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Rüdiger Siebert
Mythos Mekong
Leben und Sterben am großen Fluss
Reisereportagen mit Fotos, Grafiken und Abbildungen
256 S., Gb., € 17,90
978-3-89502-312-5
Der Mekong ist die Lebensader Südostasiens, Grenzfluss und Verbindungselement zwischen Birma, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam. Auf viele Europäer übt er seit Jahrhunderten eine große Faszination aus. So auch auf Rüdiger Siebert, den der Fluss mit seiner Schönheit, aber auch wegen seiner Gefährdung durch ökologische Eingriffe der Anrainerstaaten in den Bann zog. 2007 und 2008 bereiste der Autor von insgesamt mehr als 30 Büchern den Fluss erneut gemeinsam mit seiner Frau Margarete, bis die Reise am 6. Januar 2009 abrupt durch seinen unerwarteten Tod im kambodschanischen Städtchen Stung Treng endete. In dreizehn Kapiteln erzählt Rüdiger Siebert von Europäern, die als Forscher oder Eroberer an den Mekong kamen und dort ihre Spuren hinterließen, schildert Begegnungen mit den Menschen, die heute am Fluss leben, und solchen, die sich mit den Umweltproblemen des Flusses befassen und eine weitere Zerstörung der Landschaft und des sozialen Gefüges, beispielsweise durch den Bau von Staudämmen, verhindern wollen. Die Mündung des Mekong, das breite Delta, erreichte er nicht mehr. Seine Tagebuch-Eintragungen im Anhang des Buches lassen die Reise miterleben und mitempfinden. 

Udo Weinbörner
Goethe, Schiller & Company
Erzählungen
131 S., Br., € 9,90
978-3-89502-316-3
Eifersucht und Eitelkeit, Liebesrausch und Hass, Revolution und Biederkeit…, Stoffe, aus denen die Menschen sind, die in fünf Erzählungen von ihren Denkmalssockeln geholt werden. Hier wird verraten, was Sie in der Deutschstunde schon immer wissen wollten, Ihnen aber verschwiegen wurde. Es wird mit hohen Einsätzen gezockt, auf Teufel komm raus geliebt und betrogen, es fliegen die Fäuste und die Zitate. Unglaubliche Begebenheiten aus dem Leben von Goethe und Gattin Christiane, Schiller, Achim und Bettina von Arnim, Georg Büchner und Heinrich Heine. Mitreißend – ein absolutes Lesevergnügen!


Edition Menschenrechte
Das Lehrerbuch
Menschenrechte im Unterricht
160 S., Br., € 12,90
978-3-89502-315-6
Die Bemühungen um die weltweite Ächtung von Todesstrafe, Folter und Verschwindenlassen, die Verteidigung des Asylrechts und der Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern sind aus dem politischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Diesen wichtigen Themen kann sich auch die Schule nicht entziehen. Schon vor zehn Jahren aktualisierte und bekräftigte die Kultusministerkonferenz ihre Empfehlung zur Förderung der Menschenrechtsbildung. Darin wird deutlich, dass Schülerinnen und Schüler befähigt werden sollen, für die Verwirklichung der Menschenrechte einzutreten und sich deren Missachtung zu widersetzen. Dieses Lehrerbuch gibt Pädagogen eine Fülle von Ideen und Materialien an die Hand, mit denen sie Menschenrechtsthemen in den Sekundarstufen so behandeln können, dass die Jugendlichen dabei kognitive und auch soziale Kompetenzen entwickeln. Zu jedem Unterrichtsmodell bietet die EDITION MENSCHENRECHTE einen Themenband mit verständlich aufbereiteten Sachinformationen und Fallgeschichten:
     Reiner Engelmann, Kinder: ausgegrenzt und ausgebeutet
     Urs M. Fiechtner, Verschwunden: in geheimer Haft
     Urs M. Fiechtner, Folter: Angriff auf die Menschenwürde
     Christine Grunert, Asyl: bedrohtes Recht
     Kazem Hashemi, Todesstrafe: Auge um Auge


Ranjith Henayaka
Mit dem Wind fliehen
Roman aus Sri Lanka mit einem Vorwort von Claudia Roth
320 S. Gb., € 19,90
978-3-89502-308-8
Sri Lanka in den 1980er Jahren: Tamilische Guerilla-gruppen kämpfen für einen unabhängigen Staat, doch sie rivalisieren auch untereinander. Viele geraten zwischen alle Fronten, darunter auch der junge Freiheitskämpfer Nathan. Nach schweren Folterungen und ständiger Todesgefahr gelingt ihm schließlich mit Hilfe von Freunden die Flucht nach Deutschland. Dort muss er sich in einem wahren Behördendschungel zurechtfinden. Jahre vergehen, bis schließlich auch seine Frau und seine kleine Tochter nach Deutschland fliehen können. Die kleine Familie ist wieder vereint. Doch die Hoffnung auf ein Leben in Frieden ist trügerisch. Neonazis machen gegen Flüchtlinge mobil. Ranjith Henayaka gibt einer Wirklichkeit ein Gesicht, die viele nur aus Statistiken und Medienberichten kennen. Er zeigt, was es heißt, um Leib und Leben fürchten zu müssen.
Ranjith Henayaka Arachchi, 1951 geboren in Sri Lanka. Seit 1968 politisch aktiv, Gefängnisaufenthalt aufgrund der Teilnahme am Jugendaufstand im April 1971. 1977 Entlassung aus der Gefangenschaft. 1980 Emigration nach Deutschland, München.Ranjith Henayaka Arachchi war Mitbegründer und Koordinator des Dritte Welt Zentrums e.V. in München. Außerdem arbeitete er als Bildungsreferent zu Themen der Nord-Süd-Problematik. Er organisierte zahlreiche Treffen und Kongresse zur politischen Situation in Sri Lanka.1993 Übersiedlung nach Genf und Beginn der publizistischen Tätigkeit. Seit dem Jahr 2000 in Berlin. Dort aktiv im Sri Lanka Kreis e.V. Berlin und im Rat für Migranten in Berlin-Pankow.Bis heute engagiert sich Ranjith Henayaka Arachchi in der Friedenspolitik für Sri Lanka, insbesondere um eine politische Lösung in der Minderheitenfrage zu finden. Er arbeitet als Teil der Diaspora mit allen ethnischen Gruppen (Singhalesen, Tamilen und Moslems) zusammen und ist Mitglied des International Network of Sri Lankan Diaspora (INSD), das sich für Demokratie und Menschenrechte in Sri Lanka einsetzt.Zahlreiche belletristische Veröffentlichungen auf Singhala sowie Aufsätze und wissenschaftliche Beiträge auf deutsch.
„Ich wünsche ,Mit dem Wind fliehen‘ viele Leserinnen und Leser. Es ist ein Buch, das mit stillen Tönen aufrüttelt, das uns aufruft zum Engagement.“
Claudia Roth im Vorwort


Ousmane Sy
Vorwärts Afrika
Plädoyer für einen Wandel von unten
Vorwort von Pierre Calame und Mamadou Diawara
Übersetzung Wilfried Hoffer
168 S., Br., € 14,90
978-3-89502-309-5
Der Entwicklungsökonom Ousmane Sy forschte am Institut für ländliche Wirtschaft, war UNDP-Experte in Mali und leitete die „Mission für Dezentralisierung und institutionelle Reform“, bevor er Innenminister von Mali wurde und Gelegenheit hatte, seine Erfahrungen in Politik umzusetzen.
„Seine Feder ist lebhaft, reich an persönlichen Erfahrungen und schonungslos, wenn er das Abdriften des postkolonialen afrikanischen Staates und seiner Machthaber geißelt oder das Schröpfen, dem Afrika durch den Appetit der großen Mächte zu oft ausgesetzt ist. Auch tadelt er die arrogante Ineffizienz der Entwicklungsagenturen, die aus seiner Sicht Beispiele schlechter Governance sind, aber Lektionen in guter Governance erteilen. Auch wenn seine Feder scharf ist, so verteilt Ousmane Sy nicht gute und schlechte Noten. … Er beschränkt sich darauf, zu analysieren, … um echte Alternativen zu entwerfen: eine wahrhaftige Dezentralisierung, eine radikale Staatsreform, eine regionale Integration, geschaffen durch die Völker, ausgehend von Grenzregionen, wo die gemeinschaftlichen Bindungen die von der Kolonisierung hinterlassenen Grenzen überschreiten. Er will ein gemeinschaftliches Projekt und nicht von oben oktroyierte Institutionen, er will die Erneuerung der internationalen Entwicklungshilfe auf der Grundlage einer frei ausgehandelten Partnerschaft. Es ist ein Projekt für Mali und Afrika, das Ousmane Sy uns vorschlägt.“ (Pierre Calame)

Renate-Heide Döringer
Himmlische Mächte und irdische Feste
Durch das Mondjahr mit Mythen, Märchen und Legenden
224 S., Br., € 14,90
978-3-89502-314-9
Das kulturelle Leben aller Chinesen ist geprägt durch traditionelle Feste, die sich nach dem Mondkalender richten. In jedem Mondmonat werden von Han-Chinesen und ethnischen Minderheiten unterschiedliche Feste gefeiert. Diese wurzeln meist in der Landwirtschaft, da China Jahrtausende lang ein Agrarland war. Eine reichhaltige Ernte und das Ausbleiben bzw. das Überwinden von Naturkatastrophen waren lebensnotwendig. Das Buch erzählt mit Mythen, Sagen und Volkserzählungen vom chinesischen Mondkalender und den Tieren des Zodiaks. Es berichtet vom Glauben an einen himmlischen Pantheon, in dem eine Vielzahl von Göttern herrscht, von Ungeheuern und Plagen, welche die Menschheit heimsuchen, und von Ritualen, mit deren die Hilfe die Geister besänftigt und die Gunst der Götter beschworen werden. Die von Generation zu Generation weitergegebenen Geschichten schenken dem Leser interessante Einblicke in eine mythische, farbenfrohe Welt, jenseits des schnellen Fortschritts und der Staatsmacht. H.-R. Döringer unterrichtete an einer internationalen Schule und promovierte 1999 in Linguistik. Sie interessiert sich für fremde Kulturen, insbesondere die chinesische Geschichte und Lebensart. Ihr erstes Chinabuch war
„Der Himmel liebt Menschen, die gerne essen. Eine kulinarische Reise durch China mit Gerichten.

Frank Bliss
Trinkwasser für Mayo Kebbi
Ein Projekt der deutschen Kooperation mit dem Tschad
256 Seiten, zahl. Fotos und Tabellen, Broschur, € 19,90
978-3-89502-313-2
„Trinkwasser für Mayo Kebbi“ stellt den Weg eines „typischen“ Entwicklungsprojektes der deutschen staatlichen Zusammenarbeit mit einem afrikanischen Land (hier: Tschad) von den Planungsanfängen bis zur Übergabe an die dörflichen Nutzergruppen dar. In den ersten Kapiteln werden die Hintergründe des Projektes beschrieben: die extrem schlechte Versorgungslage der lokalen Bevölkerung mit Trinkwasser und die Unfähigkeit des Staates, seine Bevölkerung auch nur mit den dringlichsten Dienstleistungen zu versorgen, ferner die verschiedenen Schritte, die von der Projektidee zu deren Umsetzung geführt haben. Die Darstellung ist mit zahlreichen Fotos vom Projektalltag und anderen Abbildungen ausgestattet, darunter vom Projekt verwendetes Lehrmaterial, das zusammen mit Schülerinnen und Schülern in Mayo Kebbi erstellt wurde.

Roswitha Scholz
Das Geschlecht des Kapitalismus
Feministische Theorien und die postmoderne Metamorphose des Patriarchats
Neuauflage
224 S., Br., € 14,90
978-3-89502-311-8
Feministische Gesellschaftskritik ist in die Defensive geraten. Roswitha Scholz wagt den Versuch, angesichts zunehmender Krisenerscheinungen einen neuen theoretischen Ansatz zur Analyse des Geschlechterverhältnisses zu formulieren, in dessen Zentrum das Theorem der "Wert-Abspaltung" steht. Damit ist gemeint, dass die sozialhistorischen Zuschreibungen des "Weiblichen" – von Hausarbeit, Kindererziehung bis zur emotionalen Zuwendung – einen von der kapitalistischen Verwertungslogik abgespaltenen Bereich der gesellschaftlichen Reproduktion bilden, der gleichzeitig eine "stumme" Bedingung und Voraussetzung der modernen Gesellschaften ist. Roswitha Scholz setzt sich auch kritisch mit den linksfeministischen Theorien der letzten zwanzig Jahre im deutschsprachigen Raum auseinander und zeigt deren Defizite vor dem Hintergrund eines neuen Marx-Verständnisses auf.


EXIT! Krise und Kritik der Warengesellschaft Heft 7
Staat, Staatsillusion und linke Mythen
268 Seiten, Broschur, € 13,00
978-3-89502-310-1
Angesichts der allgemeinen theoretischen Abstinenz – nicht nur, aber auch der Linken – ist es keine wirkliche Überraschung, wenn die wichtigsten Ingredienzen des immer wieder angepriesenen Medikaments zur Überwindung der Krise sind: Staat, Staat und nochmals Staat. Natürlich ein demokratischer. Einer, der „wirklicher Demokratie“, besser noch „absoluter Demokratie“ unterstellt ist. Man könnte annehmen, dass die Staatsgläubigkeit, d.i. die Vorstellung einer „an sich“ neutralen Instanz, die nur „richtig“ agieren müsse, um ein „vernünftiges Funktionieren des Systems“ zu garantieren, vor allem in Zeiten, da die Krise des Betriebssystems die polierte Oberfläche durchbricht, Konjunktur habe. Mit Beiträgen von Robert Kurz („Es rettet euch kein Leviathan“), Roswitha Scholz („Ohne meinen Alltours sage ich nichts“), Elmar Flatschart („Mit Gramsci auf Abwegen“), JustIn Monday („Eine innere Angelegenheit“), Roland Grimm („Eisenbahn und Staat“), Hanns-Friedrich von Bosse („Mit Ethik gegen die Krise“) und Udo Winkel („Der Geist geistloser Zustände“).
Die Krise des globalen Finanzsystems hatte neben einem kurzzeitigen Erschrecken über die Zuverlässigkeit der eigenen Prognosen eine – freilich befristete – Unsicherheit hervorgerufen, ob denn das naturgegebene und folglich ewige System des Weltkapitals etwa doch von der Krankheit des Historischen befallen sein könnte. Interessanterweise war von dieser leichten geistigen Influenza vor allem das Personal des bürgerlichen Feuilletons befallen – es gibt zumindest in Zeiten offen ausgebrochener Krisenprozesse bei den Stichwortgebern der veröffentlichten Meinung offensichtlich eine unterschwellige Ahnung, dass sie sich auf ihre eigene Apologetik im Ernstfall kaum verlassen können. Zumal in den Chefetagen der Banken und des staatlichen Krisenverwaltungsapparats die Feuerlöscher ausgegeben wurden und reichlich zur Anwendung kamen. Die Bundeskanzlerin garantierte – ohne zu wissen, womit – für die privaten Spareinlagen, wohl wissend, dass die Sparwütigkeit der Deutschen zum sofortigen Crash des ganzen Systems führen würde, wenn der sparende Bürger – getrieben von den Horrormeldungen aus dem internationalen Finanzmarkt – etwa über Nacht die Konten abräumen und sich als neue Adresse seiner Sammelleidenschaft Omas Sparstrumpf aussuchen würde. Und das vor der Pleite stehende Bankensystem wurde per staatlichem Schuldenverschiebebahnhof vorläufig saniert. Das Tempo und die binnenlogische Konsequenz lassen darauf schließen, dass man im Finanzministerium, wenn man auf die Ratschläge der Wirtschaftsweisen verzichtet und einen Taschenrechner mit ausreichenden Vorkommastellen nutzt, zumindest auf der Zirkulationsebene noch halbwegs rechnen kann, wenn auch ohne jeden blassen Schimmer, dass in der Krise des Geldes halt nur die des Wertes aufscheint. Wobei es dem Crash ohnehin gleichgültig ist, ob sein Wesen auf den Begriff gebracht wurde – er findet eben statt. 

Pueblos Indígenas y Afrodescendientes
Jóvenes y desarrollo con identidad
Edidato por Rafael Sevilla/Juliana Ströbele-Gregor/Javier Ruiz
200 S., Br., € 19,90
978-3-89502-307-1
III Foro de Diálogo Europa – Pueblos Indígenas y Afrodescendientes de América Latina


Doris Distelmaier-Haas
Du mit deinen Knospenschritten
Katzengedichte /Katzenbilder
80 S., 13 Ill., Gb., € 12,90
978-3-89502-306-4
Der dritte Gedichtband der Autorin im Horlemann Verlag ist eine kleine Kostbarkeit. Liebevoll ausgestattet und sorgfältig illustriert ist diese Liebeserklärung an die Katze.Die Autorin wurde wiederholt ausgezeichnet. Mit der Aufnahme in die Anthologie zum Rostocker Neruda- Preis 2005 wurde ihre lyrische Arbeit gewürdigt. Im gleichen Jahr war sie mit einem Beitrag in der Reclam-Anthologie »Herz was soll das geben« vertreten.
»Eine hohe Kunst, die im Kleinen angesiedelt ist und unserem Leben himmelleichte Freude schenkt.«Wolfgang Kubin
»Voller Schwung und Lebensfreude«Bonner General-Anzeiger
»Die Werke von Doris Haas sind kleine Köstlichkeiten, eine Welt in die kleine Form gezaubert.«Mainpost


The Dung
Der Sturm der vergangenen Nacht wird noch nicht der letzte sein
Gedichte
100 S., Br.,  € 12,90
978-3-89502-290-6
„The Dung verbindet in seinen Gedichten die nachdenklichreflektive Weltsicht eines reiseerfahrenen Kosmopoliten mit individuellen Gefühlen von Liebe und Trauer, von Verlusterfahrungen und Sehnsüchten. Die sprachliche Schönheit und den Bilderreichtum, mit denen unerfüllte Liebe, Hoffnung, Erotik und Leidenschaft in der Originalfassung erscheinen, hat Karin Enzanza in der deutschen Fassung nachempfindbar gemacht.“
(Aus dem Vorwort von Dr. Peter Knost).


Weinbörner, Udo
Der General des Bey
Das abenteurliche Leben des Amrumer Schiffsjungen Hark Olufs
288  S., Gb., € 19,90
978-3-89502-299-9
Anno 1724 vor der englischen Küste: Algerische Piraten kapern die Dreimastbark "Hoffnung". Unter den Gefangenen ist der 15-jährige Schiffsjunge Hark Olufs aus Amrum. Auf dem Sklavenmarkt von Algier wird er mehrfach verkauft, bis er als Kaffeeschenker am Hof des Bey von Constantine auf sich aufmerksam machen kann. Doch Intrigen und Gewalt setzen dem Jungen zu. Trotz aller Widrigkeiten ergreift er die Chance zu einer rasanten Karriere, die ihn binnen weniger Jahre zum Schatzmeister des Bey und zum General und Oberbefehlshaber der Kavallerie aufsteigen lässt. Gerade 20 Jahre alt führt er Kriege, pilgert von Glaubenskonflikten gequält mit dem Bey in einer riesigen Karawane nach Mekka und gewinnt schließlich in einer aussichtslosen Situation eine Schlacht gegen den Dey von Tunis und damit seine Freiheit. Nach zwölf Jahren kehrt Hark Olufs als reicher Mann nach Amrum zurück, aber er lässt auch Frau und Kinder und ein ungewöhnliches, reiches Leben in Constantine hinter sich.Nach seinem Erfolg mit "Schiller. Der Roman" gelingt es Udo Weinbörner erneut meisterhaft, eine wahre Lebensgeschichte packend zu erzählen und damit zugleich die Konflikte der Gegenwart zu beschreiben. Sein Roman ist hautnah am harten Leben der Seeleute an Bord, taucht ein in die Schrecken eines Sklavenlebens und in die Faszination einer fremden Kultur. Piraten, Kriegsgräuel, brutale Herrscher, die dennoch zur Vaterfigur werden, der gelebte Konflikt zwischen Islam und Christentum... Ein Abenteuerroman, der sich aber auch nicht scheut, zarte Liebesgeschichten zu erzählen. Ein zutiefst menschlicher Roman über einen Amrumer Schiffsjungen, der sich die Hoffnung nicht nehmen ließ.


Raimund Allebrand
Tango
Das kurze Lied zum langen Abschied. Psychologie des Tango Argentino
256 S., Br., € 12,90
978-3-89502-172-5
Das Buch erzählt aus der Geschichte des Tango, erläutert das Umfeld seiner Entstehung und fragt nach seiner heutigen Aktualität. Der Autor berichtet über Texter, Musiker und Interpreten, aber vor allem entfaltet dieses Buch die vorherrschenden Tango-Themen: Trennung und Abschied, verlorene Heimat und gescheiterte Liebe, Protest gegen das Schicksal und Abrechnung mit der eigenen Existenz. Einfühlsam übersetzte Tango-Lieder bilden die Basis einer Interpretation, die den Tango Argentino von einer unbekannten Seite zeigt: als musikalische Psychoanalyse. In dieser komplett überarbeiteten und stark erweiterten Neuausgabe setzt sich Raimund Allebrand auch kritisch mit der deutschsprachigen Tango-Szene auseinander. Mit vielen neuen Liedtexten!

