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Zafer Senocak
Deutsche Schule
Roman
220 S., Gb., € 18,00
978-3-935597-85-2
Salih Bey wurde Anfang des vergangenen Jahrhunderts als junger Kadett von Istanbul nach Berlin geschickt, um in der Armee des Kaisers ausgebildet zu werden. Er verliebt sich und bleibt in Deutschland, als deutscher Offizier nimmt er am Ersten Weltkrieg teil.„In der Lehranstalt wurden wir von deutschen Lehrern ausgebildet. Die Deutschen hatten sogar zugestimmt, dass die türkischen Offiziere nach Deutschland kommen und in der deutschen Armee einer Ausbildung unterzogen werden. Reichskanzler Bismarck hatte nur eine Bedingung: Osmanische Offiziere, die eine Ausbildung in der deutschen Armee antraten, mussten die deutsche Uniform tragen. Dies war für die Wahrung der Disziplin und Ordnung der deutschen Armee schlechterdings notwendig. Die Deutschen dulden keine Unordnung. In der deutschen Armee hätten osmanische Uniformen den gewohnten Anblick stören können. Disziplin kann nur dann herrschen, wenn Haltung, Benehmen und Aufzug harmonieren. Alles andere ist undenkbar. Auf dieser Grundlage ist die nationale Einheit der Deutschen aufgebaut. Des Deutschen Zucht und Ordnung, eigentlich Vorbild für alle Welt, hatte für das Osmanische Reich, das aus einem Vielerlei von Nationen bestand, eine besondere Bedeutung. Wir waren von der Neugier für Deutschland beseelt. Manch einer unter uns machte gar keinen Hehl aus seiner Verehrung für Deutschland. An jenem Tag waren wir mit der Morgensonne aufgestanden. Wir hatten uns zurecht gemacht und nahmen unsere Plätze vor dem Bahnhof in Haydarpasa ein, dessen Bau kürzlich von den Deutschen fertig gestellt worden war. Hier abfahrende Züge würden eines Tages sogar Bagdad erreichen.“Nach dem verlorenen Krieg quittiert Salih den Dienst und wird Geschäftsmann. Sommer 1941: Salih, inzwischen sechzig Jahre alt und seine Frau Annette sind kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach Istanbul ausgewandert. Bald darauf verstirbt seine Frau und Salih beginnt, seine Memoiren zu schreiben. Hitlers Armeen haben die Sowjetunion überfallen. Salih will als deutscher und türkischer Patriot den »alten Kameraden« helfen. In seinen Augen sind deutsche und türkische Interessen durchaus im Einklang. Die Sowjetunion muß geschlagen werden. Er erhofft sich dadurch eine Befreiung der Türkvölker vom sowjetischen Joch. Mit dem deutschen Botschafter, Franz von Papen, ist er befreundet. Doch die Nazis, die bei ihm ein und ausgehen, verhalten sich gegenüber seinem Angebot reserviert bis ablehnend. Salih gerät mitten in einem Spionagekrieg, der in der neutralen Türkei ausgetragen wird. Nur langsam begreift Salih, was in Deutschland vor sich geht. Seine politisch naive Haltung wird zunehmend auf die Probe gestellt. Als eine Freundin aus früheren Tagen, die Jüdin ist, auf der Flucht nach Palästina in Istanbul auftaucht, bricht Salihs Welt gänzlich zusammen. Er weiß, dass er vom türkischen Geheimdienst beschattet wird und beschließt sich zu stellen...
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Zafer Senocak, 1961 in Ankara geboren, wuchs in Istanbul und München auf. Er schreibt Bücher in deutscher und türkischer Sprache sowie essayistische Beiträge für Zeitungen und Rundfunk. Diese erscheinen in taz, Die Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel, Rheinischer Merkur, Süddeutsche Zeitung sowie im Deutschlandradio, Deutschlandfunk und WDR. In den 1980er Jahren debütierte er mit Gedichten, für die er 1984 mit dem Literaturstipendium der Stadt München ausgezeichnet wurde. Weitere Gedichtbände, seine vielbeachteten Essaybände und vier Romane erschienen ab den 1990er Jahren. Seit 2004 veröffentlicht Senocak auch auf Türkisch. 2008 erschien der beim Dagyeli Verlag in deutscher Sprache vorliegende Roman »Der Pavillon« (»Kösk« bei Alef Yaymevi /Istanbul). Zafer Senocak war »writer in residence« an verschiedenen renommierten amerikanischen Universitäten. Ein Portraitbuch über den Autor erschien 2003 in Großbritannien in der Reihe Contemorary German Writers. Senocaks Werke sind in mehrere Sprachen übersetzt worden; Ende 2008 erschien eine Auswahl seiner Gedichte in den USA. Zafer Senocak beschäftigt sich seit mehr als zwanzig Jahren mit deutsch-türkischer Mentalitätgeschichte und gilt als einer der profundesten Kritiker nationalistischer Ideologien.
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Kenan Mortan /Monelle Sarfati
Heimatliche Fremde
Türkische Migration nach Deutschland
360 S. Br., € 18,00
987-3-935597-83-3
50 Jahre türkische Arbeitsmigration sind ein Anlass für Sonntagsreden oder alarmistische Prognosen. Oder für eine Feldforschung zu 50 Jahren Hoffnung und Enttäuschung, Anpassung und Abgrenzung, Nationalismus und Transnationalität. Kenan Mortan und Monelle Sarfati haben im Zeitraum von 2009-2011 in vier deutschen Städten türkischstämmige Arbeiter, Künstler, Politiker, Unternehmer, Schulabbrecher, Hausfrauen und Rentner nach ihren Erfahrungen und Einschätzungen befragt. Eingebettet in einen kurzen Abriss der historischen und ökonomischen Bedingungen der Arbeitsmigration vermitteln die Ergebnisse ein dem medialen Mainstream entgegengesetztes Bild: Ein Großteil der Befragten begreift sich als »Deutschländer« mit einer hybriden Identität, die sich als integrale Bestandteile der deutschen Gesellschaft sehen. Ausgrenzung und Selbstabschottung verlaufen nicht nach ethnischen, sondern sozialen Kriterien. Die sogenannte Integrationsdebatte entpuppt sich als Teil der gewünschten Seggregation bestimmter Bevölkerungsgruppen. Die Studie von Kenan Mortan & Monelle Sarfati besticht durch Detailreichtum, die Unterschiedlichkeit der vorgestellten Charaktere und Schicksale und Schlussfolgerungen, die weder beschönigen noch verteufeln, sondern nach Perspektiven der »Deutschländer« fragt. Dabei werden im positiven wie negativen die praktischen Fortschritte der derzeitigen Integrationspolitik in Deutschland und ihrer Auswirkung auf die Gesamtgesellschaft einer kritischen Betrachtung unterzogen.![]()
Monelle Sarfati lehrte auf Zypern Öffentliches Recht und lebt heute in Istanbul.
Kenan Mortan lehrt Wirtschaftswissenschaft an der Mimar Sinan Universität Istanbul und arbeitet als Sachbuchautor.
bereits angekündigt:.................................................zurück nach oben
lange erwartet, erscheint demnächst:![]()
Ahmed Arif
Vor Sehnsucht nach dir habe ich die Fesseln abgetragen
Gedichte, zweisprachig
Aus dem Türkischen von Helga Dagyeli-Bohne und Yildinm Dagyeli
194 Seiten, frz. Broschur, € 18,50
978-3-935597-44-9
»Nach Nazim Hikmet ist Ahmed Arif ein neues Glied in der Kette, die ihn mit Hikmet verbindet... Dennoch entstammt Ahmed Arif einer noch größeren kulturellen Vielfalt. Dort, wo er emporkam, existieren mehrere unterschiedliche Kulturen nebeneinander: die arabische Kultur, aus Mesopotamien kommend, die Kultur des kurdischen Volkes, die sich von Nordosten aus in den Süden ausbreitet, die tscherkessische sowie die türkische Kultur. All diese Kulturen vereinen sich in Ahmed Arif. Seine Stimme, die Stimme seiner Gedichte ist polyphon... Hätte Ahmed Arif Eingang gefunden in die französische Welt, so wäre er wie eine Bombe hochgegangen.«Yasar Kemal über Ahmed Arif ![]()
Ahmed Arif wurde 1927 als Ahmed Onal in Diyarbakir geboren. Er wuchs in einer multikulturellen Umgebung auf und beherrschte neben dem Türkischen Dirmiki (Zaza), Kurmanci (Kurdisch) und Arabisch. Ab 1943 schrieb er, noch als Gymnasiast, seine ersten Gedichte und veröffentlichte einige davon in linken Literaturzeitschriften. 1947/48 nahm Arif in Ankara ein Philosophiestudium auf. In dieser Zeit schrieb er das Gedicht »33 Kugeln«, das für ihn polizeiliche Repressalien nach sich zog und in der türkischen Gesellschaft heftige Reaktionen auslöste. Ahmed Arif wurde 1950 und erneut 1952 bis 1953 eingesperrt und mit anderen zusammen wegen »kommunistischer Propaganda« nach Paragraph 141 des damaligen türkischen Strafgesetzbuches, der aus dem StGB des Italiens von Mussolini übernommen worden war, angeklagt und zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Entlassung aus dem Gefängnis 1953 mußte er sein Studium abbrechen. Er verdiente sich seinen Lebensunterhalt weiterhin, wie schon während seiner Studienzeit, durch Lektoratsarbeiten und technische Arbeiten und als Sekretär bei verschiedenen Zeitungen und gelegentlichen Veröffentlichungen seiner Gedichte in Literaturzeitschriften.
Erst 1968 erschien ein Teil der Gedichte Ahmed Arifs in dem Buch »Hazretinden prangalar eskittim«. Dieses Buch blieb lange sein einziges, ein weiterer Gedichtband erschien erst posthum, die übrigen Gedichte wurden entweder nur vereinzelt in Zeitschriften veröffentlicht oder überhaupt nicht. Ahmed Arif wurde dennoch zu einem der meistgelesenen Lyriker der Türkei. Bis heute erschienen 49 Neuauflagen seines Buches und es gab unzählige Raubdrucke. Zudem verwenden viele linke Musikgruppen und Sänger in ihren Texten Ausschnitte aus seinen Gedichten. Ahmed Arif starb 1991 im Alter von 64 Jahren in Ankara.
