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Christoph Kreutzmüller, Julia Werner
Fixiert
Fotografische Quellen zur Verfolgung und Ermordung der Juden in Europa
Eine pädagogische Handreichung
64 Seiten, 39 Abb., Br., € 14,90
978-3-942271-60-8
Fotografien gelten als unbestechliches Abbild der Realität, sind aber das Ergebnis einer Auswahl und somit einer Bearbeitung. Diese ambivalente Qualität – Ausschnitt zu sein, aber für ein Ganzes stehen zu sollen – führt dazu, dass Fotos in politischen Konflikten oft als Waffe eingesetzt wurden. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der historischen Fotografie steht noch am Anfang. Ihre erstaunliche Unsichtbarkeit im Kontext historischen Lernens ist vor allem darauf zurückzuführen, dass diese allzu oft als Illustration gebraucht werden. Als Quelle eingesetzt, sind sie jedoch im pädagogischen Kontext außerordentlich wertvoll. Hier setzt dieses Buch mit dem Ziel an, fünf historischen Fotoserien der Verfolgung und Ermordung der Juden in Europa exemplarisch zu analysieren, um Lehrenden Werkzeuge zu deren Analyse an die Hand zu geben. Fotograf und Überlieferung werden jeweils kurz dargestellt, die Fotos in den Kontext ihrer Entstehung eingeordnet und zusammen mit den anderen Bildern der Serie gezeigt. Es folgt die Detailanalyse des einzelnen Fotos, die anschließend mit Quellen anderer Herkunft und Sichtweise kontrastiert wird. Den Abschluss jedes Kapitels bilden Fotos von heute, die den aktuellen Zustand der Orte zeigen und damit klarstellen sollen, dass diese real existieren. 

Andreas Nachama und Erika Bucholtz
Gedenkort Synagoge Grunewald
72 S., 20 Abb., Br., € 8,90
978-3-942271-46-2
In der Franzensbader Straße 7 war 1923 ein ehemaliges Tanz- und Ausflugslokal zu einer Privatsynagoge umgebaut worden. Später hat die Jüdische Gemeinde zu Berlin diesen gottesdienstlichen Ort im Bezirk Wilmersdorf als Gemeindesynagoge übernommen. Nach der Brandschatzung in der Pogromnacht vom 9./ 10.November 1938 wurde das zerstörte Gebäude bald abgetragen. Lange Zeit war der Standort vergessen. Erst eine Gedenktafel, dann eine historische Dokumentation im Rahmen einer Bushaltestelle haben diesen Ort jüdischen Lebens wieder in das Gedächtnis der Stadt gerückt. Der vorliegende Band umreißt kurz Geschichte und Funktion jüdischer Bethäuser in Berlin sowie die Geschichte der Synagoge Grunewald und ihres Rabbiners.


Vor aller Augen
Die Deportation der Juden und die Versteigerung ihres Eigentums
Fotografien aus Lörrach, 1940
Herausgegeben von Andreas Nachama und Klaus Hesse
104 S., 50 Abb., Br., € 9,80
978-3-942271-45-5

Die Fotografien der Deportation von Juden aus Lörrach und der Umgebung der Stadt am 22. Oktober 1940 und der Versteigerung von Hausrat aus ihren Wohnungen stellen eine erschütternde visuelle Dokumentation dar. Fotos vergleichbarer, lokaler Teilaktionen im Rahmen der Deportation von über 6.500 südwestdeutschen Juden im Herbst 1940 sind kaum in ähnlichem Umfang bekannt. Ein noch größerer Stellenwert kommt jenen Aufnahmen zu, die die Auktionen von Hausrat aus den Wohnungen der Deportierten im November und Dezember 1940 im Bild festgehalten haben und die in diesem Buch ebenfalls gezeigt werden. Die zwei Bildserien mit insgesamt 42 Fotos werden durch drei Aufsätze eingehend analysiert und kontextualisiert, so dass historische Hintergründe und Details des historischen Ablaufs für den Leser erschlossen werden.

Lisa Hauff
Mahnort Kurfürstenstraße 115/116
Vom Brüdervereinshaus zum Dienstort Adolf Eichmanns
80 S., Abb., Br., € 8,90
978-3-942271-59-2
Unter der Anschrift „Kurfürstenstraße 115/116“ in Berlin-Schöneberg waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr unterschiedliche Institutionen ansässig. Das zwischen 1908 und 1910 erbaute Gebäude beherbergte zunächst den jüdischen „Brüderverein zur gegenseitigen Unterstützung“. 1939 wurde dort die „Zentralstelle für jüdische Auswanderung Berlin“ untergebracht, die die Zwangsemigration der Juden Berlins administrativ kontrollierte. Ab Januar 1940 befand sich in der Kurfürstenstraße 116 das sogenannte „Judenreferat“ des Reichssicherheitshauptamtes unter der Leitung von Adolf Eichmann. Tür an Tür mit noch nicht deportierten Juden, die im Wohntrakt des Gebäudes lebten, organisierten die Mitarbeiter des Referats IV B 4 von der Kurfürstenstraße aus die Vertreibung und Deportation von Millionen europäischer Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager. Lisa Hauff zeichnet die wechselvolle Geschichte des Gebäudes und seiner Nutzung von der Erbauung bis zum Abriss 1964 nach. 