Christmann, Stefanie
Kessang und Sarkini
Zwei Mädchen im Himalaya
120  S., Br., € 9,90
978-3-89502-303-3
Die achtjährige Sarkini soll ihrer neuen Mitschülerin Kessang Nepali beibringen, denn die spricht Tibetisch. Kessangs Familie wohnt weit oben in den Bergen des Himalaya, wo das Leben sehr viel härter ist als im großen Dorf unterhalb der Baumgrenze, wo Sarkini zu Hause ist. Schnell freunden sich die beiden richtig an. Durch gegenseitige Besuche lernen sie ihre unterschiedlichen Lebensbedingungen kennen. Zusammen überstehen die Mädchen manches Abenteuer: So versuchen sie, die Bretter einer zerstörten Brücke aus dem wilden Fluss zu bergen, und sie müssen ein verschrecktes Kalb vor dem Sturz von einem Felsvorsprung bewahren. Ob ihnen beides gelingt?Spannend und informativ zugleich ist dieses Buch für Kinder ab zehn Jahren. Sie tauchen ein in eine ihnen völlig fremde Welt, in die sie sich aber sofort hineinfühlen können. Dass die Mädchen zur Schule gehen können, verdanken sie dem gemeinnützigen deutschen Verein Esel-Initiative e.V., der Spenden sammelt, und einem nepalesischen Verein, der davon Esel, Wasserbüffel, Kühe und Naks für allein erziehende Mütter im Himalaja kauft. Mit diesem Geschenk können die Mütter den Lebensunterhalt für ihre Kinder verdienen.

Ridhwan, Anwar
Die letzten Tage des Geschichtenerzählers
Roman aus Malaysia
160  S., Gb., € 16,90
978-3-89502-298-2
Pak Hassan ist der traditionelle Geschichtenerzähler eines kleinen verschlafenen Dorfs, das hinter mangrovenumsäumten Stränden an Malaysias Küste liegt. Doch die Tage seiner Kunst und der Traditionen, die er repräsentiert, scheinen gezählt, und Pak Hassan fühlt sich nicht in der Lage, sich der modernen Welt anzupassen. Er will sie nicht einmal verstehen.Anwar Ridhwan beschreibt in Form und Sprache meisterhaft das Leben dieses Künstlers, dessen Ideale und künstlerische Ausdrucksformen bedroht sind. Darüber hinaus taucht er tief in den Alltag der abgeschieden lebenden Dorfbewohner ein, die sich noch einer ganz anderen Bedrohung gegenüber sehen: der Besetzung Malaysias durch die Japaner zu Beginn des Zweiten Weltkriegs.Anwar Ridhwans "Die letzten Tage des Geschichtenerzählers" (Originaltitel "Hari-hari Terakhir Seorang Seniman") wird in Zusammenarbeit mit dem nationalen malaysischen Übersetzungsinstitut ITNM herausgegeben und ist nach der Kurzgeschichtensammlung "Hawa" und dem Roman "Srengenge" der dritte Band der "Malaysischen Bibliothek".

Andreas Kirchgässner
Ananzarah
Abenteuer in der Wüste
Jugendroman
160  S., Br., € 9,90
978-3-89502-305-7
„Anazarah" (arab.: die Weißen) ist die Geschichte von Sarah (14), die mit ihrer Mutter und deren neuem Freund nach Südmarokko reist. Auch Sarahs großer Hund Basti ist mit von der Partie. Mit dem Landrover dringen sie in die Sahara vor. Doch bald geraten sie in einen gefährlichen Sandsturm. Dem Sturm folgt ein Wolkenbruch. Das ausgetrocknete Flussbett, in dem sie Zuflucht gefunden haben, wird zum reißenden Strom. Als sie ihren Hund aus dem Wasser retten will, wird Sarah mitgerissen und fortgespült. Weit flussabwärts kommt sie zu sich. Gefunden wird sie vom Beduinenjungen Abderrahmane. Gemeinsam ziehen sie mit seinen beiden Kamelen auf der Suche nach Sarahs Mutter durch die Wüste. Sie geraten in gefährliche Situationen und leiden unter Hunger und Durst. Doch Abderrahmane ist erfahren und bringt Sarah viel über das Leben in der Wüste bei. Schließlich werden sie vom Militär verfolgt, das Abderrahmane festnimmt. Er soll Sarah entführt haben. Wird Sarah es schaffen, ihren Freund zu befreien? Wird sie ihre Familie wiederfinden? 

Konstantin Thun
Menschenrechte und Außenpolitik
Bundesrepublik Deutschland - Argentinien 1976-1983
Herausgegeben von der „Koalition gegen Straflosigkeit"
287 S., Br., € 14,90
978-3-89502-220-9
1976 putschten in Argentinien die Militärs. Der damaligen deutschen Bundesregierung waren die guten Wirtschaftsbeziehungen zu Argentinien wichtiger als Kritik an der argentinischen Diktatur - selbst als Deutsche in Argentinien verschwanden und ermordet wurden. Seit 1998 arbeitet die „Koalition gegen Straflosigkeit" gemeinsam mit argentinischen Menschenrechtsorganisationen daran, die Fälle von deutschen und deutschstämmigen Opfern des argentinischen Militärs von der deutschen Justiz untersuchen und strafverfolgen zu lassen.

Depré, Ines E
Nachtteiche
Gedichte
128  S., Br., € 9,90
978-3-89502-297-5
"In vorliegender Gedichtauslese der bildenden Künstlerin dominiert das Lautlose der Beobachtung in präzis geschnittenen Versen. Aus jener Stille heraus werden Einsichten möglich, die dem Leser neue Erlebnissphären offenbaren - andere Formen der Wahrnehmung hier, dort weitere Aspekte des Sehens und Fühlens. Und für die Ewigkeit, stellvertretend genannt, das unauffällig dahinrieselnde Bild vom ,Schnee im Rheinland'." (Jochen Arlt)

Rosowsky, Norbert
Unzulängliche Beschreibung einer halben Ewigkeit
Surrealistische Kurzprosa
100  S., Br., € 9,90
978-3-89502-304-0
"... wo der Dichter Klartext redet, ist er kompromißlos, direkt und mitunter sogar sarkastisch, verliert dabei aber niemals die Beherrschung über seine von Günter Grass für ihre Präzision gelobte Sprache." General-Anzeiger

Yu Jianm
Akte 0
Gedichte
120  S., Br., € 12,90
978-3-89502-302-6

Manfred Enzensperger
Endlich Boppard
Gedichte
96  S., Br., € 14,90
978-3-89502-296-8

Kai Ehlers
Kartoffeln haben wir immer
Überleben in Russland zwischen Supermarkt und Datscha
256 S., Br., € 14,90
978-3-89502-293-7
Russlands Politiker versuchen ihr Land mit Macht in einen Supermarkt, den genügsamen Selbstversorger der Sowjetzeit in einen Konsumenten zu verwandeln, der Russland zum Eldorado internationaler Investoren machen soll. Aber was ist mit der Bevölkerung? Ist sie bereit, sich auf eine Masse von Konsumenten ausrichten zu lassen? Teils ja, scheint es, dann aber auch wieder nein. Unter dem Druck der Krise erlebt die traditionelle Kultur der „familiären Zusatzversorgung“, kurz Datscha, als Überlebensmodell landesweit ihre Erneuerung. Nur ein Strohfeuer? Das sich legen wird, wenn die Krise vorbei ist? Das Buch von Kai Ehlers zeigt, dass es hier um längerfristige Perspektiven geht, dass die Zukunft Russlands nicht im Entweder-Oder, nicht in Supermarkt oder Datscha, sondern in Supermarkt und Datscha liegen könnte – und dass solche Perspektiven nicht nur für Russland Bedeutung haben. In Russland treten sie im Zusammenprall von einer Jahrhunderte langen Tradition der Selbstversorgung und der militanten Modernisierung der letzten Jahrzehnte nur besonders krass hervor.
Das Buch von Kai Ehlers arbeitet sich nicht an der nochmaligen Vorführung des russischen „Tandems“ Medwedew/Putin ab. Nicht die „Große Politik“, sondern die Bewältigung der sozialen Folgen der Krise durch die Bevölkerung steht im Zentrum. Das Buch führt den Leser mitten ins soziale Geschehen Russlands und arbeitet die Bedeutung heraus, die aus ihm für eine Bewältigung der globalen Krisen und mögliche generelle Alternativen hervortritt.
Das Buch enthält Analysen, zahlreiche Gespräche und Untersuchungen vor Ort zur Entwicklung des Sozialen in Russland und Ausblicke auf eine Ökonomie des Bedarfs. Eine vergleichbare Arbeit ist auf dem deutschen Buchmarkt zurzeit nicht erhältlich.
Kai Ehlers, geboren 1944 in Brüx (bei Prag). Nach dem Abitur im Jahre 1964 studierte er Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaft zunächst in Göttingen, ab 1968 in Berlin. Im Zuge der 68er-Bewegung ging er in die journalistische und politische Praxis. Heute ist Kai Ehlers als selbständiger Forscher, Buchautor, Presse- und Rundfunkpublizist sowie mit Vorträgen, Seminaren, Workshops und Projekten bei Bildungsakademien, freien Trägern, politischen Gruppen in Deutschland und Russland tätig. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf den Wandlungen im nachsowjetischen Raum und deren lokalen wie auch globalen Folgen, denen er durch Untersuchungen, Gespräche und Aktivitäten vor Ort nachgeht.
www.kai-ehlers.de

Das Echo der Migration
Wie Auslandsmigration die Gesellschaft im globalen Süden verändert
Herausgeber Niklas Reese und Judith Welkmann
360 S., Br., € 19,90
978-3-89502-294-4
Vorsichtigen Schätzungen zufolge gibt es etwa eine Milliarde Migranten in der Welt. Der weitaus größte Teil von ihnen migriert im eigenen Land oder von einem Entwicklungsland in ein anderes. Weniger als 70 Millionen sind in ein entwickeltes Land gezogen. Dieser Sammelband analysiert am Beispiel von Ländern in Südostasien und Lateinamerika, wie sich Auslandsmigration auf Gesellschaften im globalen Süden auswirkt. Wie kommen Menschen mit einem Leben „zwischen den Welten“ zurecht? Warum überhaupt entscheiden sich Menschen zu migrieren? Wie organisieren sich Familien neu, wenn einzelne Mitglieder fortziehen? Wie verändern sich die Geschlechterverhältnisse? Trägt Migration zur Demokratisierung der Herkunftsländer bei oder schwächt sie vielmehr die politische Organisation? Die Texte eignen sich als Einstieg in das Thema Migration. Der Sammelband ist für die Bildungsarbeit, für Aktionsgruppen und für entwicklungspolitisch Interessierte im Allgemeinen geeignet.
Niklas Reese (*1969) arbeitet in der Abteilung für Südostasienkunde der Universität Bonn und lebt in Wuppertal. Arbeitsschwerpunkte: Soziale Sicherung, Demokratisierung, Migration, soziale Bewegungen.
Judith Welkmann (*1973) ist Sozial-wissenschaftlerin, seit langem im Informationsbüro Nicaragua (Wuppertal) engagiert und arbeitet zu den Themenfeldern
Migration, Antirassismus und soziale Bewegungen.



EXIT
Krise und Kritik der Warengesellschaft
Heft 6
256 S., Br., € 13,00
3-89502-289-0
Inhalt:
Roswitha Scholz: Editorial
Claus Peter Ortlieb: Ein Widerspruch von Stoff und Form, Zur Bedeutung der Produktion des relativen Mehrwerts für die finale Krisendynamik
Roswitha Scholz: Gesellschaftliche Form und konkrete Totalität, Zur Dringlichkeit eines dialektischen Realismus heute
Carsten Weber: Zwischen Hammer und Amboss, Die fetischistischen Herrschaftsverhältnisse der chistlich-europäischen Kultur als komplementäre Leidens- und Verblendungszusammenhänge
Robert Kurz: Die Kindermörder von Gaza, Eine Operation „Gegossenes Blei“ für die empfindsamen Herzen
Gerd Bedszent: Grüner Malthus
Udo Winkel: Nationalsozialismus und Vernichtungskrieg, Ein Literaturbericht
Udo Winkel: Marx-Diskurse in der Krise, Ein kleiner Streifzug
Leicht: Kleine Geschichte...Exit

Edition Menschenrechte: 60 Jahre "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte"

Krausnick, Michail
Behinderung: Wer behindert wen?
144 S., Br., € 12,90
978-3-89502-288-3
Menschen mit Behinderungen sind die größte Minderheit der Welt. Lange Zeit begegnete man ihnen bestenfalls mit Mitleid und fast immer mit Ausgrenzung. Auch wenn sich das Bild inzwischen wandelt, werden sie von der Mehrheitsgesellschaft noch immer daran gehindert, ihre Menschenrechte in vollem Umfang in Anspruch zu nehmen und zu genießen: das Recht auf Bildung, auf Arbeit, auf Teilhabe am kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Leben, auf Selbstbestimmung. Durch die neuen Reproduktionstechnologien ist selbst ihr Recht auf Leben wieder in Gefahr.Noch viel drastischer ist die Situation von Menschen mit Behinderungen in Ländern, die von Armut, Krieg oder Naturkatastrophen geprägt sind.


Lemanczyk, Iris
Shi Wu und die Kinderdiebe
144 S., Br., € 9,90
978-3-89502-285-2
Das chinesische Mädchen Shi Wu und sein blinder Freund Zheng werden entführt und in die Millionenstadt Kunming verschleppt. Sie landen im „Waisenhaus der glücklichen Kinder“. Dort müssen sie für die „ehrwürdige Frau“ betteln und schuften. Shi und Zheng werden geschlagen, müssen ­hungern und werden abends mit den anderen Kindern in einen kahlen Raum gesperrt. Die Angst, die Schmerzen und das Heimweh – Shi hält es nicht mehr aus.
Sollen sie die Flucht wagen, die noch keinem Kind gelungen ist?
Ab 12 Jahren.

Klas Ewert Everwyn
Deutzer Freiheit oder Ein Offenbacher in der Unterwelt
Roman
160 S., Br., € 12,90
978-3-89502-292-0
Zur Jahreswende 1801/02 kommt der fahrende Musiker Isaac aus Offenbach am Main nach Köln-Deutz, damals ein beliebter Unterschlupf für Räuber und leichte Mädchen. Er quartiert sich beim Vorsteher der jüdischen Gemeinde ein, da seine Familie ebenfalls diesem Glauben angehört. Mit seinem Fidelspiel und seinen Kompositionen beeindruckt er die Tochter seiner Gastgeber derart, dass sie schließlich seinem Werben nachgibt. Aus dieser Ehe wird 1819 der Sohn Jacques Offenbach hervorgehen. Everwyn versteht es, durch seine Sprache und viele historische Details ein lebendigen Bild vom Alltag in der Stadt Deutz zu zeichnen, von der Konkurrenz zur französisch besetzten Stadt Köln auf der anderen Rheinseite, von der Situation der Juden, dem Räuberleben und den wilden Festen in den Kneipen am Rheinufer, in denen auch Isaac aufspielt. Seinen Spitznamen „der Offenbacher“ macht er später zum Familiennamen.
Klas Ewert Everwyn wurde für seine historischen Romane bereits mehrfach mit literarischen Preisen und anderen Auszeichnungen bedacht.

The Dung
Der Traum von Orly
Roman
288 S., Gb., € 17,90
978-3-89502-291-3
Tran Linh, ein junger Intellektueller aus der Provinz, träumt vom Leben in der Hauptstadt Hanoi. Doch seine Bemühungen scheitern an den politischen Strukturen und den ökonomischen Verhältnissen im Vietnam der späten 1980er Jahre. So beschließt er, das Land zu verlassen. Aber nicht als einer der vielen Bootsflüchtlinge, nein, Tran Linh bewirbt sich offziell auf eine der begehrten Stellen als Kontraktarbeiter in der DDR. Das soll sein Sprungbrett nach Frankreich werden. Geschickt und manchmal geradezu skrupellos nutzt er Seil- und Liebschaften für seine Zwecke aus. Schließlich ist das Ziel zum Greifen nah, doch die überraschendeWiedervereinigung Deutschlands macht den Ausgang der Geschichte ungewiss.Peter Knost schreibt in seinem Vorwort: „The Dungs neues Werk bietet tiefe Einblick in die Machtstrukturen, die Befindlichkeiten und die emotionalen Beziehungsgeflechte im Vietnam der späten 1980er Jahre, aber es erschöpft sich keineswegs darin. Die fesselndsten Passsagen sind die, in denen der Autor seinen Protagonisten … seine Leidenschaften und Emotionen ausleben lässt.“


Doris Distelmaier-Haas
Mit Spiegel, Speer und Spinnweb
72 S., Gb., €12,90
978-3-89502-287-6
Dieser Band mit Putti-Gedichten und vierfarbigen Abbildungen ist der neunte Lyrikband der Bonner Autorin Doris Distelmaier-Haas.

Ludwig Verbeek
Die Währung der Wörter
Gedichte
96 S., Br., € 9,90
 978-3-89502-286-9


"Autobiografien kann man nicht trauen, die wahre Geschichte verbirgt sich im Roman - da liest man zwar Geschichten,
aber genausoviel über den Schriftsteller."
Mo Yan

Mo Yan [ das ist Moye Guan ]
Der Überdruss
Originaltitel: shengsi pilao, übersetzt von Martina Hasse
960 S., Gb., € 29,90
978-3-89502-272-2

Mo Yans Roman beginnt am 1. Januar 1950 in der Hölle. Kurz zuvor ist durch Mao Tsetungs Landreformbewegung die traditionelle Ordnung des ländlichen China abgeschafft worden.
Zwei Jahre lang hat Fürst Yama, der Herrscher der Unterwelt, den Grundbesitzer Ximen Nao jeder möglichen Folter unterworfen, um ihn zu zwingen, die Anklagepunkte zu akzeptieren, die zu dessen Hinrichtung durch die Kleinbauern führten. Aber Ximen Nao beteuert hartnäckig seine Unschuld.
Widerwillig lenkt Yama schließlich ein und erlaubt Ximen, auf die Erde zu seinem früheren Besitz im verarmten Shandong zurückzukehren. Aber als dieser dort ankommt, findet er zu seiner Enttäuschung heraus, dass er nicht als Mann wiedergeboren wurde, sondern als Esel. Mit den Augen des Tieres verfolgt er nun das Schicksal seiner früheren Familie, seiner Freunde, Rivalen und Feinde. Weitere Wiedergeburten lassen ihn zu einem Stier, einem Schwein, einem Hund und einem Affen werden und schließlich zu einem Jungen mit großem Kopf, der ein verblüffendes Gedächtnis und ein Talent für Sprachen hat.
Aus der derben und außerordentlich unterhaltsamen Perspektive eines jeden Charakters – so wie der von Mo Yan selbst, der immer wieder unterbricht, um Ereignisse zu kommentieren erzählt dieser Roman die letzten 50 Jahre der stürmischen Geschichte Chinas.
.
Gleichzeitig ist dieses Buch die Geschichte einer obsessiven Liebe mit Anspielungen auf den sexuell freizügigen Roman der Ming-Dynastie "Jin Ping Mei" [Kin Ping Meh].
.
Voriges Jahr erschien "Der Überdruss" in den USA ["Life and Death Are Wearing Me Out"] und wurde begeistet gefeiert:
Links: THE NEWYORK TIMES / The Washington Post / INTERNATIONAL HERALD TRIBUNE / Curled Up With a Good Book
Mo Yan erhielt viele internationale Literaturpreise, der Film nach seinem Roman „Das Rote Kornfeld“ bekam den goldenen Bären der Berlinale.
.

Moye Guan schreibt unter dem Künstlernamen Mo Yan (chinesisch für: "sprichtnicht"). Er wurde am 05.03.1956 in Gaomi in der nordostchinesischen Provinz Shandong in einer Bauernfamilie geboren. Er verließ 1966 während der Kulturrevolution die Schule, um dann ab 1974 in einer Öl-Fabrik zu arbeiten. 1976 trat er in die Volksbefreiungsarmee ein wo er 1979 in die KPCh-Mitglied wurde und ab 1981 begann Mo Yan zu schreiben. 1984-86 folgte ein Literaturstudium und 1986 die Aufnahme in den Schriftstellerverband.
Der literarische Durchbruch gelang ihm 1987 mit der Veröffentlichung von „Das Rote Kornfeld“, mit dem er auch im deutschsprachigen Raum bekannt wurde. Der Roman fand große internationale Anerkennung durch die gleichnamige Verfilmung von Zhang Yimou. Mo Yan kann als Schriftsteller der ungeschminkten Darstellung des ländlichen Lebens in China betrachtet werden, der schon früh die Zwänge des offiziell gefordeten Realismus hinter sich ließ und dessen literarisches Schaffen unverkennbar und zunehmend von der Strömung des magischen Realismus beeinflusst ist. Der Autor lebt mit Frau und Tochter in Beijing.
Mo Yan wurde verglichen mit Mikhail Bulgakov, Franz Kafka, François Rabelais, William Faulkner, Gabriel Garcia Marquez, James Joyce und Dario Fo.

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Renate-Heide Döringer
Der Himmel liebt Menschen, die gerne essen
Eine kulinarische Reise durch China mit Gerichten und ihren Geschichten
180 S., Br., € 12,90
978-3-89502-281-4
Wie kommt es, dass ein aufwendig zubereitetes, köstliches Mahl „Bettlerhuhn“ heißt? Was kann sich hinter „Buddha springt über die Mauer“ verstecken? Die große Bedeutung des Essens für die Chinesen und der poe­tische Name vieler Speisen wecken Neugier. Und so beschloss die Autorin, sich mit diesem Thema näher zu befassen. Sie machte sich auf die Suche nach Volksmärchen, Legenden und Anekdoten, Redewendungen und Sprichwörtern, die von den Grundnahrungsmitteln der Chinesen und vom Ursprung oder geschichtlichen Hintergrund bestimmter Gerichte erzählen.
Die Menschen im Land der Mitte sagen: „Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt.“ Es ist eine interessante und lange Reise geworden. Zwischenstationen in Buchhandlungen und Bibliotheken wiesen in neue Richtungen, die Weisheit des Volkes, die sich in Sprichwörtern ausdrückt, ließ innehalten und nachdenken, Besuche in Restaurants und das Kosten typischer Speisen stärkten Körper und Geist, Gespräche mit Einheimischen und China-Liebhabern würzten die Arbeit, Entdeckungen ließen weiterwandern; zwei Monate verweilte und forschte die Autorin im Frühjahr 2008 in Xi’an, der ehrwürdigen Stadt im Herzen des Landes.