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Kirkor Ceyhan
Ein Klopfen an der Tür
200 S., Br., € 16,50
978-3-935597-81-4
Die Geschichte der Vertreibung der Armenier aus dem Osmanischen Reich seit 1915 ist bis heute ein heftig umstrittenes Thema. Erstmals in deutscher Sprache erscheint nun eine Schilderung der Ereignisse von einem türkischen Armenier selbst. Kirkor Ceyhan erzählt in einer kräftigen Sprache und mit fast schon satirischer Feder, wie aus Nachbarn Feinde wurden, von den Verhaftungen, Erschießungen und Deportationen, von menschlicher Verrohung im zerfallenden Osmanischen Reich, von Feigheit und Verrat, von Mut und Lebenswillen. Der türkisch-armenische Schriftsteller Migirdic Margosyan nennt ihn seinen und den Lehrmeister all derer, die sich mit der lange verschwiegenen Vergangenheit beschäftigen, der mit Witz und Verstand mit den gängigen Schwarzweißbildern aufräumt. Ein authentisches Buch, gespeist aus den Erinnerungen seiner Familie und Nachbarn.Kirkor Ceyhan wurde 1926 in Zara, einem kleinen anatolischen Dorf bei Sivas als Sohn einer armenischen Familie geboren. Er emigrierte nach Marseille und von dort aus nach Deutschland, wo er 1999 starb. ....................................Mit dem Internet verbunden sehen Sie hier die homepage des Verlages:http://www.dagyeliverlag.de
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Anna Farouqi :
Weltreiche erblühten und fielen
650 Jahre Geschichte Rixdorfs und Neuköllns
Der Neukölln-Comic
Herausgegeben von Dr. Dorothea Kolland
120 S., Br., € 9,50
978-3-935597-82-1![]()
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"Es ist eine kurzweilige, historisch fundierte und doch lebendig am Neuköllner Alltag orientierte Geschichte"
http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/weltreise-durch-neukoelln/1862552.html
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Zafer Senocak
Der Pavillon
Roman, aus dem Türkischen von Helga Dagyeli-Bohne und Yildirim Dagyeli
180 S., Gb., € 14,50
978-3-935597-75-3
Hamit ist ein Junge mit besonderen Fähigkeiten. Er hat ein feines Gehör und hört Geräusche, die normalerweise nicht zu hören sind. Er beginnt ein Musikstudium in München und spezialisiert sich auf Neue Musik. Im Frühjahr 1960 geht er mit seiner Freundin Hilde nach Istanbul. Dort soll er seinem Bruder helfen, der auf dem Gelände eines alten osmanischen Landschlosses eine Imkerei betreibt und den Auftrag bekommen hat, das Honiggeschäft, das die Familie seit jeher betreibt, landesweit zu modernisieren und zu organisieren. Hamit, im Gegensatz zu seinem Bruder kein gläubiger Mann, erfährt, dass das Landschloss der Sommersitz des letzten Khalifen Abdul Mecid Efendi war—einem Maler und musischen Mensch. Doch die Muslime der Gegenwart, die im Umkreis des Hauses leben, sind alles andere als musisch. Sie sind bigott und mißtrauisch. Die Geschichte spielt in einer Nacht an drei verschiedenen Orten. Das Militär hat geputscht, Hilde hat das Land verlassen und der Bruder befindet sich auf Geschäftsreise in Anatolien. Hamit ist allein in dem alten Pavillon. In einer Art Traum erscheint ihm der mumifizierte Leichnam des letzten Khalifen auf seinem Bett. In einem anderen Haus übt ein Geiger, der zwischen seinen musischen Interessen und seinem Glauben hin und her gerissen ist. Dritter Schauplatz ist ein verlassenes Kloster außerhalb der Stadt, in dem sich der Gärtner des Landschlosses vor den Sicherheitskräften versteckt. Das Buch ist eine Auseinandersetzung mit einer problematischen Modernisierungsgeschichte, die viele heute wieder aktuelle Fragen aufgeworfen hat: nach Glauben und Zugehörigkeit, Verhältnis zur Geschichte, Nationalgefühl. Spürbar wird eine Sehnsucht nach Spiritualität, die jedoch von einer formalisierten, ritualisierten Religion nicht mehr aufgefangen wird. Die kulturelle Verwahrlosung auf der einen Seite, die bruchstückhafte Erinnerung an die Tradition auf der anderen schaffen eine angespannte Atmosphäre. Senocak bedient sich unterschiedlicher Sprachebenen und verbindet eine dokumentarische Erzählweise mit einer poetischen und philosophischen Sprache. Dabei erzählt er eine spannende, ungewöhnliche Geschichte, die die Leser bis zum Schluß fesselt.
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Jale Sancak
Die Stadt der verlorenen Lieder
Literarische Streifzüge durch Istanbul
188 Seiten, frz. brosch., € 14,50
978-3-935597-78-4
Städte werden zu den Orten, die sie sind, durch die Menschen, die in ihnen wohnen und ihnen einen unverwechselbaren Charakter geben. Jale Sancak begibt sich auf die Suche nach diesen Menschen. Sie befragt die Leute auf der Straße, trifft sich mit lokalen Größen, Architekten und Bauingenieuren, Straßenhändlern und den Originalen von 17 Istanbuler Stadtvierteln. Sie sucht nach den Spuren der Vergangenheit, den Kiezmythen und Legenden und beobachtet den Wandel der pulsierenden Großstadt. Aus diesen Dokumenten erschafft sie Skizzen vom Leben der Türken, Griechen, Juden, Kurden, Armenier und Roma, der Yuppies und Kleinkriminellen, der Tagelöhner und Lebemänner.
Der Bogen spannt sich von dem Nobelquartier Niþantaþý bis nach Sulukule, dem Viertel der Zigeuner. Als Musiker und Blumenverkäuferinnen sind die Roma im Nachtleben der ganzen Stadt präsent. Niþantaþý auf der europäischen Seite orientiert sich am New der York High Society, internationale Modehäuser prägen das Straßenbild. Gegenstück auf der asiatischen Seite des Bosporus ist die Baðdad Caddesi, wo Heranwachsenden regelmäßig Autorennen veranstalten. In Hacý Hüþrev dagegen leben viele Gauner gemäß dem Grundsatz: »Sein Brot schafft er aus dem Nichts.« Der Stadtteil Fener wiederum ist der Sitz des »Vatikans« der orthodoxen Kirche. Im Frühjahr das Oberhaupt der Kirche traditionell ein Kreuz ins Meer. Und plötzlich findet sich sein Bild auf einem Kartenspiel wieder. Galata ist berühmt als Wohnort der Venezianer, die Gazi Mahallesi wird von Aleviten und Kurden bevölkert.
Jale Sancak pflegt den Stil der Reportage, ungezwungen bewegt sie sich inmitten der von ihr Porträtierten. In ihren Texten mischen sich literarischer Stil mit dem Slang der Straße und den Geräuschen der immerwachen Stadt.
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Yentürk, N. /Keyman, E. F. (Hg.):
Debatten zur globalisierten Türkei
Wirtschaft, Politik, Gesellschaft
316 S., € 18,00
978-3-935597-72-2
Eine bekannte Tageszeitung behauptete einmal, nichts sei spannender als Wirtschaft. Wenn man dann noch Politik und Gesellschaft hinzunimmt und die gegenwärtige Türkei einer Analyse unterzieht, bietet sich in der Tat ein spannendes Geschehen dar. Eine islamdemokratische konservative Partei verwirklicht Reformen, die die alten Eliten bislang nur versprachen. Die Inflation wurde gestoppt und ein beispielloses Wirtschaftswachstum hält bis heute an. Eine Privatisierungswelle rollt über das Land und der Arbeitsmarkt wie die sozialen Sicherungssysteme sollen europäischen Standards angeglichen werden. Eine Reihe neuer Gesetze sichert zivilgesellschaftliches Engagement und dämmt die Allmacht von Polizei und Militär ein. Gleichzeitig beherrscht die Furcht vor einer schleichenden Zersetzung der laizistischen Republik durch den politischen Islam linke und rechte Kontrahenten der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) gleichermaßen. Die auf der Stelle tretenden Verhandlungen für einen EU-Beitritt spalten das Land quer durch die politischen Lager in Befürworter und Gegner einer Mitgliedschaft. Auch außenpolitisch hat die türkische Republik eine exponierte Stellung inne. Im Verhältnis zu den Nachbarn Syrien, Irak und Iran nimmt sie eine vermittelnde Position ein, setzt jedoch in der Auseinandersetzung mit der kurdischen PKK immer wieder auf die militärische Karte. Die Herausgeber Prof. Nurhan Yentürk von der Bilgi-Universität und Prof. E. Fuat Keyman von der Koç-Universität versammeln renommierte Wissenschaftler und den Chefökonomen der Yapý Kredi Bank, um einen äußerst fesselnden und kenntnisreichen Einblick in die gesellschaftlichen Prozesse und Zukunftsaussichten des EU-Beitrittskandidaten zu geben. Aus dem Inhalt: »Neoliberalismus, Nationalismus und Islam und die Politik der Mitte«; »Die politische Ökonomie der Islamkonservativen«; »Das Fairnessprinzip in den Beziehung zwischen der Türkei und der EU«; »Türkische Außenpolitik nach dem 11. September«; » Die Krise in der türkischen Wirtschaft: Suche nach Auswegen und Wachstum 2000 – 2007«; »Laufende Defizite in der Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit der industriellen Produktion«; »Der Bankensektor: von der Krise zur Stabilität«; »Die Kurdenfrage und die Möglichkeit einer demokratischen Lösung«; »Säkularismus, Islam und Demokratie: das Modell Türkei«; »Staatsbürgertum, Modernität und Demokratie«; »Der Stand der Zivilgesellschaft: Zeugnis des Europäisierungsprozesses«![]()
Elke Windisch:
Zentralasien -Politische Reisereportagen
Afghanistan /Kasachstan /Kyrgystan /Tadschikystan /Turkmenistan /Usbekistan
2. überarbeitete Auflage
300 Seiten, frz. Br., € 18,80
978-3-935597-80-7
