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NEUERSCHEINUNGEN  / Berlin-Non-Books  / Dresden-Non-Books

Detlef Bald (Hrsg.), Jakob Knab (Hrsg.)
"Die Stärkeren im Geiste"
Zum christlichen Widerstand der "Weißen Rose"
230 Seiten, € 19,95
978-3-8375-0660-0
Der Widerstand der Weißen Rose ist einzigartig. Er weist auf die politischen Grundwerte wie die Würde des Menschen, die umfassenden Freiheitsrechte sowie auf dei Grundsätze des demokratischen Rechtsstaates. Die Weiße Rose war die einzige Gruppe im Widerstand, die die unwürdigen Pogrome und die Vernichtung der Juden anklagte. Ihre Beweggründe waren in einer tiefen christlichen Gläubigkeit verankert. Schon in den Flugblättern stellte sie das NS-Regime als "das Böse" an den Pranger. Sie wollte das deutsche Volk wach rütteln. Die Weiße Rose überwand konfessionelle Grenzen, um sich für eine gute Ordnung einzusetzen. Im Vertrauen auf diese innere Kraft gewann sie den Glanz, der bis heute Zeichen setzt, Zeichen der Hoffnung. Das Buch folgt diesen Spuren.

Volkhard Knigge (Hrsg.), Rikola-Gunnar Lüttgenau (Hrsg.), Jens-Christian Wagner (Hrsg.)
Zwangsarbeit
Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg
264 Seiten, zahlr. Abb., € 19,95
978-3-8375-0706-5
Der reich illustrierte Band erzählt erstmals die gesamte Geschichte der NS-Zwangsarbiet und ihrer Folgen nach 1945. Zwangsarbeit, so die zentrale Aussage, war ein Massenphänomen: 20 Millionen Menschen mussten während des Zweiten Weltkrieges in fast ganz Europa Zwangsarbeit für das nationalsozialistische Deutschland leisten. Und das Buch verdeutlicht, wie die Zwangsarbeit von Beginn an Teil der rassistischen Gesellschaftsordnung des NS-Staates wurde: Die propagierte "Volksgemeinschaft" und die Zwangsarbeit der Ausgeschlossenen – beides gehörte zusammen. Der Band präsentiert zahlreiche bislang unbekannte historische Fotos und Dokumente. Ergänzende systematisierende wissenschaftliche Beiträge namhafter Autoren wie Dieter Pohl, Dietmar Süß und Constantin Goschler bieten einen vertiefenden Einblick in die Forschung zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit.

Priamus, Heinz-Jürgen
Meyer
Zwischen Kaisertreue und NS-Täterschaft
Biographische Konturen eines deutschen Bürgers
526 S., Gb., € 39,95
978-3-8375-0592-4
Alfred Meyer zählte zu den Multifunktionären der NSDAP aus der zweiten bzw. dritten Reihe der Parteigrößen. Er war gleichzeitig Gauleiter, Reichsstatthalter, Oberpräsident und stellvertretender Reichsostminister. Als solcher nahm er an der berüchtigten Wannsee-Konferenz vom Januar 1942 teil und war mitverantwortlich für die Ermordung von sechs Millionen Juden in Europa. Und doch blieb Meyer ein weitgehend Unbekannter – in der Fachwelt, erst recht aber in der breiten Öffentlichkeit. Ist dies allein auf die Tatsache zurückzuführen, dass er seinem Leben selbst ein Ende setzte und damit einer Bestrafung durch das Internationale Militärtribunal in Nürnberg entging, welches ihn sicherlich wie seinen unmittelbaren Vorgesetzten, den Reichsostminister und »Parteiideologen« Alfred Rosenberg zum Tode durch den Strang verurteilt hätte? Oder schien Meyer, der erst 1941 auf der Reichsebene erschien, weniger wichtig als andere gleichfalls nachgeordnete NS-Funktionäre wie etwa Albert Speer, »Hitlers Architekt«, später dann »Reichsminister für Bewaffnung und Munition«, Baldur von Schirach, »Reichsjugendführer«, Roland Freisler, Präsident des sog. Volksgerichtshofes, oder Ernst Röhm, langjähriger SA-Führer? War er, der er den urdeutschen Namen Meyer trug, als Person einfach zu langweilig, langweiliger als der Chef der Parteikanzlei Martin Bormann, langweiliger als der »Organisator des Holocaust« Adolf Eichmann, langweiliger als der Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz Rudolf Höß oder langweiliger als der KZ-Arzt Josef Mengele, um das Interesse der Öffentlichkeit und der Historiker zu wecken? Ist das fehlende Interesse an Alfred Meyer darauf zurückzuführen, dass schon seit den frühen 1950er Jahren das »Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete« als überflüssiges Ministerium mit kaum vorhandenen Kompetenzen abgestempelt wurde? Heinz-Jürgen Priamus zeichnet die biographischen Konturen jenes Mannes nach, dessen Lebensweg als wohlhabender, konservativer und kaisertreuer Bürgersohn begann und als nationalsozialistischer Verwaltungsmassenmörder und Menschheitsverbrecher endete.

Weinrich
Der Weltkrieg als Erzieher
Jugend zwischen Weimarer Republik und Nationalsozialismus
320 S., Gb., € 29,95
978-3-8375-0644-0
Die Verarbeitung der Kriegsfolgen stellte für Deutschland eine große Herausforderung dar. Die Niederlage und vor allem die harten Bedingungen der Versailler Friedensverträge führten den massiven Kriegseinsatz der Bevölkerung ad absurdum und ließen die erbrachten Opfer als sinnlos erscheinen. Hier liegen die Wurzeln für die problematische „Kultur der Niederlage“, welche die junge Weimarer Republik nachhaltig belastete und zu einer permanenten Politisierung des „Kriegserlebnisses“ führte. Kaum ein Themenkomplex provozierte leidenschaftlichere Kontroversen als das „Erbe der Front“. Arndt Weinrich zeichnet in seinem Buch die Konjunkturen der multiplen Formen der Rezeption und Instumentalisierung des Ersten Weltkrieges in den Jugendverbänden der Zwischenkriegszeit nach: in der bürgerlichen Jugendbewegung, der katholischen Jugend und im Jungbanner. Die Gedenkkultur der Hitler-Jugend steht im Mittelpunkt der Untersuchung. Hier zeigt sich die Doppelfunktion des Kultes um die Gefallenen des Großen Krieges. Einerseits zielte das HJ-Weltkriegsgedenken auf die mentale Mobilmachung und Kriegserziehung der Jugend, andererseits diente es der Befriedung eines in der unmittelbaren Nachkriegszeit noch geschürten Generationenkonfliktes mit den „Frontsoldaten“.

Bastian Blachut
"Arisierung" als Geschäftsprinzip?
Die Monopolisierung des deutschen Entzinnungsmarktes
zwischen 1933 und 1939 durch die Th. Goldschmidt AG in Essen
144 Seiten, Abb.,  € 22,95
978-3-8375-0666-2
Die Th. Goldschmidt AG aus Essen hatte sich bis zum Ersten Weltkrieg zum Weltmarktführer bei der industriellen Entzinnung von Weißblechen entwickelt. Nach dem Kriegsende und den kriegsbedingten Liquidationen ihrer Auslandsdepandancen stürzte das Entzinnungsgeschäft der Th. Goldschmidt AG in eine Krise. Erst nach der Weltwirtschaftskrise und zahlreichen Konkursen nationaler und internationaler Konkurrenten beruhigte sich die Lage ansatzweise. In dieser Situation rückte die Monopolisierung des deutschen Marktes als Konsolidierungsoption für den Essener Konzern in den Bereich des Möglichen. Unter den verbliebenen Konkurrenten waren auch jüdische Unternehmen – mit der Monopolisierung des Marktes wurde die Th. Goldschmidt AG schließlich zum ‚Arisierer’. Das Buch zeichnet die Entwicklungstendenzen des Entzinnungsgewerbes ab 1880 nach und widmet sich ausführlich der Monopolisierung des deutschen Marktes zwischen 1933 und 1939. Bastian Blachut kommt dank einer sehr guten Quellenlage zu überraschenden Ergebnissen, die den Eindruck der Vielseitigkeit des Komplexes aus jüngeren Forschungsarbeiten untermauern: In ihrem Gesamtbild stellen sich ‚Arisierungen’ in ihrer Motivlage und in ihren Abläufen äußerst disparat dar und erfordern intensive Einzeluntersuchungen, um eine Bewertung der Akteure zu erlauben.


Vollmer-Neumann
Bürokratische Bewältigung
512 S., Gb., € 34,90
978-3-8375-0395-1
Nach 1945 waren die überlebenden NS-Verfolgten auf Versorgungshilfen angewiesen. Auf ihre Forderungen nach einer Wiedergutmachung des an ihnen verübten Unrechts und der entstandenen Schäden musste von deutscher Seite reagiert werden. Aus dem politischen, moralischen, sozialen und rechtlichen Auftrag wurde vor allem ein bürokratischer: Behörden wurden mit der Umsetzung der Entschädigung und der Auseinandersetzung mit den Ansprüchen der Verfolgten betraut. Mangels gesellschaftlicher Bereitschaft zur Beschäftigung mit der NS-Verfolgung war diese Praxis der Entschädigung ein gewichtiger Aspekt der deutschen „Vergangenheitsbewältigung“ der 1950er und 1960er Jahre. Vor die Schreibtische der Sachbearbeiter traten Antragsteller, die nach schwerster Schädigung und Traumatisierung neben Entschädigungszahlungen Verständnis und Gerechtigkeit erwarteten. Hinter den Schreibtischen saßen Verwaltungsmitarbeiter, die innerhalb enger rechtlicher und finanzieller Spielräume möglichst schnell und reibungslos über deren Anträge befinden sollten. Am nordrhein-westfälischen Regionalbeispiel wird dieser konfrontative Prozess – die „bürokratische Bewältigung“ der nationalsozialistischen Unrechtsmaßnahmen – dargestellt, quantitativ analysiert und bewertet.

Klemp, Stefan
Nicht ermittelt
Polizeibataillone und die Nachkriegsjustiz.
Ein Handbuch
604 S., Gb., € 39,95
978-3-8375-0663-1
Stefan Klemp legt eine aktualisierte und überarbeitete Neuauflage des Handbuchs der Polizeibataillone vor. Die Studie ist das Ergebnis einer imposanten Rechercheleistung innerhalb eines Langzeit-Forschungsprojekts. Die Neuauflage zeichnet ein noch genaueres Profil der Ordnungspolizei während des Dritten Reiches und vervollständigt das Wissen über Polizeibataillone. Mit detektivischem Spürsinn hat Stefan Klemp Ermittlungsverfahren ausgewertet und dabei erhebliche Versäumnisse der Ermittler aufgedeckt.

Bettina Joergens (Hrsg.), Stadtarchiv Düsseldorf (Hrsg.)
Jüdische Genealogie im Archiv, in der Forschung und digital
280 S., Br., 27,95 €
978-3-8375-0696-9
Jüdische Genealogie und Familiengeschichte(n) sind von großem Interesse sowohl für die historische Wissenschaft als auch für die private Familienforschung. In keinem Fall sind sie ohne den Holocaust und das Erinnern an dessen Opfer zu denken - sei es, weil nur wenige überlebten und berichten können und konnten, oder sei es im Hinblick auf die komplexe Quellenlage. Die in diesem Band enthaltenen Beiträge spannen den Bogen von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart bzw. von der Quellen- und Archivkunde bis hin zur Oral History. Sie diskutieren die Bedeutung von Familie und Genealogie in der jüdischen Kultur sowie die Frage nach der Kultur des Gedenkens und der Geschichtsdidaktik zum Holocaust im 21. Jahrhundert.

Avram
Klangbrücke zwischen den Kulturen
Alte jüdische, christliche und islamische Gesänge.
Klassik – Jazz – Orient – Klezmer
CD, 65 Minuten, inkl. Booklet, € 14,95
978-3-8375-0648-8
Die Musik des Ensembles Avram ergreift von Anfang an. Sich auf Abraham/Avram als gemeinsamen Urvater aller drei Religionen berufend, geben die Musiker dem gemeinsamen Geist dieser Religionen Ausdruck. Von Musikstück zu Musikstück wird deutlicher, welcher Reichtum in der Musik der Religionen des Judentums, des Christentums und des Islam über die Jahrhunderte gewachsen ist und wie fruchtbar die Zeiten für die Menschen waren, in denen sich die Musiktraditionen berührten und wechselseitig beeinflussten. Die Musik des Ensembles Avram ist entstanden in einem Prozess der Annäherung an das gemeinsame Thema und das gemeinsame Vorhaben: Einen Beitrag zu leisten dafür, das Gemeinsame und das Schöne in den Religionen Abrahams in den Vordergrund zu stellen und sich immer wieder einzulassen auf die Unterschiede, die die Traditionen herausgebildet haben. Die unterschiedliche Herkunft der Musiker und Musik aus den Bereichen der Klassik, des Jazz oder der Weltmusik sorgt für die erforderliche Reibung, um die Spannung zu erzeugen, die erforderlich ist, Funken zu erzeugen und überspringen zu lassen auf die Hörer und Hörerinnen.

Manfred Rasch / Astrid Dörnemann
Filmarchivierung
Sammeln – Sichern – Sichten – Sehen
320 Seiten, Br., € 29,95
978-3-8375-0096-7
Mit der Sicherung und Langzeitarchivierung, Bewertung und Präsentation von Filmschätzen beschäftigt sich diese Publikation. Die Resultate von vier öffentlichen Fachtagungen, die der Arbeitskreis Filmarchivierung NRW zwischen 2007 und 2010 durchführte, werden in diesem Buch zusammengefasst. Der Arbeitskreis legt damit erstmals eine umfassende Veröffentlichung zu diesem Themenspektrum vor. Im Arbeitskreis Filmarchivierung NRW engagieren sich seit zwanzig Jahren Vertreter verschiedener Archivsparten für die bewegten Bilder - seien sie mit und ohne Ton, in Schwarz-Weiß oder Farbe, auf analogen aber auch digitalen Trägern - als einem bedeutenden Teil des kulturellen Erbes dieses Landes. 

Die Geschichte der Schere
Herausgegeben von LVR-Industriemuseum
162 S., farb. Abb., Gb., € 29,00
978-3-8375-0250-3
Die Geschichte der Schere wird von Hanns-Ulrich Haedeke ausführlich und reich bebildert dargestellt, von den Ursprüngen der Bügelscheren in der Frühzeit bis ins Mittelalter und die Geschichte der Gelenkschere von der Antike bis in die Neuzeit hinein. Im zweiten Teil geht Jochem Putsch auf die Fertigung der Schere ein, von der handwerklichen Einzelstückanfertigung bis zur Massenproduktion. In einem dritten Teil behandelt Ernst-Wilhelm Niegeloh die moderne Scherenfertigung im Kaltumformverfahren. 

Bauten und Anlagen der 1960er und 1970er Jahre
– ein ungeliebtes Erbe?
Hrsg. Michael Hecker und Ulrich Krings
144 Seiten, Gb., € 19,95
978-3-8375-0679-2
Die 1960er und 1970er Jahre können im Rückblick als „große Jahrzehnte“ des öffentlichen wie des privaten Wohnungsbaus, des Sakralbaus und des öffentlichen Verwaltungs- und Kulturbaus in Deutschland bezeichnet werden. Dieser Zeitraum markiert für beide deutsche Staaten eine entscheidende Umbruch- und Neuorientierungsphase, gekennzeichnet durch ein intensives Beziehungsgeflecht von Mensch und Technik, gravierender politischer und gesellschaftlicher Veränderungen, sowie technischer und wissenschaftlicher Neuerungen. Die zeitgenössische Architekturproduktion blieb von diesen Entwicklungen nicht unberührt. Es entstanden an vielen Orten herausragende bauliche Zeugnisse einer auch international an Bedeutung gewinnenden neuen Architektengeneration. Sie prägen bis heute das jeweilige Stadtbild entscheidend mit und erhielten zum Teil sogar internationale Anerkennung. Mittlerweile sind die Bauten der zweiten Nachkriegsmoderne in die Jahre gekommen: Mangelnde Baupflege, konstruktive Mängel, veränderte energetische Standards, aber auch demographische und sozioökonomische Entwicklungen setzen dem baukulturellen Erbe erheblich zu. Bei den sogenannten Großstrukturen wie den zahlreichen Siedlungen und Trabantenstädten fehlt heute oft die Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit, die oftmals noch überlagert wird von sozialen Problemstellungen. In Zeiten leerer Kassen besteht die Gefahr der Entstellung durch stark verändernde Sanierungen der Bausubstanz bis hin zu gänzlichem Verlust durch Abbruch und Ersatz. Gerade auch die demographischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte bedeuten für die zahlreichen, oft herausragenden Kultur-, Sakral- und Schul/Hochschulbauten jener Epoche eine existenzielle Gefahr. Aber auch private Bauträger sind beispielsweise durch veränderte energetische Standards mit notwendigen und kostspieligen Sanierungsanforderungen an ihren Immobilien konfrontiert. Wie stark ist der historische Quellenwert eines Denkmals mit seiner „Orginalsubstanz“ verbunden, und wie „lebendig“, d.h. wie veränderungsfähig darf ein Denkmal letztendlich sein? Gibt es gar ein „Recht auf Veränderung“ - oder haben für die Zeugnisse der hier interessierenden Epoche die gleichen Regeln denkmalpflegerischen Umgangs mit ihrer Substanz zu gelten wie für die baulichen Zeugnisse aus früheren Epochen? Welche Auswahl-Kriterien gibt es angesichts der Fülle des seinerzeit „Produzierten“? Wo sollten die Schwerpunkte der Forschung liegen?
Umspannstationen als historische Gebäude:


Von Turm zu Turm
96 S., Br., € 9,95
978-3-8375-0637-2
Seit mehr als hundert Jahren prägen Turmstationen unsere Landschaft. Sie sind für uns so selbstverständlich geworden, dass wir sie bewusst kaum noch wahrnehmen. Das liegt vor allem an der Architektur der Gebäude, die dem jeweils typischen regionalen Erscheinungsbild angepasst wurde. Heute braucht man für das Umspannen von Strom viel weniger Platz und die Türme werden nicht länger als Transformatorenstation benötigt. Hier beginnt die wunderbare Geschichte engagierter Bürger, die „ihren“ Turm nicht dem Abriss oder Verfall preisgegeben, sondern mit viel Phantasie einer neuen Nutzung zugeführt haben.
Dieses Büchlein stellt eine Auswahl von Türmen und deren neue Besitzer vor. 

Perlen aus Glas
Farbige Geschichten
Sammlung Torben Sode
104 S., Gb., € 12,80
978-3-8375-0669-3
Die Ausstellung lädt die Besucher in eine Schatzkammer mit Glasperlen aus der ganzen Welt ein. Sie erzählt überraschende Geschichten von dem Gebrauch und der Bedeutung von Glasperlen in verschiedenen Kulturen: Geschichten von Wikingerperlen, die von Taschkent im Kaukasus ins wikingische Aros, das heutige Arhus reisten, über edle venezianische Perlen aus dem 19. Jahrhundert, Perlen aus dem Regenwald Borneos, bis hin zu Perlen, die die grönländische Nationaltracht zieren und von europäischen Fischern dorthin gebracht wurden. Die Ausstelllung besteht in wesentlichen Teilen aus der Sammlung des dänischen Kurators Torben Sode. Er ist ausgewiesener Experte auf dem Gebiet historischer Perlen und publizierte mehrere Studien zu diesem Thema. Seine Sammlung umfasst Objekte von der Antike bis zur Gegenwart und ist bereits mehrfach international ausgestellt worden.

Henning Noske
Journalismus: Was man wissen und können muss
Ein Lese- und Lernbuch
200 Seiten, € 19,95
978-3-8375-0585-6
Journalismus. Das ist: recherchieren, schreiben, präsentieren. Doch wie geht das? Wie macht man es richtig? Dieses Buch führt in das journalistische Handwerk ein. Seine hohe Praxisorientierung mit vielen Tipps und Arbeitsbeispielen macht es auch für etablierte Journalisten interessant – zum Durchblättern, Nachschlagen, als Arbeitshilfe. Hier wird alles erklärt, was ein guter Journalist können und wissen muss:
 
Aus dem Inhalt:
- Überschrift: Rezept für eine garantiert gute Zeile
- Recherche: Welche Arbeitsmittel (Telefon, Mitschrift, Gedächtnisprotokoll, Aufnahmegerät, Netbook, Cam) für welchen Einsatz?
- Bilder: Wie erst aus dem Bild die Geschichte wird
- Gebrauchsanweisung für gute Einstiege, Rhythmus, Spannungsbogen
- Fehler sicher finden
- Einfache Tipps für die „eigene Handschrift“
- Qualitätskontrolle im Internet
- Der Leser: Wann er einsteigt, wann er aussteigt. Warum er überhaupt keine Zeit für uns hat – und wie wir ihn trotzdem kriegen.
- Medien: Die Halbwertzeit von Print – das Janusköpfige an Online – die Zwickmühle der Verlage. Zukunft: Crossmedia-Desk,
  neue  Redaktionssysteme ("Web-to-print").


Die Besonderheit des Lehrbuches: Es bietet viele Praxisbeispiele mit Übungen und anschließender Kontrolle und eignet sich so hervorragend zum Selbststudium.
Zielgruppe: journalistischer Nachwuchs (auch Volontäre), Journalisten, Redakteure, Online-Redakteure, freie Mitarbeiter, Autoren, potentielle Schreiber, Eltern, Lehrer, Öffentlichkeitsarbeiter, Pressesprecher, Blogger, Web-Texter, Wissenschaftler.



Petra Kappe
Vertrautheit und Gewohnheit
Die Bindung an die Tageszeitung.
Eine Abbestellerstudie
176 Seiten,  € 29,95
978-3-8375-0526-9
Die Zeitung lebt. Sie ist auf vielfältige Weise in den Alltag der Menschen eingebunden und intensiv im Leben ihrer Leserschaft verankert. Erstmals erschließt eine empirische Studie die alltäglichen Gewohnheiten im Umgang mit der Tageszeitung. Das Verblüffende: Selbst Leser, die ihr Zeitungsabonnement aus Geld- oder Zeitmangel kündigen, wenden sich nicht von der Tageszeitung ab. Sie finden Mittel und Wege, die vertraute Zeitung weiter zu nutzen, etwa bei Nachbarn oder am Arbeitsplatz, bei Verwandten oder in der Bahn. Dabei gelingt es den Lesern, die oft schon von den Eltern „ererbten“ Nutzungsgewohnheiten fortzuführen. Die ausgeprägte Bindung an die Tageszeitung fördert zugleich die Bereitschaft zur Umgewöhnung im Alltag. Erfordern es veränderte Lebensumstände, stellen sich die Leser darauf mit der Herausbildung neuer Gewohnheiten ein. Die Autorin, selbst Redakteurin bei der in Dortmund erscheinenden Westfälischen Rundschau, deckt in ausführlichen Interviews mit ehemaligen Abonnenten zahlreiche Phänomene der Bindung an die Tageszeitung auf: Sie ist mehr als ein Informationsmedium. Vertrautheit und Gewohnheit machen sie zu einem Lebensbegleiter.

Otto Humbach
Klassiker der Bundesbahn
Bilder einer Epoche in Vorbild und Modell
272 S., 400 Abb., Gb., € 39,95
978-3-8375-0667-9
Die großen Zeiten der Bundesbahn sind längst vorbei. Vorbei auch der Einsatz von Zügen mit klingenden Namen wie „Rheingold“, „Blauer Enzian“ oder „Riviera-Express“. Und erst die Lokomotiven und Triebwagen: Dampfloks aus Kaiserzeiten mussten sich gegen moderne Dieselloks und Elloks behaupten – alles passé! Nur im Modell existiert noch jene Typenvielfalt, welche die 50er- und 60er-Jahre bei Eisenbahnfreunden und Modellbahnern so beliebt macht. Otto Humbach lässt diese Klassiker der ersten beiden Bundesbahn-Jahrzehnte wieder aufleben. In authentisch arrangierten Modellszenen – belegt durch zahlreiche, historische Bilder vom damaligen Bahnbetrieb – leben sie fort, die berühmten Züge und bewunderten Maschinen, aber auch unscheinbare Nebenbahn-Bummler und fleißige „Rangierböcke“. Das alles wird in einer fotografischen Perfektion präsentiert, die ihresgleichen sucht. Entstanden ist ein opulent ausgestatteter Bildband voller legendärer Loks und Züge, eine Modellbahn-Zeitreise in die Epoche von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder. 

Kandler
Übertage im Revier
Eisenbahn im Ruhrgebiet
128 S., Abb., Gb., € 29,95
978-3-8375-0470-5
Im Nachkriegsdeutschland war das Ruhrgebiet maßgeblich durch die stark ausgeprägte Montanindustrie geprägt. Inmitten der Verkehrsströme dieses faszinierenden Ballungsraums bildete die Eisenbahn mit ihrem engmaschigen Schienennetz das Rückgrat des Transportwesens. Auf den Spuren der Eisenbahn im Ruhrgebiet der fünfziger und sechziger Jahre zu wandeln, heißt abzutauchen in eine lange ver- sunkene Welt. Eine Entdeckungsreise in facettenreichen Bildern, die den Betrachter mit den Folgen des Zweiten Weltkrieges genauso konfrontiert wie mit den Anstrengungen des Wiederaufbaus. Das Ruhrgebiet als herausragender Industriestandort der noch jungen Bundesrepublik im Flair der Wirtschaftswunderjahre. Die Eisenbahn zwischen Tradition und Moderne, festgehalten mit ihren Triebfahr- zeugen vor Hochöfen und Zechen, bei der geschäftigen Tätigkeit in den Bahnhöfen oder im Fokus der Bahnbetriebswerke. Die Deutsche Bundesbahn in ihrer Blütezeit im Direktionsbezirk Essen, verewigt in zahlreichen einmaligen Ansichten mit viel Lokalkolorit! 

Szenografie in Ausstellung und Museum V
Raum und Wahrnehmung. Bewegte Räume
Herausgegeben von DASA
380 S., zahlr. farb. Abb., € 29,90
978-3-8375-0665-5
Auch dieser fünfte Band der Reihe „Szenografie in Ausstellungen und Museen“ spiegelt die Entwicklungen und Diskussionen im internationalen Ausstellungs- und Museumswesen wider. Autorinnen und Autoren aus vielen Bereichen der Wissenschaft, der Medizin und der Kunst, aus Museen und Agenturen kreisen die beiden großen Themen aus ihren fachlichen Blickwinkeln ein. „Raum und Wahrnehmung“: Trotz methodischer Unterschiede besteht heute Einigkeit darin, dass zur „Szenografie“ alle Maßnahmen einer beabsichtigten oder zufälligen Anordnung und Raumbildung in öffentlich zugänglichen Räumen gehören. Es ist bei Ausstellungsplanungen wichtig, die wahrnehmungspsychologischen Aspekte von Raumwirkungen zu kennen und zu berücksichtigen. Wie kann es gelingen, durch Szenografie statt kurzlebiger Unterhaltung eine nachhaltige, ganzheitliche Vermittlung höchster Qualität zu erreichen? „Bewegte Räume“: Ganz unterschiedliche Arten von Bewegung werden durch komplementäre Sichtweisen beleuchtet. Als Bedeutungsträger wecken Ausstellungsräume beim Publikum besondere Erwartungen. Sie steuern zum großen Teil die individuellen Bewegungen, und es findet in diesen Räumen emotionale Bewegung statt. Die Beziehungen zwischen den Individuen und authentischen Dingen produziert Selbsterfahrung und ein „Berührt-Sein“. 

Arbeiterskulpturen
Die Sammlung Werner Bibl
Zweiter Band. Herausgegeben von Klaus Türk
400 S., zahlr. farb. Abb., 39,00 €
978-3-8375-0676-1
Mit mehr als 200 Werken zählt die Sammlung Werner Bibl neben dem Bestand des Grohmann Museums in Milwaukee, Wisconsin, USA, zu den umfangreichsten bekannten Kollektionen von Arbeiterskulpturen. Dieser 2. Band präsentiert die Sammlung Werner Bibl in Bildern und Texten und schließt an den im Jahre 2009 erschienenen 1. Band „Arbeiterskulpturen. Figuren aus dem Grohmann Museum an der Milwaukee School of Engineering“ an, welcher die Skulpturensammlung des Grohmann Museums an der MSOE vorstellt. Beide Bände sind eigenständig, verschaffen zusammen aber weltweit erstmals einen repräsentativen und umfassenden Einblick in dieses historisch hoch interessante Genre. Arbeiterskulpturen sind nicht nur unter kunstgeschichtlichen Aspekten bedeutende Zeugnisse der Kulturgeschichte, sondern sie geben auch Einblicke in höchst unterschiedliche Deutungen menschlicher Arbeit im Verlauf der Geschichte. Zudem geben sie Aufschluss über vergangene Berufe, Arbeitsgeräte und Arbeitssituationen und sind deshalb auch technik- und arbeitsgeschichtlich von großem Interesse.

LWL-Industriemuseum (Hrsg.)
Kohlekeramik
Medaillen, Plaketten, Gebrauchsobjekte.
Die Sammlung Dr. Jürgen Huesmann
96 S.,  farb. Abb., € 12,80
978-3-8375-0694-5
Die Kohlekeramische Anstalt auf der Zeche Hannover in Bochum erforschte seit dem Zweiten Weltkrieg die technischen Verwendungsmöglichkeiten eines neuen Werkstoffs, der Kohlekeramik. Regionale Berühmtheit erlangte das Material aber auf einem anderen Gebiet: In der Kohlekeramischen Anstalt entstand zwischen 1948 und 1968 Kunst aus Kohle. Kirchen oder Kommunen brachten ihre Verbundenheit mit dem Ruhrgebiet zum Ausdruck, indem sie Plaketten aus diesem für die Region charakteristischen Rohstoff herstellen ließen. Zum Anlass von Vereinsjubiläen oder als Ehrung bei Sportveranstaltungen wurden Medaillen aus Kohle geprägt. Weiterhin entstanden Uhren, Aschenbecher und andere Gebrauchsgegenstände. Dr. Jürgen Huesmann hat über 1.500 dieser außergewöhnlichen, nur in einem begrenzten Zeitraum in Bochum produzierten Sammlerobjekte zusammengetragen. Eine repräsentative Auswahl zeigt dieser Katalog und gibt gleichzeitig einen Überblick über Geschichte und Beschaffenheit der Kohlekeramik.

Magdalena Abakanowicz – Laura Ford
Atelier.INDUSTRIE
Herausgegeben von LWL-Industriemuseum
96 S., Br., € 9,80
978-3-8375-0658-7
Der Katalog befasst sich mit den Arbeiten Magdalena Abakanowiczs und Laura Fords, zwei international renommierte Künstlerinnenen, deren Werk wesentlich von textilen Materialien geprägt wird. Magdalena Abakanowicz wurde 1930 in der Nähe von Warschau geboren, wurde vor allem bekannt durch ihre raumgreifenden WEbobjekte aus Sisal und Wolle oder Großplastiken aus den unterschiedlichsten Materialien wie Holz, Beton, Stahl oder Bronze. Laura Ford, geboren 1961, verwertet in ihren Textilarbeiten Stoffreste, Rohwolle, Altkleider oder Seesäcke, die sie neu zusammenfügt uns somit texte Figuren schafft, die zunächst an die Märchen- und Fabelwelten unserer Kindheit erinnern. 

