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Lentz, Carola /Kornes, Godwin
Staatsinszenierung, Erinnerungsmarathon
und Volksfest
Afrika feiert 50 Jahre Unabhängigkeit
200 S., farb. Abb., Br., 19,90 €
978-3-86099-717-8
2010 feierten 17 afrikanische Länder ein halbes
Jahrhundert Unabhängigkeit. Die Jubiläen waren eindrucksvolle
Beispiele für die Selbstinszenierung afrikanischer Regierungen und
Eliten und wurden vielerorts mit bunten Volksfesten zelebriert, eröffneten
aber auch Raum für kritische Debatten über die Vergangenheit
und die gegenwärtigen Herausforderungen. Das Jahr 1960 ist und bleibt
zentraler Bezugspunkt der Erinnerung.
König, Karl
Arbeit und Persönlichkeit
Individuelle und interpersonelle Aspekte
176 S., Br., 17,90 €
978-3-86099-706-2
König beschäftigt sich mit der Auswirkung der
Persönlichkeit des Menschen auf seinen Umgang mit der Arbeit. Dabei
bezieht er das Verhältnis zu Arbeitskollegen, Vorgesetzten und Mitarbeitern
mit ein, denn wir alle gehen sehr verschieden mit den Realitäten der
Arbeitswelt um. Burnout, Mobbing, Selbstentfremdung, aber auch die Lust
an der Arbeit sind Stichworte, hinter denen sich eine tiefergehende Psychodynamik
verbirgt.
Siege, Nasrin
»Ich kehre zurück,
Dadabé«
Die Geschichte eines madagassischen Mädchens
160 S., Abb., Br., 14,90 €
978-3-86099-713-0
Nasrin Siege, bekannt durch ihre
Bücher über das Leben einfacher Menschen in Afrika, veröffentlicht
hier eine von der ersten bis zur letzten Seite spannende Geschichte vom
Überleben in einem der ärmsten Viertel der madagassischen Hauptstadt
Antananarivo. Es geht um den alltäglichen Kampf um Nahrung, Kleidung
und ein Dach über dem Kopf, aber auch um Lebensfreude, Hoffnung und
Zusammenhalt unter den Armen.
Ich laufe mit Telovavy durch den Wald. Wir suchen den kleinen
Mausmaki.
Pass auf, dass du das Netz der Spinne nicht zerreißt! Ich
habe Bücher dabei. Aus
Antohomadinika, wo ich mal gewohnt habe. Ich habe Geschichten dabei,
die ich euch
erzählen werde. So wie Dadabé, Tina, Prisca und Madame
Esther uns Märchen erzählt haben.
Über Ratsimilaho und über uns Betsimisaraka, „die Einen,
die sich nicht teilen lassen“.
Ich werde dich besuchen, Dadabé. Und dort oben auf dem Hügel,
wo du und die Razana
wohnen, werde ich dir von Antohomadinika erzählen, während
die Babakoto sich an den
reifen Guavenfrüchten satt fressen.
Münch, Winfrid
Tiefenhermeneutische Beratung
und Supervision
Konzeptualisierung und Praxisreflexion
400 S., Br., 39,90 €
978-3-86099-718-5
Münch entwickelt ein für Beratung und Supervision
differenziertes Verstehenskonzept. Das Konzept ist geeignet, um in einem
dialogischen Verfahren, das von Ebenbürtigkeit getragen wird, miteinander
zu einem besseren Verstehen der in Szene gesetzten Probleme zu gelangen.
Luft, Helmut /Vogt, Monika
Gutes Altern
Verborgene Chancen und Hindernisse
280 S., Br., 24,90 €
978-3-86099-708-6
Das Altern unterliegt inneren Kräften. Anders als
schädigende äußerliche Einflüsse sind diese jedoch
wenig bekannt. Wer aber weiß, welche psychischen Zusammenhänge
zu körperlichem und geistigem Verfall beitragen, kann Einfluss darauf
nehmen und versuchen sein eigenes Altern positiv zu gestalten.
Drews, Sibylle (Hrsg.)
Aufklärung über Psychoanalyse
Eine Auswahl aus 40 Jahren Frankfurter Sigmund Freud-Vorlesungen
380 S., Br., 36,00 €
978-3-86099-707-9
Wie in kaum einer anderen Wissenschaft in der Moderne
ist das Projekt Aufklärung in die Psychoanalyse eingeschrieben. Herausragende
nationale wie internationale Psychoanalytiker befassen sich in ihren Beiträgen
mit Fragen der psychoanalytischen Erkenntnis in Therapie, Kultur und Gesellschaft.
Beiträge von Hermann Argelander, Martin S. Bergmann,
Rachel Blass, Harold P. Blum, Werner Bohleber, Raymond Borens, Martin Dannecker,
Jean Laplanche, Steven Marcus, Margarete Mitscherlich-Nielsen, Reimut Reiche,
Élisabeth Roudinesco, Daniel N. Stern
Kruchem, Thomas
Lebensader Orange River
Wasser und Frieden im Süden Afrikas
+ DVD »Orange-Senqu-River AWareness Kit«
160 S., zahlr. Abb., Gb., 14,90 €
978-3-86099-715-4
Alltag, Kultur und Geschichte der Menschen am Fluss:
Vor diesem Hintergrund erzählt der Autor von der großen Herausforderung,
dem Süden Afrikas sein Wasser für morgen und damit den Frieden
zu sichern. Gemeinsam versuchen Bürger und Regierungen Südafrikas,
Lesothos, Namibias und Botswanas Wasser zu sparen und Gewässer zu
schützen. Ihre Zusammenarbeit könnte zum Modell avancieren.
Meltzer, Donald et al.
Autismus
Eine psychoanalytische Erkundung
300 S., Abb., Br., 29,00 €
978-3-86099-719-2
»Die wissenschaftliche Forschungsarbeit, von der
dieses Buch berichtet, wirft ein völlig neues Licht auf das subjektive
Erleben autistischer Kinder und damit auf die frühesten Entwicklungsphasen
jeder menschlichen Seele. Meltzer und Mitarbeiter führen meisterhaft
vor, wie kreativ die auf ein neues Gebiet der Psychopathologie angewendete
psychoanalytische Arbeit ist, weil sie nicht nur den Patienten zu psychischer
Gesundheit verhilft, sondern auch zum Verständnis neuer Schichten
des menschlichen Seelenlebens führt.«
(Didier Houzel, Professor für Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse,
Caen, Franz. Psychoanaly. Vereinigung)
Thielke, Thilo
Philippinen
Unterwegs im Land der 7000 Inseln
196 S., zahlr. Abb., Br., 19,90 €
978-3-86099-711-6
Der Tourismus boomt, die Wirtschaftsprognosen sind glänzend.
Die Philippinen sind im Aufbruch. Thilo Thielke liefert kunstvoll geschriebene
Portraits und Hintergrundwissen aus einem Land, von dem William Somerset
Maugham als paradiesischem »Zaubergarten« schwärmte. Ein
Glossar, zahlreiche Karten, vierfarbige Fotos und Lesehinweise runden den
Band ab. Unterhaltsam und informativ!
Misslingen des Anderen im Asperger-Syndrom
Psychoanalytische Näherungen
Hrsg. Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit
200 S., Br., 19,90 €
978-3-86099-880-9
Loimeier, Manfred
Szene Afrika
Kunst und Kultur Afrikas südlich der Sahara
220 S., Br., 19,90 €
978-3-86099-716-1
Loimeier unternimmt Streifzüge durch die unterschiedlichsten
Formen und Foren afrikanischer Kultur: Malerei, Bildende Kunst, Musik,
Theater, Tanz, Film, Fotografie und Literatur. Vom Filmfestival in Ouagadougou
bis zur Wiege des Jazz in Kapstadt spannt sich der Bogen. Ein Buch für
neugierige Einsteiger wie für alle, die sich vom Reichtum der Kunst
und Kultur des Kontinents verführen lassen möchten.
Timmermann, Helene
Eltern psychisch kranker Kinder
Mehrgenerationale Fallrekonstruktionen
320 S., Br., 29,90 €
978-3-86099-881-6
Die Symptome von psychisch oder psychosomatisch erkrankten
Kindern können traumatische Erfahrungen der Eltern oder sogar der
Großeltern widerspiegeln. Die psychoanalytische Behandlung kann dann
nur unter Berücksichtigung einer mehrgenerationalen Perspektive und
der Beschäftigung mit dem biographischen Hintergrund des Kindes erfolgreich
sein.
Frölich, Manuel /Klumpjan, Helmut /Melber, Henning
Dag Hammarskjöld (1905-1961)
Für eine friedliche Welt – Ideen und Impulse
des zweiten UN-Generalsekretärs
160 S., Br., 17,90 €
978-3-86099-710-9
Eine Hommage an die Persönlichkeit Dag Hammarskjöld,
eine Würdigung in Erinnerung der Werte und Normen einer politischen
Ethik, die auch im 21. Jahrhundert noch Gültigkeit besitzt. Ein Beitrag
zur Diskussion über global governance.
Stephanos, Samir
Psychosomatisch-psychoanalytische
Therapie
Heilungsprozess, Objektbeziehung und kulturelles Milieu
300 S., Br., 29,90 €
978-3-86099-705-5
Stephanos hat ein psychoanalytisch-psychosomatisches
Behandlungskonzept für somatisch erkrankte und psychisch sehr schwer
belastete Patienten entwickelt. Seine Jahrzehnte umfassenden Forschungen
und Erfahrungen aus einem stationären Behandlungssetting macht der
Autor in diesem Buch für die ambulante Therapie nutzbar.
Buro, Andreas
Gewaltlos gegen Krieg
Erinnerungen eines streitbaren Pazifisten
320 S., Br. mit Fotos, 24,90 €
978-3-86099-709-3
Flucht vor den Bomben, als Jugendlicher im Krieg, vom
ersten Ostermarsch an dabei, in vielen Teilen der Welt für Frieden
tätig, Politikwissenschaftler und Friedensforscher – Andreas Buro
erzählt, wie er zu seiner Lebensaufgabe fand, Frieden zu fördern
und Krieg zu überwinden. Ein spannungsreiches, oft riskantes und doch
erfülltes Leben zwischen den düsteren Wolken der herrschenden
Machtpolitik und dem Einsatz für eine friedlichere Welt.
Schaich, Ute
Schwierige Übergänge
Trennungserfahrungen, Identität und Bildung in
der Kinderkrippe
Risiko- und Bewältigungsfaktoren aus interkultureller
Perspektive
424 S., Br., 39,90 €
978-3-86099-882-3
Kusterle, Karin
Die Macht von Sprachformen
Der Zusammenhang von Sprache, Denken und Genderwahrnehmung
224 S., Br., 19,90 €
978-3-86099-883-0
Heimes, Ernst
Mirjam Ghettokind
Schauspiel über das Ghetto Theresienstadt und
die Kinderoper Brundibar
100 S., Abb., Br., 11,90 €
978-3-86099-712-3
Deppert, Fritz /Döring, Christian /Juritz, Hanne
F.
Windklug wie Sand
Literarischer März 17
200 S., Br., 19,90 €
978-3-86099-714-7
afrika 2012
Taschenkalender
Herausgegeben und bearbeitet von Volkhard Brandes
und Cornelia Wilß
256 S., Br., € 9,90
978-3-86099-704-8
Zumach, Andreas
Militärmacht Deutschland
Wohin marschiert die Bundeswehr?
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-688-1
»Nie wieder Krieg!«
– Diese Lehre der Deutschen aus dem Zweiten Weltkrieg ist fast vergessen.
Nach Ende des Kalten Krieges und der Vereinigung von BRD und DDR
begann die schleichende Wiedergewöhnung
an den Einsatz deutscher Soldaten im Ausland.
Seit den Anschlägen vom 11.
September 2001 ist Deutschland mit immer mehr Soldaten und Material aktiv
am eskalierenden »Krieg gegen den Terrorismus« beteiligt. Hauptschauplatz
ist derzeit noch Afghanistan. Seit 1994 werden die Bestimmungen von Grundgesetz
und Völkerrecht (UNO-Charta) zum Kriegsverbot
von der Berliner Regierung und
Parlamentsmehrheit missachtet.
Ab 2011 wird die Bundeswehr zur
kampftauglichen Elitetruppe umgebaut. Doch wächst auch die öffentliche
Kritik an der Neuausrichtung der Bundeswehr.
Stern, Daniel N.
Ausdrucksformen der Vitalität
Die Erforschung dynamischen
Erlebens in Psychotherapie, Entwicklungspsychologie und den Künsten
224 S., Gb., € 24,90
978-3-86099-692-8
In seinem neuen Buch erforscht
der berühmte Entwicklungspsychologe und Psychoanalytiker Daniel N.
Stern die »Vitalität« – die Kraft oder Stärke, die
alles, was lebt, ausdrückt. Dieses Meisterwerk des brillanten Klinikers
und Wissenschaftlers ist ein lehrreiches und fesselndes Buch und vertieft
unser Verständnis der psychischen Entwicklung.
Daniel N. Stern, M. D.,
Psychoanalytiker, international renommierter Säuglingsforscher und
Entwicklungspsychologe, Honorarprofessor für Psychologie an der Universität
von Genf und Lehrbeauftragter für Psychiatrie an der Cornell Medical
School. international bekannter Verfasser von Bestsellern, die alle ins
Deutsche übersetzt wurden: Mutter und Kind. Die erste Beziehung; Tagebuch
eines Babys; Die Lebenserfahrung des Säuglings; Die Mutterschaftskonstellation;
zus. mit Nadia Bruschweiler-Stern: Geburt einer Mutter. Autor von Aufsätzen
zum Thema zusammen mit der Bosten Study Group in der Fachzeitschrift Psyche
(2003, 2004).
Zuletzt bei Brandes & Apsel:
"Der Gegenwartsmoment" über gelebter Erfahrung, die nur sekundenlang
andauern, aber häufig tiefe Wahrheiten über unsere Psyche und
unsere Erlebensweise offenbaren. "Der Gegenwartsmoment",
lieferbar bei Brandes & Apsel, 288 S., Br., € 29,- [ISBN 978-3-86099-817-5]
Laimböck, Annemarie
Das psychoanalytische Erstgespräch
Überarbeitete und ergänzte Neuauflage des
2000 in der edition diskord erschienenen Titels
160 S., Br., € 14,90
978-3-86099-694-2
Das Erstgespräch ist so um
ein einzigartiges Moment der psychoanalytischen Methode zentriert: der
schwierigen Passage. Diese zentrale Stelle ist ein Kulminationspunkt, ein
Matchpoint, an dem sich eine unbewusste Dynamik dahingehend zuspitzt, dass
eine Veränderung, eine kreative Leistung oder eine Wiederholung, ein
Rückfall stattfindet. In diesem Zusammenhang geht es um das Veränderungspotential
bereits oder gerade in dieser ersten Begegnung, die damit verbundene Erfahrung
des Patienten mit der Methode und seiner für eine mögliche spätere
Behandlung nötigen Motivation.
Leuschner, Wolfgang
Einschlafen und Traumbildung
Psychoanalytische Studie zur Struktur und
Funktion des Ichs und des Körperbildes im Schlaf
192 S., Br., mit Abb., € 19,90
978-3-86099-695-9
Die Studie behandelt das Phänomen
Einschlafen als ein folgenreiches Geschehen für die Traumbildung,
den Schlaf und das Tagesleben. Denn anders als im Schlaf bleibt im Einschlafen
die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung erhalten. Dadurch wird es möglich,
wie bei Zeitlupenaufnahmen zu verfolgen, wie Inhalte und Formen von Wahrnehmungen,
Denken und Körperempfindungen zunehmend Veränderungen unterliegen.
Dies ist als Ausdruck einer Regression zu frühen Erlebniszuständen
zu verstehen.
Berger, Ágnes/ Henningsen, Franziska/ Hermanns,
Ludger M./ Togay, János Can (Hrsg.)
Der psychoanalytische Aufbruch
Budapest-Berlin 1918-1920
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-697-3
Durch die historisch-gesellschaftlichen
Ereignisse nach 1918 – Zerfall der Monarchie, kommunistische, dann faschistische
und schließlich sozialistische Regime – konnte Freuds Plan, das Zentrum
der psychoanalytischen Bewegung nach Budapest zu versetzen nie verwirklicht
werden. Die ungarische Psychoanalyse geriet durch ihre Isolation aus dem
Hauptstrom der Entwicklung heraus. Insbesondere durch die ungarischen Emigranten
Melanie Klein, Sandor Rado und Franz Alexander erfuhr das 1920 gegründete
Berliner Psychoanalytische Institut einen großen Auftrieb und konnte
sich auch durch diese Hilfe zur international angesehenen Ausbildungsstätte
entwickeln.
Bollas, Christopher
Die unendliche Frage
Zur Bedeutung des freien Assoziierens
272 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-693-5
Der weltbekannte Analytiker beschreibt,
wie Freuds Methode des freien Assoziierens den Patienten und den Analytiker
zu Antworten hinführt, die immer neue Fragen mit sich bringen. Eloquent
und überzeugend demonstriert Bollas, dass der analytische Prozess
davon profitiert, wenn der Analytiker, statt vorschnell zu deuten, weitere
Unsicherheit zulässt. Zum klinischen Material des Buchs zählen
Transkripte realer Analysestunden, die Bollas mit Kommentaren versieht,
in denen er zentrale Aspekte des freien Assoziierens in der Praxis beleuchtet.
Ergänzt werden diese Transkripte durch eingehende Falldiskussionen
sowie weiterführende theoretische Betrachtungen, die insbesondere
Freuds Theorie der logischen Abfolge der Einfälle hervorheben: Wenn
wir lernen, auf die Logik des freien Assoziierens zu hören, wird das
Unbewusste mehrstimmiger zu uns sprechen, als wenn wir uns lediglich auf
Freuds Theorie der verdrängten Vorstellungen verlassen.
Staufenberg, Adelheid Margarete
Zur Psychoanalyse der ADHS
Manual und Katamnese
300 S., Br., € 29,90
978-3-86099-696-6
Staufenberg stellt die Behandlung
von Kindern mit ADHS-Diagnose vor. Der Schwerpunkt liegt bei den hyperaktiven
Kindern mit Problemen der Impulskontrolle, die das analytische Setting
mit seinem festen Rahmen von Raum und Zeit besonders herausfordern. Die
einzelnen Aspekte werden durch Fallvignetten veranschaulicht. Dem Manual
schließt sich eine Falldarstellung an, die die im Verlauf einer Langzeitbehandlung
diskutierten therapeutischen Prozesse sichtbar macht. Die psychoanalytische
Theorie wird herangezogen, um ein psychodynamisches Verständnis der
ADHS zu begründen, und wird im Manual wieder aufgegriffen, weitergeführt
und ergänzt. Das Mentalisierungskonzept nimmt insofern eine besondere
Stellung ein, als es für die Behandlungstechnik angewendet wird. In
der Katamnesestudie wird eine aufwendige Datenauswertung von Ambulanzunterlagen
vorgestellt, mit der retrospektiv ADHS-Fälle identifiziert wurden.
Der Leser erhält einen Einblick in die individuellen Behandlungsverläufe
der unterschiedlichen Behandlungsmethoden, die im Anschluss an die Erstgespräche
gewählt wurden.
Hafeneger, Benno
Strafen, prügeln, missbrauchen
Gewalt in der Pädagogik
136 S., Br., € 14,90
978-3-86099-703-1
Körperliche und sexualisierte
Gewalt, die von Erwachsenen in pädagogischen Einrichtungen ausgeht,
ist bisher kaum thematisiert worden. Erst mit der Berichterstattung über
die Skandale in katholischen Internaten, in Reformschulen, in Jugendchören,
bei Freizeiten und erneut über die Heim erziehung in den ersten Nachkriegsjahrzehnten
kommt auch die institutionalisierte und professionalisierte Pädagogik
in den Blick. Zu deren zentralen historisch tradierten Denkmustern gehört,
dass die junge Generation den Erwachsenen gehorcht und diese über
sie pädagogisch verfügen kann. Weiter geht der Band auf die Rechtsprechung
und Gesetzgebung ein, weil diese immer auch den Umgang mit der jungen Generation
regeln und anzeigen, in welcher Entwicklungssituation sich eine Gesellschaft
gerade befindet.
Steinweg, Reiner/ Laubenthal, Ulrike (Hrsg.)
Gewaltfreie Aktion
Erfahrungen und Analysen
Mit Beiträgen von Martin Arnold, Sruti Bala,
Andreas Buro, Theodor Ebert, Christian Führer, Hildegard Goss-Mayr,
Wolfgang Hertle, Joachim Heilmann, Matthias Hollerbach, Egbert Jahn, Ulrike
Laubenthal, Jens Magerl, Michael N. Nagler, Sari Nusseibeh, Uwe Painke,
Jörg Rohwedder, Hiltrud Rösch-Metzler, Jochen Stay, Reiner Steinweg,
Wolfgang Sternstein, Katja Tempel, Konrad Tempel, Saskia Thorbecke, Roland
Vogt, Renate Wanie.
288 S., Br., € 21,90
978-3-86099-689-8
Steinweg und Laubenthal, seit vielen
Jahren an gewaltfreien Aktionen beteiligt, analysieren gemeinsam mit namhaften
Autorinnen und Autoren Theorie und Praxis, Geschichte und Gegenwart des
gewaltfreien Widerstands im internationalen Kontext. Mehr als zwanzig Autorinnen
und Autoren untersuchen die Gewaltfreie Aktion anhand praktischer Erfahrungen
in unterschiedlichen Situationen, Ländern und Epochen. Fundierte Analysen
und prägnante Reflexionen ermöglichen differenzierte Zugänge
zu der komplexen Materie. Der Bogen spannt sich vom gewaltlosen Widerstand
gegen Sklaverei, religiöse Intoleranz und Rassendiskriminierung über
die Montagsdemonstrationen in Leipzig 1989 und den 2010 in einem Blutbad
endenden Versuch, die israelische Blockade des Gaza-Streifens zu durchbrechen,
bis zum Widerstand gegen Castor-Transporte und »Stuttgart 21«
und die Diktaturen in den arabischen Ländern. Hinzu kommen Beiträge
zu den Grundlagen gewaltfreien Widerstandes und zivilen Ungehorsams. Praktische
Hinweise zu gewaltfreien Aktionen, eine umfassende Bibliografie u. a. m.
ergänzen den Band.
Gundert, Helmut
Mein widerständiges Leben
Erinnerungen eines Aktivisten
136 S., Br., mit Fotos, € 14,90
978-3-86099-687-4
Zeitzeuge, Rebell, unbequemer Mahner
– Helmut Gunderts Erinnerungen zeugen von einem Leben, das von sozialer
und ökologischer Verantwortung geprägt ist, getragen von der
Überzeugung, dass es sich lohnt, aufzubegehren. 1927 als Sohn eines
deutschen Teepflanzers geboren wuchs Helmut Gundert im Hochland von Habinsaran
auf Sumatra auf. Von dort führte ihn sein Weg als Zwölfjähriger
nach Hitlerdeutschland und weiter in den Zweiten Weltkrieg und in Gefangenschaft.
Weil ihm das aufstrebende Wirtschaftswunderland Deutschland zu eng war,
wanderte er mitsamt seiner Familie nach Namibia aus – und erfuhr dort hautnah,
was die Apartheidpolitik anrichtete. Zurück in Deutschland arbeitete
er als landwirtschaftlicher Sachverständiger und versuchte später
als Mitarbeiter von Brot für die Welt in über 25 sogenannten
Entwicklungsländern als Landwirt, Hunger und Armut zu bekämpfen.
Er engagierte sich im ökologischen Landbau bei Bioland, wo er als
ehrenamtlicher Geschäftsführer des Landesverbandes Baden-Württemberg
maßgeblich dessen Entwicklung prägte. Gundert berichtet über
alte Abhängigkeiten und Vorurteile, aber auch von kämpferischem
Selbstbewusstsein und dem Willen nach Selbstbestimmung und Freiheit. Wir
erfahren aus seiner Perspektive, welche Wunden der Vietnamkrieg Land und
Leuten zugefügt hat und mit welchem Kraftaufwand sich die Menschen
für eine bessere Zukunft einsetzten. Aus eigenem Erleben berichtet
Gundert über die menschenverachtenden diktatorischen Regime in Südkorea
und auf den Philippinen.
Jurk, Charlotte/ Gronemeyer, Reimer (Hrsg.)
Bodenlos
Vom Verschwinden des Verlässlichen
Mit Beiträgen von Johannes Beck, Hans-Jürgen
Benedict, Rüdiger Dammann, Sigmar Groeneveld, Reimer Gronemeyer, Bernhard
Heindl, Alexandra Hilgenstein, Christian Hörl, Ulrich Hubel, Ivan
Illich, Charlotte Jurk, Viktor Jurk, Ludolf Kuchenbuch, Monika Kunz, Jörg
Neuper, Manuel Pensé, Ulrich Senftleben
288 S., Br., € 29,90
978-3-86099-690-4
Umweltskandale bringen es immer
wieder zutage: Die agrotechnische Großindustrie ist für die
Vergiftung ganzer Lebensmittelzweige verantwortlich und treibt machtvoll
die Verödung einstiger Kulturlandschaften voran. »Bodenlos«
ist eine genaue Beschreibung für das globale Phänomen der Landvertreibung.
Diese hat Enteignung und Entwurzelung von Hunderttausenden von Menschen
in der so genannten Dritten Welt zur Folge. Und auch bei uns verschwindet
das fruchtbare Land (der Humus) dieser Erde. Die Beiträge des Bandes
sprechen vom Leben in der Bodenlosigkeit – sei es als erlebte Lebensgeschichte,
Denkgeschichte oder in Reflexion alltäglicher Erfahrungen der Isolation
und Verlassenheit. Sie öffnen den Blick dafür, dass der Verlust
des Bodens unsere Kultur und unser Dasein radikal verändert. »Bodenlos«
ist aber auch die beispiellose Verwüstung des sozialen Lebens in den
Ländern des reichen Nordens. Einsamkeit, Bindungslosigkeit und der
aufgezwungene Verzicht auf ein tätiges, erfahrbares Leben bringen
ein Lebensgefühl hervor, das kaum noch Grund unter sich spüren
kann.
Krohn, Helga
»Es war richtig, wieder anzufangen«
Juden in Frankfurt am Main seit 1945
360 S., Br., zahlr. Fotos u. Dok., € 29,90
978-3-86099-691-1
»Es war richtig, wieder anzufangen«,
sagte Ignatz Bubis bei der Einweihung des Jüdischen Gemeindezentrums
1986. Erst Jahrzehnte nach der Vertreibung und Vernichtung in der NS-Zeit
wagten Juden, ihre Zukunft in Deutschland wieder als gesichert anzusehen.
Frankfurts jüdischer Gemeinde und ihren einflussreichen Persönlichkeiten
kam eine besondere Rolle beim Wiederbeginn zu. Reichhaltig illustriert
und mit Auszügen aus Erinnerungen und Interviews versehen, wendet
sich Krohn besonders an eine nichtjüdische Öffentlichkeit, die
wenig über die in Deutschland lebenden Juden weiß.
Kross, Jürgen
unverwandt
gedichte
112 S., Br., € 12,90
978-3-86099-701-7
Konsequent setzt der Lyriker Jürgen
Kross sein Programm um: asketisch in der Form und im Ausdruck, reduziert
er seine Gedichte bis zum sprachlichen Grenzwert. Der ästhetische
und intellektuelle Reiz dieser Textrudimente besteht darin, dass sie, auch
wenn sie diesen Grenzwert gelegentlich noch zu unterschreiten scheinen,
verstanden werden können. Kross – seit den siebziger Jahren ein exponierter
Vertreter der zeitgenössischen deutschen Lyrik – verlangt seinen Lesern
dabei allerdings viel ab.
Gauch, Sigfrid
Winterhafen
Roman
312 S., Br., € 24,90
978-3-86099-700-0
Die Geschichte einer komplizierten
Liebe und eines zu früh beendeten Lebens. Geschickt verschränkt
Gauch vielschichtige Beziehungen und unterschiedlichste Milieus. Ein kunstvolles
Geflecht. Verwirrend, wie ein Suchbild oft. Und doch konsequent. Ein Liebesroman,
aber auch ein Kriminalroman, ein Erziehungsroman und ein gesellschaftskritischer
Roman. Ein Zeitroman im besten Wortsinn.
Kustor-Hüttl, Beatrice
Weibliche Strategien der Resilienz
Bildungserfolg in der Migration
300 S., Br., € 29,90
978-3-86099-698-0
Resiliente Kinder und Jugendliche
sind in der Lage, trotz belastender Lebensumstände ihre Chancen zu
erkennen. Sie entwickeln und nutzen kreative Strategien, durch die sie
im deutschen Bildungssystem und Berufsleben erfolgreich sind. Ein Migrationshintergrund
wird oft nur als Risiko für die schulische Laufbahn gesehen. Kustor-Hüttls
Forschung legt jedoch nahe, dass die Entwicklung von Resilienz auch gerade
auf dem kulturellen Kapital der Eltern aufbauen kann. Die Kenntnis davon,
welche kulturellen Faktoren für den Bildungserfolg hilfreich sind,
kann dazu beitragen, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund gezielter
zu fördern.
AK Feministische Sprachpraxis (Hrsg.)
Feminismus schreiben lernen
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-699-7
Wie schreibe ich feministisch?
Was heißt es überhaupt, feministisch zu schreiben? Welches Wissen
re/produziere ich im wissenschaftlichen Arbeiten? Und was hat das mit Gender
Studies zu tun? Alles, was geschrieben wird, welches Wissen wie zitiert
und welche Sprache verwendet wird, ist immer ein Teil von Wissensproduktionen
und damit nicht objektiv, neutral und wertfrei. Das bedeutet, dass auch
alles, was weggelassen wird, das Resultat einer Entscheidung und damit
ein Handeln ist. Das Buch regt dazu an, über das eigene Schreiben
als wissenschaftliche Praxis und das, was es bewirken kann, kritisch nachzudenken.
Es will dazu ermutigen, neue Formen feministischer Sprach- und Schreibpraktiken
auszuprobieren und in bestehende Schreibnormen zu intervenieren.
Yolanda Prieto /Sabine Keller:
Zwei Kontinente - ein Leben
Dos continentes, una vida
Gespräche mit argentinischen
Künstlern, Schriftstellern und Denkern in Europa
156 S., Br., € 14,90
978-3-86099-677-5
Zwei Kontinente - ein Leben
porträtiert in Interviewform - begleitet von ausdrucksstarken Fotos
- Menschen aus Argentinien, die vor allem im deutschsprachigen Europa eine
Heimat gefunden haben. Was gibt ihnen die europäische Kultur, wie
verschmelzen die unterschiedlichen Lebenserfahrungen miteinander? Was hat
die Porträtierten zum Auswandern bewegt, was bringt ihnen das Leben
in Europa, was vermissen sie, was können sie als Argentinier einbringen,
wie sehen sie die Menschen und das Land, in dem sie heute leben? Künstler,
Musiker, Tänzer, Sänger, Regisseure, Philosophen, Schriftsteller
und Fotografen geben Antworten. Gespräche u.a. mit Sol Gabetta, Miguel
Rothschild, Maria Cecilia Barbetta, Ciro Cappellari, Tomás Saraceno,
Carmen Piazzini, Ernesto Garzón Valdés, Jeanine Meerapfel,
Semino Rossi, Marta Colussi, Marta Kapustin, César Lozano, Nidia
Palacios, Fabiana Jarma und Andrés Wertheim. Die Autorinnen, der
Herausgeber: Yolanda Prieto, seit 1995 mit ihrer Familie in Frankfurt am
Main, tätig in der Werbebranche, literarische Arbeiten. Sabine Keller,
Fernsehjournalistin beim SWR, lebt in Frankfurt am Main. Claudio Blasco,
gebürtiger Argentinier, Übersetzer und Herausgeber der Zeitschrift
La Guía in Frankfurt am Main.
Zeul, Mechthild:
Pedro Almodóvar
Seine Filme, sein Leben
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-629-4
Die Filme des international bekannten
Regisseurs Pedro Almod?var sind schrill, rebellisch und von besonderer
Sensibilität. Sie haben ihren Ursprung in der Movida, der Madrider
Jugendbewegung der 70er und 80er Jahre. Ihr Motto lautete: "Man lebt nur
einmal", und stellte eine freizügige Gegenbewegung nach 40 Jahren
frankistischer Repression dar. Durch seine aktive Teilhabe an dieser kreativen
und experimentellen Jugendbewegung entwickelt Alvod?var seine Filmästhetik,
die sich aus seiner subkulturellen homosexuellen Sensibilität speist,
der Queer-Ästhetik. Künstlichkeit, Übertreibung, Theatralik
und das Zwitterhafte der Geschlechter zeichnen seine international anerkannten
Filme aus. Die globale Rezeption seines Werkes ist beeindruckend. Er gibt
postmodernen Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts einen filmischen Ausdruck,
indem er Bindungen, Geschlechtsidentitäten und kulturelle Stereotypen
dekonstruiert. Durch die Verbindung von Camp- und Queer-Ästhetik macht
er sich humorvoll über die Heteronormativität her, die hybriden
Gestalten seiner Filme lassen uns lachen und weinen.
Verunsichernde Orte
Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstättenpädagogik
Hrsg. Thimm, Barbara u.a.
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-630-0
Das Wissen über NS-Gedenkstätten
ist tief verunsichernd, umso mehr braucht pädagogische Vermittlung
an diesen Orten Orientierung - für BesucherInnen und MitarbeiterInnen
gleichermaßen. Um den verschiedenen Funktionen von Gedenkstätten
im Spannungsfeld zwischen Wissensvermittlung und Gedenken heute gerecht
zu werden, ist eine Neuverständigung über realistische Ziele
und zeitgemäße Methoden nötig. 65 Jahre nach dem Ende des
Nationalsozialismus ist die Gedenkstättenpädagogik ein Arbeitsfeld,
das sich etabliert hat. Die Professionalisierung und der Abschied von den
Zeitzeugen lenken die Aufmerksamkeit auf die vielfältigen pädagogischen
und psychologischen Fragen, die die MitarbeiterInnen bei ihrer Arbeit zu
berücksichtigen haben und die bisher nicht zusammengefasst worden
sind. Im Rahmen des Bundesmodellprojekts »Gedenkstättenpädagogik
und Gegenwartsbezug« haben PädagogInnen aus 12 Gedenkstätten
aus Deutschland, Österreich und Polen ein Berufsbild Gedenkstättenpädagogik
entwickelt, das zusammen mit einem Praxisteil mit Übungen zur Selbstreflexion
für eine zeitgemäße Erinnerungsarbeit qualifizieren und
weiterbilden soll. Die HerausgeberInnen: Barbara Thimm, Kulturpädagogin,
seit 15 Jahren in der historisch-politischen Bildung und Gedenkstättenpädagogik
tätig. Seit 2007 Projektleitung Bundesmodellprojekt »Gedenkstättenpädagogik
und Gegenwartsbezug«.
Moyo!
Stimmen aus dem Kongo
Hrsg. Muamba, Muepu
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-631-7
2010 sind 50 Jahre seit der Befreiung
der
Demokratischen Republik Kongo aus kolonialer Herrschaft vergangen. Hier
schreiben kongolesische Kulturschaffende aus Literatur, Musik, Kunst und
Film über ihr Land. Der Kongo wird im Ausland meist als unregierbares
Bürgerkriegsland wahrgenommen. Das Buch ist eine Einladung, den »unbekannten«
Kongo kennenzulernen und sich von der Vitalität und Kreativität
kongolesischer Künstler und Denker inspirieren zu lassen. Für
deutschsprachige Leser taugt der Kongo gerne als Projektionsfläche
für Afrika-Phantastereien und als Ort kriegerischer Gräueltaten.
Über die vielschichtige Kultur, die sich in Kunst, Literatur, Musik
und Film niederschlägt, über die kreative Szene, die sich in
Kinshasa und in anderen kongolesischen Großstädten etabliert
hat oder sich auch in der Diaspora zu Wort meldet, ist hierzulande recht
wenig bekannt. »wir wollen eigenhändig die Architektur unserer
Zukunft entwerfen und selbst unser Schicksal in die Hände nehmen ...
wir sind wirklich zu dieser Reife des entschiedenen inneren Aufruhrs unserer
selbst angelangt« (Muepu Muamba, Der Aufstand, Cotonou 1982)
Bion, Wilfred R.:
Die brasilianischen Vorträge
Deutsche Originalausgabe
284 S., Gb., € 29,00
978-3-86099-681-2
In den 1970er Jahre wurde Bion
zu Vorträgen nach Sao Paulo und Rio de Janeiro eingeladen. Diese Vorträge
wurden als Buch in den 1990er Jahre veröffentlicht. Im Mittelpunkt
stehen seine Theorie des Denkens als einer Fähigkeit, die sich in
der frühen Mutter-Kind-Beziehung entwickelt, sein Verständnis
der Psychose und des psychotischen Patienten.
Wilfred R. Bion (1897-1979),
Studium der Medizin, dann psychoanalytische Ausbildung. In leitender Funktion
an der Tavistock Clinic, der London Clinic of Psychoanalysis und in der
British Psychoanalytic Society.
BION bei B&A::Leben
und Werk, Tavistock-Seminare,
italienische Seminare, Aufmerksamkeit
und Deutung Raster und
Zäsur Metapsychologie
Lachmann, Frank M.:
Narzissmus verstehen und verändern
336 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-632-4
Lachmann entwickelt die bahnbrechenden
Untersuchungen Kohuts weiter, indem er den Stellenwert der nonverbalen
Kommunikation und dyadischen Interaktion beleuchtet. Er zeigt auf, wie
die analytische Therapie den Narzissmus hin zu einem produktiven Leben
verändern kann. Dieses gehaltvolle Buch ist für Psychotherapeuten
jeder theoretischen Orientierung wertvoll und für die Praxis geschrieben.
