---home Tell Schwandt, Verlagsvertretungen, 14089 Berlin, Lerchenstr. 14a,  Tel. 030 - 832 40 51,  Fax 030 - 831 66 51,  BesTellBuch@Tell-Online.de
 
Verlag:
Brandes&Apsel GmbH
Scheidswaldstr.22
60385 Frankfurt a.M.
Tel 069-272 995 17-0
Fax 069-272 995 17-10
Auslieferung:PROLIT=Bündelung
PROLIT
Siemensstr.16
35463 Fernwald
Tel 0641-94393-0
Fax 0641-94393-199
25 Jahre B&A
Links
Reisekonditionen:
Rabatt:  40 % [Ausn.
Ziel:   60 Tage
BESTELLUNG schreiben mit Lieferweg
BesTellBuch@t-online.de
Verkehrsnummer / BAG /Bestellzeichen
lesen:  vollständiges 
 R e i s e a u f t r a g
  [ 23 Seiten ] 
Link Verlag:
 http://www.brandes-apsel-verlag.de
Link Auslieferung:
  www.prolit.de
Verlag e-m@il =
 info@brandes-apsel-verlag.de
Auslieferung  e-m@il =
 service@prolit.de
---home
zurück zum index
Zeitschriften

http://www.lass-uns-ueber-auschwitz-sprechen.eu



zurück nach oben.................................................. Mit dem Internet verbunden sehen Sie hier die homepage des Verlages: http://www.brandes-apsel-verlag.de
 
zurück nach oben

bereits angekündigt:                         [ Die Neuerscheinungen finden Sie l HIER ]

Lentz, Carola /Kornes, Godwin
Staatsinszenierung, Erinnerungsmarathon und Volksfest
Afrika feiert 50 Jahre Unabhängigkeit
200 S., farb. Abb., Br., 19,90 €
978-3-86099-717-8
2010 feierten 17 afrikanische Länder ein halbes Jahrhundert Unabhängigkeit. Die Jubiläen waren eindrucksvolle Beispiele für die Selbstinszenierung afrikanischer Regierungen und Eliten und wurden vielerorts mit bunten Volksfesten zelebriert, eröffneten aber auch Raum für kritische Debatten über die Vergangenheit und die gegenwärtigen Herausforderungen. Das Jahr 1960 ist und bleibt zentraler Bezugspunkt der Erinnerung.

König, Karl
Arbeit und Persönlichkeit
Individuelle und interpersonelle Aspekte
176 S., Br., 17,90 €
978-3-86099-706-2
König beschäftigt sich mit der Auswirkung der Persönlichkeit des Menschen auf seinen Umgang mit der Arbeit. Dabei bezieht er das Verhältnis zu Arbeitskollegen, Vorgesetzten und Mitarbeitern mit ein, denn wir alle gehen sehr verschieden mit den Realitäten der Arbeitswelt um. Burnout, Mobbing, Selbstentfremdung, aber auch die Lust an der Arbeit sind Stichworte, hinter denen sich eine tiefergehende Psychodynamik verbirgt.

Siege, Nasrin
»Ich kehre zurück, Dadabé«
Die Geschichte eines madagassischen Mädchens
160 S., Abb., Br., 14,90 €
978-3-86099-713-0
Nasrin Siege, bekannt durch ihre Bücher über das Leben einfacher Menschen in Afrika, veröffentlicht hier eine von der ersten bis zur letzten Seite spannende Geschichte vom Überleben in einem der ärmsten Viertel der madagassischen Hauptstadt Antananarivo. Es geht um den alltäglichen Kampf um Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf, aber auch um Lebensfreude, Hoffnung und Zusammenhalt unter den Armen.
Ich laufe mit Telovavy durch den Wald. Wir suchen den kleinen Mausmaki.
Pass auf, dass du das Netz der Spinne nicht zerreißt! Ich habe Bücher dabei. Aus
Antohomadinika, wo ich mal gewohnt habe. Ich habe Geschichten dabei, die ich euch
erzählen werde. So wie Dadabé, Tina, Prisca und Madame Esther uns Märchen erzählt haben.
Über Ratsimilaho und über uns Betsimisaraka, „die Einen, die sich nicht teilen lassen“.
Ich werde dich besuchen, Dadabé. Und dort oben auf dem Hügel, wo du und die Razana
wohnen, werde ich dir von Antohomadinika erzählen, während die Babakoto sich an den
reifen Guavenfrüchten satt fressen.


Münch, Winfrid
Tiefenhermeneutische Beratung und Supervision
Konzeptualisierung und Praxisreflexion
400 S., Br., 39,90 €
978-3-86099-718-5
Münch entwickelt ein für Beratung und Supervision differenziertes Verstehenskonzept. Das Konzept ist geeignet, um in einem dialogischen Verfahren, das von Ebenbürtigkeit getragen wird, miteinander zu einem besseren Verstehen der in Szene gesetzten Probleme zu gelangen.

Luft, Helmut /Vogt, Monika
Gutes Altern
Verborgene Chancen und Hindernisse
280 S., Br., 24,90 €
978-3-86099-708-6
Das Altern unterliegt inneren Kräften. Anders als schädigende äußerliche Einflüsse sind diese jedoch wenig bekannt. Wer aber weiß, welche psychischen Zusammenhänge zu körperlichem und geistigem Verfall beitragen, kann Einfluss darauf nehmen und versuchen sein eigenes Altern positiv zu gestalten.


Drews, Sibylle (Hrsg.)
Aufklärung über Psychoanalyse
Eine Auswahl aus 40 Jahren Frankfurter Sigmund Freud-Vorlesungen
380 S., Br., 36,00 €
978-3-86099-707-9
Wie in kaum einer anderen Wissenschaft in der Moderne ist das Projekt Aufklärung in die Psychoanalyse eingeschrieben. Herausragende nationale wie internationale Psychoanalytiker befassen sich in ihren Beiträgen mit Fragen der psychoanalytischen Erkenntnis in Therapie, Kultur und Gesellschaft.
Beiträge von Hermann Argelander, Martin S. Bergmann, Rachel Blass, Harold P. Blum, Werner Bohleber, Raymond Borens, Martin Dannecker, Jean Laplanche, Steven Marcus, Margarete Mitscherlich-Nielsen, Reimut Reiche, Élisabeth Roudinesco, Daniel N. Stern

Kruchem, Thomas
Lebensader Orange River
Wasser und Frieden im Süden Afrikas
+ DVD »Orange-Senqu-River AWareness Kit«
160 S., zahlr. Abb., Gb., 14,90 €
978-3-86099-715-4
Alltag, Kultur und Geschichte der Menschen am Fluss: Vor diesem Hintergrund erzählt der Autor von der großen Herausforderung, dem Süden Afrikas sein Wasser für morgen und damit den Frieden zu sichern. Gemeinsam versuchen Bürger und Regierungen Südafrikas, Lesothos, Namibias und Botswanas Wasser zu sparen und Gewässer zu schützen. Ihre Zusammenarbeit könnte zum Modell avancieren.


Meltzer, Donald et al.
Autismus
Eine psychoanalytische Erkundung
300 S., Abb., Br., 29,00 €
978-3-86099-719-2
»Die wissenschaftliche Forschungsarbeit, von der dieses Buch berichtet, wirft ein völlig neues Licht auf das subjektive Erleben autistischer Kinder und damit auf die frühesten Entwicklungsphasen jeder menschlichen Seele. Meltzer und Mitarbeiter führen meisterhaft vor, wie kreativ die auf ein neues Gebiet der Psychopathologie angewendete psychoanalytische Arbeit ist, weil sie nicht nur den Patienten zu psychischer Gesundheit verhilft, sondern auch zum Verständnis neuer Schichten des menschlichen Seelenlebens führt.«
(Didier Houzel, Professor für Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse, Caen, Franz. Psychoanaly. Vereinigung)

Thielke, Thilo
Philippinen
Unterwegs im Land der 7000 Inseln
196 S., zahlr. Abb., Br., 19,90 €
978-3-86099-711-6
Der Tourismus boomt, die Wirtschaftsprognosen sind glänzend. Die Philippinen sind im Aufbruch. Thilo Thielke liefert kunstvoll geschriebene Portraits und Hintergrundwissen aus einem Land, von dem William Somerset Maugham als paradiesischem »Zaubergarten« schwärmte. Ein Glossar, zahlreiche Karten, vierfarbige Fotos und Lesehinweise runden den Band ab. Unterhaltsam und informativ!

Misslingen des Anderen im Asperger-Syndrom
Psychoanalytische Näherungen
Hrsg. Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit
200 S., Br., 19,90 €
978-3-86099-880-9

Loimeier, Manfred
Szene Afrika
Kunst und Kultur Afrikas südlich der Sahara
220 S., Br., 19,90 €
978-3-86099-716-1
Loimeier unternimmt Streifzüge durch die unterschiedlichsten Formen und Foren afrikanischer Kultur: Malerei, Bildende Kunst, Musik, Theater, Tanz, Film, Fotografie und Literatur. Vom Filmfestival in Ouagadougou bis zur Wiege des Jazz in Kapstadt spannt sich der Bogen. Ein Buch für neugierige Einsteiger wie für alle, die sich vom Reichtum der Kunst und Kultur des Kontinents verführen lassen möchten.


Timmermann, Helene
Eltern psychisch kranker Kinder
Mehrgenerationale Fallrekonstruktionen
320 S., Br., 29,90 €
978-3-86099-881-6
Die Symptome von psychisch oder psychosomatisch erkrankten Kindern können traumatische Erfahrungen der Eltern oder sogar der Großeltern widerspiegeln. Die psychoanalytische Behandlung kann dann nur unter Berücksichtigung einer mehrgenerationalen Perspektive und der Beschäftigung mit dem biographischen Hintergrund des Kindes erfolgreich sein.

Frölich, Manuel /Klumpjan, Helmut /Melber, Henning
Dag Hammarskjöld (1905-1961)
Für eine friedliche Welt – Ideen und Impulse des zweiten UN-Generalsekretärs
160 S., Br., 17,90 €
978-3-86099-710-9
Eine Hommage an die Persönlichkeit Dag Hammarskjöld, eine Würdigung in Erinnerung der Werte und Normen einer politischen Ethik, die auch im 21. Jahrhundert noch Gültigkeit besitzt. Ein Beitrag zur Diskussion über global governance.

Stephanos, Samir
Psychosomatisch-psychoanalytische Therapie
Heilungsprozess, Objektbeziehung und kulturelles Milieu
300 S., Br., 29,90 €
978-3-86099-705-5
Stephanos hat ein psychoanalytisch-psychosomatisches Behandlungskonzept für somatisch erkrankte und psychisch sehr schwer belastete Patienten entwickelt. Seine Jahrzehnte umfassenden Forschungen und Erfahrungen aus einem stationären Behandlungssetting macht der Autor in diesem Buch für die ambulante Therapie nutzbar.

Buro, Andreas
Gewaltlos gegen Krieg
Erinnerungen eines streitbaren Pazifisten
320 S., Br. mit Fotos, 24,90 €
978-3-86099-709-3
Flucht vor den Bomben, als Jugendlicher im Krieg, vom ersten Ostermarsch an dabei, in vielen Teilen der Welt für Frieden tätig, Politikwissenschaftler und Friedensforscher – Andreas Buro erzählt, wie er zu seiner Lebensaufgabe fand, Frieden zu fördern und Krieg zu überwinden. Ein spannungsreiches, oft riskantes und doch erfülltes Leben zwischen den düsteren Wolken der herrschenden Machtpolitik und dem Einsatz für eine friedlichere Welt.

Schaich, Ute
Schwierige Übergänge
Trennungserfahrungen, Identität und Bildung in der Kinderkrippe
Risiko- und Bewältigungsfaktoren aus interkultureller Perspektive
424 S., Br., 39,90 €
978-3-86099-882-3

Kusterle, Karin
Die Macht von Sprachformen
Der Zusammenhang von Sprache, Denken und Genderwahrnehmung
224 S., Br., 19,90 €
978-3-86099-883-0

Heimes, Ernst
Mirjam Ghettokind
Schauspiel über das Ghetto Theresienstadt und die Kinderoper Brundibar
100 S., Abb., Br., 11,90 €
978-3-86099-712-3

Deppert, Fritz /Döring, Christian /Juritz, Hanne F.
Windklug wie Sand
Literarischer März 17
200 S., Br., 19,90 €
978-3-86099-714-7

afrika 2012
Taschenkalender
Herausgegeben und bearbeitet von Volkhard Brandes und Cornelia Wilß
256 S., Br., € 9,90
978-3-86099-704-8


Zumach, Andreas
Militärmacht Deutschland
Wohin marschiert die Bundeswehr?
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-688-1
»Nie wieder Krieg!« – Diese Lehre der Deutschen aus dem Zweiten Weltkrieg ist fast vergessen. Nach Ende des Kalten Krieges und der Vereinigung von BRD und DDR
begann die schleichende Wiedergewöhnung an den Einsatz deutscher Soldaten im Ausland.
Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist Deutschland mit immer mehr Soldaten und Material aktiv am eskalierenden »Krieg gegen den Terrorismus« beteiligt. Hauptschauplatz ist derzeit noch Afghanistan. Seit 1994 werden die Bestimmungen von Grundgesetz und Völkerrecht (UNO-Charta) zum Kriegsverbot
von der Berliner Regierung und Parlamentsmehrheit missachtet.
Ab 2011 wird die Bundeswehr zur kampftauglichen Elitetruppe umgebaut. Doch wächst auch die öffentliche Kritik an der Neuausrichtung der Bundeswehr.


Stern, Daniel N.
Ausdrucksformen der Vitalität
Die Erforschung dynamischen Erlebens in Psychotherapie, Entwicklungspsychologie und den Künsten
224 S.,  Gb., € 24,90
978-3-86099-692-8
In seinem neuen Buch erforscht der berühmte Entwicklungspsychologe und Psychoanalytiker Daniel N. Stern die »Vitalität« – die Kraft oder Stärke, die alles, was lebt, ausdrückt. Dieses Meisterwerk des brillanten Klinikers und Wissenschaftlers ist ein lehrreiches und fesselndes Buch und vertieft unser Verständnis der psychischen Entwicklung.

Daniel N. Stern, M. D., Psychoanalytiker, international renommierter Säuglingsforscher und Entwicklungspsychologe, Honorarprofessor für Psychologie an der Universität von Genf und Lehrbeauftragter für Psychiatrie an der Cornell Medical School. international bekannter Verfasser von Bestsellern, die alle ins Deutsche übersetzt wurden: Mutter und Kind. Die erste Beziehung; Tagebuch eines Babys; Die Lebenserfahrung des Säuglings; Die Mutterschaftskonstellation; zus. mit Nadia Bruschweiler-Stern: Geburt einer Mutter. Autor von Aufsätzen zum Thema zusammen mit der Bosten Study Group in der Fachzeitschrift Psyche (2003, 2004).
Zuletzt bei Brandes & Apsel: "Der Gegenwartsmoment" über gelebter Erfahrung, die nur sekundenlang andauern, aber häufig tiefe Wahrheiten über unsere Psyche und unsere Erlebensweise offenbaren. "Der Gegenwartsmoment", lieferbar bei Brandes & Apsel, 288 S., Br., € 29,- [ISBN 978-3-86099-817-5]

Laimböck, Annemarie
Das psychoanalytische Erstgespräch
Überarbeitete und ergänzte Neuauflage des 2000 in der edition diskord erschienenen Titels
160 S.,  Br., € 14,90
978-3-86099-694-2
Das Erstgespräch ist so um ein einzigartiges Moment der psychoanalytischen Methode zentriert: der schwierigen Passage. Diese zentrale Stelle ist ein Kulminationspunkt, ein Matchpoint, an dem sich eine unbewusste Dynamik dahingehend zuspitzt, dass eine Veränderung, eine kreative Leistung oder eine Wiederholung, ein Rückfall stattfindet. In diesem Zusammenhang geht es um das Veränderungspotential bereits oder gerade in dieser ersten Begegnung, die damit verbundene Erfahrung des Patienten mit der Methode und seiner für eine mögliche spätere Behandlung nötigen Motivation.

Leuschner, Wolfgang
Einschlafen und Traumbildung
Psychoanalytische Studie zur Struktur und
Funktion des Ichs und des Körperbildes im Schlaf
192 S.,  Br., mit Abb., € 19,90
978-3-86099-695-9
Die Studie behandelt das Phänomen Einschlafen als ein folgenreiches Geschehen für die Traumbildung, den Schlaf und das Tagesleben. Denn anders als im Schlaf bleibt im Einschlafen die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung erhalten. Dadurch wird es möglich, wie bei Zeitlupenaufnahmen zu verfolgen, wie Inhalte und Formen von Wahrnehmungen, Denken und Körperempfindungen zunehmend Veränderungen unterliegen. Dies ist als Ausdruck einer Regression zu frühen Erlebniszuständen zu verstehen.


Berger, Ágnes/ Henningsen, Franziska/ Hermanns, Ludger M./ Togay, János Can (Hrsg.)
Der psychoanalytische Aufbruch
Budapest-Berlin 1918-1920
200 S.,  Br., € 19,90
978-3-86099-697-3
Durch die historisch-gesellschaftlichen Ereignisse nach 1918 – Zerfall der Monarchie, kommunistische, dann faschistische und schließlich sozialistische Regime – konnte Freuds Plan, das Zentrum der psychoanalytischen Bewegung nach Budapest zu versetzen nie verwirklicht werden. Die ungarische Psychoanalyse geriet durch ihre Isolation aus dem Hauptstrom der Entwicklung heraus. Insbesondere durch die ungarischen Emigranten Melanie Klein, Sandor Rado und Franz Alexander erfuhr das 1920 gegründete Berliner Psychoanalytische Institut einen großen Auftrieb und konnte sich auch durch diese Hilfe zur international angesehenen Ausbildungsstätte entwickeln.


Bollas, Christopher
Die unendliche Frage
Zur Bedeutung des freien Assoziierens
272 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-693-5
Der weltbekannte Analytiker beschreibt, wie Freuds Methode des freien Assoziierens den Patienten und den Analytiker zu Antworten hinführt, die immer neue Fragen mit sich bringen. Eloquent und überzeugend demonstriert Bollas, dass der analytische Prozess davon profitiert, wenn der Analytiker, statt vorschnell zu deuten, weitere Unsicherheit zulässt. Zum klinischen Material des Buchs zählen Transkripte realer Analysestunden, die Bollas mit Kommentaren versieht, in denen er zentrale Aspekte des freien Assoziierens in der Praxis beleuchtet. Ergänzt werden diese Transkripte durch eingehende Falldiskussionen sowie weiterführende theoretische Betrachtungen, die insbesondere Freuds Theorie der logischen Abfolge der Einfälle hervorheben: Wenn wir lernen, auf die Logik des freien Assoziierens zu hören, wird das Unbewusste mehrstimmiger zu uns sprechen, als wenn wir uns lediglich auf Freuds Theorie der verdrängten Vorstellungen verlassen.


Staufenberg, Adelheid Margarete
Zur Psychoanalyse der ADHS
Manual und Katamnese
300 S.,  Br., € 29,90
978-3-86099-696-6
Staufenberg stellt die Behandlung von Kindern mit ADHS-Diagnose vor. Der Schwerpunkt liegt bei den hyperaktiven Kindern mit Problemen der Impulskontrolle, die das analytische Setting mit seinem festen Rahmen von Raum und Zeit besonders herausfordern. Die einzelnen Aspekte werden durch Fallvignetten veranschaulicht. Dem Manual schließt sich eine Falldarstellung an, die die im Verlauf einer Langzeitbehandlung diskutierten therapeutischen Prozesse sichtbar macht. Die psychoanalytische Theorie wird herangezogen, um ein psychodynamisches Verständnis der ADHS zu begründen, und wird im Manual wieder aufgegriffen, weitergeführt und ergänzt. Das Mentalisierungskonzept nimmt insofern eine besondere Stellung ein, als es für die Behandlungstechnik angewendet wird. In der Katamnesestudie wird eine aufwendige Datenauswertung von Ambulanzunterlagen vorgestellt, mit der retrospektiv ADHS-Fälle identifiziert wurden. Der Leser erhält einen Einblick in die individuellen Behandlungsverläufe der unterschiedlichen Behandlungsmethoden, die im Anschluss an die Erstgespräche gewählt wurden.


Hafeneger, Benno
Strafen, prügeln, missbrauchen
Gewalt in der Pädagogik
136 S.,  Br., € 14,90
978-3-86099-703-1
Körperliche und sexualisierte Gewalt, die von Erwachsenen in pädagogischen Einrichtungen ausgeht, ist bisher kaum thematisiert worden. Erst mit der Berichterstattung über die Skandale in katholischen Internaten, in Reformschulen, in Jugendchören, bei Freizeiten und erneut über die Heim erziehung in den ersten Nachkriegsjahrzehnten kommt auch die institutionalisierte und professionalisierte Pädagogik in den Blick. Zu deren zentralen historisch tradierten Denkmustern gehört, dass die junge Generation den Erwachsenen gehorcht und diese über sie pädagogisch verfügen kann. Weiter geht der Band auf die Rechtsprechung und Gesetzgebung ein, weil diese immer auch den Umgang mit der jungen Generation regeln und anzeigen, in welcher Entwicklungssituation sich eine Gesellschaft gerade befindet.


Steinweg, Reiner/ Laubenthal, Ulrike (Hrsg.)
Gewaltfreie Aktion
Erfahrungen und Analysen
Mit Beiträgen von Martin Arnold, Sruti Bala, Andreas Buro, Theodor Ebert, Christian Führer, Hildegard Goss-Mayr, Wolfgang Hertle, Joachim Heilmann, Matthias Hollerbach, Egbert Jahn, Ulrike Laubenthal, Jens Magerl, Michael N. Nagler, Sari Nusseibeh, Uwe Painke, Jörg Rohwedder, Hiltrud Rösch-Metzler, Jochen Stay, Reiner Steinweg, Wolfgang Sternstein, Katja Tempel, Konrad Tempel, Saskia Thorbecke, Roland Vogt, Renate Wanie.
288 S.,  Br., € 21,90
978-3-86099-689-8
Steinweg und Laubenthal, seit vielen Jahren an gewaltfreien Aktionen beteiligt, analysieren gemeinsam mit namhaften Autorinnen und Autoren Theorie und Praxis, Geschichte und Gegenwart des gewaltfreien Widerstands im internationalen Kontext. Mehr als zwanzig Autorinnen und Autoren untersuchen die Gewaltfreie Aktion anhand praktischer Erfahrungen in unterschiedlichen Situationen, Ländern und Epochen. Fundierte Analysen und prägnante Reflexionen ermöglichen differenzierte Zugänge zu der komplexen Materie. Der Bogen spannt sich vom gewaltlosen Widerstand gegen Sklaverei, religiöse Intoleranz und Rassendiskriminierung über die Montagsdemonstrationen in Leipzig 1989 und den 2010 in einem Blutbad endenden Versuch, die israelische Blockade des Gaza-Streifens zu durchbrechen, bis zum Widerstand gegen Castor-Transporte und »Stuttgart 21« und die Diktaturen in den arabischen Ländern. Hinzu kommen Beiträge zu den Grundlagen gewaltfreien Widerstandes und zivilen Ungehorsams. Praktische Hinweise zu gewaltfreien Aktionen, eine umfassende Bibliografie u. a. m. ergänzen den Band.

Gundert, Helmut
Mein widerständiges Leben
Erinnerungen eines Aktivisten
136 S.,  Br., mit Fotos, € 14,90
978-3-86099-687-4
Zeitzeuge, Rebell, unbequemer Mahner – Helmut Gunderts Erinnerungen zeugen von einem Leben, das von sozialer und ökologischer Verantwortung geprägt ist, getragen von der Überzeugung, dass es sich lohnt, aufzubegehren. 1927 als Sohn eines deutschen Teepflanzers geboren wuchs Helmut Gundert im Hochland von Habinsaran auf Sumatra auf. Von dort führte ihn sein Weg als Zwölfjähriger nach Hitlerdeutschland und weiter in den Zweiten Weltkrieg und in Gefangenschaft. Weil ihm das aufstrebende Wirtschaftswunderland Deutschland zu eng war, wanderte er mitsamt seiner Familie nach Namibia aus – und erfuhr dort hautnah, was die Apartheidpolitik anrichtete. Zurück in Deutschland arbeitete er als landwirtschaftlicher Sachverständiger und versuchte später als Mitarbeiter von Brot für die Welt in über 25 sogenannten Entwicklungsländern als Landwirt, Hunger und Armut zu bekämpfen. Er engagierte sich im ökologischen Landbau bei Bioland, wo er als ehrenamtlicher Geschäftsführer des Landesverbandes Baden-Württemberg maßgeblich dessen Entwicklung prägte. Gundert berichtet über alte Abhängigkeiten und Vorurteile, aber auch von kämpferischem Selbstbewusstsein und dem Willen nach Selbstbestimmung und Freiheit. Wir erfahren aus seiner Perspektive, welche Wunden der Vietnamkrieg Land und Leuten zugefügt hat und mit welchem Kraftaufwand sich die Menschen für eine bessere Zukunft einsetzten. Aus eigenem Erleben berichtet Gundert über die menschenverachtenden diktatorischen Regime in Südkorea und auf den Philippinen.

Jurk, Charlotte/ Gronemeyer, Reimer (Hrsg.)
Bodenlos
Vom Verschwinden des Verlässlichen
Mit Beiträgen von Johannes Beck, Hans-Jürgen Benedict, Rüdiger Dammann, Sigmar Groeneveld, Reimer Gronemeyer, Bernhard Heindl, Alexandra Hilgenstein, Christian Hörl, Ulrich Hubel, Ivan Illich, Charlotte Jurk, Viktor Jurk, Ludolf Kuchenbuch, Monika Kunz, Jörg Neuper, Manuel Pensé, Ulrich Senftleben
288 S.,  Br., € 29,90
978-3-86099-690-4
Umweltskandale bringen es immer wieder zutage: Die agrotechnische Großindustrie ist für die Vergiftung ganzer Lebensmittelzweige verantwortlich und treibt machtvoll die Verödung einstiger Kulturlandschaften voran. »Bodenlos« ist eine genaue Beschreibung für das globale Phänomen der Landvertreibung. Diese hat Enteignung und Entwurzelung von Hunderttausenden von Menschen in der so genannten Dritten Welt zur Folge. Und auch bei uns verschwindet das fruchtbare Land (der Humus) dieser Erde. Die Beiträge des Bandes sprechen vom Leben in der Bodenlosigkeit – sei es als erlebte Lebensgeschichte, Denkgeschichte oder in Reflexion alltäglicher Erfahrungen der Isolation und Verlassenheit. Sie öffnen den Blick dafür, dass der Verlust des Bodens unsere Kultur und unser Dasein radikal verändert. »Bodenlos« ist aber auch die beispiellose Verwüstung des sozialen Lebens in den Ländern des reichen Nordens. Einsamkeit, Bindungslosigkeit und der aufgezwungene Verzicht auf ein tätiges, erfahrbares Leben bringen ein Lebensgefühl hervor, das kaum noch Grund unter sich spüren kann.


Krohn, Helga
»Es war richtig, wieder anzufangen«
Juden in Frankfurt am Main seit 1945
360 S., Br., zahlr. Fotos u. Dok., € 29,90
978-3-86099-691-1
»Es war richtig, wieder anzufangen«, sagte Ignatz Bubis bei der Einweihung des Jüdischen Gemeindezentrums 1986. Erst Jahrzehnte nach der Vertreibung und Vernichtung in der NS-Zeit wagten Juden, ihre Zukunft in Deutschland wieder als gesichert anzusehen. Frankfurts jüdischer Gemeinde und ihren einflussreichen Persönlichkeiten kam eine besondere Rolle beim Wiederbeginn zu. Reichhaltig illustriert und mit Auszügen aus Erinnerungen und Interviews versehen, wendet sich Krohn besonders an eine nichtjüdische Öffentlichkeit, die wenig über die in Deutschland lebenden Juden weiß.


Kross, Jürgen
unverwandt
gedichte
112 S., Br., € 12,90
978-3-86099-701-7
Konsequent setzt der Lyriker Jürgen Kross sein Programm um: asketisch in der Form und im Ausdruck, reduziert er seine Gedichte bis zum sprachlichen Grenzwert. Der ästhetische und intellektuelle Reiz dieser Textrudimente besteht darin, dass sie, auch wenn sie diesen Grenzwert gelegentlich noch zu unterschreiten scheinen, verstanden werden können. Kross – seit den siebziger Jahren ein exponierter Vertreter der zeitgenössischen deutschen Lyrik – verlangt seinen Lesern dabei allerdings viel ab.


Gauch, Sigfrid
Winterhafen
Roman
312 S., Br., € 24,90
978-3-86099-700-0
Die Geschichte einer komplizierten Liebe und eines zu früh beendeten Lebens. Geschickt verschränkt Gauch vielschichtige Beziehungen und unterschiedlichste Milieus. Ein kunstvolles Geflecht. Verwirrend, wie ein Suchbild oft. Und doch konsequent. Ein Liebesroman, aber auch ein Kriminalroman, ein Erziehungsroman und ein gesellschaftskritischer Roman. Ein Zeitroman im besten Wortsinn.


Kustor-Hüttl, Beatrice
Weibliche Strategien der Resilienz
Bildungserfolg in der Migration
300 S.,  Br., € 29,90
978-3-86099-698-0
Resiliente Kinder und Jugendliche sind in der Lage, trotz belastender Lebensumstände ihre Chancen zu erkennen. Sie entwickeln und nutzen kreative Strategien, durch die sie im deutschen Bildungssystem und Berufsleben erfolgreich sind. Ein Migrationshintergrund wird oft nur als Risiko für die schulische Laufbahn gesehen. Kustor-Hüttls Forschung legt jedoch nahe, dass die Entwicklung von Resilienz auch gerade auf dem kulturellen Kapital der Eltern aufbauen kann. Die Kenntnis davon, welche kulturellen Faktoren für den Bildungserfolg hilfreich sind, kann dazu beitragen, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund gezielter zu fördern.


AK Feministische Sprachpraxis (Hrsg.)
Feminismus schreiben lernen
200 S.,  Br., € 19,90
978-3-86099-699-7
Wie schreibe ich feministisch? Was heißt es überhaupt, feministisch zu schreiben? Welches Wissen re/produziere ich im wissenschaftlichen Arbeiten? Und was hat das mit Gender Studies zu tun? Alles, was geschrieben wird, welches Wissen wie zitiert und welche Sprache verwendet wird, ist immer ein Teil von Wissensproduktionen und damit nicht objektiv, neutral und wertfrei. Das bedeutet, dass auch alles, was weggelassen wird, das Resultat einer Entscheidung und damit ein Handeln ist. Das Buch regt dazu an, über das eigene Schreiben als wissenschaftliche Praxis und das, was es bewirken kann, kritisch nachzudenken. Es will dazu ermutigen, neue Formen feministischer Sprach- und Schreibpraktiken auszuprobieren und in bestehende Schreibnormen zu intervenieren.


Yolanda Prieto /Sabine Keller:
Zwei Kontinente - ein Leben
Dos continentes, una vida
Gespräche mit argentinischen Künstlern, Schriftstellern und Denkern in Europa
156 S., Br., € 14,90
 978-3-86099-677-5
Zwei Kontinente - ein Leben porträtiert in Interviewform - begleitet von ausdrucksstarken Fotos - Menschen aus Argentinien, die vor allem im deutschsprachigen Europa eine Heimat gefunden haben. Was gibt ihnen die europäische Kultur, wie verschmelzen die unterschiedlichen Lebenserfahrungen miteinander? Was hat die Porträtierten zum Auswandern bewegt, was bringt ihnen das Leben in Europa, was vermissen sie, was können sie als Argentinier einbringen, wie sehen sie die Menschen und das Land, in dem sie heute leben? Künstler, Musiker, Tänzer, Sänger, Regisseure, Philosophen, Schriftsteller und Fotografen geben Antworten. Gespräche u.a. mit Sol Gabetta, Miguel Rothschild, Maria Cecilia Barbetta, Ciro Cappellari, Tomás Saraceno, Carmen Piazzini, Ernesto Garzón Valdés, Jeanine Meerapfel, Semino Rossi, Marta Colussi, Marta Kapustin, César Lozano, Nidia Palacios, Fabiana Jarma und Andrés Wertheim. Die Autorinnen, der Herausgeber: Yolanda Prieto, seit 1995 mit ihrer Familie in Frankfurt am Main, tätig in der Werbebranche, literarische Arbeiten. Sabine Keller, Fernsehjournalistin beim SWR, lebt in Frankfurt am Main. Claudio Blasco, gebürtiger Argentinier, Übersetzer und Herausgeber der Zeitschrift La Guía in Frankfurt am Main.

Zeul, Mechthild:
Pedro Almodóvar
Seine Filme, sein Leben
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-629-4
Die Filme des international bekannten Regisseurs Pedro Almod?var sind schrill, rebellisch und von besonderer Sensibilität. Sie haben ihren Ursprung in der Movida, der Madrider Jugendbewegung der 70er und 80er Jahre. Ihr Motto lautete: "Man lebt nur einmal", und stellte eine freizügige Gegenbewegung nach 40 Jahren frankistischer Repression dar. Durch seine aktive Teilhabe an dieser kreativen und experimentellen Jugendbewegung entwickelt Alvod?var seine Filmästhetik, die sich aus seiner subkulturellen homosexuellen Sensibilität speist, der Queer-Ästhetik. Künstlichkeit, Übertreibung, Theatralik und das Zwitterhafte der Geschlechter zeichnen seine international anerkannten Filme aus. Die globale Rezeption seines Werkes ist beeindruckend. Er gibt postmodernen Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts einen filmischen Ausdruck, indem er Bindungen, Geschlechtsidentitäten und kulturelle Stereotypen dekonstruiert. Durch die Verbindung von Camp- und Queer-Ästhetik macht er sich humorvoll über die Heteronormativität her, die hybriden Gestalten seiner Filme lassen uns lachen und weinen.

Verunsichernde Orte
Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstättenpädagogik
Hrsg. Thimm, Barbara u.a.
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-630-0
Das Wissen über NS-Gedenkstätten ist tief verunsichernd, umso mehr braucht pädagogische Vermittlung an diesen Orten Orientierung - für BesucherInnen und MitarbeiterInnen gleichermaßen. Um den verschiedenen Funktionen von Gedenkstätten im Spannungsfeld zwischen Wissensvermittlung und Gedenken heute gerecht zu werden, ist eine Neuverständigung über realistische Ziele und zeitgemäße Methoden nötig. 65 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus ist die Gedenkstättenpädagogik ein Arbeitsfeld, das sich etabliert hat. Die Professionalisierung und der Abschied von den Zeitzeugen lenken die Aufmerksamkeit auf die vielfältigen pädagogischen und psychologischen Fragen, die die MitarbeiterInnen bei ihrer Arbeit zu berücksichtigen haben und die bisher nicht zusammengefasst worden sind. Im Rahmen des Bundesmodellprojekts »Gedenkstättenpädagogik und Gegenwartsbezug« haben PädagogInnen aus 12 Gedenkstätten aus Deutschland, Österreich und Polen ein Berufsbild Gedenkstättenpädagogik entwickelt, das zusammen mit einem Praxisteil mit Übungen zur Selbstreflexion für eine zeitgemäße Erinnerungsarbeit qualifizieren und weiterbilden soll. Die HerausgeberInnen: Barbara Thimm, Kulturpädagogin, seit 15 Jahren in der historisch-politischen Bildung und Gedenkstättenpädagogik tätig. Seit 2007 Projektleitung Bundesmodellprojekt »Gedenkstättenpädagogik und Gegenwartsbezug«.

Moyo!
Stimmen aus dem Kongo
Hrsg.  Muamba, Muepu
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-631-7
2010 sind 50 Jahre seit der Befreiung der Demokratischen Republik Kongo aus kolonialer Herrschaft vergangen. Hier schreiben kongolesische Kulturschaffende aus Literatur, Musik, Kunst und Film über ihr Land. Der Kongo wird im Ausland meist als unregierbares Bürgerkriegsland wahrgenommen. Das Buch ist eine Einladung, den »unbekannten« Kongo kennenzulernen und sich von der Vitalität und Kreativität kongolesischer Künstler und Denker inspirieren zu lassen. Für deutschsprachige Leser taugt der Kongo gerne als Projektionsfläche für Afrika-Phantastereien und als Ort kriegerischer Gräueltaten. Über die vielschichtige Kultur, die sich in Kunst, Literatur, Musik und Film niederschlägt, über die kreative Szene, die sich in Kinshasa und in anderen kongolesischen Großstädten etabliert hat oder sich auch in der Diaspora zu Wort meldet, ist hierzulande recht wenig bekannt. »wir wollen eigenhändig die Architektur unserer Zukunft entwerfen und selbst unser Schicksal in die Hände nehmen ... wir sind wirklich zu dieser Reife des entschiedenen inneren Aufruhrs unserer selbst angelangt« (Muepu Muamba, Der Aufstand, Cotonou 1982)

Bion, Wilfred R.:
Die brasilianischen Vorträge
Deutsche Originalausgabe
284 S., Gb., € 29,00
978-3-86099-681-2
In den 1970er Jahre wurde Bion zu Vorträgen nach Sao Paulo und Rio de Janeiro eingeladen. Diese Vorträge wurden als Buch in den 1990er Jahre veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen seine Theorie des Denkens als einer Fähigkeit, die sich in der frühen Mutter-Kind-Beziehung entwickelt, sein Verständnis der Psychose und des psychotischen Patienten.
Wilfred R. Bion (1897-1979), Studium der Medizin, dann psychoanalytische Ausbildung. In leitender Funktion an der Tavistock Clinic, der London Clinic of Psychoanalysis und in der British Psychoanalytic Society.
BION bei B&A::Leben und Werk, Tavistock-Seminare italienische Seminare, Aufmerksamkeit und Deutung  Raster und Zäsur  Metapsychologie


Lachmann, Frank M.:
Narzissmus verstehen und verändern
336 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-632-4
Lachmann entwickelt die bahnbrechenden Untersuchungen Kohuts weiter, indem er den Stellenwert der nonverbalen Kommunikation und dyadischen Interaktion beleuchtet. Er zeigt auf, wie die analytische Therapie den Narzissmus hin zu einem produktiven Leben verändern kann. Dieses gehaltvolle Buch ist für Psychotherapeuten jeder theoretischen Orientierung wertvoll und für die Praxis geschrieben. Dieses Buch leistet einen bedeutsamen Beitrag zu unserem Verständnis der Pathologien des Selbst. Lachmann beschreibt, wie Empathie und Humor als Hefe in Beziehungen wirken können, die auf Wechselseitigkeit und Veränderung angelegt sind und damit Wachstum und Entwicklung anregen. Sein Werk kündet von der zentralen Bedeutung, die der von Analytiker und Patient gemeinsam erlebten Beziehung, der Intersubjektivität, zukommt. Seine Falldarstellungen sind gleichermaßen lehrreiche wie gehaltvolle Beispiele für die besonnene und respektvolle Haltung, die die therapeutischen Beziehungen prägen. Das Buch sei allen psychoanalytischen Psychotherapeuten als ein Dokument therapeutischer Weisheit ans Herz gelegt.

Andresen, Henning:
Staatlichkeit in Afrika
Muss Entwickllungshilfe scheitern?
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-671-3
Henning Andresen liefert hier einen Beitrag zu der kontroversen Debatte über Sinn und Zweck von Entwicklungspolitik. Heute geht es den meisten Afrikanern kaum besser als zum Ende der Kolonialzeit. Häufig werden historische und wirtschaftliche Ausbeutung als Gründe der Fehlentwicklungen genannt. Doch ist Afrika wirklich nur Opfer? Der Autor stellt dar, wie schwache Staatlichkeit und hohe Korruption Fortschritte und erfolgreiche Auslandshilfe behindern, und untersucht, ob die Demokratisierung die Regierungsführung verbessert hat. In oft überraschenden Beispielen aus dem afrikanischen Alltag zeigt der Entwicklungsexperte, wo die Konfliktlinien zwischen afrikanischer Soziokultur einerseits und guter Regierungsführung, Entwicklung und erfolgreicher Entwicklungshilfe verlaufen. Er legt detailliert dar, welche negativen Auswirkungen die massive Abhängigkeit von Auslandshilfe über die einzelnen Vorhaben hinaus oft hat, etwa indem sie den Staat noch zusätzlich schwächt.

Bergstresser, Heinrich:
Nigeria
Annäherung an ein schwieriges Land
256 S., Br., € 24,90
978-3-86099-672-0
Nigeria ist ein Land der extremen Gegensätze. Heinrich Bergstresser versucht sich dieser Realität zu nähern und geht den Gründen für die vielfältigen Verwerfungen des »Systems« Nigeria nach. Auch mit Hilfe junger und etablierter nigerianischer Autoren wirft er einen ungeschminkten Blick auf dieses schwierige Land. Der größte christlich-islamische Staat der Welt und bevölkerungsreichste Teil Afrikas, der über große Erdöl- und riesige Erdgasreserven verfügt und die größte afrikanische Diaspora in Übersee stellt, versucht seit nunmehr 50 Jahren den Weg zu finden, aus dem ethnisch und religiös hochkomplizierten Gebilde Nigeria eine Nation zu formen. Irrungen und Wirrungen kennzeichnen diesen Weg, auf dem Freud und Leid, Gewalt und Kreativität, Repression, ungebrochener Überlebenswille und Optimismus Hand in Hand gehen. Noch ist dieser Staat nicht kollabiert, sondern spielt geopolitisch in Afrika zusammen mit Südafrika nach wie vor eine führende Rolle, und die Führungsmächte der Welt betrachten Nigeria als einen zentralen Eckpfeiler ihrer Afrikapolitik.

