Cyrine Hamida.
514 Seiten, ca. € 34,95
978-3-8375-0479-8
Migrationsbewegungen haben im Laufe
der Jahrhunderte die Arbeitsmärkte wesentlich beeinflusst. Das Wanderungsgeschehen
und sein Einfluss auf die Arbeitsmärkte veränderten sich währenddessen
erheblich. Dies gilt sowohl für den Umfang, die soziale und ethnische
Zusammensetzung als auch für die Aufnahmefähigkeit der Arbeitsmärkte
sowie die staatlichen Maßnahmen, die den Migrationsprozess und den
Arbeitsmarkt zu regulieren versuchten. In diesem Band wird dieses Thema
erstmals in einer Langzeitperspektive von der frühen Neuzeit bis in
die Gegenwart betrachtet. Die Beiträge beschäftigen sich mit
den Auswirkungen von ungelenkten und gelenkten Zuwanderungen sowie von
Zwangsmigrationen und von Flucht auf die Arbeitsmärkte. Dabei werden
regionale und nationale, europäische wie außereuropäische
Arbeitsmärkte in den Blick genommen.
Volker Zimmermann
Die Tschechoslowakei und die
beiden deutschen Staaten
288 Seiten, ca. € 29,95
978-3-8375-0452-1
Zwischen 1949 und 1990, also über
40 Jahre lang, grenzte die Tschechoslowakei an zwei deutsche Staaten. Folge
dieser Konstellation war ein kompliziertes Beziehungsgeflecht im Zeichen
des Kalten Krieges. In dem Band befassen sich tschechische, slowakische
und deutsche Historiker mit verschiedenen Aspekten dieses Dreiecksverhältnisses:
mit seiner Einordnung in den bipolaren Rahmen des Ost-West-Konflikts, dem
Einfluss der sudetendeutschen Vertriebenen auf die Beziehungen der BRD
und der DDR zur Tschechoslowakei, tschechoslowakischen eigentumsrechtlichen
Ansprüchen gegenüber der BRD, tschechoslowakischer Propaganda
im Kalten Krieg, der Dreiecksbeziehung zwischen DDR, Tschechoslowakei und
Polen in den 1950er und 1960er Jahren, der Ostpolitik der BRD gegenüber
der Tschechoslowakei in den Jahren 1967 bis 1973, den Wirtschaftsbeziehungen
zwischen der DDR und der Tschechoslowakei sowie zwischen der BRD und der
Tschechoslowakei, den Systemzusammenbrüchen in der DDR und der Tschechoslowakei
1989, der tschechoslowakischen Außenpolitik zur Zeit der deutschen
Vereinigung und den deutsch-tschechischen Beziehungen seit 1990.
Michaela Marek
Kultur als Vehikel und als Opponent
politischer Absichten
Kulturkontakte zwischen Deutschen,
Tschechen und Slowaken von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1980er
Jahre
592 Seiten, ca. € 49,95
978-3-8375-0480-4
„Kultur“ wird seit jeher als ein
Instrument und Medium der Politik genutzt, der Innenpolitik wie auch der
auswärtigen Beziehungen. Besonders in angespannten Konstellationen
– wie sie das Verhältnis zwischen Deutschen, Tschechen und Slowaken
seit dem 19. Jahrhundert immer wieder kennzeichneten – eröffnete dieses
Handlungsfeld aber stets auch Chancen, den Primat der institutionalisierten
Politik zu relativieren: politische Entscheidungen zu erzwingen, zu unterlaufen
oder gegen sie zu protestieren. Der Band präsentiert in der breiten
Spanne zwischen Ereignissen und Gütern der Hochkultur sowie alltagskulturellen
Begegnungen und ihren Schauplätzen eine Vielzahl von Fallbeispielen.
Die Beiträge zeigen, wie sehr die politische Geschichte eines kulturgeschichtlichen
Korrektivs bedarf.
Olaf Schwencke
Das Europa der Kulturen – Kulturpolitik
in Europa
Dokumente, Analysen und Perspektiven
– von den Anfängen bis zum Vertrag von Lissabon
432 Seiten, € 18,00
978-3-8375-0419-4
Europäische Kulturpolitik
führte lange Zeit ein Schattendasein nicht nur in Deutschland. Zu
häufig dominierten auch hier nationalstaatliche Interessen. Gerade
der Kulturföderalismus in der Bundesrepublik Deutschland hat dazu
beigetragen, dass die europäische Ebene bei Kulturfragen tendenziell
vernachlässigt wurde. Mit den Verträgen von Maastricht (1992)
und schließlich mit dem Vertrag von Lissabon (2009) hat sich allerdings
ein grundlegender Wandel vollzogen: Perspektiven einer Kulturpolitik in
Europa sind angemessen stark in das Blickfeld auch nationalstaatlicher
Diskussionen gerückt.
Nach 1945 war Europa in den ersten
Versuchen eines Neuanfangs zuvörderst ein gemeinsames kulturpolitisches
Projekt und wurde erst im zweiten Schritt auch als ein gemeinsamer Wirtschaftsraum
realisiert. So sind viele Entwicklungen in Städtebau und Denkmalschutz,
Interkultur, Regionalismus, Teilhabe und Soziokultur, die in der heutigen
Kulturpolitik nahezu selbstverständlich erschienen, nicht zuletzt
auf europäischer Ebene, vor allem im Straßburger Europarat,
vorgedacht worden.
Das Buch zeichnet diesen Weg anhand
von über 60 einschlägigen Dokumenten nach. Es umfasst dabei mehr
als 60 Jahre europäischer Kulturpolitik, die vom Autor zudem in den
zeithistorischen Zusammenhang gestellt und entsprechend kommentiert werden.
Die Publikation markiert in dieser Hinsicht gleichsam die "Erfolgsgeschichte"
der europäischen Kulturpolitik bis ins 21. Jahrhundert.
Manfred Grieger / Christian Jansen / Irmtrud Wojak
Interessen, Strukturen und Entscheidungsprozesse!
Für eine politische Kontextualisierung
des Nationalsozialismus
202 S., Br., € 19,95
978-3-8375-0403-3
Der Nationalsozialismus erregt
auch 65 Jahre nach dem Tod Adolf Hitlers große mediale Aufmerksamkeit.
Anstatt umfassend die ermöglichenden Faktoren einer durch Exklusion,
Gewalt, Expansion und Völkermord geprägten Gesellschaft zu untersuchen,
stehen seit einiger Zeit die Motive, ideologischen Prägungen oder
auch die Korruption und persönliche Bereicherung der Täter im
Mittelpunkt der Forschung. Zudem setzen manche Autoren die vom Regime propagierte
"Volksgemeinschaft" mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit gleich und
überzeichnen damit die Regimeloyalität der "Deutschen". Gesellschaftliche
Konflikte und auch der politische Widerstand werden dabei leicht übersehen.
Der Band plädiert dagegen für eine quellengestützte Analyse
der Interessen, Strukturen und Entscheidungsprozesse, die der "kumulativen
Radikalisierung" des NS-Regimes zugrunde lagen. Die Forderung nach einer
stärker politischen Kontextualisierung des Nationalsozialismus greift
wichtige Anregungen und Argumente des bedeutenden Zeithistorikers und einflussreichen
Bochumer Hochschullehrers Hans Mommsen auf, dessen strukturgeschichtlicher
Denkansatz die Autorinnen und Autoren bei der Entwicklung des eigenen Blicks
auf die NS-Diktatur und ihre Verbrechen beeinflusst hat.
Jens Niederhut / Uwe Zuber
Geheimschutz transparent?
Verschlusssachen in staatlichen
Archiven
128 Seiten, € 19,95
978-3-8375-0453-8
Eine immense Zahl von Verschlusssachen
lagert in den Registraturen der Verfassungsschutzämter, bei Staatsschutzstellen
und bei der Justiz, aber auch in den staatlichen Archiven. Der Band versucht
den Wert dieser Akten für die Forschung auszuloten und die Schwierigkeiten
der Archive im Umgang mit Verschlusssachen zu veranschaulichen. Im Rückgriff
auf Geheimakten beschreiben die Beiträge die Entstehung des nordrhein-westfälischen
Verfassungsschutzes nach 1945, links- und rechtsextremistische Gruppen
sowie Aspekte der Alltagsbeziehungen zur DDR. Wissenschaftler und Journalisten,
Vertreter der Verwaltung und der Archive diskutieren Möglichkeiten
und Grenzen eines öffentlichen Zugangs zu VS-Akten.
LWL-Industriemuseum
Wahre Helden
Fotografien von Jörg Boström
und Jürgen Heinemann
120 Seiten, zahlr. Abb., €
7,90
978-3-8375-0414-9
Die westdeutsche Industrie befand
sich in einer tiefen Krise, als Prof. Jörg Boström und Prof.
Jürgen Heinemann Ende der 70er Jahre bis Anfang der 90er Jahre mit
ihrer Kamera die industrielle Arbeitswelt in verschiedenen Betrieben Westfalens
dokumentierten. Nach Jahren des Wiederaufbaus und des wirtschaftlichen
Aufschwungs wurden durch die Wirtschaftskrise un ddie ausländische
Konkurrenz viele Betriebe der Kohle-, Textil- und Metallindustrie geschlossen
oder die Arbeitsplätze nach Osteuropa oder Fernost verlagert. Die
"Wahren Helden" waren die Arbeiterinnen und Arbeiter. Die Bilder von Jörg
Boström und Jürgen Heinemann zeigen die Akteure bei der Arbeit
– und setzen ihnen ein Denkmal.
Delia Bösch /Jörg
Loskill
Thomas Rother
RevierAtelier, Band 8
96 Seiten, durchg. farb. Abb.,
€ 24,90
978-3-8375-0271-8
Aus dem Vorwort von Jörg Loskill:
Nostalgie ist seine Sache nicht. Auch wenn er dem Alten, Vergessenen, Ausrangierten
nachspürt. Aber er gibt sich damit nicht zufrieden.
Thomas Rother ist Sammler, Arrangeur,
Monteur, Denker, Handwerker, Collageur, Bildhauer, Grafiker, Texter, Spurensucher.
Er verbindet Vergangenheit mit der Gegenwart und blickt durch diese Konstellation
visionär in die Zukunft. Er lebt in dem Bewusstsein der Industriekultur,
in der sich eine neue Sicht auf Dinge, auf Materialien, auf Situationen,
auf Alltägliches und Rituelles manifestiert. Seine künstlerische
Leistung erwächst aus einem Pionierbewusstsein: Die Mythen des Ruhrgebiets
werden von ihm neu befragt.
Horst Wackerbarth
Die rote Couch–
Here and there
288 Seiten, zahlr. farb. Abb., ca. € 39,95
978-3-8375-0102-5
"Here & There" ist Teil des
Gesamtprojekts "The Red Couch - A Gallery of Mankind". Am Beispiel der
Stadt Duisburg und ihrer Partnerstädte kommentiert Horst Wackerbarth
Migration künstlerisch durch Foto- und Videoarbeiten. Es sind Arbeiten
mit berühmten und weniger berühmten Kindern der Stadt entstanden,
wobei die prominenten Duisburger jeweils einen Mitbürger mit Migrationshintergrund
"adoptieren".
Horst Wackerbarth arbeitet seit
über einem Vierteljahrhundert an seinem Porträtwerk "The Red
Couch - A Gallery of Mankind". Der Foto- und Videokünstler bereist
mit Couch und Kamera die Welt und platziert das Sofa im Lebensumfeld der
unterschiedlichsten Menschen, die darauf porträtiert zwölf universelle
Fragen beantworten. Seine Fragen zu den Themen Arbeit, Glück, Liebe
und Tod stellt der Künstler stets auf der leuchtend roten Couch. Diese
ist der gemeinsame Nenner für alle Nationen, Religionen, Rassen und
Schichten, für kulturelle Vielfalt, Lebensgewohnheiten und Ansichten
von Individuen, Szenen, Mehrheiten und Minderheiten. Ergebnis ist jeweils
eine großformatige Original-Fotografie nebst Videoinstallation. Bis
heute schuf Wackerbarth fast 600 Arbeiten in 39 Ländern und die universellen
Fragen wurden in 36 Sprachen beantwortet.
Michael Welke
Der Kabarettist als literarischer Orator
Produktions- und rezeptionsästhetische Strategien
im Werk des literarischen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch
376 S., Br., € 34,95
978-3-8375-0441-5
Der literarische Kabarettist Hanns
Dieter Hüsch (1925–2005) bestach durch Sprachwitz und Poesie, war
niederrheinischer Heimaterzähler, Gesellschaftskritiker und christlicher
Prediger zugleich. In annähernd sechzig Jahren Bühnen-, Rundfunk
und Fernsehpräsenz prägte er sich dem Publikum als Humorist und
Mahner ein, erlangte in den späteren Jahren den Ruf einer „moralischen
Instanz“. Mit vielen Staats-, Landes- und Kulturpreisen ausgezeichnet,
beschritt er einen Weg von der provisorisch eingerichteten Mainzer Studentenbühne
bis in die Arenen der Kirchentage und kann als führender Wegbereiter
der bundes-deutschen Kabarettszene bezeichnet werden.
Michael Welke untersucht die Inszenierungsformen
des sich wandelnden Hüsch vom Kleinkünstler zum Großprediger
und stellt Verbindungen dieser Rollenvariabilität zu den zu Grunde
liegenden Erzählstrategien des Künstlers her. Dies geschieht
auf der Grundlage eines poetologisch-rhetorischen Interpretationsansatzes,
der Kunstproduktion, Inszenierungsformen und Sprachhandlungen in einen
Zusammenhang bringt. Eine Fülle von historiographischen Hinweisen
auf Produktionsbedingungen und Prägungserlebnisse, die den Künstler
beeinflusst haben, runden die Untersuchung ab.
Inhalt
und Vorüberlegungen des Autors
Ulrike Robeck
Egon Erwin Kisch beim Bochumer Verein
Ein Versuch zum "Wesen des Reporters"
130 Seiten, zahlr. Abb., € 19,95
978-3-8375-0418-7
Egon Erwin Kisch gilt als Begründer
der literarischen Reportage. Bekannt wurde er mit seiner 1924 veröffentlichten
Reportagesammlung mit dem Titel „Der rasende Reporter“. Dem darin enthaltenen
Bericht über das Hochofen- und Stahlwerk des Bochumer Vereins stellt
Ulrike Robeck zeitgenössische Fotografien der Werksanlagen gegenüber.
Bei der Konfrontation der beiden Darstellungsweisen werden Gemeinsamkeiten
und Unterschiede deutlich, welche die besonderen Eigenarten des Reportagetextes
erkennen lassen. Dieser verliert im Laufe der Untersuchung zunehmend den
Charakter eines einfachen Tatsachenberichts. Unter Berücksichtigung
der von Kisch bereits 1918 veröffentlichten theoretischen Gedanken
über das „Wesen des Reporters“ erweist sich die Stahlwerks-Reportage
schließlich als ein literarisch gestalteter Text, mit dessen Bildsprache
eine Thematik angesprochen wird, die weit über die Abläufe im
Hüttenwerk hinausgeht.
Willy Buschak
Franz Josef Furtwängler
Gewerkschafter, Indien-Reisender,
Widerstandskämpfer.
Eine politische Biografie
270 Seiten, € 39,95
978-3-8375-0387-6
Franz Josef Furtwängler ist
eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Weimarer Republik. Als
Gewerkschafter reiste er 1926/27 durch Indien. Ganz anders als die Europäer
seiner Zeit sah er den Orient mit dessen eigenen Augen und prophezeite
schon in den 1920er Jahren den Aufstieg Indiens zur Industriemacht. Gegen
Ende der Weimarer Republik knüpfte er Kontakte zur NSDAP. Zeitgenossen
und Historiker verdächtigten ihn sogar, im Auftrag der Gewerkschaften
mit der NSDAP-Größe Gregor Strasser verhandelt zu haben. Um
sich in Sicherheit zu bringen, ging er 1934 ins Exil nach Ungarn, wurde
vier Jahre später nach Deutschland ausgewiesen und landete – im Auswärtigen
Amt, im Sonderreferat Indien. Furtwänglers wichtige Rolle im deutschen
Widerstand ist heute völlig unbekannt: Er war einer der wichtigsten
Mitarbeiter von Adam von Trott zu Solz, hielt enge Verbindung zum Kreisauer
Kreis und war das Scharnier zwischen bürgerlichem und gewerkschaftlichem
Widerstand. Unter abenteuerlichen Umständen konnte er in der Endphase
des Zweiten Weltkrieges überleben. Als hessischer Landtagsabgeordneter
und Publizist kämpfte er für eine demokratische Entwicklung Deutschlands.
Rainer Danielzyk / Andrea Dittrich-Wesbuer
/ Frank Osterhage
Die finanzielle Seite der Raumentwicklung
Auf dem Weg zu effizienten Siedlungsstrukturen?
266 Seiten, zahlr. teils farb.
Abb., € 24,90
978-3-89861-934-9
Die Auswirkungen der Siedlungsentwicklung
auf den Gemeindehaushalt haben in Raumforschung und Planungspraxis in den
letzten Jahren eine wachsende Aufmerksamkeit erfahren. Im Mittelpunkt steht
hierbei die Frage, mit welchen einmaligen und laufenden Kosten die Siedlungstätigkeit
in einer Kommune oder Region verbunden ist. Der Sammelband stellt Ergebnisse
und Erfahrungen der aktuellen Fachdiskussion vor. Er fördert den Austausch
zwischen unterschiedlichen Forschungsansätzen und regt eine weitere
Auseinandersetzung mit den fiskalischen Effekten der Siedlungsentwicklung
in Deutschland an.
Aus dem Inhalt:
Fred Baumgartner: Raumentwicklung kostet?! Eine
kohärente Raumordnungspolitik, der Schlüssel zu einer kostensparenden
Raumplanung
Stefan Raetz und Robin Denstorff: Die finanzielle
Seite der Raumentwicklung. Eine Sichtweise der kommunalen Ebene
Thomas Bleier: Fiskalische Betrachtung der Raumentwicklung
aus Sicht eines Projektentwicklers
Robert W. Burchell, Anthony Downs, Samuel Seskin
and Terry Moore: The Costs of Sprawl in the United States 2000 to 2025
Stefan Suter, André Müller und Heini
Sommer: Siedlungsentwicklung und Infrastrukturkosten. Forschungsergebnisse
aus der Schweiz
Stefan Siedentop: Regionale Infrastrukturkostenrechnung.
Methodischer Ansatz und Ergebnisse einer Pilotanwendung in der Region Havelland-Fläming
Jens-Martin Gutsche: Die „Kosten der Zersiedelung“
im Bauausschuss. Eine persönliche Zwischenbilanz
Jürgen Wixforth: Ertragreiche Ansiedlungspolitik?
Empirische Analysen im Stadt-Umland-Kontext
Stephan Mitschang: Ökonomische Aspekte des
Stadtumbaus
Andrea Dittrich-Wesbuer, Karsten Rusche und Achim
Tack: Stadtumbau und Infrastruktursysteme. Folgen des demographischen Wandels
auf die Abwasserinfrastruktur
Dirk Löhr: Ökonomische Instrumente
zur Lenkung der Siedlungsentwicklung
Marion Klemme und Klaus Selle: Geld spielt keine
Rolle? Fiskalische Aspekte der Siedlungsentwicklung in kommunalen Planungs-
und Entscheidungsprozessen
Andrea Dittrich-Wesbuer und Frank Osterhage:
Kostenbewusste Siedlungsentwicklung als Zukunftsaufgabe. Neue Werkzeuge
für die Planungspraxis
Helmut Resch: Kosteneffizienz durch strategische
Rückbauplanung. Das Beispiel der Stadt Selb
Gertrude Cepl-Kaufmann / Georg
Mölich
Konstruktionsprozesse der Region
in europäischer Perspektive
Kulturelle Raumprägungen
der Moderne
312 S., Abb., € 29,95
978-3-89861-836-6
Aus dem Inhalt:
Karl Ditt: Strategien regionaler Raumkonstruktionen
in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Walter Schmitz: „Gedachte Ordnung“ – „erlebte
Ordnung“: Region als Sinnraum
Gertrude Cepl-Kaufmann: Denkbild und Praxis.
Zur Rhetorik der Region
Andreas Schumann: Wie Stereotype Neues verhindern.
Heimat und Moderne
Stephen Pielhoff: Kulturvermittler im Kampf um
Anerkennung. Zur avantgardistischen Codierung von „Heimat“ im wilhelminischen
Kaiserreich
Wulf Wülfing: Literarische Gruppen als Träger
regionaler Identitäten
Justus H. Ulbricht: „Wartburg-Weimar-Lebensgefühl“
oder: In „deutscher Mitte
Monika Gibas: Von „Deutscher Wertarbeit“ und
vom „Kulturwert der Technik“ in „Deutschlands Mitte“
Ulrich Gaier: Mythen, Denkmäler, Wahrzeichen.
Konstruktionsverfahren der imagined Community
Bettina Keß: „Mainfranken“. Zu Geschichte
und Gebrauch eines Integrativbegriffs
Antje Johanning: Zur Konstruktion einer „oberschlesischen“
Identität in Literatur und
Kulturzeitschriften zwischen 1925 und 1945
Antonella Gargano: Von Macerata nach Berlin,
Düsseldorf und zurück
Maria Paola Scialdone: Das Ballspielhaus Maceratas
„Sferisterio“ als Träger und Förderer der kulturellen Identität
der Marken
Hans-Georg Grüning: Tirol-Südtirol.
Dekonstruktion und Rekonstruktion einer Region
Jürgen Thaler: Erkundungen im ländlichen
Raum. Regionale Literaturgeschichte am Beispiel Vorarlberg
Germaine Goetzinger: Aline Mayrisch und Sissi
Frank – Industriellengattin und Dienstmädchen
Hans Hecker: Beiderseits der Grenze. Grenzziehungen
und Grenzregionen im östlichen Europa
Hans Körner / Jürgen Wiener
"Liturgie als Bauherr"?
Moderne Sakralarchitektur und
ihre Ausstattung zwischen Funktion und Form
256 S., zahlr. Abb., € 29,95
978-3-8375-0356-2
Mit der Formel »Liturgie
als Bauherr« plädierte der Architekt und Kunsthistoriker Cornelius
Gurlitt für eine Reform des Kirchenbaus. Inwiefern bestimmt die Liturgie
tatsächlich die Sakralarchitektur? Ist Gurlitts Wort heute noch aktuell?
Die Autoren untersuchen die Wechselbeziehungen zwischen Liturgie, Baugestalt
und Kirchenausstattung im katholischen und protestantischen Kirchenbau
des 20. Jahrhunderts.
Aus dem Inhalt:
– Funktion und Erlebnis katholischer Sakralräume im Rheinland
zu Beginn des 20. Jahrhunderts
– Kirche und Siedlung
– Stadt – Konfession – Kirche. Die evangelische Matthäikirche
in Düsseldorf
– Die assoziative Kraft der Form im Kirchenbau der Nachkriegsmoderne
– Material im Dienste der Liturgie
– Wallfahrtsliturgische Praxis in ihrer architektonischen Konsequenz
am Beispiel von Le Corbusiers Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp
– Die Idee des Zentralbaus bei Emil Steffann
– Die Rothko Kapelle. Kunst als Bauherr
– Altar und Kanzel im evangelischen Kirchenbau. Bauwerke der Zwischenkriegsjahre
in Ruhrgebiet und Rheinland
– Altar und Tabernakel im liturgischen und architektonischen Spannungsfeld.
Peter Lenz, Martin Weber, Clemens Holzmeister, Hans Schwippert
– Die Entstehung moderner Altarkonzepte im Kontext des katholischen
Kirchenbaus
– Der Altarraum im Kirchenbau der Moderne
– »Alles Bauen muss von einem Zwecke aus begriffen werden,
[…] so auch der Kirchenbau.« Otto Bartning und die Aufgaben des Kirchenbaus
– Architektur und Liturgie. Kirchenbauten von Olaf Andreas Gulbransson
(1916–1961)
– Das Kirchengestühl im modernen Kirchenbau. Die Geschichte
des Gestühls
– Wie die Orgel den modernen Kirchenraum betrat …
– Licht im modernen Kirchenraum. Licht als Baustoff?
– Moderner Kirchenbau als Bedeutungsarchitektur. Die Lichtkonzeption
Dominikus Böhms (1880–1955) als Ausdruck einer mystagogischen Raumidee
– Lampe und Liturgie. Elektrisches Licht im modernen Kirchenbau
– Licht im Kirchenraum bei Rudolf Schwarz
– »Propaganda in allen erreichbaren Käsblättern«.
Schwarz, Bartning, Böhm und die Visualisierung ihrer Kirchenbauten
durch Albert Renger-Patzsch und Hugo Schmölz
– Die fotografische Darstellung des modernen Kirchenbaus in der
Zeitschrift »Das Münster«
Christa Reicher / Lars Niemann / Angela Uttke
Internationale Bauausstellung Emscher Park
Impulse: lokal – regional – national – international
300 Seiten, zahlr. Abb., € 29,95
978-3-8375-0501-6
Die IBA Emscher Park hat seit ihrem
Beginn bis heute viele Veränderungsprozesse in der Region und darüber
hinaus angestoßen. Fachleute aus dem In- und Ausland zeigen ein anhaltendes
Interesse an den Wirkungsweisen, Organisationsformen und Ergebnissen der
IBA und studieren ihre Denkmodelle und Projekte. Welche sozialen, ökologischen
und ökonomischen Impulse wurden gesetzt? Wie weit reicht die Vorbildwirkung
von IBA Projekten und Verfahren im In- und Ausland? Wie lief der Transfer
von Wissen um Verfahren und Projekte? Welche Rolle spielten dabei Personen?
Das Buch „IBA Impulse“ befragt Akteure der Kommunen und der Region sowie
der Wissenschaft, Politik und Wirtschaft nach ihren Einschätzungen
der Entstehung und Entwicklungen der IBA Emscher Park. Ihre teils persönlichen
Wahrnehmungen der letzten 20 Jahre beschreiben Impulswirkungen und Sichtweisen
auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene und veranschaulichen
die vielfältigen Effekte der IBA. Die Autoren aus dem In- und Ausland
zeigen dabei in ihren Beiträgen Wechselwirkungen von Zeit und Raummaßstäben
auf und motivieren durch die Verschiebungen von Perspektiven die Auseinandersetzung
mit der IBA Emscher Park.
Fonds Darstellende Künste / Günter Jeschonnek
Report Darstellende Künste
Wirtschaftliche, soziale und arbeitsrechliche Lage
der Theater- und Tanzschaffenden in Deutschland
724 Seiten, € 24,90
978-3-8375-0473-6
Mit seinem zweiten Buch legt der
1985 gegründete Fonds Darstellende Künste einen komplexen Report
zur wirtschaftlichen, sozialen und arbeitsrechtlichen Lage der Theater-
und Tanzschaffenden in Deutschland – im Kontext zu internationalen Entwicklungen
– vor. Dieser Report bezieht sich auf den Künstlerreport von Forbeck/Wiesand
(1975) und den Bericht der Enquetekommission „Kultur in Deutschland“ des
Deutschen Bundestages (2007). Der Fonds, das Internationale Theaterinstitut
(ITI) und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
veranstalteten zu diesem Thema gemeinsam mit anderen Partnern im Mai 2009
ein internationales Symposium in der Berliner Akademie der Künste.
Davor initiierte der Fonds umfangreiche Erhebungen sowie Studien und gewann
dafür Wissenschaftler, die Verbände Freier Theater, spartenspezifische
Fachverbände und das ITI. Die Ergebnisse des Symposiums und der nationalen
wie internationalen Studien bilden die Grundlagen des Reports. Bundesweit
beteiligten sich 4.400 Theater- und Tanzschaffende aller Sparten an der
Fragebogenaktion und 175 qualitativen Interviews. Im Kontext zu den empirischen
Ergebnissen, die die Arbeits- und Lebensbedingungen der Theaterund Tanzschaffenden
widerspiegeln, werden im Buch alle vorhandenen Kultur- und Kreativwirtschaftsberichte
der Bundesländer und Kommunen sowie die Auswertung amtlicher Statistiken
unter dem Aspekt berufsspezifischer Risiken auf den Arbeitsmärkten
der darstellenden Künste diskutiert. Die aktuelle umfassende Untersuchung
unternehmerischer Kulturförderung in Deutschland durch den Kulturkreis
der deutschen Wirtschaft im BDI komplettiert die Studien des Reports.
Miriam Bistrovic
Aktuelle Entwicklungen des Antisemitismus
und Philosemitismus in Japan
336 Seiten, ca. € 34,95
978-3-8375-0499-6
Aktuelle Debatten zum Antisemitismus
und Philosemitismus befassen sich nur selten mit Vorkommnissen im asiatischen
Raum und Japan wird häufig nur im Kontext des Zweiten Weltkrieges
als Bündnispartner des nationalsozialistischen Deutschlands oder in
seiner Funktion als vorübergehendes jüdisches Exilland erwähnt.
Jedoch bleiben dadurch Besonderheiten bei der Interpretation antisemitischer
Propaganda sowie deren langfristiger Einfluss auf aktuelle Ereignisse und
den gegenwärtigen Umgang mit Juden weitestgehend unberücksichtigt.
Diese Lücke in der Forschung versucht die Autorin zu schließen.
Sie erörtert sowohl die historischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen
für die Entstehung antisemitischer und philosemitischer Strömungen
in Japan als auch ihre spezifischen Strukturen. Der Schwerpunkt liegt dabei
auf der detaillierten Analyse von Phänomenen der jüngsten Vergangenheit,
die vom Beginn der Anne-Frank-Rezeption in der Nachkriegszeit, über
Opferdiskurse und religiös motivierte Sympathiebekundungen bis hin
zu Fällen von Holocaust-Leugnung, der Kolportage von Verschwörungstheorien
über das Internet und antisemitischen Traktaten mit Verkaufszahlen
in Millionenhöhe reichen.
Eva Krings
Tierleben
Vom Umgang mit vertrauten Fremden
120 S., Abb., € 15,00
978-3-8375-0494-1
Seit wann gibt es Diätberater
für Hunde? Warum lieben Diktatoren Privatzoos? Warum sind Schlachttiere
unsichtbar? Wo wurden Männer als Werwölfe verfolgt? Wann kommen
Tiere in den Himmel? Wovon träumt King Kong? Wann ist Tierquälerei
erlaubt? Darf ein Papst Katzen lieben? Allein in deutschen Haushalten leben
mehr als 23 Millionen Katzen, Hunde, Vögel und Kleintiere, Fische
und Terrarienbewohner nicht einmal mitgerechnet. Tiere gehören zu
unserem Alltag – als Familienmitglied, als modisches Zubehör, als
Hauptdarsteller im Freizeitangebot. Doch selbstverständlich ist die
Beziehung zwischen Mensch und Tier damit noch lange nicht. Nicht nur die
private Zuneigung zum Haustier und der gesellschaftliche Umgang mit Nutztieren
stehen unvermittelt nebeneinander, auch die gleiche Art kann ein Schicksal
zwischen Himmel und Hölle treffen, wie die rasant steigende Zahl der
Versuchstiere zeigt. Wie kommt es zu diesen Widersprüchen und wie
können sie funktionieren? Eva Krings geht dieser Frage nach. Auf der
Spurensuche begegnet man Arbeits- und Kuscheltieren, Mischwesen und Bestien,
Kunst-Stücken und unsichtbaren Schlachttieren. Und nicht zuletzt dem
Menschen, der seine Handschrift auf ihnen hinterlassen hat, seit der erste
domestizierte Wolf ihn vor etwa 15.000 Jahren auf der Jagd begleitete.
Margret Krannich / Susanne Rauscher / Mechthild Veil
Das gefühlte und das proklamierte Europa
Impulse und Barrieren der europäischen Genderpolitik
164 Seiten, € 14,95
978-3-8375-0498-9
Das gefühlte und das proklamierte
Europa driften in der Wahrnehmung vieler Menschen zunehmend auseinander.
Es macht sich eine gewisse Europamüdigkeit breit, auch und gerade
in der Genderpolitik, obwohl die EU-Gleichstellungspolitik zu Recht als
eine Erfolgsgeschichte gilt. Es scheint, als fehlten Europa Stimmen, Gesichter
und eine Programmatik, um für emanzipatorische Prozesse zu mobilisieren.
Wie erklären sich diese Diskrepanzen? Kann tatsächlich von einem
Stillstand in der EU-Gleichstellungspolitik gesprochen werden oder gibt
es angesichts einer tief greifenden ökonomischen Krise und im Hinblick
auf die spezifische Institution der Europäischen Union zu hohe Erwartungen
an die EU-Politik? Der Band zeichnet in einem ersten Teil die 50-jährige
Geschichte der EU-Gleichstellungspolitik nach und wirft einen Blick auf
die aktuelle EU-Genderpolitik. In einem zweiten Teil, der Porträts
von drei Europäerinnen enthält, steht Europa als kultureller
Raum im Zentrum. Ein weiterer Teil befasst sich mit der Finanz- und Wirtschaftskrise
und deren Perspektiven für die Geschlechterpolitik der Europäischen
Union. Am Beispiel Deutschlands werden die Konjunkturpakete und ihre Auswirkungen
unter Gendergesichtspunkten untersucht. In einem letzten Teil werden Veränderungsdynamiken
in einzelnen EU-Mitgliedstaaten im Spannungsverhältnis zur EU beleuchtet.
Sowohl der Blick auf Irland als auch der auf Spanien versprechen neue Einblicke.
Ein Beitrag zur aktuellen Lage in Ungarn schließt die Publikation
ab.
Vera von Achenbach / Barbara
Eifert
Junge Bilder vom Alter
WERKBUCH
370 Seiten, zahlr. farb. Abb.,
€ 14,95
978-3-8375-0178-0
Was macht das Alter heute aus?
Wie leben sie, was tun die Älteren? Wie sehen sie sich selbst und
wie die Jungen? Die meisten Bilder vom Alter entsprechen schon lange nicht
mehr der Realität. So wird Alter häufig immer noch mit Krankheit,
Bedürftigkeit, geistigem Verfall und gesellschaftlicher Belastung
gleichgesetzt. Solche Bilder prägen unser Verhalten und unsere Sprache.
Damit setzt sich die Landesinitiative "Junge Bilder vom Alter" auseinander.
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des
Landes Nordrhein-Westfalen fördert damit die Wahrnehmung der Potenziale
des Alters in der Gesellschaft. Ziel der Initiative ist die Stärkung
differenzierter Sichtweisen auf das Alter und die Entwicklung realistischer
Altersbilder. Der Band versammelt Essays, Reflexionen und wissenschaftliche
Studien zum Thema. Projektimpulse und zahlreiche Bilder aus der Kreativ-Werkstatt
machen die Vielfalt des Alters erfahrbar und durchbrechen die normierende
Wirkung negativer Klischees. Die Begegnung zwischen Alt und Jung und das
gemeinsame kreative Gestalten lassen neue Bilder hervortreten und schaffen
Raum für neue Erfahrungen.
Alexander Klar
Rui Inácio - True
Images
60 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 13,95
978-3-8375-0448-4
Rui Inácios Werk beschäftigt
sich mit Mechanismen des visuellen Gedächtnisses. In einer in sich
geschlossenen Folge von Formentwicklungen transformiert er Elemente des
naturalistischen Landschaftsbildes oder von Naturgebilden in Bilder einer
eigenen, artifiziellen Natur. Das Bild des Baumes, Symbol für organisches
Wachstum und die Komplexität der Natur geht er an, indem er vorhandene
Formen übernimmt und im Bild transformiert, in dem er sie aus sich
heraus ‚wachsen’ lässt. Am Anfang stehen Fotografien, die der Künstler
in Portugal, Spanien und Deutschland gemacht hat. Bereits in den Fotografien
ist der Ausschnitt so gewählt, dass die Orientierung in einem Dickicht
von Bäumen oder einem Gewirr von Baumstämmen die Orientierung
unmöglich wird. Von diesen Fotografien ausgehend verdichtet er die
Darstellung, um Bilder einer utopischen Wildnis zu erreichen.
Stratmann
Pilz inne Buxe
Heiteres medizinisches Comic
96 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 12,95
978-3-8375-0491-0
Wohl einmalig in der deutschen
Kabarettgeschichte, dass ein Solokabarettist in 10 Jahren über eine
Million Zuschauer (davon 700.000 in seinem eigenen Theater) überweigend
erfreute, teilweise sich auch kranklachen ließ, darüber hinaus
gab es zahlreiche Auftritte außerhalb des Stratmanns-Theater in vielen
bekannten Theatern, Kabaretthochburgen (Senftöpfchen Köln, Springmaus
Bonn, St.-Pauli-Theater HH, Wühlmäuse Berlin, Unterhaus Mainz
u.v.a.) und Stadthallen in Deutschland sowie in Funk und Fernsehen, wie
z.B. 75 Sendungen "Mittwochs mit...", nicht zuletzt durch die WDR-Produktion
"Stratmanns" samstags um 21.45 Uhr, bereits seit 9 Jahren fester Bestandteil
des WDR-Abendprogramms. Jetzt gibt es die absurdesten Krankengeschichten
aus der Kleingartenanlage Bottrop-Batenbrock-Süd unter anderem mit
Glückshormonen, Pilzerkrankungen und mechanischen Gehhilfen auch als
Comic zum Nachlesen und Gesundlachen.
Kultur-Konzept GmbH /Ilya und Emilia Kabakov /Andreas
Kaiser /Kazuo Katase /Andreas M. Kaufmann
Das Ruhr-Atoll
Kunst – Wissenschaft – Energie
158 S., durchg. farb. Abb., € 19,95
978-3-8375-0489-7
Im Sommer 2010 war der Essener
Baldeneysee für fünf Monate lang nicht nur Erholungsort und wasserwirtschafliches
Bauwerk, sondern auch Schauplatz eines der meistdiskutierten Kunstprojekte
der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. „Kunst ist Energie – Energie ist
Bewegung“ lautete die Formel für das Ruhr-Atoll, das im öffentlichen
Raum den Diskurs zur Nachhaltigkeit von Energieressourcen, den menschlichen
Umgang mit Natur, zum Thema machte, nachdem es als Konzept bereits seit
2003 den Prozess der Kulturhauptstadt Europas begleitet hatte. Auf der
thematischen Grundidee des Konzeptkünstlers Norbert Bauer fußend,
stammten Entwurf und Planung für (fast) jede einzelne Insel von einem
scheinbar ungleichen Paar: Künstler haben sich mit Wissenschaftlern
darauf eingelassen, ihre Themen und Sichtweisen miteinander zu verknüpfen
und Ressourcen wie Wasser, Wind, Sonne und Kreativität zu nutzen.
Der „Archipel der Künste und Wissenschaften“ provozierte und faszinierte
die Menschen. Um sich den Objekten auf dem Wasser zu nähern und die
Werke Kunst verbindet – Das Ruhr-Atoll bis ins Detail zu erfassen, mussten
die Besucher sich aus der Rolle des reinen Betrachters lösen und selbst
Energie aufwenden. Von allen Künstlern, Konzepten und Projekten berichtet
dieser Bild- und Textband.
3rd i / Anja Bardey / Leonhard Lagos Kalhoff
Meine Stadt der Zukunft
Transfer_Next_Generation – Ruhr
224 S., zahlr. farb. Abb., Br., € 19,95
978-3-8375-0410-1
Stephanie Haury, BBSR: So
frühzeitig wie möglich sollte auch im privaten Bereich schon
damit begonnen werden, Partizipation zu üben, denn auch dies muss
gelernt sein. Auch Betreuungseinrichtungen wie Kindergärten und der
schulische Bereich spielen hierbei eine große Rolle. In diesen Bereichen
lernen sie nicht nur soziales Verhalten und fachliche Inhalte, sondern
auch hier muss schon Gelegenheit zu partizipatorischem Verhalten gegeben
werden. Neben theoretischen Inputs, wie man sich an der eigenen Lebenswelt
beteiligen kann, sollte auch hier Raum für die Gestaltung des eigenen
Umfeldes gegeben werden.
Herbert Brenneken, Stellv
ertretender Schulleiter GHS Niedersprockhövel: Es darf nicht nach
Schule riechen, damit die Kinder Spaß an der Arbeit haben. Ich habe
z.B. jetzt in der Gruppe Schüler, die im normalen Unterricht, so wie
man ihn aus der Schule kennt, relativ schwierig sind. Die haben vor kurzem
zu mir gesagt: Machen Sie das im nächsten Jahr weiter? Kann ich denn
dann noch mitmachen? Das ist stark hier!
Katja Heinecke, HCU-Hamburg,
Urban Design: Großartig, wie sehr die Jugendlichen aus den Potenzialen
denken. Sie wollen gar nicht alles abräumen und dann das das Große,
Dicke, Neue schaffen. Sie arbeiten wirklich ganz konkret mit dem, was da
ist, spinnen es weiter, spinnen es um, setzen etwas darauf. Als Strategie
einfach toll!
Martin Wirtz, Leiter des Bereichs
Städtebauliche Planung/Freizeitplanung des RVR: Ich habe das als Motivation
und Rückenwind für meine weitere Arbeit mitgenommen. Das Interesse,
die Ernsthaftigkeit, mit der die Jugendlichen sich mit dem Thema auseinandergesetzt
haben, fand ich beeindruckend.
Kooperationsprojekt
der Folkwang Universität der Künste mit der Emschergenossenschaft:
Elisabeth Neudörfl / Elke Seeger
Schön wäre wenn uns
möglichst viele besuchen würden
Lernen von Castrop-Rauxel –
Fotografie und Klang
96 Seiten, zahlr. farb. Abb., Br. inkl. CD, €
14,95
978-3-8375-0458-3
Schön wäre, wenn uns
möglichst viele besuchen würden, und zwar hier bei uns in Castrop-Rauxel:
Damit sie sehen, dass alle Vorurteile unbegründet sind, dass es hier
so schön grün ist, dass wir eine schöne Stadt haben. Kulturelles
Handeln in Castrop, transkultureller Raum in Rauxel. Ickern, Pöppinghausen,
Deininghausen, Schwerin. Um das Bild von Castrop-Rauxel aus Castrop-Rauxel
herauszuholen, es von der Stadt zu trennen, es ihr zu entreißen,
haben sich Studierende der Folkwang Universität der Künste dorthin
begeben. Sie haben Aufnahmen gemacht, und zwar mit dem Mikrofon und mit
der Kamera. Von Castrop-Rauxel lernen: Bild und Ton von der Stadt. Die
Ausstellung und das Buch "Schön wäre wenn uns möglichst
viele besuchen würden" bringen visuelle und klangliche Repräsentationen
aus Castrop-Rauxel zusammen. Die BetrachterInnen können sich ein umfängliches
Bild von Stadt und Rand, Verkehr und Natur, Emscher und Hochhaus, Wohnung
und Park erschließen, das im Einzelnen vielleicht überall sein
könnte, aber in der Zusammenschau doch Castrop-Rauxel sein muss.
Hans Rudolf Uthoff
Tief im Westen
Das Ruhrgebiet 1950 bis 1969 im Bild
128 Seiten, zahlr. Abb., € 19,95
978-3-8375-0300-5
Im Ruhrgebiet waren die fünfziger
und sechziger Jahre eine hart erarbeitete Erfolgsgeschichte. Die Schwerindustrie
florierte und der Krieg war überwunden. Die Jugendjahre der Republik
schufen auch den Mythos „Ruhrgebiet“ mit Arbeit und Wohlstand für
alle. Uthoffs sensibler Blick vermittelt dem Betrachter das Lebensgefühl
von damals. Für die Zeitgenossen werden beim Betrachten der Bilder
viele Erinnerungen wach. Für die Kinder und Enkel sind es Zeugnisse
einer vergangenen Zeit: als tief im Westen der Alltag der Eltern und Großeltern
noch schwarz-weiß war.
Rolf Potthoff / Achim Nöllenheidt
Wie ich den Krieg überlebte
Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg
192 Seiten, zahlr. Abb., € 13,95
978-3-8375-0495-8
„Als der Krieg zu Ende ging, war
mein Elternhaus durch totalen Bombenschaden zerstört, waren mein ältester
Bruder, mein Onkel und vier meiner besten Freunde gefallen; mehr als die
Hälfte meiner Klassenkameraden kam an der Front um. Keiner wurde älter
als 19.“ In diesem reich bebilderten Buch schildern Frauen und Männer
authentisch und intensiv Ereignisse aus dieser furchtbaren Zeit. Es entstand
aus den Zuschriften auf einen Aufruf, in dem die Westdeutsche Allgemeine
Zeitung (WAZ) Zeitzeugen bat, über das Erlebte von damals zu berichten.
Es sind bewegende Geschichten von Strapazen, Angst, Entbehrungen, Hoffnung
und Leid. Sie schildern die Todesangst in den Bombennächten, sie berichten
von Hunger und der quälenden Ungewissheit, ob der Ehemann, der Vater,
der Sohn oder Bruder fern an irgendeiner Front noch lebt. Sie dokumentieren
die dramatische Flucht vor der anrückenden Roten Armee. Manche der
Frauen, die hier schreiben, haben jahrzehntelang darüber geschwiegen,
was ihnen angetan worden ist. Hier kommen Menschen zu Wort, bei denen der
Krieg die Kindheit und Jugend beherrschte. Die Beiträge gehen unter
die Haut.
Ein Tag wie noch nie!
Still-Leben Ruhrschnellweg
192 S., durchg. farb. Abb., € 19,95
978-3-8375-0476-7
Ein Tag wie noch nie in einer Metropole
wie nirgendwo! 20.000 Tische, 40.000 Bänke, 60.000 Meter Autobahn,
drei Millionen Menschen mit Ideen und Herzblut, tausende Helfer und strahlender
Sonnenschein – ein einmaliges Fest der Alltagskulturen mitten in der Metropole
Ruhr: das war Still-Leben Ruhrschnellweg. Die Bilder und Geschichten von
der Aktion am 18. Juli 2010 auf der A 40 gingen um die Welt. Die Strahlkraft
der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 erreichte ihren Höhepunkt.
Der Bildband „Ein Tag wie noch nie“ bietet Einblicke in die Arbeit des
Organisationsteams um Fritz Pleitgen und zeigt die unvergessliche Festtagsstimmung
auf der Strecke. Die Organisatoren schildern in diesem Buch, was bei der
Vorbereitung und am Tag selbst hinter und vor den Kulissen geschah. Darüber
hinaus dokumentieren viele Fotos von der längsten Tafel der Welt,
von den Gästen und Kreativen, von Auf- und Abbau ein Ereignis, von
dem sich viele eine Wiederholung wünschen. Seit dem 18. Juli 2010
ist alles anders als zuvor. Alle, die dabei waren, wissen: Nie wieder werden
sie die A 40 mit den gleichen Augen betrachten. Es gab unendlich viel zu
sehen und noch mehr zu verpassen. Erleben Sie mit diesem Buch noch einmal
einen Tag, wie es ihn im Ruhrgebiet noch nie gegeben hatte.
FrauRuhrMann
Lebenswelten von Frauen und Männern in der Metropole
Ruhr
400 S., zahlr. farb. Abb., Br., € 19,95
978-3-8375-0083-7
Wie zukunftsfähig ist das
Ruhrgebiet im Vergleich zu anderen Regionen? Ist der Strukturwandel der
letzten Jahrzehnte erfolgreich verlaufen? Ist das Ruhrgebiet innovativ
und kreativ oder eher träge und bildungsfern? Rund 50 Autorinnen und
Autoren beleuchten schlaglichtartig die Lebens- und Arbeitswelten der Region.
Dabei erweisen sich manche gängigen Klischees als falsch. Im Mittelpunkt
des Buches stehen die Menschen, die hier leben: ihre Wohnsituation, ihre
Erwerbsmöglichkeiten und das weite Spektrum ihres Alltagslebens –
auch mit dem Blick von außen betrachtet. Dabei wird deutlich, warum
Frauen und Männer trotz Schwierigkeiten sehr gerne im Ruhrgebiet leben,
wie sich ihre Lebenswelten voneinander unterscheiden, wie ein zukunftsfähiges
Ruhrgebiet regionalpolitisch gestaltet werden müsste – und warum das
nur mit Frauen und Männern gemeinsam funktionieren kann.
Peter Klunk / Frank Lichtenheld / Klaus-Martin Schmidt-Waldbauer
/ Stephan Pegels
Von der St. Antony-Hütte bis zum Elektrostahlwerk
Die Wiege der Ruhrindustrie in Oberhausen
96 Seiten, durchg. farb. Abb., € 12,95
978-3-8375-0325-8
Oberhausen gilt als die älteste
Hüttenstadt des Ruhrgebietes. Mit dem Museum St. Antony-Hütte
im Stadtteil Osterfeld wird die Wiege der Ruhrindustrie an der Keimzelle
der Gutehoffnungshütte (GHH) präsentiert. Felder prägten
zuvor die Gegend der Osterfelder Straße. Ab 1868 wuchs östlich
der Straße ein neues Stahlwerk, welches ab 1900 ausschließlich
Stahl für die GHH erzeugte. Mit dem letzten Abstich im Elektrostahlwerk
Oberhausen am 19.12.1997 um 18:05 Uhr erlosch nicht nur die Stahlproduktion
an der Osterfelder Straße, sondern das Kapitel der Montan- und Stahlstadt
Oberhausen wurde endgültig geschlossen. Eine Stadt ist immer im Wandel,
aber der komplette Fortzug der Montanindustrie ist ein starker Strukturbruch,
ein Einschnitt in der Stadtgeschichte.