Maria G. Baier-D’Orazio / Vital Banywesize Mukuza
Gitarren, Ziegelsteine und Matrosen
Die ungewöhnliche Erfolgsgeschichte eines Ausbildungszentrums im Kongo
200 S., Br., € 14,90
978-3-89502-283-8
Seit über 15 Jahren wird der Osten der Demokratischen Republik Kongo von Krise und Krieg heimgesucht. Dennoch gelang dort ein Vorhaben, das selbst in Friedenszeiten schwierig zu verwirklichen ist: Eine Gewerbeschule reformierte ihr Ausbildungssystem grundlegend. Von einer unscheinbaren Institution, deren Ausbildungsangebot kaum Wirkungen entfaltete, wuchs das vom Evangelischen Entwicklungsdienst unterstützte Zentrum CAPA zu einer flexiblen, innovativen Einrichtung, die heute als Modell angesehen wird.
In einem Krisengebiet Beschäftigung schaffen, stellt eine Herausforderung dar. Welche Art von Ausbildung trägt dazu bei, zerstörte Existenzen wieder aufzubauen? Wie können Kindersoldaten von ihrem Trauma geheilt, junge Ex-Kämpfer beruflich in die Gesellschaft integriert werden? Gibt es eine Zukunft für junge Frauen, die im Krieg vergewaltigt wurden? „Gitarren, Ziegelsteine und Matrosen“ zeigt auf,  wie CAPA diese Herausforderung in einem hindernisreichen, doch mutig und konsequent durchgehaltenen Reformprozess gemeistert hat. Ein ehrliches Buch, das sich nicht auf die Beschreibung von Erfolgsfaktoren beschränkt, sondern offen und kritisch alle Blockaden und Fallstricke beleuchtet. Eine Fülle von Erlebnisberichten illustriert die ungewöhnlichen Wege, die CAPA gegangen ist, und macht die Lektüre zu einer spannenden Entdeckungsreise.


Sicherheit kontra Menschenrechte
Antiterrorpolitik in Asien
Herausgegeben von Maike Grabowski, Heiko Herold und Rolf Jordan
200 S., Br.,  €14,90
978-3-89502-284-5
In vielen Staaten, in denen demokratische Standards, Institutionen und Verfahrensweisen (noch) nicht sehr gefestigt sind, besteht die Gefahr, dass der „Kampf gegen den Terror“ gravierende negative Auswirkungen auf demokratische Entwicklungen und die Lage der Menschenrechte hat. Während Menschenrechtsverletzungen in Europa, Nordamerika, im Nahen
Osten und Zentralasien in diesem Kontext bereits größere Beachtung gefunden haben, bleiben Analysen der Situation in Süd-, Ost- und Südostasien bisher noch die Ausnahme.
Das Buch analysiert und diskutiert die Auswirkungen der Gesetze zur Terrorismusbekämpfung auf die Menschenrechtslage in verschiedenen asiatischen Ländern und auf regionaler Ebene. Insbesondere existierende, sich durch die neuen Gesetze verfestigende oder entstehende Parallelstrukturen der Sicherheitsorgane („Staat im Staat“) werden dabei betrachtet und in ihren Auswirkungen auf die Menschenrechtssituation in den Ländern hinterfragt.
Neben einer historischen Perspektive der jeweiligen nationalen Entwicklungen stehen dabei insbesondere die nationalen Gesetzgebungen und deren Inhalte, verantwortliche Akteure, Betroffenengruppen und die zivilgesellschaftlichen Reaktionen im Vordergrund. Hinzu kommt die Frage, ob es Auswirkungen internationaler Interventionen bzw. Akteure gibt, die Gesetzgebungen und die Umsetzung von Sicherheitsgesetzten beeinflusst haben. Ziel ist es, die Herausforderungen dieser Entwicklungen und Probleme vor dem Hintergrund der Demokratieentwicklung in den jeweiligen Ländern zu reflektieren.

Shahnon Ahmad
Srengenge
Roman aus Malaysia. Übersetzt von Hedy Holtzwarth
212 S., Br., € 16,90
978-3-89502-282-1
Der Srengenge ragte hässlich empor wie der Teufel. Manchmal auch hässlich wie ein altes Weib. Manchmal wie ein dicker Tapir.  Eines Tages musste der Srengenge gerodet werden.
Jedes Mal, wenn Awang Cik Teh sein Reismahl beendet hatte und zur Verdauung auf seine Veranda hinausging, verfluchte er diesen Hügel. Der verschandelte schon lange die Gegend. Er war sein Feind. „Der Srengenge soll Ackerland werden.“
Dieser Wunsch spaltet die Einwohnerschaft des kleinen, abgelegenen Dorfs am Fuße des Hügels. Es kommt zum Konflikt zwischen denen, die mit der Zeit gehen wollen, und denen, die an den alten Werten festhalten und an Geister und übernatürliche Erscheinungen glauben. Die Situation eskaliert, als der Dorfvorsteher Imam Hamad stirbt. Waren doch übernatürliche Kräfte im Spiel, die Vergeltung für seine bösen Absichten übten?


Doris Distelmaier-Haas
vielleicht sollte ich wieder küssen üben
Gedichte, 7 Grafiken
95 S., Br., € 12,90
978-3-89502-279-1
Doris Distelmaier-Haas geb. in Bonn, promovierte über Mallarmé. Für den Reclam Verlag übersetzte sie u.a. Molière, Maupassant und Perrault. Sie veröffentlichte zahlreiche Lyrik- und Prosabände, meist mit eigenen Illustrationen.
50. Jahrestag der kubanischen Revolution


Eva Karnofsky
Die Straße der Tugenden
Eine kubanische Familenchronik
360 S., Gb., € 19,90
978-3-89502-275-3
Ein packender, einfühlsamer und glänzend recherchierter Roman über eine Familie von vier starken Frauen, der die private Geschichte der kubanischen Revolution von 1959 bis heute erzählt.
Während in der Silvesternacht 1959 bärtige Revolutionäre den blutrünstigen Diktator aus Havanna vertreiben, bringt Hortensia in der ärmlichen Bauernkate ihre dritte Tochter Chachi zur Welt. Nie hätte sich Hortensia zu erhoffen gewagt, einmal ihre drei Mädchen auf die Schule zu schicken, nie hätte sie auch nur davon geträumt, dass sie einmal die Universität abschließen würden. Sogar Hortensia schafft es bis an die Kasse einer Cafeteria in Havanna. Chachi ist nicht nur so alt wie die Revolution, sie wird ihr auch einmal das Leben, ihre Karriere als Ballerina, ihr Stipendium in Moskau verdanken – und ihren Tod.
Hortensia und ihre Töchter kämpfen, jede auf ihre Weise, um ihr kleines Glück, doch sie alle zahlen schließlich einen hohen Preis dafür. Mit der Chronik der Pérez Valdés ist Eva Karnofsky ein packender, einfühlsamer und glänzend recherchierter Roman über eine Familie von vier starken Frauen gelungen, der die private Geschichte der kubanischen Revolution von 1959 bis heute erzählt. Die Geschichte einer Revolution, die noch immer ihre Kinder frisst. Von der selben Autorin erschien bereits: Besenkammer mit Bett, Das Schicksal einer illegalen Hausangestellten in Lateinamerika (leider vergriffen).

Deutschland mit anderen Augen
Erfahrungsberichte von Menschen mit Migrationshintergrund
176 S., Br., € 14,90
978-3-89502-276-0
Eine Reise in die deutsche Kultur, eine Suche nach deutschen Identitäten – gesehen mit den Augen von Menschen aus anderen Kulturkreisen.
Was denkt ein Mensch, der aus China, Russland oder Nigeria stammt und in Deutschland lebt, über „die Deutschen“ und das Land? Wie wird das Leben hier wahrgenommen? Was fällt auf, und was wird als angenehm bzw. unangenehm erlebt? Wie unterscheidet sich das Leben in Deutschland im Verlauf der Zeit, so zum Beispiel in den 60er, 70er oder 90er Jahren?
Diesen und anderen Fragen wird in 20 Porträts von Menschen, die aus Afrika, Asien und Lateinamerika stammen, nachgegangen. Alle sind „moderne Nomaden“, Menschen, die zwischen den Welten leben und ihr Leben zwischen ihrem Herkunftsland und Deutschland verbringen.
Sehr persönlich und in lockerem Ton erzählen sie uns, aus welchen Gründen sie nach Deutschland gekommen sind, welche Erwartungen sie hatten und wie sie das Leben in Deutschland wahrnehmen. Die Perspektiven sind vielfältig und unterschiedlich, mal widersprüchlich und mal übereinstimmend. Es ist eine Reise in die deutsche Kultur, eine Suche nach deutschen Identitäten.
Zudem möchte das Buch dazu einladen, sich mit dem Themenkomplex Migration und Integration auseinanderzusetzen und zu erfahren, wie Prozesse der Integration subjektiv erlebt und reflektiert werden.

Edition Menschenrechte: 60. Jahrestag der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte"

Karlheinz Dürr
Terror: Staat gegen Bürgerrechte
144 S., Br., € 12,90
978-3-89502-256-2
Wer heute von Terror spricht, denkt meist zuallererst an den 11. September 2001. Doch Terror gibt es fast überall auf der Welt. Seine Erscheinungsformen reichen vom Bombenanschlag bis hin zum fanatischen „Heiligen Krieg“. Er wird von relativ kleinen, international agierenden, bewaffneten Gruppen ausgeübt, aber auch von Staaten und politischen Systemen. Dazu gehört zunehmend die Unterminierung von Bürgerrechten unter dem Deckmantel des „Antiterrorkriegs“ – auch in demokratischen Staaten. Dieser Band beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Sicherheit und Freiheit, von Bürgerrechten und staatlichem Schutz im Kontext von Terror und Terrorbekämpfung in Deutschland und anderswo.>>LESUNGEN

Edition Menschenrechte: Herausgegeben von Marion Schweizer

Sophia Deeg
Streubomben: Tod im Maisfeld
144 S., Br., € 12,90
978-3-89502-278-4
Streubomben sind heimtückische Waffen, die unschuldige Menschen verstümmeln und töten, auch wenn der Krieg längst vorbei ist. Die Opfer sind Kinder beim Spielen, Bauern bei der Feldarbeit, Frauen, die zum Markt gehen, Familien, die ihre Lebensgrundlage verlieren.
Streubomben unterscheiden nicht zwischen militärischen und zivilen Zielen und sind deshalb völkerrechtswidrig. Dennoch werden sie von über 60 Staaten produziert. In 32 Ländern sind Wohngebiete, Gärten, Felder, Wiesen, Weiden und Wälder mit Blindgängern verseucht, die jederzeit explodieren können, wenn sich ihnen jemand nähert. Davon erzählen zwei Geschichten:
Wochen nach dem Libanon-Krieg wurde Musas Vater durch Streumunition schwer verletzt. Musa muss jetzt für die Familie sorgen. Das Medizinstudium, von dem er geträumt und auf das die ganze Familie gespart hat, kann er vergessen.
Branislav aus Serbien war Räumungsexperte der jugoslawischen Armee und verlor durch einen Blindgänger Arme und Beine. Den Mut aber hat er nicht verloren und er kämpft heute in der Kampagne gegen Streubomben. Der Erfolg: Im Osloer Vertrag verpflichten sich viele Staaten, auf die Produktion und den Einsatz von Streubomben zu verzichten.
Der ausführliche Sachteil, zusammen mit der Organisation Handicap International erarbeitet, informiert über Hintergründe, Täter und Opfer, Ursachen und Wirkungen und nennt die humanitären und völkerrechtlichen Argumente gegen Streumunition. Und er beantwortet die Fragen, was das alles mit uns zu tun hat und was wir dagegen tun können.
weitere Titel der Edition Menschenrechte...

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Erlebte Geschichten:

Ich bin ein öffentlicher Mensch geworden
Persönlichkeiten aus Film und Fernsehen
Herausgegeben von Wolfgang Bittner / Mark vom Hofe
256 S., Br., € 14,90
927-3-89502-277-7
Es ist hochinteressant, wie Stars und andere Filmgrößen ihre Karrieren gemacht haben und wie sie mit der Glamourwelt, die viele Erfolgs- und Glückserlebnisse, aber auch viele Enttäuschungen bereithält, zurechtgekommen sind. Sie berichten aus recht unterschiedlichen Perspektiven, alle aber in dem Bewusstsein, wie sehr sie durch ihren Beruf geprägt worden sind. Manche haben den Film zu ihrem Lebensinhalt gemacht, andere haben damit nach einiger Zeit gänzlich aufgehört und einige von ihnen haben – zum Teil nach großartigen Karrieren – ganz andere wichtige Betätigungsfelder gefunden, nicht selten im sozialen oder im schriftstellerischen Bereich:
Barbara Rütting | Dietmar Schönherr | Marianne Koch | Karlheinz Böhm | Artur Brauner | Gisela May | Will Quadflieg | Johannes Heesters | Gyula Trebitsch | Rosel Zech | Herbert Achternbusch | Frank Beyer | Ruth Maria Kubitschek | Fritz Muliar | Eva Ebner | Willy Egger | Wolfgang Spier | Margot Hielscher | Brigitte Mira | Horst Tappert | Ken Adam | Friedrich Schoenfelder | Wolfgang Menge | Egon Monk | Erika Pluhar | Gregor von Rezzori | Inge Heym | Ellen Schwiers | Wolfgang Rademann


Aragonien
Interkulturalität und Kompromiss
380 S., Br., € 19,90
978-3-89502-273-9
Aragonien ist ein herausragendes Beispiel für Begegnung und nicht für Zusammenprall von Kulturen. Interkulturalität gehört zur historischen Entwicklung dieser Kernregion Spaniens, sie ist ein Schmelztiegel gewesen der römischen, der westgotischen, der arabischen, jüdischen und christlichen Kulturen, überdies der Ort eines historischen Kompromisses. Der Kompromiss von Caspe war ein Signal, das der europäischen Welt des 15. Jahrhunderts die Vorteile des politischen Konsenses für friedliche Koexistenz zeigte.
Das schönste Symbol dieser besonderen aragonesischen Interkulturalität ist der Palast derAljafena von Saragossa: Sitz arabischer Dynastien, dann der Könige von Aragonien und der Katholischen Könige und heute des aragonesischen Parlaments, der Cortes.
Diese Buch zeigt auch die historische Offenheit der aragonesischen Bevölkerung, ihre Bereitschaft zum Dialog und zur Solidarität: Es reflektiert eine Region, deren Türen immer offen standen und offen stehen für alle jene, die uns kennen lernen und mit uns leben wollen'' (Marcelino Iglesias Ricou, Präsident der Regierung von Aragonien).
In derTradition der Seminare des Zentrums für Wissenschaftliche Kommunikation mit Iberoamerika werden auf hohem Niveau von deutschen und spanischen Kennern Vergangenheit und Gegenwart dieser historischen Region behandelt. 

DIESES BUCH IST EBENFALLS LIEFERBAR IN SPANISCHER SPRACHE:

Aragón
Interculturalidad y compromiso
368 S., Br., € 19,90
978-3-89502-274-6
Aragón, ejemplo destacado del cruce, que no del choque, de civilizaciones y culturas, ha llegado a ser en el curso de la historia lo que ha ido tejiendo la generosa red de relaciones entre los mäs diversos pueblos: la interculturalidad es consubstancial al desarrollo historico de esta region medular de Espana, reino y crisol, entre otras, de culturas romanas, visigodas, árabes, judías y cristianas, y escenario de un compromiso histórico, el de Caspe, pionero en senalar al mundo europeo del sigio XV las ventajas del consenso politico para la coexistencia pacifica. Simbolo bello de esa peculiar y secular interculturalidad aragonesa es el Palacio de la Aljafena de Zaragoza, sede de dinastias árabes, de los Reyes de Aragón, de los Reyes Catolicos y, hoy, de las Cortes de Aragón.
«Un libro que muestra el carácter abierto de los aragoneses, su personalidad dialogante y solidaria. Refiejo, en definitiva, de una tierra que siempre ha mantenido abiertas sus puertas a todo aquel que ha querido conocernos y vivir entre nosotros» (Marcelino Iglesias Ricou, Presidente del Gobierno de Aragón).
En la tradicion de los Seminarios Plundisciplinarios sobre Paises y Regiones de la Penmsula Iberica del Centro de Comunicaciön Cientifica con Ibero-America deTubinga (Alemania), investigadoras e investigadores espanoles y alemanes analizan pasado y presente de esta regiön espanola de vocación universal.

Edition Menschenrechte:  60. Jahrestag der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte"

Urs M. Fiechtner
Verschwunden: in geheimer Haft
160 S., Br., € 12,90
978-3-89502-257-9
Das Verschwindenlassen von Menschen in geheimer Haft ist eine der schlimmsten Formen staatlichen Terrors. Zum ersten Mal wurde sie von den Nazis in Deutschland 941/42 schriftlich angeordnet und als Technik zur Einschüchterung der Bevölkerung definiert. Heute sind über 40 Länder in den beiden Amerikas, in Afrika, Asien nd Osteuropa betroffen. Die Gesamtzahl der Opfer wird auf 1,2 Millionen Menschen geschätzt.
Erzählt werden zwei authentische Geschichten von Betroffenen. Der informative Sachteil beschreibt die Entwicklung des Verschwindenlassens seit Hitlers Nacht- und Nebelerlass. Ergänzt wird der Sachteil durch aktuelle Länderinformationen,
Kontaktadressen, Leseempfehlungen und Hinweise auf Internetseiten.   >>LESUNGEN


Edition Menschenrechte:  60. Jahrestag der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte"

Christine Grunert
Asyl: bedrohtes Recht
144 S., Br., € 12,90
978-3-89502-255-5
Sie flüchten vor dem Tod, vor Verfolgung, vor Krieg und Gewalt. Angesichts von Millionen Flüchtlingen macht das reiche Europa seit vielen Jahren seine Grenzen dicht. inige der ärmsten Länder der Welt nehmen längst mehr Flüchtlinge auf als alle europäischen Länder zusammen. Das Asylrecht ist in Gefahr. Erzählt werden zwei Geschichten von Flüchtlingen aus unterschiedlichen Teilen der Welt, die aus unterschiedlichen Gründen gezwungen sind, ihre Heimat und Familie zu verlassen.
Ein ausführlicher Sachteil informiert über die Situation von Flüchtlingen, die Ursachen von Flucht und Vertreibung in verschiedenen Ländern, die Entwicklung des Asylrechts, das Schengener Abkommen, Flüchtlingshilfe, Abschiebungspraxis etc. >>LESUNGEN

Edition Menschenrechte:  60. Jahrestag der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte"

Kazem Hashemi
Todesstrafe: Auge um Auge
144 Seiten, Broschur, € 12,90
978-3-89502-253-1
Darf der Staat Verbrecher töten? Umfragen zeigen: Auch in Deutschland wird die Todesstrafe für bestimmte Straftäter von vielen Menschen befürwortet oder sogar gefordert. Der Band „Todesstrafe“ beschäftigt sich mit der Todesstrafe weltweit sowie mit ihren kulturellen/religiösen und politischen/gesellschaftlichen Hintergründen. Zwei Geschichten, eine davon aus dem Iran, die andere aus einem westlichen Land, schildern die Todesstrafe aus der Perspektive von Betroffenen und machen deutlich, wie sehr auch Gewaltverbrecher oft selbst Opfer ihres sozialen Umfelds, der gesellschaftlichen Umstände sind. Ein informativer Sachteil gibt einen Abriss über die historische Entwicklung der Todesstrafe in Deutschland und der Welt, über die Argumente, mit denen sie bis heute häufig gerechtfertigt wird, und deren Entkräftung. Er liefert Informationen und statistische Angaben über die Häufigkeit und Art und Weise ihrer Verhängung und Vollstreckung – von der Giftspritze bis zur Steinigung –, über Rassismus und Sexismus, die vor Gericht häufig eine unübersehbare Rolle spielen, bis hin zur Verurteilung Unschuldiger. Es werden die Länder genannt, in denen sie noch existiert, und diejenigen, die sie abgeschafft haben. Und es wird die Frage aufgeworfen, was die Todesstrafe hier und heute mit uns in Deutschland zu tun hat.   >>LESUNGEN
Edition Menschenrechte:  60. Jahrestag der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte"

Reiner Engelmann
Kinder: ausgegrenzt und ausgebeutet
144 Seiten, Broschur, € 12,90
978-3-89502-254-8
Obwohl nahezu sämtliche Staaten die Kinderrechtserklärung der Vereinten Nationen unterzeichnet haben, sind Kinder überall auf der Welt die wehrlosesten Opfer von Ausgrenzung und Ausbeutung. Weltweit leben schätzungsweise etwa 100 Millionen Kinder auf der Straße. Sie werden als Arbeitssklaven in Fabriken und Bergwerken ausgebeutet, als Kindersoldaten rekrutiert, in die Prostitution gezwungen, für den Drogenhandel und andere Straftaten missbraucht, von der Polizei verfolgt. Zwei Geschichten erzählen vom mörderischen Überlebenskampf ausgebeuteter Kinder im Dschungel der Großstädte. Zum besseren Verständnis der Zusammenhänge informiert ein Sachteil über die Ausbeutung von Kindern weltweit früher und heute: in Haushalten, Fabriken und Bergwerken, in der Prostitution, im Krieg, über die Ursachen und Lebensumstände von Straßenkindern im industrialisierten Westen und in der ,Dritten Welt‘. Es werden Hilfsorganisationen genannt, die Kinder aus ausbeuterischen Verhältnissen befreien und ihnen ein Zuhause geben. Es wird über die Rechte von Kindern informiert und die Bedeutung von Bildung und Kinderarbeit angesprochen.   >>LESUNGEN
Edition Menschenrechte:  60. Jahrestag der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte"

Urs M. Fiechtner
Folter: Angriff auf die Menschenwürde
144 Seiten, Broschur, € 12,90
978-3-89502-252-4
Noch immer gibt es Folter, manchmal ganz in unserer Nähe. Sie gehört in zahlreichen Ländern der Erde zum Alltag. Auch in solchen, die mit Deutschland enge wirtschaftliche Beziehungen unterhalten, wie zum Beispiel Türkei oder China. Von Folter zu reden, fällt niemandem leicht. Folter verletzt, sie vergewaltigt den Körper, sie beutet die Schwäche von Menschen aus, verbreitet Angst und Schrecken. Sie zerstört die Persönlichkeit, sie beschämt, sie beschädigt die Würde der Gefolterten. Viele Opfer ziehen es daher vor zu schweigen, anstatt öffentlich die entsetzliche Gewalt anzuklagen, die ihnen angetan wurde. Dieser Band der „Edition Menschenrechte“ bricht das Schweigen. Drei Geschichten erzählen von Menschen, die gefoltert wurden, und auch von solchen, die zu Folterern wurden. Sie machen deutlich, wie Folter „funktioniert“ und wie sie sich verselbständigt. Ein kompakter Sachteil liefert Informationen über die Folter, ihre Geschichte, ihre politisch-gesellschaftlichen Hintergründe, ihre Methoden und ihre physischen und psychischen Folgen. Es werden Länder genannt, in denen bis heute systematisch gefoltert wird, und es wird erläutert, warum die Abschaffung der Folter oftmals ein langer und schwieriger Prozess ist. Es wird die Frage aufgeworfen, was die Folter mit uns in Deutschland zu tun hat, und es wird deutlich, warum es vom Folterverbot keine Ausnahmen geben kann.   >>LESUNGEN
Mat´s Abenteuern im Dschungel – Lieblingslektüre für Millionen in Südostasien – erstmals deutsch:

Lat:
Kampung Boy
Ein Frechdachs aus Malaysia
144 S., Br. € 9,90
978-3-89502-268-5
Lat erzählt aus dem Leben von Mat, einem muslimischen Jungen, der im ländlichen Malaysia der 1950er Jahre aufwächst: von seinen Abenteuern und Streichen, seiner religiösen Erziehung, seinen Angelausflügen und der Arbeit auf der familieneigenen Kautschuk-Plantage. Doch die traditionelle ländliche Lebensweise im Dorf (Kampung) ist bedroht durch die sich ausbreitenden Zinnminen mit ihren industriellen Arbeitsplätzen. Als Mat dann für den Besuch der weiterführenden Schule in die Stadt gehen muss, kann er nur hoffen, dass sein Kampung nach seiner Rückkehr noch da ist.