Körner, W. H.:
Der Tod des ägyptischen Träumers
256 S., Br., € 24,90
978-3-86099-673-7
Sehnsüchte nach einer Existenz als Außenseiter prägen schon früh den aus einengenden Verhältnissen stammenden Romanhelden. Verstört durch Kriegsjahre und Hektik des Wiederaufbaus beginnt er ein unruhiges Leben. Erst nach Jahren versucht er, zwischen Vergangenheitsbezug und Lebensentwurf wieder einen Zusammenhang herzustellen. Es gelingt ihm nicht. Aus Legenden schälen sich Wirklichkeiten heraus - und umgekehrt. Und diese Wirklichkeiten wirbeln sich dann noch selbst durcheinander. Form und Inhalt fügen sich bei Körner zu einer Einheit, in der ein Suchender zum Zerrissenen, ein sich Befreiender zum Verzweifelten wird. In den sechziger Jahren lernt Nils, der Protagonist des Romans, als junger Mann im ummauerten Westberlin die Lehrerin Marie kennen und lieben. Marie bewirbt sich im Ausland, und schon bald wird ihr an der deutschen Schule in Kairo eine Stelle angeboten. Zusammen gehen sie dorthin, "wo die Kultur ihren Ursprung hat". Aber auch hier holt Nils nach wenigen glücklichen Jahren, in denen ihr Sohn Amir geboren wird, "das über allem Existenziellen schwebende Verhängnis" ein und zeigt ihm die Ausweglosigkeit seines Seins. Marie und das Kind fallen einem Verbrechen zum Opfer. Nils zieht sich nach Berlin in die abgeschiedene Welt der Erinnerungen und Träume zurück. Der Gedanke an einen vorzeitigen Abschied vom Leben scheint ihm die einzige würdige Antwort zu sein. Er reist wieder nach Kairo, um vor aller Welt die Absurdität der menschlichen Existenz deutlich zu machen und den zynischen Plan eines Attentats ausgerechnet im ewigen Land am Nil in die Tat umzusetzen...

Freiheit, meine Sehnsucht
Hrsg.: Ripken/Schulze
156 S., Br., € 14,90
978-3-86099-674-4
In vielen Ländern der Welt werden Autorinnen und Autoren verfolgt, bedroht, inhaftiert oder sind ihres Lebens nicht sicher. In vielen Ländern der Welt gehört das Gefängnis zur ihren existentiellen Erfahrungen. Oft ist Exil der einzige Ausweg. Freiheit, meine Sehnsucht versammelt Texte, die in literarischer Form das Grundrecht auf Meinungsfreiheit einfordern. Schriftstellerinnen und Schriftsteller geben hier ihren Erfahrungen von Verfolgung, Gefängnis und Exil, aber auch ihres Widerstandes und Überlebenswillens auf unterschiedliche Weise einen literarischen Ausdruck. Texte von Pegah Ahmadi, Zuhdi Al-Dahoodi, Manolis Anagnostakis, Faraj Bayrakdar, Mario Benedetti, Horacio Castellanos Moya, Ángel Cuadra, Mircea Dinescu, Ariel Dorfman, Ferreira Gullar, Nâzim Hikmet, Chenjerai Hove, Giorgos Alexandros Mangakis, Ngugi wa Thiong'o, Nguyên Chí Thiên, Mansur Rajih, SAID, Ken Saro-Wiwa, Ahmad Schamlu, Wole Soyinka, Wassyl Stus, Pedro Tierra, Kateb Yacine, Nada Yousif. Die Herausgeber: Peter W. Schulze, geboren 1977, Filmwissenschaftler an der Gutenberg-Universität Mainz, engagierte sich jahrelang in der amnesty international-Sektionsgruppe "Verfolgte AutorInnen und JournalistInnen für Meinungsfreiheit". Peter Ripken, geboren 1942 in Bielsko, Journalist und Literaturvermittler, lange Jahre Leiter der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V. - litprom. Derzeit Vorstandsvorsitzender des International Cities of Refuge Network ICORN. Das Internationale Netzwerk Städte der Zuflucht - International Cities of Refuge Network (ICORN) - ermöglicht verfolgten Schriftstellerinnen und Schriftstellern, in verschiedenen Städten weltweit, darunter Frankfurt am Main, Zuflucht zu finden und ohne Bedrängnis zu schreiben. Die Edition Shahrazad bietet ein Forum für Themen und Texte, die das Grundrecht auf Meinungsfreiheit literarisch leben

Im Rampenlicht verborgen
Jahrbuch für Literatur 16
256 S., Br., € 22,90
978-3-86099-675-1
Niemand glaubt ernsthaft, alles zu wissen über diejenigen, die im Lichtkegel der Scheinwerfer stehen. "Im Rampenlicht verborgen" ist so manches. Doch die mehr als dreißig Texte des Jahrbuchs für Literatur 16 versuchen geschickt, einiges Licht in das Dunkel oder Halbdunkel unserer Geheimnisse zu bringen, viele verborgene Rätsel unseres Lebens sichtbar zu machen . "Jedes Jahr aufs Neue findet der Jäger und Sammler deutscher Gegenwartsliteratur (Sigfrid Gauch) ein gerüttelt Maß an Lyrik, Prosa und Essay, das es wert ist, für eine interessierte, auch jungen Autoren aufgeschlossene Leserschaft filtriert und zwischen kunstvoll gestalteten Buchdeckeln ediert zu werden." (Die Rheinpfalz) Wieder bietet das Jahrbuch ein breites Spektrum an Themen, Texten, Autoren, lädt ein zu einer Reise durch das literarische Schaffen der Gegenwart. Wilhelm Genazino deckt den Stellungskrieg des Normalen im Werk von Ursula Krechel auf, Monika Rinck entwirft eine Poetologie der "Weltgelegenheiten", und Daniela Dröscher behauptet, dass man von dem, was in der Welt ist, nichts mit Gewissheit sagen könne, nicht einmal, ob sich in dem Zimmer, in dem man sich gerade aufhielt, wirklich kein Rhinozeros befände. Dafür verzichtet die Protagonistin bei Veronika Peters auf eine Reise nach Manhattan, einem Karton mit dem schriftlichen Nachlass eines nahen Menschen zuliebe, und Sarah Alina Grosz weiß, "so / etwas wie filter / habe ich nicht, / bin / ein schloss ohne schlösser". Ruth Johanna Benrath dagegen entdeckt ein kurzes Brieflein von Bettine von Arnim und ruft ihr zu: "lass es uns machen / wie die Kiefern ineinander verkeilt". In einem spannungsgeladenen Langgedicht beleuchtet Dieter M. Gräf das verheerende "Reich Gottes" der Wiedertäufer von Münster aus dem 16. Jahrhundert. Im Gegensatz zu diesen theologischen Abgründen nimmt uns Sabine M. Krämer mit in die menschlichen Verborgenheiten. Der Zeichner im Text von Christoph Peters betreibt eine Bestandsaufnahme der besonderen Art, und in ihrer Laudatio auf Emine Sevgi Özdamar stellt die Literaturwissenschaftlerin Franziska Schößler fest, dass diese, mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet, "ganz entscheidende Texte für die kulturelle Selbstauslegung in diesem Land geschaffen" habe. All diese Texte können durchaus hilfreich sein, viele im Rampenlicht verborgene Seiten unseres Lebens sichtbar zu machen.

Czuba-Konrad et al.:
Wortwandlerinnen
256 S., Br., € 14,90
978-3-86099-676-8
Autorinnen aus europäischen und außereuropäischen Ländern erzählen von ihrer ganz persönlichen Reise zur deutschen Sprache. Mit Ernst und Ironie beschreiben sie ihren Weg vom anfänglichen Stolpern über ungewohnte Laute bis zur Eroberung der neuen Sprache und der Faszination der Mehrsprachigkeit. Entstanden ist ein facettenreiches literarisches Zeugnis interkultureller Integration. Ein neues Leben in einem noch fremden Land zu beginnen, ist ein Abenteuer. Im Literaturclub der Frauen aus aller Welt e. V. in Frankfurt am Main versuchen seit den 1990er Jahren Frauen aus nicht deutschsprachigen Ländern, sich mit gemeinsamen literarischen Projekten dieser Herausforderung zu stellen. Zu der Gruppe schreibender Frauen zählen aber auch einige Frauen mit Deutsch als Muttersprache. Zentrales Thema dieser Anthologie ist der Erwerb und das sich Einleben in der deutschen Sprache. Einfühlsam begleitet hat die schreibenden Frauen der ehemalige Lektor und frühere Leiter des Frankfurter Literaturhauses Thomas Beckermann. Von ihm stammt auch das Nachwort zu dem Buch. "Die Lust am literarischen Schreiben und der Ehrgeiz, sich auf Deutsch auszudrücken und das Können zu verfeinern, eint die Frauen. (...) Das Interesse am Schreiben, an Sprache und Literatur bringt die einheimischen und emigrierten Frauen zusammen, sind die Treffen ein Beispiel von gelebter Integration." (Canan Topcu, Frankfurter Rundschau)

Scharff, Jörg M.:
Die leibliche Dimension in der Psychoanalyse
208 S., Gb., € 19,90
978-3-86099-678-2
Die Psychoanalyse befasst sich seit jeher mit dem Leiblichen, sieht sie es doch in enger Verbindung mit der triebhaften Natur des Menschen. Scharff wirbt für eine Einstellung, die das Unbewusste nicht aus seiner Einbettung in das Sinnliche löst, sondern genau das in die Analyse integriert. Für das Verständnis des Patienten haben Scharffs Ausführungen insofern große Bedeutung, als die Analytikerin oder der Analytiker vermittels einer geschulten Aufmerksamkeit auch für die sinnlich-gestische Ebene der Interaktion dann sowohl über eine verbesserte Wahrnehmung für die Hintergrundbefindlichkeit seines Patienten oder seiner Patientin als auch für die spezifischen Aktualisierungen unbewusster Szenen verfügt. Voraussetzung für eine solchermaßen aufgefächerte und differenzierte Wahrnehmung ist, dass der Analytiker in der Sitzung in "verkörperter Aufmerksamkeit" wach, präsent und lebendig ist und somit einen gute Zugang zur eigenen leiblichen Befindlichkeit und den mit ihr assoziierten sinnlichen Empfindungen hat.

König, Karl:
Gegenübertragung und Persönlichkeit
336 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-679-9
König geht es in seinem Buch darum, wie sich bestimmte Charakterzüge eines Psychotherapeuten auf bestimmte Aspekte seines therapeutischen Handels auswirken. Er diskutiert in seinen durch und durch praxisrelevanten Buch detailreich und konkret die verschiedenen persönlichkeitsabhängigen Gegenübertragungserscheinungen. Das Erkennen und Bearbeiten störender Gegenübertragungen, die sich aus dem Charakter des Psychotherapeuten speisen, verbessert seine Therapieergebnisse. Zur Analyse dieser Gegenübertragungen gehört, dass er sich klar darüber wird, welche Einflüsse sein Charakter auf welchen Patiententyp haben kann. Der Schwerpunkt des Werkes liegt in der Beschreibung und Analyse therapeutischer Situationen, die bei Psychotherapeuten intensive Emotionen auslösen, wobei der Charakter des Therapeuten oder der Therapeutin Art und Intensität der Emotionen bestimmt. Hinzu kommen die verschiedenen Arten des Intervenierens und Deutens sowie auch der Indikationsstellung in Abhängigkeit von der Charakterstruktur.
Karl König, Prof. em., Dr., Psychoanalytiker und Internist, Lehranalytiker und Supervisor am Göttinger Lou Andreas Salomé-Institut und dessen langjähriger Leiter. Leitung der Abt. Klinische Gruppenpsychotherapie der Uni Göttingen. Zahlreiche Buchpublikationen zu Themen der Psychoanalyse in mehreren Auflagen und Artikel in Fachzeitschriften.

Rosenberg, Frank:
Introjekt und Trauma
Einführung in eine integrative psychoanalytische Traumbehandlung
336 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-680-5
Rosenberg versteht das Trauma als einen Prozess, der eine Unterscheidung zwischen der traumatischen Situation, der Internalisierung sowie dem Verarbeitungsprozess erfordert. In der analytischen Behandlung eines jungen Erwachsenen beschreibt er den Therapieprozess nach einem in der Kindheit erlittenen sexuellen Missbrauch, der sich später in pervers-sadistischem Agieren äußert. Rosenberg versucht, die Trennung zwischen traumatherapeutischen und psychoanalytischen Arbeitsweisen zu überwinden und den Erfolg einer Verbindung beider im Rahmen einer psychoanalytischen Arbeit zu begründen. Das therapeutische Vergehen strebt dabei eine Symbolisierung der Introjekte an. Dies geschieht durch das Durcharbeiten der traumatischen Erfahrungen der Patienten sowie die Arbeit innerhalb der Übertragung. Dabei kommen traumatherapeutische Techniken zum Tragen: die Beobachter- und Bildschirmtechnik, die Arbeit mit dem "inneren Kind" sowie imaginatives Arbeiten mit den introjizierten dissoziierten Anteilen der Persönlichkeit.

Übergangsraum Adoleszenz
Hrsg. Hauser, Susanne / Schambeck, Franz
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-682-9
Der Prozess des Erwachsenwerdens geht mit vielen Umwälzungen einher und es ist bisweilen schwierig, zwischen normaler und pathologischer Entwicklung zu unterscheiden. Anhand von Fallvignetten diskutieren die Autoren differenziert Entwicklung, Dynamik und Wege der Behandlungstechnik in der therapeutischen Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich im Spannungsfeld von Regression und Progression, von Handlungssprache und Verbaldialog bewegt. Dabei wird die Rolle der Elternarbeit als eine wichtige Ergänzung im Dienst der Autonomieentwicklung des Jugendlichen neu bewertet.


Bley, Simone:
Felix Schottländer
240 S., Gb., € 39,90
978-3-86099-683-6
Felix Schottländer galt in der Nachkriegszeit als einer der bekanntesten Analytiker im Stuttgarter Raum und hatte als Mitbegründer der Psyche erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Psychoanalyse in Deutschland. Seine Werke, z. B. Die Mutter als Schicksal, fanden große Verbreitung. Im Gegensatz zu seinem langjährigen Freund Mitscherlich geriet er jedoch in Vergessenheit. Mit dieser detaillierten Biographie, bisher unveröffentlichten Einblicken in seinen persönlichen Nachlass, seine Korrespondenz, Tagebuchaufzeichnungen und unbekannte Manuskripte soll ihm hier sein gebührender Platz in der Geschichte der Psychoanalyse gegeben werden.

Schimpfwörter - Beschimpfungen - Pejorisierungen
Wie in Sprache Macht und Identitäten verhandelt werden
Hrsg.  Hornscheidt, Antje Lann / Acke, Hanna / Jana, Ines
252 S., Br., + CD, € 24,90
978-3-86099-684-3
 Verbale Beschimpfungen sind keine zufällig stattfindenden Sprachhandlungen. Sie basieren auf gesellschaftlichen Vorstellungen von Normalität und Abweichung. Durch die Abwertung der Beschimpften als anders und nicht der »richtigen« Norm entsprechend üben sie eine Macht aus, die aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Positionen der Beteiligten entsteht und den Beschimpfenden gegenüber dem Opfer stärkt. Der gesellschaftliche Umgang mit verbalen Beschimpfungen ist zwiespältig. Die verletzende und diskriminierende Wirkung ist bekannt, aber auch in staatlichen und rechtlichen Auseinandersetzungen wird oft erst körperliche Gewalt als Diskriminierung angesehen. Dabei wird unterstellt, dass den Betroffenen durch verbale Gewalt »nicht wirklich etwas geschehen ist«. Die Worte sind aber nicht an sich diskriminierend, sondern werden erst durch ihre Verwendung, die dahinterliegenden gesellschaftlichen Zuschreibungen und die Reaktionen auf sie zu Schimpfwörtern. So können z. B. im Hip Hop Schimpfwörter als positive Selbstbezeichnungen verwendet werden. Die beigefügte CD ist ein multimediales Lehrwerk nicht nur für Jugendliche, denen die Vielschichtigkeit sprachlicher Diskriminierung sowie möglicher Handlungsoptionen spielerisch vermittelt wird.

Zukunft der transkulturellen Bildung
Hrsg. Datta, Asit
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-685-0
Die Zukunft der Migration in einer globalisierten Welt und in soziokulturell heterogenen Gesellschaften ist unmittelbar mit der Frage der interkulturellen Bildung und des transkulturellen Lernens verknüpft. Wissenschaftler aus Deutschland, einigen Nachbarländern und aus Südafrika, Indien, Australien und den USA entwickeln dazu Ideen und Perspektiven. Ein facettenreicher Band. Der analytische Blick auf Probleme erlaubt die Unterscheidung von Entwicklungstendenzen, wünschbare und problematische. Darum geht es in dieser Handreichung. Das Buch ist ein Zeugnis der Arbeit der Arbeitsgruppe Interkulturelle Pädagogik (Interpäd) an der Leibniz Universität Hannover im letzten Vierteljahrhundert. Interpäd war und ist eine der ersten interdisziplinären universitären Einrichtungen, die sich mit Problemen der Entwicklungsländer, der Migration und Nachhaltigkeit schon seit der Gründung im Jahre 1985 beschäftigen. Behandelt werden in diesem Buch Themen der Globalisierung, der internationalen Finanzkrise, Migration, nachhaltigen Entwicklung, des Bevölkerungswachstums und der Rolle von Religion in gesellschaftlichen Transformationsprozessen bis hin zum Globalen, Interkulturellen / Transkulturellen Lernen und zur mehrsprachigen Erziehung der Kinder.

Löser, Jessica:
Der Umgang mit kultureller Vielfalt an Schulen
336 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-686-7
Der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund ist mittlerweile an deutschen Schulen so groß geworden, dass ein besserer Umgang mit dieser sprachlichen und kulturellen Vielfalt nicht länger nur im Interesse der einzelnen Schüler ist, sondern gesamtgesellschaftliche Relevanz, z. B. in Bezug auf volkswirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Konsequenzen, gewonnen hat. Trotz bildungspolitischer Programme fällt es Deutschland schwer, der sprachlich und kulturell vielfältigen Schülerschaft gerecht zu werden. Überdurchschnittlich viele Schüler mit Migrationshintergrund erreichen nur einen Haupt- oder Förderschulabschluss oder auch überhaupt keinen. Es lohnt sich deswegen, die Maßnahmen zu untersuchen, durch die es Schweden und Kanada weit besser gelingt, diesen Kindern eine erfolgreiche Schulkarriere zu ermöglichen: Nicht nur zielgenauere Förderung, sondern auch eine bessere Zusammenarbeit mit den Eltern ist wichtig.

Künzler, Daniel
Fußball in Afrika
Mehr als »Elefanten«, »Leoparden« und »Löwen«
296 S., Br., € 24,90
978-3-86099-670-6
Wer unterhaltsam und kompetent über den afrikanischen Fußball informiert sein will, findet in Künzlers Buch Alltägliches und Kurioses, Geschichtliches und Politisches. Künzler versteht es, uns spannend und kompetent zu vermitteln, wie der Fußball in Afrika »tickt«. Mit seinen Geschichten und seiner Sachkenntnis führt er uns mitten hinein in afrikanische Fußballrealitäten.

Mega-Event und Stadtentwicklung im globalen Süden
Die Fußballweltmeisterschaft 2010 und ihre Impulse für Südafrika
(Hsrg. Haferburg/Steinbrink)
220 S., mit s/w-fotos, Br., € 19,90
978-3-86099-645-4
Der enorme Handlungsdruck der Vorbereitung des Mega-Events führt zu einer selektiven Beschleunigung der Stadtentwicklung, deren Folgen sich bereits deutlich abzeichnen. Aber profitiert auch die Bevölkerung davon? Diesen Fragen gehen siebzehn Autoren aus unterschiedlichen Fachrichtungen nach.


Wilke-Launer, Renate:
Südafrika: Katerstimmung am Kap
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-644-7
Das neue Südafrika schien auf gutem Wege zu sein: ein verehrter Präsident, eine vorbildliche Verfassung, eine beeindruckende Wahrheitskommission, ein stetiges Wirtschaftswachstum.   Doch das Ansehen der Regierung war schnell beschädigt; Thabo Mbeki, der Nachfolger Mandelas, wollte nicht wahrhaben, dass der HI-Virus immer mehr Menschen an AIDS erkranken ließ. Die wachsende Kriminalität und Gewalt machten vielen Menschen Angst, Korruption wurde zum Ärgernis. An der Arbeitslosigkeit und der extrem ungleichen Einkommensverteilung änderte sich nichts, nur eine kleine Schicht von Schwarzen wurde ganz schnell ganz reich.  Fast täglich kommt es zu Protestaktionen gegen Verwaltungen und Bürgermeister. Über den zukünftigen Kurs des Landes gibt es heftigen Streit innerhalb und außerhalb der Regierung, Kritiker werden schnell als Rassisten gebrandmarkt.


Loimeier, Manfred:
Africando
Literarische Reise durch einen Kontinent
212 S., Br., € 19,90
978-3-86099-625-6
Africando – in Sprache und Musik der Wolof in Senegal und Gambia die Einheit Afrikas bezeichnend – steht für den Versuch, in der Vielfalt der Literaturen Afrikas auch Verbindendes herauszuarbeiten. Loimeiers literarische Reise durch Afrika südlich der Sahara folgt einerseits einer geographischen Route, andererseits einer thematischen Spur. Vertieft werden soll dadurch das Verständnis für die Gewichtung brisanter aktueller Themen, aber auch für Tendenzen in den Literaturen Afrikas. Es geht dabei um Literatur, die sich vorwiegend in europäischen, zunehmend afrikanisierten Sprachen äußert. Es wird aber auch – als Teil eines interkulturellen Dialogs – das Bild Deutschlands in afrikanischen Literaturen betrachtet. Deutlich wird, wie Literaten aus Afrika Lesegewohnheiten des europäischen Publikums nicht selten irritieren, aber auch neue Sichtweisen durchaus unterhaltsam vermitteln.
Kosmopolitisches im deutschen Fußball


Der Ball ist bunt
Fußball, Migration und die Vielfalt der Identitäten in Deutschland
(Hrsg. Blecking/Dembowski)
Vorwort von Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes
304 S., Br.,mit zahlr. Fotos, € 24,90
 978-3-86099-614-0
»Gerade der Fußball beweist täglich, wie respektvoll Menschen mit Migrationshintergrund, Deutsche und Ausländer zusammen leben und Sport treiben können. Der Fußball ist gelebteIntegration, gerade auch bei unseren 26.000 Vereinen und im Alltag der Ligen«, betont DFB-Präsident Theo Zwanziger.So ist die Zeit reif für neue Erzählungen über den Fußball und seine vielfältigenIdentitäten; reif für dieses Buch, das Zusammenhänge herstellt zwischen denkosmopolitischen, den jüdischen und den multiethnischen Wurzeln des Fußballs inDeutschland und seiner aktuellen multikulturellen Realität.


Depression und Neuroplastizität
(Hrsg. Marianne Leuzinger-Bohleber et al. )
256 S., Br., € 24,90
978-3-86099-635-5
Besonders bei chronisch depressiven Patienten ist eine Mobilisierungneuroplastischer Veränderungen in Psychoanalysen und Psychotherapien entscheidend: Bekanntlich befinden sich die Patienten in einem schmerzlichenZustand der inneren Bewegungslosigkeit, von Leere, Sinnlosigkeit, »einem psychischen Tod«.In der intensiven therapeutischen Beziehung wird versucht, die Hintergründe für diese psychische Erstarrung gemeinsam mit dem Patienten zu eruieren und durchneue emotionale Beziehungserfahrungen zu lockern und im besten Falle sogar zu überwinden.Die Beiträge dieses Bandes sind Teil der relativ jungen wissenschaftlichenDisziplin »Neuropsychoanalyse«, die Mark Solms vor einigen Jahren initiiert hat und die zunehmend an Bedeutung gewinnt


»Denk’ ich an Deutschland …«
Sozialpsychologische Reflexionen
Mit Beiträgen von Werner Bohleber, Elmar Brähler, Daniel Cohn-Bendit, Harald Freyberger, Rainer Frost, Rolf Haubl, Ingrid Kerz-Rühling, Marianne Leuzinger-Bohleber, Peter Loewenberg, Irene Misselwitz, Annette Simon, Dagmar Völker, Hans-Jürgen Wirth (Hrsg. Ulrich Bahrke)
216 S., Br., € 19,90
978-3-86099-669-0
Die »9« ist eine deutsche Schicksalsziffer: 1919, 1939, 1949, 1989 und die zahlreichen deutschen 9/11 erst. Die Beiträge des Bandes diskutieren, welche gesellschaftlichen Konflikte verschwiegen und auf welche Weise sie abgewehrt werden müssen. Der interdisziplinäre Diskurs von Historikern, Soziologen, Philosophen und Psychoanalytikern mit ihren unterschiedlichen Perspektiven macht diesen Band spannend und ertragreich.

Bildungserfolgreiche Transmigranten
Eine Studie über deutsch-türkische Migrationsbiographien
(Hrsg.Sievers, Isabel/ Griese, Hartmut/ Schulte, Rainer)
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-642-3
Die Kompetenzen von hochqualifizierten Migranten werden in Deutschland trotz immer wieder postuliertem Fachkräftemangel häufig nicht anerkannt.
Viele denken über eine Rück- bzw. Auswanderung in das Land ihrer Vorfahren nach, in dem ihre Fertigkeiten ihnen eine Karriere ermöglichen, die ihnen hier
verwehrt wird, haben aber weiterhin starke Bindungen nach Deutschland. Im Kontext von Globalisierungsprozessen sind diese Transmigranten mit ihren durch die doppelte oder mehrfache Migrationserfahrung erworbenen Kompetenzen ein Beispiel für mobiles Leben in verschiedenen Heimaten.

Diamond, Michael J.
Söhne und Väter
Eine Beziehung im lebenslangen Wandel
Aus dem Amerikanischen von Elisabeth Vorspohl
240 S., Gb., € 24,90
978-3-86099-633-1
Üblicherweise pflegen wir uns in Gesprächen über das Vatersein vor allem auf die konkreten Belastungen zu konzentrieren: auf die Windeln, die Männer wechseln, die Elternabende, die sie besuchen, die Fußballspiele, an denen sie als Betreuer teilnehmen, die Sorgerechtsprozesse, die sie führen. Die Hoffnungen und Ängste, die Freuden und Leiden der Vaterschaft bleiben weitgehend unerforscht. Jetzt wissen wir, dass Väter einen eigenen, unverwechselbaren Beitrag leisten; weil der Vater ein Mann ist, übt er auf sein Kind einen spezifischen Einfluss aus, beginnend mit dem Tag der Empfängnis und über seinen Tod hinaus bis zu dem Tag, an dem sein Kind stirbt. Weniger bekannt aber ist die Tatsache, dass Söhne ihre Väter ebenso tiefgreifend beeinflussen. Diese einzigartige Bindung geht aus der wechselseitigen Identifizierung mit der Männlichkeit des anderen hervor.


Easterine Iralu:
Tage des Zorns
Roman, Edition Shahrazad
Aus dem Englischen übersetzt von Mayela Gerhardt
328 S., Br., € 24,90
978-3-86099-624-9
Das International Cities of Refuge Network (ICORN) bietet verfolgtenSchriftstellerinnen und Schriftstellern die Möglichkeit, in verschiedenenStädten weltweit, vor allem aber in Europa, Zuflucht zu finden und ohne Bedrängnis zu schreiben.Die Edition Shahrazad bietet ihnen ein Forum, um ihre Werke dem deutschsprachigen Publikum vorzustellen.Die aus Nagaland in Nordostindien stammende Easterine Iralu legt hier einen lebendig geschriebenen Roman über eine traditionelle Gesellschaft im Umbruchvor. Festgemacht am Schicksal der vom Kind zur Frau heranreifenden Dielieno erzählt Iralu von der repressiven Funktion des Naga-Matriarchats in einer dominant patriarchalen Gesellschaft.

Heuves, Willem:
Pubertät
Entwicklungen und Probleme - Hilfen für Erwachsene
148 S., Br., € 14,90
978-3-86099-634-8
Für die Eltern ist die Pubertät ihrer Kinder ein einschneidender Lebensabschnitt, in dem eine Menge erzieherischer Aufgaben ein Ende nehmen. Die meisten Eltern verstehen, dass ihre Kinder groß und selbständig werden. Und sie freuen sich darauf. Selbständigkeit tritt nicht an dem Tag ein, am dem das Kind volljährig wird, sondern ist ein Prozess, der hoffentlich schon früher begonnen hat. Auch wenn die Kinder noch klein sind, ist es wichtig, dass sie in der Familie Verantwortung und Aufgaben übernehmen, die zu ihrer Entwicklung passen. Darüber gibt es gewöhnlich keinen Streit. In der Pubertät machen Eltern einen neuen Schritt, indem sie ihrem Kind mehr Verantwortung und Freiheiten geben, was aber häufig mit Konflikten verbunden ist. Der Jugendliche und seine Eltern sind sich oft uneinig, wie viel Verantwortung und Freiheit ihm zugebilligt werden kann.


Initiative 9. November:
Erinnerung braucht Zukunft
Der Ort der zerstörten Synagoge an der Friedberger Anlage in Frankfurt am Main
330 S., Br., € 19,90
978-3-86099-627-0
Erinnerung braucht Zukunft versammelt Texte aus zwei Veranstaltungen zur Erinnerungskultur sowie zahlreiche Interviews mit jüdischen und nicht-jüdischen Zeitzeugen über das Leben im Frankfurter Ostend. Die Veranstaltung 2007 »Es wären 100 Jahre ...« war dem Gedenken an die ehemalige Israelitische Religionsgesellschaft und ihre im Jahr 1907 errichtete Synagoge gewidmet. Das Symposium 2008 »Erinnerung braucht Zukunft« galt dagegen der künftigen Gestaltung und Nutzung dieses Ortes. Themen dieses Buches sind die Frankfurter Gedenk- und Erinnerungspolitik, die Geschichte der Israelitischen Religionsgesellschaft, das Arbeitskonzept und die Nutzungs- und Gestaltungsideen für den Bunker am Ort der ehemaligen Synagoge.


Treffen junger Autoren 2009
schräg gegens licht
Herausgegeben von Peter Grosz und Christina Schulz
140 S., Br., € 9,90
978-3-86099-623-2
Die Berliner Festspiele sind mit dem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Wettbewerb bereits fast ein Vierteljahrhundert auf der Suche nach begabten jungen Autoren. Aus der Fülle der Bewerbungen junger Schreibender hat die Jury 20 junge Autorinnen und Autoren zwischen 11 und 22 Jahren ausgewählt und zum »Treffen Junger Autoren« im November 2009 nach Berlin eingeladen. Die Anthologie des 24. Treffens stellt die Preisträgerinnen und Preisträger vor, die mit sezierendem Blick, mal lyrisch, mal prosaisch und in den Dialogen hellwach sich hoch schwingen im Rüttelflug, um nebeneinander auf dem Bildrand der wahrgenommenen Welt zu sitzen, schräg gegens Licht, noch nicht ganz sicher, ob sie nicht doch noch herausfallen aus Rahmen und Bild, wenn sie die ersten Herzschritte wagen.
Krisenhafte Schulkarrieren


Wie aus Kindern Risikoschüler werden
Fallstudien zu den Ursachen von Bildungsarmut
(Hrsg. Wilfried Breyvogel)
272 S., Br., € 24,90
978-3-86099-641-6
Über 20 Prozent eines Jahrgangs in Deutschland zählen zu den sogenannten Risikoschülern, die nur die Kompetenzstufe I und darunter als Befähigung erreichen. Sie gelangen im Lesen und Rechnen kaum über das Grundschulniveau, sind zur beruflichen Ausbildung und zur verständigen Teilhabe an Gesellschaft und Kultur nicht in der Lage. Besonders die Hauptschulen in den großstädtischen Zentren sind die Orte, die Schüler häufig mit dieser Mangel- oder Nicht-Befähigung verlassen. Wir wissen aber nicht viel darüber, was im Innern dieser Schulen wirklich passiert.  Die Fallstudien zielen auf diese Binnenperspektive. Es geht um den schulischen Prozess der Entstehung von Bildungsarmut und das Zusammenspiel der inneren Mechanismen, die die Schülerinnen und Schüler dabei erfahren und die ihre Bildungswünsche ins Leere laufen lassen.


Lamberg, Sigrid:
Subsistenzökonomie in Nicaragua
Perspektiven in einer sich transformierenden Gesellschaft
260 S., Br., € 24,90
978-3-86099-668-3
Die Unterschiede innerhalb des Agrar-Sektors Nicaraguas, die von industrieller bis subsistenzökonomisch orientierter Produktion reichen, sind beträchtlich. Die Autorin konfrontiert den Einfluss von Liberalisierungsbestrebungen mit Beschreibungen der Lebensrealität der indigenen comunidades, die auf der Basis von Subsistenzökonomie in den autonomen Gebieten leben. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Subsistenzökonomie eine realistische »Alternative zur Entwicklung« darstellt oder ob sie einem verklärten sozialromantischen (Welt-)Bild unterliegt.

Loch, Wolfgang:
Erinnerung, Entwurf und Mut zur Wahrheit im psychoanalytischen Prozess
Gesammelte Schriften 5
Herausgegeben von Cord Barkhausen und Peter Wegner
336 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-640-9
Wolfgang Loch (1915-1995) gilt als einer der wenigen herausragenden Lehrer der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung nach dem Zweiten Weltkrieg, die es vermochten, das Freud’sche Erbe mit neueren Entwicklungen der internationalen Psychoanalyse zu verbinden. Er hatte den ersten Lehrstuhl für Psychoanalyse in Deutschland inne und war von 1972 bis 1975 Vorsitzender der DPV und Vizepräsident der IPV. Durch seine Impulse und sein Bemühen, die Fortschritte und Neuerungen des Auslands in die zerbrochene Tradition der deutschen Psychoanalyse aufzunehmen, hat er diese nachhaltig geprägt.

Psychoanalyse hinter dem Eisernen Vorhang
Beiträge von János Can Togay, Ferenc Erös, Kinga Göncz, János Harmatta, André Haynal, Ludger M. Hermanns, Arndt Ludwig, Judit Mészáros, Péter Nádas, Annette Simon, (Hrsg. Agnes Berger et al. )
200 S., Br., € 17,90
978-3-86099-639-3
Berlin und Budapest sind aus der Frühzeit der Psychoanalyse kaum wegzudenken. Nach Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg aber musste die Psychoanalyse in Ungarn und der DDR unter einer kommunistischen Staatsideologie überleben. Wie konnte sie in einer solchermaßen abgeschotteten, repressiven Gesellschaft – nie offiziell verboten, aber als »Hauspsychologie des Imperialismus« diskreditiert – fortbestehen und sich weiterentwickeln?


Psychoanalyse in Selbstdarstellungen Bd. VIII
Yecheskiel Cohen, Karl König, Peter Kutter, Marion M. Oliner
(Hrsg. Ludger Hermanns)
252 S., Br., € 24,90
978-3-86099-609-6
Die vier Autobiographien dokumentieren Reichtum und Vielfalt der psychoanalytischen Methode in ihrer Anwendung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten.

Psychoanalyse in totalitären und autoritären Regimen
(Hrsg. Mitchell Ash )
340 S., Br., € 32,00
978-3-86099-638-6
Die Psychoanalyse mit ihrer Konzentration auf das Individuum und ihrer deutenden Gesprächskultur steht im Gegensatz zum den Einzelnen unterdrückenden Wesen einer Diktatur. Trotzdem hat sie sich weltweit auch in verschiedenen Regimen erhalten, wenn auch unter Bedingungen,die sich von denen psychoanalytischer Arbeit in Demokratien grundlegend unterscheiden. Wie dies möglich war und welche verschiedenen Formen dieses »Überleben« annahm, zeigen die Beiträge dieses Bandes anhand von Beispielen aus Deutschland und Österreich nach der NS-Machtübernahme, aus dem von Nationalsozialisten besetzten Norwegen und Belgien, in der kommunistischen Sowjetunion und in autoritären Regimen in Brasilien und Italien.


Rassismus auf gut Deutsch
Ein kritisches Nachschlagewerk zu rassistischen Sprachhandlungen
(Hrsg. Adibeli Nduka-Agwu / Antje Hornstein)
559 S., Br., € 44,00
978-3-86099-643-0
Sprache wird meist als ein neutrales, abbildendes Medium gesehen. Ihre diskriminierende Funktion wird in der Regel in der öffentlichen Wahrnehmung auf Schimpfwörter beschränkt. Tatsächlich aber kommt Diskriminierung in verschleierter und übertragener Weise weit häufiger vor, als es auf den ersten Blick erscheint. Manche Begriffe sind nicht von vorneherein rassistisch, werden aber durch die Art ihrer Verwendung rassistisch aufgeladen.
Unbewusster oder »gut gemeinter« Rassismus in alltäglichen Sprachpraktiken wird mit konkreten Beispielen aufgedeckt und es werden Alternativen angeboten. Die Reihe wird herausgegeben von Antje Lann Hornscheidt, Professorin für Gender Studies und Sprachanalyse am Zentrum für transdisziplinäre Gender Studies der Humboldt-Universität Berlin.

Strasser, Johanno:
Labile Hanglage
160 S., Br., € 16,90
978-3-86099-626-3
»Ich gebe zu, dass es mir immer noch ein ungelöstes Rätsel ist, wie Gedichte entstehen. (…) Mein Papierkorb ist voll von ersten, zweiten und dritten Zeilen, aus denen nie etwas geworden ist. Aber es kommt auch vor, dass so eine Zeile nach langer Zeit unter einem Stapel Papier wieder auftaucht und ich spüre, was in ihr steckt. Für einen hartgesottenen Aufklärer ist der Produktionsprozess, der zu einem Gedicht führt, eine einzige Provokation. Ich habe mit der Zeit lernen müssen, mich demütig darein zu fügen. (…) Im Freilandversuch wird das eigene Gedicht dem Autor wieder fremd. Er erfährt, dass darin ein Überschuss steckt, etwas, das über das hinausreicht, was er hineingelegt hat. (…) Mit jedem Gedicht (…) setzen wir etwas Neues in die Welt, etwas, das sie bereichert, und sei es auch nur um ein Augenzwinkern, ein verwehtes Lächeln.«
(Johano Strasser im Vorwort)


Wolff, Lisa:
An den Grenzen der Pädagogik
Konflikte und Dynamiken in der sozialen Arbeit mit »Straßenkindern« in Cajamarca (Peru).
Psychoanalytisch orientierte Fallstudien aus zwei Projekten
288 S., Br., € 29,90
978-3-86099-646-1
Straßenkinder sind nicht nur äußeren Gefahren ausgesetzt, sondern in ihrer psychosozialen Entwicklung im Ganzen gefährdet. Ihre zum Teil traumatischen Erfahrungen schlagen sich in psychischen Abwehrstrukturen nieder, die Projektarbeit und Hilfsangebote erschweren oder sogar unmöglich machen. In den Untersuchungen zu den entstehenden Problemen zwischen den Kindern und den betreuenden Erwachsenen lassen sich Anknüpfungspunkte für die sozialpädagogische Arbeit hierzulande finden.


Lohmann, Larry /Oscar Reyes
Globaler Emissionshandel
Wie Luftverschmutzer belohnt werden
Analyse, Kritik, Perspektiven
200 S., Br., 19,90
 978-3-86099-742-0
Der Emissionshandel gilt als viel versprechendes Instrument zum Schutz des Klimas. Die beteiligten Akteure – Staaten und Unternehmen – verpflichten sich im Rahmen eines Abkommens dazu, den Ausstoß von Treibhausgasen auf ein festgelegtes Maß zu reduzieren. Wem das gelingt, der verfügt über »Emissions-Guthaben«, die an einer Tauschbörse verkauft werden können. So hielten beide, die Viel- und Wenigverschmutzer, die Vorgaben beim Klimaschutz ein. Nein, sagen die Autoren, der Handel mit Emissionszertifikaten bringt den Klimaschutz entgegen solcher Behauptung nicht voran, sondern wird selbst zum Geschäft. Ihre Analyse begründet anhand von Fallstudien, warum der globale Emissionsmarkt ein Irrweg ist. Arme Länder profitieren kaum davon. Die Gewinner sind die Industriestaaten und große Konzerne, die auch künftig auf fossile Brennstoffe setzen und Geschäfte damit machen. 


Leichsering, Tatjana/ Henschke, Martina
Kinder Deutschlands
Interview mit Feridun Zaimoglu.
Schirmherrschaft: UNICEF.
100 S., Br., € 9,90
978-3-86099-596-9
35 Grundschulkinder unterschiedlicher Herkunft sprechen über sich und ihr Aufwachsen in Deutschland. Großformatige Portraitaufnahmen und Interviews stellen ihre Persönlichkeit in den Mittelpunkt. Autorin und Fotografin begegnen den Kindern auf Augenhöhe. Sie nehmen sie ernst. Eine wunderbare Zusammenarbeit.