Rainer Hoffmann
Im Zeichen des Füllhorns
Schloss Benrath und seine Putten
978-3-8375-0664-8
Aus welcher Richtung auch immer sich der Besucher Schloss Benrath nähert, auf jeder Seite des prachtvollen Bauwerkes wird er von Putten gleichsam begrüßt und willkommen geheißen. Ihr eindrucksvoller Auftritt in den Giebelbereichen der Fassaden kann als heitere Einladung verstanden werden, das Schloss einmal unter einem ganz besonderen Aspekt näher kennenzulernen: unter dem Aspekt seiner bedeutenden und bezaubernden Putten-Präsenzen, die in den fürstlichen Räumen auf das Schönste zu erleben sind. In diesem reich bebilderten Buch wird auf ebenso gründliche wie unterhaltsame Weise ein Benrather Putten-Panorama entfaltet. Es wird gezeigt, in welcher Fülle und Lebendigkeit die Putten als Skulpturen, im Stuckwerk und auf Gemälden das Lustschloss lustvoll bespielen. Im Licht seiner Putten wird Schloss Benrath neu gesehen.

Gerhard Losemann
Herausgegeben von Jörg Loskill
96 S., Gb., € 24,90
978-3-8375-0633-4
Er beherrscht praktisch alle klassischen künstlerischen Techniken – aber das Themenspektrum bei Gerhard Losemann konzentriert sich, ob Radierung, C-Print oder Malerei, Zeichnung oder Hinterglasarbeit, auf wesentliche Fragen der „inneren“ und „äußeren“ Landschaft. Dabei reagiert er seit Jahrzehnten besonders sensibel auf die starken Veränderungen im postindustriellen Ruhrgebiet. In seinen oft großformatigen Bildern ist er zugleich Warner und Mahner, Moralist und Sinnenmensch, Spurensucher und Farbenexperimentator. Denn in all seinen Arbeiten diktiert die Farbe – mal poetisch und lyrisch, dann wieder dramatisch und heftig eingesetzt – das differenzierte Geschehen im Bildformat. Gerade mit seinen eigenwilligen Landschaftswerken führt er die Industriekultur in seinem Sinne weiter auf die Schiene einer Utopie: Gerhard Losemann sucht mit Farben und mit signalhaften Botschaften oder Markierungen das „neue“, menschliche Revier.

Jörg Loskill (Hrsg.)
Friedrich Gräsel
RevierAtelier, Band 10
l96 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 24,90
978-3-8375-0687-7
Der Bochumer Bildhauer Friedrich Gräsel hat seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wie kaum ein zweiter Künstler seiner Generation die Kunst im öffentlichen Raum – vor allem in unseren Städten von Hamburg und Berlin bis Bochum oder Gelsenkirchen – geprägt. Er hat sie durch seine Röhren-Montagen, Stelen, Tore, Ortmarkierungen und seine Funktionsobjekte möbliert: als einladende, geistige wie sinnliche Möglichkeiten des kommunikativen Dialogs zwischen Publikum und zeitgenössischer Kunst. Diese Monographie innerhalb der Edition "RevierAtelier" legt erstmals das gesamte Arbeitspensum dieses Künstlers in Ausschnitten vor. Namhafte Autoren wie Rolf Sachsse, Sepp Hiekisch-Picard, Kerstin Weber oder Jutta Idelmann widmen sich einzelnen Aspekten in den Werkphasen des Künstlers.

Laube, Brigitte
Dennoch glaube ich an den messianischen Geist
Kurt Hiller (1885–1972).
Aspekte einer deutsch-jüdischen Identität
260 S., Br., € 32,00
978-3-8375-0531-3


Geteilte Heimat
50 Jahre Migration aus der Türkei
286 S., zahlr. Abb., € 24,95
978-3-8375-0640-2
"Viele von ihnen werden in Deutschland ein neues Leben aufbauen, sie werden dort Wurzeln schlagen und ihr Heimatland nur noch als Gäste besuchen." sagte Theodor Marquard, der Direktor der deutschen Verbindungsstelle in Istanbul 1966. Der 50. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens von 1961 ist Anlass einer umfassenden Bilanz der Migration nach Deutschland. Der Katalog beleuchtet die Geschichte der Einwanderung aus der Türkei in zahlreichen Fotos, Dokumenten und Texten. 

Wie steuerbar ist Integration?
Herausgegeben von Halm, Dirk / Uslucan, Haci-Halil
96 S., Br., € 19,95
 978-3-8375-0588-7
Der Band dokumentiert die Tagung des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung und des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales NRW vom 29. November 2010 in Essen. Die Beiträge leisten einen interdisziplinären Zugang von Soziologie, Politikwissenschaft, Psychologie und Erziehungswissenschaft zum Versuch, die Sozialintegration von Einwanderern zu steuern und fragen nach dem Verhältnis von Migrationsforschung und politischer Praxis.


Mini,BeatundTexashosen
160 S., Gb., € 13,95
978-3-8375-0721-8
Der erste Mensch auf dem Mond, die DDR mauert sich ein, die „68er" rebellieren, die Anti-Baby-Pille kommt auf dem Markt. „Flower-Power" ist angesagt, die Beatles und Rolling Stones erobern die Hitparaden, Oswald Kolle klärt auf, der Minirock kommt. Auch im Ruhrgebiet gründen junge Leute Beat-Bands und hoffen auf Ruhm. Die 60er sind ein Jahrzehnt des Umbruchs und Wandels. Das Leben wird bunter, der Alltag vor allem der Jugend ist nicht mehr so steif wie in den 50er Jahren. In diesem Buch erzählen Frauen und Männer in mehr als 60 kurzen und langen Geschichten, was sie damals erlebten. Sie berichten von der ersten Reise im eigenen Auto über die Alpen; vom Petticoat als Mädel-Status-Symbol; von der „Texashose", die den Eltern gar nicht gefiel und vom Briefträger, der noch die Rente auszahlte. Sie schreiben über den ersten, verstohlenen Kuss; von der Schule, wo noch strenge Disziplin herrschte, und sie verraten, was ihnen im Fernsehen außer „Bonanza" und „Der Goldene Schuss" sonst noch so alles gefiel. Dieses mit Fotos und Repros von Zeitungs-Titelseiten reich bebilderte Buch entstand aus den Zuschriften auf einen Aufruf, in dem die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) ihre Leserinnen und Leser bat, „ihre 60er Jahre" zu schildern. Es sind Geschichten aus einer prickelnden Zeit. 

Mirko Krüger
Tatort Thüringen
176 S., zahlr. Abb., Gb., € 13,95
978-3-8375-0654-9
Dieses Buch erzählt Thüringer Geschichte in 20 Kriminalgeschichten. Wir erfahren, wer hinter den Morden am Thüringer Königshof steckt. Wir blicken mit Goethes Augen auf die viel zu lasche Arbeit hiesiger Kriminalpolizisten. Ein Hochstapler von der „Titanic“ gibt sich die Ehre, Kunsträuber schlagen zu und schließlich ergründen wir, welch schauriger Lustmord auf der ältesten Thüringer Stadtansicht verewigt worden ist. Mirko Krüger, Jahrgang 1963, ist Journalist der „Thüringer Allgemeinen“. Er war Reporter der Wochenendbeilage, leitete einige Jahre eine Lokalredaktion und verantwortet inzwischen als Chef vom Dienst die lokale und regionale Berichterstattung der Zeitung. Seit 1997 erzählt Krüger in loser Folge historische Kriminalfälle in der „Thüringer Allgemeinen“.
INHALT


Der Papst in Thüringen
Ökumene in Erfurt - Heimspiel im Eichsfeld
128 S., Bildband, € 14,95
978-3-8375-0700-3
Christine Lieberknecht, Thüringer Ministerpräsidentin: Was bleibt vom Papstbesuch in Thüringen? Diese Frage stellen die Redaktionen von Thüringer Allgemeine und Thüringischer Landeszeitung in diesem Bildband. Profunde Antworten geben der katholische Bischof des Bistums Erfurt, Joachim Wanke, und die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Katrin Göring-Eckardt. Eine Vielzahl beeindruckender Bilder des hohen Gastes lässt zudem noch einmal diese zwei historischen Tage Revue passieren. Was bleibt für Deutschland und Thüringen? Es lässt sich vieles anführen: Die Ökumene hat mit dem Besuch eines Papstes im Kernland der Reformation neue Impulse erfahren, das Christliche als kultureller und wertebildender Bestandteil unserer Gesellschaft ist wieder stärker in den Fokus gerückt worden. Und nicht zuletzt hat sich Thüringen mit all seiner kulturellen, historischen, wirtschaftlichen und landschaftlichen Vielfalt Papst Benedikt XVI. und der Welt als guter Gastgeber präsentiert.


Thüringer Grenz-Wege
Schicksale & Geschichten auf dem Kolonnenweg
Mit Tipps zu allen Wanderstrecken!
€ 13,95
978-3-8375-0590-0

Die Orte entlang der Thüringer Grenz-Wege: Jägerfleck, Walkenried, Ellrich, Klettenberg, Tettenborn, Mackenrode, Zwinge, Großbodungen, Fuhrbach, Gut Herbigshagen, Teistungen, Duderstadt, Böseckendorf, Glasehausen, Bischhagen, Rohrberg, Rustenfelde, Kirchgandern, Bornhagen, Rimbach,Teufelskanzel, Lindewerra, Wahlhausen, Schifflersgrund, Sickenberg, Volkerode, Hülfensberg, Hildebrandshausen, Wanfried, Burg Normannstein, Treffurt, Heldrastein, Ifta, Göringen, Pferdsdorf, Lauchröden, Eisenach, Untersuhl, Obersuhl, Großensee, Dankmarshausen.
Seit 20 Jahren ist Deutschland vereint.

In "Meine Wende" erzählen Menschen von ihrer ganz persönlichen Wende:
Wie sie den Sprung in die neue Zeit bewältigten und wie sich aus ihrer Sicht ihr Leben verändert hat.

Meine Wende
Wie Thüringer die friedliche Revolution meisterten
THÜRINGEN BIBLIOTHEK, Band 1
Herausgegeben von Paul-Josef Raue, Chefredakteur der „Thüringer Allgemeinen“.
96 Seiten, zahlr. Abb.,  € 12,95
978-3-8375-0529-0
Thüringer erzählen von ihrer Wende, von der Wende in den Seelen der Menschen – zwischen Wundscheuern und Heilung, Angst und Hoffnung. Wir spüren das starke Beben und leichte Zittern, wir schauen auf das wirkliche Leben in einem historischen Umbruch.

„Meine Wende“ lief als Serie in der „Thüringer Allgemeinen“, der größten Zeitung in Thüringen. Die Redakteure lassen in der Serie Menschen erzählen, wie sie von der alten in die neue Zeit eilten, sprinteten, krochen, rutschten, stolperten, hüpften – oder sich einfach verweigerten.

Die THÜRINGEN BIBLIOTHEK greift Themen auf, die die Menschen in Thüringen und Umgebung interessieren und bewegen: Historisches und Aktuelles, Unterhaltsames und Wissenswertes aus dem grünen Herzen Deutschlands.



Fotografenagentur image/trust & Landesmuseum Koblenz
Mächtige Köpfe  - Bildsignale 2011
80 Seiten, broschiert, Großformat, € 19,90
978-3-8375-0379-1
 „Mächtige Köpfe“: Portrait- und Reportagebilder von Mächtigen in Vergangenheit und Gegenwart – solchen, die als Politiker im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung stehen und standen, und den nicht weniger Mächtigen aus Wirtschaft und Hochfinanz: Wie wollten sie sich selbst inszeniert sehen – und wie sahen und interpretierten sie die Fotografen?  „Mächtige Köpfe“ ist aber auch ein doppeldeutiger Titel. Denn er umschreibt nicht nur die bildliche Inszenierung jener Menschen, die mit politischer, ökonomischer oder finanzieller Macht ausgestattet sind.! Selbstbewusste, starke Menschen gab es zu allen Zeiten. Ein „mächtiger Kopf“ wird man nicht allein kraft seines Amtes, durch Besitz oder Macht. Ein Fotograf entdeckt diese Eigenschaften auf seinen Entdeckungsreisen auch an ganz alltäglichen Orten.  Unter anderem mit Fotografien von Anne Ackermann, August Becker, Henning Christoph, Kai Hartmann, Michael Hauri, Robert Häusser, Jacob Hilsdorf, Maria Irl, Robert Kah, Atelier Meister, Andreas Pein, Nicola Perscheid, Herbert Piel, Klaus Rose, August Sander, Götz Schleser, Toni Schneiders, Florian Sonntag und Manfred Vollmer.

Frauenkonvente im Zeitalter der Konfessionalisierung
200 Seiten, zahlr. Abb., € 24,95
978-3-8375-0436-1
Während man über einzelne, meist herausragende Frauen der Reformationszeit (zum Beispiel Katharina von Bora oder Caritas Pirckheimer) recht gut informiert ist, ist relativ wenig bekannt über Frauenkommunitäten (Klöster und Stifte) und ihre Vertreterinnen sowie ihre Einstellungen zu den neuen Ideen dieser Zeit. Am Beispiel der traditionsreichen Reichsstifte Essen, Quedlinburg und Gandersheim werden in diesem Buch erste vergleichende Studien geboten. Andere Beiträge greifen in interdisziplinärer Perspektive literatur-, architektur- und musikgeschichtliche Fragen im Kontext dieser Zeit auf. Schließlich werden neue Lebensformen in dreikonfessionellen Frauenstiften und in den von den Schwestern Xainctonge in Burgund gegründeten Kongregationen thematisiert.

Mitbestimmung im Zeichen von Kohle und Stahl
60 Jahre Auseinandersetzungen und Debatten um die Montanmitbestimmung
Hg. Karl Lauschke/Jürgen Mittag
300 S., Gb., € 34,95
978-3-8375-0695-2
Den Auseinandersetzungen um das Montanmitbestimmungsgesetz wird im historischen Rückblick nicht nur für die Ausgestaltung der Arbeitsbeziehungen in Deutschland, sondern auch für die Fundierung der Demokratie eine wichtige Funktion zugesprochen. Zugleich spiegeln sich in ihnen auch die Debatten über die Stellung der Gewerkschaften im modernen Staat und über die Ausgestaltung der Wirtschafts und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland wider. Die Beiträge des Bandes wurden im Rahmen einer interdisziplinären Fachtagung aus Anlass des 60. Jahrestages der Veröffentlichung des Montanmitbestimmungsgesetzes am 21. Mai 1951 präsentiert. Beleuchtet werden neben dem historischen Hintergrund der Montanmitbestimmung in Deutschland und Europa sowie den innergewerkschaftlichen Debatten auch die längerfristigen Entwicklungslinien der Mitbestimmung - sowohl aus historiografischer, als auch aus sozialwissenschaftlicher Perspektive.


Bodo Hombach (Hrsg.)
Politik und Medien
Bonner Vorträge und Diskurse, Band 1
Mit Beiträgen von: Martin Bommersheim, Bodo Hombach, Klaus Kocks, Christian Kullmann, Thomas Steg, Hajo Riesenbeck und Alexandra Schlauch.
176 Seiten, € 19,95
978-3-8375-0703-4
Politik und Medien sind unabhängig voneinander nicht zu denken. Der Band versammelt aktuelle Beiträge namhafter Autoren aus Politik, Medien, Wirtschaft und Verwaltung. Sie legen dar, wie eng die Bereiche miteinander verwoben sind und wie sie sich gegenseitig beeinflussen. Praxisorientiert erläutern die Autoren die Chancen, aber auch Konflikte, die sich aus den gegenwärtigen und für die Zukunft zu erwartenden Entwicklungen ergeben. Dabei greifen sie auf langjährige Erfahrungen zurück. 

Berke /Zweyer
echt kriminell
Spektakuläre Fälle aus dem Ruhrgebiet
160 S., Br., zahlr. Abb., € 14,95
978-3-8375-0705-8
Was kommt dabei heraus, wenn ein Sachbuch- und ein Krimiautor [Wolfgang Berke und Jan Zweyer] etwas zusammen schreiben wollen? Na klar - ein Buch über wahre, echte Verbrechen. Und wenn beide Autoren auch noch im Ruhrgebiet leben und arbeiten, liegt es nahe, sich der Taten anzunehmen, die sich in dieser Region ereignet haben. „Echt kriminell - Spektakuläre Fälle aus dem Ruhrgebiet" ist das Ergebnis dieser Zusammenarbeit: Eine Sammlung von Verbrechen im Revier, die auf die eine oder andere Art außergewöhnlich sind. Bundesweit, gar international bekannte Fälle wie das Gladbecker Geiseldrama oder die Entführung des Aldi-GründersTheo Albrecht. Grausame und schreckliche Fälle wie die des Kirmesmörders Jürgen Bartsch oder des „Menschenfressers von Duisburg" Aber nicht jeder der in diesem Buch enthaltenen Fälle handelt von Mord oder anderen Kapitalverbrechen: Da findet sich die Story über einen ziemlich dämlich ausgeführten Überfall auf eine Spielhalle ebenso wie die Geschichte eines Kaufmanns, der auf einen noch dämlicheren Taschenspielertrick hereinfällt. Prominenz? Gibt es auch: vom Star-Chirurgen auf der Anklagebank bis zum „Pop-Titan" im Zeugenstand. Bunt schillernde Gestalten wie Lecki und Goldbach: Ausbrecherkönig und Ölkönig. Und es fehlt auch nicht an Bedrohlichem wie den Mafia-Morden oder den Todesschüssen unter Rockern. Spannende Lektüre und: alles echt! - Kriminell.


Ralf Piorr, Olaf Sundermeyer
90 Minuten echte Gefühle
Eine Reise durch die Fußballhauptstadt
220 Seiten, € 16,95
978-3-8375-0636-5
Eine Reise entlang der beiden Schlagadern des Ruhrgebiets, des Emscher- und Ruhrschnellwegs (A42/A40) in ost-westlicher/respektive west-östlicher Richtung. An diesem roten Faden hängen sich Reportagen aus dem prallen Leben der Fußballfans auf, gegenwärtig und rückblickend im Wechsel, mal authentisch nah dran, mal historisch genau als unterhaltsame Rekonstruktion der Ereignisse, die in der Summe das Ruhrgebiet zur Fußballhauptstadt machen: Lebensprall, voller Tradition und echten Gefühlen. In den einzelnen Kapiteln werden jeweils Vereine und Orte so thematisiert, dass die großen Bundesligaclubs- und Städte ebenso stattfinden wie kleinere Traditionsvereine. Die Betrachtung des Fußballs im Ruhrgebiet beschränkt sich dabei nicht nur auf die großen Clubs und die professionelle Fußballbühne, sondern auch auf das rege Treiben in den Amateurklassen und Kreisligen.

Wang Hui, Sigmar Gabriel
Die Gleichheit neu denken
Philosophie und Politik XII
80 Seiten, € 8,95
978-3-8375-0711-9
Wang Hui gilt als einer der herausragenden chinesischen Intellektuellen weltweit. Foreign Policy erklärte ihn 2008 zu einem der 100 führenden öffentlichen Intellektuellen der Gegenwart. Die ZEIT-Serie „Wer denkt für morgen?“ von 2009 stellte ihn als einen der globalen Vordenker vor. Als Kopf der Neuen Linken in China, eines intellektuellen Netzwerkes, das unabhängige wissenschaftliche und politische Positionen formuliert, übt Wang Hui insbesondere Kritik an Fehlentwicklungen durch die Vorherrschaft der Marktlogik und die Vernachlässigung von Ökologie und sozialer Gleichheit. Er begründet und skizziert Grundzüge einer egalitären Gesellschaft, in der sich gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Demokratie bedingen und ergänzen. Als Gesprächspartner ist Wang Hui besonders interessant, weil er Prinzipien, die sich weitgehend mit der sozialen Demokratie decken, um spezifisch an China und den Ländern der Dritten Welt erweiterte Fragestellungen bereichert und sie auf die kulturellen und intellektuellen Traditionen Asiens bezieht. Seine Kritik am Zustand der westlichen Demokratien wendet er gleichermaßen auf Demokratie- und Gleichheitsdefizite in China selbst an. Sigmar Gabriel beschreibt in seiner Antwort aus Sicht der deutschen Sozialdemokratie und auf Basis der europäischen Erfahrungen die epochale Aufgabe der Politik, den Kapitalismus ein zweites Mal zu bändigen. Gegen die Verselbständigung der Finanzherrschaft, gegen die neoliberale Anbetung der grenzenlosen Freiheit der Märkte, gegen die neuen Gefährdungen der Demokratie und gegen dramatisch zunehmende gesellschaftliche Spaltungen braucht der Kampf um soziale Demokratie, um soziale und ökologische Spielregeln für die Marktwirtschaft neue Impulse. Europäische und asiatische Traditionen sind höchst unterschiedlich. Was China und Europa voneinander lernen können, um Wohlstandsmehrung mit Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, um Effektivität und Regulierung mit Formen des Demokratischen zu verbinden, darum wird es im anschließenden Podiumsgespräch gehen – mit Thomas Meyer, einem der führenden, auch in Asien viel diskutierten, Theoretiker der sozialen Demokratie. 

Henning Prinz
PommesFührer Ruhr
Die 50 kultigsten Buden
Neuauflage
120 S., Br., € 9,95
978-3-8375-0720-1
Schon einmal hat Henning Prinz die besten Buden zwischen Lippe und Ruhr aufgespürt und einem knallharten Test unterzogen. Jetzt hat der Recklinghäuser sein altes Team reaktiviert, die PoPo 4350 (Pommespolizei) zusammengestellt und die Route der Pommeskultur erneut bereist. Dabei suchten die Ermittler besonders die altbewährte, traditionelle Budenkultur. Außerdem geben zahlreiche Promis ihren Senf dazu, so z. B. Heino, Guido Westerwelle, Jürgen Rüttgers, Michael Steinbrecher, Atze Schröder, Olaf Thon, Kolja Kleeberg, Dolly Buster, Tom Gerhardt, Götz George, Gregor Gysi …
http://www.pommesfuehrer.de


Dieter Kramer
Kulturpolitik neu erfinden
Die Nutzer als Förderer und Akteure im Zentrum des kulturellen Lebens
176 Seiten,  € 19,95
978-3-8375-0710-2
Die Krise der Kulturpolitik ist Anlass, über neue Ressourcen für sie nachzudenken. Da kommen die Nutzer in den Blick, denn sie sind, wie die Enquete-Kommission Kultur in Deutschland her- vorgehoben hat, die größten Förderer des kulturellen Lebens. Sie wenden eine Menge von Zeit und Kaufkraft für ihre Lebensqualität, ihre Persönlichkeitsentwicklung und ihr Genussleben auf und gestalten damit kulturelle Infrastruktur. Mit Quellen aus Kulturgeschichte und Ethnologie wird daran erinnert, dass kulturelles Leben auch ohne Kulturpolitik stattfand. Aber heute kann nicht auf eine anregende, ermöglichende und aktivierende Kulturpolitik verzichtet werden. Sie muss aber ihre Nutzer als wichtigste Ressource ernst nehmen. Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom hat die Bedeutung von allen gehörenden und nicht durch Staat oder Markt kontrollierten Gemeingütern wiederentdeckt und gezeigt, wie deren Verwaltung auch soziales und kulturelles Kapital hervorbringt. Daran anknüpfend wird vorgeschlagen, Kulturpolitik als Gesellschaftspolitik konsequent weiter zu entwickeln zu einer Kulturpolitik als sozialkultureller Infrastrukturpolitik, in der Probleme der Krise der Demokratie und der aktuellen Lebensweise aufgegriffen werden. 

Griepenkerl
Ata, Ennatz, Susi, Yyyves
80 Köpfe des Revierfußballs
200 S., Br., € 16,95
978-3-8375-0724-9
Sie werden „Ata" Lameck ebenso begegnen wie "Achim Weber, dem ein abgebrochener Zahn die Karriere in der DFB-Auswahl ruinierte. Sie werden „Ennatz" Dietz „Ente" Lippens und„Susi" Zorc treffen, aber auch „Kobra" Wegmann, dem nach der Fußballkarriere der Biss abhandengekommen ist. Sie werden von Ruhrgebiets-Originalen wie „Hoppy" Kurrat und Joachim Hopp lesen, aber auch von Zugereisten wie Yves Eigenrauch, Dariusz Wosz und Samy Sané, die dem Charme des Reviers erlegen sind. Sie treffen den Kult-Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder ebenso wie Otto Rehhagel und Rolf Schafstall, die erst als Trainer die ganz große Karriere hingelegt haben. Der Superstar Mesut Özil kommt genauso wie Sascha Mölders vor, der mit Augsburg in der Bundesliga spielt und jede Möglichkeit nutzt, Rot-Weiss Essen als Fan in der Regionalliga zu begleiten. Die Vielfalt der vorgestellten Charaktere soll den Reiz dieses Buches ausmachen. Und sie soll idealerweise ermöglichen, so etwas wie das Bild des Revierfußballers zu zeichnen. Vor allem aber möchte dieses Buch die Menschen hinter den Fußballstars näher bringen, dank Interviews, die so noch nicht geführt, und Antworten, die so noch nicht gegeben worden sind. 

Bogumil /Heinzr /Lehner /Strohmeier
Viel erreicht - wenig gewonnen
180 S., Br., € 18,00
978-3-8375-0718-8
Das Buch ist eine Gemeinschaftsproduktion von vier Autoren, die die „Liebe“ und die Sorge um das Ruhrgebiet eint. Auf Basis einer realistischen Bestandaufnahme der neueren sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen und Strukturen beschreiben sie die Zukunftsperspektiven des Ruhrgebiets. Es wurde im Ruhrgebiet in Sachen Strukturwandel einiges erreicht, aber es wurde nur wenig gewonnen. Die überdurchschnittlichen Arbeitslosenzahlen, die Finanznöte der Kommunen oder die Abwanderung vieler qualifizierter junger Menschen und Familien aus der Region machen deutlich, dass das Ruhrgebiet noch längst nicht zu einer wirtschaftlich starken, international wettbewerbsfähigen Region geworden ist. Schlimmer noch: In zwei wichtigen Bereichen hat das Ruhrgebiet nicht nur nichts gewonnen, sondern viel verloren – nämlich beim Humanvermögen und bei seiner regionalen Handlungsfähigkeit. Die Autoren plädieren für forcierte Investitionen in die Menschen, die der Strukturwandel der letzten Jahrzehnte nicht nur um den Arbeitsplatz, sondern auch um zentrale gesellschaftliche Teilhabechancen gebracht hat. Eine bessere interkommunale Kooperation und zugleich die „funktionale Differenzierung“ der Kommunen, die immer auch mehr Konkurrenz bedeutet, ist unabdingbar. Und: Nur die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in den Städten kann eine Wende einleiten.

Thomas Schilp (Hrsg.)
Frauen bauen Europa
Internationale Verflechtungen des Frauenstifts Essen
464 Seiten, zahlr. Abb., € 29,95
978-3-8375-0672-3
Im Jahr der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 waren Geschichte und Kultur des Frauenstifts Essen in zahlreiche Aktivitäten eingebunden. Fast 1.000 Jahre hatte das Frauenstift die Geschichte Essens, aber auch großer Teile des heutigen Ruhrgebiets mitgeprägt. In Kunstobjekten und Architektur, in Bibliothek und Archiv, in Musik und Kirchbauten haben die Frauen des Stifts in einer exzellenten Qualität Manifestationen ihres Handelns hinterlassen. Dieses Erbe des Frauenstifts ist ein einzigartiger Bestandteil des kulturellen Erbes Europas. Dieses Buch zeigt den Rang der Objekt- und Schriftüberlieferung des einstigen Frauenstifts in den europäischen Vernetzungen und Verflechtungen auf. Das Frauenstift wird erstmals als ein kulturelles Gesamtphänomen vorgestellt. Wie gelangten etwa Textilien aus dem Fernen Osten nach Essen? Welchen Weg beschritten Bergkristallgefäße des 10. und 11. Jahrhunderts der islamischen Fatimiden in Ägypten nach Essen? Woher kamen die Stiftsdamen eigentlich und zu welcher Zeit aus welchem Stand? Domschatz und Domkirche, aber auch etwa Schloss Borbeck als Residenz der Äbtissinnen sollen als Erinnerungsorte dieser Kultur des vormodernen Europa aktiviert werden.
Birgitta Falk, Andrea von Hülsen-Esch

Mathilde
Glanzzeit des Essener Frauenstifts
176 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 13,95
978-3-8375-0584-9
Am 5. November 1011 starb Äbtissin Mathilde von Essen. Annähernd 40 Jahre lang hatte die Enkelin Kaiser Otto des Großen dem Essener Frauenstift vorgestanden. Die Geschichte des Stiftes ist nicht arm an beeindruckenden Frauengestalten, doch war es Mathilde, welche die prägendsten Spuren hinterließ. Reichtum und Erlesenheit des Essener Schatzes gehen auf Mathildes Amtszeit zurück. Ihre Bedeutung reicht zudem weit über Essen hinaus. Mathilde band das Stift eng an die Politik des Kaiserhauses an. Sie sorgte dafür, dass die Herrscher dem Stift seine Privilegien bestätigten und seinen Besitz vermehrten. Der noch erhaltene Essener Westbau ist steinernes Monument ihrer Bildung und ihres herrschaftlichen Anspruchs. Die Goldene Madonna, in ihrer Amtszeit entstanden, ist die älteste vollplastische Mariendarstellung der Welt. Sie und der von Mathilde in Auftrag gegebene Holz-Kruzifix in Aschaffenburg gehören zu den wenigen erhaltenen Großplastiken aus der Zeit vor 1000. Der von ihr geschenkte Siebenarmige Leuchter diente bis in die frühe Neuzeit als Totenleuchter für die Verstorbenen in Essen.

Schichtwechsel
978-3-8375-0595-5
Im Frühjahr 1958 bahnte sich die erste große Kohlekrise im Ruhrgebiet an: Zehntausende von Bergleuten wurden zu unbezahlten Feierschichten nach Hause geschickt, die ersten Zechen wurden stillgelegt. Damit begann im Ruhrgebiet der langsame Abschied von Kohle, Eisen und Stahl, begleitet von einem Prozess des umfassenden Wandels, der bis heute andauert. Die Stadt Bochum steht beispielhaft für den Strukturwandel. Die Ansiedlung der Graetz-Fernsehwerke, des Automobilherstellers Opel und der Ruhr-Universität in den 1960er-Jahren zeigen die frühen Bemühungen um einen strukturellen Wandel. In diese Zeit fällt auch die gezielte Anwerbung von Zuwanderern aus dem Ausland, deren Arbeitskraft im Ruhrgebiet benötigt wurde. Heute ist die Wirtschaftsstruktur des Reviers vielfältig. Chemie, Gesundheit, Logistik, Energie, neue Technologien und Kreativwirtschaft prägen die Region. Industriekultur und Industrienatur tragen wesentlich zum neuen Bild des Ruhrgebiets bei. Die wissenschaftlichen Beiträge des Ausstellungskatalogs zeigen Verlauf und Ursache der Kohlekrise, skizzieren die Etappen des Strukturwandels am Beispiel der Stadt Bochum und fragen nach den Reaktionen der Menschen in der Region.