Dennis
Köhler / Manfred Walz / Stefan Hochstadt
LichtRegion
Positionen
und Perspektiven im Ruhrgebiet
240
Seiten, zahlr. farb. Abb., € 24,95
978-3-8375-0404-0
Die
heute selbstverständlich erscheinende Helligkeit in der Dunkelheit,
die künstliche Beleuchtung unserer Städte, ist historisch noch
recht jung. Und doch mischen sich neuerdings kritische Anmerkungen in das
so positiv erlebte nächtliche Licht. Ökologische, medizinische,
soziale, kulturelle und auch ökonomische Argumente werden einer bloßen
Ästhetik oder Funktionalität entgegen gehalten. Tatsächlich
sind integrierende Ansätze gefordert, die die unterschiedlichen Interessen
überwinden und Licht ganzheitlich denken. Im Ruhrgebiet wird Licht
im Kulturhauptstadtjahr als besondere Qualität formuliert, die IBA
Emscherpark wirkt in den betriebenen Raumdebatten nach. Beide Anlässe
boten und bieten vielfache Gelegenheit, über die komplexe Nutzung
und Wirkung von Licht als künstlicher Beleuchtung öffentlicher
Räume nachzudenken. Tatsächlich reduziert sich der Umgang damit
auf die dekorative Stadtgestaltung und die damit beabsichtigte Produktion
eines spezifischen kreativen Images, mit dem das Ruhrgebiet seine industrielle
Vergangenheit abzustreifen, mindestens jedoch zu ästhetisieren versucht.
Mit Texten, in denen "Licht" aus unterschiedlichen Perspektiven und gespeist
mit dem Wissen unterschiedlicher Disziplinen diskutiert wird, geht das
vorliegende Buch einen anderen Weg: Die wissenschaftlichen und methodischen
Lücken benennend, werden Hinweise formuliert, wie mit Licht in der
Planungspraxis urbane Lebensqualität bei Tag und bei Nacht hergestellt
werden kann.
Christa
Reicher / Katrin Bäumer / Maram Tawil / Dana Jacob / Lubna Shaheen
Planning Spaces Through Intercultural
Dialogue
Embracing the Past, Enhancing
the Future
176 Seiten, zahlr. farb. Abb.,
€ 30,00
978-3-8375-0469-9
Sustainable Planning needs dialogue
– not only between sectoral departments and among stakeholders, but between
spaces, between citizens and politicians, between different needs and development
goals. In today´s globalised world dialogue becomes more important.
The publication on hand results from a cooperation project between planners
from Germany and the Middle East. It emphasizes the role and significance
of historic city centres in both cultural contexts. The comparison between
European and Arabic experiences means active dialogue between both planning
cultures.
Sarah
Banach / Andreas Henkelmann / Uwe Kaminsky / Judith Pierlings / Thomas
Swiderek / LVR
Verspätete Modernisierung
- Öffentliche Erziehung im Rheinland
Geschichte der Heimerziehung
in Verantwortung des Landesjugendamtes
(1945–1972)
588 Seiten, Abb., € 34,95
978-3-8375-0475-0
Im Mittelpunkt stehen die Heime
des Landschaftsverbandes Rheinland in Krefeld, Solingen, Euskirchen, Brauweiler,
Hennef sowie Viersen-Süchteln. An ihrer Geschichte wird die verspätete
Modernisierung dieses marginalisierten gesellschaftlichen Bereiches nachgezeichnet.
Besondere Aufmerksamkeit widmen die Beträge des Buches dem Alltag
der Heimkinder in den Bereichen Arbeit, Freizeit, Freundschaft, Sexualität,
Kontrolle, Strafen, Religion, Ernährung, Gesundheit, Hygiene, der
„Verbreiterung der pädagogischen Angriffsfläche“ durch Medikamenteneinsatz
und der Ausbildung des Personals. Die fünf Autoren markieren die Geschichte
der Heimerziehung in ihren rechtlichen Grundlagen, ihrer historischen Genese
und ihrer Entwicklung in den Jahren 1945 bis 1972. Die Kontinuität
des Spitzenpersonals, die Versuche, die Erzieherschaft zu professionalisieren,
die Heimaufsicht, die Heimdifferenzierung sowie die Krisen und die unzureichenden
Versuche ihrer Bewältigung werden untersucht. Die interdisziplinär
erstellte Studie widmet sich der Geschichte der Heimerziehung in der Zuständigkeit
des größten deutschen Landesjugendamtes beim Landschaftsverband
Rheinland. Basis der Untersuchung sind umfangreich überlieferte Akten
und Interviews mit ehemaligen Heimkindern, die quellenkritisch ausgewertet
werden.
Julia
Frohne / Katharina Langsch / Fritz Pleitgen / Oliver Scheytt
RUHR. Vom Mythos zur Marke
Marketing und PR für die
Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010
176 Seiten, durchg. farb. Abb.,
€ 34,95
978-3-8375-0389-0
Wie macht man in kürzester
Zeit eine neue Marke bekannt und verändert ein bestehendes Image?
Wie eint man die Interessen unzähliger Akteure, ob Verantwortliche
in den Städten, ob Künstler, Kreative oder Sponsoren? Wie nimmt
man 5,3 Millionen Menschen auf diesem Weg mit? Das Buch erläutert
die Bedeutung der Kommunikations- und Marketingarbeit für die Kulturhauptstadt
Europas RUHR.2010. Es schlägt einen großen Bogen von der Entstehung
der Idee über die Entwicklung der Marke RUHR.2010 und die Konzepte
für den touristischen Sektor bis hin zur Planung der konkreten Kampagnenstrategie
und der operativen Marketing-, Presse- und PR-Maßnahmen. Dabei werden
entscheidende Handlungsfelder wie die Zusammenarbeit mit Partnern, die
Medienkooperationen sowie die Rolle der Sponsoren in den kommunikativen
Prozessen ebenso beleuchtet wie die Herausforderungen, vor denen ein vielgestaltiges
Kuturmarketing steht. Zitate beteiligter Akteure sowie konkrete Fallbeispiele
aus der Praxis bereichern die Publikation. „RUHR. Vom Mythos zur Marke“
richtet sich an Kulturmanager und Verantwortliche auf kommunaler Ebene,
an Führungskräfte und Marketingfachleute, Festivalorganisatoren,
Touristiker, Kommunikationsverantwortliche in Unternehmen, Agenturen, Medien
und Institutionen sowie an eine breite interessierte Öffentlichkeit.
RUHR.2010 ist Kulturmarke® des Jahres 2010. Ausgezeichnet wurde RUHR.2010
für die identitätsstiftende Markenentwicklung, die außergewöhnliche
Markenführung und die Etablierung einer beispielhaften Kulturmarke.
Stefan Laurin
Immobilienkompass Ruhr 2011
Die besten Wohnlagen des Ruhrgebiets
224 S., zahlr. Abb., € 13,95
978-3-8375-0273-2
53 Städte und hunderte von
Stadtteilen gibt es im Ruhrgebiet, dem mit Abstand größten Ballungsraum
der Bundesrepublik. Da ist die Orientierung nicht einfach. Mit dem Immobilienkompass
Ruhr wird sich das ändern. Er stellt Ihnen nicht einzelne Städte
vor, sondern Stadtteile – sortiert nach Ihren Wohnbedürfnissen: Wo
fühlen sich Familien mit Kindern wohl? In welchen Quartieren wohnt
die Szene? Welche Stadtteile gehören zu den Nobelvierteln der Region?
Und wo sind die besten Orte für Naturfreunde, Senioren, Wassersportler
oder Preisbewusste? Wir stellen sie Ihnen vor: Portraits aller wichtigen
Stadtteile des Ruhrgebiets, aktuelle Preisangaben für Mieter und Käufer
sowie die wichtigsten Adressen jedes Quartiers.
Die Welt in Bildern
Der WAZ Leserkalender 2012
13 Seiten, hochwertiges Kunstdruckpapier, Ringbindung,
€ 8,90
Die bereits im letzten Jahr hat
auch dieses Jahr die Redaktion des WAZ-ReiseJournals die schönsten
Fotos zusammengestellt, die von Lesern eingesandt wurden. Der Bogen spannt
sich von Nord nach Süd, über Berge und Täler, Meere und
Flüsse und zeigt immer wunderschöne Ansichten.
Dokumentation zur Aktion:
SING - Day of Song, RUHR.2010
88 S., Abb., € 4,90
978-3-8375-0449-1
Vom 3. bis 5. Juni 2010 wurde in
der Metropole Ruhr allerorten gesungen. Alle Veranstaltungen des Projektes
SING – DAY OF SONG der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 sind nun auf
88 Seiten festgehalten worden: Die Dokumentation enthält Bilder und
Stimmen aus allen beteiligten Städten, von dem großen Konzert
in der VELTINS-Arena mit 60.000 Sängerinnen und Sängern und allen
anderen Veranstaltungen vom Mitternachts- bis zum Sonnenaufgangskonzert.
Henning Prinz
Schräg
Kultverführer Ruhr
200 S., Br., € 9,95
978-3-8375-0276-3
Zollverein kann jeder. Zollverein
macht ja auch jeder: Wer etwas übers Ruhrgebiet schreibt, darf ums
Verrecken nicht Zollverein übergehen. Und wehe, einer kommt ins Ruhrgebiet
und pilgert nicht dahin! Klar, die Villa Hügel, das U aus DO, der
Innenhafen und das CentrO sind auch hinlänglich bekannt. Und die Kokerei
Hansa, die Haldenlandschaft Hoheward, Gasometer und Aquarius machen ihren
Job ebenfalls tipptopp. Von romanischen Kirchen und Turmbauten der Energieversorger
ganz zu schweigen. Aber das Ruhrgebiet kann auch mal völlig unberechenbar
zuschlagen. Mit ziemlich schrägen Dingen, ganz egal, ob diese jetzt
aus einer Fritteuse oder einer Schmiede stammen. Ob das Viele mitbekommen
– oder nur ganz Wenige. Abgefahrenes und Schräges. Manchmal steht
man einfach nur da und staunt. Wir im Ruhrgebiet haben dafür eine
Lautfolge modelliert: „Neee, nä?“ Es gibt eine Menge erstaunlicher
Dinge und Menschen im Ruhrgebiet. Abseits der großen Kunst und der
breiten Straßen. Ohne Wegweiser und ohne Marketinggesellschaften.
Man muss also wissen wo. Wenn Sie von irgendwoher ein ehrfürchtiges
„Das glaub‘ ich jetzt aber nicht!“ hören, dann sind Sie schon verdammt
nah dran. Hier ist der längst überfällige Reise- und Erlebnisführer
für das un-berechenbare Ruhrgebiet. Für diesen Ver-Führer
haben ein Dutzend Klartext-Autoren die Nähkästchen geöffnet.
Und stellen ihre Favoriten vor. Plus Geheimtipps. Plus kommende Geheimtipps.
Mit allen wichtigen Regeln, Hilfestellungen und Empfehlungen für den
gelungenen Survival-Trip durch ein sehr schräges Stück Stadtlandschaft.
Neben aller Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Berechenbarkeit und Bodenständigkeit:
Wir können nämlich auch anders.
Klaus Fehlemann / Bernd Reiff / Wolfgang Roters /
Leonore Wolters-Krebs
Charta Ruhr
Denkanstöße und Empfehlungen
für polyzentrale Metropolen
96 Seiten, zahlr. Abb., inkl. CD, € 14,95
978-3-8375-0354-8
Auf dem Weg zur „Metropole Ruhr"
– eine von der Groß- und Schwerindustrie geprägte Agglomeration
mit fünf Millionen Menschen, Deutschlands größte Stadt,
aufregendste Stadtlandschaft, polyzentral organisiert wie kaum eine andere
in der Welt. Dieser ungewöhnliche Raum will eine metropolitane und
urbane Landschaft werden, Dienstleistungsmetropoie, Kultur- und Integrationsraum,
Wissenschaftsstadt. Der Raum zwischen Ruhr, Hellwegzone, Emscher und Lippe
steht mitten in diesem Transformationsprozess. Vieles hat sich in den letzten
Dekaden zum Teil spektakulär, häufig auch durch ganz praktische
Kooperationsnetze über lokale und fachliche Grenzen hinweg positiv
entwickelt. Heute ist das alte Ruhrgebiet der 1960er Jahre des vorherigen
Jahrhunderts nicht wiederzuerkennen. Aber: Nach der Internationalen Bauausstellung
Emscher Park der 1990er Jahre und am Ende der Europäischen Kulturhauptstadt
2010 braucht die „Metropole Ruhr" jetzt weitere neue Impulse.
Mit der Charta Ruhr bietet die
nordrhein-westfälische Landesgruppe der Deutschen Akademie für
Städtebau und Landesplanung (DASL) dafür eine Plattform: für
eine umfassende und geordnete Diskussion, für strategische Anregungen
und konkrete Empfehlungen. Dies alles basiert auf 38 perspektivischen und
analytischen Untersuchungen von Wissenschaftlern und Praktikern sowie drei
einander ergänzenden programmatischen Vorschlägen für den
Weg in die Zukunft. Der Publikation liegt eine CD bei, auf der alle Beiträge
in voller Länge mit Bildern und Grafiken sowie Lebensläufe der
Autoren und Interviews ausgewählter Persönlichkeiten der „Metropole
Ruhr" als Hörbeiträge zu finden sind.
Detlef Hopp
Industrie. Archäologie.
Essen.
Industriearchäologie in
Essen
100 Seiten, zahlr. teils farb.
Abb., € 14,95
978-3-8375-0428-6
Aus der Zeit der Industrialisierung
bezieht Essen ein ganz besonderes Potential. Zeugnisse aus dieser Zeit
gehen oft bei Baumaßnahmen unbemerkt verloren. Von besonderem Interesse
für die Archäologen sind Funde im Boden, die auf Krupp zurückgehen.
Vielversprechend waren vor allem die archäologischen Untersuchungen
auf dem Areal der ehemaligen Krupp’schen Gussstahlfabrik, der einst größten
Stahlfabrik der Welt. Noch vor einem halben Jahrhundert gingen hier abertausende
Werktätige ihrer schweißtreibenden Arbeit nach. Als Ausdruck
erfolgreichen Strukturwandels entstand auf dem alten Industriegelände
ein hochmoderner Konzernsitz. Seit 2010 werden von hier aus die Geschicke
von ThyssenKrupp, des weltweit agierenden Konzerns, gelenkt. Bei den Bauarbeiten
konnten die Archäologen zahllose Zeugnisse aus der Vergangenheit der
Firma Krupp dokumentieren und Objekte bergen. Weitere Veränderungen
mit überraschenden Einblicken in die Frühzeit der heutigen Großstadt
brachten die Umgestaltungen des Limbecker Platzes und des Berliner Platzes
mit dem neuen Einkaufszentrum und dem benachbarten Universitätsviertel.
Helmut Maier / Manfred Rasch / Andreas Zilt
150 Jahre Stahlinstitut VDEh
1860–2010
912 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 49,95
978-3-8375-0051-6
Im Jahr 2010 blickt der heute als
Stahlinstitut VDEh bekannte Verein Deutscher Eisenhüttenleute auf
eine 150-jährige facettenreiche Geschichte zurück. Ziel des Vereins
war und ist die Förderung der technischen, technisch-wirtschaftlichen
und wissenschaftlichen Zusammenarbeit von Ingenieuren bei der Weiterentwicklung
der
Stahltechnologie und des Werkstoffs
Stahl. Im Mittelpunkt stehen Gemeinschaftsforschung und Erfahrungsaustausch.
Seine Entwicklung war immer von den politischen und wirtschaftlichen Wechsellagen
der deutschen wie der internationalen Geschichte bestimmt. Dessen ungeachtet
entwickelte sich der Verein – geprägt von herausragenden Persönlichkeiten
– zu einem technischwissenschaftlichen Innovationsmotor. In über 30
Beiträgen beleuchten Fachleute kenntnisreich die Geschichte des Vereins.
Die Aufsätze beschäftigen sich mit den führenden Personen,
mit den internationalen Beziehungen, mit der Rolle des Stahlinstituts VDEh
in Kommunikation und Kultur sowie mit seinen Institutionen und der spezifischen
Facharbeit.
Georg Ruppelt
CURIOSA
Erhellendes und Erheiterndes
aus vier Jahrhunderten
80 Seiten, Abb., € 8,95
978-3-8375-0424-8
1609 wurde in Wolfenbüttel,
damals Residenzstadt des Herzogtums Braunschweig-Wolfenbüttel, der
Aviso als regelmäßig wöchentlich erscheinende Zeitung erstmalig
gedruckt. Viele Geschichten des Buches halten die Erinnerung an den Aviso
wach. Georg Ruppelt berichtet über die Neuigkeiten in der Zeitung
vor 400 Jahren. Darüber hinaus stöbert er in den unübersehbaren
Schatzkammern der Bücherwelt und zieht manches Vergessene an das Tageslicht.
Klaus Wisotzky / Ingrid Wölk
Fremd(e) im Revier!?
Zuwanderung und Fremdsein im Ruhrgebiet
352 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 24,95
978-3-8375-0350-0
Das Ruhrgebiet hat sich wie keine
andere Region Deutschlands durch Zuwanderung erst konstituiert. Es zog
die Menschen an wie ein Magnet. In der Industrialisierungsphase kamen sie
freiwillig als finanzstarke Unternehmer und als junge Arbeitssuchende,
in den Kriegsjahren wurden viele Fremde hierher verschleppt und zur Arbeit
unter menschenunwürdigen Bedingungen gezwungen. Für Fremd(e)
im Revier!? haben sich Ruhrgebietsarchive aus neun Städten und zahlreiche
andere Kooperationspartner des Themas Migration und Fremdsein für
ein gemeinsames Ausstellungs- und Publikationsprojekt angenommen und einen
weiten Bogen gespannt: Von den Fremden des Mittelalters und den Glaubens-
und Revolutionsflüchtlingen der frühen Neuzeit über die
Arbeitsmigranten des 19. und 20. Jahrhunderts bis hin zur heutigen Situation
hier lebender Migranten und Migrantinnen. Das Fremdsein und das Heimischwerden
war die Erfahrung, die viele Neubürger des Reviers gemacht haben.
Den umgekehrten Prozess der Ent-Fremdung erlebten und erlitten vor allem
die jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus dem Ruhrgebiet
während des „Dritten Reiches“. Die Beiträge untersuchen das Gegen-,
Neben- und Miteinander von Fremden und Einheimischen. Sie stellen das spannende
Wechselspiel von „fremd“ und „eigen“ vor.
Sonderkamp, Rolf
Auf krummen Touren durchs Revier
Der Wanderführer Ruhrgebiet
144 S., zahlr. farb. Abb., Spiralgb., € 13,95
978-3-8375-0364-7
Zwischen Rhein, Ruhr und Lippe
liegt der große Ballungsraum mit rund fünf Millionen Menschen,
den man auch Ruhrgebiet“ nennt. Dort kann man Fördertürme und
Hochöfen sehen, begrünte Halden mit weithin sichtbaren Kunstwerken
erklimmen, in Revierparks herumspazieren und durch Einkaufsstraßen
schlendern. Doch stundenlang durch die grüne Natur wandern, durch
duftende Wälder und Felder streifen? Ja, auch das geht im „Ruhrgebiet“.
Rolf Sonderkamp führt Sie durch die letzten grünen „Dschungel“
des Reviers, manche gerade groß genug für eine schöne Rundtour.
Es geht durch Wald und Feld, auch jenseits fester Wege, oft auf krummen
Pfaden. Selbst für jene, die das Revier wie ihre Westentasche zu kennen
glauben, dürfte dieses Buch voller Überraschungen stecken – für
Revierfremde sowieso. Zu jeder der 20 Touren gibt es einen Info-Kasten,
eine übersichtliche Wegbeschreibung mit Entfernungsangaben und eine
detaillierte Karte. Entdecken Sie ein ganz anderes „Ruhrgebiet“
Hermann Glaser
Ach!
Leben und Wirken eines Kulturbürgers
280 Seiten, € 18,00
978-3-8375-0472-9
Als Buchautor, kulturpolitischer
Praktiker und Streiter für eine um möglichst breite Teilhabe
bemühte, soziokulturell orientierte Kulturpolitik hat der langjährige
Nürnberger Kultur- und Schulreferent Hermann Glaser das kulturpolitische,
kulturelle und geistige Leben der Bundesrepublik in der zweiten Hälfte
des 20. Jahrhunderts an zentraler Stelle mitgeprägt. In seinen vielfältigen
Funktion u. a. als langjähriger Vorsitzender des Kulturausschusses
des Deutschen Städtetages, als Vorsitzender des Deutschen Werkbundes,
durch seine Professur in Berlin und seine ausführliche Vortrags- und
Lehrtätigkeit in deutschen und europäischen Städten sowie
insbesondere in zahlreichen Büchern hat er entscheidend die Reformkonzeption
der Neue Kulturpolitik unter dem Stichwort „Bürgerrecht Kultur“ formuliert
und als Kulturreferent in Nürnberg praktisch umgesetzt. In seinem
Buch schildert er die wichtigsten Stationen seines Lebens: von seinen Erfahrungen
als Kind im Nazideutschland über den Wiederaufbau und sein berufliches
Wirken als Kulturreferent der Stadt Nürnberg bis zu seinen zahlreichen
Publikationen zur Kultur- und Geistesgeschichte Deutschlands. Er hat dabei
ein Buch verfasst, in dem es ausgezeichnet gelingt, Persönliches mit
der Zeitgeschichte der Bundesrepublik zu verbinden.
Stiftung Zollverein
Kunstführer Zollverein
Kunst auf Zollverein von den Anfängen bis heute
96 Seiten, zahlr. Abb., ca. € 9,95
978-3-8375-0464-4
Noch vor 25 Jahren war Zollverein
das größte und leistungsfähigste Steinkohlebergwerk Europas.
Heute begegnen wir einem Standort voller kultureller Erlebnismöglichkeiten.
Von Konzerten über Ausstellungen, bis zur Kunst, werden dem interessierten
Besucher unzählige Ereignisse geboten. Schon fünf Jahre nach
der Stilllegung dieses bedeutenden Denkmals entdeckten Künstler das
Gelände für sich. Ulrich Rückriem machte 1992/1993 den Anfang
und platzierte seine monumentalen Steinskulpturen auf dem heutigen UNESCO
Welterbe. Mit der Entwicklung und Neunutzung von Zollverein erhielten mit
der Zeit immer mehr Kunstwerke Einzug. Die Stiftung Zollverein freut sich,
nun erstmals eine Zusammenstellung aller Kunstwerke auf dem Zollverein-Gelände
zu präsentieren. Anhand eines Rundgangs bietet der neue Kunstführer
ZOLLVEREIN® dem Besucher die Möglichkeit, die Entwicklung der
Kunst auf Zollverein nachzuvollziehen und vermittelt vielseitige Informationen
zu den Werken von Künstlern wie Ansgar Nierhoff, Alf Lechner und Maria
Nordman. Besonders im Bereich der zeitgenössischen Kunst schildert
er die Besonderheiten des in der internationalen Kreativszene anerkannten
Kunststandorts.
Achim Nöllenheidt
RuhrKOMPAKT
Der Ruhrgebiets-Erlebnisführer
652 Seiten, zahlr. farb. Abb.,
€ 12,95
978-3-8375-0463-7
RuhrKompakt – der umfassende Überblick:
Die Erlebnislandschaft Ruhrgebiet mit allen Daten und Fakten. Reich bebildert,
präsentiert der Band eine einzigartige Region, die einen faszinierenden
Mix aus Ballungsraum und Naturlandschaft, Kultur- und Kunstort, Sportmekka
und Industrieerbe bietet und nach Beendigung eines wunderbaren Kulturhauptstadtjahres
auch im internationalen Blickpunkt steht. RuhrKompakt macht Reisende wie
Revierkenner zu Entdeckern einer offenen Region, erzählt spannend
und informativ von bekannten und unbekannten Attraktionen und gibt vielfältige
Anregungen für jede Art von Erlebnismöglichkeiten.
TU Dortmund
Kopfkohle
Neue Literatur von der Ruhr
180 Seiten, € 14,95
978-3-8375-0492-7
Kaum eine Region in Deutschland
ist so vielfältig, wie das Ruhrgebiet. Aber wie lässt sich das
Ruhrgebiet erzählen? Was genau macht die Ruhrgebietskultur aus? Was
definiert den Pott? Ist Ruhrgebiet verlassene Zechen? Ist Ruhrgebiet da,
wo man die Meinung „direkt im Gesicht“ kriegt? Welche Ereignisse definieren
uns heute, das Revierderby, die Loveparade oder die Ruhr.2010? Das Ruhrgebiet
der Gegenwart ist das Thema des Schreibwettbewerbes „Literatur von der
Ruhr“. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ob Gebäude,
Menschen oder Ereignisse, alles kann Thema sein, das Dortmunder U, genau
wie Pommes Schranke oder die Zechenkultur.
Hans Spethmann / Gustav Ihde
/ Hans-Werner Wehling
Das Ruhrgebiet
Im Wechselspiel von Land und
Leuten, Wirtschaft, Technik und Politik. Band 4 und 5
zus. 550 S., € 49,95
978-3-8375-0336-4
Erstveröffentlichung nachgelassener
Manuskripte aus den Jahren 1935 bis 1940.
Band 4 – Das Ruhrrevier der Gegenwart (2)
Aus dem Inhalt
• Die eisenschaffende Industrie
• Die Weiterverarbeitung des Eisens
• Die übrigen Gewerbe, das Handwerk und der Handel
• Die Land- und Forstwirtschaft
• Die Wasserwirtschaft
• Die Wasserstraßen
• Der Verkehr zu Lande
• Das Kapital
• Der Weg der Konzerne
mit drei Karten und 44 Abbildungen
Band 5 – Das Ruhrrevier der Gegenwart (3)
Aus dem Inhalt
• Die Besiedelung
• Das Volkstum
• Das Klima
• Die Gestaltung der Erdoberfläche des Reviers
• Das Ruhrgebiet als Gewordenes und Wirkendes
• Ergänzungen zu Band 4 und 5
• Ergänzungen der Herausgeber
Anne Ley
Museum der Deutschen Binnenschifffahrt
Duisburg-Ruhrort
Führer durch die Ausstellung
92 S., zahlr. Abb., € 5,00
978-3-8375-0314-2
Direkt am größten Binnenhafen
Europas in Duisburg-Ruhrort liegt Deutschlands größtes und bedeutendstes
Museum für die Geschichte der Binnenschifffahrt. Auf drei Ebenen und
in zwei ehemaligen Schwimmhallen werden Wirtschafts-, Technik- und Sozialhistorie
zum Erlebnis. Das Museum stiftet Identifikation mit dem Hafen und der Stadt
Duisburg. Es beweist, dass Binnenschifffahrt nicht allein als malerische
Darstellung längst vergagener Epochen stattfindet. Vielmehr leitet
es den wirtschaftlichen Erfolg einer dynamischen Branche aus einer Jahrhunderte
und Jahrtausende alten Tradition her.
Der Museumsführer soll den
Besucher bei seinem Rundgang durch das Museum begleiten und ihm zusätzliche
Informationen vermitteln. Außerdem bietet der Ausstellungsband die
Möglichkeit, das Wissen über besonders interessante Themenbereiche
der Binnenschiffahrt auch nach Beendigung des Museumsbesuches zu vertiefen.
Europe...a
poem
Ein deutsch /englischer Katalog
und Quellensammlung herausgegeben von Roy Kift
A German/English catalogue and
sourcebook edited by Roy Kift
175 S., Br., € 9,95
978-3-8375-0275-6
Zur Ausstellung "Europe ... a poem",
einer Ausstellung mit Werken herausragender Dichter aus allen europäischen
Ländern, erscheint der vom Kurator Roy Kift herausgebene, gleichnamige
Katalog. Er enthält alle handgeschriebenen und signierten Gedichte
in der Originalsprache mit deutscher und englischer Übersetzung, Fotos
der Autorinnen und Autoren sowie detaillierte biografische und bibliografische
Informationen, dazu Essays über die Gedichte von Ralf Thenior und
Roy Kift, ebenfalls auf deutsch und englisch. Dieser Band basiert auf der
gleichnamigen im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 gezeigten
Ausstellung und bildet zugleich eine Sammlung von Texten außergewöhnlicher
zeitgenössischer Autoren aus allen EU-Ländern. Darüber hinaus
erweist sich das Buch als eine Quelle europäischer Dichtkunst, die
Studenten und Lyrikliebhaber weltweit als Einstieg in die eigene Gegenwarts-Dichtung
nutzen können. Siebenundzwanzig Gedichte – siebenundzwanzig Leben
– siebenundzwanzig Welten. Es gibt viel zu entdecken in dieser kleinen
Sammlung europäischer Poesie.
Manfred Rasch
Industriefilm 1960-1969
Bestandübersicht aus Wirtschaftsarchiven des
Ruhrgebiet
800 S., Br., € 39,90
978-3-89861-808-3
935 Industriefilme der 1960er-Jahre
verzeichnet diese Beständeübersicht. Die Filme werden in Wirtschaftsarchiven
des Ruhrgebiets aufbewahrt und stammen aus der ganzen Welt. Sie gewähren
einen Blick – sowohl aus der Unternehmens- als auch der gewerkschaftlichen
Perspektive – auf eine unbekannte Arbeitswelt. In technikhistorischer Hinsicht
bieten die Filmdokumente Einsichten in Verfahren, Betriebs- und Produktionsabläufe,
die heute längst nicht mehr in dieser Form existieren. Neben technischen
Filmen und konventionellen Image- und Selbstdarstellungsfilmen, die auf
Messen oder bei Werkbesuchen gezeigt wurden, finden sich ambitionierte
Filmkunstwerke, die mit vielen Preisen prämiert wurden, darunter zwei
für den Oscar nominierte Industriefilme.
Peter Witte
Keine Rückkehr
Die Deportation der Juden aus dem Regierungsbezirk
Arnsberg nach Zamosc im April 1942
192 Seiten, Abb., € 19,95
978-3-8375-0333-3
Am 28. April 1942 wurden im Regierungsbezirk
Arnsberg über 800 jüdische Männer, Frauen und Kinder festgenommen
und in ein Sammellager der Gestapo in Dortmund überführt. Zwei
Tage später erfolgte der Abtransport in das Ghetto der polnischen
Stadt Zamosc. Nach verschiedenen Selektionen kamen die deportierten Juden
fast ausnahmslos in die Vernichtungslager Sobibor und Belzec und das Konzentrationslager
Majdanek. Ein halbes Jahr später war kaum jemand mehr am Leben. Die
erhaltenen Meldeunterlagen im Regierungsbezirk trugen auf Weisung der Gestapo
Dortmund den irreführenden Vermerk „unbekannt verzogen“, um alle Spuren
des Massenmords zu verwischen. Bis heute war die Deportation nach Zamosc
ein Desiderat in der deutschen Geschichtsschreibung. Es gab niemanden mehr,
der als deportierter Überlebender vom Schicksal dieser westfälischen
Juden hätte berichten können. Die Informationen des Internationalen
Suchdienstes des Roten Kreuzes Arolsen und, darauf aufbauend, die Gedenkbücher
des Bundesarchivs erwiesen sich im Falle der Zamosc-Deportierten als unzulänglich
und sehr unvollständig. Nunmehr ist es weitgehend gelungen, den jüdischen
Opfern eines scheinbar ins Nichts gefahrenen Todestransportes Namen und
Identitäten wieder zu geben und ihr Schicksal zu rekonstruieren. Das
Gedenkbuch wird eingeleitet von der Geschichte der Transports, des jammervollen
Lebens im Ghetto und der Vernichtung am Ende. Ein Kalendarium behandelt
den größeren historischen Rahmen. Der zentrale Gedenkbuchteil
enthält eine detaillierte Aufstellung der jüdischen Opfer samt
einer Reihe biographischer Skizzen. Lokale Fallstudien und kurze Artikel
sowie eine Anzahl überwiegend neu entdeckter Dokumente der Täter
und Handlanger in Polizei und Verwaltung runden den Band ab. Besonderer
ergreifend sind erhaltene Postkarten und Briefe junger jüdischer Frauen,
die als letzte Lebenszeichen heimlich aus dem Ghetto Zamosc heraus geschmuggelt
wurden und durch Boten Verwandten in Westfalen noch erreichen erreichen
konnten.
Dietmar Schott
Ich danke Sie! – Das Hörbuch
Der Fußballer Willi "Ente" Lippens erzählt
Fußballgeschichten
CD, 80 Min., € 14,95
978-3-8375-0174-2
Willi "Ente" Lippens ist eine der
schillerndsten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs. Er war
kein Spieler im herkömmlichen Sinne, sondern der Muhammad Ali des
Fußballs, der seine Gegenspieler zur Verzweiflung brachte und die
Zuschauer in Begeisterung versetzen konnte, indem er den grünen Rasen
in eine Bühne verwandelte. Der Holländer mit dem Watschelgang,
der ihm den Beinamen "Ente" einbrachte, spielte zwischen 1966 und 1976
bei Rot-Weiss Essen an der Hafenstraße. Drei Jahre nach seinem WEchsel
zu Borussia Dortmund kehrte der Publikumsliebling 1979 über ein Gastspiel
in den USA den Dallas Tornado zur Hafenstraße zurück. Jetzt
erscheint das erste Hörbuch mit Willi Lippens und es wird deutlich,
dass er nicht nur ein begnadeter Fußballer war, sondern auch ein
hervorragender Geschichtenerzähler ist.
bereits
angekündigt:
Brigitte Kraemer
Im guten Glauben
Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Claus Leggewie
208 Seiten, zahlr. farb. Abb.,
€ 29,95
978-3-8375-0345-6
Kulturelle Vielfalt ist ein Thema,
das positive Emotionen, Zustimmung und Ängste bei Einheimischen und
Zugewanderten auslöst. Entsprechend der kulturellen Wurzeln Mitteleuropas
ist das Christentum fest in Deutschland verankert. Durch Migration aber
sind viele neue Religionen nach Deutschland eingewandert. Vor allem der
Islam, aber auch der Buddhismus und Hinduismus und aus Osteuropa sind zahlreiche
Juden zugewandert. In diesem Bildband zeigt Brigitte Kraemer die Vielfalt
und Lebendigkeit religiöser Riten im Ruhrgebiet und in NRW. Mit offenem
Blick begegnet sie den Gläubigen und gibt Einblicke in das religiöse
Leben. In leuchtenden Farben stellt sie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten
heraus und bringt sie in atmosphärischer Dichte zusammen. Dabei zeigen
ihre Bilder den Charme der Vereinbarkeit von Religion und Alltagswelt und
ermöglichen einen Blick in einen Lebensbereich, der den „anderen“
normalerweise verschlossen bleibt.
Buch drei: Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010
260 Seiten, zahlr. Abb., € 4,95
978-3-8375-0365-4
Die Publikation stellt ausführlich
alle Kulturhauptstadtprojekte des zweiten Halbjahres vor. In einem eindrucksvollen
Bilderbogen sind überdies Impressionen der ersten Monate des Kulturhauptstadtjahres
zu sehen (Rückblick). Nützliche Service-Informationen wie zum
Beispiel Anfangszeiten, Adressen, Infos zur Barrierefreiheit, Tipps für
Kinder- und Familien sowie Ticketinformationen machen das Buch drei zu
einem praktischen Leitfaden durch das zweite Kulturhauptstadthalbjahr.
Buch drei erscheint ausschließlich in deutscher Sprache.
Gerlinde Lorenz
„Leitstern“ Sozialismus
Die politische Biografie des Remscheider
Arbeiterführers Otto Braß (1875–1950) und seines Sohnes Otto
(1900–1972)
432 S., Gb., €
44,95
978-3-8375-0412-5
Vater und
Sohn Otto Braß – zwei radikale Linkssozialisten, deren Lebensweg
von der Idee des Sozialismus bestimmt wurde. Braß sen. griff zwischen
1918 und 1920 als Arbeiterführer maßgeblich in das politische
Geschehen in der Revolution und frühen Weimarer Republik ein. In seinem
politischen Kampf als Abgeordneter der Nationalversammlung und des Reichstags
sowie als Widerstandskämpfer gegen Hitler werden die Zielvorstellungen
und Konflikte jener Linkssozialisten deutlich, die weder in der SPD noch
in der KPD ihre politische Heimat finden konnten. Die Lebensgeschichte
des Sohnes ist schicksalhaft mit der Geschichte des deutschen Kommunismus
verwoben. Als überzeugter Kommunist emigrierte er 1932 in die Sowjetunion,
wo er ein Opfer des Terrors Stalins wurde. Diese Doppelbiografi e beschreibt
die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung zwischen Kaiserreich und
DDR aus der Perspektive des Linkssozialismus und konkretisiert am Beispiel
von Vater und Sohn Otto Braß generationelle Prägungen und Wertvorstellungen
Geschichten von 1001 PS
Türkische Motorradfahrer
in Deutschland
Fotos und Statements aus der Nachbarschaft
96 S., zahlr. Fotos, Gb., € 14,95
978-3-8375-0347-0
2,5 Millionen Menschen türkischer
Abstammung leben in Deutschland. Viele davon gehören inzwischen zur
zweiten oder sogar schon dritten sogenannten Zuwanderergeneration, und
immer mehr von ihnen entdecken den Spaß an schnellen Maschinen. Diese
Gruppe der Motoradfahrer ist eine Art Mikrokosmos, der verdichtet das spiegelt,
was oft typisch ist für jüngere türkischstämmige Menschen
hierzulande: der Spagat zwischen kulturellen wie familiären Wurzeln
und der Intergration in den deutschen Alltag. Es handelt sich um eine dynamische
Szene, geeint zwar durch das gemeinsame Hobby, ansonsten aber mit höchst
unterschiedlichen Biographien und Berufen. Der Fotograf Klaus H. Daams,
selbst Motorradfahrer, war im Ruhrgebiet und in Köln, in Berlin, Hamburg
und Bayern unterwegs und hat türkische Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen
in ihrem persönlichen Umfeld portraitiert – zuhause oder am Arbeitsplatz.
Zusammen mit Auszügen aus Interviews, in denen die Portraitierten
über ihr Leben in Deutschland berichten, ergeben die Fotos ein schillerndes,
über die Welt des motorisierten Zweirades hinausreichendes Bild. Es
macht deutlich, dass Menschen mit Migrationshintergrund eine Bereicherung
sind, zeigt eine Generation mit ihrer Kultur, die in Deutschland zunehmend
heimisch wird – wenn auch nicht ganz so schnell wie eine Honda Fireblade.
Der zweite Teil des Buches enthält Fotos von Festivals des Motorradvereins
Turkish Sultans sowie von einem 10.000-Kilometer-Trip nach Anatolien mit
Innenansichten der Türkei.
2020 - Gedanken
zur Zukunft des Internets
Mit Beiträgen von Achim Berg,
Béa Beste, Prof. Dr. Hubert Burda, Dr. Olaf Coenen, Dr. Johannes
Daniel Dahm, Toralv Dirro, Dr. Mathias Döpfner, Dr. Martin Emmer,
Prof. Dr. Hannes Federrath, Karl-Peter Fuchs, Dr. Sandro Gaycken, Johannes
Gernert, Dr. Stefan Groß-Selbeck, Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Dominik
Herrmann, Bodo Hombach, Prof. Dr. Stephan A. Jansen, Sven Gábor
Jánszky, Jeff Jarvis, Cherno Jobatey, Prof. Dr. Odej Kao, Thomas
Knüwer, Prof. Dr. Peter Kurse, Dr. Pero Micic, Andreas Neef, Dr. Nico
Niedermeier, René Obermann, Prof. Dr. Dr. Nils Ole Oermann, Prof.
Dr. Horst W. Opaschowski, Prof. Dr. Michael Paetsch, Prof. Dr. Heiner Rindermann,
Dr. Jürgen Rüttgers, Prof. Dr. Stephan Russ-Mohl, Philipp Schindler,
Prof. Dr. Gisela Schmalz, Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider, Dr. Kristina
Schröder, Jens Seipenbusch, Nicole Simon, Dr. Christian Stöcker,
Prof. Dr. Angelika Storrer, Christian Wöhrl
285 S., Gb., € 19,95
978-3-8375-0376-0
Wie sieht das Jahr 2020 aus? Sind
wir alle zu jeder Zeit und an jedem Ort online? Wird es noch gedruckte
Zeitungen geben? Wird es unsozial sein, keine privaten Fotos ins Internet
zu stellen? Diese und andere Fragen stellt ein Essay-Band, den der Essener
Klartext Verlag zur Entwicklung des World Wide Web veröffentlicht
hat. Mit dem Buch „2020 – Gedanken zur Zukunft des Internets“ wollen die
Herausgeber Hubert Burda, Verleger und Gesellschafter der Hubert Burda
Media, Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG,
Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, und der ehemalige
NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers einen umfassenden
Dialog über die heutige Netzwirklichkeit und die nahe Zukunft des
Internets in Gang bringen.
Für das Buch haben die Herausgeber
Autoren aus unterschiedlichen Disziplinen und Lebensbereichen eingeladen,
sich mit Beiträgen zu beteiligen: Neben Horst W. Opaschowski, wissenschaftlicher
Leiter der BAT Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg, und Bundesfamilienministerin
Kristina Schröder entwickeln unter anderem Nils Ole Oermann, Vizepräsident
der Leuphana Universität Lüneburg, Stephan Russ-Mohl, Kommunikationswissenschaftler
an der Universität Lugano, sowie René Obermann, Vorstandsvorsitzender
der Telekom AG, ihre Visionen zu technischen und sozialen Fortschritten.
Ob Datenschutz, das Netzwerk Twitter oder die Themen Netzneutralität,
Geodaten und E-Sport – die Sammlung setzt sich mit zahlreichen Trends und
Perspektiven auseinander.
Im Vorwort schreiben die Herausgeber:
„Wir verstehen diesen Band nicht als abschließendes Werk, sondern
als Beginn eines überaus wünschenswerten sowie notwendigen gesellschaftlichen
Gesprächs, bei dem die Auseinandersetzung mit ungewohnten Denkweisen
uns in die Lage versetzen sol l, eine gemeinsam getragene Vorstellung der
heutigen Wirklichkeit und nahen Zukunft zu entwickeln.“ So beantwortet
Heiner Rindermann vom Institut für Pädagogische und Entwicklungspsycho-logie
an der TU Chemnitz die Frage, warum das Internet unser Denken verändern
wird. Er beschreibt, welche Chancen zur Nutzung und Weitergabe von Informationen
moderne Medien bieten, und wie Kinder und Jugendliche zum argumentativen
Denken angeregt werden müssen, damit sie diese Informationen richtig
einschätzen können.
Trendforscher Sven Gábor
Jánszky malt das Bild des Online-Shops der Zukunft, der in der dritten
Dimension zum Bummeln einlädt. Damit zusammenhängend erläutert
er seine Idee von einem Datenschutz der Zukunft, der es dem Bürger
möglich machen soll, seine Daten freizugeben und gleichzeitig die
Souveränität über sie behalten zu können.
Der Grafiker und Redakteur Christian
Wöhrl beschäftigt sich in seinem Beitrag mit der Kultur der Freiheit
im Internet. Seine These lautet: Immer mehr Werke sollen zugänglich
gemacht werden, weil alle Versuche, Kopien technisch zu unterbinden, zum
Scheitern verurteilt seien. Eine allumfassende Kontrolle des Internets
wäre zudem eine Absage an das Ideal einer freiheitlich verfassten
Gesellschaft.
In einem weiteren Beitrag schreibt
Electronic Arts-Geschäftsführer Olaf Coenen über das Thema
„Onlinegaming als Leistungssport“ und beschäftigt sich mit einer neuen
Definition des Sports. Jeff Jarvis, Journalistik-Professor an der Universität
New York, veranschaulicht au-ßerdem, wie sich Google in den nächsten
zehn Jahren verändern wird und muss.
Zusätzlich erschließt
ein Glossar die wichtigsten Begriffe zum Thema von A wie „Amazon Kindle“
bis Y wie „YouTube“, damit auch Internet-Laien eine fundierte Meinungsbildung
ermöglicht wird.
http://www.internet-2020.de
Karlheinz Lipp /Reinhold Lütgemeier-Davin /Holger
Nehring (Hrsg.)
Frieden und Friedensbewegungen in Deutschland 1892–1992
340 S., Br., € 34,00
978-3-8375-0382-1
Frieden zählt zu den zentralen
Ordnungsprinzipien einer modernen Gesellschaft. Damit wird er zu einem
wichtigen Diskussionsthema innerhalb von Gesellschaften. Am Beispiel der
Entwicklungen in Deutschland seit dem späten neunzehnten Jahrhundert
bis zur Wiedervereinigung dokumentiert diese neuartige Quellensammlung
in großer Bandbreite die Stimmen, die sich für Frieden einsetzten.
Die Wege zum Frieden waren ebenso unterschiedlich wie die Akteure: Schriftsteller,
Völkerrechtler, Pädagogen, Männer wie Frauen, Katholiken
wie Protestanten, Dissidenten, Liberale, Sozialisten und Konservative,
Idealisten und Realisten. Sie alle haben sich in verschiedener Weise bemüht,
die Welt friedlicher zu machen sowie vor direkter wie indirekter Gewalt
und Kriegen zu bewahren. Erfolge standen neben Misserfolgen, irrtümliche
Erwartungen neben frappierend zutreffenden Prognosen. Die Vorstellungen
über die dazu erforderliche oder gewünschte gesellschaftliche
und politische Ordnung weisen eine große Bandbreite auf. Entsprechend
werden hier u. a. archivalische Quellen ebenso wie Broschüren, Zeitungsbeiträge,
Autobiografi en, Tagebücher, Briefe, Reden, Flugblätter, Eingaben,
Gerichtsakten, Gesetzestexte, Sitzungsprotokolle, Berichte, Manifeste,
programmatische Schriften und Bilder in zeitlicher Folge versammelt. Der
Band richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie
ein breites allgemein interessiertes Publikum. Er bietet einen facettenreichen
Einblick in die Geschichte von Frieden.
Julia Volmer-Naumann
Bürokratische Vergangenheitsbewältigung
400 S., Gb., € 39,95
978-3-8375-0395-1
Für den Umgang mit den nationalsozialistisch
Verfolgten, ihren Hilfs- und Versorgungsbe-dürfnissen und ihren Forderungen
nach einer „Wiedergutmachung“ des an ihnen verübten Unrechts und der
entstandenen Schäden existierten in der Bundesrepublik und in NRW
nach 1945 weder heranzuziehende Präzedenzfälle noch brauchbare
Vorgehensansätze oder politische und bürokratische Zuständigkeiten.
Sukzessive entwickelte sich ein – vor allem auf Fürsorgeebene angesiedeltes
– Zuständigkeitsgerüst, das schließlich 1953 in den Regelun-gen
des Bundesentschädigungsgesetzes seine konkrete Form annahm. Die Rahmenbedingungen
der bundesdeutschen Entschädigung umfassten den weitgehenden Ausschluss
der NSVerfolgten vom Entscheidungsprozess; sie sahen ein klassisches Verfahren
der Leistungsverwaltung unter Anwendung eines finanziell, politisch und
hinsichtlich der Auseinandersetzung mit dem Geschehen eingeschränkten
Gesetzes vor. Aus Mangel an anderen Formen der „Vergangenheitsbewältigung“
war die Entschädigung gleichwohl einer ihrer zentralen, exemplarischen
und messbaren Aspekte. Das Resultat des Entschädigungsprozesses hatte
nicht nur moralisch-gesellschaftliche Defizite: Die Analyse des westfälischen
Regionalbeispiels (der Fokus liegt schwerpunktmäßig auf dem
Regierungsbezirk Münster) verdeutlicht die Probleme der konkreten
Umsetzung der gesetzlichen Grundlagen „vor Ort“ ebenso wie die materiell
und ideell unzureichenden Ergebnisse der „Wiedergutmachung“. Besondere
Beachtung wird in der Studie dem Verhältnis der „hinter dem Schreibtisch“
agierenden Verwaltungsmitarbeiter und der sich „vor dem Schreibtisch“ einfindenden
Antragsteller gewidmet.
Frieden durch Demokratie?
Genese, Wirkung und Kritik eines Deutungsmusters
Die Entschädigung für nationalsozialistisch
Verfolgte nach 1945
300 S., Br., € 29,95
978-3-8375-0401-9
Seit Immanuel Kants Schrift „Zum
ewigen Frieden“ wird ein Zusammenhang von innerer Verfasstheit der Staaten
und ihrem außen politischen Konfliktverhalten vermutet. Im Ersten
Weltkrieg griff der amerikanische Präsident Wilson dieses Argumentationsmuster
auf und formulierte mit seiner Forderung, die Welt müsse „sicher gemacht
werden für die Demokratie“ die Theorie des Demokratischen Friedens.
Dass Frieden vom Grad der Demokratisierung abhänge, war auch nach
dem Zweiten Weltkrieg und nicht zuletzt nach dem Ende des Ost-West-Konflikts
eine häufig zu hörende These. Dieser Band zielt nicht auf eine
Verifizierung oder Falsifizierung der Theorie des Demokratischen Friedens,
wie sie insbesondere in der amerikanischen, skandinavischen und deutschen
Politikwissenschaft entwickelt worden ist. Vielmehr will er aufzeigen,
wie mittels dieser Theorie seit dem Ersten Weltkrieg Politik gemacht wurde.
Hierbei kommt die Diskrepanz von Theorie und Praxis immer wieder zur Sprache
und somit gelangt auch die . eorie selbst indirekt auf den Prüfstand.
Mit Beiträgen aus Geschichts- und Politikwissenschaft sowie Philosophie
wird ein Brückenschlag zwischen historischer und sozialwissenschaftlicher
Friedensforschung angestrebt.
Detlef Bald/Wolfram Wette (Hrsg.)