Hahn, Martina/ Herrmann, Frank
Fair einkaufen - aber wie?
Der Ratgeber für fairen Handel, für Mode, Geld, Reisen und Genuss.
200 S., Br., € 17,90
978-3-86099-610-2
Was heißt es eigentlich, fair einzukaufen? Wem nützt der Faire Handel? Wer profitiert davon? Wer sind die Akteure des fairen Handels? Wem kann ich trauen? Hier findet der Verbraucher alles, um sich urechtzufinden: ausführliche
Hintergrundinfos, jede Menge Adressen, Weblinks, Literaturempfehlungen und Shopping-Tipps.
Der Ratgeber für alle, die den Teufelkreis aus Dumpinglöhnen, Tiefstpreisen und Schnäppchen-Mentalität durchbrechen wollen: Geiz mag geil sein, macht uns aber arm.


Diederich, Hanna
Melilla: Transit oder Endstation
Europäische Abschottungspolitik und ihre Folgen für die Flüchtlinge
192 S., Br., € 19,90
978-3-86099-616-4
Durch ihre spezifische geographische Lage ist sie seit Anfang der 90er Jahre verstärkt zum Ziel regulärer wie irregulärer Migration von Nicht-EU-Staatler/innen geworden. Dort angekommen befinden sich die Migrierenden zwar auf europäischem Terrain, für viele bleibt jedoch der Weg auf den europäischen Kontinent versperrt. In den meisten Fällen wird der Transit zum mehrjährigen Aufenthalt in Melilla; ohne eine sichere Zukunftsperspektive verharren die dort Angekommenen in einem Stadium des Vakuums. Durch diese Lebenssituation potenzieren sich die zum Teil traumatischen Erlebnisse, die Flüchtlinge und Migrant/innen im Herkunftsland und auf der Flucht gemacht haben, was Zusammenhang mit der Segregation von der Mehrheitsgesellschaft und der Reduzierung ihrer Rechte auf minimale Bedürfnisbefriedigung nicht selten einen Prozess der Prekarisierung anstößt. Wie ihre Träume, Wünsche und Hoffnungen unter den migrationsrechtlichen Rahmenbedingungen und den Widersprüchlichkeiten von Nationalstaatsinteressen verloren gehen und welche Rolle Migrationspolitiken der Europäischen Union und die als universal geltenden Menschenrechte dabei spielen, wird hier ebenso erörtert wie die gesellschaftliche Relevanz der einzelnen Fluchtbiographien.


von Freyberg, Thomas
Tantalos und Sisyphos in der Schule
Zur strukturellen Verantwortung der Pädagogik
147 S., Br., € 11,90
978-3-86099-597-6
Thomas von Freyberg geht es um Erziehung zur Mündigkeit (Theodor W. Adorno) und um mündige Erziehung, um das Recht und die Pflicht der Erzieherinnen und Erzieher, der Lehrerinnen und Lehrer, die strukturellen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit den pädagogischen Zielen anzupassen.


Eberlei, Walter
Afrikas Wege aus der Armutsfalle
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-611-9
Verdeckt von bad news zeichnen sich in einigen afrikanischen Ländern positive Entwicklungen ab. Die Stagnation der verlorenen Dekaden scheint zehn Jahre nach der Verabschiedung der UN-Millenniumsziele und
der Einführung von Ansätzen der strategischen Armutsbekämpfung überwunden. Der Kontinent entdeckt eigene Wege aus der Armutsfalle.


Konsortium Ziviler Friedensdienst (Hrsg.)
Gewaltfrei für den Frieden
Menschen und Projekte. Eine Reise um den Globus
96 S., Br., € 9,90
978-3-86099-615-7
Journalisten und Fotografen reisen nach Südafrika, Sierra Leone und in den Kongo, nach Peru, Mazedonien, Afghanistan, nach Kambodscha und nach Palästina/Israel. Sie begegnen dort einheimischen und deutschen Fachkräften, die sich
gemeinsam mit lokalen Partnern für eine friedliche Entwicklung einsetzen.
Es entstehen eindrucksvolle Reportagen über Menschen, die der Friedensförderung weltweit ihr Gesicht geben. Ein wichtiger Beitrag zur zivilen Konfliktbearbeitung in Krisengebieten.


Männliche Identität
Psychoanalytische Erkundungen
(Hrsg.Dammasch, Frank/ Metzger, Hans-Geert/ Teising, Martin )
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-598-3
Das Buch eröffnet eine psychoanalytische Diskussion über die männliche Identitätsentwicklung im Lebenslauf.
Im Fokus steht der Konflikt zwischen oberflächlicher Anpassung an weibliche Kommunikationsformen und unbewusstem Anklammern an starre althergebrachte Geschlechtsrollen.


Novick, Jack/ Novick, Kerry
Elternarbeit in der Kinderpsychoanalyse
Klinik und Theorie.
Erschienen 2005 bei Jason Aronson unter dem Titel Working with Parents makes Therapy work.
276 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-603-4
Die Novicks konzipieren mit diesem Werk nicht weniger als eine Praxisanleitung für die Durchführung erfolgreicher Elternarbeit in der analytischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, ohne die ein Therapieerfolg für die Kinder und Jugendlichen nicht möglich ist. Damit füllen sie eine Lücke in der Literatur und sind gleichzeitig Vorreiter in der konzeptionellen Erfassung kinderpsychoanalytischer Erfahrungen.


Faimberg, Haydée
Teleskoping
Die intergenerationelle Weitergabe narzisstischer Bindungen.
Erschienen 2005 bei Routledge unter dem Titel The Telescoping of Generations
276 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-601-0
Mit ihren klinischen Beispielen und ihrer Theorie des Teleskoping erklärt Faimberg die unbewusste Weitergabe pathogener Konfliktmuster auf die folgende Generation.
Ein bemerkenswertes und kreatives Werk, »ein Buch über das analytische Zuhören, das Hören auf die unausgesprochenen Bewegkräfte früherer Generationen« (Arnold H. Modell, Lehranalytiker, Boston Psychoanalytic Institute).


Moser, Ulrich
Theorie der Abwehrprozesse
Die mentale Organisation psychischer Störungen
176 S., Gb., € 19,90
978-3-86099-602-7
Nach jahrzehntelangen Vorarbeiten legt Moser eine anspruchsvolle Theorie der Abwehrprozesse vor: Abwehren sind Prozeduren einer mentalen Organisation, die auf einem regulierenden Modus beruhen und durch affektive und kognitive
Informationen vernetzt sind.


Frühe Entwicklung und ihre Störungen
Klinische, konzeptuelle und empirische psychoanalytische Forschung. Kontroversen zu Frühprävention, Resilienz und ADHS
(Hrsg.Leuzinger-Bohleber, Marianne/ Canestri, Jorge/ Target, Mary )
300 S., Br., € 29,90
978-3-86099-599-0
Ein hochkarätiger Band mit Beiträgen bedeutender internationaler Psychoanalytiker und Psychoanalytikerinnen, die die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts an die Psychoanalyse debattieren.
Dabei eignet sich die Kontroverse um das Syndrom ADHS ganz besonders, um interdisziplinäre Forschungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu diskutieren.


Hermanns, Ludger M. (Hrsg.)
Psychoanalyse in Selbstdarstellungen, Band I/2
Wolfgang Loch,  Edeltrud Meistermann-Seeger,  Lajos Székely, Frederick Wyatt
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-605-8
Die vier Biographien dokumentieren Reichtum und Vielfalt der psychoanalytischen Methode in ihrer Anwendung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten.


Verrückte Lebenswelten
Über Resourcenorientierung in der Psychoanalytischen Sozialarbeit
(Hrsg.Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit ) edition diskord
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-608-9
Beiträge u. a. von I. Allerdings, J. De Groef, M. Günter, P. Kastner, C. Krüger, R. A. Lazar, M. Maas, C. Moser, H. Nonnenmacher, A. Perner, R. Wolf.


Meltzer, Donald
Studien zur erweiterten Metapsychologie
Bions Denken in der klinischen Praxis.
Erschienen 1986 bei Karnac unter dem Titel "Studies in Extended Petapssychology"
edition diskord - Veröffentlichungen des Klein Seminars Salzburg, Band 13
300 S., Br., € 29,00
978-3-86099-604-1
»Jedes Kapitel ist zwingendes Resultat aufregender klinischer Erfahrungen, und daher fängt jedes mit einem Rückbezug auf Bions Grundideen an.« (Donald Meltzer in der Einführung)


Brüggen, Wilhelm/ Lindstedt, Klaus-J./ Schneider, Georg (Hrsg.)
Die Modernisierung des psychischen Apparats
Seelische Strukturen im kulturellen Wandel
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-606-5
Die psychischen Strukturen des Menschen sind nicht so unwandelbar wie Freud glaubte, sondern vom kulturellen Umfeld und der Gesellschaft abhängig. Die psychischen Strukturen und damit die psychischen Probleme der Patienten haben sich seit Freuds Zeiten geändert, so dass sich die Psychoanalyse heute mit neuen Anforderungen konfrontiert sieht.

Lesmeister, Roman
Selbst und Individuation
Facetten und Subjektivität und Intersubjektivität in der Psychoanalyse
230 S., Br., € 29,90
978-3-86099-607-2
Lesmeister sucht eine zeitgemäße Idee von Individualität zu begründen, die es ermöglicht, auch unter den Bedingungen von Uneindeutigkeit und Gebrochenheit »ein Selbst zu sein« und dieses Konzept für die therapeutische Arbeit fruchtbar zu machen.

Die unverschämte Gegenwart
Jahrbuch für Literatur, Band 15
(Hrsg. Gauch, Sigfrid/ Mahlow, Verena)
300 S., Br., € 22,90
978-3-86099-618-8
Prosa, Lyrik, Essays von Katharina Born, Michael Buselmeier, Gerd Forster, Annegret Held, Ursula Krechel, Jürgen Kross, Ute-Christine Krupp, Hanns-Josef Ortheil, Thomas Palzer, Katharina Schultens, Nasrin Siege, Anke Velmeke, Martina Weber u.v.a.

Martini, Joachim Carlos
Musik als Form geistigen Widerstandes
Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933-1945.
Das Beispiel Frankfurt am Main.
Bd. 1 und Bd. 2 zusammen 807 S., Gb., € 54,90
978-3-86099-622-5
Eine reich illustrierte zweibändige Dokumentation der Verfolgung aber auch des Widerstandes jüdischer Musikerinnen und Musiker in Frankfurt am Main unter der Naziherrschaft. Da Frankfurt neben Berlin das Zentrum jüdischen Musiklebens in Deutschland war, hat Martinis Werk exemplarische Bedeutung.

Martini, Joachim Carlos
Musik als Form geistigen Widerstandes
Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933-1945.
Das Beispiel Frankfurt am Main
Band 1: Texte, Bilder, Dokumente
312 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-620-1

Martini, Joachim Carlos
Musik als Form geistigen Widerstandes
Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933-1945.
Das Beispiel Frankfurt am Main
Band 2: Quellen
495 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-621-8

Deppert, Fritz/ Döring, Christian/ Juritz, Hanne F. (Hrsg.)
Unter der Folie aus Luft
Literarischer März 16
Leonce-und-Lena-Preis 2009
Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise 2009
200 S., Br., €19,00
978-3-86099-617-1

Kommerell, Blanche
nicht mehr
noch nicht
Gedichte
100 S., Br., € 19,90
978-3-86099-619-5
Im Motivkreis von Liebe, Abschied und Tod konstituiert Blanche Kommerell ein lyrisches Ich, das seine monologische Situation nachdrücklich zu durchbrechen versucht: im Dialog mit der Natur, dem Geliebten, den Toten. Sinnliche Lebensaugenblicke verwandeln sich zu Sprachaugenblicken, zu offenen Versen, schwebenden Zeilen, in denen sich ein empfind liches Gewebe von Andeutungen verdichtet.


Sigmund Freud /Nikolaj J. Ossipow
Briefwechsel 1921-1929
Faksimileteil mit allen Briefen Freuds und mehreren Briefen Ossipows
Im Anhang der Aufsatz Ossipows: »Revolution und Traum«
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Eugenia und René Fischer,
Hans-Heinrich Otto und Hans-Joachim Rothe
248 S., Br., € 29,90
978-3-86099-371-2
 Nikolaj J. Ossipow (1877-1934) ist der erste russische Psychoanalytiker. Nach dem Studium der Medizin in Deutschland und der Schweiz wendet er sich in Moskau der Psychiatrie zu und arbeitet unter den bedeutenden Vertretern der progressiven humanen Schule Korsakows. Sein Interesse an der Psychodynamik der Neurosen führt ihn zum Studium der Werke Freuds, den er 1910 in Wien besucht.
Infolge seiner Ablehnung des Bolschewismus flieht er am Ende des Bürgerkrieges aus der Sowjetunion nach Prag und wird so zum ersten Emigranten der Psychoanalyse. Dort beginnt 1921 der Briefwechsel mit Freud, der ihm Verständnis und Unterstützung entgegenbringt. Sie diskutieren über Ossipows psychoanalytische Studie über Tolstois Kindheitserinnerungen, die Interpretation der russischen Revolution, die Emigration und den Aufbau der Psychoanalyse in Prag.


Lass und über Auschwitz sprechen
Gedenkstätte - Museum - Friedhof: Begegnungen mit dem Weltkulturerbe Auschwitz
Hrsg.Schaefer, Bettina, Vorwort Micha Brumlik
300 S., Br., € 29,90
978-3-86099-391-0
 Gespräche u. a. mit Noach Flug, Henryk Mandelbaum, Elzbieta Pasternak, Shosh Hirshman, Werner Nickolai, Teresa Swibocka, Tilman Daiger und Avner Shemesh
In intensiven Geprächen mit Überlebenden des Holocaust, Mitarbeitern des staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau, Fachleuten und Besuchern bringt Bettina Schaefer Auschwitz als internationale Gedenkstätte und Museum den Lesern nahe. Kenntnisse und Erfahrungen der Gesprächspartner sind eine ausgezeichnete Vorbereitung für den eigenen Besuch allein oder als Gruppe.
Denn der Besuch von Auschwitz ist eine tiefgreifende persönliche Erfahrung für jeden, der sich auf die Erinnerung an den Holocaust einlässt. Darauf haben sich Gedenkstätte und Museum in kreativer Weise eingestellt und bieten verschiedene Möglichkeiten der Begegnung mit Auschwitz an.
http://www.lass-uns-ueber-auschwitz-sprechen.eu

Wilfred R. Bion
Raster und Zäsur
Zwei Abhandlungen
edition diskord - Veröffentlichungen des Klein Seminars Salzburg 12
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
108 S., Br., € 12,90
978-3-86099-571-6
 Bions Werk liegt zu einem großen Teil in der edition diskord vor und wird dort weiterediert. Seine Erkenntnistheorie macht ihn zu einem Klassiker und einem der bedeutendsten Theoretiker seit Sigmund Freud und Melanie Klein.
Bion entwickelte den "Raster" als Instrument, das dem Analytiker dabei helfen kann, die in der Analysesitzung angestellten Beobachtungen aufzuzeichnen und auszuarbeiten. Und diese Beobachtungen sodann auf die Ursprünge, Entwicklung und Transformation psychischer Elemente und Vorgänge hin zu untersuchen.
In "Zäsur" sondiert Bion die Beziehung zwischen der physiologischen und der psychischen Geburt zurückgehend auf eine Bemerkung Freuds. Er erkundet die Möglichkeit, dass eine pränatale, basale Sensibilität auch nachgeburtlich erhalten bleibt und das spätere psychische Leben beeinflusst.
BION bei B&A: Leben und Werk, Tavistock-Seminare italienische Seminare, Aufmerksamkeit und Deutung


Guido Meyer
Konzepte der Angst in der Psychoanalyse
Band 2: 1950-2000 /2. Halbband
 411 S., Br., € 29,90
978-3-86099-343-9
 In diesem zweiten Halbband von Band 2 werden vorwiegend die Beiträge zur Angst aus der postkleinianischen Psychoanalyse und von denjenigen Vertretern der Psychoanalyse vorgestellt, die versuchen, die ich-psychologischen Erweiterungen mit verschiedenen objektbeziehungstheoretischen Ansätzen zu einer umfassenden Theorie zu verbinden.
Schwerpunkte sind die Theorien von Karl König, Wilfred R. Bion, Donald Meltzer, Ronald Britton, Otto F. Kernberg und Ralph R. Greenson. Es folgt ein Ausblick auf die heutige Auseinandersetzung mit Angst in der Psychoanalyse.
Durch die Erläuterung der jeweiligen theoretischen Grundannahmen erhält diese historische Aufarbeitung eine besondere Vertiefung, so dass dieses Werk auch als Lehrbuch gute Dienste leistet.

Psychoanalyse in Selbstdarstellungen, Band I/1
Jacques Berna, Lambert Bolterauer, Hans Keilson, Judith S. Kestenberg
Mit einem Nachtrag zur Neuauflage, Hrsg. Ludger M. Hermanns
208 S., Br., € 19,90
 978-3-86099-366-8
Die vier Autobiographien dokumentieren Reichtum und Vielfalt der psychoanalytischen Methode in ihrer Anwendung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten.
Die vier Lebensschicksale zeigen, wie nicht nur Deutschland vom Zweiten Weltkrieg und der Judenverfolgung geprägt wurde, sondern auch wie sich die Ereignisse in anderen Ländern Europas in individuellen Lebensläufen niedergeschlagen haben und direkten Einfluss auf die spätere Arbeit als Psychoanalytiker hatten, beispielsweise in der Behandlung von kriegstraumatisierten Kindern.
Darüber hinaus entsteht durch die Berichte über vier psychoanalytische Karrieren in den unterschiedlichsten Ausbildungsinstituten und Fachgesellschaften in Europa und Amerika ein Panorama der Psychoanalyse der letzten fünfzig Jahre.

Hans Hopf
Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen
Diagnose, Indikation, Behandlung
298 S., Br., € 29,90
 978-3-86099-375-0
 Der Band versteht sich als Lehrbuch zur psychoanalytischen Krankheitslehre, speziell der Angststörungen und ihrer Behandlung im Kindes- und Jugendalter. Außerdem wird die ICD-10 zur Diagnose einbezogen. Die Probleme einer ausschließlich phänomenologischen Betrachtungsweise werden diskutiert. Die Indikation einer geeigneten Therapieform sowie die jeweiligen behandlungstechnischen Herausforderungen werden ebenfalls bei jedem Störungsbild erörtert.
Das Werk Hans Hopfs liefert Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten, Psychologischen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychiatern und Pädiatern einen wertvollen Leitfaden zur erfolgreichen Behandlung dieser weitverbreiteten seelischen Erkrankungen.

Ellen Lang-Langer
Trennung und Verlust
Fallstudien zur Depression in Kindheit und Jugend
Schriften zur Psychotherapie und Psychoanalyse von Kindern und Jugendlichen 18
398 S., Gb., € 39,90
978-3-86099-376-7
Die Kinder und Jugendlichen, über die Lang-Langer berichtet, erfuhren Trennung und Verlust als etwas, das früh über sie hereinbrach. Verarmung des Ichs und Erstarrung in Depression waren die Folge.
Die Autorin gibt Einblick in das innere Drama der Kinder und den Kampf um die Wiedererlangung der psychischen Lebendigkeit in der Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse.
Die Kinder und Jugendlichen in den Fallstudien erfuhren Verlust durch den Tod eines Elternteils, durch Adoption und Heimunterbringung, durch die Scheidung der Eltern und durch eine zeitweilige Trennung von einem Elternteil.
Das Spektrum der Erkrankungen umfasst Entwicklungsstörungen mit vorwiegend neurotischen Anteilen bis hin zu solchen mit traumatischen und psychotischen Anteilen.
Die psychoanalytische Langzeitbehandlung deckte die Tendenz zur Verleugnung früher Trennungs- und Verlust¿-
erfahrungen auf und eröffnete den dringend benötigten Raum, um dem Verlorensein und der Wut, Hilflosigkeit und Ohnmacht Ausdruck zu verleihen. Die Auflösung der inneren Abwehrhaltung machte die Therapie schwierig und doch für die Kinder sehr lohnend.
Ellen Lang-Langer, Dr. phil., Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin in eigener Praxis, Dozentin, Supervisorin und Leiterin des Ausbildungsbereichs am Institut für Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in Frankfurt a. M., Veröffentlichungen in Fachzeitschriften.


Anne Stabrey
Sorge für Dich, so lebst Du länger
Über Männlichkeit und Männergesundheit
160 S., Br., € 14,90
978-3-86099-595-2
 Fakt ist: Männer leben ungesünder als Frauen, sie sind anfälliger
als Frauen und stärker von schweren Krankheiten betroffen und sie haben eine kürzere Lebenserwartung. Bereits mit Vierzig erleiden sie Herzinfarkte, viel häufiger und rund zehn Jahre vor den Frauen. Auch an Krebs erkranken Männer schon in jüngerem Alter. Und mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen sterben an Unfällen und Suiziden. Sind Krankheiten und kürzere Lebensdauer der Männer etwa von der Natur festgelegt? Unabänderlich? - Wieso aber lebten dann Mönche in einem Kloster fast so lange wie Frauen?
Seit Jahren verringert sich die Differenz in der Lebenserwartung der Frauen und Männer - aber leider nicht, weil Männer gesünder, sondern weil Frauen kränker werden. Ein Trend, der sich vermutlich fortsetzt und auf Veränderungen in der Gesellschaft hinweist.


Baumann, Marcel M. / Birckenbach, Hanne M. / Brandes, Volkhard
/ Dieterich, Sandra / Gundermann, Hans U. / Suhr, Ulrike (Hrsg.)
Friedensforschung und Friedenspraxis
Ermutigung zur Arbeit an der Utopie
360 S., Br., € 29,90
978-3-86099-383-5
Eine Bestandsaufnahme liegt hier vor, die den Blick auf alte und neue Krisenherde in der Welt wirft. Diskutiert werden Wege zur Überwindung von Gewalt auf individueller, sozialer und politischer Ebene.
Von der kritischen Friedensforschung zu Erfahrungen praktischer Friedensarbeit spannt sich der Bogen dieses Sammelbandes. Zugleich reicht der Blick zurück in die Zeit der ersten Ostermärsche vor einem halben Jahrhundert und dem Beginn kritischer Friedensforschung wenige Jahre später. Zu Wort kommen anerkannte Experten verschiedener Generationen aus Theorie und Praxis, die diese Entwicklungen miterlebt und mitgeprägt haben oder erst kürzlich eingestiegen sind. Es geht um politische Strategien aber auch um Wege zur persönlichen Entscheidungsfindung. Es geht um Möglichkeiten, Konflikte friedlich zu bewältigen, sei es im Alltag einzelner Menschen und ihrem Umfeld, sei es in zwischenstaatlichen Konflikten und im Bemühen, die internationale Zusammenarbeit durch Instrumente gewaltloser Krisenprävention weiter zu entwickeln.


Astrid Messerschmidt
Weltbilder und Selbstbilder
Bildungsprozesse im Umgang mit Globalisierung, Migration und Zeitgeschichte
272 S., Br., € 29,90
978-3-86099-395-8
 Pädagogisch Handelnde sind eingebunden in weltweite soziale Ungleichheiten. Um Lernprozesse in Zusammenhängen der Globalisierung und der Einwanderungsgesellschaft anregen zu können, müssen die eigenen Weltbilder reflektiert werden.
Wie sehen Lehrende und Lernende sich selbst in einer globalisierten Gesellschaft? Welches Verhältnis haben sie zur Einwanderungsgesellschaft entwickelt? In welcher Beziehung stehen sie zu den historischen Bedingungen ihrer Gegenwart, in der die Erfahrungen von Kolonialismus und Nationalsozialismus nachwirken?
Aktuelle Formen von Rassismus und Antisemitismus sind dabei in den Blick zu nehmen.

Christiane E. Winter-Heider
Mutterland Wort
Sprache, Spracherwerb und Identität vor dem Hintergrund von Entwurzelung
264 S., Br., € 29,90
978-3-86099-358-3
 Das Fehlen der Worte bei Kindern kann nicht allein durch kognitive Mängel erklärt werden. Denn der Wechsel von einer Sprache zu einer anderen ist eine psychodynamische Erfahrung, die Einfluss auf die psychische Entwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund und damit auch den zukünftigen Erwachsenen hat. Missglückte Zweisprachigkeit kann zu psychischer Entwurzelung und der Beschädigung der sozialen Identität führen.
Ein umfassender Überblick stellt alle wichtigen psychoanalytischen und entwicklungspsychologischen Theorien zum Spracherwerb und Grundbegriffe der Semiotik vor, so dass das Werk auch als Lehrbuch nutzbar ist. Veranschaulicht und überprüft wird die Komplexität der Wirkfaktoren durch Fallgeschichten von russland-deutschen Jugendlichen.


Edith Binderhofer
Die Stunde Solomons
Europäische Frauen im Orient
 184 S., Br., € 19,90
978-3-86099-396-5
 Die Mehrzahl der Frauen ist ausgewandert, weil sie ihren Männern in deren Heimatländer folgten, andere weil sie sich aus beruflichen Gründen dazu entschlossen. Warum schätzt eine deutsche Krankengymnastin, die gegen ihren ägyptischen Mann einen Scheidungs- und Sorgerechtsprozess durchfocht, weiterhin ihr Leben in Ägypten? Wie beschreibt eine österreichische Physiotherapeutin die rasanten Veränderungen in Kuwait und der gesamten Golfregion in den 1970er Jahren? Was motiviert eine Schweizerin dazu, in der Türkei ein Projekt für Straßenkinder aufzubauen? Oder wie erlebt eine 18-jährige Wienerin 1952 die glamouröse Gesellschaft dieser Zeit in Kairo? Die meisten Frauen wollen nicht mehr zurückkommen. Trotz ganz unterschiedlicher Lebenswege haben sie im orientalisch-islamischen Raum eine Heimat gefunden.

Ein Regen aus Kieseln wird fallen
Texte aus dem Exil. Das Writers-in-Exile-Programm des P.E.N.
Texte von Swetlana Alexijewitsch, Bashana Abeywardane, Mainat Kourbanova, Faraj Sarkohi, Hamid Skif, Amir Valle u.a.
Hrsg. Sigfrid Gauch /Claudia C. Krauße
398 S., Br., € 26,90
978-3-86099-398-9
"Komm gehen wir/Ein Regen aus Kieseln wird fallen/Ich höre ein Pferd wiehern/In deine Handteller graben die Nägel silberne Straßen", heißt es in einem Gedicht des algerischen Schriftstellers Hamid Skif. Er wurde wegen seiner Berichte über Folter in seiner Heimat inhaftiert und floh. Wie Skif haben seit 1999 zwanzig Autorinnen und Autoren aus Ländern wie Iran, Sierra Leone, Sri Lanka, Kuba, Tschetschenien, Simbabwe, Weißrussland oder Türkei auf Grund des Writers-in-Exile-Programms die Chance bekom-men, ihre Arbeit vorübergehend im deutschen Exil fortzusetzen.
Hinter jedem der hier zu Wort Kommenden verbirgt sich ein Schicksal. Oft dauert es lange, bis die Verfolgten darüber sprechen können und auch innerlich bereit sind, sich auf ihre Exilsituation einzulassen. Denn weiterhin steht an erster Stelle die Beziehung zur Heimat, die ja niemand freiwillig verlassen hat.

Während du wegsiehst
Treffen Junger Autoren 2008
 Hrsg. Peter Grosz /Barbara T. Pohle
128 S., Br., € 9,90
978-3-86099-587-7
 Seit 1986 veranstalten die Berliner Festspiele im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung einen Wettbewerb für junge Schreibende zwischen 10 und 21 Jahren. Aus weit über tausend Manuskripten hatte die Jury 21 junge Autorinnen und Autoren ausgewählt und zum "Treffen junger Autoren" im November 2008 nach Berlin eingeladen. Die vorliegende Anthologie stellt die Preisträgerinnen und Preisträger vor.
Die Jury hat Autoren gefunden, die die Erfahrung verbalisieren, dass es, angesichts einer (noch) nicht zu verantwortenden Welt, notwendig ist, genau hinzuschauen, um im scheinbar Selbstverständlichen das Irritierende zu entdecken, im Verzerrten das Reale und in der Verzerrung ein Muster der Zeit. Dass nur so zu erfahren ist, dass sie, wenn sie auf andere schauen, auf sich selbst schauen und dabei zur Erkenntnis finden: Während du wegsiehst, passiert das, was Leben ist.

afrika 2010
Taschenkalender
Hrsg. Volkhard Brandes /Cornelia Wilß
 256 S., Br., € 9,90
978-3-86099-594-5
afrika 2010 - informativ und praktisch für den täglichen Gebrauch!
· ein übersichtliches Wochen-, Monats- und Jahreskalendarium in deutscher, englischer und französischer Sprache
· Ferientermine, Platz für Notizen, Adressen usw.
· Fotos und Illustrationen
· Geschichten und Gedichte, Märchen und Mythen
· Sehens- und Lesenswertes aus Kunst und Literatur, über Musik und Film
· Informationen über die sozialen, politischen und ökologischen Perspektiven Afrikas
· Beiträge über Afrikaner/innen in Europa, schwarze Deutsche, Afro-Amerika
· afrikanische Kochrezepte
· Buchtipps und Besprechungen
· nützliche Adressen für Afrika-Fans
"Der kleine, handliche und einfache Taschenkalender hat immer noch seine Vorteile, - mag er auch die eine oder andere elektronische Konkurrenz bekommen haben ..." (lehrerbibliothek.de)
"Immer wieder aktualisiert! Ein liebenswerter Begleiter, der den grauen Alltag im kalten Europa erheitert." (AfroPort)
"Besonders geeignet ... als Geschenk für an Afrika interessierte Freundinnen und Freunde!" (Pro Afrika)
"Angereichert mit den wichtigsten Daten aus der Geschichte Afrikas: Der neue Afrika-Taschenkalender von Brandes & Apsel passt in jede Hosen- und Handtasche. Die dazwischen gestreuten Kurztexte lockern das Tram- oder Bahnfahren auf, immer wieder erfährt man/frau etwas Neues." (afrika-bulletin) 

Sievers, Isabel
Individuelle Wahrnehmung, nationale Denkmuster
Einstellungen deutscher und französischer Lehrkräfte zu Heterogenität im Unterricht
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-356-9
Welche Hürden genau sind es, an denen Schüler scheitern, die mit anderen Erstsprachen und einer anderen Herkunft in die Schule kommen? Neben oft genannten Problemen wie mangelnden Kenntnissen der Landessprache und Bildungsferne der Familien geraten die nationalen Bildungssysteme ins Blickfeld.
Auf der Basis von Interviews mit Lehrkräften und Bildungsexperten aus Deutschland und Frankreich untersucht die Autorin, welche pädagogischen Handlungsdispositionen und Einstellungen sich bei Lehrkräften aus beiden Ländern feststellen lassen und wie diese von Integrationsphilosophien und Bildungspolitik beeinflusst werden. Sie entwickelt eine Ideenskizze für die Aus- und Fortbildung, um angehende und praktizierende Lehrkräfte für die Wahrnehmung von und den Umgang mit Heterogenität zu sensibilisieren.

Hofmann, Gerd
Bolsenasee und Umgebung
Reiseführer
200 S., Br, € 16,00
2. aktualisierte Auflage
978-3-86099-769-7
Der Bolsenasee und seine Umgebung bieten in geradezu idealer Weise nicht nur Wassersportlern beste Voraussetzungen für schöne Ferientage. Es kommen auch Urlauber auf ihre Kosten, die an den vielfältigen historischen Zeugnissen der Region ebenso Interesse haben wie an der unvergleichlichen Landschaft zwischen Toskana und Umbrien. Dieser Reiseführer informiert nicht nur über den Bolsenasee, sondern über eine reizvolle Region Mittelitaliens, die sich seit Jahren bei Urlaubern wachsender Beliebtheit erfreut. Ein unverzichtbarer Begleiter für alle, die sich für den Bolsenasee als Urlaubsziel entscheiden.

Ruth Kronsteiner:
Kultur und Migration in der Psychotherapie
Ethnologische Aspekte in psychoanalytischer und systemischer Therapie
2. Auflage
 448 S., Br., € 29,90
978-3-86099-772-7
Die Verarbeitung von Migrationskrisen und schweren Traumatisierungen durch struktuelle und familiäre Gewalt bildet einen Schwerpunkt des Buches, genauso wie die Schicksale von migrierenden Kindern. Außerdem legt Kronsteiner die transgenerativen Aspekte der Migration dar mit den damit nicht bearbeiteten Affekten und Konflikten. Abschließend werden die Übertragungs-Gegenübertragungs-Beziehungen und -konflikte auf individueller und kollektiver Ebene analysiert. Das Buch bildet den praxisbezogenen Entwurf für einen kultur- und migrationsspezifischen Ansatz in der Psychotherapie, der den Nutzen von ethnologischem Wissen in der therapeutischen Arbeit sowohl mit Aufnehmenden als auch MigrantInnen darlegt.

Ernst Heimes
Moseltalbrücke
240 S., Br., € 19,90
978-3-86099-590-7
Ein Toter wird unter der Autobahnbrücke gefunden, die das Moseltal nahe Koblenz spektakulär überquert. Alles deutet auf Selbstmord hin.
Doch Ako, ein Maler und Freund des Toten, glaubt nicht daran. Er findet Spuren, die auf ein Verbrechen verweisen und verdächtigt deutsche Neonazis und die rechtsradikale kroatische Ustascha. In Kroatien aber eröffnet sich ihm plötzlich eine neue Fährte ...
Aus der nur oberflächlich beschaulichen Ruhe des Moseltals führt der Weg nach Kroatien und wieder zurück an die Mosel.
In Kroatien aber spitzt sich die Lage zu. Kurzzeitig gerät der Protagonist Ako in die Hände der Ustascha.
Doch in den kroatischen Bergen, wo einst die berühmten Winnetou-Filme gedreht wurden, kommen deutsche Waffenproduzenten, die Bundeswehr, ein von einer Landmine zerrissener Junge und ein auf Rache sinnender kroatischer Hirte ins Spiel. Die Spur führt zurück in die Zeit der Balkankriege der frühen neunziger Jahre und des Zerfalls Jugoslawiens.

Inci Dirim /Katrin Hauenschild /Birgit Lütje-Klose /Jessica M. Löser /Isabel Sievers
Ethnische Vielfalt und Mehrsprachigkeit an Schulen
Beispiele aus nationalen Kontexten
192 S., Br., € 19,90
978-3-86099-349-1
Allerdings fällt auf, dass es verschiedenen Staaten unterschiedlich gut gelingt, Bildungsgerechtigkeit herzustellen. Inwiefern (mehrsprachige) Kinder mit Migrationshintergrund schulisch benachteiligt sind oder ihre Ressourcen produktiv genutzt werden, hängt im Wesentlichen von bildungs- und integrationspolitischen Voraussetzungen und Aktivitäten in den spezifischen nationalen Kontexten ab.
Die in diesem Band aufgeführten Beispiele aus Staaten Europas, Amerikas und Afrikas geben Einblicke in Chancen und Grenzen der Handhabung von ethnischer und sprachlicher Vielfalt an Schulen, so dass die Erfahrungen anderer Länder genutzt werden können. Die Beiträge zeigen unterschiedliche Perspektiven für den Ausgleich sozialer und sprachlicher Benachteiligung auf, ohne Probleme und Schwierigkeiten vorzuenthalten, und bieten Anregungen für Innovationen im Umgang mit Multikulturalität und Mehrsprachigkeit an deutschen Schulen.


Francisco Marí / Rudolf Buntzel
The Global Chicken
Chicken breast and chicken wings – But who eats the leftovers?
192 S., Br., € 14,90
978-3-86099-879-3
All we are left with is the illusion of chicken. The more it is cut up and processed, the greater the power wielded by large companies, the more chicken farming becomes industrialised and global. And the results, which are happening worldwide, are smallholdings are being ruined leading to livelihoods being destroyed in Africa, the occurrence of new types of animal epidemics, animals becoming simply raw material suppliers, consumers no longer knowing where their food comes from.
The authors have studied the convoluted trade flows of »global chicken«. They have talked to experts in the industry, debated with decision makers in politics and the economy, and carried out field research. The results of their research are presented in this well-documented and knowledgeable book.

Bildband:

Agathe Israel / Björn Reißmann:
Früh in der Welt
Das Erleben des Frühgeborenen und seiner Eltern
auf der neurologischen Intensivstation
128 S., Br., € 19,90
 978-3-86099-870-0
Jedes zehnte Kind wird heutzutage früh geboren. Die Hightechmedizin ermöglicht, dass immer mehr Frühgeborene überleben. Ihr körperliches Gedeihen ist das Kriterium, an dem sich derzeit die Qualität der medizinischen Versorgung misst. Doch kümmert man sich um die Beseelung des Somatischen? Um das psychische Überleben?
In den letzten Jahrzehnten wurde das vorgeburtliche Leben immer intensiver erforscht. Es stellte sich heraus, dass der Fötus nicht einfach nur heranwächst, sondern dass in ihm subjektives Erleben existiert. Die neurobiologische Forschung liefert mittlerweile den Nachweis, dass ein psychisches Erleben existiert, das alle Körpervorgänge begleitet.
Je intensiver wir versuchen, uns auf die Welt der Frühgeborenen einzulassen, desto notwendiger wird es, alles hinter uns zu lassen, was uns an Erfahrung zur Verfügung steht. Nichts gilt mehr. Wir werden in einem Ausmaß mit Nicht-Wissen und Nicht-Erfahrung konfrontiert, das wir sonst tunlichst vermeiden.
Dieser Band versucht, Bild, Beobachtung und Gedanken so zusammenzubringen, dass wir möglichst nahe an das subjektive Erleben der Frühchen herangeführt werden.
Wir erleben, dass sich frühgeborene Kinder am Rande des Lebens befinden, in einem psychosomatischen Grenzland, jenseits vertrauter Begrifflichkeiten. Sensorische und soziale Einflüsse werden bereits vom Fötus psychisch bearbeitet. Daraus entstehen neuronale Netze, die die weitere körperliche Entwicklung prägen. Auch entstehen so erste psychische Entwürfe vom Anderen und sich selbst. Deshalb ist es einleuchtend, dass nichts einen Säugling mehr in Angst und Stress versetzt als der plötzliche Verlust der Mutter: ein Umstand, dem jedes Frühgeborene ausgesetzt ist, wenn es plötzlich und vorzeitig den Mutterleib verlässt.


Krippen-Kinder in der DDR
Frühe Kindheitserfahrungen und ihre Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit
(Hrsg. Ingrid Kerz-Rühling /Agathe Israel ) Beiträge von Agathe Israel, Ingrid Kerz-Rühling, Luise Köhler, Irene Misselwitz, Peter Vogelsänger und Dagmar Völker
272 S., Br., € 24,90
978-3-86099-869-4
Nach dem ersten Kind war Frau D ein Jahr zu Hause, nach dem zweiten zwei Jahre: »Das wollte ich einfach, weil mir der Abschied von dem ersten Kind nach einem Jahr... unheimlich schwergefallen ist: die mit anderen Leuten zusammen zu lassen.« Als Frau D zwischen den beiden Kindern wieder arbeitete, war die Tochter sehr viel krank. In dieser Zeit hat die Großmutter viel ausgeholfen, da sie gerade in den Ruhestand gegangen war. Der Arbeitsbeginn nach der zweijährigen Babypause nach dem zweiten Kind fiel ihr sehr schwer. Sie hat oft das Gefühl, dass alles zu viel ist, möchte aber auch arbeiten: »Ich kann nicht nur ganz zu Hause sein und Mutter sein. Da fehlt es auch finanziell vorne und hinten... Ich möchte auch berufstätig sein. Aber ich weiß nicht..., nach einer gewissen Zeit ist mir alles zu viel. Dann schaff ich’s zu Hause mit den Kindern nicht mehr, dann schaff ich’s im Beruf nicht mehr. Dann läuft da viel schief, weil ich einfach den Kopf nicht frei hab’. Ich kann nicht ein Kind früh abgeben und dann abschalten. Da kommen eben Anrufe aus dem Kindergarten: ›Fieber, erbrochen, kommen.‹Oder es sind Termine in der Kinderklinik während der Arbeitszeit... Ja, das sind eigentlich auch gesellschaftliche Bedingungen, unter denen ich leide.« Im Moment hat Frau D durchgesetzt, dass sie ein halbes Jahr verkürzt arbeiten kann. Seit der Geburt der Kinder fühlt sie sich nicht gesund und denkt viel über sich nach: »Also wenn ich mit mir alleine bin, dann komme ich so richtig ins Grübeln und weiß gar nicht so richtig, wer ich bin... Also ich hab mein Leben voll gepackt mit Reisen, Bekanntschaften und tollen Sachen, Mutterwerden, aber... Wer ich bin und was ich will, das weiß ich bis heute nicht... Ich habe das auch nicht verstanden, wie man das überlebt als Baby, so was. Wenn ich mir meine Kinder angeguckt hab, da haben die doch alle zwei Stunden die Brust gewollt. Die habe ich doch niemandem in den Arm gegeben, außer meinem Mann vielleicht...«
In ganz Deutschland wird eine Krippendiskussion geführt: Wie müssen Krippen aussehen, damit sich die Kleinkinder körperlich und psychisch gesund entwickeln, wenn es jetzt zur Regel wird, Kinder ab dem zweiten Lebensjahr außerfamiliär zu betreuen?
Das Buch ist für diejenigen, die mit der Frühbetreuung von Kleinkindern zu tun haben oder eigene Kinder in eine Krippe geben wollen. In dem Buch wird den Auswirkungen der frühen Krippenbetreuung nachgegangen. Dabei wird besonders der körperlich-seelischen Gesundheit und der Persönlichkeitsentwicklung Aufmerksamkeit geschenkt. Der spätere Einfluss auf die eigene Elternschaft durch die Verschränkung von familiären, institutionellen und subjektiven Faktoren wird hervorgehoben.
Die Befunde dieser qualitativen Untersuchungen stellen die Autorinnen und der Autor in den Kontext aktueller Entwicklungspsy chologischer Erkenntnisse und psychoanalytischer Konzepte. Besonderer Wert wird auf den Bezug zu der aktuellen Betreuungsdebatte von Kleinkindern gelegt. Die Ergebnisse betonen die Qualität der Beziehungen in den Einrichtungen und messen der Bewältigung von Entwicklungsschritten der Kinder eine zentrale Bedeutung bei.
Das Buch gibt hervorragend Aufschluss über die Auswirkungen der Krippenbetreuung in der ehemaligen DDR auf die Persönlichkeitsentwicklung. Da die subjektiven Erfahrungen aus der DDR-Zeit fortwirken, beeinflussen sie auch die aktuelle Diskussion, wie die Krippenbetreuung in Zukunft gestaltet wird.