Lat öffnet mit seinen kraftvollen und ausdrucksstarken Zeichnungen und den lakonischen Texten ein Fenster zu einer Welt, die heute nahezu verschwunden ist. Der Autor, geboren 1951, ist der wohl bekannteste Cartoonist Südostasiens. Seine regelmäßig im Editorial der „New Straits Times“ veröffentlichten Karikaturen nehmen politische und gesellschaftliche Ereignisse aufs Korn.


Duft der Asche
Literarische Stimmen indonesischer Frauen
Aus dem Indonesischen von Monika Arnez und Edwin Wieringa
124 S., Br., € 12,90
978-3-89502-269-2
Nach „Saman“ von Ayu Utami und „Erdentanz“ von Oka Rusmini lässt die Anthologie „Duft der Asche“ erneut junge Autorinnen aus Indonesien zu Wort kommen.
Es ist kein Zufall, dass zunehmend Frauen in literarischen Wettbewerben ausgezeichnet werden. Sie nutzen das liberalere Klima seit dem Sturz Suhartos, um gesellschaftliche Probleme zu behandeln, die bis dato größtenteils tabuisiert wurden. So reichen die Themen von aktuellen politischen Konflikten bis zu Polygamie und sexueller Gewalt; die Literatur spiegelt wider, was die indonesische Öffentlichkeit derzeit beschäftigt. Die ausgewählten Kurzgeschichten bieten eine möglichst große inhaltliche und stilistische Bandbreite, geben Beispiele für säkulare ebenso wie für religiöse Ansätze sowie Einblicke in das städtische und ländliche Milieu.
Die öffentliche Diskussion unterschiedlicher Definitionen und Interpretationen von Geschlechterrollen hat aber auch zu einer Verhärtung der Fronten zwischen liberalen und konservativen Kräften beigetragen. Erstere setzen sich verstärkt für Gleichberechtigung der Geschlechter ein, während letztere für eine striktere Sexualmoral eintreten und die zunehmende Verdrängung der Frauen aus der Öffentlichkeit fordern. Besonders deutlich wurde dies durch den Konflikt um ein neues Anti-Pornographie-Gesetz. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass einige der in diesem Band vertretenen Autorinnen wieder mundtot gemacht werden.


Hawa
Literarische Stimmen malaysischer Frauen
Aus dem Malaiischen von Renate und Hansheinrich Lödel
224 S., Gb., € 16,90
978-3-89502-267-8
Die Anthologie widerspiegelt wie in einem Kaleidoskop den Alltag von Frauen der unterschiedlichsten Schichten der malaysischen Gesellschaft.
Da wird vom Treiben der upper class berichtet, in mehreren Geschichten spielt die Liebe die wichtigste Rolle, wobei dem Mann zumeist eine kritischere Schilderung zuteil wird, es zeigen sich – wie schon in der klassischen malaiischen Literatur – didaktische Tendenzen, das Verhältnis zwischen Mann und Frau wird (unter Zugrundelegung islamischer Verhaltensregeln; der Islam ist Malaysias Staatsreligion, aber nicht die einzige) beleuchtet, und in einem Fall mokiert sich die Autorin über das materielle Übergewicht des chinesischen Bevölkerungsanteils. Eine Ausnahme bildet die Erzählung „Ein Holzfäller“, in der unter mystischen Begleitumständen die drei Hauptreligionen in Malaysia, nämlich der Buddhismus, das Christentum und der Islam, dargestellt werden. Die Beziehungen zwischen der alten und der jungen Generation zeigt die Geschichte „Großmutter“ auf, während „Kleine Leute“ die Kluft zwischen Arm und Reich behandelt.
Volksverbundenheit in Form eines pantun, eines typisch malaiischen, vierzeiligen Sinngedichts beweist die Erzählung „Mag meine Reispflanze Korn für Korn ausstreuen“.
Diese Sammlung von Kurzgeschichten von 23 Autorinnen aus Malaysia (viele von ihnen sind Literaturpreisträgerinnen im nationalen Rahmen) bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich in die Gefühle, Lebensregeln und sozialen Grundsätze eines so fernen Kulturkreises hinein zu versetzen.



Monika und Thomas Efferth
Yunnan
Zwischen Wolkenberg und Schamanen – Chinas bezaubernder Südwesten
Mit zahlr. s/w-Fotos u. Karten
200 S., Br.,  €14,90
978-3-89502-270-8
In Geschichten und Erlebnisberichten wird ein Bogen von der Exotik chinesischer Kultur, der ereignisreichen, historischen Entwicklung, der faszinierenden, jedoch bedrohten Natur zwischen dem lebensspendenden Yangzi-Fluss und den nebelverhüllten Wolkenbergen bis hin zu aktuellen gesellschaftspolitischen Brennpunkten in der Provinz Yunnan gespannt.
Der Leser taucht ein in die Vergangenheit Yunnans und erfährt viel über das frühe Wirken der Schamanen vor 5000 Jahren, über die rätselhafte Naxi-Kultur, die bis zum heutigen Tag ihre ausgefeilte, jahrhundertealte Hieroglyphenschrift bewahrt hat, über die archaische Volksreligion und den vergleichsweise jungen Buddhismus, über die Entwicklung des chinesischen Währungssystems, den Teeanbau und den Seidenhandel sowie über uralte Handelswege wie etwa die berühmte Tee-Pferde-Straße, die bis heute für den regionalen Handel bedeutsam ist.
Dabei werden auch blutige Auseinandersetzungen aus der neueren Geschichte nicht verschwiegen, wie zum Beispiel die Bedeutung Yunnans im japanischchinesischen Krieg 1937-45. Mit Erzählungen eines Zeitzeugen und interessanten Einzelheiten aus dem Leben von Jian Xianren, einer der wenigen Kämpferinnen an Mao Zedongs Seite, wird der Lange Marsch der Roten Armee aus der Sichtweise einer Frau geschildert.
Die traditionelle chinesische Medizin, die sich in westlichen Industrienationen immer größerer Beliebtheit erfreut, hat in Yunnan eine besondere Bedeutung, da im milden Klima dieser Region besonders viele Heilkräuter wachsen und auf den lokalen Medizinalmärkten zum Kauf angeboten werden. Auf leicht verständliche Weise erhält der Leser fundierte Einblicke in die Grundlagen und Geschichte der traditionellen chinesischen Medizin sowie ihrer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden.
In diesem Buch geben Thomas Efferth, Professor für Pharmazeutische Biologie mit einem Schwerpunkt auf traditioneller chinesischer Medizin, und seine Frau Monika Einblicke in eine einzigartige und zauberhafte Provinz Chinas.

Eine Autobiographie aus den ersten Jahren der chinesischen Republik

Shen Congwen
Türme über der Stadt
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Helmut Martin
Aus dem Chinesischen von Christoph Eiden in Zusammenarbeit mit Christiane Hammer
204 S., Br., €18,40
978-3-927905-86-3
Das Leben in der Provinzstadt, das Verhältnis zwischen Minderheiten und Chinesen, das Bildungswesen in der Provinz, das lokale Militär, die Versuche eines revolutionären Umschwungs, erste Liebeserlebnisse und ein Wanderleben, das schließlich nach Peking führt, sind die wichtigsten Themen des chinesischen Lebensberichtes. Seine Vielfältigkeit und Lebendigkeit allerdings ist mit dieser Aufzählung kaum zu fassen.
Shen Congwens Autobiographie behandelt die Jugendjahre des Autors, die Nachwirkungen des Boxer-Aufstandes, die Querelen der lokalen Militärherrscher bis zur Revolution von 1911 und zur Vierten Mai-Bewegung 1919, die der westlichen Gedankenwelt die Tore öffnete, und berichtet von Shens Versuch, 1922 in Peking Fuß zu fassen, wo er sich schließlich als Schriftsteller durchsetzen kann. Shen hat das Leben an der Peripherie des chinesischen Reiches in der ganzen Vielfalt der Erscheinungen dargestellt. Er wuchs in einer Familie von Militärs auf, und die Autobiographie schildert bildhaft die eigenen Wanderjahre in regionalen Miliz- und Militärverbänden. Chinas spannungsreiches Verhältnis zu den Minderheiten wird exemplarisch dragestellt, denn der Autor beschreibt in allen Facetten das Leben des farbenprächtig-störrischen Miao-Volkes in Südwest-China, dem Shen sich durch Blutsbande insgeheim zugehörig fühlt. Das im Umbruch befindliche ländliche China ersteht in einer Farbigkeit und Lebendigkeit, wie sie kein soziologischer oder zeithistorischer Überblick vermitteln kann.
Weibliche Geister tun, was Frauen nicht dürfen


Li Ang
Sichtbare Geister
Roman aus Taiwan
Aus dem Chinesischen von Martina Hasse
320 S., Gb., € 19,90
978-3-89502-235-7
Das ganze Ausmaß männlicher Brutalität und die monströsen Folgen des chinesischen Patriarchats vom siebzehnten Jahrhundert bis in die heutige Zeit schildert Li Ang, wichtigste, politische Streitfragen wie weibliche Sexualität thematisierende Schriftstellerin Taiwans in ihrem neuen Roman. Die Hauptfiguren sind fünf janusköpfige Chinesinnen, die nach amourösen Abenteuern alle wegen der ihnen angetanen Gewalt zu Rachegeistern werden.
In der Grauzone zwischen Leben und Tod setzen die Frauen ihren eigenen Willen durch und finden sich selbst...
Dreihundert Jahre Geschichte Taiwans findet der Leser in diesem farbenprächtigen Geisterkrimi – spannend, exotisch und historisch genau recherchiert.
Li Ang (geb.1952), einer der bekanntesten Schriftstellerinnen Taiwans, gelang mit „Gattenmord“ (Diederichs, 1987) weltweit der Durchbruch. Bis heute wurden in Japan, Frankreich und den USA zahlreiche Romane aus ihrem umfangreichen Oeuvre übersetzt. 2004 wurde Li Ang für ihr Werk in Paris mit dem Titel eines „Chevalier des arts et des lettres“ ausgezeichnet. Ihren 2004 in Taiwan erschienenen Roman „Sichtbare Geister“ nennt sie alternativ „Frauen versus Geister“.


Robert Kurz:
BLUTIGE VERNUNFT
Essays zur emanzipatorischen Kritik der kapitalistischen Moderne und ihrer westlichen Werte
224 S., Br., € 12,90
3-89502-182-2
Seit dem 11. September beschwören die Ideologen von „Marktwirtschaft und Demokratie“ selbstgerechter denn je ihre Wurzeln in der Aufklärungsphilosophie; der Westen feiert im Kant-Jahr 2004 zusammen mit dem Denker der bürgerlichen Vernunft seine Weltherrschaft.
Vergessen die „Dialektik der Aufklärung“ (Adorno/Horkheimer), vergessen die Kritik am Eurozentrismus: Sogar Teile der Linken klammern sich an ein angebliches „bürgerliches Glücksversprechen“, während die Globalisierung des Kapitals den Planeten verwüstet.
Robert Kurz, bekannt geworden durch seine kritischen Analysen der modernen Ökonomie und ihrer Geschichte („Der Kollaps der Modernisierung“, „Schwarzbuch Kapitalismus“), macht nun gegen den intellektuellen Mainstream und über die bisherige Aufklärungskritik hinaus den „westlichen Werten“ den Prozess. In polemischen theoretischen Essays wird eine neue radikale Kritik der („männlich“ bestimmten) modernen Subjektform eröffnet – nicht um einer reaktionären Romantik zu huldigen, sondern um zu zeigen, dass bürgerliche Aufklärung und bürgerliche Gegenaufklärung nur zwei Seiten derselben Medaille sind. Ziel ist eine „emanzipatorische Antimoderne“, die sich den falschen Alternativen auf dem Boden des warenproduzierenden Systems verweigert.

arte Edition

Hu-Chong / Stefan Kramer
Bilder aus dem Reich des Drachen
Chinesische Filmregisseure im Gespräch
237 S., Br., €19,90
9783895021459
Mehr als alle anderen Künste und Medien hat sich im 20. Jahrhundert der Film als Spiegel, aber auch als Motor der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen Chinas erwiesen. Die zahlreichen Erfolge chinesischer Regisseure auf den großen Filmfestivals in Europa haben seit den achtziger Jahren auch hier die Aufmerksamkeit der Filmwelt auf das Reich der Mitte gelenkt.
Hier äußern sich sechzehn der bedeutendsten Regisseure des chinesischen Kinos über ihre Filme und das chinesische Kino und beziehen Stellung zur Gesellschaft, Kultur und Politik im Reich der Mitte: u.a. Chen Kaige (Lebewohl meine Konkubine), Tian Zhuangzhuang (Der blaue Drache), Zhang Yimou (Rote Laterne), Wang Xiaoshuai (Erfrieren), Lu Xuechang (Ein Held wie Stahl), Xie Jin (Der Opiumkrieg), Sang Hu (Das Neujahrsopfer), Xie Tieli (Früher Frühling im Februar), Huang Jianzhong (Eine gute Frau), Wang Haowei (Die Federtasche) oder Huang Shuqin (Die Seele der Malerin).
Dieser Band gibt einen breiten und – indem er die Akteure selbst zu Wort kommen läßt – beispiellos authentischen Überblick über das Filmemachen in der Volksrepublik China und kann dazu beitragen, mit den „westlichen“ Vorurteilen über das Kino, die Politik und Kultur im „Reich der Mitte“ aufzuräumen.

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Walter Skrobanek
Nach der Befreiung
Damit ihr wisst, dass das Leben weitergeht
Tagebuch aus Vietnam 1975
256 Seiten, Broschur, € 16,90
978-3-89502-258-6
»28.4.1975: Seit dem gestrigen Sonntag ist Saigon von der Außenwelt abgeschnitten. In einer stillen abendlichen Stunde – der amerikanische Sender bringt noch immer populäre Schmalzmusik – ist mir der Mut danach, euch noch einige Zeilen zu senden, damit ihr wisst, dass das Leben immer noch weitergeht.«  Ende April 1975 erlitt die US-Armee mit ihrer fluchtartigen Evakuierung Saigons ihre wohl größte militärische Niederlage. Viele Menschen in Süd-Vietnam hofften auf einen Neuanfang und erwarteten den Aufbau einer gerechten, sozialen und freien Gesellschaft.
Was aber geschah in den ersten Monaten nach der Befreiung? Walter Skrobanek war als Mitarbeiter des Kinderhilfswerks terre des hommes einer der wenigen Ausländer, die Saigon nicht verlassen hatten. Sein Tagebuch schildert eindrücklich den dramatischen Umbruch und beschreibt in angespanntester Konkretion und Anschaulichkeit, wie das Leben in Saigon in den ersten Monaten nach der Befreiung weiterging: Innerhalb weniger Monate verwandelte sich die zaghafte Hoffnung auf Frieden und Neuanfang in die ernüchternde Einsicht über die krude Mechanik der neuen Machtverhältnisse.Das Tagebuch ist ein Zeitzeugnis und nun bereits eine historische Quelle, die aus der unmittelbaren Wahrnehmung des Chronisten jüngere Geschichte lebendig hält. Jahrzehnte später sind die damaligen Spannungen, Zweifel, Nöte auf bedrückende Weise gegenwärtig geblieben. Walter Skrobaneks klarsichtige Begleitung und Betrachtung jener Tage nimmt ahnungsvoll vieles von der späteren Entwicklung Vietnams vorweg. 
Smith Hempstone: The Rogue Ambassador


Hempstone:
Der unbequeme Botschafter
Als Diplomat in Ostafrika
Übersetzt von Hans M. Helfer
Br., € 19,90
978-3-89502-247-0
„Der unbequeme Botschafter“ von Smith Hempstone ist eine reiche Quelle an Informationen, um die aktuelle machtpolitische, wirtschaftliche und soziale Situation in Kenia zu verstehen. Und es liefert diese Informationen nicht etwa trocken, sondern als spannenden Bericht eines Diplomaten, dem das Land Kenia und seine Menschen am Herzen lagen und der deshalb manchmal auch nonkonformistische Wege ging.
Der gegenwärtige blutige Konflikt zwischen Anhängern des kenianischen Präsidenten Kibaki (ein Kikuyu) und des Oppositionsführers Odinga (ein Luo) überrascht Kenner der politischen Szene des Landes nicht. Denn die Auseinandersetzungen gehen in eine Zeit zurück, in der beide Politiker in Opposition zu Diktator Arap Moi standen. In seinen Erinnerungen an seine Zeit als US-Botschafter in Kenia schildert der Journalist Smith Hempstone seine vergeblichen Bemühungen in jenen Jahren, der Spaltung der Opposition entgegenzuwirken. „Diese alten Männer“, so zitiert er Menschenrechtsanwalt Paul Muite, „wollen nicht begreifen, dass wir ohne eine Kikuyu-Luo-Allianz nicht gewinnen können. Sie denken an nichts als ihren persönlichen Stolz.“
Der Journalist Hempstone (Chicago Daily News, The Washington Star, The Washington Times) beschreibt akribisch seine Zeit als Botschafter der USA in Kenia in den Jahren 1989 bis 1993, also einer politisch äußerst brisanten Zeit. Im Mittelpunkt steht seine Auseinandersetzung mit dem Diktator Arap Moi, die vor allem nach der Ermordung des kenianischen Außenministers Robert Ouko und des Anglikanischen Erzbischofs Alexander Muge sowie des brutalen Vorgehens gegen Demonstranten scharfe Formen annahm und von der man sagt, dass sie nicht unwesentlich zum Ende dieses Regimes beigetragen hat.
Darüber hinaus beobachtete er von Kenia aus die katastrophalen Entwicklungen im Südsudan und in Somalia und warnte die US-Regierung vor einem militärischen Eingreifen in Somalia. Trotz mancher Passagen, die in Bezug auf „political correctness" zu wünschen übrig lassen, ist das Buch ein wichtiges Zeitdokument.

Wolfgang Bittner /Kostas Koufogiorgos
Minima Politika
Politische Texte und Karikaturen vierfarbig
128 S.Gb., € 12,90
978-3-89502-271-5

Mit spitzer Feder spießt Wolfgang Bittner in seinen epigrammatischen Sprüchen – kongenial illustriert von Kostas Koufogiorgos – das auf, was uns auf Schritt und Tritt begegnet, was uns existenziell angeht und was in den Medien nur verkürzt, verdreht oder gar nicht vorkommt: Abbau demokratischer Rechte, soziale Kälte, Korruption in Politik und Wirtschaft, Einschränkung von Menschenrechten, aber auch Egoismus und Habgier als gesellschaftlich propagierte und staatlich geförderte Verhaltensweisen. Vieles davon wissen oder ahnen wir, aber in dieser Konzentration treffen Text und Bild voll ins Schwarze.

