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NEUERSCHEINUNGEN: Frühjahr 2012

Udo Weinbörner
Georg Büchner
Das Herz so rot
360 S, Gb., € 19,90
978-3-89502-324-8
Der Mediziner, Naturwissenschaftler, Schriftsteller und Revolutionär Georg Büchner ist bekannt für sein unermüdliches Aufbegehren gegen Gewalt und die Schikanen der Obrigkeit. Rechtzeitig zum 175. Todesjahr(2012) und zum 200. Geburtsjahr (2013) Büchners legt Udo Weinbörner einen Roman vor, in dem anhand der Liebe zwischen Georg und der Pfarrerstochter Minna Jaeglé Einblicke in die Lebens- und Werkgeschichte des Schriftstellers erfahrbar gemacht werden. Büchner, dessen Werk erst Jahrzehnte nach seinem Tod mit nur 24 Jahren in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, steht in der Verbindung der beiden keineswegs vorrangig: Minna ist eine gleichwertige Diskussionspartnerin, der er auch aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten vertrauen kann und die ihm in Sachen Aufrichtigkeit in nichts nachsteht. Nach seinem Tod bleibt sie unverheiratet,wird Schulleiterin und führt damit ein selbstbestimmtes Leben. Sie überlebt ihren Georg um knapp 44 Jahre. 

Mythos CSR
Unternehmensverantwortung und Regulierungslücken
Herausgegeben von Gisela Burckhardt in Kooperation mit CCC und CorA
250 S., Br., € 14,90
978-3-89502-325-5
Corporate Social Responsibility ist ein schwammiger Begriff, der oft missbräuchlich verwendet wird. Philanthropische Projekte wie das Sponsoring von lokalen Fußballvereinen werden vielfach genauso als CSR bezeichnet wie die Schulung von Zulieferern in Sozialstandards. CSR wid daher häufig als reine PR-Maßnahme angesehen. Die Öffentlichkeit nimmt es als Doppelmoral wahr, wenn ein Unternehmen einerseits Spenden in Millionenhöhe nach Afrika gibt, gleichzeitig aber im eigenen Unternehmen die Organisationsfreiheit unterdrückt (wie der Fall IKEA zeigt) oder wenn bei seinen Zulieferern in Niedriglohnländern Hungerlöhne gezahlt werden.Der Sammelband "Mythos CSR" widmet sich in 33 Beiträgen der Frage von Unternehmensverantwortung zwischen Freiwilligkeit und Regulierung in globalen Lieferketten. Die Publikation orientiert sich an den UN-Leitprinzipien für Unternehmen und Menschenrechte, die auf dem Rahmenwerk mit den drei Säulen (Protect, Respect and Remedy) von John Ruggie beruhen, dem ehemaligen UN-Sonderbeauftragten für Menschenrechte und Unternehmen. Der Band zeigt die Lücken bei der staatlichen Schutzpflicht in Deutschland und Europa auf: Keine staatliche Verpflichtung von Unternehmen, ihrer Vorsorgepflicht nachzukommen, keine Klagemöglichleiten von Betroffen aus dem Süden vor deutschen Gerichten, kein wirksamer Menschenrechtsschutz bei Investitions- und Freihandelsabkommen. Weiterhin werden Lücken bei der Umsetzung der Schutzpflicht in ausgewählten Produktionsländern (China, Bangladesch, Indien) beschrieben. Viele Aufsätze beschreiben CSR Maßnahmen und fragen nach deren Wirkung auf die Arbeitsbedingungen. Ebenso behandelt wird das Thema Transparenz und Berichtspflicht. Es werden aufgrund der erstellten Analyse die Forderungen an die Bundesregierung dargestellt, damit Unternehmen ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen und Menschenrechte in der Außenwirtschaftsförderung berücksichtigt werden.