Triangulierung
Lernen, Denken und Handeln aus psychonanalytischer und pädagogischer Sicht (Hrsg. Frank Dammasch /Dieter Katzenbach /Jessica Ruth) Beiträge von Frank Dammasch, Wilfried Datler, Nina Hover-Reiser, Dieter Katzenbach, Heinz Krebs, Marianne Leuzinger-Bohleber, Walter Lotz, Bernd Niedergesäß, Tomas Plänkers, Jessica Ruth, Inke Seifert-Karb, Adelheid Staufenberg, Kornelia Steinhardt und Katrin Trunkenpolz
240 S., Br., € 24,90
 978-3-86099-873-1
Erst seit den 1970er Jahren wird im Konzept der Triangulierung die Notwendigkeit des Zusammenwirkens von Mutter und Vater für die frühkindliche Entwicklung der Fähigkeit, sich in andere hineinversetzen zu können, berücksichtigt. Angesichts der wachsenden Scheidungsrate muss heute jedoch bedacht werden, ob und wie die Rolle des Dritten auch von außerfamiliären, institutionellen Fremdbetreuungsmöglichkeiten übernommen werden kann.
In elf Beiträgen widmen sich die Autoren auf diagnostische, entwicklungspsychologischpsychoanalytische und pädagogische Weise den Themen Kindesentwicklung, familiäre Dreiecksbeziehung und Triangulierung. Durch die Vielfalt der Ansätze bietet das Buch einen Einblick in die Komplexität des Forschungsgebietes und schafft eine Verbindung von theoretischen Grundlagen und praxisrelevanten Überlegungen.


Ulrich Moser :
Traum, Wahn und Mikrowelten
Affektregulierung in Neurose und Psychose und die Generierung von Bildern
260 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-872-4
In seiner Theorie des Schlaftraums hat sich Moser von der traditionellen interpretativen Sichtweise gelöst und ein Modell der Generierung und Transformation von Träumen und Wahnbildern entworfen. Er beschreibt, wie die Affekte Bilder gestalten, wie der Traum beginnt und endet, wie er verläuft, wie und warum das Selbst und die Objekte sich wandeln.
Faszinierend ist, wie virtuelle Wahnwelten entstehen, das Subjekt sich in schnell wechselnden Beziehungen, Zeiten und Orten bewegt. Der Leser erfährt, wie Wahnkranke Bilder malen, von sich erzählen und wie die entworfenen Mikrowelten sie vor affektiv unerträglichen Katastrophen schützen. Das Geschehen wird deutlich in einer exakten Methode der Kodierung der Phantasien eingefangen. Sie erlaubt Vergleiche und erleichtert dem Therapeuten, den Verlauf von Traum und Wahn mitzuvollziehen.


Jack Novick,  /Kerry K. Novick
Ein guter Abschied
Die Beendigung von Psychoanalysen und Psychotherapien
260 S., Gb., € 29,90
 978-3-86099-871-7
Im Rahmen der therapeutischen Beziehung beschreiben Jack und Kerry Novick, wie man Themen, die mit der Beendigung der Therapie zusammenhängen, schon in ihren frühen Phasen erkennen und bearbeiten kann. Jede Behandlungsphase bringt spezifische Herausforderungen mit sich, und in jeder Phase besteht das Risiko, dass einer der Beteiligten die Behandlung vorzeitig beenden möchte. Es werden typische Gefahrensignale untersucht, auf die zu achten ist, und Techniken vorgestellt, die der Therapie zugute kommen.
Anhand klinischer Beispiele für eine Vielfalt psychischer Erkrankungen zeigen die Novicks, wie Patienten die emotionale Kompetenz erwerben, die notwendig ist, um die Schwierigkeiten des Lebens zu bewältigen, frühe Verluste zu verarbeiten und neue, freudig oder traurig stimmende Erfahrungen in die Persönlichkeit zu integrieren.


Psychoanalyse in Selbstdarstellungen Bd. VII
André Haynal / Lore Reich Rubin
/ Kaspar Weber / Lutz Rosenkötter
(Hrsg. Ludger M.Hermanns)
208 S., Br., € 19,90
 978-3-86099-874-8
Die vier Autobiografien dokumentieren Reichtum und Vielfalt der psychoanalytischen Methode in ihrer Anwendung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten. Wir werden in diesen vier Lebensschicksalen aus dem 20. Jahrhundert nicht nur mit der Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland und der erzwungenen Emigration konfrontiert, sondern erfahren auch, wie sich diese Ereignisse in anderen Ländern Europas in individuellen Lebensläufen niedergeschlagen haben. Da zwei Autoren aus sychoanalytikerfamilien stammen, ergeben sich interessante Einblicke in die transgenerationelle Weitergabe eines Berufsbildes. Darüber hinaus entsteht durch die Berichte über vier psychoanalytische Karrieren in den unterschiedlichsten Ausbildungsinstituten und Fachgesellschaften in Europa und Amerika ein Panorama der Psychoanalyse der letzten fünfzig Jahre.

Zehra Ipsiroglu
Eine andere Türkei
Literatur, Theater und Gesellschaft im Fokus einer Randeuropäerin
320 S., Br., € 29,90
 978-3-86099-877-9
Aus der Perspektive einer »Randeuropäerin«, die seit Jahren in Deutschland und der Türkei lebt, wirft die Autorin einen Blick auf beide Länder, die durch lange Jahre der Migrationsbewegung eng verbunden sind, sich aber trotzdem fremd geblieben sind.
Ipsiroglu erzählt von einer modernen türkischen Kultur, deren Vielfalt wenig bekannt ist. Türkische und deutsch-türkische Schriftsteller, Theaterautoren und ihre Werke werden vorgestellt, ergänzt durch kurze Geschichten.
Das Buch bietet einen Überblick über türkisch-deutsche Beziehungen in Literatur und Theater, der Anregungen für die interkulturelle Praxis geben kann.


Thilo Thielke
KENIA
Reportagen aus dem Inneren eines zerrissenen Landes
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-868-7
Thilo Thielke, Geboren 1968, arbeitete von 1985 bis 1990 für die Neue Presse, Hannover, danach wechselte er zum SPIEGEL nach Hamburg. Dort war er von 1990 bis 1997 Redakteur bei SPIEGEL TV, von 1997 bis 2000 Redakteur im Deutschlandressort, 2001 Redakteur im Sportressort, 2002 Redakteur im Auslandsressort des SPIEGEL, seit 2003 Korrespondent des SPIEGEL in Nairobi, ab Juli 2008 Korrespondent in Bangkok. Thielke schrieb folgende Bücher: An Gott kommt keiner vorbei. Das Leben des Reinhard Stan Libuda (1997), Eine Liebe in Auschwitz (2000), Krieg im Lande des Mahdi (2006).


Jürgen Bacia /Dorothée Leidig:
>>Kauft keine Früchte aus Südafrika!<<
Geschichte der Anti-Apartheid-Bewegung
356 S., Br., € 29,90
978-3-86099-875-5
Mit diesem Buch liegt jetzt die bisher einzige Darstellung der Anti-Apartheid-Bewegung vor. Wichtige Kongresse, Aktionen und Demonstrationen, besonders ab Mitte der 1980er Jahre, als das Regime in Südafrika in seine entscheidende Krise schlitterte, werden beschrieben und anhand zahlreicher Dokumente belegt. Darüber hinaus gewähren Bacia und Leidig einen guten Einblick in die internen Diskussionen der AAB, etwa wenn es um das Verhältnis der AAB zu den Befreiungsbewegungen in Südafrika und Namibia ging.Die Anti-Apartheid-Bewegung (AAB) wurde 1974 ins Leben gerufen. Ziel der Initiatoren war es, die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Kirchen der BRD mit dem südafrikanischen Apartheidstaat anzuprangern. Es entwickelte sich ein dichtes Netz von Bündnispartnern aus Kirchen, außerparlamentarischen Gruppen und Initiativen, aber auch aus Parteien und Gewerkschaften. Eine der ersten öffentlichkeitswirksamen Kampagnen stand unter der Parole »Kauft keine Früchte aus Südafrika! Baut nicht mit an der Mauer der Apartheid«.


Brot für die Welt:
Fünf Jahrzehnte kirchliche Entwicklungszusammenarbeit
Mit einem Geleitwort von Agnes Abuom und Erhard Eppler
192 S., Br., € 14,90
 978-3-86099-876-2
Hilfe zur Selbsthilfe, Kapazitätsbildung, Empowerment – die Schlagwörter wechseln, doch es sind immer die Menschen, die im Mittelpunkt der Entwicklungsansätze von Brot für die Welt stehen. Solche Prozesse unterliegen einer Vielfalt von Einflüssen und verlaufen nicht linear. Mit der hier vorliegenden Wirkungsdokumentation will Brot für die Welt Veränderungen und Lernprozesse in der nichtstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit sichtbar machen.
Für die Arbeitsfelder »Ländliche Entwicklung«, »Geschlechterge rechtigkeit« sowie die »Entwicklungspolitische Inlandsarbeit« wurden in drei Studien die Konzeptionsentwicklung von Brot für die Welt seit der Gründung im Jahr 1959 nachgezeichnet und in insgesamt 21 Fallstudien konkrete Veränderungsprozesse und Wirkungen dokumentiert.
Das Buch erscheint anlässlich desfünfzigjährigen Bestehens der evangelischen Hilfsorganisation Brot für die Welt. Es enthält Beiträge von Lothar Brock, Cornelia Füllkrug-Weitzel, Eberhard Gohl, Ekkehard Kürschner, Christine Lottje, Danuta Sacher, Klaus Seitz, Heide Trommer.

Staatliche Herrschaft und kommunale Selstverwaltung:
Dezentralisierung in Kamerun
(Hrsg. Katja Werthmann /Gerald Schmitt)Mit Beiträgen von Thomas Bierschenk, Hildegard Dietz, Christine Fricke, Lisa-Marie Harlfinger, Ellen Hoffers, Andreas Mehler, Corinna Sager, Benjamin Siekmann, Alexandra Vlantos u. a.
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-348-4
Die unter dem Druck der Demokratiebewegungen seit den neunziger Jahren begonnene Dezentralisierung der staatlichen Verwaltung in afrikanischen Ländern soll eine Vielzahl an Erwartungen erfüllen. Dazu gehört auch die wirksame Bekämpfung der Armut durch eine effektivere Beteilung der Bürger und die Verlagerung staatlicher Dienstleistungen an die neu geschaffenen Gemeinden.
Die hier vorgelegten Fallstudien aus acht Kommunen verschiedener Regionen Kameruns zeigen die Potenziale und Schwierigkeiten, die diese Reform mit sich bringt: auf der einen Seite größere Mitspracherechte und politische Beteiligung der Bürger, auf der anderen Seite lang andauernde Machtkämpfe zwischen Staat, Gemeinden, Lokalpolitikern und traditionellen Oberhäuptern, die den Reformprozess aufhalten und teilweise positive Effekte verhindern.



Wolfgang Hermann Körner :
Liebermanns Mythen
Roman
200 S., Gb., € 19,90
978-3-86099-531-0
Körner wirft einen vielfältig gebrochenen Blick auf die Widersprüche und Mängel des Menschen und die Leiden unserer Epoche. Zugleich lässt er seine Protagonisten fragen, ob Literatur – zu deren Wesensart es doch gehört, nicht nur die Sünden, sondern auch die Tugenden zu benennen – noch etwas zu bewirken vermag in einer Zeit, in der so viele aus dem Land ihrer Träume und Illusionen geworfen werden.


Vor dem Umsteigen - Jahrbuch für Literatur 14
300 S., Br., € 22,00
978-3-86099-532-7
»Vor dem Umsteigen« heißt die titelgebende Erzählung von Myriam Keil, in der man sich die Frage nach Veränderung oder Stillstand stellt, in der es der Ich-Erzählerin aber vielleicht auch um die Eintrittskarte zu einem anderen Leben geht.
In Martina Webers Gedichten steht man auf alle Fälle »kurz vor dem ausgang« – das neue Jahrbuch für Literatur versammelt viele Stationen...


Die Balance finden
Psychologische Beratung mit bikulturellen Paaren und Familien
(Hrsg.: iaf)
184 S., Br., 14,90
 978-3-86099-744-4
Warum suchen bikulturelle Paare und Familien eine Beratungsstelle auf? Welches sind mögliche »Kulturfallen«? Welche Strategien haben sich in der Beratung erfolgreich gezeigt?
Die AutorInnen berichten aus der Praxis und schreiben verständlich über Chancen und Risiken der interkulturellen Beratung. Ein hilfreiches Buch für BeraterInnen und Ratsuchende.
In bikulturellen Familien und Partnerschaften spielt die Erfahrung einer anderen kulturellen Herkunft und Bindung, manchmal auch einer anderen Religion, eine Rolle. Familien sind deshalb vor Herausforderungen gestellt, die individuell und kreativ gelöst werden müssen. Sie können zur Zerreißprobe oder zum Labor neuer Chancen werden.
Bikulturelle Erfahrungen wirken sich auch auf die Beratungssituation aus. Die Situation im interkulturellen Beratungssetting gleicht einem Seiltanz. Die BeraterInnen können mit Situationen konfrontiert werden, die Fremdheit, Angst, Abwehr oder Unsicherheit erzeugen. Von Bedeutung ist das Wissen über andere kulturelle Werthaltungen, Normen, Verhaltensweisen und Moralvorstellungen. Es kann jedoch auch zu Stereotypisierungen führen und eine wahrhaftige Begegnung mit den Ratsuchenden verhindern.

Rose Ahlheim
Gitter vor den Augen
Innere und äußere Realität in der psychoanalytischen Therapie von Kindern und Jugendlichen
240 S., Br., 24,90
 978-3-86099-748-2
Die Frage nach dem dialektischen Verhältnis von »innerer« und »äußerer« Welt bildet den theoretischen Rahmen für zehn lebendig erzählte Fallgeschichten. Aus ihnen allen wird deutlich, wie die Symptombildungen und Auffälligkeiten der Kinder und Jugendlichen – ob es sich um schwere Lernblockaden handelt, um eine Hautkrankheit, eine Ess- oder Kontaktstörung, um Durchbrüche von destruktiver Aggression oder um ängstlichen Rückzug – einen verborgenen Sinn für die Patienten erfüllen. Was nach außen als Störung erscheint, kann »innen« die unbewusste Bedeutung eines Schutzes vor Angst und Schmerz haben und kann im intersubjektiven Verstehen entschlüsselt werden.

Inhalt:

1. Einleitung
1.1 An der Schnittstelle zwischen »innen« und »außen« – Kampfszenen aus einer Kindertherapie
1.2 Die Einzelfallgeschichte als Beitrag zur Theoriebildung

2. »Innen« und »außen« im psychoanalytischen Diskurs
2.1 »Primärer Narzissmus« und »Symbiose«
2.2 Empirische Forschung und der Eigencharakter der Psychoanalyse
2.3 Das Außen im Innern: »innere Objekte«
2.4 Trieb, Aggression, Destruktion
2.5 Der Stellenwert der lebensgeschichtlichen Faktizität im therapeutischen Prozess
2.6 Der Kontakt mit dem Inneren des Anderen: Fremdpsychisches szenisch verstehen

3. Szenisches Verstehen in der psychoanalytischen Diagnostik:
Zwei Fallbeispiele
3.1 »Alberto« – wie ein frühes Trauma sich szenisch abbildet
3.1.1 Bearbeitungsschritte: Gedächtnisprotokoll, Fallkonferenz, Diagnoseprofil
3.1.2 Das psychoanalytische Erstinterview mit »Alberto«
3.1.3 Das Diagnoseprofil im Fall Alberto
3.1.4 Das Gespräch mit Albertos Mutter
3.1.5 Schlussfolgerungen der Fallkonferenz
3.2 »Sascha« – szenische Darstellung einer Beziehungsstörung im Erstinterview
3.2.1 Auftakt der Begegnung
3.2.2 Das erste Elterngespräch
3.2.3 Das Kinderinterview

4. »Bis ins dritte und vierte Glied«
Das Verfolgungstrauma in der Enkelgeneration
4.1 Einleitung
4.2 Auftakt der Therapie
4.3 Das Kinderinterview
4.4 Informationen nach Therapiebeginn
4.5 Aus der Lebensgeschichte der Eltern
4.6 Der Niederschlag des Verfolgungstraumas in der psychischen Organisation des Kindes
4.7 Probleme von Übertragung und Gegenübertragung
4.8 Schritte zur Aufl ösung der Übertragungskonstellation
4.9 Gesehenwerden und Sich-sehen-Lassen
4.10 Zusammenfassung
4.11 Nachtrag 2007

5. Salz auf der Haut und Tintenwolke
Über die Verwendung der Neurodermitis im psychischen Abwehrsystem zweier Vorschulkinder
5.1 Vorbemerkung
5.2 Lena
5.2.1 Das Erstinterview mit Lena
5.2.2 Der Therapieverlauf
5.2.3 Zusammenfassung
5.3 Florian
5.3.1 Zur Vorgeschichte
5.3.2 Das Erstinterview mit Florian
5.3.3 Die erste Therapiephase
5.3.4 Ein Wendepunkt
5.3.5 Der Fortgang der Therapie
5.4 Schlussfolgerung

6. »Ich will doch gar nicht wissen, was da steht!«
Zur Psychodynamik der Lese-Rechtschreib-Störungen
Zwei Fallgeschichten
6.1 Vorbemerkung: Neuere Befunde zur Psychodynamik der Legasthenie
6.2 Lesenlernen als Eroberung eines phantasmatischen Raumes: »Berti«
6.2.1 Vorgeschichte
6.2.2 Die Rolle des Spracherwerbs im Separationsprozess des Kindes
6.2.3 Die Leselernstörung als Ausdruck eines Wiederannäherungs-Konfliktes
6.3 Rechtschreibung als Wiedererkennen: »Anette«
6.3.1 Vorgeschichte
6.3.2 Auftakt: Eine gelungene Symbolisierung
6.3.3 Ein Bild-Symbol, das keine Bedeutung haben darf
6.3.4 Die Schriftzeichen als Bildsymbole
6.4 Schlussfolgerung

7. Sehnsucht und Destruktion. Zeitgefühl und Selbstkohärenz in der Behandlung eines mehrfach traumatisierten Jungen
7.1 Vorgeschichte
7.2 Der erste Kontakt
7.2.1 Das Erstinterview
7.2.2 Zur Bedeutung primärer »Bemutterung« für das Kontinuitäts- und Selbstgefühl – diagnostische Überlegungen
7.3 Therapieverlauf
7.3.1 Sexualisierung
7.3.2 Neid, Hass und Vergeltungsangst
7.3.3 Konstruktion einer Kindheit im Spiel
7.3.4 Destruktives Agieren in der Übertragungsbeziehung
7.3.5 Annäherung an eine frühe Überstimulierung
7.4 Resümee

8. »Ich habe es wohl gewusst, aber nicht verstanden«
Agieren und Sinnverstehen in der Psychotherapie einer Jugendlichen mit Essstörung
8.1 Erste Begegnung
8.1.1 Kontaktaufnahme und Erstinterview
8.1.2 Weitere Informationen zu Beginn
8.2 Der Therapieverlauf
8.2.1 Gute Mutter – schlechte Mutter
8.2.2 Der Überfall
8.2.3 Unfälle
8.2.4 Wut und Schmerz
8.2.5 Trauer und Separation
8.2.6 Stabilisierung

9. »Gitter vor den Augen« Gescheiterte Individuation
9.1 Das interdisziplinäre Forschungsprojekt »Konfliktgeschichten unbeschulbarer Jugendlicher«
9.2 Pierres Konflikte mit der Schule und die Geschichte einer fast vergeblichen Hilfs- und Fördermaßnahme
9.2.1 Kindergarten und erstes Schuljahr
9.2.2 Beginn einer sonderpädagogischen Hilfsmaßnahme
9.2.3 Erste Irritationen unter den pädagogischen Helfern
9.2.4 Offene Konflikte
9.2.5 Stillstand
9.2.6 Rückblick
9.3 Kennzeichen der Interaktion in diesem Hilfeprozess
9.4 Die psychoanalytische Falluntersuchung
9.4.1 Das Erstgespräch mit den Eltern
9.4.2 Das erste Kinderinterview
9.4.3 Kommentar zu Elterngespräch und erstem Kinderinterview
9.4.4 Das zweite Kinderinterview
9.4.5 Aus dem abschließenden Elterngespräch
9.4.6 Auswertung: Scham, Beschämung und Schamlosigkeit
9.5 Die Dynamik in den sozialen Beziehungen und die Psychodynamik: Gemeinsame Merkmale

10. Schluss



Seid realistisch, fordert das Unmögliche!

Volkhard Brandes
Paris Mai ´68
Plakate /Karikaturen /Fotos der Revolte
100 S., Br., 16,90
 978-3-86099-118-3
Die Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris wurde im Mai/Juni 1968 von den Studierenden besetzt und zum »Atelier populaire« (»Volksatelier«) umgewandelt. Ungefähr 350 verschiedene Plakate wurden dort in Hunderttausenden von Exemplaren kollektiv produziert. Auch Frankreichs Karikaturisten unterstützten mit spitzer Feder die Bewegung.
Plakate und Karikaturen stießen auf ein weltweites Interesse. Auch in Deutschland fanden sie weite Verbreitung: Die bissige Kritik der bestehenden Verhältnisse faszinierte ebenso wie die Visionen von einer egalitären, emanzipierten Gesellschaft.
Dieser Band macht eine repräsentative Auswahl der Plakate und Karikaturen neu zugänglich. Die hinzugefügten Fotos dokumentieren den Raum, in dem die Plakate ihre agitatorische Wirkung besonders entfalteten: die Wände von Paris. Ausführliche Erläuterungen, Übersetzungen und eine Zeittafel erleichtern den Zugang zur politischen Kunst des Mai ’68.



Susanne Döll-Hentschker
Die Veränderung von Träumen
in psychoanalytischen Behandlungen
Affekttheorie /Affektregulierung /Traumkodierung
440 S., Br., 39,90
978-3-86099-749-9
Die Untersuchung von Träumen und deren Bedeutung innerhalb der Psychoanalyse spielt seit Freuds Traumdeutung eine wichtige Rolle. Im 21. Jahrhundert hat sich die Traumanalyse als Teil der empirischen Verlaufs- und Erfolgsforschung etabliert. Voraussetzungen für diese Art der Forschung sind die genaue Dokumentation von Träumen sowie Kodiersysteme, die zuverlässig überprüft und gleichzeitig im psychoanalytischen Denken eingebettet sind. Optimale Träume gibt es zwar auch nach gelungenen Psychoanalysen nicht und optimale Theorien und Kodiermethoden sind Träume. So ist das von Susanne Döll-Hentschker nun vorgelegte Kodiersystem wissenschaftlich einsetzbar.

Inhalt:

1. Einleitung
1.1 Begriffsdefinitionen
1.2 Inhaltlicher Überblick

2. Emotionstheorien
2.1 Psychophysiologische und neurobiologische Ansätze
2.2 Evolutionstheoretische Ansätze
Exkurs 1: Kontroversen um das Konzept der Basisemotionen
2.3 Kognitionstheoretische Ansätze
2.4 Zusammenfassung und Diskussion

3. Psychoanalytische Affekttheorien
3.1 Affekttheoretische Annahmen bei Freud
Exkurs 2: Unbewusste Affekte?
3.2 Affekttheoretische Ansätze nach Freud
Exkurs 3: Affekttheorie als Ablösung der Triebtheorie?
3.3 Zusammenfassung und Diskussion

4. Affektregulierung
4.1 Affektregulierung in der Entwicklungstheorie und -forschung
4.2 Empirische Forschung zur Affektregulierung bei Erwachsenen
4.3 Klinische Konzepte der Affektregulierung in der Psychoanalyse
4.4 Zusammenfassung und Diskussion

5. Träumen als Affektregulierung
5.1 Das Modell der Traumgenerierung
5.2 Der Traum als Abfolge von Situationen
5.3 Zur Struktur des Kodierungssystems

6. Empirische Untersuchung
6.1 Hypothesen
6.2 Untersuchungsmaterial und Studiendesign
6.3 Manual zur Traumkodierung nach Moser & von Zeppelin
6.4 Inter-Rater-Reliabilität
6.4.1 Segmentierung
6.4.2 Kodierung

7. Darstellung der Ergebnisse
7.1 Allgemeine Ergebnisse
7.2 Einzelfallbetrachtung
7.2.1 Fall 1
7.2.2 Fall 2
7.2.3 Fall 3
7.2.4 Fall 5
7.3 Vergleich der Fälle
7.4 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse

8. Abschließende Zusammenfassung und Forschungsausblick

9. Manual zur Traumkodierung nach Moser & von Zeppelin




Henriette Clara Herborn
Henris Welt
Erzählungen
120 S., Br., 12,90
 978-3-86099-530-3 


Juliet Hopkins
Bindung und das Unbewusste
Ein undogmatischer Blick in die kinderpsychoanalytische Praxis
272 S., Gb., 29,90
 978-3-86099-745-1
Das Buch enthält Erfahrungen aus der jahrzehntelangen Arbeit als Kinderpsychoanalytikerin, in denen es um die Integration psychoanalytischer Theorie und Bindungstheorie in klinische Beobachtung und Praxis geht.
Das Bestechende an den Schriften von Juliet Hopkins besteht in der Mischung ihrer umfangreichen und genauen Sachkenntnis, die die theoretischen Ansätze von Melanie Klein, Donald W. Winnicott, John Bowlby und Mary Main sowie Mary Ainsworth ebenso umfasst wie die Anna Freuds, Selma Fraibergs und Daniel Sterns. Hinzu kommen der weitreichende Einblick, den sie in ihre psychoanalytische Praxis gewährt, sowie ihre detaillierten, differenzierten und klaren Analysen.
Ihre genaue, kenntnisreiche, traditionsbezogene und gleichzeitig freidenkende und -handelnde Art erlauben neue Erkenntnisse für die psychoanalytische Praxis.
»Schreiben«, so Hopkins, »ist meinem Bedürfnis entsprungen, die Erfahrungen aus meiner Praxis für mich zu verarbeiten und Kollegen und Ausbildungskandidaten in ihrer therapeutischen Arbeit zu ermuntern. Ich hatte immer Gefallen an der Beschäftigung mit ungewöhnlichen Fallgeschichten, weil sie in besonderer Weise dazu herausfordern, Erklärungen für das zu suchen, was es zu verstehen gilt.«


Das interkulturelle Klassenzimmer
 (Hrsg.: Beate Schnabel/Mariagracia Bianchi Schaeffer)
176 S., Br., 14,90
 978-3-86099-203-6
Interkulturalität prägt zwar den Alltag in unseren Schulen, ist aber in der Institution Schule nicht strukturell verankert. Gegenstand und Ziel von Lernen und Unterricht sind monokulturell ausgerichtet. Interkulturelle Initiativen bleiben die Ausnahme. Welche Probleme entstehen daraus? Welche Chancen werden vertan? Kann sich die Schule verändern?
Aus der Perspektive der Klassengruppe, von einzelnen SchülerInnen, wie auch von LehrerInnen werden Fragen, Unsicherheiten, Irritationen herausgearbeitet, die sich in der Zusammenarbeit in multiethnischen Gruppen in der Schule herstellen. In Interviews kommen die Akteure zur Sprache. Aus der verstehenden Perspektive der Dynamik in Jugendlichengruppen, unter Berücksichtung einiger theoretischen Beiträge, werden Anregungen für ein besseres Verständnis des schulischen Alltags gegeben. Durch das Schlüsselloch ins interkulturelle Klassenzimmer zu blicken, macht den Reiz dieses Bandes aus. Praxisnah und dicht an den Akteuren in der Schule, den Schülern und den Lehrern, erklären die Autoren, welche Probleme, aber vor allem welche Potentiale in multiethnischen Lerngruppen liegen. Der Schlüsselbegriff dazu lautet Interkulturelle Kommunikation.

Ein Staat verschwindet:

Dominic Johnson
Kongo:
Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens
184 S., Br., 17,90
 978-3-86099-743-7
Die Spannungen, die zu den Kongo-Kriegen seit 1996 führten, wurden durch den Friedensschluss 2003 und die Wahlen 2006 nicht gelöst. Obwohl reich an Rohstoffen zählt der Kongo zu den ärmsten Ländern der Welt.
Demokratische Entwicklungen werden immer wieder von den jeweiligen Machthabern sabotiert. In Kongos Ostregion Kivu tobt bis heute ein grausamer Milizenkrieg, der die Gesellschaft zerreißt.
Längst organisieren die Kongolesen ihr Leben selbst. Kern aufgaben des Staates werden an der Basis organisiert und gegen staatliche Machtansprüche behauptet – von Schulbildung bis hin zur bewaffneten Selbstverteidigung. Der Erfindungsreichtum der Kongolesen und ihre Fähigkeit, aus dem Nichts etwas zu schaffen, sind legendär. Nur so konnten sie die vergangenen hundert Jahre kolonialer Gewalt, postkolonialer Willkür und zeitgenössischen Staatszerfalls überstehen.
Einer der besten deutschsprachigen Kenner des Kongo erklärt die Hintergründe der Kriege des Landes und beschreibt, wie die politischen und wirtschaftlichen Konflikte in Zentralafrika die Gegenwart prägen. Johnson, der entlang der Menschen schreibt und forscht, erklärt, warum die ungelösten Probleme des Kongo Sprengkraft für ganz Afrika besitzen. Das Buch schließt eine Lücke auf dem deutschsprachigen Buchmarkt.


Psychoanalyse des Vaters
Klinische Erfahrungen mit realen, symbolischen und phantasierten Vätern
(Hrsg.: Hans-Geert Metzger)
200 S., Gb., 24,90
 978-3-86099-747-5
Kinder, die mit einem real abwesenden Vater aufgewachsen sind – oder mit einem Vater, der innerlich abwesend ist –, schwanken zwischen Idealisierung und Entwertung und haben oft keine Chance, ihr Bild im Kontakt mit einem Vater zu bearbeiten. Oft bleiben lebenslange Probleme in der Gestaltung von Partnerschaften und Probleme bei der Bewältigung lebensgeschichtlicher Krisen zurück. Doch auch heute noch wird die Macht des Vaters deutlich, der einerseits eine Orientierung geben, der aber andererseits mit seiner Autorität erdrücken kann. Der Vater bindet somit seine Kinder bis ins Erwachsenenalter so an sich, dass die Entwicklung zur Autonomie in pathologische Gleise gerät. Schließlich finden sich Beiträge zur Suche der Väter nach einer partnerschaftlichen Gestaltung der Vaterschaft mit ihren psychodynamischen Hintergründen.

Inhalt:

Hans-Geert Metzger
Prolog: Vaterimago und realer Vater

Heribert Blaß
Der lange Schatten des Vaters
Zur Dynamik eines transgenerationellen Vater-Sohn-Konflikts

Tomas Plänkers
Der ersehnte und abgelehnte Vater
Zur Psychodynamik einer Vaterlosigkeit

Friedrich Markert
»Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide«
Früher Vaterverlust: Eine Liebesgeschichte mit dem Analytiker-Vater

Hans-Geert Metzger
Der imaginierte Vater und die Erfahrung der realen Begegnung

Martin Teising
Zur Bedeutung des Vaters für Männer im höheren Lebensalter

Bettina Daser
Generationenwechsel in Familienunternehmen
Sind Töchter nur als Vatertöchter erste Wahl?

Britta Heberle
Die so genannten neuen Väter

Cornelia Wegeler-Schardt und Angela Köhler-Weisker
Ohne Vater werden Mutter und Kind kein Paar: Triade und Dyade
Zwei Fallbeispiele aus der Frankfurter Baby-Ambulanz

Marita Barthel-Rösing
Vom fehlenden zum hinreichend guten Vater
Aus der Behandlung eines Mädchens mit Todesangst

Jörg M. Scharff
Denken von zuvor Ungedachtem
Urszene und symbolische Vaterreferenz

Frank Dammasch
Der ruhelose Junge, die frühe Differenzerfahrung und der entwertete Dritte

Hans-Geert Metzger
Epilog: Die Beziehung zum Vater – Liebe, Hass, Enttäuschung, Sehnsucht




Jochen Raue
Aggressionen verstehen
Psychoanalytische Fallstudien von Kindern und Jugendlichen
173 S., Gb., 24,90
 978-3-86099-746-8
Auch Kinderpsychotherapeuten sehen sich immer öfter dem Druck ausgesetzt, schnell und kostensparend Abhilfe schaffen zu sollen. Dabei geht verloren, dass die Störungen in der Integration aggressiver Verhaltensweisen oftmals Ausdruck einer sehr langen misslungenen Entwicklung sind, die einen langen therapeutischen Prozess hin zu einer besseren Integration der Aggression erfordert. Der Kinderpsychoanalytiker setzt sich so mit starken zerstörerischen Kräften und mangelnder Impulskontrolle auseinander und überführt diese im Erfolgsfall in konstruktive Bahnen. Zahlreiche Ansätze versuchen, auf der Verhaltensebene mit Trainings, Maßregeln und pädagogischem Eingreifen einer steigenden Zahl aggressiver Handlungen und Auffälligkeiten Herr zu werden. Das Ziel ist, möglichst schnell und effektiv die aggressiven Kinder und Jugendlichen funktionsfähig zu machen.

Inhalt:

Einleitung

1. Kapitel – Christoph: Aggression als Beziehungsmöglichkeit
- Die Erstgespräche
- Überlegungen zu den Erstgesprächen
- Therapieverlauf
- Überlegungen zum Therapieverlauf
- Zwischenspiel: Krisenintervention
- Die zweite Therapie
- Schlussbemerkungen

2. Kapitel – Martin: Aggression und sadistische Übertragung
- Das Erstgespräch mit dem Jugendlichen
- Die Eltern
- Drei weitere Gespräche mit Martin
- Martins Geschichte
- Psychodynamik zum Therapiebeginn
- Der erste Therapieabschnitt
- Der weitere Therapieverlauf
- Schlussbemerkungen zur Psychodynamik

3. Kapitel – Aggression, Suizidalität und Gegenübertragung
- Einige Bemerkungen zur Gegenübertragungsanalyse bei Suizidalität
- Jana
- Schlussüberlegungen zum Fall

4. Kapitel – Behandlungsabbruch und negative therapeutische Motivation
- Die negative therapeutische Motivation
- Tony
- Überlegungen zum Verlauf
- Lea

5. Kapitel – Felix: Reinszenierung traumatischer Aggression
- Die Erstgespräche
- Die Gespräche mit Felix
- Lebensgeschichte
- Behandlungsverlauf
- Die 90. Stunde
- Einige Anmerkungen zur Elternarbeit
- Anmerkungen zur Psychodynamik traumatischer Aggression

6. Kapitel – Der abwesende Dritte: vom aggressiven Agieren
zur symbolisierten aggressiven Phantasie

7. Kapitel – Kevin: Verwahrlosung und Aggression Anamnese
- Psychodynamische Überlegungen
- Der Therapieverlauf

8. Kapitel – Die Gegenübertragung und ihre Abweichungen in der Begegnung mit schwer antisozial gestörten Jugendlichen

9. Kapitel – Kevin: Psychoanalytisch- therapeutische Begleitung und Behandlung an einer Schule für Erziehungshilfe
- Die Konzeption
- Der therapeutische Rahmen und die Indikation für eine Arbeit an der Schule
- Die Kooperation mit den Institutionen
- Missverstehen und Abwehr der Destruktion
- Mangelnde Perspektiven

10. Kapitel – Wiederholungszwang und institutionelle Aggression im Alltag
- Verleugnung der Aggression am Beispiel Neonazismus
- Aggression und Institutionen – institutionelle Aggression

11. Kapitel – Entwicklungspsychologische Überlegungen zur Aggression und der Umgang mit ihr in der psychoanalytischen Therapie
- Überlegungen zur Entwicklungspsychologie der Aggression in der frühen
Kindheit und zur Aggressionsentwicklungsstörung
- Der Umgang mit extremen Situationen in der Therapie
- Das Ziel der Behandlung von schweren Aggressionsentwicklungsstörungen




Dörte Rompel
Rebellen oder Patrioten?
Jugend im politischen Prozess der Cote d´Ivoire von 1990 bis heute
168 S., Br., 15,90
 978-3-86099-346-0
Bis zur Einführung des Parteienpluralismus im Jahr 1990 versuchten die Machthaber in der Côte d’Ivoire der Autonomisierung der Jugend hauptsächlich durch Kooptation und Repression entgegenzusteuern. In den 1990er Jahren wurde politisierte Ethnizität zur wichtigsten Methode der Herrschaftssicherung. Die politischen Eliten entwickelten das ethnonationalistische Konzept der Ivorität, um die Bevölkerung in autochthone Ivorer und Ivorer zweifelhafter Herkunft bzw. Ausländer zu spalten. Die Politisierung ethnischer Identitäten hat vor allem das politische Handeln der Jugendlichen maßgeblich mitbestimmt. Einst im Kampf für die Demokratisierung des autoritären Systems vereint, sind sie zu bedeutenden Akteuren sowohl auf Seiten der inkludierten als auch der exkludierten gesellschaftlichen Gruppen avanciert.
Diese politikwissenschaftliche Studie untersucht die jugendlichen Akteursgruppen im politischen Wandel. Damit vermittelt sie einen Einblick in die Komplexität der andauernden Krise des Landes und liefert Impulse für die Forschung über Jugend und Politik in Afrika insgesamt.



Im Blick der Anderen
Auf ethnologischer Forschung in Mali
(Hrsg.: Röschenthaler/Diawara )
Beiträge von Francis Djomeda, Melanie Gärtner, Lena Kroeker, Dörte Rompel, Kathrin Schreivogl, Imke Schulte-Löbbert
160 S., Br., 14,90
 978-3-86099-347-7
Im Blick der Anderen untersucht den Hip Hop in der malischen Hauptstadt Bamako, den Bau ländlicher Museen, die Interpretation importierter Soap Operas, den Umgang von Familien mit HIV/Aids, die Dezentralisierung am Beispiel des Mangoanbaus und die Situation jugendlicher Rückkehrer aus der vom Bürgerkrieg zerrissenen Côte d’Ivoire nach Mali.
Die Beiträge verknüpfen eigene Erfahrungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, um einen differenzierten Blick auf den afrikanischen Alltag zu werfen. Sie sollen aufzeigen, wie sich aus persönlichem Engagement und wissenschaftlichen Erkenntnissen neue Perspektiven ergeben.
Die Texte sind Arbeiten Frankfurter Studierender der Ethnologie, die an einer Lehrforschung in Mali teilgenommen haben. Wesentlicher Baustein war die intensive Zusammenarbeit mit jeweils einem malischen Studierenden. Deutlich wird, wie aktuell und alltagsbezogen ethnologische Forschung sein kann.


Charakter ist Schicksal

Alice Salomon
Lebenserinnerungen
Jugendjahre – Sozialarbeit – Frauenbewegung - Exil
Aus dem Englischen von Rolf Landwehr
400 S., Br., 29,90
 978-3-86099-119-0
Alice Salomon, geboren 1872 in Berlin; ab 1893 Mitarbeit in dem Reformprojekt »Mädchen- und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit«; 1899 Eröffnung des ersten Jahreskurses und 1908 der Sozialen Frauenschule in Berlin-Schöneberg, eine der weltweit ersten Ausbildungsstätten für Soziale Arbeit; 1902 Studium der Nationalökonomie, Geschichte und Philosophie, 1906 Promotion; seit 1900 eine der führenden Vertreterinnen der deutschen, seit 1909 auch der internationalen Frauenbewegung; 1929 Gründung des Internationalen Komitees Sozialer Schulen (heute: International Association of Schools of Social Work); 1933 Verlust aller öffentlichen Ämter; 1937 Ausweisung aus Deutschland, 1944 Erwerb der amerikanischen Staatsbürgerschaft; starb 1948 in New York.
In den USA verfasst sie ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel »Character is Destiny« auf Englisch. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der von Alice Salomon 1908 gegründeten Sozialen Frauenschule Berlin-Schöneberg erscheinen im Brandes & Apsel Verlag die Lebenserinnerungen Alice Salomons erstmals in ungekürzter Form.