Friedensinitiativen in der Frühzeit des Kalten
Krieges 1945–1955
250 S., Br., € 29,95
978-3-8375-0402-6
Die Jahre von 1945 bis 1955 waren
eine turbulente Zeit. Nach den Jahren nationalsozialistischer Herrschaft
stand die politische Neuorientierung an. Konrad Adenauer hatte die privilegierte
Stellung als Kanzler ab 1949 zielstrebig und erfolgreich genutzt, um sein
Konzept der Westbindung im NATO-Bündnis und des Staatsaufbaus zu verwirklichen.
Andere Vorstellungen über die Einheit des Landes und Aufstellung der
Bundeswehr bildeten neuralgische Brennpunkte des gesellschaftlichen Protests
und politischer Konzepte, welche weite Teile der Bevölkerung bewegten.
Diese frühen Ansätze von Personen, Netzwerken und Gruppen sind
bedeutsam, weil sie die Vielfalt der gesellschaftlichen Interessen und
ihrer politisch-ethischen Wertmaßstäbe widerspiegeln. Gerade
beim Thema Militär, der so genannten Wiederbewaffnung, wurde heiß
um Frieden gerungen, zumal es dabei auch um die Deutschlandfrage und um
die internationale Bedrohung ging. Diese Repräsentanten der Aufbauzeit
der Bonner Republik warben für eine andere Friedensordnung. So wurden
sie zum Gegner der Regierungspolitik und unterlagen einer harschen Diffamierung,
dem Osten oder dem Kommunismus zu dienen. Ihre Ideen fanden z. T. breite
Zustimmung, auch wenn sie durch die Polarisierung des Kalten Krieges.
Laurence Cole / Christa Hämmerle / Martin Scheutz
(Hrsg.)
Glanz – Gewalt – Gehorsam
Militär und Gesellschaft in der Habsburgermonarchie
(1800 bis 1918)
400 S., Br., € 34,95
978-3-8375-0409-5
Kritische Forschungen zu den komplexen
Beziehungen zwischen Militär und Gesellschaft in der späteren
Habsburgermonarchie sind selten und greifen kaum innovative Anregungen
der Neuen Militärgeschichte auf. So bleibt die große Beharrungskraft
der noch immer sehr konventionell verfahrenden österreichischen Militärgeschichte
ebenso bestehen wie deren vielfach apologetische Ausrichtung, was eine
Etablierung der historischen Friedensforschung in diesem Feld erschwert.
Vor diesem Hintergrund sammelt der vorliegende Band 16 internationale Beiträge,
die an Paradigmen der Kultur-, Sozial- und Erfahrungsgeschichte ebenso
anknüpfen wie an die neuere Nationalismus- und Geschlechterforschung.
Sie spannen sowohl regional als auch inhaltlich einen weiten Bogen: Für
die tschechische Gesellschaft wird die Frage des Antimilitarismus behandelt,
für die slowenischen Gebiete Österreich-Ungarns die Einstellung
der Bevölkerung zur Allgemeinen Wehrpfl icht, und für die Garnisonsstadt
Trient das Zusammenleben von Militär und Zivilgesellschaft. Weitere
Aufsätze beschäftigen sich mit Erinnerungskulturen an die Napoleonischen
Kriege wie an den Ersten Weltkrieg, oder mit der Militärgrenze und
dem Radetzkykult, Mannschaftssoldaten und dem militärischen „Drill“,
Misshandlungen und Selbsttötungen von wehrpflichtigen Soldaten. Außerdem
geraten eine „Weltumsegelung“ der Marine und „Türkenbilder“ sowie
die Feldpost dreier österreichischer Historiker zwischen 1914 und
1918, und ukrainische wie polnische Soldatinnen in den Blick, neben Theateraufführungen
in Kriegsgefangenenlagern und der Invalidenversorgung. Abgerundet wird
der Band durch eine profunde Quellenkunde zur österreichischen Militärgeschichte
und eine Auswahlbibliographie.
Anja Ingenbleek
Die britische Gewerkschaftspolitik in der britischen
Besatzungszone 1945–1949
612 S., Gb., € 49,95
978-3-8375-0335-7
Als eine der organisatorischen
Säulen der Arbeiterbewegung blicken die Gewerkschaften auf eine bis
weit ins 19. Jahrhundert reichende Geschichte zurück. Dabei ist ein
Spezifikum der deutschen Gewerkschaftsbewegung ihre Zerschlagung durch
die Nationalsozialisten und ihr Wiederaufbau unter alliierter Besatzung
nach Kriegsende. Hier setzt die vorliegende Studie an. Der Fokus liegt
auf der Gewerkschaftspolitik der Briten in ihrer Zone, dem Gebiet der heutigen
Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein
und Hamburg. Kennzeichnend für diese Thematik ist das komplexe Spannungsfeld,
in dem sich die britischen Akteure bewegten. Neben erforderlichen Abstimmungen
mit den übrigen Alliierten und innerbritischen Konflikten um den gewerkschaftspolitischen
Kurs sahen sie sich mit sehr unterschiedlichen Neuordnungsvorstellungen
deutscher Gewerkschafter konfrontiert. De facto prägte die Politik
der Briten in ihrem Einflussbereich die Gewerkschaftsentwicklung nachhaltig.
Das Buch bietet erstmals aus britischer Perspektive einen differenzierten
Einblick in den gewerkschaftlichen Wiederaufbau in der britischen Besatzungszone.
Vor allem zu diesem Thema bisher nicht ausgewertete Akten der britischen
Kontrollkommission in Deutschland und der Labour-Regierung in London ermöglichen
spannende Einsichten in gewerkschaftspolitische Entscheidungsprozesse sowie
in Motive und Handlungsmuster britischer Besatzungsoffiziere vor Ort. Dabei
werden einige aus der bislang vorrangig deutschen Sichtweise resultierende
Annahmen revidiert.
Günter Brakelmann
Zwischen Mitschuld und Widerstand
Fritz Thyssen und der Nationalsozialismus
208 S., Br., € 19,95
978-3-8375-0344-9
Günter Brakelmann rekonstruiert
den politischen Prozesses, der Fritz Thyssen erst zu einem Anhänger
Hitlers und seiner Bewegung und dann zu einem entschiedenen Gegner gemacht
hat. Seine öffentliche politische Wirksamkeit begann mit seiner Rolle
im Mainzer Prozess der Franzosen gegen deutsche Industrielle. Im gleichen
Jahr 1923 lernte er über General Ludendorff Adolf Hitler kennen. Am
Ende der Weimarer Republik war Thyssen der bekannteste Unterstützer
seiner Bewegung. Die Phase seiner Identifizierung mit der nationalsozialistischen
Wirtschafts- und Sozialpolitik sollte nach der Machtübergabe aber
nur sehr kurz sein. Mit einem Brief an Hitler vom Juni 1934 begann seine
politische Absetzung vom real existierenden Nationalsozialismus. Thyssens
ständestaatliches Modell zerschellte an den Widerständen, die
sich aus der NS-Doktrin der Einheit von Partei und Staat ergaben. Später
folgte seine Kritik an dem Abbau rechtsstaatlicher Verhältnisse und
an der Religions- und Kirchenpolitik des NS-Systems. Im Mittelpunkt stehen
viele unveröffentliche Quellen, die wiedergegeben und kommentiert
werden. Neben vielen Briefen sind dies auch die Unterlagen aus dem Entnazifizierungsverfahren
nach Ende des Krieges.
LWL Industriemuseum (Hg.)
„Es ist ein unendliches kreuz, Glas zu machen“
156 S., Gb., € 24,95
978-3-8375-0407-1
Unter dem Titel: „Es ist ein unendliches
Kreuz, Glas zu machen – Glashüttenarbeiter in der Fotografie: Helden?“
zeigt die Glashütte Gernheim Werke von Fotografen des 20. und 21.
Jahrhunderts: Ihre Werke zeugen einerseits von der großen Bewunderung
für das Können der Glasmacher, die mit lange geübten Bewegungen
die glühende Glasmasse formen. Exemplarische Stationen der Glasherstellung
hielt z. B. Albert Renger-Patzsch seit den 1920er Jahren bei Schott – in
kaum bekannten Serien – fast dokumentarisch fest. Wie Szenen eines Stummfilms
erscheinen die monumentalen Aufnahmen von Paul Wollf aus zahlreichen Industriebetrieben
der 1930er bis 1950er Jahre, die auch in den Glashütten des Rheinlandes
aufgenommen wurden. Beeindruckt von den handwerklichen Fähigkeiten
der Glasmacher zeigt sich wiederum Heinrich Heidersberger, der wie Renger-Patzsch
Arbeitsabläufe der 1950er Jahre bei Schott fotografierte. Neben die
Faszination trat jedoch schon früh die Kritik an den Arbeitsbedingungen
in den Industrieglashütten: Lewis Hine z. B. portraitierte zu Beginn
des 20. Jh. Kinder, die nachts in den Hütten arbeiteten. Auch die
Aufnahmen der Gegenwart, wie die Manfred Vollmers, reflektieren die harten
Arbeitsbedingungen.
Karl Christian Führer /
Jürgen Mittag / Axel Schild / Klaus Tenfelde
Revolution und Arbeiterbewegung
in Deutschland 1918–1920
400 Seiten, € 29,95
978-3-8375-0323-4
Über die revolutionären
Ereignisse und Umwälzungen der Jahre 1918 bis 1920, die vielfach noch
immer als "Novemberrevolution" etikettiert werden, sind in der deutschen
und internationalen Forschung seit etwa zwei Dekaden kaum noch Forschungsanstrengungen
betrieben worden. Damit ist auch die entscheidende Rolle der Arbeiterbewegung
für den Verlauf der Revolution und die Demokratisierung Deutschlands
im frühen 20. Jahrhundert aus dem Blickfeld geraten. Vor diesem Hintergrund
beleuchtet der Band – der auf zwei wissenschaftlichen Tagungen in Hamburg
und Bochum basiert – insbesondere die Rolle der Arbeiterbewegungen während
der Revolution sowie die damit verbundenen Folgen und Wirkungen. Das Spektrum
der Beiträge reicht dabei vom Stinnes-Legien-Abkommen über die
Revolutionsereignisse bis zu den politischen und sozialen Umwälzungen
der Folgejahre. Dem Ruhrgebiet, als einem Brennpunkt der Ereignisse, wird
dabei besondere Aufmerksamkeit beigemessen.
Aus dem Inhalt:
Walther Müller-Jentsch: Gewerkschaften und Korporatismus: Vom
Klassenkampf zur Konfliktpartnerschaft
Ottokar Luban: Die politischen Massenstreiks in den letzten Weltkriegsjahren
und die Haltung der Freien Gewerkschaften (1916–1918)
Willy Buschak: Metallarbeiter und Revolution: Revolutionshoffnungen
und politische Kontroversen im Deutschen Metallarbeiterverband und unter
den Metallarbeitern an Rhein und Ruhr
Jürgen Jenko: Eine andere Form von Arbeiterradikalismus: Der
Anarcho-Syndikalismus im Ruhrgebiet 1918–1922
Klaus Weinhauer: Gewerkschaftspolitik im Hamburger Hafen zwischen
Tarifgestaltung, Massenmobilisierung und Arbeitsmarktorganisation (1916–1924)
Jürgen Mittag: Versäumte Chancen oder realitätsnaher
Pragmatismus? Die Sozialisierungsdebatte und die Arbeiterbewegung im Ruhrgebiet
1918/19
Werner Plumpe: Großindustrie, Staat und Gewerkschaften 1916–1920.
Das Beispiel der chemischen Industrie
Klaus Wisotzky: Zwei Essener Karrieren. Fritz Baade, die Revolution
in Essen und Theodor Reismann-Grone
Jan Schmidt: „Im Westen … Neues?“ (Deutsche) Revolution und Arbeiterbewegung
als Faktor in Ostasien am Beispiel Japans (1918–1920)
Bernd Faulenbach: Revolution und Geschichtswissenschaft 1918–1933
Klaus Tenfelde: Fragmentiert, verschüttet. Der Bürgerkrieg
1920 und die Denkmalskultur im Ruhrgebiet
Gertrude Cepl-Kaufmann: „Revolutionskultur“? Die Revolution im Ruhrgebiet
und die Literatur
u.v.m.
Anne Prior
„Wo die Juden geblieben sind,
ist [...] nicht bekannt.“
Novemberpogrom in Dinslaken
Zwangsarbeit zwischen Soest,
Werl, Wickede und Möhnetal
96 S., Br., € 12,95
978-3-8375-0341-8
Aus dem Inhalt:
Die Inszenierung des Pogroms
Die lokalen Ereignisse in der Nacht
vom 9. auf den 10. November 1938
Die lokalen Ereignisse am 10. November
1938
Die darauffolgenden Tage
Augenzeugenberichte
Das Geschehen in den Akten der
Geheimen Staatspolizei
Das Geschehen in kriminalpolizeilichen
und richterlichen Vernehmungen
Die Verfahren und Urteile wegen
der Dinslakener Pogromverbrechen vor dem Landgericht Duisburg
Heinrich Schneider, Leiter der
Dinslakener Kriminalpolizei
Die Presseberichterstattung der
lokalen Presse
Nachkriegsgeschichte(n)
Kurzbiographien
Martina Oldengott / Christine
Vogt
Zwischen Kappes und Zypressen
Gartenkunst an Emscher und Ruhr
232 S., farb. Abb., € 29,95
978-3-8375-0284-8
Anlässlich der Ausstellung
„Zwischen Kappes und Zypressen“ ist nun ein Grundlagenwerk zur Gartenkunst
an Emscher und Ruhr“ erschienen. Das Werkverzeichnis sämtlicher Exponate
mit brillanten Farbabbildungen dokumentiert die Vielfalt gartenkünstlerischen
Schaffens im Revier über den Ausstellungszeitraum hinaus. Mit den
redaktionellen Beiträgen wurde teilweise gartenhistorische Pionierarbeit
geleistet. Die zahllosen Grafschaften, reichsunmittelbaren Herrschaften,
Abteien und Klöster des Mittelalters und der frühen Neuzeit bestimmen
bis heute die Struktur der Städtegemeinschaft im Ruhrgebiet. Eng vernetzt
mit den großen geistigen und kulturellen Strömungen an den europäischen
Höfen wurden hier vielfältige eigenständige künstlerische
Entwicklungen angestoßen. Diese sind schon vor der Industrialisierung
ein besonderes Kennzeichen der geschichtlichen Entwicklung des Ruhrgebiets.
Trotz der nachhaltigen landschaftsräumlichen Veränderungen durch
Bergbau und Industrie blieben etliche Zeugnisse der Garten- und Baukunst
aus der Zeit vor der Industrialisierung bestehen. Sie markieren vielfach
die Anfänge der Siedlungstätigkeit und diese wiederum wäre,
ohne die Lage an einem Fluss als Nahrungs- und Energiequelle, als Bestandteil
der Befestigung gegen feindliche Übergriffe und als Transportweg für
Handelsgüter nicht möglich gewesen. Während dieser Zusammenhang
an den Hängen des Ruhrtals nach wie vor erlebbar ist, markieren erhalten
gebliebene Schlösser und Herrensitze mit ihren Gärten im Emschertal
den ehemaligen natürlichen Emscherlauf vor seiner Begradigung und
Verlegung nach Norden im Zuge der Industrialisierung. Die Gründerzeit
und das sprunghafte Wachstum der Städte im 19. Jahrhundert hat für
ganz Deutschland beispielhafte Zeugnisse der Gartenkunst im landschaftlichen
und architektonischen Stil der Reformzeit mit großen Volksparks und
Industriellengärten hervorgebracht. Die Ausstellung "Zwischen Kappes
und Zypressen – Gartenkunst an Emscher und Ruhr" greift mit den historischen
Garten- und Parkanlagen einen wesentlichen Aspekt der historischen Kulturlandschaft
unserer Region auf. Dort, wo sich Kappes als Sinnbild für Realität
und Nutzen, Zypressen für Traum und Erlesenes treffen, spiegelt sich
das wechselseitige Spannungsverhältnis gesellschaftlicher und kultureller
Transformationsprozesse der Industrialisierung eindrucksvoll wider.
Claudia Czycholl / Inge Marszolek
/ Peter Pohl
Zwischen Normativität und
Normalität
Theorie und Praxis der Anerkennung
in interdisziplinärer Perspektive
308 Seiten, € 29,95
978-3-8375-0185-8
Anerkennung ist ein vielschichtiges
und verwirrendes Phänomen. Es spielt in unserem bewussten oder habituellen
Alltagshandeln ebenso eine Rolle, wie wir ihm als Mittel des gesellschaftlichen
Kampfes und in der Rechtspraxis begegnen. Anerkennungskonzepte sind sowohl
aus den gegenwärtigen politischen Debatten um Migration und Leistungsgesellschaft
als auch den philosophischen Diskursen um Identität, Alterität
und Multikulturalismus kaum wegzudenken. Mit ihnen werden Prozesse der
Subjektivierung und der Vergesellschaftung, der Identitätsbildung
und der Gruppenkonstitution beschrieben. Anerkennung ist nicht nur Grundlage,
sondern auch Inhalt gesetzlicher Regelungen; sie ermöglicht Normativität
und konstituiert eine nicht selten davon abweichende gesellschaftliche
Normalität. Die Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen wissenschaftlichen
Disziplinen und gesellschaftlichen Bereichen beschäftigen sich mit
der Theorie und Praxis der Anerkennung. Schwerpunkte liegen dabei auf der
Geschichte des philosophischen Begriffes, auf theoretischen Neukonzeptionen
und deren „Anwendung“ in der neoliberalen Arbeitswelt. Zudem stehen Räume
der Anerkennung und ihrer Vergessenheit – wie Schwarzer Markt, Favelas
– im Fokus der Betrachtung. Schließlich finden sich Aufsätze
zum Körper „zwischen Fremdverfügung und Selbstbestimmung“ und
zu historischen Kämpfen um Anerkennung bzw. der Anerkennung von historischen
Verbrechen und Widerstandsleistungen während des Imperialismus, des
Nationalsozialismus und der sozialistischen Diktatur.
Walfried Pohl
Der zweite Blick. Wann ist er wichtiger
als der erste?
Gliederungsprobleme in Architektur
und Design
Deutscher Werkbund Nordrhein-Westfalen,
Schriften-Reihe: Einmischen und Mitgestalten, Band 12
200 Seiten, € 24,95
978-3-8375-0399-9
Eine der Fragen, denen Walfried
Pohl nachgeht, lautet: Was ist die Folge, wenn an die Stelle offener, gegliederter,
gestalthafter Formen geometrische Grundformen und organoide "Gleitformen"
treten? Seine Antwort ist zwiespältig. Erst einmal bilden damit Architektur
und Design den unauffälligen Hintergrund für die Lebensvollzüge.
Wo aber Architektur Aufmerksamkeit erregen will, verfügt sie nur über
das eingeschränkte Repertoire der Grundformen und organoiden Formen,
was sie pendeln lässt zwischen Monotonie und überzogener Extravaganz.
Daran knüpft der Autor die Forderung nach einer kleinteiligen Gliederung
der Architektur mit modernen Mitteln, wozu auch eine minimalistische "Kunst
auf den zweiten Blick" gehört. Denn hier, im Spannungsfeld zwischen
Fernsicht und Nahsicht, wird der zweite Blick wichtiger als der erste,
denn von ihm hängt die nachhaltige Wirkung von Architektur ab. Aber
der Autor fordert nicht nur, er sucht auch nach Beispielen, wo diese kleinteilige
Gliederung schon gelungen ist, und zeigt sie in seinem Buch. Und von diesen
Beispielen her sei der Leser gefordert, mit eigenen Beispielen das Buch
weiterzuführen.
"Die 'Zwischentöne' werden
nicht nur aus Profilierungen, Kurven und ähnlichem bestehen, sondern
man wird neben der glatten Fläche die raue brauchen und, da diese
nicht immer roh sein darf, die zur Form gewordene Rauheit, mit anderen
Worten: das Ornament." (Bruno Taut)
Wolfgang Gaida / Helmut Grothe
Barocke Pracht
Bürgerstolz und Orte des
Wandels
Gärten und Parks im Ruhrgebiet
304 Seiten, zahlr. Abb., € 19,95
978-3-89861-544-0
Dieses Buch lädt Sie zu einer
Zeitreise durch die Garten- und Parklandschaft des Ruhrgebietes ein. Sie
beginnt in der vorindustriellen Zeit mit Klöstern und Herrensitzen
in einer kleinbäuerlichen Landschaft, macht Halt an den vielen Stationen
von nahezu 100 Jahren rasanter Stadt- und Siedlungsentwicklung und leitet
über zu den Anschauungsorten einer neuen Zeit: Einer Zeit nach Kohle
und Stahl, die mit dem Emscher Landschaftspark der Metropole Ruhr ein „grünes
Rückgrat“ gibt. Das Buch gibt Hilfestellung dabei, die verborgenen
Spuren einer langen Geschichte zu entdecken und richtig zu deuten. Viele
Pläne, Karten und Bilder erleichtern es, sich in eine andere Zeit
hineinzudenken. Eine Auswahl der interessantesten Gärten und Parks
stehen beispielhaft für bestimmte Phasen und Stile der Garten- und
Parkentwicklung im Ruhrgebiet. Den konkreten Garten- und Parkbeschreibungen
wird jeweils eine thematische Einführung vorangestellt. Dabei erfolgt
diese Gliederung in verständlichen und thematisch schlüssigen
Kapiteln und nicht allein nach der Zeitenfolge, den Gestaltungsstilen und
Nutzungskategorien. Neben der Geschichte der Orte, die es aufzuspüren
gilt, wird natürlich der heutige Erlebniswert der Gärten und
Parks beschrieben. Ein Hinweis auf Kinderspielplätze oder Kinderspielmöglichkeit
darf natürlich nicht fehlen, um die Entdeckungsreise durch die Gärten
und Parks des Ruhrgebietes zu einem Familienerlebnis zu machen. Die räumliche
Abgrenzung des Ruhrgebietes erfolgt in den Gebietsgrenzen des Regionalverbandes
Ruhr.
Rolf Abrahamson
"Was machen wir, wenn der Krieg
zu Ende ist?"
Lebensstationen 1925–2010
96 Seiten, € 15,90
978-3-8375-0334-0
Rolf Abrahamson gehört zu
den wenigen deutschen Juden, die noch selbst über die Gewalterfahrungen
der NS-Zeit berichten können. Der ihm aufgezwungene Weg führte
von seiner Geburtsstadt Marl aus über die Judenhäuser in Recklinghausen
ins Ghetto und Konzentrationslager Riga und von dort über Stutthof
und Buchenwald in das Außenlager des KZ Buchenwald in Bochum (1944),
wo er schwerste Zwangsarbeit verrichten musste. In den letzten Kriegswochen
überlebte er einen Transport über Buchenwald in Richtung Dachau,
um schließlich in Theresienstadt von der Roten Armee befreit zu werden.
Seine Lebensgeschichte steht zugleich für die gesellschaftliche Integration
des deutschen Judentums, für das Zerbrechen der Nachbarschaft in der
frühen NS-Zeit, die großen und kleinen Verbrechen gegen die
Juden. Abrahamson berichtet auch über die Etablierung der winzigen
jüdischen Gemeinschaften in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft
und die vorsichtigen Schritte zu ihrer Festigung seit den 1950er Jahren.
Roland Günter
Karl Ganser
Ein Mann setzt Zeichen.
Eine Planer-Biographie mit der
IBA in der Metropole Ruhr
476 Seiten, zahlr. Abb., €
39,95
978-3-89861-860-1
Karl Ganser steht für Stadtplanungs-Geschichte
in mehr als einem halben Jahrhundert. Mit diesem Buch wird ein Erfahrungs-Wissen
zugänglich gemacht, das es nicht nur verdient, als Geschichte festgehalten
zu werden, sondern das weit darüber hinaus für kommende Entwicklungen
außerordentlich viel Anregungen zum Nach- und Vordenken geben kann.
Seine Struktur-Entwicklung des Ruhrgebietes mit 119 Projekten, unter dem
Namen der IBA, ist eine Leistung von Weltrang. Ein "Faustischer Plan".
Wir erfahren Zeitgeschichte über die persönlichen Erfahrungen
und Reflektionen eines Menschen, dessen Bedeutung in einer großartigen
Kraft an Synergie-Bildungen besteht.
Der Kulturhistoriker Roland
Günter hat die IBA im Umfeld von Karl Ganser erlebt. Er arbeitete
aktiv mit, vor allem zur Industriekultur und zum intelligenten Tourismus.
Dieses Buch entstand auf der Basis von einzigartigen Quellen, vor allem
aus Tonband-Aufzeichnungen von vielen Gesprächen mit Karl Ganser –
ein zeitgeschichtliches Dokument ersten Ranges. Roland Günter ist
1. Vorsitzender des Deutschen Werkbundes.
Alte und Neue Industriekultur im Ruhrgebiet
(Hg.Bettina Günter)
Schriftenreihe des Deutschen Werkbunds NRW, Bd. 11
200 Seiten, broschiert, zahlr. Abb., 24,95 Euro,
978-3-8375-0398-2
Aus dem Inhalt
Klaus Tenfelde: Alte und Neue Industriekultur – Zur Geschichte
und Sozialstruktur des Ruhrgebiets
Helmut Lackner: Industriekultur – Kritische Anmerkungen
nach drei Jahrzehnten
Thomas Parent: Vom Anfang und Ende der Industriekultur
Susanne Abeck: Industriekultur zwischen Erhalt und Zukunft
Hans Krabel: Die Tücken liegen im Detail. Ein Gespräch
über die Sanierung der Zeche Zollverein
Wolfgang Meisenheimer: Nachdenken über die anthropologische
Dimension – Bemerkungen über Leib, Räume, Atmosphären
Bettina Günter: Die Alltagswelt und die Rolle der
Industriekultur – Die Objekte der industriellen Massenkultur als Anker
des Erinnerns
Thomas Schleper: Thesen zur »Versonntäglichung«
der Industriekultur oder Versuch über profane Transzendenz
Ulrich Borsdorf: Industriekultur versus Geschichte?
Roland Günter: 35 Thesen zur Industrie-Kultur
Stephan A. Vogelskamp: Industriekultur als Chance für
ein aufgeklärtes Stadtmarketing?
Thomas Schleper: Licht, Eisen und Kunst – Der Museumsbahnsteig
im Oberhausener Hauptbahnhof
Hans-Achim Grube: Revitalisierung von Industriebauten
– Vattenfall in Berlin
Wolfgang Greling: Alte und neue Industriekultur mit kulturellem
und wirtschaftlichem Nutzen
Dirk Zache: Peenemünde – eine Denk-mal-Landschaft
Klaus Tenfelde : Thesen zur Kultur-Hauptstadt 2010
Simone Timmerhaus: Neue Industriekultur beim Emscher-Umbau
Christoph Zöpel: Weichenstellungen für die
Industriekultur
RWE AG (Hg.)
Kultur elektrisiert. Culture electrifies.
380 S., zahlr. Abb., dtsch./engl., Gb.,
€ 20,10
978-3-8375-0260-2
Kunst- und Kulturprojekte – vor
allem Großevents wie die Europäische Kulturhauptstadt RUHR.2010
– sind heute ohne die Förderung privater Unternehmen kaum noch möglich.
Unter dem Dach "EnergieKulturRuhr" fördert der Energieversorger RWE
als Hauptsponsor der RUHR.2010 Projekte wie das Ruhr-Atoll auf dem Baldeneysee,
die Ausstellung "A Star Is Born" im Museum Folkwang oder den internationalen
Dialog Studierender mit Nobelpreisträgern. Das Buch dokumentiert diese
vielfältigen Projekte und stellt Künstler, Wissenschaftler und
"Macher" vor.Dabei ist es selbst ein bibliophiles Kreativprojekt: Der Künstler
Matthias Beckmann illustrierte Cover, Kapitel und ein Leporello. Kabarettistin
Gerburg Jahnke, Filmemacher Adolf Winkelmann oder die stellvertretende
Direktorin des Museum Folkwang, Ute Eskildsen, lieferte Gastbeiträge.
Lichtkünstler James Turrell, Starfotograf Jim Rakete und Konzeptkünstler
Ottmar Hörl stellten sich wie viele andere dem Interview.
Nichts ist eben so elektrisierend
wie Kultur!
LWL-Freilichtmuseum
Menschen – Ideen – Migration
Neue Blicke auf Baukultur im
Rheinland und in Westfalen-Lippe
192 S., zahlr. Abb., €
19,95
978-3-8375-0355-5
Im Mittelpunkt der Beiträge
stehen Fragen des Kulturtransfers, etwa Wanderungen von Bau- und Kunsthandwerkern
und deren Einflüsse auf das ländliche Bauen und Wohnen in Westfalen
und im Rheinland. Außerdem werden Beispiele für Notunterkünfte
und Wiederaufbau (Englische "Nissenhütten" im Rheinland, Westfälisches
Fachwerk in Indonesien) behandelt. Weitere Themenschwerpunkte sind die
Baukultur von Auswanderern (Mennoniten im Südural, Rheinländer
in Brasilien und in Pennsylvania / USA) und Arbeitsmigration (Lippische
Ziegler um Berlin, italienische Bauarbeiter im Ruhrgebiet und Terrazzo-Leger
im Rheinland).
LWL-Freilichtmuseum
Zimmerwelten_zwei
Wie junge Menschen 2000 und
2010 wohnen
128 S., zahlr. Abb., € 17,95
978-3-8375-0362-3
Ausstellung und Katalog "ZimmerWelten.
Wie junge Menschen heute wohnen" erlangten im Jahr 2000 internationale
Aufmerksamkeit. Die Übernahme und Ausstellung komplett eingerichteter
Jugendzimmer gilt noch immer als wegweisend für das Sammeln von Gegenwartskultur.
Zehn Jahre später wird die Frage nach Leben und Wohnen erneut gestellt:
Was ist eigentlich aus den Jugendlichen geworden, die vor zehn Jahren ihre
Zimmer stifteten? Wie leben sie heute und was hat sie in der vergangenen
Dekade bewegt? Wie sehen ihre Pläne für die Zukunft aus? Antworten
darauf geben die Interviews und Fotoserien des Buches.
Jörg Loskill
Helmut Bettenhausen
RevierAtelier, Band 7
96 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 24,90
978-3-8375-0337-1
Helmut Bettenhausen lebt das Motto
der Künstlerzeche „Unser Fritz“ in Herne-Wanne-Eickel seit rund 50
Jahren: „Von der Kohle zur Kunst“. Er gehört zu den Revier-Kreativen,
die immer authentisch blieben – bis zum heutigen Tag. Er leugnet weder
seine heimatliche Verbundenheit noch seine berufliche Herkunft. Doch erst
durch sein Studium an der Folkwangschule löste er sich behutsam und
sensibel vom bisherigen privaten und beruflichen Umfeld und widmete sich
fortan dem künstlerischen Schaffen: als Zeichner und Objektemacher,
als Installateur und Land-Art-Spezialist, als Bildhauer und Performance-Akteur
oder auch als Grafiker.
Bettenhausen war Gründungsmitglied
der Gruppen „B 1“ und „gerade“, richtete bereits ab 1964 sein Atelier auf
der Zeche an der Stadtgrenze Wanne-Eickel/Gelsenkirchen ein. Bei allen
wichtigen Initiativen zur aktuellen Kunst in der Region wie „Grenzüberschreitung
R“, „Revier: Motiv und Motivation“, Internationale Bauausstellung Emscherpark,
Haldengestaltung etc. war er mit originären und originellen Ideen
vertreten. Ausstellungen und Aktionen führten ihn in die weite Welt,
bis nach Japan oder Australien – er darf als einer der führenden Botschafter
für die Kunst im Ruhrgebiet angesehen werden.
Durch seine Vielseitigkeit und
seine Flexibilität, auf fast jede künstlerische Aufgabenstellung
zu reagieren, hat er sich im Laufe der Jahrzehnte Achtung und einen hohen
Beachtungsgrad (auch jenseits der Künstlerschaft) erworben. Bettenhausen
sieht sich auch stets als Kollege – und hilft bei Projekten, in denen (beispielsweise
verstorbenen) Künstler ein Denkmal oder ein Haus gewidmet wird. So
richtete er auf Consolidation in Gelsenkirchen-Bismarck die Halle für
die „Sammlung Werner Thiel“ vor einigen Jahren ein. Helmut Bettenhausen
setzt in der Regel auf den Kontrast Schwarz-Weiß: eine scheinbar
einfache Grundregel – doch er bezieht diese polare (Nicht-?)Farbigkeit
aus seiner Biographie, seinen Wahrnehmungen, seinen Begegnungen, seiner
Selbstbestimmung. Die Kohle lässt ihn nicht los. [ aus dem Vorwort
von Jörg Loskill]
Rheinelbe – Art in Nature
Der Skulpturenpark von Herman Prigann
Hg.: Landesbetrieb Wald und Holz NRW und Museum für
Architektur und Ingenieurkunst NRW
64 S., zahlr. farb. Abb., € 6,95
978-3-8375-0348-7
Längst hat sich die Rheinelbe-Brache
im Zentrum Gelsenkirchens in einen spannenden Wald verwandelt. Motor für
diese Entwicklung waren die Ideen der IBA Emscher Park und die Zusammenarbeit
mit Herman Prigann, einem Künstler, der sein Werk immer in einem besonderen
Verhältnis zur Natur und Geschichte verstanden hat. Dieses Buch bringt
den Menschen Herman Prigann, seine Kunst und die erstaunliche Metamorphose
einer Industriebrache näher und lädt ein, Rheinelbe neu zu entdecken:
als Ort der Kunst. Weitere Informationen über die gleichnamige Ausstellung
in der Forstation Rheinelbe vom 16. Mai bis 26. September 2010: www.mai-nrw.de/Rheinelbe-Art-in-Nature.184.0.html
Gereon Buchholz / Thomas Plaßmann
Zeitungskids
Ein Trio macht Schlagzeilen
100 Seiten, zahlr. Abb., € 14,95
978-3-8375-0173-5
Schön ist der Spielplatz nicht.
Nun soll er ganz der Kunst weichen. So steht es eines Morgens in der Zeitung,
aber das sehen die Teenager Hanna, Paul und Ken gar nicht ein. Sie wollen
für den Erhalt des Spielplatzes kämpfen. Allein hätten sie
keine Chance. Mit guten Einfällen schaffen es die Drei, die Tageszeitung
für ihr Anliegen zu interessieren. Gereon Buchholz erzählt eine
spannende Geschichte von Intrigen, mutigen und vor allem neugierigen Kindern,
die sich gegen die Großen wehren und eine Stadt gewinnen wollen für
ihren Traum: einen Kinder- und Jugendpark. Während die Drei immer
neue Hürden überwinden, erfahren die Leserinnen und Leser, wie
Zeitungen gemacht werden. Sie blicken hinter die Kulissen einer Redaktion
und erleben, was Journalismus und natürlich die Lust am Lesen und
Schreiben bewirken kann, welche Bedeutung Anzeigen haben, wie die Zeitung
hergestellt und vertrieben wird, und wie lokale Politik funktioniert. Knappe
Sachtexte erläutern zudem Fachbegriffe. Dazu gibt es Zeichnungen von
dem bekannten Karikaturisten Thomas Plaßmann.
Hans Blossey / Jürgen Boebers-Süßmann
/ Karl F. Gehse
Sieben Städte – Sieben
Ansichten
Duisburg – Mülheim – Essen
– Gelsenkirchen – Herne – Bochum – Dortmund
96 Seiten, zahlr. farb. Abb.,
€ 14,95
978-3-89861-867-0
Die Städte liegen in einer
Region – nahe beieinander und doch gedanklich weit von einander entfernt.
Sie waren ursprünglich verschieden, sind zur selben Zeit sprunghaft
gewachsen und groß geworden. Die gleiche Geschichte, die gleiche
Entwicklung, die gleichen Probleme und doch ist jede Stadt für sich
eine individuelle Erscheinung. Wo liegen ihre gemeinsamen Wurzeln, wie
haben sie sich entwickelt, was wissen sie voneinander, wo wirken und arbeiten
sie zusammen? Sie eint eine kollektive Bindung, eine lebendige Identifikation
mit der Region. Die Idee einer gemeinsamen Kommune, der „Ruhrstadt“, ist
seit längerem im Gespräch, in der Realität aber, wie so
viele Versuche vorher, nicht aktuell. Mit diesem Buch versuchen wir, die
sieben Ruhrstädte mit Abstand von oben zu betrachten und sie miteinander
zu vergleichen. Anhand der Luftbilder von Hans Blossey werden die einzelnen
Städte analysiert und ihre Strukturen sichtbar gemacht. Großformatige
Bildtafeln, unterstützt von Bildern aus der Fußgängerperspektive,
machen planerische Prozesse verständlich und nachvollziehbar. Stadtplanung
ist eine für alle wichtige Angelegenheit, ein permanenter politischer
Prozess und sollte nicht ein Experimentierfeld für Theorien und Ideologien
sein, vor allem aber kein Spekulationsobjekt. STADTPLANUNG GEHT UNS ALLE
AN.
Jürgen Reulecke / Stephen
Pielhoff
Bergische Miniaturen
Geschichten und Erfahrungen
350 Seiten, € 22,00
978-3-8375-0312-8
"Geschichte" besteht nicht nur
aus großen Ereignissen und Umbrüchen, den allgemeinen Prozessen
und Strukturen zwischen Kontinuität und Wandel, sondern nicht zuletzt
auch aus dem Zusammenwirken vieler mehr oder weniger alltäglicher
Geschichten, die immer wieder neue Menschen bei ihrem Kommen und Gehen
in ihrer jeweiligen "Zeitheimat" erlebt haben. In diesem Sinne liefern
die "bergischen Miniaturen" deshalb keine "Meistererzählung" aus einer
einzigen Perspektive, sondern eine bunte Mischung exemplarischer Geschichten
konkreter Menschen vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart –
am Beispiel jener "Pionierregion", in der mit am frühesten in Deutschland
die "Moderne" ihren zwiespältigen Einzug hielt. Wie bewältigten
die Menschen im Bergischen Land den immer rasanter werdenden Wandel aller
Lebensbereiche? Wie erlebten auswärtige Besucher die Art und Weise,
wie hier auf die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Herausforderungen
im Laufe der letzten rund zweihundert Jahre reagiert worden ist. Der Band
bietet eine Fülle von Anregungen und schildert viele der "Erfahrungen",
die Menschen bei ihrem "Fahren durch die Zeit" im Bergischen Land gemacht
haben.
Mechthild
Brand
Verschleppt und entwurzelt
Zwangsarbeit zwischen Soest,
Werl, Wickede und Möhnetal
320 Seiten, € 19,95
978-3-8375-0377-7
„Übermorgen wissen das alle
und wissen es für ein paar Jahre. Aber lassen Sie nur erst das neue
Jahrzehnt herankommen, da werden Sie´s erleben, wie die Mythen wieder
wachsen.“ Das äußerte der zum Leiter eines Exekutionskommandos
bestimmte evangelische Pfarrer aus der Soester Börde in der Erzählung
„Unruhige Nacht“ von Albrecht Goes. Zu den Mythen der NS-Zeit, die sich
hartnäckig halten, gehört die Vorstellung, dass Zwangsarbeit
eine geschützte Möglichkeit war, den Krieg zu überstehen.
Doch die Betroffenen verloren mit dem Arbeitseinsatz im Deutschen Reich
ihr persönliches Umfeld und ihre sozialen Bindungen, waren isolierte
Fremde. Zwangsarbeit war viel mehr als nur der Aufenthalt in Deutschland,
selbst wenn der im Einzelfall menschenwürdigen Umgang bot. Mechtild
Brand schildert die schwierigen Bedingungen, unter denen Zwangsarbeiter
hier lebten. Gespräche mit Zeitzeugen ermöglichen ihr eine authentische
Darstellung des Geschehenen, Fotomaterial und historische Dokumente veranschaulichen
die Situation der ehemaligen Zwangsarbeiter zwischen Soest, Werl, Wickede
und Möhnetal.
Uwe Knüpfer
Wir im Westen
Wie wir wurden, was wir sind
– Ein historischer Wegweiser nach Nordrhein-Westfalen
222 Seiten, zahlr. Abb., €
13,95
978-3-8375-0180-3
Was verbinden Sie mit Nordrhein-Westfalen?
Bloß Kohle, Karneval und den obligatorischen Stau am Kamener Kreuz?
Die Region um Rhein, Ruhr und Lippe hat mehr zu bieten als Industriekultur,
rheinischen Frohsinn und stark frequentierte Verkehrsknotenpunkte. Seine
Geschichte reicht tief zurück in die historischen Anfänge Europas.
Bereits Römern und Kelten hat es hier sehr gut gefallen. Im Hochmittelalter
führte ein Königsweg mitten durch das Ruhrgebiet. Kölns
stolze Bürger schmissen schon im 13. Jahrhundert den Bischof raus,
und im 14. gründeten sie eine Universität, ohne auf Kaiser, König
oder Kardinal zu warten. Und in Essen haben fast 1.000 Jahre lang Frauen
regiert, ohne eine Streitmacht zu haben. Seit mehr als 2.000 Jahren zieht
die Gegend, die heute NRW heißt, Menschen an. Vielfalt, Toleranz
und Bürgerlichkeit sind ihre Markenzeichen. Mitnichten leben hier
nur Rheinländer und Westfalen. Oder Katholiken und Protestanten.
Faktenreich, unterhaltsam und mit
nötigem Biss führt Uwe Knüpfer durch die Geschichte und
zeigt: Die Geschichte NRWs ist genauso vielfältig und unverwechselbar
wie seine Menschen.
Hans-Christoph Seidel
Der Ruhrbergbau im Zweiten Weltkrieg
Zechen – Bergarbeiter – Zwangsarbeiter
640 Seiten, € 79,00
978-3-8375-0017-2
Die Steinkohle stellte den wichtigsten
Grundstoff für die nationalsozialistische Rüstungs- und Kriegswirtschaft
dar. Das Regime und seine kriegswirtschaftlichen Leitungsstellen maßen
der Erhöhung der Steinkohlenförderung kriegsentscheidende Bedeutung
zu. Im wenig mechanisierten und sehr arbeitsintensiven Steinkohlenbergbau
hing das Förderergebnis aber wesentlich von der Zahl und der Leistungsfähigkeit
der Arbeitskräfte ab. Allein im Ruhrbergbau arbeiteten während
des Krieges insgesamt etwa 350.000 ausländische Zivilarbeiter und
Kriegsgefangene.
Das Buch bietet erstmals eine umfassende
Analyse der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen im bedeutendsten
deutschen Steinkohlenrevier, dem Ruhrbergbau, während des Zweiten
Weltkrieges. Es schildert, wie die Bergbaugesellschaften auf die Anforderungen
der Kriegswirtschaft reagierten, diskutiert die Arbeitskräftepolitik
der Ruhrzechen und zeichnet die Arbeits- und Lebensverhältnisse der
einheimischen Bergarbeiter wie auch der ausländischen Zwangsarbeiter
in ihren gegenseitigen Bezügen nach.
Route der Wohnkultur
Wohnen in der Metropole Ruhr
(Hg.Büro STADTIDEE / RUHR.2010 GmbH)
254 S., Br., zahlr. Abb., € 24,95
978-3-8375-0328-9
Von der Fabrikantenvilla zur Gartenlaube,
vom Gründerzeitviertel zum zeitgenössischen Wohnprojekt, von
der Hochhaussiedlung zum Fachwerkhaus. Das Alltagswohnen im Ruhrgebiet
wird durch die „Route der Wohnkultur“ mit all seinen Eigenheiten und Facetten
erlebbar. Dieses Buch dokumentiert Beispiele einer Wohnkultur, die so vielfältig
und eigen sind wie das Ruhrgebiet selbst. Als Projekt der Kulturhauptstadt
RUHR:2010 öffnet die „Route der Wohnkultur“ im Kulturhauptstadtjahr
ausgewählte, bewohnte Wohnungen des Ruhrgebiets und macht unterschiedlichste
Lebenswelten und Wohnkulturen von der Region bis zum Wohnzimmer erlebbar.
Nicht nur „Evergreens“ und historisch bedeutsame Wohnsituationen wie die
typischen Zechensiedlungen, sondern auch „Newcomer“, gelungene und gescheiterte
Experimente, aus der Mode gekommene, wieder entdeckte, umgebaute oder behutsam
erneuerte Wohnformen werden thematisert.
Mehr Informationen über das
Projekt selbst finden Sie unter: www.routederwohnkultur.de
Jörg Dettmar und Hans-Peter
Rohler (Hg.)
Trägerschaft und Pflege
des Emscher Landschaftsparks in der Metropole Ruhr
Wie viel Grün kann sich
die Metropole Ruhr leisten?
128 Seiten, broschiert, zahlr.
farb. Abb., € 19,95
978-3-8375-0285-5
Eine urban geprägte Kulturlandschaft
wie die des Ruhrgebiets kann sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen
nicht allein über mehr oder weniger spektakuläre Investitionen
in neue Parks definieren. Das gesamte System regionaler Grünzüge
mit seinen öffentlichen Grünflächen muss unterhalten und
qualitätsvoll gepflegt werden. Angesichts der Situation der öffentlichen
Haushalte besteht die Gefahr, dass diese gewaltige Investition in die Zukunft
des Ruhrgebiets bedroht ist. Vor diesem Hintergrund startete das Forschungsvorhaben
"Management Entwicklung und Vegetation – Pilotprojekt Regionales Parkpflegewerk
Emscher Landschaftspark". Die Beiträge des Buches stellen die wesentlichen
Ergebnisse des Forschungsvorhabens vor. Gleichzeitig werden die Bemühungen
um die Zukunft des Emscher Landschaftsparks in den Kontext anderer europäischer
Metropolräume eingeordnet. Mit Beiträgen von Karl-Heinz Petzinka,
Ulrich Carow, Christophe Girot, Jörg Dettmar und Hans-Peter Rohler.
Bund Deutscher Architekten (BDA)
Stefan Polónyi
Baumeister im Ruhrgebiet Bd. 2
68 S., zahlr. Abb., Br., € 17,50
978-3-8375-0352-4
Stefan Polónyi studierte
Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Budapest und ging
1956 nach Köln. 1965 wurde er als Professor für Tragwerkslehre
an die TU Berlin berufen und baute dort das Institut für Modellstatik
auf. 1971 folgte der Ruf an die Universität Dortmund, dort war er
maßgeblich an der Gründung der Abteilung Bauwesen und der Entwicklung
des "Dortmunder Modells" beteiligt, einer gemeinsamen Ausbildung von Ingenieuren
und Architekten. Polónyi wurde 1995 in Dortmund emeritiert. 1997
ehrte ihn der Architektur- und Ingenieurverband (AIV) Köln mit der
AIV-Plakette "Für Verdienste um unsere gebaute Umwelt". 1999 verlieh
ihm die TU Berlin die Würde eines "Dr.-Ing. E. h.". Es war der dritte
Ehrendoktortitel für ihn, nachdem die Technische Universität
Budapest und die Universität Kassel ihm diesen bereits zuvor verliehen
hatten. Mit der Baumeisterreihe möchte der BDA Ruhrgebiet das Augenmerk
auf Akteure lenken, die die Geschichte herausragender Architektur im Ruhrgebiet
zu verantworten haben und den Maßstab setzen für innovatives
Bauen. Dabei soll ein lebengiger Zugang zu Persönlichkeit und Handwerk
des Baumeisters hergestellt werden. Auf diese Weise entsteht eine Publikationsreihe,
die das Thema Baukultur immer neu in den Fokus der Öffentlichkeit
stellt und so die Diskussion über qualitätvolles Bauen in Gang
hält. Im vorliegenden Band erzählt Werner Ruhnau über Kooperation
und Freundschaft mit Stefan Polonyi, während Klaus Bollinger über
das Lehrer-Schüler-verhöltnis aus der gemeinsamen Zeit an der
Dortmunder Universität berichtet. In der Rubrik "Nachgefragt" beantwortet
Stefan Polonyi einen standardisierten Fragenkatalog zu Architektur und
Baukultur im Ruhrgebiet. Abgerundet wird das Ganze durch Biographie, Werkübersicht
(Ruhrgebiet) und Schriftenverzeichnis.
Hans Hesse / Elke Purpus
Mahnmalführer Köln
Ein Führer zu Kölner Denkmälern zur
Erinnerung an Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus
200 Seiten, zahlr. Abb., € 14,95
978-3-8375-0168-1
Der »Mahnmalführer Köln«
versammelt erstmalig alle Gedenkobjekte, die an die Opfer der NS-Verfolgung,
die Opfer des Widerstandes gegen die NS-Diktatur, die Zwangsarbeiter und
Kriegsgefangenen und an die Kriegstoten in Köln erinnern. Erfasst
wurden sowohl Denkmäler und Mahnmale als auch Kriegsgräberanlagen,
Straßennamen, Instituts- bzw. Gebäudebenennungen und Schulnamen.
Auf diese Art und Weise wurde die Gedenktopografie der viertgrößten
Stadt Deutschlands komplett wiedergegeben. Jedes Gedenkobjekt ist mit einem
Foto dokumentiert. Des Weiteren geben Literatur- und weitere Quellenangaben
Auskunft über den Künstler des Gedenkobjektes, seine Geschichte
und woran es erinnert. Ein einleitender Aufsatz analysiert diese Gedenklandschaft
eingehend. Darüber hinaus ermöglicht das Künstler- und Straßenverzeichnis
einen schnellen, gezielten Zugriff auf einzelne Gedenkobjekte.