Dieses Buch leistet einen bedeutsamen Beitrag zu unserem Verständnis
der Pathologien des Selbst. Lachmann beschreibt, wie Empathie und Humor
als Hefe in Beziehungen wirken können, die auf Wechselseitigkeit und
Veränderung angelegt sind und damit Wachstum und Entwicklung anregen.
Sein Werk kündet von der zentralen Bedeutung, die der von Analytiker
und Patient gemeinsam erlebten Beziehung, der Intersubjektivität,
zukommt. Seine Falldarstellungen sind gleichermaßen lehrreiche wie
gehaltvolle Beispiele für die besonnene und respektvolle Haltung,
die die therapeutischen Beziehungen prägen. Das Buch sei allen psychoanalytischen
Psychotherapeuten als ein Dokument therapeutischer Weisheit ans Herz gelegt.
Andresen, Henning:
Staatlichkeit in Afrika
Muss Entwickllungshilfe scheitern?
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-671-3
Henning Andresen liefert hier einen
Beitrag zu der kontroversen Debatte über Sinn und Zweck von Entwicklungspolitik.
Heute geht es den meisten Afrikanern kaum besser als zum Ende der Kolonialzeit.
Häufig werden historische und wirtschaftliche Ausbeutung als Gründe
der Fehlentwicklungen genannt. Doch ist Afrika wirklich nur Opfer? Der
Autor stellt dar, wie schwache Staatlichkeit und hohe Korruption Fortschritte
und erfolgreiche Auslandshilfe behindern, und untersucht, ob die Demokratisierung
die Regierungsführung verbessert hat. In oft überraschenden Beispielen
aus dem afrikanischen Alltag zeigt der Entwicklungsexperte, wo die Konfliktlinien
zwischen afrikanischer Soziokultur einerseits und guter Regierungsführung,
Entwicklung und erfolgreicher Entwicklungshilfe verlaufen. Er legt detailliert
dar, welche negativen Auswirkungen die massive Abhängigkeit von Auslandshilfe
über die einzelnen Vorhaben hinaus oft hat, etwa indem sie den Staat
noch zusätzlich schwächt.
Bergstresser, Heinrich:
Nigeria
Annäherung an ein schwieriges Land
256 S., Br., € 24,90
978-3-86099-672-0
Nigeria ist ein Land der extremen
Gegensätze. Heinrich Bergstresser versucht sich dieser Realität
zu nähern und geht den Gründen für die vielfältigen
Verwerfungen des »Systems« Nigeria nach. Auch mit Hilfe junger
und etablierter nigerianischer Autoren wirft er einen ungeschminkten Blick
auf dieses schwierige Land. Der größte christlich-islamische
Staat der Welt und bevölkerungsreichste Teil Afrikas, der über
große Erdöl- und riesige Erdgasreserven verfügt und die
größte afrikanische Diaspora in Übersee stellt, versucht
seit nunmehr 50 Jahren den Weg zu finden, aus dem ethnisch und religiös
hochkomplizierten Gebilde Nigeria eine Nation zu formen. Irrungen und Wirrungen
kennzeichnen diesen Weg, auf dem Freud und Leid, Gewalt und Kreativität,
Repression, ungebrochener Überlebenswille und Optimismus Hand in Hand
gehen. Noch ist dieser Staat nicht kollabiert, sondern spielt geopolitisch
in Afrika zusammen mit Südafrika nach wie vor eine führende Rolle,
und die Führungsmächte der Welt betrachten Nigeria als einen
zentralen Eckpfeiler ihrer Afrikapolitik.
Körner, W. H.:
Der Tod des ägyptischen
Träumers
256 S., Br., € 24,90
978-3-86099-673-7
Sehnsüchte nach einer Existenz
als Außenseiter prägen schon früh den aus einengenden Verhältnissen
stammenden Romanhelden. Verstört durch Kriegsjahre und Hektik des
Wiederaufbaus beginnt er ein unruhiges Leben. Erst nach Jahren versucht
er, zwischen Vergangenheitsbezug und Lebensentwurf wieder einen Zusammenhang
herzustellen. Es gelingt ihm nicht. Aus Legenden schälen sich Wirklichkeiten
heraus - und umgekehrt. Und diese Wirklichkeiten wirbeln sich dann noch
selbst durcheinander. Form und Inhalt fügen sich bei Körner zu
einer Einheit, in der ein Suchender zum Zerrissenen, ein sich Befreiender
zum Verzweifelten wird. In den sechziger Jahren lernt Nils, der Protagonist
des Romans, als junger Mann im ummauerten Westberlin die Lehrerin Marie
kennen und lieben. Marie bewirbt sich im Ausland, und schon bald wird ihr
an der deutschen Schule in Kairo eine Stelle angeboten. Zusammen gehen
sie dorthin, "wo die Kultur ihren Ursprung hat". Aber auch hier holt Nils
nach wenigen glücklichen Jahren, in denen ihr Sohn Amir geboren wird,
"das über allem Existenziellen schwebende Verhängnis" ein und
zeigt ihm die Ausweglosigkeit seines Seins. Marie und das Kind fallen einem
Verbrechen zum Opfer. Nils zieht sich nach Berlin in die abgeschiedene
Welt der Erinnerungen und Träume zurück. Der Gedanke an einen
vorzeitigen Abschied vom Leben scheint ihm die einzige würdige Antwort
zu sein. Er reist wieder nach Kairo, um vor aller Welt die Absurdität
der menschlichen Existenz deutlich zu machen und den zynischen Plan eines
Attentats ausgerechnet im ewigen Land am Nil in die Tat umzusetzen...
Freiheit, meine Sehnsucht
Hrsg.: Ripken/Schulze
156 S., Br., € 14,90
978-3-86099-674-4
In vielen Ländern der Welt
werden Autorinnen und Autoren verfolgt, bedroht, inhaftiert oder sind ihres
Lebens nicht sicher. In vielen Ländern der Welt gehört das Gefängnis
zur ihren existentiellen Erfahrungen. Oft ist Exil der einzige Ausweg.
Freiheit, meine Sehnsucht versammelt Texte, die in literarischer Form das
Grundrecht auf Meinungsfreiheit einfordern. Schriftstellerinnen und Schriftsteller
geben hier ihren Erfahrungen von Verfolgung, Gefängnis und Exil, aber
auch ihres Widerstandes und Überlebenswillens auf unterschiedliche
Weise einen literarischen Ausdruck. Texte von Pegah Ahmadi, Zuhdi Al-Dahoodi,
Manolis Anagnostakis, Faraj Bayrakdar, Mario Benedetti, Horacio Castellanos
Moya, Ángel Cuadra, Mircea Dinescu, Ariel Dorfman, Ferreira Gullar,
Nâzim Hikmet, Chenjerai Hove, Giorgos Alexandros Mangakis, Ngugi
wa Thiong'o, Nguyên Chí Thiên, Mansur Rajih, SAID, Ken
Saro-Wiwa, Ahmad Schamlu, Wole Soyinka, Wassyl Stus, Pedro Tierra, Kateb
Yacine, Nada Yousif. Die Herausgeber: Peter W. Schulze, geboren 1977, Filmwissenschaftler
an der Gutenberg-Universität Mainz, engagierte sich jahrelang in der
amnesty international-Sektionsgruppe "Verfolgte AutorInnen und JournalistInnen
für Meinungsfreiheit". Peter Ripken, geboren 1942 in Bielsko, Journalist
und Literaturvermittler, lange Jahre Leiter der Gesellschaft zur Förderung
der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V. - litprom. Derzeit
Vorstandsvorsitzender des International Cities of Refuge Network ICORN.
Das Internationale Netzwerk Städte der Zuflucht - International Cities
of Refuge Network (ICORN) - ermöglicht verfolgten Schriftstellerinnen
und Schriftstellern, in verschiedenen Städten weltweit, darunter Frankfurt
am Main, Zuflucht zu finden und ohne Bedrängnis zu schreiben. Die
Edition Shahrazad bietet ein Forum für Themen und Texte, die das Grundrecht
auf Meinungsfreiheit literarisch leben
Im Rampenlicht verborgen
Jahrbuch für Literatur 16
256 S., Br., € 22,90
978-3-86099-675-1
Niemand glaubt ernsthaft, alles
zu wissen über diejenigen, die im Lichtkegel der Scheinwerfer stehen.
"Im Rampenlicht verborgen" ist so manches. Doch die mehr als dreißig
Texte des Jahrbuchs für Literatur 16 versuchen geschickt, einiges
Licht in das Dunkel oder Halbdunkel unserer Geheimnisse zu bringen, viele
verborgene Rätsel unseres Lebens sichtbar zu machen . "Jedes Jahr
aufs Neue findet der Jäger und Sammler deutscher Gegenwartsliteratur
(Sigfrid Gauch) ein gerüttelt Maß an Lyrik, Prosa und Essay,
das es wert ist, für eine interessierte, auch jungen Autoren aufgeschlossene
Leserschaft filtriert und zwischen kunstvoll gestalteten Buchdeckeln ediert
zu werden." (Die Rheinpfalz) Wieder bietet das Jahrbuch ein breites Spektrum
an Themen, Texten, Autoren, lädt ein zu einer Reise durch das literarische
Schaffen der Gegenwart. Wilhelm Genazino deckt den Stellungskrieg des Normalen
im Werk von Ursula Krechel auf, Monika Rinck entwirft eine Poetologie der
"Weltgelegenheiten", und Daniela Dröscher behauptet, dass man von
dem, was in der Welt ist, nichts mit Gewissheit sagen könne, nicht
einmal, ob sich in dem Zimmer, in dem man sich gerade aufhielt, wirklich
kein Rhinozeros befände. Dafür verzichtet die Protagonistin bei
Veronika Peters auf eine Reise nach Manhattan, einem Karton mit dem schriftlichen
Nachlass eines nahen Menschen zuliebe, und Sarah Alina Grosz weiß,
"so / etwas wie filter / habe ich nicht, / bin / ein schloss ohne schlösser".
Ruth Johanna Benrath dagegen entdeckt ein kurzes Brieflein von Bettine
von Arnim und ruft ihr zu: "lass es uns machen / wie die Kiefern ineinander
verkeilt". In einem spannungsgeladenen Langgedicht beleuchtet Dieter M.
Gräf das verheerende "Reich Gottes" der Wiedertäufer von Münster
aus dem 16. Jahrhundert. Im Gegensatz zu diesen theologischen Abgründen
nimmt uns Sabine M. Krämer mit in die menschlichen Verborgenheiten.
Der Zeichner im Text von Christoph Peters betreibt eine Bestandsaufnahme
der besonderen Art, und in ihrer Laudatio auf Emine Sevgi Özdamar
stellt die Literaturwissenschaftlerin Franziska Schößler fest,
dass diese, mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet, "ganz entscheidende
Texte für die kulturelle Selbstauslegung in diesem Land geschaffen"
habe. All diese Texte können durchaus hilfreich sein, viele im Rampenlicht
verborgene Seiten unseres Lebens sichtbar zu machen.
Czuba-Konrad et al.:
Wortwandlerinnen
256 S., Br., € 14,90
978-3-86099-676-8
Autorinnen aus europäischen
und außereuropäischen Ländern erzählen von ihrer ganz
persönlichen Reise zur deutschen Sprache. Mit Ernst und Ironie beschreiben
sie ihren Weg vom anfänglichen Stolpern über ungewohnte Laute
bis zur Eroberung der neuen Sprache und der Faszination der Mehrsprachigkeit.
Entstanden ist ein facettenreiches literarisches Zeugnis interkultureller
Integration. Ein neues Leben in einem noch fremden Land zu beginnen, ist
ein Abenteuer. Im Literaturclub der Frauen aus aller Welt e. V. in Frankfurt
am Main versuchen seit den 1990er Jahren Frauen aus nicht deutschsprachigen
Ländern, sich mit gemeinsamen literarischen Projekten dieser Herausforderung
zu stellen. Zu der Gruppe schreibender Frauen zählen aber auch einige
Frauen mit Deutsch als Muttersprache. Zentrales Thema dieser Anthologie
ist der Erwerb und das sich Einleben in der deutschen Sprache. Einfühlsam
begleitet hat die schreibenden Frauen der ehemalige Lektor und frühere
Leiter des Frankfurter Literaturhauses Thomas Beckermann. Von ihm stammt
auch das Nachwort zu dem Buch. "Die Lust am literarischen Schreiben und
der Ehrgeiz, sich auf Deutsch auszudrücken und das Können zu
verfeinern, eint die Frauen. (...) Das Interesse am Schreiben, an Sprache
und Literatur bringt die einheimischen und emigrierten Frauen zusammen,
sind die Treffen ein Beispiel von gelebter Integration." (Canan Topcu,
Frankfurter Rundschau)
Scharff, Jörg M.:
Die leibliche Dimension in der
Psychoanalyse
208 S., Gb., € 19,90
978-3-86099-678-2
Die Psychoanalyse befasst sich
seit jeher mit dem Leiblichen, sieht sie es doch in enger Verbindung mit
der triebhaften Natur des Menschen. Scharff wirbt für eine Einstellung,
die das Unbewusste nicht aus seiner Einbettung in das Sinnliche löst,
sondern genau das in die Analyse integriert. Für das Verständnis
des Patienten haben Scharffs Ausführungen insofern große Bedeutung,
als die Analytikerin oder der Analytiker vermittels einer geschulten Aufmerksamkeit
auch für die sinnlich-gestische Ebene der Interaktion dann sowohl
über eine verbesserte Wahrnehmung für die Hintergrundbefindlichkeit
seines Patienten oder seiner Patientin als auch für die spezifischen
Aktualisierungen unbewusster Szenen verfügt. Voraussetzung für
eine solchermaßen aufgefächerte und differenzierte Wahrnehmung
ist, dass der Analytiker in der Sitzung in "verkörperter Aufmerksamkeit"
wach, präsent und lebendig ist und somit einen gute Zugang zur eigenen
leiblichen Befindlichkeit und den mit ihr assoziierten sinnlichen Empfindungen
hat.
König, Karl:
Gegenübertragung und Persönlichkeit
336 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-679-9
König geht es in seinem Buch
darum, wie sich bestimmte Charakterzüge eines Psychotherapeuten auf
bestimmte Aspekte seines therapeutischen Handels auswirken. Er diskutiert
in seinen durch und durch praxisrelevanten Buch detailreich und konkret
die verschiedenen persönlichkeitsabhängigen Gegenübertragungserscheinungen.
Das Erkennen und Bearbeiten störender Gegenübertragungen, die
sich aus dem Charakter des Psychotherapeuten speisen, verbessert seine
Therapieergebnisse. Zur Analyse dieser Gegenübertragungen gehört,
dass er sich klar darüber wird, welche Einflüsse sein Charakter
auf welchen Patiententyp haben kann. Der Schwerpunkt des Werkes liegt in
der Beschreibung und Analyse therapeutischer Situationen, die bei Psychotherapeuten
intensive Emotionen auslösen, wobei der Charakter des Therapeuten
oder der Therapeutin Art und Intensität der Emotionen bestimmt. Hinzu
kommen die verschiedenen Arten des Intervenierens und Deutens sowie auch
der Indikationsstellung in Abhängigkeit von der Charakterstruktur.
Karl König, Prof. em.,
Dr., Psychoanalytiker und Internist, Lehranalytiker und Supervisor am Göttinger
Lou Andreas Salomé-Institut und dessen langjähriger Leiter.
Leitung der Abt. Klinische Gruppenpsychotherapie der Uni Göttingen.
Zahlreiche Buchpublikationen zu Themen der Psychoanalyse in mehreren Auflagen
und Artikel in Fachzeitschriften.
Rosenberg, Frank:
Introjekt und Trauma
Einführung in eine integrative psychoanalytische
Traumbehandlung
336 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-680-5
Rosenberg versteht das Trauma als
einen Prozess, der eine Unterscheidung zwischen der traumatischen Situation,
der Internalisierung sowie dem Verarbeitungsprozess erfordert. In der analytischen
Behandlung eines jungen Erwachsenen beschreibt er den Therapieprozess nach
einem in der Kindheit erlittenen sexuellen Missbrauch, der sich später
in pervers-sadistischem Agieren äußert. Rosenberg versucht,
die Trennung zwischen traumatherapeutischen und psychoanalytischen Arbeitsweisen
zu überwinden und den Erfolg einer Verbindung beider im Rahmen einer
psychoanalytischen Arbeit zu begründen. Das therapeutische Vergehen
strebt dabei eine Symbolisierung der Introjekte an. Dies geschieht durch
das Durcharbeiten der traumatischen Erfahrungen der Patienten sowie die
Arbeit innerhalb der Übertragung. Dabei kommen traumatherapeutische
Techniken zum Tragen: die Beobachter- und Bildschirmtechnik, die Arbeit
mit dem "inneren Kind" sowie imaginatives Arbeiten mit den introjizierten
dissoziierten Anteilen der Persönlichkeit.
Übergangsraum Adoleszenz
Hrsg. Hauser, Susanne / Schambeck, Franz
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-682-9
Der Prozess des Erwachsenwerdens
geht mit vielen Umwälzungen einher und es ist bisweilen schwierig,
zwischen normaler und pathologischer Entwicklung zu unterscheiden. Anhand
von Fallvignetten diskutieren die Autoren differenziert Entwicklung, Dynamik
und Wege der Behandlungstechnik in der therapeutischen Arbeit mit Jugendlichen
und jungen Erwachsenen, die sich im Spannungsfeld von Regression und Progression,
von Handlungssprache und Verbaldialog bewegt. Dabei wird die Rolle der
Elternarbeit als eine wichtige Ergänzung im Dienst der Autonomieentwicklung
des Jugendlichen neu bewertet.
Bley, Simone:
Felix Schottländer
240 S., Gb., € 39,90
978-3-86099-683-6
Felix Schottländer galt in
der Nachkriegszeit als einer der bekanntesten Analytiker im Stuttgarter
Raum und hatte als Mitbegründer der Psyche erheblichen Einfluss auf
die Entwicklung der Psychoanalyse in Deutschland. Seine Werke, z. B. Die
Mutter als Schicksal, fanden große Verbreitung. Im Gegensatz zu seinem
langjährigen Freund Mitscherlich geriet er jedoch in Vergessenheit.
Mit dieser detaillierten Biographie, bisher unveröffentlichten Einblicken
in seinen persönlichen Nachlass, seine Korrespondenz, Tagebuchaufzeichnungen
und unbekannte Manuskripte soll ihm hier sein gebührender Platz in
der Geschichte der Psychoanalyse gegeben werden.
Schimpfwörter - Beschimpfungen
- Pejorisierungen
Wie in Sprache Macht und Identitäten verhandelt
werden
Hrsg. Hornscheidt, Antje Lann / Acke, Hanna
/ Jana, Ines
252 S., Br., + CD, €
24,90
978-3-86099-684-3
Verbale Beschimpfungen sind
keine zufällig stattfindenden Sprachhandlungen. Sie basieren auf gesellschaftlichen
Vorstellungen von Normalität und Abweichung. Durch die Abwertung der
Beschimpften als anders und nicht der »richtigen« Norm entsprechend
üben sie eine Macht aus, die aus dem Zusammenspiel der verschiedenen
Positionen der Beteiligten entsteht und den Beschimpfenden gegenüber
dem Opfer stärkt. Der gesellschaftliche Umgang mit verbalen Beschimpfungen
ist zwiespältig. Die verletzende und diskriminierende Wirkung ist
bekannt, aber auch in staatlichen und rechtlichen Auseinandersetzungen
wird oft erst körperliche Gewalt als Diskriminierung angesehen. Dabei
wird unterstellt, dass den Betroffenen durch verbale Gewalt »nicht
wirklich etwas geschehen ist«. Die Worte sind aber nicht an sich
diskriminierend, sondern werden erst durch ihre Verwendung, die dahinterliegenden
gesellschaftlichen Zuschreibungen und die Reaktionen auf sie zu Schimpfwörtern.
So können z. B. im Hip Hop Schimpfwörter als positive Selbstbezeichnungen
verwendet werden. Die beigefügte CD ist ein multimediales Lehrwerk
nicht nur für Jugendliche, denen die Vielschichtigkeit sprachlicher
Diskriminierung sowie möglicher Handlungsoptionen spielerisch vermittelt
wird.
Zukunft der transkulturellen
Bildung
Hrsg. Datta, Asit
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-685-0
Die Zukunft der Migration in einer
globalisierten Welt und in soziokulturell heterogenen Gesellschaften ist
unmittelbar mit der Frage der interkulturellen Bildung und des transkulturellen
Lernens verknüpft. Wissenschaftler aus Deutschland, einigen Nachbarländern
und aus Südafrika, Indien, Australien und den USA entwickeln dazu
Ideen und Perspektiven. Ein facettenreicher Band. Der analytische Blick
auf Probleme erlaubt die Unterscheidung von Entwicklungstendenzen, wünschbare
und problematische. Darum geht es in dieser Handreichung. Das Buch ist
ein Zeugnis der Arbeit der Arbeitsgruppe Interkulturelle Pädagogik
(Interpäd) an der Leibniz Universität Hannover im letzten Vierteljahrhundert.
Interpäd war und ist eine der ersten interdisziplinären universitären
Einrichtungen, die sich mit Problemen der Entwicklungsländer, der
Migration und Nachhaltigkeit schon seit der Gründung im Jahre 1985
beschäftigen. Behandelt werden in diesem Buch Themen der Globalisierung,
der internationalen Finanzkrise, Migration, nachhaltigen Entwicklung, des
Bevölkerungswachstums und der Rolle von Religion in gesellschaftlichen
Transformationsprozessen bis hin zum Globalen, Interkulturellen / Transkulturellen
Lernen und zur mehrsprachigen Erziehung der Kinder.
Löser, Jessica:
Der Umgang mit kultureller Vielfalt
an Schulen
336 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-686-7
Der Anteil von Schülern mit
Migrationshintergrund ist mittlerweile an deutschen Schulen so groß
geworden, dass ein besserer Umgang mit dieser sprachlichen und kulturellen
Vielfalt nicht länger nur im Interesse der einzelnen Schüler
ist, sondern gesamtgesellschaftliche Relevanz, z. B. in Bezug auf volkswirtschaftliche
und arbeitsmarktpolitische Konsequenzen, gewonnen hat. Trotz bildungspolitischer
Programme fällt es Deutschland schwer, der sprachlich und kulturell
vielfältigen Schülerschaft gerecht zu werden. Überdurchschnittlich
viele Schüler mit Migrationshintergrund erreichen nur einen Haupt-
oder Förderschulabschluss oder auch überhaupt keinen. Es lohnt
sich deswegen, die Maßnahmen zu untersuchen, durch die es Schweden
und Kanada weit besser gelingt, diesen Kindern eine erfolgreiche Schulkarriere
zu ermöglichen: Nicht nur zielgenauere Förderung, sondern auch
eine bessere Zusammenarbeit mit den Eltern ist wichtig.
Künzler, Daniel
Fußball in Afrika
Mehr als »Elefanten«,
»Leoparden« und »Löwen«
296 S., Br., € 24,90
978-3-86099-670-6
Wer unterhaltsam und kompetent
über den afrikanischen Fußball informiert sein will, findet
in Künzlers Buch Alltägliches und Kurioses, Geschichtliches und
Politisches. Künzler versteht es, uns spannend und kompetent zu vermitteln,
wie der Fußball in Afrika »tickt«. Mit seinen Geschichten
und seiner Sachkenntnis führt er uns mitten hinein in afrikanische
Fußballrealitäten.
Mega-Event und Stadtentwicklung
im globalen Süden
Die Fußballweltmeisterschaft
2010 und ihre Impulse für Südafrika
(Hsrg. Haferburg/Steinbrink)
220 S., mit s/w-fotos, Br., € 19,90
978-3-86099-645-4
Der enorme Handlungsdruck der Vorbereitung
des Mega-Events führt zu einer selektiven Beschleunigung der Stadtentwicklung,
deren Folgen sich bereits deutlich abzeichnen. Aber profitiert auch die
Bevölkerung
davon? Diesen Fragen gehen siebzehn Autoren aus unterschiedlichen Fachrichtungen
nach.
Wilke-Launer, Renate:
Südafrika: Katerstimmung
am Kap
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-644-7
Das neue Südafrika schien
auf gutem Wege zu sein: ein verehrter Präsident, eine vorbildliche
Verfassung, eine beeindruckende Wahrheitskommission, ein stetiges Wirtschaftswachstum.
Doch das Ansehen der Regierung war schnell beschädigt; Thabo Mbeki,
der Nachfolger Mandelas, wollte nicht wahrhaben, dass der HI-Virus immer
mehr Menschen an AIDS erkranken ließ. Die wachsende Kriminalität
und Gewalt machten vielen Menschen Angst, Korruption wurde zum Ärgernis.
An der Arbeitslosigkeit und der extrem ungleichen Einkommensverteilung
änderte sich nichts, nur eine kleine Schicht von Schwarzen wurde ganz
schnell ganz reich. Fast täglich kommt es zu Protestaktionen
gegen Verwaltungen und Bürgermeister. Über den zukünftigen
Kurs des Landes gibt es heftigen Streit innerhalb und außerhalb der
Regierung, Kritiker werden schnell als Rassisten gebrandmarkt.
Loimeier, Manfred:
Africando
Literarische Reise durch einen Kontinent
212 S., Br., € 19,90
978-3-86099-625-6
Africando – in Sprache und Musik
der Wolof in Senegal und Gambia die Einheit Afrikas bezeichnend – steht
für den Versuch, in der Vielfalt der Literaturen Afrikas auch Verbindendes
herauszuarbeiten. Loimeiers literarische Reise durch Afrika südlich
der Sahara folgt einerseits einer geographischen Route, andererseits einer
thematischen Spur. Vertieft werden soll dadurch das Verständnis für
die Gewichtung brisanter aktueller Themen, aber auch für Tendenzen
in den Literaturen Afrikas. Es geht dabei um Literatur, die sich vorwiegend
in europäischen, zunehmend afrikanisierten Sprachen äußert.
Es wird aber auch – als Teil eines interkulturellen Dialogs – das Bild
Deutschlands in afrikanischen Literaturen betrachtet. Deutlich wird, wie
Literaten aus Afrika Lesegewohnheiten des europäischen Publikums nicht
selten irritieren, aber auch neue Sichtweisen durchaus unterhaltsam vermitteln.
Kosmopolitisches
im deutschen Fußball
Der Ball ist bunt
Fußball, Migration und
die Vielfalt der Identitäten in Deutschland
(Hrsg. Blecking/Dembowski)
Vorwort von Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen
Fußball-Bundes
304 S., Br.,mit zahlr. Fotos, € 24,90
978-3-86099-614-0
»Gerade der Fußball
beweist täglich, wie respektvoll Menschen mit Migrationshintergrund,
Deutsche und Ausländer zusammen leben und Sport treiben können.
Der Fußball ist gelebteIntegration, gerade auch bei unseren 26.000
Vereinen und im Alltag der Ligen«, betont DFB-Präsident Theo
Zwanziger.So ist die Zeit reif für neue Erzählungen über
den Fußball und seine vielfältigenIdentitäten; reif für
dieses Buch, das Zusammenhänge herstellt zwischen denkosmopolitischen,
den jüdischen und den multiethnischen Wurzeln des Fußballs inDeutschland
und seiner aktuellen multikulturellen Realität.
Depression und Neuroplastizität
(Hrsg. Marianne Leuzinger-Bohleber et al. )
256 S., Br., € 24,90
978-3-86099-635-5
Besonders bei chronisch depressiven
Patienten ist eine Mobilisierungneuroplastischer Veränderungen in
Psychoanalysen und Psychotherapien entscheidend: Bekanntlich befinden sich
die Patienten in einem schmerzlichenZustand der inneren Bewegungslosigkeit,
von Leere, Sinnlosigkeit, »einem psychischen Tod«.In der intensiven
therapeutischen Beziehung wird versucht, die Hintergründe für
diese psychische Erstarrung gemeinsam mit dem Patienten zu eruieren und
durchneue emotionale Beziehungserfahrungen zu lockern und im besten Falle
sogar zu überwinden.Die Beiträge dieses Bandes sind Teil der
relativ jungen wissenschaftlichenDisziplin »Neuropsychoanalyse«,
die Mark Solms vor einigen Jahren initiiert hat und die zunehmend an Bedeutung
gewinnt
»Denk’ ich an Deutschland …«
Sozialpsychologische Reflexionen
Mit Beiträgen von Werner Bohleber, Elmar Brähler,
Daniel Cohn-Bendit, Harald Freyberger, Rainer Frost, Rolf Haubl, Ingrid
Kerz-Rühling, Marianne Leuzinger-Bohleber, Peter Loewenberg, Irene
Misselwitz, Annette Simon, Dagmar Völker, Hans-Jürgen Wirth (Hrsg.
Ulrich Bahrke)
216 S., Br., € 19,90
978-3-86099-669-0
Die »9« ist eine deutsche
Schicksalsziffer: 1919, 1939, 1949, 1989 und die zahlreichen deutschen
9/11 erst. Die Beiträge des Bandes diskutieren, welche gesellschaftlichen
Konflikte verschwiegen und auf welche Weise sie abgewehrt werden müssen.
Der interdisziplinäre Diskurs von Historikern, Soziologen, Philosophen
und Psychoanalytikern mit ihren unterschiedlichen Perspektiven macht diesen
Band spannend und ertragreich.
Bildungserfolgreiche Transmigranten
Eine Studie über deutsch-türkische Migrationsbiographien
(Hrsg.Sievers, Isabel/ Griese, Hartmut/ Schulte, Rainer)
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-642-3
Die Kompetenzen von hochqualifizierten
Migranten werden in Deutschland trotz immer wieder postuliertem Fachkräftemangel
häufig nicht anerkannt.
Viele denken über eine Rück-
bzw. Auswanderung in das Land ihrer Vorfahren nach, in dem ihre Fertigkeiten
ihnen eine Karriere ermöglichen, die ihnen hier
verwehrt wird, haben aber weiterhin
starke Bindungen nach Deutschland. Im Kontext von Globalisierungsprozessen
sind diese Transmigranten mit ihren durch die doppelte oder mehrfache Migrationserfahrung
erworbenen Kompetenzen ein Beispiel für mobiles Leben in verschiedenen
Heimaten.
Diamond, Michael J.
Söhne und Väter
Eine Beziehung im lebenslangen Wandel
Aus dem Amerikanischen von Elisabeth Vorspohl
240 S., Gb., € 24,90
978-3-86099-633-1
Üblicherweise pflegen wir
uns in Gesprächen über das Vatersein vor allem auf die konkreten
Belastungen zu konzentrieren: auf die Windeln, die Männer wechseln,
die Elternabende, die sie besuchen, die Fußballspiele, an denen sie
als Betreuer teilnehmen, die Sorgerechtsprozesse, die sie führen.
Die Hoffnungen und Ängste, die Freuden und Leiden der Vaterschaft
bleiben weitgehend unerforscht. Jetzt wissen wir, dass Väter einen
eigenen, unverwechselbaren Beitrag leisten; weil der Vater ein Mann ist,
übt er auf sein Kind einen spezifischen Einfluss aus, beginnend mit
dem Tag der Empfängnis und über seinen Tod hinaus bis zu dem
Tag, an dem sein Kind stirbt. Weniger bekannt aber ist die Tatsache, dass
Söhne ihre Väter ebenso tiefgreifend beeinflussen. Diese einzigartige
Bindung geht aus der wechselseitigen Identifizierung mit der Männlichkeit
des anderen hervor.
Easterine Iralu:
Tage des Zorns
Roman, Edition Shahrazad
Aus dem Englischen übersetzt von Mayela Gerhardt
328 S., Br., € 24,90
978-3-86099-624-9
Das International Cities of Refuge
Network (ICORN) bietet verfolgtenSchriftstellerinnen und Schriftstellern
die Möglichkeit, in verschiedenenStädten weltweit, vor allem
aber in Europa, Zuflucht zu finden und ohne Bedrängnis zu schreiben.Die
Edition Shahrazad bietet ihnen ein Forum, um ihre Werke dem deutschsprachigen
Publikum vorzustellen.Die aus Nagaland in Nordostindien stammende Easterine
Iralu legt hier einen lebendig geschriebenen Roman über eine traditionelle
Gesellschaft im Umbruchvor. Festgemacht am Schicksal der vom Kind zur Frau
heranreifenden Dielieno erzählt Iralu von der repressiven Funktion
des Naga-Matriarchats in einer dominant patriarchalen Gesellschaft.
Heuves, Willem:
Pubertät
Entwicklungen und Probleme - Hilfen für Erwachsene
148 S., Br., € 14,90
978-3-86099-634-8
Für die Eltern ist die Pubertät
ihrer Kinder ein einschneidender Lebensabschnitt, in dem eine Menge erzieherischer
Aufgaben ein Ende nehmen. Die meisten Eltern verstehen, dass ihre Kinder
groß und selbständig werden. Und sie freuen sich darauf. Selbständigkeit
tritt nicht an dem Tag ein, am dem das Kind volljährig wird, sondern
ist ein Prozess, der hoffentlich schon früher begonnen hat. Auch wenn
die Kinder noch klein sind, ist es wichtig, dass sie in der Familie Verantwortung
und Aufgaben übernehmen, die zu ihrer Entwicklung passen. Darüber
gibt es gewöhnlich keinen Streit. In der Pubertät machen Eltern
einen neuen Schritt, indem sie ihrem Kind mehr Verantwortung und Freiheiten
geben, was aber häufig mit Konflikten verbunden ist. Der Jugendliche
und seine Eltern sind sich oft uneinig, wie viel Verantwortung und Freiheit
ihm zugebilligt werden kann.
Initiative 9. November:
Erinnerung braucht Zukunft
Der Ort der zerstörten Synagoge an der Friedberger
Anlage in Frankfurt am Main
330 S., Br., € 19,90
978-3-86099-627-0
Erinnerung braucht Zukunft versammelt
Texte aus zwei Veranstaltungen zur Erinnerungskultur sowie zahlreiche Interviews
mit jüdischen und nicht-jüdischen Zeitzeugen über das Leben
im Frankfurter Ostend. Die Veranstaltung 2007 »Es wären 100
Jahre ...« war dem Gedenken an die ehemalige Israelitische Religionsgesellschaft
und ihre im Jahr 1907 errichtete Synagoge gewidmet. Das Symposium 2008
»Erinnerung braucht Zukunft« galt dagegen der künftigen
Gestaltung und Nutzung dieses Ortes. Themen dieses Buches sind die Frankfurter
Gedenk- und Erinnerungspolitik, die Geschichte der Israelitischen Religionsgesellschaft,
das Arbeitskonzept und die Nutzungs- und Gestaltungsideen für den
Bunker am Ort der ehemaligen Synagoge.
Treffen junger Autoren 2009
schräg gegens licht
Herausgegeben von Peter Grosz und Christina Schulz
140 S., Br., € 9,90
978-3-86099-623-2
Die
Berliner Festspiele sind mit dem durch das Bundesministerium für Bildung
und Forschung geförderten Wettbewerb bereits fast ein Vierteljahrhundert
auf der Suche nach begabten jungen Autoren. Aus
der Fülle der Bewerbungen junger Schreibender hat die Jury 20 junge
Autorinnen und Autoren zwischen 11 und 22 Jahren ausgewählt und zum
»Treffen Junger Autoren« im November 2009 nach Berlin eingeladen.
Die Anthologie des 24. Treffens stellt die Preisträgerinnen und Preisträger
vor, die mit sezierendem Blick, mal lyrisch, mal prosaisch und in den Dialogen
hellwach sich hoch schwingen im Rüttelflug, um nebeneinander auf dem
Bildrand der wahrgenommenen Welt zu sitzen, schräg gegens Licht, noch
nicht ganz sicher, ob sie nicht doch noch herausfallen aus Rahmen und Bild,
wenn sie die ersten Herzschritte wagen.
Krisenhafte
Schulkarrieren
Wie aus Kindern Risikoschüler
werden
Fallstudien zu den Ursachen von Bildungsarmut
(Hrsg. Wilfried Breyvogel)
272 S., Br., € 24,90
978-3-86099-641-6
Über 20 Prozent eines Jahrgangs
in Deutschland zählen zu den sogenannten Risikoschülern, die
nur die Kompetenzstufe I und darunter als Befähigung erreichen. Sie
gelangen im Lesen und Rechnen kaum über das Grundschulniveau, sind
zur beruflichen Ausbildung und zur verständigen Teilhabe an Gesellschaft
und Kultur nicht in der Lage. Besonders die Hauptschulen in den großstädtischen
Zentren sind die Orte, die Schüler häufig mit dieser Mangel-
oder Nicht-Befähigung verlassen. Wir wissen aber nicht viel darüber,
was im Innern dieser Schulen wirklich passiert. Die Fallstudien zielen
auf diese Binnenperspektive. Es geht um den schulischen Prozess der Entstehung
von Bildungsarmut und das Zusammenspiel der inneren Mechanismen, die die
Schülerinnen und Schüler dabei erfahren und die ihre Bildungswünsche
ins Leere laufen lassen.
Lamberg, Sigrid:
Subsistenzökonomie in Nicaragua
Perspektiven in einer sich transformierenden Gesellschaft
260 S., Br., € 24,90
978-3-86099-668-3
Die Unterschiede innerhalb des
Agrar-Sektors Nicaraguas, die von industrieller bis subsistenzökonomisch
orientierter Produktion reichen, sind beträchtlich. Die Autorin konfrontiert
den Einfluss von Liberalisierungsbestrebungen mit Beschreibungen der Lebensrealität
der indigenen comunidades, die auf der Basis von Subsistenzökonomie
in den autonomen Gebieten leben. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die
Subsistenzökonomie eine realistische »Alternative zur Entwicklung«
darstellt oder ob sie einem verklärten sozialromantischen (Welt-)Bild
unterliegt.
Loch, Wolfgang:
Erinnerung, Entwurf und Mut
zur Wahrheit im psychoanalytischen Prozess
Gesammelte Schriften 5
Herausgegeben von Cord Barkhausen und Peter Wegner
336 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-640-9
Wolfgang Loch (1915-1995) gilt
als einer der wenigen herausragenden Lehrer der Deutschen Psychoanalytischen
Vereinigung nach dem Zweiten Weltkrieg, die es vermochten, das Freud’sche
Erbe mit neueren Entwicklungen der internationalen Psychoanalyse zu verbinden.