Rita Schäfer
Frauen und Kriege in Afrika
504 S., Br., 39,90
 978-3-86099-345-3
Diese Studie zeigt auf, welche Folgen die Beteiligung junger Frauen an antikolonialen Befreiungskriegen im südlichen Afrika langfristig hatte. Zudem richtet sie ihren Fokus auf Bürgerkriege und Nachkriegsentwicklungen in West-, Zentral- und Ostafrika sowie am Horn von Afrika. Unterschiedliche Rollen von Frauen und Männern als Kombattant/innen, Gewaltopfer oder Flüchtlinge werden dargestellt. Gleichzeitig erhellt diese Analyse Gender-Konflikte zwischen Männern, konkret zwischen jugendlichen Guerillakämpfern, Kriegsherren und Blauhelmsoldaten. Geschlechterhierarchien werden mit anderen Macht- und Differenzkategorien wie Ethnizität und Religion in Beziehung gesetzt. Im Detail werden die Interdependenzen zwischen Geschlechterverhältnissen und historischen, sozio-ökonomischen und politischen Kriegsursachen aufgezeigt. Das Fazit lautet: Für eine nachhaltige Friedenssicherung ist es entscheidend, die Auswirkungen von Kriegen auf die Geschlechterbeziehungen zu beachten.



Saliha Scheinhardt
Schmerzens-klänge
Eine Erzählung aus der Türkei
176 S., Br., 15,90
 978-3-86099-741-3
Mitte der neunziger Jahre: Sechzehn Schülerinnen und Schüler, die meisten unpolitisch oder höchstens an friedlichen Schulprotesten beteiligt, werden zu gewalttätigen Terroristen und zur Bedrohung des türkischen Staates aufgebaut, verhaftet und gefoltert. Doch innnerhalb weniger Tage mobilisiert sich eine breite Öffentlichkeit gegen das Vorgehen von Justiz und Polizei. Es gelingt ihr nicht nur, die Freilassung der Festgenommenen zu erzwingen, sondern – ein Novum in der jüngeren türkischen Geschichte – die Folterer vor Gericht zu bringen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilen zu lassen.
Saliha Scheinhardt erzählt aus der Perspektive Ardas, einer gefolterten, zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilten, doch nach einigen Jahren freigelassenen jungen Frau, einem verletzten und dennoch ungebrochenen widerständigen Menschen.


Julia Kristeva: Schwarze Sonne
Depression und Melancholie
280 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-736-9
Depression als archaischen Ausdruck einer nicht symbolisierbaren, unbenennbaren narzisstischen Wunde. Daran und an Melanie Klein wie Jacques Lacan anknüpfend, kommt Julia Kristeva zu dem Befund: dass der Depressive nicht um ein Objekt trauert, sondern um ein sich der Sinngebung entziehendes »Reales«.
Kristeva gelingt es, den in der Gegenwart immer stärker aufs Pathologische abzielenden und damit verengenden Diskurs zu jenem »depressiv-melancholischen Komplex« aufzubrechen. Sie zeigt, dass in Depression und Melancholie die Quelle von Leiden liegt, aber auch und davon nicht zu trennen: von Kreativität.
Julia Kristeva in Bulgarien geboren und seit 1966 in Frankreich lebend, gehört zu den renommiertesten Sprachwissenschaftlerinnen und Psychoanalytikerinnen sowie kritischen intellektuellen Frankreichs. 2004 erhielt sie den norwegischen Holberg-Preis. 2006 den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken; zahlreiche Ehrendoktorwürden, Auszeichnungen und Preise. Sie ist Professorin am Institut Universitaire de France und schrieb einflussreiche Bücher über Psychoanalyse, Literatur und Sprache.


Schwierige Situationen in psychoanalytischen Behandlungen:

Annemarie Laimböck:
Schwierige Passagen
Herausforderungen an  die psychoanalytische Methode
160 S., Br., € 14,90
978-3-86099-737-6
Schwierige Passagen sind ein Bestandteil jeder psychoanalytischen Behandlung und markieren oft im Bewusstsein der beiden Beteiligten wichtige Momente der Veränderung. Das Erleben des Analytikers in solchen Passagen ist das des Irritiert Seins, der Angst, des Unverständnisses und des Gefühls des Scheiterns. Diese emotionale Gestimmtheit ist unabdingbarer Bestandteil einer solchen Passage. Sie erklärt eine weitere Gefahr in diesen Zonen, nämlich die der Flucht in technische oder theoretische Überlegungen bzw. Überlegenheit. Damit wird die progressive Möglichkeit der Überwindung einer dramatischen Beziehungssituation zu Gunsten scheinbarer Sicherheit aufgegeben. Von diesen gefährlichen Passagen, dem Tun des Analytikers während diesen und der Anstrengung, auch dort Psychoanalyse zu betreiben, handelt dieses Buch.



Karin Nitzschmann:
Harry Potter
und die Realität des Zaubers
Analyse des siebenbändigen Entwicklungsromans von J. K. Rowling
100 S., Br., € 9,99
978-3-86099-731-4
Millionenfach gelesen: Harry Potter 1 - 7.  Hier die psychoanalytische Interpretation.



Psychoanalytische
Säuglings-Kleinkind-Eltern-Psychotherapie
Konzepte-Leitlinien-Manual
(Hrsg.:Cierpka / Windaus.)
88 S., Br., € 19,90
978-3-86099-739-0
Exzessives Schreien, Schlafstörungen, Probleme beim Stillen und Füttern, aber auch Störungen in der Kommunikation und in Beziehungen machen vielen Eltern im Umgang mit ihren Babys große Schwierigkeiten und Sorgen. Insbesondere die Entwicklungsverzögerungen in Folge von Frühgeburtlichkeit oder Erkrankungen wie Neurodermitis oder Asthma führen zu schweren Enttäuschungen. Dies stört den gelingenden Austausch in der noch jungen Eltern-Kind-Beziehung und führt früh zu massiven Belastungen. Die Autoren berichten in Falldarstellungen von ihrer therapeutischen Arbeit, die sie zu einem Therapieleitfaden zusammengefasst haben. Darüberhinaus geben diagnostische Leitlinien und konzeptionelle Beiträge einen guten Überblick über diesen klinischen Forschungsbereich.



Mechthild Zeul:
Das Höhlenhaus der Träume
Filme, Kino & Psychoanalyse
176 S., Br., € 17,90
978-3-86099-738-3
Zeuls Filminterpretationen und Ansichten über das Kino verdanken sich einem intersubjektiven Zugang: Der Film wird zu meinem Partner, mit dem ich interagiere. Er hat die Qualität eines »Übergangsobjekts«. Im Prozess des Erlebens und des Verstehens der filmischen Erzählung mit Hilfe von Übertragung und Gegenübertragung bewege ich mich in einem »intermediären Raum« (Winnicott). In diesem Raum mischt sich psychische mit äußerer Realität. Zeul bezeichnet diesen Raum als »Höhle« im filmischen Erleben. Daraus ergeben sich neue Perspektiven und Erkenntnismöglichkeiten, die in diesem Buch darlegt werden.



Computerspiele
Faszination & Irritation
(Hrsg.: Margrit Frölich /Michael Grunewald /Ulla Taplik )
176 S., Br., € 15,90
978-3-86099-733-8
Computerspiele sind ein selbstverständlicher Teil der Freizeitkultur vieler Kinder und Jugendlicher. Was bewegt junge Leute - und zunehmend auch Erwachsene - vor dem Computer zu sitzen, in die Rollen virtueller Helden zu schlüpfen und riskante Abenteuer zu bestehen? Was bewegt sie, virtuelle Familien zu kreieren oder im Internet Fußball zu spielen? Eltern haben Angst, dass ihre Kinder einer Art Sucht verfallen sind. Ist nicht zu befürchten, dass sich durch das Spielen am Computer ihre Identität verändert? Dabei spielen geschlechtsspezifische Unterschiede eine Rolle. Trifft es zu, dass Jungen häufig Spiele mit gewalttätigem Inhalt bevorzugen, während Mädchen lieber mit dem virtuellen Puppenhaus spielen? Medienexperten gewähren Einblicke in die oftmals fremde Welt transnationale Kultur des Spiels.



Psychoanalyse in Selbstdarstellung, Band VI
 Hermann Beland, Anna Ornstein, Paul Ornstein, Leon Wurmser
(Hrsg.: Ludger Hermanns.)
208 S., Br., € 19,90
978-3-86099-866-3
Die vier Autobiografien dokumentieren Reichtum und Vielfalt der psychoanalytischen Methode in
ihrer Anwendung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten. Wie in den vorangegangenen Bänden werden wir in diesen vier Lebensschicksalen aus dem 20. Jahrhundert nicht nur mit der Verfolgung durch das nationalsozialistische Deutschland und die erzwungene Emigration konfrontiert, sondern erfahren auch, wie Familien auf unterschiedlichste Weise ihren Weg zwischen Bedrohung und Anpassung gesucht und gefunden haben. Wir erhalten Einblicke in internationale psychoanalytische Karrieren in den unterschiedlichsten Ausbildungsinstituten in Europa und Amerika.



Gronemeyer /Rompel
Verborgenes Afrika
Alltag jenseits vo Klischees
160 S., Br., 14,90
978-3-86099-730-7
Die Autoren illustrieren Realitäten eines weithin unbekannten Afrika, das sich dem europäischen Zugriff entzieht und auf eine eigene Modernität beruft. Dabei reden sie nicht unkritisch dem Alten und Vergangenen das Wort. Sie versuchen, die europäischen Klischees zur Seite zu räumen. Sie zeigen eindringlich auf, was verloren gehen könnte. Auch afrikanische Lebenswelten sind bedroht von industriellem Konsum, von Fast Food, von Gewalt, von verdummenden Medien. Ihr Buch zeigt afrikanische Wirklichkeiten, die dem Leser eine behutsame Annäherung an den fremden Kontinent ermöglicht. Subsistenz, der Rückgriff und Bezug auf das Eigene, Angeeignete und Lokale wird von den Autoren mit Leben gefüllt. In der Gegenwart und Stärke afrikanischer Bewältigung von Krisen liegt mehr Zukunft, als auf den ersten Blick erkennbar ist.


Männliche Sozialisation heute:

Jungen in der Krise
Das schwache Geschlecht?
Psychoanalytische Überlegungen
(Hrsg.: Frank Dammasch)
176 S., Br., € 15,90
978-3-86099-732-1
Bei den sozialen Auffälligkeiten und psychischen Störungen liegen Jungen an der Spitze.
Jungen werden immer unruhiger und störender. Die Schwäche des männlichen Geschlechts liegt bei der Unfähigkeit zur flexiblen Anpassung an die kommunikationsgeprägte Dienstleistungsgesellschaft.
Welche psychischen Qualitäten zur Bewältigung des kulturellen Wandels von Nöten sind und warum Jungen daran scheitern, diskutieren namhafte Kinder- und  Jugendlichen- Psychoanalytiker: Hans Hopf, Thomas Hüller, Gerald Hüther, Douwe Jongbloed, llka Quindeau, Martin Teising, Kai von Klitzing, Gisela Zeller-Steinbrich



Köper:
Sonja Okun
Geliebt - verlassen - vernichtet
330 S., Br., € 22,00
978-3-86099-729-1
Sonja Okun, am 26. Januar 1899 in Minsk, Russland, geboren, lebte ab 1904 in Hamburg und ab 1919 in Berlin. Als junge Frau begegnete sie berühmten Zeitgenossen wie Fritz Kortner und Bertolt Brecht, später Leo Baeck und Paul Eppstein. Sie hat die Menschen, denen sie begegnete, zutiefst beeindruckt: mitreißend, aufregend, humorvoll und aufopferungsvoll. Zutiefst enttäuscht von ihrer fast 20 Jahre währenden Liebe zu dem berühmten Regisseur Erich Engel ging Sonja Okun erkrankt 1936 in die Schweiz, kehrte aber 1938 nach Berlin zurück, arbeitete in der Jugendalijaha und versuchte, wo sie konnte, bedrohten Juden zu helfen. Am 27. Januar 1943 wurde sie nach Theresienstadt deportiert, am 28. Oktober 1944 in den Tod nach Auschwitz.



Sven Sauter:
Schule Macht Ungleichheit
Bildungsbarrieren und Wissensproduktion im Aushandlungsprozess
276 S., Br., € 24,90
978-3-86099-344-6
In einer auf Ungleichheit gründenden modernen Klassengesellschaft lastet auf dem Bildungssystem und der Schule die Bürde der Selektion und damit der gesellschaftlichen Platzanweisung. Es werden soziale Spaltungen, strukturelle Ungleichheiten und Integrationsbarrieren produziert. Dies vor allem in unteren Bildungsgängen. Allerdings verschleiert das herrschende Prinzip der Leistungsgesellschaft die Gründe für die eklatante Chancenungerechtigkeit und soziale Ungleichheit im deutschen Bildungssystem. Sauter untersucht die Dimension der symbolischen Gewalt aus der Subjektperspektive von Schülerinnen und Schülern, die in unserem Bildungssystem sozial am Rande stehen.



Johannes Winter :
Die verlorene Liebe
der Ilse Stein
176 S., Br., € 14,90
978-3-86099-734-5
Als Hitler an die Macht kam, war Ilse Stein keine zehn Jahre alt. Den Prozess der Aussonderung stand sie durch, die Gewalt im heimatlichen Dorf im Vogelsberg, die Vertreibung und Flucht nach Frankfurt am Main, die Demütigungen, die Gesetzmäßigkeit von Beraubung und Verelendung. Sie wurde nach Minsk in Belorussland deportiert, ins Ghetto - ein Wartesaal des Todes für tausende deutscher Juden. Dort begegnete sie dem Hauptmann Willi Schulz. Dass Ilse Stein überlebte, ist auch sein Verdienst, der Parteigenosse, aber kein Nazi war. Dem Paar gelang die Flucht zu den Partisanen. Ilse Stein gerät in die Hände der sowjetischen Geheimpolizei. Ein zweites Mal deportiert, erlebte sie das Kriegsende in Sibirien. Bis zu ihrem Tod lebte Ilse Stein in Rostow am Don im Süden Russlands. Den Hauptmann verlor sie für immer aus den Augen.



Jahrbuch für Literatur 13
nicht schreiben ist auch keine Lösung
176 S., Br., € 22,00
978-3-86099-529-7


in diesem garten eden
Literarischer März 15
Leonce-und-Lena-Preis für Christian Schloyer
ca. 19,00
978-3-86099-528-0



Zivilgesellschaftliche Strategien
gegen die extreme Rechte in Hessen
(Hrsg.: Margrit Frölich, Benno Hafeneger, Chris Kaletsch, Holger Oppenhäuser )
224 S., Br., € 19,90
978-3-86099-735-2



Carl-Zuckmayer-Medaille für
ARMIN MUELLER-STAHL
70 S., ill. Br., € 12,00
978-3-86099-865-6
Rede des berühmten Film- und Fernsehstars Armin Mueller-Stahl zur Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille 2006; Texte und Randnotizen von Armin Mueller-Stahl; Biographische Stationen, Filmographie sowie Werkverzeichnis der Bücher Armin Mueller-Stahls; Laudatio auf Armin Mueller-Stahl von Björn Engholm und Ehrung Armin Mueller-Stahls durch Kurt Beck. Mit vielen Fotos.


Was Freud noch nicht wusste
Neues über Psychoanalyse
127 S. Br., € 12,90
978-3-86099-859-5
Beiträge:
Shmuel Erlich: Das Unbehagen in der Kultur von heute
Michael Ermann: Wer war Sigmund Freud?
Harald Gündel: Neuronale Grundlagen unbewussten und bewussten Erlebens
Lotte Köhler: Psychoanalyse und menschliche Entwicklung
Mathias Lohmer: Struktur und Containment
Wolfgang Mertens: »Wo Es war, soll Emotion werden«
Sieglinde Eva Tömmel: Die westliche Welt und der Islam
Tobias von Geiso: Psychoanalytische Behandlung heute




Erika Mertens:
Klippen weiblicher Adoleszenz
 199 S., Gb., € 24,00
 978-3-86099-860-1
Erika Mertens Werk ist ein Glücksfall für die psychoanalytische Literatur: Ihr ist eine großartige und überzeugende Falldarstellung einer psychoanalytischen Behandlung einer Jugendlichen gelungen. Die vollständige Darlegung und Reflexion eines Psychotherapieverlaufes ist ein mutiges Unterfangen und zeigt die Dynamik des intimen Austausches zwischen Therapeutin und Adoleszentin von Anfang bis Ende.
Im Zentrum des Buches steht eine große psychoanalytische Falldarstellung. Mertens entwickelt den Fall Karoline ausführlich vom Erstgespräch bis zur letzten Therapiesitzung. Dadurch wird die Dynamik der Behandlung einer Adoleszenten in ganzer Breite mit allen Höhen und Tiefen dargestellt. Diese seltene Reflexion einer psychoanalytischen Psychotherapie mit einer Adoleszenten lässt uns teilnehmen an dem schwierigen Entwicklungs-und Heilungsprozess. Ergänzt wird das Werk durch die Nachzeichnung und Interpretation der Kindheit und Adoleszenz zweier Nobelpreisträgerinnen: Marie Curie und ihre Tochter Irène Curie-Joliot.


Guido Meyer:
Konzepte der Angst in der Psychoanalyse
Band 2: 1950-2000, 1. Halbband
400 S., Br., € 29,90
978-3-86099-337-8
In diesem Band werden die Beiträge zur Angst der psychoanalytischen Ich-Psychologie und der britischen Objektbeziehungstheorie vorgestellt, die sich außerhalb der Lehre um Melanie Klein entwickelt haben, sowie die Bindungstheorie von John Bowlby.  Schwerpunkte sind die Theorien von Robert Waelder, Heinz Hartmann, Hans W. Loewald, Michael Balint, Margaret S. Mahler, Donald W. Winnicott, John Bowlby, William R. D. Fairbairn und Horst-Eberhard Richter.
Um die Theorien zur Angst hinreichend verständlich zu machen, werden die theoretischen Grundannahmen dieser Psychoanalytiker eingehend erläutert. Dadurch erhalten die historische Aufarbeitung und systematische Darstellung der ausgewählten Angstkonzepte eine besondere Vertiefung, so dass dieses Werk auch als Lehrbuch gute Dienste leistet.





Die psychoanalytische Behandlung frühester Entwicklungsstörungen:
Der Säugling und seine Eltern
276. S., Gb., € 29,00
978-3-86099-861-8
Die psychoanalytische Säugling-Eltern- Psychotherapie ist in der Behandlung frühester Entwicklungsstörungen sehr erfolgreich. In wenigen Sitzungen wird die ins Stocken geratene Entwicklung des Säuglings zusammen mit den Eltern bearbeitet. Die Therapie leistet in ihrer intensiven Kürze einen wertvollen Beitrag zur Gesundung meist junger unerfahrener Familien. Wenn ein Mensch auf die Welt kommt, ist er mit vielfältigen Möglichkeiten und Erwartungen ausgestattet, alles, was sich in ihm erreignet und was auf ihn einwirkt, aufzunehmen und zum psychischen und physischen Wachstum zu nutzen.
Doch es bedarf der Begegnung mit einem verstehenden Anderen – in erster Linie Mutter und Vater –, damit sich diese Möglichkeiten entwickeln. Gelingt es nicht, einen tragfähigen Austausch aufzubauen, wird die Entwicklung gestört. Dann teilt das Baby seine Not überwiegend über körperliche Symptome mit: zum Beispiel exzessives Schreien oder Schlaf-und Essstörungen. Schnell sind die Eltern überfordert und kommen, wenn sich die Situation zugespitzt hat, in eine Baby-Ambulanz zur psychoanalytischen Therapie.



Psychoanalyse in Selbstdarstellung, Band V
Wolfgang Bister, Judith Dupont, Klaus Fink, Eugen Mahler
200 S., Gb., € 19,90
978-3-86099-862-5
Die vier Autobiografien dokumentieren Reichtum und Vielfalt der psychoanalytischen Methode in
ihrer Anwendung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten. Wie in den vorangegangenen Bänden werden wir in diesen vier Lebensschicksalen aus dem 20. Jahrhundert nicht nur mit der Verfolgung durch das nationalsozialistische Deutschland und die erzwungene Emigration konfrontiert, sondern erfahren auch, wie Familien auf unterschiedlichste Weise ihren Weg zwischen Bedrohung und Anpassung gesucht und gefunden haben. Wir erhalten Einblicke in internationale psychoanalytische Karrieren in den unterschiedlichsten Ausbildungsinstituten in Europa und Amerika.



Sabine Sütterlin:
»Mein Wort zählt«
Mikrokredite: Kleines Kapital – große Wirkung
176 S., Br., 4-farb.Innenteil, € 15,90
978-3-86099-727-7
Für seine Idee, Kleinkredite für produktive Zwecke an arme Frauen zu vergeben, hat Muhammad Yunus 2006 den Friedensnobelpreis bekommen. Die von ihm gegründete Crameen Bank wurde zum häufig kopierten Erfolgsmodell. Viele NGOs setzten auf Mikrokredite als Motor für Entwicklungsprogramme, die Selbsthilfe fördern. Das Buch berichtet über den Alltag in Indien. Es erklärt anhand von Fallbeispielen wie Mikrokredite funktionieren. Aber auch, dass es zur Armutsminderung mehr braucht als nur die Möglichkeit, Geld zu sparen und zu investieren. Schulung und Stärkung des Selbstbewusstseins zum Beispiel. Hilfe zur Selbsthilfe.




G8 MACHT POLITIK
Wie die Welt beherrscht wird
200 S., Br., € 14,90
978-3-86099-723-9
Das Buch versammelt international renommierte Fachleute, engagierte Wissenschaftler und Aktivisten. Ihre Beiträge klären über die neoliberalen Strategien und Folgen der G8-Politik als globaler Architektur auf. Sie verdeutlichen, weshalb der Abbau weltweiter Ungleichheiten – wie ihn sich die G8-Regierungschefs beim Gipfeltreffen in Heiligendamm auf die Fahnen schreiben – nicht stattfinden wird. Stattdessen verdichtet sich die globale Vernetzung der herrschenden Eliten.

Der G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm findet unter der Präsidentschaft Angela Merkels statt. Auf der Tagesordnung angieren die Ausgestaltung der globalisierten Weltwirtschaft und die Entwicklung Afrikas ganz oben.

Der Reader behandelt u. a.: Struktur der G8, globale Wirtschaftspolitik, multipolare Tendenzen der
Welt(un)ordnung und Konflikte um natürliche Ressourcen, Wasserhandel, Technologie-, Klima- und
Umweltfragen, Hunger und Ernährung, globale Ungleichheit aus Geschlechterperspektive, Entwicklungs-
und Sicherheitspolitik sowie »G8 und Afrika«. Entwürfe und Protestformen der globalen Gegen-Bewegung bis hin zum Weltsozialgipfel in Nairobi Anfang 2007 (an dem einige der AutorInnen beteiligt sind) werden ebenfalls vorgestellt und diskutiert.



Die Killing-Fields der Khmer Rouge 27 Jahre danach:

Alexander Goeb:
Kambodscha – Reisen in einem traumatisierten Land
Von den Roten Khmer zum Tribunal der späten Sühne
160 S., Br., illustriert, € 14,90
978-3-86099-724-6
Alexander Goeb hat seit 1979 bei zahlreichen Reisen nach Kambodscha mit Opfern und Tätern des Genozids der Roten Khmer 1975 bis 1979 gesprochen, die Stätten des Grauens wie auch die ehenswürdigkeiten besucht und die Entwicklung des Landes intensiv verfolgt. Kurz vor dem 2007 beginnenden internationalen Tribunal der späten Sühne zieht er Bilanz.
Ein Buch für alle an der jüngeren Geschichte und den Perspektiven Kambodschas Interessierte. Bestens geeignet auch als historisch-politische Reiselektüre.



Birgit Schmalmack:
Türkischer Honig auf Schwarzbrot
Bikulturelle Liebesgeschichten
184 S., Br., 14,90
978-3-86099-725-3
Diese Liebesgeschichten sind etwas Besonderes. Sie erzählen vom Alltag deutsch-türkischer Paare und davon, wie die Partner aus verschiedenen Kulturen ihre Konflikte meistern. Ihre privaten Erfahrungen liefern spannende Einsichten für den öffentlichen Dialog der Kulturen in der unserer Gesellschaft.



Canan Topçu:
EinBÜRGERung
Lesebuch über das Deutsch-Werden.
Portraits, Interviews, Fakten
160 S., Br., € 14,90
978-3-86099-726-0
»Deutscher ist, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt... Die Staatsangehörigkeit wird erworben
für einen Ausländer durch Einbürgerung.« So will es das deutsche Staatsangehörigkeitsgesetz, das die juristischen Voraussetzungen für den formalen Akt der Einbürgerung regelt. Canan Topçu spürt den vielfältigen Motivationen von Menschen nach, den deutschen Pass zu beantragen oder ihren alten zu
behalten. Sie hat prominente Politiker wie Cem Özdemir über ihr Deutsch-Sein befragt. Zu Wort kommen Beamte, die für Einbürgerung zuständig sind, und der Migrationsexperte Friedrich Heckmann. Zudem liefert Topçu die Fakten, gibt einen aktuellen Stand über die Einwanderungsdebatte und wirft einen Blick auf die europäischen Nachbarstaaten.



Christine Mansfeld:
Vom Dogon-Land nach Bamako
Diskurspraxen zu Gender und Migration am Beispiel der Mädchenjugend in Mali
248 S., Br., € 24,90
978-3-86099-863-2
Die koloniale Geschichte Malis, Migration, Globalisierungselemente und HIV/Aids werden von Mansfeld als kulturelle Ereignisse betrachtet, die in den Gesprächen mit Mädchen und über Mädchen bedeutungsvolle Spuren zeigten und dazu führen können, dass sich in der transkulturellen Kommunikation Gesprächsblockaden aufbauen. Hierzu entwickelt die Autorin die Deutungshypothese der »Artikulationsgrenze«. Mit dieser Form des Verstehens werden Diskurspraxen beschrieben, die auf adoleszente Mädchen gerichtet sind und sich in Bamako herausbildeten, weil sich gewohnte Familienbindungen und soziale Netze verändern und zunehmend auflösen. Der Begriff Diskurspraxis wird in Bezug auf Stuart Hall benutzt und bezieht sich sowohl auf Handlungspraxen als auch auf Sprechweisen.



Franco Biondi:
Karussellkinder
Roman
300 S., Gb., € 22,00
978-3-86099-525-9
Dario Binachi tingelt als Schaustellerkind über die Rummelplätze Norditaliens. In diesem Milieu entfaltet Biondi die Entwicklungsgeschichte eines jungen Menschen im Übergang von der Kindheit zum Erwachsenen. Der Autor lässt die fünfziger Jahre wiederaufleben, schafft eine Atmosphäre, wie wir sie aus Fellinis berühmten Film La Strada kennen.
Dario Binachi stößt erst im Alter von acht Jahren zur schillernden Welt der Schaustellerkinder und muss dort um seine Anerkennung kämpfen. Der Leser ringt mit Dario um seinen Platz unter den »echten Dritti«, wie sich die Schausteller, Sinti und Roma nennen, teilt seine Ängste wie seine Entdeckungs- und seine Abenteuerlust. Er durchlebt mit ihm, zwischen einer kranken Mutter und einem wilden Vater hin- und hergeworfen, seine Verlorenheitsgefühle als Teil seines Erwachsenwerdens und folgt ihm in seinem Kampf um Eigenständigkeit.
Im Gegensatz zu den Schicksalsschlägen, denen der Protagonist immer wieder ausgesetzt ist, behandelt die Sprache des Romans seine Hauptfigur fürsorglich, lässt ihr Raum, stellt sie nie bloß. Einmal mehr erweist sich Franco Biondi als ein Sprachkünstler von besonderer Virtuosität und Intensität.



Wolfgang Hermann Körner:
Stiller Ausweg Nil
Erzählung
148 S., Gb., € 18,00
978-3-86099-527-3
Körner erzählt vom Versuch, das verstörende Dasein zu meistern. Unter der Freiheit, die der Protagonist sich bewahren will, versteht er die Fähigkeit zur Imagination, die Fähigkeit, die Ordnung des Bestehenden zu transzendieren und eine sich an altägyptischen Utopien orientierende Welt zu entwerfen. Auf faszinierende Weise gelingt es Körner, unseren Kampf ums Überleben in der erdrückenden Enge zwischen Wirklichkeit und Phantasie allegorisch ins Bild zu setzen.



Jutta Frieß.
Der Frankfurter Reformschulversuch 1921-1937
Verdrängt und vergessen
330 S., Br., € 22,00
978-3-86099-342-2
An zwei Frankfurter Schulen begann 1921 ein viel beachteter vergleichender Reformschulversuch. Nach 1945 geriet der Schulversuch in Vergessenheit. Frieß hat eine Forschungslücke geschlossen. Sie tritt der »Zerstörung der Erinnerung« (Adorno) entgegen und lädt ein, sich mit dem Reformversuch auseinanderzusetzen. Ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung über die historischen Bedingungen heutiger schulischer Problemlagen.




Francisco Mari  / Rudolf Buntzel
Das globale Huhn
Hühnerbrust und Chicken Wings - Wer isst den Rest?
ca. 184 Seiten, Br., € 14,90
ISBN :   3-86099-852-8
Hähnchenbrust ist beim Verbraucher sehr gefragt und Bestandteil kalorienbewusster Ernährung. Doch was steht dahinter, wenn wir Geflügel nur noch selektiv verwerten - als Brust, Keule oder Flügel? Was passiert mit dem Rest des Huhns? Kaum einer hat die Veränderungen im globalen Handel von Hühnerfleisch wahrgenommen. Das ganze Hähnchen als Mahlzeit ist praktisch vom Teller verschwunden. Uns bleibt nur noch die Illusion vom Huhn. Je stärker zerstückelt und verarbeitet, desto größer die Macht der Konzerne, desto industrieller und globaler die Hühnerhaltung. Die Folgen sind Zerstörung der kleinbäuerlichen Tierhaltung in Afrika, die Entstehung neuartiger Tierseuchen, die Behandlung von Tieren als reine Rohstoffe, die Entfremdung des Verbrauchers von seiner Nahrungsgrundlage, und das weltweit.


Joseph D. Lichtenberg
Kunst und Technik psychoanalytischer Therapie
ca. 256 Seiten, Gb., € 29,00
ISBN :   3-86099-857-9
In Kunst und Technik psychoanalytischer Therapien geht Lichtenberg ausführlich auf das Handwerk des Psychotherapeuten ein, und zwar im Hinblick auf die Patienten unserer Zeit - Patienten, die typischerweise unsichere Bindungserfahrungen und ernsthafte, um die Themen der Sicherheit und Retraumatisierung kreisende Ängste in die Therapie mitbringen. In jedem der zehn Kapitel formuliert Lichtenberg eine andere Leitschnur für die Technik. Das Buch wendet sich an Psychotherapeuten und Psychoanalytiker, die allesamt angetan sein werden von dieser meisterhaften Darle- gung der Art und Weise, wie der Forschergeist »mit seiner Dynamik ausdauernder Entschlossenheit« - so Lichtenberg - das Handwerk der Psychotherapie erfüllt.

Gérard Bléandonu
Wilfred R. Bion
Leben und Werk
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
378 Seiten, Broschur, € 28,00
978-3-86099-592-1
Dies ist die erste umfassende Biographie Wilfred R. Bions, einer der interessantesten und einflußreichsten Persönlichkeiten in der Psychoanalyse der vergangenen Jahrzehnte. Bions persönliche und intellektuelle Entwicklung wird ausführlich dargestellt und seine Schlüsselkonzepte – Arbeitsgruppen und Grundannahmengruppen, psychotische Prozesse, Raster, Epistemologie, katastrophische Veränderung, Suspendierung von Erinnerung und Wunsch, Mystik und letzte Wahrheit – werden in verständlicher Sprache erläutert. Bions Meisterwerk, A Memoir of the Future, eine dreibändige fiktionalisierte Autobiographie, findet ebenso Berücksichtigung wie der postum erschienene Band Cogitations.
Gérard Bléandonu arbeitete in Lyon als Psychiater im Städtischen Dienst. Er hat Bücher über Gruppentherapie, über kleinianische Psychoanalyse und über die Träume verfaßt.


Wilfred R. Bion
Aufmerksamkeit und Deutung
Veröffentlichungen des Klein Seminars Salzburg, Band 6
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
159 Seiten, Broschur € 18,00
978-3-86099-570-9
Dieses Buch ist W. R. Bions systematischer Versuch einer Theorie der psychoanalytischen Praxis. Im Gefolge Sigmund Freuds und Melanie Kleins benutzt Bion die Beobachtung der Übertragung als wichtigstes Instrument des Verstehens und der Entwicklung von Deutungen.
Untersucht wird, welche innere Verfassung des Analytikers das psychische Wachstum seines Patienten sowie seine eigene psychische Weiterentwicklung zu fördern vermag. Dieser innere Zustand meidet das Verweilen bei Erinnerungen und Wünschen, um statt dessen zu einer neuen Verständnisebene zu gelangen, die psychische Veränderung erzeugt. Die vorrangige Beschäftigung mit Vergangenheit und Zukunft lenkt von der Intensität des gegenwärtigen Moments und seiner Wahrnehmung ab. Die Aufmerksamkeit für den Augenblick ist die Voraussetzung für seine Beobachtung, und nach Bion kann lediglich der Reichtum dieser Beobachtung dem Reichtum des Denkens Grenzen setzen.

Inhalt
1. Einleitung
2. Medizin als Modell
3. Sinnliche und psychische Realität
4. Opazität von Erinnerung und Wunsch
5. Theorien: Sonderfall oder generelle Konfiguration
6. Der Mystiker und die Gruppe
7. Container und Contained
8. Scheitelpunkte: Evolution
9. Letzte Realität
10. Visuelle Bilder und Invarianten
11. Lügen und der Denker
12. Container und Contained-transformiert
13. Vorspiel zur oder Ersatz für Aktivität



Frances Tustin
Der autistische Rückzug
Die schützende Schale bei Kindern und Erwachsenen
Veröffentlichungen des Klein Seminars Salzburg Band 10
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
256 Seiten, Broschur mit Fadenheftung, € 24,00
978-3-86099-581-5
Dieses Buch vereint klinische Untersuchungen der Autorin über die schützenden und bewahrenden Aspekte jener Form des Autismus, die in erster Linie psychogen zu sein scheint. Sie erklärt ihre Funktionen und deren Entstehung aus den Störungen der Säuglingsphase und deren Einfluß auf den weiteren Verlauf der psychischen Entwicklung. Gestützt werden Tustins theoretische Überlegungen durch die detaillierte Schilderung ihrer therapeutischen Arbeit mit autistischen Kindern und erwachsenen Neurotikern mit einer autistischen Schale.
Die von ihr zusammengestellten Beiträge dieses Bandes spiegeln die langjährigen Erfahrungen von Frances Tustin mit autistischen Verkapselungen. Klinische Einblicke, die für die psychotherapeutische Arbeit bedeutsam sind, verbinden sich mit theoretischen Einsichten, die allgemeines Interesse für alle besitzen, die sich mit grundlegenden Aspekten der menschlichen Natur befassen.
Frances Tustin (1913–1994) war eine international anerkannte Autorität auf dem Gebiet des Autismus. Sie arbeitete mehr als dreißig Jahre lang als Kinderpsychotherapeutin mit autistischen Kindern. Veröffentlichungen u.a.: Autistische Barrieren bei Neurotikern, (1986, 2003); Autistische Zustände bei Kindern (1981) und zahlreiche Zeitschriftenbeiträge.


Zumutungen
Die unheimliche Wirklichkeit der Übertragung
420 S., Gb., € 24,00
978-3-86099-585-3
Es gibt heute keine psychoanalytische Position, die die zentrale Bedeutung der Übertragung in der Kur bestreiten würde. Was sie aber ist und welche Bedeutung ihr in der Behandlung zukommt, wird in den verschiedenen psychoanalytischen Schulen kontrovers diskutiert. Die Funktion des Analytikers steht im Fokus des Nachdenkens über den Prozeß der Übertragung und Gegenübertragung. Die Autoren widmen sich, in vier Themenschwerpunkten übersichtlich zusammengefaßt, den konzeptionell unterschiedlichen Auffassungen zur Arbeit mit der Übertragung und bieten von daher jedem Psychotherapeuten - ob psychoanalytisch, tiefenpsychologisch arbeitend oder in der Ausbildung befindlich - eine fundierte Kenntniserweiterung an. Darüber hinaus ist es das Anliegen der Herausgeber, dem Leser mit kurzen Einführungen zu den Schwerpunktthemen den Einstieg in den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion zum Thema Übertragung zu erleichtern.

Inhalt
1 „Knoten" - Schwierige Übertragungs-Gegenübertragungskonstellationen

Theorie: Aktuelle Konzeptionen zum Übertragungsverständnis in der Diskusssion

Klaus Grabska: Einführung in die Konzeption von Antonino Ferro
Antonino Ferro: Die Gegenübertragung und die Charaktere in der psychoanalytischen Sitzung
Walter Marggraf: Einführung in die Kontroverse des „intersubjective turn" für die Übertragung
Jessica Benjamin: Unser Treffen in Theben. Anerkennung und Angst, den Patienten zu verletzen
David Bell: „Ich bin der Geist, der stets verneint!" Verneinung: Das Wirkungsprinzip des Thanatos
Praxis: Der Analytiker im Zentrum behandlungstechnischen Nachdenkens
Ralf Zwiebel: Gedanken zur phobischen Position des Analytikers
Ingo Focke: Wie Deutungen gehört werden
Ursula Kreuzer-Haustein: Schwer erträgliche Affekte im Analytiker
Thomas Reitter: Zum Spannungsverhältnis zwischen Verstehen und Nicht-Verstehen in psychoanalytischen Behandlungen - Konsequenzen für die Behandlungstechnik

Zum Unheimlichen in der Übertragung: Körpernahe Interventionen und Verwandlungserfahrungen

Wulf Hübner: Verwandlungserfahrungen und Augenblicke der Wahrheit
Gabriele Poettgen-Havekost: Manifestationen des impliziten Beziehungswissens in der Übertragung
Diana Pflichthofer: Sich anstecken lassen - Das Unheimliche der Leibhaftigkeit

2 „Trauma" - Der Einbruch des Traumas in die Übertragungsbeziehung

Mercedes Dohrn-van Rossum: Einführung in das Verhältnis von Übertragung und Trauma
Shmuel Erlich: Terror innen, Terror außen. Der Analytiker zwischen unheimlicher und faktischer Realität
Jochen Haustein: Traumatische Episoden in der analytischen Beziehung
Glen 0. Gabbard: Die Rolle des Traumas des Analytikers bei der Pathogenese professioneller Grenzverletzungen
Alfred Bringmann: „Der Weg durch die Eiszeit" – Erfahrungen von Zeitlosigkeit und Ohnmacht in der analytischen Arbeit

3 Kunst und Übertragung

Klaus Theweleit Music in the air. Der Dritte Körper. Transference und Übertragung durch technische Medien

Kunstausstellung

Martina Müller: „Drive Blind": Vergessen-Wollen, nicht Erinnern-Können. Filmdiskussion zu „Mysterious Skin" von Gregg Araki

4 „Feuerlärm" – Liebesübertragungen

Wilfried Ruff: „Wer verliebt ist. ist demütig" (Freud). Übertragung und Widerstand im Lieben
Wilhelm Brüggen: „A fool for love and love is blind ...". Über unsere Schwierigkeiten mit den Überschwenglichkeiten der Liebe

Die Herausgeber:
Martina Müller, Jg. 1954, Diplompsychologin, Psychoanalytikerin (DPG, DGPT) in eigener Praxis in Hamburg. Tätigkeit in Klinischer Psychologie und Psychotherapie. Dozentin am DPG-Institut Hamburg.
Franz Wellendorf, Jg. 1935, Dr. phil., Prof. em. für Psychologie an der Universität Hannover. Mitglied und Lehranalytiker der DPG, der IPV und der DGPT; äff. Mitglied der DPV; Guest Member der British Psycho-Analytical Society. Vorsitzender der DPG seit Mai 2001.



Vorstoß ins Sprachlose
 Gabriele Junkers (Hg.)
Ausgewählte Beiträge aus dem International Journal of Psychoanalysis
Band 3 – Das Jahr 2007
250 Seiten, Br., fadengeheftet, € 24,90
978-3-86099-593-8
Themenschwerpunkt des dritten Bandes der deutschen Auswahl des International Journals aus dem Jahr 2007 sind besondere behandlungstechnische Konzepte wie u.a. die von Feldman und Perelberg. Die diesjährige theoretische Kontroverse beschäftigt sich mit der Neuropsychoanalyse und ihrer Wirkung auf den analytischen Diskurs. Ferner wurden in diesen Band Arbeiten zur Projektiven Identifizierung, zur Kommunikation in der psychoanalytischen Behandlung mit Säuglingen und schließlich Ogdens Arbeit zum ,Träumerischen Sprechen‘ aufgenommen.