Zimmermann
Schönes NRW: Quer durchs Land 1
Neuauflage
192 S., Br., € 13,95
978-3-8375-0722-5
Schönes NRW: ganz offen!
144 S., Br., € 12,95
978-3-8375-0309-8

Wunderlich
Hoch hinaus
Familienausflüge im Naturpark Rothaargebirge
192 S., Br., 13,95
978-3-8375-0559-7

Unser NRW
Bergisches Land Siebengebirge
155 S., Br., € 9,20
978-3-8375-0617-4
Unser NRW

Eifel /Aachen
155 S., Br., € 9,20
978-3-8375-0618-1
Unser NRW

Köln-Bonner Bucht
155 S., Br., 9,20
978-3-8375-0619-8
Unser NRW

Niederrhein
155 S., Br., € 9,20
978-3-8375-0620-4
Unser NRW

Münsterland
155 S., Br., € 9,20
978-3-8375-0621-1
Unser NRW

Ostwestfalen-Lippe
155 S., Br., € 9,20
978-3-8375-0622-8
Unser NRW

Ruhrgebiet
155 S., Br., € 9,20
978-3-8375-0623-5
Unser NRW

Südwestfalen /Sieger- und Sauerland
155 S., Br., € 9,20
978-3-8375-0624-2
Unser NRW

Komplette Buchreihe
8 Bde., Br., € 59,00
978-3-8375-0381-4

Berke
ExtraRuhr
160 S., Br., € 14,95
978-3-8375-0558-0
200 Jahre Krupp
Ein Mythos wird besichtigt
400 S., Br., € 20,00
978-3-8375-0545-0
Ruhrbarone 1/2011

Männerwelten
122 S., Br., € 8,95
978-3-8375-0632-7
EMSCHER-SKIZZEN 2006-2011

2 CDs +Br., € 14,95
978-3-8375-0680-8
Langmack /Hebig
STAHL + STADT
96 S., Br., € 14,95
978-3-8375-0670-9

Plaschke
Radreiseführer Niederrhein
96 S., Br., € 9,95
978-3-8375-0689-1

Erlebnisführer Niederrhein
160 S., Br., € 9,95
978-3-8375-0139-1
Sportschau Essen

224 S., Gb., € 17,90
978-3-8375-0692-1


Die Koker auf Zollverein
246 S., Br., € 19,95
978-3-8375-0690-7
....................................Mit dem Internet verbunden sehen Sie hier die homepage des Verlages:
http://www.klartext-verlag.de
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Bestseller:


Koruhn, Petra
Hauptsache gesund!
Die Heilkräfte der Natur
208 S., Br., €  11,95
978-3-8375-0582-5
Ob Erkältung oder Magenkneifen, ob Rückenschmerz oder ein seelisches Tief – damit es uns besser geht, müssen wir längst nicht immer zur Tablette greifen. Wer die Kräfte der Naturheilkunde kennt, weiß, dass gegen viele Beschwerden ein Kraut gewachsen ist. Petra Koruhn, Heilpraktikerin und WAZ-Redakteurin, gibt den Lesern seit Jahren in der WAZ-Wochenendbeilage Tipps, wie sie ihr Immunsystem stärken und ihre Beschwerden lindern können. Ob Hilfe bei Sodbrennen oder begleitende naturheilkundliche Therapie bei Krebs – in diesem Buch finden sie die über zahlreiche Beispiele für eine stabile Gesundheit.

Jörg Loskill (Hrsg.)
Augen-Blicke
Reisen in die Welt des Fotografen Paul Pietrowsky
96 S., durchg. farb., € 17,95
978-3-8375-0589-4
Die Natur, die Schöpfung, die Sonne – in meditativen oder auch spannenden Momenten aufgespürt auf Reisen und in der heimatlichen Umgebung: Paul Pietrowsky fotografiert in Dankbarkeit gegenüber den "Wundern" dieser Welt das Besondere. Oder das Einfache, das er aus der besonderen Perspektive sieht. Dieses erste Buch des Bottropers fasst seine eindrucksvollsten Bilder zusammen. Paul Pietrowsky ist seit über fünf Jahrzehnten im In- und Ausland mit der Kamera unterwegs. Seine Devise beim Bildermachen lautet: keine Manipulation bei Form, Farbe oder Thema. Die Kamera dient ihm als Verlängerung des Sehens in die Welt hinein.
In jedem Foto dokumentiert er seine Liebe zur Natur und zur Schöpfung – damit auch zu den Menschen.
Jasmin Grande

Nussschalen der Wissenschaft
Aspekte des Phantastik-Diskurses
300 Seiten, 35,00 €
978-3-8375-0591-7
In den 1970er Jahren regt die Arbeit des französischen Strukturalisten Tzvetan Todorov, „Einführung in die phantastische Literatur“, eine Diskussion über das Phantastische in der Literatur an. Der Diskurs um die Frage „Was ist Phantastik?“ ist bis heute aktuell, wenngleich es inzwischen unzählige Untersuchungen gibt, die sich mit der Definition der phantastischen Literatur befassen.
Jasmin Grande schlägt eine Schneise durch die Theorienvielfalt, indem sie die Perspektive verändert: Die Kontextualisierung des Phantastik-Diskurses in der Fachgeschichte seit den 1970er Jahren eröffnet eine neue Lesart der Frage und arbeitet die bisher übersehene Bedeutung heraus, die dem Diskurs um das Phantastische in der Literaturwissenschaft zukommt. 

Schott, Dietmar
Ich danke Sie! – Das Hörbuch
Der Fußballer Willi "Ente" Lippens erzählt Fußballgeschichten
CD, ca. 80 Min., € 14,95 (fPr.)
978-3-8375-0174-2
Willi "Ente" Lippens ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs. Er war kein Spieler im herkömmlichen Sinne, sondern der Muhammad Ali des Fußballs, der seine Gegenspieler zur Verzweiflung brachte und die Zuschauer in Begeisterung versetzen konnte, indem er den grünen Rasen in eine Bühne verwandelte.
Der Holländer mit dem Watschelgang, der ihm den Beinamen "Ente" einbrachte, spielte zwischen 1966 und 1976 bei Rot-Weiss Essen an der Hafenstraße. Drei Jahre nach seinem WEchsel zu Borussia Dortmund kehrte der Publikumsliebling 1979 über ein Gastspiel in den USA den Dallas Tornado zur Hafenstraße zurück.
Jetzt erscheint das erste Hörbuch mit Willi Lippens und es wird deutlich, dass er nicht nur ein begnadeter Fußballer war, sondern auch ein hervorragender Geschichtenerzähler ist.


Hildegard Jakobs (Hrsg.)
Im Getto von Litzmannstadt (Lodz)
1.003 Biografien der am 27. Oktober 1941 aus Düsseldorf Deportierten
CD-R, 14,95 €
978-3-8375-0372-2
Möglichst vieles aufzuklären, den Überlebenden, deren Angehörigen und kommenden Generationen Auskunft über die Zeit im Getto von Litzmannstadt (Lód´z) zu geben, war die entscheidende Motivation für die Erstellung von 1.003 Kurzbiografien zu denjenigen Personen, die aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf am 27. Oktober 1941 ins Getto Litzmannstadt deportiert wurden. Die biografischen Vorgeschichten dieser jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus Düsseldorf, Duisburg, Essen, Krefeld, Goch, Mönchengladbach, Neuss, Solingen, Wuppertal, Remscheid, Oberhausen und weiteren Orten wurden präzise nachgezeichnet. Das verwendete Quellenmaterial reicht von den vielfältigen Beständen aus dem Staatsarchiv (Lód´z), dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington, weiteren internationalen Archiven und Gedenkstätten, den regionalen Stadt- und Landesarchiven über Interviews mit Überlebenden und persönlichen Familiendokumenten. Neben den 1.003 Biografien befinden sich weiterführende Angaben zur Recherche und Quellenlage sowie namensund ortsbezogene Recherchezugänge auf dieser CD-ROM. Die CD-ROM ist konzipiert als biografische Ergänzung der Publikation von Angela Genger und Hildegard Jakobs: „Düsseldorf. Getto Litzmannstadt. 1941“, die 2010 im Klartext Verlag in Essen erschienen ist. 

Roy Kift
Tour the Ruhr
The English Language Guide
4. aktual. u. erw. Aufl
256 S., div. farb. Abb., € 11,50
978-3-88474-815-2
Roy Kift lebt seit über zehn Jahren im Ruhrgebiet und bietet fremdsprachigen Gästen mit einem „English Tourist-Guide“ erste Informationen über die Region. Ein solcher Führer füllt eine Lücke, denn viele touristische Angebote im Ruhrgebiet und auch lokale oder regionale Agenturen oder Einrichtungen haben wenig bis keine Möglichkeiten, nicht deutschkundlichen Gästen entsprechende Informationen zur Erschließung der zahlreichen Angebote zugänglich zu machen. Englisch als Universalsprache hat zudem den Vorteil, damit nicht nur Briten, Amerikaner und andere englischsprachige Gäste zu erreichen, auch viele andere ausländische Besucher verstehen bei fehlenden Deutschkenntnissen zumindest Englisch. Der Reiseführer ist nicht einfach aus vorhandenen Informationen übersetzt, sondern völlig neu konzipiert, um das Ruhrgebiet aus der Perspektive eines Ausländers zu betrachten und zugänglich zu machen. Mit einer gehörigen Portion englischem Humor spricht Roy Kift seine Leser an und hält auch mit seiner Meinung über die touristischen Highlights der Region nicht hinter dem Berg.


Dittmar Dahlmann / Anke Hilbrenner / Britta Lenz
Überall ist der Ball rund – Nachspielzeit
Zur Geschichte und Gegenwart des Fußballs in Ost- und Südosteuropa
456 S., zahlr. Abb., € 29,90
978-3-8375-0297-8
Mit diesem Band gehen wir in die „Nachspielzeit“ unserer Beschäftigung mit dem Fußballsport in Südost- und Osteuropa. Seit dem Erscheinen des ersten Bandes im Jahre 2006 ist viel Bewegung in die Sport- und Fußballgeschichtsschreibung gekommen. Während die Erforschung des Fußballs in der allgemeinen Geschichte vor allem Ost- und Südosteuropas damals noch ein Nischenthema war, ist die Sportgeschichte mittlerweile ein viel beachtetes Feld der modernen Sozial- und Kulturgeschichte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Sport und Politik. Die „Nachspielzeit“ führt in die DDR, in die Sowjetunion, nach Aserbaidschan und nach Polen, um dort politische Einflußnahmen auf das Fußballspiel zu untersuchen. Darüber hinaus machen wir uns auf die Suche nach der Bedeutung des Fußballsports in stalinistischen Arbeitslagern. Weitere zentrale Fragen sind die Rolle des Fußballs bei der Integration oder Desintegration von Minderheiten in Osteuropa und in der ethnisch-nationalen Frage. In einigen Vereinsgeschichten führt die „Nachspielzeit“ in die näheren, manchmal aber auch entlegeneren Gegenden Europas: Nach Vilnius, Teplitz, Temeschwar, Sofia und Mostar. Schließlich pfeifen wir die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine schon einmal an und nehmen Kommerzialisierung und Korruption sowie sportliche Krisen vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und politischen Transformation dieser Länder in den letzten zwanzig Jahren ins Visier.

Mordsgebiete.
10 Krimi-Klassiker von Rhein und Ruhr
Gesamtausgabe
10 Bände im Schuber, € 39,95
 978-3-8375-0564-1
Zehn Krimi-Klassiker von Rhein und Ruhr, von Dortmund bis nach Düsseldorf. Es wird gefahndet, gestorben, geschossen, gegrübelt, geschmuggelt, gekämpft und geliebt. Und das alles direkt vor unserer Haustür. Essen, Bochum, Datteln, Düsseldorf, Dortmund, Niederrhein..., das Verbrechen lauert überall. Lassen Sie sich fesseln von 10 mörderischen Geschichten um Kriminelle und Kommisare, Pistolen und Polizistinnen, Räubern an Rhein und Ruhr. Da klopft das Herz, da brennt die Nachttischlampe bis nach Mitternacht.

Leo P. Ard / Reinhard Junge
Meine Niere – Deine Niere
Mordsgebiete. Krimi-Klassiker von Rhein und Ruhr, Band 1
258 Seiten, € 5,00
978-3-8375-0565-8
Reifen kreischen, zwei Wagentüren fliegen auf – und schon befindet sich der Asylbewerber Hamid Ghaeni in der Gewalt brutaler Entführer... Fünf Tage später erwacht der Kurde auf einer Parkbank. Seine Story klingt so unglaublich, dass sich kein Journalist damit ruinieren will – bis auf PEGASUS. Zur selben Zeit quält sich Hauptkommissar Lohkamp aus Recklinghausen mit einem mysteriösen Mordfall. Die Spuren reichen ins Emsland und nach Mecklenburg und wieder ins Ruhrgebiet zurück...

Horst Eckert
Bittere Delikatessen
Mordsgebiete. Krimi-Klassiker von Rhein und Ruhr, Band 2
236 Seiten, € 5,00
978-3-8375-0566-5
Feinkostkönig Fabian wird niedergestochen; die Bluttat ist für die Medien ein gefundenes Fressen. Kommissar Engel gerät unter Druck – getrieben von Publicitysucht, gefordert vom Chef, angefeindet von Kollegen, angezogen von einer schönen Verdächtigen.

Andreas Hoppert
Der Thule-Code
Mordsgebiete. Krimi-Klassiker von Rhein und Ruhr, Band 3
286 Seiten, € 5,00
978-3-8375-0567-2
Günther Wehking weiß, dass er in Gefahr schwebt, und übergibt Anwalt Marc Hagen einen Brief. Im Fall, dass sich Wehking einen Tag lang nicht meldet, soll seine Tochter Edda das Schreiben erhalten. Tatsächlich stirbt er wenig später und Edda kann kaum glauben, was ihr Vater ihr hinterlassen hat: einen Vierzeiler, auf dessen Inhalt sie sich keinen Reim machen kann; von Irminsul und Schicksal ist die Rede. Gemeinsam mit Marc Hagen versucht sie, die Botschaft zu entschlüsseln; eine rasante Reise in die Vergangenheit und zu deren Zeugnissen beginnt...
Ein historisches Rätsel, eine antike Schlacht und eine moderne Bedrohung – Marc Hagen kommt einer Verschwörung auf die Spur.


Hiltrud Leenders / Michael Bay / Artur Leenders
Clara!
Mordsgebiete. Krimi-Klassiker von Rhein und Ruhr, Band 4
246 Seiten, € 5,00
978-3-8375-0568-9
Eine Wasserleiche stellt das Klever K 1 vor ein großes Rätsel: Niemand scheint einen Grund gehabt zu haben, den 19-jährigen Ralf Poorten umzubringen, und natürlich hat keiner etwas gesehen. Aber Christian, der Sohn von Kommissar Toppe, kannte den Toten aus einer religiösen Jugendgruppe Religiöser Wahn, eine Wasserleiche und die anrüchige Wohngemeinschaft des Kommissars – um dieses und um die wundertätige junge Clara dreht sich die Handlung im Krimi des erfolgreichen Klever Trio Criminale.

Theo Pointner
Einer nach dem Anderen
Mordsgebiete. Krimi-Klassiker von Rhein und Ruhr, Band 5
284 Seiten, € 5,00
978-3-8375-0569-6
In Bochum geht ein Serienkiller um. Erst bei der dritten Leiche stoßen Kommissarin Katharina Thalbach und ihre Kollegen auf eine Verbindung. Alle Opfer waren Mitglieder einer Sekte. Sind die "Befreiten des Lichts" wirklich nur eine Gruppe harmloser Spinner?

Niklaus Schmid
Bienenfresser
Mordsgebiete. Krimi-Klassiker von Rhein und Ruhr, Band 6
214 Seiten, € 5,00
978-3-8375-0570-2
Das Wetter ist schlecht und die Finanzlage auch: Daher übernimmt Privatdetektiv Elmar Mogge gar nicht ungern den Auftrag seiner Exfrau, eine Freundin von ihr auf Ibiza zu suchen. Das klingt nach leicht verdientem Honorar. Doch die Suche nach der ehemaligen Stewardess gestaltet sich anders, als Mogge sich das vorgestellt hat. Denn unter all den Aussteigern, Tagträumern und Nachteulen, die die Insel bevölkern, gibt es auch Leute, die den Ermittler aus dem Ruhrgebiet von seiner Arbeit abhalten wollen, und zwar mit wenig zimperlichen Mitteln. Mogge stößt bei seinen Recherchen auf eine private Fluggesellschaft mit speziellem Service. Ein Skandal droht – und mittendrin ein verschnupfter Staatssekretär sowie andere reiselustige Beamte vom Mittelmeerausschuss. Alles Zufall? Nein, irgendwer im Hintergrund zieht die Fäden ...

Werner Schmitz
Dienst nach Vorschuss
Mordsgebiete. Krimi-Klassiker von Rhein und Ruhr, Band 7
148 Seiten, € 5,00
978-3-8375-0571-9
Die Leiche im Rathaus-Paternoster sorgt für Schlagzeilen. Die ZEITUNG bläst zur Jagd auf „die Bestie von Bochum“. Doch Kommissar Fuchs macht nicht mit. Er will selbst wissen, wer den mausgrauen Amtmann in die ewigen Jagdgründe geschickt hat. 

Gabriella Wollenhaupt
Grappa und der Wolf
Mordsgebiete. Krimi-Klassiker von Rhein und Ruhr, Band 8
184 Seiten, € 5,00
978-3-8375-0572-6
Dubiose BKA-Leute und Plutonium-Schmuggler in Bierstadt, ein Killer mit Stil, einige Allzufrühverstorbene - und mittendrin Maria Grappa.

Jan Zweyer
Glückauf – Glückab
Mordsgebiete. Krimi-Klassiker von Rhein und Ruhr, Band 9
204 Seiten, € 5,00
978-3-8375-0573-3
Der Fahrsteiger Klaus Westhoff wird tot aufgefunden. Selbstmord, sagt die Polizei. Doch warum? Die Schwester des Toten, Stefanie, will es wissen und sucht gemeinsam mit ihren Freunden, dem Langzeitstudenten Rainer Esch und dem jungen Bergmann Cengiz Kaya, nach Gründen. Dabei stoßen sie auf die dubiose Investmentfirma 'Take off', deren Betreiber es nicht nur auf das mühsam Ersparte der Bergleute abgesehen haben.

Dorothee Becker
Der rankende Tod
Mordsgebiete. Krimi-Klassiker von Rhein und Ruhr, Band 10
192 Seiten, € 5,00
978-3-8375-0574-0
Clemens Heder stirbt auf dem Gleis der S-Bahn. Für Kommissar Schafstall gibt es am Selbstmord des Jaguar-Fahrers nicht viel herumzudeuteln. Clemens' Ex-Frau Veronika, die Ich-Erzählerin, gerät in die Rolle der Ermittlerin und ahnt nicht, dass sie selbst in Lebensgefahr schwebt.
Was trieb den lebenslustigen Nichtsnutz in den Selbstmord? Clemens besaß mehr Geld als ihm guttat. Aber sind Geld und reichlich Frauengeschichten Gründe zum Sterben? Die Heders hatten schon kurz vorher das Ableben eines Familienmitglieds zu beklagen...
Die Erlebnisführer-Reihe zu den Nationalen Naturlandschaften!
 Natur erleben
Brandenburg /Berlin
496 S., Br., € 16,95
978-3-8375-0602-0
 Natur erleben
Mecklenburg-Vorpommern
476 S., Br., € 15,95
978-3-8375-0604-4
 Natur erleben
Sachsen /Sachsen-Anhalt
364 S., Br., € 13,95
978-3-8375-0609-9
 Natur erleben
Thüringen
208 S., Br., € 9,95
978-3-8375-0610-5
Die Natur zu erfahren und zu genießen, dazu bedarf es keiner langen Reisen. Denn die schönsten Landschaften liegen praktisch vor der Haustür. Diese Buchreihe lädt dazu ein, die Naturparke und Nationalparks der einzelnen Bundesländer zu entdecken. "Natur erleben" stellt erstmals diese herausragenden Naturlandschaften im Zusammenhang dar. Die reich bebilderten Bände führen zu den schönsten Orten und Ausflugszielen und informieren über Tiere und Pflanzen sowie über Geschichte und Kultur.
Abwechslungsreiche Routenvorschläge für Wanderungen, Fahrrad-, Kanu- und Inlinetouren dienen als Wegweiser und ermöglichen ein aktives Natuererleben sowie die Regeneration von Körper und Geist. Zu den Besonderheiten der Regionen, die es zu entdecken gilt, zählen auch regionaltypische Produkte und gastronomische Angebote. Darüber hinaus werden vielfältige Informationen zu unterschiedlichen Übernachtungsmöglichkeiten geboten.
 
Alle Bände enthalten:
+ Freizeittipps für die ganze Familie
+ Top-Routen für Wanderer, Radfahrer und Kanuten
+ Wissenswertes zu Flora und Fauna
+ Ausflugsziele zu Geschichte und Kultur
+ Insidertipps zu heimischen Spezialitäten
+ Übernachtungsverzeichnis



Auf de schwäbsche Eisebahne gibt's gar viele Haltstatione: Eisenbahn-Nostalgie zwischen Donau-Ries und Bodensee
Mit über 100 bislang meist unveröffentlichten Fotos aus den Jahren 1920 bis 1975, Streckenkarte und Statistik der BD Augsburg

Markus Hehl
Dampflokzeit in Schwaben
127 S., Gb., € 19,95
978-3-8375-0613-6
Im Jahr 1840 wurde die "München-Augsburger-Eisenbahn" eröffnet. Damit begann auch in Schwaben das Zeitalter der Eisenbahn. In den folgenden Jahrzehnten wurden Haupt- und Nebenbahnen gebaut, die das Land erschlossen. Neben den großen Magistralen München-Augsburg-Ulm und Nürnberg-Augsburg-Lindau entstanden zahlreiche Lokalbahnen, die auch abgelegenen Dörfern den Anschluss an die "große, weite Welt" brachten. 


Starke Männer
Porträts der 1930er und 1940er Jahre
128 Seiten, zahlr. Abb., € 19,95
978-3-8375-0515-3
Dieses Buch versammelt 100 Männerporträts, die in den 1930er und 1940er Jahren in dem Rietberger Fotoatelier entstanden sind, das heute im LWL-Freilichtmuseum Detmold steht. Die Ausdrucksstärke und Ernsthaftigkeit, mit der die Männer und Jungen uns in den Aufnahmen entgegenblicken, beeindruckt. Welches Männerbild versteckt sich hinter dem Titel „Starke Männer“? Wie wollen die abgelichteten Männer in Erinnerung bleiben? Zunächst gehörte ein gepflegtes Äußeres wohl bei allen dazu. Oft fiel die Wahl der Kleidung zugunsten des besten Anzugs aus, der häufig auch der einzige war. Manche ließen sich in Uniform fotografieren – als Soldaten im Zweiten Weltkrieg, aus dem viele nicht zurückkehrten. Andere geben sich mit Abzeichen am Revers als Mitglieder von Vereinen oder Verbänden zu erkennen und zeigen damit ihre Teilhabe an der damaligen Gesellschaft, die eine Männergesellschaft war. Durch Recherchen in Rietberg konnte ein Großteil der Abgebildeten identifiziert werden – sie kamen aus allen Berufsgruppen der Kleinstadt und waren Sparkassendirektor oder Büroangestellter, Handwerksmeister oder Kraftfahrer, Lehrer oder Schüler. Schriften des LWL-Freilichtmuseums Detmold, Westfälisches Landesmuseum für Volkskunde, Band 33 bietet mit einführenden Aufsätzen und faszinierenden Fotografien ein spannendes Stück Fotogeschichte.


Nicole Colin / Matthias N. Lorenz / Joachim Umlauf
Täter und Tabu
Grenzen der Toleranz in deutschen und niederländischen Geschichtsdebatten
176 Seiten, Festeinband, € 22,00
978-3-8375-0346-3
Ist ein Sprechen über die Verbrechen der jüngeren Geschichte möglich, das sich ausschließlich auf die reinen Fakten beschränken will? An welchem Punkt droht eine nicht moralisierende Darstellung des Vergangenen in eine unmoralische Geschichtsdeutung umzuschlagen?  Umgekehrt stellt sich im Zeitalter der so genannten Political Correctness aber auch die Frage, wann die gerade geltenden gesellschaftlichen Tabus in eine problematische Schweigeverpflichtung münden: Behindern dominant moralische Bewertungen vielleicht sogar eine objektive Vergegenwärtigung historischer Ereignisse?  Der Band fragt nach den Tabuzonen, die moderne Gesellschaften in ihren Geschichtsdebatten immer wieder neu aushandeln. Im Zentrum der Beiträge stehen gleichsam exemplarisch einige der jüngeren Vergangenheitsdiskurse in Deutschland und den Niederlanden. Anhand der Figur des ‚Täters‘ zeigen sie in vergleichender und interdisziplinärer Perspektive, wo jene Grenzen zwischen Sagbarem und Unsagbarem und damit zwischen Erinnern und Vergessen errichtet oder eingerissen werden – und aus welchen Motiven.


Magische Orte
Natur- und Kulturmonumente der Welt
168 Seiten, Hardcover, durchg. farb. Abb., € 19,95
978-3-8375-0516-0
Sieben Weltwunder kannte die Antike, mehr als neunhundert Welterbestätten zählt die UNESCO: Meisterwerke der Baukunst des Menschen und überwältigende Monumente der Natur. "Magische Orte" verbindet anschaulich die Weltwunder der Natur und der Menschheit als Schöpfungen unserer Erde. "Magische Orte" macht bedeutende Natur- und Kulturmonumente in ihrer Schönheit und Erhabenheit als jene Orte erlebbar, in denen sich die gewaltigen Energien der Natur- und Menschheitsgeschichte verkörpern. Indem wir in die faszinierende Welt der Berge, Wüsten, Flüsse und Wälder, der Pyramiden, Tempel, Gärten, Kathedralen und Wolkenkratzer eintreten, hören wir ihre Geschichten - denn jeder dieser Orte erzählt seine eigenen Mythen und Legenden.
"Magische Orte" ist eine Hymne auf die Schönheit und Erhabenheit der Erde.
In einer Zeit, in der die Menschen den Reichtum und die Vielfalt des Lebens zu zerstören drohen, müssen wir uns auf die schöpferischen Kräfte unseres Planeten besinnen. Der Bildband klagt nicht an und ergeht sich nicht in düsteren Prognosen. Es führt uns vielmehr die Vielfalt des Lebens so schön und kostbar vor Augen, dass jeder begreift: Wir müssen all unsere Kräfte dafür einsetzen, dass der aus der Schöpferkraft der Erde gewachsene Reichtum niemals vergeht.
Der Katalog ist ebenfalls auf Englisch (Magic Places - Natural and Cultural Monuments of the World) erhältlich (ISBN 978-3-8375-0517-7)

Udo Achten
Nicht betteln, nicht bitten
Die Moabiter Streikunruhen 1910
180 Seiten, zahlr. Abb.,  € 17,95
978-3-8375-0614-3
Im September 1910 traten 141 Arbeiter der Kohlenträger in Berlin-Moabit wegen einer abgelehnten Lohnforderung in den Streik. Verhandlungen mit Arbeitervertretern wurden abgelehnt und Vermittlungsvorschläge blieben erfolglos. Eilends aus Hamburg geholte Streikbrecher, die zum Teil bewaffnet waren, standen unter besonderem Schutz der Polizei. Die so genannten „Streikkrawalle“ nannte der „Vorwärts" treffend „Polizeiunruhen". Während der Straßenkämpfe wurden Geschäfte, Gastwirtschaften und Schaufenster zerstört, aus den Fenstern flogen Steine, Blumentöpfe und allerlei Gegenstände. Der Einsatz der Polizei wurde zunehmend brutaler. Die höheren Polizeidienstgrade hatten eine Militärlaufbahn hinter sich, so dass nicht mehr von der Verhältnismäßigkeit der Mittel gesprochen werden konnte. Auf beiden Seiten gab es Geschädigte: ca. 150 Personen und 104 Polizisten wurden verwundet. Ein Mensch starb. 

Rainer Barbey
Recht auf Arbeitslosigkeit?
Ein historisches Lesebuch über Faulheit, Leistung und die Zukunft der Arbeit
152 Seiten,  € 24,95
978-3-8375-0427-9
Ein Leben ohne Arbeit ist ein uralter Menschheitstraum. Seit dem Einsetzen von Automation und Mechanisierung im Zuge der Industriellen Revolution scheint er in immer greifbarere Nähe zu rücken. Aber kann aus dem technischen Fortschritt allein ein Recht auf Faulheit abgeleitet werden? Ist die Utopie einer der Arbeit ledigen Gesellschaft überhaupt wünschenswert? Gründet die Emanzipation des Menschen von den Zwängen der Natur etwa nicht auf Tätigkeit und Erwerb? Basieren Wohlstand und Kultur der westlichen Zivilisation nicht gerade auf (möglichst niedrig bezahlter) Arbeit? Und: was ist das eigentlich – Arbeit?
Diese Fragen beschäftigen Denker der unterschiedlichsten Disziplinen seit über 200 Jahren. Einige ihrer Antworten versammelt dieses Buch in einer möglichst repräsentativen Auswahl. Mit Beiträgen unter anderem von: Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Charles Fourier, Friedrich List, Thomas Carlyle, Moses Hess, Johann Gustav Droysen, Michail Bakunin, Heinrich von Treitschke, Paul Lafargue, Friedrich Nietzsche, Oscar Wilde, Karl Marx, Lew Tolstoi, Wladimir Iljitsch Lenin, Max Scheler, Henry Ford, John Maynard Keynes, Ernst Jünger, Bertrand Russel, Antonio Gramsci, Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Ernst Bloch, Herbert Marcuse, Helmut Schelsky, Günther Anders, Ralf Dahrendorf, André Gorz, Jürgen Habermas, Jeremy Rifkin, Ulrich Beck, Jacques Derrida, Wolfgang Engler, Raul Zelik, Elmar Altvater

LWL
Trabajadoras del Mundo – Frauenarbeit
Cecilia Herrero-Laffin
36 Seiten, Abb.,  € 5,20
978-3-8375-0544-3
Der Katalog fasst die Abbildungen und Informationen, zu der in der Ausstellung präsentierten farbenfrohen Bilder und Plastiken der Künstlerin Cecilia Herrero-Laffin zusammen. Sie portraitiert Frauen aus Südamerika und Deutschland bei ihrer Arbeit: Putzfrauen, Fischereiarbeiterinnen, Näherinnen, Kleinunternehmerinnen und Köchinnen. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Frauenarbeit wird hier zum Anlass genommen, das bis heute gesellschaftlich brisante Thema in den Fokus zu rücken: Aktuelle sowie historische Informationen und Sichtweisen zur Erwerbstätigkeit von Frauen ergänzen die Kunstwerke. Die Argentinierin Cecilia Herrero-Laffin, die heute in Deutschland lebt, zeigt mit ihren Werken den Alltag arbeitender Frauen. Insbesondere die einfachen Arbeiterinnen stehen immer wieder im Fokus der vielfältigen Werke. Sowohl aus künstlerischer, aktueller und auch historischer Sicht werden prekäre und zumeist schlecht bezahlte Frauenarbeitsplätze betrachtet, die eine lange Tradition haben. Cecilia Herrero-Laffin arbeitet in ihrer Malerei und Plastik mit unterschiedlichen Techniken. Die großen Formate ihrer Bilder entstehen in Mischtechnik, die von Acryl über Ei-Tempera bis Pastellkreide reicht. Miteinander verwoben zeigen ihre Werke die klassische Herkunft ihres Handwerks. Für die kleinen Formate verwendet sie verschiedene Techniken: Fotografie, Computergrafik und Malerei. Plastiken entstehen in Ton und Gips.