Walter Briedigkeit
Karl Landsteiner
Arzt, Forscher und Entdecker der menschlichen Blutgruppen
64 S., Abb., Br. € 6,90
978-3-942271-52-3
Der österreichisch-US-amerikanische Pathologe, Bakteriologe, Serologe und Immunologe Karl Landsteiner (1868?1943) gehört zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Medizingeschichte. Sein Name ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt; er tritt hinter seinem Schaffen zurück. 1900/1901 entdeckt Landsteiner die „klassischen“ Blutgruppen A, B und Null und schafft damit die wichtigste Voraussetzung für den gefahrlosen Blutersatz. Zu den wissenschaftlichen Großtaten Landsteiners und seiner Mitarbeiter gehören weiterhin die Entdeckung des Rhesusfaktors 1940 und die danach mögliche Klärung der Entstehung der schweren Neugeborenengelbsucht (fetale Erythroblastose). 1919 verlässt er seine Heimatstadt Wien und wandert 1923 über Holland in die USA aus, wo er 1929 die amerikanische Staatsbürgerschaft erwirbt. 1930 erhält Karl Landsteiner den Nobelpreis für Medizin.

Karla Wolff
Ich blieb zurück
Erinnerungen an Breslau und Israel
Mit einem Geleitwort von Uwe Neumärker herausgegeben und mit einem Nachwort von Ingo Loose
192 S., Abb., Br., € 14,80
978-3-942271-55-4
Karla Wolff wird 1928 in Breslau als Tochter einer christlichen Mutter und eines jüdischen Vaters geboren. Zwischen 1933 und 1945 erlebt sie unmittelbar die Verfolgung und Ermordung der Breslauer Juden; ihr Vater studiert an der Kantorenschule in Berlin und ist zwischen 1941 und 1943 einer der Kantoren der Storch-Synagoge Breslau. Als Aushilfskraft im Jüdischen Altenheim begleitet sie die zur Deportation bestimmten Menschen zu den Sammelstellen, arbeitet auf der Krankenstation für die noch in Breslau lebenden „Mischehen“ sowie auf dem Jüdischen Friedhof Cosel bei der Bestattung der Toten aus den umliegenden Zwangsarbeitslagern. In den letzten Monaten versteckt sie sich zusammen mit ihrem Vater bis zur Befreiung der Stadt. Karla Wolff emigriert 1947 aus dem nun polnischen Wroc?aw nach Palästina und gründet hier eine eigene Familie. Ihre Eltern emigrieren zunächst in die USA und kehren Anfang der 1950er Jahre nach Deutschland zurück. Der Vater amtiert über 20 Jahre als Kantor und Religionslehrer in Düsseldorf. Heute lebt Karla Wolff mit ihrem Mann in Naharija, Israel. Ihre Erinnerungen „Ich blieb zurück“ wurden erstmals 1990 veröffentlicht und erscheinen nun überarbeitet und durch zusätz - liche Bilder ergänzt in einer Neuausgabe. 

Barbara Hartlage-Laufenberg
Hermann Sinsheimer
Lebensfroher Pfälzer, Jurist und vielseitiger Literat
64 S., Abb., Br., € 6,90
978-3-942271-56-1
Hermann Sinsheimer (1883–1950), in der Pfalz aufgewachsen, ist schon früh eifriger Besucher des nahen renommierten Mannheimer Theaters und schreibt Kritiken u.a. für die Schaubühne. Er wird Rechtsanwalt, doch seine Liebe gehört dem Theater. Nach kurzem Militärdienst geht er 1916 nach München, ist zunächst künstlerischer Leiter der Kammerspiele, dann Theaterkritiker und schließlich Redakteur beim Simplicissimus. 1929 wechselt er in das kulturelle Zentrum Deutschlands, um beim Ulk, einer Beilage des Berliner Tageblatts, bis September 1933 als Redakteur zu arbeiten. Danach wendet er sich verstärkt seinem Judentum zu und befasst sich u. a. mit Shakespeares Bühnenfigur Shylock. 1938 emigriert er nach England, wo er auch stirbt. 

Hanni Mittelmann
Sammy Gronemann
Ein Leben im Dienste des Zionismus
64 S., Abb., Br., € 6,90
978-3-942271-57-8
Sammy Gronemann (1875–1952), Berliner Rechtsanwalt, satirischer Schriftsteller und Publizist, gehört zu den frühen Verfechtern und Propagandisten der von Theodor Herzl gegründeten modernen zionistischen Bewegung. Er vermittelt mit seinem Werk eine unterhaltsame Soziologie des deutschen Judentums vor der Schoa in all seinen Fraktionen und macht zugleich humor voll die Ungereimtheiten des jüdischen Lebens in Deutschland sichtbar. Mit seinem Werk will der Sohn eines orthodoxen Rabbiners die auf Oppositionskurs verschworenen Fraktionen des Judentums auf den gemeinsamen Nenner des jüdischen Erbes vereinen und die Folgerichtigkeit eines traditionsbewussten natio nalen jüdischen Lebens in einem eigenen jüdischen Land in Eretz Israel unter Beweis stellen. 