Sebastian Conrad
Globale Arbeitsmärkte und
die 'Gelbe Gefahr'
'Kulis', Migration und die Politik
der Differenz
Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets, Heft 30
28 Seiten, € 3,90
978-3-8375-0340-1
Der "Arbeitskreis für moderne
Sozialgeschichte" widmet sich seit einer Reihe von Tagungen dem Thema "Arbeit"
in dessen globalen, das heißt vor allem: transnationalen, Dimensionen.
Über die "Konturen einer Globalgeschichte der Arbeit" diskutierte
der Arbeitskreis während siener Frühjahrstagung in Bochum. Der
Vortrag von Sebastian Conrad stellt am Beispiel der chinesischen Arbeitsmobilität
und des sich damit zeitgenössisch verbindenden Kampfrufs von der "Gelben
Gefahr" Entwicklungen der früheren Globalisierungsphase zur Diskussion,
die in anderen Formen und Formaten der Gegenwart hoch bedeutend geworden
sind.
Das Ruhrtal – Panoramakarten
Ost und West, 2 Karten
in Hülle : 50 x 100 cm,
€ 6,95
978-3-89861-913-4
Jürgen Baurmann und Hermann Schulz
Die Ruhr fließt anders als
der Bosporus
Demokratie leben: Autoren schreiben gemeinsam mit
Schülern
320 Seiten, broschiert, Abb., € 14,95
978-3-8375-0274-9
Autorinnen und Autoren haben mit
Schulklassen und Arbeitsgemeinschaften an Schulen im Ruhrgebiet Geschichten
erarbeitet. Alle sechs Autorinnen und Autoren waren mit Begeisterung
dabei, den schwierigen demokratischen Dialog in verschiedenen Schulen anzuregen
und zu einem guten Ende zu bringen; ihre Arbeitsjournale zeigen von gelungenen
Prozessen und gelegentlich unerwarteten Problemen, die Geschichten von
Einfallsreichtum, Weltsicht und Humor der Jugendlichen – den eigentlichen
Autoren dieses Buches.
Manfred Rasch (Hrsg.)
August Thyssen und Heinrich
Thyssen-Bornemisza
Briefe einer Industriellenfamilie 1919–1926
640 Seiten, Hardcover, zahlr. Abb., € 39,95
978-3-8375-0331-9
Die hier veröffentlichten
Briefe der Industriellenfamilie Thyssen sind zwischen 1919 und 1926 entstanden,
in einer Zeit, die durch die Folgen des Ersten Weltkriegs und die politischen
Veränderungen geprägt war. Ein Großteil der abgedruckten
Korrespondenz erfolgte zwischen August Thyssen (1842–1926) und seinem jüngsten
Sohn Heinrich Thyssen-Bornemisza (1875–1947). Persönliches und Privates
– etwa Auseinandersetzungen zwischen dem Vater und den Kindern sowie zwischen
den Geschwistern untereinander – werden in den Briefen ebenso behandelt
wie zahlreiche Themen zur Unternehmenspolitik, zu Personalfragen, zu Unternehmensbeteiligungen
und zum Umgang mit anderen Unternehmern. August Thyssen gewährt aber
auch Rückblicke auf die Zeit um 1870, als er den Grundstein für
seinen Aufstieg legte. Es handelt sich um eine Mischung von persönlichen
und unternehmerischen Äußerungen, die ein lebendiges Bild eines
wichtigen Unternehmensgründers des Ruhrgebiets, August Thyssen, in
den letzten Jahren seines Lebens zeigen. Die über 200 Briefe, die
biografischen Skizzen zu August Thyssen und Heinrich Thyssen-Bornemisza
sowie der umfangreiche Sach- und Personenkommentar machen diesen Band zu
einem eindrucksvollen Dokument deutscher Industrie- und Unternehmensgeschichte
nicht nur der 1920er-Jahre.
Frieder Korff
Die Hütte
Leben und Arbeiten auf der Rintelner
Glashütte
Ein autobiografischer Beitrag
zur Arbeiterkultur des 20. Jahrhunderts
hrsg. vom LWL-Industriemuseum
120 Seiten, zahlr. teils farb.
Abb., Br., € 17,80
978-3-8375-0262-6
Frieder Korff (geb. 1936) hat viele
Talente: Er war Maschinenführer in der Glasfabrik Stoevesandt in Rinteln,
später Glashüttentechniker bei der gleichen Firma, er war Gewerkschaftssekretär,
Organisator und Entwicklungshelfer, er war Glassammler und Museumsberater,
ist Sänger und Gitarrenspieler, er zeichnete und malte Aquarelle,
und schießlich verlegte er sich auf die Glaskunst – und jetzt hat
er auch noch ein Buch geschrieben. Was für ein Buch? Eine Autobiografie
– allerdings lässt er nicht sein ganzes Leben Revue passieren, sondern
vor allem die Zeit, in der die Glashütte in Rinteln in dessen Zentrum
stand. Frieder Korff versteht es in gelungener Weise, die Lebenswelt von
Hütte und Glasmachersiedlung über Jahrzente in sehr persönlich
gehaltenen Farben zu malen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben
oder gar umfassende Geltung zu beanspruchen. Immer wieder nimmt er auf
allgemeine politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklungen
Bezug, die den Hintergrund seiner Erzählungen bilden und lässt
auch heikle Themen nicht aus. In seiner Autobiographie entwickelt Frieder
Korff ein Bild vom Leben auf einer Glashütte aus der Zeit um 1900
bis in die 1960er Jahre, gesehen aus der Perspektive eines aus der Arbeiterschaft
stammenden Kindes, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
LWL-Industriemuseum
HELDEN
Von der Sehnsucht nach dem Besonderen
416 Seiten, zahlr. farb. Abb., Hardcover, €
24,95
978-3-8375-0293-0
Ob Hercules oder Lara Croft: Jede
Zeit hat ihre Helden. Sie sind Vorbilder und Hoffnungsträger, offenbaren
Träume und Wünsche – und spiegeln eine Sehnsucht nach dem Besonderen
wider. Aber wofür werden Helden eigentlich gebraucht? Und wie
werden sie gemacht? Wer macht Helden – und warum? Helden polarisieren
und faszinieren. Ob frenetisches Bejubeln, ehrfürchtiges Aufblicken,
wütendes Stürzen oder zum Schurken verdammen – die Helden lassen
kaum einen kalt, sie sind immer etwas Besonderes. Die Ausstellung
"HELDEN. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen" zeigt die Entstehung der
Helden in Antike und Mittelalter und verfolgt ihre Entwicklung von den
Helden der Nationen über Kriegshelden, Sporthelden, Helden der Arbeit
und Medienhelden bis zu den vielfältigen Helden der Gegenwart.
Grundlegende Essays und Erläuterungen zu den Exponaten zeigen die
Entstehung und Verehrung der Helden, ihre Konjunkturen, Funktionen und
Wirkungen.
LWL-Industriemuseum
Die Helden-Maschine
Zur Aktualität und Tradition
von Heldenbildern
wissenschaftlicher Tagungsband
184 Seiten, zahlr. farb. Abb., Hardcover, €
19,95
978-3-8375-0294-7
Heldenbilder spiegeln die Leit-
und Streitkultur ihrer Zeit. Sie sind geschichtlich-kulturelle Konstruktionen,
die sich in den Prozessen von Wandel und Überlieferung beschreiben
lassen. Welche Beziehungen bestehen zwischen dem vormodernen Helden-Begriff
und den Bildungs- und Erziehungsidealen der Gesellschaft von heute? Was
hat den Helden-Begriff reaktiviert? In welchem Verhältnis stehen Begriff
und faktischer Gebrauch? Das waren die Leitfragen der interdisziplinär
angelegten Tagung "Die Helden-Maschine", die 2008 im Rahmen des Helden-Projekts
des LWL-Industriemuseums in Dortmund stattfand. Die Beiträge
der Tagung vermitteln einen kulturgeschichtlichen Überblick über
Entstehung und Wirkung von Helden-Bildern aus unterschiedlichen fachlichen
und methodischen Perspektiven.
René-Kuczynski-Preis
2010:
Silke Fengler
Entwickelt und fixiert
Zur Unternehmens- und Technikgeschichte
der deutschen Fotoindustrie,
dargestellt am
Beispiel der Agfa AG Leverkusen
und
des VEB Filmfabrik Wolfen (1945-1995)
288 Seiten, € 29,95
978-3-8375-0012-7
Agfa Leverkusen wie auch der VEB
Filmfabrik Wolfen sind Nachfolger der Sparte Fotografie der IG Farbenindustrie
AG (Agfa), eines in der Zwischenkriegszeit technologisch und wirtschaftlich
führenden Unternehmens der fotochemischen Industrie. Beide zählten
im Technologiewettbewerb langfristig zu den Verlierern. Bei Agfa Ost und
West wirkte sich die Fortdauer des technologischen und ökonomischen
Erbes gleichermaßen stabilisierend wie krisenfördernd aus. Die
Vorteile pfadabhängiger Prozesse traten besonders in der Nachkriegszeit
auf expandierenden Märkten zutage. Deren Nachteile zeigten sich angesichts
der dramatischen Veränderungen auf den weltweiten Fotomärkten
– Konzentration und Globalisierung der Märkte, Auftreten neuer Konkurrenten
und Technologien – seit den frühen 1960er Jahren. Mit der fortschreitenden
Elektronisierung nahm in den 1970er Jahren der Einfluss nicht fotochemiebasierter
Technologien auf die Fotografie zu. Die mittlerweile in größeren
Unternehmens- bzw. Betriebsstrukturen aufgegangene Agfa-Gevaert AG Leverkusen
und das Fotochemische Kombinat Wolfen vollzogen den Paradigmenwechsel von
der analogen zur digitalen Fotografie jedoch nicht mehr, sondern hielten
so lange wie möglich an überkommenen Entwicklungspfaden fest.
Mit der Analyse der Ursachen dieser mehrheitlich krisenhaften Entwicklung
reiht sich die Studie in ein Forschungsfeld ein, das neben der Entstehung
von Unternehmen vor allem deren Niedergang im Sinne einer „business demography“
untersucht. Die Studie untersucht am Beispiel des westdeutschen Fotounternehmens
Agfa Leverkusen und München sowie des ostdeutschen Volkseigenen Betriebes
Filmfabrik Wolfen die Problematik geteilter Unternehmen in vergleichender
deutsch-deutscher Perspektive. Ausgehend von evolutionsökonomischen
Theorien, nimmt sie das technologische und ökonomische Erbe der beiden
bedeutendsten Fotochemieproduzenten Deutschlands in den Blick. Dabei fragt
sie nach Pfadabhängigkeiten in der betrieblichen Entwicklung zwischen
1945 und 1990.
Platz
2 in der Kategorie "Einzelstudie" im "Damals"-Wettbewerb der historischen
Bücher des Jahres 2010:
Jean-Jaques Becker & Gerd Krumeich
Der große Krieg:
Deutschland und Frankreich 1914 - 1918
354 S., Br., € 24,95
978-3-8375-0171-1
Das entscheidende „Kriegstheater"
des Ersten Weltkriegs - heute noch in vielen Nationen als der „Große
Krieg" erinnert - war die Westfront. Hier begann er im Jahre 1914 und hier
endete er 1918. So war dieser Große Krieg in vieler Hinsicht ein
deutsch-französischer Krieg. An der Marne und vorVerdun kämpften
fast ausschließlich deutsche und französische Soldaten. Und
sicherlich wäre dieser Krieg in dem Moment zu Ende gewesen, wo eine
dieser beiden hauptbeteiligten Nationen aufgegeben hätte.
Ein deutscher und ein französischer
Historiker, die seit vielen Jahren in wissenschaftlichen Projekten zusammenarbeiten,
insbesondere im Forschungszentrum des Museums „Historial de la Grande guerre"
in Péronne an der Somme, haben nun gemeinsam eine Gesamtdarstellung
des Ersten Weltkriegs aus deutscher und französischer Sicht verfasst.
Diese behandelt die militärischen und politischen Entwicklungen genau
so wie das tägliche Leben und Sterben an der Front und die Entbehrungen
der Bevölkerungen. So gelangen die Autoren zu einer problemorientierten
wissenschaftlichen Synthese der so verschiedenen Weltkriegserzählungen
der beiden Nationen.
Dieses Buch erlaubt es nun endlich,
den Ersten Weltkrieg jenseits der oft üblichen nationalen Stereotype
auf „transnationale" Weise zu verstehen. Niemals zuvor war es möglich,
in deutscher Sprache so genau über die Tradition der französischen
Weltkriegs-Erzählung informiert zu werden. Umgekehrt ermöglicht
es die im Verlag Tallandier erschienene französische Ausgabe dieses
Buches dem französischen Leser eine „deutsche Sicht" der Ereignisse.
Dementsprechend enthusiastisch sind die Besprechungen in den französischen
Medien ausgefallen. Für L' Histoire war es „eines der originellsten
und stimulierendsten Bücher dieses Jahres".
So ist dieses Buch ein wichtiger
Schritt hin zu einer international vergleichenden Geschichtsschreibung
des Ersten Weltkrieges, welche die unterschiedlichen Kriegserzählungen
der Nationen im Sinne einer gemeinsamen Geschichte begreift.
Linker
Gewerkschafter = Agent der DDR?
Stefan Müller:
Heinz Dürrbeck 1912–2001
Gewerkschafter, Sozialist und Bildungsarbeiter
568 S., Br., € 39,95
978-3-8375-0201-5
Heinz Dürrbeck, von 1954 bis
1977 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, zählt
zu den weniger bekannten Gewerkschaftsführern der Bundesrepublik.
Seine persönliche und politische Biografie sticht dennoch in besonderer
Weise hervor. Dürrbeck steht für eine Generation von Gewerkschaftern,
die nach dem Faschismus am Sozialismus als Fernziel festhielten und der
Integration der Gewerkschaften in die bürgerliche Gesellschaft mit
großer Skepsis begegneten. In den 1960er Jahren setzte er in der
gewerkschaftlichen Bildungsarbeit methodisch und politisch emazipatorische
Akzente, die bis heute – je nach Standpunkt – auf positive oder negative
Weise nachwirken. Zugleich war sein Leben zutiefst in den Kalten Krieg
eingebettet. Seit 1975 wurde ihm vorgeworfen, ein Agent der DDR gewesen
zu sein. Dieser juristisch nie aufgeklärte Vorwurf, dem er sich durch
Flucht nach Ungarn entzog, zieht bis heute seine Schatten über die
gewerkschaftlichen Initiativen Heinz Dürrbecks.
Gudrun Norbisrath /Achim Nöllenheidt
Kultur an der Ruhr
Die Höhepunkte der Kulturhauptstadt
192 Seiten, zahlr. farb. Abb.,
€ 5,00
978-3-8375-0266-4
Kultur ist bunt und vielfältig:
Ob Musik von Klassik bis Pop, Ausstellungen im oder ohne Museum, Theater,
Tanz und Lesungen. Die einzigartigen Veranstaltungsräume der alten
Industrieanlagen und die klassischen Häuser für Theater, Musik
und Tanz laden ein zu besonderen kulturellen Erlebnissen. Es gibt kaum
eine Region, in der Besucher ein so dichtes Veranstaltungsprogramm erleben
können wie im Ruhrgebiet. Der reich bebilderte Führer erschließt
den kulturellen Reichtum des Ruhr gebiets als handliches Nachschlagewerk
von A bis Z und hilft dabei, im vielfältigen Angebot den Überblick
zu behalten. Dazu gehören auch die wichtigsten Projekte der Kulturhauptstadt
Europas RUHR.2010.
Achim Nöllenheidt
RuhrKompakt
Der Kulturhauptstadt-Erlebnisführer
719 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 9,95
978-3-8375-0251-0
RuhrKompakt - der umfassende Überblick:
Die Erlebnislandschaft Ruhrgebiet mit allen Daten und Fakten. Reich bebildert,
präsentiert der Band eine einzigartige Region, die einen faszinierenden
Mix aus Ballungsraum und Naturlandschaft, Kultur- und Kunstort, Sportmekka
und Industrieerbe bietet und spätestens seit der Ernennung Essens
und des Ruhrgebiets zur Kulturhauptstadt 2010 auch im internationalen Blickpunkt
steht. RuhrKompakt macht Reisende wie Revierkenner zu Entdeckern einer
offenen Region, erzählt spannend und informativ von bekannten und
unbekannten Attraktionen und gibt vielfältige Anregungen für
jede Art von Erlebnismöglichkeiten.
Zusätzlich enthält
diese Sonderausgabe das Programm von RUHR.2010!
Kulturhauptstadt Europas
RUHR.2010 Buch zwei
220 Seiten, zahlreiche Abbildungen,
broschiert, Großformat, € 4,95
978-3-8375-0316-6
Dieses Programmbuch ist das zweite
einer Trilogie, die durch das Programm der Kulturhauptstadt Europas "Essen
für das Ruhrgebiet" führt. "Buch zwei" beschreibt das Programm
von Januar bis Ende Juni 2010, ergänzt durch eine Vorschau auf das
zweite Halbjahr des Kulturhauptstadtjahres.
Burgen AufRuhr
Unterwegs zu 100 Burgen, Schlössern und Herrensitzen
in der Ruhrregion
490 S. zahlr. Abb.,Br., € 19,95
978-3-8375-0234-3
Im Mittelalter prägten wehrhafte
Burgen die Landschaften zwischen Rhein, Ruhr und Lippe. Später entwickelten
sich daraus vielerorts prächtige Wasserschlösser und Herrensitze.
Von den weit über 400 Anlagen der Ruhrregion sind heute noch zahlreiche
als Bodendenkmäler, romantische Ruinen oder bewohnte Adelshäuser
erlebbar. Sie verleihen ihrem - im Kontrast zu ihnen - teilweise sehr modernen
Umfeld einen ganz besonderen Charakter. Die über 100 hier in allgemeinverständlichen
Texten beschriebenen Anlagen haben alle ihren eigenen Reiz und laden zu
spannenden Erkundungstouren durch die Ruhrregion ein. Informationen zur
Zugänglichkeit und Erreichbarkeit geben nützliche Tipps für
die Planung individueller Ausflugsrouten. Informative Zwischentexte erklären
verschiedene Themen des Mittelalters, schildern Sagen der Region oder bieten
Ausblicke in die industrielle Zeit. Ein Atlasteil mit einer Kartierung
und einem Inventar der bekannten Burgen in der Ruhrregion erleichtern das
Auffinden auch der übrigen, nicht in eigenen Beiträgen behandelten
Anlagen.
Ulrike Vetter / Frank Vinken
Essen
Bildband in 3 Sprachen
120 Seiten, zahlr. farb. Abb., dtsch./engl./franz.,
€ 19,95
978-3-8375-0253-4
Essen ist eine sehr alte Stadt
ihre Geschichte ist älter als z.B. die Berlins, Dresdens oder Münchens.
Im Jahre 845 gründete Altfrid von Hildesheim ein Stift für Damen
des Hochadels. Fast 1000 Jahre lang regierten die Äbtissinnen die
Stadt. Heute ist Essen die Metropole des Ruhrgebiets.
Heinrich Böll / Hans Krabel
Arbeiten an Zollverein
192 Seiten, farb. Abb., € 19,95
978-3-89861-912-7
Mit dem Ende des Bergbaus begann
das zweite Leben der Zeche Zollverein als Standort der Kultur und Gestaltung.
Die Architekten Heinrich Böll und Hans Krabel betreuten von Anfafng
an die Sanierungs- und Umbauarbeiten an den inzwischen zum Weltkulturerbe
ernannten Bauten. Ihre Arbeit schuf die Grundlage für das neue Leben
auf Zollverein, von der Ausstellung der "documenta IX" in der Halle 5 über
das "Casino Zollverein" in der Halle 9 bis zum "Ruhr Museum" in der Kohlenwäsche.
Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über das Werk der
beiden Architekten und ist zugleich der erste vollständige Architekturführer
der umgenutzten Bauten von Zeche Zollverein Schacht XII.
Ulrich Borsdorf / Theo Grütter
Ruhr Museum
Natur. Kultur. Geschichte.
410 Seiten, durchgehend farb.
Abb., € 19,80
978-3-8375-0075-2
Das Ruhrgebiet ist eine der faszinierendsten
Regionen Europas, seine Geschichte ist ereignis- und abwechslungsreich.
Das neue Ruhr Museum auf Zollverein präsentiert diese spannende Geschichte,
es berichtet von frühen Industriepionieren und deren Erfindungen,
von der Arbeit unter Tage und dem Leben im Industriezeitalter, von Kriegen
und Wiederaufbau, von Umweltzerstörung und vom blauen Himmel über
der Ruhr. Aber es erzählt auch die lange Geschichte vor der
Industrialisierung: Mammut, Nashorn und Faustkeil in der Naturlandschaft,
die Römer am Rhein, die Klöster, Burgen und Städte im Mittelalter,
Humanisten, Reformatoren und Aufklärer und schließlich die Preußen
im Ruhrgebiet. Und es zeigt das Ruhrgebiet von heute: Mythos und Realität,
Industriekultur und Metropole Ruhr.
Glück auf!
Der immerwährende Barbara-Kalender
farbige Abbildungen, Spiralbindung, 24 × 22
cm, € 9,95
978-3-8375-0329-6
Der immerwährende Barbara-Kalender
zeigt zwölf Heilige Barbaras - eine Auswahl von insgesamt 150 Heiligen
Barbaras, die Thomas Rother 1996 im Kunstschacht Zollverein unter dem Motto
Barbaras Revier ausgestellt hat - allesamt Schenkungen oder Dauerleihgaben
von Bergleuten, Unternehmen oder Institutionen, von denen einige seitdem
ihren Platz in Rothers sehenswertem Atelier haben. Die Schöne aus
dem Morgenland ist die Schutzheilige der Bergleute und hilft, dass sie
heil aus der Grube wieder herauskommen. Begleitet werden die Fotografien
von alten Bergarbeitergedichten und Liedern zu Ehren der Schutzpatronin
der Bergleute.
Delia Bösch
Grubengold
Mythos Ruhrgebiet
292 S., zahlr. Fotos, Br., €
13,95
978-3-89861-959-2
Liebevolle Heimatbetrachtung und zugleich Reiseführer
der besonderen Art: Auf informative und unterhaltsame Art und Weise fasst
die Autorin in gut 30 Stichworten zusammen, was man über das Ruhrgebiet
wissen sollte – von A wie Arbeit und A 40 über G wie Gelsenkirchener
Barock bis Z wie Zappenduster. »Grubengold« ist ideal für
Einsteiger wie Einheimische und ein aktueller Führer durch eine Region,
die 2010 Kulturhauptstadt Europas ist. Als Extras gibt es viele Tipps und
Termine und eine Chronik von der Geburtsstunde des Reviers bis zur Gegenwart.
Das Land der tausend Feuer ist längst untergegangen, aber der Mythos
Ruhrgebiet lebt: In Geschichten und Legenden, Hymnen und Bildern. Ohne
seine Mythen gäbe es das Ruhrgebiet nicht mehr.
Historisches Lesebuch Ruhrgebiet in 2 Bänden
Hrsg.: K. Tenfelde / Thomas Urban
1106 S., zahlr. Abb., Gb., € 39,95
978-3-8375-0286-2
Das Ruhrgebiet ist eine ganz besondere
"Geschichtslandschaft". Diese – nach London und Paris – größte
Städteballung Europas ist nicht von Fürsten, sondern von Menschen
der Moderne "gemacht" worden, von Unternehmern und Arbeitern. Die Region
entstand mit dem Aufstieg der Montanindustrie. Deren Prägekraft reicht,
weit über die von schweren Krisen und verheerenden Kriegen unterbrochene
Blüte der Jahre 1850 bis 1960 hinaus, bis in die Gegenwart. Seit dem
Niedergang von Bergbau und Stahl sucht das Ruhrgebiet nach einer neuen
Identität.
Über das Ruhrgebiet gibt es
eine Unzahl von historischen und sozialwissenschaftlichen Untersuchungen.
Dieses "Historische Lesebuch Ruhrgebiet" erzählt die weit mehr als
200-jährige, z.T. im Mittelalter wurzelnde Geschichte dieser Region
erstmals und nahezu ausschließlich anhand von Quellen. Die Vielfalt
der rund 600 ausgewählten, in 18 Kapiteln zusammengefassten Dokumente
– von der Autobiografie Franz Haniels über Gedichte von Bergarbeitern
bis hin zu Quellen über Fußball, Kinos und Theater im Revier
– macht deutlich, dass diese außergewöhnliche Region nicht nur
von Arbeit, Schmutz und sozialem Elend geprägt war. Sie brachte auch
ungewöhnliche kulturelle Leistungen hervor und formte Menschen, die
sich hier, und nur hier, wohl fühlten und ihrer Heimat Gestalt gaben.
Das "Lesebuch" richtet sich an
die Bewohner und die Besucher des Ruhrgebiets. Es bietet die Möglichkeit,
Geschichte in der Begegnung mit den Quellen unmittelbar nachzuerleben.
Viel Neues lässt sich erfahren, manche skurrile Besonderheit leuchtet
aus den Dokumenten hervor. Zugleich werden langfristige Entwicklungen sichtbar,
die unsere Gegenwart oftmals auf versteckte Weise beeinflussen.
Maike Maibaum
Geschenkt
Eine Familie packt aus: 100 alltägliche Überraschungen
Mit Illustrationen von Thomas Plaßmann
122 Seiten, broschiert, € 10,95
978-3-8375-0272-5
Der Sohn spielt nachts mit der
Taschenlampe unter der Bettdecke Fußball. Die kleine Schwester lernt
Reiten auf einem winzigen Pony: Steht es in einer Pfütze, könnte
man es für ein Seepferd halten. Papa ist ein begnadeter Koch, leider
sieht die Küche hinterher aus, als wäre ihm ein Mammut explodiert.
Und Mama freut sich auf ihre Midlife-Crisis: „40 ist ein attraktives Alter.
Die Männer glotzen uns nicht mehr ununterbrochen auf den Hintern,
weil es zu lange dauert.“ In ihrer Kolumne „Geschenkt“ beschreibt
Redakteurin Maike Maibaum jedes Wochenende in der Neuen Ruhr Zeitung (NRZ)
den Aberwitz des Alltags, lästert lustig über ihre Lieben und
am liebsten über sich selbst, über Diät-Wahn und gehässige
Waagen, goldene Fußballschuhe, Haarwachs, der blonden Kinderfrisuren
die Konsistenz eines Morgensterns verleiht, und andere Widrigkeiten unserer
wildgewordenen Welt. Der Sammelband enthält hundert Kolumnen aus neun
Jahren, illustriert von Deutschlands bestem Männleinmaler, dem vielfach
preisgekrönten Karikaturisten Thomas Plaßmann.
Zimmermann, Volker
Eine sozialistische Freundschaft
im Wandel
Die Beziehungen zwischen der
SBZ/ DDR und der Tschechoslowakei (1945-1969)
640 S., Gb., € 47,90
978-3-8375-0296-1
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges
waren die SBZ/DDR und die Tschechoslowakei mit der Aufgabe konfrontiert,
eine Partnerschaft im Zeichen des Ost-West-Konflikts zu gestalten. Aus
Deutschen, Tschechen und Slowaken angesichts der Erfahrungen von NS-Besatzungsherrschaft
und Vertreibung aber Verbündete zu machen, war selbstverständlich
schwierig. In dem Buch werden die Anfänge der Kooperation, deren Auf-
und Ausbau in den 1950er und 1960er Jahren sowie – im Zusammenhang mit
dem „Prager Frühling“ und dessen Niederschlagung – Konfrontation und
Neubeginn 1968/69 geschildert. Dabei finden die Wandlungen dieser „sozialistischen
Freundschaft“, die bald zu einer besonders intensiven und im Laufe der
Zeit zugleich konfliktreichen im östlichen Lager wurde, sowohl auf
diplomatischer als auch auf kulturpolitischer und gesellschaftlicher Ebene
Berücksichtigung.
Nationalsozialismus und Erster
Weltkrieg
Hrsg. Gerd Krumeich
416 S., Br., € 29,95
978-3-8375-0195-7
Der Erste Weltkrieg hat Hitler
überhaupt erst möglich gemacht – daran besteht heute kein vernünftiger
Zweifel mehr. Umstritten und in vieler Hinsicht ungeklärt ist hingegen,
welche eigentliche Bedeutung der Krieg von 1914–1918 sowie die militärische
Niederlage und ihre politischen Folgen (Novemberrevolution, Versailler
Vertrag) für den Aufstieg und die Durchsetzung des Nationalsozialismus
nach 1933 hatten. Dieses Buch erörtert die vielfältigen und oftmals
überraschenden Verknüpfungen zwischen dem verlorenen Weltkrieg
und der NS-Diktatur. Die Palette der Themen reicht von der Instrumentalisierung
und Medialisierung des Großen Krieges durch Indoktrination und Propaganda,
aber etwa auch in Literatur, Film und Malerei, bis hin zu den politischen,
ökonomischen, militärischen sowie anderen “Lehren”, die der Nationalsozialismus
aus dem Ersten Weltkrieg für einen neuen, weitaus totaleren Krieg
zog.
“Wie extrem auch immer die innere
Motivation war, die Hitler aus dem Krieg und der Revolution zog, und wie
radikal die Botschaft, die er in den Münchner Bierkellern und später
dann auf der nationalen Bühne verkündete: er hätte nicht
allzu viele Zuhörer gefunden, wenn es nicht Millionen gegeben hätte,
die bereit waren, wenigstens partiell seiner Diagnose des deutschen Missgeschicks
und der seiner Ansicht nach notwendigen Abhilfe zuzustimmen. Der Band macht
deutlich, wie sehr diese Bereitschaft auf die zahllosen Methoden und Praktiken
zurückzuführen ist, mit denen die Nationalsozialisten das Trauma
des Ersten Weltkriegs ausbeuteten.” (aus dem Vorwort von Ian Kershaw)
Aus dem Inhalt:
Rainer Rother, Berlin: Die Darstellung
des Ersten Weltkriegs im nationalsozialistischen Film
Ulrich Herbert, Freiburg:
„Was haben die Nationalsozialisten aus dem Ersten Weltkrieg gelernt?"
Gerhard Hirschfeld, Stuttgart:
Der Führer spricht vom Krieg - Der Erste Weltkrieg in den Reden Adolf
Hitlers
Bernd Sösemann, Berlin: Joseph
Goebbels und der Erste Weltkrieg
Gerd Krumeich, Düsseldorf:
„Dolchstoß-Komplex" und radikaler Antisemitismus
Christine Beil, Heidelberg: Kriegsausstellungen
im Dritten Reich
Nicolas Beaupre, Clermont-Ferrand:
„Der Auftrag der Front": - Zur Geschichte der Mannschaft. Kameradschaft
der Frontdichter in der NSDAP
Stefan Schweizer, Düsseldorf:
Der Erste Weltkrieg in der NS-Kunst
Florian Kotscha, Düsseldorf:
Feindbilder und Kriegsmythen im NS-Spielfilm
Silke Fehlemann, Düsseldorf:
Die Mutter des Helden - Soldatenmütter nach dem Ersten Weltkrieg
Andrew Donson, Amherst: Versprochene
Siege und erlebte Niederlage -Wie aus Kriegskindern Nazis wurden
Volker R. Berghahn, New York: Gewalt
von Krieg zu Krieg
Mark Spoerer, Paris: Weltkriegserfahrung
und Wirtschaftsideologie im Dritten Reich
Alan Kramer, Dublin: Ethnische
Säuberungen
u. v. m.
Tanja Penter
Kohle für Stalin und Hitler
Arbeiten und Leben im Donbass 1929 bis 1953
470 Seiten, € 54,00
978-3-8375-0019-6
Als wichtigstes Steinkohlenrevier
der Sowjetunion spielte das in der Ostukraine gelegene Donesbecken sowohl
für die stalinistische Industrialisierung der 1930er Jahre als auch
für die Ausbeutungspolitik der deutschen Besatzer während des
Zweiten Weltkrieges als auch für den wirtschaftlichen Wiederaufbau
des Sowjetstaates nach Kriegsende eine zentrale Rolle. Für die Bevölkerung
der Region verband sich dies mit spezifischen Zwangsarbeits-, Gewalt-,
Terror- und Hungererfahrungen, die trotz wechselnder Herrschaftsverhältnisse
neben Bruchstellen auch überraschende Kontinuitäten aufwiesen.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, wie sich diese Erfahrungen
auf die Ausbildung von Loyalitäten gegenüber den jeweiligen Machthabern
auswirkten. Die Untersuchung verknüpft dabei die bisher zumeist getrennt
behandelten Felder der Stalinismus und Besatzungsforschung durch einen
erfahrungsgeschichtlichen Ansatz, der es ermöglicht, unter einer neuen
Perspektive Fragen des Diktaturvergleichs aufzugreifen.
Düsseldorf / Getto Litzmannstadt 1941
240 S., Br., € 29,95
978-3-8375-0236-7
Das Gedenkbuch „Getto - Litzmannstadt.
1941" ist den 1.003 jüdischen Bürgerinnen und Bürgern gewidmet,
die aus dem damaligen Gestapobezirk Düsseldorf in das Getto Litzmannstadt/Lodz
deportiert wurden und im Getto, im Vernichtungslager Cheimno oder in Auschwitz,
Struthof oder anderen Konzentrationslagern oder auf Evakuierungsmärschen
der Endphase des Zweiten Weltkrieges einen gewaltsamen Tod fanden. Das
Gedenkbuch versucht - erstmals in dieser Form in der Bundesrepublik - den
Opfern sowohl ihre Geschichte vor der Deportation wieder zugeben, als auch
gezielt alle Spuren nach der Deportation in das Getto zu dokumentieren
und zu deuten. Als Datenbank- und Informationssystem ermöglicht es
zudem Recherchen nach Namen, Herkunftsstätten und Lebenswegen der
einzelnen Betroffenen. Für jeden einzelnen der 1.003 Deportierten
ist eine Biographie geschrieben worden. Diese einzelnen Lebensläufe
werden als Form des aktiven Gedenkens reich bebildert uns anschaulich aufgeführt
und befinden sich auf einer beiliegenden CD.
Religiöse Sozialisationen
im 20. Jahrhundert
Historische und vergleichende
Perspektiven
(Hg.Klaus Tenfelde)
268 S., zahlr. Abb., € 34,95
978-3-8375-0227-5
Ausprägungen und Intensität
religiösen Verhaltens und religiöser Wertorientierungen unterlagen
immer schon erheblichen Schwankungen. Im 20. Jahrhundert, zumal nach dem
Ende des Zweiten Weltkriegs, setzte ein gravierender Formwandel des Religiösen
ein, der mit einem Rückgang traditioneller Kirchlichkeit und einer
religiösen Pluralisierung einherging. Die Vermutung, dass dieser Wandel
mit Transformationen auf dem Gebiet der Sozialisation zusammenhängt,
bildet einen wichtigen Ausgangspunkt für interdisziplinäre religionswissenschaftliche
Forschung.
In den Beiträgen des Bandes
werden die historische Dimension und einige aktuelle Folgen solcher Transformationsprozesse
am Beispiel von innerkirchlichen Sozialisationen, außerkirchlicher
Religiosität sowie schichtspezifischen Ausformungen dieser Phänomene
in einer vergleichenden, konfessionsübergreifenden und internationalen
Perspektive näher analysiert. In den Blick kommen dabei u. a. Vereine
und Kongregationen, Jugend und Familie, kirchliche Unterweisung und Schule,
deren Wandel in breitere gesellschafts-, religions- und kirchengeschichtliche
Kontexte des 20. Jahrhunderts einbezogen wird.
Udo Achten / Werner
Bachmeier
Arbeitswelten in Deutschland
168 S., Gb., € 24,95
978-3-8375-0163-6
Arbeit und hier besonders die visuelle
Wahrnehmung der Arbeitswelt ist in den letzten Jahren immer mehr durch
eine Wirtschaftsbetrachtung aus dem Blickwinkel der Investoren und Shareholder
an den Rand gedrängt worden. Schlagwörter wie Rendite, Human
Resources, Globalisierung marginalisieren die Menschen die letztendlich
die Waren erstellen und die Dienstleistungen erbringen. Tägliche Börsenmeldungen
machen in Intensität und Häufigkeit den Wetterberichten im Fernsehprogramm
ernsthafte Konkurrenz. Mit diesen Bild- und Textband sollen Einblicke in
die Arbeitswelt ermöglicht werden, die sich gerade in den letzten
Jahren rasant intensiviert hat, trotzdem aber in der öffentlichen
Betrachtung und Diskussion gerne unbeachtet bleibt. Der alten Tradition
der Industriefotografie, bei der Menschen neben Maschinen fotografiert
wurden, um deren gigantischen Ausmaße zu demonstrieren, stehen hier
Fotos von Menschen gegenüber, die in Ihrer realen Arbeitsumgebung
beobachtet oder auch porträtiert wurden.
Kriegsbilder
Mediale Repräsentationen
des „Großen Vaterländischen Krieges"
160 S., Gb., € 24,90
978-3-8375-0094-3
Im Geschichtsbewusstsein des heutigen
Russlands nimmt der/Große Vaterländische Krieg', also der deutsch-sowjetische
Krieg 1941 -1945, eine zentrale Stellung ein. Der Sieg im Zweiten Weltkrieg
fungiert als wichtigstes Bindeglied zwischen dem einstigen sowjetischen
und dem heutigen russischen Patriotismus. Der vorliegende Band rekonstruiert
unter diesem Blickwinkel die sowjetischen und russischen Kriegsbilder,
die in historischen Darstellungen, Romanen, Fotografien, Filmen, Fernsehserien
und Plakaten in den vergangenen 70 Jahren produziert worden sind und immer
noch werden. Die Autorinnen und Autoren zeigen, welche Vorstellungen die
Wahrnehmung des Krieges prägten und den Verteidigungsanstrengungen
kollektiven Sinn verliehen. Solche Bilder wurden nach Kriegsende fortgeschrieben
und entfalten bis heute ihre Wirkung. Sie zeigen, dass das Kriegsereignis
konstitutiv für die Traditionsbildung und die Schaffung historischer
Identität des heutigen Russlands ist.
Christoph Cornelißen / Carsten Mish
Wissenschaft an der Grenze
Die Universität Kiel im
Nationalsozialismus
419 Seiten, zahlr. Abb., € 19,95
978-3-8375-0240-4
Im »Dritten Reich«
bildete die Universität Kiel einen wichtigen Stützpfeiler des
nationalsozialistischen Wissenschaftsbetriebs im Norden Deutschlands. Weite
Teile der Kieler Akademikerschaft engagierten sich nach Kräften, dem
»Führer« entgegenzuarbeiten. Der Sammelband »Wissenschaft
an der Grenze« rückt zum einen verschiedene Disziplinen und
Institutionen in den Fokus, die bislang noch nicht kritisch vermessen worden
sind. Zum anderen wirft er ein neues Licht auf die Idee der »Führeruniversität«
sowie auf die schleichende Transformation wissenschaftlichen Arbeitens.
Die Analysen des vorliegenden Sammelbandes zu den intellektuellen Grenzüberschreitungen
bieten damit einen wichtigen Referenzpunkt für neuere Debatten zur
Geschichte wissenschaftlicher Institutionen und Disziplinen in den Diktaturen
des 20. Jahrhunderts.
Hier wirkt Elektrizität
Werbung für Strom 1890
bis 2010
(Hg. Theo Horstmann, Regina
Weber)
328 S., zahlr. Abb., Gb., €
29,90
978-3-89861-886-1
Die universelle Nutzung der Elektrizität
war ein Schlüsselereignis für die Entstehung der modernen Industriegesellschaft.
Die Elektrifizierung wurde von Beginn an durch gezielte Werbeaktivitäten
gefördert, die alle Formen der Massenkommunikation nutzten. Die Reklamegeschichte
der Elektrizität spiegelt technische Innovationen, kulturhistorische
Entwicklungen, politische Interessen und gesellschaftliche Bewegungen wider.
„Hier wirkt Elektrizität“ liefert zum ersten Mal einen systematischen
Überblick über die Geschichte der Elektrizitätswerbung in
Deutschland. Das Buch zeigt die Vielfalt der historischen Kommunikationsansätze
in ihren technischen, wirtschaftlichen, sozialen, künstlerischen und
politischen Bezügen.
Thomas Großbölting / Raj Kollmorgen / Sascha
Möbius / Rüdiger Schmidt
Das Ende des Kommunismus
Die Überwindung der Diktaturen
in Europa und ihre Folgen
216 Seiten, € 22,95
978-3-8375-0306-7
1989 und 1990 brachte mit dem Ende
des Kalten Kriegs und der Auflösung des Ostblocks die Ablösung
einer vierzig Jahre währenden Weltordnung. Nicht nur in der deutschen
Öffentlichkeit, sondern auch in den Ländern Osteuropas setzte
damit eine breite Diskussion über die diktatori- sche Vergangenheit
ein. Dieser Prozess der Selbstverständigung tangiert, Ja prägt
in einigen Fällen die politische Kultur der nachdiktatorischen .Gesellschaften
bis heute. Die Beiträge des Bandes untersuchen diese Prozesse in zweifacher
Hinsicht: Zum einen analysieren sie die Umbruchprozesse selbst, um in einem
zweiten Schritt zu erarbeiten, wie die kontroverse Erinnerung an 1989/90
in der jeweiligen Gegenwart diskutiert wird. Dazu greift der Band das wieder-
vereinigte Deutschland ebenso auf wie die Situation in Ungarn, Rumänien
und Russland. Damit entfalten die Autoren ein breites Panorama der verschiedenen
Wege, mit der diktatorischen Vergangenheit umzugehen.
Zwangsarbeiterforschung in Deutschland
Das Beispiel Bonn im Vergleich und im Kontext neuerer
Untersuchungen
320 S., Br., € 24,95
978-3-89861-856-4
Die in diesem Band versammelten
Beiträge erörtern auf der Grundlage umfassender Archivrecherchen
die Fragen der Rekrutierung, des täglichen Lebens und der strafrechtlichen
Behandlung von Fremdarbeitern und Zwangsarbeitern während des Zweiten
Weltkrieges in der Industrie, der kommunalen Verwaltung und in den Kirchen
vornehmlich in Bonn. Darüber hinaus bieten sie jedoch auch Analysen
und Reflexionen über die gegenwärtigen Forschungen zum "Drittem
Reich" und erleichtern auf diese Weise den Zugang zur Problematik der Zwangsarbeit
in der nationalsozialistischen Zeit.
Außerschulische politische Bildung als Werkstatt
der Demokratie
50 Jahre Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten
249 S., Br., € 29,90
978-3-8375-0279-4
Die Entwicklung der Demokratie
in der Bundesrepublik Deutschland ist untrennbar verbunden mit der Arbeit
von Trägern politischer Bildung, die von engagierten Bürgern
und Bürgerinnen und ihren Organisationen gegründet wurden. Ein
Teil davon fand sich im Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten zusammen,
der im Jahr 2009 sein fünfzigjähriges Bestehen feiert. Dieses
Buch bildet wichtige Stationen der Verbandsgeschichte ab und verdeutlicht
ihren Zusammenhang mit politischen und gesellschaftlichen Vorgängen
und dem jeweiligen Stand der didaktischen Diskussion in der politischen
Jugend- und Erwachsenenbildung. In den zahlreichen Beiträgen dieses
Bandes wird zudem ein Spektrum von Herausforderungen und Arbeitsfeldern
entfaltet, die verdeutlichen, was die heutige Praxis politischer Jugend-
und Erwachsenenbildung bewegt und ihre Zukunft bestimmen wird.
Alexander Klar
Neue Freiheit
Abstraktion nach 1945
Emil Schumacher Museum Hagen
72 S., zahlr. farb. Abb., € 14,95
978-3-8375-0310-4
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs
entwickelte sich die Abstraktion zur "Weltsprache der Malerei" und war
auf der dritten documenta 1964 in Kassel das dominierende Idiom. Für
diese Ausstellung malte Emil Schumacher drei großformatige Gemälde
mit dem Titel Documenta I, II und III. Nach Beendigung der Ausstellung
überarbeitete er das erste Bild, das ihm dabei misslang, worauf er
es zerstörte. 27 Jahre später schuf er auf dem Keilrahmen des
vernichteten Bildes ein neues Werk, Palmarum, das die Dynamik und Bewegtheit
des Vorgängerbildes in die Bildsprache seines Spätwerkes überführte.
Während die Documenta-Gemälde für seine "heroische" Phase
des abstrakten Expressionismus in Europa stehen, vertritt das 1991 gemalte
Bild Palmarum die nun von Dogmen und Ideologien befreite abstrakt-expressive
Malerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund
der Geschichte dieser drei Gemälde beleuchtet das Buch die Entwicklung
der abstrakten Malerei nach 1945 mit Arbeiten Emil Schumachers und seines
künstlerischen Umfelds, darunter Werken von Pierre Alechinsky, Asger
Jorn, Arnulf Rainer, Gerhard Richter, Antonio Saura, KRH Sonderborg, Antoni
Tàpies und Cy Twombly.
Olga Kurilo
Die Lebenswelt der Russlanddeutschen
in den Zeiten des Umbruchs (1917-1991)
Ein Beitrag zu ihrer kulturellen
Mobilität und ihrer Unterscheidung
440 S., Br., € 24,95
978-3-8375-0243-5
Olga Kurilo beschäftigt sich
mit der kulturellen Identität der Russlanddeutschen und den Veränderung
ihrer kulturellen Eigenarten im Blick auf Identität, Sprache, Glaube
und kulturbedingte Einstellungen in der Sowjetunion, in der die russlanddeutsche
Kultur mehrere Umbrüche erfahren hat. Die Zeit nach der Oktoberrevolution,
der Zweite Weltkrieg und die Zeit nach der Perestroika stehen als Umbruchzeiten
in der Lebenswelt der Russlanddeutschen im Mittelpunkt. Die Autorin arbeitet
die Veränderungen der Denk- und Verhal tensweisen, Gefühle und
Stimmungen während der großen gesellschaftlichen Transformationen
in Russland heraus. Weiterer Schwerpunkt ist die Bindungen der Russlanddeutschen
an die deutsche und die russische Kultur und ihre Veränderungen. In
diesem Kontext werden die Auseinandersetzungen der Deutschen mit der russischen
und sowjetischen Kultur, ihr „kulturelles Dazwischen", ihre Heimatlosigkeit
und der Wandel ihrer bikulturellen Identi- tät analysiert.
kultur.macht.geschichte
Dokumentation des 5. Kulturpolitischen Bundeskongresses
am 11./12. Juni 2009 in Berlin
herausgegeben von der Kulturpolitische Gesellschaft
304 Seiten, broschiert, zahlr. Abb., €
18,00
978-3-8375-0324-1
Es gibt ein neues Interesse an
der Geschichte. Historische Themen sind immer häufiger Gegenstand
aufwändig inszenierter Ausstellungen und Filme. Romane, Dokumentarfilme
und interaktive PC-Spiele mit geschichtlichen Inhalten erreichen ein Massenpublikum.
Viele Bürger engagieren sich in historischen Vereinen und Initiativen.
Zugleich hat auch das Interesse der politischen Akteure an einer geschichtlichen
Rückversicherung zugenommen. Der Fünfte Kulturpolitische Bundeskongress
der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische
Bildung ging der Frage nach, wie Kulturpolitik und politische Bildung die
Themen Geschichtskultur und Erinnerung in Zukunft aufgreifen sollen und
welche Formen der Erinnerung und historischen Bildung zeitgemäß
sind. Der Band enthält u.a. die Beiträge von Rudolf Asskamp,
Christoph Classen, Cornelia Dümkke, Lutz Hachmeister, Christoph Jacke,
Dorothea Kolland, Thomas Krüger, Norbert Lammert, Julia Lehner, Martin
Sabrow, Oliver Scheytt, Paul Sigel, Harald Welzer, Wolfgang Thierse sowie
zusammenfassende Berichte zu allen Panels und Foren.
Szenografie
in Ausstellungen und Museen IV
Raum
– Körper /Körperraum
264
S., Br., € 29,90
978-3-8375-0305-0
Wie die drei ersten Bände
dokumentiert auch dieser Band aktuelle internationale Entwicklungen im
Ausstellungswesen. Im ersten Teil geht es beim Them Raum - Körper
/ Körperraum um die subjektive Bedeutung von Raumwahrnehmungen. Wenn
also von Raumbildung die Rede ist, spielen nicht nur Innenarchitektur und
Gestaltung, sondern auch psychologische Aspekte und subjektive Sichtweisen
eine Rolle. Einerseits rückt ganzheitliches Wahrnehmen in das Interesse
didaktischer Vermittlungsstrategien, andererseits ein am Wohlbefinden der
Kunden und Kundinnen orientiertes Besuchermarketing. Der zweite Teil mit
dem Thema Kreativität und Raumschöpfung trägt der Tatsache
Rechnung, dass nicht nur Kunst und Kulturwissenschaften, sondern auch Politik
und Wirtschaft sich neuerdings wieder der Kreativität zuwenden. Die
Beiträge geben Beispiele von Raumschöpfungen und gehen der Frage
nach, welche kreativen Prozesse hinter diesen Beispielen zu finden sind
und wie sie für eine Ideenfindung zu Ausstellungsgestaltungen einzurichten
wären. Dazu äußern sich neben den Ausstellungs- und Museumsfachleuten
Vertreter und Vertreterinnen der Psychologie und der Sozialpsychologie,
der Philosophie, der Physik, der Molekularbiologie und der Hirnforschung,
der Pädagogik, der Architektur, der Wirtschaft und der Medien.