Ulrike Heikaus
Das war spitze!
Jüdisches in der deutschen Fernsehunterhaltung
128 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 18,00
978-3-8375-0512-2
Der seit über 60 Jahren hochtourig laufende Bildermarathon, der uns mittlerweile tagtäglich im Fernsehen zur Verfügung steht, soll mit der Ausstellung Das war spitze! Jüdisches in der deutschen Fernsehunterhaltung entschleunigt werden. Der Blickwinkel, von dem aus das Tempo gedrosselt wird, ist dabei ein ganz konkreter: Es gilt, das "Jüdische" in der deutschen Fernsehunterhaltung herauszufiltern und genauer anzuschauen. Jedoch – was ist das "Jüdische"? Wie lässt es sich erfassen und betrachten? In insgesamt zehn Stationen unternimmt die Ausstellung eine mentalitätsgeschichtliche Reise in unsere heimischen Wohnzimmer und zeichnet dabei filmische Strategien bei der fiktiven Darstellung "jüdischer" Themen und Figuren nach. Populären Persönlichkeiten der Medienöffentlichkeit, wie etwa dem über Jahrzehnte omnipräsenten Hans Rosenthal, nähert sich die Ausstellung aus einer lebensgeschichtlichen Perspektive an. Die gesellschaftlichen Diskurse und Fragestellungen rund um die öffentliche Verhandlung des "Jüdischen" auf dem Fernsehbildschirm bleiben dabei wahrnehmbar und bewusst unbeantwortet im (Ausstellungs-)Raum stehen.
Der Begleitband zur Ausstellung nimmt in weiterführenden Essays das Fernsehprogramm noch einmal ganz genau unter die Lupe. Dabei werden unter anderem die Handlungsstränge einzelner Fernsehfilme und Serienformate, etwa Tatort und Lindenstraße, verfolgt und "jüdische Figuren und Themen" auf ihre ambivalente Bildsprache hin untersucht. Auch die Verhandlung des "Jüdischen" im DDR-Fernsehen und in der österreichischen Fernsehunterhaltung findet in dieser Publikation Beachtung. Nicht zuletzt wird Hans Rosenthal, der Titelgeber dieser Ausstellung, näher vorgestellt und das Spannungsfeld aufgezeigt, in dem er sich als Alltagsbegleiter, Fernsehikone, jüdischer Überlebender und Zeitzeuge bewegte.

Dirk Graalmann
Borussia Dortmund
Schwarz – Gelb – Intensiv
Deutscher Fußballmeister 2011
158 S., zahlr. Fotos, Hardcover, Großformat, € 9,95
978-3-8375-0561-0
Intro:
Dortmund und der BVB – Eine Stadt und ihre Marke

Die Saison des Meisters
- Die Vorgeschichte der erfolgreichen Saison
- Ausführliche Chronik der Spielzeit mit vielen Bildern, Spielerporträts, Ergebnissen und Statistiken

Die 1950er Jahre
- Der neue Stern des Westens
- Eine historische Elf: Meisterschaft 1956 und 1957
- Friedhelm Meier: Wir waren Borussia! Als der BVB noch am Borsigplatz zu Hause war und Kalla Hoesch noch das Sagen hatte
- Portrait Aki Schmidt

Die 1960er Jahre
- Bundesliga beginnt
- Die Beatles und Borussia: Internationale Auftritte
- Fritz Eckenga: Mit Blick auf die Plantanen
- Portrait Dieter „Hoppy“ Kurrat

Die 1970er Jahre
- Zweite Liga und Westfalenstadion
- Tristesse 2. Liga: BVB vs. Eintracht Gelsenkirchen anno 1973
- Rolf Fischer: Gelbfieber
- Portrait Horst Bertram/Lothar Huber

Die 1980er Jahre
- Strukturwandel und Mittelmaß
- Erweckungserlebnis: Berlin 1989
- Text Willi Wittke
- Portrait Günther Kutowski

Die 1990er Jahre
- TV-Boom und zweite goldene Ära
- Meister, Meister, Champion
- Text Olaf Sundermeyer (angefragt)
- Portrait Stefan Reuter

Die 2000er Jahre
- Krise & Konsolidierung
- Derbyspiel gegen S04
- Portrait: Kevin Großkreutz
- Homestory mit „Kloppi“




Frank M. Raddatz
Promethiade
Athen – Istanbul – Essen – 2010
232 Seiten, zahlr. Abb.,  € 24,95
978-3-8375-0430-9
The international cooperation of Culture Capitals Istanbul 2010 and RUHR.2010: In summer 2010 theatre performances on Prometheus are being put on stage in Athens, Essen an Istanbul. World artist Jannis Kounellis develops different stage designs for the Greek tragedy, one for each city. Rimini Protokoll; Sahika Tekand an Theodorous Terzopoulos present their readings of the myth in the three cities. The ensembles consist of 100 people from Athens, or an intercultural group of German, Greek and Turkish actors.

Nina Sonntag
Raumtheater
Adolphe Appias theaterästhetische Konzeption in Hellerau
132 Seiten, Abb.,  € 19,95
978-3-8375-0627-3
Die erste deutsche Gartenstadt in Hellerau bei Dresden war nicht nur Zentrum der Lebensreformbewegung, sondern auch Geburtsort für das moderne Theater. Der Bühnenbildner und Theatertheoretiker Adolphe Appia machte den Aufführungsraum des von Heinrich Tessenow dwb erbauten Festspielhauses zu einem auf atmosphärische Wirkung zielenden Architekturerlebnis. Durch den ästhetisch-symbolischen Einsatz von elektrischem Licht und auf Treppenpodesten agierenden Schauspielern wurde das Raumkonzept ein Gegenentwurf zur illusionistischen Bühnengestaltung.
Mit diesem Buch wird am Beispiel des Festspielhauses in Hellerau und dem Wirken Adolphe Appias ein signifikanter Verbund von theaterwissenschaftlichen, kunstwissenschaftlichen und architekturtheoreti­schen Aspekten hergestellt. Nina Sonntag ist eine junge Kunsthistorikerin aus Offenbach am Main. Im Rahmen ihres Studiums kam sie früh mit den Ideen des Deutschen Werkbunds in Kontakt. Sie ist Mitglied des werkbund.jung – einer Gruppe von AbsolventInnen und StudentInnen gestaltender, wissenschaftlicher und pädagogischer Berufe, die gemeinsam zu Themenfeldern des urbanen zeitgenössischen Lebens, parallel zu den inhaltlichen Schwerpunkten des Deutschen Werkbunds arbeitet. Die Arbeit des werkbund.jung verkörpert in besonderem Maße den programmatischen Untertitel unserer Schriften-Reihe: »Einmischen und Mitgestalten«. 

Doina Talmann / Günter Strunck
Sieben rumänische Künstler unserer Zeit
144 Seiten, zahlr. farb. Abb.,  € 24,95
978-3-8375-0534-4
Die mit viel Erfolg im Jahre 2009 gestartete Serie von Kunstalben, die rumänische Kunst dem deutschen Publikum nahe bringen soll, wird in diesem Jahr weitergeführt. Das Thema der aktuellen Ausgabe ist das Werk von sieben arrivierten Künstlern. Alle sieben haben ihre kulturellen Wurzeln in Rumänien, aber ihr Schaffen im Ausland realisiert. Nach dem Studium sind sie in verschiedene Ecken dieser Welt ausgewandert und haben dort ihre Wege bestritten und Karrieren geschaffen. Dabei ist Sasha Meret aus den USA, Arina Stoenescu aus Schweden, Matei Negreanu aus Frankreich, Mircea Roman aus Holland, Mircea Novac aus England und Ioan Iacob und Alma Stefanescu-Schneider aus Deutschland. 

Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege der TU Dortmund
Zukunft braucht Herkunft
Städtebauliche Denkmalpflege als Beitrag zur Stadtentwicklung
200 Seiten,  € 14,95
978-3-8375-0098-1
Akteure aus Universität, Wissenschaft und Praxis haben sich auf Initiative von Prof. Christa Reicher zu der Fachgruppe „Städtebauliche Denkmalpflege“ zusammengeschlossen: das Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung, die Fakultät Raumplanung der TU Dortmund sowie das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH und der Arbeitskreis der Denkmalpfleger im Ruhrgebiet. Unter dem Titel “Zukunft braucht Herkunft“ gibt die Fachgruppe bereits ihre dritte Veröffentlichung heraus. Diesmal befasst sich die Publikation mit den Themen „Wie kommt die Geschichte ins Entwerfen?“, „Die historische Stadt“ und „Stadtentwicklung im Konflikt“. Ausgangspunkt der Veröffentlichung war das titelgebende städtebauliche Kolloquium im Wintersemester 2009/2010, das sich mit dem „Gedächtnis“ der Stadt, dem Stellenwert der historischen Bausubstanz für die Identität der Stadt und der Bedeutung der Historie für die Stadtentwicklung von morgen beschäftigte

Modellbahn-Impressionen 2012
MIBA Kalender 2012
14 S., Ringbindung, € 9,95
978-3-8375-0630-3
Modellbahn vom Feinsten, kompromisslos und technisch perfekt eingefangen von Spitzenfotografen wie Willy Kosak, Markus Tiedtke, Horst Meier und Jörg Chocholaty – das ist der MIBA-Kalender „Modellbahn-Impressionen 2012“. Er ist mehr als ein bloßer Wandschmuck für kahle Hobbyräume: 13 meisterhaft inszenierte Motive, entstanden auf Anlagen der Extraklasse, wiedergegeben im Großformat, laden Monat für Monat aufs Neue zum Träumen und Genießen ein: zum Verschenken und Selberschenken, für Modellbahner und alle anderen, die sich für außergewöhnliche Bilder begeistern können.

Eisenbahn und Landschaft 2012
EisenbahnJOURNAL-Kalender 2012
14 Seiten, hochwertiges Bilderdruckpapier, Ringbindung,  € 9,95
978-3-8375-0631-0
Der Kalender-Bestseller des Eisenbahn-Journals ist erneut dem klassischen Lieblingsthema der Eisenbahnfotografen gewidmet: Eisenbahn und Landschaft. Zwölf fantastische Monatsmotive bekannter Fotografen und ein Titelbild der Spitzenklasse zeigen die Eisenbahn und ihre Umgebung von ihren schönsten Seiten im Wechsel der Jahreszeiten. Der Motivbogen spannt sich von Dampfzügen der 70er-Jahre über nostalgische Nebenbahnszenen bis hin zu legendären Fahrzeugen.


Modellbahn-Träume 2012
EisenbahnJOURNAL-Kalender 2012
14 Seiten, hochwertiges Bilderdruckpapier, Ringbindung, € 14,90
978-3-8375-0629-7
Wenn eine Modellbahn-Anlage von Josef Brandl gebaut wird, hat sie den Status eines Gesamtkunstwerks. Von der Streckenführung mit ihren Brücken und Kunstbauten über die Landschaftsgestaltung und die individuell gefertigten Gebäude bis hin zur liebevollen Detailausstattung – alles trägt die unverwechselbare Handschrift des „Meisters“. Einmal mehr erscheinen einige der schönsten Motive und Szenen aus den Modellbahn-Anlagen von Josef Brandl in einem exklusiven Monatskalender, der Modellbahn-Träume wahr werden lässt.

Dampf-Träume am Brocken
Olaf Haensch: NachtZüge Kalender 2012
14 Seiten, hochwertiges Bilderdruckpapier, Ringbindung,  € 19,95
978-3-8375-0625-9
Seit 1887 durchqueren Schmalspurbahnen die raue Landschaft des sagenumwobenen Harzes. Mit ihren 25 Dampflokomotiven und 140 km Streckennetz zählen die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) heute zu den bedeutendsten technischen Denkmälern in Europa und den letzten großen Dampf-Abenteuern der Welt. Fünf Jahre lang verbrachte der Fotograf Olaf Haensch unzählige Nächte im Harz, um mit aufwändigen Blitzlicht-Installationen ebenso surreale wie atmosphärische Bilder von den Dampfzügen und ihrer Umgebung zu schaffen. Vor der dunklen Kulisse der Nacht geben sie den Blick frei auf den kontrastreich leuchtenden Dampf und auf Motive, die ohne ihre ausgeklügelte Visualisierung zwar vorhanden, aber so nicht wahrnehmbar wären. Fantastische Bilder erzählen Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart, sie lassen Mythen und Geheimnisse des Harzes aufleben und den Betrachter zum Teil eines Traums werden. 

Hans Mommsen
Die rote Kapelle und der Widerstand gegen Hitler
Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets, Schriften, Band 33
40 Seiten, € 3,90
978-3-8375-0616-7
Anlässlich des 12. Stiftungsfestes der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets hielt Prof. em. Hans Mommsen einen Festvortrag über die Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack, der in diesem Heft veröffentlicht wird. Hans Mommsen, der zum Aufbau des Instituts zur Erforschung der europäischen Arbeiterbewegung und seiner Bibliothek maßgeblich beigetragen hat, plädiert für eine Revision der wissenschaftlichen Bewertung der "Roten Kapelle" und ordnet diese Gruppe in den Gesamtkontext der Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus ein.

Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft (Hrsg.)
Jahrbuch für Kulturpolitik 2011
Thema: Digitalisierung
420 Seiten, 19,90 €
978-3-8375-0615-0
Die Digitalisierung der Informationsverarbeitung und Kommunikationsstrukturen haben unsere Lebens- und Arbeitswelt grundlegend verändert. Das Internet und seine Bedeutung für inzwischen nahezu alle Aktivitäten unseres Alltags- und Berufslebens ist dabei der sinnfälligste Ausdruck dieser Revolutionierung unserer Lebensweise. Diese Veränderungen haben selbstverständlich auch erhebliche Auswirkungen auf Kunst und Kultur und damit auch für kulturpolitisches Handeln. Die Künste stehen mitten in diesem dynamischen Wandel und kreieren selbst neue Formen und Techniken der Gestaltung, Wahrnehmung und Reflexion. Begriffe, die Jahrhunderte lang für unsere kulturell-künstlerische Produktion und Rezeption prägend waren wie Original, Aura, Autonomie, individuelle Urheberschaft, geistiges Eigentum u. a. bekommen eine veränderte Bedeutung. Alle Kultureinrichtungen ebenso wie die Kulturpolitik selbst stehen vor der Herausforderung, ihre bisherige Arbeit im Lichte der gesellschaftlichen und der kulturell-künstlerischen Veränderungen durch die Digitalisierung zu überprüfen und die Chancen, die sich dadurch für sie ergeben aufzugreifen sowie diesen Wandel bisheriger Vorstellungen kritisch zu reflektieren und auf die eigenen Aktivitäten zu beziehen. Im Jahrbuch will die Kulturpolitische Gesellschaft nach einer Reflexion der gesellschaftlich-kulturellen Entwicklung und deren Auswirkungen auf den Kulturbereich verschiedene kulturelle Sparten und Einrichtungsarten konkret auf die Bedeutung der Digitalisierung für ihre Arbeit befragen und vor allem die Anforderungen an eine Neuorientierung kulturpolitischen Denken und Handelns näher beleuchten. Dabei werden auch die zentralen Beiträge der Tagung „netz.macht.kultur. Kultur-politik in der digitalen Gesellschaft“, die die Kulturpolitische Gesellschaft und die Bundeszentrale für Politische Bildung am 9./10. Juni 2011 in Berlin durchführt, dokumentiert. An den Schwerpunkt schließen sich die regelmäßigen Rubriken, die Chronik kulturpolitischer Ereignisse, die Bibliographie kulturpolitischer Neuerscheinungen und der Adressenteil sowie Kunst und Kultur im Internet an. 

Holger Skor
Brücken über den Rhein
Frankreich in der Wahrnehmung und Propaganda des Dritten Reiches 1933–1939
416 Seiten, Abb., € 49,95
978-3-8375-0563-4
Für den Ideologen Adolf Hitler galt Frankreich stets als „unerbittlicher Todfeind des deutschen Volkes“ (Mein Kampf). Nach 1933 gerieten diese Sichtweise und der zwangsläufige Konfrontationskurs zunächst zu einem politischen Handicap des NS-Regimes. Mit seinen vorgeblichen Friedensofferten („Brücken über den Rhein“) suchte Hitler daher einen Ausweg aus diesem Dilemma. Holger Skor zeigt hier erstmals auf, wie sich die deutsche Propaganda gegenüber Frankreich zwischen 1933 und 1939 zu einer Waffe entwickelte, die gezielt eingesetzt wurde, um Remilitarisierung, Aufrüstung und den außenpolitischen Aggressionskurs erfolgreich zu kaschieren. Bei den ehemaligen französischen Frontkämpfern, den anciens combattants, konnte sich der Mythos vom „unbekannten Weltkriegssoldaten“ Adolf Hitler besonders wirkungsmächtig entfalten. In ihnen fand die NS-Propaganda in Frankreich ein geschicktes Sprachrohr, mit dem Hitler seinem vermeintlichen Friedenswillen Gehör verschaffte, solange ihm dies opportun erschien.

Gudrun Gersmann / Hans-Werner Langbrandtner
Im Banne Napoleons
Rheinischer Adel unter französischer Herrschaft.
Ein Quellenlesebuch
320 Seiten, teils farb. Abb., € 24,95
978-3-8375-0583-2


Henrichshütte Hattingen
Alles Kopfsache
Hut, Helm, Tuch & Co.
96 Seiten, zahlr. Abb., € 16,95
978-3-8375-0612-9
Was der Mensch sich auf den Kopf setzt, zeigt uns, was er denkt, woran er glaubt, was er macht. Warum tragen Menschen Kopfbedeckungen und was sagen sie aus? Wie wird ein Hut gemacht? Wo bekommen die Menschen ihren Hut her? Der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung „Alles Kopfsache. Gut, Helm, Tuch & Co.“ thematisiert die Geschichte der Kopfbedeckung von der Fertigung über die Entwicklung der verschiedenen Vertriebsmöglichkeiten bis hin zu den Gründen, warum Menschen ihren Kopf schützen, zieren oder „sprechen lassen“. Neben modischen Aspekten spielt besonders der Arbeitsschutz eine wichtige Rolle.

Stefan Remeke
Anders links sein
Auf den Spuren von Maria Weber und Gerd Muhr
384 Seiten, zahlr. Abb., € 39,95
978-3-8375-0488-0
Eine Gewerkschafterin, „erzkatholisch“ und eine Christdemokratin zumal, die ihre Herkunft aus dem rauen, echten Ruhrgebiet nie verleugnete, die als Christlich-Soziale moderne Familienpolitik machte lange vor Ursula von der Leyen, für das ganztägige Schulwesen kämpfte und sich um die Gesamtschule und aus anderen Anlässen raufte mit den Granden der CDU/CSU von Helmut Kohl über Kurt Biedenkopf bis zu Franz Josef Strauß. Sie stand an der Spitze der emanzipierten Gewerkschaftsfrauen, verband progressive Ideen und Katholizismus und blieb in bestimmten Angelegenheiten dennoch traditionell: in ihrem Kampf gegen eine Reform des Paragrafen 218 etwa oder in ihrer äußeren Erscheinung – „Trägerrock statt Minirock“ respektive in Kostüm mit Brosche unter den jungen Vertreterinnen der Frauenbewegung nach „1968“. Und ein Gewerkschafter, der im Hauptberuf den deutschen Sozialstaat gestaltete und zu verteidigen versuchte, zugleich aber, von vielen unbeobachtet, als Weltdiplomat Karriere machte in den United Nations of Labour, der Internationalen Arbeitsorganisation in Genf, und zudem die europäische Integration in Brüssel im Hintergrund forcierte. Als Gewerkschaftsdiplomat kämpfte er gegen die europäischen Diktaturen in Griechenland, Portugal oder Spanien, engagierte sich für Lech Walesa und den Befreiungskampf der Solidarnosc, versuchte im Ost-West-Konflikt zu vermitteln und sah sich als Anwalt der sogenannten „Dritten Welt“ und Afrikas, wenn er für die Entschuldung eintrat oder gegen die Apartheid in Südafrika zur Unterstützung Nelson Mandelas initiativ wurde. Beide waren nicht irgendwelche Funktionäre, sondern führende Spitzenkräfte des Deutschen Gewerkschaftsbundes – und doch hat man sie heute schon fast vergessen. Es lohnt sich, sich auf die verwehten Spuren zu begeben, die diese spannenden, vielschichtigen Persönlichkeiten hinterlassen haben, sie näher kennen zu lernen in dem, was sie prägte, was sie als Person ausmachte, wofür sie sich engagierten. Denn es tritt dabei etwas anderes zutage als das, was wir von der tristen Funktionärswelt erwarten – mit hochaktuellen Bezügen zur Tages- und Weltpolitik der Gegenwart. Die Welt der Funktionäre war nicht nur grau, sondern, wenn man genauer hinsieht, durchaus bunt – in diesem Fall vor allem: schwarz-rot.

Mechtild Stiewe / Ulrike Reutter
Mobilitätsmanagement
Betrachtungen und Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis
280 Seiten, € 24,95
978-3-8375-0474-3
 
Aus dem Inhalt:
Klaus Beckmann: Nachhaltigkeitsstrategien im Verkehr
Ulrike Reutter: Mobilitätsmanagement – Anreize zur Verkehrsverlagerung schaffen
Herbert Kemming: Mobilitätsmanagement – Verkehrssysetm intermodal und multioptional gestalten
Konrad Götz: Mobilitätsmanagement – Verkehrsverhalten ist beeinflussbar
Christian Holz-Rau: Mobilitätsmanagement – Einbingung in traditionelle, sektorale Verkehrsplanung
Carsten Gertz: Mobilitätsmanagement – Ein baustein zur Steigerung der Leistungsfähigkeit unserer Verkehrsinfrastruktur
Marcel Hunecke: Methoden der empirischen Sozialforschung zur Identifikation von Zielgruppen für umweltfreudliche Mobilitätsangebote
Sebastian Bamberg: Max-Sem – Ein neues Model der Verhaltensänderung
Mechtild Stiewe: Einbindung von Mobilitätsmanagement in die Stadtplanung
Conny Louen/Andreas Witte: CO2-Einsparung und Verlagerungspotenziale durch Mobilitätsmanagement
Volker Blees: Mobilitätsmanagement - eine Aufgabe für Kommunen
Christian Rumpke/Stefan Haendschke: Politische Implementierung: Vom „Aktionsprogramm effizient mobil“ zum Masterplan Mobilitätsmanagement




Doina Talmann / Günter Strunck
Marian und Victoria Zidaru
Das Künstlerpaar
144 Seiten, zahlr. farb. Abb.,  € 24,95
978-3-8375-0533-7
Vom Kunstmäzen Peter Ludwig entdeckt und gefördert ist das Künstler Ehepaar Marian und Victoria Zidaru vielleicht der spektakulärste Fall oder zumindest der originellste in der rumänischen Szene der bildenden Kunst der 90er Jahre und Anfang der 2000er Jahre. Der Bildhauer Marian Zidaru übernimmt in der heutigen rumänischen Kultur die einzigartige und schwierige Rolle des prophetischen, des missionarischen Künstlers, der religiöse, politische und soziale Auseinandersetzungen ausgelöst hat, die den engen ästhetischen oder kulturellen Rahmen gesprengt haben. Sein Programm, das stetig mit der Unterstützung seiner Frau Victoria verwirklicht wird, verfolgt durch Projekte, die sich auf alle Lebensaspekte beziehen, einen radikal verschiedenen Zugang zu den Elementen des alltäglichen Lebens. Sei es die Politik oder das alltägliche Leben, der verallgemeinerte Konsumismus oder das allmächtige Fernsehen, sei es die Zerstörung des Planeten oder der zwischenmenschlichen Beziehungen, setzt das, was Marian und Victoria Zidaru durch ihr totales Kunstprojekt realisieren wollen, keine Ignorierung der extrem komplizierten Realität der Gegenwart voraus, sondern möchten einen anderen Sinn vermitteln, indem sie inmitten derselben Welt bleiben und indem sie diese zu einer aktiven Respiritualisierung orientieren, die manchmal kompromisslos, aber immer bejahend, positiv und wohltuend ist.

Jasmin Grande
Nussschalen der Wissenschaft
Die fantastische Literatur als Genre
300 Seiten, € 35,00
978-3-8375-0591-7
In den 1970er Jahren regt die Arbeit des französischen Strukturalisten Tzvetan Todorov, „Einführung in die fantastische Literatur“, eine Diskussion über das Fantastische in der Literatur an. Der Diskurs um die Frage „Was ist Fantastik?“ ist bis heute aktuell, wenngleich es inzwischen unzählige Untersuchungen gibt, die sich mit der Definition der fantastischen Literatur befassen. Jasmin Grande schlägt eine Schneise durch die Theorienvielfalt, indem sie die Perspektive verändert: Die Kontextualisierung des Fantastik-Diskurses in der Fachgeschichte seit den 1970er Jahren eröffnet eine neue Lesart der Frage und arbeitet die bisher übersehene Bedeutung heraus, die dem Diskurs um das Fantastische in der Literaturwissenschaft zukommt.

Michael Köster
Die schönsten Biergärten im Revier
Biergartenführer Ruhrgebiet
160 Seiten, zahlr. Abb.,€ 9,95
978-3-8375-0367-8
In München und Umgebung sind Biergärten eine Weltanschauung. Bringt der Frühling die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, dann schwärmen die Freunde dieser einzigartigen Freiluft-Kultur aus. Unter Schatten spendenden Kastanien sind alle gesellschaftlichen Schranken aufgehoben. Studenten und Schlipsträger hocken beieinander, um bei Maß und Brotzeit über Politik, Fußball oder das Wetter zu diskutieren. Inzwischen findet diese Art des „Dolce Vita“ aber auch nördlich des Weißwurst-Äquators eine hohe Akzeptanz, immer mehr Freiluft-Schänken ! nach bajuwarischem Vorbild wurden in den letzten Jahren eröffnet. Vor allem im Ballungsraum Ruhrgebiet, wo die Menschen danach dürsten, irgendwo im Grünen ihr Bier zu genießen bestellen. Statt eines süffigen Hellen wird hierzulande ein herbes Pils bevorzugt, statt einer Schweinshaxe darf's auch eine Currywurst sein. Mit Beginn der Biergarten-Saison 2011 stellen wir die schönsten Biergärten des Reviers in einem handlichen Führer vor, geben Tipps und Hinweise zur Anreise, zu den Angeboten und zu Ausflugsmöglichkeiten.

Karl Schneider
Auswärts eingesetzt
Bremer Polizeibataillone und der Holocaust
812 Seiten, Gb., € 39,95
978-3-8375-0527-6
Mit großer Akribie und bis an die Grenzen des Erträglichen beschreibt Karl Schneider die Beteiligung der in Bremen aufgestellten Bataillone an der Vernichtung der europäischen Juden. Karl Schneiders Werk belegt: Der NS-Staat unterhielt Polizeitruppen, die dazu bestimmt und bereit waren, im Namen des nationalsozialistischen Kampfs gegen den „jüdischen Bolschewismus“ Menschen zu töten. Die Bremer Einheiten waren vor allem in den Niederlanden und der Ukraine eingesetzt. Auch in Bremen organisierte die Polizei nach Maßgabe ihrer Kompetenzen und auf dem Boden der bestehenden Anordnungen ihren Beitrag zur administrativen Abwicklung dessen, was der Jargon der Nazis als die „Endlösung der Judenfrage“ bezeichnet hat. Die Deportation der Juden aus Bremen etwa nach Minsk und Theresienstadt fiel in die Zuständigkeit der Gestapo. Polizeibeamte erfassten die Namen der Opfer, stellten die Transporte zusammen, befahlen die Menschen zum Bahnhof, sorgten für die Waggons der Reichsbahn und organisierten die polizeiliche „Begleitung“. Die Bataillonsmitglieder waren nicht immer selbst die direkten Täter, aber sie waren Teil der Todesorganisation. Nach dem Krieg blieb die Verstrickung der Polizei Bremens in die nationalsozialistischen Verbrechen weitgehend tabu. Umso mehr muss uns die Beobachtung irritieren, dass viele Männer der beiden Polizeibataillone nach 1945 wieder in die Bremische Polizei aufgenommen worden sind. Zwar hat es Versuche der Staatsanwaltschaften gegeben, strafrechtliche Ermittlungen gegen ehemalige Mitlieder der Bataillone zu führen. Nicht einer der Männer ist verurteilt worden. Es bleibt die Frage, warum das Buch erst heute erscheint. Seit dem Massaker in Kiew sind inzwischen 70 Jahre vergangen. Es ist schon erstaunlich, dass weder staatliche Institutionen noch kritische Wissenschaftler sich des Themas der Polizeibataillone nach 1945 angenommen haben. Offensichtlich haben die Täter von damals ihre Beteiligung am Völkermord systematisch verschwiegen. Ebenso wie die Wehrmacht hat die „Grüne Polizei“ davon profitiert, dass in den Nürnberger Kriegsverbrecher Prozessen lediglich die SS und die Gestapo als kriminelle Organisationen eingestuft wurden.

Ludger Heid
Ostjuden in Duisburg - Bürger, Kleinbürger, Proletarier.
Geschichte einer jüdischen Minderheit im Ruhrgebiet
592 Seiten, Abb., € 39,95
978-3-8375-0536-8
Mit dieser Untersuchung verfügt die Stadt Duisburg als einzige deutsche Stadt über eine eigene Geschichte ihrer Ostjuden, deren Spuren von der Jahrhundertwende des 19. und 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart reichen. Seit Ende der 1980er Jahre haben mit der Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion die „neuen“ Ostjuden in Duisburg ein neues Kapitel jüdischer Geschichte aufgeschlagen. Die Geschichte der Ostjuden in Deutschland ist auch eine Leidensgeschichte, über die kein Gras wachsen, die keine historische „Patina“ ansetzen darf.

Alfred Hagemann / Elmar Hoff
Gronau – Enschede – Berlin
Eine musikalische Reise durch die Welt der Unterhaltung
von der Weimarer Republik bis in die Nachkriegszeit
88 Seiten, zahlr. Abb., € 12,95
978-3-8375-0537-5
Unterhaltungsmusik war nach 1918 ein Massenphänomen. In der Industrieregion um Gronau und Enschede (Niederlande) entstand in diesen Jahren eine einzigartige deutsch-niederländische Kulturszene, die mit der pulsierenden Weltstadt Berlin in lebendigem Austausch stand. Die populäre Musik spielte darin eine wichtige Rolle.
Eine private Initiative macht dies zum Thema einer Dauerausstellung. Im traditionsreichen Apollo-Kino lädt sie unter dem Titel „Gronau – Enschede – Berlin” zu einer musikalischen Reise durch die Welt der Unterhaltung von der Weimarer Republik bis in die Nachkriegszeit ein. Durch 300 Exponate wird die Unterhaltungsmusik in ihrem historischen Kontext „sichtbar“, durch eine Medienstation und ein Grammophon zudem „hörbar” gemacht. Der Begleitband zur Ausstellung ist als „Reiseführer in die Welt der Unterhaltungsmusik“ gedacht. Er bietet, ergänzend zu den Abbildungen und Hörbeispielen, noch weitere „O-Töne” der Epoche – Zitate aus journalistischen und literarischen Texten.