Er hatte den ersten Lehrstuhl für Psychoanalyse in Deutschland inne
und war von 1972 bis 1975 Vorsitzender der DPV und Vizepräsident der
IPV. Durch seine Impulse und sein Bemühen, die Fortschritte und Neuerungen
des Auslands in die zerbrochene Tradition der deutschen Psychoanalyse aufzunehmen,
hat er diese nachhaltig geprägt.
Psychoanalyse hinter dem Eisernen
Vorhang
Beiträge von János
Can Togay, Ferenc Erös, Kinga Göncz, János Harmatta, André
Haynal, Ludger M. Hermanns, Arndt Ludwig, Judit Mészáros,
Péter Nádas, Annette Simon, (Hrsg. Agnes Berger et al. )
200 S., Br., € 17,90
978-3-86099-639-3
Berlin und Budapest sind aus der
Frühzeit der Psychoanalyse kaum wegzudenken. Nach Nationalsozialismus
und Zweitem Weltkrieg aber musste die Psychoanalyse in Ungarn und der DDR
unter einer kommunistischen Staatsideologie überleben. Wie konnte
sie in einer solchermaßen abgeschotteten, repressiven Gesellschaft
– nie offiziell verboten, aber als »Hauspsychologie des Imperialismus«
diskreditiert – fortbestehen und sich weiterentwickeln?
Psychoanalyse in Selbstdarstellungen
Bd. VIII
Yecheskiel Cohen, Karl König, Peter Kutter, Marion
M. Oliner
(Hrsg. Ludger Hermanns)
252 S., Br., € 24,90
978-3-86099-609-6
Die vier Autobiographien dokumentieren
Reichtum und Vielfalt der psychoanalytischen Methode in ihrer Anwendung
in unterschiedlichen kulturellen Kontexten.
Psychoanalyse in totalitären
und autoritären Regimen
(Hrsg. Mitchell Ash )
340 S., Br., € 32,00
978-3-86099-638-6
Die Psychoanalyse mit ihrer Konzentration
auf das Individuum und ihrer deutenden Gesprächskultur steht im Gegensatz
zum den Einzelnen unterdrückenden Wesen einer Diktatur. Trotzdem hat
sie sich weltweit auch in verschiedenen Regimen erhalten, wenn auch unter
Bedingungen,die sich von denen psychoanalytischer Arbeit in Demokratien
grundlegend unterscheiden. Wie dies möglich war und welche verschiedenen
Formen dieses »Überleben« annahm, zeigen die Beiträge
dieses Bandes anhand von Beispielen aus Deutschland und Österreich
nach der NS-Machtübernahme, aus dem von Nationalsozialisten besetzten
Norwegen und Belgien, in der kommunistischen Sowjetunion und in autoritären
Regimen in Brasilien und Italien.
Rassismus auf gut Deutsch
Ein kritisches Nachschlagewerk zu rassistischen Sprachhandlungen
(Hrsg. Adibeli Nduka-Agwu / Antje Hornstein)
559 S., Br., € 44,00
978-3-86099-643-0
Sprache wird meist als ein neutrales,
abbildendes Medium gesehen. Ihre diskriminierende Funktion wird in der
Regel in der öffentlichen Wahrnehmung auf Schimpfwörter beschränkt.
Tatsächlich aber kommt Diskriminierung in verschleierter und übertragener
Weise weit häufiger vor, als es auf den ersten Blick erscheint. Manche
Begriffe sind nicht von vorneherein rassistisch, werden aber durch die
Art ihrer Verwendung rassistisch aufgeladen.
Unbewusster oder »gut gemeinter«
Rassismus in alltäglichen Sprachpraktiken wird mit konkreten Beispielen
aufgedeckt und es werden Alternativen angeboten. Die Reihe wird herausgegeben
von Antje Lann Hornscheidt, Professorin für Gender Studies und Sprachanalyse
am Zentrum für transdisziplinäre Gender Studies der Humboldt-Universität
Berlin.
Strasser, Johanno:
Labile Hanglage
160 S., Br., € 16,90
978-3-86099-626-3
»Ich gebe zu, dass es mir
immer noch ein ungelöstes Rätsel ist, wie Gedichte entstehen.
(…) Mein Papierkorb ist voll von ersten, zweiten und dritten Zeilen, aus
denen nie etwas geworden ist. Aber es kommt auch vor, dass so eine Zeile
nach langer Zeit unter einem Stapel Papier wieder auftaucht und ich spüre,
was in ihr steckt. Für einen hartgesottenen Aufklärer ist der
Produktionsprozess, der zu einem Gedicht führt, eine einzige Provokation.
Ich habe mit der Zeit lernen müssen, mich demütig darein zu fügen.
(…) Im Freilandversuch wird das eigene Gedicht dem Autor wieder fremd.
Er erfährt, dass darin ein Überschuss steckt, etwas, das über
das hinausreicht, was er hineingelegt hat. (…) Mit jedem Gedicht (…) setzen
wir etwas Neues in die Welt, etwas, das sie bereichert, und sei es auch
nur um ein Augenzwinkern, ein verwehtes Lächeln.«
(Johano Strasser im Vorwort)
Wolff, Lisa:
An den Grenzen der Pädagogik
Konflikte und Dynamiken in der sozialen Arbeit mit
»Straßenkindern« in Cajamarca (Peru).
Psychoanalytisch orientierte Fallstudien aus zwei
Projekten
288 S., Br., € 29,90
978-3-86099-646-1
Straßenkinder sind nicht
nur äußeren Gefahren ausgesetzt, sondern in ihrer psychosozialen
Entwicklung im Ganzen gefährdet. Ihre zum Teil traumatischen Erfahrungen
schlagen sich in psychischen Abwehrstrukturen nieder, die Projektarbeit
und Hilfsangebote erschweren oder sogar unmöglich machen. In den Untersuchungen
zu den entstehenden Problemen zwischen den Kindern und den betreuenden
Erwachsenen lassen sich Anknüpfungspunkte für die sozialpädagogische
Arbeit hierzulande finden.
Lohmann, Larry /Oscar Reyes
Globaler Emissionshandel
Wie Luftverschmutzer belohnt
werden
Analyse, Kritik, Perspektiven
200 S., Br., 19,90
978-3-86099-742-0
Der Emissionshandel gilt als viel
versprechendes Instrument zum Schutz des Klimas. Die beteiligten Akteure
– Staaten und Unternehmen – verpflichten sich im Rahmen eines Abkommens
dazu, den Ausstoß von Treibhausgasen auf ein festgelegtes Maß
zu reduzieren. Wem das gelingt, der verfügt über »Emissions-Guthaben«,
die an einer Tauschbörse verkauft werden können. So hielten beide,
die Viel- und Wenigverschmutzer, die Vorgaben beim Klimaschutz ein. Nein,
sagen die Autoren, der Handel mit Emissionszertifikaten bringt den Klimaschutz
entgegen solcher Behauptung nicht voran, sondern wird selbst zum Geschäft.
Ihre Analyse begründet anhand von Fallstudien, warum der globale Emissionsmarkt
ein Irrweg ist. Arme Länder profitieren kaum davon. Die Gewinner sind
die Industriestaaten und große Konzerne, die auch künftig auf
fossile Brennstoffe setzen und Geschäfte damit machen.
Leichsering, Tatjana/ Henschke, Martina
Kinder Deutschlands
Interview mit Feridun Zaimoglu.
Schirmherrschaft: UNICEF.
100 S., Br., € 9,90
978-3-86099-596-9
35 Grundschulkinder unterschiedlicher
Herkunft sprechen über sich und ihr Aufwachsen in Deutschland. Großformatige
Portraitaufnahmen und Interviews stellen ihre Persönlichkeit in den
Mittelpunkt. Autorin und Fotografin begegnen den Kindern auf Augenhöhe.
Sie nehmen sie ernst. Eine wunderbare Zusammenarbeit.
Hahn, Martina/ Herrmann, Frank
Fair einkaufen - aber wie?
Der Ratgeber für fairen Handel, für Mode, Geld,
Reisen und Genuss.
200 S., Br., € 17,90
978-3-86099-610-2
Was heißt es eigentlich, fair einzukaufen? Wem
nützt der Faire Handel? Wer profitiert davon? Wer sind die Akteure
des fairen Handels? Wem kann ich trauen? Hier findet der Verbraucher alles,
um sich urechtzufinden: ausführliche
Hintergrundinfos, jede Menge Adressen, Weblinks, Literaturempfehlungen
und Shopping-Tipps.
Der Ratgeber für alle, die den Teufelkreis aus Dumpinglöhnen,
Tiefstpreisen und Schnäppchen-Mentalität durchbrechen wollen:
Geiz mag geil sein, macht uns aber arm.
Diederich, Hanna
Melilla: Transit oder Endstation
Europäische Abschottungspolitik und ihre Folgen
für die Flüchtlinge
192 S., Br., € 19,90
978-3-86099-616-4
Durch ihre spezifische geographische
Lage ist sie seit Anfang der 90er Jahre verstärkt zum Ziel regulärer
wie irregulärer Migration von Nicht-EU-Staatler/innen geworden. Dort
angekommen befinden sich die Migrierenden zwar auf europäischem Terrain,
für viele bleibt jedoch der Weg auf den europäischen Kontinent
versperrt. In den meisten Fällen wird der Transit zum mehrjährigen
Aufenthalt in Melilla; ohne eine sichere Zukunftsperspektive verharren
die dort Angekommenen in einem Stadium des Vakuums. Durch diese Lebenssituation
potenzieren sich die zum Teil traumatischen Erlebnisse, die Flüchtlinge
und Migrant/innen im Herkunftsland und auf der Flucht gemacht haben, was
Zusammenhang mit der Segregation von der Mehrheitsgesellschaft und der
Reduzierung ihrer Rechte auf minimale Bedürfnisbefriedigung nicht
selten einen Prozess der Prekarisierung anstößt. Wie ihre Träume,
Wünsche und Hoffnungen unter den migrationsrechtlichen Rahmenbedingungen
und den Widersprüchlichkeiten von Nationalstaatsinteressen verloren
gehen und welche Rolle Migrationspolitiken der Europäischen Union
und die als universal geltenden Menschenrechte dabei spielen, wird hier
ebenso erörtert wie die gesellschaftliche Relevanz der einzelnen Fluchtbiographien.
von
Freyberg, Thomas
Tantalos und Sisyphos in der
Schule
Zur strukturellen Verantwortung
der Pädagogik
147 S., Br., € 11,90
978-3-86099-597-6
Thomas von Freyberg geht es um
Erziehung zur Mündigkeit (Theodor W. Adorno) und um mündige Erziehung,
um das Recht und die Pflicht der Erzieherinnen und Erzieher, der Lehrerinnen
und Lehrer, die strukturellen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit den pädagogischen
Zielen anzupassen.
Eberlei, Walter
Afrikas Wege aus der Armutsfalle
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-611-9
Verdeckt von bad news zeichnen
sich in einigen afrikanischen Ländern positive Entwicklungen ab. Die
Stagnation der verlorenen Dekaden scheint zehn Jahre nach der Verabschiedung
der UN-Millenniumsziele und
der Einführung von Ansätzen
der strategischen Armutsbekämpfung überwunden. Der Kontinent
entdeckt eigene Wege aus der Armutsfalle.
Konsortium Ziviler Friedensdienst (Hrsg.)
Gewaltfrei für den Frieden
Menschen und Projekte. Eine Reise um den Globus
96 S., Br., € 9,90
978-3-86099-615-7
Journalisten und Fotografen reisen nach Südafrika,
Sierra Leone und in den Kongo, nach Peru, Mazedonien, Afghanistan, nach
Kambodscha und nach Palästina/Israel. Sie begegnen dort einheimischen
und deutschen Fachkräften, die sich
gemeinsam mit lokalen Partnern für eine friedliche
Entwicklung einsetzen.
Es entstehen eindrucksvolle Reportagen über Menschen,
die der Friedensförderung weltweit ihr Gesicht geben. Ein wichtiger
Beitrag zur zivilen Konfliktbearbeitung in Krisengebieten.
Männliche Identität
Psychoanalytische Erkundungen
(Hrsg.Dammasch, Frank/ Metzger, Hans-Geert/ Teising,
Martin )
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-598-3
Das Buch eröffnet eine psychoanalytische Diskussion
über die männliche Identitätsentwicklung im Lebenslauf.
Im Fokus steht der Konflikt zwischen oberflächlicher
Anpassung an weibliche Kommunikationsformen und unbewusstem Anklammern
an starre althergebrachte Geschlechtsrollen.
Novick, Jack/ Novick, Kerry
Elternarbeit in der Kinderpsychoanalyse
Klinik und Theorie.
Erschienen 2005 bei Jason Aronson unter dem Titel Working
with Parents makes Therapy work.
276 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-603-4
Die Novicks konzipieren mit diesem Werk nicht weniger
als eine Praxisanleitung für die Durchführung erfolgreicher Elternarbeit
in der analytischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, ohne die ein
Therapieerfolg für die Kinder und Jugendlichen nicht möglich
ist. Damit füllen sie eine Lücke in der Literatur und sind gleichzeitig
Vorreiter in der konzeptionellen Erfassung kinderpsychoanalytischer Erfahrungen.
Faimberg, Haydée
Teleskoping
Die intergenerationelle Weitergabe narzisstischer
Bindungen.
Erschienen 2005 bei Routledge unter dem Titel The Telescoping
of Generations
276 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-601-0
Mit ihren klinischen Beispielen und ihrer Theorie des
Teleskoping erklärt Faimberg die unbewusste Weitergabe pathogener
Konfliktmuster auf die folgende Generation.
Ein bemerkenswertes und kreatives Werk, »ein Buch
über das analytische Zuhören, das Hören auf die unausgesprochenen
Bewegkräfte früherer Generationen« (Arnold H. Modell, Lehranalytiker,
Boston Psychoanalytic Institute).
Moser, Ulrich
Theorie der Abwehrprozesse
Die mentale Organisation psychischer Störungen
176 S., Gb., € 19,90
978-3-86099-602-7
Nach jahrzehntelangen Vorarbeiten legt Moser eine anspruchsvolle
Theorie der Abwehrprozesse vor: Abwehren sind Prozeduren einer mentalen
Organisation, die auf einem regulierenden Modus beruhen und durch affektive
und kognitive
Informationen vernetzt sind.
Frühe Entwicklung und ihre Störungen
Klinische, konzeptuelle und empirische psychoanalytische
Forschung. Kontroversen zu Frühprävention, Resilienz und ADHS
(Hrsg.Leuzinger-Bohleber, Marianne/ Canestri, Jorge/
Target, Mary )
300 S., Br., € 29,90
978-3-86099-599-0
Ein hochkarätiger Band mit Beiträgen bedeutender
internationaler Psychoanalytiker und Psychoanalytikerinnen, die die Herausforderungen
des 21. Jahrhunderts an die Psychoanalyse debattieren.
Dabei eignet sich die Kontroverse um das Syndrom ADHS
ganz besonders, um interdisziplinäre Forschungen aus verschiedenen
Blickwinkeln zu diskutieren.
Hermanns, Ludger M. (Hrsg.)
Psychoanalyse in Selbstdarstellungen,
Band I/2
Wolfgang Loch, Edeltrud
Meistermann-Seeger, Lajos Székely, Frederick Wyatt
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-605-8
Die vier Biographien dokumentieren Reichtum und Vielfalt
der psychoanalytischen Methode in ihrer Anwendung in unterschiedlichen
kulturellen Kontexten.
Verrückte Lebenswelten
Über Resourcenorientierung in der Psychoanalytischen
Sozialarbeit
(Hrsg.Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit
) edition diskord
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-608-9
Beiträge u. a. von I. Allerdings, J. De Groef, M.
Günter, P. Kastner, C. Krüger, R. A. Lazar, M. Maas, C. Moser,
H. Nonnenmacher, A. Perner, R. Wolf.
Meltzer, Donald
Studien zur erweiterten Metapsychologie
Bions Denken in der klinischen
Praxis.
Erschienen 1986 bei Karnac unter dem Titel "Studies in
Extended Petapssychology"
edition diskord - Veröffentlichungen des Klein Seminars
Salzburg, Band 13
300 S., Br., € 29,00
978-3-86099-604-1
»Jedes Kapitel ist zwingendes Resultat aufregender
klinischer Erfahrungen, und daher fängt jedes mit einem Rückbezug
auf Bions Grundideen an.« (Donald Meltzer in der Einführung)
Brüggen, Wilhelm/ Lindstedt, Klaus-J./ Schneider,
Georg (Hrsg.)
Die Modernisierung des psychischen Apparats
Seelische Strukturen im kulturellen Wandel
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-606-5
Die psychischen Strukturen des Menschen sind nicht so
unwandelbar wie Freud glaubte, sondern vom kulturellen Umfeld und der Gesellschaft
abhängig. Die psychischen Strukturen und damit die psychischen Probleme
der Patienten haben sich seit Freuds Zeiten geändert, so dass sich
die Psychoanalyse heute mit neuen Anforderungen konfrontiert sieht.
Lesmeister, Roman
Selbst und Individuation
Facetten und Subjektivität und Intersubjektivität
in der Psychoanalyse
230 S., Br., € 29,90
978-3-86099-607-2
Lesmeister sucht eine zeitgemäße Idee von
Individualität zu begründen, die es ermöglicht, auch unter
den Bedingungen von Uneindeutigkeit und Gebrochenheit »ein Selbst
zu sein« und dieses Konzept für die therapeutische Arbeit fruchtbar
zu machen.
Die unverschämte Gegenwart
Jahrbuch für Literatur, Band 15
(Hrsg. Gauch, Sigfrid/ Mahlow, Verena)
300 S., Br., € 22,90
978-3-86099-618-8
Prosa, Lyrik, Essays von Katharina Born, Michael Buselmeier,
Gerd Forster, Annegret Held, Ursula Krechel, Jürgen Kross, Ute-Christine
Krupp, Hanns-Josef Ortheil, Thomas Palzer, Katharina Schultens, Nasrin
Siege, Anke Velmeke, Martina Weber u.v.a.

Martini, Joachim Carlos
Musik als Form geistigen Widerstandes
Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933-1945.
Das Beispiel Frankfurt am Main.
Bd. 1 und Bd. 2 zusammen 807 S., Gb., € 54,90
978-3-86099-622-5
Eine reich illustrierte zweibändige Dokumentation
der Verfolgung aber auch des Widerstandes jüdischer Musikerinnen und
Musiker in Frankfurt am Main unter der Naziherrschaft. Da Frankfurt neben
Berlin das Zentrum jüdischen Musiklebens in Deutschland war, hat Martinis
Werk exemplarische Bedeutung.
Martini, Joachim Carlos
Musik als Form geistigen Widerstandes
Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933-1945.
Das Beispiel Frankfurt am Main
Band 1: Texte, Bilder, Dokumente
312 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-620-1
Martini, Joachim Carlos
Musik als Form geistigen Widerstandes
Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933-1945.
Das Beispiel Frankfurt am Main
Band 2: Quellen
495 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-621-8
Deppert, Fritz/ Döring, Christian/ Juritz, Hanne
F. (Hrsg.)
Unter der Folie aus Luft
Literarischer März 16
Leonce-und-Lena-Preis 2009
Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise 2009
200 S., Br., €19,00
978-3-86099-617-1
Kommerell, Blanche
nicht mehr
noch nicht
Gedichte
100 S., Br., € 19,90
978-3-86099-619-5
Im Motivkreis von Liebe, Abschied
und Tod konstituiert Blanche Kommerell ein lyrisches Ich, das seine monologische
Situation nachdrücklich zu durchbrechen versucht: im Dialog mit der
Natur, dem Geliebten, den Toten. Sinnliche Lebensaugenblicke verwandeln
sich zu Sprachaugenblicken, zu offenen Versen, schwebenden Zeilen, in denen
sich ein empfind liches Gewebe von Andeutungen verdichtet.
Sigmund Freud /Nikolaj J. Ossipow
Briefwechsel 1921-1929
Faksimileteil mit allen Briefen Freuds und mehreren
Briefen Ossipows
Im Anhang der Aufsatz Ossipows: »Revolution
und Traum«
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Eugenia
und René Fischer,
Hans-Heinrich Otto und Hans-Joachim Rothe
248 S., Br., € 29,90
978-3-86099-371-2
Nikolaj
J. Ossipow (1877-1934) ist der erste russische Psychoanalytiker. Nach dem
Studium der Medizin in Deutschland und der Schweiz wendet er sich in Moskau
der Psychiatrie zu und arbeitet unter den bedeutenden Vertretern der progressiven
humanen Schule Korsakows. Sein Interesse an der Psychodynamik der Neurosen
führt ihn zum Studium der Werke Freuds, den er 1910 in Wien besucht.
Infolge seiner Ablehnung des Bolschewismus
flieht er am Ende des Bürgerkrieges aus der Sowjetunion nach Prag
und wird so zum ersten Emigranten der Psychoanalyse. Dort beginnt 1921
der Briefwechsel mit Freud, der ihm Verständnis und Unterstützung
entgegenbringt. Sie diskutieren über Ossipows psychoanalytische Studie
über Tolstois Kindheitserinnerungen, die Interpretation der russischen
Revolution, die Emigration und den Aufbau der Psychoanalyse in Prag.
Lass und über Auschwitz sprechen
Gedenkstätte - Museum - Friedhof: Begegnungen
mit dem Weltkulturerbe Auschwitz
Hrsg.Schaefer, Bettina, Vorwort Micha Brumlik
300 S., Br., € 29,90
978-3-86099-391-0
Gespräche
u. a. mit Noach Flug, Henryk Mandelbaum, Elzbieta Pasternak, Shosh Hirshman,
Werner Nickolai, Teresa Swibocka, Tilman Daiger und Avner Shemesh
In intensiven Geprächen mit
Überlebenden des Holocaust, Mitarbeitern des staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau,
Fachleuten und Besuchern bringt Bettina Schaefer Auschwitz als internationale
Gedenkstätte und Museum den Lesern nahe. Kenntnisse und Erfahrungen
der Gesprächspartner sind eine ausgezeichnete Vorbereitung für
den eigenen Besuch allein oder als Gruppe.
Denn der Besuch von Auschwitz ist
eine tiefgreifende persönliche Erfahrung für jeden, der sich
auf die Erinnerung an den Holocaust einlässt. Darauf haben sich Gedenkstätte
und Museum in kreativer Weise eingestellt und bieten verschiedene Möglichkeiten
der Begegnung mit Auschwitz an.
http://www.lass-uns-ueber-auschwitz-sprechen.eu
Wilfred R. Bion
Raster und Zäsur
Zwei Abhandlungen
edition diskord - Veröffentlichungen des
Klein Seminars Salzburg 12
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
108 S., Br., € 12,90
978-3-86099-571-6
Bions
Werk liegt zu einem großen Teil in der edition diskord vor und wird
dort weiterediert. Seine Erkenntnistheorie macht ihn zu einem Klassiker
und einem der bedeutendsten Theoretiker seit Sigmund Freud und Melanie
Klein.
Bion entwickelte den "Raster" als
Instrument, das dem Analytiker dabei helfen kann, die in der Analysesitzung
angestellten Beobachtungen aufzuzeichnen und auszuarbeiten. Und diese Beobachtungen
sodann auf die Ursprünge, Entwicklung und Transformation psychischer
Elemente und Vorgänge hin zu untersuchen.
In "Zäsur" sondiert Bion die
Beziehung zwischen der physiologischen und der psychischen Geburt zurückgehend
auf eine Bemerkung Freuds. Er erkundet die Möglichkeit, dass eine
pränatale, basale Sensibilität auch nachgeburtlich erhalten bleibt
und das spätere psychische Leben beeinflusst.
BION bei B&A: Leben und Werk, Tavistock-Seminare,
italienische Seminare, Aufmerksamkeit
und Deutung
Guido Meyer
Konzepte der Angst in der Psychoanalyse
Band 2: 1950-2000 /2. Halbband
411 S., Br., € 29,90
978-3-86099-343-9
In diesem zweiten Halbband
von Band 2 werden vorwiegend die Beiträge zur Angst aus der postkleinianischen
Psychoanalyse und von denjenigen Vertretern der Psychoanalyse vorgestellt,
die versuchen, die ich-psychologischen Erweiterungen mit verschiedenen
objektbeziehungstheoretischen Ansätzen zu einer umfassenden Theorie
zu verbinden.
Schwerpunkte sind die Theorien
von Karl König, Wilfred R. Bion, Donald Meltzer, Ronald Britton, Otto
F. Kernberg und Ralph R. Greenson. Es folgt ein Ausblick auf die heutige
Auseinandersetzung mit Angst in der Psychoanalyse.
Durch die Erläuterung der
jeweiligen theoretischen Grundannahmen erhält diese historische Aufarbeitung
eine besondere Vertiefung, so dass dieses Werk auch als Lehrbuch gute Dienste
leistet.
Psychoanalyse in Selbstdarstellungen,
Band I/1
Jacques Berna, Lambert Bolterauer,
Hans Keilson, Judith S. Kestenberg
Mit einem Nachtrag zur Neuauflage, Hrsg. Ludger M. Hermanns
208 S., Br., € 19,90
978-3-86099-366-8
Die vier Autobiographien
dokumentieren Reichtum und Vielfalt der psychoanalytischen Methode in ihrer
Anwendung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten.
Die vier Lebensschicksale zeigen,
wie nicht nur Deutschland vom Zweiten Weltkrieg und der Judenverfolgung
geprägt wurde, sondern auch wie sich die Ereignisse in anderen Ländern
Europas in individuellen Lebensläufen niedergeschlagen haben und direkten
Einfluss auf die spätere Arbeit als Psychoanalytiker hatten, beispielsweise
in der Behandlung von kriegstraumatisierten Kindern.
Darüber hinaus entsteht durch
die Berichte über vier psychoanalytische Karrieren in den unterschiedlichsten
Ausbildungsinstituten und Fachgesellschaften in Europa und Amerika ein
Panorama der Psychoanalyse der letzten fünfzig Jahre.
Hans Hopf
Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen
Diagnose, Indikation, Behandlung
298 S., Br., € 29,90
978-3-86099-375-0
Der
Band versteht sich als Lehrbuch zur psychoanalytischen Krankheitslehre,
speziell der Angststörungen und ihrer Behandlung im Kindes- und Jugendalter.
Außerdem wird die ICD-10 zur Diagnose einbezogen. Die Probleme einer
ausschließlich phänomenologischen Betrachtungsweise werden diskutiert.
Die Indikation einer geeigneten Therapieform sowie die jeweiligen behandlungstechnischen
Herausforderungen werden ebenfalls bei jedem Störungsbild erörtert.
Das Werk Hans Hopfs liefert Kinder-
und Jugendlichen-Psychotherapeuten, Psychologischen Psychotherapeuten,
Kinder- und Jugendpsychiatern und Pädiatern einen wertvollen Leitfaden
zur erfolgreichen Behandlung dieser weitverbreiteten seelischen Erkrankungen.
Ellen Lang-Langer
Trennung und Verlust
Fallstudien zur Depression in Kindheit und Jugend
Schriften zur Psychotherapie und Psychoanalyse von Kindern
und Jugendlichen 18
398 S., Gb., € 39,90
978-3-86099-376-7
Die Kinder
und Jugendlichen, über die Lang-Langer berichtet, erfuhren Trennung
und Verlust als etwas, das früh über sie hereinbrach. Verarmung
des Ichs und Erstarrung in Depression waren die Folge.
Die Autorin gibt Einblick in das
innere Drama der Kinder und den Kampf um die Wiedererlangung der psychischen
Lebendigkeit in der Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse.
Die Kinder und Jugendlichen in
den Fallstudien erfuhren Verlust durch den Tod eines Elternteils, durch
Adoption und Heimunterbringung, durch die Scheidung der Eltern und durch
eine zeitweilige Trennung von einem Elternteil.
Das Spektrum der Erkrankungen umfasst
Entwicklungsstörungen mit vorwiegend neurotischen Anteilen bis hin
zu solchen mit traumatischen und psychotischen Anteilen.
Die psychoanalytische Langzeitbehandlung
deckte die Tendenz zur Verleugnung früher Trennungs- und Verlust¿-
erfahrungen auf und eröffnete
den dringend benötigten Raum, um dem Verlorensein und der Wut, Hilflosigkeit
und Ohnmacht Ausdruck zu verleihen. Die Auflösung der inneren Abwehrhaltung
machte die Therapie schwierig und doch für die Kinder sehr lohnend.
Ellen Lang-Langer, Dr. phil.,
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin in eigener Praxis,
Dozentin, Supervisorin und Leiterin des Ausbildungsbereichs am Institut
für Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in Frankfurt
a. M., Veröffentlichungen in Fachzeitschriften.
Anne Stabrey
Sorge für Dich, so lebst
Du länger
Über Männlichkeit und Männergesundheit
160 S., Br., € 14,90
978-3-86099-595-2
Fakt
ist: Männer leben ungesünder als Frauen, sie sind anfälliger
als Frauen und stärker von
schweren Krankheiten betroffen und sie haben eine kürzere Lebenserwartung.
Bereits mit Vierzig erleiden sie Herzinfarkte, viel häufiger und rund
zehn Jahre vor den Frauen. Auch an Krebs erkranken Männer schon in
jüngerem Alter. Und mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen
sterben an Unfällen und Suiziden. Sind Krankheiten und kürzere
Lebensdauer der Männer etwa von der Natur festgelegt? Unabänderlich?
- Wieso aber lebten dann Mönche in einem Kloster fast so lange wie
Frauen?
Seit Jahren verringert sich die
Differenz in der Lebenserwartung der Frauen und Männer - aber leider
nicht, weil Männer gesünder, sondern weil Frauen kränker
werden. Ein Trend, der sich vermutlich fortsetzt und auf Veränderungen
in der Gesellschaft hinweist.
Baumann, Marcel M. / Birckenbach, Hanne M. / Brandes,
Volkhard
/ Dieterich, Sandra / Gundermann, Hans U. / Suhr, Ulrike
(Hrsg.)
Friedensforschung und Friedenspraxis
Ermutigung zur Arbeit an der Utopie
360 S., Br., € 29,90
978-3-86099-383-5
Eine Bestandsaufnahme liegt hier vor, die den Blick auf
alte und neue Krisenherde in der Welt wirft. Diskutiert werden Wege zur
Überwindung von Gewalt auf individueller, sozialer und politischer
Ebene.
Von der kritischen Friedensforschung zu Erfahrungen praktischer
Friedensarbeit spannt sich der Bogen dieses Sammelbandes. Zugleich reicht
der Blick zurück in die Zeit der ersten Ostermärsche vor einem
halben Jahrhundert und dem Beginn kritischer Friedensforschung wenige Jahre
später. Zu Wort kommen anerkannte Experten verschiedener Generationen
aus Theorie und Praxis, die diese Entwicklungen miterlebt und mitgeprägt
haben oder erst kürzlich eingestiegen sind. Es geht um politische
Strategien aber auch um Wege zur persönlichen Entscheidungsfindung.
Es geht um Möglichkeiten, Konflikte friedlich zu bewältigen,
sei es im Alltag einzelner Menschen und ihrem Umfeld, sei es in zwischenstaatlichen
Konflikten und im Bemühen, die internationale Zusammenarbeit durch
Instrumente gewaltloser Krisenprävention weiter zu entwickeln.
Astrid Messerschmidt
Weltbilder und Selbstbilder
Bildungsprozesse im Umgang mit Globalisierung, Migration
und Zeitgeschichte
272 S., Br., € 29,90
978-3-86099-395-8
Pädagogisch
Handelnde sind eingebunden in weltweite soziale Ungleichheiten. Um Lernprozesse
in Zusammenhängen der Globalisierung und der Einwanderungsgesellschaft
anregen zu können, müssen die eigenen Weltbilder reflektiert
werden.
Wie sehen Lehrende und Lernende
sich selbst in einer globalisierten Gesellschaft? Welches Verhältnis
haben sie zur Einwanderungsgesellschaft entwickelt? In welcher Beziehung
stehen sie zu den historischen Bedingungen ihrer Gegenwart, in der die
Erfahrungen von Kolonialismus und Nationalsozialismus nachwirken?
Aktuelle Formen von Rassismus und
Antisemitismus sind dabei in den Blick zu nehmen.
Christiane E. Winter-Heider
Mutterland Wort
Sprache, Spracherwerb und Identität vor dem Hintergrund
von Entwurzelung
264 S., Br., € 29,90
978-3-86099-358-3
Das
Fehlen der Worte bei Kindern kann nicht allein durch kognitive Mängel
erklärt werden. Denn der Wechsel von einer Sprache zu einer anderen
ist eine psychodynamische Erfahrung, die Einfluss auf die psychische Entwicklung
von Kindern mit Migrationshintergrund und damit auch den zukünftigen
Erwachsenen hat. Missglückte Zweisprachigkeit kann zu psychischer
Entwurzelung und der Beschädigung der sozialen Identität führen.
Ein umfassender Überblick
stellt alle wichtigen psychoanalytischen und entwicklungspsychologischen
Theorien zum Spracherwerb und Grundbegriffe der Semiotik vor, so dass das
Werk auch als Lehrbuch nutzbar ist. Veranschaulicht und überprüft
wird die Komplexität der Wirkfaktoren durch Fallgeschichten von russland-deutschen
Jugendlichen.
Edith Binderhofer
Die Stunde Solomons
Europäische Frauen im Orient
184 S., Br., € 19,90
978-3-86099-396-5
Die
Mehrzahl der Frauen ist ausgewandert, weil sie ihren Männern in deren
Heimatländer folgten, andere weil sie sich aus beruflichen Gründen
dazu entschlossen. Warum schätzt eine deutsche Krankengymnastin, die
gegen ihren ägyptischen Mann einen Scheidungs- und Sorgerechtsprozess
durchfocht, weiterhin ihr Leben in Ägypten? Wie beschreibt eine österreichische
Physiotherapeutin die rasanten Veränderungen in Kuwait und der gesamten
Golfregion in den 1970er Jahren? Was motiviert eine Schweizerin dazu, in
der Türkei ein Projekt für Straßenkinder aufzubauen? Oder
wie erlebt eine 18-jährige Wienerin 1952 die glamouröse Gesellschaft
dieser Zeit in Kairo? Die meisten Frauen wollen nicht mehr zurückkommen.
Trotz ganz unterschiedlicher Lebenswege haben sie im orientalisch-islamischen
Raum eine Heimat gefunden.
Ein Regen aus Kieseln wird fallen
Texte aus dem Exil. Das Writers-in-Exile-Programm
des P.E.N.
Texte von Swetlana Alexijewitsch, Bashana Abeywardane,
Mainat Kourbanova, Faraj Sarkohi, Hamid Skif, Amir Valle u.a.
Hrsg. Sigfrid Gauch /Claudia C. Krauße
398 S., Br., € 26,90
978-3-86099-398-9
"Komm gehen wir/Ein Regen aus Kieseln
wird fallen/Ich höre ein Pferd wiehern/In deine Handteller graben
die Nägel silberne Straßen", heißt es in einem Gedicht
des algerischen Schriftstellers Hamid Skif. Er wurde wegen seiner Berichte
über Folter in seiner Heimat inhaftiert und floh. Wie Skif haben seit
1999 zwanzig Autorinnen und Autoren aus Ländern wie Iran, Sierra Leone,
Sri Lanka, Kuba, Tschetschenien, Simbabwe, Weißrussland oder Türkei
auf Grund des Writers-in-Exile-Programms die Chance bekom-men, ihre Arbeit
vorübergehend im deutschen Exil fortzusetzen.
Hinter jedem der hier zu Wort Kommenden
verbirgt sich ein Schicksal. Oft dauert es lange, bis die Verfolgten darüber
sprechen können und auch innerlich bereit sind, sich auf ihre Exilsituation
einzulassen. Denn weiterhin steht an erster Stelle die Beziehung zur Heimat,
die ja niemand freiwillig verlassen hat.
Während du wegsiehst
Treffen Junger Autoren 2008
Hrsg. Peter Grosz /Barbara T. Pohle
128 S., Br., € 9,90
978-3-86099-587-7
Seit
1986 veranstalten die Berliner Festspiele im Auftrag des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung einen Wettbewerb für junge Schreibende
zwischen 10 und 21 Jahren. Aus weit über tausend Manuskripten hatte
die Jury 21 junge Autorinnen und Autoren ausgewählt und zum "Treffen
junger Autoren" im November 2008 nach Berlin eingeladen. Die vorliegende
Anthologie stellt die Preisträgerinnen und Preisträger vor.
Die Jury hat Autoren gefunden,
die die Erfahrung verbalisieren, dass es, angesichts einer (noch) nicht
zu verantwortenden Welt, notwendig ist, genau hinzuschauen, um im scheinbar
Selbstverständlichen das Irritierende zu entdecken, im Verzerrten
das Reale und in der Verzerrung ein Muster der Zeit. Dass nur so zu erfahren
ist, dass sie, wenn sie auf andere schauen, auf sich selbst schauen und
dabei zur Erkenntnis finden: Während du wegsiehst, passiert das,
was Leben ist.
afrika 2010
Taschenkalender
Hrsg. Volkhard Brandes /Cornelia Wilß
256 S., Br., € 9,90
978-3-86099-594-5
afrika 2010 - informativ und praktisch
für den täglichen Gebrauch!
· ein übersichtliches Wochen-, Monats-
und Jahreskalendarium in deutscher, englischer und französischer Sprache
· Ferientermine, Platz für Notizen, Adressen
usw.
· Fotos und Illustrationen
· Geschichten und Gedichte, Märchen und Mythen
· Sehens- und Lesenswertes aus Kunst und Literatur,
über Musik und Film
· Informationen über die sozialen, politischen
und ökologischen Perspektiven Afrikas
· Beiträge über Afrikaner/innen in Europa,
schwarze Deutsche, Afro-Amerika
· afrikanische Kochrezepte
· Buchtipps und Besprechungen
· nützliche Adressen für Afrika-Fans
"Der kleine, handliche und einfache
Taschenkalender hat immer noch seine Vorteile, - mag er auch die eine oder
andere elektronische Konkurrenz bekommen haben ..." (lehrerbibliothek.de)
"Immer wieder aktualisiert! Ein
liebenswerter Begleiter, der den grauen Alltag im kalten Europa erheitert."