Hartmut Bartmuß
Hugo Hirsch
„Wer wird denn weinen …“
112 S., Abb., Br., € 9,90
978-3-942271-54-7
„Wer wird denn weinen“ oder „Jeder einmal in Berlin“ zählen zu den bekanntesten Melodien des „Königs der Operette“ Hugo Hirsch (1884?1961). Im Berlin der 1920er Jahre werden seine Revuen und Opern auf allen großen Bühnen der Stadt und darüber hinaus aufgeführt. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ist für den einst so gefeierten Komponisten kein Platz mehr in seinem geliebten Berlin. Zusammen mit seiner treuen „arischen“ Frau Ottilie flieht er über London und Belgien nach Frankreich. Auf die Bitte von Ernst Reuter hin kehren sie 1949 nach Berlin zurück. Dort macht Hirsch die bittere Erfahrung, dass ihm bezüglich erneuter öffentlicher Wahrnehmung manche Steine in den Weg gelegt werden; vielen gelten seine Kompositionen als angeblich nicht mehr zeitgemäß. Wie DER TAG anlässlich seines 75. Geburtstags schreibt: „Hirsch ist noch da, er ist mitten unter uns am Roseneck und hat mehrere Schubladen voll neuer Melodien. Hugo Hirsch will immer ein Stück Berlin sein …“ 

Elke-Vera Kotowski
Valeska Gert
Ein Leben in Tanz, Film und Kabarett
64 S., Abb., Br., € 6,90
978-3-942271-53-0
Valeska Gert (1892?1978) zählt zu den wichtigsten Vertreterinnen des avantgardistischen Tanzes in den 1920er-Jahren. Darüber hinaus war sie ein gefragter Stummfilmstar und später auch Darstellerin unter der Regie von Filmgrößen wie Fellini, Fassbinder und Schlöndorff. Als Tochter einer jüdischen Familie musste sie Anfang der 1930er-Jahre Deutschland verlassen. Sie emigrierte zunächst nach England und anschließend in die USA, wo sie jedoch nicht an ihre Erfolge anknüpfen konnte. 1947 kehrte sie nach Europa zurück und eröffnete zunächst in Zürich, anschließend in Berlin ein Kabarett, in dem sie dem jungen Klaus Kinski ein Forum bot. Sie selbst schlüpfte u.a. in die Rolle der „KZ-Kommandeuse Ilse Koch“, jene für ihre Grausamkeit bekannte und 1951 verurteilte Frau des Lagerkommandanten des KZ Buchenwald. Im gleichen Jahr eröffnete sie den bis heute legendären „Ziegenstall“ in Kampen auf Sylt. Seit den 1960er-Jahren stand sie dann auch wieder vor der Kamera. 
Jetzt wieder lieferbar: Preisänderung!


Mathias Paselk
Sagen und Geschichten der Stadt Brandenburg
80 S., 22 Abb., Gb., € 14,90
978-3-933471-02-4
Mehr als tausend Jahre besteht Brandenburg - eine wehrhafte Stadt, die sich lange gegen die Bedrohung durch den märkischen Adel wehren musste, der sich die Perle der brandenburgischen Städte untertänig machen wollte. In den Sagen und Geschichten dieser Stadt, hier erstmals zusammengefasst, werden Geschichten von Bistum und Dom erzählt, auch kuriose Begebenheiten, und Vergessenes wieder lebendig gemacht. Die Sagen reichen fast bis in unsere Zeit - deshalb endet das Buch mit dem berühmten Barbier Fritze Bollmann, der auf dem Beetzsee angeln wollte.

Eva Lezzi/Anna Adam
Chaos zu Pessach
32 S., 22 Ill., Gb., € 14,90
978-3-942271-51-6
Wie jedes Jahr herrscht in Benis Familie auch dieses Mal ein ziemliches Chaos bei den Vorbereitungen zum Sederabend. Die Kinderzimmer sind nicht aufgeräumt, das Essen nicht fertig gekocht, der Tisch nicht gedeckt, und schon stehen die Großeltern und der etwas verrückte Onkel Micha mit seiner neuen Freundin vor der Tür! Und als endlich alle glücklich um den schön gedeckten Tisch versammelt sind, fangen Beni und seine ältere Schwester Tabea an sich zu streiten, was wiederum ihre Mutter zur Verzweiflung bringt. Zu guter Letzt jedoch werden es zwei gelungene Sederabende, bei denen der allerjüngste der Familie, Baby Samuel, plötzlich den größten Auftritt hat. In dieser Pessach-Erzählung wirbelt alles durcheinander: Verschwundene Matze und Hip-Hop Musik, Gespräche über Israel und Berlin, die ägyptische Heuschreckenplage und Liebesbeziehungen zwischen Juden und Christen. Ein Lesespaß für alle Generationen ab 6.
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Catalogue to the Exhibition in the Jüdischen Museum München, 2011/12

Jews 45/90
From here and there -
Survivors from Eastern Europe
Edited by Jutta Fleckenstein und Tamar Lewinsky
136 Seiten, 25 Farb-Abb. , Broschur, € 14,90
978-3-942271-48-6