Johanna Eichmann
"Du nix Jude, du blond, du deutsch"
Erinnerungen 1926–1952
128 S., Abb., € 14,95
978-3-8375-0519-1
Die Lebenserinnerungen von Johanna (geb. Ruth) Eichmann behandeln Kindheit und Jugend in einer jüdischen Großfamilie. Die Autorin schildert die erfahrenen Drangsalierungen in Schule und Freizeit während der NS-Zeit, das Ausweichen in den Schonraum eines katholischen Internats und die Behinderung der schulischen Laufbahn. Nach einer privaten Dolmetscher-Ausbildung kam Johanna Eichmann nach Berlin, arbeitete in einem französischen Kommissariat zur Betreuung der aus Frankreich verschleppten Zwangsarbeiter, bis sie in den letzten Kriegsmonaten als Halbjüdin selber zur Zwangsarbeit herangezogen wurde. Ihre zunächst durch eine „Mischehe“ geschützte Mutter überlebte Deportation und Zwangsarbeit. Mit den ersten Schritten nach dem Krieg – Rückkehr ins Ruhrgebiet, Studium und Eintritt in den Ursulinenorden – enden die Erinnerungen von Johanna Eichmann. Ihre Autobiografie gibt eine oft übersehene, aber nicht unwichtige Zwischen-Perspektive derer wieder, die weder von der deutschen Mehrheitsgesellschaft (und der „Volksgemeinschaft“ der NS-Periode) noch von der jüdischen Gemeinschaft als zugehörig angesehen wurden und werden.


Short Cut Europe 2010
Kulturelle Strategien und soziale Ausgrenzung.
Dokumentation des Europäischen Kongresses vom 3. bis 5. Juni 2010 in Dortmund
200 Seiten, € 15,00
978-3-8375-0504-7
Im Juni 2010 hat der Fonds Soziokultur e. V. zum zweiten Mal (nach 1999) einen europäischen Kongress in der europäischen Veranstaltungsreihe „Short Cut Europe“ veranstaltet. Er stand im Zusammenhang mit dem „Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“. Soziokulturelle Zentren, Einrichtungen der Kinder- und Jugendkulturarbeit sowie der spartenübergreifenden kulturellen Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit aus Deutschland und Europa waren eingeladen.
Kann Kulturpolitik, können Kulturarbeit, kulturelle Bildung und Kulturpädagogik Strategien gegen soziale Ausgrenzung entwickeln? Ist der theoretisch formulierte Anspruch einer „Kultur für alle“ noch in den Köpfen der Akteure präsent und wie sieht die Praxis aus? Gibt es neue Ansätze und Methoden der aktivierenden Kulturarbeit in der europäischen Soziokultur? Wo wird Vorbildliches und Modellhaftes geleistet, dass sich nachzuahmen lohnt? Muss Kulturarbeit mehr aufsuchende Aktivitäten beinhalten, also an die Orte derer gehen, die nicht von selber kommen? Wie können insbesondere Jugendliche aus sozial benachteiligten Lagen angesprochen werden? Diese Fragen wurden auf dem Kongress auf der Grundlage der Erfahrungen aus der europäischen Praxis diskutiert.

Erasmus Schöfer
Diesseits von Gut und Böse
Beiträge fürs Feuilleton
260 Seiten, € 24,95
 978-3-8375-0384-5
Erasmus Schöfer hat als kritischer, engagierter und ‚linker‘ Schriftsteller die gesellschaftliche und politische Entwicklung in der (alten) Bundesrepublik wie - nach 1989 - dann im größer gewordenen Land beobachtet, geschildert und in einer Reihe von beeindruckenden literarischen Texten, abschließend in der Tetralogie „Die Kinder des Sisyfos“ (2002-2009), zu erzählen verstanden. Daneben hat Schöfer noch auf anderen literarischen Feldern gewirkt, seit Jahrzehnten mit Hörspielen und Features für den Rundfunk, gelegentlich auch mit Theaterarbeiten. Schließlich muß als ein herausragendes Verdienst dieses unermüdlich um ein realistisch-humanistisches Schreibkonzept bemühten Künstlers, der sich gewiss auch als wachsamer Beobachter der politisch-gesellschaftlichen Veränderungen in der BRD definiert, das Bemühen um eine eigenständige Arbeiterliteraturbewegung in der Bundesrepublik, zusammengefaßt im ‚Werkkreis Literatur der Arbeitswelt‘, gesehen werden. So ist dann parallel zum literarischen Schaffen Schöfers auch noch ein umfangreiches essayistisch-publizistisches Werk entstanden, das neben Rezensionen, Glossen, Miszellen, neben Berichten und Aufsätzen auch Reiseberichte oder Kommentare zu (tages-)politischen Ereignissen enthält, das hier in einer umfangreichen (für den heutigen Leser maßvoll kommentierten) Auswahlausgabe erscheint.

Gergana Panova-Tekath
Tanz nach der Wende
Bd. 1: Der Körper als symbolische Form
312 Seiten, Abb., € 29,95
978-3-89861-864-9
Die Autorin beschäftigt sich im ersten Band ihres Projektes über den Tanz in und zwischen den Kulturen mit der Körperlichkeit generell. Diskutiert wird die besondere Rolle des Körpers für die Ausarbeitung von Bildern und Bedeutungen in Tradition und Gegenwart. Das Tanzen erweist sich als ein Bewahren von Strategien des Kleinkindes auf dem weiten Weg der Selbst- und Welterschließung. Das traditionelle Tanzen in Bulgarien lässt beispielhaft die fremde Seite der Kultur begreifen und macht so eine lebensnahe europäische Zeitdiagnose möglich. Band 2 des Werkes finden Sie hier.
Band 1 und 2 zusammen zum Vorzugspreis:
664 Seiten, zahlr. Abb., € 49,95
 978-3-8375-0586-3


Gergana Panova-Tekath
Tanz nach der Wende
Die "Volks"-Choreographie als symbolische Kommunikation, Bd. 2
352 Seiten, Abb., € 29,95
978-3-8375-0460-6
Vielfältig und anregend sind die kulturellen Unterschiede zwischen Südost- und Westeuropa. Das spüren vor allem jene, die versuchen, dieses Spannungsfeld selbst körperlich-konkret zu erkunden und zu erleben – etwa im „Bulgarisch-Tanzen“. Wenn Deutsche, Österreicher oder Schweizer mit Bulgaren gemeinsam tanzen, ergibt sich aus dieser nonverbalen interkulturellen Kommunikation heraus eine grundlegende Frage: Kann man sich durch die Aneignung einer Körpertechnik und Choreographie in die entsprechende Lebenswelt hineinversetzen und dadurch einem gegenseitigen Verständnis näher kommen? Der zweite Band des Projektes „Tanz nach der Wende“ zeigt, wie sich heute im Volkstanzen eine Art interaktives Spiel vollzieht und dabei historisch-politisch geprägte Verwerfungen unbewusst zu Tage treten: Wie definieren wir uns im Vergleich zum Anderen – und woran orientieren wir uns? Durch die Befragung dutzender tanzender Individuen dechiffriert die Autorin „feste und flüssige Formen“ der Authentizität und Interkulturalität. Sie vergleicht gesellschaftliche Entwicklungsstufen und Formen von Identitätspolitik. Alte und neue Bilder und Gewohnheiten werden in den Wechselbezügen zwischen Verkörperung und Versprachlichung, zwischen Vollzug und Verstehen sichtbar und lassen uns erahnen, wie ein zukünftiges Zusammenleben in Europa aussehen könnte. Band 1 des Werkes finden Sie hier.
Band 1 und 2 zusammen zum Vorzugspreis:
664 Seiten, zahlr. Abb., € 49,95
 978-3-8375-0586-3


Jiri Pesek / Falk Wiesemann
Blut
Perspektiven in Medizin, Geschichte und Gesellschaft
280 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 29,95
978-3-8375-0503-0
Blut, diese lebenstragende Flüssigkeit, ist zunächst ein komplexes medizinisches Phänomen, das die Medizin schon seit Jahrtausenden ins Zentrum ihrer Aufmerksamkeit gestellt, gleichzeitig aber auch dauerhaft mythisiert hat.

Auch die metaphysische, religiöse und rechtliche Rolle des Blutes ist seit dem Altertum Teil der Menschheitsgeschichte. Als interdisziplinäres Thema ist die Problematik des Blutes in ihren vielfältigen Aspekten nahezu unerschöpflich. Im Zentrum stehen Perspektiven in Medizin, Geschichte, Kunst und Gesellschaft.



Wilhelm Damberg
Soziale Strukturen und Semantiken des Religiösen im Wandel
Transformationen in der Bundesrepublik Deutschland 1949–1989
224 Seiten, € 24,95
978-3-8375-0535-1
Für eine junge Generation dürfte es kaum noch nachzuvollziehen sein, wie fraglos das tägliche Leben der Bevölkerung in den frühen Jahren der Bundesrepublik Deutschland mit einer religiösen Praxis verflochten war, die maßgeblich von den Volkskirchen geprägt wurde. Davon ist kaum etwas geblieben. Vielfach wird deshalb ein Niedergang des religiösen Lebens beklagt. Andererseits lassen sich gegenläufige Phänomene beobachten: In den Medien erfreut sich Religion gesteigerter Aufmerksamkeit, es hat sich ein neuer religiöser „Markt“ mit veränderten Interaktions- und Gruppenbildungen ausgebildet, auch weisen die Kirchen etwa in Caritas und Diakonie eine nach wie vor starke Präsenz auf. Offenkundig ist das Verhältnis von Religion und Gesellschaft seit den 1950er Jahren in einem vielfältigen Wandel begriffen. Das Buch analysiert an ausgewählten Beispielen diese Transformationsprozesse der Religion in der Moderne. Die Autoren gehören einer Gruppe von Historikern, Theologen, Religionswissenschaftlern und Soziologen an der Ruhr-Universität Bochum an, die sich mit der Religionsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland befasst.

Ulrike Robeck
Egon Erwin Kisch in Essen
Eine ‚Fotografie’ der Kruppwerke und des RWE
120 Seiten, Abb., € 18,95
978-3-8375-0548-1
 „Das Nest der Kanonenkönige: Essen“ und „Generalversammlung der Schwerindustrie“ heißen die beiden Reportagen aus Essen, die Egon Erwin Kisch 1924 in seine berühmte Sammlung „Der Rasende Reporter“ aufnahm und die hier vorgestellt werden. Besonders die erste zeichnet ein wenn auch nicht gerechtes, so doch anschauliches Bild der Stadt in den ersten Jahren nach dem Weltkrieg. Im Mittelpunkt beider Texte steht aber nicht die Stadt Essen selbst. Das Interesse Kischs gilt vielmehr ihren beiden großen Unternehmen, der Firma Krupp und dem RWE. Mithilfe zeitgenössischer und geschichtswissenschaftlicher Literatur sowie historischer Fotografien untersucht Ulrike Robeck, auf welche Weise der Autor diese Unternehmen beschreibt und welche Haltung er ihnen und den sie repräsentierenden Personen gegenüber einnimmt.

Holger Germann
Geht Kunst nach Brot?
Die Gelsenkirchener Künstlersiedlung Halfmannshof
und deren Wirken in der Zeit des Nationalsozialismus
176 Seiten, Abb., € 19,95
978-3-8375-0496-5
Die Künstlersiedlung Halfmannshof begeht im Jahr 2011 ihr 80-jähriges Bestehen. In diesen 80 Jahren veränderte die Einrichtung immer wieder ihre Mitgliederstruktur und durchlief Phasen von überregionaler, ja sogar internationaler Bedeutung bis hin zu einer Art Dornröschenschlaf. Unabhängig davon erlebte der Halfmannshof aber auch den Wechsel dreier politischer Systeme mit deren wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und auch künstlerischen Besonderheiten. Darunter die von 1933 bis 1945 andauernde nationalsozialistische Herrschaft. Das NS-Regime endete bekanntlich nach „nur“ 12 Jahren. Verglichen mit den weiteren 68, von der Gründung der Künstlersiedlung im Jahr 1931 bis heute, eine auf den ersten Blick kurze, aber deshalb keineswegs unbedeutende Zeitspanne. Immer wieder wurden im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte Details aus jener Zeit über dort lebende einzelne Künstler in der Öffentlichkeit bekannt, die eine Nähe zum Nationalsozialismus vermuten ließen, aber aus denen nicht hervorging, ob sie repräsentativ für alle Künstler des Hofes während der NS-Herrschaft waren.

Frank Stenglein
Krupp
Höhen und Tiefen eines Industrieunternehmens
aktualisierte und überarbeitete Ausgabe
288 S., zahlr. Abb., € 12,95
978-3-8375-0518-4
Großer Ruhm und abgrundtiefer Hass – an Krupp haben sich schon immer die Geister geschieden. Viele Jahre nach der Fusion mit Thyssen steht der Name Krupp noch immer symbolhaft für die Weltgeltung, aber auch für die historischen Verstrickungen der deutschen Industrie. Während der entscheidenden Phasen seiner 2011 genau 200 Jahre alten Geschichte war das Unternehmen aufs Engste mit Staat und Politik verzahnt. Es litt wie kein anderes an den deutschen Katastrophen, ging mehrfach beinahe unter, um in den guten Zeiten umso eindrucksvoller wie Phönix aus der Asche zu steigen. Krupp ist darüber zu einem Mythos geworden und nicht zuletzt zu einer spannenden Story. Was die Essener Traditionsfirma im Guten wie im Schlechten so einzigartig macht, zeigt dieses Buch.

RUHR.2010
Die unmögliche Kulturhauptstadt. Chronik einer Metropole im Werden
240 Seiten, durchg. farb. Abb., inkl. 2 DVD's, € 29,95
978-3-8375-0363-0
Das Ruhrgebiet will Kulturhauptstadt Europas werden? Unglaublich! Unmöglich! Unmöglich, dass sich das Ruhrgebiet gegen bedeutende Kulturstädte wie Bamberg, Bremen, Görlitz, Köln und Regensburg durchsetzte. Unmöglich, dass sich die 53 Städte an der Ruhr mit ihrem lmage als heruntergekommene lndustrieorte auf ein gemeinsames Ziel einlassen: Für die polyzentrische Metropole einen neuen Auftritt zu schaffen. Unmöglich, einen roten Faden für ein weit gefächertes Programm aus 300 Projekten zu spinnen. Ebenso unmöglich schien das Ziel, mit vergleichsweise kleinem Budget national und international erfolgreich Aufsehen zu erregen. Unvorstellbar, die Metropole Ruhr sogar als attraktives Reiseziel durchzusetzen. Aber die unmögliche Kulturhauptstadt RUHR.2010 hat sich durchgesetzt. Das lmage vom alten Ruhrgebiet ist vom Bild einer dynamischen und inspirierenden Kulturmetropole abgelöst worden. Wie es zu der Kulturhauptstadt Europas gekommen und was daraus geworden ist, schildern die Akteure von RUHR.2010 und ihre Partner. lhre Botschaft lautet: Kultur macht Unmögliches möglich. Alle Projekte, lnformationen und Entwicklungen auf 240 Seiten inklusive zwei DVDs RUHR.2010-TV mit Hintergrundberichten und lnterviews.

Horst-Pierre Bothien
Lasst Bäume sprechen
Mit Bäumen durch die Bonner Stadtgeschichte
216 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 13,95
978-3-8375-0509-2
Wer mit offenen Augen durch Bonn geht, stößt überall auf eindrucksvolle alte Bäume oder Baumensembles. Sie sind nicht nur eine willkommene Abwechslung in der Gebäudelandschaft: Viele Bürgerinnen und Bürger schätzen die ökologische Bedeutung der Bäume und lassen sich von ihnen zu Ruhe und Besinnlichkeit einladen. Darüber hinaus stehen Bäume für Kontinuität und gewachsene Geschichte. So mancher Bonner Baum blickt als „Zeitzeuge“ auf ein 100- bis 300-jähriges Leben zurück - er könnte interessante Geschichten „erzählen“. Bäume spielen aber auch in der Kulturgeschichte eine bedeutende Rolle, etwa als Gedenkbaum oder als Naturdenkmal. Das Buch führt auf elf Rundgängen zu besonders interessanten Bäumen und lässt Bonner Geschichte lebendig werden.

Kunstführer Zollverein
Kunst auf Zollverein von den Anfängen bis heute
96 Seiten, zahlr. Abb.,  € 9,95
978-3-8375-0464-4
Noch vor 25 Jahren war Zollverein das größte und leistungsfähigste Steinkohlebergwerk Europas. Heute begegnen wir einem Standort voller kultureller Erlebnismöglichkeiten. Von Konzerten über Ausstellungen, bis zur Kunst, werden dem interessierten Besucher unzählige Ereignisse geboten. Schon fünf Jahre nach der Stilllegung dieses bedeutenden Denkmals entdeckten Künstler das Gelände für sich. Ulrich Rückriem machte 1992/1993 den Anfang und platzierte seine monumentalen Steinskulpturen auf dem heutigen UNESCO Welterbe. Mit der Entwicklung und Neunutzung von Zollverein erhielten mit der Zeit immer mehr Kunstwerke Einzug. Die Stiftung Zollverein freut sich, nun erstmals eine Zusammenstellung aller Kunstwerke auf dem Zollverein-Gelände zu präsentieren. Anhand eines Rundgangs bietet der neue Kunstführer ZOLLVEREIN® dem Besucher die Möglichkeit, die Entwicklung der Kunst auf Zollverein nachzuvollziehen und vermittelt vielseitige Informationen zu den Werken von Künstlern wie Ansgar Nierhoff, Alf Lechner und Maria Nordman. Besonders im Bereich der zeitgenössischen Kunst schildert er die Besonderheiten des in der internationalen Kreativszene anerkannten Kunststandorts.
Über die Zukunftsperspektiven des Ruhrgebiets mit Beiträgen von bekannten Autorinnen und Autoren aus Kultur, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft:


Phönix flieg!
Das Ruhrgebiet entdeckt sich neu
Herausgegeben von Klaus Engel / Jürgen Großmann / Bodo Hombach
672 Seiten, € 24,95
978-3-8375-0425-5
Im Herzen Europas gelegen, hat der Lebensraum zwischen Emscher und Ruhr ein großes Potenzial. Autorinnen und Autoren aus Kultur, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stellen in profilierten und meinungsfreudigen Beiträgen die Zukunftsperspektiven des Ruhrgebiets dar. Der Band regt einen notwendigen und fruchtbaren Dialog an. Mit Beiträgen von Frank Baranowski, Burckhard Bergmann, Wulf H. Bernotat, Kurt Biedenkopf, Christoph Blume, Harro Bode, Werner Böhnke, Jörg Bogumil, Wilhelm Bonse-Geuking, Bruno O. Braun, Arnim Brux, Bodo Buschmann, Wolfgang Clement, Klaus Engel, Raimund Erbel, Susanne Fengler, Uwe Franke, Rüdiger Frohn, Eberhard Geisler, Jürgen Gramke, Jürgen Großmann, Rüdiger Grube, Walter Hagemeier, Ulrich Hartmann, Rolf G. Heinze, Carole Herzog, Dieter Heuskel, Josef Hilbert, Reiner Höck, Hendrik Hollweg, Stephan Holthoff-Pförtner, Bodo Hombach, Thomas Hunsteger-Petermann, Ludwig Jörder, Joe Kaeser, Rainer Kambeck, Recep Keskin, Jürgen Kluge, Friedrich P. Kötter, Lambros Kordelas, Hannelore Kraft, Hans-Georg Küppers, Thomas A. Lange, Stefan Laurin, Claus Leggewie, Bernhard Lorentz, Herbert Lütkestratkötter, Jochen Malmsheimer, Marie-Luise Marjan, Winfried Materna, Jochen Melchior, Andreas Meyer-Lauber, Jürgen Mittag, Dagmar Mühlenfeld, Ansgar Müller, Bertram R. Müller, Eckhard Nagel, Franz-Josef Overbeck, Reinhard Paß, Fritz Pleitgen, Ludger Pries, Jewgeni Maximowitsch Primakow, Simone Raskob, Jürgen Rüttgers, Adolf Sauerland, Thomas Sauter, Klaus Schäfer, Oliver Scheytt, Heinz-Peter Schlüter, Christoph M. Schmidt, Nikolaus Schneider, Ottilie Scholz, Jürgen Schröd er, Wolfgang Schulhoff, Reinhold Schulte, Ekkehard D. Schulz, Tobias Schulz-Isenbeck, Burkhard Schwenker, Ullrich Sierau, Peter Sloterdijk, Albert Speer, Erich Staake, Jochen Stemplewski, Wolfgang Straßburg, Martin Stuschke, Cay Süberkrüb, Johannes Teyssen, Frank Thorwirth, Beate Timmermann, Bernd Tischler, Bernd Tönjes, Fritz Vahrenholt, Michael Vassiliadis, Arnold Voß, Florian Weig, Elmar W. Weiler, Paul J. J. Welfens, Christoph Zöpel, Stefan Zowislo

Stadt Dortmund
Augenblicke
Dortmund RUHR.2010
96 Seiten, durchgehend farb. Abb., € 9,95
978-3-8375-0560-3
Das Jahr der Kulturhauptstadt RUHR.2010 war für die Stadt Dortmund voller besonderer Augenblicke. Das Buch dokumentiert die herausragenden Projekte und beeindruckendsten Momente in Wort und Bild.
Aus dem Inhalt:
SchachtZeichen – Still-Leben Ruhrschnellweg – Fliegende Bilder – Dortmunder U – Das Museum als Kraftwerk – Bild für Bild – 2–3 Straßen – JeKi. Jedem Kind ein Instrument – Odyssee Europa – Zeitinsel Fazil Say – Deutsche Meisterschaft HipHop und StreetDance – Starke Orte – RUHR.VISITORCENTER – scene ungarn in nrw – Element X – transindustriale – Local Hero Dortmund – 8. Deutscher Chorwettbewerb – KLANGVOKAL Musikfestival – LichtKunstRaum sanktreinoldi – RUHR.2010-Cup – Orpheus-Projekt – Arctic Perspective – Zeitinsel Cecilia Bartoli – RuhrHOCHdeutsch – Hanging Around – Triptique – U-Westend – Pottfiction – ISEA – ECCE – »Das war mein Jahr«– Volunteer Inge Nieswand – E-Culture Fair – SEE YOU – inter-cool 3.0 – DASL-Tagung – TWINS 2010 – FAVORITEN 2010 – Über Wasser gehen – East West European Jazz Orchestra – Finale Dortmund RUHR.2010 – Ein Jahr in Zahlen – »Viel mehr Ausbeute geht nicht«: Kulturdezernent Jörg Stüdemann im Interview.

Monika Elm
Ruhrchemie
Werk und Belegschaft in Wort und Bild. 1927–2010
112 Seiten, zahlr. teils farb. Abb., € 14,95
978-3-8375-0530-6
Das Buch gibt einen Einblick in die wechselvolle Geschichte der Ruhrchemie mit ihren großen Unternehmensentscheidungen und alltäglichen Werksereignissen. Versehen mit ausgewählten Abbildungen aus der Geschichte des Werks spiegelt es einen bedeutenden Abschnitt der Chemiegeschichte im Ruhrgebiet wider.

Emschergenossenschaft / Regionalverband Ruhr / Künstlergruppe Observatorium
Warten auf den Fluss
Das Neue Emschertal im Wandel der Kunst. Ein Lesebuch
82 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 14,95
978-3-8375-0525-2
Die Internationale Bauausstellung Emscher Park setzte Ende der 1990er Jahre die Marken für den Landschaftswandel. Dieser Prozess wird mit dem Umbau der Emscher bis zum Jahr 2020 weitergeführt. Zwischen Holzwickede und Duisburg entstehen aus der während des Bergbaus zu einem Abwasserkanal degradierten Emscher und ihrer Nebenläufe wieder renaturierte, lebendige Gewässer – das Neue Emschertal. Dabei wird das Neue Emschertal mehr als eine von Gewässern durchzogene, attraktiv gelegene Parkanlage sein. Es ist eine Entwicklungsfläche, von der von Freizeit über Erholung bis zur Unternehmensansiedlung vieles möglich ist. Dieses Buch erzählt von den Veränderungen der Emscherflusslandschaft im 20. und 21. Jahrhundert, von der Umwidmung ehemaliger Brachlandschaften und von gemeinsamen Gestaltungsideen für die Gegenwart und Zukunft des Neuen Emschertals von Künstlern und der Bevölkerung. Als ein Beispiel für kommunikative Kunst und den notwendigen Mut zu temporären Eingriffen in die Landschaft steht dabei die bewohnbare Brückenskulptur „Warten auf den Fluss“ der niederländischen Künstlergruppe Observatorium stellvertretend. Diese Skulptur war im Rahmen der Ausstellung EMSCHERKUST.2010 für 113 Tage lang auf der Emscherinsel zu erleben. In diesem Buch werden vielfältige Erlebnisse und Zukunftsideen von Ihren besuchern dokumentiert.

handy_photo_HUstadt
Ein Fotowettbewerb als Teil eines partizipatorischen Kunstprojekts
Herausgegeben von Annika Becker, Clemens Braun, Patrick Dohndorf, Dirk Hansmeier, Celina Knierim, Eva Munoz Morales und Simone Rudolph.
136 S., zahlr. farb. Abb., € 12,95
978-3-8375-0497-2
Das Handy, das hauptsächlich dem Zweck der mobilen Kommunikation dient, ist heute ein ständiger Wegbegleiter. Die Spontaneität, die ein Mobiltelefon ermöglicht und die Verbreitung, die dieses relativ neue Medium erfährt, sind mit kaum einer anderen technischen Neuerung vergleichbar. Das zunächst zusätzliche „Gimmick“ der Mobilfotografie ist zu einem wesentlichen Bestandteil der Apparatur geworden. Wo man sich früher noch aktiv an einen Fotoapparat erinnerte, denkt man heute nur noch an die Zusatzfunktion seines ohnehin mitgeführten Handys.
Die Idee unseres handy_photo_HUstadt-Wettbewerbs resultierte aus diesen Beobachtungen. Die enorme Verbreitung von Kamerahandys in der Gesellschaft sollte eine größtmögliche Teilnahme am Projekt ermöglichen, unabhängig vom Alter und ohne großen technischen Aufwand. Denn wie unser Aufruf zum Wettbewerb verlauten ließ, ermöglicht das Handy als omnipräsenter Alltagsgegenstand eine „spontane und direkte Aufnahme eines flüchtigen Moments“. Unter welchen Voraussetzungen kann sich der Alltagsgegenstand Fotohandy zu einem künstlerischen Medium entwickeln, obwohl die technischen Bedingungen und der soziale Umgang in der Regel nicht darauf angelegt zu sein scheinen? Dies ist eine der Leitfragen dieses Texts.
Auf den ersten Blick lässt sich feststellen, dass der alltägliche Umgang mit dem Fotohandy einem anderen Anspruch folgt als der Umgang mit einem regulären Fotoapparat. Mit dem Medium ändert sich das Verhältnis zur Fotografie. So ist es eine aktive und bewusste Entscheidung, wenn ein Fotograf sich dazu entschließt, eine Kamera im Fachhandel zu erwerben, um die Welt, wie er sie sieht, festzuhalten. Hingegen ist die Fotofunktion beim Kauf eines Mobiltelefons, das der Käufer hauptsächlich zum Zwecke der Kommunikation erwirbt, heute integrativer Bestandteil des Apparates. Dies lässt beim Fotografen zunächst eine eher beiläufige Inanspruchnahme vermuten. Die Handykamera offeriert sich somit als Option.

Gertrude Cepl-Kaufmann / Jasmin Grande
Schreibwelten – Erschriebene Welten
Zum 50. Geburtstag der Gruppe 61
416 Seiten, zahlr. teils farb. Abb., € 19,95
978-3-8375-0487-3
1961: In Berlin beginnt der Mauerbau, in ganz Deutschland wird die „Pille“ käuflich und in Dortmund? In Dortmund bricht eine Gruppe auf, den Literaturbegriff zu verändern. Die Mitglieder nennen sich die Dortmunder Gruppe 61 und kommen aus dem ganzen Land in diese Stadt. Sie sind Arbeiter, Bergmänner, Angestellte, sie sind schreibende Menschen, die den Gegenstand ihres Alltags, die Arbeit, literarisch erfassen wollen. Ein Skandal, der der Öffentlichkeit nicht lange verborgen blieb und für umfangreiche Diskussionen in allen Medien sorgte: Was ist das eigentlich – Literatur? Und wer macht Literatur?
Die Dortmunder Gruppe 61 hat in den 1960er Jahren den Literaturbegriff verändert, er sollte nicht mehr Ausdruck einer intellektuellen Elite sein, sondern Ausdruck von Menschlichkeit, Solidarität und Gegenwart. Heute ist die Gruppe fast vergessen. Zum Anlass des 50. Geburtstags der Dortmunder Gruppe 61 erinnert das Publikations- und Ausstellungsprojekt an die wichtige Bewegung und stellt die Frage neu: Was ist das eigentlich – Literatur?


Susan Neiman
Moralischer Klarheit für erwachsene Idealisten
Philosophie und Politik XI
80 Seiten, € 8,95
978-3-8375-0484-2
Susan Neiman verteidigt auf der Grundlage eigener historischer Analysen die Grundwerte der Aufklärung gegen ihre Kritiker und entwickelt ein philosophisches Fundament für heutiges politisches Handeln. Sie will die Sprache der Moral und deren Konzept des Guten, die von konservativen Parteien und der religiösen Rechten vereinnahmt wurden, für die progressive Politik zurückgewinnen. Hat deren derzeitige Defensive nicht auch damit zu tun, dass sie meinte, allen Idealen abschwören zu müssen und nicht mehr im Namen moralischer Werte wie etwa der Gerechtigkeit agieren zu können? Olaf Scholz antwortet aus Sicht der Sozialdemokratie. Für eine Partei, der es in der Tradition der Aufklärung und oft auch mit ethischen Argumenten seit jeher um „gleiche Freiheit“, um den Fortschritt hin zu mehr Gerechtigkeit und Emanzipation geht. Mit Beiträgen von Volker Gerhardt, Wolfgang Thierse.