Rainer Danielzyk / Franz Pesch / Heinrich Sahnen /
Sigurd Trommer
Perspektive Stadt
300 S., zahlr. Abb., € 24,95
978-3-8375-0256-5
Bei aller Unvollkommenheit: Gibt
es ein besseres Organisationsmodell als die Stadt, die ein Gerüst
für die Aktivierung aller Kräfte zur Erlangung einer guten Zukunft
bereit hält? Der Stadt die Fähigkeit zu erhalten und sie immer
wieder zu erneuern, die Kräfte ihrer Menschen, ihrer Unternehmen und
Institutionen zu bündeln, muss Aufgabe aller werden. Dazu muss man
begreifen, was die Stadt ausmacht und was sie zusammenhält. Das fängt
mit dem Äußeren an, ihrem Bild, ihrer Gestalt, ihren Funktionen
und mündet in dem politischen Willen, die Zukunft des Stadtlebens
zu gestalten. Wir müssen begreifen, dass die Stadt nur dann eine Zukunft
hat, wenn wir als aktive Bürger zu dieser Zukunft beitragen. Wir müssen
lernen, was Stadt ist und bedeutet.
Kai Kühmichel
Architektur und Arbeit
228 S., Abb., Gb., € 24,95
978-3-8375-0270-1
Das Ruhrgebiet ist wie keine andere
Region durch die spezifischen Ergebnisse seiner industriegeschichtlichen
Entwicklung geprägt. Dies betrifft seine Ausdehnung, Art und Weise
der Siedlungsstruktur, vor allem aber sein Erscheinungsbild. Seit die industrielle
Entwicklung in großem Stil ihren Weg begann, haben unzählige
Bergwerke/ Zechen, zahlreiche Hochöfen, Hütten und Stahlwerke,
nachfolgende Chemie- und Energiekonzerne und unübersehbare Infrastrukturen
deutliche Spuren hinterlassen. Es war ein Weg von der idyllischen Landschaft
zur ungezähmten Industrialisierung mit rücksichtslosen Umweltbelastungen
und einer Kriegszerstörung. Vom überracshenden Wirtschaftswunder,
durch Öl- und Wirtschaftskrise zur Werkstatt zur Zukunft von Industrieregionen.
Die
Transformation vom Land an der Ruhr zum Industriemoloch war ohne den Faktor
Arbeit nicht machbar und so entstanden Arbeitsplätze in gewaltiger
Zahl. Damit einhergehend wurden Gebäude, Bauwerke, Fabriken und Hallen
in großem Umfang gebaut, deren bauliche gestalterische Qualität
auch heute noch Bestand hat: Architektur der Arbeit. Seit sich der Wandel
von der Arbeits- zur Wissensgesellschaft auf dem Weg vom Industriegebiet
zum Kulturgebiet vollzieht, schlägt sich dies auch in der Architektur
nieder. Neue Anforderungen, Bedingungen und andersartige Produktionsabläufe
führen zu neuen Ergebnissen einer Architektur der Arbeitswelten.
Internationale Bauausstellung
Emscher Park
Die Wohnprojekte 10 Jahre danach
Christa Reicher, Thorsten Schauz (Hg.)
312 S., zahlr. Fotos, Br., 29,95 €
978-3-8375-0255-8
Internationale Bauausstellungen
haben seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutsch-land beispielhafte Projekte
der Architektur und Stadtentwicklung einer interessierten Öffentlichkeit
präsentiert. Die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA Emscher
Park) wurde im Ruhrgebiet über einen Zeitraum von zehn Jahren von
1989 bis 1999 durchgeführt und veränderte das Gesicht der Region.
19 Städte und Gemeinden, eine Reihe von Initiativen und Unternehmen
haben über 100 Vorhaben verschiedener Größe konzipiert
und realisiert. Einige dieser Projekte entfalten eine mediale Strahlkraft
und stehen heute als Beispiel des gelungenen Strukturwandels im öffentlichen
Interesse, andere sind »leise« Projekte und haben mit kleinen
Eingriffen auf ihr jeweiliges Umfeld gewirkt. Das Buch stellt die Voraussetzungen,
Entstehungsbedingungen und Projekte des Wohnungsbaus der IBA Emscher Park
dar und wagt einen Ausblick auf zukünftige Aufgaben des Wohnungsbaus
nicht nur im Ruhrgebiet. Die Autoren dokumentieren die 28 Wohnprojekte
und stellen ihre Weiterentwicklung seit 1999 sowie ihren aktuellen Entwicklungsstand
anhand von Bildern, Karten und Texten dar. Anhand fünf aus-gewählter
Siedlungen arbeiten sie unterschiedliche Qualitätsmerkmale des IBA
Wohnungsbaus heraus und erläutern sie.
Sigune Kussek
Von
Bildern umgeben
Wandbilder einer
bürgerlichen Familie des 19. Jahrhunderts
424 S., Abb., Br.,
€ 69,95
978-3-8375-0057-8
Familienporträts, idyllische
Rheinansichten, Kunstreproduktionen und die Heilige Familie – erstmals
liegt eine Studie vor, die sich ausschließlich der Dokumentation
und Analyse bürgerlicher Wandbilder widmet. Auf der Grundlage von
Gemälden, Fotografien und Druckgrafiken der Briloner Gewerkenfamilie
Unkraut-Hövener aus der Sammlung des LWL-Freilichtmuseums Detmold
geht die Autorin dem Phänomen des bürgerlichen Wandschmucks im
19. Jahrhundert nach. Außer den Bildern haben sich noch zahlreiche
Schriftquellen, eine Familienbibliothek, ein großer Bestand an Mobiliar
und Hausrat erhalten. Die geschlossene Überlieferungssituation ist
ein seltener Glücksfall für die volkskundlich-ethnologische Wandbildforschung.
Die Untersuchung der Wandbilder in ihrem sozialen, wirtschaftlichen und
gesellschaftlichen Umfeld ermöglicht Aussagen zur Bedeutung der Bilder
im Leben der Familie Unkraut-Hövener sowie zu den Funktionen, die
sie im bürgerlichen Kontext übernahmen: Kontinuität und
Veränderung eines bürgerlichen Selbstverständnisses, das
sowohl wirtschafts- als auch bildungsbürgerliche Anteile aufweist,
werden sichtbar. Das Buch lädt ein zu einer Reise in eine bürgerliche
Bilderwelt, illustriert mit zahlreichen, zum Teil farbigen Abbildungen
und einem ausführlichen Katalog.
Eva Sattler
Vergiftete
Sensationen - Soziale und kulturelle Dimensionen
des
Rauschmittelkonsums im literarischen Expressionismus 1910-1914
277 S., Br., €
32,00
978-3-8375-0268-8
Nutzen und Fluch des verteufelten
Weizens, der da blüht, beschäftigten schon Hugo Ball. Auch Jakob
van Hoddis oder Walter Rheiner experimentierten mit Drogen und mussten
ihm am Ende Tribut zollen. Die interdisziplinäre Arbeit beleuchtet
den spezifischen Konsum von Rauschmitteln im literarischen Expressionismus
vor dem Ersten Weltkrieg. Neben theoretischen Überlegungen zur möglichen
Entstehung eines Konsums aus soziologischer und kulturwissenschaftlicher
Perspektive beschäftigt scih das Buch mit dem Wesen der expressionistischen
Subkultur und ihrem gesteigerten Interesse an modernen Drogen wie Kokain,
Morphium oder Chloroform. Neue Forschungsergebnisse zu ausgewählten
Konsumbiografien wie von Emmy Hennings, Johannes R. Becher und Georg Trakl
runden die Untersuchung ab und belegen die ungebrochene Aktualität
jener ersten Literaturepoche auf dem Weg in die Moderne.
Oels
RowohltsRotationsRoutine
Markterfolge
360 S., Abb., Br.,
€ 24,95
978-3-8375-0281-7
Vor einhundert Jahre wurde der
erste Rowohlt Verlag ins Handelsregister eingetragen. Das Unternehmen war,
wie der zweite, 1919 gegründete Rowohlt Verlag ökonomisch nur
mäßig erfolgreich. Erst der heute noch bestehende dritte Verlag
gleichen Namens kontte nach dem zweiten Weltkrieg zu einem der bedeutenden
und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreichen Verlagsunternehmen der frühen
Bundesrepublik aufsteigen. Dieser Aufstieg im Nachkriegsdeutschland hat
eine Vorgeschichte, die beginnt, als Ernst Rowohlt 1931 einen Konkurs gerade
noch vermeiden konnte. Anhand neuer oder neu bewerteter Archivalien und
Dokumente werden die verlagsintern bislang nur unzureichend gewürdigten
Zusammenhänge dargestellt und anhand ästhetischer, personeller
und unternehmerischer Kontinuitäten und Brüche nachgezeichnet.
Es entsteht eine Buchhandels- und Kulturgeschichte, die vom Ende der Weimarer
Republik, über die Zeit des Nationalsozialismus bis in die fünfziger
Jahre reicht und damit auch Teil einer intellektuellen Gründungsgeschichte
der Bundesrepublik ist.
Karoline Riener
Zwischen Wissenschaftsdiskurs
und Kulturpolitik
Adalbert-Stifter-Rezeption
in Böhmen um 1900
264 S., Br., €
29,95
978-3-8375-0269-5
"Größter Sohn des deutschen
Böhmerwaldes" und moderner Schriftsteller von weltliterarischer Bedeutung:
Die Adalbert Stifter-Rezeption im Böhmen des frühen 20. Jahrhunderts
bewegte sich im Spannungsfeld von nationalistisch-kulturkonservativer Vereinnahmung
und textkritisch-philologischer Erforschung. Federführend wirkte dabei
der Literaturwissenschaftler und Kulturpolitiker August Sauer (1855-1926),
Nestor der Prager Germanistik, Repräsentant des deutschsprachigen
Kulturlebens in Prag und Initiator der ab 1904 erscheinenden ersten kritischen
Gesamtausgabe der Werke Stifters. Karoline Riener untersucht die vielfältigen
Bemühungen August Sauers um Adalbert Stifter und thematisiert gleichzeitig
die damit verknüpften zeitgenössischen kulturellen, gesellschaftlichen
und wissenschaftlichen Diskussionen in Böhmen, Österreich und
Deutschland. Hierzu gehört etwa die 1891 im Kontext nationaler und
kultureller Konflikte zwischen Deutschen und Tschechen erfolgte Gründung
der "Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und
Literatur in Böhmen". Selbstverständnis und Methoden der Germanistik
in Deutschland und Österreich-Ungarn nach 1870 werden im Zusammenhang
mit der ersten kritischen Stifter-Werkedition erörtert. Eine Darstellung
der Aktivitäten zum 100. Geburtstag Stifters im Jahr 1905 und eine
Analyse ausgewählter Denkmals- und Dichterreden schließen die
umfassende Untersuchung ab.
Neue
Bilder vom Alter
370 S., Abb., Br.,
€ 14,95
978-3-8375-0178-0
Was macht das Alter heute aus?
Wie leben sie, was tun die Älteren? Wie sehen sie sich selbst und
wie die Jungen? Die meisten Bilder vom Alter entsprechen schon lange nicht
mehr der Realität. So wird Alter häufig immer noch mit Krankheit,
Bedürftigkeit, geistigem Verfall und gesellschaftlicher Belastung
gleichgesetzt. Solche Bilder prägen unser Verhalten und unsere Sprache.
Damit setzt sich die Landesinitiative Junge Bilder vom Alter auseinander.
Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration
des Landes Nordrhein-Westfalen fördert damit die Wahrnehmung der Potenziale
des Alters in der Gesellschaft. Ziel der Initiative ist die Stärkung
differenzierter Sichtweisen auf das Alter und die Entwicklung realistischer
Altersbilder. Der Band versammelt Essays, Reflexionen und wissenschaftliche
Studien zum Thema. Projektimpulse und zahlreiche Bilder aus der Kreativ-Werkstatt
machen die Vielfalt des Alters erfahrbar und durchbrechen die normierende
Wirkung negativer Klischees. Die Begegnung zwischen Alt und Jung und das
gemeinsame kreative Gestalten lassen neue Bilder hervortreten und schaffen
Raum für neue Erfahrungen.
Aufwachsen offensiv mitgestalten
Impulse für die Kinder-
und Jugendarbeit
zahlreiche Abbildungen
224 S., Br., € 19,95
978-3-8375-0179-7
Die Kinder- und Jugendarbeit ist
ein Leistungsbereich der Jugendhilfe mit großer
Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit
unserer Gesellschaft. Geprägt durch die freiwillige Teilnahme sowie
durch lebensweltnahe und informelle Settings zeichnet sich dieses Arbeitsfeld
durch spezifische Zugänge und Lernangebote aus, die den Erwerb von
außerschulischer Bildung in besonderer Weise begünstigen. Vor
diesem Hintergrund hat die Kinder- und Jugendarbeit einen wesentlichen
Anteil an der Vermeidung von Ausgrenzung sowie an der Integration von bildungs-
und sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Insofern leistet die
Kinder- und Jugendarbeit einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung
einer ausgewogenen sozialen Infrastruktur in den Sozialräumen, Städten,
Kommunen und Kreisen.
Ebenso wie andere Institutionen
bzw. Sozialisationsinstanzen ist auch die Kinder- und Jugendarbeit permanent
aufgefordert, ihre spezifischen Leistungen/ Angebote und ihr fachliches
Profil zu überprüfen und fortzuentwickeln. Um diese Anforderungen
umzusetzen, ist es notwendig, wachsame Blicke sowohl auf die aktuellen
Veränderungen im Arbeitsfeld selbst als auch auf die Wandlungsprozesse
im gesellschaftlichen Kontext zu richten. Genau hierzu möchte diese
Veröffentlichung einen Beitrag leisten, indem eine breite Palette
von aktuellen jugendpolitischen Diskursen aufgegriffen, relevante neuere
Forschungsergebnisse skizziert und beispielhafte Praxisprojekte vorgestellt
werden. Insofern richtet sich dieses Buch sowohl an diejenigen, die als
ehrenamtliche oder berufliche MitarbeiterInnen im Arbeitsfeld der Kinder-
und Jugendarbeit tätig sind als auch an wissenschaftlich bzw. jugendpolitisch
Interessierte.
Das Fundament für diese Veröffentlichung
stellen die Vorträge und die Beiträge zu den Praxisforen dar,
die auf dem Fachkongress "Aufwachsen offensiv mitgestalten" zu hören
waren. Dieser Kongress wurde gemeinsam durch das LVR-Landesjugendamt Rheinland,
die Arbeitsgemeinschaft Haus der Offenen Tür NRW, das Paritätische
Jugendwerk NRW und die Technische Universität Dortmund am 30. und
31. März 2009 in Leverkusen veranstaltet.
lieferbar:
die Biografie des Bachmann-Preisträgers
Andreas Erb
Von Mecklenburg zum Prenzlauer
Berg: Peter Wawerzinek
258 S., Br., € 16,90
978-3-89861-343-9
Peter Wawerzinek, 1954 in Rostock
geboren und bis 1977 in der mecklenburgischen Provinz aufgewachsen, hat
sich in den frühen achtziger Jahren dem Kreis der „Prenzlauer-Berg-Connection“
angeschlossen und bislang ein breites und vielfältiges Oeuvre vorgelegt.
Zwar agiert der Autor vorwiegend im (sub)kulturellen Milieu Berlins als
Schauspieler, Sänger oder Teilnehmer von poetry-slams, gleichzeitig
hat er sich aber als Hörspielautor in verschiedenen Sendeanstalten,
als (literarischer) Kolumnist der Berliner Zeitung und vor allem als Verfasser
von Erzählungen und Romanen einen Namen auch jenseits der Berlinszene
gemacht.
Im Mittelpunkt seines Schreibens
stehen erinnernde Rückblicke auf die mecklenburgische Heimat ebenso
wie Großstadtinszenierungen, die die alte und neue Hauptstadt Berlin
aus unterschiedlichen Perspektiven beschreiben. Gleichzeitig lassen sich
fast alle Texte Wawerzineks als kritische Auseinandersetzung mit der eigenen
Szene lesen: Der Kulturbetrieb des „Prenzlberg“ entpuppt sich als eitle
und selbstverliebte Institution, die den Blick freigibt auf die Mechanismen
der Kulturindustrie (des Ostens). Dabei kommt der Form von Wawerzineks
Erzählen eine besondere Bedeutung zu, da er beständig die Stillagen
wechselt und damit experimentiert. Die Texte funktionieren als ein Zusammenspiel
unterschiedlicher sprachlicher und erzählerischer Töne, die zwar
durch die Linearität des Schriftsystems hintereinander gereiht sind,
jedoch erst im Zusammenwirken des nichtlinearen Lesens, des Vor- und Rückblätterns,
ihre ganze und radikale Wirkung entfalten.
Stimmenwechsel - Poesie längs der Ruhr
(Hg. Gerd Herholz )
152 S., Gb., € 14,95
978-3-8375-0292-3
Mit dem Ruhrgebiet verbindet man
heute mehr Schriftsteller denn je. Kaum beachtet allerdings wird die Lyrik,
die im Ruhrgebiet geschrieben wurde und wird, nur wenige kennen die Traditionen
der Lyrik längs der Ruhr und deren neue Stimmen. Das wollte das Literaturbüro
Ruhr e.V. gerne ändern und schrieb mit der Westdeutschen Allgemeinen
Zeitung (WAZ) den Gedichtwettbewerb „Traurige Hurras und freche Verse“
aus, an dem sich jeder Teilnehmer mit maximal drei Gedichten beteiligen
konnte. Die Anthologie enthält 73 Gedichte aus und zur Region und
elf Interpretationen zu 15 dieser Gedichte. Sie vermittelt einen Eindruck
in die unterschiedlichen Bewusstseinsströme, Schreibweisen, Traditionen
und Perspektiven einiger Bewohner dieses Landstrichs.
Mit Beiträgen unter anderem
von und über Ernst Meister, Günter Westerhoff, Liselotte Rauner,
Hannelies Taschau, Nicolas Born, Ralf Thenior, Uli Becker, Marion Poschmann,
Mevlüt Asar, Giuseppe Giambusso, Sigrid Kruse, Ralf Rothmann, Ivette
Vivien Kunkel, Katharina Bauer, Greta Granderath, Fritz Eckenga, Günter
Nehm, Herbert Kaiser, Ralph Martin Köhnen, Gerd Herholz, Thomas Gsella,
Jens Dirksen und Roger Willemsen.
Gabriele Ansorge
Erforschen – Erleben – Entdecken
Die besten Experimente der PHÄNOMENTA
224 S., zahlr. farb. Abb., Br.,
€ 9,95
978-3-8375-0247-3
Mit diesem Buch machen Sie einen
Ausflug in die Welt der Wissenschaft: Die PHÄNOMENTA ist ein modernes
Museum mit spannenden Experimenten zum Mitmachen und Ausprobieren. Hier
werden Physik und Technik zum Erlebnis für jeden Besucher - ob Anfänger,
Fortgeschrittener oder Experte. Wie entsteht ein Blitz? Und warum leuchtet
eine Glühbirne? Was von Physikern bereits erforscht wurde, kann in
der PHÄNOMENTA noch einmal praktisch nachvollzogen werden. Auch wer
bislang keinen Zugang zur Physik gefunden hat, ist hier begeistert bei
der Sache. Elektrizität oder Mechanik, optische Illusionen oder akustische
Täuschungen: Manche Versuche sind verblüffend einfach, andere
einfach verblüffend. Dieses Buch vermittelt anschaulich wissenschaftliche
Hintergründe und Zusammenhänge und begleitet Sie vor, während
und nach dem Besuch der Ausstellung.
Wie wir wurden, was wir nicht
werden sollten.
Frauen im Aufbruch zu Amt und
Würden
182 S., Br., € 14,95
978-3-8375-0206-0
Mit dieser Ausstellung werden drei
bedeutsame politische Weichenstellungen des 20. Jahrhunderts gewürdigt:
Frauenstudium, Frauenwahlrecht und Gleichstellung im Grundgesetz. Im Wintersemester
1908/ 09 konnten sich erstmals Frauen an deutschen Hochschulen immatrikulieren
und einen regulären Hochschulabschluss erreichen. Zunächst entschieden
sich nur wenige für die akademische Laufbahn und eroberten nach ihrem
Abschluss Positionen in Verwaltung, Justiz, Lehre und Verbänden oder
ließen sich als Freiberuflerinnen nieder. Im Januar 1919 beteiligten
sich erstmals Frauen an der Wahl zum Deutschen Reichstag, nachdem 1918
das aktive und passive Wahlrecht gesetzlich verankert worden war. Frauen
erhielten somit Zugang zu den kommunalen und staatlichen Parlamenten und
einige Politikerinnen aus Westfalen zogen in das erste Parlament der Weimarer
Republik ein. Auch wenn im Dritten Reich das passive Wahlrecht aufgehoben
wurde und hier 1945 erst mühsam ein Neuanfang gemacht werden musste,
sind die beiden Ereignisse von 1908/ 09 und 1918/ 19 bis heute die wichtigste
Zäsur für Selbstverständnis und Leitbilder von mehr als
drei Frauengenerationen. Sie bildeten die Grundlage gesellschaftlicher
und wirtschaftlicher Chancengleichheit. Beide wurden 1949 durch die rechtliche
und politische Gleichstellung von Frauen und Männern im Grundgesetz
zu einem Abschluss gebracht, wenngleich manche Benachteiligungen bis heute
bestehen. Die Ausstellung zeichnet am Beispiel von Westfalen-Lippe den
hürdenreichen Weg zu Amt und Würden nach und beschreibt an ausgewählten
Biografien Gelingen und Scheitern, Chancen und Preis der neugewonnenen
Möglichkeiten. Mehrere ZeitzeugInnen ziehen Bilanz und geben Einblick
in ihre ganz persönliche Pionierleistung. Als Wanderausstellung wird
die Ausstellung in zehn weiteren Städten Westfalens bis Mitte 2011
zu sehen sein.
Birger Gesthuisen
Musik von Einwanderern in Nordrhein-Westfalen
Streifzüge durch die Musiklandschaft
Dem Buch liegt eine CD bei mit
28 Titeln und einer Spielzeit von 79:33 Minuten.
250 S., Zahlr. Abb., Gb., € 19,95
978-3-8375-0167-4
Arbeitsmigranten und Studenten,
Flüchtlinge und Aussiedler bilden ein Viertel der Bevölkerung
Nordrhein-Westfalens. Die Einwanderer schufen ein vielschichtiges Musikleben:
türkische Langhalslauten und japanische Taiko-Trommeln, afrikanische
Gottesdienste und russische Musikschulen bilden Koordinaten eines veränderten
kulturellen Lebens, das die Kulturpolitik und die traditionellen Institutionen
herausfordert. Der Autor war ein Jahr unterwegs an Rhein und Ruhr. Mehr
als 100 Interviews mit Amateurmusikern und professionellen Künstlern
aus 25 Herkunftsländern füllen das abgegriffene Schlagwort von
der 'multikulturellen Gesellschaft' mit konkreten Inhalten einer äußerst
lebendigen Musiklandschaft.
Mirek Nemec
Erziehung zum Staatsbürger?
Deutsche Sekundarschulen in der Tschechoslowakei 1918–1939
434 S., Br., 49,95 €
978-3-8375-0065-3
Diese Studie fragt nach der Rolle
des deutschen Schulwesens in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit.
Hätte es gelingen können, die Schule als Instrument staatlicher
Integration einzusetzen und zugleich auf die Forderung der deutschen Bevölkerung
nach einer eigenen Identität einzugehen? Obwohl die Ausbildung auf
den höheren allgemeinbildenden Schulen im Kontext eines multinationalen
Staates zweifellos von großer nationaler und politischer Brisanz
war, ist ihre wissenschaftliche Erforschung bisher weitgehend vernachlässigt
worden. Die Untersuchung rekonstruiert das Vorgehen der tschechoslowakischen
Schulbehörden und die Reaktionsmuster deutschsprachiger Lehrer. Der
Schulalltag rückt ins Zentrum. Zum ersten Mal werden Schuljahresberichte,
Lehrbücher, Veröffentlichungen von Pädagogen und Lehrerver
einen ebenso wie Memoiren systematisch ausgewertet. Schulfeierlichkeiten
an deutschen Schulen werden unter die Lupe genommen und das Verbandswesen
der Lehrerschaft analysiert. Lehrer und zahlreiche Schüler wurden
nach ihren Erinnerungen befragt. Auf der Grundlage einer breiten Quellenbasis
werden am Beispiel des Schulwesens die Chancen und Hindernisse für
das historische Projekt einer multinationalen Tschechoslowakei ausgelotet.
In diesem Zusammenhang kann die vorliegende Studie auch als eine Mentalitätsgeschichte
der in der Ersten Tschechoslowakischen Republik lebenden Deutschen gelesen
werden.
Christoph Brüll
Belgien im Nachkriegsdeutschland
Besatzung, Annäherung, Ausgleich 1945–1958
437 S., Br., € 39,90
978-3-8375-0252-7
Das politische Verhältnis
zwischen Deutschland und seinem kleinen Nachbarn Belgien gehört heute
zu den engsten in Europa. Doch wie kam es zu der schnellen Normalisierung
der Nachbarschaft nach der zweiten deutschen Okkupation innerhalb eines
Vierteljahrhunderts? Christoph Brüll beschäftigt sich mit der
Bewältigung der Kriegsfolgen zwischen Belgien und Deutschland in der
Zeit der Besatzung und nach der Gründung der Bundesrepublik in den
Anfangsjahren der europäischen Integration. Dabei bilden die wirtschaftlichen
und territorialen Reparationsforderungen Belgiens den Leitfaden der Darstellung.
Neben der Analyse der politischen Entscheidungen steht dabei besonders
die Situation der betroffenen Bevölkerung im deutsch-belgischen Grenzraum
im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den belgischen Soldaten, die sich seit 1945
an der Besatzung in Rheinland und Westfalen beteiligten, war sie ein gesellschaftlicher
Gradmesser für die bilateralen Beziehungen.
Beate Olmer / Reinhild Stephan-Maaser
Der Goldschatz von Unna
Zusammensetzung und Bedeutung
des größten mittelalterlichen Münzfundes Westfalens
201 Seiten, zahlr. farb. Abb.,
€ 18,95
978-3-8375-0313-5
Frühjahr 1952: Bauarbeiter
stoßen in der Innenstadt von Unna auf den größten mittelalterlichen
Goldmünzschatz Westfalens. Über einen Zeitraum von mehr als 50
Jahren konnten 230 der bislang 255 nachgewiesenen Stücke des zunächst
verstreuten Fundes im Hellweg-Museum Unna zusammengetragen werden. Erstmals
werden in diesem Band alle Prägungen des Museumsbestandes sowie zwölf
der Münzen in Privatbesitz detailliert vorgestellt. Die Publikation
richtet sich, ebenso wie die im November 2007 neu eröffnete Ausstellungsabteilung
zum Goldschatz von Unna, an ein breites Publikum. Sie geht der Frage nach
dem möglichen Besitzer des Vermögens nach, rekonstruiert den
Weg der Münzen ins Museum, stellt die Ausstellung vor und ordnet den
Fund in stadt- und kulturgeschichtliche Zusammenhänge ein.
Deutsche Gewerkschaften und europäische Integration
im 20. Jahrhundert
140 Seiten, € 7,60
978-3-8375-0021-9
Jürgen Mittag: Gewerkschaften und europäische Integration
Willy Buschak: Der große Umbau der europäischen Wirtschaft
Bernd Bühlbäcker: Debatten um die Montanunion: Gewerkschaften
und europäische Integration in den 1950er Jahren
Karl Lausche: Gewerkschaftliche Mitbestimmungspolitik in den 1950er
und 60er Jahren im Rahmen der EGKS
Jörg Rumpf: IG Metall, IG CPK und der Prozess der europäischen
Integration
Stefan Remake: Der DGB und das soziale Europa (1957–1974)
Stephan Seifen: Der Strategiewechsel deutscher Gewerkschaften in
der Phase der „Eurosklerose“ (1973–1986)
Cyril Gläser: Europäische „Einheitsgewerkschaft“ zwischen
lahmender Überdehnung und umfassender Repräsentativität
Wolfgang Kowalsky: Zwischen Europäisierung und Renationalisierung
Walther Müller-Jentsch: Dt. Gewerkschaften, industrielle Beziehungen
und die Herausforderung der Europäisierung in den 1990er Jahren
AWO Bundesverband e.V.
Was hält die Gesellschaft
zusammen?
Zur Zukunft der sozialen Arbeit
in Deutschland
SOZIALBERICHT 2009
271 S., Br., € 19,95
978-3-89861-719-2
Was erwarten Menschen von sozialen
Diensten und von der Gesellschaft? Was erwartet die Gesellschaft von den
Menschen? Fördert die soziale Arbeit Zusammenhalt oder Ausgrenzung?
Welche Angebote sind in der sozialen Arbeit erforderlich?
Jürgen Rüttgers (Hg.)
Berlin ist nicht Weimar
Zur Zukunft der Volksparteien
160 S., Gb., € 16,95
978-3-8375-0290-9
Wird Berlin Weimar? Zersplittert
unser Parteiensystem wie in den 1920er Jahren? „Bonn ist nicht Weimar“
wurde in der Nachkriegszeit zum geflügelten Wort. Aber sechzig Jahre
nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland ist unser Parteiensystem
im Umbruch wie nie zuvor. Immer mehr Parteien konkurrieren um Wählerstimmen.
Dazu kommt die wachsende Partei der Nichtwähler. Was sind die Ursachen?
Deuten die jüngsten Wahlergebnisse an, dass die Zeit der großen
Volksparteien vorbei ist? Sind unsere Parteien nur noch bedingt mehrheitsfähig?
Alle Demokraten müssen sich diese Fragen stellen.
Prominente Experten aus Wahlforschung,
Medien, Wissenschaft und Politik diskutieren in diesem Buch aus sehr unterschiedlicher
Perspektive, wie das Parteiensystem der Zukunft aussehen soll und welche
Rolle die Volksparteien darin spielen sollten. Es geht dabei nicht nur
um unser politisches System, sondern auch um die Einheit unserer Gesellschaft.
Damit Berlin nicht Weimar wird.
Wird es 2020 noch genügend
Facharbeiter in der Region Stockholm geben? Wie wird sich das demografische
Standortrisiko in Slowenien bis 2030 entwickeln? Welche regionalpolitischen
Einflussgrößen wirken sich positiv auf das Arbeitskräfteangebot
in der Region Brandenburg-Südwest aus? Diese und andere Fragen beantwortet
eine einzigartige Auswertung regionaler demografischer und ökonomischer
Daten, die Politik und Unternehmen künftig als Grundlage für
wirtschafts- und gesellschaftspolitische Entscheidungen heranziehen können.
Thusnelda Tivig / Stephan Kühntopf
/ Claudia Korb
Demographic Risk Atlas
Facts behind the Maps
328 S., zahlr. farb. Abb., Großformat,
€ 19,95
978-3-8375-0287-9
In summer 2007 the "Laboratory
Demographic Change" managed by BASF, Evonik, SAP, econsense and other cooperation
partners charged the "Ageing Labour Force" - Research Unit of the Rostock
Center for the Study of Demographic Change with an analysis of demographic
location risks in regions of the European Union. The project evolved in
three phases.
Phase 1: Development
of the Internet-Tool Demographic Risk Map. The Tool allows generating maps
out of the data processed, illustrating Regional Demographic Change and
Regional Demographic Location Risk in the 264 NUTS 2 regions of the European
Union. It was released in May 2008 and is freely available under www.demographic-risk-map.eu.
Phase 2: Writing
of the Report Mapping Regional Demographic Change and Regional Demographic
Location Risk in Europe (published in July 2008), describing two new concepts:
the Regional Demographic Change Index, and the Regional Demographic Location
Risk Measure. It is also freely available for downloading under www.demographic-risk-map.eu
The Tool and the Report awoke the interest of a large
public. We received numerous requests to describe demographic change and
its consequences for single regions or countries in more detail. This triggeredPhase
3: Elaboration of the Demographic Risk Atlas. Its topic are
the facts behind the maps drawn so far. It comprises profiles of Regional
Demographic Change and of Regional Demographic Location Risk for all countries
and regions in the EU. It exploits the data processed with the Internet-Tool,
makes use of the methodology described in the Report, and uses additional
demographic information. All figures and tables were developed for this
Atlas.
Reprint
Robert Schmidt
Denkschrift
betreffend Grundsätze zur
Aufstellung eines General-Siedlungsplanes für den Regierungsbezirk
Düsseldorf (rechtsrheinisch)
104 Seiten, broschiert, zahlr. aufklappbare Karten,
€ 19,95
978-3-89861-901-1
Anlässlich der Rückübertragung
der Regionalplanung auf den Regionalverband Ruhr (RVR) hat der Verband
zusammen mit dem Essener Klartext-Verlag einen Reprint der „Denkschrift
betreffend Grundsätze zur Aufstellung eines General-Siedlungsplanes
für den Regierungsbezirk Düsseldorf“ von Robert Schmidt drucken
lassen.
Robert Schmidt, im Jahr 1920 der
erste Direktor des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk, gilt als „Erfinder“
der Regionalplanung. Seine jetzt wieder aufgelegte Denkschrift ist nicht
nur ein historisch interessantes Dokument zur Siedlungspolitik, sondern
auch ein wichtiges Dokument zur Regionalgeschichte des Ruhrgebiets.
Der von Schmidt bereits 1912 entwickelte
Entwicklungsplan wirkte auf Zeitzeugen utopisch und ist aus heutiger Sicht
selbstverständlich: Das Ruhrgebiet wurde nicht als topographisch begrenzte
Region, sondern als ein Gebiet betrachtet, das durch gleiche Entwicklungschancen
aber auch Probleme zusammengeschweißt worden war.
Bodo Goeke
Meine Borussia
Bilder aus 40 Jahren Sportfotografie
96 Seiten, zahlr. z.T. farb. Abb., € 14,95
978-3-8375-0267-1
Der erregte Michael Schulz, der
nach einem Platzverweis in Karlsruhe am Spielfeldrand voller Wut gegen
einen Wassereimer tritt, der weinende Jürgen Kohler nach seinem letzten
Spiel, Hoppy Kurrat, Helmut Bracht und August Lenz beim fröhlichen
Singen, Michael Zorc und seine neugierige Tochter Anastasia, Michael Rummenigge
und die Fans nach dem gewonnenen Pokalfinale in Berlin – Bodo Goeke hat
sie festgehalten in seinen 40 Jahren als Fotoredakteur. Seine Bilder wurden
vielfach ausgestellt und prämiert in den Wettbewerben des Verbandes
Deutsche Sportpresse (VDS) und bei World Press Photo. Die Deutsche Fußball-Liga
zeichnete ihn aus für das Beste Foto aus 40 Jahren Bundesliga: Der
wütende Michael Schulz und der Tritt vor den Wassereimer in Karlsruhe.
Im Land der Kohlengruben
Thomas Hair: Aquarelle aus dem nordenglischen Kohlenrevier
(Hg.Olaf Schmidt-Rutsch)
96 Seiten, broschiert, zahlr. farb. Abb., €
9,90
978-3-8375-0233-6
Thomas Hairs Aquarell-Studien aus
dem nordenglischen Steinkohlenbergbau ermöglichen es, den Weg der
Kohle von der untertägigen Förderung bis zu den Verladeanlagen
in den Kohlenhäfen an den Ufern der Flüsse Tyne, Wear und Tees
zu verfolgen. Die Ansichten der Bergwerke zeichnen sich durch einen hohen
Detail-Reichtum aus. Entsprechend laden sie den Betrachter zu einer visuellen
Reise ins "Land der Kohlengruben" ein.
Parallelgesellschaften
Diskursanalysen zur Dramatisierung
von Migration
Beiträge studentischen Forschens
224 Seiten, broschiert, €
22,95
978-3-89861-822-9
Der Begriff der "Parallelgesellschaft"
hat in den vergangenen Jahren eine enorme Karriere gemacht. Bis heute verkettet
er eine Reihe von Themen zu einem relativ einheitlichen Diskurs. Es fehlt
nicht an Versuchen, das Bestehen von Parallelgesellschaften wissenschaftlich
messbar zu machen und klare Kriterien für ihr Vorhandensein zu benennen,
so z. B. ökonomische Abkoppelung, Verdoppelung von politischen Strukturen
oder räumliche Absonderung. Dabei kommt dann regelmäßig
heraus, dass in Deutschland Parallelgesesellschaften (noch) nicht existieren.
Das hat jedoch der Karriere des Begriffs im politischen Sprachgebrauch
nicht geschadet. Wer von "Parallelgesellschaften" spricht, zielt in der
Regel nicht auf reine Tatsachenbeschreibung, sondern er dramatisiert Probleme
der Einwanderung nach Deutschland.
Die Beiträge dieses Bandes
untersuchen daher die publizistische Verwendung des Begriffs selbst. In
medienwissenschaftlichen Analysen belegen sie, wie "Parallelgesellschaft"
als Kampfbegriff gegen das Leitbild einer multikulturellen Gesellschaft
fungiert.
Till Schraven
(Sozial-)Demokratie
als Bauherr
Rathausbau
der 1960er und 1970er Jahre in der BRD und Essen
538 S., Br., zahlr.
Abb., € 39,95
978-3-8375-0235-0
Wie viele und welche Rathäuser
sind in der Bundesrepublik zwischen 1960 und 1980 abgerissen und gebaut
worden? Und warum entschieden sich die Stadtoberen damals zu diesen baulichen
Maßnahmen – zu Veränderungen also, die heute oft als „Verirrung“
oder als „alptraumhaft“ gegeißelt werden?
Diese Fragen beantwortet Till Schraven
detailliert. Basierend auf der Kenntnis der Entwicklungen in 82 westdeutschen
Mittel- und Großstädten, beschreibt der Autor eine Rathausgeschichte,
in der die Akteure erst von pragmatischen, dann von ideologischen und schließlich
wieder von pragmatischen Überlegungen geleitet wurden.
Insbesondere richtet sich das Buch
an die Essener Leser. Denn erstmalig wird die exemplarisch zu nennende
Essener Rathausgeschichte der 1960er und 1970er Jahre erzählt, welche
zu einer der größten Mythen der Stadtgeschichte geworden ist.
Bernd Ostendorf und andere:
„Meine Klage bleibt in meinem Herzen ewiglich.“
Die Geschichte der Mendener Fam ilie Bernstein unter
der nationalsozialistischen Herrschaft
160 S., zahlr. Abb., Br., € 14,90
978-3-8375-0182-7
Während einer Projektwoche
des Mendener Walburgisgymnasiums beschäftigten sich Schüler mit
der Frage, ob es in Menden ein angemessenes Gedenken an die verfolgten
Jüdinnen und Juden gibt. Die Arbeitsgruppe stellte rasch fest, dass
auch in Menden nur wenig an das Schicksal Einzelner erinnert wurde. Es
entwickelte sich das Vorhaben, mehr bekannt zu machen als nur Namen, Todesorte
und -daten der Verfolgten. Über drei Jahre haben elf Schüler/-innen
und ein Lehrer sich speziell mit einer Mendener Familie, der Familie Bernstein,
auseinandergesetzt.
Die Ergebnisse der Nachforschungen
erheben nicht den Anspruch, ein vollständiges Bild dieser Familie
zu liefern. Doch Konturen der einzelnen Familienmitglieder werden deutlicher
und sie erlauben es, sich intensiv mit den Opfern zu identifizieren. Das
Buch zeigt darüber hinaus, wie trotz des hohen Maßes an Integration,
das die einzelnen Familienmitglieder bis zu Beginn der nationalsozialistischen
Herrschaft erreicht hatten, ein Prozess der Isolation stattfinden konnte.
Es verdeutlicht, welche Faktoren die Ausgrenzung, Entrechtung, Vertreibung
und schließlich Ermordung vieler Familienmitglieder begünstigten
und beschäftigt sich kritisch mit der Rolle der nichtjüdischen
Bevölkerung und der Verwaltung im Verfolgungsprozess. Neben Menden,
das im Mittelpunkt der Untersuchung steht, werden auch die weiteren Wohnorte
der Bernsteins - Aachen, Hagen und Bielefeld - berücksichtigt.
bastarde
WerkstattGeschichte 51
127 S., Br., Abb., € 14,00
978-3-8375-0277-0
„Bastarde“ – der Begriff soll in
diesem Themenheft nicht in seiner geläufigen pejorativen Bedeutung
verstanden werden, sondern als Chiffre für Illegitimität und
Hybridität. Zedlers Universallexikon von 1732 führt zunächst
negative Konnotationen des Begriffs an: Ein Bastard sei das Kind einer
Jungfer oder Witwe, dessen Vater ungewiss sei; Bastarde seien aber auch
Mischlinge zwischen zwei Arten, von denen die eine der anderen aufgepfropft
sei und parasitär wachse. Danach aber verweist das Universallexikon
darauf, dass „Bastard“ nicht überall die gleiche Bedeutung habe und
nicht in jedem Falle eine Abwertung darstelle, sondern im Gegenteil auch
als Ehren- oder Adelstitel gebraucht werde und so z.B. die „unächten
Kinder“ des Herzogtums Burgund in ihrem Titel die Worte Burgundiae Bastardus
trügen. Die Encyclopédie von Diderot und d’Alembert von 1751
bezeichnet als „Bastard“ die anerkannten unehelichen Söhne von Adligen
und, in einem allgemeinen Sinne, alle unehelich Geborenen. Der Begriff
wird in neutralem Sinn als rechtshistorischer Terminus definiert, erst
am Schluss des Artikels wird beiläufig auf seine Anwendungen im Tier-
und Pflanzenreich verwiesen. Der Begriff ist also uneindeutig und ambivalent.
In diesem Heft sollen narrative
und kulturelle Konstruktionsmuster von Bastarden und Bastardizität
vorgestellt werden. Bastardkonzepte haben nicht nur die spezifischen Handlungsmöglichkeiten
historischer Akteure und Akteurinnen präfiguriert, sie geben auch
Aufschluss über Konzepte von Legitimität und Illegitimität,
von Grenzziehung und Grenzüberschreitung. Zentral ist hier das Argument,
dass nicht nur literarischen, sondern auch historischen Unehelichen Eigenschaften
zugeschrieben werden, die phantasmagorische Qualitäten haben. Verblüffend
ist auch die widersprüchliche Behandlung der Bastarde im vormodernen
Recht. Während Bastarden lange Zeit jegliche Verwandtschaft mit der
väterlichen Familie juristisch abgesprochen wurde, galten uneheliche
Kinder als natürlich und offensichtlich mit der Mutter und ihrer Familie
verwandt. Wenn Bastarde und Bastardinnen einerseits als juristische Kontrastfolie
für eheliche Kinder und deren Rechte herhalten müssen, gerät
dies andererseits in Widerspruch zur Vorstellung einer natürlichen
Blutsverwandtschaft und Vererbung, die je nach Epoche unterschiedlich explizit
ausformuliert wird. Gerade das frühneuzeitliche Recht hielt spezifische
Integrationsinstrumente für Uneheliche bereit, die von der weltlichen
Legitimation über den kirchlichen Dispens bis hin zur vollständigen
Aufnahme auch in die väterliche Familie reichen, und zwar nicht nur
im Adel. Die Geschichte der Bastarde ist also kaum von der Geschichte solcher
Zuschreibungen und Pragmatismen zu trennen, die sich auch in der Fremd-
und Selbstwahrnehmung historischer Akteurinnen und Akteure wiederfinden.
Weder Sozialgeschichte noch Demografie, die Unehelichkeit vor allem als
Indikator für die voreheliche Sexualität behandelt haben, sind
jedoch der Bastarde Herr geworden. Vielmehr hat die Forschung mehrfach
darauf hingewiesen, dass letztlich die jeweilige historische moralische
oder kulturelle Wertigkeit des Phänomens ausschlaggebend sei, über
die man jedoch bislang nur wenig wisse.
Weil Bastarde die Überschreitung
der ehelichen Ordnung und Sexualität verkörpern, werden sie zwangsläufig
zu Sinnbildern von Unordnung und Unreinheit, und weil man sich vor diesem
gesellschaftlichen „Anderen“ nicht nur fürchtet, sondern es auch begehrt,
hat es verzerrte Züge, in quantitativer ebenso wie in qualitativer
Hinsicht. Als institutionalisierte Außenseiter, die gesellschaftliche
Ordnungsprinzipien zurückspiegeln, funktionieren Bastarde ähnlich
wie Narren bzw. Geisteskranke. Sie als „Randgruppen“ zu beschreiben, wie
dies in der Sozialgeschichte bisweilen geschehen ist, greift jedoch zu
kurz, denn Bastarde haben einen Fuß in und einen außerhalb
der bestehenden Gesellschaftsordnung, und ihr Lebensweg kann sich in verschiedenste
Richtungen entwickeln. Eine eindeutig pejorative, ja rassistische Aufladung
des Begriffs erfolgt erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts,
und noch Ferdinand Tönnies widmet 1930 den „Unehelichen oder verwaisten
Verbrechern“ eine kriminalistische Abhandlung. Aber auch rassistische und
biologistische Konzepte werden mit den Bastarden nicht wirklich fertig,
denn auch ihnen ist unklar, in welche Richtung sich die einzelnen „Mischlingsanteile“
entwickeln werden und welche ausschlaggebend sind – Bastarde bilden damit
eine Schnittstelle zwischen kulturalistischen und biologistischen Diskursen
und sind besonders geeignet, deren Strukturen offenzulegen.
Aus diesem weitgespannten Forschungsfeld
stellt das vorliegende Themenheft drei Querschnitte vor. Simona Slani?ka
zeigt, dass Bastarden im Mittelalter und in der Renaissance eine besondere
Befähigung zur Kreuzfahrt und zum Kontakt mit dem außereuropäischen
Fremden zugeschrieben wurde. Anhand des mittelalterlichen Alexanderromans,
des Großen Bastards Anton von Burgund und Juan de Austrias werden
drei Kreuzfahrerbastarde und deren Analogien diskutiert.
Karin Gottschalk untersucht den
rechtsgeschichtlichen Wandel von Unehelichkeit in Bezug auf Verwandtschaft
von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Ihre Fokussierung auf die Bastarde
lässt den Konstruktivismus der rechtlichen Verwandtschaftsdefinitionen
besonders deutlich hervortreten, wenn etwa Adoption und Unehelichkeit als
Abgrenzung für legitime Verwandtschaft dienen oder aber um 1800 die
Reichweite der natürlichen Blutsverwandtschaft umdefiniert wird.
Regina Mühlhäuser befasst
sich mit der Sorge der NS-Autoritäten um die Wehrmachtsbastarde in
der besetzten Sowjetunion, wo sich sowohl die Ambivalenzen als auch die
Fantasien früherer Bastarddiskurse wiederfinden. Einerseits wurde
befürchtet, dass die Bastarde den feindlichen Genpool aufwerten und
sich als geborene Anführer gegen Deutschland wenden könnten,
andererseits wurde überlegt, sie als neue Siedler für die besetzten
Grenzgebiete und als mit dem Umland bestens vertraute Grenztruppen an der
Ostfront einzusetzen.
In der Rubrik Werkstatt berichtet
Eckart Schörle über die Einrichtung einer antisemitischen Nachrichtenagentur:
den „Welt-Dienst“, gegründet 1933 von Ulrich Fleischhauer. Dieser
versuchte mit seiner Organisation die internationale Vernetzung der Antisemiten
zu fördern und wurde u.a. durch seine Rolle beim Berner Prozess um
die „Protokolle der Weisen von Zion“ bekannt.
Monica Rüthers untersucht
anhand verschiedener Bildbände zur sowjetischen Architektur visuelle
Repräsentationen von Stadt und Land und deren Verbindung mit Modernisierungsprozessen
in den fünfziger und sechziger Jahren. Die in den bildlichen Darstellungen
konstruierten Differenzen und Hierarchien diskutiert sie als Teil einer
visuellen „Verlandschaftung“ der sowjetischen Kultur und Gesellschaft.
MiR
geht’s gut
50 Jahre Musiktheater
im
Revier
(Hrsg. Jörg
Loskill )
200 S., Gb., zahlr.
farb. Abb., € 28,00
978-3-8375-0042-4
Wo begegnen sich Yves Kleins und
Werner Ruhnaus Architektur- und Kunst-visionen und Wagners Ideendramen
oder Mozarts Menschen-Klassiker? Im Musiktheater im Revier. Seit
50 Jahren ist es "der" kulturelle Botschafter der Stadt und der Region.
Zum Jubiläum erscheint ein aufwändiges Buch über das MiR,
das seinen Namen Mitte der 60er Jahre von Prof. Günter Roth erhielt.
Der Band ist weit mehr als eine Dokumentation der Spielpläne und Aufführungen
und zitiert alle Sparten des Musiktheaters, porträtiert rund 150 Persönlichkeiten,
lässt die "Ehemaligen" wie Uwe Mund, Günter Könemann, Ludwig
Baum oder Peter Theiler u.a. selbst sprechen, erinnert an künstlerische
Höhepunkte, reflektiert historische Stationen. Die Publikation zieht
Bilanz, schaut auf die großen Theaterentwicklungen und ordnet das
MiR in die Bühnenlandschaft von NRW ein. Herausgeber und Autor ist
Jörg Loskill, seit den 1960er Jahren kritischer Begleiter des Theaters.
Andreas Immenkamp und Astrid Weise
Dem Ziegelstein auf der Spur
Spannende Abenteuer mit Jan und
Sophie
112 S., zahlr. farb. Abb., Br.,
€ 12,90
978-3-8375-0067-7
Die Geschwister Jan (10) und Sophie
(12) geraten während eines Ferienaufenthaltes bei den Großeltern
ganz zufällig in eine Geschichte, die sie nicht mehr los lässt.
Was geschah früher in den verfallenen Ruinen neben dem See? Welches
Geheimnis verbirgt sich hinter der uralten Inschrift auf Großvaters
zerbrochenen Ziegel? Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen führt
die Spur der Ziegelsteine Sophie und Jan weit zurück in die Kulturgeschichte
der Menschen bis nach Mesopotamien und mitten in die Gegenwart zu hochmoderner
Produktionstechnik und auf geschäftige Baustellen.