Robert Kurz
Tote Arbeit
Die Substanz des Kapitals und die Krisentheorie von Karl Marx
256 Seiten, Broschur, € 14,90
 9783895022265
Kann der Kapitalismus die Weltkrise der dritten industriellen Revolution und der Globalisierung überleben? Allen Aufschwungphantasien und Entwarnungsdiskursen zum Trotz mutieren die Staaten dieser Welt immer mehr zur bloßen Krisen- und Notstandsverwaltung. Bis in den Alltag hinein ist ein Prozess der offenen und schleichenden Barbarisierung zu beobachten, der längst auch die westlichen Zentren nicht mehr ausspart. Wie tief die Krise wirklich geht, kann nur durch eine theoretische Analyse erschlossen werden, die sich nicht auf Oberflächenphänomene beschränkt.
In seinem neuen Buch versucht Robert Kurz, die keineswegs eindeutige Krisentheorie von Karl Marx neu zu formulieren, um die Wurzeln der destruktiven Entwicklung in der Weltgesellschaft bloßzulegen. Zentral dabei ist der Marxsche Begriff der „abstrakten Arbeit“ als „Substanz des Kapitals“. Hatte der traditionelle Marxismus die Arbeit als ewige Grundlage menschlichen Lebens und als Gegensatz zum Kapital verstanden, so entwertet heute der Kapitalismus die Arbeit und macht sie zugleich als seine eigene historische Daseinsform kenntlich. Die „Entsubstantialisierung“ des Kapitals führt zu einer absoluten inneren Schranke der Verwertung, ohne dass damit jedoch von selbst eine andere gesellschaftliche Ordnung entsteht.
Dieser Grundgedanke wird in sechs Kapiteln entwickelt:
1. Abstrakte Arbeit als gesellschaftliche Realmetaphysik,
2. Das Scheitern der traditionellen marxistischen Krisentheorie,
3. Der Quantitätsbegriff der abstrakten Arbeit und die Kritik eines angeblichen „Naturalismus“ bei Marx,
4. Die Entwertung des Werts als Kern der Marxschen Krisentheorie,
5. Produktive und unproduktive Arbeit,
6. Subjektive Wertlehre, fiktives Kapital und postmoderner Virtualismus.
Mit diesem Buch wird erstmals eine detaillierte Ausarbeitung der bisher nur in Ansätzen formulierten und heftig umstrittenen wertkritischen Krisentheorie vorgelegt, die dem gesellschaftlichen Diskurs über die Perspektiven des Kapitalismus neue Impulse geben kann.


Gilsenbach,
Sonnenkind
Märchen der Ureinwohner Ozeaniens
64 S., Br., €  9,90
978-3-89502-249-4
Inhalt:
Die Ureinwohner Ozeaniens und ihre Märchen
Weshalb der Kasuar nicht fliegen kann
Wie Makong Feuer und Nacht zum Geschenk erhielt
Das Känguruh und die Schildkröte
Die Frau aus dem Meer
Die Riesen und die Schlange
Warum der Vogel Kau graue Federn hat
Der böse Geist und das Kind
Ejiawanoko und Merrimen
Wie die Krabbe den Hornhecht überlistete
Die Großmutter und die große Flut
Wie der Mond zu seinen Flecken kam
Das Sonnenkind
Das Tanzfest der Vögel
Worterklärungen
Quellen, Über die Autoren



SID Chapter Bonn
Die Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Kommission
Organisation und Arbeitsweise
200 S., Br.,  €10,95
9783895022654
Genauere Kenntnisse über die Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Gemeinschaft in der Bundesrepublik sind, auch bei manchen einschlägigen Veranstaltungen, nicht sonderlich weit verbreitet.
SID Bonn hat daraus die Konsequenz gezogen, aus Anlass der Gründung von SID Rom or 50 Jahren ein Seminar zu diesem Thema zu veranstalten. In Zusammenarbeit mit em Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) und der Vorbereitungsstätte für ntwicklungszusammenarbeit (InWEnt) wurde ein Veranstaltungszyklus konzipiert und durchgeführt (Programm s. Anlage), der sich darum bemühte, Aufgaben und Arbeitsweise der einschlägigen Arbeitseinheiten der Kommission möglichst sachlich darzustellen  um an manchen Stellen auch zu einer kritischen Auseinandersetzung damit zu kommen.
Auf dieser Basis ist die vorliegende Veröffentlichung der Versuch einer systematischen und damit überschaubaren Darstellung des verzweigten und verwinkelten Systems der EZ der Gemeinschaft. Sie soll damit auch für Lehr- und Lernzwecke geeignet sein oder um einen Teilaspekt nachzuschlagen. Sie ist eher nicht als ein „Lesebuch“ konzipiert. Sie richtet sich also mehr an ein Fachpublikum mit der Konsequenz, dass der entwicklungspolitische Fachjargon voll erhalten blieb.
Als Referenten waren Akteure aus der Kommission und dem BMZ, dem DIE und andere geladen worden, die ein aktuelles und möglichst realistisches Bild der Arbeit der Kommission gezeichnet haben.



Wolfgang Bittner
Der Aufsteiger
oder Ein Versuch zu leben
Roman
192 Seiten, Gebunden, € 16,90
978-3-89502-262-3
Erich Wegner arbeitet nach Abschluss der Schule im Tiefbau, aber in ihm reift allmählich der Entschluss, seine Situation zu verändern. Er holt das Abitur nach, beginnt Jura zu studieren und absolviert erfolgreich eine akademische Laufbahn. Eine verheißungsvolle Zukunft scheint vor ihm zu liegen, doch seine Hoffnungen und Erwartungen erfüllen sich nicht; sie werden durchkreuzt von seinen Vorstellungen von einem humanen und selbstbestimmten Leben in einer sozialen Gesellschaft. Er überlegt, fortzugehen, neu anzufangen. Es bleibt die Frage, ob Wegner jemals eine echte Chance hatte. 


Rüdiger Siebert
Vision Malaysia
Multikulti • Malls • Moscheen
Annäherung an einen Vielvölkerstaat
256 Seiten, zahlr. Fotos u. Karten, Broschur,  € 14,90
978-3-89502-259-3
Nirgends sonst ist die Vielfalt Asiens so spannungsvoll  präsent wie in Malaysia, an der Schnittstelle zwischen Ost und West, zwischen Indien und China. Ein einzigartiges Land: die Grenzen einst willkürlich von den Europäern gezogen; zweigeteilt durch das Südchinesische Meer; ein Bevölkerungs-Mix von Malaien, Chinesen, Indern, Dayak-Völkern, Eurasiern und anderen Minderheiten; Nachkommen von Kopfjägern auf Borneo, Computerspezialisten in West-Malaysia; dominierender Islam, daneben Konfuzianismus, Buddhismus, Hinduismus, Christentum, Geisterglaube; Wahlmonarchie und parlamentarische Verfassung; Hightech und Zensur. Asien kompakt. „Vision Malaysia“ lädt ein zur Entdeckungsreise in Südostasiens Geschichte und Gesellschaft und unternimmt einen Exkurs ins Sultanat Brunei. Ist Malaysia ein Modell für Multikulti? Ein Schmelztiegel der Kulturen? Ein Tropenparadies? Ein Vorbild für die Verbindung von Islam und Modernität? Ein Spiegel des neuen Asien? Rüdiger Siebert hat Malaysia im 50. Jahr der Unabhängigkeit erneut bereist. Seine Reportagen, Interviews, Porträts geben Antworten auf diese Fragen – und ganz nebenbei eine Fülle von Anregungen, Malaysia selbst zu erkunden. 


Klas Ewert Everwyn
Die unerfüllten Wünsche des Kurfürsten Johann Wilhelm
192 Seiten, Gebunden, € 16,90
978-3-89502-261-6
Was für ein Mensch, was für ein Mann war jener Barockfürst des beginnenden 18. Jahrhunderts aus Düsseldorf? War er tatsächlich jener volksnahe Tribun, den der Volksmund auch heute noch gern Jan-Wellem nennt? Oder war er doch eher ein von politischem Mißgeschick verfolgter absolutistischer Kleinfürst, der sein Volk ausbeutete auf der Suche nach der Erfüllung seiner hochfliegenden Wünsche? Der Autor Klas Ewert Everwyn, für seine bemerkenswerten historischen Romane bekannt und mit Preisen ausgezeichnet, stellt diese Fragen in den Mittelpunkt seines neuen Werks.


Norbert Rosowsky
Durchgestrichene Miniaturen
112 S., Br., € 12,80

Hildegard Moos-Heindrichs
Heimspiele
280 S., Br., € 19,90


Gilsenbach,
Schakal
Br., €  9,90
978-3-89502-250-0



Moderne Indonesische Literatur:

Ayu Utami
Saman
180 S., Br., € 16,90
978-3-89502-243-2
Die Journalistin Ayu Utami (*1968) schreibt freizügig über Sexualität, thematisiert das schwierige Verhältnis zwischen Muslimen und Christen sowie den Hass auf die chinesische Minderheit. Virtuos wechselt sie zwischen verschiedenen Erzählperspektiven, Schauplätzen und Zeitebenen, verknüpft Traumsequenzen und alte Mythen mit Schilderungen der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse im Indonesien der 90er Jahre. Ein katholischer Priester, der über sein Engagement für unterdrückte Kleinbauern zum indonesischen Widerstand stößt, sich dabei verliebt, sein Priesteramt aufgibt und nach New York emigriert: eine ungewöhnliche Geschichte. Auch von einer Gruppe selbstbewusster junger Frauen wird erzählt, die sich den traditionellen Rollenzuweisungen verweigern.



Uhrig/Kudlinsksi
Das Kaschmir-Tal
Leben zwischen Paradies und Abgrund
Geschichte - Religion - Ethnografie - Tourismus - Ökologie - Konfikt Politik
Br., € 14,90
978-3-89502-245-6
„Wenn es ein Paradies gibt, dann ist es hier", soll der Mogulherrscher Jehangir (1569 - 1627) beim ersten Anblick des Kaschmir-Tals ausgerufen haben. Dieses Zitat ist wie ein Motto für den Mythos, der sich im Lauf der Jahrhunderte um das Kaschmir-Tal bildete. Ein nahezu verborgenes Fleckchen Erde voll Mystizismus und Exotik, das Abenteurer, Missionare und machthungrige Herrscher gleichermaßen anzog.

Heutzutage werden unsere Einschätzungen in punkto Kaschmir von gegensätzlichen Wahrnehmungen getragen. Das „Paradies" Kaschmir spielt mittlerweile nur noch eine Rolle, um den Verlust kultureller Identität und politischer Autonomie zu verdeutlichen. Die viel beschworene Multireligiosität und Toleranz der kaschmiri Gesellschaft scheint unwiederbringlich verloren zu sein. Das Naturparadies eignet sich bestenfalls noch als Kontrapunkt zu den derzeitigen Auseinandersetzungen im Kaschmir-Tal, die nicht von Brüderlichkeit, sondern vielmehr von Hass und Gewalt getragen sind.

Die Ethnologen Oliver Uhrig und Vera Kudlinski haben den Konflikt und das Leben in dieser Region während der letzten zehn fahre verfolgt und immer wieder aktiv miterlebt. Ihre Erfahrungen und Wahrnehmungen spiegeln sich in diesem Fotoband mit weiter- führenden Texten wider. Schwarzweißfotografien und korrespondierende Texte skizzieren in fokussierter Form das Leben im Kaschmir-Tal, das sich im Spannungsfeld zwischen Paradies und Abgrund abspielt.




Abt
Panji und Sekar Taji
Br., €  12,90
978-3-89502-244-9
Der Held Panji tritt in dem Epos die Nachfolge Arjunas (Mahabharata-Epos) und Ramas (Ramayana Epos) an. Mit ihm erhalten die hinduistischen Epen ihren krönenden Abschluss, der gleichzeitig über sich hinaus in die Zukunft weist. Im schönen Dreiklang ertönt das Panji-Epos gleichsam als hell strahlender, oberster Ton über dem Tiefen (Mahabharata) und dem Mittleren (Ramayana). Die Liebesgeschichte zwischen Panji und Sekar Taji und die Erzählungen über Panji sind spannend und verweisen auf Werte, die auch heute noch Geltung haben. Sie fordern uns zu Überprüfung, Stellungnahme und eigener Entscheidung heraus und schaffen so die Möglichkeit, eigene Wege zu finden und zu gehen. Die Panji-Geschichten haben ihren Ursprung in Südostasien, einem Staatengebilde mit heute fast einer halben Milliarde Einwohnern, einem Gebiet voll hochentwickelter, eigener Kulturen. Die Erzählungen sind vom Hinduismus geprägt und haben sich seit dem 16. Jahrhundert in vielfacher Form weiterentwickelt.


Das Mahabharata
aufgeschrieben von Otto Abt
130 Seiten, Br., € 14,90
978-3-89502-124-4
„Was immer in dieser Welt vorkommt, das findet sich auch im Mahabharata; und was man darin nicht findet, das gibt es nirgendwo auf der Welt.“ So heißt es in einem der ersten Kapitel des bedeutendsten Epos der Hindus. Es ist Heldengedicht und Rechtslehrbuch zugleich. Die Mischung aus spannenden Geschichten und Darlegung sittlicher Gebote macht das Werk so einzigartig und hebt es über Raum und Zeit hinaus. Nichts, was Menschen tun, sich gegenseitig antun und tun sollten, bleibt ausgespart. Liebe, Laster, Leidenschaft, Verrat, Mut, Treue, Zweifel – die endlose Liste des Menschlichen, allzu Menschlichen wird personifiziert, namentlich benannten Helden und Schurken zugeordnet und in einer auch dem Leser, Hörer, Zuschauer des 21. Jahrhunderts verständlichen Weise dramatisiert: Das ist der pralle, üppige, sattfarbene Stoff, aus dem die Romane, Novellen, Poeme, Volkslieder, Theaterstücke aller Zeiten geschneidert wurden. Doch das Mahabharata will nicht nur unterhalten und das Publikum in Bann ziehen, es ist vielmehr Modell einer streng hierarchisch von oben nach unten strukturierten Gesellschaft, in der jedem Menschen ein ganz bestimmter Platz mit ganz bestimmten Pflichten und Rechten zugestanden wird: im Diesseits und im Jenseits. Es ist Verhaltenskodex, an dem sich Verhaltensweisen auszurichten haben im Dienste von Ethik, Recht und Moral. In einer ganzen Reihe volkstümlicher Nacherzählungen der Kerngeschichten erreichte das Mahabharata bis heute Generationen deutscher Leser. Die vorliegende Sammlung ist in guter Tradition.

Das Ramayana
aufgeschrieben von Otto Abt
130 Seiten, Br., € 12,90
978-3-89502-169-5
Das Ramayana ist eine zeitlose und doch zeitgemäße Geschichte. Es erzählt von Göttern und Dämonen, von Menschen und ihrer Liebe und Leidenschaft, von Hass und Gottesfurcht. Tragendes Element ist die Liebesgeschichte um Rama und Sita. Doch die eigentliche Aussage des Ramayana ist viel umfassender. In dem großen Weltdrama sind die beiden Liebenden der Inbegriff des Guten, des Reinen. Sie kämpfen hart gegen das Böse, und das Prinzip des Guten setzt sich letztendlich durch. Daraufhin herrschen paradiesische Zustände ohne Leid, Schmerz und Krieg. Im Ramayana werden Maßstäbe für Gut und Böse gesetzt, die fortdauern bis heute...
Das Ramayana zählt zu den wichtigsten Büchern der Weltliteratur. Es ist neben dem Mahabharata das beliebteste und größte Epos auf dem indischen Subkontinent. Hier beeinflusst es die Vorstellungen, das Leben und Handeln der meisten Menschen.
Jedoch nicht nur in Indien kennt man das Ramayana. Die Geschichte ist im gesamten südlichen und südöstlichen Asien bekannt und ist so der Stoff für das Stirb-und-Werde von Millionen und Abermillionen von Menschen. Deutschsprachige Leser haben nun mit dieser neuen Fassung ebenfalls die Möglichkeit, an dem Weltepos teilzuhaben.

Distelmaier
Liebe Mutter
Br., €  16,90
978-3-89502-246-3
Erinnerungsbilder


G ilsenbach:
Wie die Warrau auf die Erde kamen
Märchen der Ureinwohner Südamerikas
Br., €  9,90
978-3-89502-248-8
Hannelore Gilsenbach hat einige der schönsten indigenen Märchen und Tierfabeln Südamerikas ausgewählt und sie für Kinder nacherzählt. Vor vielen Jahrzehnten notierten Reisende, Forscher und Missionare die Erzählungen der Ureinwohner. Sie waren in der Erinnerung der Völker bewahrt worden, die in den grünen Weiten des Dschungels seit über zehntausend Jahren lebten. Die Märchen erklangen am nächtlichen Lagerfeuer, und die Enkel der Geschichtenerzähler übernahmen sie von ihren Großvätern.
Ein Frosch verwandelt sich in einen Menschen, um den Jägern als Lehrmeister zu dienen. Die Warrau klettern vom Himmel auf die Erde hinab. Der Jaguar und der liegen gehen eine Wette ein. Die Schildkröte überlistet den Königsgeier. Und ciie Tembe befreien die Nacht aus ihrem tönernen Gefängnis. Das Gesicht Südamerikas hat sich verändert. Über große Landstriche hinweg sind die Urwälder gerodet. Die ursprünglichen Bewohner und Bewahrer der Natur sind vertrieben und mit ihnen die Märchen. Der Schutz der verbliebenen Urwälder und ihrer Völker ist zu einem globalen Anliegen geworden. Denn heute wissen wir, wie wichtig Wälder für das Klima der Erde sind und für das Überleben der Vielfalt. Das Buch führt seine iungen Leser in die ferne, poesievolle, gefährdete Welt der Indigenen Südamerikas.




Helene Claudot-Hawad
Tuareg
Porträt eines Wüstenvolks
Aus dem Französischen von Sigrid Koppen
256 S., Br., zahlr. Abb., € 14,90
978-3-89502-238-8





Rolf Jordan
Singapur
Globale Stadt und autoritärer Staat
224 S., Br., zahlr. Fotos, € 14,90
978-3-89502-237-1



Lutz Höttler
Cote d'Ivoire
Geteiltes Land
200 S., Br., € 14,90
978-3-89502-241-8




Raimund Allebrand
Alles unter der Sonne
Irrtümer und Wahrheiten über Spanien
Überarbeitete und erweiterte Neuauflage 2007
 200 S., Br., zahlr. Fotos u, Karten, € 12,90
978-3-89502-240-1




Wolfgang Bittner
Das andere Leben
Erzählungen
152 S., Br., € 12,90
978-3-89502-236-4



Oka Rusmini
Erdentanz
Roman aus Bali
Aus dem Indonesischen von Birgit Lattenkamp
140 S., Br., € 16,90
 978-3-89502-234-0



Getrud Menne
Aus den Augen,
aber nicht aus dem Herzen
Erinnerungen an Indonesien
256 S., Br., zahlr. Fotos u.Abb., € 14,90
978-3-89502-239-5

Myriam Alexowitz
Traumfabrik
Bollywood
Indisches Mainstream-Kino
arte-edition
192 Seiten, Br., € 14,90
978-3-89502-170-1
Indiens Filmindustrie ist die größte
der Welt. Jugendliche feiern heute
die Stars u. die Musik Bollywoods.
Schon seit den 90er Jahren ist Indiens Filmindustrie die produktivste der Welt. Als Filmland ist Indien für die meisten Europäer jedoch immer noch weitgehend unbekannt. Dieses Buch vermittelt einen repräsentativen Eindruck von einem Filmschaffen, das in geographischer, sprachlicher und kultureller Hinsicht kaum auf einen Nenner zu bringen ist. In Westeuropa sind indische Filme noch kaum bekannt, wohl aber in Osteuropa, der Türkei, der Golfregion, in Afrika, der Karibik, in Lateinamerika und natürlich in Asien. Obwohl viele dieser Kontinente und Länder nur wenig kulturelle Gemeinsamkeiten mit Indien aufweisen, sind dessen Filme dort sehr populär und begehrter als mancher Hollywoodfilm. Was sind die Gründe dafür? Hätte der Bollywoodfilm auch bei uns im Westen eine Chance sich durchzusetzen?




Reiseverführer
Rüdiger Siebert
Indien südwärts
Von Kalkutta zum Kap Komorin.Reisereportagen
zahlr.s/w-Fotos,Karten
267 Seiten, Broschur, €  14,90
I SBN 3-89502-198-9
Kein Land der Welt begeistert
und bedrängt seine Besucher
so sehr wie Indien.
Wer seine Ruhe haben will,sollte sich ein
anderes Reiseland aussuchen.Indien ist laut
und dreckig und bunt,aufregend und absto-
ßend – nur eines ist es nie,,nämlich langwei-
lig.Nirgends liegen Schönheit und Scheiße so
dicht nebeneinander wie in Indien.Auch an
der Ostküste von Kalkutta zum Kap Komorin:
die Küste großer Geschichte und gegenwärti-
gen Überlebenskampfes.Berühmte Tempel-
anlagen wie die in Orissa sind zu besichtigen,
das Hinterland von Nagarjunakonda mit den
buddhistischen Ruinen,die Millionenme-
tropole Madras,die nun Chennai heißt,das
noch immer französisch geprägte Pondicher-
ry,die Zukunftsstadt Auroville,die amphibi-
sche Adamsbrücke hin zu Sri Lanka,die ein-
zigartigen Kulturstätten von Tamil Nadu.Es
ist eine Reise von der schrecklichen Kali zur
bezaubernden Kanyakumari.Nahezu drei-
tausend Kilometer.Eine Reise unausweichli-
cher Gegensätze.
Rüdiger Sieberts setzt damit seine Reiserepor-
tagen in bewährter Weise fort:aus sehr persön-
licher Sicht mit Witz und Ironie und dem Blick
für absurde Situationen und Nebenschauplätze.
Immer aber mit der großen Sympathie für
Land und Leute.Umfangreich bebildert.Eine
vergnügliche Mischung aus Information und
Unterhaltung mit Reisetipps und der Empfeh-
lung,sich auf Indien einzulassen.

Rüdiger Siebert,Jahrgang 1944,
ist Autor zahlreicher Bücher zu
Süd-und Südostasien und war
langjähriger Leiter des Indonesi-
schen Programms von Radio
Deutsche Welle.