125 Jahre Stadt Gevelsberg
Von Engelbert zum Ennepebogen – Geschichte und Geschichten unserer Stadt
226 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 19,95
978-3-8375-0513-9
Ein Fest wie das 125-jährige Stadtjubiläum gibt auch Anlass, sich die Stadtgeschichte und die Entwicklung bewusst zu machen. Für die Stadt Gevelsberg haben das elf heimatkundliche versierte Autoren und Autorinnen übernommen und präsentieren mit dem Jubiläumsband eine Fülle von Geschichte, Zahlen, Daten und Fakten zu Gevelsberg, zeigen aber auch ganz persönliche Stadtsichten und Höhepunkte der Stadtgeschichte.


feindschaft
WerkstattGeschichte, Band 55
120 Seiten, € 14,00
978-3-8375-0500-9
THEMA:  feindschaft
Martin Leutzsch: Feindschaft als soziale Nahbeziehung im antiken Israel
Sebastian Kühn: Feindschaft in der Gelehrtenkultur der frühen Neuzeit
Martin Lücke: "das ist eine Weibliche Hyene" – Feindschaft, Familie und Fürsorge in der Weimarer Republik
DEBATTE
Geoff Eley: Germany and its Colonies: Margins and Metropole
FILMKRITIK
Monika Bernold: Tonfilm in Weiß. Modernisierung, Krise und Geschlechterpolitik in dem Film "Eva" (Österreich, 1935)
EXPOKRITIK
Jürgen G. Nagel: James Cook und die Entdeckung der Südsee
Claudia Ried: Ein Museum ohne Sammlung. Neue Wege im Jüdischen Museum München


Tilman P. Fichter / Siegward Lönnendonker
Dutschkes Deutschland
Der Sozialistische Deutsche Studentenbund, die nationale Frage und die DDR-Kritik von links
256 Seiten,  € 14,95
978-3-8375-0481-1
Kein Ereignis der Nachkriegszeit traf die bundesrepublikanische Linken und Grünen so unvorbereitet wie die Wiedervereinigung. Dabei vergisst man, wie Tilman Fichter und Siegward Lönnendonker in ihrer lesenswerten Tiefenbohrung herausarbeiten, dass die charismatische Führungspersönlichkeit des SDS, Rudi Dutschke, leidenschaftlich für eine Wiedervereinigung eintrat. Der Band behandelt neben diesem Interesse Dutschkes an der nationalen Frage viele andere verdrängte oder unbekannte Zusammenhänge im Verhältnis zwischen der deutschen Studentenbewegung und der DDR. Die Mutmaßungen über eine „Fernsteuerung“ des SDS durch Stasi-Agenten wird dabei ebenso als Geschichtsfälschung entlarvt wie Vermutungen über ideologische Gemeinsamkeiten zwischen den Studenten und dem DDR-Sozialismus: Die Differenzen zwischen den sozialistischen Studenten im Westen und den verknöcherten Staatssozialisten der DDR konnte größer kaum sein. Die Kontakte zwischen der SPD-Führung zur DDR waren vielfach enger und besser als die zwischen den aus der SPD ausgeschlossenen linken SDSlern und den Staatssozialisten im Osten. Das Buch lädt ein zu einer Reise in die deutsch-deutsche Vergangenheit. Die Analyse der Autoren und viele Dokumente ermöglichen Entdeckungen im Spannungsfeld von Stasi, Staatssozialismus und Studentenrevolte.

Olaf Haensch
NachtZüge
Dampf-Träume am Brocken
110 Farbfotos, Streckenkarte und Höhenprofile
128 S., Gb., € 29,95
978-3-8375-0450-7
Seit 1887 durchqueren Schmalspurbahnen die raue Landschaft des sagenumwobenen Harzes. Mit ihren 25 Dampflokomotiven und 140 km Streckennetz zählen die Harzer Schmalspur-bahnen (HSB) heute zu den bedeutendsten technischen Denkmälern in Europa und den letzten großen Dampf-Abenteuern der Welt. Fünf Jahre lang verbrachte der Fotograf Olaf Haensch unzählige Nächte im Harz, um mit aufwändigen Blitzlicht-Installationen ebenso surreale wie atmosphärische Bilder von den Dampfzügen und ihrer Umgebung zu schaffen. Vor der dunklen Kulisse der Nacht geben sie den Blick frei auf den kontrastreich leuchtenden Dampf und auf Motive, die ohne ihre ausgeklügelte Visualisierung zwar vorhanden, aber so nicht wahrnehm-bar wären. Fantastische Bilder erzählen Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart, sie lassen Mythen und Geheimnisse des Harzes aufleben und den Betrachter zum Teil eines Traums werden. Dieser großformatige Premium-Bildband vereint unwiederbringliche Szenen und einzigartige Motive zu einem fulminanten Porträt der HSB, welches ergänzt wird durch lebendige Texte und ein Geleitwort des Chefredakteurs der „Thüringer Allgemeine“ und Harzkenners Paul-Josef Raue. Eine eindrucksvoll gestaltete, aus Satellitendaten abgeleitete Karte sowie Höhenprofile der Strecken geben Aufschluss über die technischen Meisterleistungen ihrer Erbauer.



Karl-Jürgen Krause
Lexikon Denkmalschutz und Denkmalpflege
Vorwort von Christa Reicher und Walter Ollenik
368 Seiten, Abb.,  € 29,90
978-3-8375-0307-4
Das Lexikon der Denkmalpflege gilt als Standardwerk für jeden Studenten, Architekten, Stadtplaner und Kunsthistoriker sowie alle in der Verwaltung tätigen Denkmalpfleger; es bietet auch dem interessierten Laien hervorragende Einblicke in die Fachwelt von Denkmalschutz und Denkmalpflege. Wichtige Fachbegriffe sind anschaulich erklärt und illustriert, ganze historische Bauepochen werden in den aktuellen Zusammenhang ihrer Schutzwürdigkeit gestellt.

Marcus Sonntag
Die Arbeitslager in der DDR
400 Seiten, Br., € 29,95
978-3-8375-0477-4
Im Zentrum der Studie steht der Strafvollzug in den Lagerhaftanstalten der DDR. Die Untersuchung bringt Licht in das weitgehende Dunkel, das die Arbeitslager in der DDR auch zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten immer noch umgibt. Wann und warum entschied sich die Staatsführung bzw. das Gefängniswesen des ostdeutschen Staates dazu, Lager als Vollzugsanstalten einzurichten? Weitgehend unklar sind der Aufbau der Lager und die Art und Weise der Unterbringung der Gefangenen. Gefragt wird zudem nach den Menschen, die in den Lagern inhaftiert waren und nach „dem“ Haftalltag. Welche Praktiken machten das tägliche Miteinander im Lager aus? Welche Möglichkeiten hatten Gefangene, das Leben im Lager mitzugestalten? Gab es „Freiräume“, Selbstbehauptung, Widerstand, Protest? Ein weiteres zentrales Thema ist die angestrebte „Umerziehung“ von Gefangenen. Untersucht werden die Lager in der Maxhütte Unterwellenborn im damaligen Land Thüringen bzw. Bezirk Gera (Existenzzeitraum 1949–1991), im Kalibergwerk Sollstedt im Bezirk Erfurt (1956–1965) und das Arbeitserziehungskommando Regis im Bezirk Leipzig (1962–1990).

Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft
Jahrbuch für Kulturpolitik 2010
Thema: Kulturelle Infrastruktur
420 Seiten, € 19,90
978-3-8375-0471-2
Kulturpolitische Diskussionen werden dann besonders vehement geführt, wenn es um die Schließung oder den Neubau von Kunst- und Kultureinrichtungen geht. Diese Institutionen bilden das Fundament unserer reichhaltigen Kulturlandschaft und ihr Erhalt stellt gleichzeitig eine der zentralen Herausforderungen für kulturpolitisches Handeln dar. Gegenwärtig steht diese kulturelle Infrastruktur vor allem wegen zwei Entwicklungen unter besonderem Druck. Zum einen zwingen die Schulden der öffentlichen Haushalte Kommunen, Länder und Bund als Träger und Förderer dieser Einrichtungen auch hier nach Einsparpotenzialen zu suchen, zum anderen übt die teilweise zurückgehende Nutzung der öffentlich getragenen Kunst- und Kultureinrichtungen einen erheblichen Ligitimations- und Veränderungsdruck aus. Das Jahrbuch umfasst vier Themenblöcke: Im ersten geht es um theoretisch-konzeptionelle Begründungen der öffentlichen Verantwortung für die kulturelle Infrastruktur. Danach wird an drei Bundesländern, zwei ländlichen Regionen und einer Stadt sowie einigen Sparten exemplarisch untersucht, wie sich die kulturelle Infrastruktur und ihre Nutzung in den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelt haben. Es folgen Beiträge zur Entwicklung der kulturellen Teilhabe. Den vierten Teil bilden Artikel, in denen es um neue Ansätze zur Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur geht. An den Schwerpunkt schließen sich die regelmäßigen Rubriken, die Chronik kulturpolitischer Ereignisse, die Bibliographie kulturpolitischer Neuerscheinungen und der Adressteil sowie Kunst und Kultur im Internet an.

Veit Didczuneit / Jens Ebert / Thomas Jander
Schreiben im Krieg – Schreiben vom Krieg
Feldpost im Zeitalter der Weltkriege
538 Seiten, Gb., € 34,95
978-3-8375-0461-3
Wie kaum ein anderes Dokument des Ersten und Zweiten Weltkrieges haben Feldpostbriefe die Nachwelt und Öffentlichkeit beschäftigt. Denn sie bieten etwas, was Lageskizzen, Heeresbefehle oder Kompanietagebücher nicht leisten können: Feldpostbriefe erzählen von privaten Schicksalen und individuellen Eindrücken.
Im Fokus der modernen Feldpostforschung stehen dabei zumeist Briefe einfacher Soldaten und ihr Umgang mit dem Kriegsalltag. 45 Wissenschaftler und Publizisten aus elf Nationen geben ! einen Einblick in den aktuellen Stand der internationalen Feldpostforschung. Sie untersuchen die unterschiedlichen nationalen Perspektiven auf den Krieg, den Wert von Feldpost als historische Quelle und vor allem wie Soldaten ihre Lebenswirklichkeit im Krieg verarbeiteten. Gegenstand sind dabei nicht nur Briefe, sondern auch Postkarten, Zeichnungen oder Tagebücher. Daneben werden neue Entwicklungen in der Feldpostforschung aufgegriffen, wie die Dokumentation der Kriegserlebnisse von Frauen und die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Betrachtung des Krieges.


Regina Plaßwilm
Die Grenzen des Erzählbaren
Erinnerungsdiskurse von NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in Ost- und Westeuropa
380 Seiten,  € 34,95
978-3-8375-0490-3
Die Rekonstruktion der „Erinnerungen an Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg“ versteht sich als ein innovativer Beitrag zu einer Oral History der Zeitgeschichte. Dazu wurden über 50 biografischnarrative Interviews mit Zeitzeugen in Belarus, Russland, Frankreich und den Niederlanden geführt. Die Studie vertritt dabei die These, dass die Erinnerungen der überlebenden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gleich in einem doppelten Sinne aufschlussreich und wichtig sind: Sie sind einerseits geeignet, offizielle Darstellungen durch Einbeziehung der Opferperspektive zu korrigieren. Andererseits ermöglichen sie Rückschlüsse auf die gesellschaftlichen Konventionen und Tabus der öffentlichen Erinnerung, die sich bis in den Diskurs der Opfer eingeschlichen haben. Ein zentrales Anliegen der qualitativen Forschungsarbeit ist es, unterschiedliche Wege der Verarbeitung der Zwangsarbeit auf individueller und kollektiver Ebene aufzuzeigen. Verschiedene Gründe lagen dem häufig festgestellten Beschweigen der Kriegsjahre nach 1945 zugrunde: Für einige osteuropäische Überlebende konnte das individuelle Schicksal nicht bruchlos als Leidensgeschichte dargestellt werden. Deutlich wurde auch, dass die ehemaligen Zwangsarbeitenden in der Nachkriegszeit einen geringen Einfluss auf die kollektive bzw. nationale Erinnerungskultur hatten. So wurden die nationalen Diskurse weniger von ihren Erinnerungen als von staatlichen Interessen, z. B. in der Frage der Denkmalsetzungen, geprägt. Herausgearbeitet wird auch die erlittene Hierarchisierung der Opfer, die die ehemaligen Zwangsarbeitenden auf die unterste Stufe stellte. Die transnationale Perspektive der Arbeit zeigt deutlich, dass das Phänomen der öffentlichen Marginalisierung von den Zwangsarbeitenden in Ost- und Westeuropa gleichermaßen beschrieben wurde und nur partiell an nationale Besonderheiten geknüpft ist. Die Arbeit leistet somit einen Beitrag zur Reflexion und kritischen Einordnung der kollektiven Erinnerungskulturen in der Nachkriegszeit.

Helke Stadtland / Jürgen Mittag
Theoretische Ansätze und Konzepte in der Forschung
über soziale Bewegungen in der Geschichtswissenschaft
200 Seiten,  € 24,95
978-3-8375-0505-4
Die Beiträge des Bandes beleuchten Stand und Perspektiven der historischen Bewegungsforschung mit Blick auf theoretische und konzeptionelle Perspektiven. In empirischen Fallstudien werden gängige Theoreme der Bewegungsforschung einer näheren Betrachtung unterzogen. Die vor allem seitens der Sozialwissenschaften entwickelten Ansätze werden auf historische Fragestellungen und Quellen bezogen und im Hinblick auf ihre analytische Tragweite – und ihre Grenzen – analysiert.

Dimitrij Owetschkin
Die Suche nach dem Eigentlichen
Studien zu evangelischen Pfarrern und religiöser Sozialisation in der Bundesrepublik der 1950er–1970er Jahre
300 Seiten,  € 29,95
978-3-8375-0506-1
Als Repräsentanten und Personifikationen der Kirche spielten evangelische Pfarrer eine maßgebliche Rolle bei der religiös-kirchlichen Sozialisation. Nach 1945 wurden sie unter den Bedingungen der Demokratie und der Partnerschaft von Staat und Kirche mit dem Rückgang der traditionellen Kirchenbindung, öffentlichen Auseinandersetzungen um kirchenpolitische und theologische Fragen sowie mit Tradierungsproblemen religiös-kirchlicher Normen, Werte, Deutungen und Verhaltensweisen konfrontiert. Wie die Pfarrer auf diese Herausforderungen reagierten und welche Bedeutung dabei ihren eigenen Sozialisationserfahrungen zukam, wird in dem Band anhand des pastoralen Handelns in einzelnen Feldern der Gemeindearbeit untersucht. Dabei werden auch sozialisatorische Prägungen unterschiedlicher Pfarrergenerationen eingehend analysiert. Besonderes Augenmerk gilt dem Wandel der Pfarrerrolle und des Pfarrerbildes, in dem sich Relevanzverschiebungen im sozialisatorischen Wirken der Pfarrer widerspiegelten.


WerkstattGeschichte, Band 54
werkzeug
120 Seiten, Abb., € 14,00
978-3-8375-0440-8
THEMA - Eva Bischoff: "Kannibalismus, wie man ihn sich scheußlicher und tierischer nicht vorstellen kann". Verflechtungen zwischen Kolonie und Metropole
Sebastian Jobs: "As well drilled as Uncle Sam could hope". Die Siegesparade der "Harlem Hellfighters" als Arena afroamerikanischer Identitätspraktiken
DEBATTE - Wie schreibt man die Geschichte der Gefühle? William Reddy, Barbara Rosenwein und Peter Stearns im Gespräch mit Jan Plamper
WERKSTATT - Christian Gudehus und Stewart Anderson: Hotel Ruanda – Lesarten eines Films über Geschichte
EXPOKRITIK - Thomas Parent: Im Spannungsfeld zwischen Sammlungsüberlieferung und Revier-Identität. Das neue Ruhr Museum in Essen


Dittmar Dahlmann / Margrit Schulte Beerbühl
Perspektiven in der Fremde?
Arbeitsmarkt und Migration von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart
Mit Beiträgen von Margrit Schulte Beerbühl, Jochen Oltmer, Yvonne Kathrein, Georg Stöger, Alois Unterkircher, Christof Jeggle, Charlotte E. Haver, Horst Rössler, Robert Lee, Drew Keeling, Gaël Cheptou, Jens Thiel, Kristin Klank, Christian Westerhoff, Christoph Rass, Matthias Reiß, Dagmar Kift, Imke Sturm-Martin, Heike Knortz, Gloria Sanz Lafuente, Marcel Berlinghoff und Cyrine Hamida.
514 Seiten,  € 34,95
978-3-8375-0479-8
Migrationsbewegungen haben im Laufe der Jahrhunderte die Arbeitsmärkte wesentlich beeinflusst. Das Wanderungsgeschehen und sein Einfluss auf die Arbeitsmärkte veränderten sich währenddessen erheblich. Dies gilt sowohl für den Umfang, die soziale und ethnische Zusammensetzung als auch für die Aufnahmefähigkeit der Arbeitsmärkte sowie die staatlichen Maßnahmen, die den Migrationsprozess und den Arbeitsmarkt zu regulieren versuchten. In diesem Band wird dieses Thema erstmals in einer Langzeitperspektive von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart betrachtet. Die Beiträge beschäftigen sich mit den Auswirkungen von ungelenkten und gelenkten Zuwanderungen sowie von Zwangsmigrationen und von Flucht auf die Arbeitsmärkte. Dabei werden regionale und nationale, europäische wie außereuropäische Arbeitsmärkte in den Blick genommen.


Volker Zimmermann
Die Tschechoslowakei und die beiden deutschen Staaten
288 Seiten,  € 29,95
978-3-8375-0452-1
Zwischen 1949 und 1990, also über 40 Jahre lang, grenzte die Tschechoslowakei an zwei deutsche Staaten. Folge dieser Konstellation war ein kompliziertes Beziehungsgeflecht im Zeichen des Kalten Krieges. In dem Band befassen sich tschechische, slowakische und deutsche Historiker mit verschiedenen Aspekten dieses Dreiecksverhältnisses: mit seiner Einordnung in den bipolaren Rahmen des Ost-West-Konflikts, dem Einfluss der sudetendeutschen Vertriebenen auf die Beziehungen der BRD und der DDR zur Tschechoslowakei, tschechoslowakischen eigentumsrechtlichen Ansprüchen gegenüber der BRD, tschechoslowakischer Propaganda im Kalten Krieg, der Dreiecksbeziehung zwischen DDR, Tschechoslowakei und Polen in den 1950er und 1960er Jahren, der Ostpolitik der BRD gegenüber der Tschechoslowakei in den Jahren 1967 bis 1973, den Wirtschaftsbeziehungen zwischen der DDR und der Tschechoslowakei sowie zwischen der BRD und der Tschechoslowakei, den Systemzusammenbrüchen in der DDR und der Tschechoslowakei 1989, der tschechoslowakischen Außenpolitik zur Zeit der deutschen Vereinigung und den deutsch-tschechischen Beziehungen seit 1990.


Michaela Marek
Kultur als Vehikel und als Opponent politischer Absichten
Kulturkontakte zwischen Deutschen, Tschechen und Slowaken von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre
592 Seiten,  € 49,95
978-3-8375-0480-4
„Kultur“ wird seit jeher als ein Instrument und Medium der Politik genutzt, der Innenpolitik wie auch der auswärtigen Beziehungen. Besonders in angespannten Konstellationen – wie sie das Verhältnis zwischen Deutschen, Tschechen und Slowaken seit dem 19. Jahrhundert immer wieder kennzeichneten – eröffnete dieses Handlungsfeld aber stets auch Chancen, den Primat der institutionalisierten Politik zu relativieren: politische Entscheidungen zu erzwingen, zu unterlaufen oder gegen sie zu protestieren. Der Band präsentiert in der breiten Spanne zwischen Ereignissen und Gütern der Hochkultur sowie alltagskulturellen Begegnungen und ihren Schauplätzen eine Vielzahl von Fallbeispielen. Die Beiträge zeigen, wie sehr die politische Geschichte eines kulturgeschichtlichen Korrektivs bedarf.

Olaf Schwencke
Das Europa der Kulturen – Kulturpolitik in Europa
Dokumente, Analysen und Perspektiven – von den Anfängen bis zum Vertrag von Lissabon
432 Seiten, € 18,00
978-3-8375-0419-4
Europäische Kulturpolitik führte lange Zeit ein Schattendasein nicht nur in Deutschland. Zu häufig dominierten auch hier nationalstaatliche Interessen. Gerade der Kulturföderalismus in der Bundesrepublik Deutschland hat dazu beigetragen, dass die europäische Ebene bei Kulturfragen tendenziell vernachlässigt wurde. Mit den Verträgen von Maastricht (1992) und schließlich mit dem Vertrag von Lissabon (2009) hat sich allerdings ein grundlegender Wandel vollzogen: Perspektiven einer Kulturpolitik in Europa sind angemessen stark in das Blickfeld auch nationalstaatlicher Diskussionen gerückt.
Nach 1945 war Europa in den ersten Versuchen eines Neuanfangs zuvörderst ein gemeinsames kulturpolitisches Projekt und wurde erst im zweiten Schritt auch als ein gemeinsamer Wirtschaftsraum realisiert. So sind viele Entwicklungen in Städtebau und Denkmalschutz, Interkultur, Regionalismus, Teilhabe und Soziokultur, die in der heutigen Kulturpolitik nahezu selbstverständlich erschienen, nicht zuletzt auf europäischer Ebene, vor allem im Straßburger Europarat, vorgedacht worden.
Das Buch zeichnet diesen Weg anhand von über 60 einschlägigen Dokumenten nach. Es umfasst dabei mehr als 60 Jahre europäischer Kulturpolitik, die vom Autor zudem in den zeithistorischen Zusammenhang gestellt und entsprechend kommentiert werden. Die Publikation markiert in dieser Hinsicht gleichsam die "Erfolgsgeschichte" der europäischen Kulturpolitik bis ins 21. Jahrhundert.

Manfred Grieger / Christian Jansen / Irmtrud Wojak
Interessen, Strukturen und Entscheidungsprozesse!
Für eine politische Kontextualisierung des Nationalsozialismus
202 S., Br., € 19,95
978-3-8375-0403-3
Der Nationalsozialismus erregt auch 65 Jahre nach dem Tod Adolf Hitlers große mediale Aufmerksamkeit. Anstatt umfassend die ermöglichenden Faktoren einer durch Exklusion, Gewalt, Expansion und Völkermord geprägten Gesellschaft zu untersuchen, stehen seit einiger Zeit die Motive, ideologischen Prägungen oder auch die Korruption und persönliche Bereicherung der Täter im Mittelpunkt der Forschung. Zudem setzen manche Autoren die vom Regime propagierte "Volksgemeinschaft" mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit gleich und überzeichnen damit die Regimeloyalität der "Deutschen". Gesellschaftliche Konflikte und auch der politische Widerstand werden dabei leicht übersehen. Der Band plädiert dagegen für eine quellengestützte Analyse der Interessen, Strukturen und Entscheidungsprozesse, die der "kumulativen Radikalisierung" des NS-Regimes zugrunde lagen. Die Forderung nach einer stärker politischen Kontextualisierung des Nationalsozialismus greift wichtige Anregungen und Argumente des bedeutenden Zeithistorikers und einflussreichen Bochumer Hochschullehrers Hans Mommsen auf, dessen strukturgeschichtlicher Denkansatz die Autorinnen und Autoren bei der Entwicklung des eigenen Blicks auf die NS-Diktatur und ihre Verbrechen beeinflusst hat.

Jens Niederhut / Uwe Zuber
Geheimschutz transparent?
Verschlusssachen in staatlichen Archiven
128 Seiten, € 19,95
978-3-8375-0453-8
Eine immense Zahl von Verschlusssachen lagert in den Registraturen der Verfassungsschutzämter, bei Staatsschutzstellen und bei der Justiz, aber auch in den staatlichen Archiven. Der Band versucht den Wert dieser Akten für die Forschung auszuloten und die Schwierigkeiten der Archive im Umgang mit Verschlusssachen zu veranschaulichen. Im Rückgriff auf Geheimakten beschreiben die Beiträge die Entstehung des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes nach 1945, links- und rechtsextremistische Gruppen sowie Aspekte der Alltagsbeziehungen zur DDR. Wissenschaftler und Journalisten, Vertreter der Verwaltung und der Archive diskutieren Möglichkeiten und Grenzen eines öffentlichen Zugangs zu VS-Akten.


LWL-Industriemuseum
Wahre Helden
Fotografien von Jörg Boström und Jürgen Heinemann
120 Seiten, zahlr. Abb., € 7,90
978-3-8375-0414-9
Die westdeutsche Industrie befand sich in einer tiefen Krise, als Prof. Jörg Boström und Prof. Jürgen Heinemann Ende der 70er Jahre bis Anfang der 90er Jahre mit ihrer Kamera die industrielle Arbeitswelt in verschiedenen Betrieben Westfalens dokumentierten. Nach Jahren des Wiederaufbaus und des wirtschaftlichen Aufschwungs wurden durch die Wirtschaftskrise un ddie ausländische Konkurrenz viele Betriebe der Kohle-, Textil- und Metallindustrie geschlossen oder die Arbeitsplätze nach Osteuropa oder Fernost verlagert. Die "Wahren Helden" waren die Arbeiterinnen und Arbeiter. Die Bilder von Jörg Boström und Jürgen Heinemann zeigen die Akteure bei der Arbeit – und setzen ihnen ein Denkmal.


Delia Bösch /Jörg Loskill
Thomas Rother
RevierAtelier, Band 8
96 Seiten, durchg. farb. Abb., € 24,90
978-3-8375-0271-8
Aus dem Vorwort von Jörg Loskill: Nostalgie ist seine Sache nicht. Auch wenn er dem Alten, Vergessenen, Ausrangierten nachspürt. Aber er gibt sich damit nicht zufrieden.
Thomas Rother ist Sammler, Arrangeur, Monteur, Denker, Handwerker, Collageur, Bildhauer, Grafiker, Texter, Spurensucher. Er verbindet Vergangenheit mit der Gegenwart und blickt durch diese Konstellation visionär in die Zukunft. Er lebt in dem Bewusstsein der Industriekultur, in der sich eine neue Sicht auf Dinge, auf Materialien, auf Situationen, auf Alltägliches und Rituelles manifestiert. Seine künstlerische Leistung erwächst aus einem Pionierbewusstsein: Die Mythen des Ruhrgebiets werden von ihm neu befragt.



Horst Wackerbarth
Die rote Couch– Here and there
288 Seiten, zahlr. farb. Abb.,  € 39,95
978-3-8375-0102-5
"Here & There" ist Teil des Gesamtprojekts "The Red Couch - A Gallery of Mankind". Am Beispiel der Stadt Duisburg und ihrer Partnerstädte kommentiert Horst Wackerbarth Migration künstlerisch durch Foto- und Videoarbeiten. Es sind Arbeiten mit berühmten und weniger berühmten Kindern der Stadt entstanden, wobei die prominenten Duisburger jeweils einen Mitbürger mit Migrationshintergrund "adoptieren".
Horst Wackerbarth arbeitet seit über einem Vierteljahrhundert an seinem Porträtwerk "The Red Couch - A Gallery of Mankind". Der Foto- und Videokünstler bereist mit Couch und Kamera die Welt und platziert das Sofa im Lebensumfeld der unterschiedlichsten Menschen, die darauf porträtiert zwölf universelle Fragen beantworten. Seine Fragen zu den Themen Arbeit, Glück, Liebe und Tod stellt der Künstler stets auf der leuchtend roten Couch. Diese ist der gemeinsame Nenner für alle Nationen, Religionen, Rassen und Schichten, für kulturelle Vielfalt, Lebensgewohnheiten und Ansichten von Individuen, Szenen, Mehrheiten und Minderheiten. Ergebnis ist jeweils eine großformatige Original-Fotografie nebst Videoinstallation. Bis heute schuf Wackerbarth fast 600 Arbeiten in 39 Ländern und die universellen Fragen wurden in 36 Sprachen beantwortet.


Michael Welke
Der Kabarettist als literarischer Orator
Produktions- und rezeptionsästhetische Strategien im Werk des literarischen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch
376 S., Br., € 34,95
978-3-8375-0441-5
Der literarische Kabarettist Hanns Dieter Hüsch (1925–2005) bestach durch Sprachwitz und Poesie, war niederrheinischer Heimaterzähler, Gesellschaftskritiker und christlicher Prediger zugleich. In annähernd sechzig Jahren Bühnen-, Rundfunk und Fernsehpräsenz prägte er sich dem Publikum als Humorist und Mahner ein, erlangte in den späteren Jahren den Ruf einer „moralischen Instanz“. Mit vielen Staats-, Landes- und Kulturpreisen ausgezeichnet, beschritt er einen Weg von der provisorisch eingerichteten Mainzer Studentenbühne bis in die Arenen der Kirchentage und kann als führender Wegbereiter der bundes-deutschen Kabarettszene bezeichnet werden.
Michael Welke untersucht die Inszenierungsformen des sich wandelnden Hüsch vom Kleinkünstler zum Großprediger und stellt Verbindungen dieser Rollenvariabilität zu den zu Grunde liegenden Erzählstrategien des Künstlers her. Dies geschieht auf der Grundlage eines poetologisch-rhetorischen Interpretationsansatzes, der Kunstproduktion, Inszenierungsformen und Sprachhandlungen in einen Zusammenhang bringt. Eine Fülle von historiographischen Hinweisen auf Produktionsbedingungen und Prägungserlebnisse, die den Künstler beeinflusst haben, runden die Untersuchung ab.
Inhalt und Vorüberlegungen des Autors


Ulrike Robeck
Egon Erwin Kisch beim Bochumer Verein
Ein Versuch zum "Wesen des Reporters"
130 Seiten, zahlr. Abb., € 19,95
978-3-8375-0418-7
Egon Erwin Kisch gilt als Begründer der literarischen Reportage. Bekannt wurde er mit seiner 1924 veröffentlichten Reportagesammlung mit dem Titel „Der rasende Reporter“. Dem darin enthaltenen Bericht über das Hochofen- und Stahlwerk des Bochumer Vereins stellt Ulrike Robeck zeitgenössische Fotografien der Werksanlagen gegenüber. Bei der Konfrontation der beiden Darstellungsweisen werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich, welche die besonderen Eigenarten des Reportagetextes erkennen lassen. Dieser verliert im Laufe der Untersuchung zunehmend den Charakter eines einfachen Tatsachenberichts. Unter Berücksichtigung der von Kisch bereits 1918 veröffentlichten theoretischen Gedanken über das „Wesen des Reporters“ erweist sich die Stahlwerks-Reportage schließlich als ein literarisch gestalteter Text, mit dessen Bildsprache eine Thematik angesprochen wird, die weit über die Abläufe im Hüttenwerk hinausgeht.


Willy Buschak
Franz Josef Furtwängler
Gewerkschafter, Indien-Reisender, Widerstandskämpfer.
Eine politische Biografie
270 Seiten, € 39,95
978-3-8375-0387-6
Franz Josef Furtwängler ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Weimarer Republik. Als Gewerkschafter reiste er 1926/27 durch Indien. Ganz anders als die Europäer seiner Zeit sah er den Orient mit dessen eigenen Augen und prophezeite schon in den 1920er Jahren den Aufstieg Indiens zur Industriemacht. Gegen Ende der Weimarer Republik knüpfte er Kontakte zur NSDAP. Zeitgenossen und Historiker verdächtigten ihn sogar, im Auftrag der Gewerkschaften mit der NSDAP-Größe Gregor Strasser verhandelt zu haben. Um sich in Sicherheit zu bringen, ging er 1934 ins Exil nach Ungarn, wurde vier Jahre später nach Deutschland ausgewiesen und landete – im Auswärtigen Amt, im Sonderreferat Indien. Furtwänglers wichtige Rolle im deutschen Widerstand ist heute völlig unbekannt: Er war einer der wichtigsten Mitarbeiter von Adam von Trott zu Solz, hielt enge Verbindung zum Kreisauer Kreis und war das Scharnier zwischen bürgerlichem und gewerkschaftlichem Widerstand. Unter abenteuerlichen Umständen konnte er in der Endphase des Zweiten Weltkrieges überleben. Als hessischer Landtagsabgeordneter und Publizist kämpfte er für eine demokratische Entwicklung Deutschlands.