Immer noch sind die fundierten Informationen aus dem politischen und geografischen Raum zwischen Iran, Kaukasus bis zum Hindukusch spärlich gesät. Elke Windisch gehört zu den wenigen Berichterstattern, die nicht nur in der Lage sind, sich ohne Dolmetscher mit den Menschen in der Region zu verständigen und überzeugende politische Analysen zu liefern. Sie hat auch einen mitfühlenden Blick für die Opfer repressiver Regimes und einer scheinheiligen Politik des Westens. Allein oder mit ihrem Filmteam unternahm sie seit über 10 Jahren zahlreiche abenteuerliche Reisen durch die ehemaligen Sowjetrepubliken und Afghanistan. Die »rasende Reporterin« porträtiert mutige Frauen in Turkmenistan, moderne Piraten am Kaspischen Meer, islamische Untergrundkämpfer und afghanische Kriegsfürsten, Fischer am sterbenden Aralsee, Schatzsucher, deutsche Entwicklungshelfer und tadschikische Flüchtlinge im Kugelhagel zwischen den Fronten. Eingebettet sind die Geschichten in die Geschichte von den frühen Völkerwanderungen, den Eroberungen Alexander von Mazedoniens und der Araber, der Lehre Zarathustras und dem Kampf um soziale Gerechtigkeit, russischer und britischer Kolonialpolitik bis zu dem Machtgerangel zwischen den USA, Russland und der EU um Einflußsphären und Rohstoffe und nicht zuletzt den unbeherrschbaren »War on Terror«. Wer einen verständlichen und spannend geschriebenen Überblick über die Geschichte und Gegenwart der zentralasiatischen Länder bekommen möchte, ist mit Elke Windischs Reportagen bestens bedient.INHALTSVERZEICHNIS:
Prolog
Teil I: Anahita, Ahura Mazda und Allah – der unerfüllte Traum von sozialer Gerechtigkeit
Die Akte Zarathustra
Die Achämeniden
Götterdämmerung im Lichtreich
Hyperborea: Das Land über dem Schneesturm
Grenzübergang »Freundschaft«
Teil II: Blaue Kuppeln und goldene Paradiesvögel - Im Land der tausend Städte
Buchara: Kalifen, Khane, Kaiser
»Ich schminke keine Leichen«
Alischers Paradiesvögel
Weiße Jurten und roter Sand
Teil III: Dornenpfad in die Moderne
Zurück in die Zukunft – nationale Emanzipation und historische Kontinuität
Teil IV: Königspoker am Meer der Chasaren – Energie
Es muss immer Kaviar sein
Hazar denizi – Das türkische Meer
Die Tankstelle der Zukunft
Teil V: Die Tränen Anahitas – Wasser
Tochtogul – Kirgisiens Rungholt
Teniz – die Wiedergeburt eines Meeres
Ein selten dämlicher Hund
Der weiße Fluch Choresmiens
Zeitbombe Karakalpakistan
Anahitas Rache
Hoffnung für Doschyak
Teil VI: Islamisten auf dem Vormarsch
Trommeln und Kalaschnikows
Auge um Auge, Zahn um Zahn
Eine typisch afghanische Biografie
Pulverfass Fergana-Tal
Schwarzer Tee hat mehr Kalorien
Das böse Erbe der Gottkönige
Teil VII: Schachroch am Hindukusch
Warten auf den Tod
Der kalte Frieden
Schnitt für Kabul
Heimkehr in ein fremdes Land
Bemetrinasa
Roter Mohn
Wild Card Playing
Teil VIII: Die unvollendete Revolution
Politische Physik
Die Nacht der langen Messer
Rosa Schnee
Epilog
Karten
Zeittafel
Personen- und Ortsregister
soeben erschienen:![]()
Die Nase des Sultans
Illustrierte Geschichte der türkischen Karikatur vom 19. Jh. bis in die heutige Zeit.
zweisprachig (Hrsg.: Sabine Küper-Büsch und Nigar Rona)
264 S., € 28,00
978-3-935597-68-5
Eine Novität in Deutschland und der Türkei! Es fing alles mit einer Nase an. Der von Sultan Abdülhamit II nämlich. Der hasste Anspielungen auf sein lormidables Riechorgan derart, daß er selbst das Wort Nase durch die Zensur komplett verbieten ließ. Eine Steilvorlage für die Meister des spitzen Stiftes. Nie spielte eine Nase vorher oder nachher eine größere Rolle in der bildenden Kunst. Bis heute ist den türkischen Zeichnerinnen und Zeichnungen nichts heilig. Aufs Korn genommen wird so ziemlich alles, was sich sonst in der Tagespresse nur selten in dieser Direktheit findet: die Rückständigkeit der Dörfler, das übermächtige Militär, autoritäre Familienstrukturen, prügelnde Polizisten, mafiöse Politiker, Gewalt gegen Frauen, Kinder und Minderheiten, sich wandelnde Moralvorstellungen, Cyberwahn, Fundamentalisten und Faschisten, die Orientalismen des Westens und die Stereotypen über den Westen.
Turgut Ceviker führt durch die Geschichte der Karrikatur im Osmanischen Reich und der Türkischen Republik. Sabine Küper-Büsch und Nigar Rona präsentieren das legendäre Satiremagazin »Girgir«(Spaß) aus den wilden 70ern und seine Nachfolger »LeMan und »Penguin«. 40 Karrikaturistinnen werden auf je zwei Doppelseiten mit Kurzbiographie und ihren Bildern vorgestellt. Vervollständigt wird das Buch durch ein Personen- und Publikationsregister.
»Die Nase des Sultans – Karikaturen aus der Türkei« Ausstellung im Museum der Weltkulturen Frankfurt/Main vom 9. August bis zum 16.11.08
+ Sonderschau auf der Frankfurter Buchmessemehr...
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Metin Kacan
Haselnuss 8
Roman
220 S., Gb., €18,80
978-3-935597-69-2
Käptn Meto auf Kaperfahrt durch den Ozean Istanbul.
Käptn Meto, Herr der schicken Wagen, Bändiger der 8-Zylinder, strandet in der harten Realität. Seine ewige Liebe weist ihn zurück. Meto verweigert sich der selbstzerstörerischen Beziehung zu Sevda, der reichen, verwöhnten Frau aus dem morbiden Istanbuler Großbürgertum, der Kokskönigin. Sevda rächt sich an ihrem Spielzeug. Käptn Meto, der Herzensbrecher, findet sich wieder im Knast. Seine wilden Phantasien sublimieren sich zu sufischer Gottesliebe.
Und draußen vor dem Gefängnistor wartet der rotweiße Malibu. Fahr los!In »Haselnuss 8« feiert Metin Kacan das Scheitern. Tragik und Komik sind ein bizarres Zwillingspaar.
Die Sinnsuche in einer zerfallenden uesellschaft, der Wahnwitz der Postmoderne, die Paranoia des Bürgertums, diese Lektüre feit gegen die Untergangsszenarien konservativer Apologeten. Der Orient schlägt zurück. Türkischer Metrobeat und überdimensionierte amerikanische Benzinkutschen tanzen auf den Straßen des wuchernden Molochs Istanbul. Metin Kacan lacht den jammerlappigen Kulturpessimisten ins Gesicht. Punkrock vom Feinsten. Besser kann das Lebensgefühl des Istanbuler Prekariats nicht beschrieben werden.Es war eine Clique,
bei der jeder den anderen
bis hin zu den Dreckflecken
auf der Unterwäsche, bis hin zu
deren Marke und Design kannte,
man sich aber Dritten gegen
über nichts anmerken ließ.
Der Name des allgemeinen
moralischen Verfall
der Vergiftung der sozialen
Beziehungen und der seelischen
Angeknackstheit war
Unabhängigkeit oder Freiheit.
Jeder Begriff wurde
vcrkehrtherum verstanden.
Auch absichtliche Verdrehungen
kamen vor. Aber die in die Luft
steigenden und im leeren Raum
miteinander anstoßenden Gläser
und die wie Zwillingsbabys
gewickelten Zigaretten
machten, daß niemand von
derartigen horizontalen
Übergängen Notiz nahm.Metin Kacan wurde 1961 in Kayseri geboren. Im gleichen Jahr zog die Familie nach Istanbul, wo der Vater einen Friseurladen eröffnete. Kacan arbeitete als Autoschlosser, Zimmermann und Blechschmied und gründete mit 16 Jahren seine eigene Gang. Sein erster Roman Cholera Blues (im Original "Agir Roma") erschien 1990 und avancierte in der Türkei zum Bestseller.
lieferbar:![]()
Nalan Barbarosoglu
Silbernacht
220 S., Gb., € 18,80
978-3-935597-70-8
In einer Stadt mit reicher Vergangenheit spielen sich die kleineren und größeren Alltagsturbulenzen einer Metropole ab - ein allegorischer wilder Stier, der die Menschen zertrampelt, wenn sie ihn erzürnen. Die Protagonistin Gülnaz, aufgrund unglücklicher Lebensumstände zur Prostituierten geworden, stemmt sich gegen das wilde Tier. Gezwungen, einen Soldaten zu heiraten, den sie kaum kennt, folgt sie ihrem Mann in die kleine Provinzstadt, in der er stationiert ist. Tagsüber wäscht sie die Wäsche der Soldaten, abends wird sie von ihrem Mann an seine Kameraden verkauft. Vor ihrem unerträglichen Dasein als Soldatenhure und dem Gerede in der Kleinstadt flieht Gülnaz nach Istanbul. Ohne Geld und Ausbildung bleibt ihr nur die Prostitution. Sie versucht, die Männer zu bezwingen, die sich an ihr vergehen, ermordet sie gar. Gülnaz wird damit zur Projektionsfläche für erlittenes Unrecht. Ihre Verbrechen bleiben ungesühnt, sie kommt und geht wie ein Gespenst. Mit jedem Mord gewinnt sie an Kraft. Sie mordet, um den Makel von sich und der Stadt abzuwaschen, der sich in den 80er Jahren, in den Putschzeiten, auf ihr anhäufte. Nahezu unbemerkt vermischen sich in Episoden die Ebenen der Realität und des Fantastischen zu einem expressionistischen Roman. Das Monstrum Stadt, das als reißender Stier über Istanbul thront, erinnert das unfassbare Grauen der gothic novel. Das Rätselhafte des modernen Lebens löst sich nicht kontinuierlich auf, sondern auf Umwegen. Vieles bleibt ambivalent, wie die selbstentfremdete und sich selbst entfremdende Jagd nach dem Glück und Gülnaz' Suche nach ihrer Identität. Nalan Barbarosoglu spielt mit Metaphern und dem Symbolgehalt der Wörter. Ihre Sprache ist Musik, der Soundtrack von Schreckensszenarien. Sie ist poetisch, klar, entwirft Stimmungsbilder. Sie berichtet, beschreibt bis ins Detail, betrachtet mit den Augen eines Philosophen die Welt - doch diese Welt ist zumeist sprachlos.Wann bin ich dir ferner, wenn
du meinen Körper wie ein
lichtdurchflutetes Wasser
umschließt oder wenn ich,
nachdem ich mich in Glut ver-
wandelte, an deinem Körper
nach und nach abkühle? Das
ist die Frage, Gülnaz, die in
dieser Nacht ohne dich in
meinem Gehirn ein Feuer ent-
facht...