Umweltkonflikte in Südostasien
Arbeitsgemeinschaft für Pazifische Studien, Helmut Schneider, Rolf Jordan, Michael Waibel (Hg.)
240 S., Br., € 19,90
978-3-89502-330-9
Innerstaatliche Konflikte, in denen die Umwelt oder einzelne Ressourcen wie Wasser oder Bodenschätze eine Rolle spielen, häufen und verschärfen sich. Verantwortlich dafür sind zum einen der Klimawandel, dessen Folgen zunehmend spürbar werden, und zum anderen das ausgeprägte Interesse der Finanzmärkte an der Erschließung von Umweltressourcen als renditeträchtige Anlagefelder. In Südostasien waren und sind mit der dynamischen Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre erhebliche Umweltbelastungen verbunden, die zahlreiche Umweltkonflikte ausgelöst haben. Anhand ausgewählter Fallstudien aus Singapur und Kambodscha, aus Indonesien und Vietnam sowie aus der Mekong-Region wird untersucht, welche Rolle die Umwelt in konkreten Konfliktkonstellationen spielt, aber auch welche Lösungsmöglichkeiten denkbar sind. 

Rumjana Zacharieva
Transitvisum fürs Leben
196 S., Gb., € 17,90
978-3-89502-331-6
Als frisch gebackene Ehefrau eines erfolgreichen Architekten kommt die jungeMila aus der bulgarischen Stadt Russe, der „Stadt der geretteten Zunge“ EliasCanettis, Anfang der 1970er Jahre in die damalige deutsche Hauptstadt Bonn. Alles ist neu für sie: die Sprache, die familiären Lebensumstände, die Gesellschaft. Sie bemüht sich um Anpassung, aber der Konflikt bleibt nicht aus: Soll sie alles, was sie früher liebte und was ihr vertraut war, verleugnen? Die Großfamilie, die Nähe zur Natur, das Dichten, ihre erste Liebe, ja sogar die sozialistische Mangelwirtschaft, die Kreativität und Solidarität erforderte. Jahrelang kommt sie sich wie eine Verräterin vor. Mit der Eroberung der deutschen Sprache und der Geburt der Kinder kehrt Milas Selbstwertgefühlzurück. Die Ehe scheitert, aber sie hat jetzt eine zweite Heimat gewonnen und schafft es, beide Welten miteinander zu verbinden, aus beiden zu schöpfenund Glück neu zu definieren. Mit „Transitvisum fürs Leben“ knüpft Rumjana Zacharieva an ihren ersten Roman „7 Kilo Zeit“ an, in dem sie Milas meist fröhliche Kindheit im sozialistischen Bulgarien beschreibt. Sie bleibt bei ihrem heiteren Stil, doch schildert sie auch ernste Begebenheiten mit so vielEinfühlungsvermögen, dass sie dem Leser unter die Haut gehen. Ein intimerBlick in ein Migrantenleben und in die Seele und Lebenswirklichkeiten von Menschen, die seit kurzem zur Europäischen Union gehören und doch im Westen noch weitgehend fremd bleiben. 

Rainer W . Campmann
Nachbarschaftskunde
260 S, Gb, € 18,90
978-3-89502-328-6
 In knapp einhundert kurzen Geschichten, deren roter Faden in der Biographie eines am 9. November 1944 Geborenen zu sehen ist, entwirft Campmann ein facettenreiches Bild der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die lauten und leisen Ereignisse in der Familie und in der Welt sind es, die seinen Protagonisten beschäftigen, die dessen Phantasien über das, was war und ist oder gar sein könnte, anregen. Diese Geschichten rühren, regen auf, unterhaltenund setzen sich gekonnt mit dem Suchen und Finden in der Welt zuhause auseinander.
Rainer W. Campmann "Muss erzählen, was ich nicht weiß. Ein Autor sollte nicht aufschreiben, was erschon weiß. Schreibend, gleichsam erkundend, sollte er sich über das klar werden, was er beschreibt. Ausgesetztsein, Hilflosigkeit, Unsicherheit, fehlende Nähe, Sorgen, Zorn, Wut, wenn ich mit der Welt uneins bin, dann ist Anlass zu schreiben. Beim Schreiben muss man sich konzentrierenauf das Unwesentliche.“ Genau mit dieser Einstellung gelingt es Campmann jedoch, das Wesentliche zu ergründen: Wenn man die Augen aufmacht und seine Nachbarn wie sich selbst beobachtet, dann kann man die Ereignisse der Zeit begreifbar machen und von der Suche nach einer Positionierung erzählen.