Inhalt

I Themenschwerpunkt: Methoden der Behandlung
Michael Feldman: Licht in die Geschichte bringen
Judith L. Mitrani: Einige technische Implikationen von Melanie Kleins Konzept einer „verfrühten Ich-Entwicklung“
Michael Parsons: Vorstoß ins Sprachlose. Das innere analytische Setting und das Lauschen jenseits der Gegenübertragung
Rosine Jozef Perelberg: Raum und Zeit im psychoanalytischen Zuhören

II Psychoanalytische Beiträge und theoretische Kontroversen
Rachel B. Blass/Zvi Carmeli: Plädoyer gegen die Neuropsychoanalyse. Fehlschlüsse, die dem neuesten wissenschaftlichen Trend in der Psychoanalyse zugrunde liegen und ihre negativen Auswirkungen auf den analytischen Diskurs
Briefe an die Herausgeber zum Artikel „Plädoyer gegen die Neuropsychoanalyse“ von Blass und Carmeli/Erwiderung der Autoren auf die Briefe von Mauro Mancia und Gilbert Pugh
Giovanna R. Goretti: Projektive Identifizierung: Kleins „Bemerkungen über einige schizoide Mechanismen“ als Ausgangspunkt einer theoretischen Untersuchung des Konzepts
Briefe an die Herausgeber zum Artikel „Projektive Identifizierung“ von Goretti
Thomas Ogden: Träumerisches Sprechen

III Aus der Forschung/Kinderperspektiven
Björn Salomonsson: „Talk to me baby, tell me what’s the matter now“. Die Kommunikation in der psychoanalytischen Behandlung von Säuglingen: semiotische und entwicklungspsychologische Perspektiven.




Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit (Hg.)
Narcissus und sein Gegenüber
200 S., Br.,  € 19,90
978-3-86099-586-0
Die 13. Fachtagung des Vereins für Psychoanalytische Sozialarbeit ist dem Thema des Narzißmus als einer notwendigen Entwicklungsphase und als Fixierungspunkt von Entwicklungsstörungen gewidmet. An Fallbeispielen und in theoretischen Überlegungen werden die Alltagsschwierigkeiten in der Arbeit mit beziehungsgestörten jungen Menschen erörtert. Dabei geht es um „narzißtische Züge" im Sinne von Selbstheilungsversuchen und Bewältigungsmechanismen, die in der praktischen Arbeit mit jungen Menschen besondere Schwierigkeiten aufwerfen. Besonderes Augenmerk wird auf die Kränkung des pädagogischen und therapeutischen Ehrgeizes in Form von Enttäuschung und Hilflosigkeit, aber auch Wut auf seifen des Gegenübers gerichtet.
Beiträge u. a. von:
Gerda Baumann-Harras, Stephanie Bosch, Georg Bruns, Heinfried Duncker, Martin Feuling, Beate Fischer, Dieter Koller, Sylvia Künstler, Christof Krüger, Achim Ferner, Olaf Schmidt. Rainer Schürmann, Reinhold Wolf.


Jahrbuch für klinische Psychoanalyse
Herausgegeben von Andre Michels, Peter Müller, Achim Ferner, Claus-Dieter Rath
Band 8: Wie ist Psychoanalyse lehrbar?
300 S., Gb., € 28,00
Weitergeben, was man nicht besitzt, darstellen, was unsagbar ist, begreifen, was im Unbewußten vor sich geht - daraus besteht die permanente Bildungskrise der Psychoanalyse. Ihre Vermittlung ist kein einfaches Belehren, Informieren, Ausbilden, denn sie zwingt dazu, sich selbst begreiflich zu machen, was Psychoanalyse ist, womit man es beim Psychoanalysieren zu tun hat und was man als Analytiker tut. Daß das, was von der Psychologie des Unbewußten „sich heute eben lehren läßt", beschränkt ist, hat Sigmund Freud 1926 schon hervorgehoben. Was ist der heutige Stand der Forschung, der Darstellung und der Vermittlung? „Was sich heute eben lehren läßt" hängt ab von den Widerständen der Forscher und Vermittler, aber auch von dem Widerstand des Stoffs gegen seine Darstellung.
Freuds Bemerkung läßt sich nicht nur auf die Psychologie des Unbewußten beziehen, sondern auch auf die Bedingungen des Lehrens und des Lernens. Jacques Lacans Frage: „Wie können wir lehren, was die Psychoanalyse uns lehrt?" („Ce que la psychanalyse nous enseigne, comment l'enseigner?"), betrifft die Übertragbarkeit des psychoanalytischen Wissens. Sie verknüpft das, was die Psychoanalyse lehrt, mit dem, was Men- schen, Werke, Institutionen davon lehren. Wir werden ja gelehrt, unterrichtet, durch die Erfahrung der Analyse und durch die Tätigkeit von Lehrenden.
Beiträge von:
Christian Hoffmann, Franz Kaltenbeck, Christoph Keul, Christian Kläui. Max Kleiner, Hermann Lang, Hinrich Lühmann, Andre Michels, Peter Müller, Karl-Josef Pazzini, Achim Ferner, Claus- Dieter Rath, Marcel Ritter, Marianne Schyller, Michael Turn- heim, Alain Vanier.



Gabriele Junkers (Hg.)
Schweigen
Ausgewählte Beiträge 2006 aus dem
International Journal of Psychoanalysis
272 S., Br., 24,90
978-3-86099-584-6
Themenschwerpunkt des zweiten Bandes der Reihe „Ausgewählte Beiträge aus dem International Journal of Psychoana- lysis" aus dem Jahr 2006 sind Arbeiten, die sich mit klinischen Herausforderungen befassen: Danielle Quinodoz und ihre Mitautoren gehen der Frage nach, wie wir als Psychoanalytiker die unbewußten Widerstände identifizieren können, die uns mitunter hindern, bestimmten Patienten eine Analyse anzubieten. Andere Autoren befassen sich mit dem Unbehagen, mit dem Psychoanalytiker fertig werden müssen, wenn Patienten konkrete Objekte in die Stunde mitbringen (Selow), wenn perverse Patienten in uns unfreiwillige Erregungen hervorrufen (Purcell) oder wir monatelang mit extensivem Schweigen konfrontiert werden (Ronningstam).
Ferner werden mit zwei weiteren Beiträgen Themen des ersten Bandes aufgegriffen und vertieft: So befaßt sich Ferro diesmal unter dem Gesichtspunkt klinischer Implikationen mit Bions Denken und Perelberg widmet sich den kontroversen Diskussionen um das Konzept der Nachträglichkeit.
Im dritten Teil des Bandes geht es um Forschungsberichte, die Kinder im Blick haben, jedoch für Erwachsenenanalytiker nicht minder fruchtbar sind: Suzanne Kaplan berichtet über ein Forschungsprojekt zu Kindern, die Völkermorde überlebten, und zeigt, wie sich die affektiven Auswirkungen dieser Erfahrungen theoretisch beschreiben lassen, und Margot Waddell erlaubt einen interessanten Einblick in die fünfzigjährige Geschichte der Säuglingsbeobachtung an der Tavistock-Klinik in London.

Inhalt
I Themenschwerpunkt: Klinische Herausforderungen
Danielle Quinodoz et al.: Psychoanalytiker sein: ein täglicher Wagemut
Carmen C. Mion: Der Fremde
Elvira Selow: ,Der Zoitungsleser'. Über den Gebrauch konkreter Objekte in einer psychoanalytischen Behandlung
Stephen D. Purcell: Die Erregung des Analytikers in der Analyse von Perversionen
Elsa Ronningstam: Schweigen. Kulturelle Funktion und psychologische Transformation in Psychoanalyse und analytischer Psychotherapie

II Psychoanalytische Kontroversen und theoretische Beiträge
Antonino Ferro: Klinische Implikationen von Bions Denken
Rosine Jozef Perelberg: Die kontroversen Diskussionen und die Nachträglichkeit

III Aus der Forschung: Kinderperspektiven
Suzanne Kaplan: Kinder im Völkermord. Extreme Traumatisierung und der „Affekt-Propeller"
Margot Waddell: Säuglingsbeobachtung in Großbritannien: die Tavistock-Methode

Die Herausgeberin Gabriele Junkers, Dr. phil., Psychologin, Psychoanalytikerin in eigener Praxis, Lehranalytikerin der DPV. Guest member der Britischen Psychoanalytischen Gesellschaft.



LUZIFER-AMOR - 20. Jahrgang (2007), Heft 40
Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse
Herausgegeben von Michael Schröter
Themenschwerpunkt: Kurt R. Eissler
Heft 40, das Jubiläumsheft, beschäftigt sich passenderweise mit einem Mann, der nicht nur selbst klassische Forschungsbeiträge zur Freud-Biographik verfaßt, sondern der auch als Archiv-Gründer die essenzielle Basis für künftige Forschungen auf diesem Gebiet gelegt hat: Kurt R. Eissler. Im Zentrum des Themenschwerpunkts steht, vorgestellt von Thomas Aichhorn und Michael Schröter, der Briefwechsel, den Eissler von 1945 bis 1949 mit August Aichhorn geführt hat, seinem (zweiten) Analytiker, mit dem er in Wien zehn Jahre lang in der Jugendfürsorge zusammengearbeitet hatte. Man wird in diesen Briefen Zeuge der herzlichen Freundschaft zwischen einem älteren und einem jüngeren Mann vor dem Hintergrund der Nach- kriegsnot in Wien, der Kämpfe um eine freudianische Psychoanalyse in den USA wie in Österreich und des Bemühens, über die traumatischen Nachwirkungen der Nazi-Herrschaft hinwegzukommen. Drei weitere Beiträge runden den Schwerpunkt ab. Emanuel E. Garcia gibt eine Einführung in die wichtigsten klinischen Beiträge Eisslers, von seinem Parameter-Aufsatz über seine Gedanken zum analytischen Umgang mit sterbenden Patienten bis zu seiner Diskussion theoretischer und technischer Probleme der Honorarzahlung. Gerhard Fichtner erinnert an die Gründung des Freud-Archivs, das heute in der Library of Congress (Washington) aufbewahrt wird. Ulrich Weinzierl erzählt von seiner persönlichen Beziehung zu Eissler, der sich aus der Ferne „wie ein Großvater" um ihn kümmerte - eine Wiederholung des Freundschaftsmusters älterer/jüngerer Mann, hier mit Eissler in der Position des Älteren. In der Abteilung der thematisch ungebundenen Beiträge beschreibt Andrea Henzler die Technik von Ludwig Binswangers ersten psychoanalytisch orientierten Behandlungen-ein neuer Beitrag zur Erforschung eines der dunkelsten Bereiche der Psychoanalysegeschichte: der Entwicklung der analytischen Technik. Ulrike May präsentiert und kommentiert Freuds Antwort auf eine Rundfrage über einen deutschen Gesetzesentwurf von 1910 zum Verbot von Empfängnisverhütungsmitteln.


LUZIFER-AMOR -  Heft 39
Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse
Herausgegeben von Michael Schröter
Themenschwerpunkt: Emigrantenschicksale



 LUZIFER-AMOR  - Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse.
ISSN 0933-3347
LUZIFER-AMOR feiert die 150. Wiederkehr von Freuds Geburtstag in einer Weise, die einer wissenschaftlichen Spezialzeitschrift zukommt: durch die Vorstellung einer der großen Stätten der Freud-Forschung. Michael Molnar und Christfried Tögel geben einen Überblick über die Bestände des Londoner Freud Museums. Janine Burke analysiert einige Antiquitäten Freuds, die dort erhalten sind.
Ein schriftliches Dokument, Freuds Terminkalender 1910-1920, der einen einzigartig präzisen Einblick in seine Praxis erlaubt, wird von Ulrike May ausgewertet.
Michael Molnar, der Direktor des Museums, steuert eine weitere seiner Bildbetrachtungen bei, die den Lesern von LUZIFER-AMOR bereits vertraut sind. Außerhalb des Themenschwerpunkts untersucht u.a. Nina Bakman die schwierige Position von Joan Riviere zwischen Freud und Ernest Jones.
Peter Kutter beschreibt, in einer Mischfunktion von Historiker und Zeitzeuge, die Rolle Wolfgang Lochs bei der Gründung der DPV-Arbeitsgemeinschaft Stuttgart-Tübingen. Ulrike May deckt ein Plagiat von Johannes Cremerius bei seiner Edition der Schriften von Karl Abraham auf. Der Rezensionsteil unterstreicht das Ziel von LUZIFER-AMOR, die deutschsprachige psychoanalysehistorische Forschung in ganzer Breite zu repräsentieren.



Wilfred R. Bion
Die italienischen Seminare
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
144  S., Br.,  € 14,00
978-3-86099-583-9
Wilfred R. Bion (1897-1979) wurde in Indien geboren und kam im Alter von acht Jahren nach England. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er als Panzerkommandant teilgenommen hatte, studierte er Medizin und wandte sich anschließend der Psychoanalyse zu. Seine Analytiker waren John Rickman und später Melanie Klein. Bion war in leitender Funktion sowohl an der Tavistock Clinic als auch der London Clinic of Psychoanalysis und in der British Psychoanalytical Society tätig.

Fünfzig Jahre seines Lebens, von denen er die letzten zwölf in Kalifornien verbrachte, widmete Bion der Psychoanalyse. Sein umfangreiches Werk umfaßt u.a. grundlegende Arbeiten zur Gruppenanalyse und zur Psychosentherapie.

Die neun Italienischen Seminare wurden von Bion 1977 in Rom gehalten.
Die Antworten, die Bion auf die an ihn gestellten Fragen gibt, befassen sich u.a. mit folgenden Themen:

- Schwierigkeiten in der Beziehung zwischen Therapeut und Patient
- Musik und Psychoanalyse
- Nonverbale Kommunikation im Behandlungszimmer
- Methodologie in der Psychoanalyse



Wilfred R. Bion
Die Tavistock-Seminare
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
144  S., Br.,  € 14,00
978-3-86099-582-2
Wer sich heute mit der Psychoanalyse befaßt, muß sich mit dem Werk von Wilfred R. Bion auseinandersetzen. Seine theoretischen Neuerungen, in denen er an die Arbeit von Melanie Klein anknüpft, gehören zweifellos zu den wichtigsten Weiterentwicklungen der Psychoanalyse seit Freud.
Die Tavistock-Seminare, die Bion während seiner Aufenthalte in Europa zwischen 1976 und 1979 in London gehalten hatte, und die Italienischen Seminare, die 1977 in Rom stattfanden, wurden 2005 erstmals auf Englisch veröffentlicht - und können nun auch in einer sorgfältigen Übersetzung in deutscher Sprache vorgelegt werden.
Bions Werke gelten als äußerst schwierig, und ihr Studium erfordert ein hohes Maß an intellektueller Anstrengung. Die von ihm in den letzten Jahren seines Lebens abgehaltenen Seminare behandeln Themen, die von zentraler Bedeutung für ihn waren. Da sie das gesprochene Wort wiedergeben, das sich im Kontakt mit einer fragenden Zuhörerschaft entwickelt, der er seine Überlegungen und Ansichten höchst lebendig und einprägsam darlegt, eröffnet sich ein überraschend einfacher Zugang zu Grundbegriffen und Leitgedanken seiner psychoanalytischen Arbeit. Die beiden Seminare eignen sich daher hervorragend zur Einführung in sein Denken.

Die Acht Tavistock-Seminare, die zwischen 1976 und 1979 in der Tavistock-Klinik stattfanden, wurden anhand von Videoaufzeichnungen rekonstruiert und von Francesca Bion herausgegeben.
Folgende Themen werden behandelt:

- Die Bedeutung der Wahrnehmung
- Träume
- Kunst und Psychoanalyse
- Die Bedeutung der Zeit in der Psychoanalyse
Der Band enthält außerdem ein sehr erhellendes Interview von Anthony G. Banet mit Bion.



Meltzer, Donald
Sexualität und psychische Struktur
256 S., Br., € 22,00
978-3-86099-579-2
Donald Meltzer unternimmt eine eingehende Klärung der Auffassungen Freuds über Sexualität. Auf der Grundlage einer sorgfältigen Untersuchung von Spaltungsvorgängen und projektiven Identifizierungen nimmt er eine Revision der psychoanalytischen Theorie der Sexualität vor und gelangt zu wichtigen Neueinschätzungen von frühkindlicher, erwachsener und perverser Sexualität. Ausgehend von den ökonomischen Prinzipien der von Melanie Klein beschriebenen paranoid-schizoiden und depressiven Position zeigt er, daß die infantile Sexualität auf Spaltung und projektiver Identifizierung beruht, wohingegen die erwachsene Sexualität das Ergebnis von Integration und introjektiver Identifizierung ist. Daran anschließend entwirft er eine Theorie der Perversion, die eine klinische Anwendung ermöglicht und zugleich einen theoretischen Bezugsrahmen liefert, in dem psychoanalytische Beobachtungen auf die Arbeit in angrenzenden Bereichen der Ästhetik. Pädagogik, Justiz und Politik angewandt werden können.
Donald Meltzer (1923-2004) zählt zu den Klassikern der postkleinianischen Psychoanalyse. Enge Zusammenarbeit mit Wilfred R. Bion, Roger Money-KyrIe und Esther Bick. Er unterrichtete an der Tavistock-Klinik und war Lehranalytiker in vielen Ländern Europas und Südamerikas.


Ettl, Thomas
Geschönte Körper - geschmähte Leiber
Psychoanalyse des Schönheitskultes
237 Seiten, Br., € 18,00
978-3-86099-401-6
Die Tatsache, daß in den letzten Jahren psychische Erkrankungen zugenommen haben, die auf einer gestörten Wahrnehmung des eigenen Körpers beruhen, ist ein Anzeichen dafür, daß sich die Menschen angesichts der andauernden Konfrontation mit Schönheitsidealen, die über Models, Sportler, Prominente aus Kultur und Politik verbreitet werden, unzulänglich und häßlich vorkommen. Sie entwickeln eine erhebliche Unzufriedenheit mit ihrem eigenen Körper und schließlich kommt es zu einer verzerrten Wahrnehmung und Beschädigung ihres Körperbildes.
Thomas Ettl untersucht zentrale Gefühle, Vorstellungen, Zwänge und Heilserwartungen der Menschen im Schönheitskult. Dabei geht er der Frage nach, wie Häßlichkeit in ihm verdrängt wird, und zeigt, daß es die Leibanteile am Körper sind, die Spuren des Alterns und der Geburten sowie alle Beeinträchtigungen der sexuellen Attraktivität, die als häßlich empfunden werden.
Scham und Angst wegen der vermeintlichen Häßlichkeit kommen im Schönheitskult eine zentrale Bedeutung zu. Menschen, die in Abhängigkeit geraten von Schönheitsidealen und dem gesellschaftlichen Zwang, ihnen zu genügen, können sich als sozial gebrandmarkt empfinden und von ihrem unzulänglichen Körper verfolgt fühlen. Es kommt dann zu einer Fixierung an den Körper. Sie versuchen Abhilfe zu schaffen, indem sie sich an den Schönheitschirurgen wenden, um ihre Beschädigung reparieren zu lassen und einen zeitlosen Körper zu formen. Anhand einiger TV-Sendungen zu Schönheitsoperationen kann dargelegt werden, welche Mechanismen die Menschen zwingen, eingreifende und endgültige Veränderungen an ihrem Körper vornehmen zu lassen, schließlich auch, wie sich in der Mikrozelle der Arzt-Patienten-Beziehung die kollektiven Heilserwartungen praktisch artikulieren. Das Befinden nach der Körperreparatur zeigt, daß die Gefühle der Scham und Angst mit dem Skalpell nicht beseitigt werden konnten. Die künstlich geschönten Körper fördern neue Probleme zutage. Exemplarisch wird vorgeführt, in welche beschämenden Situationen die Operationswilligen mit ihren geschönten Körpern geraten können, weil der Leib sich nicht vom Körper trennen läßt, wobei sich auch die häßlichen Seiten des Schönheitskultes offenbaren.


Isidor Sadger
Sigmund Freud.
Persönliche Erinnerungen
Herausgegeben von Andrea Huppke und Michael Schröter
QUELLEN UND ABHANDLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER PSYCHOANALYSE
156 Seiten, gebunden, € 19,90
978-3-86099-573-0
Die Veröffentlichung dieses Buches ist eine kleine Sensation. Es lag schon 1930 gedruckt vor, wurde aber vom Autor zurückgehalten, weil es erst nach Freuds Tod (den der Text als bereits geschehen imaginiert) erscheinen sollte. 1932 erfuhr die psychoanalytische Vereinsführung von seiner Existenz und versuchte, es zu unterdrücken. Nach 1933 wurde die ganze Auflage vernichtet. 2004 tauchte dann doch ein Exemplar auf – in einer japanischen Bibliothek.
Sadger, ein Freud-Schüler der ersten Stunde, erzählt von den wenig glanzvollen Anfängen Freuds, bringt Anekdoten aus dem Binnenleben der Wiener Analytikergruppe, macht deren Kränkung spürbar, als Freud ihnen die Züricher Universitätspsychiater um Jung vorzog, und schildert Freuds charismatische Kraft als Lehrer und Gruppenleiter. Anstößig wirkt die Aggressivität, die viele Passagen durchdringt, und Sadgers unverkennbare Ambivalenz gegenüber Freud. Die Herausgeber stellen in einem ausführlichen Nachwort zusammen, was über Sadgers Leben bekannt ist, charakterisieren seine Position unter seinen Kollegen und bieten paradigmatische Einblicke in sein Werk. In einem Anhang werden die Briefstücke abgedruckt, die das dramatische Schicksal seines Freud-Buchs dokumentieren.

Die Herausgeber:
Andrea Huppke, geb. 1965, Studium der Philosophie und Psychologie, lebt als niedergelassene Psychoanalytikerin in Berlin. Mehrere Veröffentlichungen zur Geschichte der Psychoanalyse.

Michael Schröter, geb. 1944, Dr. phil. (Soziologie), lebt als freier Autor in Berlin. Herausgeber von LUZIFER-AMOR. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Psychoanalyse (zuletzt als Buch: S. Freud und M. Eitingon. Briefwechsel 1906-1939).



und der sensationelle Briefwechsel  zur "Minna Frage":

Sigmund Freud / Minna Bernays
Briefwechsel 1882-1938
QUELLEN UND ABHANDLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER PSYCHOANALYSE  Band 3
Herausgegeben von Albrecht Hirschmüller
 400 Seiten • Leinengebunden mit Schutzumschlag, € 29,00
978-3-86099-565-5
Mehr als 50 Jahre lang, von 1882 bis 1938, haben Freud und seine Schwägerin Briefe gewechselt. In den ersten Jahren ste-
hen die Beziehungen der beiden Paare Martha Bernays und Sigmund Freud, Minna Bernays und Ignaz Schönberg, und das
Verhältnis zur Mutter im Vordergrund. Später werden Freuds Arbeit und seine Patienten wichtigeren Raum einnehmen.
Nach 1896, als Minna in den Freudschen Haushalt übersiedelt war, schrieb man sich Briefe nur noch aus den Ferienzeiten. Ein
letztes Konvolut aus dem Jahre 1938 wirft ein Licht auf die letzten Wochen vor der Emigration der Familie in Wien.
Das Zentrum des Briefwechsels bilden die persönlichen Beziehungen. Es wird deutlich, daß Minna Bernays in Freuds frühen
Jahren neben Wilhelm Fließ seine wichtigste Gesprächspartnerin gewesen ist. Sie tritt als kluge, humorvolle und energische
Frau hervor, die für Schwester und Schwager und später deren Kinder ein Leben lang von großer Bedeutung war.
Die Briefe sind ein zutiefst menschliches Dokument, Texte mit rezentem Anlaß, spontan entstanden, nicht lange konzipiert.
Sie zeigen das Innere, das Wesen der Beteiligten in einer ganz besonderen Weise. Ihr größter Reiz ist nicht, daß sie die Neu-
gier des Lesers befriedigen, sondern daß sie punktuelle, aber oft tiefe und unverstellte Einblicke in Persönlichkeit, Denk-
und Handlungsweisen der beteiligten Personen bieten. Die Ausgabe gibt alle Briefe wieder, die auf das Verhältnis der
beiden Briefschreiber zueinander und zu Martha und den Kindern Licht werfen. Die Einleitung stellt die Situation der Brief-
schreiber und den Kontext dar und gibt einen Abriß des Lebens von Minna Bernays. Im Anhang wird, gestützt auf umfang-
reiche Archivstudien, die Geschichte der Familie Bernays entwickelt. Ein Stammbaum ergänzt die Darstellung.
Der Herausgeber Albrecht Hirschmüller, Prof. Dr. med., Jg. 1947, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der
Universität Tübingen. Forschungen zur Geschichte der Psychiatrie und Psychoanalyse.

Jahrbuch für klinischen Psychoanalyse 7
Familie
240 S., Gb., € 28,00
978-3-86099-580-8
Freud hat den Ödipuskomplex als „Familienkomplex" verstanden und als den Kernkomplex der Neurosen bezeichnet. Er verweist auf die Position, die ein Subjekt in seiner Familie einnimmt, und den Ort, den es im unbewußten Begehren seiner Eltern hat. Dieser ist wiederum von dem Platz bestimmt, den sie im Begehren ihrer Eltern hatten.
Jacques Lacan hat 1938 in seinem Artikel über Die Familie den Ödipuskomplex erweitert um den Komplex des Eindringlings und den Komplex der Entwöhnung. Das Subjekt wird in dieser Perspektive ausdrücklich zum Symptomträger der Familie. Seither haben sich nicht nur Familienstrukturen verändert, sondern auch die Funktion und das Funktionieren der Familie selbst sind in Frage gestellt. Die stabile bürgerliche Familie, die Freud noch als Regelfall vor Augen hatte, ist eine Lebensform neben anderen geworden. Die rechtliche Anerkennung nichtehelicher und gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften hat den privilegierten Status der Ehe relativiert.
Wie wirken sich diese Veränderungen auf die ödipale Strukturierung, also auf die Subjektwerdung aus? Welchen Platz haben die Kinder heute im Begehren ihrer Eltern? Was ist der Status des Kindes (und der seiner Eltern) im Zeitalter seiner technischen Produzierbarkeit? Wie wirkt sich der postmoderne Kult der Jugendlichkeit auf das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern aus, z. B. im Hinblick auf die Idealisierung? Müßte man nicht statt eines „Verschwindens der Kindheit" (Neil Postman) eher von einem Verschwinden der Eltern sprechen? Muß man nicht geradezu deren Infantilisierung beobachten? Diesen Fragen gehen die Autoren im 7. Band des Jahrbuchs für klinische Psychoanalyse nach.


Verkehrte Liebe
Ausgewählte Beiträge aus dem "INTERNATIONAL JOURNAL OF PSYCHOANALYSIS - Band 1"
271 Seiten, Br., € 24,90
978-3-86099-578-5
Das Buch bietet dem psychoanalytisch interessierten Leser einen Zugang zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen psychoanalytischen Welt. Aus dem International Journal of Psychoanalysis des Jahrgangs 2005 wurden zehn besonders interessante Beiträge von namhaften psychoanalytischen Autoren ausgewählt und übersetzt. Den Themenschwerpunkt dieser ersten deutschen Auswahl des International Journals bilden Beiträge zur Perversion, ferner gibt es Arbeiten zur Nachträglichkeit und zur zeitgenössischen Rezeption von Bion. Ein weiterer Schwerpunkt des Heftes besteht aus Texten, die sich konkret mit der klinischen Arbeit des Psychoanalytikers befassen.
Inhalt

Geleitwort: Jean-Michel Quinodoz

Editorial: Gabriele Junkers

I. THEMENSCHWERPUNKT: Perversionen

Ruth Stein: Warum Perversion? „Verkehrte" Liebe und der perverse Pakt
Alesssandra Lemma: Die vielen Gesichter des Lügens
Jörge Maldonado: Störungen beim Deuten, bei der Symbolisierung und der Neugier in der Beziehung zwischen Analytiker und Analysand (Der Patient ohne Einsicht)

II PSYCHOANALYTISCHE KONTROVERSEN UND THEORETISCHE BEITRÄGE
Gedankenaustausch über das französische Konzept der Nachträglichkeit

Haydee Faimberg: Apres-Coup
Ignes Sodre: ... und ich sah ein Konzept, das es nicht gab ...
Haydee Faimberg: Antwort auf Ignes Sodre
Edna O'Shaughnessy: Wessen Bion?
Elisabeth T. Bianchedi: Wessen Bion? Wer ist Bion?
Antonino Ferro: Bion: Theoretische und klinische Betrachtungen
James S. Grotstein: „Projektive Transidentifizierung" - Eine Erweiterung des Konzepts der projektiven Identifizierung
Alberto Hahn: Donald Meltzer (1923-2004)

III AUS DER WERKSTATT DES ANALYTIKERS

Thomas Ogden: Psychoanalytische Supervision
Johann Norman/Björn Salomonsson:  Gedanken miteinander verweben (peer grups)
Luisa C. Busch de Ahumada: Von der Nachahmung zur Spontaneität: Klinische Schritte auf dem Weg zur psychischen „Zweiheit"



QUELLEN UND ABHANDLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER PSYCHOANALYSE
eine Schriftenreihe von LUZIFER-AMOR - Herausgegeben von Michael Schröter
[Abonnenten der Zeitschrift LUZIFER-AMOR können alle Bände
dieser Reihe mit einer Preisreduktion von 20 % beziehen.]
 
+
Sigmund Freud - Max Eitingon
Briefwechsel 1906-1939
Herausgegeben von Michael Schröter
Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Psychoanalyse Band 1
Band 1,1 und 1,2 - zusammen 1050 Seiten gebunden, fadengeheftet Leihen mit Schutzumschlag € 59,00
978-3-86099-550-1



+
Freud's Library A Comprehensive Catalogue
Freuds Bibliothek Vollständiger Katalog
Compiled and edited by [Bearbeitet und herausgegeben von] J. Keith Davies und Gerhard Fichtner
In Zusammenarbeit mit dem Freud Museum London
Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Psychoanalyse Band 2
Zweisprachige Ausgabe englisch-deutsch
Einführungsband 144 Seiten, gebunden, fadengeheftet, zahlreiche farbige Abbildungen
Katalog auf CD 1049 S. mit 500 farbigen Abbildungen € 19,90
978-3-86099-560-1


Abgewehrte Abhängigkeit I
Eßstörungen bei Kindern
Herausgegeben von Gianna Williams, Paul Williams, Jane Desmarais, Kent Ravenscroft
Aus dem Englischen von Monika Noll
200 Seiten, Broschur € 17,90
978-3-86099-574-7
Inhalt
Lynda Miller: Idealisierung und Verachtung. Zwei Seiten der Entwertung der Brust in einer Stillbeziehung
Mariängela Mondes de Almeida Pinheiro: Fütterstörungen im Säuglingsalter: Faruk und Shereen
Selina Perocevic: Wie ich Miral kennenlerne. Zu den Eßproblemen in der Psychotherapie eines fünfjährigen Knaben
Stephen Briggs: Eßprobleme eines in der Latenz befindlichen Knaben und ihre Bedeutung in seiner Innenwelt
Maria Rhode: Zu Körperbild und Identitätsgefühl eines autistischen Knaben. Zusammenhänge mit Eßstörungen
Maria Antionetta Catena: Marco: Geschichte einer Schüler-Lehrer-Beziehung

Abgewehrte Abhängigkeit l und II sind jeweils in sich geschlossene Bände. Sie wurden von Mitarbeitern der Tavistock-Klinik verfaßt und behandeln Ernährungsprobleme und Essstörungen angefangen bei Babys bis zu 19jährigen Jugendlichen. Sie stellen klinische Fallgeschichten von Patienten vor, die an Eßstörungen wie Bulimie und Anorexie leiden und zeigen, wie mit Hilfe von therapeutischer Unterstützung ein normales Leben geführt werden kann. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Ängsten und Abwehrstrategien, die sich gegen Abhängigkeitsgefühle und die Gefahr richten, von anderen etwas annehmen zu müssen.
1920 gegründet, ist die Tavistock-Klinik eines der weltweit führenden Zentren für psychoanalytisch fundierte Psychotherapie. Mit ihren drei Abteilungen, Kind und Familie, Jugendliche und Erwachsene, ist sie eine der führenden Ausbildungseinrichtungen von Großbritannien.



Abgewehrte Abhängigkeit II
Eßstörungen bei Jugendlichen
Herausgegeben von Gianna Williams, Paul Williams, Jane Desmarais, Kent Ravenscroft
Aus dem Englischen von Monika Noll
240 Seiten, Broschur € 24,90
978-3-86099-575-4
Inhalt
Sue Brough: „Wer ist dieses Mädchen?" Identitätssuche und Angst eines magersüchtigen Mädchens vor Verunreinigung durch das beschädigte (innere) Elternpaar
Luisa Carbone Tirelli: Eßstörungen in der Adoleszenz. Die Empfängerfunktion
Kent Ravenscroft: Paulas Geheimnis. Ein bulimisches junges Mädchen
Roberta Mondadori: Die Aufdeckung eines Identitätsmangels
Jeanne Magagna: „Ich wollte nicht sterben, aber ich mußte". Das Syndrom der massiven Verweigerung
Emanuela Quagliata: Zu Projektion und Introjektion bei Eßstörungen
Helene Dubinsky: Die Beziehung eines magersüchtigen Mädchens zu einem schwer beschädigten inneren Verfolgerobjekt und ihre Auswirkungen auf die Krankheit
Diomira Petrelli: Phantasien einer magersüchtigen Jugendlichen, die Funktionsweise des Körpers betreffend.


Donald Meltzer und Meg Harris Williams
Die Wahrnehmung von Schönheit
Der ästhetische Konflikt in Entwicklung und Kunst
Veröffentlichungen des Klein Seminars Salzburg, Band 5
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
280 Seiten, Broschur € 24,00
978-3-86099-572-3
Die Grundthese dieser Arbeit, der ästhetische Konflikt zwischen dem aufdringlichen Außen und dem rätselhaften Inneren des Objekts, wird auf verschiedene Dimensionen zurückgeführt:
Persönlichkeitsentwicklung, Gewalt als interpersonales und soziales Phänomen und Kunst als aktives und rezeptives Unterfangen.

Dieses Buch hat sich im Laufe der Jahre fast zu einem Familienprojekt von Martha Harris, ihren beiden Töchtern Meg und Morag und ihrem Ehemann Donald Meltzer entwickelt. Es wurzelt gleichermaßen in der englischen Literatur, in den Dichtungen von Shakespeare, Milton, Wordsworth, Keats, Coleridge und Blake, wie in der Psychoanalyse, in den Arbeiten von Freud, Klein und Bion.

Inhalt
1. Die Wahrnehmung von Schönheit
2. Ästhetischer Konflikt: seine Rolle in der Entwicklung
3. Über erste Eindrücke
4. Über ästhetische Reziprozität
5. Die Rolle des Vaters in der frühen Entwicklung
6. Das Problem der Gewalt
7. Das unentdeckte Land: die Form des ästhetischen Konflikts in Hamlet
8. Der ästhetische Konflikt im analytischen Prozeß
9. Das Zurückweichen vor dem ästhetischen Konflikt: Zynismus, Perversion und die Vulgarisierung des Geschmacks
10. Wiedergewinn des ästhetischen Objekts
11. Festhalten des Traumes: über die Würdigung des Ästhetischen
12. Die Schatten in der Höhle und die Schrift an der Wand
Anhang l: Die gesellschaftliche Grundlage der Kunst: ein Dialog mitAdrian Stokes (1963)
Anhang II: Geistlosigkeit - die Beziehung zwischen Psychosomatik, Hyperaktivität und Halluzinose in der Entwicklung.



Silvia Fano Cassese
Einführung in das Werk von Donald Meltzer
Mit einem Vorwort von Donald Meltzer
Aus dem Englischen von Horst Brühmann
140 Seiten • Broschur, € 14,-
Veröffentlichungen des Klein Seminars Salzburg - Bd. 4
Herausgegeben von Karl und Ruth Mätzler
978-3-86099-564-8
Diese Einführung bietet einen kritischen Überblick über die zentralen Themen und wichtigsten Konzepte von Meltzers Werk. Die Autorin möchte mit ihrer Arbeit zu einer genaueren Kenntnis und einem vertieften Verständnis der Meltzerschen Arbeiten beitragen. Sie umreißt ihre Absicht selbst folgendermaßen: „Ich habe einen Aspekt herauszuarbeiten versucht, der meiner Auffassung nach für die Theorie Meltzers grundlegend ist. Ich wollte dem Leser vor allem diejenigen charakteristischen Dimensionen seiner analytischen Arbeit nahe bringen, die über die Grenzen der wohletablierten und Sicherheit gewährenden Technik hinausgehen. Meltzers Interesse zielt beharrlich auf ein Gebiet, das in Worten schwer zu beschreiben und in konventioneller Sprache vielleicht gar nicht wiederzugeben ist: auf den emotionalen Bereich der nonverbalen Kommunikation, des träumerischen Einfühlungsvermögens und des unbewußten Denkens." (Silvia Fano Cassese) Silvia Fano Cassese lebt und arbeitet als Psychotherapeutin in Italien. Sie ist Dozentin für psychoanalytische Psychotherapie, Vorsitzende der Assoziation für psychoanalytische Psychotherapie (Florenz) und Mitglied der Europäischen Föderation für psychoanalytische Psychotherapie.

Inhalt
Vorwort von Donald Meltzer
Einleitung
Erster Teil -Von der projektiven Identifizierung zum psycho-
analytischen Prozeß
1. Projektive Identifizierung mit inneren Objekten
2. Der psychoanalytische Prozeß
Zweiter Teil - Perversion, Psychose, Traumleben
3. Sexuelle Bewußtseinszustände
4. Untersuchungen zum Autismus
5. Traumleben
Dritter Teil - Das Sublime und das „Unheimliche"
6. Der ästhetische Konflikt und das rätselhafte Innen
7. Das Claustrum: die innere Welt, von innen her erfahren
Anhang
Catherine Mack Smith: Gespräch mit Donald Meltzer
G/na Ferrara Mori: Lernen durch Erfahrung mit Donald
Meltzer.



Ruth Kloocke
Mosche Wulff
Zur Geschichte der Psychoanalyse in Rußland und Israel
260 S., Gb., € 19,90
78-3-86099-536-5
Mosche Wulff war ein Psychoanalytiker der ersten Generation. Stationen seines langen Lebens waren Odessa, Berlin, Moskau und schließlich Tel Aviv, wo er 1971 dreiundneunzigjährig starb. Er hatte wesentlichen Anteil an der frühen Institutionalisierung der Psychoanalyse im Rußland der 1910er und 20er Jahre. Dort entwickelte die Psychoanalyse im Spannungsfeld von Sozialismus und Pädagogik eigene Themen, die Wulff auch in seinem späteren Leben weiter verfolgte. 
Von 1927–1933 lebte und arbeitete Wulff in Berlin, unter anderem als Mitarbeiter des berühmten psychoanalytischen Sanatorium Schloß Tegel. Als Jude übersiedelte Wulff 1933 nach Tel Aviv. Er war an der Gründung und am Aufbau der israelischen psychoanalytischen Gesellschaft beteiligt und bildete eine ganze Generation von israelischen Analytikern aus. Der vorliegende Band versteht sich als Beitrag zur Institutionalisierungsgeschichte der Psychoanalyse. Anhand der Biographie von Mosche Wulff wird die Entwicklung psychoanalytischer Institutionen in Rußland und Israel nachgezeichnet und in einen historischen und politischen Kontext gestellt. Ein umfangreicher Anhang liefert biographische Materialien zu den an der Gründungsphase der Psychoanalyse beteiligten Personen in Rußland und Israel. Ruth Kloocke, Jg. 1966, Dr. med., in der Ausbildung zur Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Die vorliegende Arbeit wurde als Dissertation von der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert.

Donald Meltzer
Das Claustrum
Eine Untersuchung klaustrophobischer Erscheinungen
Aus dem Englischen von Horst Brühmann
223 Seiten • Broschur, € 20,-
Veröffentlichungen des Klein Seminars Salzburg - Bd. 3
Herausgegeben von Karl und Ruth Mätzler
978-3-86099-567-9
Dieses Buch berichtet von der therapeutischen Arbeit mit Melanie Kleins Konzept der projektiven Identifizierung,
insbesondere der intrusiven Identifizierung mit inneren Objekten, wie sie in masturbatorischen Erregungszuständen
auftritt. Die genaue Nachzeichnung der abgegrenzten Teile, in die das Innere des internalisierten Körpers der Mutter
aufgegliedert ist, gestattet es, in der klinischen Erfahrung - zumal durch das Spiel von Kleinkindern oder die Träume
von Erwachsenen - die Beschaffenheit dieser inneren Welt zu erkennen und die Formen und Eigenschaften,
in denen sie der äußeren Welt ähnelt, sich aber auch stark von ihr unterscheidet, miteinander zu vergleichen.
Auf die analytische Situation mit Borderline-Patienten und Adoleszenten, der das klinische Hauptinteresse
dieses Buches gilt, fällt damit ein neues Licht. Von hier aus ergibt sich ein besseres Verständnis von
Charakterproblemen neurotischer und normaler Patienten, von Perversionen und Suchtverhalten
sowie von persönlichen Einstellungen, Vorurteilen und politischen Orientierungen.