Mit dieser Frage erlebe ich die
sternlose, regenschwere
Nacht... Mit dieser Frage lerne
ich ein weiteres Mal auswen-
dig, wie dein Kissen, dein
Laken, dein Bettüberzug
gewebt ist. Der Südwestwind
sammelt, während er sich in
das Dunkel der Nacht schiebt,
die Wolken ein.
Ich höre die Stimme des lauen
Windes, der die Vorhänge am
offenen Fenster bauscht.
Aber mitten in der Menge bist
du ein Phantom, das mich
nicht wahrnimmt.
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Nalan Barbarosoglu wurde 1961 in Adapazari geboren. Ihr Studium schloß sie 1982 an der Literaturwissenschaftlichen Fakultät der Istanbul-Universität im Bereich Philosophie ab. Etwa zur selben Zeit begann sie auch mit dem Schreiben, ihr erstes Werk setzt sieh mit der Philosophie Thomas Kuhns auseinander. Heute lebt Nalan Barbarosoglu als Schriftstellerin und Lektorin in Istanbul. In der Türkei hat sie vier Erzählbände veröffent. »Silbernacht« ist ihr erstes Buch, das vollständig auf deutsch erscheint.
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Yorgos Valasiadis
Und über Tatavla fällt Schnee
200 S., Gb., € 14,80
978-3-935597-71-5
Eine Zeitreise in die Stadt am Bosporus, die vor Jahrhunderten Konstantinopel hieß – das kosmopolitische Istanbul. Der autobiographische Roman des Istanbuler Rum, so heißt die griechischsprachige Minderheit, Yorgos Valasiadis, entführt uns in die Welt seiner Kindheit und Jugend, die Gassen von Tatavla der 1950/60er Jahre. Zwischen Rebellion und Rock’n Roll stellt er uns seine Familie, Freunde und Nachbarschaft vor: Vater Yannis, der in Uniform wie eine Vogelscheuche aussah und den Offiziersfrauen Pantoffeln a la Hollywood anfertigen musste, Großvater Kostas, der im Suff eine Polizeiwache überfiel, Patenonkel Antiochos, in dessen Lokal Atatürk ein- und ausging, die resolute Urgroßmutter Sultana, die das Brot für die Familie mit einer vorgetäuschten Schwangerschaft ergattert, den Schulfreund Restis, der den gestrengen Lehrer im Bordell erwischt, die jüdische Tante Rebecca, deren Bruder von deutschen Agenten während des Krieges ermordet wurde, Fischer, Wahrsager, Wasserträger… Mit einer an Aziz Nesin gemahnenden Schalkhaftigkeit und geradezu übersprudelnden Erzählfreude berichtet Yorgos Valasiadis vom Leben der Minderheit, von Migration und Integration und von der Schönheit des Lebens.
Yorgos Valasiadis, 1940 in Istanbul geboren, absolvierte 1960 das Zografion Gymnasium. Nach seinem Wehrdienst als Leutnant in der türkischen Armee, heiratet er und emigrierte 1965 nach Deutschland, wo er ein Fachhochschulstudium als Außenhandelswirt abschloss. Seit 1975 ist er deutscher Staatsbürger, lebt In Frankfurt/ Main und arbeitet für eine internationale Institution. Nebenbei lehrt er Iaido – die japanische Samuraischwertkunst, verfasst Haikus und schreibt Geschichten in griechischer, türkischer und deutscher Sprache. Seine Erzählungen erschienen in verschiedenen Anthologien, sein letzter Roman wurde zeitgleich in griechischer und türkischer Sprache publiziert.»Kasachische Bibliothek«
Lassen Sie sich in eine faszinierende Welt
zwischen Nomadentum und Moderne entführen.
Kasachstan – das neuntgrößte Land der Erde im Herzen des eurasischen Kontinents scheint auf der geopolitischen wie literarischen Landkarte immer noch ein weißer Fleck. Und doch war Kasachstan ein Zentrum uralter Zivilisationen. Hier siedelten die Skythen, die das Pferd nach Ägypten und Europa brachten. Byzanz, Bagdad und die Rus schickten ihre Gesandschaften nach Otrar, der Hauptstadt des Kiptschakenreiches, die eine der größten Bibliotheken des Mittelalters beherbergte. Der Reichtum der Seidenstraßenmetropolen lockte die Heere des Chingis Khan an. Zahllos sind die Völker, die in den unendlichen Steppen und den hohen Bergen eine unvergleichliche Kultur hervorbrachten. Zahllos sind auch die Lieder und Legenden. Das Wort des Sängers galt stärker als das Schwert.
Seit dem 19. Jahrhundert Bestandteil des Russischen Imperiums, wurden in Kasachstan die Armeen Koltschaks und der britischen Invasoren geschlagen. Das Land war in der Stalinära ein Verbannungsort für Ungarn, Wolgadeutsche, Koreaner, Polen und Tschetschenen. Vielen von ihnen rettete die Gastfreundschaft der Kasachen in der rauhen Steppe das Leben.
Die »Kasachische Bibliothek« wird fortgesetzt:.................................................zurück nach oben![]()
Olshas Sülejmenow
Eine Minute Schweigen am Rande der Welt
»Kasachische Bibliothek«
Gedichte zweisprachig
Aus dem Russischen von Walerija Weiser
200 S., Gb., € 18,80
978-3-935597-51-7
1936 in Alma-Ata geboren, veröffentlicht der studierte Linguist Süleymenov seit 1958 Gedichte, Essays und Aufsätze. Seinen künstlerischen Durchbruch erlangte er in der “Tauwetterperiode” mit der Feier des menschlichen Fortschritts – es war die Zeit des Gagarinfluges und der Technikbegeisterung — und öffentlichen Lesungen in Moskau, Paris und New York, die eher Popkonzerten glichen. Süleymenov war gemeinsam mit seinen Freunden Andrej Wosnessenskij, Jewgeni Jewtuschenko und Alan Ginsburg Teil jener legendären Beatnik-Generation, die die Schranken der bürgerlichen Gesellschaft in Ost und West durchbrach und sich wenig um die Feindbilder des Kalten Krieges scherte. Diese bereitete popkulturellen Phänomene wie die Hippiekultur vor, die Militarismus und Staatshörigkeit strikt ablehnte. Weniger bekannt ist, daß diese Jugendbewegung auch in der Sowjetunion Fuß faßte, wenn auch von der Staatsmacht argwöhnisch beäugt. Texte der genannten Poeten wurden vertont und bildeten den Grundstoff für das Schaffen von Legionen von Liedermachern wie Wladimir Wyssotzkij und Rockbands wie Nautilus Pompilius. Noch heute werden die Gedichte Süleymenovs in unzähligen Internetforen zitiert und kommentiert. 1975 verursachte Oljas Süleymenov mit seinem Essay “AzIJa” (Asien/Ich und Ich) einen Skandal, in dem er die rassistischen und kolonialistischen Konnotationen des großrussischen “Igorliedes” linguistisch und literaturhistorisch bloßlegte. Nur seine internationale Popularität und die Fürsprache einiger weniger einflussreicher Förderer bewahrte ihn vor ernsteren Konsequenzen. In den 1980er Jahren engagierte sich Süleymenov für die Bürgerrechte und in der Anti-Atom-Bewegung “Nevada - Semipalatinsk”. Die Gedichte Süleymenovs sind von einer vertrackten Vielschichtigkeit. Auf Russisch geschrieben, nehmen sie Worte und Bedeutungen aus den neueren und alten Türksprachen, dem Arabischen und Hebräischen auf, adaptieren und verformen sie zu einer Weltsprache, die dem Kosmopolitismus Süleymenovs eignet. Wenn Scholem Alejchem zum Salam Alejkum wird – tatsächlich sind die Worte gleichbedeutend – offenbart sich im Gedicht die Absurdität des israelisch-palästinensischen Konfliktes. Das Denkmal für Kolumbus provoziert die Frage nach Blumen für Hitler. Die Helden des kasachischen Epos rettet nur das Wort, das “a??t”, die Totenklage schenkt Leben. Die “asiatische Lethargie” wird mit dem Utilitarismus der Kolonisatoren konfrontiert. In knapper, oft freirythmischer Form verkörpern die Verse Süleymenovs eine Synthesis der Weltkulturen, das Gegenwärtige im Geschichtlichen. Gnadenlos zerlegt er die süßliche Romantik der stilisierten Boheme. “Ein Pony ist ein mißverstandenes Pferd.” Selbst scheinbar idyllische Naturbilder wenden sich in eine Abrechnung mit menschlichen Grausamkeiten und Überhebungen. Ironie und Tragik sind stets im Wechselspiel begriffen. Dieser Dichter hat etwas zu sagen. Für nationalistische Vereinnahmungen eignet sich der kasachische Dichter nicht. Aber sollte je eine nichteurozentristische Geschichte der Lyrik des 20. Jahrhunderts geschrieben werden, wird man an Oljas Süleymenov nicht vorbeikommen. Der Autor steht für Lesungen bereit.
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Abdishamil Nurpeissow
Der sterbende See
»Kasachische Bibliothek«
Roman, Aus dem Russischen von Annelore Nitschke
ca. 580 Seiten, gebunden, € 29,90
978-3-935597-47-0
Der Roman des 1924 geborenen Abidshamil Nurpeissow nimmt die Tragödie des Aralsees zum Anlaß, über das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt zu sprechen, über Verantwortung und Schuld. Zwei Freunde aus Jugendtagen, Shadiger und Asim verlieben sich in die selbe Frau. Während Asim Bakisat verläßt und Karriere als Wissenschaftler macht, verzweifelt Shadiger am Verschwinden des Sees. Er beginnt, gegen den Fortschrittsglauben der Oberen zu rebellieren. Sein Widersacher ist ausgerechnet der aalglatte Asim, der zudem ein Verhältnis mit seiner alten Liebe, Shadigers Frau Bakisat beginnt. Die Dorfbewohner drängen Shadiger seine Ehre wiederherzustellen. Doch für Shadiger ist dieser Kampf längst ein Kampf um die Existenz seines Volkes geworden. In einer stürmischen Winternacht kommt es auf dem Eis des Aralsees zum Showdown.