Ewart Reder
DIE LIEBESLEKTION
224  S, Gb., € 17,90
978-3-89502-327-9
Eine Lehrerin wird von ihrem Schüler gekidnappt.
Die Bedingung für ihre Freilassung scheint absurd: Sie soll aufschreiben, was sie von diesem Schüler hält, der sich von ihr missverstanden und unbeachtet fühlt. Während er auf Erklärungen und Verständnis hofft, schreibt sie heimlich ihre ganz eigene Geschichte. Der Roman ist geschickt konstruiert: Zweckmäßig eingesetzte Sprechsprache wechselt mit breiter Epik samt ironischen Zwischentönen sowie lyrischen Bausteinen, die ihre Wurzel zum Teil im Mittelhochdeutschenhaben. Dabei wird der Leser schnell ein Suchender; die Verwirrung, die aus der Bahn werfende Ereignisse mit sich bringen, erlebt er somit nicht nur in thematischer, sondern auch in sprachlicher Hinsicht. Reder zeigt die menschlichen Abgründe langsam, entschleunigt die Zeit und wirft den Leser zurück auf grundsätzliche Fragen: Wie sollen wir handeln? Wo lauern die Gefahren in uns selbst und in der bewussten, viel wichtiger aber in der unbewussten Interaktion zwischen uns und den anderen? Was ist der Mensch? 

Klaus-Stefan Stiefelhagen
Unterwegs mit der Alten Dame in Afrika
180 S., Br., € 12,90
978-3-89502-329-3
Allein und ohne GPS reiste der Autor mit seinem 20 Jahre alten Motorrad, der Alten Dame, von Deutschland über die Türkei, Syrien und Jordanien durch das östliche Afrika nach Südafrika, um dort einen Freund aus Studienzeiten zu besuchen. Von der Sahara bis in die Sümpfe des Okavango-Deltas, von den isolierten Klöstern Äthiopiens bis zu den kollabierenden Megacities wie Kairo oder Nairobi bietet der Kontinent ein überwältigendes Spektrum an spannungsreichen Gegensätzen, geschichts- trächtigen Kulissen und atmosphärischen Kulturen, das Stiefelhagen gekonnt und auf persönliche Weise einfängt. Seine Beschreibungen sind ebenso unterhaltsam wie informativ, aber es fehlt auch nicht der kritische Blick auf die Realitäten des Kontinents. Klaus-Stefan Stiefelhagen wurde 1963 in Ulm geboren, verbrachte seine Jugend inItalien und studierte Literaturwissenschaften und Geographie in Karlsruhe. Seit 1987 arbeitet er als Live-Musiker und tritt als Bassist in wechselnden Jazz-, Funk-, Soul-Formationen auf.

EXIT!Krise und Kritik der Warengesellschaft Heft 8
268 Seiten, Broschur, € 13,00
978-3-89502-322-4
Roswitha Scholz - Das Abstraktionstabu des Feminismus
Daniel Späth - Das Elend der Aufklärung
Tomasz Konicz - Europas Hinterhof in der Krise
Robert Kurz - Es rettet euch kein Leviathan
Elmar Flatschart - Meso-Theorie des Staates ohne kategoriale Kritik?
Anselm Jappe - Die Situationisten und die Aufhebung der Kunst: Was bleibt davon nach fünfzig Jahren?
Justin Monday - Frauenbild und Frauenbilder
Udo Winkel - Divergenzen des Helmut Dahmer / Geld im Mittelalter / Zwischen Feuerbach und der Kritik der politischen Ökonomie / Von Hegel zu Ludwig Erhard


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bereits angekündigt:


Andreas Böhm
TEUFLISCHE SCHATTEN
Zwei Frauen gegen die Mara Salvatrucha
Biographische Erzählung
350  S., Gb., € 19,90
978-3-89502-317-0
Teuflische Schatten erzählt die dramatische Geschichte zweier mutiger Frauen in Guatemala. Auf ihrer Suche nach Glück und Liebe geraten sie in den Strudel der Gewalt, die von einer der gewalttätigsten Jugendbanden dieser Welt ausgeht, der Mara Salvatrucha. Diese Bande breitet sich seit Jahren einem Krebsgeschwür gleich von den USA bis nach Mittelamerika aus. Ritualmorde, Erpressungen und Raubüberfälle sind ihre Markenzeichen. Die junge Sandra verliebt sich in Tino, ein Mitglied der Bande, und verbringt mehrere Jahre an seiner Seite, dem Tod oft näher als dem Leben. Ihre Mutter María Bernarda stemmt sich schon früh gegen diese Beziehung, denn sie ahnt die Bedrohung für ihre gesamte Familie. Sie arbeitet mit der Polizei zusammen und nimmt sogar aktiv an Gerichtsverfahren gegen Bandenmitglieder teil. Ihren Mut muss sie im Jahr 2007 mit dem Leben bezahlen. Für Sandra ist dies der Scheidepunkt, an dem sie ihr jahrelanges Schweigen aufgibt und endgültig mit der Mara Salvatrucha bricht. Sie sagt gegen die Mörder ihrer Mutter aus, obwohl sie weiß, dass sie damit selbst zur Zielscheibe wird. Noch heute schwebt die mögliche Rache der Mara Salvatrucha wie ein böser Schatten über ihrem Leben. Basierend auf zahlreichen Interviews, die der Autor Andreas Böhm mit Sandra López geführt hat, führt dieser biografische Bericht nach Guatemala, in ein Land, das heute unter einer der weltweit höchsten Kriminalitätsraten leidet. Der Leser erfährt vom tragischen Schicksal einer Familie, das stellvertretend ist für ungezählte andere in Mittel- und Südamerika. 

Göschel, Kirschstein, Lingnau
ÜBERLEBEN IN UMBRUCHZEITEN
Biographische Essays zu Herbert Ihering
180  S., Br., € 15,90
978-3-89502-320-0
In den 1920ger Jahren haben Einfluss und Ruhm Herbert Iherings (1888-1977) ein Theatertalent etablieren können: Bertolt Brecht. Doch Iherings Wirken weist weit mehr auf: Schon ein oberflächlicher Blick auf die Lebensdaten des einst einflussreichsten Kritikers Deutschlands, Chefdramaturgen des Deutschen Theaters Berlin und Regisseurs zeigt, dass hier Biographie und Geschichte(n) eng verbunden werden müssen. Herbert Ihering lebte und wirkte in den fünf politischen Systemen vom Wilhelminischen Reich bis zu den beiden deutschen Staaten der Nachkriegsjahre, die die wechselvolle Geschichte Deutschlands in einem Zeitraum von rund 65 Jahren widerspiegeln. Dabei war er selbst sowohl ‚Opfer‘ als auch ‚Gewinner‘ der jeweiligen politischen Lage, die er stets begleitete und an der er publizistisch mitwirkte. Anhand der Biographie einer einzelnen Person wird es einerseits möglich, ‚die Geschichte‘ gegen den Strich zu lesen. Andererseits schlagen sich historische Prozesse als subjektive Kulturgeschichte im Lebenslauf eines einzelnen Menschen nieder. 

Tanja Jeschke
EIN KIND FLIEGT DAVON
Roman
200  S., Gb., € 19,80
978-3-89502-319-4
Wenn man die Apartheid aus der Sicht eines fünfjährigen Mädchens beschreiben möchte, birgt diese Perspektive Gefahren, zumal dann, wenn man nicht die Sprache eines Kindes verwendet: Was sind die Grenzen eines solchen Verfahrens? Jeschke kann sich durch die Wahl dieses Erzählens trauen, mit ihrer Sprache Bilder zu stricken, die man einatmen kann und die das Ausatmen schwer machen. Gretas Mutter möchte mit den Kindern zurück nach Deutschland, der Vater aber nicht. Er kommt später zu Besuch, während der Ferien und während die Menschheit das erste Mal den Mond betritt. Gretas Welt liegt zwischen den südafrikanischen Verhältnissen, aber auch den Unruhen in der deutschen Gesellschaft und sie fragt sich, wie sich Schnee wirklich anfühlt und wie Fragen entstehen, besonders die, die sich zwischen den Menschen abzeichnen, aber nicht ausgesprochen werden.
Tanja Jeschke wurde 1964 als Kind deutscher Eltern in Pretoria/Südafrika geboren. Nach ihrem Studium der Germanistik und Ev. Theologie in Göttingen und Heidelberg arbeitet sie nun als Literaturkritikerin und Autorin in Stuttgart. U.a. erschien 2003 ihr Erzählband FetteBeuteWort bei Klöpfer & Meyer; sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihr literarisches Schaffen.