Erst im Ziegeleimuseum fügen
sich die letzen Puzzleteile der Geschichte zusammen.
Rund um die spannenden Abenteuer
von Jan und Sophie informiert das Buch unterhaltsam über die Geschichte
der Ziegelherstellung. Mit den Rätsel- und Bastelbögen lädt
es zum mitdenken und mitmachen ein und dient Kindern als "Museumsführer".
Ralf Zwengel
Ohne Proletariat ins Paradies?
Zur Aktualität des Denkens
von André Gorz
110 Seiten, € 9,90
978-3-8375-0264-0
André Gorz (1924-2007) hat
Impulse für zahlreiche soziale und politische Bewegungen gegeben und
sowohl die öffentliche wie die akademische Diskussion über gesellschaftstheoretische
Fragen immer wieder bereichert und vorangetrieben. Das gilt für die
1968er-Bewegung und die europäische undogmatische Linke ebenso wie
für die grüne Bewegung und die Gründungsgeschichte der „Grünen“.
Seine einflussreichen wissenschaftlichen
und journalistischen Beiträge im Feld der politischen Ökologie
haben maßgeblich dazu beigetragen, dass ökologische Themen Eingang
ins öffentliche Bewusstsein und die Agenda der Politik gefunden haben.
André Gorz’ Werk kann insgesamt als eine Art „Frühwarnsystem“
gelesen werden, das gestaltungs- und wirkungsmächtige gesellschaftliche
Unterströmungen erkannt, thematisiert und in ihren Konsequenzen analysiert
hat. Es verbindet ökologische Kritik der Naturzerstörung des
industriellen Kapitalismus, feministische Kritik an der Organisation von
Staat und Gesellschaft sowie die Kritik des tradierten Arbeitsbegriffs
als zentraler gesellschaftlicher und ökonomischer Antriebsmotor. Zunehmend
wichtig wurde für ihn zudem die Frage, welche Bildung wir eigentlich
für die zu erwartenden sozialen, ökologischen und wissenschaftlich-technologischen
Herausforderungen benötigen.
Dieser Band präsentiert die
Beiträge der Tagung „Ohne Proletariat ins Paradies?“, die die Heinrich-Böll-Stiftung
Hessen im Oktober 2008 gemeinsam mit dem Frankfurter Institut für
Sozialforschung durchgeführt hat. Diese verfolgte nicht nur das Ziel,
an den „philosophischen Journalisten“ André Gorz zu erinnern, sondern
fragte darüber hinaus nach der heutigen Relevanz seines Werkes und
den Möglichkeiten, seine Gedanken auf den Gebieten Bildung, Ökologie
und Arbeit weiterzuentwickeln.
Hedwig Röckelein
Frauenstifte, Frauenklöster
und ihre Pfarreien
266 S., zahlr. Abb., €
24,95
978-3-8375-0278-7
Die Pfarrei bildete in den europäischen
Gesellschaften der Vormoderne neben der Familie und der Verwandtschaft
das umfassendste soziale System, denn durch die Taufe wurde jeder Christ
zwangsläufig Mitglied einer Pfarrgemeinde. Er besuchte in der Pfarrkirche
die Messe, hörte die Predigt, legte die Beichte ab und wurde auf dem
Friedhof der Pfarrei begraben. Die Pfarrgemeinde war zugleich Gerichtsgemeinde,
fiskalische Gemeinde und politische Gemeinde und blieb dies über die
Reformation hinaus.
Bislang kaum zur Kenntnis genommen
wurde, dass auch zahlreiche Frauenstifte und Frauenklöster Pfarrkirchen
errichteten und ausstatteten und deren Pfarrer bestellten. In diesem Band
werden erstmals systematisch und vergleichend Frauenkonvente untersucht,
die Eigenkirchen besaßen und Pfarrkirchen inkorporierten sowie Frauenklöster,
die an bestehenden Pfarrkirchen gegründet wurden.
Heinz Weischer:
Annette und Adolfine und Carl
Annette von Droste-Hülshoff
bei den Boeselagers auf Schloß Heessen
166 S., Br., € 14,95
978-3-8375-0295-4
Die Dichterin Annette von Droste
Hülshoff reiste dem Trend ihrer Zeit des beginnenden 19. Jahrhunderts
folgend sehr viel im Münsterland, weitete ihre Reisen aus an den Bodensee,
nach Meersburg, wo ihre Schwester verheiratet war. Sie besuchte oft ihre
Großeltern Haxthausen in Bökendorf in Ostwestfalen. Auf ihren
Reisen kehrte sie des öfteren bei den Boeselagers auf Schloß
Heessen ein, man kannte sich gut, war entfernt verwandt, Annette und Adolfine
von Boeselager waren Freundinnen. Worüber redet man, wenn man sich
besucht, oft auf beschwerlichen Postkutschenrouten? Über die Reise
spricht man, über die Familien, viel Klatsch war sicher dabei. Über
Kulturelles spricht man, wenn man schon eine Dichterin im Haus hat, über
Politisches der für Westfalen komplizierten Nachnapoleonzeit. - Und
wenn man so intim befreundet ist wie Annette und Adolfine, spricht man
über die Liebe. Für Annette waren die beiden bedeutenden Liebesepisoden
ihres Lebens längst nicht verarbeitet, also spricht sie sich gegenüber
Adolfine über ihre Liebe aus...
Natürlich sind in einer Erzählung
Handlungsstränge und Dialoge fiktiv, aber sie haben Authentisches
zum Hintergrund. Im Anhang klingen historische Details an.
"Der Zufall wollte es, daß
Wolf und ich bei Tisch nebeneinander saßen. Und ich weiß nicht,
was über mich gekommen ist, ich griff unterm Tisch seine Hand. Er
zog sie nicht weg, wir schauten uns an, ich war so verwirrt, daß
ich die Suppe verplemperte. Was ist das Adolfine, sind wir Frauen so willenlos,
so leichtsinnig, daß uns ein schöner Mann in Sekundenschnelle
zittern läßt?"
Burkhard Leismann / Uwe Rüth
Industrial Land Art im Ruhrland
200 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 29,95
978-3-89861-651-5
Die Publikation und die damit verbundenen
Ausstellungen würdigen das Handeln von Künstlern, die sich dem
besonderen Feld künstlerischer Auseinandersetzung gewidmet haben und
die damit gleichzeitig dieser Region über einen Zeitraum von 50 Jahren
ein Stück mehr an Humanität, Lebens- und kultureller Qualität
mitgegeben haben. Im Vordergrund sollte zunächst die Künstlergruppe
>B1< stehen, deren erste Ausstellung 1969 in Oberhausen stattfand -
quasi als Erinnerung der 40jährigen Wiederkehr dieses Ereignisses.
Doch schnell wurde deutlich, dass es neben dem enorm wichtigen Wirken dieser
zehn Künstler noch andere Blickwinkel der künstlerischen Entwicklung
zu berücksichtigen galt. So entstand im Verbund zwischen dem Skulpturenmuseum
Glaskasten Marl, dem Kunstmuseum Ahlen, dem Kunstverein Ahlen und der Künstlerzeche
>Unser Fritz< 2/3 in Herne ein umfassendes Ausstellungsprojekt: Neben
der besonderen Betrachtung der Künstlergruppe >B1< und ihrem künstlerischen
Wirken in den Institutionen in Ahlen werden kunsthistorische Schwerpunkte
einer Entwicklung der Industrial Land Art des >Ruhrlandes< in den Ausstellungshäusern
von Marl und Herne dokumentiert und präsentiert.Dieses Katalogbuch
sowie die an den vier Standorten gezeigten Ausstellungen verdeutlichen
ein-drucksvoll das 50 Jahre umspannende, avantgardistische und aktuelle
Bild künstlerischen Schaffens in diesem Teil unserer Republik. Dies
ist, wie wir glauben, Grund genug, im Vorfeld der Aktivitäten zur
Kulturhauptstadt >RUHR.2010< an diesen wichtigen Part künstlerischen
Handelns mit seinen über die Grenzen der Region hinaus zu verzeichnenden
Wirkungen zu erinnern.
Damals auf’m Pütt
Erinnerungen aus dem Bergmannsleben im Ruhrgebiet
(Hg. Rolf Potthoff / Achim Nöllenheidt
)
191 S., Abb., Gb., 13,95 €
978-3-8375-0208-4
Das
Thomas-Verfahren in Europa
Entstehung - Entwicklung
- Ende
552 S., zahlr.
Abb., Gb., € 25,00
978-3-89861-807-6
Das wichtigste Verfahren für
die europäische Stahlindustrie im 19. und in der ersten Hälfte
des 20. Jahrhunderts war das Thomas-Verfahren. In 19 Beiträgen wird
erstmals die europäische Dimension dieses Verfahrens ausgeleuchtet.
Die allgemeine Kenntnis über die Verbreitung und Anwendung des Thomas-Verfahrens
ist dank des regionalen Ansatzes wesentlich erweitert worden. So ist die
bisherige Annahme, dass die Rheinischen Stahlwerke und der Hoerder Bergwerksund
Hütten-Verein die ersten Werke auf dem Kontinent waren, die das in
England entwickelte Verfahren angewandt haben, falsch. Das Quellenstudium
hat ergeben, dass die S. A. des Aciéries d'Angleur bei Lüttich
noch eher als die beiden deutschen Werke eine Lizenz von Sidney Gilchrist
Thomas erwarben und dass in Kladno viel früher als in (Dortmund-)Hörde
und (Duisburg-)Meiderich einzelne Thomas-Chargen erfolgreich erschmolzen
wurden. Auch die luxemburgische Firma Metz & Cie. hat noch eher als
die beiden deutschen Unternehmen von Sidney Gilchrist Thomas eine Lizenz
erworben. Das Thomas-Verfahren war der bedeutendste patentgeschützte
Technologietransfer von Großbritannien nach Deutschland im 19. Jahrhundert.
Er brachte den deutschen Generallizenznehmern, zwei kleinen, technisch
vernachlässigten, nahezu bankrotten Werken des Ruhrgebiets, ca. 5
Mio. DM ein. Der Band legt die Ergebnisse einer deutschenglisch- französischen
Tagung vor und zeigt Forschungsdesiderate auf.
FC Schalke 04
Jahrbuch 2009/2010
274 Seiten, zahlr. Fotos und farb. Abb., broschiert,
€ 8,95
978-3-8375-0244-2
Horst-Pierre Bothien
Auf zur Demo!
Straßenprotest in der
ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn 1949–1999
144 Seiten, zahlr. teils farb. Abb., broschiert, €
18,00
978-3-8375-0202-2
3. November 1949 – der Deutsche
Bundestag beschließt: Bonn bleibt weiterhin die provisorische Bundeshaupstadt
der gerade gegründeten Bundesrepublik Deutschland. Seitdem tagte zigtausendende
Male der Deutsche Bundestag in Bonn, eine kaum zu beziffernde Zahl ausländischer
Politiker hielt sich hier zu Staats- und Arbeitsbesuchen auf. In Bonn wurde
“große Politik” geschrieben. All dies ist gut dokumentiert und vielfach
gewürdigt worden. In der Öffentlichkeit weit weniger Aufmerksamkeit
fand die Tatsache, dass Bonn in seiner Zeit als Bundeshauptstadt auch zu
einem wichtigen Ort des politischen und sozialen Straßenprotests
wurde. Vom 7. September 1949 bis zum 1. Juli 1999 – den Tagen der ersten
und der letzten Bonner Bundestagssitzung – fanden hier etwa 6500 angemeldete
Demonstrationen statt – Kundgebungen, Sternfahrten und Mahnwachen. Auf
dem Markt- und Münsterplatz, vor Ministerien und Botschaften protestierten
kleine Gruppen, aber auch Zehntausende – Stahl- wie Bergarbeiter, Kriegsopfer
und Vertriebene, Bürgerinitiativen, Rüstungsgegner ... .
Der Bonner Hofgarten mit seinen
Friedensdemonstrationen Anfang der 1980er Jahre wurde zum Synonym des engagierten
und friedlichen Protests Hundertausender. Insgesamt zogen Millionen von
Bürgerinnen und Bürger gezielt in diese kleine Stadt, um ihr
grundgesetzliches verbrieftes Recht auf Meinungsäußerung auszuüben;
Hunderttausende von Polizisten sorgten bei den zumeist friedlichen Demonstrationen
für Ordnung und Sicherheit; über so manchen Protest berichtete
die überregionale Presse auf ihrer Titelseiten. Und die Bonner Bevölkerung:
sie hatte so manche Unannehmlichkeit zu erdulden.
Hermann Sturm
Denkmal & Nachbild
Zur Kultur des Erinnerns
231 Seiten, broschiert, zahlr.
Abb., € 24,95
978-3-8375-0212-1
Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung
mit Motiven und Erscheinungsformen von Denk- und Mahnmalen ist die „zentrale
Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland“, die „Neue Wache“ in
Berlin. In ihrer Geschichte überlagern sich unterschiedliche Formen
gesellschaftlichen Erinnerns.
Im ersten Teil untersucht Hermann
Sturm Denkmale und Denkmalkult als Ausdruck ideologisch-politischer Intentionen:
vom Beginn des 19. Jahrhunderts zur Weimarer Republik, in der NS-Zeit,
in der Zeit der DDR und schließlich in der Gegenwart der Bundesrepublik.
Dabei geht der Blick auch auf Beispiele der US-amerikanischen Memorial-Kultur
und der Sowjetunion. Der Autor legt Sinnschichten in Bildmustern frei,
die als Symbole und Allegorien ausgebildet sind. Sie machen Identifikationsangebote
in abstrakter, in naturalistischer und/oder idealisierter Form.
Im zweiten Teil richtet sich der
Blick auf das „Weltkulturerbe“ Zollverein. Da dieses Prädikat auf
Werturteilen beruht, sind Begründungen aufschlussreich; insbesondere
wenn sich zeigt, dass die Urteile ästhetischen Mustern folgen.
Im dritten Teil geht es um die
Frage nach der spezifischen Qualität der Reproduktion von Bildern
(Kunstwerken oder auch trivialen Bildern und Objekten) als Erinnerungsbilder
in medialer Verbreitung. Und es geht um die Frage, welche Bilder des Erinnerns
bei ihrer ästhetischen Rezeption und Reproduktion – vom Vorbild zum
Nachbild – entstehen und welche Formen der Verzeichnung dabei beabsichtigt
oder zufällig ausgebildet werden.
Klaus Eckert
Die Legende lebt - 150 Jahre
Märklin
Geschichte - Menschen - Modelle
240 S., Gb., € 29,95
978-3-8375-0129-2
150 Jahre Märklin - hinter
der runden Zahl verbirgt sich eine bewegte Geschichte. Es ist die Geschichte
der Menschen, die mit ihrer Schaffenskraft und Kreativität hochwertiges
Spielzeug hervorgebracht haben, welches nicht nur bei Generationen von
Kindern, sondern später auch bei Erwachsenen viel Freude hervorzurufen
vermochte. Und gerade diese Freude, diese Emotion, hat dazu beigetragen,
dass der Marke Märklin eine unverwechselbare Aura zu eigen wurde.
Altes Märklin-Spielzeug besitzt
einen legendären Ruf, der auch auf die Produkte der neueren Zeit übergegangen
ist. Nunmehr sind es die hochwertigen Lokomotiven, Wagen und Triebzüge,
mit denen die Marke Märklin ihre Freunde in aller Welt zu begeistern
weiß. Die Legende lebt also - nach wie vor...
INHALT:
Vorwort
Flaschnermeister Märklin
Alles für die Puppenküche
Uhrwerk-Lokomotiven
Die erste Systemeisenbahn
Verschiedene Spurweifen
Die Märklin-Kataloge
Lernen und Staunen -
Bahnhöfe und anderes Zubehör
Technisches Spielzeug
Faszinierende Dampfmaschinen
Vielseitiger Metallbaukasten
Menschen bei Märklin -
Konstrukteure und Mustermacher
Gefahrloser 20-Volt-Betrieb
Grand Prix für Märklin
Neubeginn nach 1945
Gleise mit Punktkontakt
Produkte der Wirtschaftswunderzeit
Die sechziger und siebziger Jahre
Die Achtziger und Neunziger -
Beginn der Digital-Ära
Die neue Spur l
Kleinste Märklin-Bahn -
Die Mini-Club
Das Märklin-Digital-System
Wunderbare Welten -
Funktionsmodelle
Sternstunden - Wunder des Sonnensystems
120 S., Gb., € 18,95
978-3-8375-0143-8
Die Bilder dieses Buches sind von
überwältigender sinnlicher Überzeugungskraft. Sie ziehen
uns ästhetisch in ihren Bann und geben uns das Gefühl, Teil des
kosmischen Geschehens zu sein. Vertiefen wir uns in die Bilder, beginnen
sie zu erzählen: über die Geburt unserer Sonne und ihrer Planeten,
deren Entwicklung und Einzigartigkeit sowie über den voraussehbaren
Sternentod und die Wiedergeburt .Wir können den gesamten Lebenskreislauf
unseres Sonnensystems erleben, weil in unserer Milchstraße Milliarden
Sonnensysteme in ganz unterschiedlichen Entwicklungsstadien existieren
und die Astronomen mit den modernsten Beobachtungsmethoden und Bildbearbeitungstechniken
in den vergangenen Jahrzehnten jede Phase dieses Wunders festgehalten haben.
Und ab nach Deutschland / Als
die Italiener kamen,
Heimat ist da, wo du lebst /
Als die Griechen kamen,
Fremdländer - Deutschländer
/ Als die Türken kamen
DVD, ca. 135 Min., € 8,50
978-3-8375-0220-6
Armut, Hoffnungslosigkeit, politische
Verfolgung oder der Traum von einem besseren Leben - die Arbeitsimmigranten
aus Italien, Griechenland und der Türkei hatten viele Gründe
für die weite Reise ins unbekannte Wirtschaftswunderland Deutschland.
Ein paar Jahre wollten die Angeworbenen bleiben, hart arbeiten, Geld verdienen
und dann nach Hause zurückkehren. Doch es kam anders. Inzwischen lebt
die erste Gastarbeiter-Generation seit mehr als 50 Jahren an Rhein und
Ruhr und hat Wurzeln geschlagen: Familien gegründet, Restaurants und
Geschäfte eröffnet, Moscheen gebaut. Als Rentner pendeln sie
zwischen zwei Welten hin und her - der alten und der neuen Heimat. Erst
ihre Kinder sind richtig in Deutschland angekommen. Für sie ist das
Herkunftsland ihrer Eltern ein fremdes Land - Ausland eben.
August Everding
Herausgegeben vpon der Historische
Gesellschaft Bottrop e.V.
Bottrop – Persönlichkeiten
und ihre Stadt - Begegnungen im Turm
68 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 13,95
978-3-8375-0190-2
August Everding (1928-1999)
war Theatermann, Kulturförderer und Weltenbürger mit einer starken
Verwurzelung im Ruhrgebiet. Er ist Ehrenbürger der Stadt Bottrop.
Grund genug, ihm eine Ausstellung zu widmen, die in diesem Band in Bild
und Text festgehalten wird. August Everding war ein großer Staatsintendant
in seiner Wahlheimat München; ein kluger Durchsetzer; ein Inszenator
des großen europäischen Theaterfundus; ein Musiker, Organist
und Familienfreund; zu jeder Zeit: ein bekennender Bottroper.
Peace, War and Gender from Antiquity
to the Present
Cross-cultural Perspectives
282 S., Br., engl., € 28,00
978-3-8375-0214-5
Dieses Buch gibt neue Einblicke
in alte Probleme der Weltgeschichte. Krieg und militärische Gewalt
spielen in fast allen bekannten Gesellschaften eine wichtige Rolle. Daneben
entwickelten sich überall Versuche, Mechanismen zur Konfliktlösung
und 'Frieden' denkbar zu machen. Die Beiträge dieses Bandes nähern
sich den großen Fragen durch ausgewählte und in die Tiefe gehende
Fallstudien. Sie reichen vom Friedensdenken in der Antike über Gender
und Gewalt im mittelalterlichen Irland bis zum irregulären Krieg im
Europa des 20. Jahrhunderts und dem Bombenkrieg während des Zweiten
Weltkrieges. Spezifisch europäische Positionen werden durch neue Blicke
auf Lateinamerika, Indien und Afrika ergänzt. Alle Beiträge stützen
sich auf gründliche Forschungen, aber auch auf methodisch weiterführende
Reflexionen. Dabei wird insbesondere Gender als eine wichtige analytische
Kategorie benutzt.So entsteht ein Band, der den Leser in den Umgang mit
Krieg, Frieden und Gewalt in unterschiedlichen Kulturen und in verschiedenen
Epochen einführt.
Lothar Wieland
Aus der Zeit ohne Armee
Ehemalige Wehrmachtoffiziere
im Umfeld des Pazifisten Fritz Küster
192 Seiten, Br., € 19,95
978-3-8375-0213-8
Am 18. Januar 1948 gründeten
ehemalige, dem militärischen Widerstand des 20. Juli 1944 nahestehende
Wehrmachtoffiziere und der bekannte Pazifist Friedrich Küster die
Forschungsgemeinschaft (FG) des „Anderen Deutschland“. Ausgehend von der
Erkenntnis, dass Kriege im Zeitalter der Atombombe nicht mehr möglich
seien, drängte sie auf die Erziehung der Jugend zum Frieden und zur
Demokratie. Dieses Ziel hielt sie nur für erreichbar, wenn Deutschland
zu einer entschiedenen Vergangenheitsbewältigung bereit sei, als deren
Ergebnis die Abkehr von der kriegerischen Expansionspolitik stehen sollte,
die Deutschland ins Verderben des Jahres 1945 geführt habe. Vor dem
Hintergrund einer deutschen Gesellschaft, die kaum Bereitschaft zur Aufarbeitung
der braunen 12 Jahre zeigte, aber umso stärker das eigene Leid der
Nachkriegszeit beschwor, verteidigte die FG den deutschen Widerstand aller
Schattierungen gegen eine sich damals rasant ausbreitende zweite Dolchstoßlegende,
wonach eben dieser Widerstand die Niederlage von 1945 zu verantworten habe.
Konrad Adenauers Politik einer Westorientierung lehnte sie ebenso ab wie
die Sowjetisierung der Ostzone und plädierte stattdessen für
ein geeintes, neutrales und entmilitarisiertes Deutschland jenseits der
entstehenden antagonistischen Blöcke. Trotz aller Anfangserfolge blieb
die FG lediglich ein Intermezzo; mit der Währungsreform wurde ihr
Ende eingeleitet.
Karl Christian Führer
Carl Legien 1861-1920
Ein Gewerkschafter im Kampf
um ein "möglichst gutes Leben" für alle Arbeiter
368 S., Abb., € 34,90
978-3-8375-0186-5
Die berufliche Karriere von Carl
Legien (1861-1920) reicht vom Drechslergesellen bis zum wichtigsten Gewerkschaftsführer
des Kaiserreichs. In den Jahren von 1890 bis zu seinem Tod prägte
er als „Generalissimus“ der sozialdemokratischen Arbeiterverbände
deren Politik und Selbstverständnis. Das Buch erzählt sein Leben
und zeigt Legien als einen widersprüchlichen Charakter: Hart gegen
sich selbst und gegen die Menschen um ihn herum, kämpfte er unermüdlich
für ein besseres Leben der Arbeiter, ohne selbst Freude am Leben zu
haben. So entsteht erstmals ein genaues Porträt dieses wichtigen Mannes,
der politisch äußerst erfolgreich war, persönlich aber
unglücklich blieb.
Kriegskindheit und Nachkriegsjugend
in zwei Welten
Deutsche und Russen blicken
zurück
(Hg.: Bernd Bonwetsch)
327 S., Br., 24,95 €
978-3-8375-0187-2
Der neunjährige Viktor geht
mit seiner siebenjährigen Schwester 1947 für zwei Jahre betteln,
um zum kärglichen Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Die Zensur
streicht im Januar 1945 im Brief die Zahlen („Zahlen-Code“), mit denen
die Mutter dem kriegsgefangenen Vater die Rechenkünste des Erstklässlers
„Hanner“ demonstrieren will. Der Drittklässler Bernhard muss die Handgranate
als Spielzeug lassen und lernt 1948 aus Anlass der Währungsreform:
„1 Deutsche Mark“ sind „100 Deutsche
Pfennige“. Sergei, aus dem belagerten Leningrad evakuiert und inzwischen
adoptiert, wird 1958 von seiner Schwester wiedergefunden und erfährt,
dass von den neun Familienmitgliedern nur drei den Krieg überlebt
haben.
Claus erfährt am 8. August
1956, wenige Stunden bevor er als 18-Jähriger die DDR allein und für
immer verlässt, dass er unehelich geboren und nicht infolge von Kriegsereignissen
amtlich als „vaterlos“ geführt worden ist.
Banales und Tragisches findet sich
in den Erinnerungen von 17 Russen und Deutschen an Kriegskindheit und Nachkriegsjugend.
Sie alle verbindet, dass sie unnormale Zeiten als normal erlebt haben und
dass sie Historiker wurden, die sich, wie zufällig auch immer, mit
der Geschichte des jeweiligen Kriegsgegners beschäftigt haben.
Barbara Stambolis
Leben mit und in der Geschichte
Westdeutsche Historiker Jahrgang
1943
439 S., Br.+
CDR, zus. € 34,00
978-3-89861-935-6
44 deutsche Universitätshistoriker,
alle 1943 geboren, haben in lebensgeschichtlichen Interviews
Auskunft gegeben: zu ihren Kindheits- und Jugenderfahrungen, zu Studienentscheidungen,
über die Universitäten als Orte gesellschaftlicher Umbrüche,
zu ihren Lehrern und deren Umgang mit akademischen Traditionen, Karrierechancen
und -risiken, zu den von ihnen wahrgenommenen Kontroversen und Paradigmenwechseln.
Die ausnahmslos männlichen Interviewten schildern prägende Jahrzehnte
bundesrepublikanischer Geschichte. Sie haben die Universitäten in
einem Umbruchjahrzehnt betreten und verlassen diese zu einem Zeitpunkt
tief greifender Umstrukturierungen. Während die um 1930 geborenen
Historiker bereits ein recht klares Profil besitzen, muss dieses für
die Altersgruppe der um 1940 geborenen erst noch umrissen werden. Die autorisierten
Interviews selbst sind auf einer beiliegenden CD nachzulesen.
Rolf Coeppicus
Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht
und Sterbehilfe
Rechtssicherheit bei Ausstellung
und Umsetzung - Mit umfassenden Mustertexten und Lexikon
202 S., Br., € 9,95
978-3-8375-0223-7
Viele Menschen haben den Wunsch,
ein jahrelanges Siechtum bei völliger oder weitgehender Bewusstlosigkeit
für sich zu verhindern. Eine Möglichkeit dazu ist die Ausstellung
einer Patientenverfügung. Patientenverfügungen sind auf Grund
des „Gesetzes über Patientenverfügungen“ seit dem 1.9.2009 auch
kraft Gesetzes verbindlich und müssen beachtet werden. Das Buch stellt
die neuen gesetzlichen Bestimmungen vor. Das Gesetz regelt aber viele Fragen
nicht: Welche Anordnungen sollte man sinnvoll treffen und wie sind diese
zu formulieren? Soll man den Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen
auch für die Fälle unumkehrbarer Bewusstlosigkeit (Koma) und
schwerster Demenz anordnen? Welche ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen
sollen abgebrochen werden – auch Ernährung und Flüssigkeitszufuhr?
Die Beantwortung dieser Fragen
hängt wesentlich davon ab, welche tatsächlichen Folgen ein Abbruch
lebenserhaltender Maßnahmen hat. Daher stellt der Ratgeber umfangreich
auch die medizinischen, pflegerischen und persönlichen Umstände
und Konsequenzen (Leiden, Schmerzen?) eines derartiges Abbruchs dar. Das
Muster der Patientenverfügung enthält vollständig alle in
Frage kommenden Fälle, aus denen der Nutzer die von ihm gewünschten
Festlegungen auswählen kann. Darüber hinaus wird dargestellt,
wie bei der Umsetzung einer Patientenverfügung rechtmäßig
und einfühlsam vorgegangen werden kann. Da die Grenzen zwischen rechtmäßigem
Handeln einerseits und rechtswidrigem, strafbarem Handeln andererseits
oft nicht auf der Hand liegen, zeigt das Buch eingehend die Unterschiede
auf. Es wird dargestellt, ob und wann eine gerichtliche Genehmigung erforderlich
ist. Das Buch enthält auch Muster für Vorsorgevollmachten.
Der Autor war 20 Jahre lang an
einem Amtsgericht mit Betreuungen und Vormundschaften für nicht mehr
einwilligungsfähige Menschen und mit Entscheidungen über den
Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen befasst.
Jens Dirksen
Querbeet
Mit Rat und Tat durchs Gartenjahr
109 S., zahlr. Abb., Br., ca. € 12,95
978-3-8375-0204-6
Gärtnern ist eine Erfahrungswissenschaft.
Jeder Garten ist ein Versuchslabor und - sehr eigen: Je unübersichtlicher
die Welt, desto größer das Glück, im eigenen Garten ein
kleines bisschen lieber Gott spielen zu dürfen und unabhängig
zu werden von den Launen des Marktes - bis sich dann im privaten Paradies
so teuflische Widrigkeiten wie Schnecken, Birnengitterrost oder andere
Launen der Natur auftun. „Querbeet" lässt das Gartenjahr mit Erfahrungen,
Beispielen und vielen nützlichen Tipps Revue passieren. Hier hebt
kein allwissender Garten- papst seinen Zeigefinger, sondern ein neugieriger
Gärtner berichtet von seinen Erfahrungen; immer wieder greift der
Autor auch auf die Weisheiten seines Urgroßvaters zurück, der
ein niederrheinischer Bauer war.
Jens Dirksen berichtet von den
kleinen und großen Tragödien, Komödien und Happy Ends in
seinem Garten. Er empfiehlt Obst- und Gemüsesorten, die pflegeleicht
und besonders lecker sind und manchmal wirft er einen sentimentalen Blick
zurück oder in den Himmel. Schließlich geht „Bauer Dirksen",
wie er manchmal genannt wird, mit der Ernte dann aber doch ans Eingemachte,
mit Rezepten für Marmeladen, Chutneys und Kuchen. Die Schilderungen
sind angereichert mit pra- xisbezogenen Hinweisen zur Anzucht, Pflege und
Verwertung von Pflanzen im Garten, von der Samendosierung bis zum (Ein-)Kochrezept.
Den Abschluss des Buches bildet ein stichwortartiger „to-do-Ka lender"
fürs schnelle Nachschlagen.
Jens Dirksen, geb. 1964,
ist als Journalist bei einer Tageszeitung beschäftigt. In seiner Kolumne
„Kraut und Rüben" berichtet er wöchentlich über seine Erfahrungen
und Erlebnisse im Garten.
Autobiographie
von Renan Demirkan:
Renan Demirkan
Schwarzer Tee mit
drei Stück Zucker
118 Seiten, Gb., € 7,95
978-3-8375-0073-8
Eine türkische junge Frau
liegt im Krankenhaus und wartet auf die Geburt ihres ersten Kindes. Ihre
Gedanken wandern zurück in die Kindheit in einem anatolischen Dorf,
dorthin, wo sie mit ihren Freunden in den Nussbaumplantagen zwischen den
Schafherden ihres Onkels spielte. Sie erinnert sich an die strenggläubigen
Großeltern, an die Verwandten, die zurückblieben, als sie mit
ihren Eltern nach Deutschland ging und an die ersten Jahre in ihrer neuen
Welt.Die Erzählerin schildert die türkisch-deutsche Jugend eines
jungen Mädchens, das seinen Platz im Leben sucht. Trotz Ausgrenzung
und Anfeindung wird Deutschland zur Heimat. Der autobiografischer Roman
stand monatelang auf den Bestsellerlisten.
Meine erste Katze
Ratgeber inkl. Check- und Adressliste
64 S., Gb., € 4,95
978-3-8375-0226-8
Mehr als acht Millionen Katzen
leben in deutschen Haushalten. Tendenz steigend. Damit ist die Katze in
unseren Landen unbestritten Haustier Nummer eins und begeistert dabei vor
allem durch ihr Selbstbewusstsein, ihren Dickschädel und ihr mystisches
Wesen. Doch wie immer, wenn es um die Anschaffung eines Tieres geht, gilt
es bereits im Vorfeld einiges zu überdenken. Dieser Ratgeber will
Sie darin unterstützen, herauszufinden, ob eine Katze in Ihr Leben
passt. Er liefert Hintergrundinformationen zum Thema Anschaffung, Ernährung
und Pflege und darüber hinaus wertvolle Tipps zur Einrichtung einer
katzensicheren und katzengerechten Wohnung. Ganz private Erfahrungsberichte
und Erinnerungen an die eigene erste Katze belegen zudem eines: Wer sich
auf eine Samtpfote einlässt, beginnt beinahe ein neues Leben.
Meine Katze gesund und fit
Hg.Ursula Birr
64 S., zahlr. Abb., Gb., € 4,95
978-3-8375-0225-1
Kein Tier ist so reinlich wie eine
gesunde Katze. Von Katzenwäsche keine Spur. Im Gegenteil. Wie Sie
persönlich dieses Grundbedürfnis unterstützen können,
welche Hilfsmittel dafür vonnöten sind, wie Sie erkennen, wenn
es Ihrem Tier einmal nicht gut geht, und wie Sie am besten auf die besonderen
Bedürfnisse von Jungtieren und Senioren-Katzen eingehen, erfahren
Sie in diesem Ratgeber. Und nach der Pflicht folgt auch hier die Kür:
Nichts hält eine Katze so fit wie Bewegung und gemeinsame Spiel- und
Schmusestunden mit ihrem Besitzer. Entsprechende Tipps und Spielvorschläge
finden Sie ebenfalls in diesem Buch.
Mit der Katze in Urlaub
Ratgeber inkl. Check- und Adressliste
64 S., Gb., € 4,95
978-3-8375-0056-1
Eine Katze auf Reisen? Geht das?
Sicher – sofern die Vorbereitung stimmt und ein Punkt dabei ganz weit oben
steht: das Wohl der Samtpfote. In diesem Ratgeber finden Sie alles, was
Sie im Vorfeld einer Urlaubsreise mit Katze beachten sollten. Angefangen
von den ersten Planungen und der Vorbereitung des Tieres, über die
Wahl der richtigen Unterkunft bis hin zu Einreisebestimmungen und gesetzlichen
Vorgaben, die es innerhalb und außerhalb der EU zu beachten gilt.
Hinzu kommen wichtige Tipps für die Reise als solche, egal, ob Sie
mit dem Auto, der Bahn, im Flugzeug oder gar per Fähre unterwegs sind.
Ganz private Erfahrungsberichte werden Ihnen darüber hinaus eines
bestätigen: Ein Urlaub mit dem eigenen Stubentiger ist immer etwas
ganz Besonderes.
Bernd Wagner
Fürstenhof und Bürgergesellschaft
Zur Entstehung, Entwicklung und Legitimation moderner
Kulturpolitik
500 S., Br., € 19,90
978-3-8375-0224-4
Heutiges kulturpolitisches Handeln
basiert auf den Strukturen, die in den vergangenen Jahrhunderten mit der
Herausbildung der kulturellen Institutionen und einer kommunalstaatlichen
Kulturpolitik entstanden sind. Davon ist unser Verständnis von Kulturpolitik,
ihrer Motive und konzeptionellen Begründungen mitgeprägt.
Der Autor bietet einen Blick zurück
auf die kulturelle Entwicklung von der Frühen Neuzeit bis zum Ende
des Kaiserreichs und zeigt, wie sehr Entstehung, Entfaltung und Legitimation
von Kulturpolitik vor allem durch die Motive "Unterhaltung" und "Repräsentation",
"Bildung" und "Demokratisierung" bestimmt sind.
Die höfische Kultur des absolutistischen
"Fürstenhofes" und die "Bürgergesellschaft" mit der frühneuzeitlichen
Stadtpolitik, der kulturellen Konstitution von Bürgertum und Arbeiterbewegung
sowie den ersten Strukturen öffentlicher Kulturpolitik im 19. Jahrhundert
bilden die Traditionslinien heutiger Kulturpolitik.
17 Hippies
Ifni - Bochum - El Dorado
CD, 61:33 Min., € 8,50
978-3-8375-0219-0
Die Welt zu sich nach Hause holen
- wenn es eine Band musikalisch geschafft hat, dies zu tun, dann sind es
die 17 HIPPIES. In 14 Jahren haben sie über 1500 Konzerte in mehr
als 20 Ländern gegeben. Auf Einladung von WDR Funkhaus Europa waren
sie häufig auch zu Gast in Nordrhein-Westfalen - in Bochum, Dortmund,
Essen, Köln oder Lüdenscheid. Ursprünglich als Spaßprojekt
ins Leben gerufen, sind die heute insgesamt 13 Musikerinnen und Musiker
über die letzten Jahre zum gefragten Kulturgut aus Deutschland geworden.
Ihre auf akustischen Instrumenten gespielte Musik vereint Elemente unterschiedlicher
Stile, Sprachen und Kulturen und hebt auf verblüffende Weise die Grenzen
zwischen Rock'n'roll, Jazz und Volksmusik auf. Die vorliegende CD wurde
von WDR Funkhaus Wuropa und den 17 HIPPIES extra für die vorliegende
Edition zusammengestellt und illustriert einen aufregenden Querschnitt
durch das Gesamtwerk dieses Rock-the-world-Orchesters.
Fatih Akin
Solino
DVD, € 8,50
978-3-89861-826-7
Duisburg in den sechziger Jahren:
Familie Amato hat ihr italienisches Heimatdorf Solino verlassen, um in
der "Stadt Montan" einen neuen Anfang zu wagen. Hier wird malocht in Stahlwerken
und Kohlegruben, doch Pizza und Pasta kennen die Arbeiter nicht. Also eröffnen
die Amatos die erste Pizzeria des Ruhrgebiets: "Solino". Mutter Rosa kocht,
Vater Romano kümmert sich besonders um die weiblichen Gäste und
die Söhne Gigi (Barnaby Metschurat) und Giancarlo (Moritz Bleibtreu)
wachsen als Duisburger auf. Doch fern der alten Heimat zerbricht die Familie,
und auch die Brüder entzweien sich im Streit um die Liebe einer Frau.
Erst zehn Jahre später kommt es zum Wiedersehen. Zeit, das Leben zu
bilanzieren.
Regisseur Fatih Akin (Gegen die
Wand, Im Juli), Sohn türkischer Einwanderer, erzählt mit großer
Glaubwürdigkeit von den Anfängen der Immigration nach Deutschland.
Vor allem aber inszeniert Akin das Ringen einer Familie um ein Stück
vom Glück.
Wer zahlt die Zeche?
Wege aus der Krise
(Hg.Jürgen Rüttgers)
160 S., Gb., € 16,95
978-3-8375-0196-4
Man hat sich darauf geeinigt, dass
der 15. September 2008 unsere Welt verändert habe - der Tag, als die
Bank Lehmann-Brothers pleite ging. Seitdem hätten wir eine Weltwirtschaftskrise.
Aber das ist eine Lüge. Diese Lüge soll einen Teil derjenigen
schützen, die noch nach 2008 die ShareholderValue-ldeologie vertreten
und verteidigt haben. Man konnte aber schon vor dem September 2008 sehen,
dass derTurbokapitalismus scheitern würde. Die Zeichen an der Wand
waren überdeutlich. Er musste scheitern, weil er geprägt war
von Materialismus/Werterelativismus und Individualismus. DerTurbokapitalismus
hatte mit jahrhundertelangen Menschheitserfahrungen, dem Wissen um die
Zerbrechlichkeit von Freiheit und Gerechtigkeit und der Notwendigkeit von
Sicherheit für ein gelungenes menschliches Leben, gebrochen. Für
ihn war Profit wichtiger als Gemeinwohl, das Jetzt wichtiger als die Zukunft.
Die Regierungen dieser Welt haben viel Geld in die Hand genommen, um die
Folgen dieser Weltwirtschaftskrise zu beheben, zumindest zu mildern. Sie
riskieren mit all den Billionen, die in den Wirtschaftskreislauf gepumpt
werden, die nächste Konjunkturkrise. Sie laden den kommenden Generationen
neue Lasten auf. Aber sie haben keine andere Wahl, wenn es nicht zu einem
Auseinanderfallen der Gesellschaften, ja zu sozialen Unruhen kommen soll.
Die meisten Menschen in den Ländern der ersten und zweiten Welt reagieren
besonnen auf die vielen Krisenmeldungen. Aber sie spüren und ahnen,
dass sie die Zeche zahlen werden. Deshalb ärgern sie sich, wenn Manager,
die ihr Unternehmen an die Wand gefahren haben, hohe Abfindungen und Bonus-Zahlungen
verlangen.
fünfzig! Werkstatt
Geschichte, Heft 50
157 Seiten, zahlr. Abb., € 14,00
978-3-8375-0194-0
UM DIE 50
Herbert Mehrtens: 50 = 5²
+ 5² = 7² + 1² = Jobeljahr. Systematische und historische
Bemerkungen zur Jubiläumszahl 50
Christine von Oertzen: 50 Jahre
Rückblick 1968: Ein Eklat ohne Folgen
Andreas Ludwig, Katja Böhme:
50 Jahre Chemiekonferenz der DDR. Metaphorik eines Versprechens und Durchdringung
des Alltags
Stephanie Schüler-Springorum:
50 oder 51 - Puerto Rico: Kolonie, Bundesstaat oder unabhängige Republik?
Frank Lipschik: 49 Möglichkeiten
des Glücks
Marc Czichy, Alf Lüdtke, Tilmann
Siebeneichner: "Falsche Fuffziger"? Arbeitsjubiläen - Zwei photographische
Momentaufnahmen
SCHON 50?
Adelheid von Saldern: Stadtgedächtnis
und Geschichtswerkstätten
Alexander von Plato: Ambivalenter
Etablierungsprozess. Michael Zimmermann und die lebensgeschichtlichen Tücken
einer "Geschichte von unten"
Michael Wildt: Die große
Geschichtswerkstattschlacht im Jahr 1992 oder: Wie WerkstattGeschichte
entstand
Axel Doßmann: Anpassung,
Distanzierung, Eigen-Sinn. Autobiographische Annäherungen an den Alltag
im Sozialismus
5x50 HISTORISCHE LIEBLINGE
Jahrbuch Kulturpolitik 2009
Thema: Erinnerungskulturen und
Geschichtspolitik
505 S., Gb., € 19,90
978-3-8375-0192-6
2009 ist u.a. mit dem 60. „Geburtstag“
der Bundesrepublik und dem 20 Jahrestag des Falls der Mauer ein besonderes
geschichts- und erinnerungsträchtiges Jahr. Durch das seit einigen
Jahren gewachsene historische Interesse kommt Jahrestagen geschichtlicher
Ereignisse eine besondere Aufmerksamkeit zu. Dabei steht die Erinnerung
an Vergangenheit im engen Bezug zur Identitäts- und Traditionsbildung
eines Gemeinwesens, was ihre gesellschaftspolitische Bedeutung ausmacht.
Im Kontext von Erinnerungskultur,
kulturellem Gedächtnis und Geschichtspolitik spielt Kulturpolitik
eine wichtige Rolle. Die kulturpolitischen Aspekte des Gedenkens und Erinnerns
stehen im Zentrum des Jahrbuches für Kulturpolitik 2009.
Nach einem Abschnitt zu den gesellschaftspolitischen
und kulturgeschichtlichen Dimensionen des Jahrbuchthemas und den geschichts-
und erinnerungspolitischen Überlegungen der fünf Bundestagsparteien
folgen Beiträge zum Umgang mit dem »Erbe« der DDR und
zu den »europäischen und transnationalen Erinnerungskulturen«.
Im Kapitel »Geschichte und
Erinnerungen in der Einwanderungsgesellschaft« wird ein strittiges
Thema angesprochen, das bislang in der Kulturpolitik kaum diskutiert wird,
und in den beiden letzten Abschnitten geht es um die konkrete erinnerungspolitische
Praxis in einzelnen Städten und Ländern sowie um kulturelle Felder
wie Museen, Popmusik und PC-Spiele.
Autoren sind unter anderem Roland
Bernecker, Micha Brumlik, Aytac Eryilmaz, Viola Georgi, Hermann Glaser,
Katrin Göring-Eckardt, Monika Griefahn, Horst-Alfred Heinrich, Thomas
Krüger, Norbert Lammert, Klaus-Dieter Lehmann, Camille Mazé,
Hans-Joachim Otto, André Schmitz, Eva-Maria Stange, Wolfgang Thierse,
Helga Trüpel und Karin von Welck.
Zusätzlich zum Schwerpunkt
enthält das Jahrbuch eine kulturpolitische Chronik und eine Bibliographie
des Jahres 2008 sowie wichtige Adressen zur Kultur und Kulturpolitik.
Udo Achten
Düsseldorf zu Fuß
oder
per Rad
19 Stadtrundgänge durch Geschichte und Gegenwart
500 Seiten, zahlr. farb. Abb., Fotos und Karten, €
24,90
978-3-89861-564-8
Erich Geldbach / Peter Noss
Vielfalt und Wandel
Lexikon der Religionsgemeinschaften im Ruhrgebiet
608 Seiten, zahlr. Abb., € 24,95
978-3-89861-817-5
Vielfalt und Wandel sind Kennzeichen
des Ruhrgebiets. Das von Erich Geldbach und Peter Noss herausgegebene Lexikon
macht die bis heute weithin unbekannte Fülle des religiösen Lebens
in der Region sichtbar. Von Anfang an waren Religionsgemeinschaften entscheidende
Faktoren der Integration: als die Arbeiter und ihre Familien kamen und
hier Heimat fanden. Die grundlegende Kenntnis davon, wer woran glaubt,
ist die notwendige Bedingung für die Möglichkeit gelingenden
Zusammenlebens. In einleitenden Abschnitten werden die Religionsgemeinschaften
vorgestellt; es folgt die Darstellung der regionalen Entwicklung und Besonderheiten,
Adressen, Bilder, Zahlen, Karten. Erstmals werden kompakt alle nötigen
Informationen zusammengetragen, um die religiöse Landkarte zu entschlüsseln.
Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt 2010 ein längst überfälliges
Kompendium. Obwohl die religiöse Landschaft ständigen Transformationsprozessen
unterworfen ist, bietet das Lexikon mehr als eine Momentaufnahme. Der Wandel
des Religiösen zu einer interaktiven Bewegung der Verständigung
ist eine Entwicklung, die mit diesem Buch bewusst gefördert werden
soll: ein Nachschlagewerk für interessierte Bürger, Fachleute
– und die Religionsgemeinschaften selbst.
Hans-Dieter Collinet / Franz
Pesch / Holger Everz
Stadt und Landschaft
190 S., zahlr. farb. Abb., €
34,00
978-3-8375-0002-8
In einer Zeit weltumspannender
Kommunikations- und Verkehrsnetze und globalisierter Wirtschaftsbeziehungen
und Wanderungsbewegungen haben sich die Voraussetzungen für das Zusammenleben
in Stadt und Region grundlegend verändert. So ist der Bewegungsraum
der hochmobilen Stadtbevölkerung nicht mehr an Stadtgrenzen gebunden.
Die heutige Stadtlandschaft ist in weiten Teilen eine diffuse Siedlungsstruktur
mit funktionsentleerter Kernstadt und üppiger Infrastruktur, Stadt
und Landschaft vernetzen sich immer mehr. Dies gilt insbesondere auch für
die im Zeitalter der Industrialisierung gewachsene Stadtlandschaft des
Ruhrgebiets.
Der vorliegende Band will dieses
neue Verhältnis von Stadt und Landschaft untersuchen und die struktur-
und regionalpolitischen Maßnahmen des Landes Nordrhein-Westfalen
in diesem Bereich vorstellen und bilanzieren. Zugleich soll er einen Ausblick
geben auf das, was zukünftig getan werden muss, um die politischen
und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine nachhaltig erfolgreiche
Entwicklung zu schaffen. Der Band enthält etwa 25 Originalbeiträge
von Autoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis sowie eine großzügig
bebilderte Dokumentation beispielhafter Projekte aus vier Schwerpunktbereichen:
Transformation der Landschaft, Stadt und Landschaft, Stadt und Freiraum
sowie Stadt und Natur.
Zu den Autoren zählen u. a.
Gerd Aufmkolk, Barbara Boczek, Heinrich Blotevogel, Michael Bruse, Hans-Dieter
Collinet, Achim Dahlheimer, Jörg Dettmar, Karl Ganser, Susanne Hauser,
Martin Hölscher, Stefan Körner, Rolf Kuhn, Frank Lohrberg, Werner
Nohl, Franz Pesch, Konrad Reidl, Boris Sieverts und Holger Wolpensinger.
Georg W. Oesterdiekhoff / Hermann Strasser
Köpfe der Ruhr
200 Jahre Industriegeschichte und Strukturwandel im
Lichte von Biografien
378 S., Br., € 22,90
978-3-8375-0036-3
Der Band stellt die Entwicklung des Ruhrgebiets mit Hilfe
von 50 Biografien dar. Sie wurden in aufeinander folgenden Generationen
nach Schichtzugehörigkeit und Beruf ausgewählt. 200 Jahre Industriegeschichte
und Strukturwandel werden nach zeitlichen Zäsuren rekonstruiert, in
denen Akteure als Eigentümer und Manager, Erfinder und Funktionäre,
Unternehmer und Arbeitnehmer ihren Handlungen in den jeweiligen Institutionen
und Gesellschaftsstrukturen Sinn verleihen.