Die ökologische Katastrophe des Aralsees ist das beherrschende Thema der mittelasiatischen Republiken und damit auch des populären Abdishamil Nurpeissow, dessen Werke seit den 70ern u.a. im Verlag »Volk und Welt« in deutscher Sprache publiziert wurden. Bereits in den 80er Jahren erschien ein von der Zensur beschnittenes Fragment des Romans. Das Thema ließ den Autor jedoch nicht los. Mehrfach ergänzte er den Text um Passagen, schärft seine Aussagen. Immer kompromißloser klagt Nurpeissow Karrierismus, Scheinheiligkeit und blinden Fortschrittsglauben an. Die letzte aktualisierte Fassung erschien 2005 in der Republik Kasachstan. Eine Verfilmung wird derzeit vorbereitet. Nurpeissows Roman gewinnt so Vorbildwirkung für eine engagierte Literatur gegen den banalisierenden Zeitgeist, in einer Welt, in der Profitstreben und Gleichgültigkeit die Grundlagen unserer Existenz bedrohen.![]()
Muchtar Auesow
Aufstand der Sanftmütigen
»Kasachische Bibliothek«
Erzählung, Aus dem Russischen von Eckhard Thiele
ca. 200 Seiten, gebunden, € 16,90
3-935597-48-7
1916 brodelt es im zaristischen Mittelasien. Der Zar hat, entgegen seiner Verpflichtungen, Befehl gegeben, junge Kasachen zum Kriegsdienst in der Etappe einzuziehen. Nach den alltäglichen Demütigungen, Landraub und Bevormundung bringt dieser Tropfen das Faß zum Überlaufen. Selbst der für seine Sanftmut gerühmte Stamm der Albaner wird von der Empörung erfaßt. Der quirlige Marktplatz im Karkaratal im Grenzgebiet zu Kyrgyzstan und China, auf dem Nomaden, Bauern und Händler aller Regionen aufeinandertreffen, wird zum Umschlagplatz von Neuigkeiten und wachsendem Unmut. Die Nomaden formieren sich zum Widerstand. Tausende von Reitern brechen gegen die zaristischen Obrigkeit und ihre Handlanger, die reichen Beis auf. Der Aufstand jedoch wird niedergeschlagen und die Aufständischen, die das folgende Blutbad überlebt haben, packen ihre Jurten und ihren Besitz zusammen und fliehen ins Ungewisse. Der Marktplatz bleibt verlassen zurück.
Muhtar Auesow wurde 1897 in eine kasachische Nomadenfamilie im Gebiet Semipalatinsk geboren. Sein Großvater brachte ihm die Liebe zum kasachischen Aufklärer und Nationaldichter Abaj nahe, sein Onkel schickte ihn in die städtische russische Schule. 1919 beendete Auesow das Lehrerseminar in Semipalatinsk, 1928 die Fakultät für Orientalistik in Leningrad. Er war einer der wenigen aus der kasachischen Intelligenz, die die stalinschen Säuberungen überlebten. Nach seiner Promotion in Taschkent war er ab 1946 Mitglied der kasachischen Akademie der Wissenschaften. Auesow schrieb seit 1917 Erzählungen, Theaterstücke und Romane und übersetzte die russischen Klassiker ins Kasachische. Er starb 1961 in Moskau.
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Orhan Veli
Fremdartig /Garip
Gedichte
türkisch /deutsch
Neuauflage
264 S., Br., € 19,80
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Islam auf Sendung
Islamische Fernsehprogramme im Offenen Kanal
Mit zahlreichen Abbildungen und Sendeverzeichnissen
Herausgegeben von Anke Bentzin, Jeanine Elif Dagyeli, Ayfer Durdu und Riem Spielhaus
200 S., Br., € 14,80
3-935597-45-2, lfb.
In den letzten Jahren wird viel über die Mediennutzung von Migranten in Deutschland gesprochen. Studien setzen sich mit der Rolle auseinander, die Satellitenfernsehen und Sendungen aus den Heimatländern für die migrantischen Gemeinden spielen und stellen die Frage nach deren Beitrag für die Integration in Deutschland. »Islam auf Sendung« beschäftigt sich mit Muslimen, die aktiv die Möglichkeiten des Mediums Fernsehen ausschöpfen, indem sie selbst Sendungen über ihre Sicht des Islam produzieren. Dies wiederum ist nur im Rahmen der Offenen Kanäle möglich. Offene Kanäle entstanden bei der Privatisierung des Fernsehens in verschiedenen Städten und Regionen der Bundesrepublik. Ziel dieser Offenen Kanäle war es, vor allem unterrepräsentierten gesellschaftlichen Gruppen einen Zugang zu Medien und zur Selbstdarstellung zu verschaffen. Obwohl bei der Konzeption nicht an Migranten und noch weniger an Muslime gedacht war, begannen diese die Offenen Kanäle intensiv zu nutzen. Mancherorts werden Offene Kanäle bereits vorrangig durch die in ihnen ausgestrahlten islamischen Sendungen wahrgenommen.
Die Autorinnen gehen Fragen nach der Sichtbarkeit des Islam in Deutschland, Selbstrepräsentation und Veränderungen innerhalb des muslimischen Diskurses nach, die durch die Nutzung des Mediums Fernsehen angestoßen werden. Anhand von Sendungen, die im Offenen Kanal Berlin zwischen 1998 und 2005 ausgestrahlt wurden, werden der Offene Kanal, muslimische Sendemacher, Sendeformate und -Inhalte dargestellt. Die Gestaltung islamischer Autorität im Fernsehen, islamische Binnenkommunikation und Zuschauerreaktionen sowie der Umgang mit der multilingualen islamischen Gemeinschaft in Deutschland und die daraus resultierende Sprachwahl für die Sendung werden analysiert. Das Buch zeigt die Vielfältigkeit der islamischen Diskurse in Deutschland: von Diskussionsrunden, vorgetragenen Lektionen und Predigten bis hin zu spirituellen Wegen zum islamischen Wissen. Interviews mit Akteuren und dem Offenen Kanal sowie teilnehmende Beobachtung runden das Bild ab.
Die Herausgeberinnen sind Islamwissenschaftlerinnen, die in verschiedenen Bereichen zum Thema Islam in Deutschland gearbeitet haben. Anke Bentzin und Riem Spielhaus sind als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Jeanine Elif Dagyeli ist Verlegerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Orientwissenschaftlichen Zentrum der Martin-Luther-Universität Halle. Ayfer Durdu promoviert am Zentralasienseminar der Humboldt-Universität zu Berlin.
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Asim Bezirci:
Verse der Freiheit - Nâzim Hikmet
LEBEN - WERK - KUNST
Br., € 22,90
3-935597-46-0
Asim Bezirci zeichnet den Lebensweg des bekanntesten türkischen Dichters nach und setzt es in Beziehung zu dessen Werk. Von den nationalistischen ersten Versen des Gymnasiasten aus gutbürgerlichem Hause, der sich später zu Fuß auf den Weg macht, um sich den Befreiungsarmeen anzuschließen bis zum entschiedenen Kommunisten und Avantgardisten, der für seine Überzeugungen ins Gefängnis und Exil ging, der ausgebürgert wurde und dessen Verse in aller Munde waren und sprichwörtlich zu Volksliedern wurden. Bezirci läßt den Leser an einem bewegenden Leben in einer bewegten Zeit teilhaben.Asim Bezirci wurde 1927 in Erzincan geboren. Der Sohn einer mittellosen Familie konnte unter 126 Bewerbern einen der beiden Stipendiatenplätze für das Internat in Erzurum zu gewinnen. Anschliessend studierte er in Istan- bul türkische Sprache und Literatur. 1950 begann er zunächst für die Zeitschrift Gerwek zu schreiben. Aufgrund seiner Artikel wurden unter der damaligen Regierung allein acht Strafverfahren gegen ihn eingeleitet und er musste Monate in Haft verbringen, bis er in allen Verfahren freigesprochen wurde. Seit 1955 widmete er sich gänzlich der Literatur und Literaturkritik. Er bearbeitete und brachte die Werke zahlreicher türkischer Schriftsteller heraus, übersetzte mehrere europäische Autoren ins Türkische, ebenso übertrug er Literatur aus der osmanischen Zeit ins Neutürkische. Asim Bezirci war im Vorstand der Schriftstellergewerkschaft TYS sowie Mitglied im Friedenskomitee. Er starb am 2. Juli 1993 in Sivas, als Islamisten das Hotel anzündeten, in dem zahlreiche Schriftsteller, Verleger und andere Teilnehmer eines Festivals untergebracht waren. Er hinterlasse ein Werk von 68 Büchern und ungezählten Zeitschriftenaufsätzen.
Der Klassiker der modernen türkischen Lyrik:![]()
Hikmet, Nâzim :
Das schönste Meer ist das noch nicht befahrene
Gedichte [zweisprachig] Aus dem Türkischen von Helga Dagyeli-Bohne und Yildirim Dagyeli
248 Seiten frz. Br., € 18,50
978-3-935597-03-6»Ich liebe dich, wie man Brot in Salz taucht und ißt,mehr von Nâzim Hikmet:
wie ich den Mund an den Wasserhahn presse, um zu trinken,
wenn ich nachts im Fieber erwache,
wie man ein schweres Paket mit unbekanntem Absender
hastig, freudig erregt und argwöhnisch öffnet,
so liebe ich dich, als flöge ich zum ersten Mal im Flugzeug
über das Meer,
. so liebe ich dich, wie das sanft
in der Dunkelheit versinkende Istanbul,
.............das mein Innerstes rührt, so liebe ich dich,
..........Als wollte ich sagen: ›Gottlob, wir leben!‹
So liebe ich dich.«
Die Luft ist schwer wie Blei
Eine Reise ohne Rückkehr
Yasamaya Dair
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Ivan Gogolev
Das Dritte Auge.
Drei Leben einer Seele
[Literatur aus Sibirien]
Aus dem russ. von Walerija Weiser
240 Seiten, frz. brosch., € 17,80
3-935597-43-6
"Ist das eine erhabene Legende oder die grausame Wahrheit?