Rainer Danielzyk / Andrea Dittrich-Wesbuer / Frank Osterhage
Die finanzielle Seite der Raumentwicklung
Auf dem Weg zu effizienten Siedlungsstrukturen?
266 Seiten, zahlr. teils farb. Abb., € 24,90
978-3-89861-934-9
Die Auswirkungen der Siedlungsentwicklung auf den Gemeindehaushalt haben in Raumforschung und Planungspraxis in den letzten Jahren eine wachsende Aufmerksamkeit erfahren. Im Mittelpunkt steht hierbei die Frage, mit welchen einmaligen und laufenden Kosten die Siedlungstätigkeit in einer Kommune oder Region verbunden ist. Der Sammelband stellt Ergebnisse und Erfahrungen der aktuellen Fachdiskussion vor. Er fördert den Austausch zwischen unterschiedlichen Forschungsansätzen und regt eine weitere Auseinandersetzung mit den fiskalischen Effekten der Siedlungsentwicklung in Deutschland an.
Aus dem Inhalt:
Fred Baumgartner: Raumentwicklung kostet? Eine kohärente Raumordnungspolitik, der Schlüssel zu einer kostensparenden Raumplanung
Stefan Raetz und Robin Denstorff: Die finanzielle Seite der Raumentwicklung. Eine Sichtweise der kommunalen Ebene
Thomas Bleier: Fiskalische Betrachtung der Raumentwicklung aus Sicht eines Projektentwicklers
Robert W. Burchell, Anthony Downs, Samuel Seskin and Terry Moore: The Costs of Sprawl in the United States 2000 to 2025
Stefan Suter, André Müller und Heini Sommer: Siedlungsentwicklung und Infrastrukturkosten. Forschungsergebnisse aus der Schweiz
Stefan Siedentop: Regionale Infrastrukturkostenrechnung. Methodischer Ansatz und Ergebnisse einer Pilotanwendung in der Region Havelland-Fläming
Jens-Martin Gutsche: Die „Kosten der Zersiedelung“ im Bauausschuss. Eine persönliche Zwischenbilanz
Jürgen Wixforth: Ertragreiche Ansiedlungspolitik? Empirische Analysen im Stadt-Umland-Kontext
Stephan Mitschang: Ökonomische Aspekte des Stadtumbaus
Andrea Dittrich-Wesbuer, Karsten Rusche und Achim Tack: Stadtumbau und Infrastruktursysteme. Folgen des demographischen Wandels auf die Abwasserinfrastruktur
Dirk Löhr: Ökonomische Instrumente zur Lenkung der Siedlungsentwicklung
Marion Klemme und Klaus Selle: Geld spielt keine Rolle? Fiskalische Aspekte der Siedlungsentwicklung in kommunalen Planungs- und Entscheidungsprozessen
Andrea Dittrich-Wesbuer und Frank Osterhage: Kostenbewusste Siedlungsentwicklung als Zukunftsaufgabe. Neue Werkzeuge für die Planungspraxis
Helmut Resch: Kosteneffizienz durch strategische Rückbauplanung. Das Beispiel der Stadt Selb

Gertrude Cepl-Kaufmann / Georg Mölich
Konstruktionsprozesse der Region in europäischer Perspektive
Kulturelle Raumprägungen der Moderne
312 S., Abb., € 29,95
978-3-89861-836-6
Aus dem Inhalt:
Karl Ditt: Strategien regionaler Raumkonstruktionen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Walter Schmitz: „Gedachte Ordnung“ – „erlebte Ordnung“: Region als Sinnraum
Gertrude Cepl-Kaufmann: Denkbild und Praxis. Zur Rhetorik der Region
Andreas Schumann: Wie Stereotype Neues verhindern. Heimat und Moderne
Stephen Pielhoff: Kulturvermittler im Kampf um Anerkennung. Zur avantgardistischen Codierung von „Heimat“ im wilhelminischen Kaiserreich
Wulf Wülfing: Literarische Gruppen als Träger regionaler Identitäten
Justus H. Ulbricht: „Wartburg-Weimar-Lebensgefühl“ oder: In „deutscher Mitte
Monika Gibas: Von „Deutscher Wertarbeit“ und vom „Kulturwert der Technik“ in „Deutschlands Mitte“
Ulrich Gaier: Mythen, Denkmäler, Wahrzeichen. Konstruktionsverfahren der imagined Community
Bettina Keß: „Mainfranken“. Zu Geschichte und Gebrauch eines Integrativbegriffs
Antje Johanning: Zur Konstruktion einer „oberschlesischen“ Identität in Literatur und
Kulturzeitschriften zwischen 1925 und 1945
Antonella Gargano: Von Macerata nach Berlin, Düsseldorf und zurück
Maria Paola Scialdone: Das Ballspielhaus Maceratas „Sferisterio“ als Träger und Förderer der kulturellen Identität der Marken
Hans-Georg Grüning: Tirol-Südtirol. Dekonstruktion und Rekonstruktion einer Region
Jürgen Thaler: Erkundungen im ländlichen Raum. Regionale Literaturgeschichte am Beispiel Vorarlberg
Germaine Goetzinger: Aline Mayrisch und Sissi Frank – Industriellengattin und Dienstmädchen
Hans Hecker: Beiderseits der Grenze. Grenzziehungen und Grenzregionen im östlichen Europa

Hans Körner / Jürgen Wiener
"Liturgie als Bauherr"?
Moderne Sakralarchitektur und ihre Ausstattung zwischen Funktion und Form
256 S., zahlr. Abb., € 29,95
978-3-8375-0356-2
Mit der Formel »Liturgie als Bauherr« plädierte der Architekt und Kunsthistoriker Cornelius Gurlitt für eine Reform des Kirchenbaus. Inwiefern bestimmt die Liturgie tatsächlich die Sakralarchitektur? Ist Gurlitts Wort heute noch aktuell? Die Autoren untersuchen die Wechselbeziehungen zwischen Liturgie, Baugestalt und Kirchenausstattung im katholischen und protestantischen Kirchenbau des 20. Jahrhunderts.

Aus dem Inhalt:
– Funktion und Erlebnis katholischer Sakralräume im Rheinland zu Beginn des 20. Jahrhunderts
– Kirche und Siedlung
– Stadt – Konfession – Kirche. Die evangelische Matthäikirche in Düsseldorf
– Die assoziative Kraft der Form im Kirchenbau der Nachkriegsmoderne
– Material im Dienste der Liturgie
– Wallfahrtsliturgische Praxis in ihrer architektonischen Konsequenz am Beispiel von Le Corbusiers Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp
– Die Idee des Zentralbaus bei Emil Steffann
– Die Rothko Kapelle. Kunst als Bauherr
– Altar und Kanzel im evangelischen Kirchenbau. Bauwerke der Zwischenkriegsjahre in Ruhrgebiet und Rheinland
– Altar und Tabernakel im liturgischen und architektonischen Spannungsfeld. Peter Lenz, Martin Weber, Clemens Holzmeister, Hans Schwippert
– Die Entstehung moderner Altarkonzepte im Kontext des katholischen Kirchenbaus
– Der Altarraum im Kirchenbau der Moderne
– »Alles Bauen muss von einem Zwecke aus begriffen werden, […] so auch der Kirchenbau.« Otto Bartning und die Aufgaben des Kirchenbaus
– Architektur und Liturgie. Kirchenbauten von Olaf Andreas Gulbransson (1916–1961)
– Das Kirchengestühl im modernen Kirchenbau. Die Geschichte des Gestühls
– Wie die Orgel den modernen Kirchenraum betrat …
– Licht im modernen Kirchenraum. Licht als Baustoff?
– Moderner Kirchenbau als Bedeutungsarchitektur. Die Lichtkonzeption Dominikus Böhms (1880–1955) als Ausdruck einer mystagogischen Raumidee
– Lampe und Liturgie. Elektrisches Licht im modernen Kirchenbau
– Licht im Kirchenraum bei Rudolf Schwarz
– »Propaganda in allen erreichbaren Käsblättern«. Schwarz, Bartning, Böhm und die Visualisierung ihrer Kirchenbauten durch Albert Renger-Patzsch und Hugo Schmölz
– Die fotografische Darstellung des modernen Kirchenbaus in der Zeitschrift »Das Münster«



Christa Reicher / Lars Niemann / Angela Uttke
Internationale Bauausstellung Emscher Park
Impulse: lokal – regional – national – international
300 Seiten, zahlr. Abb., € 29,95
978-3-8375-0501-6
Die IBA Emscher Park hat seit ihrem Beginn bis heute viele Veränderungsprozesse in der Region und darüber hinaus angestoßen. Fachleute aus dem In- und Ausland zeigen ein anhaltendes Interesse an den Wirkungsweisen, Organisationsformen und Ergebnissen der IBA und studieren ihre Denkmodelle und Projekte. Welche sozialen, ökologischen und ökonomischen Impulse wurden gesetzt? Wie weit reicht die Vorbildwirkung von IBA Projekten und Verfahren im In- und Ausland? Wie lief der Transfer von Wissen um Verfahren und Projekte? Welche Rolle spielten dabei Personen? Das Buch „IBA Impulse“ befragt Akteure der Kommunen und der Region sowie der Wissenschaft, Politik und Wirtschaft nach ihren Einschätzungen der Entstehung und Entwicklungen der IBA Emscher Park. Ihre teils persönlichen Wahrnehmungen der letzten 20 Jahre beschreiben Impulswirkungen und Sichtweisen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene und veranschaulichen die vielfältigen Effekte der IBA. Die Autoren aus dem In- und Ausland zeigen dabei in ihren Beiträgen Wechselwirkungen von Zeit und Raummaßstäben auf und motivieren durch die Verschiebungen von Perspektiven die Auseinandersetzung mit der IBA Emscher Park.

Fonds Darstellende Künste / Günter Jeschonnek
Report Darstellende Künste
Wirtschaftliche, soziale und arbeitsrechliche Lage der Theater- und Tanzschaffenden in Deutschland
724 Seiten, € 24,90
978-3-8375-0473-6
Mit seinem zweiten Buch legt der 1985 gegründete Fonds Darstellende Künste einen komplexen Report zur wirtschaftlichen, sozialen und arbeitsrechtlichen Lage der Theater- und Tanzschaffenden in Deutschland – im Kontext zu internationalen Entwicklungen – vor. Dieser Report bezieht sich auf den Künstlerreport von Forbeck/Wiesand (1975) und den Bericht der Enquetekommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages (2007). Der Fonds, das Internationale Theaterinstitut (ITI) und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien veranstalteten zu diesem Thema gemeinsam mit anderen Partnern im Mai 2009 ein internationales Symposium in der Berliner Akademie der Künste. Davor initiierte der Fonds umfangreiche Erhebungen sowie Studien und gewann dafür Wissenschaftler, die Verbände Freier Theater, spartenspezifische Fachverbände und das ITI. Die Ergebnisse des Symposiums und der nationalen wie internationalen Studien bilden die Grundlagen des Reports. Bundesweit beteiligten sich 4.400 Theater- und Tanzschaffende aller Sparten an der Fragebogenaktion und 175 qualitativen Interviews. Im Kontext zu den empirischen Ergebnissen, die die Arbeits- und Lebensbedingungen der Theaterund Tanzschaffenden widerspiegeln, werden im Buch alle vorhandenen Kultur- und Kreativwirtschaftsberichte der Bundesländer und Kommunen sowie die Auswertung amtlicher Statistiken unter dem Aspekt berufsspezifischer Risiken auf den Arbeitsmärkten der darstellenden Künste diskutiert. Die aktuelle umfassende Untersuchung unternehmerischer Kulturförderung in Deutschland durch den Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI komplettiert die Studien des Reports.

Miriam Bistrovic
Antisemitismus und Philosemitismus in Japan
328 Seiten, € 34,95
978-3-8375-0499-6
Aktuelle Debatten zum Antisemitismus und Philosemitismus befassen sich nur selten mit Vorkommnissen im asiatischen Raum und Japan wird häufig nur im Kontext des Zweiten Weltkrieges als Bündnispartner des nationalsozialistischen Deutschlands oder in seiner Funktion als vorübergehendes jüdisches Exilland erwähnt. Jedoch bleiben dadurch Besonderheiten bei der Interpretation antisemitischer Propaganda sowie deren langfristiger Einfluss auf aktuelle Ereignisse und den gegenwärtigen Umgang mit Juden weitestgehend unberücksichtigt. Diese Lücke in der Forschung versucht die Autorin zu schließen. Sie erörtert sowohl die historischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen für die Entstehung antisemitischer und philosemitischer Strömungen in Japan als auch ihre spezifischen Strukturen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der detaillierten Analyse von Phänomenen der jüngsten Vergangenheit, die vom Beginn der Anne-Frank-Rezeption in der Nachkriegszeit, über Opferdiskurse und religiös motivierte Sympathiebekundungen bis hin zu Fällen von Holocaust-Leugnung, der Kolportage von Verschwörungstheorien über das Internet und antisemitischen Traktaten mit Verkaufszahlen in Millionenhöhe reichen.

Eva Krings
Tierleben
Vom Umgang mit vertrauten Fremden
120 S., Abb., € 15,00
978-3-8375-0494-1
Seit wann gibt es Diätberater für Hunde? Warum lieben Diktatoren Privatzoos? Warum sind Schlachttiere unsichtbar? Wo wurden Männer als Werwölfe verfolgt? Wann kommen Tiere in den Himmel? Wovon träumt King Kong? Wann ist Tierquälerei erlaubt? Darf ein Papst Katzen lieben? Allein in deutschen Haushalten leben mehr als 23 Millionen Katzen, Hunde, Vögel und Kleintiere, Fische und Terrarienbewohner nicht einmal mitgerechnet. Tiere gehören zu unserem Alltag – als Familienmitglied, als modisches Zubehör, als Hauptdarsteller im Freizeitangebot. Doch selbstverständlich ist die Beziehung zwischen Mensch und Tier damit noch lange nicht. Nicht nur die private Zuneigung zum Haustier und der gesellschaftliche Umgang mit Nutztieren stehen unvermittelt nebeneinander, auch die gleiche Art kann ein Schicksal zwischen Himmel und Hölle treffen, wie die rasant steigende Zahl der Versuchstiere zeigt. Wie kommt es zu diesen Widersprüchen und wie können sie funktionieren? Eva Krings geht dieser Frage nach. Auf der Spurensuche begegnet man Arbeits- und Kuscheltieren, Mischwesen und Bestien, Kunst-Stücken und unsichtbaren Schlachttieren. Und nicht zuletzt dem Menschen, der seine Handschrift auf ihnen hinterlassen hat, seit der erste domestizierte Wolf ihn vor etwa 15.000 Jahren auf der Jagd begleitete.

Margret Krannich / Susanne Rauscher / Mechthild Veil
Das gefühlte und das proklamierte Europa
Impulse und Barrieren der europäischen Genderpolitik
164 Seiten, € 14,95
 978-3-8375-0498-9
Das gefühlte und das proklamierte Europa driften in der Wahrnehmung vieler Menschen zunehmend auseinander. Es macht sich eine gewisse Europamüdigkeit breit, auch und gerade in der Genderpolitik, obwohl die EU-Gleichstellungspolitik zu Recht als eine Erfolgsgeschichte gilt. Es scheint, als fehlten Europa Stimmen, Gesichter und eine Programmatik, um für emanzipatorische Prozesse zu mobilisieren. Wie erklären sich diese Diskrepanzen? Kann tatsächlich von einem Stillstand in der EU-Gleichstellungspolitik gesprochen werden oder gibt es angesichts einer tief greifenden ökonomischen Krise und im Hinblick auf die spezifische Institution der Europäischen Union zu hohe Erwartungen an die EU-Politik? Der Band zeichnet in einem ersten Teil die 50-jährige Geschichte der EU-Gleichstellungspolitik nach und wirft einen Blick auf die aktuelle EU-Genderpolitik. In einem zweiten Teil, der Porträts von drei Europäerinnen enthält, steht Europa als kultureller Raum im Zentrum. Ein weiterer Teil befasst sich mit der Finanz- und Wirtschaftskrise und deren Perspektiven für die Geschlechterpolitik der Europäischen Union. Am Beispiel Deutschlands werden die Konjunkturpakete und ihre Auswirkungen unter Gendergesichtspunkten untersucht. In einem letzten Teil werden Veränderungsdynamiken in einzelnen EU-Mitgliedstaaten im Spannungsverhältnis zur EU beleuchtet. Sowohl der Blick auf Irland als auch der auf Spanien versprechen neue Einblicke. Ein Beitrag zur aktuellen Lage in Ungarn schließt die Publikation ab.

Vera von Achenbach / Barbara Eifert
Junge Bilder vom Alter
WERKBUCH
370 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 14,95
978-3-8375-0178-0
Was macht das Alter heute aus? Wie leben sie, was tun die Älteren? Wie sehen sie sich selbst und wie die Jungen? Die meisten Bilder vom Alter entsprechen schon lange nicht mehr der Realität. So wird Alter häufig immer noch mit Krankheit, Bedürftigkeit, geistigem Verfall und gesellschaftlicher Belastung gleichgesetzt. Solche Bilder prägen unser Verhalten und unsere Sprache. Damit setzt sich die Landesinitiative "Junge Bilder vom Alter" auseinander. Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen fördert damit die Wahrnehmung der Potenziale des Alters in der Gesellschaft. Ziel der Initiative ist die Stärkung differenzierter Sichtweisen auf das Alter und die Entwicklung realistischer Altersbilder. Der Band versammelt Essays, Reflexionen und wissenschaftliche Studien zum Thema. Projektimpulse und zahlreiche Bilder aus der Kreativ-Werkstatt machen die Vielfalt des Alters erfahrbar und durchbrechen die normierende Wirkung negativer Klischees. Die Begegnung zwischen Alt und Jung und das gemeinsame kreative Gestalten lassen neue Bilder hervortreten und schaffen Raum für neue Erfahrungen.

Alexander Klar
Rui Inácio - True Images
60 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 13,95
978-3-8375-0448-4
Rui Inácios Werk beschäftigt sich mit Mechanismen des visuellen Gedächtnisses. In einer in sich geschlossenen Folge von Formentwicklungen transformiert er Elemente des naturalistischen Landschaftsbildes oder von Naturgebilden in Bilder einer eigenen, artifiziellen Natur. Das Bild des Baumes, Symbol für organisches Wachstum und die Komplexität der Natur geht er an, indem er vorhandene Formen übernimmt und im Bild transformiert, in dem er sie aus sich heraus ‚wachsen’ lässt. Am Anfang stehen Fotografien, die der Künstler in Portugal, Spanien und Deutschland gemacht hat. Bereits in den Fotografien ist der Ausschnitt so gewählt, dass die Orientierung in einem Dickicht von Bäumen oder einem Gewirr von Baumstämmen die Orientierung unmöglich wird. Von diesen Fotografien ausgehend verdichtet er die Darstellung, um Bilder einer utopischen Wildnis zu erreichen. 

Stratmann
Pilz inne Buxe
Heiteres medizinisches Comic
mit Zeichnungen von Christina Groth-Lindenberg
80 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 12,95
978-3-8375-0491-0
Wohl einmalig in der deutschen Kabarettgeschichte, dass ein Solokabarettist in 10 Jahren über eine Million Zuschauer (davon 700.000 in seinem eigenen Theater) überweigend erfreute, teilweise sich auch kranklachen ließ, darüber hinaus gab es zahlreiche Auftritte außerhalb des Stratmanns-Theater in vielen bekannten Theatern, Kabaretthochburgen (Senftöpfchen Köln, Springmaus Bonn, St.-Pauli-Theater HH, Wühlmäuse Berlin, Unterhaus Mainz u.v.a.) und Stadthallen in Deutschland sowie in Funk und Fernsehen, wie z.B. 75 Sendungen "Mittwochs mit...", nicht zuletzt durch die WDR-Produktion "Stratmanns" samstags um 21.45 Uhr, bereits seit 9 Jahren fester Bestandteil des WDR-Abendprogramms. Jetzt gibt es die absurdesten Krankengeschichten aus der Kleingartenanlage Bottrop-Batenbrock-Süd unter anderem mit Glückshormonen, Pilzerkrankungen und mechanischen Gehhilfen auch als Comic zum Nachlesen und Gesundlachen.


Kultur-Konzept GmbH /Ilya und Emilia Kabakov /Andreas Kaiser /Kazuo Katase /Andreas M. Kaufmann
Das Ruhr-Atoll
Kunst – Wissenschaft – Energie
158 S., durchg. farb. Abb., € 19,95
978-3-8375-0489-7
Im Sommer 2010 war der Essener Baldeneysee für fünf Monate lang nicht nur Erholungsort und wasserwirtschafliches Bauwerk, sondern auch Schauplatz eines der meistdiskutierten Kunstprojekte der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. „Kunst ist Energie – Energie ist Bewegung“ lautete die Formel für das Ruhr-Atoll, das im öffentlichen Raum den Diskurs zur Nachhaltigkeit von Energieressourcen, den menschlichen Umgang mit Natur, zum Thema machte, nachdem es als Konzept bereits seit 2003 den Prozess der Kulturhauptstadt Europas begleitet hatte. Auf der thematischen Grundidee des Konzeptkünstlers Norbert Bauer fußend, stammten Entwurf und Planung für (fast) jede einzelne Insel von einem scheinbar ungleichen Paar: Künstler haben sich mit Wissenschaftlern darauf eingelassen, ihre Themen und Sichtweisen miteinander zu verknüpfen und Ressourcen wie Wasser, Wind, Sonne und Kreativität zu nutzen. Der „Archipel der Künste und Wissenschaften“ provozierte und faszinierte die Menschen. Um sich den Objekten auf dem Wasser zu nähern und die Werke Kunst verbindet – Das Ruhr-Atoll bis ins Detail zu erfassen, mussten die Besucher sich aus der Rolle des reinen Betrachters lösen und selbst Energie aufwenden. Von allen Künstlern, Konzepten und Projekten berichtet dieser Bild- und Textband.

3rd i / Anja Bardey / Leonhard Lagos Kalhoff
Meine Stadt der Zukunft
Transfer_Next_Generation – Ruhr
224 S., zahlr. farb. Abb., Br., € 19,95
978-3-8375-0410-1
Stephanie Haury, BBSR: So frühzeitig wie möglich sollte auch im privaten Bereich schon damit begonnen werden, Partizipation zu üben, denn auch dies muss gelernt sein. Auch Betreuungseinrichtungen wie Kindergärten und der schulische Bereich spielen hierbei eine große Rolle. In diesen Bereichen lernen sie nicht nur soziales Verhalten und fachliche Inhalte, sondern auch hier muss schon Gelegenheit zu partizipatorischem Verhalten gegeben werden. Neben theoretischen Inputs, wie man sich an der eigenen Lebenswelt beteiligen kann, sollte auch hier Raum für die Gestaltung des eigenen Umfeldes gegeben werden.
Herbert Brenneken, Stellv ertretender Schulleiter GHS Niedersprockhövel: Es darf nicht nach Schule riechen, damit die Kinder Spaß an der Arbeit haben. Ich habe z.B. jetzt in der Gruppe Schüler, die im normalen Unterricht, so wie man ihn aus der Schule kennt, relativ schwierig sind. Die haben vor kurzem zu mir gesagt: Machen Sie das im nächsten Jahr weiter? Kann ich denn dann noch mitmachen? Das ist stark hier!
Katja Heinecke, HCU-Hamburg, Urban Design: Großartig, wie sehr die Jugendlichen aus den Potenzialen denken. Sie wollen gar nicht alles abräumen und dann das das Große, Dicke, Neue schaffen. Sie arbeiten wirklich ganz konkret mit dem, was da ist, spinnen es weiter, spinnen es um, setzen etwas darauf. Als Strategie einfach toll!
Martin Wirtz, Leiter des Bereichs Städtebauliche Planung/Freizeitplanung des RVR: Ich habe das als Motivation und Rückenwind für meine weitere Arbeit mitgenommen. Das Interesse, die Ernsthaftigkeit, mit der die Jugendlichen sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben, fand ich beeindruckend.

Kooperationsprojekt der Folkwang Universität der Künste mit der Emschergenossenschaft:

Elisabeth Neudörfl / Elke Seeger
Schön wäre wenn uns möglichst viele besuchen würden
Lernen von Castrop-Rauxel – Fotografie und Klang
96 Seiten, zahlr. farb. Abb., Br. inkl. CD, € 14,95
978-3-8375-0458-3
Schön wäre, wenn uns möglichst viele besuchen würden, und zwar hier bei uns in Castrop-Rauxel: Damit sie sehen, dass alle Vorurteile unbegründet sind, dass es hier so schön grün ist, dass wir eine schöne Stadt haben. Kulturelles Handeln in Castrop, transkultureller Raum in Rauxel. Ickern, Pöppinghausen, Deininghausen, Schwerin. Um das Bild von Castrop-Rauxel aus Castrop-Rauxel herauszuholen, es von der Stadt zu trennen, es ihr zu entreißen, haben sich Studierende der Folkwang Universität der Künste dorthin begeben. Sie haben Aufnahmen gemacht, und zwar mit dem Mikrofon und mit der Kamera. Von Castrop-Rauxel lernen: Bild und Ton von der Stadt. Die Ausstellung und das Buch "Schön wäre wenn uns möglichst viele besuchen würden" bringen visuelle und klangliche Repräsentationen aus Castrop-Rauxel zusammen. Die BetrachterInnen können sich ein umfängliches Bild von Stadt und Rand, Verkehr und Natur, Emscher und Hochhaus, Wohnung und Park erschließen, das im Einzelnen vielleicht überall sein könnte, aber in der Zusammenschau doch Castrop-Rauxel sein muss.


Hans Rudolf Uthoff
Tief im Westen
Das Ruhrgebiet 1950 bis 1969 im Bild
128 Seiten, zahlr. Abb., € 19,95
978-3-8375-0300-5
Im Ruhrgebiet waren die fünfziger und sechziger Jahre eine hart erarbeitete Erfolgsgeschichte. Die Schwerindustrie florierte und der Krieg war überwunden. Die Jugendjahre der Republik schufen auch den Mythos „Ruhrgebiet“ mit Arbeit und Wohlstand für alle. Uthoffs sensibler Blick vermittelt dem Betrachter das Lebensgefühl von damals. Für die Zeitgenossen werden beim Betrachten der Bilder viele Erinnerungen wach. Für die Kinder und Enkel sind es Zeugnisse einer vergangenen Zeit: als tief im Westen der Alltag der Eltern und Großeltern noch schwarz-weiß war.


Rolf Potthoff / Achim Nöllenheidt
Wie ich den Krieg überlebte
Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg
192 Seiten, zahlr. Abb., € 13,95
978-3-8375-0495-8
„Als der Krieg zu Ende ging, war mein Elternhaus durch totalen Bombenschaden zerstört, waren mein ältester Bruder, mein Onkel und vier meiner besten Freunde gefallen; mehr als die Hälfte meiner Klassenkameraden kam an der Front um. Keiner wurde älter als 19.“ In diesem reich bebilderten Buch schildern Frauen und Männer authentisch und intensiv Ereignisse aus dieser furchtbaren Zeit. Es entstand aus den Zuschriften auf einen Aufruf, in dem die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) Zeitzeugen bat, über das Erlebte von damals zu berichten. Es sind bewegende Geschichten von Strapazen, Angst, Entbehrungen, Hoffnung und Leid. Sie schildern die Todesangst in den Bombennächten, sie berichten von Hunger und der quälenden Ungewissheit, ob der Ehemann, der Vater, der Sohn oder Bruder fern an irgendeiner Front noch lebt. Sie dokumentieren die dramatische Flucht vor der anrückenden Roten Armee. Manche der Frauen, die hier schreiben, haben jahrzehntelang darüber geschwiegen, was ihnen angetan worden ist. Hier kommen Menschen zu Wort, bei denen der Krieg die Kindheit und Jugend beherrschte. Die Beiträge gehen unter die Haut.

Ein Tag wie noch nie!
Still-Leben Ruhrschnellweg
192 S., durchg. farb. Abb., € 19,95
978-3-8375-0476-7
Ein Tag wie noch nie in einer Metropole wie nirgendwo!  20.000 Tische, 40.000 Bänke, 60.000 Meter Autobahn, drei Millionen Menschen mit Ideen und Herzblut, tausende Helfer und strahlender Sonnenschein – ein einmaliges Fest der Alltagskulturen mitten in der Metropole Ruhr: das war Still-Leben Ruhrschnellweg. Die Bilder und Geschichten von der Aktion am 18. Juli 2010 auf der A 40 gingen um die Welt. Die Strahlkraft der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 erreichte ihren Höhepunkt. Der Bildband „Ein Tag wie noch nie“ bietet Einblicke in die Arbeit des Organisationsteams um Fritz Pleitgen und zeigt die unvergessliche Festtagsstimmung auf der Strecke. Die Organisatoren schildern in diesem Buch, was bei der Vorbereitung und am Tag selbst hinter und vor den Kulissen geschah. Darüber hinaus dokumentieren viele Fotos von der längsten Tafel der Welt, von den Gästen und Kreativen, von Auf- und Abbau ein Ereignis, von dem sich viele eine Wiederholung wünschen. Seit dem 18. Juli 2010 ist alles anders als zuvor. Alle, die dabei waren, wissen: Nie wieder werden sie die A 40 mit den gleichen Augen betrachten. Es gab unendlich viel zu sehen und noch mehr zu verpassen. Erleben Sie mit diesem Buch noch einmal einen Tag, wie es ihn im Ruhrgebiet noch nie gegeben hatte.

FrauRuhrMann
Lebenswelten von Frauen und Männern in der Metropole Ruhr
400 S., zahlr. farb. Abb., Br., € 19,95
978-3-8375-0083-7
Wie zukunftsfähig ist das Ruhrgebiet im Vergleich zu anderen Regionen? Ist der Strukturwandel der letzten Jahrzehnte erfolgreich verlaufen? Ist das Ruhrgebiet innovativ und kreativ oder eher träge und bildungsfern? Rund 50 Autorinnen und Autoren beleuchten schlaglichtartig die Lebens- und Arbeitswelten der Region. Dabei erweisen sich manche gängigen Klischees als falsch. Im Mittelpunkt des Buches stehen die Menschen, die hier leben: ihre Wohnsituation, ihre Erwerbsmöglichkeiten und das weite Spektrum ihres Alltagslebens – auch mit dem Blick von außen betrachtet. Dabei wird deutlich, warum Frauen und Männer trotz Schwierigkeiten sehr gerne im Ruhrgebiet leben, wie sich ihre Lebenswelten voneinander unterscheiden, wie ein zukunftsfähiges Ruhrgebiet regionalpolitisch gestaltet werden müsste – und warum das nur mit Frauen und Männern gemeinsam funktionieren kann.


Peter Klunk / Frank Lichtenheld / Klaus-Martin Schmidt-Waldbauer / Stephan Pegels
Von der St. Antony-Hütte bis zum Elektrostahlwerk
Die Wiege der Ruhrindustrie in Oberhausen
96 Seiten, durchg. farb. Abb., € 12,95
978-3-8375-0325-8
Oberhausen gilt als die älteste Hüttenstadt des Ruhrgebietes. Mit dem Museum St. Antony-Hütte im Stadtteil Osterfeld wird die Wiege der Ruhrindustrie an der Keimzelle der Gutehoffnungshütte (GHH) präsentiert. Felder prägten zuvor die Gegend der Osterfelder Straße. Ab 1868 wuchs östlich der Straße ein neues Stahlwerk, welches ab 1900 ausschließlich Stahl für die GHH erzeugte. Mit dem letzten Abstich im Elektrostahlwerk Oberhausen am 19.12.1997 um 18:05 Uhr erlosch nicht nur die Stahlproduktion an der Osterfelder Straße, sondern das Kapitel der Montan- und Stahlstadt Oberhausen wurde endgültig geschlossen. Eine Stadt ist immer im Wandel, aber der komplette Fortzug der Montanindustrie ist ein starker Strukturbruch, ein Einschnitt in der Stadtgeschichte.