Auf diese Weise wird die Geschichte der Lebensweise der
Menschen an der Ruhr zu einer authentischen Gesellschaftsgeschichte. Nicht
zuletzt rufen die Biografien der Bergleute und Handwerker, Arbeiterführer
und Politiker eine untergegangene Welt von Lebenserfahrungen in Erinnerung
und lassen den Leser den Übergang von der Revierkultur zum Kulturrevier
nachvollziehen.
Gaga-Gipfel
Ein satirisches Hörspiel mit den besten Polit-Parodien
aus dem WDR Hörfunk
CD, 60 Min., € 8,50
978-3-8375-0216-9
Deutschland im Sommer 2009 - die Sonne brennt, die Wirtschaftskrise
floriert und das Gesundheitssystem ächzt. Und die bundesdeutsche Polit-Elite
trifft sich zur ausgiebigen Sommerfrische vor der Bundestagswahl. Ausspannen
ist angesagt; Akkus aufladen, Energie tanken. Nur wie? Und mit wem? Und
wofür? Auf der Suche nach dem besten aller möglichen Wellness-Angebote
kommt es zu ungeahnten Begegnungen und Verwicklungen beim größten
Gaga-Gipfel des Jahres.
Entspannen auch Sie sich mit den beliebtesten Polit-Parodien
und Comedy-Serien aus dem WDR Hörfunk.
Anfang und Ende der alten Bundesrepublik
(Hg.Rolf Potthoff, Peter Toussaint )
159 S., zahlr. Abb., € 7,95
978-3-8375-0217-6
Am Anfang stand das Grundgesetz und der feste Wille "Nie
wieder Tyrannei", am Ende die Freude über die Wiedervereinigung: Die
Jahre 1949 und 1989 markieren die Eckpunkte der - aus unserer heutigen
Sicht - "alten" Republik.
Dieser Band greift in Reportagen, Essays und ganz persönlichen
Schilderungen, ergänzt durch zahlreiche Fotos, die historischen deutschen
Jahre 1949 und 1989 auf. Menschen vor allem aus dem Ruhrgebiet berichten
darüber, unter welchen kargen Umständen sie zur Geburtszeit der
Republik lebten, welche Hoffnungen und Erwartungen sie mit dem Wiederaufbau
verbanden. Andere schildern ihre Empfindungen, als nach 40 Jahren deutscher
Teilung die Mauer fiel.
Ausschnitte von Artikeln und Schlagzeilen aus der Westdeutschen
Allgmeinen Zeitung, Neuen Ruhr Zeitung / Neuen Rhein Zeitung, Westfälischen
Rundschau und Westfalenpost dokumentieren die historischen Stunden - es
ist vor allem der Zeitgeist jener Tage, den dieser Band wiederspiegeln
will.
Eiskalte Leidenschaft
Italienische Eismacher im Ruhrgebiet
Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Zeche
Hannover
(Hg.Dietmar Osses, Anne Overbeck, LWL-Industriemuseum)
146 S., Br., € 19,95
978-3-8375-0091-2
Die Geschichte der italienischen Eismacher in Deutschland
ist eine Erfolgsgeschichte. Bereits seit den 1860er Jahren zogen die ersten
Eismacher aus der Region um Belluno mit ihren Verkaufskarren durch die
Straßen Wiens und verkauften ihr handwerklich hergestelltes Speiseeis.
Bis zur Jahrhundertwende breiteten sie sich nach Österreich, Ungarn,
Polen, Deutschland und bis in die Niederlande aus. Um 1900 erreichten sie
das Ruhrgebiet. Hier waren bereits zahlreiche Italiener im Straßenbau,
Tunnelbau und Bergbau tätig. Die italienischen Eismacher trafen in
den neu entstandenen Industriestädten auf zahlreiche Kundschaft, die
die italienischen Eisspezialitäten zu schätzen wussten.
Das Geschäft der Eismacher ist traditionelle Saisonarbeit.
Jedes Jahr zieht es die Eismacher und Eismacherinnen im Herbst zurück
in ihre italienische Heimat in den Dolomiten, wo sie mit ihren Familien
den Winter verbringen. Im Frühjahr kehren sie wieder in den Norden
zurück.
Mit dem deutschen Wirtschaftswunder in den 1950er Jahren
erlebte das italienische Eishandwerk in Deutschland eine einmalige Blüte.
Überall im Ruhrgebiet entstanden Eiscafés, die mit ihrer modernen
Ausstattung, mit typischem italienischen Design und hochwertigen Eisspezialitäten
ein Stück italienisches Lebensgefühl vermittelten.
Wie die Hauptstadt an den Rhein kam
und
Menschen hautnah: Bruder Johannes - Der Bundespräsident
nimmt Abschied
DVD, 45 Min., € 8,50
978-3-8375-0215-2
Bis 1949 war Bonn eine ruhige, ein wenig behäbige,
gediegene kleine Großstadt. Dann fiel die überraschende Entscheidung,
dass nicht Frankfurt die Hauptstadt der neu zu gründenden Bundesrepublik
werden sollte, sondern Bonn. Der größte Vorzug der Universitäts-
und kurfürstlichen Residenzstadt, so munkelten viele Kritiker schon
früh, war ihre Lage im katholischen Rheinland, nahe am Wohnort des
künftigen ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Bonn wurde zunächst
noch gelegentlich als „Bundesdorf“ geschmäht, entwickelte sich aber
rasch zur idealen Hauptstadt des westlichen Nachkriegsdeutschlands, sachlich,
bescheiden und lebenswert. Und dann, als Bonn seine Rolle wirklich routiniert
ausfüllte, fiel die Mauer, und wenige Jahre später war wieder
Berlin Hauptstadt und Bonn nur noch „ehemalige Bundeshauptstadt“. Die Dokumentation
führt aus der Sicht von Bonnern und ehemaligen Bonner Abgeordneten,
Korrespondenten, Diplomaten, Protokollmitarbeitern und Geschäftsleuten
noch einmal vor Augen, wie sich das Leben am Rhein änderte, als Bonn
1949 zur Hauptstadt wurde – ein bisschen nostalgisch und mit einem Augenzwinkern.
Johannes Rau lenkte lange Jahre alsMinisterpräsident
die Geschicke Nordrhein-Westfalens, war einer der beliebtesten Politiker
seiner Zeit und errang als Bundespräsident höchstes internationales
Ansehen. Am 27. Januar 2006 starb er nach langer Krankheit in Berlin. Das
Film-Porträt zeichnet das ungewöhnliche Leben des gelernten Buchhändlers
mit allen Höhen und Tiefen nach, interessiert sich für den Politiker
wie für den Privatmann Rau und lässt zahlreiche Zeitzeugen zu
Wort kommen.
Manni Breuckmann
Mein Leben als jugendlicher Draufgänger
224 S., Gb., € 7,95
978-3-8375-0140-7
Manni Breuckmann erzählt in seiner urkomischen Autobiografie
von seinen wilden Jugendjahren. Die spielten die sich im Wesentlichen in
Datteln ab. Irgendwann in den Sechzigern wurde auch diese beschauliche
Ruhrgebietsstadt von der allgemeinen Jugendrevolte gepackt. Und Klein-Manni
immer mittendrin: als braver Messdiener und linker Denkmalstürmer,
als unbegabter Rocksänger, besoffener DJ und mittelmäßiger
Jurastudent. Außerdem dabei: sein erster Rausch, sein erster Schulskandal
und der erste Sex. Mit seinem trockenen Ruhrpott-Humor reist der beliebte
Radioreporter mit dem Leser zurück in die 50er, 60er und 70er Jahre
und erklärt, warum Rock'n'Roll und Rebellion in der Provinz ins Straucheln
kamen.
Wolfgang Berke
Schönes Münsterland
Radwanderführer „Historische Stadtkerne“
86 Seiten, Spiralbindung, € 9,95
978-3-89861-957-8
Die historischen Stadtkerne im Münsterland und im
Gütersloher Land sind das Ziel vieler Ausflüge. Zu Recht, denn
überall ziehen rustikale Fachwerk- oder repräsentative Renaissancebauten
in mittelalterlichen Stadtgrundrissen Besucher an und die Blicke auf sich.
Sechs besonders reizvolle Stadtkerne sind in dieser attraktiven Radroute
miteinander verbunden: Warendorf, Steinfurt, Tecklenburg, Rheda-Wiedenbrück,
Rietberg und Werne an der Lippe. Dass die Tour neben dem historischen Ambiente
auch reizvolle Landschaft und städtisches Leben bietet, macht sie
einzigartig.
Hubert Schneider / Susanne Schmidt / Jürgen Wenke
Leben im Abseits
Agnes und Wilhelm Hünnebeck aus Bochum
174 S., zahlr. Abb., € 14,95
978-3-8375-0205-3
Viele Leben gerieten aus der Bahn, als am 30. Januar
1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde. Von Beginn an nahmen
die Nationalsozialisten alle ins Visier, die nicht in ihr politisches und
rassistisches Weltbild passten. Wilhelm Hünnebeck, ein in der Zeit
der Weimarer Republik erfolgreicher Bochumer Rechtsanwalt und Notar, war
homosexuell, und seine Mutter war jüdischer Herkunft. Um ihn geht
es in diesem Buch, aber auch um seine Schwester Agnes. In einer hoch angesehenen
und gesellschaftlich fest verankerten Familie aufgewachsen, schien den
Geschwistern ein ähnlicher Status vorherbestimmt zu sein wie ihren
Eltern. Und doch kam es anders – nach 1933.
Bochum entdecken
20 Stadtteilrundgänge durch Geschichte und Gegenwart
(Hg.Axel Schäfer / Norbert Konegen / Hans H.
Hanke )
336 Seiten, broschiert,
zahlr. farb. Abb., € 14,95
978-3-89861-735-2
Bochum ist mehr als Schauspielhaus, Fußball, Ruhr-Universität,
Bergbau-Museum und Bermuda-Dreieck. Der Stadtführer macht mit dem
Leben der Stadt auch abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten und
großen Ereignisse vertraut. Gegenwart und Vergangenheit Bochums sind
hier von 37 Autorinnen und Autoren greifbar geschildert. 26 Ortsteile werden
vorgestellt, Querschnittsthemen bieten Überblick über zentrale
Themen und Entwicklungen. Politische, soziale und kulturelle Entwicklungen
werden immer auch aus der Perspektive der „kleinen Leute“ geschildert.
Das Buch dient auswärtigen Besuchern als Orientierungshilfe
für anregende Erkundungsreisen, bietet aber auch den Bochumern selbst
die Chance, ihre Stadtteile zu Fuß oder mit dem Rad unter neuen Perspektiven
zu entdecken. Reich bebildert, gut strukturiert, mit Karten und Zeitangaben
über die Dauer der Spaziergänge lassen sich die einzelnen Rundgänge
genau planen. Die historischen Photos und Zeichnungen, mit denen das Buch
illustriert ist, ermöglichen es zudem, direkt zwischen dem Gestern
und Heute zu vergleichen.
Die Gottfried-Wilhelm-Kolonie in Essen-Rellinghausen
(Hg.Thorsten Scheer)
128 S., zahlr. Abb., Br., €
14,95
978-3-8375-0210-7
Die Gottfried-Wilhelm-Kolonie ist 100 Jahre alt. 1909
entstand sie im Ortsteil Rellinghausen, der ein Jahr später zur Stadt
Essen eingemeindet wurde, als Bergarbeiterkolonie für die nahegelegene
Zeche gleichen Namens. Als städtebauliches Leitbild ist der Reformstädtebau
zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu sehen, der etwa von dem Aachener Professor
Karl Henrici in seiner Schrift "Beiträge zur praktischen Ästhetik
im Städtebau" 1904 vertreten wurde.
Wolfgang Niedecken
Niedecken Köln
Wolfgang Niedecken und die WDR Big Band Köln
CD, ca. 70 Min., € 8,50
978-3-8375-0149-0
Eine echte Liebeserklärung an seine Heimatstadt
Köln: In gewohnt lässigem Mix aus Rock, Jazz und Blues vereint
Wolfgang Niedecken bekannte und selten gehörte Songs aus dem reichhaltigen
BAP-Repertoire. Ganz neu mit der WDR Big Band arrangiert, entsteht ein
musikalisches Stimmungspanorama mit thematisch sehr unterschiedlichen Geschichten.
Ein Album nicht nur für Köln- und BAP-Fans.
Heinrich Böll
Landeskunde
Mit einem Vorwort von Stefan Zowislo.
303 S., € 7,95
978-3-8375-0142-1
Mit scharfem Blick hat Heinrich Böll seine Heimatstadt
Köln und Nordrhein-Westfalen beschrieben: Landschaften, Brücken,
Straßenzüge und Wohnhäuser wurden auf diese Weise zu Schauplätzen
der Weltliteratur. Legendär wurde auch seine 1958 zusammen mit den
Fotografien von Chargesheimer veröffentlichte Reportage „Im Ruhrgebiet“,
die bei den Stadtoberhäuptern der „unentdeckten Provinz“ empörte
Reaktionen auslöste. Die „Landeskunde“ versammelt mehr als zwei Dutzend
Texte des Literaturnobelpreisträgers aus vier Jahrzehnten und lädt
zu einer literarischen Ortserkundung der besonderen Art ein.
Das Auge des Himmels / The
Eye in the Sky / L'oeil du ciel
Satellitenbilder der Erde /
Satellite images of the earth / Images satellites de la Terre
74 S., zahlr. farb. Abb., ca. 25 x 30 cm, Gb., €
16,90
978-3-8375-0120-9
Dieses Buch
zeigt die „Perspektive Gottes“, aus der wir unsere Erde sehen.
Die großformatigen Farbbilder
wurden von Beobachtungssatelliten für wissenschaftliche Zwecke gemacht
– und sind doch von einer überwältigenden Schönheit, wie
wir sie sonst nur von Kunstwerken kennen. Die monumentalen, farbigen Bilder
zeigen uns die Erde in ihrer faszinierenden vielfältigen Gestalt:
die gewaltigen Gebirge und Wüsten, die großen Ströme und
Ozeane, die vom Menschen unberührte und die vom Menschen veränderte
Natur mit ihren heiligen Orten und Metropolen. Astronauten waren die ersten
Menschen, die diese wunderbaren Bilder mit ihren Augen gesehen haben und
uns den überwältigenden Anblick der Erde aus dem All beschrieben
haben: „Wenn man unseren Planeten aus dem Weltall sieht, ist es unmöglich,
nicht vollkommen überwältigt zu sein von seiner Schönheit,
aber auch von seiner Zerbrechlichkeit. Du spürst, die Erde ist einzigartig.
Es gibt nur diese eine, die wir uns mit sieben Milliarden Menschen teilen.
Egal wo wir geboren sind, welche Sprache wir sprechen und welcher Religion
wir angehören. Wir sitzen alle im selben Weltraumboot.“ (Julie Payette)
This book
presents planet Earth from “God’s Perspective”.
The large-format images were taken
by observation satellites for scientific purposes – and yet, their stunning
beauty evokes the most beautiful artwork. The monumental colour images
show the Earth in all its fascinating diversity: huge mountains and deserts,
the great streams and oceans, nature untouched by man and nature influenced
by man through the creation of holy places and metropolises. Astronauts
were the first human beings to see these wonderful images with their own
eyes, and they told us about their privileged view of the Earth from space:
„When you see the Earth from space it is impossible not to be completely
overwhelmed by its beauty, but also by its fragility. You feel that the
Earth is unique. We've only got one planet for 7 billion people to share.
No matter where we were born, no matter what language we speak, no matter
what religion we belong to, we are all in the same ‘boat’.” (Julie Payette)
Ce livre nous
permet d’observer notre planète Terre depuis le ciel.
Les images en couleurs et en grand
format ont été prises par des satellites d’observation à
des fins scientifiques. Elles sont néanmoins d’une beauté
impressionnante que nous ne pouvons normalement admirer que dans les œuvres
d’art. Ces images monumentales, en couleurs, nous montrent la Terre dans
diverses formes fascinantes : les montagnes et déserts imposants,
les grands fleuves et océans, la nature laissée intacte par
l’Homme et celle modifiée par l’Homme, avec ses lieux sacrés
et ses métropoles. Les astronautes furent les premiers hommes à
voir ces images magnifiques de leurs yeux et à nous décrire
cette vue impressionnante de la Terre depuis l’espace : „Quand on voit
notre planète depuis l’espace, il est impossible de ne pas être
totalement bouleversé par sa beauté, mais aussi par sa fragilité.
On sent que la Terre est unique. Il n’y en a qu’une seule que nous nous
partageons avec sept milliards de personnes. Peu importe où nous
sommes nés, quelle langue nous parlons ou à quelle religion
nous appartenons. Nous nous trouvons tous logésme enseigne spatiale.“
(Julie Payette)
Günter Wallraff
Industriereportagen
Als Arbeiter in deutschen Großbetrieben
128 S., Gb., € 7,95
978-3-8375-0146-9
Als Hilfsarbeiter heuert Günter
Wallraff zwischen 1963 und 1965 in verschiedenen Großbetrieben an:
am Fließband bei Ford in Köln, im Akkord bei Siemens in München
oder als Reiniger in „Sinter zwo“ auf der August-Thyssen-Hütte in
Duisburg-Hamborn. Zwischen Förderbändern, gigantischen Kesseln
und rotierenden Kühlern, in Dreck und tosendem Lärm lernt er
die Härte der industriellen Arbeitswelt am eigenen Leib kennen.
Stefanie van de Kerkhof
Von der Friedens- zur Kriegswirtschaft
Unternehmensstrategien der deutschen Eisen- und Stahlindustrie
vom Kaiserreich bis zum Ende des Ersten Weltkrieges
480 Seiten, € 33,00
978-3-89861-516-7
Unterscheidet sich das strategische
Handeln von Unternehmen und ihrer Leitung im Krieg und im Frieden? In ihrer
theoriegeleiteten Studie geht Stefanie van de Kerkhof dieser Frage am Beispiel
der deutschen Eisen- und Stahlindustrie von 1870 bis 1918 nach. Das Buch
liefert nicht nur Ergebnisse zur Kriegswirtschaft im Ersten Weltkrieg,
sondern versteht sich auch als Beitrag zur modernen Unternehmensgeschichte.
Daher werden konzeptionelle Ansätze der Wirtschaftswissenschaften
im Strategischen Management ausführlich diskutiert. Mit diesem Konzept
wird eine der wichtigsten kriegwirtschaftlichen Branchen unter fünf
Kategorien untersucht: Wachstum, Internationalisierung, Beschaffung, Absatz
und Marktentwicklung.
Dabei treten die Kontinuitätslinien
in den Strategien klar hervor. Das Marktstadium des reifen Marktes spielte
schon vor dem Krieg eine entscheidende Rolle für die Formierung der
Unternehmensstrategien in den untersuchten Regionen Rheinland-Westfalen,
Saar, Oberschlesien und Lothringen. Die verfolgten Strategien und unternehmerische
Spielräume halfen, Gewinne und Wettbewerbsvorteile im Krieg zu sichern.
Damit hatte die Kriegswirtschaft nur teilweise Einfluss auf Marktmechanismen
und Preise der Branche. Fehlallokationen entstanden wie im Zweiten Weltkrieg
durch das „polykratische Chaos“ der Bewirtschaftung.
Durch die detaillierte Betrachtung
der Interessenverbände, ihrer Politik und Kriegsziele zeigt die Studie,
dass das Verhältnis von Staat und Wirtschaft einem pluralistischen
Korporatismus entsprach. Eine dirigistische Kommandowirtschaft konnte nicht
festgestellt werden. Weitreichende Handlungsspielräume blieben im
Krieg erhalten, und die Unternehmer begannen schon, den „Krieg nach dem
Krieg“ vorzubereiten.
Annett Gröschner / Stefan Porombka
Poetik des Faktischen
Vom erzählenden Sachbuch
zur Doku-Fiktion
Werkstattgespräche
222 S., Br., € 21,95
978-3-8375-0047-9
Die aktuelle Produktion nichtfiktionaler
Texte kann man nicht nur „von außen“ beobachten. Man muss stattdessen
die Werkstätten betreten, in denen mit populärwissenschaftlichen,
sachlichen, dokumentarischen Schreibweisen experimentiert wird. Die Werkstattgespräche
im vorliegenden Band widmen sich allen Formen des Faktographischen, die
mit vorgefundenem Material arbeiten und dabei Wissenszusammenhänge
rekonstruieren, konstruieren und vermitteln. Dafür wurden Autoren
und Autorinnen als Gesprächspartner ausgesucht, von denen sich lernen
lässt, wenn man sich eine eigene Werkstatt aufgebaut hat oder aufbauen
will. Insofern ist der vorliegende Band auch als Lese- und Lehrbuch für
jene zu verstehen, die Sachbücher schreiben oder faktographisch und
dokumentarisch arbeiten möchten.
Inhalt:
-Vorwort
-Phantasmatische Fakten für Städtebewohner /Michael Rutschky
im Gespräch
-Ich könnte mir auch Science Fiction vorstellen /Wolfgang Engler
im Gespräch
-Eine Frage der inneren Haltung /Stefan Klein im Gespräch
-Punk mit Unterstützung von Microsoft Word /Jürgen Teipel
im Gespräch
-Historische Scherben /Ulrich Enzensberg er im Gespräch
-Bitte machen Sie diese Arbeit nicht! Der Kick als Spiel der Fakten
/Andres Veiel und Gesine Schmidt im Gespräch
-Der unlösbare Zusammenhang - von Authentischem und Rekonstruiertem
/Burkhard Spinnen im Gespräch
-Die Poesie der Naturwissenschaften / Ernst Peter Fischer im Gespräch
-Im Moment durchkreuze ich den Feldbegriff mit meiner Arbeit /Kathrin
Röggla im Gespräch
-Die Zeit des Hinübergleitens ist jetzt vorbei /Christoph Dieckmann
im Gespräch
-Anhang /Interviewdaten /Ausgewählte Werke der Interviewten
/Interviewer
„Friede auf Erden“
Religiöse Semantiken und
Konzepte des Friedens im 20. Jahrhundert
Hrsg. Helke Stadtland
306 S., Br., 29,95 €
978-3-8375-0141-4
Religion in der Politik wird derzeit
vornehmlich mit Gewalt, Terror und Krieg assoziiert. Darüber wird
übersehen, wie sehr religiöse Sprache und Konzepte auch Friedensdenken
und –handeln beeinflussen und beeinflusst haben. Kaum eine europäische
Friedensbewegung des 20. Jahrhunderts ist ohne einen Rekurs auf eine religiöse
– in der Regel christliche – Semantik oder eine Sakralisierung säkularer
Konzepte ausgekommen. Christen begründeten ihr politisches Engagement
für einen „Frieden auf Erden“ religiös und prägten über
ihre Kreise hinaus das über Frieden Sag- und Denkbare. Aber auch Friedensinitiativen,
die sich selbst als säkular verstanden, kamen selten völlig ohne
religiöse Begriffe und Symbole aus – sei es, um sprachlich Anschlussfähigkeit
herzustellen, sei es, um ihr Anliegen mit einem Letztsinn aufzuladen. Über
den genauen Verlauf sowie die Ursachen und Konsequenzen religiöser
Diffundierungs- und Sakralisierungsprozesse in Bezug auf Friedensdenken
ist bisher jedoch wenig bekannt. Der Band bietet erste Einsichten in religiöse
Konzeptbildungen und Semantiken des Friedens im „Jahrhundert der Gewalt“.
Dies geschieht anhand von Fallstudien zu säkularen und religiösen
Friedensinitiativen, päpstlichen Verlautbarungen und ökumenischen
Bündnissen, Katholikentagen und protestantischer Theologie sowie kirchlicher
und sozialdemokratischer Politik. Der Schwerpunkt liegt auf Deutschland,
namentlich dem deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik, der Zeit des
Nationalsozialismus, der Bundesrepublik und der DDR, und wird ergänzt
durch Arbeiten zu Großbritannien, Spanien und den Niederlanden.
Markus Dahlem
Die Professionalisierung des
Bankbetriebs
Studien zur institutionellen
Struktur der deutschen Banken im Kaiserreich 1871-1914
364 Seiten, € 38,00
978-3-8375-0011-0
Die deutschen Banken waren ein
tragendes Element der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung im Kaiserreich.
Sie waren jedoch nicht nur Träger der so genannten nachholenden industriellen
Entwicklung, sondern durchliefen ihrerseits im Zuge sich stetig ausweitender
Geschäfte einen Entwicklungsprozeß. Die Ausbildung der Strukturen
des modernen Bankbetriebs sowie des im internationalen Vergleich für
Deutschland charakteristischen Universalbankensystems hat ihren Ursprung
in dieser Epoche.
Das hochdynamischen Umfeld, in
dem die Banken im Kaiserreich agierten, eröffnete vielfältige
Chancen, barg aber auch – insbesondere in der Industriefinanzierung – spezielle
Risiken, für die Lösungen entwickelt werden mußten. Konjunkturelle
Krisen wie die Gründerkrise von 1873/74 verdeutlichten die Notwendigkeit
einer Professionalisierung des Bankbetriebs. Unter der Bedingung asymmetrisch
verteilter Informationen zwischen den Akteuren war langfristiger ökonomischer
Erfolg von der Fähigkeit abhängig, qualitativ hochwertige Informationen
zu beschaffen und zu verarbeiten. Als Finanzintermediäre mußten
die einzelnen Banken individuelle institutionelle Lösungen entwickeln,
die halfen, die aus der gegebenen Unsicherheit resultierenden Risiken zu
minimieren.
Auf der Basis von für die
historische Analyse nutzbar gemachten institutionellen bzw. informationsökonomischen
Ansätze wird dieser Zusammenhang in vier Fallstudien (Deutsche Bank,
Disconto-Gesellschaft, Berliner Handels-Gesellschaft, Bankhaus Gebrüder
Bethmann) untersucht. Dabei werden nicht allein die jeweiligen informationsstrategischen
Lösungsansätze thematisiert, sondern insbesondere deren historische
Entwicklungsbedingungen und Findungswege.
Jürgen Reulecke / Barbara Stambolis
100 Jahre Jugendherbergen 1909-2009
Anfänge - Wandlungen - Rück- und Ausblicke
450 Seiten, +CD, € 24,90
978-3-89861-990-5
Die Anfänge der Jugendherbergsgeschichte
gehen auf die Idee eines jungen Volksschullehrers zurück, die sich
rasch durchsetzen konnte, bald auch grenzüberschreitend wirksam wurde
und internationale Verbreitung fand. Man mag sie sogar als eine der seltenen
deutschen Erfolgsgeschichten im ansonsten katastrophenreichen 20. Jahrhundert
verstehen. Bis heute gibt es jedoch diverse wenig beachtete Zusammenhänge
dieser Geschichte und auch einige problematische Aspekte, die eng mit der
allgemeinen deutschen Gesellschaftsgeschichte verknüpft sind.
Die Beiträge des Bandes, der
durch eine reiche Bebilderung auch einen visuellen Eindruck von der Jugendherbergsgeschichte
vermittelt, widmen sich den verschiedenen Entwicklungsstufen und
Zeithorizonten, ohne welche die Verbreitung des Jugendherbergswesens in
Deutschland und darüber hinaus nicht zu verstehen ist; das heißt:
Die Autoren und Autorinnen beschäftigen sich zunächst mit
der Gesellschaft im Aufbruch vor dem Ersten Weltkrieg, mit dem Gründungsmythos,
den Gründungsvätern und der „Mutterherberge“ in Altena.
Sie beschreiben sodann die sprunghafte Ausbreitung der Herbergsidee, auch
die Planungen zweckmäßiger und ästhetisch ansprechender
Bauten auf dem Lande und in der Stadt sowie mit Blick auf die verschiedenen
Zielgruppen. Weiterhin gehen sie den Horizonterweiterungen und auch der
weltweiten Anziehungskraft der Jugendherbergsidee nach. Hinsichtlich
der Jahre nach 1932/33 setzen sie sich mit deren vor allem auch ideologischen
Vereinnahmungen auseinander und verfolgen anschließend den
Wiederaufbau und die Neuorientierungen nach 1945. Dabei werden auch die
unterschiedlichen Entwicklungen in West- und Ostdeutschland beleuchtet
und schließlich die Veränderungen dargestellt, die mit dem gesellschaftlichen
Wandel in den letzten Jahrzehnten zusammenhängen und zu Fragen nach
den davon ausgehenden Chancen und möglichen Wegen in die Zukunft führen.
Eine Reihe von persönlichen Erfahrungsberichten ergänzt abschließend
das facettenreiche Bild dieser inzwischen hundertjährigen, von den
verschiedenen Generationen des 20. Jahrhunderts buchstäblich
erfahrenen Geschichte, das heißt der auf ihren Fahrten durch Land
und Stadt, in Gruppen oder als Einzelne erlebten jeweils aktuellen und
zugleich immer auch historisch geprägten Lebenswelt.
Sabine Horn
Erinnerungsbilder
Auschwitz Prozess und Majdanek Prozess im westdeutschen
Fernsehen
288 Seiten, € 39,90
978-3-8375-0077-6
Der Auschwitz-Prozess (1963–1965/Frankfurt
am Main) war das erste große bundesdeutsche Strafverfahren, das die
Verbrechen, die im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz begangen
wurden, zum Gegenstand hatte. Der Prozess gilt als Meilenstein in der öffentlichen
Auseinandersetzung mit dem Holocaust in der Bundesrepublik. Der Majdanek-Prozess
(1975–1981/Düsseldorf) war das letzte große Strafverfahren in
einer Reihe von NS-Prozessen in der Bundesrepublik. In den knapp zwanzig
Jahren, den der Untersuchungszeitraum der Studie abdeckt, erfuhr die Bundesrepublik
vielfaltige gesellschaftliche Veränderungen: die 68er Bewegung, eine
neue Außenpolitik und nicht zuletzt das Fernsehen veränderte
sich selbst. Den strafrechtlichen Auseinandersetzungen mit der NS-Vergangenheit
wird eine hohe offenhielte Wirkung zugeschrieben, wobei die Medien eine
zentrale Rolle einnahmen. Doch welche Erinnerungsbilder zeichnete das Fernsehen
im Rahmen der medialen Berichterstattung – von den Verbrechen, von den
Tätern, den Opfern, von der Justiz und von der sich erinnernden Gesellschaft?
Das Buch geht der Frage nach, wie sich diese Bilder von den 1960er bis
in die 1980er Jahre veränderten und zeigt dabei methodisch innovative
Wege in der Medienproduktanalyse auf.
DIE
BUDE
Trinkhallen im Ruhrgebiet
Fotografien von Brigitte Kraemer
136 Seiten, zahlr. Abb., Festeinband, €
24,95
978-3-8375-0061-5
Trinkhallen sind aus dem Ruhrgebiet
nicht wegzudenken. Die Zechen brachten sie in die Region. Der Bergbau verschwand,
die Trinkhallen blieben.
Brigitte Kraemer hat sich über
Jahre mit dem Phänomen „Bude“ befasst – mit der oftmals eigenwilligen
Architektur der kleinen Bauten, dem Warenangebot, aber vor allem mit den
Menschen. Besucher begegnen Trinkhallen bei Nacht, nur durch das diffuse
Licht der Werbetafeln, beleuchtet, sie treffen auf Kinder, die ihr Taschengeld
an die Buden bringen, und Trinkhallen-Besitzer, die ihr ganzes Leben in
der Bude verbringen und dem Arbeitsplatz ihren Stempel aufdrücken.
Es sind aber nicht nur die belebten Orte, denen Brigitte Kraemer Aufmerksamkeit
schenkt. Eine Serie der Ausstellung widmet sich den bereits geschlossenen
Buden. Orte, die heute verlassen sind, aber noch erahnen lassen, was noch
vor Kurzem in ihren Räumen passierte. Die 12 schönsten und/oder
kuriosesten Bilder aus dem gleichnamigen Buch von Brigitte Kraemer wurden
in diesem Kalender für 2010 zusammengestellt:
Architektur der 1960er und 70er
Jahre
Qualitäten einer ungeliebten
Baukunst in Dortmund
(Hg.Peter Kroos und BDA Dortmund)
168 Seiten, € 29,95
978-3-8375-0127-8 [im Buch eingedruckt
ist 978-3-00-025330-0]
Der Bestand an Bauten und Infrastruktur
hat sich in Westeuropa in den 1960er und 70er Jahren verdoppelt. Die Debatten
um Erhalt, Instandsetzung, Anpassung oder Abriss bedürfen einer systematischen
Auseinandersetzung. Deshalb startete die Kreisgruppe des Dortmunder BDA
im Jahr 2006 eine Initiative, die sich mit den Bauten dieser Zeit auseinandersetzen
sollte. Das vorliegende Buch zeigt zahlreiche gebaute Beispiele aus dieser
Zeit in Dortmund. Darunter so unterschiedliche wie das Hochhaus der Volkswohlbund-Versicherung
- zwischenzeitlich gesprengt - oder das private Wohnhaus eines Bauunternehmers.
Die in zahlreichen Abbildungen
dokumentierte hohe ästhetische Qualität der Bauten soll das Bewusstsein
für deren Erhalt anregen. Darüber hinaus weiten verschiedene
übergeordnete Beiträge den Blick auf allgemeingültige Themen
zum Bauen in dieser Zeit. Interviews mit den planenden Architekten sind
den Texten und Objektbeispielen direkt zugeordnet und ermöglichen
das Verständnis aus zeitgenössischer Sicht.
Raum für Zukunft
514 S., Br., € 34,95
978-3-8375-0010-3
"Raum für Zukunft" wurde 1997
von Christoph Zöpel und Heiner Monheim herausgegeben aus Anlaß
des 60. Geburtstags von Karl Ganser. Architekten, Stadtplaner, Raumplaner
und Geografen haben das Buch viel genutzt: als Überblick zu Geschichte
und Konzeption von Stadtplanung und als praktischen Einblick in die Stadterneuerung
Nordrhein-Westfalens.
Die Neuauflage wurde stark erweitert
(ca. 200 Seiten), sowohl im konzeptionellen Teil als auch bei den Fallbeispielen.
Neu hinzu gekommen sind Beiträge über die Notwendigkeit von Regionalisierungen
auf den verschiedenen Maßstabsebenen (Zöpel), die Etappen deutscher
Siedlungsentwicklung (Muschwitz & Monheim), die Schwierigkeiten deutscher
Planung im Umgang mit Schrumpfungsprozessen (Ganser), die Fortsetzung flächenbeanspruchender
Planung trotz Schrumpfungsprozessen (Klemme), den städtebaulichen
und verkehrlichen Wandel der Innenstädte (Monheim & Monheim),
die Entwicklung der kommunalen Verkehrsplanung (Monheim), postfossile Mobilitätspolitik
(Monheim) und die Probleme von Großprojekten der Verkehrspolitik
(Monheim), die Konzeption der Regionalen in Nordrhein-Westfalen (Beierlorzer)
und die Regionale 2006 im Bergischen Städtedreieck (Beierlorzer).
Internationale Bauausstellung
Emscher Park
Die Projekte 10 Jahre danach
304 Seiten, zahlr. Farbfotos, € 29,90
978-3-8375-0055-4
Dieses Buch
dokumentiert die Projekte der IBA Emscher Park und stellt ihre Weiterentwicklung
seit 1999 sowie ihren aktuellen Entwicklungsstand anhand von Bildern, Karten
und Texten dar.
International Building Exhibition
Emscher Park
The projects 10 years later
304 Seiten, zahlr. Farbfotos, € 29,90
978-3-8375-0107-0
This book
documents the IBA Emscher Park projects, presenting their evolution since
1999 as well as their current development status using images, maps and
texts.
Exposition internationale d'architecture
et d'urbanisme Emscher Park
Les projets, dix ans après
304 Seiten, zahlr. Farbfotos, € 29,90
978-3-8375-0106-3
Ce livre
illustre les projets de l’IBA Emscher Park; il retrace leur évolution
depuis 1999 et en dresse un état des lieux au moyen d’images, de
cartes et de textes explicatifs.
Hans
Körner / Jürgen Wiener
Frömmigkeit
und Moderne
Kirchenbau
des 20. Jahrhunderts an Rhein und Ruhr
296
Seiten, zahlr. Abb., € 29,95
978-3-8375-0076-9
Der moderne
Kirchenbau begann nach dem Ersten Weltkrieg und hatte an Rhein und Ruhr
sein bedeutendstes Zentrum. Das Vorurteil, innovative Leistungen der modernen
Architektur seien eher in der Wohn-, Geschäfts- und Innenarchitektur
zu suchen als im Sakralbau, ist historisch unhaltbar. Der Katalog zeigt
anhand von Architekturfotografien, dass die Kirchenarchitektur an Rhein
und Ruhr immer wieder von außergewöhnlichen Leistungen geprägt
ist – und macht gleichzeitig deutlich, wie wichtig die Rolle der Fotografie
für die Wahrnehmung und Wertschätzung moderner Sakralarchitektur
ist.
Werner Bergmann / Ulrich Sieg
Antisemitische Geschichtsbilder
Antisemitismus: Geschichte und
Strukturen, Band 5
224 Seiten, € 22,90
978-3-8375-0114-8
Die hier vorgestellten Geschichtsbilder
in „antisemitischen Schlüsselwerken“ deutscher Publizisten, Wissenschaftler
und Politiker werfen ein helles Licht auf das öffentliche Geschichtsverständnis
der Zeit zwischen Bismarck und Hitler. Die vorgestellten Autoren gehören
zu den „Klassikern“ des Antisemitismus und weisen den Juden durchgängig
eine „verderbliche“ Rolle in der Welt- und Kulturgeschichte zu. Die Autoren
verstanden sich als Verfechter eines radikalen Nationalismus und als Künder
einer besseren Zukunft. Die Untersuchung Ihrer Geschichtsbilder macht aber
unmissverständlich deutlich, wie wenig diese mit nüchterner Geschichtswissenschaft
zu tun haben. Die Beiträge dieses Bandes, die durchweg auf intensivem
Quellenstudium beruhen, fragen deshalb nicht nur nach der ideologischen
Funktion überhöhter Geschichtsbilder, sondern auch nach den konkreten
Rezeptionsbedingungen der „antisemitischen Schlüsselwerke“.
Annika Wilmers
Pazifismus in der internationalen
Frauenbewegung (1914-1920)
Handlungsspielräume, politische Konzeptionen
und gesellschaftliche Auseinandersetzungen
348 Seiten, Abb., € 39,90
978-3-89861-907-3
Im Frühjahr 1915 hielten pazifistisch
gesinnte Frauen in Den Haag einen internationalen Friedenskongress ab.
Das politische Engagement der Pazifistinnen und ihre Forderungen nach Frieden
und politischer Gleichberechtigung inmitten des Ersten Weltkriegs erregten
nicht nur die Öffentlichkeit in den Krieg führenden Ländern,
sondern riefen auch in den Frauenbewegungen selbst heftige Diskussionen
über ein angemessenes Verhalten in Kriegszeiten hervor. Der Weltkrieg
stellte die internationalen Bindungen der Frauenverbände aus der Vorkriegszeit
in Frage. Eine Mehrzahl der Frauen an den sogenannten Heimatfronten fühlte
sich geradezu aufgefordert, ihre patriotische Pflicht zu erfüllen
– und dies umso mehr, als sich dadurch auch die staatsbürgerliche
Reife der bisher politisch benachteiligten Frauen nachweisen ließ.
Die Tübinger Historikerin Annika Wilmers untersucht die unterschiedlichen
Positionen der Frauenbewegungen in Deutschland, Österreich, Belgien
sowie Frankreich und zeichnet die teilweise erbittert geführten Kontroversen
über Nation und Pazifismus nach. Dabei verliefen die Auseinandersetzungen
innerhalb der internationalen Frauenbewegung keineswegs immer parallel
zu den Kriegsfronten. Besondere Aufmerksamkeit widmet die Autorin den öffentlichen
Reaktionen auf das vom Kriegskonsens (Burgfrieden, Union sacrée)
abweichende Handeln der Pazifistinnen. Die Studie geht über die Kriegsjahre
hinaus und befasst sich auch mit der unmittelbaren Nachkriegs- und Revolutionszeit,
als die nationalen Frauenvereine vor der schwierigen Aufgabe standen, die
im Weltkrieg unterbrochenen internationalen Kontakte wieder aufzunehmen.
Christoph Vietzke
Konfrontation und Kooperation
Funktionäre und Arbeiter
in Großbetrieben der DDR
vor und nach dem Mauerbau
280 S., Gb., € 34,90
978-3-8375-0121-6
Je länger die DDR existierte,
desto mehr nahmen offene Konfrontationen zwischen erbosten Arbeitern und
strammen Funktionären ab. Dass dies nicht nur auf Repression und –
bis 1961 – die Möglichkeit der Flucht zurückzuführen ist,
zeigt diese Mikrostudie von drei Großbetrieben der DDR. Die auf Archivrecherchen
basierende Studie kann einen Pakt zwischen Funktionären und Arbeitern
nachweisen, der im Erfolgsfall Lohnsteigerungen und Prämien erbringen
konnte und ungewünschte Aufmerksamkeit übergeordneter Stellen
vermied. Gleichzeitig schwächte diese Entwicklung das Zusammengehörigkeitsgefühl
der Arbeiterschaft, das sich am Ende des Untersuchungszeitraums fast nur
noch in Kleinstgruppen wiederfindet. Damit ist diese Studie mehr als nur
ein Beitrag zur Betriebsgeschichte des VEB Carl Zeiss Jena, des VEB Eisenhüttenkombinats
Ost (EKO) in Eisenhüttenstadt und des VEB Transformatorenwerks »Karl
Liebknecht« in Berlin-Oberschöneweide, sondern ein Beitrag zur
allgemeinen Sozialgeschichte der DDR.
Die Haribo-Saga-
Siegeszug eines Goldbären
Stollwerck
- Die Kölner Schokoladendynastie
DVD, ca. 90 Min., € 8,50
978-3-8375-0131-5
Haribo macht Kinder froh … und
Erwachsene ebenso! Mit diesem Werbeslogan hat das Süßwarenunternehmen
von Bonn aus die ganze Welt erobert. Kräftig mitgeholfen hat ein kleiner
Goldbär aus Fruchtgummi, den der Bonbonkocher und Unternehmensgründer
Hans Riegel um 1920 erfand. Das Rezept dieser Jahrhundert-Erfindung wird
von seinen beiden Söhnen bis heute streng gehütet.
Das Schokoladenunternehmen Stollwerck
stieg mit dem „braunen Gold“ zur Weltmarke auf. Um 1840 gegründet,
schuf der gelernte Bäcker Franz Stollwerck mit seinen fünf Söhnen
aus einer kleinen Konditorei in Köln einen weltweit erfolgreichen
Konzern. Doch dem Höhenflug der Gründerzeit folgte ein tiefer
Sturz: Heute erinnert nur noch ein Museum an die prachtvolle Zeit der Kölner
Schokoladendynastie.
Schokolade / Hans Riegel, Bonn
Von der Kakaobohne zum Weihnachtsmann / Unternehmensporträt
Haribo
CD, ca. 58 Min., € 8,50
978-3-8375-0133-9
Für die Azteken war sie die
„Speise der Götter“. Die Spanier benutzten den begehrten Rohstoff
als Zahlungsmittel. Und Karl V. war der erste Europäer, dem sie als
heißes Getränk vorgesetzt wurde: die Schokolade. Heute ist das
einstige Luxusprodukt ein erschwinglicher Genuss für jedermann. Das
WDR-Hörfunk-Feature „Schokolade“ ist eine kulinarische Reise durch
die Welt der Schokolade und beschreibt den Weg von der Bohne bis zum fertigen
Produkt – ob als Praline, praktisches Quadrat oder Weihnachtsmann.
Um die bunte Süßigkeit
aus Fruchtgummi dreht sich das Firmen-Kurzporträt „Hans Riegel, Bonn“,
kurz Haribo. Der Süßwarenkonzern ist bekannt für seine
unkonventionellen Methoden. Schon das Rezept für die ersten Gummibärchen
probierte Firmengründer Hans Riegel sen. an den eigenen Kindern aus.
Bis heute kümmert sich der Sohn des Gummibärchen-Erfinders, Hans
Riegel jun., selbst um seine Werbespots.
Sibylle Schönborn
Grenzdiskurse
Zeitungen deutschsprachiger Minderheiten
und ihr Feuilleton in Mitteleuropa bis 1939
228 S., Br., € 22,95
978-3-8375-0035-6
Zeitungen bilden mediale Räume
jenseits geografischer und politischer Grenzziehungen, in denen sich Gemeinschaften
verorten, gegenüber Anderen abgrenzen, aber auch den Austausch mit
dem Anderen suchen. Im Prozess der nationalstaatlichen Neuordnung Europas
nach dem Ersten Weltkrieg kommt der Tagespresse deutschsprachiger Minderheiten
in Mitteleuropa eine zentrale Bedeutung zu. Denn in ihren Zeitungen werden
nicht nur nationale Konflikte ausgetragen und kulturelle Differenzen markiert,
sondern auch Prozesse des kulturellen Transfers und der Übersetzung
von Kulturen initiiert. Der Band versammelt unter dieser Perspektive Beiträge
über deutschsprachige Zeitungen und ihr Feuilleton aus Regionen wie
Galizien, der Steiermark und Krain, Pomerellen, Oberschlesien, der Wolga
und Zentren wie Lemberg, Cernowitz, Zagreb, Ljubljana und Prag.
Deutschsein als Grenzerfahrung
Minderheitenpolitik in Europa zwischen 1914 und 1950
(Hg.Mathias Beer, Dietrich Beyrau, Cornelia Rauh-Kühne
)
353 S., Br., € 32,00
978-3-8375-0097-4
Deutschsein als Grenzerfahrung behandelt die extrem unterschiedlichen
Erfahrungen von Bevölkerungsgruppen an den Grenzen des deutschen Sprachraumes
seit dem Ersten Weltkrieg. Es geht dabei um gesellschaftliche Gruppen,
deren Angehörige sich entweder selbst als Deutsche verstanden oder
denen ihr Deutschsein von außen zugeschrieben wurde. Je nach den
wechselnden Situationen hatte dies sehr unterschiedliche, teilweise existentielle
Folgen, die an Beispielen von Polen über Rumänien, Ungarn, Slowenien,
Südtirol bis zum Elsass vorgestellt werden. In Zeiten von Krieg, Terror,
Besatzung und nationalen Konflikten bedeutete Deutschsein in diesem Verständnis
immer die Möglichkeit, zum Objekt politischadministrativer Maßnahmen
zu werden. Dies konnte Privilegierung oder Diskriminierung bedeuten. Von
den wechselnden politischen Machthabern wurden den Menschen Entscheidungen
abverlangt, die zwischen Kollaboration, notdürftigem Arrangement mit
den politischen Machthabern und Widerstand einzuordnen sind. Im Fall des
Nationalsozialismus konnte Anpassung an die Besatzer die Komplizenschaft
mit den Verbrechen des Regimes bedeuten. Grenzerfahrung meint also ganz
wörtlich Erfahrungen an den Außengrenzen des deutschen Sprachraums.
Gleichzeitig lässt sich der Titel dieses Buches metaphorisch als Verweis
auf eine Wahrnehmungsdimension verstehen, die – ob aus der Perspektive
der Beobachter, der Opfer oder der Täter – das 20. Jahrhundert für
viele Zeitgenossen geprägt hat.
Aus dem Inhalt
• Zur historischen Verortung von
„ethnischer Säuberung“ und Völkermord
• Grenzen des „Deutschen“. Nationalsozialistische
Volkstumspolitik in Polen, Frankreich und Slowenien
• „Eine Waffe in der Hand der Besatzungstruppen“.
Französische Sprachenpolitik in der besetzten Pfalz, 1918–1926
• Elsass 1945. Eine Gesellschaft
wird gesäubert
• Das Elsass, Frankreich und „die
Lektion von Gradom“. Vergangenheitspolitik im Widerstreit
• Zwangsrekrutierung und autobiographisches
Erzählen der elsässischen Malgre Nous (Wehrmachtssoldaten)
• Staatsbürgerliche Optionen
in Posen nach 1918
• Die Marginalisierung der deutschen
Minderheit im polnischen Oberschlesien nach 1918: Das Beispiel Königshütte
– Krolewska Huta – Chorzow
• Machtwechsel im polnischen Oberschlesien
nach 1922: Politik in mikrohistorischer Perspektive
• The Upper Silesian Dream. Reassimilating
the Native Population 1945–1950
• Die Deutsche Volksliste von 1939
und das Schicksal der in Großpolen verbliebenen Deutschen nach 1945
• Südtirol im Herrschafts-
und Regimewechsel 1938–1946
• Warum werden Rumänien und
Jugoslawien im Art. XIII des Potsdamer Abkommens nicht genannt? Regionale
Spezifika des Umgangs mit deutschen Minderheiten am Ende des
zweiten Weltkriegs in Südosteuropa
• Assimilation oder Ausweisung:
Optionen für eine nationale Sozialreform in Ungarn nach 1945
Julia Obertreis / Anke Stephan
Erinnerungen nach der Wende
Oral History und (post)sozialistische Gesellschaften
Remembering after the fall of communism - Oral History
and (post-)socialist societies
401 S., Br., dt./engl., € 39,95
978-3-8375-0008-0
Über Jahrzehnte war der real existierende Sozialismus
für die Menschen in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa unausweichlicher
Bestandteil und Konstante ihres Lebens. Fast über Nacht brachen 1989
und 1991 die Regime zusammen, die Bürger mussten sich in neuen Gesellschaftssystemen
zurechtfinden. Zwar verband sich mit der politischen Wende allerorten die
Hoffnung auf Freiheit, Demokratie und Wohlstand. Doch angesichts von Elitenwechsel,
wirtschaftlicher Transformation und der Entwertung sozialistischer Errungenschaften
war die „Wende“ für viele auch ein verstörender Bruch in ihrem
Lebensweg.