(AfroPort)
"Besonders geeignet ... als Geschenk
für an Afrika interessierte Freundinnen und Freunde!" (Pro Afrika)
"Angereichert mit den wichtigsten
Daten aus der Geschichte Afrikas: Der neue Afrika-Taschenkalender von Brandes
& Apsel passt in jede Hosen- und Handtasche. Die dazwischen gestreuten
Kurztexte lockern das Tram- oder Bahnfahren auf, immer wieder erfährt
man/frau etwas Neues." (afrika-bulletin)
Sievers, Isabel
Individuelle Wahrnehmung, nationale
Denkmuster
Einstellungen deutscher und
französischer Lehrkräfte zu Heterogenität im Unterricht
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-356-9
Welche Hürden genau sind es,
an denen Schüler scheitern, die mit anderen Erstsprachen und einer
anderen Herkunft in die Schule kommen? Neben oft genannten Problemen wie
mangelnden Kenntnissen der Landessprache und Bildungsferne der Familien
geraten die nationalen Bildungssysteme ins Blickfeld.
Auf der Basis von Interviews mit
Lehrkräften und Bildungsexperten aus Deutschland und Frankreich untersucht
die Autorin, welche pädagogischen Handlungsdispositionen und Einstellungen
sich bei Lehrkräften aus beiden Ländern feststellen lassen und
wie diese von Integrationsphilosophien und Bildungspolitik beeinflusst
werden. Sie entwickelt eine Ideenskizze für die Aus- und Fortbildung,
um angehende und praktizierende Lehrkräfte für die Wahrnehmung
von und den Umgang mit Heterogenität zu sensibilisieren.
Hofmann, Gerd
Bolsenasee und Umgebung
Reiseführer
200 S., Br, €
16,00
2. aktualisierte Auflage
978-3-86099-769-7
Der Bolsenasee und seine Umgebung
bieten in geradezu idealer Weise nicht nur Wassersportlern beste Voraussetzungen
für schöne Ferientage. Es kommen auch Urlauber auf ihre Kosten,
die an den vielfältigen historischen Zeugnissen der Region ebenso
Interesse haben wie an der unvergleichlichen Landschaft zwischen Toskana
und Umbrien. Dieser Reiseführer informiert nicht nur über den
Bolsenasee, sondern über eine reizvolle Region Mittelitaliens, die
sich seit Jahren bei Urlaubern wachsender Beliebtheit erfreut. Ein unverzichtbarer
Begleiter für alle, die sich für den Bolsenasee als Urlaubsziel
entscheiden.
Ruth Kronsteiner:
Kultur und Migration in der Psychotherapie
Ethnologische Aspekte in psychoanalytischer und systemischer
Therapie
2. Auflage
448 S., Br., € 29,90
978-3-86099-772-7
Die Verarbeitung von
Migrationskrisen und schweren Traumatisierungen durch struktuelle und familiäre
Gewalt bildet einen Schwerpunkt des Buches, genauso wie die Schicksale
von migrierenden Kindern. Außerdem legt Kronsteiner die transgenerativen
Aspekte der Migration dar mit den damit nicht bearbeiteten Affekten und
Konflikten. Abschließend werden die Übertragungs-Gegenübertragungs-Beziehungen
und -konflikte auf individueller und kollektiver Ebene analysiert. Das
Buch bildet den praxisbezogenen Entwurf für einen kultur- und migrationsspezifischen
Ansatz in der Psychotherapie, der den Nutzen von ethnologischem Wissen
in der therapeutischen Arbeit sowohl mit Aufnehmenden als auch MigrantInnen
darlegt.
Ernst Heimes
Moseltalbrücke
240 S., Br., € 19,90
978-3-86099-590-7
Ein Toter wird unter der Autobahnbrücke
gefunden, die das Moseltal nahe Koblenz spektakulär überquert.
Alles deutet auf Selbstmord hin.
Doch Ako, ein Maler und Freund
des Toten, glaubt nicht daran. Er findet Spuren, die auf ein Verbrechen
verweisen und verdächtigt deutsche Neonazis und die rechtsradikale
kroatische Ustascha. In Kroatien aber eröffnet sich ihm plötzlich
eine neue Fährte ...
Aus der nur oberflächlich
beschaulichen Ruhe des Moseltals führt der Weg nach Kroatien und wieder
zurück an die Mosel.
In Kroatien aber spitzt sich die
Lage zu. Kurzzeitig gerät der Protagonist Ako in die Hände der
Ustascha.
Doch in den kroatischen Bergen,
wo einst die berühmten Winnetou-Filme gedreht wurden, kommen deutsche
Waffenproduzenten, die Bundeswehr, ein von einer Landmine zerrissener Junge
und ein auf Rache sinnender kroatischer Hirte ins Spiel. Die Spur führt
zurück in die Zeit der Balkankriege der frühen neunziger Jahre
und des Zerfalls Jugoslawiens.
Inci Dirim /Katrin Hauenschild /Birgit Lütje-Klose
/Jessica M. Löser /Isabel Sievers
Ethnische Vielfalt und Mehrsprachigkeit
an Schulen
Beispiele aus nationalen Kontexten
192 S., Br., € 19,90
978-3-86099-349-1
Allerdings fällt auf, dass
es verschiedenen Staaten unterschiedlich gut gelingt, Bildungsgerechtigkeit
herzustellen. Inwiefern (mehrsprachige) Kinder mit Migrationshintergrund
schulisch benachteiligt sind oder ihre Ressourcen produktiv genutzt werden,
hängt im Wesentlichen von bildungs- und integrationspolitischen Voraussetzungen
und Aktivitäten in den spezifischen nationalen Kontexten ab.
Die in diesem Band aufgeführten
Beispiele aus Staaten Europas, Amerikas und Afrikas geben Einblicke in
Chancen und Grenzen der Handhabung von ethnischer und sprachlicher Vielfalt
an Schulen, so dass die Erfahrungen anderer Länder genutzt werden
können. Die Beiträge zeigen unterschiedliche Perspektiven für
den Ausgleich sozialer und sprachlicher Benachteiligung auf, ohne Probleme
und Schwierigkeiten vorzuenthalten, und bieten Anregungen für Innovationen
im Umgang mit Multikulturalität und Mehrsprachigkeit an deutschen
Schulen.
Francisco
Marí / Rudolf Buntzel
The Global Chicken
Chicken breast and chicken wings
– But who eats the leftovers?
192 S., Br., € 14,90
978-3-86099-879-3
All we are left with is the illusion
of chicken. The more it is cut up and processed, the greater the power
wielded by large companies, the more chicken farming becomes industrialised
and global. And the results, which are happening worldwide, are smallholdings
are being ruined leading to livelihoods being destroyed in Africa, the
occurrence of new types of animal epidemics, animals becoming simply raw
material suppliers, consumers no longer knowing where their food comes
from.
The authors have studied the convoluted
trade flows of »global chicken«. They have talked to experts
in the industry, debated with decision makers in politics and the economy,
and carried out field research. The results of their research are presented
in this well-documented and knowledgeable book.
Bildband:
Agathe Israel / Björn Reißmann:
Früh in der Welt
Das Erleben des Frühgeborenen
und seiner Eltern
auf der neurologischen Intensivstation
128 S., Br., € 19,90
978-3-86099-870-0
Jedes zehnte Kind wird heutzutage
früh geboren. Die Hightechmedizin ermöglicht, dass immer mehr
Frühgeborene überleben. Ihr körperliches Gedeihen ist das
Kriterium, an dem sich derzeit die Qualität der medizinischen Versorgung
misst. Doch kümmert man sich um die Beseelung des Somatischen? Um
das psychische Überleben?
In den letzten Jahrzehnten wurde
das vorgeburtliche Leben immer intensiver erforscht. Es stellte sich heraus,
dass der Fötus nicht einfach nur heranwächst, sondern dass in
ihm subjektives Erleben existiert. Die neurobiologische Forschung liefert
mittlerweile den Nachweis, dass ein psychisches Erleben existiert, das
alle Körpervorgänge begleitet.
Je intensiver wir versuchen, uns
auf die Welt der Frühgeborenen einzulassen, desto notwendiger wird
es, alles hinter uns zu lassen, was uns an Erfahrung zur Verfügung
steht. Nichts gilt mehr. Wir werden in einem Ausmaß mit Nicht-Wissen
und Nicht-Erfahrung konfrontiert, das wir sonst tunlichst vermeiden.
Dieser Band versucht, Bild, Beobachtung
und Gedanken so zusammenzubringen, dass wir möglichst nahe an das
subjektive Erleben der Frühchen herangeführt werden.
Wir erleben, dass sich frühgeborene
Kinder am Rande des Lebens befinden, in einem psychosomatischen Grenzland,
jenseits vertrauter Begrifflichkeiten. Sensorische und soziale Einflüsse
werden bereits vom Fötus psychisch bearbeitet. Daraus entstehen neuronale
Netze, die die weitere körperliche Entwicklung prägen. Auch entstehen
so erste psychische Entwürfe vom Anderen und sich selbst. Deshalb
ist es einleuchtend, dass nichts einen Säugling mehr in Angst und
Stress versetzt als der plötzliche Verlust der Mutter: ein Umstand,
dem jedes Frühgeborene ausgesetzt ist, wenn es plötzlich und
vorzeitig den Mutterleib verlässt.
Krippen-Kinder in der DDR
Frühe Kindheitserfahrungen
und ihre Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit
(Hrsg. Ingrid Kerz-Rühling /Agathe Israel ) Beiträge
von Agathe Israel, Ingrid Kerz-Rühling, Luise Köhler, Irene Misselwitz,
Peter Vogelsänger und Dagmar Völker
272 S., Br., € 24,90
978-3-86099-869-4
Nach dem ersten Kind war Frau D
ein Jahr zu Hause, nach dem zweiten zwei Jahre: »Das wollte ich einfach,
weil mir der Abschied von dem ersten Kind nach einem Jahr... unheimlich
schwergefallen ist: die mit anderen Leuten zusammen zu lassen.« Als
Frau D zwischen den beiden Kindern wieder arbeitete, war die Tochter sehr
viel krank. In dieser Zeit hat die Großmutter viel ausgeholfen, da
sie gerade in den Ruhestand gegangen war. Der Arbeitsbeginn nach der zweijährigen
Babypause nach dem zweiten Kind fiel ihr sehr schwer. Sie hat oft das Gefühl,
dass alles zu viel ist, möchte aber auch arbeiten: »Ich kann
nicht nur ganz zu Hause sein und Mutter sein. Da fehlt es auch finanziell
vorne und hinten... Ich möchte auch berufstätig sein. Aber ich
weiß nicht..., nach einer gewissen Zeit ist mir alles zu viel. Dann
schaff ich’s zu Hause mit den Kindern nicht mehr, dann schaff ich’s im
Beruf nicht mehr. Dann läuft da viel schief, weil ich einfach den
Kopf nicht frei hab’. Ich kann nicht ein Kind früh abgeben und dann
abschalten. Da kommen eben Anrufe aus dem Kindergarten: ›Fieber, erbrochen,
kommen.‹Oder es sind Termine in der Kinderklinik während der Arbeitszeit...
Ja, das sind eigentlich auch gesellschaftliche Bedingungen, unter denen
ich leide.« Im Moment hat Frau D durchgesetzt, dass sie ein halbes
Jahr verkürzt arbeiten kann. Seit der Geburt der Kinder fühlt
sie sich nicht gesund und denkt viel über sich nach: »Also wenn
ich mit mir alleine bin, dann komme ich so richtig ins Grübeln und
weiß gar nicht so richtig, wer ich bin... Also ich hab mein Leben
voll gepackt mit Reisen, Bekanntschaften und tollen Sachen, Mutterwerden,
aber... Wer ich bin und was ich will, das weiß ich bis heute nicht...
Ich habe das auch nicht verstanden, wie man das überlebt als Baby,
so was. Wenn ich mir meine Kinder angeguckt hab, da haben die doch alle
zwei Stunden die Brust gewollt. Die habe ich doch niemandem in den Arm
gegeben, außer meinem Mann vielleicht...«
In ganz Deutschland wird eine Krippendiskussion
geführt: Wie müssen Krippen aussehen, damit sich die Kleinkinder
körperlich und psychisch gesund entwickeln, wenn es jetzt zur Regel
wird, Kinder ab dem zweiten Lebensjahr außerfamiliär zu betreuen?
Das Buch ist für diejenigen,
die mit der Frühbetreuung von Kleinkindern zu tun haben oder eigene
Kinder in eine Krippe geben wollen. In dem Buch wird den Auswirkungen der
frühen Krippenbetreuung nachgegangen. Dabei wird besonders der körperlich-seelischen
Gesundheit und der Persönlichkeitsentwicklung Aufmerksamkeit geschenkt.
Der spätere Einfluss auf die eigene Elternschaft durch die Verschränkung
von familiären, institutionellen und subjektiven Faktoren wird hervorgehoben.
Die Befunde dieser qualitativen
Untersuchungen stellen die Autorinnen und der Autor in den Kontext aktueller
Entwicklungspsy chologischer Erkenntnisse und psychoanalytischer Konzepte.
Besonderer Wert wird auf den Bezug zu der aktuellen Betreuungsdebatte von
Kleinkindern gelegt. Die Ergebnisse betonen die Qualität der Beziehungen
in den Einrichtungen und messen der Bewältigung von Entwicklungsschritten
der Kinder eine zentrale Bedeutung bei.
Das Buch gibt hervorragend Aufschluss
über die Auswirkungen der Krippenbetreuung in der ehemaligen DDR auf
die Persönlichkeitsentwicklung. Da die subjektiven Erfahrungen aus
der DDR-Zeit fortwirken, beeinflussen sie auch die aktuelle Diskussion,
wie die Krippenbetreuung in Zukunft gestaltet wird.
Triangulierung
Lernen, Denken und Handeln aus
psychonanalytischer und pädagogischer Sicht (Hrsg.
Frank Dammasch /Dieter Katzenbach /Jessica Ruth) Beiträge
von Frank Dammasch, Wilfried Datler, Nina Hover-Reiser, Dieter Katzenbach,
Heinz Krebs, Marianne Leuzinger-Bohleber, Walter Lotz, Bernd Niedergesäß,
Tomas Plänkers, Jessica Ruth, Inke Seifert-Karb, Adelheid Staufenberg,
Kornelia Steinhardt und Katrin Trunkenpolz
240 S., Br., € 24,90
978-3-86099-873-1
Erst seit den 1970er Jahren wird
im Konzept der Triangulierung die Notwendigkeit des Zusammenwirkens von
Mutter und Vater für die frühkindliche Entwicklung der Fähigkeit,
sich in andere hineinversetzen zu können, berücksichtigt. Angesichts
der wachsenden Scheidungsrate muss heute jedoch bedacht werden, ob und
wie die Rolle des Dritten auch von außerfamiliären, institutionellen
Fremdbetreuungsmöglichkeiten übernommen werden kann.
In elf Beiträgen widmen sich
die Autoren auf diagnostische, entwicklungspsychologischpsychoanalytische
und pädagogische Weise den Themen Kindesentwicklung, familiäre
Dreiecksbeziehung und Triangulierung. Durch die Vielfalt der Ansätze
bietet das Buch einen Einblick in die Komplexität des Forschungsgebietes
und schafft eine Verbindung von theoretischen Grundlagen und praxisrelevanten
Überlegungen.
Ulrich Moser :
Traum, Wahn und Mikrowelten
Affektregulierung in Neurose
und Psychose und die Generierung von Bildern
260 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-872-4
In seiner Theorie des Schlaftraums
hat sich Moser von der traditionellen interpretativen Sichtweise gelöst
und ein Modell der Generierung und Transformation von Träumen und
Wahnbildern entworfen. Er beschreibt, wie die Affekte Bilder gestalten,
wie der Traum beginnt und endet, wie er verläuft, wie und warum das
Selbst und die Objekte sich wandeln.
Faszinierend ist, wie virtuelle
Wahnwelten entstehen, das Subjekt sich in schnell wechselnden Beziehungen,
Zeiten und Orten bewegt. Der Leser erfährt, wie Wahnkranke Bilder
malen, von sich erzählen und wie die entworfenen Mikrowelten sie vor
affektiv unerträglichen Katastrophen schützen. Das Geschehen
wird deutlich in einer exakten Methode der Kodierung der Phantasien eingefangen.
Sie erlaubt Vergleiche und erleichtert dem Therapeuten, den Verlauf von
Traum und Wahn mitzuvollziehen.
Jack Novick, /Kerry K. Novick
Ein guter Abschied
Die Beendigung von Psychoanalysen
und Psychotherapien
260 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-871-7
Im Rahmen der therapeutischen Beziehung
beschreiben Jack und Kerry Novick, wie man Themen, die mit der Beendigung
der Therapie zusammenhängen, schon in ihren frühen Phasen erkennen
und bearbeiten kann. Jede Behandlungsphase bringt spezifische Herausforderungen
mit sich, und in jeder Phase besteht das Risiko, dass einer der Beteiligten
die Behandlung vorzeitig beenden möchte. Es werden typische Gefahrensignale
untersucht, auf die zu achten ist, und Techniken vorgestellt, die der Therapie
zugute kommen.
Anhand klinischer Beispiele für
eine Vielfalt psychischer Erkrankungen zeigen die Novicks, wie Patienten
die emotionale Kompetenz erwerben, die notwendig ist, um die Schwierigkeiten
des Lebens zu bewältigen, frühe Verluste zu verarbeiten und neue,
freudig oder traurig stimmende Erfahrungen in die Persönlichkeit zu
integrieren.
Psychoanalyse in Selbstdarstellungen Bd. VII
André Haynal / Lore Reich
Rubin
/ Kaspar Weber / Lutz Rosenkötter
(Hrsg. Ludger M.Hermanns)
208 S., Br., € 19,90
978-3-86099-874-8
Die vier Autobiografien dokumentieren
Reichtum und Vielfalt der psychoanalytischen Methode in ihrer Anwendung
in unterschiedlichen kulturellen Kontexten. Wir werden in diesen vier Lebensschicksalen
aus dem 20. Jahrhundert nicht nur mit der Judenverfolgung im nationalsozialistischen
Deutschland und der erzwungenen Emigration konfrontiert, sondern erfahren
auch, wie sich diese Ereignisse in anderen Ländern Europas in individuellen
Lebensläufen niedergeschlagen haben. Da zwei Autoren aus sychoanalytikerfamilien
stammen, ergeben sich interessante Einblicke in die transgenerationelle
Weitergabe eines Berufsbildes. Darüber hinaus entsteht durch die Berichte
über vier psychoanalytische Karrieren in den unterschiedlichsten Ausbildungsinstituten
und Fachgesellschaften in Europa und Amerika ein Panorama der Psychoanalyse
der letzten fünfzig Jahre.
Zehra Ipsiroglu
Eine andere Türkei
Literatur, Theater und Gesellschaft im Fokus einer
Randeuropäerin
320 S., Br., € 29,90
978-3-86099-877-9
Aus der Perspektive einer »Randeuropäerin«,
die seit Jahren in Deutschland und der Türkei lebt, wirft die Autorin
einen Blick auf beide Länder, die durch lange Jahre der Migrationsbewegung
eng verbunden sind, sich aber trotzdem fremd geblieben sind.
Ipsiroglu erzählt von einer
modernen türkischen Kultur, deren Vielfalt wenig bekannt ist. Türkische
und deutsch-türkische Schriftsteller, Theaterautoren und ihre Werke
werden vorgestellt, ergänzt durch kurze Geschichten.
Das Buch bietet einen Überblick
über türkisch-deutsche Beziehungen in Literatur und Theater,
der Anregungen für die interkulturelle Praxis geben kann.
Thilo Thielke
KENIA
Reportagen aus dem Inneren eines
zerrissenen Landes
220 S., Br., € 19,90
978-3-86099-868-7
Thilo Thielke, Geboren 1968, arbeitete von
1985 bis 1990 für die Neue Presse, Hannover, danach wechselte er zum
SPIEGEL nach Hamburg. Dort war er von 1990 bis 1997 Redakteur bei SPIEGEL
TV, von 1997 bis 2000 Redakteur im Deutschlandressort, 2001 Redakteur im
Sportressort, 2002 Redakteur im Auslandsressort des SPIEGEL, seit 2003
Korrespondent des SPIEGEL in Nairobi, ab Juli 2008 Korrespondent in Bangkok.
Thielke schrieb folgende Bücher: An Gott kommt keiner vorbei. Das
Leben des Reinhard Stan Libuda (1997), Eine Liebe in Auschwitz (2000),
Krieg im Lande des Mahdi (2006).
Jürgen Bacia /Dorothée Leidig:
>>Kauft keine Früchte aus
Südafrika!<<
Geschichte der Anti-Apartheid-Bewegung
356 S., Br., € 29,90
978-3-86099-875-5
Mit diesem Buch liegt jetzt die
bisher einzige Darstellung der Anti-Apartheid-Bewegung vor. Wichtige Kongresse,
Aktionen und Demonstrationen, besonders ab Mitte der 1980er Jahre, als
das Regime in Südafrika in seine entscheidende Krise schlitterte,
werden beschrieben und anhand zahlreicher Dokumente belegt. Darüber
hinaus gewähren Bacia und Leidig einen guten Einblick in die internen
Diskussionen der AAB, etwa wenn es um das Verhältnis der AAB zu den
Befreiungsbewegungen in Südafrika und Namibia ging.Die Anti-Apartheid-Bewegung
(AAB) wurde 1974 ins Leben gerufen. Ziel der Initiatoren war es, die Zusammenarbeit
von Politik, Wirtschaft und Kirchen der BRD mit dem südafrikanischen
Apartheidstaat anzuprangern. Es entwickelte sich ein dichtes Netz von Bündnispartnern
aus Kirchen, außerparlamentarischen Gruppen und Initiativen, aber
auch aus Parteien und Gewerkschaften. Eine der ersten öffentlichkeitswirksamen
Kampagnen stand unter der Parole »Kauft keine Früchte aus Südafrika!
Baut nicht mit an der Mauer der Apartheid«.
Brot für die Welt:
Fünf Jahrzehnte kirchliche
Entwicklungszusammenarbeit
Mit einem Geleitwort von Agnes Abuom und Erhard Eppler
192 S., Br., € 14,90
978-3-86099-876-2
Hilfe zur Selbsthilfe, Kapazitätsbildung,
Empowerment – die Schlagwörter wechseln, doch es sind immer die Menschen,
die im Mittelpunkt der Entwicklungsansätze von Brot für die Welt
stehen. Solche Prozesse unterliegen einer Vielfalt von Einflüssen
und verlaufen nicht linear. Mit der hier vorliegenden Wirkungsdokumentation
will Brot für die Welt Veränderungen und Lernprozesse in der
nichtstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit sichtbar machen.
Für die Arbeitsfelder »Ländliche
Entwicklung«, »Geschlechterge rechtigkeit« sowie die
»Entwicklungspolitische Inlandsarbeit« wurden in drei Studien
die Konzeptionsentwicklung von Brot für die Welt seit der Gründung
im Jahr 1959 nachgezeichnet und in insgesamt 21 Fallstudien konkrete Veränderungsprozesse
und Wirkungen dokumentiert.
Das Buch erscheint anlässlich
desfünfzigjährigen Bestehens der evangelischen Hilfsorganisation
Brot für die Welt. Es enthält Beiträge von Lothar Brock,
Cornelia Füllkrug-Weitzel, Eberhard Gohl, Ekkehard Kürschner,
Christine
Lottje, Danuta Sacher, Klaus Seitz, Heide Trommer.
Staatliche Herrschaft und kommunale Selstverwaltung:
Dezentralisierung in Kamerun
(Hrsg. Katja Werthmann /Gerald Schmitt)Mit Beiträgen
von Thomas Bierschenk, Hildegard Dietz, Christine Fricke, Lisa-Marie Harlfinger,
Ellen Hoffers, Andreas Mehler, Corinna Sager, Benjamin Siekmann, Alexandra
Vlantos u. a.
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-348-4
Die unter dem Druck der Demokratiebewegungen
seit den neunziger Jahren begonnene Dezentralisierung der staatlichen Verwaltung
in afrikanischen Ländern soll eine Vielzahl an Erwartungen erfüllen.
Dazu gehört auch die wirksame Bekämpfung der Armut durch eine
effektivere Beteilung der Bürger und die Verlagerung staatlicher Dienstleistungen
an die neu geschaffenen Gemeinden.
Die hier vorgelegten Fallstudien
aus acht Kommunen verschiedener Regionen Kameruns zeigen die Potenziale
und Schwierigkeiten, die diese Reform mit sich bringt: auf der einen Seite
größere Mitspracherechte und politische Beteiligung der Bürger,
auf der anderen Seite lang andauernde Machtkämpfe zwischen Staat,
Gemeinden, Lokalpolitikern und traditionellen Oberhäuptern, die den
Reformprozess aufhalten und teilweise positive Effekte verhindern.
Wolfgang Hermann Körner :
Liebermanns Mythen
Roman
200 S., Gb., € 19,90
978-3-86099-531-0
Körner wirft einen vielfältig
gebrochenen Blick auf die Widersprüche und Mängel des Menschen
und die Leiden unserer Epoche. Zugleich lässt er seine Protagonisten
fragen, ob Literatur – zu deren Wesensart es doch gehört, nicht nur
die Sünden, sondern auch die Tugenden zu benennen – noch etwas zu
bewirken vermag in einer Zeit, in der so viele aus dem Land ihrer Träume
und Illusionen geworfen werden.
Vor dem Umsteigen - Jahrbuch für Literatur 14
300 S., Br., € 22,00
978-3-86099-532-7
»Vor dem Umsteigen«
heißt die titelgebende Erzählung von Myriam Keil, in der man
sich die Frage nach Veränderung oder Stillstand stellt, in der es
der Ich-Erzählerin aber vielleicht auch um die Eintrittskarte zu einem
anderen Leben geht.
In Martina Webers Gedichten steht
man auf alle Fälle »kurz vor dem ausgang« – das neue Jahrbuch
für Literatur versammelt viele Stationen...
Die Balance finden
Psychologische Beratung mit
bikulturellen Paaren und Familien
(Hrsg.: iaf)
184 S., Br., 14,90
978-3-86099-744-4
Warum suchen bikulturelle Paare
und Familien eine Beratungsstelle auf? Welches sind mögliche »Kulturfallen«?
Welche Strategien haben sich in der Beratung erfolgreich gezeigt?
Die AutorInnen berichten aus der
Praxis und schreiben verständlich über Chancen und Risiken der
interkulturellen Beratung. Ein hilfreiches Buch für BeraterInnen und
Ratsuchende.
In bikulturellen Familien und Partnerschaften
spielt die Erfahrung einer anderen kulturellen Herkunft und Bindung, manchmal
auch einer anderen Religion, eine Rolle. Familien sind deshalb vor Herausforderungen
gestellt, die individuell und kreativ gelöst werden müssen. Sie
können zur Zerreißprobe oder zum Labor neuer Chancen werden.
Bikulturelle Erfahrungen wirken
sich auch auf die Beratungssituation aus. Die Situation im interkulturellen
Beratungssetting gleicht einem Seiltanz. Die BeraterInnen können mit
Situationen konfrontiert werden, die Fremdheit, Angst, Abwehr oder Unsicherheit
erzeugen. Von Bedeutung ist das Wissen über andere kulturelle Werthaltungen,
Normen, Verhaltensweisen und Moralvorstellungen. Es kann jedoch auch zu
Stereotypisierungen führen und eine wahrhaftige Begegnung mit den
Ratsuchenden verhindern.
Rose Ahlheim
Gitter vor den Augen
Innere und äußere
Realität in der psychoanalytischen Therapie von Kindern und Jugendlichen
240 S., Br., 24,90
978-3-86099-748-2
Die Frage nach dem dialektischen
Verhältnis von »innerer« und »äußerer«
Welt bildet den theoretischen Rahmen für zehn lebendig erzählte
Fallgeschichten. Aus ihnen allen wird deutlich, wie die Symptombildungen
und Auffälligkeiten der Kinder und Jugendlichen – ob es sich um schwere
Lernblockaden handelt, um eine Hautkrankheit, eine Ess- oder Kontaktstörung,
um Durchbrüche von destruktiver Aggression oder um ängstlichen
Rückzug – einen verborgenen Sinn für die Patienten erfüllen.
Was nach außen als Störung erscheint, kann »innen«
die unbewusste Bedeutung eines Schutzes vor Angst und Schmerz haben und
kann im intersubjektiven Verstehen entschlüsselt werden.
Inhalt:
1. Einleitung
1.1 An der Schnittstelle zwischen
»innen« und »außen« – Kampfszenen aus einer
Kindertherapie
1.2 Die Einzelfallgeschichte als
Beitrag zur Theoriebildung
2. »Innen« und »außen«
im psychoanalytischen Diskurs
2.1 »Primärer Narzissmus«
und »Symbiose«
2.2 Empirische Forschung und der
Eigencharakter der Psychoanalyse
2.3 Das Außen im Innern:
»innere Objekte«
2.4 Trieb, Aggression, Destruktion
2.5 Der Stellenwert der lebensgeschichtlichen
Faktizität im therapeutischen Prozess
2.6 Der Kontakt mit dem Inneren
des Anderen: Fremdpsychisches szenisch verstehen
3. Szenisches Verstehen in der psychoanalytischen
Diagnostik:
Zwei Fallbeispiele
3.1 »Alberto« – wie
ein frühes Trauma sich szenisch abbildet
3.1.1 Bearbeitungsschritte: Gedächtnisprotokoll,
Fallkonferenz, Diagnoseprofil
3.1.2 Das psychoanalytische Erstinterview
mit »Alberto«
3.1.3 Das Diagnoseprofil im Fall
Alberto
3.1.4 Das Gespräch mit Albertos
Mutter
3.1.5 Schlussfolgerungen der Fallkonferenz
3.2 »Sascha« – szenische
Darstellung einer Beziehungsstörung im Erstinterview
3.2.1 Auftakt der Begegnung
3.2.2 Das erste Elterngespräch
3.2.3 Das Kinderinterview
4. »Bis ins dritte und vierte
Glied«
Das Verfolgungstrauma in der Enkelgeneration
4.1 Einleitung
4.2 Auftakt der Therapie
4.3 Das Kinderinterview
4.4 Informationen nach Therapiebeginn
4.5 Aus der Lebensgeschichte der
Eltern
4.6 Der Niederschlag des Verfolgungstraumas
in der psychischen Organisation des Kindes
4.7 Probleme von Übertragung
und Gegenübertragung
4.8 Schritte zur Aufl ösung
der Übertragungskonstellation
4.9 Gesehenwerden und Sich-sehen-Lassen
4.10 Zusammenfassung
4.11 Nachtrag 2007
5. Salz auf der Haut und Tintenwolke
Über die Verwendung der Neurodermitis
im psychischen Abwehrsystem zweier Vorschulkinder
5.1 Vorbemerkung
5.2 Lena
5.2.1 Das Erstinterview mit Lena
5.2.2 Der Therapieverlauf
5.2.3 Zusammenfassung
5.3 Florian
5.3.1 Zur Vorgeschichte
5.3.2 Das Erstinterview mit Florian
5.3.3 Die erste Therapiephase
5.3.4 Ein Wendepunkt
5.3.5 Der Fortgang der Therapie
5.4 Schlussfolgerung
6. »Ich will doch gar nicht
wissen, was da steht!«
Zur Psychodynamik der Lese-Rechtschreib-Störungen
Zwei Fallgeschichten
6.1 Vorbemerkung: Neuere Befunde
zur Psychodynamik der Legasthenie
6.2 Lesenlernen als Eroberung eines
phantasmatischen Raumes: »Berti«
6.2.1 Vorgeschichte
6.2.2 Die Rolle des Spracherwerbs
im Separationsprozess des Kindes
6.2.3 Die Leselernstörung
als Ausdruck eines Wiederannäherungs-Konfliktes
6.3 Rechtschreibung als Wiedererkennen:
»Anette«
6.3.1 Vorgeschichte
6.3.2 Auftakt: Eine gelungene Symbolisierung
6.3.3 Ein Bild-Symbol, das keine
Bedeutung haben darf
6.3.4 Die Schriftzeichen als Bildsymbole
6.4 Schlussfolgerung
7. Sehnsucht und Destruktion. Zeitgefühl
und Selbstkohärenz in der Behandlung eines mehrfach traumatisierten
Jungen
7.1 Vorgeschichte
7.2 Der erste Kontakt
7.2.1 Das Erstinterview
7.2.2 Zur Bedeutung primärer
»Bemutterung« für das Kontinuitäts- und Selbstgefühl
– diagnostische Überlegungen
7.3 Therapieverlauf
7.3.1 Sexualisierung
7.3.2 Neid, Hass und Vergeltungsangst
7.3.3 Konstruktion einer Kindheit
im Spiel
7.3.4 Destruktives Agieren in der
Übertragungsbeziehung
7.3.5 Annäherung an eine frühe
Überstimulierung
7.4 Resümee
8. »Ich habe es wohl gewusst,
aber nicht verstanden«
Agieren und Sinnverstehen in der
Psychotherapie einer Jugendlichen mit Essstörung
8.1 Erste Begegnung
8.1.1 Kontaktaufnahme und Erstinterview
8.1.2 Weitere Informationen zu
Beginn
8.2 Der Therapieverlauf
8.2.1 Gute Mutter – schlechte Mutter
8.2.2 Der Überfall
8.2.3 Unfälle
8.2.4 Wut und Schmerz
8.2.5 Trauer und Separation
8.2.6 Stabilisierung
9. »Gitter vor den Augen«
Gescheiterte Individuation
9.1 Das interdisziplinäre
Forschungsprojekt »Konfliktgeschichten unbeschulbarer Jugendlicher«
9.2 Pierres Konflikte mit der Schule
und die Geschichte einer fast vergeblichen Hilfs- und Fördermaßnahme
9.2.1 Kindergarten und erstes Schuljahr
9.2.2 Beginn einer sonderpädagogischen
Hilfsmaßnahme
9.2.3 Erste Irritationen unter
den pädagogischen Helfern
9.2.4 Offene Konflikte
9.2.5 Stillstand
9.2.6 Rückblick
9.3 Kennzeichen der Interaktion
in diesem Hilfeprozess
9.4 Die psychoanalytische Falluntersuchung
9.4.1 Das Erstgespräch mit
den Eltern
9.4.2 Das erste Kinderinterview
9.4.3 Kommentar zu Elterngespräch
und erstem Kinderinterview
9.4.4 Das zweite Kinderinterview
9.4.5 Aus dem abschließenden
Elterngespräch
9.4.6 Auswertung: Scham, Beschämung
und Schamlosigkeit
9.5 Die Dynamik in den sozialen
Beziehungen und die Psychodynamik: Gemeinsame Merkmale
10. Schluss
Seid realistisch,
fordert das Unmögliche!
Volkhard Brandes
Paris Mai ´68
Plakate /Karikaturen /Fotos
der Revolte
100 S., Br., 16,90
978-3-86099-118-3
Die Ecole Nationale Supérieure
des Beaux-Arts in Paris wurde im Mai/Juni 1968 von den Studierenden besetzt
und zum »Atelier populaire« (»Volksatelier«) umgewandelt.
Ungefähr 350 verschiedene Plakate wurden dort in Hunderttausenden
von Exemplaren kollektiv produziert. Auch Frankreichs Karikaturisten unterstützten
mit spitzer Feder die Bewegung.
Plakate und Karikaturen stießen
auf ein weltweites Interesse. Auch in Deutschland fanden sie weite Verbreitung:
Die bissige Kritik der bestehenden Verhältnisse faszinierte ebenso
wie die Visionen von einer egalitären, emanzipierten Gesellschaft.
Dieser Band macht eine repräsentative
Auswahl der Plakate und Karikaturen neu zugänglich. Die hinzugefügten
Fotos dokumentieren den Raum, in dem die Plakate ihre agitatorische Wirkung
besonders entfalteten: die Wände von Paris. Ausführliche Erläuterungen,
Übersetzungen und eine Zeittafel erleichtern den Zugang zur politischen
Kunst des Mai ’68.
Susanne Döll-Hentschker
Die Veränderung von Träumen
in psychoanalytischen Behandlungen
Affekttheorie /Affektregulierung /Traumkodierung
440 S., Br., 39,90
978-3-86099-749-9
Die Untersuchung von Träumen
und deren Bedeutung innerhalb der Psychoanalyse spielt seit Freuds Traumdeutung
eine wichtige Rolle. Im 21. Jahrhundert hat sich die Traumanalyse als Teil
der empirischen Verlaufs- und Erfolgsforschung etabliert. Voraussetzungen
für diese Art der Forschung sind die genaue Dokumentation von Träumen
sowie Kodiersysteme, die zuverlässig überprüft und gleichzeitig
im psychoanalytischen Denken eingebettet sind. Optimale Träume gibt
es zwar auch nach gelungenen Psychoanalysen nicht und optimale Theorien
und Kodiermethoden sind Träume. So ist das von Susanne Döll-Hentschker
nun vorgelegte Kodiersystem wissenschaftlich einsetzbar.
Inhalt:
1. Einleitung
1.1 Begriffsdefinitionen
1.2 Inhaltlicher Überblick
2. Emotionstheorien
2.1 Psychophysiologische und neurobiologische
Ansätze
2.2 Evolutionstheoretische Ansätze
Exkurs 1: Kontroversen um das Konzept
der Basisemotionen
2.3 Kognitionstheoretische Ansätze
2.4 Zusammenfassung und Diskussion
3. Psychoanalytische Affekttheorien
3.1 Affekttheoretische Annahmen
bei Freud
Exkurs 2: Unbewusste Affekte?