Dennis Köhler / Manfred Walz / Stefan Hochstadt
LichtRegion
Positionen und Perspektiven im Ruhrgebiet
240 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 24,95
978-3-8375-0404-0
Die heute selbstverständlich erscheinende Helligkeit in der Dunkelheit, die künstliche Beleuchtung unserer Städte, ist historisch noch recht jung. Und doch mischen sich neuerdings kritische Anmerkungen in das so positiv erlebte nächtliche Licht. Ökologische, medizinische, soziale, kulturelle und auch ökonomische Argumente werden einer bloßen Ästhetik oder Funktionalität entgegen gehalten. Tatsächlich sind integrierende Ansätze gefordert, die die unterschiedlichen Interessen überwinden und Licht ganzheitlich denken. Im Ruhrgebiet wird Licht im Kulturhauptstadtjahr als besondere Qualität formuliert, die IBA Emscherpark wirkt in den betriebenen Raumdebatten nach. Beide Anlässe boten und bieten vielfache Gelegenheit, über die komplexe Nutzung und Wirkung von Licht als künstlicher Beleuchtung öffentlicher Räume nachzudenken. Tatsächlich reduziert sich der Umgang damit auf die dekorative Stadtgestaltung und die damit beabsichtigte Produktion eines spezifischen kreativen Images, mit dem das Ruhrgebiet seine industrielle Vergangenheit abzustreifen, mindestens jedoch zu ästhetisieren versucht. Mit Texten, in denen "Licht" aus unterschiedlichen Perspektiven und gespeist mit dem Wissen unterschiedlicher Disziplinen diskutiert wird, geht das vorliegende Buch einen anderen Weg: Die wissenschaftlichen und methodischen Lücken benennend, werden Hinweise formuliert, wie mit Licht in der Planungspraxis urbane Lebensqualität bei Tag und bei Nacht hergestellt werden kann.

Christa Reicher / Katrin Bäumer / Maram Tawil / Dana Jacob / Lubna Shaheen
Planning Spaces Through Intercultural Dialogue
Embracing the Past, Enhancing the Future
176 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 30,00
978-3-8375-0469-9
Sustainable Planning needs dialogue – not only between sectoral departments and among stakeholders, but between spaces, between citizens and politicians, between different needs and development goals. In today´s globalised world dialogue becomes more important. The publication on hand results from a cooperation project between planners from Germany and the Middle East. It emphasizes the role and significance of historic city centres in both cultural contexts. The comparison between European and Arabic experiences means active dialogue between both planning cultures.


Sarah Banach / Andreas Henkelmann / Uwe Kaminsky / Judith Pierlings / Thomas Swiderek / LVR
Verspätete Modernisierung - Öffentliche Erziehung im Rheinland
Geschichte der Heimerziehung
in Verantwortung des Landesjugendamtes (1945–1972)
588 Seiten, Abb., € 34,95
978-3-8375-0475-0
Im Mittelpunkt stehen die Heime des Landschaftsverbandes Rheinland in Krefeld, Solingen, Euskirchen, Brauweiler, Hennef sowie Viersen-Süchteln. An ihrer Geschichte wird die verspätete Modernisierung dieses marginalisierten gesellschaftlichen Bereiches nachgezeichnet. Besondere Aufmerksamkeit widmen die Beträge des Buches dem Alltag der Heimkinder in den Bereichen Arbeit, Freizeit, Freundschaft, Sexualität, Kontrolle, Strafen, Religion, Ernährung, Gesundheit, Hygiene, der „Verbreiterung der pädagogischen Angriffsfläche“ durch Medikamenteneinsatz und der Ausbildung des Personals. Die fünf Autoren markieren die Geschichte der Heimerziehung in ihren rechtlichen Grundlagen, ihrer historischen Genese und ihrer Entwicklung in den Jahren 1945 bis 1972. Die Kontinuität des Spitzenpersonals, die Versuche, die Erzieherschaft zu professionalisieren, die Heimaufsicht, die Heimdifferenzierung sowie die Krisen und die unzureichenden Versuche ihrer Bewältigung werden untersucht. Die interdisziplinär erstellte Studie widmet sich der Geschichte der Heimerziehung in der Zuständigkeit des größten deutschen Landesjugendamtes beim Landschaftsverband Rheinland. Basis der Untersuchung sind umfangreich überlieferte Akten und Interviews mit ehemaligen Heimkindern, die quellenkritisch ausgewertet werden.

Julia Frohne / Katharina Langsch / Fritz Pleitgen / Oliver Scheytt
RUHR. Vom Mythos zur Marke
Marketing und PR für die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010
176 Seiten, durchg. farb. Abb., € 34,95
978-3-8375-0389-0
Wie macht man in kürzester Zeit eine neue Marke bekannt und verändert ein bestehendes Image? Wie eint man die Interessen unzähliger Akteure, ob Verantwortliche in den Städten, ob Künstler, Kreative oder Sponsoren? Wie nimmt man 5,3 Millionen Menschen auf diesem Weg mit? Das Buch erläutert die Bedeutung der Kommunikations- und Marketingarbeit für die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Es schlägt einen großen Bogen von der Entstehung der Idee über die Entwicklung der Marke RUHR.2010 und die Konzepte für den touristischen Sektor bis hin zur Planung der konkreten Kampagnenstrategie und der operativen Marketing-, Presse- und PR-Maßnahmen. Dabei werden entscheidende Handlungsfelder wie die Zusammenarbeit mit Partnern, die Medienkooperationen sowie die Rolle der Sponsoren in den kommunikativen Prozessen ebenso beleuchtet wie die Herausforderungen, vor denen ein vielgestaltiges Kuturmarketing steht. Zitate beteiligter Akteure sowie konkrete Fallbeispiele aus der Praxis bereichern die Publikation. „RUHR. Vom Mythos zur Marke“ richtet sich an Kulturmanager und Verantwortliche auf kommunaler Ebene, an Führungskräfte und Marketingfachleute, Festivalorganisatoren, Touristiker, Kommunikationsverantwortliche in Unternehmen, Agenturen, Medien und Institutionen sowie an eine breite interessierte Öffentlichkeit. RUHR.2010 ist Kulturmarke® des Jahres 2010. Ausgezeichnet wurde RUHR.2010 für die identitätsstiftende Markenentwicklung, die außergewöhnliche Markenführung und die Etablierung einer beispielhaften Kulturmarke.


Stefan Laurin
Immobilienkompass Ruhr 2011
Die besten Wohnlagen des Ruhrgebiets
224 S., zahlr. Abb., € 13,95
978-3-8375-0273-2
53 Städte und hunderte von Stadtteilen gibt es im Ruhrgebiet, dem mit Abstand größten Ballungsraum der Bundesrepublik. Da ist die Orientierung nicht einfach. Mit dem Immobilienkompass Ruhr wird sich das ändern. Er stellt Ihnen nicht einzelne Städte vor, sondern Stadtteile – sortiert nach Ihren Wohnbedürfnissen: Wo fühlen sich Familien mit Kindern wohl? In welchen Quartieren wohnt die Szene? Welche Stadtteile gehören zu den Nobelvierteln der Region? Und wo sind die besten Orte für Naturfreunde, Senioren, Wassersportler oder Preisbewusste? Wir stellen sie Ihnen vor: Portraits aller wichtigen Stadtteile des Ruhrgebiets, aktuelle Preisangaben für Mieter und Käufer sowie die wichtigsten Adressen jedes Quartiers.

Die Welt in Bildern
Der WAZ Leserkalender 2012
13 Seiten, hochwertiges Kunstdruckpapier, Ringbindung, € 8,90

Die bereits im letzten Jahr hat auch dieses Jahr die Redaktion des WAZ-ReiseJournals die schönsten Fotos zusammengestellt, die von Lesern eingesandt wurden. Der Bogen spannt sich von Nord nach Süd, über Berge und Täler, Meere und Flüsse und zeigt immer wunderschöne Ansichten.



Dokumentation zur Aktion:
SING - Day of Song, RUHR.2010
88 S., Abb., € 4,90
978-3-8375-0449-1
Vom 3. bis 5. Juni 2010 wurde in der Metropole Ruhr allerorten gesungen. Alle Veranstaltungen des Projektes SING – DAY OF SONG der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 sind nun auf 88 Seiten festgehalten worden: Die Dokumentation enthält Bilder und Stimmen aus allen beteiligten Städten, von dem großen Konzert in der VELTINS-Arena mit 60.000 Sängerinnen und Sängern und allen anderen Veranstaltungen vom Mitternachts- bis zum Sonnenaufgangskonzert.

Henning Prinz
Schräg
Kultverführer Ruhr
200 S., Br., € 9,95
978-3-8375-0276-3
Zollverein kann jeder. Zollverein macht ja auch jeder: Wer etwas übers Ruhrgebiet schreibt, darf ums Verrecken nicht Zollverein übergehen. Und wehe, einer kommt ins Ruhrgebiet und pilgert nicht dahin! Klar, die Villa Hügel, das U aus DO, der Innenhafen und das CentrO sind auch hinlänglich bekannt. Und die Kokerei Hansa, die Haldenlandschaft Hoheward, Gasometer und Aquarius machen ihren Job ebenfalls tipptopp. Von romanischen Kirchen und Turmbauten der Energieversorger ganz zu schweigen. Aber das Ruhrgebiet kann auch mal völlig unberechenbar zuschlagen. Mit ziemlich schrägen Dingen, ganz egal, ob diese jetzt aus einer Fritteuse oder einer Schmiede stammen. Ob das Viele mitbekommen – oder nur ganz Wenige. Abgefahrenes und Schräges. Manchmal steht man einfach nur da und staunt. Wir im Ruhrgebiet haben dafür eine Lautfolge modelliert: „Neee, nä?“ Es gibt eine Menge erstaunlicher Dinge und Menschen im Ruhrgebiet. Abseits der großen Kunst und der breiten Straßen. Ohne Wegweiser und ohne Marketinggesellschaften. Man muss also wissen wo. Wenn Sie von irgendwoher ein ehrfürchtiges „Das glaub‘ ich jetzt aber nicht!“ hören, dann sind Sie schon verdammt nah dran. Hier ist der längst überfällige Reise- und Erlebnisführer für das un-berechenbare Ruhrgebiet. Für diesen Ver-Führer haben ein Dutzend Klartext-Autoren die Nähkästchen geöffnet. Und stellen ihre Favoriten vor. Plus Geheimtipps. Plus kommende Geheimtipps. Mit allen wichtigen Regeln, Hilfestellungen und Empfehlungen für den gelungenen Survival-Trip durch ein sehr schräges Stück Stadtlandschaft. Neben aller Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Berechenbarkeit und Bodenständigkeit: Wir können nämlich auch anders.


Klaus Fehlemann / Bernd Reiff / Wolfgang Roters / Leonore Wolters-Krebs
Charta Ruhr
Denkanstöße und Empfehlungen für polyzentrale Metropolen
96 Seiten, zahlr. Abb., inkl. CD, € 14,95
978-3-8375-0354-8
Auf dem Weg zur „Metropole Ruhr" – eine von der Groß- und Schwerindustrie geprägte Agglomeration mit fünf Millionen Menschen, Deutschlands größte Stadt, aufregendste Stadtlandschaft, polyzentral organisiert wie kaum eine andere in der Welt. Dieser ungewöhnliche Raum will eine metropolitane und urbane Landschaft werden, Dienstleistungsmetropoie, Kultur- und Integrationsraum, Wissenschaftsstadt. Der Raum zwischen Ruhr, Hellwegzone, Emscher und Lippe steht mitten in diesem Transformationsprozess. Vieles hat sich in den letzten Dekaden zum Teil spektakulär, häufig auch durch ganz praktische Kooperationsnetze über lokale und fachliche Grenzen hinweg positiv entwickelt. Heute ist das alte Ruhrgebiet der 1960er Jahre des vorherigen Jahrhunderts nicht wiederzuerkennen. Aber: Nach der Internationalen Bauausstellung Emscher Park der 1990er Jahre und am Ende der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 braucht die „Metropole Ruhr" jetzt weitere neue Impulse.
Mit der Charta Ruhr bietet die nordrhein-westfälische Landesgruppe der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) dafür eine Plattform: für eine umfassende und geordnete Diskussion, für strategische Anregungen und konkrete Empfehlungen. Dies alles basiert auf 38 perspektivischen und analytischen Untersuchungen von Wissenschaftlern und Praktikern sowie drei einander ergänzenden programmatischen Vorschlägen für den Weg in die Zukunft. Der Publikation liegt eine CD bei, auf der alle Beiträge in voller Länge mit Bildern und Grafiken sowie Lebensläufe der Autoren und Interviews ausgewählter Persönlichkeiten der „Metropole Ruhr" als Hörbeiträge zu finden sind.

Detlef Hopp
Industrie. Archäologie. Essen.
Industriearchäologie in Essen
100 Seiten, zahlr. teils farb. Abb., € 14,95
978-3-8375-0428-6
Aus der Zeit der Industrialisierung bezieht Essen ein ganz besonderes Potential. Zeugnisse aus dieser Zeit gehen oft bei Baumaßnahmen unbemerkt verloren. Von besonderem Interesse für die Archäologen sind Funde im Boden, die auf Krupp zurückgehen. Vielversprechend waren vor allem die archäologischen Untersuchungen auf dem Areal der ehemaligen Krupp’schen Gussstahlfabrik, der einst größten Stahlfabrik der Welt. Noch vor einem halben Jahrhundert gingen hier abertausende Werktätige ihrer schweißtreibenden Arbeit nach. Als Ausdruck erfolgreichen Strukturwandels entstand auf dem alten Industriegelände ein hochmoderner Konzernsitz. Seit 2010 werden von hier aus die Geschicke von ThyssenKrupp, des weltweit agierenden Konzerns, gelenkt. Bei den Bauarbeiten konnten die Archäologen zahllose Zeugnisse aus der Vergangenheit der Firma Krupp dokumentieren und Objekte bergen. Weitere Veränderungen mit überraschenden Einblicken in die Frühzeit der heutigen Großstadt brachten die Umgestaltungen des Limbecker Platzes und des Berliner Platzes mit dem neuen Einkaufszentrum und dem benachbarten Universitätsviertel.


Helmut Maier / Manfred Rasch / Andreas Zilt
150 Jahre Stahlinstitut VDEh
1860–2010
912 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 49,95
978-3-8375-0051-6
Im Jahr 2010 blickt der heute als Stahlinstitut VDEh bekannte Verein Deutscher Eisenhüttenleute auf eine 150-jährige facettenreiche Geschichte zurück. Ziel des Vereins war und ist die Förderung der technischen, technisch-wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit von Ingenieuren bei der Weiterentwicklung der
Stahltechnologie und des Werkstoffs Stahl. Im Mittelpunkt stehen Gemeinschaftsforschung und Erfahrungsaustausch. Seine Entwicklung war immer von den politischen und wirtschaftlichen Wechsellagen der deutschen wie der internationalen Geschichte bestimmt. Dessen ungeachtet entwickelte sich der Verein – geprägt von herausragenden Persönlichkeiten – zu einem technischwissenschaftlichen Innovationsmotor. In über 30 Beiträgen beleuchten Fachleute kenntnisreich die Geschichte des Vereins. Die Aufsätze beschäftigen sich mit den führenden Personen, mit den internationalen Beziehungen, mit der Rolle des Stahlinstituts VDEh in Kommunikation und Kultur sowie mit seinen Institutionen und der spezifischen Facharbeit.


Georg Ruppelt
CURIOSA
Erhellendes und Erheiterndes aus vier Jahrhunderten
80 Seiten, Abb., € 8,95
978-3-8375-0424-8
1609 wurde in Wolfenbüttel, damals Residenzstadt des Herzogtums Braunschweig-Wolfenbüttel, der Aviso als regelmäßig wöchentlich erscheinende Zeitung erstmalig gedruckt. Viele Geschichten des Buches halten die Erinnerung an den Aviso wach. Georg Ruppelt berichtet über die Neuigkeiten in der Zeitung vor 400 Jahren. Darüber hinaus stöbert er in den unübersehbaren Schatzkammern der Bücherwelt und zieht manches Vergessene an das Tageslicht.

Klaus Wisotzky / Ingrid Wölk
Fremd(e) im Revier!?
Zuwanderung und Fremdsein im Ruhrgebiet
352 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 24,95
978-3-8375-0350-0
Das Ruhrgebiet hat sich wie keine andere Region Deutschlands durch Zuwanderung erst konstituiert. Es zog die Menschen an wie ein Magnet. In der Industrialisierungsphase kamen sie freiwillig als finanzstarke Unternehmer und als junge Arbeitssuchende, in den Kriegsjahren wurden viele Fremde hierher verschleppt und zur Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen gezwungen. Für Fremd(e) im Revier!? haben sich Ruhrgebietsarchive aus neun Städten und zahlreiche andere Kooperationspartner des Themas Migration und Fremdsein für ein gemeinsames Ausstellungs- und Publikationsprojekt angenommen und einen weiten Bogen gespannt: Von den Fremden des Mittelalters und den Glaubens- und Revolutionsflüchtlingen der frühen Neuzeit über die Arbeitsmigranten des 19. und 20. Jahrhunderts bis hin zur heutigen Situation hier lebender Migranten und Migrantinnen. Das Fremdsein und das Heimischwerden war die Erfahrung, die viele Neubürger des Reviers gemacht haben. Den umgekehrten Prozess der Ent-Fremdung erlebten und erlitten vor allem die jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus dem Ruhrgebiet während des „Dritten Reiches“. Die Beiträge untersuchen das Gegen-, Neben- und Miteinander von Fremden und Einheimischen. Sie stellen das spannende Wechselspiel von „fremd“ und „eigen“ vor.

Sonderkamp, Rolf
Auf krummen Touren durchs Revier
Der Wanderführer Ruhrgebiet
144 S., zahlr. farb. Abb., Spiralgb., € 13,95
978-3-8375-0364-7
Zwischen Rhein, Ruhr und Lippe liegt der große Ballungsraum mit rund fünf Millionen Menschen, den man auch Ruhrgebiet“ nennt. Dort kann man Fördertürme und Hochöfen sehen, begrünte Halden mit weithin sichtbaren Kunstwerken erklimmen, in Revierparks herumspazieren und durch Einkaufsstraßen schlendern. Doch stundenlang durch die grüne Natur wandern, durch duftende Wälder und Felder streifen? Ja, auch das geht im „Ruhrgebiet“. Rolf Sonderkamp führt Sie durch die letzten grünen „Dschungel“ des Reviers, manche gerade groß genug für eine schöne Rundtour. Es geht durch Wald und Feld, auch jenseits fester Wege, oft auf krummen Pfaden. Selbst für jene, die das Revier wie ihre Westentasche zu kennen glauben, dürfte dieses Buch voller Überraschungen stecken – für Revierfremde sowieso. Zu jeder der 20 Touren gibt es einen Info-Kasten, eine übersichtliche Wegbeschreibung mit Entfernungsangaben und eine detaillierte Karte. Entdecken Sie ein ganz anderes „Ruhrgebiet“

Hermann Glaser
Ach!
Leben und Wirken eines Kulturbürgers
328 Seiten, € 19,50
978-3-8375-0472-9
Wie kaum ein anderer Name steht Hermann Glaser für das "Bürgerrecht Kultur". Kunst und Kultur können ihren Eigenwert nur entfalten, wenn sie sich mit einer politischen Grundhaltung verbinden, die Beteiligung ermöglicht und zu Mitdenken und Mitgestaltung herausfordert. Mit dieser Überzeugung hat Hermann Glaser die Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland entscheidend geprägt. Durch unermüdliche Vortrags- und Lehrtätigkeit im In- und Ausland und seine zahlreichen Veröffentlichungen hat er die Konzeption der Neuen Kulturpolitik theoretisch maßgeblich! mitentwickelt und praktisch umgesetzt. Der von ihm geprägte Begriff "Soziokultur" wurde zu einem Kennzeichen dieser kulturpolitischen Reform sowie vieler Einrichtungen und Projekte.
In seinem Buch schildert er die wichtigsten Stationen seines Lebens: von den bedrückenden Kindheitserfahrungen im Nationalsozialismus, der als Befreiung erlebten Zeit des Wiederaufbaus, der wachsenden Selbstzufriedenheit der Wohlstandsgesellschaft, deren spießbürgerliche Erbschaft er hellsichtig erkennt, bis zu seiner kommunalpolitischen Praxis als Kulturreferent der Stadt Nürnberg und den vielfältigen Begegnungen als Berater und Publizist nach Ende seiner Amtszeit. Es gelingt Hermann Glaser mit beeindruckender kulturpolitischer Konsequenz und menschlicher Glaubwürdigkeit, persönliche Erinnerung und Zeitgeschehen zu verbinden

Stiftung Zollverein
Kunstführer Zollverein
Kunst auf Zollverein von den Anfängen bis heute
96 Seiten, zahlr. Abb.,  € 9,95
978-3-8375-0464-4
Noch vor 25 Jahren war Zollverein das größte und leistungsfähigste Steinkohlebergwerk Europas. Heute begegnen wir einem Standort voller kultureller Erlebnismöglichkeiten. Von Konzerten über Ausstellungen, bis zur Kunst, werden dem interessierten Besucher unzählige Ereignisse geboten. Schon fünf Jahre nach der Stilllegung dieses bedeutenden Denkmals entdeckten Künstler das Gelände für sich. Ulrich Rückriem machte 1992/1993 den Anfang und platzierte seine monumentalen Steinskulpturen auf dem heutigen UNESCO Welterbe. Mit der Entwicklung und Neunutzung von Zollverein erhielten mit der Zeit immer mehr Kunstwerke Einzug. Die Stiftung Zollverein freut sich, nun erstmals eine Zusammenstellung aller Kunstwerke auf dem Zollverein-Gelände zu präsentieren. Anhand eines Rundgangs bietet der neue Kunstführer ZOLLVEREIN® dem Besucher die Möglichkeit, die Entwicklung der Kunst auf Zollverein nachzuvollziehen und vermittelt vielseitige Informationen zu den Werken von Künstlern wie Ansgar Nierhoff, Alf Lechner und Maria Nordman. Besonders im Bereich der zeitgenössischen Kunst schildert er die Besonderheiten des in der internationalen Kreativszene anerkannten Kunststandorts.


Achim Nöllenheidt
RuhrKOMPAKT
Der Ruhrgebiets-Erlebnisführer
652 Seiten, zahlr. farb. Abb., € 12,95
978-3-8375-0463-7
RuhrKompakt – der umfassende Überblick: Die Erlebnislandschaft Ruhrgebiet mit allen Daten und Fakten. Reich bebildert, präsentiert der Band eine einzigartige Region, die einen faszinierenden Mix aus Ballungsraum und Naturlandschaft, Kultur- und Kunstort, Sportmekka und Industrieerbe bietet und nach Beendigung eines wunderbaren Kulturhauptstadtjahres auch im internationalen Blickpunkt steht. RuhrKompakt macht Reisende wie Revierkenner zu Entdeckern einer offenen Region, erzählt spannend und informativ von bekannten und unbekannten Attraktionen und gibt vielfältige Anregungen für jede Art von Erlebnismöglichkeiten.


TU Dortmund
Kopfkohle
Neue Literatur von der Ruhr
180 Seiten, € 14,95
978-3-8375-0492-7
Kaum eine Region in Deutschland ist so vielfältig, wie das Ruhrgebiet. Aber wie lässt sich das Ruhrgebiet erzählen? Was genau macht die Ruhrgebietskultur aus? Was definiert den Pott? Ist Ruhrgebiet verlassene Zechen? Ist Ruhrgebiet da, wo man die Meinung „direkt im Gesicht“ kriegt? Welche Ereignisse definieren uns heute, das Revierderby, die Loveparade oder die Ruhr.2010? Das Ruhrgebiet der Gegenwart ist das Thema des Schreibwettbewerbes „Literatur von der Ruhr“. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ob Gebäude, Menschen oder Ereignisse, alles kann Thema sein, das Dortmunder U, genau wie Pommes Schranke oder die Zechenkultur.

Hans Spethmann / Gustav Ihde / Hans-Werner Wehling
Das Ruhrgebiet
Im Wechselspiel von Land und Leuten, Wirtschaft, Technik und Politik. Band 4 und 5
zus. 550 S.,  € 49,95
978-3-8375-0336-4
Erstveröffentlichung nachgelassener Manuskripte aus den Jahren 1935 bis 1940.

Band 4 – Das Ruhrrevier der Gegenwart (2)
Aus dem Inhalt
• Die eisenschaffende Industrie
• Die Weiterverarbeitung des Eisens
• Die übrigen Gewerbe, das Handwerk und der Handel
• Die Land- und Forstwirtschaft
• Die Wasserwirtschaft
• Die Wasserstraßen
• Der Verkehr zu Lande
• Das Kapital
• Der Weg der Konzerne
mit drei Karten und 44 Abbildungen

Band 5 – Das Ruhrrevier der Gegenwart (3)
Aus dem Inhalt
• Die Besiedelung
• Das Volkstum
• Das Klima
• Die Gestaltung der Erdoberfläche des Reviers
• Das Ruhrgebiet als Gewordenes und Wirkendes
• Ergänzungen zu Band 4 und 5
• Ergänzungen der Herausgeber



Anne Ley
Museum der Deutschen Binnenschifffahrt Duisburg-Ruhrort
Führer durch die Ausstellung
92 S., zahlr. Abb., € 5,00
978-3-8375-0314-2
Direkt am größten Binnenhafen Europas in Duisburg-Ruhrort liegt Deutschlands größtes und bedeutendstes Museum für die Geschichte der Binnenschifffahrt. Auf drei Ebenen und in zwei ehemaligen Schwimmhallen werden Wirtschafts-, Technik- und Sozialhistorie zum Erlebnis. Das Museum stiftet Identifikation mit dem Hafen und der Stadt Duisburg. Es beweist, dass Binnenschifffahrt nicht allein als malerische Darstellung längst vergagener Epochen stattfindet. Vielmehr leitet es den wirtschaftlichen Erfolg einer dynamischen Branche aus einer Jahrhunderte und Jahrtausende alten Tradition her.
Der Museumsführer soll den Besucher bei seinem Rundgang durch das Museum begleiten und ihm zusätzliche Informationen vermitteln. Außerdem bietet der Ausstellungsband die Möglichkeit, das Wissen über besonders interessante Themenbereiche der Binnenschiffahrt auch nach Beendigung des Museumsbesuches zu vertiefen.

Europe...a poem
Ein deutsch /englischer Katalog und Quellensammlung herausgegeben von Roy Kift
A German/English catalogue and sourcebook edited by Roy Kift
175  S., Br., € 9,95
978-3-8375-0275-6
Zur Ausstellung "Europe ... a poem", einer Ausstellung mit Werken herausragender Dichter aus allen europäischen Ländern, erscheint der vom Kurator Roy Kift herausgebene, gleichnamige Katalog. Er enthält alle handgeschriebenen und signierten Gedichte in der Originalsprache mit deutscher und englischer Übersetzung, Fotos der Autorinnen und Autoren sowie detaillierte biografische und bibliografische Informationen, dazu Essays über die Gedichte von Ralf Thenior und Roy Kift, ebenfalls auf deutsch und englisch. Dieser Band basiert auf der gleichnamigen im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 gezeigten Ausstellung und bildet zugleich eine Sammlung von Texten außergewöhnlicher zeitgenössischer Autoren aus allen EU-Ländern. Darüber hinaus erweist sich das Buch als eine Quelle europäischer Dichtkunst, die Studenten und Lyrikliebhaber weltweit als Einstieg in die eigene Gegenwarts-Dichtung nutzen können. Siebenundzwanzig Gedichte – siebenundzwanzig Leben – siebenundzwanzig Welten. Es gibt viel zu entdecken in dieser kleinen Sammlung europäischer Poesie.

Manfred Rasch
Industriefilm 1960-1969
Bestandübersicht aus Wirtschaftsarchiven des Ruhrgebiet
800 S., Br., € 39,90
978-3-89861-808-3
935 Industriefilme der 1960er-Jahre verzeichnet diese Beständeübersicht. Die Filme werden in Wirtschaftsarchiven des Ruhrgebiets aufbewahrt und stammen aus der ganzen Welt. Sie gewähren einen Blick – sowohl aus der Unternehmens- als auch der gewerkschaftlichen Perspektive – auf eine unbekannte Arbeitswelt. In technikhistorischer Hinsicht bieten die Filmdokumente Einsichten in Verfahren, Betriebs- und Produktionsabläufe, die heute längst nicht mehr in dieser Form existieren. Neben technischen Filmen und konventionellen Image- und Selbstdarstellungsfilmen, die auf Messen oder bei Werkbesuchen gezeigt wurden, finden sich ambitionierte Filmkunstwerke, die mit vielen Preisen prämiert wurden, darunter zwei für den Oscar nominierte Industriefilme.

Peter Witte
Keine Rückkehr
Die Deportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamosc im April 1942
192 Seiten, Abb., € 19,95
978-3-8375-0333-3
Am 28. April 1942 wurden im Regierungsbezirk Arnsberg über 800 jüdische Männer, Frauen und Kinder festgenommen und in ein Sammellager der Gestapo in Dortmund überführt. Zwei Tage später erfolgte der Abtransport in das Ghetto der polnischen Stadt Zamosc. Nach verschiedenen Selektionen kamen die deportierten Juden fast ausnahmslos in die Vernichtungslager Sobibor und Belzec und das Konzentrationslager Majdanek. Ein halbes Jahr später war kaum jemand mehr am Leben. Die erhaltenen Meldeunterlagen im Regierungsbezirk trugen auf Weisung der Gestapo Dortmund den irreführenden Vermerk „unbekannt verzogen“, um alle Spuren des Massenmords zu verwischen. Bis heute war die Deportation nach Zamosc ein Desiderat in der deutschen Geschichtsschreibung. Es gab niemanden mehr, der als deportierter Überlebender vom Schicksal dieser westfälischen Juden hätte berichten können. Die Informationen des Internationalen Suchdienstes des Roten Kreuzes Arolsen und, darauf aufbauend, die Gedenkbücher des Bundesarchivs erwiesen sich im Falle der Zamosc-Deportierten als unzulänglich und sehr unvollständig. Nunmehr ist es weitgehend gelungen, den jüdischen Opfern eines scheinbar ins Nichts gefahrenen Todestransportes Namen und Identitäten wieder zu geben und ihr Schicksal zu rekonstruieren. Das Gedenkbuch wird eingeleitet von der Geschichte der Transports, des jammervollen Lebens im Ghetto und der Vernichtung am Ende. Ein Kalendarium behandelt den größeren historischen Rahmen. Der zentrale Gedenkbuchteil enthält eine detaillierte Aufstellung der jüdischen Opfer samt einer Reihe biographischer Skizzen. Lokale Fallstudien und kurze Artikel sowie eine Anzahl überwiegend neu entdeckter Dokumente der Täter und Handlanger in Polizei und Verwaltung runden den Band ab. Besonderer ergreifend sind erhaltene Postkarten und Briefe junger jüdischer Frauen, die als letzte Lebenszeichen heimlich aus dem Ghetto Zamosc heraus geschmuggelt wurden und durch Boten Verwandten in Westfalen noch erreichen erreichen konnten.
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