Juden 45/90
Von da und dort
Überlebende aus Osteuropa
herausgegeben von Jutta Fleckenstein und Tamar Lewinsky
136 Seiten, 25 Farb-Abb., Broschur, € 14,90
978-3-942271-47-9
Der reich bebilderte Katalog zur Ausstellung Von da und dort - Überlebende aus Osteuropa vermittelt weiterführende Informatioen zur Zeit der Displaced Persons  - einer kurzen Zwischenzeit - und zu den ausgestellten Objekten. In einem Essayteil spüren Kinder von ehemaligen Displaced Persons wie die Schriftstellerinnen Lily Brett und Savyon Liebrecht ihren Familiengeschichten nach. Die Ausstellungsreihe Juden 45/90 beleuchtet Geschichten, die in Osteuropa beginnen und in München und seinem Umland ihre Fortsetzung finden. Der erste Teil widmet sich der Geschichte der Displaced Personen (DPs) in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Ausgerechnet Deutschland wurde bis zum Ende der 40er Jahre zu einer vorübergehenden Heimat für zehntausende jüdische Schoa-Überlebende und Flüchtlinge aus Osteuropa. In der bisher umfangreichsten Ausstellung zum Alltagsleben, zur Geschichte und zur Kultur der jüdischen Displaced Persons richtet sich das Augenmerk besonders auf die individuellen Schicksale und Lebenswelten der DPs, deren Flucht- und Migrationsgeschichten lange Zeit im Schatten der Schoa standen. In neun Stationen wird das Leben der DPs von der Befreiung bis zur Emigration nach Israel oder in andere Länder geschildert. Es ist keine gradlinige Geschichte, die hier erzählt wird. Abhängig von der Besatzungspolitik der Alliierten, von Hilfsorganisationen und von internationalen politischen Entwicklungen wussten die jüdischen Flüchtlinge nicht, wie lange und unter welchen Bedingungen sie in den DP-Lagern ausharren mussten. Der Besucher bewegt sich daher durch ein Labyrinth, in dem stets die Sicht auf die nächste Station verdeckt bleibt. Viele der Exponate sind auf den ersten Blick scheinbar wertlose Alltagsgegenstände. Ihre Bedeutungen entfalten sich erst durch die Geschichten und Erinnerungen, die ihre Leihgeber mit ihnen verbinden. In der zweiten Ausstellungsebene wird der Besucher in das DP-Lager Föhrenwald, in der heutigen Siedlung Waldram bei Wolfratshausen geführt, das von 1945-1957 existierte und damit länger als sämtliche anderen DP-Lager in Deutschland. Zwischen den Silhouetten der charakteristischen Föhrenwalder Siedlungshäuser eröffnen sich Einblicke in verschiedene Aspekte des Lagerlebens und in die Geschichten einzelner Familien.
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Auf der Suche nach einer verlorenen Sammlung
Das Berliner Jüdische Museum (1933 – 1938) in der Oranienburger Straße
Begleitband zur Ausstellung
240 Seiten, 469 Abb. Br., € 20,00
978-3-942271-42-4
Am 24. Januar 1933 wurde in der Oranienburger Straße 31 das damals umfangreichste und modernste jüdische Museum eröffnet. Nur eine Woche nach seiner Eröffnung im Januar 1933 begann die brutale Verdrängung der Juden aus der deutschen Gesellschaft und Kultur. Unter diesen widrigen Umständen gelang es dem Berliner Jüdischen Museum, eine für seine Zeit und auf seinem Gebiet einzigartige Kunstsammlung aufzubauen und in Ausstellungen den bedrängten Juden dieser Stadt, Künstlern und Besuchern gleichermaßen, Zuflucht zu gewähren sowie ihnen die Liebe zur Kunst nahe zu bringen. Nach seiner erzwungenen Schließung im November 1938 verschwand auch die einzigartige Sammlung des Museums.


Bestandsrekonstruktion
des Berliner Jüdischen Museums in der Oranienburger Straße
Bestandsverzeichnis
184 Seiten, 203 Abb., Br., € 18,00
978-3-942271-43-1

Begleitband zur Ausstellung plus Bestandsverzeichnis

Auf der Suche nach einer verlorenen Sammlung
+ Bestandsrekonstruktion des Berliner Jüdischen Museums
Beide Bände zusammen: € 35,00
978-3-942271-44-8
Die Beiträge im Begleitband zur Ausstellung spannen den Bogen von der Entstehungsgeschichte und dem Wirken des Museums, über dessen gewaltsame Schließung im November 1938 bis zum Schicksal der Sammlung nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei wird auf einige besonders herausragende Künstler und Kunstwerke, die diese Sammlung so einzigartig machten, eingegangen.


Urologen im Nationalsozialismus
Zwischen Anpassung und Vertreibung + Biografien und Materialien
Beide Bände zusammen € 89,90
978-3-942271-41-7

Urologen im Nationalsozialismus /1
Zwischen Anpassung und Vertreibung
Herausgegeben von Matthis Krischel, Friedrich Moll, J. Bellmann, A. Scholz, D. Schultheiss
256 S., Gb., 138 Abb., € 49,80
978-3-942271-39-4
Vor 1933 war etwa jeder dritte Urologe in Deutschland jüdischen Glaubens oder jüdischer Herkunft; ein Anteil, der doppelt so hoch ist, wie in der allgemeinen Ärzteschaft. Diese Mediziner wurden aus ihren Positionen gedrängt und ins Exil oder in den Tod getrieben.
Zahlreiche Einzel- und Sammelbiographien in diesem Buch beschäftigen sich sowohl mit den Opfern des Nationalsozialismus als auch mit denjenigen, die in diesem System Karriere machten. Darüber hinaus werden die Geschichte der Fachgesellschaft während und nach der Nazi-Diktatur, der Umgang mit der Vergangenheit in den beiden deutschen Staaten und fachhistorische Aspekte wie die Entwicklung der Geschlechtskrankenfürsorge, Sexualmedizin und Andrologie sowie die Beiträge von Urologen zur Zwangssterilisation in Deutschland behandelt.
Zwölf Autoren, darunter Mediziner und Medizinhistoriker aus Deutschland, Österreich und den USA, erschlossen seit 2009 in einem Forschungsprojekt eine Vielzahl bisher unbearbeiteter Themen auf der Grundlage erstmals zugänglicher Quellen. Mit dem Bekenntnis der Deutschen Gesellschaft für Urologie zur Aufarbeitung ihrer Geschichte werden den verfolgten Berufskollegen ihre Namen und die ehrende Erinnerung zurückgegeben.