Sevilla /Gygax /Lligé (Hg.)
Katalonien
Tradition und Moderne
Edition Länderseminare
310 S., Br., € 14,90
 I SBN 3-89502-194-6

Kataloniens Einzigartigkeit,die sich vor allem in einer eigenen
Sprache und Kultur widerspiegelt,seine Lage an der Peripherie
des spanischen Zentralstaats und seine besondere wirtschaft-
liche Entwicklung verdienen eine besondere Betrachtung die-
ser „autonomen Gemeinschaft “ im Zustand einer friedlichen
– wenn auch nicht spannungsfreien – Koexistenz mit dem spa-
nischen Staat.Mit ihrer blühenden und offenen Kultur ist die
Hauptstadt Kataloniens,Barcelona,zu einer der dynamischsten
europäischen Metropolen und zur Exponentin von Multikultu-
ralität geworden.
Der vorliegende Band bietet den deutschsprachigen Lesern – ne-
ben neuesten Einsichten in die Frage des Nationalismus – erstma-
lig einen umfassenden Überblick zu Aspekten der wenig bekann-
ten Geschichte,Sprache,Kultur,Wirtschaft und Politik eines Lan-
des am Mittelmeer,das mit seiner Eigenart immer wieder Neugier
und Bewunderung bei ausländischen Besuchern weckt.




Rafael Sevilla Andreas Boekh (Hg.)
Venezuela
Die bolivarische Republik
Edition Länderseminare
ca.348 Seiten,Broschur, ca.€  19,90
I SBN 3-89502-197-0

Die Umbenennung des venezuelanischen Staates in „República
Bolivariana de Venezuela “ markiert den endgültigen Kollaps des
Elitenpaktes von 1958 und der daraus resultierenden Form ei-
ner Konsensdemokratie.Die neue Verfassung,die Umgestaltung
der politischen Institutionen,die neue Rolle der Streitkräfte im
Entwicklungsprozess des Landes und die ausgreifende Revolu-
tionsrhetorik der neuen Führung stellen ein neues politisches
Projekt dar,das an die Stelle des bankrotten Systems der sog.
„IV.Republik “ getreten ist und das zunehmend den Anspruch
erhebt,angesichts der Krise neoliberaler Anpassungsversuche
in Lateinamerika ein antiliberales Gegenmodell zu präsentie-
ren.Mit diesem Projekt verbinden sich in Venezuela Hoffnungen
auf eine bessere Zukunft,die sich durch eine partizipative De-
mokratie und ein hohes Maß an sozialer Gerechtigkeit auszeich-
net,aber auch die Furcht vor einer autoritären Regression und
einem zunehmenden Staatszerfall.
In dem vorliegenden Band werden aus unterschiedlichen
Perspektiven und Disziplinen die Ursachen,die verschiedenen
Aspekte und die Konsequenzen dieser Entwicklung analysiert.
Die Beiträge venezolanischer Autoren und Akteure spiegeln
die Kontroversen um dieses Projekt wider,die das Land auch
in Zukunft prägen werden.




Wolfgang Bittner / Mark vom Hofe (Hg.)
Ich mische mich ein
Markante deutsche Lebensläufe
ca. 256 Seiten, Broschur, € 12,90
ISBN 3-89502-222-5
Seit 1982 sendet der Westdeutsche Rundfunk in Köln mit großer Resonanz die „Erlebten Geschichten“, in
denen Zeitzeugen zu Wort kommen, die über ihr Leben berichten: Schriftsteller, Künstler, Politiker, Schauspieler, Gewerkschafter, Wissenschaftler, Journalisten, Sportler, Unternehmer, manchmal auch völlig unbekannte Zeitgenossen, die ein interessantes, erzählenswertes Leben hatten.
Auf diese Weise sind Zeitdokumente mit ungewöhnlichen und damit erhaltenswürdigen, auch spannenden sozialen, psychologischen, politischen oder auch philosophischen Einblicken entstanden. In diesem Band sind einige der Interviews mit Persönlichkeiten versammelt, die – jede auf ihre Weise – am politischen Diskurs in Deutschland mitgewirkt, „sich eingemischt“ haben.
Inhalt: Dieter Hildebrandt, Oskar Negt, Katja Ebstein, Günter Wallraff, Gerhart-Rudolf Baum, Erhard Eppler, Michael Preute (alias Jacques Berndorf), Helmut Prieß, Peter Palitzsch, Max von der Grün, Dieter Süverkrüp, Joseph Weizenbaum, Konrad Tempel, Josef Angenfort, Klaus Staeck, Hanns Dieter Hüsch, Klaus Förster, Hans Weide, Wilhelm Knabe, Marianne Fritzen, Frigga Haug, Jakob Moneta

Indien erzählt

Im Schatten des Taj Mahal
ca. 208 Seiten, Broschur, € 12,90
ISBN 3-89502-224-1
Der Band präsentiert eine Auswahl an Werken namhafter Autoren aus zehn indischen Regionalsprachen. Die Werke spiegeln die Pluralität der Ausdrucksformen und die Vielfalt der Themen wider. Indische Literatur wird hierzulande sehr oft mit der Literatur der anglophonen Autoren wie Vikram Seth, Amitav Ghosh, Pankaj Mishra oder Arundhati Roy identifiziert. Indien hat jedoch 24 offiziell anerkannte Sprachen – Englisch ist nur eine davon. In einigen der 23 so genannten Regionalsprachen entstehen zeitgenössische literarische Werke von Weltrang. Um die großen Veränderungen der modernen Zeit und die Konflikte im Leben der Menschen literarisch zu transportieren, entwickeln namhafte indische Autoren ein neues Vokabular und erfinden neue Sprach- und Artikulationsformen. Es wird kreativ experimentiert, Sprache wird aus den Ketten der Tradition befreit, Tabus werden gebrochen, neue Wege des literarischen Ausdrucks gewagt.



Kerala erzählt

Drei Blinde beschreiben den Elefanten
ca. 208 Seiten, Broschur, € 12,90
ISBN 3-89502-223-3
Malayalam ist eine der lebendigsten Sprachen Südindiens, in der zeitgenössische Literatur von Weltrang entsteht. Mit einem hohen Alphabetisierungsgrad und einer ausgeprägten Tradition der Literaturförderung und -pflege durch zahlreiche Zeitschriften und Zeitungen ist der Bundesstaat Kerala führend in Indien, wenn es um gute Literatur geht. Die in Malayalam – der Sprache Keralas – schreibenden Autorinnen und Autoren sind experimentierfreudig, schaffen neue Formen des literarischen Ausdrucks, weichen in ihrer Sprache von Traditionen ab und greifen Themen auf, die Konflikte, Identitätsverlust, Vereinsamung und Verunsicherung der modernen Zeit widerspiegeln. Das Buch stellt ausgewählte Werke einiger der bekanntesten Malayalam- Autorinnen und Autoren vor, die in der Belletristik und Lyrik beachtenswerte Leistungen erbracht haben.



Hans-Martin Große-Oetringshaus
Das große Geburtstagsbuch
Mit Illustrationen von Ursula Kirchberg
ca. 212 Seiten, Broschur, € 12,90
ISBN 3-89502-221-7
Geburtstag – hier und anderswo, heute und damals.
Aus Anlass des 40. Geburtstags von terre des hommes haben namhafte Kinder- und Jugendbuchautorinnen und -autoren der Kinderhilfsorganisation eine Geschichte, Erinnerungen oder ein Gedicht geschenkt. So unterschiedlich diese Texte auch sind, alle handeln in irgendeiner Weise vom Geburtstag. Sie sind lustig und nachdenklich, frech und mitfühlend, informativ und unterhaltend, engagiert und voller Ideen. Sie sind so verschieden wie die Menschen, die sie geschrieben haben. Freundinnen und Freunde, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von terre des hommes haben ergänzende Informationen dazu beigesteuert. So ist ein Geburtstagsbuch entstanden, ein Buch für jüngere und ältere Menschen gleichermaßen. terre des hommes hat sich über dieses Geburtstagsgeschenk sehr gefreut. Darum sollen alle, die Geburtstag haben oder die jemanden zum Geburtstag beschenken möchten, an dieser Freude teilhaben. Alle Autoren haben auf ihr Honorar verzichtet und es der Arbeit von terre des hommes zur Verfügung gestellt:Cornelia Funke, Marlis Arnold, Julieta Bendaña, Marco Bazán, Ilse Bintig, Willi Fährmann, Karlhans Frank, Sara Gómez, Hans-Martin Große-Oetringhaus, Herbert Günther, Rosalba Guzman, Petra Fietzek, Michael Höhn, Monika Höhn, Sigrid Kruse, Mirtha Lavayen, Little Tigers, Hermann Mensing, Inge Meyer-Dietrich, Willy Noriega, Elke Oertgen-Twiehaus, Gunter Preuß, Marbod Rossmeissl, Regina Rusch, Marie-Thérèse Schins, Rüdiger Siebert, Kewiña Songo, Margret Steenfat, Anne Steinwart, Liesel Willems, Christa Zeuch.


Andreas Boueke
Guatemala – Journalistische Streifzüge
ca. 224 Seiten, Broschur, zahlr. s/w-Fotos, Grafiken, und Karten, € 12,90
ISBN 3-89502-225-X
Mütter und Menschenrechtsaktivisten kommen zu Wort, Fischer und Fabrikarbeiterinnen, Priester und Politiker.
Hunderte Gespräche im Laufe von fünf Jahren journalistischer Streifzüge durch Guatemala haben die Grundlage für sechzehn Reportagen geliefert, die von Mayakultur und Drogengewalt handeln, von Reformrezepten und Öllachen, von Kaffeekrise und Zuckerrohr, von Kriegserinnerungen und Weihnachtsternen.
An den Recherchen waren zahlreiche Personen und Organisationen beteiligt, die einen Beitrag zur Überwindung der Armut und Gewalt leisten. Einige der Texte haben in Guatemala zu Konflikten mit mächtigen Konzernen und korrupten Staatsangestellten geführt, andere wurden in Deutschland mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.


Wie keine andere Region hat La Mancha durch Cervantes‘ Don Quijote Weltruhm in der Literatur erreicht.

Rafael Sevilla / Augusto Serrano / Rainer Öhlschläger (Hg.)
Castilla - La Mancha
Wege der Universalität
ca. 320 Seiten, Broschur, ca. € 14,90
ISBN 3-89502-228-4
Seit 1982 bildet sie als Castilla-La Mancha eine Comunidad Autónoma innerhalb des spanischen Staates, deren beträchtliche Dimensionen auch den Reisenden immer wieder in Erstaunen versetzen. Der vorliegende Band zeigt neben der Behandlung der vielfältigen Aspekte von Cervantes‘ Weltklassiker der Humanität anlässlich des 400jährigen Jubiläums seines Erscheinens auch die nicht-literarische Entwicklung einer der dynamischsten Regionen der iberischen Halbinsel, die auch in ihrer Begegnung mit dem Fremden in bester Tradition der Toleranz nach Universalität strebt.
Auf der markierten „Ruta de Don Quijote“, die über ca. 2400 Kilometer Feldwege führt, kann sich der Reisende in zehn Etappen einen realistischen Blick von dieser lichtdurchfluteten, grenzenlosen Landschaft verschaffen, die mit ihren Gasthäusern, Weinbergen, Windmühlen und Seen bereits die Phantasie des Schriftstellers Cervantes anregte. Ihre Horizonte sind ferner eine direkte Einladung, Wege der Universalität zu betreten.
In der Tradition der Seminare des Zentrums für Wissenschaftliche Kommunikation mit Ibero-Amerika werden auf hohem Niveau von deutschen und spanischen Kennern Vergangenheit und Gegenwart dieser Region behandelt.



Sabine Miehlau / Frank Wickl (Hg.)
Lokales Wissen und Entwicklung
ca. 224 Seiten, Broschur, ca. € 14,90
ISBN 3-89502-227-6
Fallbeispiele aus:
Ghana, Paraguay, Indien, Guatemala, Philippinen, Indonesien, Laos, Mauretanien, Uruguay, Peru und Argentinien.
Die Idee zu diesem Buch entstand während mehrerer Feldforschungsaufenthalte in Zentralsulawesi / Indonesien. Das Forschungsprojekt „Language, Gender and Sustainability“ untersucht seit 2003 den Gebrauch von Lokalsprachen im entwicklungspolitischen Kontext. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf den gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen, durch die das Bewusstsein der Bevölkerungen für eine nachhaltige Entwicklung gestärkt werden soll. Im Rahmen der Untersuchungen des indonesischen Teilprojektes wurde über den Zeitraum von mehr als zwei Jahren immer deutlicher, dass die intern und extern ausgelösten Entwicklungsimpulse und die damit verknüpfte Terminologie, die die Grundlage dieser lokalen Aushandlungsprozesse darstellen, nicht einfach in lokale Sprachen übertragbar sind. Um die Angst vor Neuem zu minimieren und die Bereitschaft für gesellschaftliche Veränderungen akzeptierbarer machen zu können, müssen diese Entwicklungsimpulse und ihr Vokabular in vertraute Strukturen, eben lokales Wissen, eingebunden sein. Ausgehend von dem indonesischen Forschungsprojekt beschreibt das Buch die globalen Nutzungsmöglichkeiten von lokalem Wissen für eine nachhaltige Entwicklung zur Erreichung des Milleniumzieles der Vereinten Nationen, die Armut bis zum Jahr 2015 weltweit zu halbieren.



Helmut Thielen
Befreiung im 21. Jahrhundert
ca. 224 Seiten, Broschur, ca. € 14,90
ISBN 3-89502-229-2
Nach allerelei Zusammenbrüchen, Enttäuschungen, Rückzügen, Ratlosigkeit, Resignation, Kniebeugen, Rückenkrümmen, mausgrau-verschimmelter Mittelmäßigkeit und frohgemutem Zynismus sind heute neue, andere Ideen und deren praktische Umsetzung an der Tagesordnung. Das wird nur selten bemerkt, auch, weil in der veröffentlichten Meinung allerhand dafür getan wird, dass sie verzerrt, verleumdet, verschwiegen werden.
Aber es gibt sie, weltweit und mächtig und unaufhaltsam wachsend. Und sie rufen nach unterstützender theoretischer Verständigung – jenseits von verkehrt Trennendem, dogmatisch Festschreibendem, häschenmäßig Verzagtem, absurd Verranntem, unverschämt denken Verbietendem
und soweiter…
Und überall auf der Welt, wo die Stimmen aus Chiapas, aus Porto Alegre, aus Bombain auf ihnen verwandte, ihnen ähnliche, ihnen gleiche Stimmen treffen, klingt es: Já basta! So nicht mehr, so ging es nie, so kann es nicht gehen, es geht nur anders: Wir müssen die Welt verändern, ohne die Macht zu erobern! (Statt – wie es, gegen alle Ideologie, nur und immer wirklich war in den letzten 200 Jahren: die Macht erobern, damit die Welt so bleibt, wie sie ist.


Beirut im Krieg:

Evelyne Accad:
Die Beschnittene
Roman. Aus dem Französischen von Sylvia Ill
140 Seiten, Broschur. € 13,90
ISBN 3-89502-113-X
Beirut im Krieg. Die Tochter eines autoritären und starrsinnigen evangelikalen Predigers und einer frommen, ihrem Mann ergebenen Mutter verliebt sich in einen palästinensischen Lehrer, der in ihr den Traum von einem freien Land weckt, in dem Solidarität zwischen den Bewohnern und Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau herrschen. In der Hoffnung auf Selbstbestimmung und eine gemeinsam gestaltete Zukunft flieht sie mit ihm vor ihren Eltern und aus dem Libanon in ein anderes arabisches Land. Doch ihre neuen Lebensumstände erweisen sich wiederum als Gefängnis und ihr Mann als nicht weniger patriarchalisch als der Vater. Erschüttert wird sie Zeugin des blutigen Rituals der Beschneidung kleiner Mädchen und begibt sich, da sie schwanger ist und sich eine ähnliche Zuzkunft für ihr Kind nicht vorstellen kann, erneut auf die Flucht.



Handbuch Philippinen
Reese/Werning (Hg.)
 256 S., Br., €  14.90
3-89502-218-7
 Das Handbuch liefert einen kompakten Einblick in Geschichte und Gegenwart, Land und Leute. Es verdichtet die Informationen und Diskussionen zu zentralen gesellschaftspolitischen Problemfeldern in dreißig Beiträgen – zu Landwirtschaft und Landreform, zu Arbeitsmigration und sozialer Sicherung, zu Bildung, Gesundheit und Gender, Politik und Zivilgesellschaft und vielem mehr. Geschrieben von langjährigen Philippinenkenner/innen, skizziert das Buch die Lebenswelten und politischen Kämpfe in einem Land des globalen Südens.




Jan Fragel
Senor Alvarez kämpft und gewinnt
NICARAGUA Reportagen
160 S., Br., € 14,90
3-89502-212-8
 Der Autor porträtiert die Menschen respektvoll und zugleich hautnah. Er stellt ihren täglichen Überlebenskampf in Zusammenhang mit der globalisierten Welt von Maquilas, Kaffeekrise und fairem Handel. Das Buch zeigt : Die Länder des Südens sind in den Fängen einer freien und doch unfreien Marktwirtschaft. Es handelt von Menschen, die kämpfen: für Arbeit, Bildung, Gesundheit, einen vollen Magen – für Gerechtigkeit.

Jan Fragel, geboren 1974 in Hildesheim, studierte Recht und Pädagogik und arbeitet als freier Hörfunk- und Zeitungsjournalist in Göttingen.
Seine Schwerpunktthemen sind u.a. Energie-, Sozial- und Entwicklungspolitik. Die von ihm produzierten Reportagen werden auf privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern ausgestrahlt.




Ein Staubkorn auf der Erde
Thailand erzählt
 212 S., Br., €  12,90
3-89502-213-6
Die Autorinnen und Autoren:
Anchan (*1953) P.E.N. Thailand Award und Literaturpreis der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN, S.E.A. Write Award; Assiri Thammachot (*1947) S.E.A. Write Award; Kanokphong Songsomphan (*1966) S.E.A. Write Award; Phaithun Thanya, S.E.A. Write Award; Praphasson Sewikul (*1948); Prichaphon Bunchuai; Seksan Prasertkul (*1949); Sila Khomchai S.E.A. Write Award; Sri Dao Rueang (*1943) P.E.N. Thailand Award; Wanit Charungkitanant (*1948) S.E.A. Write Award; Win Liaowarin (*1956) S.E.A. Write Award




Rüdiger Siebert  / Heinz Kotte
Vietnam hautnah
 212 S., Br., € 12,90
3-89502-214-4
Nachdem der „Bambusvorhang“ gefallen ist und sich Vietnam auch den Touristen weit geöffnet hat, werden die einstigen Schlachtfelder zu Marktplätzen gemacht. Eine der spannendsten Regionen Asiens ist neu zu entdecken. Nun wird der Blick frei für die Zeugnisse großer Kulturen, Landschaften von atemberaubender Schönheit und die Folgen rasanten Fortschritts mit allen Problemen der Globalisierung. Hat Vietnam den Krieg gewonnen und verliert den Frieden? Sind Coca Cola und McDonald’s letztlich doch die Sieger im Kampf um Südostasien? Was bewegt die heutige Jugend? Wie sozialistisch ist Vietnam? Wie kann man reisen abseits der üblichen Wege von der Halong-Bucht bis zum Mekong-Delta? Diese Fragen greifen die Reportagen, Interviews, Geschichten und Bilder aus einem Land im Umbruch auf.




Andreas Drouve
Rätselhaftes Spanien
 250 S., Br., € 12,90
3-89502-215-2
Dieser Band bietet eine Auswahl der schönsten und spannendsten Legenden aus Spanien. Die Schauplätze sind nicht fiktiv gewählt, sondern lassen sich besuchen. Informative Zusatzkästen führen an die konkreten Orte des Geschehens, was das Lesebuch überdies als literarischen Reisebegleiter benutzbar macht.




Rüdiger Heimlich
Abu Simbel
 256 S., Br., €  14,90
3-89502-216-0
Der Autor erzählt vom dramatischen „Wettlauf am Nil“, der vor 40 Jahren mit dem Bau des Assuan-Staudamms und der Umsetzung der Tempel von Abu Simbel begann und bis heute fortgesetzt wird: als Wettlauf um Wasser, neue Siedlungsflächen und die Rettung der letzten unberührten Zeugnisse eines frühgeschichtlichen Kulturerbes. Zugleich erzählt das Buch von den Menschen, die ihren Platz am Nil wieder zu besetzen versuchen, seit ihre nubische Heimat in den Fluten des Nasser-Stausees unterging.




Krisenregion Südostasien
Waibel /Jordan /Schneider (Hg.)
 192 S., Br., €  14,90
3-89502-217-9
 Am Beispiel gewaltsamer Konflikte in Indonesien, Thailand, den Philippinen und den Salomonen diskutiert der Band die vielfältigen ökonomisch begründeten Interessenkonflikte als Grundstruktur gewaltsamer Auseinandersetzungen in der Region und zeigt dabei die strukturellen Beziehungen zwischen „alten“ Konfliktlinien und „neuen“ Kriegen im pazifischen Raum auf. Der Band richtet seinen Blick auch auf die mögliche „Nachkriegsordnung“, vor allem aber auf die Frage nach dem gesellschaftlichen Umgang mit den leidvollen Erfahrungen aus langjährigen Gewaltkonflikten. Am Beispiel von Kambodscha und Osttimor werden Erfahrungen im gesellschaftspolitischen Umgang mit weit reichenden Gewalterfahrungen vorgestellt und diskutiert.

Mit Beiträgen von Shane Barter, Volker Böge, Ea Meng Try, Andrea Fleschenberg, Rolf Jordan, Alfred Oehlers, Helmut Schneider, Michael Waibel und Patrick Ziegenhain.