Niemand weiß es zu sagen. Die zahllosen verflogenen Jahre, die
geheimnisvoll dröhnend in den Tiefen des Himmels verhallt
sind, schweigen darüber. Die finstere Felsinsel, die stolz über
dem rauschenden Wasser aufragt, weit, weit weg von hier,
dort wo der lebensspendende Fluß Lena ins eisige Polarmeer
mündet — sie allein mag es wissen, doch sie wahrt das heilige
Geheimnis unerschütterlich...
Doch es kommt eine Zeit, da sich der Nebel lichtet und die
unverdient vergessenen Schatten wieder auferstehen.
Das Geheime wird offenbar. Die Zeit istgekommen, den lebenden
Zweibeinern davon zu berichten, jenen, die alles sehen, alles wissen
und verstehen wollen..."
Das Roman-Poem ist das nachgelassene Werk des jakutischen Schriftstellers Ivan Gogolev. Es ist eine moderne Adaption zahlloser Legenden und Mythen der ostsibirischen Sacha, des östlichsten Türkvolkes.In drei Teilen erzählt der Roman von der legendären Schamanin Kyrasa
und ihrer Suche nach neuer Heimat. Der weiße Schamane Baryylaach
und seine kleine Tochter Kyrasa fliehen vor dem Schwarzen Tod in den
unwirtlichen Norden. Als der Vater im Kampf mit dem Bärengeist ge-
tötet wird, muß sie allein in der Wildnis überleben. In der Begegnung
mit Menschen, Tieren und mythischen Wesen erkennt sie ihre Bestim-
mung als Schamanin. Kyrasa trifft auf den altgläubigen Mönch Foma,
dem sie in Liebe folgt und muß erleben, wie ihr Volk von den Steuer-
eintreibem des Zaren gedemütigt und ausgeplündert wird.
Ihr zweites Leben ist eine Parabel auf den Zusammenstoß zwischen in-
digenen Völkern und europäischen Eroberern. Kyrasa versucht als Phi-
losoph und Lehrer in einem mythischen Land die Ihren gegen die gold-
gierigen Eindringlinge zu führen.
Im drittem Leben ist sie Tochter armer jakutischer Bauern. Ihre Mutter
stirbt bei der Geburt, ihr Vater wird verhaftet. Kyrasa schlägt sich bis ins
Jakutsk der späten Stalinzeit durch, gerät in kriminelle Machenschaften
und landet im Gefängnis...
Von all dem erzählt sie den staunenden Zuhören am Ufer des Flusses,
dessen Wellen den gespaltenen Berg umtosen. Gogolev stellt die Frage,
wie zwei Kulturen friedlich und in gegenseitigem Respekt miteinander
leben und voneinander lernen können.Ivan Gogolev-Kyndyl wurde 1930 als Sohn einer Lehrerfamilie in Vtlüj geboren. Nach seinem Studium am
Gorki-Literaturinstitut in Moskau war er ab 1954 für einige Jahre Redakteur heim Jakutischen Buchverlag,
später Lehrer für jakutische Sprache und Literatur an der Abendschule für werktätige Jugendliche in Po-
krovsk; sein Lehen widmete er seinem künstlerischen Schaffen.
Als 18-jähriger veröffentlichte Gogolev seine ersten Gedichte und schrieb von da an Werke in allen literari-
schen Genres. Seine Gedichte, Dramen, Romane und Libretti in jakutischer und russischer Sprache füllen
mehr als 50 Bücher. Von ihm geschaffene Lieder hielten Einzug in die jakutische Populärkultur. Nach
schwerer Krankheit starb Ivan Gogolev am 22. November 1998. Der vielfach ausgezeichnete Schrifftsteller
wurde unter großer öffentlicher Anteilnahme mit einem Staatsakt zu Grabe getragen.
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»Leben und Sprüche der Sufi-Meister des Islam«
Aus dem Persischen von Hossein Kazemzadeh-Iranschähr
192 Seiten, frz.brosch., € 14,50
3-935597-39-8»Bei der Betrachtung des Lebens der Mystiker (…) erkennen wir, daß drei große Eigenschaften ihr Leben durchdrungen und gekennzeichnet haben. Diese Eigenschaften sind Weisheit, Schöpferkraft und Selbstbeherrschung. Aus der Weisheit haben diese gotterfüllten Mystiker jene tiefe Erkenntnis geschöpft, welche die Denker aller Zeiten in Erstaunen versetzt hat. Aus ihrer Schöpferkraft heraus haben sie jene Wundertaten vollbracht, die noch heute für viele Menschen rätselhaft und unglaublich erscheinen, da die Wissenschaft die Gesetze solcher Phänomene noch nicht kennt. Und durch ihre Selbstbeherrschung haben sie jene göttliche Macht der Entsagung, der Bedürfnislosigkeit, der Erhabenheit und der Freiheit erworben, welche die gewaltigsten Herrscher und Machthaber ihrer Zeit zwangen, zu ihren Füßen zu knien.«
Das erstmals in den 30er Jahren aufgelegte Buch vermittelt Legenden, Sprüche und Lebensläufe der islamischen Mystiker, deren Wirken Dichter und Denker nicht nur der orientalischen Welt beflügelte und zu einem wesentlichen Bezugs-punkt des Islam im Vorderen Orient, Iran und Zentralasiens wurde.Der Herausgeber will vor allem dem europäischen Publikum die Entstehung und das Wesen des Sufismus nahebringen.
Für den Interkulturellen Unterricht![]()
Dayeli-Bohne:
Literatur im interkulturellen Sprachunterricht, Bd. I:
Eine literaturwissenschaftliche Analyse von Y. Kemals Werk, Sänger der Cukurova
3-935597-40-1
299 S., Br., € 26,00
Im ersten Band stellt Helga Dagyeli-Bohne Leben und Werk des türkisch-kurdischen Schriftstellers Yasar Kemal vor ihrem literaturgeschichtlichen und politischen Hintergrund dar. Sein Werk ist geeignet, der Phantasie junger Menschen unbekannte Räume zu eröffnen und sich mit neuen Situationen und Lebensgewohnheiten vertraut zu machen. Kemals Romane beeindrucke vor allem durch die fulminante Beschreibung der Natur in ihrer ganzen Pracht und Fülle, aber auch in ihrem Schrecken. Farben, Formen, Motive und Symbole werden auf ihren mythologischen und sozialen Gehalt hin untersucht. Sie dienen als Spiegelbild der sozialen Verhältnisse einer sich verändernden bäuerlichen und nomadischen Welt.
Helga Dagyeli-Bohne wurde 1940 in Nürnberg geboren. Sie unterrichtete viele Jahre an einer Gesamtschule und promoviene zum vorliegenden Thema. Zusammen mit Yildirim Dagyeli übersetzte sie Werke zahlreicher Autoren aus dem Türkischen, darunter Näzim Hikmet, Sait Faik, Demir Özlü und Yasar Kemal.
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Helga Dagyeli-Bohne
»Literatur im interkulturellen Sprachunterricht«
Bd. II: Literaturdidaktik und Projektarbeit
3-935597-41-X
300 Seiten, kart., € 26,00
Spätestens seit Veröffentlichung der ersten PISA-Studie ist die Misere an deutschen Schulen kaum noch zu übersehen. Gerade in sogenannten »Problemvierteln« scheitern sie häufig an ihrem Bildungs- und Integrationsauftrag. Bereits zu Beginn der 90er Jahre führte Helga Dagyeli-Bohne in einer Nürnberger Schule mit hohem Migrantenanteil Schulprojekte zu interkulturellem Literaturunterrichtunterricht durch. Anhand des Werkes von Yisar Kemal wurden die Schüler an
Themen wie Multikukuralität und kulturelle Identität herangeführt. Die Autorin beschäftigt sich mit der Umsetzung in den Deutschunterricht. Vor dem Hintergrund eines Paradigmenwechsels in der Pädagogik werden im literaturdidaktischen Teil die theoretischen Grundlagen gelegt für die
sich anschließenden vier Unternchtsproiekte. Jedes Unterrichtsvorhaben wird genau dokumentiert; die im Kreativen Schreiben und im produkt- und handlungsorientierten Unterricht entstandenen Schreibentwürfe der Heranwachsenden werden anhand eines Evaluationsleitfadens
ausgeweitet. Kemals Werk erweist sich dabei nicht nur für interkuliurelles Lernen als sehr geeignet, sondern auch für das Lernen mit allen Sinnen, weil es grundlegende Menschheitserfahrungen ohne Begrenzung auf ein Land oder eine Nation in den Mittelpunkt stellt und von einer tiefen Humanität geprägt ist. In vielen Einzelheiten ermöglicht das Buch dem Leser nachzuvollziehen, wie Jugendliche im Unterricht sprachlich, literarisch und damit auch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung dadurch gefördert werden, daß sie sich aktiv mit dem Werk des Autors auseinandersetzen. Sie schreiben z.B. einen Brief an den Autor, der beantwortet wird, lassen sich anregen zu eigenen Schreibversuchen, setzen Teile eines Romans in Hörzenen um, vergleichen Texte Kemals mit einem Paralleltext aus der Romantik sowie den Texten der Klassenkameraden. Die Autorin macht zahlreiche Vorschläge, wie man Lesefreude bei jugendlichen Lesern wecken bzw. erhalten, ihre
Motivation fördern und damit ihre Kompetenzen im Fach Deutsch verbessern kann. Wie wichtig gerade dies ist, haben uns die jüngsten Studien zur Lesekompetenz Jugendlicher drastisch vor Augen geführt. Der Band enthält zahlreiche Anregungen für den Literaturunterricht und fächerübergreifende Projekte. Das Werk Yasar Kemals, so wie es von der Autorin vorgestellt wird, ist in hohem Maße für den Unterricht geeignet, um Lernenden vor Augen zu führen, wie sinnstiftend die »Erzählung« Postmanscher Prägung sein kann, von der die Autorin zu Beginn ausgeht.