Urologen im Nationalsozialismus / 2
Biografien und Materialien
Herausgegeben von Matthis Krischel, Friedrich Moll, J. Bellmann, A. Scholz, D. Schultheiss
Bearbeitet von J. Bellmann
272  S., Gb.,  173 Abb., € 49,80
978-3-942271-40-0
In diesem Band  werden die Lebenswege von fast 240 vertriebenen und verdrängten jüdischen Urologen, zeitgenössische Fotos sowie wichtige wissenschaftliche Vorträge und Publikationen aus den Jahren 1933 bis 1944 zusammengefasst. Diese Quellensammlung ist deshalb von besonderem medizinhistorischen Interesse, weil zu den Kongressen der Gesellschaft Reichsdeutscher Urologen 1936 und 1937 keine Kongressbände erschienen sind.

bereits angekündigt:

„Zehn Brüder waren wir gewesen…“
Spuren jüdischen Lebens in Neukölln
Herausgegeben von Dorothea Kolland
608 Seiten, 335 Abb., Br., € 29,90
978-3-942271-29-5
Um 1930 leben etwa 3.000 Juden im traditionellen Arbeiterbezirk Berlin-Neukölln. Als Arbeiter, einfache Angestellte und kleine Kaufleute sind sie fast vollständig in das soziale, gesellschaftliche und politische Gefüge des Bezirks integriert. Durch die Nationalsozialisten wird diese jüdische Kultur in Neukölln – wie auch andernorts – nicht nur zerstört; es werden auch alle Spuren jüdischen Lebens verwischt. Die Autoren dieses Buches beschreiben die Lebens- und Arbeitswirklichkeit jüdischer Menschen seit 1900 – und zwar der „kleinen“, nicht der berühmten Leute. Neben der akribischen Spurensuche in vielen Archiven dokumentiert dieses Buch auch die Erinnerungen von jüdischen Zeitzeugen, die einst ihre Kindheit und Jugend in Neukölln verbrachten.
Dorothea Kolland Dr. Phil., Leiterin des Kulturamtes Neukölln. Koordinierung vieler sozial- und lokalgeschichtlicher Projekte und Publikationen, Initiierung und Koordinierung der Erforschung des Widerstands in Neukölln bis zur Realisierung einer großen Multimedia- Applikation. Zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen zu Kultur und Integration und Stadtentwicklung in deutschen und internationalen Zusammenhängen, Expertin des Europarates.
JÜDISCHE MINIATUREN Band 114


Helmut G. Asper
Max Ophüls
Deutscher – Jude – Franzose
112 Seiten, 30 Abb., Br., € 12,90
978-3-942271-36-3
6. Mai 2012: 110. Geburtstag des bekannten Regisseurs Er war Film-, Theater- und Hörspielregisseur: Max Ophüls, eigentl. Maximilian Oppenheimer (1902–1957). Seinen Durchbruch als Filmregisseur erlebt Ophüls 1932 mit der Schnitzler- Verfilmung „Liebelei“. Als Jude wird Ophüls 1933 von den Nazis aus Deutschland vertrieben. Er flieht nach Frankreich, das seine zweite Heimat wird, aus der ihn der Krieg wieder vertreibt; 1941 muss er erneut vor den Nazis flüchten, diesmal in die USA, nach Hollywood. 1949 kehrt er nach Frankreich zurück, nun ein französischer und kosmopolitischer Regisseur, der es als seine Aufgabe ansieht, zur Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich und zwischen Deutschen und Juden beizutragen. Nach ihm ist der Max-Ophüls-Preis benannt, der seit 1980 jährlich in Saarbrücken im Rahmen des gleichnamigen Festivals an deutschsprachigen Filmnachwuchs verliehen wird.
Helmut G. Asper Theater- und Filmhistoriker, lehrte von 1974 bis 2010 an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Theater- und Filmexil. 1992 leitete er das Internationale Max Ophüls-Symposium in Saarbrücken. 1998 erschien seine umfangreiche Biographie über Max Ophüls.
JÜDISCHE MINIATUREN Band 115


Ita Heinze-Greenberg
Erich Mendelsohn
„Bauen ist Glückseligkeit“
88 Seiten, 21 Abb., Br., € 8,90
978-3-942271-34-9
21. März 2012: 125. Geburtstag des grossen Architekten der 1920er Jahre
Erich Mendelsohn (1887–1953) beginnt seine berufliche Karriere nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Einsteinturm in Potsdam. Mehr Monument als Labor der Relativitätstheorie, soll der Bau in einer revolutionären nie da gewesenen Formensprache das elastische Potenzial der neuen Baumaterialien Eisen und Beton ausdrücken. Nach diesem spektakulären Debüt setzt Mendelsohn vor allem im Industrie- und Warenhausbau neue aussagekräftige Akzente. Mit seinem Postulat von der „funktionellen Dynamik“ beschreitet er eigene Wege abseits vom Mainstream des Neuen Bauens. Sein Berliner Büro gehört mit zeitweise 40 Mitarbeitern zu den größten in Europa. Nach der Flucht 1933 kommen völlig neue Bauauf - gaben in andersgearteten sozialen und kulturellen Umfeldern auf ihn zu: in London, Jerusalem und San Francisco. Ganz im Sinne seines philosophischen Leitbildes Martin Buber setzt er auf den dialogischen Bezug zum jeweiligen Kontext.
Ita Heinze-Greenberg: Kunsthistorikerin, derzeit wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Kunstgeschichte, TU München. Verschiedene Lehr - tätigkeiten, u.a. am Technion Haifa sowie an der Bezalel Akademie Jerusalem. Zahlreiche Publikationen zu Themen der modernen Architektur, insbesondere über Erich Mendelsohn, und zur Exilforschung. Seit 2009