Gernot Schley
Zuruaha
Geschichten aus dem Regenwald
140 S., Br., € 14,90
3-89502-219-5
Der Filmemacher, Autor und Journalist Dr. Gernot Schley hat in Lateinamerika Geschichten von Menschen gesammelt, deren Lebensraum durch die fortschreitende Abholzung der Regenwälder bedroht ist oder die bereits entwurzelt sind und sich im ständigen Überlebenskampf befinden. Wie mit seinen Filmen macht er es sich mit diesem Buch zur Aufgabe, die Schönheit der intakten Natur und die Harmonie des Lebens in und mit ihr ebenso zu dokumentieren wie die ökologischen und sozialen Folgen ihrer Zerstörung. Schley sagt  „Sich von den Besitzlosen die Welt erklären zu lassen, ist meist aufschlussreicher, als sich die Erfolgsstories der Reichen anzuhören.“




Thun, Konstantin
Menschenrechte und Außenpolitik
BRD-Argentinien 1976-1983
 256 S., Br., € 14,90
3-89502-220-9
 




Norbert Rosowsky
Beschleunigter Kreislauf
 88 S., Br., €  9,90
3-89502-211-X
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Roman über den "Aufstand im Munda-Land", bei dem indische Ureinwohner mit Bambusbögen und Giftpfeilen
den Kampf gegen die britische Kolonialmacht aufnahmen:

Mahaweta Devi
Aufstand im Munda-Land
Roman /Indien
288 Seiten,Hardcover mit Schutzumschlag,Karte, Nachwort und Glossar, € 17,80

Die indische Stammesbevölkerung hatte während der britischen Ko-
lonialzeit besonders zu leiden.Bereits im 18.Jahrhundert rebellier-
ten die Stämme gegen die Fremdherrshaft.Der in diesem Roman be-
schriebene historische Aufstand der Mundas Ende des 19.Jahrhun-
derts in einer Region etwa 400 Kilometer westlich von Kalkutta stellt
den Höhepunkt dieser Entwicklung dar.Birsa Munda,der Anführer
dieses Kampfes,starb unter ungeklärten Umständen im Gefängnis.
Er war noch keine 30 Jahre alt.Seine charismatische Erscheinung,
seine rhetorischen und strategischen Fähigkeiten und nicht zuletzt
sein früher Tod haben Birsa Munda zum Mythos werden lassen.
Mahasweta Devi hat mit diesem Buch die „Spuren der Besiegten “
nachgezeichnet.Eindringlich stellt sie die Lebensumstände und die
immerwährende Ausbeutung der Mundas,den Werdegang Birsas
und die unausweichliche Konfrontation mit den Herrschenden dar.
Es gelingt ihr,die Person Birsa und die mythische Dimension sei-
nes Kampfes fühlbar zu machen.Die Autorin erhielt für dieses Werk
1979 ihre erste große literarische Auszeichnung in Indien.

Mahasweta Devi (*1926)lebt in Kalkutta und interessiert sich schon
seit langem für die Lebensbedingungen der Armen in Indien,insbeson-
dere der Stammesbevölkerung,und hat dies auch in ihrem Werk als
Schriftstellerin und Journalistin zum Ausdruck gebracht.Sie genießt
in Indien sehr hohes Ansehen und hat mehrfach bedeutende Auszeich-
nungen und Literaturpreise erhalten.




Hans-Martin Große-Oetringhaus
Kids in Action
160 Seiten, Broschur, € 9,90

Alltägliche Gewalt auf der Straße, Gewalt durch Krieg,in den Medi-
en,im Umgang mit der Natur. Solche Erfahrungen könnten uns mut-
los machen, gäbe es nicht jene Kinder, die durch ihre Zivilcourage
und ihren unverrückbaren Glauben an eine bessere Welt Zeichen
der Hoffnung setzen.
Von solchen Kindern erzählen die Geschichten dieses Buches:Von
Sarah,die die Hakenkreuzschmierereien auf dem Grabstein ei-
ner jüdischen Familie nicht einfach hinnehmen will.Von den drei
Freunden Jan,Lukas und Sebastian,die ihre eigene Spionagetechnik
entwickeln,um eine große Fabrik als Umweltverseucher zu entlar-
ven.Oder von Klara,die sich an ihren Urlaub in Jugoslawien erin-
nert,als sie die Bilder vom dortigen Bürgerkrieg im Fernsehen sieht,
und etwas unternehmen möchte.Die Geschichten erzählen von
Kindern,die sich gegen den Golfkrieg engagieren,die Widerstand
leisten gegen die zunehmende Ausländerfeindlichkeit,die Gewalt in
den Schulen und die Zerstörung der Natur.Kinder,die sich für die
Durchsetzung ihrer Rechte einsetzen oder einfach auch nur für ihre
Gefühle zum anderen Geschlecht.
Die Geschichten geben Beispiele, wie Kinder den politischen und
privaten Alltag erleben,wie sie plötzlich stutzen,ins Nachdenken
kommen und durch selbständiges,verantwortungsbewusstes Han-
deln reagieren.Sie werden aktiv: Kids in Action.
Ein wichtiges,Mut machendes Buch für Schule,Jugendarbeit und
junge Menschen,die sich engagieren wollen.
Mit einer Website zum Buch auf den Kinder-,Jugend-und Schulsei-
ten der terre des hommes-Homepage:  http://www.tdh.de




Rafael Sevilla /Alberto Acosta (Hrsg.)
Ecuador
Welt der Vielfalt
340 Seiten, Broschur, €  19,90

Vielfalt ist der größte Reichtum Ecuadors und vielleicht auch wich-
tigster Bestandteil seiner tiefen kulturellen Identität. Seine insula-
re Region – Galápagos – stellt einen der biologisch und ökologisch
wichtigsten Orte der Welt dar, und neben der starken kulturellen
Verschiedenheit herrscht eine Vielfalt von Klimata,geographischen
und ökologischen Räumen. Die kulturelle Vielfalt Ecuadors drückt
sich wiederum in seinen verschiedenen Nationalitäten und Völkern
aus,die aus ihm eine Art kulturelle Synthese vieler Teile Lateiname-
rikas machen.
In diesem Band werden von ecuadorianischen und deutschen Autoren
verschiedene Aspekte dieses an natürlichen Ressourcen besonders rei-
ches Landes unter besonderer Berücksichtigung des kulturellen Hinter-
grundes behandelt. In der Tradition der Reihe „Länderseminare des
CCC “ erlauben diese Beiträge tiefere Einblicke in die vielfältige wirt-
schaftliche,soziale und politische Realität eines Landes,das vor 200
Jahren bleibende Eindrücke bei Alexander von Humboldt hinterließ.




M.Waibel /T.Thimm /W.Kreisel (Hg.)
Fragile Inselwelten
Tourismus,Umwelt und indigene Kulturen
256 Seiten,Broschur,zahlreiche Fotos,Karten,Tabellen und Schaubilder, € 19,80

Die Tsunami-Flutkatastrophe vom 26.12.2004 mit insgesamt über
300.000 Toten hat deutlich gemacht,wie fragil insbesondere Inseln
sind.Aufgrund der großen Zahl internationaler Touristen in den Fe-
rienparadiesen Süd-und Südostasiens hat noch keine andere Natur-
katastrophe bislang so viele Opfer aus so vielen verschiedenen Kon-
tinenten und Ländern gefordert.
Dieser Band stellt die Herausforderungen und Probleme des Insel-
tourismus vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit und der Partizi-
pation indigener Kulturen dar.
Überaus wichtig ist dabei eine interdisziplinäre Betrachtungsweise,
was sich in unterschiedlichen akademischen Fachrichtungen der
Autoren niederschlägt.
Im Buch finden sich neben Untersuchungen über In-
seln der pazifschen Inselwelt wie Fiji,Französisch-Polynesien oder
Rapa Nui solche über Inseln im Indischen Ozean wie Malediven,
Seychellen oder Nikobaren und Andamanen sowie über Inseln des
südchinesischen Meers,der Karibik und des Mittelmeers.




Rainer Würth
Die Ameisen
von Tanumatiu-Beach
Unterwegs in der Südsee
200 Seiten, Broschur, Karte,  € 12,90

Die Südsee – schon der Name klingt wie eine Verheißung..
Ein Jahr lang hat der Schriftsteller Rainer Würth Ozeanien bereist:
Australien,Neuseeland,Fidschi,Tonga,Samoa,die Cook-Inseln,
Tahiti,die Marquesas.
„Die Ameisen von Tanumatiu-Beach “ sind kein Reisebericht im tra-
ditionellen Sinn.Viel mehr sind es literarische Momentaufnahmen,
die in immer neuen Ansätzen den „Inselalltag “ fernab von Südsee--
Romantik einfangen und am Ende ebenso viel über den verzauber-
ten Reisenden verraten wie über das Ozeanien von heute.
Eine fremdartige wie faszinierende Welt zwischen Kavam,Corned
Beef,Rugby und Atomtests.Zwischen Bollywood-Schnulzen,Thun-
?schfabriken,Jesus Christus und Coca Cola – farbenprächtig,,sinn-
lich und lebendig.

Rainer Würth (*1967)schreibt Romane,Erzählungen,Gedichte und
reist viel.Besonders gern in die Südsee.Der gelernte Journalist hat
mehrere literarische Auszeichnungen erhalten.Seine Reisegeschichten
und -gedichte werden in regionalen und überregionalen Tageszeitun-
gen und Magazinen veröffentlicht.




Die bösen Jungs von Belgrad
Marko Vidojkovic
Tanz der kleinen Dämonen
Aus dem Serbischen von Milan Andrejic
ca.212 Seiten, Broschur, ca. €  12,90
I SBN 3-89502-199-7

Das ist die Geschichte von Boban
Sestic,16 Jahre alt, aus Belgrad.
Punker. Eltern geschieden.
Herbst 1991:Boban besucht die zweite Klasse
der Bürotechnischen Realschule und ist verliebt
in Anna,ein Mädchen aus der Parallelklasse.
Doch diese Liebe bleibt unbeantwortet.Was nun
eine normale Teenager-Geschichte sein könnte,
wird in einem Land der verkehrten Werte zum
Alptraum.In Jugoslawien wütet der Krieg,und
in Boban tobt die Pubertät.Er hängt mit Freun-
den ab,trinkt,schluckt dazu Antidepressiva,
schwänzt die Schule,verstümmelt sich selbst
mit Rasierklingen.
Die unbeantwortete Liebe besetzt das Zentrum
seiner Gedanken,seines Lebens in einem Land,
in dem seine Eltern arbeitslos,seine Lehrer
desinteressiert und manche von ihnen gar
Wochenendsoldaten sind.Bobans anarchistische
Ideen bleiben sinnlos in Land voller Kriegsver-
brechen und Kriegsverbrecher und Hyperin .a-
tion.
Marko Vidojkovic beschreibt prägnant und
drastisch die Situation und die Sehnsüchte
der Jugendlichen in Jugoslawien während
der Balkankriege,das Leben in den trostlosen
Belgrader Wohnsilos,die nicht vorhandene
Zukunft,Perspektivlosigkeit.Es sind die
kleinen Erlebnisse vor dem Hintergrund des
zerfallenden Jugoslawien,die die großen
Tragödien erahnen lassen,aber es ist keines-
wegs ein pessimistisches Buch.

Marko Vidojkovic,1975 in Belgrad geboren,veröffentlichte
zahlreiche Kurzgeschichten,über 200 Kolumnen in
den wichtigsten Zeitschriften und bislang drei Romane
(„Tanz der kleinen Dämonen “ 2001;;„Der Teufel ist mein
Freund “ 2002 und „Kippen am Strand “ 2003)).Marko
Vidojkovic gehört zu den meistgelesenen serbischen
Autoren,er arbeitet auch als TV-Autor und weiterhin als
Kolumnist.Die Drehbuchadaption zu „Tanz der kleinen
Dämonen “ wird zur Zeit verfilmt




Neue Gesellschaftskritik
Roswitha Scholz
Differenzen der Krise
– Krise der Differenzen
Die neue Gesellschaftskritik im globalen Zeitalter
und der Zusammenhang von „Rasse “,Klasse,
Geschlecht und postmoderner Individualisierung
ca.220 Seiten, Broschur, ca. 14,90
I SBN 3-89502-195-4

Roswitha Scholz setzt sich mit
der inzwischen weitläu .gen
linken,aber auch bis in die
bürgerlichen Medien reichenden
Debatte um Rassismus,Antise-
mitismus,Geschlecht und Klasse
im Kontext der Globalisierung
auseinander.
Zentraler Bezugspunkt ist die neue soziale
Krise,in der das bis in die 70er Jahre noch
vorhandene Normalarbeitsverhältnis durch
Outsourcing,Subunternehmertum etc.ab-
gelöst wird.In diesem Zusammenhang geht
es der Autorin ebenso um die Einschätzung
von Bruch-Identitäten,die sich im Zuge von
Individualisierungstendenzen herausgebildet
haben (zum Beispiel „doppelt vergesellschaf-
tete “ Frauen,,die für Familie und Beruf glei-
chermaßen zuständig sind,oder „hybride “
Identitäten,die sich zwischen verschiedenen
Kulturen bewegen),wie um die Frage nach
deren emanzipatorischer Potenz.
Aus der Perspektive einer neuen Kapita-
lismuskritik wird dabei ein Konzept des
Zusammenhangs von „Rasse “,Geschlecht,
Klasse und postmoderner Individualisierung
entwickelt,das sich von sonstigen Ansät-
zen zu diesem Thema unterscheidet.Vor
diesem Hintergrund wird sodann die glo-
balisierungskritische Bewegung seit Ende
der 90er Jahre einer solidarisch-kritischen
Beurteilung unterzogen.Im Mittelpunkt steht
das spannungsreiche Verhältnis zwischen
„ethnischen “,sozialen,geschlechtlichen oder
individuellen Differenzen einerseits und ei-
ner Gesellschaftskritik,die in veränderter
Weise wieder das weltgesellschaftliche Gan-
ze in den Blick nimmt,andererseits.Dieses
Konzept beansprucht,komplexen sozialen
Verhältnissen in der heutigen Ära der Glo-
balisierung mit ihren Kulturbrüchen und
Mischidentitäten eher gerecht zu werden
als die bisherigen linken und postmodernen
Theorien.

Roswitha Scholz,geb. 1959,Dipl. Sozpäd.,
freie Publizistin und Redakteurin der
Theoriezeitschrift EXIT!,
diverse Zeitschriften-Publikationen,
Buchveröffentlichung:
Das Geschlecht des Kapitalismus
(Horlemann 2000).



 Zeitschrift: 
  EXIT ! Krise und Kritik der Warengesellschaft
erscheint mindestens jährl., Einzelheft ca. € 9,00 bis € 11,00 ,  je nach Umfang
Der Abopreis beträgt Euro 9 für Einzelhefte bis 144 Seiten; Euro 10 bis 176 Seiten und Euro 11 für Hefte bis 208 Seiten.
• Im Preis enthalten ist der Versand innerhalb Deutschlands.
• Abonnenten erhalten Exit! sofort nach Erscheinen der jeweiligen Nummer zugeschickt (Rechnungsstellung mit jeder Nummer).
• Abo-Lieferungen außerhalb Deutschlands zzgl. der Versandkosten.
• Das Abo ist jederzeit kündbar.
Nach dem Auseinanderfallen des bisherigen „Krisis“-Zusammenhangs erscheint im Horlemann-Verlag das Nachfolgeprojekt EXIT !, getragen von der Mehrheit der früheren „Krisis“-Redaktion mit bekannten Autoren wie Robert Kurz („Weltordnungskrieg“) und Roswitha Scholz („Das Geschlecht des Kapitalismus“).
Der Akzent soll bei EXIT ! verstärkt auf die Auseinandersetzung mit den Grundlagen der Moderne im bürgerlichen Geschlechterverhältnis (Abspaltungstheorie), auf die emanzipatorische Kritik des westlichen Aufklärungsdenkens sowie auf eine Sozial- und Ideologiekritik im Kontext der neuen sozialen Bewegungen gelegt werden. Polemik und „gewagte Thesen“ haben dabei weiterhin ihren Platz. Die im Frühsommer erscheinende erste Ausgabe von EXIT ! enthält neben einem Aufsatz von Roswitha Scholz (Neue Gesellschaftskritik und das Dilemma der Differenzen. Ökonomische Disparitäten, Rassismus und Wert-Abspaltung in der Ära der Globalisierung) einen Schwerpunkt zur Kritik der politischen Ökonomie mit Texten von Robert Kurz (Die Substanz des Kapitals. Abstrakte Arbeit als gesellschaftliche Realmetaphysik und die absolute Schranke der Verwertung), Christian Höner (Die Realität des automatischen Subjekts. Zur Kritik der Ideologisierung eines Zentralbegriffs Marxscher Gesellschaftskritik bei Nadja Rakowitz), Claus Peter Ortlieb (Markt-Märchen. Zur Kritik der neoklassischen akademischen Volkswirtschaftslehre und ihrer „mathematisierten“ Modelle) und Petra Haarmann (Copyright und Copyleft. Vermittlung im Falschen oder falsche Unmittelbarkeit). Schließlich setzt sich Frank Rentschler mit Hartz und Agenda 2010 auseinander (Der Zwang zur Selbstunterwerfung. Hintergründe des „Forderns und Förderns“ in der Arbeitsverwaltung).


Zur Geschichte der modernen Konstitution
EXIT ! 3
200 Seiten, Broschur, €10,00

In der finalen Krise der Warengesellschaft hilft der Blick auf ihre Ur-
sprünge,um besser zu verstehen,was da zu Ende geht.Dieser Frage
widmet sich der mit drei Texten vertretene Themenschwerpunkt die-
ses Hefts zur Geschichte der modernen Konstitution:
In dem Text „Die Leute der Geschichte “ unternimmt Gerold Wallner
den Versuch,die Begriffe Fetisch und Abspaltung auch für die Be-
schreibung vormoderner Gesellschaftlichkeit zu verwenden.Er bie-
tet als Ergebnis dieses Unterfangens eine Epochengliederung in ma-
gische,religiöse und materialistische Gesellschaftszusammenhänge
an.
Carsten Webers Beitrag „Die Genese der modernen Denkform in der
Renaissance “ zeigt den Zusammenhang der gesellschaftlichen Dy-
namik,aus der das moderne Subjekt hervorging,mit den innertheo-
retischen Problemen von Philosophie und Theologie auf.
Roland Grimm kennzeichnet in seinem Beitrag auch „Das Ende der
Wehrpflicht “ als eine Krisenerscheinung..Er nimmt sie zum Anlass,
rückblickend die Bedeutung des Militärs für die Erziehung zum
Staatsbürger zu untersuchen:Die Demokratie wurde noch immer
am besten auf dem Exerzierplatz eingeübt.
Weitere Beiträge:Wie unzureichend eine Kritik der Arbeit bleiben
muss,wenn sie vom Geschlecht absieht,weist Frank Rentschler in
seinem Text „Die kategoriale Abwesenheit des Geschlechts “ nach..Ro-
bert Kurz behandelt in „Die Substanz des Kapitals – Teil I I I “ die Sys-
tematik einer positiven Krisentheorie in Weiterentwicklung der über
das Marxsche Werk verstreuten Ansätze.Martin Dornis schließlich
unternimmt mit seinem Text „Von der Harmoniesucht zum Vernich-
tungswahn “ den Versuch,,den Antisemitismus als eine die Moderne
durchziehende Krisenideologie mit dem Instrumentarium der Wertab-
spaltungs-Kritik neu zu bestimmen.



EXIT ! - Ausgabe 2|2005
ca.220 Seiten, Broschur, ca.€  12,00
ISBN 3-89502-196-2

Mit dem Text „Gott in Gesellschaft der Ge-
sellschaft “ führt Jörg Ulrich eine von Walter
Benjamin bereits 1921 aufgeworfene und lan-
ge Zeit in Vergessenheit geratene Fragestel-
lung in die wertkritische Diskussion ein.
Petra Haarmann eröffnet den Themen-
schwerpunkt dieses Heftes:Krisenverarbei-
tung und Krisenideologie mit dem Text „Das
Bürgerrecht auf Folter “.Dabei geht es nicht
um eine Überspitzung der mittlerweile Alltag
gewordenen Meldungen über Folterungen,
sondern um einen juristischen Meinungs-
streit,der bereits seit 1992 mit allem profes-
soralen Ernst an deutschen Universitäten bis
in die Staatsexamina hinein geführt wird.
Hinter der Transformation der ehemaligen
Wohlfahrtsstaaten in autoritäre Workfare-
Regime steht die Vision einer Dienstbotenge-
sellschaft.Frank Rentschler zeigt in seinem
Beitrag „Der aktivierende Staat als autoritä-
rer Rettungsversuch “,dass diese keineswegs
geschlechtsneutral ist.
Weitere Beiträge:Roswitha Scholz „Der Mai ist ge-
kommen. Ideologische Verarbeitungsmuster der Krise
in ,wertkritischen ‘ Kontexten “.Carsten Weber „Ein
Problem positivistischer Eigenart.Das Elend der tra-
ditionsmarxistischen Antikritik am Beispiel des Haug-
Schülers Alexander Gallas “.Robert Kurz „Die Substanz
des Kapitals – Teil 2 “.Jörg Ulrich „Die Theologie des
automatischen Subjekts.Anmerkungen zu Christian
Höners ,Die Realität des automatischen Subjekts ‘“.Udo
Winkel „Weiterwursteln.Zur Lage der Soziologie “ und
„Zur Neuherausgabe der Marxschen Frühschriften “




Lea Ackermann /Reiner Engelmann (Hg.)
Solidarität mit Frauen in Not
20 Jahre Solwodi - Ein Text-und Lesebuch
Mit einem Geleitwort von Doris Ahnen
ca.200 Seiten,Broschur, Abbildungen, ca.€  12,90
I SBN 3-89502-201-2

Menschenhandel hat nicht nur auf den Sklavenmärkten
Afrikas in längst vergangenen Zeiten stattgefunden,er gehört
auch nicht zu den Märchen aus Tausendundeiner Nacht –
Menschenhandel findet hier und heute und täglich statt.
Jedes Jahr werden ungefähr 500.000 Frauen
und Kinder aus den Ländem Afrikas,Asiens,
Lateinamerikas,aber auch aus Mittel-und
Osteuropa in den „reichen “ westlichen Län-
dern zur Prostitution gezwungen.Für diese
Frauen und gegen die ausbeuterischen Ge-
schäfte arbeitet seit 1985 der gemeinnützige
Verein SOLWODI e.V.(Solidarity with Women
in Distress),der zu einer Anlaufstelle gewor-
den ist für ausländische Frauen,die durch
Sextourismus,Menschenhandel und Heirats-
vermittlung nach Deutschland gekommen
sind.Ihre erfolgreiche Arbeit konnte die
Gründerin von SOLWODI,Sr.Lea Acker-
mann,in zahlreichen Medienberichten,
Fernseh-Talkshows etc.vorstellen.
Die Beiträge von bekannten und sachlich ver-
sierten Autorinnen und Autoren (u.a.Maria
von Welser,Lea Ackermann,Hans-Martin
Große-Oetringshaus,Cornelia Filter,Annet-
te Feigs,Cathrin Schauer u.a.m.)stellen im
ersten Teil einzelne Schicksale,Begegnungen
und persönliche Annäherungen in den Vorder-
grund,anschließend werden die Dimensionen
des Problems analysiert.Der dritten Teil stellt
die Arbeitsschwerpunkte und die konkreten
Tätigkeiten des Vereins vor;im vierten Teil
wird ein „positiver Ausblick “ versucht..