Mit Oral History, der Arbeit mit Zeitzeugeninterviews,
wird in diesem Sammelband erforscht, wie die Menschen den Sozialismus erlebten,
ihn mitgestalteten und wie sie ihn erinnern: Welchen Platz hat etwa das
berühmte Schlangestehen in der individuellen und kollektiven Erinnerung?
Welche Rolle spielten Mode, Schönheit und Mutterschaft für die
„emanzipierten“ sozialistischen Frauen? In welcher Weise rechtfertigen
Parteiaktivisten ihr früheres Engagement? Wie interpretieren Dissidenten
heute ihr damaliges Leben zwischen Geheimpolizei und Gesellschaft?
Die Beiträge stammen von Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern aus zwölf Ländern. Sie spiegeln exemplarisch
die theoretische und methodische Reflexion zur Arbeit mit Zeitzeugeninterviews
in der historischen und sozialwissenschaftlichen Forschung wider und erörtern
das Potential dieser Methode bei der Erforschung (post)sozialistischer
Gesellschaften.
Wird auf der einen Seite deutlich, welch hohe Prägekraft
offizielle sozialistische Diskurse auch noch nach dem Systemwechsel hatten,
so zeigen die Aufsätze auf der anderen Seite auch die Vielfalt an
alten und neuen Deutungsmustern und Erinnerungsbildern.
Aus dem Inhalt:
- Oral History nach politischen
Systembrüchen. Erfahrungen in Deutschland Ost und West
- Biographischen Erinnerungen in
(post)sozialistischen Gesellschaften
- Explaining Communist Party Membership
in Central-Eastern Europe 1944–2004
- Die „NS-Zeit“ in Interviews mit
jungen Deutschen aus der ehemaligen DDR
- Zwangsarbeit im nationalsozialistischen
Deutschland im Kontext der Lebensgeschichte einer ehemaligen ukrainischen
Ostarbeiterin
- Weibliche Erfahrungen und Geschlechterrollen
im Sozialismus und Postsozialismus
- Observations on the Changes of
Women’s Social Roles in an Industrial Society
- Reproductive Careers of Slovak
Women before and after the Fall of State Socialism
- How can women’s stories about
beauty and maternity help us to study Soviet social history of the 1930s–1960s?
- Belarusian National History and
Identity in the Light of Oral History Research
- Slowenische KZ-Überlebende
im sozialistischen Nachkriegsjugoslawien
- Soviet and Uzbek on the Collective
Farm - Interaction with the Political Police in 1945–1956 in the Memory
of the Soviet
Karelian Population
- Stigma Management in Narrative
Interviews with Czech Germans
- Between the Records of the Secret
Police and a Retrospective Evaluation of the Victim-Witness
- Das sowjetische Alltagsleben
in der estnischen Erinnerungskultur
- (Post-)Sozialistischer Arbeitsalltag
in den Geisteswissenschaften am Beispiel der Ethnographie in der DDR
- What Are They Talking About When
They Talk About Queuing in 1980s Romania?
Gisbert Haefs
Kein Freibier für Matzbach
208 Seiten, € 7,95
978-3-8375-0132-2
Lottogewinner und Amateur-Detektiv
Baltasar Matzbach hat den Revolver gegen den Kochlöffel getauscht
und ist unter die Kneipenbesitzer gegangen. Zusammen mit einer exotischen
Truppe aus der Unterwelt betreibt er in der „Spelunke“, einem umgebauten
Rheindampfer, bei Bonn ein Speiselokal. Als er auf dem Anlegesteg die verstümmelte
Leiche eines Stammgastes findet, überschlagen sich die Ereignisse:
Der Mann ist ein hoher Regierungsbeamter
aus dem Bauministerium und in schmutzige Geschäfte verwickelt. Matzbach
gerät in die Schusslinie zwischen Kripo und kriminellen Erpressern.
Und dann bittet ihn auch noch die Schwester des Toten um Hilfe. Bis zum
Showdown hat er deshalb kaum
Zeit für Freibier, eine neue
Freundin und sonstige Genüsse.
Locker und temporeich erzählt,
ist Gisbert Haefs erneut ein spannungsreicher Kriminalroman aus der Matzbach-Serie
gelungen, der den Leser sofort in den Bann des Geschehens zieht.
Norma Rehmann / Angelika Gördes-Giesen
Kuchenbüffet
112 Seiten, € 7,95
978-3-8375-0134-6
An diesem Kuchenbuffet kommen Zuckerbäcker
und Leckermäuler garantiert nicht vorbei: Hauchdünne Limettenscheiben
schmiegen sich an duftige Sahnehäubchen, Schokoladenwalnüsse
flirten mit Marzipansternen und Stachelbeeren vereinen sich mit Pfirsichen
unterm Tortenguss.
Insgesamt 52 Rezepte zum Nachlesen
und Nachbacken versammeln die beiden Autorinnen in ihrem Backbuch.
Anspruchsvolle und kinderleichte,
klassische und längst verschollen geglaubte Rezepte, präsentiert
von Prominenten und „normalen“ Bäckern aus Westfalen. Neben Geschichten
über die Menschen, die sich und ihre Rezepte vorstellen, enthält
der Band jede Menge Tipps zu Bauernhofcafés, Hofläden, Ferienhöfen
und Restaurants, wo man sich noch ein weiteres Stückchen Kuchen gönnen
kann.
Dagmar H. Müller / Martina Theisen
Die unsichtbare Noa
...will nicht mehr schüchtern
sein
32 Seiten, ab 3 Jahren, € 7,95
978-3-8375-0090-5
„Die
unsichtbare Noa“ erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens,
das zu Hause eine starke, mutige Räuberfrau ist, die alles bekommt,
was sie haben will. Wenn sie aber aus dem Haus geht, verschwindet ihr Mut
und sie wird plötzlich unsichtbar. Manchmal ist es praktisch unsichtbar
zu sein, denn draußen lauern viele Gefahren. Aber auf dem Spielplatz
ist es schlimm, wenn alle Kinder miteinander spielen und Noa nicht mitspielen
kann, weil sie einfach „übersehen“ wird. Deshalb findet sie auch keine
Freunde. Erst als sie Nick kennen lernt, ändert sich zum Glück
alles. Das mit dem Kinderbuchpreis des Landes NRW ausgezeichnete Vorlesebuch
eignet sich für Kinder ab drei Jahren.
Heinz Schimmelpfennig
Der silberne Pfeil
Hörspiel für Kinder
CD, € 8,50
978-3-8375-0100-1
In den 1950er Jahren ist ganz Deutschland
im Seifenkisten-Rennfieber. Auch die
Schulfreunde Hans Krause und Klaus
Hellwig sind Feuer und Flamme: Mit einem selbstgebauten Flitzer wollen
sie am großen Seifenkisten-Derby in Duisburg teilnehmen und den ersten
Preis gewinnen: ein fabrikneues Fahrrad und zwei Wochen Amerika! Hans ist
ein geschickter Konstrukteur und hat sofort eine Idee, wie das Gefährt
gebaut werden müsste. Dafür benötigen sie Geld – mindestens
10 Mark für die Einzelteile. Aber woher sollen sie die nehmen?
Das Hörspiel entstand anlässlich
der deutschen Meisterschaft im Seifenkistenrennen 1956 in Duisburg. Erzählt
wird die spannende Geschichte zweier Freunde und ihres Mini-Rennwagens.
Franz-Josef Oller
Mein erstes Auto
160 Seiten, Gb., € 7,95
978-3-8375-0101-8
Das erste Auto war etwas ganz Besonderes.
Es roch nach Glück und Benzin, Abenteuer und grenzenloser Freiheit:
die VW-Käfer- Familienkutsche für die Fahrt ins Grüne, Traumwagen
wie der Mercedes 300 oder das Karmann Ghia Cabriolet, der so genannte „VW
im Frack“. Für die einen war es ihr ganz persönliches Wirtschaftswunder,
für manche ein Prestigeobjekt. Für wieder an dere war der wichtigste
Konsumartikel der Nachkriegszeit ein Vehikel für Wünsche, Wagnisse
und Illusionen. Schließlich konnte die Maschine den Fahrer von Grund
auf verwandeln!
Wie zum Beispiel den Vater von
Elke Heidenreich: Bei der Probefahrt mit einem Porsche oder Jaguar wurde
aus dem hochbegabten Automechaniker plötzlich ein schmucker Ritter
mit schimmernder Rüstung – die Frauen spürten das ...
„Mein erstes Auto“ ist eine Liebeserklärung
an das Automobil. Mit Geschichten von damals und Bildern aus dem Familienalbum
– von der ersten Urlaubsreise an die Adria bis zur Fahrt um die Welt.
1933
- Das Ruhrgebiet unterm Hakenkreuz
Erinnerungen (Hg.
Norbert Jänecke / Rolf Potthoff )
144 Seiten, zahlr, Fotos, Gb., € 9,95
978-3-8375-0108-7
Aus Anlass des 75. Jahrestages
der Machtübergabe an Hitler am 30. Januar 1933 wandte sich die Westdeutsche
Allgemeine Zeitung (WAZ) an ihre Leserinnen und Leser mit der Frage: „Wie
haben Sie die NS-Zeit erlebt?“. Der Aufruf hatte eine wahre Flut an Reaktionen
zur Folge – es gab ebenso kurze wie ausführliche Abhandlungen von
Erlebnissen und Begebenheiten aus den 30er- und 40er-Jahren. Es war eine
Zeitreise in ein Deutschland, in dem die „Fahnenehrung" auf dem Schulhof
Schülerpflicht war, in dem Lehrer Kindern Hass beibrachten, in der
junge Menschen Synagogen brennen sahen und Misshandlungen ihrer Väter,
deren politische Ansichten den SA-Trupps als für den „Führer“-Staat
schädlich erschienen. In manchen Beiträgen spiegelt sich aber
auch die Verführung der jungen Generation wider, auf die sich das
NS-System sehr gut verstand. Zeltlager, Segelfliegen lernen, Nachtwanderungen...
– das faszinierte junge Menschen; offenbar gleich in welchem Regime. Dieses
Buch enthält eine Auswahl der Zeitzeugen-Erinnerungen. Die Texte sind
erlebte Geschichte.
Jens Scholten
Zwischen Markt und Parteiräson
Die Unternehmensgeschichte des
„Vorwärts“ 1948–1989
410 Seiten, Festeinband, € 39,90
978-3-89861-863-2
„Eine
Parteizeitung zu redigieren, produzieren und zu verkaufen kommt in diesem
Lande einer Quadratur des Kreises gleich.“ Diese Bilanz zog 1976 der frühere
Chefredakteur der sozialdemokratischen, frei verkauften Wochenzeitung Vorwärts,
Jesco von Puttkamer.
Das traditionsreiche Flaggschiff
des SPD-Unternehmensbereichs musste nicht nur in die Öffentlichkeit
politisch hineinwirken. Zugleich sollte sein Verlag wirtschaftlich erfolgreich
arbeiten. Diese doppelte Aufgabenstellung schlug sich in Konflikten zwischen
Politikern, Verlagsmitarbeitern und Journalisten bei der Steuerung des
Presseunternehmens nieder. Gleichzeitig galt es, sich dem Wandel der SPD
zur Volkspartei und dem gesellschaftlichen Wandel in der Bundesrepublik
zu stellen.
Die Frage, welche Leistungen und
Fehler beim Wirtschaften und Schreiben unter sozialdemokratischen Vorzeichen
zu verzeichnen waren, führte bereits in der zeitgenössischen
Öffentlichkeit zu heißen Diskussionen und Spekulationen.
Schule macht Appetit
Ein Kochbuch
zusammengestellt von Schülerinnen,
Schülern, Eltern und Lehrern der beiden
Mercator Schulclub Schulen, Frida-Levy-Gesamtschule
und Hauptschule Am Stoppenberg
88 Seiten, Ringheftung, €
8,90
978-3-8375-0092-9
Schulen müssen manchmal ungewöhnliche
Wege gehen, um Lernen spannend zu gestalten. Der Mercator Schulclub bietet
aufgeschlossenen und mutigen Schulen genau diese Möglichkeit und fordert
sie heraus, gemeinsam kreativ zu sein und besondere Projekte zu verwirklichen.
So stellen die Frida-Levy-Gesamtschule
und die Hauptschule Am Stoppenberg mit „Schule macht Appetit“ mehr als
nur ein Kochbuch vor: Mit diesem Band verknüpft ist gleichzeitig die
erfolgreiche Geschichte einer wertvollen Zusammenarbeit zweier unterschiedlicher
Schulen. Lehrer, Eltern und Schüler haben mit diesem Projekt ein außergewöhnliches
Stück Schulalltag gestaltet. Es ist ihnen auf eindrucksvolle Weise
gelungen, die bunte Vielfalt abzubilden, die an ihren Schulen Realität
ist. Dieses Kochbuch und seine Entstehungsgeschichte ist ein Beispiel dafür,
wie Schulen es schaffen, Lernen im Leben zu verankern.
Gold vor Schwarz
Der Essener Domschatz
[Austellungskatalog des Ruhr Museums auf der ehemaligen
Zeche und Kokerei Zollverein]
343 S., zahlr. farb. Abb., Gb., € 19,95
978-3-8375-0050-9
Der Essener
Dom blickt auf eine rund 1150-jährige Geschichte zurück. Am Beginn
stand um 850 die Gründung einer religiösen Frauengemeinschaft,
die im frühen und hohen Mittelalter zu den herausragenden religiösen
Institutionen des Reichs gehörte. Die Frauengemeinschaft wurde seit
Mitte des 10. Jahrhunderts vom ottonischen Kaiserhaus mit Privilegien und
Grundbesitz reich beschenkt. In dieser Zeit regierten in Essen drei Äbtissinnen
aus ottonischem Kaiserhaus: Mathilde (971 - 1011), Sophia (1012 - 1039)
und Theophanu (1039 - 1058) waren Nichten und Enkelinnen von Otto I. und
Otto II. Das Stift Essen beherrschte ein etwa drei Quadratmeilen großes
Gebiet zwischen den Flüssen Emscher und Ruhr und weitere Besitzungen
mit insgesamt 3.000 abgabenpflichtigen Bauernhöfen. Das Frauenstift
war auch die Keimzelle der heutigen Stadt Essen. Um den Stiftsbezirk herum
bildete sich eine Siedlung, die im 13. Jahrhundert Stadtrechte erlangte.
In dieser Zeit stiegen die Äbtissinnen zu Reichsfürstinnen auf.
Sie waren damit zugleich Landesherrinnen über das Reichsfürstentum
Essen und mit einem Sitz im Reichstag vertreten. Die "weltliche" Bedeutung
des Stiftes zeigt sich auch darin, dass in Essen eigene Münzen geprägt
wurden. Seit dem 14. Jahrhundert war der Eintritt in das Stift Frauen des
allerhöchsten Reichsadels vorbehalten. Die Stiftsfrauen führten
kein abgeschlossenes klösterliches Leben. Wer ins Stift aufgenommen
wurde, legte kein Gelübde ab, sondern entschied sich für eine
Gemeinschaft, die sich zu einem religiösen Lebenswandel verpflichtet
hatte. Hauptaufgaben waren das tägliche gemeinsame Chorgebet und die
regelmäßigen Gebete für die Verstorbenen: Die Frauen -
auch die Äbtissin - konnten das Stift jederzeit wieder verlassen,
um zu ihrer Familie zurückzukehren oder zu heiraten. Auch nach der
Reformation, der sich die Stadt Essen 1563 anschloss, blieb das "Fürstliche
Stifft Essen" katholisch. Als Landesherrin blieb die Äbtissin oberste
Herrin der Stadt. Im Zuge der Säkularisation wurde das Stift Essen
aufgelöst. Die ehrwürdige Stiftskirche wurde zusammen mit der
Anbetungskirche der Pfarre St. Johann übergeben. Sie war nun die Hauptpfarrkirche
der während der Industrialisierung rasch zur Großstadt anwachsenden
Stadt Essen. Die Stiftsgebäude wurden nach und nach abgerissen. Die
Pfarrkirche wurde 1958 zur Dom- bzw. Kathedralkirche des Ruhrbistums erhoben.
Wolfgang Hippe
Alaaf und Helau
Die Geschichte des Karnevals
190 S., zahlr. farb. Abb., Gb.,
€ 7,95
978-3-89861-698-0
Karneval, geliebt oder verachtet,
ist ein Spiegel, der nahezu alle Erscheinungsformen einer Gesellschaft
abbildet. Alaaf und Helau spürt der Geschichte und Verbreitung der
Tollen Tage am Beispiel Kölns nach. Rosenmontag 1946 zogen einige
Hundert kostümierte Menschen durch eine apokalyptische Domstadt. Dieses
Buch ist gleichsam profundes Nachschlagewerk mit zahlreichen Info-Kästen
zu Orten und Worten des Karnevals wie prallvoll mit unterhaltsamen Anekdoten
rund um die Session - und die Alltage dazwischen.
Stephan Sensen / Eckhard Trox
/ Maria Perrefort
Wir sind Preußen
Die preußischen Kerngebiete
in Nordrhein-Westfalen 1609-2009
264 S., zahlr. Abb., Gb., €
19,95
978-3-89861-965-3
Schon seit 1609 gehörten bedeutende
Gewerberegionen auf dem Boden des heutigen Nordrhein-Westfalens zu Brandenburg
und später zu Preußen. Diese Neuerwerbungen im Westen – das
Herzogtum Kleve, die Grafschaften Mark und Ravensberg und seit 1648 auch
das Fürstentum Minden – bildeten den Kern Preußens in Rheinland
und Westfalen. Oft waren gerade diese Gebiete Schrittmacher der Modernisierung
für Preußen insgesamt. Bis heute ist das Bewusstsein vor allem
in den westfälischen Regionen durch die mehr als dreihundertjährige
Zugehörigkeit zu Brandenburg und Preußen geprägt. An vielen
sichtbaren, aber auch versteckten Spuren lässt sich diese besondere
Vergangenheit ablesen. Grund genug für fünf Museen an sechs Standorten
im preußischen Kern Nordrhein-Westfalens, die spannende, aber auch
spannungsreiche Geschichte Preußens in diesem Raum zu erzählen.
Nathalie Piquet
Charbon – Travail forcé - Collaboration
Der nordfranzösische und belgische Bergbau unter
deutscher Besatzung, 1940 bis 1944
374 S., Gb., € 34,95
978-3-8375-0018-9
Wegen ihrer besonderen kriegswirtschaftlichen
Bedeutung stellten die deutschen Besatzer die nordfranzösischen und
belgischen Steinkohlenreviere 1940 unter eine gemeinsame Militärverwaltung.
Die Autorin analysiert in vergleichender
Perspektive, wie sich die Arbeitsverhältnisse und Arbeitsbeziehungen
in diesen Revieren unter dem Einfluss der deutschen Besatzungsmacht sowohl
für die einheimischen Bergarbeiter als auch für die ausländischen
Zwangsarbeiter, die seit 1942 in den Zechenbetrieben eingesetzt wurden,
entwickelten. Es kann gezeigt werden, wie verschiedene nationale und regionale
Erfahrungen und Gegebenheiten in einen unterschiedlichen Besatzungsalltag
mündeten. Die Untersuchung wendet sich damit einem noch wenig bekannten
Kapitel der Zwangsarbeiterforschung zu und überwindet bisher vorherrschende
nationale Perspektiven in der Besatzungsgeschichtsschreibung.
Robert Lünendonk
Auf den Spuren des Gladbachs
und seiner Mühlen
144 S., zahlr. Farbfotos, Gb., € 19,95
978-3-8375-0030-1
Robert Lünendonk, in Mönchengladbach
geboren, hat sich auf die Suche nach der Quelle und dem Verlauf des Gladbachs
gemacht. Im vorliegenden Buch stellt er die Ergebnisse seiner über
ein Jahr dauernden Suche vor: Die Lage der mittlerweile versiegten Gladbachquelle
und den Weg des Gladbachs zur Niers vor der Kanalisierung im 19. und 20.
Jahrhundert. Er beschreibt die Mühlen, die am Gladbach standen und
von denen heute wenig Greifbares übriggeblieben ist. Schließlich
zeigt er den Verlauf des heutigen Gladbachkanals auf, einem Regenwassersammler,
der im Bereich der Innenstadt dem Verlauf des historischen Gladbachs folgt.
Historische und aktuelle Aufnahmen laden zum Vergleichen und Entdecken
ein, der Abgleich von aktueller Stadtkarte und Karten des 19. Jahrhunderts
ermöglicht dem Leser die eigene Suche nach Spuren des Gladbachs.
Bastian Fleermann/Angela Genger (Hg.)
Novemberpogrom 1938 in Düsseldorf
448 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Festeinband, €
22,95
978-3-8375-0085-1
Mit diesem
Band legt die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf erstmals eine
grundlegende Studie zum Novemberpogrom 1938 in Düsseldorf vor. Die
Beiträge behandeln die Zuspitzung der antijüdischen Politik,
die Deportation der polnischen Juden im Oktober 1938, die Ereignisse der
Pogromnacht und ihre politischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen.
Sie klären die Rolle von SS, SA, Gestapo und Gauleitung, fragen nach
dem Erleben der Opfer, die von den Erinnerungen an die Gewalt zeitlebens
nicht mehr losgelassen wurden. Im Blickfeld stehen daher auch persönliche
Zeitzeugenberichte, die das unmenschliche Ausmaß des von den Nazis
inszenierten Pogroms erschließen lassen.
Die Bilanz zeigt sich für
Düsseldorf verheerend: Eine hohe Anzahl von Todesopfern und Schwerverletzten,
Verhaftungen und Deportationen, überall zerstörte Geschäfte,
demolierte Wohnungen und Gotteshäuser – das Resultat von nahezu 500
gezielten Überfällen auf jüdische Menschen oder ihre Häuser
auf dem ganzen Stadtgebiet. Juden wurden enteignet und zur Ausreise gezwungen,
Familien auseinandergerissen und verschleppt. Dies war ein Wendepunkt:
Die Pogromnacht diente als Auftakt zur Vernichtung.
Thomas Parent (Hg.)
Montanrevier /Okreg górniczy
(dt. / poln.)
Bilder aus dem Ruhrgebiet und
aus Oberschlesien
128 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Gb., €
19,95
978-3-89861-961-5
Oberschlesien
und das Ruhrgebiet weisen viele Gemeinsamkeiten auf. Kohle und Stahl prägten
beide Regionen: Zechen und Hochöfen dominieren Arbeiterkolonien und
gründerzeitliche Geschäftsviertel. Repräsentative Verwaltungsbauten,
Villen und Kirchen zeugen vom Ehrgeiz, die gängigen Vorurteile zu
widerlegen, dass Industriegebiete von vornherein unwirtlich und hässlich
wären. Fotos und Ansichtskarten dokumentieren Bauten und Anlagen,
wie sie für mitteleuropäische Montanreviere typisch sind. Dabei
wird deutlich, dass die parallele Entwicklung der Schwerindustrie um 1900
im Westen und Osten des Deutschen Kaiserreichs in einer vergleichbaren
Architektursprache ihren Niederschlag fand. Die bauliche Überlieferung
wird auch in ihrem historischen Zeugniswert interpretiert. Schauplatz von
polnischdeutscher Geschichte war dabei nicht nur Oberschlesien. Auch im
Ruhrgebiet lebten um 1900 ungefähr 450.000 »Ruhrpolen«
mit polnischer Muttersprache.
Michael Köster
50 Jahre Grugahalle 1958-2008
98 Seiten, zahlr. Farbfotos, Großformat, €
12,95
978-3-8375-0049-3
Die Grugahalle
wird 50. Längst ist sie ein Wahrzeichen der Stadt Essen, genau so
wie der Baldeneysee, die Villa Hügel oder das Weltkulturerbe Zeche
Zollverein. Und genau so wie der doppelrädrige Förderturm auf
Zollverein besticht die Grugahalle durch eine markante Optik. In der Form
eines Schmetterlings wurde sie erbaut und am 25. Oktober 1958 eröffnet.
Bill Haley rockte, was das Zeug hielt, die Beatles gaben zwei Blitzkonzerte,
die Rolling Stones füllten an drei Tagen hintereinander die Halle,
die Liveübertragungen vom Rockpalast-Festival machten die Grugahalle
zweimal im Jahr zum Nabel der Rockwelt.
Rund 5 000 Veranstaltungen hat
der Schmetterlingsbau im Laufe von fünf Jahrzehnten erlebt, und die
Liste der Superstars ist ellenlang: Ella Fitzgerald, Liza Minelli, Tina
Turner, David Bowie, Joe Cocker, Elton John, die deutschsprachigen Plattenmillionäre
Udo Jürgens und Peter Alexander, die Startenöre Placido Domingo
und José Carreras, Boxlegende Muhammad Ali, die Tennisgrößen
Björn Borg und Boris Becker – sie und viele andere verliehen der Grugahalle
einen besonderen Glanz. Auch wenn in unmittelbarer Nachbarschaft größere
und modernere Hallen entstanden sind, hat die Grugahalle mit ihrem unverwechselbaren
Charme auch in Zukunft einen festen Platz im Veranstaltungsgeschäft.
Bernhard Schmidt
Moers unterm Hakenkreuz
Zeitzeugenberichte, Erinnerungsarbeit und Beiträge
zur NS-Zeit im Altkreis Moers
850 Seiten, zahlr. Abb., € 39,90
978-3-8375-0004-2
Der Kreis
Moers im Nationalsozialismus: In der protestantisch geprägten Kreisstadt
wählten städtische Mittelschicht und Bauern der „Grafschaft“
zu 60–80 % die Hitlerkoalition. Neukirchen-Vluyn wählte sogar erstmalig
in ganz Preußen einen nationalsozialistischen Bürgermeister.
Lediglich die Arbeiterbezirke in Rheinhausen, Homberg, Kamp- Lintfort oder
Moers-Meerbeck und der katholisch geprägte Norden des Kreises mit
Rheinberg und Xanten zeigten sich gegenüber den Nazis weniger anfällig.
Der Band stellt dar, wie die nationalsozialistische
Gewaltherrschaft das Leben geprägt hat – bis hin zur Architektur als
‚Schauseite’ des Regimes. Anhand von nahezu 600 Dokumenten und zahlreichen
Interview-Ausschnitten verleihen die knapp 20 Autorinnen und Autoren des
Buches insbesondere den Opfern des Nationalsozialismus Gesicht und Stimme:
den Widerstandskämpfern der Arbeiterschaft, einzelnen Kirchenmännern,
den Zeugen Jehovas und einigen der mehr als 20.000 ehemaligen Zwangsarbeiterinnen
und Zwangsarbeiter, die hierher verschleppt worden waren und von denen
über 900 in den KZ-ähnlichen Lagern der Kamp-Lintforter Zeche
Friedrich Heinrich, in den Rheinpreußen-Schächten, bei Krupp
in Rheinhausen oder in der Landwirtschaft den Tod fanden. Demgegenüber
lernten die seit 1994 aus der Ukraine, Polen und den Niederlanden eingeladenen
Überlebenden den Niederrhein ganz anders kennen. Sie berichten von
ihren Erfahrungen während und nach dem erneuten Aufenthalt in Deutschland:
Viele von ihnen konnten dank dieser Besuche nach Jahren endlich Frieden
mit der Vergangenheit schließen und innere Ruhe finden.
Christian Kleinschmidt
Kuriosa der Wirtschafts-, Unternehmens-
und Technikgeschichte
Miniaturen einer "fröhlichen
Wissenschaft"
252 S., Br., € 22,95
978-3-89861-969-1
Die Wirtschafts-,
Technik- und Unternehmensgeschichte gilt als ein eher sprödes und
„trockenes“
Fachgebiet der Geschichtswissenschaft.
Gleichwohl ist aus dem Bereich der Wirtschaft und der
Unternehmen mit Blick auf die Geschichte
immer wieder auch Kurioses, Eigenartiges, trotzdem aber
auch Nachdenkenswertes überliefert.
Aus dem Inhalt:
Ralf Banken: Zahnreinigung durch
Sandstrahlen
Thomas Welskopp: Baden bei Mannesmann
Boris Barth: Leichen, Gase und die
Straßenbeleuchtung von Paris
Margrit Seckelmann: Patentrecht
und Verhütungsmittel
Jan Hesse: Die Spucknäpfe der
Deutschen Post um 1900
Karl-Peter Ellerbrock: Formaldehyd
zur Krabbenkonservierung
Andreas Zilt: Ein "Tiger" für
Japan
Christoph Buchheim: Bier und Krieg
Florian Triebel: Heimito von Doderer
und das Unternehmen Hulesch & Quenzel Ltd.
Ralf Stremmel: Alfred Krupp – Strafmandat
für ein PS
Werner Bührer: Fritz Berg,
Konrad Adenauer und die „Bergfeste“
Horst A. Wessel: Vom preisgekrönten
Eber Berthold, der Zuchtsau Edith und anderen Viechern
Christian Kleinschmidt: Fotographierende
Japaner und die deutsche Kameraindustrie
Dirk Schindelbeck: Die Himmelsschreiber
von Persil
Roman Rossfeld: Die Alpen, der Teufelsstein,
die braune Farbe und die Schweizer Schokolade
Nationalsozialismus in Dinslaken und seine Nachwirkungen
432 Seiten, zahlr. Abb. , € 19,95
978-3-8375-0087-5
Wie überall in Deutschland
veränderte der Nationalsozialismus auch in Dinslaken alle Bereiche
des alltäglichen Lebens tiefgreifend. 70 Jahre nach den Ereignissen
der Reichspogromnacht 1938 setzen sich die Autorinnen und Autoren des Buches
mit unterschiedlichsten Aspekten des Nationalsozialismus in Dinslaken auseinander.
Durch sorgfältige Recherche und Aufarbeitung auch bisher unbekannter
Quellen ist ein vielschichtiges und detailliertes Bild Dinslakens in der
Zeit des Nationalsozialismus entstanden, das auch unbequeme Wahrheiten
aufdeckt und hilft, der Vergangenheit auf die Spur zu kommen.
Aus dem Inhalt:
Sepp Aschenbach
Der Weg der Evangelischen Kirche in Dinslaken in der Zeit von 1933
bis zum Neubeginn nach dem Krieg
Franz Klaus Görtz
Deutschlands Weg von der Arbeitslosigkeit zur Zwangsarbeit
Dieter Oelschlägel
Zwangsarbeit in Dinslaken
Rüdiger Gollnick
Heldengedenken – Mentalitätsstrukturen und Inszenierungen
Jürgen Grafen
„Arisierung“ und „Wiedergutmachung“ in Dinslaken
Adolf Kraßnigg
Das Eigentum der Stiftung „Israelitische Waisenhaus“, Neustraße
43
Anne Prior
Entnazifizierung im Landkreis Dinslaken nach 1945. Politische
Säuberung und juristische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus
Jürgen Grafen
Vom Verdrängen zur Bearbeitung. Zur Aufarbeitung der
NS-Vergangenheit in Dinslaken von 1978 bis 2008
HAL Bothien / Harald Ott
Bonn in de Täsch
Der persönliche Stadtführer
136 Seiten, zahlr. Farbfotos, br., € 9,95
978-3-89861-938-7
Zwei Insider,
geborene und studierte Bonner, haben über die liebenswerte Stadt am
Rhein einen Reiseführer geschrieben. Allerdings stehen nicht so sehr
die bekannten touristischen Highlights im Vordergrund der Darstellung,
sondern Orte und Plätze, regelmäßige Veranstaltungen und
der eine oder andere gastronomische Tipp, die sie guten Gewissens empfehlen
können, ohne allseits Bekanntes zum 100. Mal zu erwähnen (ja,
Beethoven ist hier geboren und es gibt hier ein Beethovenhaus!). Dabei
schimmert unverhohlen Sympathie für ihre Heimatstadt durch, allerdings
wird auch der eine oder andere kritische Hinweis zur Stadtgeschichte oder
-politik nicht unterdrückt. Was die Autoren nicht wollen, ist „Heimatkunde“
romantisierend verklären. Vielmehr wollen sie aus ihrer Sicht der
Dinge dem Leser eine – in welcher Hinsicht auch immer – „bemerkenswerte“
Stadt vorstellen.
Welterbe Zollverein - World
Heritage Site
Geschichte und Gegenwart der
Kokerei und Zeche Zollverein - zweisprachig dt./engl.
190 Seiten, € 17,90
978-3-89861-844-1
Zeche und
Kokerei Zollverein in Essen sind ein einzigartiges Monument der historischen
Baukunst sowie der Montangeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und zugleich
ein neuer Ort für Kunst, Kultur, Design, Bildung, Forschung und Tourismus.
Im Jahr 2001 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen ist die Zeche
Zollverein mit Schacht 12, Schacht 1/2/8 und Kokerei eine von derzeit drei
industriellen Welterbestätten in Deutschland bzw. von 41 technik-
und industriehistorischen Welterbestätten weltweit.
Um die große Bedeutung des
Denkmals zu ermessen, erscheint es sinnvoll, einmal zurückzublicken
und den thematischen Bogen zu spannen von den Anfängen Zollvereins
mit den ersten Abteufarbeiten im Jahre 1847, über den Auf- und Niedergang
im Kontext der Industriegeschichte zwischen Emscher und Ruhr, die Entwicklung
der Siedlungen und Stadtteile, die Schließung der Zeche 1986 bzw.
der Kokerei 1993 bis hin zum heutigen „Erhalt durch neue Nutzungen“. Ebenso
lohnt sich der Blick auf den gelungenen und beispielgebenden Transformationsprozess
von der einst modernsten und größten kohlefördernden und
-verarbeitenden Anlage Europas über die ersten denkmalpflegerischen
Anstrengungen zur Bewahrung der Industrieanlagen vor dem Abriss bis hin
zur Eintragung als Denkmal und zur Würdigung durch die UNESCO.
Axel Schäfer / Norbert Konegen / Hans H. Hanke
Bochum entdecken
20 Stadtteilrundgänge durch Geschichte und Gegenwart
280 Seiten, zahlr. Abb., € 18,00
978-3-89861-735-2
Bochum ist
mehr als Fußball, Ruhr-Universität, Schauspielhaus, Bergbau-Museum
und Bermuda-Dreieck. Der Stadtführer von Norbert Konegen und Hans
H. Hanke macht mit der Geschichte und dem Leben der Stadt auch abseits
der bekannten Sehenswürdigkeiten und großen Ereignisse vertraut.
Stadtgeschichte wird bis zur Gegenwart lebendig und nachvollziehbar, weil
politische, soziale und kulturelle Entwicklungen immer auch aus der Perspektive
der „kleinen Leute“ als „Geschichte von unten“ geschildert werden.
Das Buch dient auswärtigen
Besuchern als Orientierungshilfe für anregende Erkundungsreisen und
bietet auch den Bochumern die Chance, ihre Stadtteile auf eigenen Füßen
und mit anderen Augen neu zu entdecken. Gut strukturiert, mit Stadtplan,
Zeitangaben über die Dauer der Spaziergänge und informativen
Themenkästen lassen sich die einzelnen Rundgänge genau planen.
Die historischen Photos und Zeichnungen, mit denen das Buch illustriert
ist, ermöglichen es zudem, direkt zwischen dem Gestern und Heute zu
vergleichen.
Olaf Schmidt-Rutsch / Ingrid Telsemeyer
Die Radbod-Katastrophe
Berichte und Zeichnungen des Einfahrers Moritz Wilhelm
Westfälisches Industriemuseum: Quellen und Studien, Band 17
144 Seiten, zahlr. Abb. , € 13,90
978-3-8375-0032-5
In der Nacht
vom 12. November 1908 forderte eine Schlagwetterexplosion auf der Zeche
Radbod bei Hamm 350 Tote. Bei den Aufräum- und Bergungsarbeiten schrieb
der Königliche Einfahrer Moritz Wilhelm seine Feststellungen zu den
Ursachen der Katastrophe auf und ergänzte sie mit Zeichnungen zur
Fundsituation der in der Zeche geborgenen Toten. 100 Jahre nach dem bis
dahin folgenschwersten Grubenunglück des Ruhrbergbaus werden die Berichte
und Zeichnungen erstmals veröffentlicht. Die beiliegende CD erschließt
die einzigartige Quelle interaktiv, ergänzt durch Übersichtskarten
des Bergwerks und eine vollständige Opferliste.
Ralf Blank
Hagen im Zweiten Weltkrieg
Bombenkrieg, Kriegsalltag und Rüstung in einer westfälischen
Großstadt 1939 - 1945
456 S., zahlreiche Abb., Br., € 24,90
978-3-8375-0009-7
Der alliierte Bombenkrieg gegen
das Deutsche Reich 1939–1945 traf besonders auch das damals im In- und
Ausland als „Waffenschmiede des Reiches“ angesehene Ruhrgebiet. Mit einer
Bevölkerung von rund 150.000 Einwohnern gehörte das im Südosten
dieser Region liegende Hagen zu den kleineren Großstädten im
Reich. Durch die als besonders kriegswichtig eingestufte Produktion von
Batterien für U-Boote, Torpedos, Flugzeuge und Raketen in der Accumulatoren
Fabrik AG Berlin-Hagen, Kernstück der Unternehmensgruppe des damaligen
Wehrwirtschaftsführers Günther Quandt, sowie mehreren für
die Luftrüstung und den Bau von Kampfpanzern bedeutenden Zulieferbetrieben
zählte Hagen zu den führenden Rüstungszentren im Rheinisch-Westfälischen
Industriegebiet. Doch erst relativ spät, das Resultat einer Fehleinschätzung
der alliierten Zielplaner, kam es im Herbst 1943 zum ersten schweren Luftangriff
auf die Stadt. Mehr als 2.000 Menschen verloren bei den zahlreichen Bombardierungen
ihr Leben, im Frühjahr 1945 lag die Hagener Innenstadt mit ihren angrenzenden
Stadtvierteln in Schutt und Asche.
Das Buch untersucht die Geschichte
der Stadt Hagen im Zweiten Weltkrieg und an der ‚Heimatfront’. Der inhaltliche
Bogen spannt sich von der nationalsozialistischen Herrschaft, die Verwaltung
und Kommunalpolitik über den Kriegsalltag der Bevölkerung und
die Bedeutung der örtlichen Rüstungsproduktion bis hin zu den
alliierten Luftangriffen und die Eroberung der Stadt durch US-amerikanische
Bodentruppen im April 1945. Ausgewählte und kommentierte zeitgenössische
Aufzeichnungen und amtliche Quellen zeichnen das Bild einer Zusammenbruchsgesellschaft
"unter Bomben" und den NS-Terror in einer allmählich in Trümmern
versinkenden Großstadt nach. Zusätzlich beleuchten zahlreiche
Fotografien und die über die Grenzen der Stadt reichende Ereignisgeschichte
den Verlauf des vor 70 Jahren aus gebrochenen Zweiten Weltkriegs in Westfalen.
Das Buch geht ebenfalls der Frage nach, wie in Hagen bis in die Gegenwart
mit der nationalsozialistischen Vergangenheit sowie mit der Erinnerung
und dem Gedenken an die Zerstörungen und Opfer des Zweiten Weltkriegs
umgegangen wird.
Walter E. Gantenberg
Auf alten Kohlenwegen
Band 2
354 Seiten, zahlr. Abb., Karte, broschiert, €
19,95
978-3-8375-0066-0
Das Buch lädt dazu ein, die
reiche Bergbau- und Siedlungsgeschichte des Hattinger Raumes unter die
eigenen Füße zu nehmen und den Spuren der historischen Entwicklung
zu folgen. Die vorgestellten „Kohlenwege“ rund um den Welperberg verlaufen
auf den Trassen der ehemaligen Kohlentransportstrecken. Der Wander- und
Geschichtsführer erläutert die geologischen Grundlagen des Bergbaus
und erschließt die Geschichte des Steinkohle- und Eisenerz-Bergbaus
im Raum Welper, Blankenstein und Holthausen. Zusätzlich erklärt
ein Bergbauwörterbuch verwendete Fachbegriffe.
Julia Damm
Diagnose: Menschlichkeit
Das St. Marienhospital in Mülheim an der Ruhr
144 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 10,00
978-3-89861-984-4
Krankenhäuser sind für
die meisten Menschen fremde Orte. Anonyme, undurchschaubare Einrichtungen,
die nur in Ausnahmesituationen Teil ihres Lebens werden. Den Geschichten
und Gesichtern hinter der Institution Krankenhaus spüren Julia Damm
und Christoph Kniel im Mülheimer St. Marien-Hospital nach. Hinter
der Klinik-Fassade finden sie Menschen, deren Lebensalltag mit dem Haus
verbunden ist. Sie zeigen deren ganz persönlichen Blick auf das Hospital
– zwischen High-Tech-Medizin und Gesundheitsreform, Krankheitsgeschichten
und Gesundwerden.
Brückenschläge
Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets
und
Institut für soziale Bewegungen
84 S., zahlr. farb. Abb., Br., €
12,95
978-3-8375-0093-6
Im Mittelpunkt dieser Dokumentation
stehen die Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets und das Institut für
soziale Bewegungen, die sich mit dem Haus der Geschichte des Ruhrgebiets
ein gemeinsames Domizil in Bochum teilen. Beleuchtet werden neben den Forschungsaktivitäten
und Serviceangeboten beider Einrichtungen auch ihre Gründungsprozesse
und Entwicklungslinien. Gezeigt wird in diesem Zusammenhang, dass mit dem
Brückenschlag zwischen Stiftung und Institut eine Konstruktion geschaffen
wurde, die ein bislang ungewöhnliches Kapitel der deutschen Wissenschaftslandschaft
darstellt, die zugleich aber auch beispielhaft für den strukturellen
Wandel des Ruhrgebiets steht.
Almuth Leh / Hans-Joachim Dietz
Im Dienst der Natur
Biographisches Lese- und Handbuch
zur Naturschutzgeschichte in Nordrhein-Westfalen
272 S., zahlr. Abb., Br., € 29,95
978-3-8375-0016-5
Das biographische Lese- und Handbuch
gibt Lebensdaten und Lebensläufe der Naturschutzbeauftragten wieder,
die im Gebiet des heutigen Landes Nordrhein-Westfalen tätig waren.
Es basiert auf Literatur- und Archivrecherchen, bezieht aber auch Zeitzeugeninterviews
mit ein. Die Autoren beschreiben die Organisation und Geschichte des ehrenamtlichen
und staatlichen Naturschutzes von der Gründung der ersten Komitees
für Naturdenkmalpflege in den preußischen Provinzen und den
Naturschutz im Fürstentum und späteren Freistaat Lippe vom Beginn
des letzten Jahrhunderts an. Verfolgt wird die Entwicklung über die
Bestellung der Naturschutz-beauftragten nach dem Reichsnaturschutzgesetz
bis zu deren Ablösung durch das nordrhein-westfälische Landschaftsgesetz
im Jahr 1975. Im Zentrum stehen dabei die Naturschutzbeauftragten als wichtige
Akteure des staatlichen Naturschutzes, deren Leben und Handeln in 358 Kurzbiographien,
12 biographischen Porträts und rund 100 Fotos präsentiert wird.
Olaf Zimmermann / Gabriele Schulz
Zukunft Kulturwirtschaft
Zwischen Künstlertum und
Kreativwirtschaft
268 S., Br., € 22,95
978-3-89861-939-4
Konzentrierte sich die Kulturpolitik
in der Vergangenheit vor allem auf den öffentlichen Kulturbetrieb,
so rückt gegenwärtig die Kulturwirtschaft in das Rampenlicht.
Der Band bietet einen Überblick zu den Feldern der Kulturwirtschaft
in Deutschland und erläutert die spezifischen Herausforderungen in
einzelnen Sparten. Besonders prägnante Branchen werden exemplarisch
vorstellt und die Rahmenbedingungen zur Gestaltung der Kulturwirtschaft
erörtert. Das wichtigstes Anliegen des Buches ist, die Bedeutung der
Künstler in der und für die Kulturwirtschaft herauszustellen.
Die Autoren befassen sich sowohl mit der Wertschöpfungskette in der
Kulturwirtschaft - von der künstlerischen Idee bis hin zum Produkt
auf dem Ladentisch -, wie auch mit den Wechselwirkungen zwischen Kulturwirtschaft,
öffentlichem Kulturbetrieb und Drittem Sektor. Kulturwirtschaft, öffentlicher
Kulturbetrieb und Vereine und Stiftungen im Dritten Sektor prägen
zusammen das kulturelle Leben.
Das
grosse Fussball-Lesebuch:
Uwe Baumann / Dittmar Dahlmann
Kopfball, Einwurf, Nachspielzeit
Gespräche und Beiträge zu Aktualität und Geschichte
des Fußballs
500 Seiten, € 29,95
978-3-8375-0027-1
Uwe Baumann und Dittmar Dahlmann
spüren in dem von ihnen herausgegebenen Fußball- Lesebuch der
besonderen Faszination nach, die Fußball aus unterschiedlichsten
Gründen ausübt.
Neben Beiträgen von Wissenschaftlern
und Journalisten vor allem zu geschichtlichen Aspekten des Fußballs
steuern auch viele Praktiker der Fußballwelt ihre Erfahrungen und
Standpunkte mit. Dies sind unter anderen: Wolfgang Overath, Dietmar
Schott, Marcel Reif, Markus Happe, Carsten Ramelow, Thomas Schaaf, Erich
Rutemöller, Michael Skibbe, Klaus Allofs, Wolfgang Schäuble,
Ingo Wolf, Otto Addo, Steffi Jones, Jens Nowotny, Peter Ducke.
Aus dem Inhalt:
- Der Ursprung des Spiels mit dem runden Leder
- „Neue Männer braucht das Land“: Die
Anfänge des Fußballs in Deutschland (und England)
- Fußball unterm Hakenkreuz
- Spundflasche, Miller, Rudzki, Turek, Morlock,
die Walters, die Liebrichs: Vertragsspieler im Nachkriegsdeutschland
- Fútbol-Pasión in Spanien
- Faszination Fußball in der Provinz
- Fußball als Therapie: Der Fußballsport
im modernen englischen Roman
- Tore, Punkte, Meisterschaft: Die Bundesliga-Konferenzschaltung
im ARD-Radio
- Sozialpädagogische Fan-Projekte: Blick
auf eine Erfolgsgeschichte
- Geschichte des Spickzettels von Jens Lehmann:
DFB-WM-Scouting der Deutschen Sporthochschule Köln
- Zidane contra Materazzi – die deutsche Fußball-WM
2006 aus italienischer Sicht
- Sommermärchen Frankreich: Vorspiele,
Endspiele, Nachspiele
- Sommermärchen Schweiz: Fußball,
Krieg und Nachbarschaft
Dietmar Schott
Ich danke Sie!
Der Fußballer Willi "Ente" Lippens
206 Seiten, zahlr. Abb., gebunden, €
16,95
978-3-89861-978-3
Der Holläder mit dem Watschelgang,
der ihm den Beinamen „Ente“ einbrachte, spielte zwischen 1966 und 1976
bei Rot-Weiss Essen an der und schoss in 242 Spielen 92 Tore für seinen
Verein. Unvergessen ist der Dialog 1965 beim Spiel in Herne, als der Schiedsrichter
zu ihm sagte: „Ich verwarne Ihnen“ und Lippens antwortete: „Ich danke Sie“.
Auf diesen Ausspruch folgte die rote Karte.
Eleonore Sent
Ich mußte einfach schreiben, unbedingt ...
Elfriede Brüning - Briefwechsel
mit Zeitgenossen 1930-2007
462 S., Br., € 34,95
978-3-89861-846-5
Elfriede Brüning war eine
DDR-Autorin mit hohen Buchauflagen und einer großen Leserresonanz.
Sie wurde 1910 als Tochter eines Tischlermeisters in Berlin geboren und
fand schon sehr früh zur Literatur und zum eigenen Schreiben.
1932 wurde Elfriede Brüning
Mitglied des "Bundes proletarisch revolutionärer Schriftsteller" (BPRS).Während
der Zeit des NS arbeitete sie illegal für den BPRS und wurde Ende
1935 wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" verhaftet.
Nach 1945 wurde Elfriede Brüning
Mitglied der SED und arbeitete in der SBZ zunächst journalistisch
für die Zentralverwaltung für Umsiedler und verschiedene Zeitschriften
sowie redaktionell für den vom Kulturbund herausgegebenen "Sonntag".
Seit 1950 lebt Elfriede Brüning als freischaffende Schriftstellerin
in Berlin.
Die Auswahl aus den von 1930 bis
2003 geführten Korrespondenzen zeigt die Autorin im Austausch mit
(befreundeten) Schriftstellern, literarischen Mentoren, Kritikern, Verlegern
und Lektoren.
Wichtige, immer wieder aufgegriffene
Themen sind u. a. Möglichkeiten des Schreibens in der NS-Zeit, Literatur
im Exil und in der "inneren Emigration"; Widerstand und Terror in Nationalsozialismus
und Kommunismus; die Arbeit des BPRS in der Illegalität nach 1933,
DDR-Literatur und Zensur, Diskussionen um den ästhetischen Anspruch
von Unterhaltungsliteratur.
Polizeiruf 110
La Paloma
DVD, ca. 87 Min, €
8,50
978-3-8375-0069-1
„La Paloma“ ist ein ziemlich vertrackter
Fall: Erst verhindert das „Polizeiruf 110“-Team bestehend aus Siggi Möller
und Kalle Küppers mitten in der Nacht ein schweres Zugunglück.
Dann fällt Hansi vom Himmel und die beiden Landpoliz