Ulrich Straeter
SIZILIANISCHE ZITRONEN
Reise-Erzählungen
200  S., Br., € 12,90
978-3-89502-318-7
Dieser Reisebericht von Ulrich Straeter beginnt mit einer atemberaubenden Aufblende, die den Leser mitten ins Geschehen des tiefsten europäischen Südens führt. Wir sind in Sizilien. Und sofort konfrontiert mit dem Realklischee und den damit verbundenen Bildern, die wir von dieser italienischen Insel haben. Dass Sizilien auch anders ist, ganz anders als wir es uns vorstellen, bringt uns der Autor in Schilderungen, Begegnungen und Abenteuern nahe. In Mythologie, Historie und Kirchengeschichte gleichermaßen bewandert, weiß er über das Industrie-Unternehmen Fiat ebenso zu berichten wie über den heiligen St. Vitus, der der deutschen Sprache das Wort Veitstanz bescherte, oder von den Seelenfischern, die überlebende afrikanische Flüchtlinge aus dem Wasser ziehen, um sie für hundert Dollar an eine Hilfsorganisation zu verkaufen. Und auch der kriminelle Komödiant Berlusconi wird aufs Korn genommen. Ulrich Straeter schreibt eine Prosa, die Szenen hervorbringt, die während der Lektüre unmittelbar vor Augen stehen. Gleichzeitig erfährt der Leser eine Menge über Land und Leute, Geschichte und aktuelle Probleme der Region – Informationen, die mühelos in die Erzählung mit eingeflochten sind. Es sind dies wohl nicht mehr Reiseberichte in einem klassischen Sinne, die zwölf Kapitel dieses Buches sind Reiseerzählungen, die sich zum großen Epos einer Reise zusammenfügen.


Maik Lippert
HALB UND HALB
Roman
160 S., Gb., € 18,90
978-3-89502-321-7
Ein Lyriker wird im Berlin Anfang der 1990er Jahre nach einer Lesung von einer Lektorin angesprochen: Er solle einen Roman schreiben. Das verkaufe sich besser, das wollten die Leser und es sei ihm wie auf den Leib geschrieben, ein interessanter Autor zu sein, der genau in diese Zeit passe. Also setzt er sich hin und entwirft ein Exposé: „HALB & HALB“ Halb bitter, halb süß. Fruchtig nach Apfelsinen- und Pomeranzenschale mit harmonisch abgestimmter Bitter- und Gewürznote. 30% Vol. Nach o. g. Mischprinzip soll ein Sammelband aus Gedichten und Kurzerzählungen entstehen, die in Inhalt und Form mäandern zwischen Jugend, Sexualität und Altern, Sehnsuchtbildern und Anleihen aus Chemie und Technik, Alltagsjargon und Metaphern der Werbung, Ost- und Westbiografie. Der Umfang des Gesamtmanuskripts wird ca. 120 Seiten betragen. Ca. 30 Seiten Textprobe(n) anbei.“ Der Roman wird aber nicht veröffentlicht, da Autor und Lektorin im Laufe der Zusammenarbeit herausfinden, dass sich ihre Vorstellungen von einem erzählenden Text zu sehr voneinander unterscheiden. Hier erscheint nun Maik Lipperts erster Roman, in dem nicht nur die fiktiven Lektoratsanmerkungen ein literaturbetriebskritischer Paukenschlag sind.
Maik Lippert ist 1966 in Erfurt geboren und studierte von 1986 bis 1991 Wirtschaft in Moskau. Zwischen 1994 und 2003 lebte er in Frankfurt a. M. und nun in Berlin. Seit Mitte der 90er Jahre entstanden mehrere Lyrikbände und er bekam mehrere Preise, u. a. war er Stipendiat des Klagenfurter Literaturkurses (2001) und Stadtschreiber von Weimar (2007/08). 
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