Sr.Dr.Lea Ackermann,geb.1937 in Völklingen,1960 Eintritt in den Orden
„Unserer lieben Frau von Afrika “,Lehrerin in Ruanda,bis 1985 Bildungsre-
ferentin bei Missio;1985-88 Lehrerin in Kenia,Gründung von Solwodi/Kenia
mit heute 4 Beratungsstellen;1988-2004 Gründung von 10 Solwodi-Kontakt-
stellen mit angegliederten Frauenschutzwohnungen in Deutschland,zahlrei-
che Fernsehauftritte und Veröffentlichungen.
Reiner Engelmann,geb.1952 in Völkenroth,studierte Sozialpädagogik,arbei-
tet seit 1978 an einer Schule für Lernbehinderte,Lehrerfortbildungen in den
Bereichen Leseförderung,Gewaltprävention und Menschenrechte,Autor und
Herausgeber zahlreicher Anthologien,darunter viele Menschenrechtsthemen.




Jochen Collin
Kleine Welten –
Vom Watt zum Regenwald
80 Seiten,Broschur, € 7,90
I SBN 3-89502-202-0

Liebevoll und mit Humor erzählte
Geschichten von einem Großvater
und einem kleinen Jungen in Deutsch-
land der Vor-und Nachkriegszeit,von
Aufenthalten in der fernen Welt,von
Begegnungen mit gewöhnlichen und
außergewöhnlichen Menschen und
nicht zuletzt von Tieren.




Stefanie Christmann
Askalu und ihr Esel Senait
Bilder Stefani Schwingen
64 Seiten,Broschur, €  6,90
I SBN 3-89502-192-X

Die Geschichte „Askalu und ihr Esel
Senait “ erzählt von der neunjährigen
Askalu.Sie lebt mit ihrer Mutter und
den Geschwistern in einem Dorf in
Eritrea.Ihr Vater starb vor einiger Zeit
im Krieg.Seit mehreren Wochen besitzt
ihre Familie den Esel Senait.(Wie viel
Mut Askalu brauchte,um ihn zu bekom-
men,könnt ihr in der Geschichte „Aska-
lu will einen Esel “ nachlesen..)Mit Hilfe
des Esels kann die Mutter Wasser holen
und Geld für die Familie verdienen.Und
Askalu kann endlich zur Schule gehen.
Doch mit dem Esel verändert sich noch
mehr in Askalus Leben.Sie erlebt mit
ihm richtige Abenteuer.
Das durchgängig illustrierte Buch eröff-
net Kindern eine neue Lebenswelt.Text
und Bild vermitteln einen lebendigen
Eindruck vom Alltag in einem afrikani-
schen Land.


Band 1 der Geschichte von Askalu

Stefanie Christmann
Askalu will einen Esel
Text-Bildbuch zum Lesen und Vorlesen
64 S.,Br.,Illustrationen, € 6,90.
ISBN 3-89502-148-2

„In diesem Kinderbuch erzählt die Berliner Journalistin spannend
und nachvollziehbar,warum Esel für Eritreas Frauen und Kinder
so wichtig sind und warum eritreische Kinder so viel arbeiten und
unbedingt zur Schule gehen wollen.“ ver..di public



Straeter: Wer über das Meer kommt ist ein Dieb
- Unterwegs in Sardinien und Korsika, € 14,90



Allebrand: Terror oder Toleranz?
Spanien und der Islam
192 S., Br., € 12,90
Die Madrider Attentate brachten einen nachhaltigen Schock weit über
die spanische Hauptstadt hinaus – der Westen ängstigt sich vor einem
weltweiten Terrorismus.Angesichts des pauschalen Fundamentalismus-
Verdachts  gegen ihre Religion verweisen islamische Intellektuelle jetzt auf
historische Erfahrungen der Iberischen Halbinsel:Über acht Jahrhunderte
weht die grüne Fahne des Propheten Muhammad im Südwesten Europas.Im
Kalifat von Córdoba gewinnt der europäische Islam seine größte Macht-und
Prachtentfaltung.Der Auseinandersetzung und Kooperation zwischen Mus-
limen,Juden und Christen verdankt das iberische Mittelalter eine kulturelle
Dynamik,die über Europa ausstrahlt.Dabei bietet gerade die islamische Herr-
schaft im maurischen al-Andalus eindrucksvolle Beweise religiöser Toleranz.
In der politischen Konfrontation mit den Muslimen .ndet das christliche Spa-
nien schließlich sein weltanschauliches Pro .l.Doch nach dem Ende der so-
genannten Reconquista wird die plurikulturelle Dimension verdrängt:Spani-
en wird zum Vorreiter eines militanten Katholizismus.Folgen sind Inquisition
und die Vertreibung Andersgläubiger – bis heute fällt die Auseinandersetzung
mit der islamischen Vergangenheit in Spanien nicht leicht.Zu Beginn des
dritten Jahrtausends schließlich erreichen Flüchtlinge aus Nord-und Zen-
tralafrika die Iberische Halbinsel,und die spanische Regierung sucht einen
militärischen Schulterschluss mit den USA.Was ist die historische Erfahrung
Spaniens zwischen Orient und Okzident?
Der vorliegende Band analysiert die Stationen islamischer Präsenz in Südwest-
europa seit den Anfängen bis in die unmittelbare Gegenwart.Historiker und
Orientalisten,Kulturwissenschaftler und Journalisten bieten eine Schilderung
wichtiger historischer Etappen in prägnanten Beiträgen --der Gegenwartsbezug
kommt dabei nicht zu kurz.Neben zahlreichen Fotos,Skizzen und Karten wird
der Band ergänzt durch historische Datentabellen und ausführliche Literatur-
hinweise.



Strategien der Annäherung
[Das Fremde im deutschen Fernsehen]
240 S., Br., € 14,90



Latiff Mohidin
Gesammelte Gedichte I - zweisprachig
160 S., Br., € 9,90



Arozarena: Der Reiher und
das Veilchen, Teneriffa-Roman
140 S., Br., € 12,90



           Paul Zacharia
           Bhaskara Pattelar
                                             und andere Geschichten

                                             Rajan entschied sich schließlich, einen Zug zu überfallen. Er hatte oft auf
                                             Bildern in Zeitungen gesehen, wie junge Revolutionäre Züge stoppen und
                                             politische Forderungen brüllen, während vornehme Passagiere, deren Reise
                                             unterbrochen wurde, ungeduldig auf dem Bahngleis hin und her laufen. Allen
                                             diesen vornehmen Passagieren sagte Rajan: „Verzeihen Sie mir, wenn ich
                                             den Zug aufhalte. … Verzeihen Sie mir die Unannehmlichkeiten, die ich Ihnen
                                             dadurch verursache.“
                                             Paul Zacharia gehört zu den bekanntesten Autoren, die in der südindischen
                                             Sprache Malayalam schreiben. Er lebt in Kerala und ist christlicher
                                             Religionszugehörigkeit. Seine Erzählungen und Geschichten bewegen sich durch
                                           eine große Bandbreite von Empfindungen und Themen. Sie sind
                                             freundlich-verspielt, komisch und spöttisch, nachdenklich und provokativ. Keine
                                             der vielen indischen Realitäten – auch die Gewalt nicht – wird ausgespart. Mit
                                             „Bhaskara Pattelar und andere Geschichten“ liegt erstmals eine Auswahl seiner
                                             Erzählungen auf deutsch vor.

                                             Paul Zacharia, geb. 1945 in Urulikunnam (Kerala, Indien). Studium in Pala (Kerala),
                                             Mysore und Bangalore. Dozent in Bangalore und Kanjirappilly (Kerala). Zunächst
                                             angestellt im Medienbereich in Neu-Delhi. Heute arbeitet er als freier Schriftsteller
                                             und Kolumnist. Zahlreiche Kurzgeschichten, drei Kurz-Romane und ein Filmdrehbuch
                                             in Malayalam. Insgesamt 27 Werke inklusive Übersetzungen seiner Werke in
                                             anderen Sprachen. Einer der führenden Schriftsteller Indiens im modernen
                                             Belletristik. Schreibt hauptsächlich in der Regionalsprache Malayalam.



                                              Ingo Becker-Kavan
           Mexiko
                                             Land der Geheimnisse und Mythen

                                             Eine individuelle Reise in ein fernes Land wird erst dann zu einem Erlebnis, wenn
                                             man etwas über Geschichte und Kultur weiß. Ingo Becker-Kavan, der schon seit
                                             längerem immer wieder in Mexiko unterwegs ist, nimmt den Leser mit auf eine
                                             Reise auf den Spuren des neuen und alten Mexiko und stellt es dabei als ein
                                             Land wunderbarer Natur und bemerkenswerter Begegnungen vor, in dem man
                                            überall auf Zeugen einer großen Vergangenheit trifft, die voller Geheimnisse ist.
                                             Im Inneren des Regenwaldes von Yucatán fühlt er sich weit von Europa entfernt.
                                             Fasziniert von den Einwohnern des alten Mexiko, folgt der Autor ihren Spuren,
                                             versucht ihre Rituale zu verstehen, die das Zentrum des Lebens waren. Der
                                             Leser erlebt die typischen Begegnungen mit dem heutigen Mexiko und seinen
                                             Einwohnern, er erfährt etwas über das geheimnisvolle Volk der Maya, die Krieger
                                             der Azteken und ihre blutigen Rituale, über den goldgierigen und
                                             unbarmherzigen Eroberer Cortés, der ein Reich zerstörte, über einen
                                             österreichischen Erzherzog, der als Kaiser von Mexiko für seinen Willen, Gutes zu
                                             bewirken, erschossen wurde, und über ein unruhiges und gewalttätiges Land
                                             der mexikanischen Revolution, in dem ein Menschenleben nichts galt.

                                             Umfangreich bebildert und mit einem Register versehen, verbindet dieses Buch
                                             Reisetipps und -informationen mit fundiertem Hintergrundwissen und schließt
                                             damit die Lücke zwischen reinem Sachbuch, Reiseführer und ausschließlicher
                                             Reiseerzählung.

                                             Ingo Becker-Kavan lebt in Hamburg und ist dort als Jurist im Staatsdienst tätig. Seit
                                             vielen Jahren veröffentlicht er in zahlreichen Zeitschriften und befasst sich seit
                                             längerem mit der Geschichte Nord- und Mittelamerikas. In jüngster Zeit sind
                                             Buchveröffentlichungen des Autors zum Thema USA erschienen: »Alcatraz – Ein
                                             Synonym für Abschreckung« (1998) und »In den USA Klischees, Mythos und
                                            Wirklichkeit auf der Spur« (2001).



                                            Arno Gahrmann (mit Henning Osmers)
           Zukunft kann man nicht kaufen
                                             Ein folgenschwerer Denkfehler in der globalen Ökonomie

                                             Wenn der Wahn zum Wahnsinn wird. Immer mehr Menschen empfinden
                                             angesichts zahlloser Widersprüche und Unfassbarkeiten ein tief sitzendes
                                             Unbehagen gegenüber der Ökonomie. Dieses Buch zeigt: Solche Gefühle sind
                                             berechtigt und rühren daher, dass die zentralen Zielgrößen der Ökonomie –
                                             Vermögen, Gewinn und Kosten – seit Beginn an mit falschen Erwartungen
                                             verknüpft sind. Das Ergebnis ist so skurril wie fatal: Die Zielgröße des Systems,
                                             der Gewinn, wird umso weniger greifbar, je intensiver sie gejagt wird. Das
                                             Hauptinstrument der Jagd, gnadenlose Effizienzsteigerung, wirkt derweil wie ein
                                            primitives Doping, das Mensch und Natur auslaugt.
                                             Mit kompetenter Innensicht und engagierter Außensicht zeichnen die beiden
                                             Autoren ein ungewohntes Bild ihres Fachgebiets, das viele Ungereimtheiten, so
                                             das Nebeneinander von Überlastung und Arbeitslosigkeit oder die öffentliche
                                             Verschuldung bei privatem Reichtum, schlüssig macht. Und sie geben den Lesern
                                             die nötigen Argumente an die Hand, um den permanenten Kostendruck, national
                                             und global, betrieblich und öffentlich, als den Wahnsinn entlarven zu können, als
                                             den sie ihn schon längst erleben: eine irrationale Orientierung an schon längst
                                             nicht mehr realem Vermögen.

                                             Aus dem Inhalt:
                                             1. Von Widersprüchen und fehlgeleiteten Sachzwängen. Über eine Ökonomie, die
                                             das Leben lähmt und das Denken kanalisiert.
                                             2. Verzerrte Wirklichkeit: Kostenorientierung an der Grenze zur Absurdität. Das
                                             Schlagwort der „Kosten“ wird abgeklopft – und hält seinem universellen
                                             Anspruch nicht stand.
                                             3. Vermögen kann man nicht besitzen: Die Illusion von Rente und Rendite. Das
                                             Auseinanderlaufen von Existenzsicherung und virtueller Ökonomie. Eine kurze
                                             Geschichte und eine neue Sicht von Vermögen, Gewinn und Kosten, die die
                                             Verständnisblockade aufhebt.
                                             4. Die effiziente Eliminierung des Lebendigen: Ein Überlebensprinzip wird auf den
                                             Kopf gestellt. Das Wesen des Vermögens als unbarmherziger Forderungskatalog
                                             gegen Dritte und die Mechanik der Effizienz als ein pervertiertes
                                             Überlebensprinzip nehmen Leben und Arbeit ihren Raum.
                                             5. Tun und Lassen, Sein und Haben. Ökonomie oder Wirtschaften? Eine
                                             Besinnung auf alte Werte, Bezüge zu nachhaltigen Konzepten und eine große
                                             Vision für kleine Leute.

                                             Arno Gahrmann (geb. 1945) ist nach früheren Tätigkeiten in einem Ingenieurbüro,
                                             einem Forschungsinstitut und einem international tätigen Kreditinstitut als Professor
                                             für Finanzierung und Investition an der Hochschule Bremen tätig. Forschungsseitig
                                             ging er den Weg von Energie und Verkehr über Umwelt hin zur umfassenden
                                             Zukunftsfähigkeit (Nachhaltigkeit).
                                             Henning Osmers (geb. 1977) hat in Bremen und Kuala Lumpur (Malaysia) Global
                                             Management studiert und strebt derzeit eine Promotion an der Universität Oldenburg
                                             an.



 


                                             Peter Heller / Helmut Geist / John Waluye
           Rauchopfer
           Die tödlichen Strategien der Tabakmultis

                                             Die Zigaretten- und Tabakindustrie hat seit der Jahrtausendwende eine
                                             „Süd-Offensive” eingeläutet. Die großen Konzerne der Industrieländer „fördern”
                                             den Tabakanbau in der Dritten Welt und schaffen systematisch Abhängigkeiten.
                                           Tabakanbau ist keine Entwicklungshilfe, wie es die Unternehmen immer gerne
                                             darstellen, sondern schlicht Ausbeutung. Die vielgerühmte Arbeitsteilung sieht so
                                             aus, dass das technische Knowhow in den Händen der westlichen Industrie
                                             bleibt, dass sie die Preise sowie die Anbaumethoden diktiert. Die Tabakbauern
                                             werden in die Rolle von Lieferanten für billige Rohstoffe gedrängt. Und der
                                             Tabakanbau ist direkt und indirekt für Bodenerosion und Umweltschäden
                                             verantwortlich: Für den Abbau werden ganze Wälder abgeholzt, für die
                                             Bewässerung das Grundwasser abgegraben und 160 kg Holz müssen kokeln, um
                                             ein Kilogramm marktfähigen Tabak zu erzeugen. Das sind 2,4 kg Holz für eine
                                             Zigarettenschachtel. Der deutsche Durchschnittsraucher verpafft also alle drei
                                             Monate einen Tropenbaum.
                                             Und dann kehrt der Tabak, in den Industrie­ländern zu Zigaretten verarbeitet, in
                                             das Ursprungsland zurück. Mit aggressiven Strategien versucht die
                                             Tabakindustrie, nun die Märkte des Südens zu erobern.

                                             Der gleichnamige Dokumentarfilm „Rauchopfer“ von Peter Heller wurde bereits
                                             von ARTE ausgestrahlt. Weitere Informationen: www.filmkraft.net

                                             Peter Heller, Regisseur, Produzent, Dozent, Buchautor. Geboren 1946. Ausbildung
                                             zum Fotografen. Absolvent der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München.
                                             Mitarbeit beim Fernsehen in Kolumbien und Malaysia. Seit 1973 freiberuflich neben
                                             der Herstellung von Dokumentarfilmen in vielen Ländern der Welt auch als
                                             Buchautor und Dozent an verschiedenen Universitäten und Filmakademien tätig.
                                             Helmut Geist, geboren 1958, ist tätig an Universitäten und Forschungseinrichtungen
                                             in Belgien, Deutschland und den USA. Er leitet z.Zt. geschäftsführend ein globales
                                             Mensch-Umwelt-Forschungsprojekt an der Universität Löwen. Zahlreiche
                                             Publikationen zu Tabakanbau als Ursache von Umweltveränderungen.
                                             John Waluye, geboren 1953, ist Journalist in Tansania. Sein Schwerpunkt liegt auf
                                             Umweltthemen. Seit mehr als dreißig Jahren verfolgt er das Treiben der
                                             Tabakkonzerne in seiner Heimatregion Miyombo und darüber hinaus.



Jürgen Nendza:
Die kleine Frau Marie
Kinderbuch / Vorlesebuch
72 Seiten, Illustrationen, Broschur. € 6,60
ISBN 3-89502-116-4
Sonderbares erzählt man sich über die kleine Frau Marie, die in einem kleinen blauen Haus am Rande der Stadt wohnt. „In ihrem Garten passieren die ungewöhnlichsten Dinge“, sagen die einen. „Sie ist an einem schwarzen Schirm festgewachsen“, sagen die anderen. „Sie quatscht dummes Zeug vor sich hin und züchtet Nervtöter“, sagt Herr Unbehagen, ihr Nachbar. Und mit Herrn Unbehagen gibt es jede Menge Ärger. Dabei könnte alles so schön sein für die kleine Frau Marie. Bei Kartoffelsuppe mit Würstchen und Apfelsinennachtisch zum Beispiel. Oder in ihrem zauberhaften Garten. Es könnte fast so schön sein wie in einem großen Schlafkonzert. Aber Herr Unbehagen ist ein Alptraum. Apfelsinen-Millionär will er sogar werden. Auf Kosten der kleinen Frau Marie natürlich ...

Jürgen Nendza, 1957 in Essen geboren, ist Autor zahlreicher Hörspiele, Funk-Features und beliebter Funkerzählungen für Kinder in der beliebten Reihe „Ohrenbär“, die von SFB, WDR und NDR ausgestrahlt wird.



 


                                             Klas Ewert Everwyn
           Deutzer Blut

                                            „Pardon, Euer Gnaden”, entschuldigte sich der Offizier und gebot mit
                                             erhobener Hand Ruhe, „doch wir benötigen dringend einige Sturmlichter und
                                             insbesondere einen mit Stroh ausgelegten Leiterkarren, um die beiden
                                             Leichen aus den Poller Weyden fortzuschaffen.”
                                             „Leichen?”, rief der Bierbrauer bestürzt. „Was um Gottes willen ist
                                             geschehen?”
                                             „Fragt nicht so viel!”, empörte sich der Amtmann.

                                             Köln, im September 1803: Beim Bierbrauer Königs in Deutz haben sich allerlei
                                             Gäste versammelt, die dem rechtschaffenen Mann allmählich unheimlich werden.
                                             Dann geschieht in den Poller Rheinwiesen ein Doppelmord, und der Deutzer
                                             Amtmann von Sandt nimmt die Ermittlungen auf. Weil sich diese bald auch auf
                                            Kölner Kirchenkreise erstrecken, schaltet sich die Kölner Kriminalpolizei ein. Und
                                             damit beginnen auch politische Verwicklungen: Denn Köln – wie das gesamte
                                             linksrheinische Gebiet – gehört zu Frankreich unter Napoleon Bonaparte,
                                             während die „Schääl Sick“ zum Fürstentum Nassau-Usingen gehört, das zwar
                                             eigenständig erscheint, aber bereits weitgehend von Frankreich abhängig ist.

                                             Klas Ewert Everwyn, der für seine historischen Romane bereits mehrfach mit
                                             literarischen Preisen und anderen Auszeichnungen bedacht wurde, verfolgt in diesem
                                             historischen Krimi anhand eines verbürgten Doppelmords, der seinerzeit beim
                                            Mariengnadenbild in den Poller Weiden geschah, die Arbeit der Kölner Kriminalpolizei.
                                             Der Verlag vermittelt Lesungen mit dem Autor.


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Schley: INDIANER – Traum vom Jahrtausend der indigenen Völker, Br., 144 S., Br., € 14,80
[ Bilder und Texte der gleichnamigen TV-Produktion des Bayerischen Rundfunks, die  in diversen Dritten Programmen wiederholt  wird. ]



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