JÜDISCHE MINIATUREN Band 112

Wolfgang Trautwein
Werner Richard Heymann
Berlin, Hollywood und kein Zurück
80 Seiten, 13 Abb., Br., € 8,90
978-3-942271-37-0
Themenschwerpunkt bei den Jüdischen Kulturtagen Berlin 2011 anlässlich seines 115. Geburtstags und 50. Todestags
„Sie kennen mich nicht, aber Sie haben schon viel von mir gehört“, mit diesen Worten spielt Heymann in den 1950er Jahren Melodien an, die in der Tat jeder kennt: „Das gibt’s nur einmal, das kommt nicht wieder“, „Ein Freund, ein guter Freund“, „Das ist die Liebe der Matrosen“. Kein Wunder, in der kurzen Phase des Tonfilms vor 1933 ist er der erfolgreichste Filmkomponist der UFA. 1896 in Königsberg geboren, beginnt er mit ernster Musik, ist Mitbegründer des literarisch-musikalischen Kabaretts und Generalmusikdirektor der UFA zur Stummfilm-Zeit. In der französischen Emigration komponiert er Operetten, in Hollywood für über 40 Filme, u. a. Lubitschs „Ninotschka“. Die Rückkehr nach Deutschland konfrontiert ihn mit einer gewandelten Situation. Seiner vielseitigen Familie, den vier Ehefrauen und seiner Balance von Witz und Humanität gelten weitere Schlaglichter dieses Buches. Wolfgang Trautwein geboren 1949 in Stuttgart, kam als wissenschaftlicher Assistent für Literatur nach Berlin, war Geschäftsleiter des Literarischen Colloquiums, Sekretär der Abteilung Literatur der Akademie der Künste und ist seit 1987 dort Direktor des Archivs. Diverse Veröffentlichungen und Projektleitungen, u. a. der Ausstellung über den Jüdischen Kulturbund in Deutschland.
JÜDISCHE MINIATUREN Band 111


Karolin Steinke
Simon Adler
Ostjüdischer Eierhändler in Berlin
88 Seiten, 26 Abb., Br., € 8,90
978-3-942271-30-1
Bereits 1936 verkünden deutsche Zeitungen: „Endlich wieder arische Ostereier“. Als eine der ersten Branchen wird in Berlin der Eierhandel, bis dato in den Händen von Ostjuden, „arisiert“. Der Eierhändler Simon Adler, 1905 aus Galizien eingewandert, hatte in Berlin einen erfolgreichen Lebensmittelhandel aufgebaut. Er und seine Frau Rachel werden 1944 in Auschwitz ermordet. Bis auf fünf Kidduschbecher im Museum Neukölln und wenige Dokumente hinterlässt er keine Spuren. Sein Schicksal steht beispielhaft für das vieler jüdischer Kaufleute, denen die Nationalsozialisten erst ihre wirtschaftliche Existenz und dann das Leben nahmen. Neben Adlers Biographie werden in diesem Buch auch die Lebensverläufe der Familienmitglieder zwischen Emigration und Deportation nachgezeichnet.
Karolin Steinke geboren 1977 in Berlin, studierte Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie in Berlin. Freiberufliche Arbeit als Ausstellungskuratorin (Museum Neukölln, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück), Journalistin (u. a. für den „Tagesspiegel“) und Informationsreferentin.


Digne M. Marcovicz
Töpfe – Menschen – Leben
Berichte zu Jan Bontjes van Beek
164 Seiten, 242 Abb.,  € 19,90
978-3-942271-31-8
Jan Bontjes van Beek (1899 – 1969) bezeichnete sich selbst als „keramischen Bildhauer“. Nach seiner Ausbildung in Undenheim und Berlin errichtet Jan Bontjes van Beek eine Keramikwerkstatt in Fischer hude. Mit seiner zweiten Ehefrau, der Innenarchitektin Rahel-Maria Weisbach, baut er eine Keramikwerkstatt in Berlin-Charlottenburg auf. Im Herbst 1942 wird Bontjes van Beek mit seiner Tochter Cato wegen illegaler politischer Arbeit in der Berliner Roten Kapelle von der Gestapo verhaftet. Cato wird in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Nach dem Krieg beginnt Bontjes van Beek seine Lehrtätigkeit als Dozent für Keramik, dann als Professor und Rektor der Kunsthochschule Berlin- Weißensee, Direktor der Meisterschule für das Kunsthandwerk in West-Berlin und Professor für Keramik an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Diese von seiner Tochter Digne zusammengestellten Erinnerungen von Zeitgenossen ergeben ein facettenreiches Porträt des Keramikers und Bildhauers.
Digne M. Marcovicz geboren 1934 in Berlin, seit 1961 freiberufliche Fotoreporterin und Journalistin für namhafte deutsche Presseorgane und Verlage. Von 1964 bis 1985 freie Mitarbeiterin bei „DER SPIEGEL“, seit 1980 Filmemacherin für verschiedene TV-Sender. Zusammenarbeit u. a. mit Alexander Kluge. Zahlreiche eigene Film-, Buch- und Ausstellungsprojekte, u. a. über Martin Heidegger und Joseph Beuys.