3.2 Affekttheoretische Ansätze
nach Freud
Exkurs 3: Affekttheorie als Ablösung
der Triebtheorie?
3.3 Zusammenfassung und Diskussion
4. Affektregulierung
4.1 Affektregulierung in der Entwicklungstheorie
und -forschung
4.2 Empirische Forschung zur Affektregulierung
bei Erwachsenen
4.3 Klinische Konzepte der Affektregulierung
in der Psychoanalyse
4.4 Zusammenfassung und Diskussion
5. Träumen als Affektregulierung
5.1 Das Modell der Traumgenerierung
5.2 Der Traum als Abfolge von Situationen
5.3 Zur Struktur des Kodierungssystems
6. Empirische Untersuchung
6.1 Hypothesen
6.2 Untersuchungsmaterial und Studiendesign
6.3 Manual zur Traumkodierung nach
Moser & von Zeppelin
6.4 Inter-Rater-Reliabilität
6.4.1 Segmentierung
6.4.2 Kodierung
7. Darstellung der Ergebnisse
7.1 Allgemeine Ergebnisse
7.2 Einzelfallbetrachtung
7.2.1 Fall 1
7.2.2 Fall 2
7.2.3 Fall 3
7.2.4 Fall 5
7.3 Vergleich der Fälle
7.4 Zusammenfassung und Diskussion
der Ergebnisse
8. Abschließende Zusammenfassung
und Forschungsausblick
9. Manual zur Traumkodierung nach
Moser & von Zeppelin
Henriette Clara Herborn
Henris Welt
Erzählungen
120 S., Br., 12,90
978-3-86099-530-3
Juliet Hopkins
Bindung und das Unbewusste
Ein undogmatischer Blick in die kinderpsychoanalytische
Praxis
272 S., Gb., 29,90
978-3-86099-745-1
Das Buch enthält Erfahrungen
aus der jahrzehntelangen Arbeit als Kinderpsychoanalytikerin, in denen
es um die Integration psychoanalytischer Theorie und Bindungstheorie in
klinische Beobachtung und Praxis geht.
Das Bestechende an den Schriften
von Juliet Hopkins besteht in der Mischung ihrer umfangreichen und genauen
Sachkenntnis, die die theoretischen Ansätze von Melanie Klein, Donald
W. Winnicott, John Bowlby und Mary Main sowie Mary Ainsworth ebenso umfasst
wie die Anna Freuds, Selma Fraibergs und Daniel Sterns. Hinzu kommen der
weitreichende Einblick, den sie in ihre psychoanalytische Praxis gewährt,
sowie ihre detaillierten, differenzierten und klaren Analysen.
Ihre genaue, kenntnisreiche, traditionsbezogene
und gleichzeitig freidenkende und -handelnde Art erlauben neue Erkenntnisse
für die psychoanalytische Praxis.
»Schreiben«, so Hopkins,
»ist meinem Bedürfnis entsprungen, die Erfahrungen aus meiner
Praxis für mich zu verarbeiten und Kollegen und Ausbildungskandidaten
in ihrer therapeutischen Arbeit zu ermuntern. Ich hatte immer Gefallen
an der Beschäftigung mit ungewöhnlichen Fallgeschichten, weil
sie in besonderer Weise dazu herausfordern, Erklärungen für das
zu suchen, was es zu verstehen gilt.«
Das interkulturelle Klassenzimmer
(Hrsg.: Beate Schnabel/Mariagracia Bianchi Schaeffer)
176 S., Br., 14,90
978-3-86099-203-6
Interkulturalität prägt
zwar den Alltag in unseren Schulen, ist aber in der Institution Schule
nicht strukturell verankert. Gegenstand und Ziel von Lernen und Unterricht
sind monokulturell ausgerichtet. Interkulturelle Initiativen bleiben die
Ausnahme. Welche Probleme entstehen daraus? Welche Chancen werden vertan?
Kann sich die Schule verändern?
Aus der Perspektive der Klassengruppe,
von einzelnen SchülerInnen, wie auch von LehrerInnen werden Fragen,
Unsicherheiten, Irritationen herausgearbeitet, die sich in der Zusammenarbeit
in multiethnischen Gruppen in der Schule herstellen. In Interviews kommen
die Akteure zur Sprache. Aus der verstehenden Perspektive der Dynamik in
Jugendlichengruppen, unter Berücksichtung einiger theoretischen Beiträge,
werden Anregungen für ein besseres Verständnis des schulischen
Alltags gegeben. Durch das Schlüsselloch ins interkulturelle Klassenzimmer
zu blicken, macht den Reiz dieses Bandes aus. Praxisnah und dicht an den
Akteuren in der Schule, den Schülern und den Lehrern, erklären
die Autoren, welche Probleme, aber vor allem welche Potentiale in multiethnischen
Lerngruppen liegen. Der Schlüsselbegriff dazu lautet Interkulturelle
Kommunikation.
Ein Staat
verschwindet:
Dominic Johnson
Kongo:
Kriege, Korruption und die Kunst
des Überlebens
184 S., Br., 17,90
978-3-86099-743-7
Die Spannungen, die zu den Kongo-Kriegen
seit 1996 führten, wurden durch den Friedensschluss 2003 und die Wahlen
2006 nicht gelöst. Obwohl reich an Rohstoffen zählt der Kongo
zu den ärmsten Ländern der Welt.
Demokratische Entwicklungen werden
immer wieder von den jeweiligen Machthabern sabotiert. In Kongos Ostregion
Kivu tobt bis heute ein grausamer Milizenkrieg, der die Gesellschaft zerreißt.
Längst organisieren die Kongolesen
ihr Leben selbst. Kern aufgaben des Staates werden an der Basis organisiert
und gegen staatliche Machtansprüche behauptet – von Schulbildung bis
hin zur bewaffneten Selbstverteidigung. Der Erfindungsreichtum der Kongolesen
und ihre Fähigkeit, aus dem Nichts etwas zu schaffen, sind legendär.
Nur so konnten sie die vergangenen hundert Jahre kolonialer Gewalt, postkolonialer
Willkür und zeitgenössischen Staatszerfalls überstehen.
Einer der besten deutschsprachigen
Kenner des Kongo erklärt die Hintergründe der Kriege des Landes
und beschreibt, wie die politischen und wirtschaftlichen Konflikte in Zentralafrika
die Gegenwart prägen. Johnson, der entlang der Menschen schreibt und
forscht, erklärt, warum die ungelösten Probleme des Kongo Sprengkraft
für ganz Afrika besitzen. Das Buch schließt eine Lücke
auf dem deutschsprachigen Buchmarkt.
Psychoanalyse des Vaters
Klinische Erfahrungen mit realen, symbolischen und
phantasierten Vätern
(Hrsg.: Hans-Geert Metzger)
200 S., Gb., 24,90
978-3-86099-747-5
Kinder, die mit einem real abwesenden
Vater aufgewachsen sind – oder mit einem Vater, der innerlich abwesend
ist –, schwanken zwischen Idealisierung und Entwertung und haben oft keine
Chance, ihr Bild im Kontakt mit einem Vater zu bearbeiten. Oft bleiben
lebenslange Probleme in der Gestaltung von Partnerschaften und Probleme
bei der Bewältigung lebensgeschichtlicher Krisen zurück. Doch
auch heute noch wird die Macht des Vaters deutlich, der einerseits eine
Orientierung geben, der aber andererseits mit seiner Autorität erdrücken
kann. Der Vater bindet somit seine Kinder bis ins Erwachsenenalter so an
sich, dass die Entwicklung zur Autonomie in pathologische Gleise gerät.
Schließlich finden sich Beiträge zur Suche der Väter nach
einer partnerschaftlichen Gestaltung der Vaterschaft mit ihren psychodynamischen
Hintergründen.
Inhalt:
Hans-Geert Metzger
Prolog: Vaterimago und realer Vater
Heribert Blaß
Der lange Schatten des Vaters
Zur Dynamik eines transgenerationellen
Vater-Sohn-Konflikts
Tomas Plänkers
Der ersehnte und abgelehnte Vater
Zur Psychodynamik einer Vaterlosigkeit
Friedrich Markert
»Nur wer die Sehnsucht kennt,
weiß, was ich leide«
Früher Vaterverlust: Eine
Liebesgeschichte mit dem Analytiker-Vater
Hans-Geert Metzger
Der imaginierte Vater und die Erfahrung
der realen Begegnung
Martin Teising
Zur Bedeutung des Vaters für
Männer im höheren Lebensalter
Bettina Daser
Generationenwechsel in Familienunternehmen
Sind Töchter nur als Vatertöchter
erste Wahl?
Britta Heberle
Die so genannten neuen Väter
Cornelia Wegeler-Schardt und Angela
Köhler-Weisker
Ohne Vater werden Mutter und Kind
kein Paar: Triade und Dyade
Zwei Fallbeispiele aus der Frankfurter
Baby-Ambulanz
Marita Barthel-Rösing
Vom fehlenden zum hinreichend guten
Vater
Aus der Behandlung eines Mädchens
mit Todesangst
Jörg M. Scharff
Denken von zuvor Ungedachtem
Urszene und symbolische Vaterreferenz
Frank Dammasch
Der ruhelose Junge, die frühe
Differenzerfahrung und der entwertete Dritte
Hans-Geert Metzger
Epilog: Die Beziehung zum Vater
– Liebe, Hass, Enttäuschung, Sehnsucht
Jochen Raue
Aggressionen verstehen
Psychoanalytische Fallstudien von Kindern und Jugendlichen
173 S., Gb., 24,90
978-3-86099-746-8
Auch Kinderpsychotherapeuten sehen
sich immer öfter dem Druck ausgesetzt, schnell und kostensparend Abhilfe
schaffen zu sollen. Dabei geht verloren, dass die Störungen in der
Integration aggressiver Verhaltensweisen oftmals Ausdruck einer sehr langen
misslungenen Entwicklung sind, die einen langen therapeutischen Prozess
hin zu einer besseren Integration der Aggression erfordert. Der Kinderpsychoanalytiker
setzt sich so mit starken zerstörerischen Kräften und mangelnder
Impulskontrolle auseinander und überführt diese im Erfolgsfall
in konstruktive Bahnen. Zahlreiche Ansätze versuchen, auf der Verhaltensebene
mit Trainings, Maßregeln und pädagogischem Eingreifen einer
steigenden Zahl aggressiver Handlungen und Auffälligkeiten Herr zu
werden. Das Ziel ist, möglichst schnell und effektiv die aggressiven
Kinder und Jugendlichen funktionsfähig zu machen.
Inhalt:
Einleitung
1. Kapitel – Christoph: Aggression
als Beziehungsmöglichkeit
- Die Erstgespräche
- Überlegungen zu den Erstgesprächen
- Therapieverlauf
- Überlegungen zum Therapieverlauf
- Zwischenspiel: Krisenintervention
- Die zweite Therapie
- Schlussbemerkungen
2. Kapitel – Martin: Aggression
und sadistische Übertragung
- Das Erstgespräch mit dem
Jugendlichen
- Die Eltern
- Drei weitere Gespräche mit
Martin
- Martins Geschichte
- Psychodynamik zum Therapiebeginn
- Der erste Therapieabschnitt
- Der weitere Therapieverlauf
- Schlussbemerkungen zur Psychodynamik
3. Kapitel – Aggression, Suizidalität
und Gegenübertragung
- Einige Bemerkungen zur Gegenübertragungsanalyse
bei Suizidalität
- Jana
- Schlussüberlegungen zum
Fall
4. Kapitel – Behandlungsabbruch
und negative therapeutische Motivation
- Die negative therapeutische Motivation
- Tony
- Überlegungen zum Verlauf
- Lea
5. Kapitel – Felix: Reinszenierung
traumatischer Aggression
- Die Erstgespräche
- Die Gespräche mit Felix
- Lebensgeschichte
- Behandlungsverlauf
- Die 90. Stunde
- Einige Anmerkungen zur Elternarbeit
- Anmerkungen zur Psychodynamik
traumatischer Aggression
6. Kapitel – Der abwesende Dritte:
vom aggressiven Agieren
zur symbolisierten aggressiven
Phantasie
7. Kapitel – Kevin: Verwahrlosung
und Aggression Anamnese
- Psychodynamische Überlegungen
- Der Therapieverlauf
8. Kapitel – Die Gegenübertragung
und ihre Abweichungen in der Begegnung mit schwer antisozial gestörten
Jugendlichen
9. Kapitel – Kevin: Psychoanalytisch-
therapeutische Begleitung und Behandlung an einer Schule für Erziehungshilfe
- Die Konzeption
- Der therapeutische Rahmen und
die Indikation für eine Arbeit an der Schule
- Die Kooperation mit den Institutionen
- Missverstehen und Abwehr der
Destruktion
- Mangelnde Perspektiven
10. Kapitel – Wiederholungszwang
und institutionelle Aggression im Alltag
- Verleugnung der Aggression am
Beispiel Neonazismus
- Aggression und Institutionen
– institutionelle Aggression
11. Kapitel – Entwicklungspsychologische
Überlegungen zur Aggression und der Umgang mit ihr in der psychoanalytischen
Therapie
- Überlegungen zur Entwicklungspsychologie
der Aggression in der frühen
Kindheit und zur Aggressionsentwicklungsstörung
- Der Umgang mit extremen Situationen
in der Therapie
- Das Ziel der Behandlung von schweren
Aggressionsentwicklungsstörungen
Dörte Rompel
Rebellen oder Patrioten?
Jugend im politischen Prozess
der Cote d´Ivoire von 1990 bis heute
168 S., Br., 15,90
978-3-86099-346-0
Bis zur Einführung des Parteienpluralismus
im Jahr 1990 versuchten die Machthaber in der Côte d’Ivoire der Autonomisierung
der Jugend hauptsächlich durch Kooptation und Repression entgegenzusteuern.
In den 1990er Jahren wurde politisierte Ethnizität zur wichtigsten
Methode der Herrschaftssicherung. Die politischen Eliten entwickelten das
ethnonationalistische Konzept der Ivorität, um die Bevölkerung
in autochthone Ivorer und Ivorer zweifelhafter Herkunft bzw. Ausländer
zu spalten. Die Politisierung ethnischer Identitäten hat vor allem
das politische Handeln der Jugendlichen maßgeblich mitbestimmt. Einst
im Kampf für die Demokratisierung des autoritären Systems vereint,
sind sie zu bedeutenden Akteuren sowohl auf Seiten der inkludierten als
auch der exkludierten gesellschaftlichen Gruppen avanciert.
Diese politikwissenschaftliche
Studie untersucht die jugendlichen Akteursgruppen im politischen Wandel.
Damit vermittelt sie einen Einblick in die Komplexität der andauernden
Krise des Landes und liefert Impulse für die Forschung über Jugend
und Politik in Afrika insgesamt.
Im Blick der Anderen
Auf ethnologischer Forschung in Mali
(Hrsg.: Röschenthaler/Diawara )
Beiträge von Francis Djomeda,
Melanie Gärtner, Lena Kroeker, Dörte Rompel, Kathrin Schreivogl,
Imke Schulte-Löbbert
160 S., Br., 14,90
978-3-86099-347-7
Im Blick der Anderen untersucht
den Hip Hop in der malischen Hauptstadt Bamako, den Bau ländlicher
Museen, die Interpretation importierter Soap Operas, den Umgang von Familien
mit HIV/Aids, die Dezentralisierung am Beispiel des Mangoanbaus und die
Situation jugendlicher Rückkehrer aus der vom Bürgerkrieg zerrissenen
Côte d’Ivoire nach Mali.
Die Beiträge verknüpfen
eigene Erfahrungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, um einen differenzierten
Blick auf den afrikanischen Alltag zu werfen. Sie sollen aufzeigen, wie
sich aus persönlichem Engagement und wissenschaftlichen Erkenntnissen
neue Perspektiven ergeben.
Die Texte sind Arbeiten Frankfurter
Studierender der Ethnologie, die an einer Lehrforschung in Mali teilgenommen
haben. Wesentlicher Baustein war die intensive Zusammenarbeit mit jeweils
einem malischen Studierenden. Deutlich wird, wie aktuell und alltagsbezogen
ethnologische Forschung sein kann.
Charakter
ist Schicksal
Alice Salomon
Lebenserinnerungen
Jugendjahre – Sozialarbeit –
Frauenbewegung - Exil
Aus dem Englischen von Rolf Landwehr
400 S., Br., 29,90
978-3-86099-119-0
Alice Salomon, geboren 1872 in
Berlin; ab 1893 Mitarbeit in dem Reformprojekt »Mädchen- und
Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit«; 1899 Eröffnung
des ersten Jahreskurses und 1908 der Sozialen Frauenschule in Berlin-Schöneberg,
eine der weltweit ersten Ausbildungsstätten für Soziale Arbeit;
1902 Studium der Nationalökonomie, Geschichte und Philosophie, 1906
Promotion; seit 1900 eine der führenden Vertreterinnen der deutschen,
seit 1909 auch der internationalen Frauenbewegung; 1929 Gründung des
Internationalen Komitees Sozialer Schulen (heute: International Association
of Schools of Social Work); 1933 Verlust aller öffentlichen Ämter;
1937 Ausweisung aus Deutschland, 1944 Erwerb der amerikanischen Staatsbürgerschaft;
starb 1948 in New York.
In den USA verfasst sie ihre Lebenserinnerungen
unter dem Titel »Character is Destiny« auf Englisch. Anlässlich
des 100-jährigen Jubiläums der von Alice Salomon 1908 gegründeten
Sozialen Frauenschule Berlin-Schöneberg erscheinen im Brandes &
Apsel Verlag die Lebenserinnerungen Alice Salomons erstmals in ungekürzter
Form.
Rita Schäfer
Frauen und Kriege in Afrika
504 S., Br., 39,90
978-3-86099-345-3
Diese Studie zeigt auf, welche
Folgen die Beteiligung junger Frauen an antikolonialen Befreiungskriegen
im südlichen Afrika langfristig hatte. Zudem richtet sie ihren Fokus
auf Bürgerkriege und Nachkriegsentwicklungen in West-, Zentral- und
Ostafrika sowie am Horn von Afrika. Unterschiedliche Rollen von Frauen
und Männern als Kombattant/innen, Gewaltopfer oder Flüchtlinge
werden dargestellt. Gleichzeitig erhellt diese Analyse Gender-Konflikte
zwischen Männern, konkret zwischen jugendlichen Guerillakämpfern,
Kriegsherren und Blauhelmsoldaten. Geschlechterhierarchien werden mit anderen
Macht- und Differenzkategorien wie Ethnizität und Religion in Beziehung
gesetzt. Im Detail werden die Interdependenzen zwischen Geschlechterverhältnissen
und historischen, sozio-ökonomischen und politischen Kriegsursachen
aufgezeigt. Das Fazit lautet: Für eine nachhaltige Friedenssicherung
ist es entscheidend, die Auswirkungen von Kriegen auf die Geschlechterbeziehungen
zu beachten.
Saliha Scheinhardt
Schmerzens-klänge
Eine Erzählung aus der Türkei
176 S., Br., 15,90
978-3-86099-741-3
Mitte der neunziger Jahre: Sechzehn
Schülerinnen und Schüler, die meisten unpolitisch oder höchstens
an friedlichen Schulprotesten beteiligt, werden zu gewalttätigen Terroristen
und zur Bedrohung des türkischen Staates aufgebaut, verhaftet und
gefoltert. Doch innnerhalb weniger Tage mobilisiert sich eine breite Öffentlichkeit
gegen das Vorgehen von Justiz und Polizei. Es gelingt ihr nicht nur, die
Freilassung der Festgenommenen zu erzwingen, sondern – ein Novum in der
jüngeren türkischen Geschichte – die Folterer vor Gericht zu
bringen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilen zu lassen.
Saliha Scheinhardt erzählt
aus der Perspektive Ardas, einer gefolterten, zu zwölf Jahren Gefängnis
verurteilten, doch nach einigen Jahren freigelassenen jungen Frau, einem
verletzten und dennoch ungebrochenen widerständigen Menschen.
Julia Kristeva: Schwarze
Sonne
Depression und Melancholie
280 S., Gb., € 29,90
978-3-86099-736-9
Depression als archaischen Ausdruck
einer nicht symbolisierbaren, unbenennbaren narzisstischen Wunde. Daran
und an Melanie Klein wie Jacques Lacan anknüpfend, kommt Julia Kristeva
zu dem Befund: dass der Depressive nicht um ein Objekt trauert, sondern
um ein sich der Sinngebung entziehendes »Reales«.
Kristeva gelingt es, den in der
Gegenwart immer stärker aufs Pathologische abzielenden und damit verengenden
Diskurs zu jenem »depressiv-melancholischen Komplex« aufzubrechen.
Sie zeigt, dass in Depression und Melancholie die Quelle von Leiden liegt,
aber auch und davon nicht zu trennen: von Kreativität.
Julia Kristeva in Bulgarien
geboren und seit 1966 in Frankreich lebend, gehört zu den renommiertesten
Sprachwissenschaftlerinnen und Psychoanalytikerinnen sowie kritischen intellektuellen
Frankreichs. 2004 erhielt sie den norwegischen Holberg-Preis. 2006 den
Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken; zahlreiche Ehrendoktorwürden,
Auszeichnungen und Preise. Sie ist Professorin am Institut Universitaire
de France und schrieb einflussreiche Bücher über Psychoanalyse,
Literatur und Sprache.
Schwierige Situationen in psychoanalytischen
Behandlungen:
Annemarie Laimböck:
Schwierige Passagen
Herausforderungen an die psychoanalytische Methode
160 S., Br., € 14,90
978-3-86099-737-6
Schwierige Passagen sind ein Bestandteil
jeder psychoanalytischen Behandlung und markieren oft im Bewusstsein der
beiden Beteiligten wichtige Momente der Veränderung. Das Erleben des
Analytikers in solchen Passagen ist das des Irritiert Seins, der Angst,
des Unverständnisses und des Gefühls des Scheiterns. Diese emotionale
Gestimmtheit ist unabdingbarer Bestandteil einer solchen Passage. Sie erklärt
eine weitere Gefahr in diesen Zonen, nämlich die der Flucht in technische
oder theoretische Überlegungen bzw. Überlegenheit. Damit wird
die progressive Möglichkeit der Überwindung einer dramatischen
Beziehungssituation zu Gunsten scheinbarer Sicherheit aufgegeben. Von diesen
gefährlichen Passagen, dem Tun des Analytikers während diesen
und der Anstrengung, auch dort Psychoanalyse zu betreiben, handelt dieses
Buch.
Karin Nitzschmann:
Harry Potter
und die Realität des Zaubers
Analyse des siebenbändigen
Entwicklungsromans von J. K. Rowling
100 S., Br., € 9,99
978-3-86099-731-4
Millionenfach gelesen: Harry Potter
1 - 7. Hier die psychoanalytische Interpretation.
Psychoanalytische
Säuglings-Kleinkind-Eltern-Psychotherapie
Konzepte-Leitlinien-Manual
(Hrsg.:Cierpka / Windaus.)
88 S., Br., € 19,90
978-3-86099-739-0
Exzessives Schreien, Schlafstörungen, Probleme beim
Stillen und Füttern, aber auch Störungen in der Kommunikation
und in Beziehungen machen vielen Eltern im Umgang mit ihren Babys große
Schwierigkeiten und Sorgen. Insbesondere die Entwicklungsverzögerungen
in Folge von Frühgeburtlichkeit oder Erkrankungen wie Neurodermitis
oder Asthma führen zu schweren Enttäuschungen. Dies stört
den gelingenden Austausch in der noch jungen Eltern-Kind-Beziehung und
führt früh zu massiven Belastungen. Die Autoren berichten in
Falldarstellungen von ihrer therapeutischen Arbeit, die sie zu einem Therapieleitfaden
zusammengefasst haben. Darüberhinaus geben diagnostische Leitlinien
und konzeptionelle Beiträge einen guten Überblick über diesen
klinischen Forschungsbereich.
Mechthild Zeul:
Das Höhlenhaus der Träume
Filme, Kino & Psychoanalyse
176 S., Br., € 17,90
978-3-86099-738-3
Zeuls Filminterpretationen und
Ansichten über das Kino verdanken sich einem intersubjektiven Zugang:
Der Film wird zu meinem Partner, mit dem ich interagiere. Er hat die Qualität
eines »Übergangsobjekts«. Im Prozess des Erlebens und
des Verstehens der filmischen Erzählung mit Hilfe von Übertragung
und Gegenübertragung bewege ich mich in einem »intermediären
Raum« (Winnicott). In diesem Raum mischt sich psychische mit äußerer
Realität. Zeul bezeichnet diesen Raum als »Höhle«
im filmischen Erleben. Daraus ergeben sich neue Perspektiven und Erkenntnismöglichkeiten,
die in diesem Buch darlegt werden.
Computerspiele
Faszination & Irritation
(Hrsg.: Margrit Frölich /Michael Grunewald /Ulla
Taplik )
176 S., Br., € 15,90
978-3-86099-733-8
Computerspiele sind ein selbstverständlicher
Teil der Freizeitkultur vieler Kinder und Jugendlicher. Was bewegt junge
Leute - und zunehmend auch Erwachsene - vor dem Computer zu sitzen, in
die Rollen virtueller Helden zu schlüpfen und riskante Abenteuer zu
bestehen? Was bewegt sie, virtuelle Familien zu kreieren oder im Internet
Fußball zu spielen? Eltern haben Angst, dass ihre Kinder einer Art
Sucht verfallen sind. Ist nicht zu befürchten, dass sich durch das
Spielen am Computer ihre Identität verändert? Dabei spielen geschlechtsspezifische
Unterschiede eine Rolle. Trifft es zu, dass Jungen häufig Spiele mit
gewalttätigem Inhalt bevorzugen, während Mädchen lieber
mit dem virtuellen Puppenhaus spielen? Medienexperten gewähren Einblicke
in die oftmals fremde Welt transnationale Kultur des Spiels.
Psychoanalyse in Selbstdarstellung,
Band VI
Hermann Beland, Anna Ornstein,
Paul Ornstein, Leon Wurmser
(Hrsg.: Ludger Hermanns.)
208 S., Br., € 19,90
978-3-86099-866-3
Die vier Autobiografien dokumentieren
Reichtum und Vielfalt der psychoanalytischen Methode in
ihrer Anwendung in unterschiedlichen
kulturellen Kontexten. Wie in den vorangegangenen Bänden werden wir
in diesen vier Lebensschicksalen aus dem 20. Jahrhundert nicht nur mit
der Verfolgung durch das nationalsozialistische Deutschland und die erzwungene
Emigration konfrontiert, sondern erfahren auch, wie Familien auf unterschiedlichste
Weise ihren Weg zwischen Bedrohung und Anpassung gesucht und gefunden haben.
Wir erhalten Einblicke in internationale psychoanalytische Karrieren in
den unterschiedlichsten Ausbildungsinstituten in Europa und Amerika.
Gronemeyer /Rompel
Verborgenes Afrika
Alltag jenseits vo Klischees
160 S., Br., 14,90
978-3-86099-730-7
Die Autoren illustrieren Realitäten eines weithin
unbekannten Afrika, das sich dem europäischen Zugriff entzieht und
auf eine eigene Modernität beruft. Dabei reden sie nicht unkritisch
dem Alten und Vergangenen das Wort. Sie versuchen, die europäischen
Klischees zur Seite zu räumen. Sie zeigen eindringlich auf, was verloren
gehen könnte. Auch afrikanische Lebenswelten sind bedroht von industriellem
Konsum, von Fast Food, von Gewalt, von verdummenden Medien. Ihr Buch zeigt
afrikanische Wirklichkeiten, die dem Leser eine behutsame Annäherung
an den fremden Kontinent ermöglicht. Subsistenz, der Rückgriff
und Bezug auf das Eigene, Angeeignete und Lokale wird von den Autoren mit
Leben gefüllt. In der Gegenwart und Stärke afrikanischer Bewältigung
von Krisen liegt mehr Zukunft, als auf den ersten Blick erkennbar ist.
Männliche
Sozialisation heute:
Jungen in der Krise
Das schwache Geschlecht?
Psychoanalytische Überlegungen
(Hrsg.: Frank Dammasch)
176 S., Br., € 15,90
978-3-86099-732-1
Bei den sozialen Auffälligkeiten
und psychischen Störungen liegen Jungen an der Spitze.
Jungen werden immer unruhiger und
störender. Die Schwäche des männlichen Geschlechts liegt
bei der Unfähigkeit zur flexiblen Anpassung an die kommunikationsgeprägte
Dienstleistungsgesellschaft.
Welche psychischen Qualitäten
zur Bewältigung des kulturellen Wandels von Nöten sind und warum
Jungen daran scheitern, diskutieren namhafte Kinder- und Jugendlichen-
Psychoanalytiker: Hans Hopf, Thomas Hüller,
Gerald Hüther, Douwe Jongbloed, llka Quindeau, Martin Teising, Kai
von Klitzing, Gisela Zeller-Steinbrich
Köper:
Sonja Okun
Geliebt - verlassen - vernichtet
330 S., Br., € 22,00
978-3-86099-729-1
Sonja Okun, am 26. Januar 1899
in Minsk, Russland, geboren, lebte ab 1904 in Hamburg und ab 1919 in Berlin.
Als junge Frau begegnete sie berühmten Zeitgenossen wie Fritz Kortner
und Bertolt Brecht, später Leo Baeck und Paul Eppstein. Sie hat die
Menschen, denen sie begegnete, zutiefst beeindruckt: mitreißend,
aufregend, humorvoll und aufopferungsvoll. Zutiefst enttäuscht von
ihrer fast 20 Jahre währenden Liebe zu dem berühmten Regisseur
Erich Engel ging Sonja Okun erkrankt 1936 in die Schweiz, kehrte aber 1938
nach Berlin zurück, arbeitete in der Jugendalijaha und versuchte,
wo sie konnte, bedrohten Juden zu helfen. Am 27. Januar 1943 wurde sie
nach Theresienstadt deportiert, am 28. Oktober 1944 in den Tod nach Auschwitz.
Sven Sauter:
Schule Macht Ungleichheit
Bildungsbarrieren und Wissensproduktion im Aushandlungsprozess
276 S., Br., € 24,90
978-3-86099-344-6
In einer auf Ungleichheit gründenden
modernen Klassengesellschaft lastet auf dem Bildungssystem und der Schule
die Bürde der Selektion und damit der gesellschaftlichen Platzanweisung.
Es werden soziale Spaltungen, strukturelle Ungleichheiten und Integrationsbarrieren
produziert. Dies vor allem in unteren Bildungsgängen. Allerdings verschleiert
das herrschende Prinzip der Leistungsgesellschaft die Gründe für
die eklatante Chancenungerechtigkeit und soziale Ungleichheit im deutschen
Bildungssystem. Sauter untersucht die Dimension der symbolischen Gewalt
aus der Subjektperspektive von Schülerinnen und Schülern, die
in unserem Bildungssystem sozial am Rande stehen.
Johannes Winter :
Die verlorene Liebe
der Ilse Stein
176 S., Br., € 14,90
978-3-86099-734-5
Als Hitler an die Macht kam, war
Ilse Stein keine zehn Jahre alt. Den Prozess der Aussonderung stand sie
durch, die Gewalt im heimatlichen Dorf im Vogelsberg, die Vertreibung und
Flucht nach Frankfurt am Main, die Demütigungen, die Gesetzmäßigkeit
von Beraubung und Verelendung. Sie wurde nach Minsk in Belorussland deportiert,
ins Ghetto - ein Wartesaal des Todes für tausende deutscher Juden.
Dort begegnete sie dem Hauptmann Willi Schulz. Dass Ilse Stein überlebte,
ist auch sein Verdienst, der Parteigenosse, aber kein Nazi war. Dem Paar
gelang die Flucht zu den Partisanen. Ilse Stein gerät in die Hände
der sowjetischen Geheimpolizei. Ein zweites Mal deportiert, erlebte sie
das Kriegsende in Sibirien. Bis zu ihrem Tod lebte Ilse Stein in Rostow
am Don im Süden Russlands. Den Hauptmann verlor sie für immer
aus den Augen.
Jahrbuch für Literatur 13
nicht schreiben ist auch keine
Lösung
176 S., Br., € 22,00
978-3-86099-529-7
in diesem garten eden
Literarischer März 15
Leonce-und-Lena-Preis für Christian Schloyer
ca. 19,00
978-3-86099-528-0
Zivilgesellschaftliche Strategien
gegen die extreme Rechte in Hessen
(Hrsg.: Margrit Frölich, Benno Hafeneger, Chris
Kaletsch, Holger Oppenhäuser )
224 S., Br., € 19,90
978-3-86099-735-2
Carl-Zuckmayer-Medaille für
ARMIN MUELLER-STAHL
70 S., ill. Br., € 12,00
978-3-86099-865-6
Rede des berühmten Film- und Fernsehstars Armin
Mueller-Stahl zur Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille 2006; Texte und
Randnotizen von Armin Mueller-Stahl; Biographische Stationen, Filmographie
sowie Werkverzeichnis der Bücher Armin Mueller-Stahls; Laudatio auf
Armin Mueller-Stahl von Björn Engholm und Ehrung Armin Mueller-Stahls
durch Kurt Beck. Mit vielen Fotos.
Was
Freud noch nicht wusste
Neues über Psychoanalyse
127 S. Br., € 12,90
978-3-86099-859-5
Beiträge:
Shmuel Erlich: Das Unbehagen in
der Kultur von heute
Michael Ermann: Wer war Sigmund
Freud?
Harald Gündel: Neuronale Grundlagen
unbewussten und bewussten Erlebens
Lotte Köhler: Psychoanalyse
und menschliche Entwicklung
Mathias Lohmer: Struktur und Containment
Wolfgang Mertens: »Wo Es
war, soll Emotion werden«
Sieglinde Eva Tömmel: Die
westliche Welt und der Islam
Tobias von Geiso: Psychoanalytische
Behandlung heute
Erika Mertens:
Klippen weiblicher Adoleszenz
199 S., Gb., € 24,00
978-3-86099-860-1
Erika Mertens Werk ist ein Glücksfall
für die psychoanalytische Literatur: Ihr ist eine großartige
und überzeugende Falldarstellung einer psychoanalytischen Behandlung
einer Jugendlichen gelungen. Die vollständige Darlegung und Reflexion
eines Psychotherapieverlaufes ist ein mutiges Unterfangen und zeigt die
Dynamik des intimen Austausches zwischen Therapeutin und Adoleszentin von
Anfang bis Ende.
Im Zentrum des Buches steht eine
große psychoanalytische Falldarstellung. Mertens entwickelt den Fall
Karoline ausführlich vom Erstgespräch bis zur letzten Therapiesitzung.
Dadurch wird die Dynamik der Behandlung einer Adoleszenten in ganzer Breite
mit allen Höhen und Tiefen dargestellt. Diese seltene Reflexion einer
psychoanalytischen Psychotherapie mit einer Adoleszenten lässt uns
teilnehmen an dem schwierigen Entwicklungs-und Heilungsprozess. Ergänzt
wird das Werk durch die Nachzeichnung und Interpretation der Kindheit und
Adoleszenz zweier Nobelpreisträgerinnen: Marie Curie und ihre Tochter
Irène Curie-Joliot.
Guido Meyer:
Konzepte
der Angst in der Psychoanalyse
Band 2: 1950-2000, 1. Halbband
400 S., Br., € 29,90
978-3-86099-337-8
In
diesem Band werden die Beiträge zur Angst der psychoanalytischen Ich-Psychologie
und der britischen Objektbeziehungstheorie vorgestellt, die sich außerhalb
der Lehre um Melanie Klein entwickelt haben, sowie die Bindungstheorie
von John Bowlby. Schwerpunkte sind die Theorien von Robert Waelder,
Heinz Hartmann, Hans W. Loewald, Michael Balint, Margaret S. Mahler, Donald
W. Winnicott, John Bowlby, William R. D. Fairbairn und Horst-Eberhard Richter.
Um
die Theorien zur Angst hinreichend verständlich zu machen, werden
die theoretischen Grundannahmen dieser Psychoanalytiker eingehend erläutert.
Dadurch erhalten die historische Aufarbeitung und systematische Darstellung
der ausgewählten Angstkonzepte eine besondere Vertiefung, so dass
dieses Werk auch als Lehrbuch gute Dienste leistet.
Die psychoanalytische Behandlung
frühester Entwicklungsstörungen:
Der
Säugling und seine Eltern
276. S., Gb., € 29,00
978-3-86099-861-8
Die
psychoanalytische Säugling-Eltern- Psychotherapie ist in der Behandlung
frühester Entwicklungsstörungen sehr erfolgreich. In wenigen
Sitzungen wird die ins Stocken geratene Entwicklung des Säuglings
zusammen mit den Eltern bearbeitet. Die Therapie leistet in ihrer intensiven
Kürze einen wertvollen Beitrag zur Gesundung meist junger unerfahrener
Familien. Wenn ein Mensch auf die Welt kommt, ist er mit vielfältigen
Möglichkeiten und Erwartungen ausgestattet, alles, was sich in ihm
erreignet und was auf ihn einwirkt, aufzunehmen und zum psychischen und
physischen Wachstum zu nutzen.
Doch
es bedarf der Begegnung mit einem verstehenden Anderen – in erster Linie
Mutter und Vater –, damit sich diese Möglichkeiten entwickeln. Gelingt
es nicht, einen tragfähigen Austausch aufzubauen, wird die Entwicklung
gestört. Dann teilt das Baby seine Not überwiegend über
körperliche Symptome mit: zum Beispiel exzessives Schreien oder Schlaf-und
Essstörungen. Schnell sind die Eltern überfordert und kommen,
wenn sich die Situation zugespitzt hat, in eine Baby-Ambulanz zur psychoanalytischen
Therapie.