Inhalt
Einführung
1. Melanie Kleins Auffassung der projektiven Identifizierung
2. Besprechung früherer Veröffentlichungen
3. Die geographische Dimension des psychischen Apparats
4. Die Abteilungen der inneren Mutter
5. Leben im Claustrum
6. Technische Probleme des Claustrums
7. Auftauchen aus dem Claustrum versus Bewußtseinsverschiebung
8. Die Rolle des Claustrums beim Einsetzen der Schizophrenie
9. Zur Ubiquität der projektiven Identifizierung
10. Symptomatologie versus Charakterologie. Der psychoanalytische Prozeß
11. Das Claustrum und die Adoleszenz
12. Das Claustrum und die Perversionen und Süchte
13. Das Claustrum und die Politik
Anhang
Meg Harris Williams: Äquivokation und Ambiguität.
Macbeth' gespaltene Zunge, Shakespeares doppelter Sinn.



Franz Wellendorf / Hannelore Werner (Hg.)
Das Ende des Ödipus
Entwertung und Idealisierung ödipaler Konzepte in der Psychoanalyse heute
 412  Seiten • gebunden, € 24,-
978-3-86099-569-3
Freud nannte den Ödipuskomplex den Kernkomplex der Neurose und erklärt ihn zum Schibboleth der Psychoanalyse, das die Anhänger der Psychoanalyse von ihren Gegnern scheide. Der Ödipuskomplex wurde für ihn zu einem zentralen Bezugspunkt in der Theorie der psychosexuellen Entwicklung und der Bildung des Überichs. Seine Bewältigung ist ein Ringen um die Anerkennung der Generations- und der Geschlechterdifferenz. Mit dem Eintritt in die Latenzphase und seinem Untergang kommt dem Ödipuskomplex die strukturierende Rolle für die spätere Entwicklung der Persönlichkeit und ihren Beziehungsmodi zu. In den vergangenen Jahrzehnten sind vermehrt andere Konzepte, die für das Verständnis und die Erklärung seelischer Entwicklung hilfreich sind, in den Vordergrund getreten: Bindung und Trennung; das narzißtische Regulationssystem; Nähe und Distanz; Mentalisierungsprozesse und andere mehr. Auch das Verständnis der Bedeutung des Dritten in der Entwicklung des Individuums hat sich verändert. In den zeitgenössischen Konzepten früher Triangulierung tritt das sexuelle Begehren in den Hintergrund, zu Gunsten der Bedeutung des Dritten für die Entwicklung von Identität, Unabhängigkeit und Autonomie. Im Rahmen der Jahrestagung der DPG 2004 in Kassel wird Freuds Konzept des Ödipuskomplexes neu betrachtet und diskutiert. Die theoretischen Schwerpunkte sind die mythologischen Metaphern, die Geschlechterdifferenz, die Frage nach der Universalität des Ödipuskomplexes und Aspekte der Behandlungstechnik.
Beiträge von: Beate Blank-Knaut, Brigitte Boothe, Wilhelm Brüggen, Ingo Focke, Jochen Haustein, James Herzog, Berthold König, Josef Ludin, Edeltraud Putz-Meinhardt, Nicholas Rand, Wilfried Ruff, Gerhard Salzmann, Johanna Schäfer, Gabriele Schäfer-Böker, Heien Schoenhals, Ruth Stein, Franz Wellendorf, Urs Widmer, Annegret Wittenberger, Ralf Zwiebel

Helmut Junker
Beziehungsweisen
Die tiefenpsychologische Praxis zwischen Technik und Begegnung
224  Seiten • Broschur, € 19,90
978-3-86099-566-2
Was geschieht wirklich hinter der geschlossenen Tür einer psychotherapeutischen Praxis? Am Leitfaden dieser Fragestellung gibt Helmut Junker einen historischen Überblick über die analytische Einstellung zum therapeutischen Umgang mit Patienten und damit auch zum Selbstverständnis des Analytikers, das sich darin ausdrückt. Genau wie ein Archäologe, distanziert wie ein Chirurg, kühl wie ein Spiegel: So beschreibt Freud den idealen Psychoanalytiker. Es ist oft nachgewiesen worden, daß er selbst sich nicht an dieses Idealbild und die daraus abgeleiteten Ratschläge für die analytische Praxis gehalten hat. Spätere Entwicklungen haben diesen Zwiespalt verschärft. Der Bogen, den Helmut Junkers Darstellung spannt, reicht von Freud über Ferenczi, Rank, Fenichel, Loewald, Stone, Greenson, Kohut, Winnicott und Balint bis zu gegenwärtigen Autoren wie Thomä, Bollas, Ranik, Aron und den Arbeiten der Boston Change Study Group (Stern et. al.). Gefragt wird nach den zentralen Voraussetzungen einer gelingenden therapeutischen Be- gegnung. Diskutiert werden dabei die beziehungsrelevanten Themen der Übertragung und Gegenübertragung, derAls-ob-Beziehung und der realen Beziehung, einschließlich der Grenzen der tiefenpsychologischen Methode in einer radikal verstandenen Intersubjektivität.
Helmut Junker, Prof. Dr. Dr. med., Psychoanalytiker/Psychotherapeut (APH-Hamburg).


Frances Tustin
Autistische Barrieren bei Neurotikern
Mit einem Vorwort von Maria Rhode
Übersetzung aus dem Englischen von Kevin O’Keeffe, revidiert von Elisabeth Vorspohl
347 Seiten, Broschur. € 28,00
978-3-86099-563-1
Francis Tustin hat ihr klassisches, nun wiederaufgelegtes Werk in ihrem Nachwort selbst folgendermaßen beschrieben:
"Dieses Buch hat versucht, zum psychoanalytischen Verständnis der Psychopathie und Entwicklung von autistischen Zuständen beizutragen. Ein schlichter, fast umgangssprachlicher Stil ist verwendet worden, da er mir für die grundlegenden Sachverhalte, die zur Sprache gekommen sind, am geeignetsten erschien. Fachausdrücke wurden auf ein Minimum reduziert.
Ich habe im direkten Umgang mit autistischen Kindern sehr viel gelernt. Dabei ist mir klar geworden, daß autistische Patienten in einer Kette von psychophysischen Reaktionen gefangen sind, aus denen sie nicht entfliehen zu können glauben. Ihnen dabei zu helfen, sich daraus zu befreien, ist für alle Beteiligten ein mühsamer und schmerzlicher Prozeß. Wenn wir mit autistischen Kindern arbeiten, dürfen wir bei den Eltern, die ja bereits sehr viel gelitten haben, keine falschen Hoffnungen wecken. Dieses Buch hat einige der Schwierigkeiten, aber auch einige der Möglichkeiten einer Psychotherapie an Hand sorgfältig ausgewählter, gewöhnlich junger autistischer Kinder hervorgehoben. Es hat auch versucht, auf jene erwachsenen neurotischen Patienten ein Licht zu werfen, deren geistiges und emotionales Leben durch autistische Barrieren, die sich in der frühen Kindheit entwickelt haben, behindert worden ist."
Frances Tustin (1913-1994) ist eine international anerkannte Autorität auf dem Gebiet des Autismus. Sie arbeitete mehr als dreißig Jahre lang als Kinderpsychotherapeutin mit autistischen Kindern. Ehrenmitglied der British Psychoanalytical Society und der Association of Child Psychotherapists.

Inhalt:

Teil I: PSYCHOGENER AUTISMUS
Das Wesen des psychogenen Autismus
Ein persönliches Wort
Autismus bei Melanie Klein
Autismus und frühkindliche Depression
Autismusbegünstigende Situationen
Autistische Objekte
Autistische Formen bei Kindern
Autistische Formen bei Erwachsenen
Anzeichen der Genesung
Die Welt des autistischen Kindes

Teil 2: PSYCHOGENER AUTISMUS BEI NEUROTIKERN
Das Fallen
Zerfließen und Auflösung
Die Entwicklung des Ichs
Autistische Disposition bei einem Fall von Anorexia nervosa
Der "Rhythmus der Sicherheit"
Die Psychotherapie autistischer Zustände
Abschließende Bemerkungen



Entwicklungslinien psychoanalytischer Sozialarbeit
Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit (Hg.)
256 Seiten, Broschur, € 16,00

Der Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit nutzte seine 12. Tagung, um nach über 25 Jahren psychoanalytischer Sozialarbeit mit schwer beziehungsgestörten Kindern die Entwicklungslinien seiner Arbeit zu beschreiben und zu reflektieren. Dies scheint gerade in einer Zeit von Bedeutung, in der sich das soziale Klima in der Gesellschaft so verändert, daß Verbesserungen und reformierende Veränderungen in der fachlich und menschlich zufriedenstellenden Versorgung seelisch schwer kranker und behinderter Menschen immer schwieriger werden. Es ist sowohl in ethischer Hinsicht, wie auch ökonomisch und praktisch wichtig, in einer solchen Situation die fachliche Diskussion weiterzuführen und die Versorgung der wachsenden Zahl an basal entwicklungsgestörten jungen Menschen sicherzustellen. Hierzu gehören neben der Reflexion aller pathogenen individuellen und kollektiven Lebensumstände auch die Gestaltung und die Analyse der Institutionen, die sich der Arbeit mit den leidenden und durch ihre Art der Leidensbewältigung behinderten Menschen aussetzen.



Anzieu, Annie / Anzieu-Premmereur, Christine / Daymas, Simone
Das Spiel in der Kinderpsychotherapie
280 Seiten, Br., € 24,90
978-3-86099-576-1
Das Spielen bildet - noch vor dem Malen und Sprechen - einen wichtigen Bereich, in dem die Psyche des Kindes erforscht werden kann. Dank seiner sinnlichen und motorischen Komponenten ermöglicht es den unmittelbaren Ausdruck der Triebtätigkeit.
Das Buch beruht auf dem analytischen Studium zahlreicher klinischer Fallgeschichten. In drei großen Teilen befaßt es sich mit dem Spielen von Kindern bis zum fünften Lebensjahr beziehungsweise im Latenzalter und mit dem Psychodrama in der Jugendlichentherapie. Drei weitere Kapitel widmen sich speziellen Themen: der Geschichte des Spielens als Technik in der Kinderpsychotherapie, der Symbolisierung im Spiel und den Deutungsproblemen in der Psychotherapie. Dieses Buch schöpft aus den Erfahrungen der drei Psychoanalytikerinnen, die es verfaßt haben; gedacht ist es als Ratgeber und Nachschlagewerk für alle Psychologen, Psychoanalytiker und Psychotherapeuten, die sich Kindern widmen und sie behandeln.

Margaret Rustin und Emanuela Quagliata (Hg.)
Der Anfang
Klinische Erstkontakte mit Kindern und Jugendlichen
Aus dem Englischen von Horst Brühmann
Kinder- und Jugendlichenanalyse. Europäische Texte - Bd. 1
240 Seiten, Broschur, € 18,00

Dieses Buch ist eine große Hilfe für Kinder- und Jugendlichentherapeuten, aber auch für ein breiteres Publikum, das sich für die Entwicklung von Kindern interessiert und wissen möchte, wie man ihnen helfen kann, wenn etwas fehlläuft. Es eröffnet Zugänge zu Kindern und Jugendlichen, die psychotherapeutische Hilfe benötigen. Berücksichtigt werden Faktoren, die in der Person des Kindes liegen, fördernde und hemmende Kräfte im Entwicklungsprozeß sowie das familiäre, schulische und gesellschaftliche Umfeld. Einzelne Kapitel befassen sich mit klinischen Methoden und einer Vielzahl von klinischen Problemen, einschließlich der Arbeit mit sehr jungen Kindern und ihren Eltern, Deprivationen und familiären Zusammenbrüchen, Entwicklungshemmungen und anderen schweren psychischen Erkrankungen in der Kindheit.

Inhalt

Nicholas Temple und Margot Waddell
Vorwort
Emanuela Quagliata und Margaret Rustin
Einführung

ZUR DIAGNOSTISCHEN EINSCHÄTZUNG SCHWER GESTÖRTER KINDER
Maria Rhode
Kinder mit Kommunikationsstörungen im diagnostischen Erstgespräch

Anne Alvarez
Borderline-Kinder. Zur Unterscheidung von Störung ud Defizit

Jeanne Magagna
Schwere Eßstörungen. Angriffe auf das Leben

TRAUMATISIERTE KINDER UND IHRE FAMILIEN
Margaret Rustin
Die Familie zerbricht - was dann? Erstgespräche mit Kindern, die Deprivation, Traumata und multiple Verluste erfahren haben

Judith Trowell
Erstgespräche mit sexuell mißbrauchten Kindern

FAMILIENTHERAPEUTISCHE ANSÄTZE
Lisa Miller
Kurzinterventionen bei Kindern unter fünf Jahren mit Rücksicht auf Fragen des diagnostischen Erstgesprächs

Beta Copley
Explorative Arbeit mit Familien

JUGENDLICHE
Margot Waddell
Erstgespräche mit Adoleszenten.
Auf der Suche nach einem Raum zum Denken

Robin Anderson
Zur Abschätzung des Risikos von Selbstbeschädigung bei Jugendlichen. Eine psychoanalytische Perspektive




Robin Anderson und Anna Dartington (Hg.)
Ausfechten
Klinische Einblicke in Krisen der Adoleszenz
Aus dem Englischen von Horst Brühmann
Kinder- und Jugendlichenanalyse. Europäische Texte - Bd. 2
 240 Seiten, Broschur, € 19,90
978-3-86099-559-4
In den Beiträgen dieses Bandes untersuchen Mitarbeiter der Abteilung für Jugendliche der Tavistock-Klinik in einer leicht zugänglichen Sprache verschiedene klinische Aspekte von Störungen im Jugendlichenalter. Sie nehmen dabei insbesondere die Belastungen in den Blick, die solche Krisen für die (Klein-)Familie bedeuten, und behandeln Schwierigkeiten bei der Identitätsfindung von unterschiedlicher Tragweite - von Anpassungskrisen über Eßstörungen bis hin zu schweren Psychosen.
Abgesehen vom Säuglingsalter ist die Adoleszenz die dramatischste aller Entwicklungsphasen. In den wenigen Jahren zwischen Pubertät und Erwachsenenalter muß sich das Selbstgefühl des einzelnen den Veränderungen von Größe, Gestalt, Stärke und genitaler Reife des eigenen Körpers anpassen. Zugleich erwartet die Gesellschaft, daß der Jugendliche die Fähigkeit zu intimen Beziehungen ausbildet und auf dem Weg in die Arbeitswelt anstrengende Prüfungen besteht.

Inhalt:

Nicholas Temple und Margot Waddell: Editorial
Arthur Hyatt Williams: Vorwort
Robin Anderson und Anna Dartington: Einleitung
Anna Dartington: Die Intensität der Adoleszenz in Kleinfamilien
Steve Briggs: "Wie läuft das hier ab, reden wir bloß?" Therapeutische Arbeit mit Jugendlichen, die sexuell mißbraucht wurden
Lynda Miller: Psychotherapie mit lerngestörten Jugendlichen
Jonathan Bradley: Konfrontation, Beruhigung oder Kommunikation
Robin Anderson: Suizidverhalten und seine Bedeutung in der Adoleszenz
Gianna Williams: Überlegungen zu einer besonderen Dynamik bei Eßstörungen
Hélène Dubinsky: Die Furcht, erwachsen zu werden. Eine Studie über zwei Jugendliche
Elizabeth Oliver-Bellasis: "Ist da jemand?" Die Arbeit des Beratungsdienstes für Jugendliche
Margot Waddell: Der Sündenbock
Richard Graham: Die Hitze des Augenblicks. Psychoanalytische Arbeit mit Familien
Paul Upson: Spiel, Arbeit und Identität. Seinen Platz finden in der Welt der Erwachsenen.



Julia Maier
Doppelter Boden
Deutsche Türkinnen zu Hause / Bild- und Textband
ca. 120 Seiten, durchgängig vierfarb., Br., € 18,00
ISBN :   3-86099-853-6
Monatelang begab sich Julia Maier mit Aufnahmegerät und Kamera in das private Umfeld junger türkischer Frauen, deren Eltern meist als »Gastarbeiter/innen« nach Deutschland kamen. Sie hat sich ihre Lebensgeschichten erzählen lassen, mit ihnen über Familie, Religion, Arbeit, Zukunft und Identität gesprochen und sie in ihrem privaten Umfeld fotografiert. Fernab gängiger Klischees hat Julia Maier Lebensentwürfe von Frauen dokumentiert, die zwi- schen Verständnis für das Leben ihrer Eltern auf der einen Seite, Wut und Freiheitsdrang auf der anderen Seite stehen. Dabei interessierte sie das Bild, das die Porträtierten von sich selbst haben und das sie in Mode, Körpersprache und Pose vermitteln. Auch der private Raum steht für die Person, ihr ästhetisches Em- pfinden und die Verbindung unterschiedlicher kultureller Einflüsse.




Farideh Akashe-Böhme
Sexualität und Körperpraxis im Islam
ca. 148 Seiten, Br., € 12,90
ISBN :   3-86099-851-X
Was aus europäischer Tradition im Islam befremdlich erscheint/ hat seinen Grund in einem religiös bestimmten leiblichen Umgang des Menschen mit sich und mit Anderen. Vor allem die Ereignisse in der Biographie der Frau sind strengen Regelungen unterworfen. Tatsächlich wissen häufig die Muslime, die den Islam als Praxis leben, so wenig wie ihre europäischen Nachbarn, was der Islam als Lehre bedeutet. Die Autorin behandelt diese Fragen im Zusammenhang einer islamischen Anthropologie. Ihre zentralen Themen sind: Reinheit und Tabus, Ehre, Ökonomie der Lust und Strafe, Geschlechterbiographie, patriarchale Strukturen und Muslime in der säkularisierten Welt.
Die Autorin steht für Veranstaltungen zur Verfügung.




Erhard Brunn
Christentum und Islam - ein neuer Dialog des Handelns
Begegnungen in Europa und Afrika
ca. 184 Seiten, Br., € 14,90
ISBN :   3-86099-854-4
Das Verhältnis zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen ist von Unsicherheit, ja von Ablehnung und Angst geprägt. Ressentiments bestehen wechselseitig. Wenn auch in diesem Spannungsbereich zusehends Konflikte entstehen, gibt es auch vielerorts Initiativen und Aktivitäten, die diese destruktive Dynamik durchbrechen. Auf seinen Stationen der letzten 15 Jahre beobachtete und gestaltete Erhard Brunn inmitten vieler Konflikte auch Modelle einer gemeinsamen Verantwortung von Christen und Muslimen mit. Seine zahlreichen Begegnungen mit religiösen Persönlichkeiten, darunter Afrika-Missionaren, Kardinalen und muslimischen Vertretern, hat er jetzt in einem Buch zusammengestellt. Die Portraits sind eindrucksvolle Dokumente über Menschen, deren Wirken für einen neuen Dialog zwischen Christentum und Islam stehen.





Solidarität, Individualität, Emanzipation
Paul Parin zum 90. Geburtstag
Beiträge von Sigrid Awart, Ketajun Dörfler, Mario Erdheim, Heinz Kohut, Christine Mansfeld, Henning Melber, Susi Orgis, Paul Parin, Elisabeth Reif, Beate Schnabel, Peter Trumpp, Sybille Trumpp-von Eicken, Daniel Weber
ca. 240 Seiten, Br., € 19,90
ISBN :   3-86099-117-5
Paul Parin, 1916 in Slowenien geboren, Neurologe und Psychoanalytiker, Praxisgemeinschaft in Zürich mit seiner Frau Goldy Parin-Mathey und
Fritz Morgenthaler, mehrere Forschungsreisen nach Westafrika,
zahlreiche Publikationen u.a.: Die Weißen denken zu viel. Fürchte
deinen Nächsten wie dich selbst. Zu viele Teufel im Land.



Norbert Matejek  / Günter Lempa
Lebens[T]räume
Ein satirisch-psychoanalytisches Lese- und Bilderbuch
ca. 64 Seiten, durchgängig vierfarb. - 21,0 × 29,7 cm, Gb., € 19,80
ISBN :   3-86099-855-2




Freud in der Gegenwart
Alexander Mitscherlichs Gesellschaftskritik
145 Seiten, Br., € 15,90
ISBN   3-86099-858-7
»Alexander Mitscherlich war es, der am 6. Mai 1956 - zusammen mit Theodor W. Adorno und Max Horkheimer - die unter den Nazis emigrierten oder zur Flucht gezwungenen deutschen Psychoanalytiker und Psychoanalytikerinnen nach Frankfurt a. M. einlud, um Freuds 100. Geburtstag zu feiern. Und sie, die niemals zurückkommen wollten, kamen, weil sie dem Gastgeber vertrauten. So war es eine gute Idee, nun, an Freuds 150. Geburtstag, erneut nach Frankfurt zu laden und diese Tagung Alexander Mitscherlich zu Ehren abzuhalten.
Die hochbetagte Margarete Mitscherlich betonte, dass das Angerichtete selbst und nicht irgendein Tabu Deutschland daran hinderte, die eigenen Opfer zu betrauern.« (Martin Altmeyer, die tageszeitung)
 



Gisela Zeller-Steinbrich
Wenn Paare ohne Kinder bleiben
ca. 200 Seiten, Br., € 15,90
ISBN :   3-86099-826-9
Die Anwendung fertilitätstechnologischer Methoden ist zur Selbstverständlichkeit geworden und gehört heute zum Alltag einer Gynäkologie, die den Wurzeln ungewollter Kinderlosigkeit biologisch zu Leibe rückt. Dabei wird der Teufelskreis von Leid, Diagnostik, Krankheitsdefinition und verstärktem Leid doch nur scheinbar bekämpft, ohne die Anwendung selbst in Frage zu stellen. Da Familienpolitik und Geburtenrate im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen, richtet sich die Kritik an der Reproduktionsmedizin allenfalls auf die gesetzlichen Restriktionen und nicht auf das Erleben des Paares. Dies ist mit seinem Kinderwunsch und während einer Behandlung, die nur zu 30% bis 40% erfolgreich ist, enormem psychischem und physischem Stress ausgesetzt. Desgleichen sind die Folgeprobleme wie Mehrlings- oder Frühgeburten usw. erheblich.




Elke Fietzek
Das Ungeheuer Trauma
Psychoanalytische Therapie mit seelisch schwer verletzten Menschen
ca. 200 Seiten, Br., € 15,90
ISBN :   3-86099-856-0
Sexueller Missbrauch, Gewalterfahrungen, vernachlässigung und Todesfälle hinterlassen tiefe Spuren in der Psyche. Die Autorin schreibt, was es heisst, eine psychoanalytische Therapie aufzunehmen und sich dem Trauma zu stellen.




Matthias Wenke
ADHS: Diagnose statt Verständnis?
Wie eine Krankheit gemacht wird / Eine phänomenologische Kritik
ca. 176 Seiten, Br., € 14,90
ISBN :   3-86099-340-2
ADHS stellt sich immer mehr auch als Kulturprodukt und Instrument zur Biologisierung und Individualisierung der Folgen gesellschaftlichen Wandels heraus. Die quasipsychiatrische Diagnose dient den beteiligten Eltern, Ärzten und Lehrern dazu, bedrohliches Verhalten der Kinder seelisch von sich fernzuhalten und den Anschein der wissenschaftlichen Beherrschbarkeit zu erzeugen: Man hat lieber kranke als unglückliche Kinder. Der theoretische Teil des Buches kritisiert im Sinne der Phänomenologie fundamental die verbreitete Weltanschauung einer sogenannten »Evolutionären Erkenntnistheorie«, identifiziert deren Schwachstellen sowie die Gefahren des Biologismus und zeigt, dass dieser prinzipiell antidialogisch und antipädagogisch ist.


Doris Dialer
Die EU-Entwicklungspolitik im Brennpunkt
ca. 360 Seiten, Br., € 29,90
ISBN :   3-86099-341-0
2003 trat das im Juni 2000 zwischen der EU und der AKP-Gruppe (Afrikanische, Karibische und Pazifischen Staaten) auf 20 Jahre geschlossene Cotonou-Partnerschaftsabkommen in Kraft. Es basiert auf einem »Fünf-Säulen-Modell«: 1. Verankerung einer »Politischen Dimension«, 2. Intensivierung der Armutsbekämpfung, 3. Einbeziehung nichtstaatlicher Akteure, 4. WTO-Konformität: Integration der AKP-Staaten in die Weltwirtschaft, 5. Reform der Entwicklungsfinanzierung und Programmabwicklung. Säule 1 und 3 beinhalten die aus politologischer Sicht wichtigsten Neuerungen. Steht »Cötonou« für den Beginn einer neuen Politisierung der AKP-EU-Partnerschaft oder impliziert es die Zementierung der asymmetrischen Lome Praxis? Die Autorin zeigt, dass die EU-AKP-Zusammenarbeit weiterhin ambivalent bleibt.

Doris Dialer, Dr. phil., geboren 1970 in Innsbruck (Österreich), Studium der Politikwissenschaft, Philosophie, Zeitgeschichte, Englisch/Französisch, Vorstandsmitglied der Südwind-Agentur Tirol, Forschungsmi+arbei+erin am Institut für Geschichte der Universität Innsbruck, seit 2006 freiberuflich für europäische DNGOs tätig, Zuletzt erschien Die EU-Präsidentschaft Frankreichs (2004).




Zarnegin, Kathy
SaitenSprünge
ca. 88 Seiten, Br., €  12,90
ISBN :   3-86099-521-9



Naoum, Jacques
Rathaus
Erzählung
ca. 160 Seiten, Br., € 14,90
ISBN :   3-86099-522-7



Jahrbuch für Literatur 12
Die Stirn, die wir dem Leben bieten
ca. 300 Seiten, Br., € 19,90
ISBN :   3-86099-524-3



Frieling, Simone
Mitten im Leben
Roman
ca. 150 Seiten, Br., € 14,90
ISBN :   3-86099-523-5


Jürgen Nowak  ( Alice-Salomon-Hochschule, Berlin )
Leitkultur contra Parallelgesellschaft
160 S., Br., € 14.90
ISBN 3-86099-831-5

Das Buch ist eine kritische Auseinandersetzung mit zwei aktuellen gesellschaftspolitischen Schlagworten in der Diskussion um das Verhältnis zwischen ethnischen Minderheiten und deutscher Mehrheit: Leitkultur und Parallelgesellschaft. Beide Begriffe werden als einseitige ethnische Fremdinterpretation entlarvt, denn sie entsprechen nicht den sozialhistorischen Entwicklungen und den aktuellen soziologischen Tatsachen.

Leitkultur ist ein deutscher Mythos, ein nationalstaatliche Erfindung der Intellektuellen, eine Legende zur Verteidigung von machtpolitischen Privilegien.

Die sog. Parallelgesellschaft ist ein soziales Klassenproblem, denn es gibt auch soziale Parallelgesellschaften unter den Deutschen, d.h. Spaltungen laufen nicht einseitig entlang ethnisch-kultureller Differenzen, sondern sie sind sozial bedingt. Arm versus reich, gebildet versus nicht-qualifiziert und soziale Segregation.

Ausgangsthese ist die gesamtgesellschaftliche Annahme: Es gibt kein Problem der Minderheit an sich in der Gesellschaft, sondern es ist auch stets ein Problem der Mehrheit in Bezug die Minderheit. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein multikulturelles Land, was sich anhand vieler Indikatoren nachweisen lässt. Soziale Konflikte können und dürfen nicht ethnisiert und kulturalisiert werden.

Als einzige Alternative zur Leitkultur wird die Anerkennung und Durchsetzung der Rechtskultur als zentrales gesellschaftspolitisches Steuerungsinstrument gefordert. Das bedeutet in der Praxis eine Interdependenzpolitik als sich wechselseitige bedingende Rechte und Pflichten von Mehrheit und Minderheit. Das schließt Werte- und Normenkonflikte u.a. in bezug auf religiösen Fundamentalismus, Zwangsheirat, Kopftuch und Ehrenmorde ein.

Anstelle eines unverbindlichen Nebeneinanders des Multikulturalismus wird eine >lnterdependenzkultur< als Bereicherung auch für die deutsche Mehrheitsgesellschaft analysiert und durch praktische Beispiele illustriert




Carda-Döring, Claudia u.a.
berührt
Zwischen Liebe, Mitleid und Diskriminierung
194 S., Br., € 15,90
3-86099-829-3
Sechs Frauen im Alter von 30 bis 40 Jahren, die sich seit sieben Jahren regelmässig treffen haben Geschichten über ihre Kinder gesammelt. Es sind traurige, skurrile, berührende, ärgerliche und witzige Geschichten, die in dieser Form anders sind, weil ihre Kinder anders sind. Die Kinder hinterlassen besondere Spuren bei ihren und den Familien und im Umfeld. Die Kinder haben eine geistige Behinderung:
„Wir Frauen leben alle in festen Partnerschaften und haben zusammen genommen 13 Kinder. Jede von uns hat ein Kind mit einer Besonderheit, wie z. B. das Perisylvische Syndrom, Mikrozephalie oder das Angelman Syndrom. In unserer Gesprächsrunde erzählen wir über unsere Erlebnisse und Befindlichkeiten. Dabei drehen sich unsere Gespräche, so unterschiedlich die Inhalte auch sein mögen, immer wieder um ähnliche Gefuehle. Sie sind geprägt von Hilflosigkeit, Wut und Trauer, aber auch von Stolz, intensiver Fürsorge und Engagement.
Wir haben viele dieser Geschichten aufgeschrieben, weil wir sie bewahren wollen. Wir wollen sie aufbewahren für unsere Geschwisterkinder, die mit uns in dieser besonderen Familiensituation leben und gross werden. Wir möchten einen Teil dieser Geschichten veröffentlichen, weil wir erklären wollen, wie es uns in unseren Familien ergeht, wie wir von unserem Umfeld behandelt werden und wie wir uns zurecht finden müssen in der Gesellschaft.
Statistisch gesehen hat jeder achte eine persönliche Verbindung zu einem geistig behinderten Menschen in seiner Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, in der Familie oder im Bekannten- und Freundeskreis. Mit unserem Buch möchten wir dieses Umfeld erreichen. Wir hoffen, es gelingt uns, unsere Sorgen und Nöte zu schildern, in einer Art und Weise, die nicht Betroffenheit und Mitleid auslösen sollen, sondern Verständnis, Anteilnahme und Akzeptanz.
Es sind keine Heile-Welt-Geschichten, die wir zusammengetragen haben. Das würde nicht unserem Alltag entsprechen. Was uns vorantreibt in diesem Alltag ist die Liebe zu unseren Kindern. Manchmal versteckt sie sich, ist nicht mehr sichtbar, aber diese Liebe und Fürsorge sind der Motor, der uns am laufen hält. Die gemeinsame Freude über jeden errungenen Sieg und die kleinen Schritte voran, sind die Erfolgserlebnisse, die oftmals Enttäuschungen, Verletzungen und Traurigkeit vergessen machen. Unsere Kinder haben uns beigebracht wie nah das Lachen und das Weinen beieinander liegen. Sie haben uns Demut und Behutsamkeit gelehrt und unser Menschenbild verändert. Sie bestimmen unser Leben und haben uns gezeigt, dass wir die Vielfalt und jegliche Form menschlichen Daseins akzeptieren müssen. Wir kämpfen uns und unsere Kinder durch einen Alltag, der von Hindernissen geprägt ist, und dennoch wollen wir uns den Blick auf diese Vielfalt bewahren. Wir hoffen, dass wir mit unserem Buch dazu beitragen.“



Psychoanalyse und Essstörungen

Ich esse deine Suppe nicht
Psychoanalyse gestörten Essverhaltens
Ambulante Behandlungen und theoretische Konzepte
Ulrike Jongbloed-Schurig (Hrsg.)  Beiträge von:  Rose Ahlheim, Dana Birksted-Breen, Eduard Bolch, Thomas Ettl, Anna Freud, Barbara Hinz, Helmut Hinz, Philippe Jeammet, Douwe Jongbloed, Ulrike Jongbloed-Schurig, Ellen Lang-Langer, Marilyn Lawrence, Iris Nikulka, Adelheid Staufenberg
376 S., Gb., € 36,00
ISBN 3-86099-828-5
• Dass Essstörungen in unserer Gesellschaft unter Jugendlichen in einem endemischen Ausmaß auftreten, ist bekannt. Weniger bekannt, ist, dass Ess- und Gedeihstörungen schon vom Säuglingsalter an auftreten und verschiedene Hintergründe und Bedeutungen haben können. Neben dieser Entwicklungsperspektive enthält der Band auch ein breites Spektrum an Behandlungen und Konzepten.
• Die Autorinnen und Autoren verbindet bei unterschiedlicher theoretischer Ausrichtung die Suche nach der nie gekannten oder verlorenen Bedeutung pathologischen Essverhaltens. Gemeinsame Klammer ist die Erkenntnis, dass die Symptomatik stets mit Störungen im Austausch zwischen dem Selbst und dem Anderen zu tun hat. Dies führt zu einem fehlenden inneren Über- gangsraum und zu Brüchen in der Symbolisierung und Triangulierung.
• Der Schwerpunkt des Bandes liegt auf den psychoanalytischen Behandlungen. Sie unterscheiden sich in Setting, konzeptuellem Hintergrund sowie technischem Vorgehen und betreffen Patienten vom ersten Lebens- jahr bis in die späte Adoleszenz. Verbindend ist auch hier die Suche nach den der Essstörung zugrunde liegenden Konflikten und Defiziten in der psychischen Entwicklung von hinreichend gesunder Beziehungsfähigkeit und hinreichend gesundem Narzissmus.
• Veränderung und Heilung wird bei allen Behandelten durch das Erleben und Bearbeiten von alten und neuen Erfahrungen in der therapeutischen Beziehung ermöglicht, wobei in der Arbeit mit kleinen Kindern die Eltern mit einbezogen werden.
• Psychoanalytische Überlegungen zur Literatur von Goethe, Kafka und Ovid runden den Band ab.  Einsicht in und Veränderung von pathologischem Essverhalten gibt es nicht auf die Schnelle, schon gar nicht bei schweren Psychopathologien. Der Band beschäftigt sich mit den komplexen Ursachen und Verbindungen dieser Störungen, in ihm wird der gemeinsame Prozess von Patient und Therapeut mit seinen Rückschlägen und Fortschritten geschildert, der psychisches Wachstum und Heilung hervorbringt.

Ulrike Jongbloed-Schurig, analytische Kinder- und Jugend- lichen-Psychotherapeutin (VAKJP), Psychoanalytikerin (DPV, IPV), Kinderanalytikerin (IPV, ACP), in eigener Praxis tätig. Do- zentin, Supervisorin und Lehranalytikerin am Institut für analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in Hessen e. V. Veröffentlichungen zur Psychoanalyse des Kindes- und Jugendalters, u.a. in der Zeitschrift Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (AKJP), Mitherausgeberin des Buches »Denn wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen« (Brandes & Apsel, 1998).





Tömmel, Sieglinde Eva [MAP/DPV]
Wer hat Angst vor Sigmund Freud?
160 S., Br., € 14,90
3-86099-827-7
Im Falle offensichtlicher Symptome wie Depressionen, Ängste aller Art, Panikattacken, rätselhafte Sensationen am Herzen, Kreislauf, Magen und an anderen Organen ohne nachweisbare körperliche Ursache ist es notwendig, einen Therapeuten aufzusuchen und gemeinsam mit diesem herauszufinden, was die Ursache für die unterschiedlichen Phänomene sein könnte. Da alle bewussten Handlungen im Unbewussten vorbereitet werden und dessen frühkindlicher Anteil mit dem Patienten erforscht wird ruft die Psychoanalyse Ängste hervor, wenn in ihr von der Aufdeckung des Unbewussten die Rede ist. Die Psychoanalyse ist eine therapeutische Methode, welche auf gegenseitigem Vertrauen und auf der Verpflichtung zur Wahrheit beruht. Das schließt auf Seiten des Patienten die Bereitschaft ein, sich zu öffnen, das eventuell bestehende Leid und den eigenen Kummer zu erzählen und darauf zu vertrauen, dass der Andere, der Psychoanalytiker, gut mit diesem Vertrauen umgehen wird.




Störer und Gestörte - Band 2
Konfiktgeschichten als Lernprozesse
Thomas v. Freyberg/Angelika Wolff (Hrsg.)
288 S., Gb., € 24,90
ISBN 3-86099-824-2
Der 2005 erschienene Band I "Störer und Gestörte - Konfliktgeschichten nicht beschulbarer  Jugendlicher"  konzentrierte  sich  auf die  Wiedergabe exemplarischer Einzelfallanalysen - und damit vorrangig auf die Frage nach den Ursachen des Scheitems von Schule und Jugendhilfe an schwierigen Jugendlichen und dieser Jugendlichen ihrerseits an Schule und Jugendhilfe.
Im Band II "Störer und Gestörte - Konfliktgeschichten als Lernprozesse" werden - weiterhin nahe an den Falluntersuchungen - themenbezogene Betrachtungen folgen sowie die Darstellung von Bedingungen und Möglichkeiten, die Spiralen eskalierender Konfliktgeschichten zu unterbrechen, aus dem Scheitern und von den "Störern" zu lernen, Verstrickungen produktiv einzusetzen und interdisziplinäre
Kooperation zu nutzen.
Verantwortliche Arbeit mit schwierigen Kindern und Jugendlichen erfordert zwei grundsätzliche Voraussetzungen: Erstens müssten Räume zur Verfügung stehen und Institutionen gesichert sein für ein professionelles Beiseitetreten, Innehalten, Nachdenken. Räume also für die kollegiale und interdisziplinäre Fallberatung, für gemeinsame Reflexion und nicht zuletzt für Supervision. Äußere Räume also, in denen die inneren Räume der Professionellen gepflegt, geschützt und bewahrt werden können. Denn genau der innere Raum ist es, an dem es den schwierigen Kindern und Jugendlichen mangelt- und der innere Raum als Raum des Probehandelns ist es, der in den agierten Konflikten permanent angegriffen wird, während Handlungsdruck die Vorherrschaft gewinnt. Diesen Fragen gehen die Kapitel l bis 4 von Band II nach. Zweitens müsste das heimliche erste Gebot von Schule seine Macht verlieren: Du darfst nicht versagen! Du darfst keine Fehler machen! Die Arbeit mit schwierigen Kindern und Jugendlichen könnte um einiges leichter und kreativer - und in dem einen oder anderen Fall vielleicht auch erfolgreicher sein - wenn an diesem Punkt ein grundsätzlicher Wandel der beruflichen Haltung sich durchsetzte: Fehler und Versagen sind wichtige Anreize zum Lernen und zur Weiterentwicklung - vorausgesetzt, sie werden nicht sofort sanktioniert, immer gleich vertuscht oder panisch vermieden. Dies gilt für Lehrer wie für Schüler. Eine solche gewandelte berufliche Grundhaltung ist die zentrale Voraussetzung für produktive kollegiale und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Ansätze dafür werden in den Kapiteln 5 bis 7 von Band II exemplarisch für drei Themenfelder zur Diskussion gestellt: die präventive Intervention im Vorschulbereich, die Kooperation von Regelschule, Sonderschule und Jugendhilfe und die Bearbeitung von Migrationskonflikten.

INHALT:

Vorwort  Marianne Leuzinger-Bohleber

Einleitung Thomas von Freyberg und Angelika Wolff

Kapitel l Der Fall Falko - Bedingungen und Möglichkeiten von professionellen Arbeitsbündnissen

Kapitel 1,1 Schule und Jugendhilfe - Aspekte einer gestörten Beziehung, Vier Fallskizzen (aus Band I)

Kapitel 1,2 Schule und Jugendhilfe - zur Geschichte einer arbeitsteiligen Spaltung

Kapitel 1.3 Die beiden Konfliktgeschichten Falkos mit Schule und Jugendhilfe - eine Jugendhilfeschule als Brückeninstanz

Kapitel 1,4 Institution eile und individuelle Bedingungen eines erfolgreichen Arbeitsbündnisses

Kapitel l .5 Der psychoanalytische Fallbericht - ein Kommentar

Kapitel 2 Übertragung und Gegenübertragung in professionellen Kontexten (Angelika Wolff)

Kapitel 3 Ich bin Dein Gott - Das väterliche Gesetz und der Schulstörer

Kapitel 3,1 Einleitung

Kapitel 3,2 Das väterliche Gesetz und die Familie

Kapitel 3.3 Das väterliche Gesetz und die Schule

Kapitel 3,4 Der Fall Emil

Kapitel 3.5 Der Fall Gülan

Kapitel 3.6 Positive Übertragung/ Gegenübertragung

Kapitel 4 Der fehlende und der notwendige Dritte in den Konfliktgeschichten nicht beschulbarer Jugendlicher

Kapitel 4. l Der Mythos vom Neuanfang - in den Fällen A-D

Kapitel 4.2 Zur Bedeutung von Schule Für die psychische Entwicklung des Kindes aus psychoanalytischer Sicht

Kapitel 4.3 Das Instrument der Kollegialen und Interdisziplinären Fallberatung

Kapitel 4.4 Interdisziplinäre Fallberatung und psychoanalytische Supervision - das Beispiel einer Balintgruppe

Kapitel 5 Das Kooperationsprojekt der SaG

Kapitel 5. l Grundlagen der Kooperation zwischen Sonderschule und allgemeiner Schule (Kopplow)

Kapitel 5.2 Das Kooperationsprojekt der SaG (Zens)

Kapitel 5.3 Drei Fallberichte aus dem Kooperationsprjekt (Brüning, Stöcke Zens)

Kapitel 5.4 Bilanz der Kooperationsarbeit (Zens)

Kapitel 6 Das Präventionsprojekt der KT 47

Kapitel 6.1 Das Modellprojekt „Erziehungshilfen in einer Kindertagesstätte"

Kapitel 6.2 Auf dem Weg zu Fallorientierung und Fallverstehen

Kapitel 6.3 Entwicklungsberichte - 2003 und 2005

Kapitel 6.4 Am Beispiel von drei Kindern

Kapitel 6.5 Anforderungen an die präventive Erziehungshilfe – Ein Gruppengespräch mit Erzieherinnen

Kapitel 6.6 Eine Fallsupervision - das Mädchen Klara

Kapitel 7 Migrationsprojekte (I. Haller)

Schlussbemerkungen (Thomas von Freyberg und Angelika Wolff)

Literaturliste




"Können uns und euch und niemand helfen"
Die Mahagonnysierung der Welt
in Brechts und Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny"
Gerd Koch, Florian Vaßen, Doris Zeilinger (Hrsg.)
245 S., Br., € 19,90
ISBN 3-86099-338-0
Katastrophen-Städte, Katastrophen-Regionen -sozial, ökologisch, biologisch, ästhetisch, ethisch, ökonomisch. Globale Wirtschaftsnetze, internationale Informationsnetze, Kapitalismus als Lebensweise; Ausräuberung hier und Vergnügungen dort, manchmal sogar austauschbar. Das einst von Marx und Engels im Manifest der Kommunistischen Partei entworfene Szenario der Durchkapitalisierung von Raum und Zeit ist nicht mehr von der Hand zu weisen: Wall Street liest das Manifest.