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Metin Kacan:
Cholera Blues
Roman aus Istanbul,
160 S., Br., € 14,50
In einem der heruntergekommenen alten Istanbuler Viertel zu Beginn der 70er Jahre wächst der mutige, aber willensschwache Salih, Sohn des Friseur Ali auf. Während sein älterer Bruder Reco sich in die Welt der Comicromane flüchtet und sich als Zeichner dem Gott des Gekichers verpachtet, ist Salih fasziniert von der Eleganz und Coolness des Gangstertums. Als der Beschützer des Viertels, der ehrenwerte Arap Sado, von den »Krebstypen«, der neuen Mafia, die das Viertel unter ihre Kontrolle bringen will, ermordet wird, beschließt Salih, dessen Erbe anzutreten. Indes er seinem Ziel, Mythos der Straße zu werden, immer näher kommt und zudem bei der Edelprostituierten Tina landen kann, bahnt sich eine Familientragödie an. Selbst daß er das Monster von Cholera schnappen kann, bewahrt ihn nicht vor der Verzweiflung über seine drittklassige Rolle in einem Spiel ohne Hoffnung. Salihs Laufbahn in der Welt der Dealer, Mörder und Falschspieler mündet in eine Katastrophe.Der autobiographische Roman löste in den neunziger Jahren in der Türkei einen Boom aus – verfilmt und in Musik umgesetzt, neunmal aufgelegt – schildert er das Leben in Istanbuls Innenstadtviertel Cholera.
Cumhuriyet:»Mit dem Titel ›Cholera Blues‹ erinnert Kaçan einerseits an die (türkische) Literatur, andererseits an die leidenschaftlichen Melodien der Roma. Dieses Buch, ganz und gar im Slang geschrieben, das selbst der Normalleser mit großer Leichtigkeit liest, macht uns mit ›Menschen außerhalb des Bauches‹ der Metropole bekannt. Armenier, Griechen, Juden, Zuwanderer aus Anatolien, die bunt zusammengewürfelte Gesellschaft mit ihren Gesetzen der Subkultur führt ein illegales Leben. Kaçan verstand es, mit einer illegalen Sprache, dem Slang, ein vollständiges Tableau zu zeichnen.«Metin Kaçan wurde 1961 in Kayseri geboren. Im gleichen Jahr zog die Familie nach Istanbul, wo der Vater einen Friseurladen eröffnete. Kaçan arbeitete als Autoschlosser, Zimmermann und Blechschmied und gründete im Alter von 16 Jahren seine eigene Gang. Nachdem die letzten Mitglieder der Gang getötet wurden, begann er mit dem Schreiben. 1988 gab er mit Kurzgeschichten in der Zeitschrift »Mizah« sein literarisches Debüt. Sein erster Roman »Cholera Blues« (im Original »Agir Roman«) erschien 1990 und avancierte in der Türkei zum Bestseller. 1995 schrieb er das Drehbuch zu »Agir Roman«, der Film kam 1997 in die Kinos. Gemeinsam mit Kemal Aratan gab er »Istedikleri Yere Gidenler« ? Erzählungen von Straßenkindern über ihr Leben ? heraus. 1997 veröffentlichte er »Findik Sekiz« und 1999 »Harman Kaplan«. 2002 erschien der Erzählband »Adalara Vapur«..................................................zurück nach oben
Kasachischen Literatur:![]()
Anatolij Kim:
Das Zwiebelfeld
Roman,
Aus dem Russischen von Walerija Weiser
180 Seiten, Französische Broschur, € 16,50
3-935597-00-2
Der stotternde Trunkenbold Pawel taucht in einer Kolchos am Asowschen Meer auf und wird zum Wächter des Zwiebelfeldes bestellt. Der Krieg hat ihm die Kindheit geraubt, mit dem Streben seiner Mitmenschen nach Wohlstand und gesellschaftlicher Anerkennung weiß er nichts anzufangen. Nach den Jahren an der Seite einer ihm gleichgültigen Frau, die in ihm den toten Geliebten umarmt, verläßt er Moskau auf der Reise nach Irgendwohin. Seinen Weg kreuzen Menschen, deren Psyche von Krieg, Lager und Verbannung beschädigt ist und die ihr Leben auf der Suche nach einem Zipfel vom Glück verbrauchen. Anatolij Kim zeichnet ein meisterhaftes Psychogramm einer verlorenen Generation. Er gibt den Verdammten eine Stimme, läßt sie Sinn und Wahrheit des gelebten Lebens artikulieren. Pawel, der Protagonist, wie ein Wollgras vom Steppenwind getrieben, besitzt mehrere Züge des Autors. In seinen Erinnerungen erzählt der koreanisch-russische Schriftsteller die Geschichte seines Klans, die Geschichte einer Sehnsucht nach Domizil und sozialer Identifikation.Anatolij Kim wurde 1939 in Kasachstan geborenen, seine koreanische Familie aus Sachalin deportiert. Der russisch schreibende Autor gilt als ein Meister der Psychologisierung und der Verknüpfung östlicher und westlicher Mythen und Lebenswelten. Seine Werke wurden weltweit in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt.
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Mewlana Dschelaleddin Rumi
Das Meer des Herzens geht in tausend Wogen
Aus dem Persischen von Friedrich Rückert
88 Seiten, Französische Broschur., € 12,50
3-935597-06-1Mewlana Dschelaleddin Rumi, der größte Mystiker des Ostens, ist im Orient wie im Okzident gleichermaßen bekannt, wird da wie dort bewundert. Seit dem 15. Jahrhundert übte er einen nachhaltigen Einfluß auf die türkische, persische, pakistanische und indische Literatur aus, der bis in unsere Tage anhält. Allein die Anrede »Mewlana« (unser Herr) bezeugt seinen Rang innerhalb der islamischen Gedankenwelt. Sein Orden, der Mevlevilik, im Westen als der Orden der »Tanzenden Derwische« bekannt, war zu seiner Zeit, aber auch später, Zuflucht für alle, die vor dem engstirnigen, religiösen Fanatismus flohen.
Die mystische Lehre Rumis beruht auf drei Säulen: der antiken griechischen Philosophie, hauptsächlich dem Neuplatonismus, der überlieferten Weisheit Indiens und vor allem dem Koran, der sich in einer nichtarabischen, sehr verfeinerten Gesellschaft zu Mystik und Allegorie entwickelte. Den belanglosen Geschichten in ihm gaben die Sufi eine tiefere Bedeutung. Die in den Werken Rumis immer wieder erscheinende Geliebte ist ein Wesen, das zwar in jeder erotischen Lyrik des Orients vorkommt, doch kein Geschlecht besitzt. Rumi spricht selbst davon, daß die Distanz zwischen Liebe und Wollust unendlich sei. Sie macht aus jedem, der sich verliebt, einen Trunkenen. Diese Liebe ist ein Edelstein, bringt die Moleküle zum Tanzen, wühlt die Moleküle auf. Mehr…Mewlana Dschelaleddin Rumi wurde am 30. September 1207 in Balkh geboren. Die Stadt, am nördlichen Rand des afghanischen Zentralmassivs gelegen, unweit der Stadt Mazar-i-Sherif, war in der Antike und im Mittelalter ein bedeutender Schnittpunkt der Kulturen und Religionen. Die Familie Rumis ließ sich nach langen Reisen in Konya nieder. Dort wurde Rumi in die Geheimnisse des mystischen Pfades eingeweiht und begann an der Altun-Aba-Medrese zu unterrichten. Rumi starb am 17. Dezember 1273. Seiner Beisetzung wurde eine Demonstration der Liebe aller Menschen verschiedener Religionen und Konfessionen.
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Abadan-Unat, Nermin:
Die Frau in der türkischen Gesellschaft
kt ., € 18,50
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Nâzim Hikmet [zwspr]:
Die Luft ist schwer wie Blei
248 Seiten frz. Br., € 18,50
978-3-935597-03-6Die Sammlung umfasst vor allem die politischen Gedichte: Protagonisten des Kampfes gegen Unterdrückung, Fremdherrschaft und soziales Unrecht sind nicht die großen Männer, die »Geschichte machen«, sondern die chinesischen Kuli, die Republikaner in Spanien, japanische Kinder, deutsche Pfarrer und türkische Bauern.
Willkommen Baby,
du bist zu leben an der Reihe,
dir lauern Diphterie auf, Keuchhusten, Schwarze Pocken,
.............Malaria, Tuberkoluse, Krebs und dergleichen mehr,
...... Arbeitslosigkeit, Hunger und dergleichen mehr,
ein Zug-, Bus-, Flugzeug-, Arbeitsunfall, Erdbeben,
.................Überschwemmung, Dürre und dergleichen mehr,
Schwermut, Trunksucht und dergleichen mehr,
.............Polizeiknüppel, Gefängnistor und dergleichen mehr,
....dir lauern die Atombombe auf und dergleichen mehr.
Willkommen, Baby,
............... du bist zu leben an der Reihe;
dir lauern der Sozialismus auf, der Kommunismus und
...................................................... dergleichen mehr
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Türkei im Umbruch
kt ., € 12,50
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Demir Özlü
Ein Istanbuler Traum
Erzählung
Aus dem Türkischen von Helga Dagyeli-Bohne und Yildirim Dagyeli
64 Seiten, kt., € 7,50
3-935597-09-6Eine existentialistische Geschichte aus dem Istanbul der 60er Jahre: Ein junger Mann auf der Suche nach Freiheit und Erfahrungen will Dichter werden. In seinem Dachzimmer im regnerisch-feuchten Istanbul verfällt er einer melancholischen, ihn innerlich zerfressenden Liebe zu seiner Nachbarin. Wirklichkeit und Tagtraum vermischen sich immer mehr, bis seine Nachbarin sich aus dem Fenster stürzt und er festgenommen wird.
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Rollan Seysenbajev
Der Tag, als die Welt zusammenbrach
Novelle - aus dem Russischen von Hannelore Georgi
102 Seiten, Französische Broschur, € 14,50
978-3-935597-01-2
Im Jahre 1953 kommen Militärfahrzeuge in ein kleines kasachisches Dorf. Binnen weniger Stunden haben die Einwohner ihre Habseligkeiten zu packen, um evakuiert zu werden. Ein kleiner Junge erlebt mit seinem Großvater im Tschingiztau-Gebirge den Test der Wasserstoffbombe. Der spätere Schriftsteller durchlebt im Zwiegespräch mit seinem toten Vater immer wieder die das Entsetzliche, den Tod seiner Freundin aus Kindertagen, die Ungewißheit der Dorfbewohner über ihr Schicksal. Seine Erinnerungen werden konfrontiert mit den gegenwärtigen Folgen der nuklearen Verseuchung seiner Heimat.Rollan Seysenbajev wurde 1946 in Semipalatinsk (Semey) ge-boren, absolvierte er 1970 die dortige Technische Hochschule. Später studierte er am Gorki-Literaturinstitut in Moskau. Dort arbeitete er als Konsultant der Kasachischen Literatur im Schriftstellerverband der UdSSR und als Lehrer. Heute lebt er in Semey und Almaty. Gemeinsam mit Oljas Süleymenov gründete er die antinukleare Bewegung »Nevada ? Semipalatinsk«. Zudem ist er der Vorsitzende der Vereinigung zum Schutz der strahlengeschädigten Kinder Semeys. Seit 1969 veröffentlichte Seysenbajev mehrere Romane und Theaterstücke auf Russisch und Kasachisch.