Psychoanalyse in Selbstdarstellung,
Band V
Wolfgang Bister, Judith Dupont,
Klaus Fink, Eugen Mahler
200 S., Gb., € 19,90
978-3-86099-862-5
Die vier Autobiografien dokumentieren
Reichtum und Vielfalt der psychoanalytischen Methode in
ihrer Anwendung in unterschiedlichen
kulturellen Kontexten. Wie in den vorangegangenen Bänden werden wir
in diesen vier Lebensschicksalen aus dem 20. Jahrhundert nicht nur mit
der Verfolgung durch das nationalsozialistische Deutschland und die erzwungene
Emigration konfrontiert, sondern erfahren auch, wie Familien auf unterschiedlichste
Weise ihren Weg zwischen Bedrohung und Anpassung gesucht und gefunden haben.
Wir erhalten Einblicke in internationale psychoanalytische Karrieren in
den unterschiedlichsten Ausbildungsinstituten in Europa und Amerika.
Sabine Sütterlin:
»Mein Wort zählt«
Mikrokredite: Kleines Kapital – große Wirkung
176 S., Br., 4-farb.Innenteil, € 15,90
978-3-86099-727-7
Für seine Idee, Kleinkredite
für produktive Zwecke an arme Frauen zu vergeben, hat Muhammad Yunus
2006 den Friedensnobelpreis bekommen. Die von ihm gegründete Crameen
Bank wurde zum häufig kopierten Erfolgsmodell. Viele NGOs setzten
auf Mikrokredite als Motor für Entwicklungsprogramme, die Selbsthilfe
fördern. Das Buch berichtet über den Alltag in Indien. Es erklärt
anhand von Fallbeispielen wie Mikrokredite funktionieren. Aber auch, dass
es zur Armutsminderung mehr braucht als nur die Möglichkeit, Geld
zu sparen und zu investieren. Schulung und Stärkung des Selbstbewusstseins
zum Beispiel. Hilfe zur Selbsthilfe.
G8 MACHT POLITIK
Wie die Welt beherrscht wird
200 S., Br., € 14,90
978-3-86099-723-9
Das Buch versammelt international
renommierte Fachleute, engagierte Wissenschaftler und Aktivisten. Ihre
Beiträge klären über die neoliberalen Strategien und Folgen
der G8-Politik als globaler Architektur auf. Sie verdeutlichen, weshalb
der Abbau weltweiter Ungleichheiten – wie ihn sich die G8-Regierungschefs
beim Gipfeltreffen in Heiligendamm auf die Fahnen schreiben – nicht stattfinden
wird. Stattdessen verdichtet sich die globale Vernetzung der herrschenden
Eliten.
Der G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm
findet unter der Präsidentschaft Angela Merkels statt. Auf der Tagesordnung
angieren die Ausgestaltung der globalisierten Weltwirtschaft und die Entwicklung
Afrikas ganz oben.
Der Reader behandelt u. a.: Struktur
der G8, globale Wirtschaftspolitik, multipolare Tendenzen der
Welt(un)ordnung und Konflikte um
natürliche Ressourcen, Wasserhandel, Technologie-, Klima- und
Umweltfragen, Hunger und Ernährung,
globale Ungleichheit aus Geschlechterperspektive, Entwicklungs-
und Sicherheitspolitik sowie »G8
und Afrika«. Entwürfe und Protestformen der globalen Gegen-Bewegung
bis hin zum Weltsozialgipfel in Nairobi Anfang 2007 (an dem einige der
AutorInnen beteiligt sind) werden ebenfalls vorgestellt und diskutiert.
Die Killing-Fields
der Khmer Rouge 27 Jahre danach:
Alexander Goeb:
Kambodscha – Reisen in einem
traumatisierten Land
Von den Roten Khmer zum Tribunal
der späten Sühne
160 S., Br., illustriert, € 14,90
978-3-86099-724-6
Alexander Goeb hat seit 1979 bei
zahlreichen Reisen nach Kambodscha mit Opfern und Tätern des Genozids
der Roten Khmer 1975 bis 1979 gesprochen, die Stätten des Grauens
wie auch die ehenswürdigkeiten besucht und die Entwicklung des Landes
intensiv verfolgt. Kurz vor dem 2007 beginnenden internationalen Tribunal
der späten Sühne zieht er Bilanz.
Ein Buch für alle an der jüngeren
Geschichte und den Perspektiven Kambodschas Interessierte. Bestens geeignet
auch als historisch-politische Reiselektüre.
Birgit Schmalmack:
Türkischer Honig auf Schwarzbrot
Bikulturelle Liebesgeschichten
184 S., Br., 14,90
978-3-86099-725-3
Diese Liebesgeschichten sind etwas
Besonderes. Sie erzählen vom Alltag deutsch-türkischer Paare
und davon, wie die Partner aus verschiedenen Kulturen ihre Konflikte meistern.
Ihre privaten Erfahrungen liefern spannende Einsichten für den öffentlichen
Dialog der Kulturen in der unserer Gesellschaft.
Canan Topçu:
EinBÜRGERung
Lesebuch über das Deutsch-Werden.
Portraits, Interviews, Fakten
160 S., Br., € 14,90
978-3-86099-726-0
»Deutscher ist, wer die deutsche
Staatsangehörigkeit besitzt... Die Staatsangehörigkeit wird erworben
für einen Ausländer durch
Einbürgerung.« So will es das deutsche Staatsangehörigkeitsgesetz,
das die juristischen Voraussetzungen für den formalen Akt der Einbürgerung
regelt. Canan Topçu spürt den vielfältigen Motivationen
von Menschen nach, den deutschen Pass zu beantragen oder ihren alten zu
behalten. Sie hat prominente Politiker
wie Cem Özdemir über ihr Deutsch-Sein befragt. Zu Wort kommen
Beamte, die für Einbürgerung zuständig sind, und der Migrationsexperte
Friedrich Heckmann. Zudem liefert Topçu die Fakten, gibt einen aktuellen
Stand über die Einwanderungsdebatte und wirft einen Blick auf die
europäischen Nachbarstaaten.
Christine Mansfeld:
Vom Dogon-Land nach Bamako
Diskurspraxen zu Gender und Migration am Beispiel der
Mädchenjugend in Mali
248 S., Br., € 24,90
978-3-86099-863-2
Die koloniale Geschichte Malis,
Migration, Globalisierungselemente und HIV/Aids werden von Mansfeld als
kulturelle Ereignisse betrachtet, die in den Gesprächen mit Mädchen
und über Mädchen bedeutungsvolle Spuren zeigten und dazu führen
können, dass sich in der transkulturellen Kommunikation Gesprächsblockaden
aufbauen. Hierzu entwickelt die Autorin die Deutungshypothese der »Artikulationsgrenze«.
Mit dieser Form des Verstehens werden Diskurspraxen beschrieben, die auf
adoleszente Mädchen gerichtet sind und sich in Bamako herausbildeten,
weil sich gewohnte Familienbindungen und soziale Netze verändern und
zunehmend auflösen. Der Begriff Diskurspraxis wird in Bezug auf Stuart
Hall benutzt und bezieht sich sowohl auf Handlungspraxen als auch auf Sprechweisen.
Franco Biondi:
Karussellkinder
Roman
300 S., Gb., € 22,00
978-3-86099-525-9
Dario Binachi tingelt als Schaustellerkind
über die Rummelplätze Norditaliens. In diesem Milieu entfaltet
Biondi die Entwicklungsgeschichte eines jungen Menschen im Übergang
von der Kindheit zum Erwachsenen. Der Autor lässt die fünfziger
Jahre wiederaufleben, schafft eine Atmosphäre, wie wir sie aus Fellinis
berühmten Film La Strada kennen.
Dario Binachi stößt
erst im Alter von acht Jahren zur schillernden Welt der Schaustellerkinder
und muss dort um seine Anerkennung kämpfen. Der Leser ringt mit Dario
um seinen Platz unter den »echten Dritti«, wie sich die Schausteller,
Sinti und Roma nennen, teilt seine Ängste wie seine Entdeckungs- und
seine Abenteuerlust. Er durchlebt mit ihm, zwischen einer kranken Mutter
und einem wilden Vater hin- und hergeworfen, seine Verlorenheitsgefühle
als Teil seines Erwachsenwerdens und folgt ihm in seinem Kampf um Eigenständigkeit.
Im Gegensatz zu den Schicksalsschlägen,
denen der Protagonist immer wieder ausgesetzt ist, behandelt die Sprache
des Romans seine Hauptfigur fürsorglich, lässt ihr Raum, stellt
sie nie bloß. Einmal mehr erweist sich Franco Biondi als ein Sprachkünstler
von besonderer Virtuosität und Intensität.
Wolfgang Hermann Körner:
Stiller Ausweg Nil
Erzählung
148 S., Gb., € 18,00
978-3-86099-527-3
Körner erzählt vom Versuch,
das verstörende Dasein zu meistern. Unter der Freiheit, die der Protagonist
sich bewahren will, versteht er die Fähigkeit zur Imagination, die
Fähigkeit, die Ordnung des Bestehenden zu transzendieren und eine
sich an altägyptischen Utopien orientierende Welt zu entwerfen. Auf
faszinierende Weise gelingt es Körner, unseren Kampf ums Überleben
in der erdrückenden Enge zwischen Wirklichkeit und Phantasie allegorisch
ins Bild zu setzen.
Jutta Frieß.
Der Frankfurter Reformschulversuch 1921-1937
Verdrängt und vergessen
330 S., Br., € 22,00
978-3-86099-342-2
An zwei Frankfurter Schulen begann
1921 ein viel beachteter vergleichender Reformschulversuch. Nach 1945 geriet
der Schulversuch in Vergessenheit. Frieß hat eine Forschungslücke
geschlossen. Sie tritt der »Zerstörung der Erinnerung«
(Adorno) entgegen und lädt ein, sich mit dem Reformversuch auseinanderzusetzen.
Ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung über die historischen Bedingungen
heutiger schulischer Problemlagen.
Francisco Mari / Rudolf
Buntzel
Das globale Huhn
Hühnerbrust und Chicken
Wings - Wer isst den Rest?
ca. 184 Seiten, Br., €
14,90
ISBN : 3-86099-852-8
Hähnchenbrust ist beim Verbraucher
sehr gefragt und Bestandteil kalorienbewusster Ernährung. Doch was
steht dahinter, wenn wir Geflügel nur noch selektiv verwerten - als
Brust, Keule oder Flügel? Was passiert mit dem Rest des Huhns? Kaum
einer hat die Veränderungen im globalen Handel von Hühnerfleisch
wahrgenommen. Das ganze Hähnchen als Mahlzeit ist praktisch vom Teller
verschwunden. Uns bleibt nur noch die Illusion vom Huhn. Je stärker
zerstückelt und verarbeitet, desto größer die Macht der
Konzerne, desto industrieller und globaler die Hühnerhaltung. Die
Folgen sind Zerstörung der kleinbäuerlichen Tierhaltung in Afrika,
die Entstehung neuartiger Tierseuchen, die Behandlung von Tieren als reine
Rohstoffe, die Entfremdung des Verbrauchers von seiner Nahrungsgrundlage,
und das weltweit.
Joseph D. Lichtenberg
Kunst und Technik psychoanalytischer
Therapie
ca. 256 Seiten, Gb., €
29,00
ISBN : 3-86099-857-9
In Kunst und Technik psychoanalytischer
Therapien geht Lichtenberg ausführlich auf das Handwerk des Psychotherapeuten
ein, und zwar im Hinblick auf die Patienten unserer Zeit - Patienten, die
typischerweise unsichere Bindungserfahrungen und ernsthafte, um die Themen
der Sicherheit und Retraumatisierung kreisende Ängste in die Therapie
mitbringen. In jedem der zehn Kapitel formuliert Lichtenberg eine andere
Leitschnur für die Technik. Das Buch wendet sich an Psychotherapeuten
und Psychoanalytiker, die allesamt angetan sein werden von dieser meisterhaften
Darle- gung der Art und Weise, wie der Forschergeist »mit seiner
Dynamik ausdauernder Entschlossenheit« - so Lichtenberg - das Handwerk
der Psychotherapie erfüllt.
Gérard Bléandonu
Wilfred R. Bion
Leben und Werk
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
378 Seiten, Broschur, € 28,00
978-3-86099-592-1
Dies ist die erste umfassende Biographie Wilfred R. Bions,
einer der interessantesten und einflußreichsten Persönlichkeiten
in der Psychoanalyse der vergangenen Jahrzehnte. Bions persönliche
und intellektuelle Entwicklung wird ausführlich dargestellt und seine
Schlüsselkonzepte – Arbeitsgruppen und Grundannahmengruppen, psychotische
Prozesse, Raster, Epistemologie, katastrophische Veränderung, Suspendierung
von Erinnerung und Wunsch, Mystik und letzte Wahrheit – werden in verständlicher
Sprache erläutert. Bions Meisterwerk, A Memoir of the Future, eine
dreibändige fiktionalisierte Autobiographie, findet ebenso Berücksichtigung
wie der postum erschienene Band Cogitations.
Gérard Bléandonu arbeitete in Lyon als
Psychiater im Städtischen Dienst. Er hat Bücher über Gruppentherapie,
über kleinianische Psychoanalyse und über die Träume verfaßt.
Wilfred
R. Bion
Aufmerksamkeit
und Deutung
Veröffentlichungen
des Klein Seminars Salzburg, Band 6
Aus
dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
159
Seiten, Broschur € 18,00
978-3-86099-570-9
Dieses
Buch ist W. R. Bions systematischer Versuch einer Theorie der psychoanalytischen
Praxis. Im Gefolge Sigmund Freuds und Melanie Kleins benutzt Bion die Beobachtung
der Übertragung als wichtigstes Instrument des Verstehens und der
Entwicklung von Deutungen.
Untersucht
wird, welche innere Verfassung des Analytikers das psychische Wachstum
seines Patienten sowie seine eigene psychische Weiterentwicklung zu fördern
vermag. Dieser innere Zustand meidet das Verweilen bei Erinnerungen und
Wünschen, um statt dessen zu einer neuen Verständnisebene zu
gelangen, die psychische Veränderung erzeugt. Die vorrangige Beschäftigung
mit Vergangenheit und Zukunft lenkt von der Intensität des gegenwärtigen
Moments und seiner Wahrnehmung ab. Die Aufmerksamkeit für den Augenblick
ist die Voraussetzung für seine Beobachtung, und nach Bion kann lediglich
der Reichtum dieser Beobachtung dem Reichtum des Denkens Grenzen setzen.
Inhalt
1.
Einleitung
2.
Medizin als Modell
3.
Sinnliche und psychische Realität
4.
Opazität von Erinnerung und Wunsch
5.
Theorien: Sonderfall oder generelle Konfiguration
6.
Der Mystiker und die Gruppe
7.
Container und Contained
8.
Scheitelpunkte: Evolution
9.
Letzte Realität
10.
Visuelle Bilder und Invarianten
11.
Lügen und der Denker
12.
Container und Contained-transformiert
13.
Vorspiel zur oder Ersatz für Aktivität
Frances Tustin
Der autistische Rückzug
Die schützende Schale bei Kindern und Erwachsenen
Veröffentlichungen des Klein Seminars Salzburg Band 10
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
256 Seiten, Broschur mit Fadenheftung, € 24,00
978-3-86099-581-5
Dieses Buch vereint klinische Untersuchungen
der Autorin über die schützenden und bewahrenden Aspekte jener
Form des Autismus, die in erster Linie psychogen zu sein scheint. Sie erklärt
ihre Funktionen und deren Entstehung aus den Störungen der Säuglingsphase
und deren Einfluß auf den weiteren Verlauf der psychischen Entwicklung.
Gestützt werden Tustins theoretische Überlegungen durch die detaillierte
Schilderung ihrer therapeutischen Arbeit mit autistischen Kindern und erwachsenen
Neurotikern mit einer autistischen Schale.
Die von ihr zusammengestellten
Beiträge dieses Bandes spiegeln die langjährigen Erfahrungen
von Frances Tustin mit autistischen Verkapselungen. Klinische Einblicke,
die für die psychotherapeutische Arbeit bedeutsam sind, verbinden
sich mit theoretischen Einsichten, die allgemeines Interesse für alle
besitzen, die sich mit grundlegenden Aspekten der menschlichen Natur befassen.
Frances Tustin (1913–1994)
war eine international anerkannte Autorität auf dem Gebiet des Autismus.
Sie arbeitete mehr als dreißig Jahre lang als Kinderpsychotherapeutin
mit autistischen Kindern. Veröffentlichungen u.a.: Autistische Barrieren
bei Neurotikern, (1986, 2003); Autistische Zustände bei Kindern (1981)
und zahlreiche Zeitschriftenbeiträge.
Zumutungen
Die unheimliche Wirklichkeit
der Übertragung
420 S., Gb., € 24,00
978-3-86099-585-3
Es gibt heute keine psychoanalytische
Position, die die zentrale Bedeutung der Übertragung in der Kur bestreiten
würde. Was sie aber ist und welche Bedeutung ihr in der Behandlung
zukommt, wird in den verschiedenen psychoanalytischen Schulen kontrovers
diskutiert. Die Funktion des Analytikers steht im Fokus des Nachdenkens
über den Prozeß der Übertragung und Gegenübertragung.
Die Autoren widmen sich, in vier Themenschwerpunkten übersichtlich
zusammengefaßt, den konzeptionell unterschiedlichen Auffassungen
zur Arbeit mit der Übertragung und bieten von daher jedem Psychotherapeuten
- ob psychoanalytisch, tiefenpsychologisch arbeitend oder in der Ausbildung
befindlich - eine fundierte Kenntniserweiterung an. Darüber hinaus
ist es das Anliegen der Herausgeber, dem Leser mit kurzen Einführungen
zu den Schwerpunktthemen den Einstieg in den aktuellen Stand der wissenschaftlichen
Diskussion zum Thema Übertragung zu erleichtern.
Inhalt
1 „Knoten" - Schwierige Übertragungs-Gegenübertragungskonstellationen
Theorie: Aktuelle Konzeptionen zum Übertragungsverständnis
in der Diskusssion
Klaus Grabska: Einführung in die Konzeption von Antonino Ferro
Antonino Ferro: Die Gegenübertragung und die Charaktere in der
psychoanalytischen Sitzung
Walter Marggraf: Einführung in die Kontroverse des „intersubjective
turn" für die Übertragung
Jessica Benjamin: Unser Treffen in Theben. Anerkennung und Angst, den
Patienten zu verletzen
David Bell: „Ich bin der Geist, der stets verneint!" Verneinung: Das
Wirkungsprinzip des Thanatos
Praxis: Der Analytiker im Zentrum behandlungstechnischen Nachdenkens
Ralf Zwiebel: Gedanken zur phobischen Position des Analytikers
Ingo Focke: Wie Deutungen gehört werden
Ursula Kreuzer-Haustein: Schwer erträgliche Affekte im Analytiker
Thomas Reitter: Zum Spannungsverhältnis zwischen Verstehen und
Nicht-Verstehen in psychoanalytischen Behandlungen - Konsequenzen für
die Behandlungstechnik
Zum Unheimlichen in der Übertragung: Körpernahe Interventionen
und Verwandlungserfahrungen
Wulf Hübner: Verwandlungserfahrungen und Augenblicke der Wahrheit
Gabriele Poettgen-Havekost: Manifestationen des impliziten Beziehungswissens
in der Übertragung
Diana Pflichthofer: Sich anstecken lassen - Das Unheimliche der Leibhaftigkeit
2 „Trauma" - Der Einbruch des Traumas in die Übertragungsbeziehung
Mercedes Dohrn-van Rossum: Einführung in das Verhältnis von
Übertragung und Trauma
Shmuel Erlich: Terror innen, Terror außen. Der Analytiker zwischen
unheimlicher und faktischer Realität
Jochen Haustein: Traumatische Episoden in der analytischen Beziehung
Glen 0. Gabbard: Die Rolle des Traumas des Analytikers bei der Pathogenese
professioneller Grenzverletzungen
Alfred Bringmann: „Der Weg durch die Eiszeit" – Erfahrungen von Zeitlosigkeit
und Ohnmacht in der analytischen Arbeit
3 Kunst und Übertragung
Klaus Theweleit Music in the air. Der Dritte Körper. Transference
und Übertragung durch technische Medien
Kunstausstellung
Martina Müller: „Drive Blind": Vergessen-Wollen, nicht Erinnern-Können.
Filmdiskussion zu „Mysterious Skin" von Gregg Araki
4 „Feuerlärm" – Liebesübertragungen
Wilfried Ruff: „Wer verliebt ist. ist demütig" (Freud). Übertragung
und Widerstand im Lieben
Wilhelm Brüggen: „A fool for love and love is blind ...". Über
unsere Schwierigkeiten mit den Überschwenglichkeiten der Liebe
•
Die Herausgeber:
Martina Müller, Jg. 1954, Diplompsychologin, Psychoanalytikerin
(DPG, DGPT) in eigener Praxis in Hamburg. Tätigkeit in Klinischer
Psychologie und Psychotherapie. Dozentin am DPG-Institut Hamburg.
Franz Wellendorf, Jg. 1935, Dr. phil., Prof. em. für Psychologie
an der Universität Hannover. Mitglied und Lehranalytiker der DPG,
der IPV und der DGPT; äff. Mitglied der DPV; Guest Member der British
Psycho-Analytical Society. Vorsitzender der DPG seit Mai 2001.
Vorstoß ins Sprachlose
Gabriele Junkers (Hg.)
Ausgewählte Beiträge aus dem International
Journal of Psychoanalysis
Band 3 – Das Jahr 2007
250 Seiten, Br., fadengeheftet, € 24,90
978-3-86099-593-8
Themenschwerpunkt des dritten Bandes
der deutschen Auswahl des International Journals aus dem Jahr 2007 sind
besondere behandlungstechnische Konzepte wie u.a. die von Feldman und Perelberg.
Die diesjährige theoretische Kontroverse beschäftigt sich mit
der Neuropsychoanalyse und ihrer Wirkung auf den analytischen Diskurs.
Ferner wurden in diesen Band Arbeiten zur Projektiven Identifizierung,
zur Kommunikation in der psychoanalytischen Behandlung mit Säuglingen
und schließlich Ogdens Arbeit zum ,Träumerischen Sprechen‘ aufgenommen.
Inhalt
I Themenschwerpunkt: Methoden der Behandlung
Michael Feldman: Licht in die Geschichte bringen
Judith L. Mitrani: Einige technische Implikationen von Melanie Kleins
Konzept einer „verfrühten Ich-Entwicklung“
Michael Parsons: Vorstoß ins Sprachlose. Das innere analytische
Setting und das Lauschen jenseits der Gegenübertragung
Rosine Jozef Perelberg: Raum und Zeit im psychoanalytischen Zuhören
II Psychoanalytische Beiträge und theoretische Kontroversen
Rachel B. Blass/Zvi Carmeli: Plädoyer gegen die Neuropsychoanalyse.
Fehlschlüsse, die dem neuesten wissenschaftlichen Trend in der Psychoanalyse
zugrunde liegen und ihre negativen Auswirkungen auf den analytischen Diskurs
Briefe an die Herausgeber zum Artikel „Plädoyer gegen die Neuropsychoanalyse“
von Blass und Carmeli/Erwiderung der Autoren auf die Briefe von Mauro Mancia
und Gilbert Pugh
Giovanna R. Goretti: Projektive Identifizierung: Kleins „Bemerkungen
über einige schizoide Mechanismen“ als Ausgangspunkt einer theoretischen
Untersuchung des Konzepts
Briefe an die Herausgeber zum Artikel „Projektive Identifizierung“
von Goretti
Thomas Ogden: Träumerisches Sprechen
III Aus der Forschung/Kinderperspektiven
Björn Salomonsson: „Talk to me baby, tell me what’s the matter
now“. Die Kommunikation in der psychoanalytischen Behandlung von Säuglingen:
semiotische und entwicklungspsychologische Perspektiven.
Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit (Hg.)
Narcissus und sein Gegenüber
200 S., Br., € 19,90
978-3-86099-586-0
Die 13. Fachtagung des Vereins
für Psychoanalytische Sozialarbeit ist dem Thema des Narzißmus
als einer notwendigen Entwicklungsphase und als Fixierungspunkt von Entwicklungsstörungen
gewidmet. An Fallbeispielen und in theoretischen Überlegungen werden
die Alltagsschwierigkeiten in der Arbeit mit beziehungsgestörten jungen
Menschen erörtert. Dabei geht es um „narzißtische Züge"
im Sinne von Selbstheilungsversuchen und Bewältigungsmechanismen,
die in der praktischen Arbeit mit jungen Menschen besondere Schwierigkeiten
aufwerfen. Besonderes Augenmerk wird auf die Kränkung des pädagogischen
und therapeutischen Ehrgeizes in Form von Enttäuschung und Hilflosigkeit,
aber auch Wut auf seifen des Gegenübers gerichtet.
Beiträge u. a. von:
Gerda Baumann-Harras, Stephanie
Bosch, Georg Bruns, Heinfried Duncker, Martin Feuling, Beate Fischer, Dieter
Koller, Sylvia Künstler, Christof Krüger, Achim Ferner, Olaf
Schmidt. Rainer Schürmann, Reinhold Wolf.
Jahrbuch für klinische
Psychoanalyse
Herausgegeben von Andre Michels, Peter Müller, Achim Ferner, Claus-Dieter
Rath
Band 8: Wie
ist Psychoanalyse lehrbar?
300 S., Gb., € 28,00
Weitergeben, was man nicht besitzt,
darstellen, was unsagbar ist, begreifen, was im Unbewußten vor sich
geht - daraus besteht die permanente Bildungskrise der Psychoanalyse. Ihre
Vermittlung ist kein einfaches Belehren, Informieren, Ausbilden, denn sie
zwingt dazu, sich selbst begreiflich zu machen, was Psychoanalyse ist,
womit man es beim Psychoanalysieren zu tun hat und was man als Analytiker
tut. Daß das, was von der Psychologie des Unbewußten „sich
heute eben lehren läßt", beschränkt ist, hat Sigmund Freud
1926 schon hervorgehoben. Was ist der heutige Stand der Forschung, der
Darstellung und der Vermittlung? „Was sich heute eben lehren läßt"
hängt ab von den Widerständen der Forscher und Vermittler, aber
auch von dem Widerstand des Stoffs gegen seine Darstellung.
Freuds Bemerkung läßt
sich nicht nur auf die Psychologie des Unbewußten beziehen, sondern
auch auf die Bedingungen des Lehrens und des Lernens. Jacques Lacans Frage:
„Wie können wir lehren, was die Psychoanalyse uns lehrt?" („Ce que
la psychanalyse nous enseigne, comment l'enseigner?"), betrifft die Übertragbarkeit
des psychoanalytischen Wissens. Sie verknüpft das, was die Psychoanalyse
lehrt, mit dem, was Men- schen, Werke, Institutionen davon lehren. Wir
werden ja gelehrt, unterrichtet, durch die Erfahrung der Analyse und durch
die Tätigkeit von Lehrenden.
Beiträge von:
Christian Hoffmann, Franz Kaltenbeck,
Christoph Keul, Christian Kläui. Max Kleiner, Hermann Lang, Hinrich
Lühmann, Andre Michels, Peter Müller, Karl-Josef Pazzini, Achim
Ferner, Claus- Dieter Rath, Marcel Ritter, Marianne Schyller, Michael Turn-
heim, Alain Vanier.
Gabriele Junkers (Hg.)
Schweigen
Ausgewählte Beiträge 2006
aus dem
International Journal of Psychoanalysis
272 S., Br., 24,90
978-3-86099-584-6
Themenschwerpunkt des zweiten Bandes
der Reihe „Ausgewählte Beiträge aus dem International Journal
of Psychoana- lysis" aus dem Jahr 2006 sind Arbeiten, die sich mit klinischen
Herausforderungen befassen: Danielle Quinodoz und ihre Mitautoren gehen
der Frage nach, wie wir als Psychoanalytiker die unbewußten Widerstände
identifizieren können, die uns mitunter hindern, bestimmten Patienten
eine Analyse anzubieten. Andere Autoren befassen sich mit dem Unbehagen,
mit dem Psychoanalytiker fertig werden müssen, wenn Patienten konkrete
Objekte in die Stunde mitbringen (Selow), wenn perverse Patienten in uns
unfreiwillige Erregungen hervorrufen (Purcell) oder wir monatelang mit
extensivem Schweigen konfrontiert werden (Ronningstam).
Ferner werden mit zwei weiteren
Beiträgen Themen des ersten Bandes aufgegriffen und vertieft: So befaßt
sich Ferro diesmal unter dem Gesichtspunkt klinischer Implikationen mit
Bions Denken und Perelberg widmet sich den kontroversen Diskussionen um
das Konzept der Nachträglichkeit.
Im dritten Teil des Bandes geht
es um Forschungsberichte, die Kinder im Blick haben, jedoch für Erwachsenenanalytiker
nicht minder fruchtbar sind: Suzanne Kaplan berichtet über ein Forschungsprojekt
zu Kindern, die Völkermorde überlebten, und zeigt, wie sich die
affektiven Auswirkungen dieser Erfahrungen theoretisch beschreiben lassen,
und Margot Waddell erlaubt einen interessanten Einblick in die fünfzigjährige
Geschichte der Säuglingsbeobachtung an der Tavistock-Klinik in London.
Inhalt
I Themenschwerpunkt: Klinische Herausforderungen
Danielle Quinodoz et al.: Psychoanalytiker sein: ein täglicher
Wagemut
Carmen C. Mion: Der Fremde
Elvira Selow: ,Der Zoitungsleser'. Über den Gebrauch konkreter
Objekte in einer psychoanalytischen Behandlung
Stephen D. Purcell: Die Erregung des Analytikers in der Analyse von
Perversionen
Elsa Ronningstam: Schweigen. Kulturelle Funktion und psychologische
Transformation in Psychoanalyse und analytischer Psychotherapie
II Psychoanalytische Kontroversen und theoretische Beiträge
Antonino Ferro: Klinische Implikationen von Bions Denken
Rosine Jozef Perelberg: Die kontroversen Diskussionen und die Nachträglichkeit
III Aus der Forschung: Kinderperspektiven
Suzanne Kaplan: Kinder im Völkermord. Extreme Traumatisierung
und der „Affekt-Propeller"
Margot Waddell: Säuglingsbeobachtung in Großbritannien:
die Tavistock-Methode
Die Herausgeberin Gabriele Junkers, Dr. phil., Psychologin, Psychoanalytikerin
in eigener Praxis, Lehranalytikerin der DPV. Guest member der Britischen
Psychoanalytischen Gesellschaft.
LUZIFER-AMOR - 20.
Jahrgang (2007),
Heft 40
Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse
Herausgegeben von Michael Schröter
Themenschwerpunkt: Kurt R. Eissler
Heft 40, das Jubiläumsheft,
beschäftigt sich passenderweise mit einem Mann, der nicht nur selbst
klassische Forschungsbeiträge zur Freud-Biographik verfaßt,
sondern der auch als Archiv-Gründer die essenzielle Basis für
künftige Forschungen auf diesem Gebiet gelegt hat: Kurt R. Eissler.
Im Zentrum des Themenschwerpunkts steht, vorgestellt von Thomas Aichhorn
und Michael Schröter, der Briefwechsel, den Eissler von 1945 bis 1949
mit August Aichhorn geführt hat, seinem (zweiten) Analytiker, mit
dem er in Wien zehn Jahre lang in der Jugendfürsorge zusammengearbeitet
hatte. Man wird in diesen Briefen Zeuge der herzlichen Freundschaft zwischen
einem älteren und einem jüngeren Mann vor dem Hintergrund der
Nach- kriegsnot in Wien, der Kämpfe um eine freudianische Psychoanalyse
in
den USA wie in Österreich und des Bemühens, über die traumatischen
Nachwirkungen der Nazi-Herrschaft hinwegzukommen. Drei weitere Beiträge
runden den Schwerpunkt ab. Emanuel E. Garcia gibt eine Einführung
in die wichtigsten klinischen Beiträge Eisslers, von seinem Parameter-Aufsatz
über seine Gedanken zum analytischen Umgang mit sterbenden Patienten
bis zu seiner Diskussion theoretischer und technischer Probleme der Honorarzahlung.
Gerhard Fichtner erinnert an die Gründung des Freud-Archivs, das heute
in der Library of Congress (Washington) aufbewahrt wird. Ulrich Weinzierl
erzählt von seiner persönlichen Beziehung zu Eissler, der sich
aus der Ferne „wie ein Großvater" um ihn kümmerte - eine Wiederholung
des Freundschaftsmusters älterer/jüngerer Mann, hier mit Eissler
in der Position des Älteren. In der Abteilung der thematisch ungebundenen
Beiträge beschreibt Andrea Henzler die Technik von Ludwig Binswangers
ersten psychoanalytisch orientierten Behandlungen-ein neuer Beitrag zur
Erforschung eines der dunkelsten Bereiche der Psychoanalysegeschichte:
der Entwicklung der analytischen Technik. Ulrike May präsentiert und
kommentiert Freuds Antwort auf eine Rundfrage über einen deutschen
Gesetzesentwurf von 1910 zum Verbot von Empfängnisverhütungsmitteln.
LUZIFER-AMOR - Heft 39
Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse
Herausgegeben von Michael Schröter
Themenschwerpunkt: Emigrantenschicksale
LUZIFER-AMOR
- Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse.
ISSN 0933-3347
LUZIFER-AMOR
feiert die 150. Wiederkehr von Freuds Geburtstag in einer Weise, die einer
wissenschaftlichen Spezialzeitschrift zukommt: durch die Vorstellung einer
der großen Stätten der Freud-Forschung. Michael Molnar und Christfried
Tögel geben einen Überblick über die Bestände des Londoner
Freud Museums. Janine Burke analysiert einige Antiquitäten Freuds,
die dort erhalten sind.
Ein
schriftliches Dokument, Freuds Terminkalender 1910-1920, der einen einzigartig
präzisen Einblick in seine Praxis erlaubt, wird von Ulrike May ausgewertet.
Michael
Molnar, der Direktor des Museums, steuert eine weitere seiner Bildbetrachtungen
bei, die den Lesern von LUZIFER-AMOR bereits vertraut sind. Außerhalb
des Themenschwerpunkts untersucht u.a. Nina Bakman die schwierige Position
von Joan Riviere zwischen Freud und Ernest Jones.
Peter
Kutter beschreibt, in einer Mischfunktion von Historiker und Zeitzeuge,
die Rolle Wolfgang Lochs bei der Gründung der DPV-Arbeitsgemeinschaft
Stuttgart-Tübingen. Ulrike May deckt ein Plagiat von Johannes Cremerius
bei seiner Edition der Schriften von Karl Abraham auf. Der Rezensionsteil
unterstreicht das Ziel von LUZIFER-AMOR, die deutschsprachige psychoanalysehistorische
Forschung in ganzer Breite zu repräsentieren.
Wilfred R. Bion
Die italienischen Seminare
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
144
S., Br., € 14,00
978-3-86099-583-9
Wilfred R. Bion (1897-1979)
wurde in Indien geboren und kam im Alter von acht Jahren nach England.
Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er als Panzerkommandant teilgenommen
hatte, studierte er Medizin und wandte sich anschließend der Psychoanalyse
zu. Seine Analytiker waren John Rickman und später Melanie Klein.
Bion war in leitender Funktion sowohl an der Tavistock Clinic als auch
der London Clinic of Psychoanalysis und in der British Psychoanalytical
Society tätig.
Fünfzig Jahre seines Lebens,
von denen er die letzten zwölf in Kalifornien verbrachte, widmete
Bion der Psychoanalyse. Sein umfangreiches Werk umfaßt u.a. grundlegende
Arbeiten zur Gruppenanalyse und zur Psychosentherapie.
Die neun Italienischen Seminare
wurden von Bion 1977 in Rom gehalten.
Die Antworten, die Bion auf die
an ihn gestellten Fragen gibt, befassen sich u.a. mit folgenden Themen:
- Schwierigkeiten in der
Beziehung zwischen Therapeut und Patient
- Musik und Psychoanalyse
- Nonverbale Kommunikation im Behandlungszimmer
- Methodologie in der Psychoanalyse
Wilfred R. Bion
Die Tavistock-Seminare
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
144
S., Br., € 14,00
978-3-86099-582-2
Wer sich heute mit der Psychoanalyse
befaßt, muß sich mit dem Werk von Wilfred R. Bion auseinandersetzen.
Seine theoretischen Neuerungen, in denen er an die Arbeit von Melanie Klein
anknüpft, gehören zweifellos zu den wichtigsten Weiterentwicklungen
der Psychoanalyse seit Freud.
Die Tavistock-Seminare, die Bion
während seiner Aufenthalte in Europa zwischen 1976 und 1979 in London
gehalten hatte, und die Italienischen Seminare, die 1977 in Rom stattfanden,
wurden 2005 erstmals auf Englisch veröffentlicht - und können
nun auch in einer sorgfältigen Übersetzung in deutscher Sprache
vorgelegt werden.
Bions Werke gelten als äußerst
schwierig, und ihr Studium erfordert ein hohes Maß an intellektueller
Anstrengung. Die von ihm in den letzten Jahren seines Lebens abgehaltenen
Seminare behandeln Themen, die von zentraler Bedeutung für ihn waren.
Da sie das gesprochene Wort wiedergeben, das sich im Kontakt mit einer
fragenden Zuhörerschaft entwickelt, der er seine Überlegungen
und Ansichten höchst lebendig und einprägsam darlegt, eröffnet
sich ein überraschend einfacher Zugang zu Grundbegriffen und Leitgedanken
seiner psychoanalytischen Arbeit. Die beiden Seminare eignen sich daher
hervorragend zur Einführung in sein Denken.
Die Acht Tavistock-Seminare,
die zwischen 1976 und 1979 in der Tavistock-Klinik stattfanden, wurden
anhand von Videoaufzeichnungen rekonstruiert und von Francesca Bion herausgegeben.
Folgende Themen werden behandelt:
- Die Bedeutung der Wahrnehmung
- Träume
- Kunst und Psychoanalyse
- Die Bedeutung der Zeit in der
Psychoanalyse
Der Band enthält außerdem
ein sehr erhellendes Interview von Anthony G. Banet mit Bion.