JÜDISCHE MINIATUREN  Band 116

Olaf Matthes
James Simon
Die Kunst des sinnvollen Gebens
80 Seiten, 12 Abb., Br., € 8,90
978-3-942271-35-6
17. September 2011: 160. Geburtstag
23. Mai 2012: 80. Todestag des einzigartigen Berliner Mäzens
Der in Berlin geborene James Simon (1851–1932) wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Die Familie gehört um 1900 durch das erfolgreiche Baumwollgroßhandels-Unternehmen „Gebrüder Simon“ zu den reichsten Deutschlands. Mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln engagiert sich Simon auf zahlreichen Feldern. Dies tut er vor allem dort, wo staatliche oder gesellschaftliche Missstände vorliegen. Dabei belässt er es nicht allein beim Geldgeben, sondern engagiert sich stets persönlich und ehrenamtlich. Soziales und Bildungsengagement für benachteiligte Bevölkerungsteile sind ihm besonders wichtig. Hier investiert er den größten Teil seiner Zeit und Gelder. Berühmt wird Simon jedoch als Sammler, als herausragender Mäzen der Berliner Museen und als Förderer vieler wissenschaftlicher Projekte.
Olaf Matthes geboren 1965, Dr. phil., wissenschaftlicher Abteilungsleiter am Museum für Hamburgische Geschichte. Studium der Geschichte, Klassischen Archäologie und Kunstgeschichte in Berlin, London und Rom. Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Universität Hamburg. Veröffentlichungen und Ausstellungen zu zahlreichen Themen.

JÜDISCHE MINIATUREN Band 117

Walter Jacob
Benno Jacob
Kämpfer und Gelehrter
Mit einem Vorwort von Hanna Liss
Aus dem Englischen von Esther Kontarsky
72 Seiten, 15 Abb., Br., € 6,90
978-3-942271-32-5
7. September 2012: 150. Geburtstag des bedeutenden Rabbiners und Bibelkommentators
Die Grabinschrift für Benno Jacob (1862–1945) beschreibt gut seine Lebensleistung: „Zu leben und zu lehren, zu kämpfen und zu helfen“. Die Bibel ist die erste und bleibende Liebe von Rabbiner Benno Jacob. Der gebürtige Schlesier, der in der Emigration in London stirbt, zählt zu den bedeutendsten jüdischen Bibelkommentatoren des 20. Jahrhunderts. Als solcher steht er in einer lebendigen Auseinandersetzung mit der Methodik der christlichen Bibelkritik. Sein Ziel ist es, die „Tora zum Glänzen zu bringen“. Aus seinem umfangreichen exegetischen OEuvre sind heute vor allem seine Kommentare zu den beiden ersten Büchern der Tora, Genesis und Exodus, bekannt. Der Gelehrte und Gemeinderabbiner in Göttingen und Dortmund steht aber auch mitten im Leben und stellt sich den Herausforderungen seiner Zeit. Als deutscher Patriot und Kämpfer gegen den Antisemitismus macht sich Jacob einen Namen; er ist Mitbegründer der ersten schlagenden jüdischen Studentenverbindung in Breslau und Fürsprecher der Integration der sogenannten Ostjuden.
Rabbiner Professor Dr. Walter Jacob geboren 1930 in Augsburg, ist ein großer Kenner der Werke seines Großvaters. Der langjährige Rabbiner der Rodef- Shalom-Gemeinde in Pittsburgh war Präsident der Central Conference of American Rabbis. Er ist heute Präsident des Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam und des Solomon B. Freehof Institute for Progressive Halakhah.



Benno Jacob
Scholar and Fighter
english edition
72 Seiten, 15 Abb., Br., € 6,90
978-3-942271-33-2

JÜDISCHE MINIATUREN Band 113

Jascha Nemtsov / Hermann Simon
Louis Lewandowski
„Liebe macht das Lied unsterblich!“
80 S., 12 Abb., Br., € 8,90
978-3-942271-38-7
Louis Lewandowski (1821–1894) war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten von Synagogenmusik in Deutschland, er ging in die Musikgeschichte auch als der größte Reformator der jüdischen liturgischen Musik ein. Bis heute bilden seine Kompositionen den Grundstock des Repertoires in liberalen und konservativen Synagogen rund um die Welt. Traditionelle jüdische Melodien wurden von Lewandowski mit stilistischen Mitteln der europäischen romantischen Musik seiner Zeit bearbeitet. Seine Werke können somit als Ausdruck eines mühsam erlangten Gleichgewichts zwischen Tradition und Assimilation im deutschen Judentum des 19. Jh. betrachtet werden. Dieses Buch bietet einen Überblick über Leben und Werk von Lewandowski, dessen Kompositionen sich weltweit ungebrochener Popularität erfreuen.
Jascha Nemtsov Pianist und Musikwissenschaftler, Mitglied des Instituts für Jüdische Studien der Universität Potsdam, Akademischer Studienleiter des Kantorenseminars des Abraham Geiger Kollegs. Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2007. Forschungsprojekte und Publikationen zu jüdischer Musik und jüdischen Komponisten im 20. Jahrhundert. Bei Hentrich & Hentrich: Arno Nadel (ISBN 978-3-938485-89- 7), Oskar Guttmann und Alfred Goodman (ISBN 978-3-941450- 13-4)
Hermann Simon geboren 1949 in Berlin. Abitur an altsprachlich betonter Schule, Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin: Geschichte und Orientalia, anschließend Graduiertenstudium in Prag zur Spezialisierung auf Orientnumismatik. Dr. phil. Arbeit auf diesem Gebiet an den Staatlichen Museen zu Berlin. Seit 1988 Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum.