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Neçatigil, Behçet [zwspr]:
Eine verwelkte Rose beim Berühren
Gedichte aus dem Türkischen von Yüksel Pazarkaya
296 Seiten, kt ., € 16,90
ISBN 3-935597-08-8
Necatigil versteht sich auf den subtilen Versbau, und damit wurzelt er trotz höchst moderner Eigenständigkeit und Originalität tief in der großartigen Verskunst der Diwanpoesie. In seinen Gedichten widerspiegeln sich die scheinbar kleinen, täglich wiederkehrenden, daher eminenten Sorgen im Leben des durchschnittlichen Stadtmenschen. Necatigil ist ein Meister des formbewußten sprachlichen Kunstwerkes. Das präzise und starre Versverständnis der traditionellen Dichtung bringt er in Wechselbeziehung zu der variablen, instabilen Zeit des modernen Lebens, die Seelenruhe der Vergangenheit mit der Schnellebigkeit unserer Zeit.Behçet Necatigil wurde 1916 in Istanbul geboren und starb dort 1979. Ab 1940 arbeitete er als Lehrer sowie ab 1960 am Pädagogischen Institut in Istanbul. Seit seinem ersten veröffentlichten Gedicht noch als Gymnasiast erschienen von ihm 14 Gedichtbände und rund 20 literarische Hörspiele. Er schrieb Literaturlexika und übersetzte aus dem Deutschen.
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Es geht auch anders!
€ 18,50
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Uchqun Nazarov
Das Jahr des Skorpions
Aus dem Usbekischen von Ingeborg Baldauf
292 S. französische Broschur, € 19,80
ISBN 3-935597-36-3Uchqun Nazarov entwirft in seinem Roman ein opulentes Sittengemälde der usbekischen Gesellschaft zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Obwohl das Buch, das erst mit der Perestroika veröffentlicht werden konnte, in Usbekistan ein Bestseller wurde, ist Nazarov mit seinem kompromißlosen Gerechtigkeitssinn den Mächtigen nicht wohlgelitten. In Taschkent kreuzt sich der Leidensweg dreier Frauen durch das unheilvolle Wirken eines skrupellosen Emporkömmlings und Kriegsgewinnlers. Der Skorpion führt als frommer Mann den Namen Allahs im Munde und bedient sich gleichzeitig bestens des Stalinschen Repressionsapparates. Besorgt um seine Geschäfte und sein gesellschaftliches Fortkommen scheut er nicht vor falschen Denunziationen und notdürftig kaschiertem Mord zurück und zerstört letztendlich seine eigene Familie. Uchqun Nazarov zieht mit starken Worten gegen religiöse Doppelmoral, Heuchelei und die Unterdrückung der Frau durch den patriarchalen Traditionalismus zu Felde. Sein humanistischer Rigorismus versteht sich nicht allein als eine Betrachtung der Vergangenheit, sondern zielt auf bestehende Verhältnisse.
»Nazarovs Usbekistan gehorcht keiner Partei, keinem Gesetz, sondern ausschließlich dem Wohlhabenden, der die Traditionen für seine Zwecke einzusetzen pflegt. Denn Allah ist mit den reichen Männem. Nazarov, der den Islam an keiner Stelle explizit angreift, begreift die Religion seiner Mutter als eine, die sich von Gott lange verabschiedet hat und als konservative Sozialmoral die verschiedenen Transformationen des letzten Jahrhunderts fast unbeschadet überstand. Wie die Sowjets, so toleriere die heutige Pseudodemokratie den Islam als eine Religion , die die Menschen auf ihre Plätze verweist. In ›Das Jahr des Skorpions‹ machen sogar die NKWD-Spitzel täglich ihre rituellen Waschungen.«Stefanie Flamm, FAZ
Uchqun Nazarov wurde 1934 in Taschkent geboren. In Moskau und Taschkent als Kinoregisseur ausgebildet, veröffentlicht er seit den 60er Jahren in usbekischer und russischer Sprache. Er drehte mehr als 10 Spielfilme für Uzbekfilm.
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Bozdemir, Mevlüt: Armee und Politik in der Türkei
kt ., € 12,50
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Bozdemir, Mevlüt:
Das Wirtschaftsimperium der türkischen Armee: OYAK
Br ., € 3,80
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Dagyeli, Yildirim:
Die Zeiten im Türkischen und die Konjugation [ 350 türkischer Verben ]
Br., € 12,80Yildirim Dagyeli
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Nâzim Hikmet
Eine Reise ohne Rückkehr
Gedichte [zweisprachig] aus dem Türkischen von Helga Dagyeli-Bohne und Yildirim Dagyeli
280 Seiten, frz. Br., € 18,50
978-3-935597-04-3
Das Leben ist eine Reise, in jeder Stätte ist Heimat. Die späten Gedichte Hikmets widerspiegeln seine Begeisterung über fremde Länder, vermischt mit der Ahnung des Todes und der Sehnsucht nach der verlorenen Heimat Türkei.Welche Stadt gleicht dem Wein?
Paris.
du trinkst das erste Glas,
es schmeckt herb,
das zweite steigt dir zu Kopf,
beim dritten kommst du nicht mehr vom Tisch hoch,
Ober, noch eine Flasche!
Und schließlich, wo du auch bist, wohin du auch gehst,
bist du ein Trunkenbold aus Paris, mein Augapfel.
Welche Stadt
ist schön selbst im Dauerregen?Paris…
Hikmets Sohn, in welcher Stadt möchtest du sterben?
In Istanbul,
Moskau
und in Paris…
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Elçin:
Das weisse Kamel
Roman, aus dem Aserbaidschanischen von Alpaslan und Gökalp Bayramli
226 S., gebunden, € 16,90
ISBN 3-935597-34-7Für den kleinen Alekber, der einmal Schriftsteller werden möchte, bietet das Leben in einem Altstadtviertel Bakus zu Beginn des Zweiten Weltkrieges mit seinen skurilen Existenzen den Stoff für zukünftige Geschichten. Aus seinem Blickwinkel heraus eröffnet sich ein geheimnisvoller Mikrokosmos aus politischem Verrat und verbotener Liebe.
Elçin geboren 1943 in Baku, wurde Ende der 50er Jahre mit Erzählungen, Novellen und literaturkritischen Arbeiten bekannt. In der Breschnewära erhielt er zwei Jahre Schreibverbot. Elçin übersetzte auch klassische und moderne Weltliteratur in das aserbaidschanische Türkisch.
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Anar:
Der sechste Stock eines fünfstöckigen Hauses
Roman, aus dem Aserbaidschanischen von Alpaslan und Gökalp Bayramli
232 Seiten, Gb ., € 15,90
ISBN 3-935597-35-5In Baku beginnt eine Romanze zwischen dem aus angesehenem Hause stammenden Zaur und Tehmine, einer jungen verheirateten Frau. Mit dieser Liebesbeziehung setzen sich beide über traditionelle gesellschaftliche Konventionen hinweg, die trotz siebzig Jahre Sozialismus in Aserbaidschan fortbestehen. Besonders die selbst-bewußte Tehmine trotzt den Anmaßungen ihrer wertkonservativen Umgebung. Zaur selbst kann dem Druck seiner Familie nicht mehr lange standhalten.
Anar geboren 1938 und studierte an der Philologischen Fakultät der Universität Baku. Seit 1968 ist er Mitarbeiter bzw. Leiter mehrerer aserbaidschanischer Litera-turzeitschriften. Trotz der Schwierigkeiten der Breschnewära konnte sich Anar mit gesellschaftskritischen Romanen, Essays, Drehbüchern, Filmen, Kurzgeschichten und Theaterstücken einen Namen über die Landesgrenzen hinaus machen.Anar wurde 1938 geboren und studierte an der Philologischen Fakultät der Universität Baku. Seit 1968 ist er Mitarbeiter bzw. Leiter mehrerer aserbaidschanischer Literaturzeitschriften. Trotz der Schwierigkeiten der Breschnewära konnte sich Anar mit gesellschaftskritischen Romanen, Essays, Drehbüchern, Filmen, Kurzgeschichten und Theaterstücken einen Namen über die Landesgrenzen hinaus machen.
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Yunus Emre
Das Kummerrad
Gedichte [zweisprachig] übersetzt von Zafer Senocak
96 Seiten, kt., € 12,50
ISBN 3-935597-07-X
Die mystische Dichtung Yunus Emres zählt zu den Grundpfeilern der türkischen Literatur. Er war im 13./14. Jahrhundert einer der ersten Dichter, die die türkische Volkssprache benutzten und eine Symbiose zwischen den islamischen und türkischen Traditionen verwirklichten. Deshalb wurde er von den städtischen kulturellen Kreisen mehr oder minder übersehen, während seine Gedichte auf dem Lande von Mund zu Mund gesprochen, gesungen und so erhalten wurden.
Erst nach Ausrufung der Republik und der kulturellen Neuorientierung der türkischen Gesellschaft wurde Emre als einer der größten türkischen Dichter gewürdigt, sein Einfluß auf die gesamte Volksdichtung sichtbar. Auch die moderne türkische Lyrik sieht in ihm ein wichtiges Vorbild, einen Meister der Sprache und des lakonischen Gedichtes. Yunus Emre gelang es, die komplizierten Glaubensvorstellungen der islamischen Mystik in klaren und eindringlichen Bildern auszudrücken. Seine humanistische Haltung und sein auf Gottesliebe konzentrierter Glaube machen ihn zu einem universellen Dichter.
Yunus Emre wurde den Überlieferungen und Legenden nach Mitte des 13. Jhds. in Mittelanatolien als Bauernsohn geboren, trat in die Dienste eines Scheichs und wanderte als Derwisch durch ganz Vorderasien. Er ist einer der großen Denker der islamischen Aufklärung.
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