Meltzer, Donald
Sexualität und psychische
Struktur
256 S., Br., € 22,00
978-3-86099-579-2
Donald Meltzer unternimmt eine
eingehende Klärung der Auffassungen Freuds über Sexualität.
Auf der Grundlage einer sorgfältigen Untersuchung von Spaltungsvorgängen
und projektiven Identifizierungen nimmt er eine Revision der psychoanalytischen
Theorie der Sexualität vor und gelangt zu wichtigen Neueinschätzungen
von frühkindlicher, erwachsener und perverser Sexualität. Ausgehend
von den ökonomischen Prinzipien der von Melanie Klein beschriebenen
paranoid-schizoiden und depressiven Position zeigt er, daß die infantile
Sexualität auf Spaltung und projektiver Identifizierung beruht, wohingegen
die erwachsene Sexualität das Ergebnis von Integration und introjektiver
Identifizierung ist. Daran anschließend entwirft er eine Theorie
der Perversion, die eine klinische Anwendung ermöglicht und zugleich
einen theoretischen Bezugsrahmen liefert, in dem psychoanalytische Beobachtungen
auf die Arbeit in angrenzenden Bereichen der Ästhetik. Pädagogik,
Justiz und Politik angewandt werden können.
Donald Meltzer (1923-2004)
zählt zu den Klassikern der postkleinianischen Psychoanalyse. Enge
Zusammenarbeit mit Wilfred R. Bion, Roger Money-KyrIe und Esther Bick.
Er unterrichtete an der Tavistock-Klinik und war Lehranalytiker in vielen
Ländern Europas und Südamerikas.
Ettl, Thomas
Geschönte Körper -
geschmähte Leiber
Psychoanalyse des Schönheitskultes
237 Seiten, Br., € 18,00
978-3-86099-401-6
Die Tatsache, daß in den
letzten Jahren psychische Erkrankungen zugenommen haben, die auf einer
gestörten Wahrnehmung des eigenen Körpers beruhen, ist ein Anzeichen
dafür, daß sich die Menschen angesichts der andauernden Konfrontation
mit Schönheitsidealen, die über Models, Sportler, Prominente
aus Kultur und Politik verbreitet werden, unzulänglich und häßlich
vorkommen. Sie entwickeln eine erhebliche Unzufriedenheit mit ihrem eigenen
Körper und schließlich kommt es zu einer verzerrten Wahrnehmung
und Beschädigung ihres Körperbildes.
Thomas Ettl untersucht zentrale
Gefühle, Vorstellungen, Zwänge und Heilserwartungen der Menschen
im Schönheitskult. Dabei geht er der Frage nach, wie Häßlichkeit
in ihm verdrängt wird, und zeigt, daß es die Leibanteile am
Körper sind, die Spuren des Alterns und der Geburten sowie alle Beeinträchtigungen
der sexuellen Attraktivität, die als häßlich empfunden
werden.
Scham und Angst wegen der vermeintlichen
Häßlichkeit kommen im Schönheitskult eine zentrale Bedeutung
zu. Menschen, die in Abhängigkeit geraten von Schönheitsidealen
und dem gesellschaftlichen Zwang, ihnen zu genügen, können sich
als sozial gebrandmarkt empfinden und von ihrem unzulänglichen Körper
verfolgt fühlen. Es kommt dann zu einer Fixierung an den Körper.
Sie versuchen Abhilfe zu schaffen, indem sie sich an den Schönheitschirurgen
wenden, um ihre Beschädigung reparieren zu lassen und einen zeitlosen
Körper zu formen. Anhand einiger TV-Sendungen zu Schönheitsoperationen
kann dargelegt werden, welche Mechanismen die Menschen zwingen, eingreifende
und endgültige Veränderungen an ihrem Körper vornehmen zu
lassen, schließlich auch, wie sich in der Mikrozelle der Arzt-Patienten-Beziehung
die kollektiven Heilserwartungen praktisch artikulieren. Das Befinden nach
der Körperreparatur zeigt, daß die Gefühle der Scham und
Angst mit dem Skalpell nicht beseitigt werden konnten. Die künstlich
geschönten Körper fördern neue Probleme zutage. Exemplarisch
wird vorgeführt, in welche beschämenden Situationen die Operationswilligen
mit ihren geschönten Körpern geraten können, weil der Leib
sich nicht vom Körper trennen läßt, wobei sich auch die
häßlichen Seiten des Schönheitskultes offenbaren.
Isidor
Sadger
Sigmund
Freud.
Persönliche
Erinnerungen
Herausgegeben
von Andrea Huppke und Michael Schröter
QUELLEN
UND ABHANDLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER PSYCHOANALYSE
156
Seiten, gebunden, € 19,90
978-3-86099-573-0
Die
Veröffentlichung dieses Buches ist eine kleine Sensation. Es lag schon
1930 gedruckt vor, wurde aber vom Autor zurückgehalten, weil es erst
nach Freuds Tod (den der Text als bereits geschehen imaginiert) erscheinen
sollte. 1932 erfuhr die psychoanalytische Vereinsführung von seiner
Existenz und versuchte, es zu unterdrücken. Nach 1933 wurde die ganze
Auflage vernichtet. 2004 tauchte dann doch ein Exemplar auf – in einer
japanischen Bibliothek.
Sadger,
ein Freud-Schüler der ersten Stunde, erzählt von den wenig glanzvollen
Anfängen Freuds, bringt Anekdoten aus dem Binnenleben der Wiener Analytikergruppe,
macht deren Kränkung spürbar, als Freud ihnen die Züricher
Universitätspsychiater um Jung vorzog, und schildert Freuds charismatische
Kraft als Lehrer und Gruppenleiter. Anstößig wirkt die Aggressivität,
die viele Passagen durchdringt, und Sadgers unverkennbare Ambivalenz gegenüber
Freud. Die Herausgeber stellen in einem ausführlichen Nachwort zusammen,
was über Sadgers Leben bekannt ist, charakterisieren seine Position
unter seinen Kollegen und bieten paradigmatische Einblicke in sein Werk.
In einem Anhang werden die Briefstücke abgedruckt, die das dramatische
Schicksal seines Freud-Buchs dokumentieren.
Die
Herausgeber:
Andrea
Huppke, geb. 1965, Studium der Philosophie und Psychologie, lebt als
niedergelassene Psychoanalytikerin in Berlin. Mehrere Veröffentlichungen
zur Geschichte der Psychoanalyse.
Michael
Schröter, geb. 1944, Dr. phil. (Soziologie), lebt als freier Autor
in Berlin. Herausgeber von LUZIFER-AMOR. Zahlreiche Veröffentlichungen
zur Geschichte der Psychoanalyse (zuletzt als Buch: S. Freud und M. Eitingon.
Briefwechsel 1906-1939).
und der sensationelle Briefwechsel
zur "Minna Frage":
Sigmund
Freud / Minna Bernays
Briefwechsel
1882-1938
QUELLEN UND ABHANDLUNGEN
ZUR GESCHICHTE DER PSYCHOANALYSE Band 3
Herausgegeben von Albrecht
Hirschmüller
400 Seiten • Leinengebunden
mit Schutzumschlag, € 29,00
978-3-86099-565-5
Mehr als 50 Jahre lang,
von 1882 bis 1938, haben Freud und seine Schwägerin Briefe gewechselt.
In den ersten Jahren ste-
hen die Beziehungen der
beiden Paare Martha Bernays und Sigmund Freud, Minna Bernays und Ignaz
Schönberg, und das
Verhältnis zur Mutter
im Vordergrund. Später werden Freuds Arbeit und seine Patienten wichtigeren
Raum einnehmen.
Nach 1896, als Minna in
den Freudschen Haushalt übersiedelt war, schrieb man sich Briefe nur
noch aus den Ferienzeiten. Ein
letztes Konvolut aus dem
Jahre 1938 wirft ein Licht auf die letzten Wochen vor der Emigration der
Familie in Wien.
Das Zentrum des Briefwechsels
bilden die persönlichen Beziehungen. Es wird deutlich, daß Minna
Bernays in Freuds frühen
Jahren neben Wilhelm Fließ
seine wichtigste Gesprächspartnerin gewesen ist. Sie tritt als kluge,
humorvolle und energische
Frau hervor, die für
Schwester und Schwager und später deren Kinder ein Leben lang von
großer Bedeutung war.
Die Briefe sind ein zutiefst
menschliches Dokument, Texte mit rezentem Anlaß, spontan entstanden,
nicht lange konzipiert.
Sie zeigen das Innere, das
Wesen der Beteiligten in einer ganz besonderen Weise. Ihr größter
Reiz ist nicht, daß sie die Neu-
gier des Lesers befriedigen,
sondern daß sie punktuelle, aber oft tiefe und unverstellte Einblicke
in Persönlichkeit, Denk-
und Handlungsweisen der
beteiligten Personen bieten. Die Ausgabe gibt alle Briefe wieder, die auf
das Verhältnis der
beiden Briefschreiber zueinander
und zu Martha und den Kindern Licht werfen. Die Einleitung stellt die Situation
der Brief-
schreiber und den Kontext
dar und gibt einen Abriß des Lebens von Minna Bernays. Im Anhang
wird, gestützt auf umfang-
reiche Archivstudien, die
Geschichte der Familie Bernays entwickelt. Ein Stammbaum ergänzt die
Darstellung.
Der Herausgeber Albrecht
Hirschmüller, Prof. Dr. med., Jg. 1947, Institut für Ethik
und Geschichte der Medizin der
Universität Tübingen.
Forschungen zur Geschichte der Psychiatrie und Psychoanalyse.
Jahrbuch für klinischen Psychoanalyse
7
Familie
240 S., Gb., €
28,00
978-3-86099-580-8
Freud hat den Ödipuskomplex
als „Familienkomplex" verstanden und als den Kernkomplex der Neurosen bezeichnet.
Er verweist auf die Position, die ein Subjekt in seiner Familie einnimmt,
und den Ort, den es im unbewußten Begehren seiner Eltern hat. Dieser
ist wiederum von dem Platz bestimmt, den sie im Begehren ihrer Eltern hatten.
Jacques Lacan hat 1938 in seinem
Artikel über Die Familie den Ödipuskomplex erweitert um den Komplex
des Eindringlings und den Komplex der Entwöhnung. Das Subjekt wird
in dieser Perspektive ausdrücklich zum Symptomträger der Familie.
Seither haben sich nicht nur Familienstrukturen verändert, sondern
auch die Funktion und das Funktionieren der Familie selbst sind in Frage
gestellt. Die stabile bürgerliche Familie, die Freud noch als Regelfall
vor Augen hatte, ist eine Lebensform neben anderen geworden. Die rechtliche
Anerkennung nichtehelicher und gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften
hat den privilegierten Status der Ehe relativiert.
Wie wirken sich diese Veränderungen
auf die ödipale Strukturierung, also auf die Subjektwerdung aus? Welchen
Platz haben die Kinder heute im Begehren ihrer Eltern? Was ist der Status
des Kindes (und der seiner Eltern) im Zeitalter seiner technischen Produzierbarkeit?
Wie wirkt sich der postmoderne Kult der Jugendlichkeit auf das Verhältnis
zwischen Eltern und Kindern aus, z. B. im Hinblick auf die Idealisierung?
Müßte man nicht statt eines „Verschwindens der Kindheit" (Neil
Postman) eher von einem Verschwinden der Eltern sprechen? Muß man
nicht geradezu deren Infantilisierung beobachten? Diesen Fragen gehen die
Autoren im 7. Band des Jahrbuchs für klinische Psychoanalyse nach.
Verkehrte Liebe
Ausgewählte Beiträge
aus dem "INTERNATIONAL JOURNAL OF PSYCHOANALYSIS - Band 1"
271 Seiten, Br., € 24,90
978-3-86099-578-5
Das Buch bietet dem psychoanalytisch
interessierten Leser einen Zugang zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen
psychoanalytischen Welt. Aus dem International Journal of Psychoanalysis
des Jahrgangs 2005 wurden zehn besonders interessante Beiträge von
namhaften psychoanalytischen Autoren ausgewählt und übersetzt.
Den Themenschwerpunkt dieser ersten deutschen Auswahl des International
Journals bilden Beiträge zur Perversion, ferner gibt es Arbeiten zur
Nachträglichkeit und zur zeitgenössischen Rezeption von Bion.
Ein weiterer Schwerpunkt des Heftes besteht aus Texten, die sich konkret
mit der klinischen Arbeit des Psychoanalytikers befassen.
Inhalt
Geleitwort: Jean-Michel Quinodoz
Editorial: Gabriele Junkers
I. THEMENSCHWERPUNKT: Perversionen
Ruth Stein: Warum Perversion? „Verkehrte"
Liebe und der perverse Pakt
Alesssandra Lemma: Die vielen Gesichter
des Lügens
Jörge Maldonado: Störungen
beim Deuten, bei der Symbolisierung und der Neugier in der Beziehung zwischen
Analytiker und Analysand (Der Patient ohne Einsicht)
II PSYCHOANALYTISCHE KONTROVERSEN
UND THEORETISCHE BEITRÄGE
Gedankenaustausch über das
französische Konzept der Nachträglichkeit
Haydee Faimberg: Apres-Coup
Ignes Sodre: ... und ich sah ein
Konzept, das es nicht gab ...
Haydee Faimberg: Antwort auf Ignes
Sodre
Edna O'Shaughnessy: Wessen Bion?
Elisabeth T. Bianchedi: Wessen
Bion? Wer ist Bion?
Antonino Ferro: Bion: Theoretische
und klinische Betrachtungen
James S. Grotstein: „Projektive
Transidentifizierung" - Eine Erweiterung des Konzepts der projektiven Identifizierung
Alberto Hahn: Donald Meltzer (1923-2004)
III AUS DER WERKSTATT DES ANALYTIKERS
Thomas Ogden: Psychoanalytische
Supervision
Johann Norman/Björn Salomonsson:
Gedanken miteinander verweben (peer grups)
Luisa C. Busch de Ahumada: Von
der Nachahmung zur Spontaneität: Klinische Schritte auf dem Weg zur
psychischen „Zweiheit"
QUELLEN
UND ABHANDLUNGEN ZUR GESCHICHTE DER PSYCHOANALYSE
eine Schriftenreihe
von LUZIFER-AMOR - Herausgegeben von Michael Schröter
[Abonnenten der Zeitschrift
LUZIFER-AMOR können alle Bände
dieser Reihe mit einer
Preisreduktion von 20 % beziehen.]
+
Sigmund
Freud - Max Eitingon
Briefwechsel 1906-1939
Herausgegeben von
Michael Schröter
Quellen und Abhandlungen
zur Geschichte der Psychoanalyse Band 1
Band 1,1 und 1,2 -
zusammen 1050 Seiten gebunden, fadengeheftet Leihen mit Schutzumschlag
€ 59,00
978-3-86099-550-1
+
Freud's
Library A Comprehensive Catalogue
Freuds Bibliothek
Vollständiger Katalog
Compiled and edited
by [Bearbeitet und herausgegeben von] J. Keith Davies und Gerhard Fichtner
In Zusammenarbeit
mit dem Freud Museum London
Quellen und Abhandlungen
zur Geschichte der Psychoanalyse Band 2
Zweisprachige Ausgabe
englisch-deutsch
Einführungsband
144 Seiten, gebunden, fadengeheftet, zahlreiche farbige Abbildungen
Katalog auf CD 1049
S. mit 500 farbigen Abbildungen € 19,90
978-3-86099-560-1
Abgewehrte
Abhängigkeit I
Eßstörungen
bei Kindern
Herausgegeben
von Gianna Williams, Paul Williams, Jane Desmarais, Kent Ravenscroft
Aus
dem Englischen von Monika Noll
200
Seiten, Broschur € 17,90
978-3-86099-574-7
Inhalt
Lynda
Miller: Idealisierung und Verachtung. Zwei Seiten der Entwertung der Brust
in einer Stillbeziehung
Mariängela
Mondes de Almeida Pinheiro: Fütterstörungen im Säuglingsalter:
Faruk und Shereen
Selina
Perocevic: Wie ich Miral kennenlerne. Zu den Eßproblemen in der Psychotherapie
eines fünfjährigen Knaben
Stephen
Briggs: Eßprobleme eines in der Latenz befindlichen Knaben und ihre
Bedeutung in seiner Innenwelt
Maria
Rhode: Zu Körperbild und Identitätsgefühl eines autistischen
Knaben. Zusammenhänge mit Eßstörungen
Maria
Antionetta Catena: Marco: Geschichte einer Schüler-Lehrer-Beziehung
Abgewehrte
Abhängigkeit l und II sind jeweils in sich geschlossene Bände.
Sie wurden von Mitarbeitern der Tavistock-Klinik verfaßt und behandeln
Ernährungsprobleme und Essstörungen angefangen bei Babys bis
zu 19jährigen Jugendlichen. Sie stellen klinische Fallgeschichten
von Patienten vor, die an Eßstörungen wie Bulimie und Anorexie
leiden und zeigen, wie mit Hilfe von therapeutischer Unterstützung
ein normales Leben geführt werden kann. Besondere Aufmerksamkeit gilt
dabei den Ängsten und Abwehrstrategien, die sich gegen Abhängigkeitsgefühle
und die Gefahr richten, von anderen etwas annehmen zu müssen.
1920
gegründet, ist die Tavistock-Klinik eines der weltweit führenden
Zentren für psychoanalytisch fundierte Psychotherapie. Mit ihren drei
Abteilungen, Kind und Familie, Jugendliche und Erwachsene, ist sie eine
der führenden Ausbildungseinrichtungen von Großbritannien.
Abgewehrte
Abhängigkeit II
Eßstörungen
bei Jugendlichen
Herausgegeben
von Gianna Williams, Paul Williams, Jane Desmarais, Kent Ravenscroft
Aus
dem Englischen von Monika Noll
240
Seiten, Broschur € 24,90
978-3-86099-575-4
Inhalt
Sue
Brough: „Wer ist dieses Mädchen?" Identitätssuche und Angst eines
magersüchtigen Mädchens vor Verunreinigung durch das beschädigte
(innere) Elternpaar
Luisa
Carbone Tirelli: Eßstörungen in der Adoleszenz. Die Empfängerfunktion
Kent
Ravenscroft: Paulas Geheimnis. Ein bulimisches junges Mädchen
Roberta
Mondadori: Die Aufdeckung eines Identitätsmangels
Jeanne
Magagna: „Ich wollte nicht sterben, aber ich mußte". Das Syndrom
der massiven Verweigerung
Emanuela
Quagliata: Zu Projektion und Introjektion bei Eßstörungen
Helene
Dubinsky: Die Beziehung eines magersüchtigen Mädchens zu einem
schwer beschädigten inneren Verfolgerobjekt und ihre Auswirkungen
auf die Krankheit
Diomira
Petrelli: Phantasien einer magersüchtigen Jugendlichen, die Funktionsweise
des Körpers betreffend.
Donald
Meltzer und Meg Harris Williams
Die
Wahrnehmung von Schönheit
Der
ästhetische Konflikt in Entwicklung und Kunst
Veröffentlichungen
des Klein Seminars Salzburg, Band 5
Aus
dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
280
Seiten, Broschur € 24,00
978-3-86099-572-3
Die
Grundthese dieser Arbeit, der ästhetische Konflikt zwischen dem aufdringlichen
Außen und dem rätselhaften Inneren des Objekts, wird auf verschiedene
Dimensionen zurückgeführt:
Persönlichkeitsentwicklung,
Gewalt als interpersonales und soziales Phänomen und Kunst als aktives
und rezeptives Unterfangen.
Dieses
Buch hat sich im Laufe der Jahre fast zu einem Familienprojekt von Martha
Harris, ihren beiden Töchtern Meg und Morag und ihrem Ehemann Donald
Meltzer entwickelt. Es wurzelt gleichermaßen in der englischen Literatur,
in den Dichtungen von Shakespeare, Milton, Wordsworth, Keats, Coleridge
und Blake, wie in der Psychoanalyse, in den Arbeiten von Freud, Klein und
Bion.
Inhalt
1.
Die Wahrnehmung von Schönheit
2.
Ästhetischer Konflikt: seine Rolle in der Entwicklung
3.
Über erste Eindrücke
4.
Über ästhetische Reziprozität
5.
Die Rolle des Vaters in der frühen Entwicklung
6.
Das Problem der Gewalt
7.
Das unentdeckte Land: die Form des ästhetischen Konflikts in Hamlet
8.
Der ästhetische Konflikt im analytischen Prozeß
9.
Das Zurückweichen vor dem ästhetischen Konflikt: Zynismus, Perversion
und die Vulgarisierung des Geschmacks
10.
Wiedergewinn des ästhetischen Objekts
11.
Festhalten des Traumes: über die Würdigung des Ästhetischen
12.
Die Schatten in der Höhle und die Schrift an der Wand
Anhang
l: Die gesellschaftliche Grundlage der Kunst: ein Dialog mitAdrian Stokes
(1963)
Anhang
II: Geistlosigkeit - die Beziehung zwischen Psychosomatik, Hyperaktivität
und Halluzinose in der Entwicklung.
Silvia Fano Cassese
Einführung
in das Werk von Donald Meltzer
Mit einem Vorwort von Donald
Meltzer
Aus dem Englischen von Horst
Brühmann
140 Seiten • Broschur, €
14,-
Veröffentlichungen
des Klein Seminars Salzburg - Bd. 4
Herausgegeben von Karl und
Ruth Mätzler
978-3-86099-564-8
Diese Einführung
bietet einen kritischen Überblick über die zentralen Themen und
wichtigsten Konzepte von Meltzers Werk. Die Autorin möchte mit ihrer
Arbeit zu einer genaueren Kenntnis und einem vertieften Verständnis
der Meltzerschen Arbeiten beitragen. Sie umreißt ihre Absicht selbst
folgendermaßen: „Ich habe einen Aspekt herauszuarbeiten versucht,
der meiner Auffassung nach für die Theorie Meltzers grundlegend ist.
Ich wollte dem Leser vor allem diejenigen charakteristischen Dimensionen
seiner analytischen Arbeit nahe bringen, die über die Grenzen der
wohletablierten und Sicherheit gewährenden Technik hinausgehen. Meltzers
Interesse zielt beharrlich auf ein Gebiet, das in Worten schwer zu beschreiben
und in konventioneller Sprache vielleicht gar nicht wiederzugeben ist:
auf den emotionalen Bereich der nonverbalen Kommunikation, des träumerischen
Einfühlungsvermögens und des unbewußten Denkens." (Silvia
Fano Cassese) Silvia Fano Cassese lebt und arbeitet als Psychotherapeutin
in
Italien. Sie ist Dozentin für psychoanalytische Psychotherapie, Vorsitzende
der Assoziation für psychoanalytische Psychotherapie (Florenz) und
Mitglied der Europäischen Föderation für psychoanalytische
Psychotherapie.
Inhalt
Vorwort von Donald Meltzer
Einleitung
Erster Teil -Von
der projektiven Identifizierung zum psycho-
analytischen Prozeß
1. Projektive Identifizierung
mit inneren Objekten
2. Der psychoanalytische
Prozeß
Zweiter Teil - Perversion,
Psychose, Traumleben
3. Sexuelle Bewußtseinszustände
4. Untersuchungen zum Autismus
5. Traumleben
Dritter Teil - Das
Sublime und das „Unheimliche"
6. Der ästhetische
Konflikt und das rätselhafte Innen
7. Das Claustrum: die innere
Welt, von innen her erfahren
Anhang
Catherine Mack Smith: Gespräch
mit Donald Meltzer
G/na Ferrara Mori: Lernen
durch Erfahrung mit Donald
Meltzer.
Ruth Kloocke
Mosche Wulff
Zur Geschichte
der Psychoanalyse in Rußland und Israel
260 S., Gb., €
19,90
78-3-86099-536-5
Mosche
Wulff war ein Psychoanalytiker der ersten Generation. Stationen seines
langen Lebens waren Odessa, Berlin, Moskau und schließlich Tel Aviv,
wo er 1971 dreiundneunzigjährig starb. Er hatte wesentlichen Anteil
an der frühen Institutionalisierung der Psychoanalyse im Rußland
der 1910er und 20er Jahre. Dort entwickelte die Psychoanalyse im Spannungsfeld
von Sozialismus und Pädagogik eigene Themen, die Wulff auch in seinem
späteren Leben weiter verfolgte.
Von
1927–1933
lebte und arbeitete Wulff in Berlin, unter anderem als Mitarbeiter
des berühmten psychoanalytischen Sanatorium Schloß Tegel. Als
Jude übersiedelte Wulff 1933 nach Tel Aviv. Er war an der Gründung
und am Aufbau der israelischen psychoanalytischen Gesellschaft beteiligt
und bildete eine ganze Generation von israelischen Analytikern aus. Der
vorliegende Band versteht sich als Beitrag zur Institutionalisierungsgeschichte
der Psychoanalyse. Anhand der Biographie von Mosche Wulff wird die Entwicklung
psychoanalytischer Institutionen in Rußland und Israel nachgezeichnet
und in einen historischen und politischen Kontext gestellt. Ein umfangreicher
Anhang liefert biographische Materialien zu den an der Gründungsphase
der Psychoanalyse beteiligten Personen in Rußland und Israel. Ruth
Kloocke, Jg. 1966, Dr. med., in der Ausbildung zur Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie. Die vorliegende Arbeit wurde als Dissertation
von der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert.
Donald Meltzer
Das
Claustrum
Eine Untersuchung klaustrophobischer
Erscheinungen
Aus dem Englischen von Horst
Brühmann
223 Seiten • Broschur, €
20,-
Veröffentlichungen
des Klein Seminars Salzburg - Bd. 3
Herausgegeben von Karl und
Ruth Mätzler
978-3-86099-567-9
Dieses Buch berichtet von der therapeutischen
Arbeit mit Melanie Kleins Konzept der projektiven Identifizierung,
insbesondere der intrusiven Identifizierung
mit inneren Objekten, wie sie in masturbatorischen Erregungszuständen
auftritt. Die genaue Nachzeichnung der
abgegrenzten Teile, in die das Innere des internalisierten Körpers
der Mutter
aufgegliedert ist, gestattet es, in der
klinischen Erfahrung - zumal durch das Spiel von Kleinkindern oder die
Träume
von Erwachsenen - die Beschaffenheit dieser
inneren Welt zu erkennen und die Formen und Eigenschaften,
in denen sie der äußeren Welt
ähnelt, sich aber auch stark von ihr unterscheidet, miteinander zu
vergleichen.
Auf die analytische Situation mit Borderline-Patienten
und Adoleszenten, der das klinische Hauptinteresse
dieses Buches gilt, fällt damit ein
neues Licht. Von hier aus ergibt sich ein besseres Verständnis von
Charakterproblemen neurotischer und normaler
Patienten, von Perversionen und Suchtverhalten
sowie von persönlichen Einstellungen,
Vorurteilen und politischen Orientierungen.
Inhalt
Einführung
1. Melanie Kleins Auffassung der projektiven
Identifizierung
2. Besprechung früherer Veröffentlichungen
3. Die geographische Dimension des psychischen
Apparats
4. Die Abteilungen der inneren Mutter
5. Leben im Claustrum
6. Technische Probleme des Claustrums
7. Auftauchen aus dem Claustrum versus
Bewußtseinsverschiebung
8. Die Rolle des Claustrums beim Einsetzen
der Schizophrenie
9. Zur Ubiquität der projektiven
Identifizierung
10. Symptomatologie versus Charakterologie.
Der psychoanalytische Prozeß
11. Das Claustrum und die Adoleszenz
12. Das Claustrum und die Perversionen
und Süchte
13. Das Claustrum und die Politik
Anhang
Meg Harris Williams: Äquivokation
und Ambiguität.
Macbeth' gespaltene Zunge, Shakespeares
doppelter Sinn.
Franz Wellendorf / Hannelore
Werner (Hg.)
Das
Ende des Ödipus
Entwertung und Idealisierung
ödipaler Konzepte in der Psychoanalyse heute
412 Seiten •
gebunden, € 24,-
978-3-86099-569-3
Freud nannte den Ödipuskomplex
den Kernkomplex der Neurose und erklärt ihn zum Schibboleth der Psychoanalyse,
das die Anhänger der Psychoanalyse von ihren Gegnern scheide. Der
Ödipuskomplex wurde für ihn zu einem zentralen Bezugspunkt in
der Theorie der psychosexuellen Entwicklung und der Bildung des Überichs.
Seine Bewältigung ist ein Ringen um die Anerkennung der Generations-
und der Geschlechterdifferenz. Mit dem Eintritt in die Latenzphase und
seinem Untergang kommt dem Ödipuskomplex die strukturierende Rolle
für die spätere Entwicklung der Persönlichkeit und ihren
Beziehungsmodi zu. In den vergangenen Jahrzehnten sind vermehrt andere
Konzepte, die für das Verständnis und die Erklärung seelischer
Entwicklung hilfreich sind, in den Vordergrund getreten: Bindung und Trennung;
das narzißtische Regulationssystem; Nähe und Distanz; Mentalisierungsprozesse
und andere mehr. Auch das Verständnis der Bedeutung des Dritten in
der Entwicklung des Individuums hat sich verändert. In den zeitgenössischen
Konzepten früher Triangulierung tritt das sexuelle Begehren in den
Hintergrund, zu Gunsten der Bedeutung des Dritten für die Entwicklung
von Identität, Unabhängigkeit und Autonomie. Im Rahmen der Jahrestagung
der DPG 2004 in Kassel wird Freuds Konzept des Ödipuskomplexes neu
betrachtet und diskutiert. Die theoretischen Schwerpunkte sind die mythologischen
Metaphern, die Geschlechterdifferenz, die Frage nach der Universalität
des Ödipuskomplexes und Aspekte der Behandlungstechnik.
Beiträge von: Beate
Blank-Knaut, Brigitte Boothe, Wilhelm Brüggen, Ingo Focke, Jochen
Haustein, James Herzog, Berthold König, Josef Ludin, Edeltraud Putz-Meinhardt,
Nicholas Rand, Wilfried Ruff, Gerhard Salzmann, Johanna Schäfer, Gabriele
Schäfer-Böker, Heien Schoenhals, Ruth Stein, Franz Wellendorf,
Urs Widmer, Annegret Wittenberger, Ralf Zwiebel
Helmut Junker
Beziehungsweisen
Die tiefenpsychologische
Praxis zwischen Technik und Begegnung
224 Seiten • Broschur,
€ 19,90
978-3-86099-566-2
Was geschieht wirklich hinter
der geschlossenen Tür einer psychotherapeutischen Praxis? Am Leitfaden
dieser Fragestellung gibt Helmut Junker einen historischen Überblick
über die analytische Einstellung zum therapeutischen Umgang mit Patienten
und damit auch zum Selbstverständnis des Analytikers, das sich darin
ausdrückt. Genau wie ein Archäologe, distanziert wie ein Chirurg,
kühl wie ein Spiegel: So beschreibt Freud den idealen Psychoanalytiker.
Es ist oft nachgewiesen worden, daß er selbst sich nicht an dieses
Idealbild und die daraus abgeleiteten Ratschläge für die analytische
Praxis gehalten hat. Spätere Entwicklungen haben diesen Zwiespalt
verschärft. Der Bogen, den Helmut Junkers Darstellung spannt, reicht
von Freud über Ferenczi, Rank, Fenichel, Loewald, Stone, Greenson,
Kohut, Winnicott und Balint bis zu gegenwärtigen Autoren wie Thomä,
Bollas, Ranik, Aron und den Arbeiten der Boston Change Study Group (Stern
et. al.). Gefragt wird nach den zentralen Voraussetzungen einer gelingenden
therapeutischen Be- gegnung. Diskutiert werden dabei die beziehungsrelevanten
Themen der Übertragung und Gegenübertragung, derAls-ob-Beziehung
und der realen Beziehung, einschließlich der Grenzen der tiefenpsychologischen
Methode in einer radikal verstandenen Intersubjektivität.
Helmut Junker, Prof.
Dr. Dr. med., Psychoanalytiker/Psychotherapeut (APH-Hamburg).
Frances Tustin
Autistische Barrieren bei Neurotikern
Mit einem Vorwort von Maria Rhode
Übersetzung aus dem Englischen von Kevin O’Keeffe,
revidiert von Elisabeth Vorspohl
347 Seiten, Broschur. € 28,00
978-3-86099-563-1
Francis Tustin hat ihr klassisches, nun wiederaufgelegtes
Werk in ihrem Nachwort selbst folgendermaßen beschrieben:
"Dieses Buch hat versucht, zum psychoanalytischen Verständnis
der Psychopathie und Entwicklung von autistischen Zuständen beizutragen.
Ein schlichter, fast umgangssprachlicher Stil ist verwendet worden, da
er mir für die grundlegenden Sachverhalte, die zur Sprache gekommen
sind, am geeignetsten erschien. Fachausdrücke wurden auf ein Minimum
reduziert.
Ich habe im direkten Umgang mit autistischen Kindern
sehr viel gelernt. Dabei ist mir klar geworden, daß autistische Patienten
in einer Kette von psychophysischen Reaktionen gefangen sind, aus denen
sie nicht entfliehen zu können glauben. Ihnen dabei zu helfen, sich
daraus zu befreien, ist für alle Beteiligten ein mühsamer und
schmerzlicher Prozeß. Wenn wir mit autistischen Kindern arbeiten,
dürfen wir bei den Eltern, die ja bereits sehr viel gelitten haben,
keine falschen Hoffnungen wecken. Dieses Buch hat einige der Schwierigkeiten,
aber auch einige der Möglichkeiten einer Psychotherapie an Hand sorgfältig
ausgewählter, gewöhnlich junger autistischer Kinder hervorgehoben.
Es hat auch versucht, auf jene erwachsenen neurotischen Patienten ein Licht
zu werfen, deren geistiges und emotionales Leben durch autistische Barrieren,
die sich in der frühen Kindheit entwickelt haben, behindert worden
ist."
Frances Tustin (1913-1994) ist eine international
anerkannte Autorität auf dem Gebiet des Autismus. Sie arbeitete mehr
als dreißig Jahre lang als Kinderpsychotherapeutin mit autistischen
Kindern. Ehrenmitglied der British Psychoanalytical Society und der Association
of Child Psychotherapists.
Inhalt:
Teil I: PSYCHOGENER AUTISMUS
Das Wesen des psychogenen Autismus
Ein persönliches Wort
Autismus bei Melanie Klein
Autismus und frühkindliche Depression
Autismusbegünstigende Situationen
Autistische Objekte
Autistische Formen bei Kindern
Autistische Formen bei Erwachsenen
Anzeichen der Genesung
Die Welt des autistischen Kindes
Teil 2: PSYCHOGENER AUTISMUS BEI NEUROTIKERN
Das Fallen
Zerfließen und Auflösung
Die Entwicklung des Ichs
Autistische Disposition bei einem Fall von Anorexia nervosa
Der "Rhythmus der Sicherheit"
Die Psychotherapie autistischer Zustände
Abschließende Bemerkungen
Entwicklungslinien
psychoanalytischer Sozialarbeit
Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit (Hg.)
256 Seiten, Broschur, € 16,00
Der Verein für Psychoanalytische
Sozialarbeit nutzte seine 12. Tagung, um nach über 25 Jahren psychoanalytischer
Sozialarbeit mit schwer beziehungsgestörten Kindern die Entwicklungslinien
seiner Arbeit zu beschreiben und zu reflektieren. Dies scheint gerade in
einer Zeit von Bedeutung, in der sich das soziale Klima in der Gesellschaft
so verändert, daß Verbesserungen und reformierende Veränderungen
in der fachlich und menschlich zufriedenstellenden Versorgung seelisch
schwer kranker und behinderter Menschen immer schwieriger werden. Es ist
sowohl in ethischer Hinsicht, wie auch ökonomisch und praktisch wichtig,
in einer solchen Situation die fachliche Diskussion weiterzuführen
und die Versorgung der wachsenden Zahl an basal entwicklungsgestörten
jungen Menschen sicherzustellen. Hierzu gehören neben der Reflexion
aller pathogenen individuellen und kollektiven Lebensumstände auch
die Gestaltung und die Analyse der Institutionen, die sich der Arbeit mit
den leidenden und durch ihre Art der Leidensbewältigung behinderten
Menschen aussetzen.
Anzieu, Annie / Anzieu-Premmereur,
Christine / Daymas, Simone
Das Spiel in der Kinderpsychotherapie
280 Seiten, Br., € 24,90
978-3-86099-576-1
Das Spielen bildet - noch vor dem
Malen und Sprechen - einen wichtigen Bereich, in dem die Psyche des Kindes
erforscht werden kann. Dank seiner sinnlichen und motorischen Komponenten
ermöglicht es den unmittelbaren Ausdruck der Triebtätigkeit.
Das Buch beruht auf dem analytischen
Studium zahlreicher klinischer Fallgeschichten. In drei großen Teilen
befaßt es sich mit dem Spielen von Kindern bis zum fünften Lebensjahr
beziehungsweise im Latenzalter und mit dem Psychodrama in der Jugendlichentherapie.
Drei weitere Kapitel widmen sich speziellen Themen: der Geschichte des
Spielens als Technik in der Kinderpsychotherapie, der Symbolisierung im
Spiel und den Deutungsproblemen in der Psychotherapie. Dieses Buch schöpft
aus den Erfahrungen der drei Psychoanalytikerinnen, die es verfaßt
haben; gedacht ist es als Ratgeber und Nachschlagewerk für alle Psychologen,
Psychoanalytiker und Psychotherapeuten, die sich Kindern widmen und sie
behandeln.
Margaret Rustin und Emanuela Quagliata (Hg.)