Der Stückeschreiber Bertolt Brecht und der Komponist Kurt Weill haben Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts eine anti-kulinarische Oper produziert, die sich analytisch-dialektisch, theatral-metaphorisch, verlockend-spielerisch, karikierend-unterhaltsam in Gesellschaft und Kunst einmischt, neue Sichtweisen liefert und dem Zeitgeschehen – samt seiner ökonomischen Basis und deren Interessen - die eigene Melodie verfremdet vorsingt.

Mahagonny signalisiert auch: „Aber etwas fehlt"! Mahagonny ist unterschwellig ein Sehnsuchtsstück.

Stärker noch als Kurt Weills und Bertolt Brechts Welterfolg, die Dreigroschenoper, greift ihre Anti-Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny in das Weltgeschehen ein. Wir „erleben“ eine „Paradiesstadt", eine „Goldstadt", eine Stadt, die Menschen in ihren Netzen fängt, ausnimmt und verspeist; aber auch eine Stadt der Passagen und des Hohlraums, ein
Paivenüpolis (ein Wort von Walter Rathenau für Berlin), um das der Hurrikan einen Bogen macht, eine Stadt mit scheinbar neuen und doch ganz alten Regeln: Das Nicht-Bezahlen wird mit dem Tod bestraft (Mangel an Geld ist in Mahagonny das größte Verbrechen), wohingegen der Tod im inszenierten Boxkampf eine lässliche Sünde ist.

Mahagonny kann als Symbol für das Leben in heutigen Globalisierungs-, Ausbeutungs- und Vergnügungszuständen gelten, Musiktheater als Krise und Kritik (Walter Benjamin), das eine Zeitanalyse von andauernder, nachhaltiger Gültigkeit liefert.

Vor mehr als einem dreiviertel Jahrhundert mit erstaunlich prognostischem Wtesen, großem Spürsinn und ,kalten' Emotionen geschrieben, unter heftigem Nazi-Protest am 9. Mai 1930 in Leipzig uraufgeführt, mischen sich Text und Musik immer noch ein in die Mahagonny Welt, in der wir weiterhin leben. Und das so vielfältig, dass die Autorinnen dieses Bandes aus unterschiedlichen Disziplinen stammen: Musik- und Theaterwissenschaft, Naturwissenschaft, Psychoanalyse, Philosophie, Ethnologie, Literatur- und Sozialwissenschaft. Damit beleben sie die Tradition des Umgangs mit „Mahagonny", wie ihn Ernst Bloch, Walter Benjamin, Siegfried Kracauer oder Theodor W. Adorno kritisch und produktiv praktizierten.

Mahagonnysierung - das ist ein Signum unserer Zeit: 75 Jahre nach der Uraufführung – 50 Jahre nach Bertolt Brechts Tod - 51 Jahre nach Kurt Weills Tod.



Zeitzeugengespräche
mit Migrantinnen und Migranten
»Interessante Erwachsene« im interkulturellen Unterricht und in der Jugendbildungsarbeit
Jugendbildungsstätte Anne Frank (Hrsg.)
120 S., Br. 20,7 x 14/5 cm. mit Fotos, € 9,90
3-86099-830-7
»Zeitzeugengespräche mit Migrantinnen und Migranten« dokumentiert die Ideen und Erfahrungen aus rund 40 Begegnungen von erwachsenen Migrantinnen mit Jugendlichen, die in den Jahren 2000 bis 2005 von der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank (Frankfurt /Main) organisiert und moderiert worden sind.

Erwachsene Migrantinnen erzählen Jugendlichen - meist sind es Schulklassen oder Jugendgruppen - aus ihrem Leben. Als Zeitzeugen eines wichtigen und bislang vernachlässigten Bestandteils deutscher Zeitgeschichte - der Geschichte der Migration nach dem Zweiten Weltkrieg - werden sie für Jugendliche zu interessanten Erwachsenen, die etwas zu erzählen und zu vermitteln haben.

Das Projekt verfolgt vor allem drei Ziele:

• Historisches Lernen: Migration wird nicht vorrangig als Problem, sondern als Bestandteil der bundesdeutschen Zeitgeschichte und Gesellschaft wahrgenommen und gewürdigt.
• Begegnung: Durch die Begegnung mit Zeitzeugen vermittelt sich Jugendlichen ein lebendiges Bild von Geschichte. Es kommt ein »Dialog der Generationen« in Gang, von dem beide Seiten profitieren: Die älteren Migrantinnen und ihre Lebenserfahrung werden gewürdigt. Und die
Zeitzeugen liefern Identifikationsangebote.
• Menschenrechtserziehung: Die interessanten Erwachsenen sind Jugendlichen ein Vorbild bei der Bewältigung von vielen Herausforderungen, die mit dem Leben in einer Einwanderungsgesellschaft verbunden sind. In ihren Lebensgeschichten bündeln sich Härten, aber auch Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten einer Existenz unter den Vorzeichen von Migration und Globalisierung.

Das Arbeitsbuch soll dazu dienen, Leser, die als Lehrkräfte oder in der außerschulischen Jugend(bildungs)-Arbeit tätig sind, darin zu unterstützen, solche Veranstaltungen selbst durchzuführen.

Entsprechend ist es aufgebaut:

• Die Einleitung stellt die Projektidee in den Kontext des pädagogischen Konzepts der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank.
• Das dritte Kapitel hat das didaktische Konzept - das heißt Ablauf, Methoden, Zielgruppen – zum Inhalt.
• Zur Veranschaulichung schildert das vierte Kapitel exemplarisch eine Begegnung mit einem interessanten Erwachsenen - von der Vorbereitung über die Durchführung bis zur Nachbereitung.
• Das fünfte Kapitel bringt die Fragen und Diskussionen unter den Jugendlichen mit den gesellschaftlichen und politischen Debatten über Migration in Zusammenhang.
• Das sechste Kapitel enthält fünf ausführliche Portraits von interessanten Erwachsenen und ihrer Migrationsgeschichte.
• Das siebte Kapitel enthält das praktische Handwerkszeug: Hinweise zur Auswahl von Zeitzeuginnen, Methoden der außerschulischen Jugendbildung zur Vor- und Nachbereitung und einen Leitfaden für die Moderation der Gespräche.



Kalter Frieden:

Mendes, Rosa Pedro /WoIfgang Böwig
SCHWARZ.LICHT
Passagen durch Westafrika
Herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von medico international
192 S. m. 32 S. s/w-Bildteil, Br.,  € 19,90
ISBN 3-86099-832-3
Das absolute Schweigen — das Abbrechen der Sprache — entspricht
genau der Definition von Völkermord, einer Verschwörung zum
Vergessen, mittels der Auferlegung der letzten Gewalt, jener, die in
jedem Einzelnen die Erzählungen zu tilgen beabsichtigt, die sein
Menschsein ausmachen und erweitern.
Daher der Nachdruck, zu berichten, darauf zu beharren, über das
hinauszuschauen, was uns gezeigt wird — oder gar die Grenze des
Erzählbaren zu überwinden. Als Reporter habe ich gelernt, dass
die letzte Stufe der Gewalt die Zerstörung des Menschen im Sinne
dieser Humanität (nach dem Verständnis des Wortes der antiken
Philosophen) ist. Die Skala des Schreckens wird nicht nur und auch nicht
in erster Linie an der physischen Vernichtung gemessen —
deshalb vereinigen sich bei einem Genozid letztlich alle Opfer in einem,
dem letzten. Doch ist dieses der letzte überlebende Mensch, und sein
Leiden ist das größte.
Pedro Rosa Mendes

Pedro Rosa Mendes, 1968 in Cernache do Bonjadrin/Serto in Portugal geboren, arbeitete nach seinem Studium der Rechtwissenschaften als Journalist, unter anderem für die portugiesische Zeitung »Publico«. Bekannt würde er zunächst durch seine Reportagen über die Kriegsschauplätze in Zaire, Ruanda, Afghanistan und Jugoslawien, für die er zweimal mit dem »Feature-of-the-Year-Preis« ausgezeichnet wurde. Mit »Baia dos Tigres« (»Tigerbucht«) legte er 1998 seinen ersten Roman vor, der vom portugiesischen P.E.N.-Club zum Buch des Jahres 2000 gewählt wurde.

Wolf Boewig war als Fotoreporter u. a. in Bosnien und Afghanistan. Was in der Demokratischen Republik Kongo, dem früheren Zaire, und dessen Nachbarländern geschieht, sei nichts weniger als "der erste afrikanische Weltkrieg", hat die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright gesagt. Der in Hannover lebende Fotograf WOLF BÖWIG, Jahrgang 1964, versucht, die Linien dieses Krieges zu verfolgen, seine Auswirkungen zu dokumentieren: den Zerfall von Staaten, die Zerstörung von Lebensgemeinschaften, das Leiden und die Kraft der Überlebenden.




Bühler, Hans
unterwegs in afrika
160 S., Br., € 12,90
ISBN 3-86099-520-0
Wegstücke eines modernen Nomaden, eines heutigen Afrika-Besuchers, der dort in der Lehrerfortbildung tätig ist.


Spitzer, Helmut
Kinder der Strasse
Kindheit, Kinderrechte und Straßenkinder in Tansania
224 S., Br., 19,90
3-86099-339-9
Der Begriff des "Straßenkindes" ist ein Konstrukt und erweist sich als wenig geeignet, um die komplexe Lebenssituation von Kindern zu beschreiben, die in der urbanen Sphäre der Straße leben und im sogenannten informellen Sektor arbeiten, um ihr Überleben zu sichern. Am Beispiel der tansanischen Metropole Dar es Salaam werden in diesem Buch verschiedene Lebensbereiche und Unterkategorien von gefährdeten Kindern in einem städtischen Kontext vorgestellt.
Anhand der Situation in Tansania wird aufgezeigt, dass durch die Einführung eines kapitalistischen Systems in den 8Oer-Jahren und den von Weltbank und Internationalen Währungsfonds geförderten Strukturanpassungsprogrammen breite Massen der Bevölkerung zunehmend verarmten. Dieser Prozess führte zu massiver Land-Stadt-Migration und einer zunehmenden Anzahl von Kindern auf den Straßen der großen und mittleren Städte.




Andreas J. Obrecht
Der König von Ozeanien.
Roman
510 S., € 29,00
3-86099-519-7
Die authentische Geschichte des bretonischen Grafen Charles Bonaventure du Breil alias Marquis de Rays bildet die Vorlage zu diesem historischen Roman, der im ausgehenden 19. Jahrhundert spielt und der aus der Perspektive seines idealistisch gesinnten Jugendfreundes Andre Prevost geschrieben ist: Charles Bonaventure du Breil, eben erst von längeren Reisen in die französischen Kolonien zurückgekehrt, gelingt es in einer beispiellosen Kampagne, rund tausend „zivilisationsmüde Europäer" dazu zu bewegen, ihm ihr Hab und Gut anzuvertrauen, um Land auf einer Insel im Südpazifik zu erwerben (heute New Ireland/Papua New Guinea). Dort, fernab des krisengeschüttelten Frankreich, will er, unterstützt von Andre Prevost, das Königreich „Nouvelle France" errichten. Was zu jenem Zeitpunkt niemand ahnt: Der Marquis ist weder Besitzer des „paradiesischen Inselreiches" noch hat er es je mit eigenen Augen gesehen.
Während sich der Marquis auf seine spanischen Güter verfügt, sticht im Jahre 1879 ein erstes Schiff, mit Andre Prevost an Bord, in See. Drei weitere Siedlerschiffe sollen folgen. Zu spät erkennen die hoffnungsfrohen Kolonialisten - die nicht nur aus Frankreich, sondern auch aus Italien, Spanien, Deutschland und England stammen - den Betrug: Das vermeintliche Tropenparadies entpuppt sich als malariaversuchtes, unkultivierbares Sumpfgebiet, in dem mehr als 350 Siedler den Tod finden. Eine Evakuierung wird von Kapitän Rabardy, der von Anfang mit dem Marquis „gemeinsame Sache" macht und der zusammen mit Kriegern der Insel Lamboum ein Schreckensregiment errichtet, lange verhindert: Dead men tell no tales!
Schließlich gelangt ein Teil der Überlebenden, unter ihnen Andre Prevost und der Expeditionsarzt Dr. Baudouin, nach unvorstellbaren Schrecknissen und Entbehrungen über Australien in die Heimat zurück. Dort arbeitet Dr. Baudouin fieberhart an der Abfassung einer 12.000 Seiten umfassenden Dokumentation (L'adventure de Port Breton), die Grundlage der gerichtlichen Anklage gegen den Marquis wird, wohingegen Andre Prevost schließlich nur noch ein Ziel kennt: den betrügerischen Freund aufzuspüren und Rache an ihm zu nehmen ...
Der Roman, dessen historische Quellen sorgfältig recherchiert wurden, reflektiert die geistigen Strömungen des 19. Jahrhunderts - die Ideenwelt der Französischen Revolution ebenso wie die restaurativen Tendenzen, den europäischen Kolonialisierungsanspruch ebenso wie den blinden, zivilisationsmüden Eskapismus. Der Autor vermag die Schauplätze mit der Akribie des Kulturforschers in reichen Details zu schildern, so dass die Kulturräume und Menschen des Alten Europa und des wilden, ursprünglichen Ozeanien vor den Augen des Lesers lebendig werden. Die stets aktuelle Illusion eines „irdischen Paradises", eines „Reiches der Sattheit und Prosperität" wird vor dem Hintergrund dieses wüsten Kapitels der Kolonialgeschichte vollends entlarvt. Darüber hinaus sorgt eine mit kriminalistischem Spürsinn in die Chronologie der Ereignisse eingewobene Spurensuche für Spannung und Lesevergnügen: Denn wer wird - nach des Marquis' Verhaftung im Jahre 1882 - das Erbe antreten und den „Schatz von Nouvelle France" - 120.000 ergaunerte Pfund Sterling - heben?




Otto-Ernst Duscheleit
Von der Waffen-SS zum Friedensdienst
Memoiren
240 S., Br., € 19,90
3-86099-515-4
Duscheleit, 1925 in Insterburg geboren, kämpfte ab 1943 in der Waffen SS. Nach 2 Jahren amerikanischer Gefangenschaft ging er nach Berlin und war lange hier ein führender Spirituosenhersteller. Aus Scham über seine Kriegszeit arbeitet er heute als Kriegsgegner.




Dietz, Edith
"...der Kreis schließt sich"
Doch 50 Jahre Frieden sind keine Garantie
128 S., Br., € 12,90
ISBN 3-86099-518-9
Als junge jüdische Frau 1942 aus Deutschland in die Schweiz geflohen, kehrte Edith Dietz, inzwischen verheiratet mit einem aus politischen Gründen ebenfalls in die Schweiz emigrierten Deutschen 1946 in dessen Heimatstadt Karlsruhe zurück. Aus ihrer persönlichen Sicht setzt sie sich mit ihren Erfahrungen in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft
auseinander. Sie schildert ihr Leben an der Seite des Karlsruher KPD-Stadtrats F. K. H. Dietz, stellt aber auch Rückbesinnungen über das Schicksal der von den Nazis verfolgten Juden und deren Zukunft in Deutschland nach dem Ende der Nazi-Herrschaft an.

Bei Brandes & Apsel sind erschienen:
Den Nazis entronnen [2.Auflage 2008]. Die Flucht eines jüdischen Mädchens in die Schweiz 1933-1942 (2003),
Freiheit in Grenzen. Meine Internierungszeit in der Schweiz 1942-1946 (2004).

Edith Dietz, geboren 1921 in Bad Ems/Lahn. 1936 bis 1940 Ausbildung am jüdischen Seminar für Kindergärtnerinnen in Berlin. 1940 bis 1942 in jüdischen Kindergärten und Horten tätig. 1942 Flucht in die Schweiz. Nach der Internierung 1946 Rückkehr. Lebt seitdem in Karlsruhe.




Wolfgang Hermann Körner
Der Emigrant.
 Roman
288 S., Gb., € 19,90
ISBN 3-86099-516-2
Seit seiner Kindheit lebt die Hauptperson in Wolfgang Hermann Körners Roman Der Emigrant in einer engen dörflichen Umgebung am Rand der Gesellschaft. Doch ihr Inneres entwickelt, von niemandem bemerkt, ein waches und kritisches Bewußtsein: Die vielen Stimmen im Kopf! Die Suche nach ihrer Herkunft! Die seltsame Logik der Verknüpfungen!
Das Fernsehen und die allgegenwärtige Nähe des Irrseins!
Hinter einer Lebensanschauung, die die Technokratie und die damit verbundene Entzauberung der Welt ablehnt, verbirgt sich der Traum von Befreiung, Anderssein und Emigration. In Kairo als Sohn einer deutschen Auslandslehrerin geboren, hat die Hauptperson des Romans seinen natürlichen Vater nie kennen gelernt. So denkt er sich eine Vatergestalt aus und schreibt sich dann selbst, in der Phantasie sein Geburtsland Ägypten aufsuchend, in diese Rolle hinein...
Körner erzählt die Geschichte eines Menschen, der sich - wie der Autor selbst - eher als Emigrant denn als heimatverbunden fühlt. Doch Zeit und Identität aufzugeben und in selbst erfundene Figuren zu schlüpfen, ist ein Vorhaben, aus dem man sich nur befreien kann, wenn man zuzugeben versteht: »Ich bin der eine oder andere in mir und in euch.« Schonungslos unternimmt es Körner in Der Emigrant, sein gespaltenes Bewußtsein, das er zugleich als repräsentativ für unser aller Befindlichkeit ansieht, offenzulegen. Am Ende ergibt sich eine Wahrheit, die - wie das Leben - von den Regeln des Absurden bestimmt ist. Zu Recht könnte Der Emigrant auch den Untertitel Roman (m)einer Schizophrenie tragen.
Wolfgang Hermann Körner, 1941 in Sindelfingen geboren, studierte an der TU Berlin Bauingenieurwesen. 1967 brach er mit der Technik. Seither freier Schriftsteller. 1973 bis 1978 Aufenthalt in Kairo. Lebt in Neumagen-Dhron/Mosel und Berlin. Viele Reisen zu den archäologischen Stätten Ägyptens und Griechenlands. Mitglied des P.E.N. Romane, Erzählungen und Geschichten u. a. bei Suhrkamp, Luchterhand und Wagenbach. Bei Brandes &Apsel: Der Ägyptenreisende. Roman; Fronäcker. Roman; Sommerhofen. Roman; Fatimas Atem. Novelle; Die Fremde. Erzählung.

 
Zeitschriftenprospekt
Analytische 
Psychologie 
Zeitschriftenprospekt
Analyt.Kinder-u.Jugendl.
Pychotherapie
Zeitschriftenprospekt
arbeitshefte 
kinderpsychoanalyse 
Zeitschriftenprospekt
Selbstpychologie
/Self Psychology

zurück nach oben
 
 Die Bedeutung des Vaters
334 S., Gb., € 29,00
 Daniel N. Stern:
Der Gegenwartsmoment
€ 29,00
 Im Dialog mit dem Anderen
€ 24,00
scroll
 
 Kinder jenseits von Trauma
und Fremdheit. € 29,90
 Hechler: Psychoanalytische
Supervision. € 35,00
 Pedrina: Mütter und Babys
in psychischen Krisen.
274 S. , Gb., € 29,00
scroll
 
 Shin Kyongnim:
Bauemtanz
Gedichte aus Korea, € 12,90
 Training Manual
for Theatre Work
in Social Fields
€ 22,90
 Symbol, Symbolisierung 
und die symbol. Ordnung 
[arbeitshefte kinder-
psychoanalyse 35]
scroll
 
 Zaptcioglu: 
Unter den Deutschen
€ 15,90
 Melber:
Genozid und Gedenken
[Deutschland/Namibia]
208 S., Br., € 16,90
Sichtbar anders 
Afrodeutsche Kinder
und Jugendliche
€ 12,90
scroll
 
 Blank-Mathieu
Jungen im Kindergarten
128 S., Br., € 9,90
 Gauch:
Vaterspuren
6. erw. u. überarb. Aufl.
248 S., Br., € 17,90
 Heide Oestreich
DerKopftuch-Streit
Das Abendland und 1 m² ISLAM
120 S., Br., € 12,90
scroll
 
 Susanne Konrad: 
Camilles Schatten
€ 12,90
 Heiner Feldhoff: 
Der löchrige Himmel
€ 14,00
 Sigfrid Gauch: 
Gegenlichter
€ 14,00
scroll
 
 Kramer: Alte Schätze und
neue Weltsichten, Museen
als Orientireungshilfe in
der Globalisierung € 18,00
 Freyberg, v. / Wolff:
Störer und Gestörte Bd 1
Konfliktgeschichten nicht
beschulbarer Jugendl. € 24,00
 Scheinhardt: 
Töchter des Euphrat 
€ 19,00
scroll
 
 Freundschaftsbande
und Beziehungskisten
Afrikapolitik der DDR
und BRD gegenüber Mosambik
€ 14,90
 Biondi: 
giri e rigiri, laufend 
Gedichte zweispr. ital./dt.
€ 14,90
 Bindung, Halt und
Orientierung 
[arbeitshefte kinderpsychoanalyse 34]
scroll
 
 Emotionale Entwicklung
in Psychoanalyse,
Bindungstheorie u.
Neurowissenschaften 
(Hg.Vivian Green)
276 S., Gb., € 29,00
 Buntzel / Sahai: 
Risiko
Grüne Gentechnik
12,90
 Wittmann: 
Frauen
in Südafrika 
€ 34,00
scroll
 
 Von Wäldern, Städten
und Grenzen
Narration und kulturelle 
Identitätsbildung in Lateinamerika
€ 19,90
 Meyer: 
Konzepte der Angst
in der Psychoanalyse
Bd 1: 1895-1950
€ 32,00
 Fe Reichelt: 
Tanz der Wandlungen
160 S., Br., € 18,00
scroll
 
Brot für die Welt:
Gesichter des Hungers
128 S., Br., € 16,50
 Stöcker Zafari (iaf):
Binationaler Alltag
in Deutschland
248 S., 7.A., Br., € 14,90
 Bergstedt: Mythosattac
Hintergründe, Hoffnungen.
Handlungsmöglichkeiten
192 S., Br., € 14,90
scroll
 
Dammasch: 
Die innere Erlebniswelt von
Kindern alleinerziehender Mütter
Br., € 18,50
Engbring-Romang:
Die Verfolgung der
Sinti und Roma in Hessen
1870-1950,  € 30,50
 Umwelt und Urbanität in
Westafrika, 
275 S., Br., € 19,90
scroll
 
 Peripherie
und globalisierter Kapitalismus
Br., € 25,00
 Meyer: Geburt, Angst, Tod
und das Begehren nach dem
Mutterleib, 407 S., Br., € 35,00
 Lernen und Lernstörungen bei Kindern
und Jugendlichen, Gb., € 19,80
scroll
 
 Wurzeln in zwei Welten
Westafrikanische MigrantInnen
in Hamburg, 240 S., Br., € 19,90
 Stroux: Bei mir ist alles normal
[Fotoworkshops mit Flüchtlingskindern]
120 S., Br., € 12,90
Plakat:  mitbesTellen
scroll
 
Böttger, Bernd: Paare in der Krise
Paardiagnostik mit der Konzentrierten 
Beziehungsdokumentation im
Gießen-Test€  27,90
 Cohen: Das mißhandelte Kind
Psychoanalytisch integrierte Behandlung
von Borderlinestörungen bei Kindern
und Jugendlichen  [ herausgegeben v. 
Sybille Drews] 280 S., Gb.,  €  29,00
 Sexualität in der Psychoanalyse
Entwicklungstherapie und psychoanalytische Praxis
215 S., Br., €  19,90 
scroll
 
 wieder lieferbar:
Nitzschmann: 
Schulverweigerung macht Sinn
128 S., Br., € 12,80
 Ladan, Antonie: Kopfwandler
- Die geheime Fantasie eine 
Ausnahme zu sein., Gb €  24,00
 Orange, Donna M.: 
Emotionales Verständnis und
Intersubjektivität  €  29,00
scroll
 
 [Hyperaktivität - Ritalin-zippelzappel]
Unruhige Kinder – Psychoanalyt.
 Behandl. v. Kindern m. ADS /HKS
€  29,00
 Wolf: Krieg, Trauma
und Politik, € 19,00
AKJP 116: Trauma
Verarbeitung und Therapie
scroll
 
6.Auflage 2004
Reichelt: Ausdruckstanz &
TanztherapieBr., € 12,80
Reichelt: Atem, Tanz & Therapie.
Schlüssel des Erk. Br., € 16,80
Reichelt: Atemübungen
Wege in die Bewegung
Spiralb, 10,50 
scroll
 
 Orange/ Atwood / Stolorow:
Intersubjektivität in der 
Psychoanalyse, 143 S., Gb., € 18,50
Therapeutischer Prozess und
Behandlungstechniken bei Kindern
und Jugendlichen
Freud lernt laufen
Herausforderungen analytischer
Tanz- u. Bewegungstherapie
247 S., Pb., € 19,90
scroll
 
 Alvarez: 
Zum Leben wiederfinden
 (ü.Stavros Mentzos Frank-
furter Modell),115 S, € 15,50
 Mertens: Psychoanalyse der Lese-Rechtschreibschwäche
280 S., Gb., € 29,00
-scroll
 
 
 Reader zur modernen
wissenschaftlichen PsA
 
 Ausbildungsgrundlagen für
Kinder u.Jugendlichen
Psychotherapeuten
scroll
 
Clemenz:
 Freud und Leonardo
 AKJP 119: Adoleszente
Zusammenbrüche und Suizidalität
 Selbstpsychologie Nr.12
Psychotherapie
von Psychosen
scroll
 
Es ist leichter in den Himmel
zu kommen als nach Europa:
BLINDE  PASSAGIERE
128 S., Br., € 11,80
Vorwort: Doris Lessing
Die Sterne glänzten, doch die Vögel 
weinten - Kurzgeschichten für den
Frieden [von Jugendlichen aus 
Südafrika, Namibia, Zimbabwe, 
Palästina, Israel  ]168 S., Br., € 14,-
[Wie reden mit jungen Rechten?]
Rechtsextremismus
was heißt das eigentlich heute? € 14,95
scroll
 
W. Schicho
Handbuch Afrika Bd 1
je Bd. ca. 400 S., € 29,-
3 Bände zusammen € 82,-
W. Schicho 
Handbuch Afrika Bd 2
je Bd. ca. 400 S., € 29,-
3 Bände zusammen € 82,-
W. Schicho 
Handbuch Afrika Bd 3
je Bd. ca. 400 S., € 29,-
3 Bände zusammen € 82,-
scroll
 
Hurry: Psychoanalyse und Entwicklungsförderung von Kindern
 
 Bewegung ins Unbewußte
Säuglingsforschung
u. analyt. KörperPsychotherapie
 zurück nach oben


 



Fe Reichelt
Tanz der Wandlungen
ca. 160 S., Frz. Br. mit Fototeil und zahlreichen Zeichnungen, ca. €18,00
ISBN 3-86099-809-9

• Fe Reichelt fand über die chinesische Philosophie
und den Ausdruckstanz zur Tanztherapie. Der Bezug
des Buchtitels »Tanz der Wandlungen« zum »Buch der
Wandlungen« (I-Ging), übersetzt und kommentiert von
Richard Wilhelm, ist nicht zufällig: Energien, motiviert
durch den momentanen Seelenzustand, die zu einem
Tanzausdruck führen, sind verkörperte Urkräfte, die -
wie im I-Ging beschrieben - das menschliche Leben
bestimmen.
• Als Patenkind von Richard Wilhelm im Pekinger
Elternhaus im Geist altchinesischer Lebensweisheiten
aufgewachsen, wurde Fe Reichelt das »Leben aus der
Mitte heraus« selbstverständlich. Der Drang zu Bewe-
gung und Tanz führte sie zu Mary Wigman. Die Neugier
auf den psychologischen Hintergrund der Gefühle ließ
sie erst Philosophie und später Psychologie studieren
und die innere Verbindung zu C. G. Jung, einem nahen
Freund Wilhelms, finden. Von dort war der Schritt zur
Tanztherapeutin nicht mehr weit.

Fe Reichelt, 1925 in Peking geboren und aufgewachsen.
Meisterschülerin und Pädagogin bei Mary Wigman. Studium der
Heil- und Sonderpädagogik; lebte von 1978 bis 1997 in Frank-
furt am Main, wo sie die Tanz- und Theaterwerkstatt gründete.
Seit 1997 arbeitet sie als Tanztherapeutin in Berlin. Sie bietet
Einzel- und Gruppentherapie sowie Fort- und Weiterbildungen
an. Mitbegründerin des Frankfurter Instituts für Tanztherapie
e.V. (FITT) und Lehrtherapeutin des Berufsverbandes der Tanz-
therapeutinnen Deutschlands e.V. (BTD).
Bei Brandes & Apsel sind bereits erschienen:
Ausdruckstanz und Tanztherapie (6. Aufl.),
Atem, Tanz und Therapie (2. überarbeitete Aufl.),
Atemübungen - Wege in die Bewegung



Freundschaftsbande und Beziehungskisten
Die Afrikapolitik der DDR und der BRD gegenüber Mosambik
ISBN 3-86099-806-4,  216 S., Paperback, €14,90
Herausgeber: Hans-Joachim Döring und Uta Rüchel. Mit Beiträgen von Almuth Berger, Hans-Joachim Döring, Klaus Ebeling, Uschi Eid, Volkmar Köhler, Katrin Lohrmann, Adelino Massuvira, Helmut Matthes, Daniel Paasch, Ulrich Reppel, Ufa Rüchel, Landolf Scherzer, Ilona Schleicher, Friedrich Schorlemmer, Peter Steudtner, Mathias Tullner, Sergio Clemente Taero, Matthias Voß, Helmut Weber. Mit 32 Fotos mosambikanischer Fotografen. Grußworte von Antonio Sumbana und Uschi Eid.

• Freundschaftsbande und Beziehungskisten ist ein facettenreiches und aus unterschiedlichen Perspektiven geschriebenes Buch über eine deutsch-deutsch-afrikanische Dreiecksgeschichte.

• Die damals noch junge Volksrepublik Mosambik war in den achtziger Jahren eines von drei Ländern im südlichen Afrika, zu denen die DDR intensive auswärtige Beziehungen unterhielt. Der 1979 abgeschlossene
Freundschaftsvertrag führte Tausende von DDR-Bürgern nach Mosambik, brachte Zehntausende von Mosambikanern in die DDR. Im Westen bildete sich eine eigenständige Mosambik-Soli-Szene. Vielfältige Beziehungen -  freundschaftliche wie problematische - sind bis heute geblieben.

• Lange Zeit wurde die Solidarität der DDR entweder hochgelobt, verklärt oder verteufelt. Die Entwicklungspolitik der BRD wurde mit dem Klischee unzureichend bis imperialistisch bedacht. Heute ist Mosambik ein Schwerpunktland der bundesdeutschen Entwicklungspolitik und eines von vier Pilotländern, die von der Bundesregierung für die Umsetzung ihres »Aktionsplanes 2015« ausgewählt wurden.

• Die in der bisherigen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Mosambik entstandenen »Freundschaftsbande« und »Beziehungskisten« sind noch längst nicht aufgearbeitet. Das Buch mit Beiträgen von Regierungsvertretern, der Kirchen, von Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftlern und Zeitzeugen aus Mosambik, der ehemaligen DDR sowie der alten und neuen Bundesrepublik bietet wichtige Impulse für einen kritischen Dialog.

• Es liefert Anregungen zur Lösung der im Zuge der Wiedervereinigung entstandenen Probleme um die
erzwungene Rückkehr der ehemaligen DDR-Vertragsarbeiter. Bis heute kämpfen die »Madgermanes«, wie sie in Mosambik genannt werden, um die ihnen vorenthaltenden Teile ihrer bis 1990 erarbeiteten Arbeitseinkommen und Rentenansprüche.

Die Herausgeber:
Hans-Joachim Döring, Diplomreligionspädagoge, arbeitet als Beauftragter für den Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen. Zuvor war er
unter anderem beim INKOTA-netzwerk, in der Stiftung NORD-SÜD-Brücken und am Kirchlichen Forschungsheim Wittenberg beschäftigt.
Uta Rüchel, Soziologin, arbeitete nach ihrem Studium unter anderem als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2002 lebt sie als freischaffende Autorin, Lektorin und Filmemacherin in Berlin.


Konfliktfeld Schule:
Bis zu 10% aller Schülerinnen und Schüler verlas-
sen die Schule vorzeitig oder schwänzen systema-
tisch. Nicht beschulbare Jugendliche treiben über
Jahre in einem quälend destruktiven Prozess. Ihre
Lehrer und Helfer scheitern resignierend.

Thomas von Freyberg/Angelika Wolff
Störer und Gestörte
Band 1: Konfliktgeschichten nicht beschulbarer Jugendlicher
ca. 320 S.,  Paperback, ca. € 24,00
ISBN 3-86099-813-7

Wolff und von Freyberg zeigen in exemplarischen
Einzelfallanalysen die Konfliktdynamik zwischen
Jugendlichen, Lehrern und Schule auf und bereiten
damit Lösungswege vor.

• Es gibt Jugendliche, die ihre Erzieher, Lehrer und
Sozialarbeiter in schier endlose und eskalierende Kon-
flikte verstricken. Konflikte, aus denen es schließlich nur
noch einen Ausweg zu geben scheint: den Abbruch der
Arbeit und der Beziehung.

• Wie aber schaffen es diese »besonders schwierigen«,
»nicht schulfähigen« oder »nicht beschulbaren« Jugend-
lichen, dass kompetente und erfahrene und nicht selten
engagierte Lehrer und professionelle Helfer sich hilflos
in Konflikte mit ihnen verstricken lassen, dabei häufig
ihre Professionalität einbüßen?

• In einem interdisziplinäres Forschungsprojekt haben
Soziologen und Psychoanalytiker in aufwendigen
Einzelfallstudien Konfliktgeschichten nicht beschulbarer
Jugendlicher untersucht. Ihre Frage: Was treibt diese
erbitterten Kämpfe um Macht und Kontrolle an, die sich
über Jahre hinwegziehen können, in deren Verlauf sich
Täter und Opfer, Störer und Gestörte immer ähnlicher
werden und an deren Ende nur besiegte Sieger und
siegreiche Verlierer stehen?

• Wolff und von Freyberg entschlüsseln im spannungs-
reichen Wechselspiel von soziologischem und psycho-
analytischem Fallverstehen, welche Kräfte, Motive und
Interessen auf beiden Seiten die Konflikte eskalieren
lassen und wie individuelle und institutionelle Konflikt-
dynamik und Konfliktmuster sich dabei fatal ergänzen
und verstärken.

•  Eine Schule, die »Störer« nicht länger aussondern
und abstoßen muss, sondern aus den Konflikten mit
ihnen lernen und sich verändern kann, wäre sicher
eine bessere Schule - für Lehrer ebenso wie für
Schüler. Vor allem wäre sie ein guter sozialer Ort
und damit auch ein besserer Lernort...




Guido Meyer
Konzepte der Angst
in der Psychoanalyse
Band 1:1895-1950
[Band 2: 1950-1999 erscheint 2006/2007]
ca. 400 S., Paperback, ca. € 32,00
ISBN 3-86099-331-3

Das Buch schließt eine Lücke in der psychoana-
lytischen Literatur. Als umfassendes Kompendium
psychoanalytischer Angsttheorien leistet es einen
wichtigen Beitrag zur Geschichte der Psychoana-
lyse. Es liefert einen hervorragenden Überblick
über 100 Jahre psychoanalytische Theorien der
Angst und Angststörungen.

• Im ersten Band seines Werkes zu Angstkonzepten in
der Psychoanalyse stellt Meyer alle wesentlichen
Konzepte dar, die zum Phänomen der Angst in der
frühen Psychoanalyse aufgestellt worden sind.

• Besondere Berücksichtigung erfahren dabei die
einzelnen Angsttheorien von Sigmund Freud, weil er
seine Auffassungen zur Angst im Laufe seines langen
Forscherlebens bedeutend modifiziert hatte und seine
Theorien die elementare Grundlage für die Angstkon-
zepte anderer Autoren abgegeben haben.

• Schwerpunktmäßig behandelt werden die Beiträge
von Karl Abraham, Sandor Ferenczi, Otto Rank, Ernest
Jones, Paul Federn, Wilhelm Reich und Melanie Klein.
Meyer untersucht dann die Gemeinsamkeiten und
Unterschiede der genannten Autoren. Kritische
Betrachtungen zum frühen psychoanalytischen
Angstverständnis, zur Trieb-Umwelt-Kontroverse und
ein Ausblick auf den zweiten Band schließen die
Untersuchung ab.

• Das zweibändige Werk Meyers liefert einen
umfangreichen Beitrag zum komplexen Phänomen der
Angst und zur Geschichte der Psychoanalyse und
leistet auch als Lehrbuch gute Dienste.

Guido Meyer, geboren 1967, Diplom-Psychologe, Studium
der Psychologie an den Universitäten Gießen und Bonn.
Beschäftigt sich seit langem mit der Theoriegeschichte der
Psychoanalyse. Er ist beruflich im klinischen Bereich tätig.

Bei B&A bereits erschienen:
Guido Meyer: Geburt, Angst, Tod und das Begehren nach
dem Mutterleib - Geschichte der Urthemen der Psychoanalyse
408 S., Br.., € 35,-


Ein Richtung weisender Band für die Entwicklung der Psychoanalyse:

Viviane Green (Hrsg.)
Emotionale Entwicklung
in Psychoanalyse, Bindungstheorie
und Neurowissenschaften
Theoretische Konzepte und Behandlungspraxis
ca. 276 S., vierf. Hardcover, ca. € 29,00
ISBN 3-86099-812-9
[Erschienen 2003 im Verlag Brunner-Routledge unter dem Titel:
Emotional Development in Psychoanalysis, Attachment Theory and Neuroscience]
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl

Beiträge von Tessa Baradon, Peter Fonagy,
Vivien Green, William Heuves, Marta Neil, Inji Ralph,
Altan N. Schore, Mark Solms, Miriam Steele,
Oliver Turnbull, Marie Zaphiriou Woods

• Emotionale Entwicklung in Psychoanalyse, Bindungs-
theorie und Neurowissenschaften bietet einen multidis-
ziplinären Einblick in die psychische und emotionale
Entwicklung vom Säuglings- bis zum Erwachsenenalter.

• In einzigartiger Weise integriert der Band Ergebnisse
aus der Bindungsforschung und der Neurophysiologie
mit dem psychoanalytischen Denken und zeigt damit
eine ungewöhnlich vielseitige und ausgewogene Per-
spektive auf.

• Die Autorinnen und Autoren, allesamt international
führende Vertreter ihres Fachs, behandeln folgende
Themen:

• Biologische und neurologische Faktoren des
Unbewussten und des Gedächtnisses
• Zusammenhänge zwischen Genetik und Bindung
• Die frühe Beziehung und die Entwicklung des
Gefühlslebens
• Die Wichtigkeit eines entwicklungspsychologischen
Bezugsrahmens für die psychoanalytische Arbeit
• Diskussion klinischer Behandlungsfälle
• Gestützt auf eine Vielfalt detaillierter Fallgeschichten
aus der Analyse von Kindern, Jugendlichen und Er-
wachsenen gibt dieses Buch bahnbrechende Einblicke
in eine Zusammenarbeit verschiedener Denkrichtungen,
die sich besonders in der Behandlung schwieriger
Patienten als nützlich erweist.

Viviane Green, Leiterin der klinischen Ausbildung am Anna
Freud Centre, London, lehrt außerdem in Holland und Italien
Kinderpsychoanalyse und entwickelte Curricula für die kinder-
analytische Ausbildung. Mitglied der Association of Child
Psychotherapists sowie der Association for Child Psycho-
analysis. Schreibt in dem Band von Anne Hurry (Hrsg.):
Psychoanalyse und Entwicklungsförderung von Kindern
(Brandes & Apsel, 2002).

Emotionale Entwicklung in Psychoanalyse,
Bindungstheorie und Neurowissenschaften
repräsentiert den aktuellen Forschungsstand
über die emotionale und psychische Entwicklung
des Menschen.



zurück nach oben