Erika Schwarz
„zu Lasten meines Conto’s“
Siegfried Bieber
Jude – Bankier – Gutsbesitzer – Emigrant
176 S., zahlr. Abb., Gb., € 29,90
Mit zwei Stammbäumen in der Beilage
978-3-942271-27-1
Der jüdische Bankier Siegfried Bieber war seit 1919 einer der Geschäftsinhaber der renommierten Berliner Handels- Gesellschaft und gehörte zur Elite der deutschen Finanzwelt. Biebers Tätigkeit verbindet sich mit Personen wie Paul und Bruno Cassirer, Carl und Hans Fürstenberg, Paul Wallich, Abraham Oppenheim, Max Warburg, Marcus und Henry Goldman und Salomon Sachs. 1873 in einem Dorf nahe Danzig geboren, führt sein Lebensweg nach Berlin, Hamburg, London, New York, Brüssel, Amsterdam, an den Lago di Lugano, nach Quito und schlussendlich nach New York. Dort stirbt Bieber 1960 im Alter von 87 Jahren. Von den Nationalsozialisten aus seinen Ämtern und zur Flucht gezwungen, versucht der Bankier bis zum Schluss, seinen verfolgten Verwandten in ganz Europa zu helfen.
Erika Schwarz geboren 1950 in Haynrode/Thüringen. Dr. phil., Historikerin, bis 1994 wissenschaftliche Assistentin am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin, 1997 bis 2002 Mitarbeit an Forschungsprojekten der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Bei Hentrich & Hentrich: Juden im Zeugenstand. Die Spur des Hans Globke im Gedächtnis der Überlebenden der Schoa (978-3-938485-97-2).


Die neue Bochumer Synagoge
Bilder und Texte herausgegeben von Gerd Liedtke
160 Seiten, zahlr. Farb-Abb., Gb., € 24,90
978-3-942271-28-8
Seit 2007 hat Bochum eine neue Synagoge, erbaut nach den Plänen von Schmitz Architekten Köln. Auf einem scharf geschnittenen, durch Mauern aus gestocktem Sichtbeton gefassten Plateau erhebt sich der steinerne Kubus der Synagoge. Dieser steht im Wechselspiel zu dem metallisch schimmernden Kuppelbau des benachbarten Planetariums. In dieser Synagoge lebt die Jüdische Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen, die Anfang der 1990er Jahre durch den Zuzug von Juden aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion von knapp 50 auf etwa 1.200 Mitglieder angewachsen ist. Dieses explosive Mitgliederwachstum hat viele zuvor unbekannte Fragen aufgeworfen: Kennen die Zuwanderer die Inhalte der jüdischen Religion und die Regeln jüdischen Lebens? Welche Hilfen sind erforderlich, um das Leben im fremden Deutschland zu erleichtern? Sind Juden und Nichtjuden offen für den Dialog? Der 2003 gegründete Freundeskreis Bochumer Synagoge versteht sich als Bürgerbewegung, um die Juden bei der Errichtung des Gemeindezentrums und bei der Beantwortung der vielen Fragen zu unterstützen. Die Autoren widmen sich außerdem dem Zusammenleben von Juden und Nichtjuden vor dem Nationalsozialismus, den im Gemeindegebiet zerstörten fünf Synagogen, der Entwicklung der Jüdischen Gemeinde nach 1945, der Architektur und dem Bauablauf bis hin zur Einweihung der neuen Synagoge sowie dem jüdischen Leben heute.


Hermann Simon unter Mitarbeit von Daniela Gauding
Die Neue Synagoge Berlin
„… zum Ruhme Gottes und zur Zierde der Stadt“
120 S., 23 Abb., Br., € 9,90
978-3-942271-25-7
Am 5. September 1866 (25. Elul 5626) fand die feierliche Einweihung der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße statt, einem durch orientalische Vorbilder angeregten prächtigen Bau, in dessen Nähe sich bald das gesamte Spektrum jüdischen Lebens in Berlin entwickelt. Dieses Buch gibt einen Einblick in die Entstehungsgeschichte dieses Gotteshauses, den religiösen Alltag seiner Beter, und wie es nach 1933 nicht mehr nur ein Haus der Versammlung ist, sondern auch zur Heimat der Verfolgten wird. Nach der Befreiung bleibt die Ruine von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, bis 1988 die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum ihre Teilrekonstruktion beginnt. Seit 1995 gehören die Kuppeln der Synagoge wieder zur Zierde der wiedervereinigten deutschen Hauptstadt und stehen ihre Tore allen Besuchern offen.
Hermann Simon geboren 1949 in Berlin. Abitur an altsprachlich betonter Schule, Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin: Geschichte und Orientalia, anschließend Graduiertenstudium in Prag zur Spezialisierung auf Orientnumismatik. Dr. phil. Arbeit auf diesem Gebiet an den Staatlichen Museen zu Berlin. Seit 1988 Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum.
Daniela Gauding Studium der Hebraistik /Israelwissenschaft, Geschichte und Politik in Berlin und Jerusalem. Seit 2003 für die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum tätig.

Fortsetzung: Hentrich&Hentrich-BACKLIST


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