Der Anfang
Klinische Erstkontakte mit Kindern
und Jugendlichen
Aus dem Englischen von Horst Brühmann
Kinder- und Jugendlichenanalyse. Europäische Texte
- Bd. 1
240 Seiten, Broschur, € 18,00
Dieses Buch ist eine große Hilfe für Kinder-
und Jugendlichentherapeuten, aber auch für ein breiteres Publikum,
das sich für die Entwicklung von Kindern interessiert und wissen möchte,
wie man ihnen helfen kann, wenn etwas fehlläuft. Es eröffnet
Zugänge zu Kindern und Jugendlichen, die psychotherapeutische Hilfe
benötigen. Berücksichtigt werden Faktoren, die in der Person
des Kindes liegen, fördernde und hemmende Kräfte im Entwicklungsprozeß
sowie das familiäre, schulische und gesellschaftliche Umfeld. Einzelne
Kapitel befassen sich mit klinischen Methoden und einer Vielzahl von klinischen
Problemen, einschließlich der Arbeit mit sehr jungen Kindern und
ihren Eltern, Deprivationen und familiären Zusammenbrüchen, Entwicklungshemmungen
und anderen schweren psychischen Erkrankungen in der Kindheit.
Inhalt
Nicholas Temple und Margot Waddell
Vorwort
Emanuela Quagliata und Margaret Rustin
Einführung
ZUR DIAGNOSTISCHEN EINSCHÄTZUNG SCHWER GESTÖRTER KINDER
Maria Rhode
Kinder mit Kommunikationsstörungen im diagnostischen Erstgespräch
Anne Alvarez
Borderline-Kinder. Zur Unterscheidung von Störung ud Defizit
Jeanne Magagna
Schwere Eßstörungen. Angriffe auf das Leben
TRAUMATISIERTE KINDER UND IHRE FAMILIEN
Margaret Rustin
Die Familie zerbricht - was dann? Erstgespräche mit Kindern, die
Deprivation, Traumata und multiple Verluste erfahren haben
Judith Trowell
Erstgespräche mit sexuell mißbrauchten Kindern
FAMILIENTHERAPEUTISCHE ANSÄTZE
Lisa Miller
Kurzinterventionen bei Kindern unter fünf Jahren mit Rücksicht
auf Fragen des diagnostischen Erstgesprächs
Beta Copley
Explorative Arbeit mit Familien
JUGENDLICHE
Margot Waddell
Erstgespräche mit Adoleszenten.
Auf der Suche nach einem Raum zum Denken
Robin Anderson
Zur Abschätzung des Risikos von Selbstbeschädigung bei Jugendlichen.
Eine psychoanalytische Perspektive
Robin Anderson und Anna Dartington (Hg.)
Ausfechten
Klinische Einblicke in Krisen der
Adoleszenz
Aus dem Englischen von Horst Brühmann
Kinder- und Jugendlichenanalyse. Europäische Texte
- Bd. 2
240 Seiten, Broschur, € 19,90
978-3-86099-559-4
In den Beiträgen dieses Bandes
untersuchen Mitarbeiter der Abteilung für Jugendliche der Tavistock-Klinik
in einer leicht zugänglichen Sprache verschiedene klinische Aspekte
von Störungen im Jugendlichenalter. Sie nehmen dabei insbesondere
die Belastungen in den Blick, die solche Krisen für die (Klein-)Familie
bedeuten, und behandeln Schwierigkeiten bei der Identitätsfindung
von unterschiedlicher Tragweite - von Anpassungskrisen über Eßstörungen
bis hin zu schweren Psychosen.
Abgesehen vom Säuglingsalter
ist die Adoleszenz die dramatischste aller Entwicklungsphasen. In den wenigen
Jahren zwischen Pubertät und Erwachsenenalter muß sich das Selbstgefühl
des einzelnen den Veränderungen von Größe, Gestalt, Stärke
und genitaler Reife des eigenen Körpers anpassen. Zugleich erwartet
die Gesellschaft, daß der Jugendliche die Fähigkeit zu intimen
Beziehungen ausbildet und auf dem Weg in die Arbeitswelt anstrengende Prüfungen
besteht.
Inhalt:
Nicholas Temple und Margot Waddell: Editorial
Arthur Hyatt Williams: Vorwort
Robin Anderson und Anna Dartington: Einleitung
Anna Dartington: Die Intensität der Adoleszenz in Kleinfamilien
Steve Briggs: "Wie läuft das hier ab, reden wir bloß?" Therapeutische
Arbeit mit Jugendlichen, die sexuell mißbraucht wurden
Lynda Miller: Psychotherapie mit lerngestörten Jugendlichen
Jonathan Bradley: Konfrontation, Beruhigung oder Kommunikation
Robin Anderson: Suizidverhalten und seine Bedeutung in der Adoleszenz
Gianna Williams: Überlegungen zu einer besonderen Dynamik bei
Eßstörungen
Hélène Dubinsky: Die Furcht, erwachsen zu werden. Eine
Studie über zwei Jugendliche
Elizabeth Oliver-Bellasis: "Ist da jemand?" Die Arbeit des Beratungsdienstes
für Jugendliche
Margot Waddell: Der Sündenbock
Richard Graham: Die Hitze des Augenblicks. Psychoanalytische Arbeit
mit Familien
Paul Upson: Spiel, Arbeit und Identität. Seinen Platz finden in
der Welt der Erwachsenen.
Julia Maier
Doppelter Boden
Deutsche Türkinnen zu Hause
/ Bild- und Textband
ca. 120 Seiten, durchgängig
vierfarb., Br., € 18,00
ISBN : 3-86099-853-6
Monatelang begab sich Julia Maier
mit Aufnahmegerät und Kamera in das private Umfeld junger türkischer
Frauen, deren Eltern meist als »Gastarbeiter/innen« nach Deutschland
kamen. Sie hat sich ihre Lebensgeschichten erzählen lassen, mit ihnen
über Familie, Religion, Arbeit, Zukunft und Identität gesprochen
und sie in ihrem privaten Umfeld fotografiert. Fernab gängiger Klischees
hat Julia Maier Lebensentwürfe von Frauen dokumentiert, die zwi- schen
Verständnis für das Leben ihrer Eltern auf der einen Seite, Wut
und Freiheitsdrang auf der anderen Seite stehen. Dabei interessierte sie
das Bild, das die Porträtierten von sich selbst haben und das sie
in Mode, Körpersprache und Pose vermitteln. Auch der private Raum
steht für die Person, ihr ästhetisches Em- pfinden und die Verbindung
unterschiedlicher kultureller Einflüsse.
Farideh Akashe-Böhme
Sexualität und Körperpraxis
im Islam
ca. 148 Seiten, Br., €
12,90
ISBN : 3-86099-851-X
Was aus europäischer Tradition
im Islam befremdlich erscheint/ hat seinen Grund in einem religiös
bestimmten leiblichen Umgang des Menschen mit sich und mit Anderen. Vor
allem die Ereignisse in der Biographie der Frau sind strengen Regelungen
unterworfen. Tatsächlich wissen häufig die Muslime, die den Islam
als Praxis leben, so wenig wie ihre europäischen Nachbarn, was der
Islam als Lehre bedeutet. Die Autorin behandelt diese Fragen im Zusammenhang
einer islamischen Anthropologie. Ihre zentralen Themen sind: Reinheit und
Tabus, Ehre, Ökonomie der Lust und Strafe, Geschlechterbiographie,
patriarchale Strukturen und Muslime in der säkularisierten Welt.
Die Autorin steht für Veranstaltungen
zur Verfügung.
Erhard Brunn
Christentum und Islam - ein
neuer Dialog des Handelns
Begegnungen in Europa und Afrika
ca. 184 Seiten, Br., €
14,90
ISBN : 3-86099-854-4
Das Verhältnis zwischen Muslimen
und Nicht-Muslimen ist von Unsicherheit, ja von Ablehnung und Angst geprägt.
Ressentiments bestehen wechselseitig. Wenn auch in diesem Spannungsbereich
zusehends Konflikte entstehen, gibt es auch vielerorts Initiativen und
Aktivitäten, die diese destruktive Dynamik durchbrechen. Auf seinen
Stationen der letzten 15 Jahre beobachtete und gestaltete Erhard Brunn
inmitten vieler Konflikte auch Modelle einer gemeinsamen Verantwortung
von Christen und Muslimen mit. Seine zahlreichen Begegnungen mit religiösen
Persönlichkeiten, darunter Afrika-Missionaren, Kardinalen und muslimischen
Vertretern, hat er jetzt in einem Buch zusammengestellt. Die Portraits
sind eindrucksvolle Dokumente über Menschen, deren Wirken für
einen neuen Dialog zwischen Christentum und Islam stehen.
Solidarität, Individualität,
Emanzipation
Paul Parin zum 90. Geburtstag
Beiträge von Sigrid Awart,
Ketajun Dörfler, Mario Erdheim, Heinz Kohut, Christine Mansfeld, Henning
Melber, Susi Orgis, Paul Parin, Elisabeth Reif, Beate Schnabel, Peter Trumpp,
Sybille Trumpp-von Eicken, Daniel Weber
ca. 240 Seiten, Br., €
19,90
ISBN : 3-86099-117-5
Paul Parin, 1916 in Slowenien geboren, Neurologe und
Psychoanalytiker, Praxisgemeinschaft in Zürich mit seiner Frau Goldy
Parin-Mathey und
Fritz Morgenthaler, mehrere Forschungsreisen nach
Westafrika,
zahlreiche Publikationen u.a.: Die Weißen denken
zu viel. Fürchte
deinen Nächsten wie dich selbst. Zu viele Teufel
im Land.
Norbert Matejek / Günter
Lempa
Lebens[T]räume
Ein satirisch-psychoanalytisches
Lese- und Bilderbuch
ca. 64 Seiten, durchgängig
vierfarb. - 21,0 × 29,7 cm, Gb., € 19,80
ISBN : 3-86099-855-2
Freud in der Gegenwart
Alexander Mitscherlichs Gesellschaftskritik
145 Seiten, Br., € 15,90
ISBN 3-86099-858-7
»Alexander Mitscherlich war
es, der am 6. Mai 1956 - zusammen mit Theodor W. Adorno und Max Horkheimer
- die unter den Nazis emigrierten oder zur Flucht gezwungenen deutschen
Psychoanalytiker und Psychoanalytikerinnen nach Frankfurt a. M. einlud,
um Freuds 100. Geburtstag zu feiern. Und sie, die niemals zurückkommen
wollten, kamen, weil sie dem Gastgeber vertrauten. So war es eine gute
Idee, nun, an Freuds 150. Geburtstag, erneut nach Frankfurt zu laden und
diese Tagung Alexander Mitscherlich zu Ehren abzuhalten.
Die hochbetagte Margarete Mitscherlich
betonte, dass das Angerichtete selbst und nicht irgendein Tabu Deutschland
daran hinderte, die eigenen Opfer zu betrauern.« (Martin Altmeyer,
die tageszeitung)
Gisela Zeller-Steinbrich
Wenn Paare ohne Kinder bleiben
ca. 200 Seiten, Br., €
15,90
ISBN : 3-86099-826-9
Die Anwendung fertilitätstechnologischer
Methoden ist zur Selbstverständlichkeit geworden und gehört heute
zum Alltag einer Gynäkologie, die den Wurzeln ungewollter Kinderlosigkeit
biologisch zu Leibe rückt. Dabei wird der Teufelskreis von Leid, Diagnostik,
Krankheitsdefinition und verstärktem Leid doch nur scheinbar bekämpft,
ohne die Anwendung selbst in Frage zu stellen. Da Familienpolitik und Geburtenrate
im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen, richtet sich die Kritik
an der Reproduktionsmedizin allenfalls auf die gesetzlichen Restriktionen
und nicht auf das Erleben des Paares. Dies ist mit seinem Kinderwunsch
und während einer Behandlung, die nur zu 30% bis 40% erfolgreich ist,
enormem psychischem und physischem Stress ausgesetzt. Desgleichen sind
die Folgeprobleme wie Mehrlings- oder Frühgeburten usw. erheblich.
Elke Fietzek
Das Ungeheuer Trauma
Psychoanalytische Therapie mit
seelisch schwer verletzten Menschen
ca. 200 Seiten, Br., €
15,90
ISBN : 3-86099-856-0
Sexueller Missbrauch, Gewalterfahrungen,
vernachlässigung und Todesfälle hinterlassen tiefe Spuren in
der Psyche. Die Autorin schreibt, was es heisst, eine psychoanalytische
Therapie aufzunehmen und sich dem Trauma zu stellen.
Matthias Wenke
ADHS: Diagnose statt Verständnis?
Wie eine Krankheit gemacht wird
/ Eine phänomenologische Kritik
ca. 176 Seiten, Br., €
14,90
ISBN : 3-86099-340-2
ADHS stellt sich immer mehr auch
als Kulturprodukt und Instrument zur Biologisierung und Individualisierung
der Folgen gesellschaftlichen Wandels heraus. Die quasipsychiatrische Diagnose
dient den beteiligten Eltern, Ärzten und Lehrern dazu, bedrohliches
Verhalten der Kinder seelisch von sich fernzuhalten und den Anschein der
wissenschaftlichen Beherrschbarkeit zu erzeugen: Man hat lieber kranke
als unglückliche Kinder. Der theoretische Teil des Buches kritisiert
im Sinne der Phänomenologie fundamental die verbreitete Weltanschauung
einer sogenannten »Evolutionären Erkenntnistheorie«, identifiziert
deren Schwachstellen sowie die Gefahren des Biologismus und zeigt, dass
dieser prinzipiell antidialogisch und antipädagogisch ist.
Doris Dialer
Die EU-Entwicklungspolitik im Brennpunkt
ca. 360 Seiten, Br., €
29,90
ISBN : 3-86099-341-0
2003 trat das im Juni 2000 zwischen
der EU und der AKP-Gruppe (Afrikanische, Karibische und Pazifischen Staaten)
auf 20 Jahre geschlossene Cotonou-Partnerschaftsabkommen in Kraft. Es basiert
auf einem »Fünf-Säulen-Modell«: 1. Verankerung einer
»Politischen Dimension«, 2. Intensivierung der Armutsbekämpfung,
3. Einbeziehung nichtstaatlicher Akteure, 4. WTO-Konformität: Integration
der AKP-Staaten in die Weltwirtschaft, 5. Reform der Entwicklungsfinanzierung
und Programmabwicklung. Säule 1 und 3 beinhalten die aus politologischer
Sicht wichtigsten Neuerungen. Steht »Cötonou« für
den Beginn einer neuen Politisierung der AKP-EU-Partnerschaft oder impliziert
es die Zementierung der asymmetrischen Lome Praxis? Die Autorin zeigt,
dass die EU-AKP-Zusammenarbeit weiterhin ambivalent bleibt.
Doris Dialer, Dr. phil., geboren 1970 in Innsbruck
(Österreich), Studium der Politikwissenschaft, Philosophie, Zeitgeschichte,
Englisch/Französisch, Vorstandsmitglied der Südwind-Agentur Tirol,
Forschungsmi+arbei+erin am Institut für Geschichte der Universität
Innsbruck, seit 2006 freiberuflich für europäische DNGOs tätig,
Zuletzt erschien Die EU-Präsidentschaft Frankreichs (2004).
Zarnegin, Kathy
SaitenSprünge
ca. 88 Seiten, Br., €
12,90
ISBN : 3-86099-521-9
Naoum, Jacques
Rathaus
Erzählung
ca. 160 Seiten, Br., €
14,90
ISBN : 3-86099-522-7
Jahrbuch für Literatur
12
Die Stirn, die wir dem Leben
bieten
ca. 300 Seiten, Br., €
19,90
ISBN : 3-86099-524-3
Frieling, Simone
Mitten im Leben
Roman
ca. 150 Seiten, Br., €
14,90
ISBN : 3-86099-523-5
Jürgen Nowak ( Alice-Salomon-Hochschule,
Berlin )
Leitkultur contra Parallelgesellschaft
160 S., Br., € 14.90
ISBN 3-86099-831-5
Das Buch ist eine kritische Auseinandersetzung
mit zwei aktuellen gesellschaftspolitischen Schlagworten in der Diskussion
um das Verhältnis zwischen ethnischen Minderheiten und deutscher Mehrheit:
Leitkultur und Parallelgesellschaft. Beide Begriffe werden als einseitige
ethnische Fremdinterpretation entlarvt, denn sie entsprechen nicht den
sozialhistorischen Entwicklungen und den aktuellen soziologischen Tatsachen.
Leitkultur ist ein deutscher Mythos,
ein nationalstaatliche Erfindung der Intellektuellen, eine Legende zur
Verteidigung von machtpolitischen Privilegien.
Die sog. Parallelgesellschaft ist
ein soziales Klassenproblem, denn es gibt auch soziale Parallelgesellschaften
unter den Deutschen, d.h. Spaltungen laufen nicht einseitig entlang ethnisch-kultureller
Differenzen, sondern sie sind sozial bedingt. Arm versus reich, gebildet
versus nicht-qualifiziert und soziale Segregation.
Ausgangsthese ist die gesamtgesellschaftliche
Annahme: Es gibt kein Problem der Minderheit an sich in der Gesellschaft,
sondern es ist auch stets ein Problem der Mehrheit in Bezug die Minderheit.
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein multikulturelles Land, was sich
anhand vieler Indikatoren nachweisen lässt. Soziale Konflikte können
und dürfen nicht ethnisiert und kulturalisiert werden.
Als einzige Alternative zur Leitkultur
wird
die Anerkennung und Durchsetzung der Rechtskultur als zentrales gesellschaftspolitisches
Steuerungsinstrument gefordert. Das bedeutet in der Praxis eine Interdependenzpolitik
als sich wechselseitige bedingende Rechte und Pflichten von Mehrheit und
Minderheit. Das schließt Werte- und Normenkonflikte u.a. in bezug
auf religiösen Fundamentalismus, Zwangsheirat, Kopftuch und Ehrenmorde
ein.
Anstelle eines unverbindlichen Nebeneinanders
des Multikulturalismus wird eine >lnterdependenzkultur< als Bereicherung
auch für die deutsche Mehrheitsgesellschaft analysiert und durch praktische
Beispiele illustriert
Carda-Döring, Claudia u.a.
berührt
Zwischen Liebe, Mitleid und
Diskriminierung
194 S., Br., € 15,90
3-86099-829-3
Sechs Frauen im Alter von 30 bis
40 Jahren, die sich seit sieben Jahren regelmässig treffen haben Geschichten
über ihre Kinder gesammelt. Es sind traurige, skurrile, berührende,
ärgerliche und witzige Geschichten, die in dieser Form anders sind,
weil ihre Kinder anders sind. Die Kinder hinterlassen besondere Spuren
bei ihren und den Familien und im Umfeld. Die Kinder haben eine geistige
Behinderung:
„Wir Frauen leben alle in festen
Partnerschaften und haben zusammen genommen 13 Kinder. Jede von uns hat
ein Kind mit einer Besonderheit, wie z. B. das Perisylvische Syndrom, Mikrozephalie
oder das Angelman Syndrom. In unserer Gesprächsrunde erzählen
wir über unsere Erlebnisse und Befindlichkeiten. Dabei drehen sich
unsere Gespräche, so unterschiedlich die Inhalte auch sein mögen,
immer wieder um ähnliche Gefuehle. Sie sind geprägt von Hilflosigkeit,
Wut und Trauer, aber auch von Stolz, intensiver Fürsorge und Engagement.
Wir haben viele dieser Geschichten
aufgeschrieben, weil wir sie bewahren wollen. Wir wollen sie aufbewahren
für unsere Geschwisterkinder, die mit uns in dieser besonderen Familiensituation
leben und gross werden. Wir möchten einen Teil dieser Geschichten
veröffentlichen, weil wir erklären wollen, wie es uns in unseren
Familien ergeht, wie wir von unserem Umfeld behandelt werden und wie wir
uns zurecht finden müssen in der Gesellschaft.
Statistisch gesehen hat jeder achte
eine persönliche Verbindung zu einem geistig behinderten Menschen
in seiner Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, in der Familie oder im Bekannten-
und Freundeskreis. Mit unserem Buch möchten wir dieses Umfeld erreichen.
Wir hoffen, es gelingt uns, unsere Sorgen und Nöte zu schildern, in
einer Art und Weise, die nicht Betroffenheit und Mitleid auslösen
sollen, sondern Verständnis, Anteilnahme und Akzeptanz.
Es sind keine Heile-Welt-Geschichten,
die wir zusammengetragen haben. Das würde nicht unserem Alltag entsprechen.
Was uns vorantreibt in diesem Alltag ist die Liebe zu unseren Kindern.
Manchmal versteckt sie sich, ist nicht mehr sichtbar, aber diese Liebe
und Fürsorge sind der Motor, der uns am laufen hält. Die gemeinsame
Freude über jeden errungenen Sieg und die kleinen Schritte voran,
sind die Erfolgserlebnisse, die oftmals Enttäuschungen, Verletzungen
und Traurigkeit vergessen machen. Unsere Kinder haben uns beigebracht wie
nah das Lachen und das Weinen beieinander liegen. Sie haben uns Demut und
Behutsamkeit gelehrt und unser Menschenbild verändert. Sie bestimmen
unser Leben und haben uns gezeigt, dass wir die Vielfalt und jegliche Form
menschlichen Daseins akzeptieren müssen. Wir kämpfen uns und
unsere Kinder durch einen Alltag, der von Hindernissen geprägt ist,
und dennoch wollen wir uns den Blick auf diese Vielfalt bewahren. Wir hoffen,
dass wir mit unserem Buch dazu beitragen.“
Psychoanalyse und Essstörungen
Ich esse deine Suppe nicht
Psychoanalyse gestörten Essverhaltens
Ambulante Behandlungen und theoretische
Konzepte
Ulrike Jongbloed-Schurig (Hrsg.)
Beiträge von: Rose Ahlheim, Dana Birksted-Breen, Eduard Bolch,
Thomas Ettl, Anna Freud, Barbara Hinz, Helmut Hinz, Philippe Jeammet, Douwe
Jongbloed, Ulrike Jongbloed-Schurig, Ellen Lang-Langer, Marilyn Lawrence,
Iris Nikulka, Adelheid Staufenberg
376 S., Gb., € 36,00
ISBN 3-86099-828-5
• Dass Essstörungen in unserer
Gesellschaft unter Jugendlichen in einem endemischen Ausmaß auftreten,
ist bekannt. Weniger bekannt, ist, dass Ess- und Gedeihstörungen schon
vom Säuglingsalter an auftreten und verschiedene Hintergründe
und Bedeutungen haben können. Neben dieser Entwicklungsperspektive
enthält der Band auch ein breites Spektrum an Behandlungen und Konzepten.
• Die Autorinnen und Autoren verbindet
bei unterschiedlicher theoretischer Ausrichtung die Suche nach der nie
gekannten oder verlorenen Bedeutung pathologischen Essverhaltens. Gemeinsame
Klammer ist die Erkenntnis, dass die Symptomatik stets mit Störungen
im Austausch zwischen dem Selbst und dem Anderen zu tun hat. Dies führt
zu einem fehlenden inneren Über- gangsraum und zu Brüchen in
der Symbolisierung und Triangulierung.
• Der Schwerpunkt des Bandes liegt
auf den psychoanalytischen Behandlungen. Sie unterscheiden sich in Setting,
konzeptuellem Hintergrund sowie technischem Vorgehen und betreffen Patienten
vom ersten Lebens- jahr bis in die späte Adoleszenz. Verbindend ist
auch hier die Suche nach den der Essstörung zugrunde liegenden Konflikten
und Defiziten in der psychischen Entwicklung von hinreichend gesunder Beziehungsfähigkeit
und hinreichend gesundem Narzissmus.
• Veränderung und Heilung
wird bei allen Behandelten durch das Erleben und Bearbeiten von alten und
neuen Erfahrungen in der therapeutischen Beziehung ermöglicht, wobei
in der Arbeit mit kleinen Kindern die Eltern mit einbezogen werden.
• Psychoanalytische Überlegungen
zur Literatur von Goethe, Kafka und Ovid runden den Band ab. Einsicht
in und Veränderung von pathologischem Essverhalten gibt es nicht auf
die Schnelle, schon gar nicht bei schweren Psychopathologien. Der Band
beschäftigt sich mit den komplexen Ursachen und Verbindungen dieser
Störungen, in ihm wird der gemeinsame Prozess von Patient und Therapeut
mit seinen Rückschlägen und Fortschritten geschildert, der psychisches
Wachstum und Heilung hervorbringt.
Ulrike Jongbloed-Schurig,
analytische Kinder- und Jugend- lichen-Psychotherapeutin (VAKJP), Psychoanalytikerin
(DPV, IPV), Kinderanalytikerin (IPV, ACP), in eigener Praxis tätig.
Do- zentin, Supervisorin und Lehranalytikerin am Institut für analytische
Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in Hessen e. V. Veröffentlichungen
zur Psychoanalyse des Kindes- und Jugendalters, u.a. in der Zeitschrift
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (AKJP), Mitherausgeberin
des Buches »Denn wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht
formen« (Brandes & Apsel, 1998).
Tömmel, Sieglinde Eva [MAP/DPV]
Wer hat Angst vor Sigmund Freud?
160 S., Br., € 14,90
3-86099-827-7
Im Falle offensichtlicher Symptome
wie Depressionen, Ängste aller Art, Panikattacken, rätselhafte
Sensationen am Herzen, Kreislauf, Magen und an anderen Organen ohne nachweisbare
körperliche Ursache ist es notwendig, einen Therapeuten aufzusuchen
und gemeinsam mit diesem herauszufinden, was die Ursache für die unterschiedlichen
Phänomene sein könnte. Da alle bewussten Handlungen im Unbewussten
vorbereitet werden und dessen frühkindlicher Anteil mit dem Patienten
erforscht wird ruft die Psychoanalyse Ängste hervor, wenn in ihr von
der Aufdeckung des Unbewussten die Rede ist. Die Psychoanalyse ist eine
therapeutische Methode, welche auf gegenseitigem Vertrauen und auf der
Verpflichtung zur Wahrheit beruht. Das schließt auf Seiten des Patienten
die Bereitschaft ein, sich zu öffnen, das eventuell bestehende Leid
und den eigenen Kummer zu erzählen und darauf zu vertrauen, dass der
Andere, der Psychoanalytiker, gut mit diesem Vertrauen umgehen wird.
Störer und Gestörte
- Band 2
Konfiktgeschichten als Lernprozesse
Thomas v. Freyberg/Angelika Wolff
(Hrsg.)
288 S., Gb., € 24,90
ISBN 3-86099-824-2
Der 2005 erschienene Band
I "Störer und Gestörte - Konfliktgeschichten nicht beschulbarer
Jugendlicher" konzentrierte sich auf die Wiedergabe
exemplarischer Einzelfallanalysen - und damit vorrangig auf die Frage nach
den Ursachen des Scheitems von Schule und Jugendhilfe an schwierigen Jugendlichen
und dieser Jugendlichen ihrerseits an Schule und Jugendhilfe.
Im Band II "Störer und Gestörte
- Konfliktgeschichten als Lernprozesse" werden - weiterhin nahe an den
Falluntersuchungen - themenbezogene Betrachtungen folgen sowie die Darstellung
von Bedingungen und Möglichkeiten, die Spiralen eskalierender Konfliktgeschichten
zu unterbrechen, aus dem Scheitern und von den "Störern" zu lernen,
Verstrickungen produktiv einzusetzen und interdisziplinäre
Kooperation zu nutzen.
Verantwortliche Arbeit mit schwierigen
Kindern und Jugendlichen erfordert zwei grundsätzliche Voraussetzungen:
Erstens müssten Räume zur Verfügung stehen und Institutionen
gesichert sein für ein professionelles Beiseitetreten, Innehalten,
Nachdenken. Räume also für die kollegiale und interdisziplinäre
Fallberatung, für gemeinsame Reflexion und nicht zuletzt für
Supervision. Äußere Räume also, in denen die inneren Räume
der Professionellen gepflegt, geschützt und bewahrt werden können.
Denn genau der innere Raum ist es, an dem es den schwierigen Kindern und
Jugendlichen mangelt- und der innere Raum als Raum des Probehandelns ist
es, der in den agierten Konflikten permanent angegriffen wird, während
Handlungsdruck die Vorherrschaft gewinnt. Diesen Fragen gehen die Kapitel
l bis 4 von Band II nach. Zweitens müsste das heimliche erste Gebot
von Schule seine Macht verlieren: Du darfst nicht versagen! Du darfst keine
Fehler machen! Die Arbeit mit schwierigen Kindern und Jugendlichen könnte
um einiges leichter und kreativer - und in dem einen oder anderen Fall
vielleicht auch erfolgreicher sein - wenn an diesem Punkt ein grundsätzlicher
Wandel der beruflichen Haltung sich durchsetzte: Fehler und Versagen sind
wichtige Anreize zum Lernen und zur Weiterentwicklung - vorausgesetzt,
sie werden nicht sofort sanktioniert, immer gleich vertuscht oder panisch
vermieden. Dies gilt für Lehrer wie für Schüler. Eine solche
gewandelte berufliche Grundhaltung ist die zentrale Voraussetzung für
produktive kollegiale und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Ansätze
dafür werden in den Kapiteln 5 bis 7 von Band II exemplarisch für
drei Themenfelder zur Diskussion gestellt: die präventive Intervention
im Vorschulbereich, die Kooperation von Regelschule, Sonderschule und Jugendhilfe
und die Bearbeitung von Migrationskonflikten.
INHALT:
Vorwort Marianne Leuzinger-Bohleber
Einleitung Thomas von Freyberg und
Angelika Wolff
Kapitel l Der Fall Falko - Bedingungen
und Möglichkeiten von professionellen Arbeitsbündnissen
Kapitel 1,1 Schule und Jugendhilfe
- Aspekte einer gestörten Beziehung, Vier Fallskizzen (aus Band I)
Kapitel 1,2 Schule und Jugendhilfe
- zur Geschichte einer arbeitsteiligen Spaltung
Kapitel 1.3 Die beiden Konfliktgeschichten
Falkos mit Schule und Jugendhilfe - eine Jugendhilfeschule als Brückeninstanz
Kapitel 1,4 Institution eile und
individuelle Bedingungen eines erfolgreichen Arbeitsbündnisses
Kapitel l .5 Der psychoanalytische
Fallbericht - ein Kommentar
Kapitel 2 Übertragung und Gegenübertragung
in professionellen Kontexten (Angelika Wolff)
Kapitel 3 Ich bin Dein Gott - Das
väterliche Gesetz und der Schulstörer
Kapitel 3,1 Einleitung
Kapitel 3,2 Das väterliche
Gesetz und die Familie
Kapitel 3.3 Das väterliche
Gesetz und die Schule
Kapitel 3,4 Der Fall Emil
Kapitel 3.5 Der Fall Gülan
Kapitel 3.6 Positive Übertragung/
Gegenübertragung
Kapitel 4 Der fehlende und der notwendige
Dritte in den Konfliktgeschichten nicht beschulbarer Jugendlicher
Kapitel 4. l Der Mythos vom Neuanfang
- in den Fällen A-D
Kapitel 4.2 Zur Bedeutung von Schule
Für die psychische Entwicklung des Kindes aus psychoanalytischer Sicht
Kapitel 4.3 Das Instrument der Kollegialen
und Interdisziplinären Fallberatung
Kapitel 4.4 Interdisziplinäre
Fallberatung und psychoanalytische Supervision - das Beispiel einer Balintgruppe
Kapitel 5 Das Kooperationsprojekt
der SaG
Kapitel 5. l Grundlagen der Kooperation
zwischen Sonderschule und allgemeiner Schule (Kopplow)
Kapitel 5.2 Das Kooperationsprojekt
der SaG (Zens)
Kapitel 5.3 Drei Fallberichte aus
dem Kooperationsprjekt (Brüning, Stöcke Zens)
Kapitel 5.4 Bilanz der Kooperationsarbeit
(Zens)
Kapitel 6 Das Präventionsprojekt
der KT 47
Kapitel 6.1 Das Modellprojekt „Erziehungshilfen
in einer Kindertagesstätte"
Kapitel 6.2 Auf dem Weg zu Fallorientierung
und Fallverstehen
Kapitel 6.3 Entwicklungsberichte
- 2003 und 2005
Kapitel 6.4 Am Beispiel von drei
Kindern
Kapitel 6.5 Anforderungen an die
präventive Erziehungshilfe – Ein Gruppengespräch mit Erzieherinnen
Kapitel 6.6 Eine Fallsupervision
- das Mädchen Klara
Kapitel 7 Migrationsprojekte (I.
Haller)
Schlussbemerkungen (Thomas von Freyberg
und Angelika Wolff)
Literaturliste
"Können uns und euch und niemand
helfen"
Die Mahagonnysierung der Welt
in Brechts und Weills „Aufstieg
und Fall der Stadt Mahagonny"
Gerd Koch, Florian Vaßen,
Doris Zeilinger (Hrsg.)
245 S., Br., € 19,90
ISBN 3-86099-338-0
Katastrophen-Städte, Katastrophen-Regionen
-sozial, ökologisch, biologisch, ästhetisch, ethisch, ökonomisch.
Globale Wirtschaftsnetze, internationale Informationsnetze, Kapitalismus
als Lebensweise; Ausräuberung hier und Vergnügungen dort, manchmal
sogar austauschbar. Das einst von Marx und Engels im Manifest der Kommunistischen
Partei entworfene Szenario der Durchkapitalisierung von Raum und Zeit ist
nicht mehr von der Hand zu weisen: Wall Street liest das Manifest.
Der Stückeschreiber Bertolt
Brecht und der Komponist Kurt Weill haben Ende der zwanziger Jahre des
letzten Jahrhunderts eine anti-kulinarische Oper produziert, die sich analytisch-dialektisch,
theatral-metaphorisch, verlockend-spielerisch, karikierend-unterhaltsam
in Gesellschaft und Kunst einmischt, neue Sichtweisen liefert und dem Zeitgeschehen
– samt seiner ökonomischen Basis und deren Interessen - die eigene
Melodie verfremdet vorsingt.
Mahagonny signalisiert auch: „Aber
etwas fehlt"! Mahagonny ist unterschwellig ein Sehnsuchtsstück.
Stärker noch als Kurt Weills
und Bertolt Brechts Welterfolg, die Dreigroschenoper, greift ihre Anti-Oper
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny in das Weltgeschehen ein. Wir „erleben“
eine „Paradiesstadt", eine „Goldstadt", eine Stadt, die Menschen in ihren
Netzen fängt, ausnimmt und verspeist; aber auch eine Stadt der Passagen
und des Hohlraums, ein
Paivenüpolis (ein Wort von
Walter Rathenau für Berlin), um das der Hurrikan einen Bogen macht,
eine Stadt mit scheinbar neuen und doch ganz alten Regeln: Das
Nicht-Bezahlen wird mit dem Tod bestraft
(Mangel an Geld ist in Mahagonny das größte Verbrechen), wohingegen
der Tod im inszenierten Boxkampf eine lässliche Sünde ist.
Mahagonny kann als Symbol für
das Leben in heutigen Globalisierungs-, Ausbeutungs- und Vergnügungszuständen
gelten, Musiktheater als Krise und Kritik (Walter Benjamin), das eine Zeitanalyse
von andauernder, nachhaltiger Gültigkeit liefert.
Vor mehr als einem dreiviertel Jahrhundert
mit erstaunlich prognostischem Wtesen, großem Spürsinn und ,kalten'
Emotionen geschrieben, unter heftigem Nazi-Protest am 9. Mai 1930 in Leipzig
uraufgeführt, mischen sich Text und Musik immer noch ein in die Mahagonny
Welt, in der wir weiterhin leben. Und das so vielfältig, dass die
Autorinnen dieses Bandes aus unterschiedlichen Disziplinen stammen: Musik-
und Theaterwissenschaft, Naturwissenschaft, Psychoanalyse, Philosophie,
Ethnologie, Literatur- und Sozialwissenschaft. Damit beleben sie die Tradition
des Umgangs mit „Mahagonny", wie ihn Ernst Bloch, Walter Benjamin, Siegfried
Kracauer oder Theodor W. Adorno kritisch und produktiv praktizierten.
Mahagonnysierung - das ist ein Signum
unserer Zeit: 75 Jahre nach der Uraufführung – 50 Jahre nach Bertolt
Brechts Tod - 51 Jahre nach Kurt Weills Tod.
Zeitzeugengespräche
mit Migrantinnen und Migranten
»Interessante Erwachsene«
im interkulturellen Unterricht und in der Jugendbildungsarbeit
Jugendbildungsstätte Anne
Frank (Hrsg.)
120 S., Br. 20,7 x 14/5 cm.
mit Fotos, € 9,90
3-86099-830-7
»Zeitzeugengespräche
mit Migrantinnen und Migranten« dokumentiert die Ideen und Erfahrungen
aus rund 40 Begegnungen von erwachsenen Migrantinnen mit Jugendlichen,
die in den Jahren 2000 bis 2005 von der Jugendbegegnungsstätte Anne
Frank (Frankfurt /Main) organisiert und moderiert worden sind.
Erwachsene Migrantinnen erzählen
Jugendlichen - meist sind es Schulklassen oder Jugendgruppen - aus ihrem
Leben. Als Zeitzeugen eines wichtigen und bislang vernachlässigten
Bestandteils deutscher Zeitgeschichte - der Geschichte der Migration nach
dem Zweiten Weltkrieg - werden sie für Jugendliche zu interessanten
Erwachsenen, die etwas zu erzählen und zu vermitteln haben.
Das Projekt verfolgt vor allem drei
Ziele:
• Historisches Lernen: Migration
wird nicht vorrangig als Problem, sondern als Bestandteil der bundesdeutschen
Zeitgeschichte und Gesellschaft wahrgenommen und gewürdigt.
• Begegnung: Durch die Begegnung
mit Zeitzeugen vermittelt sich Jugendlichen ein lebendiges Bild von Geschichte.
Es kommt ein »Dialog der Generationen« in Gang, von dem beide
Seiten profitieren: Die älteren Migrantinnen und ihre Lebenserfahrung
werden gewürdigt. Und die
Zeitzeugen liefern Identifikationsangebote.
• Menschenrechtserziehung: Die
interessanten Erwachsenen sind Jugendlichen ein Vorbild bei der Bewältigung
von vielen Herausforderungen, die mit dem Leben in einer Einwanderungsgesellschaft
verbunden sind. In ihren Lebensgeschichten bündeln sich Härten,
aber auch Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten einer Existenz unter
den Vorzeichen von Migration und Globalisierung.
Das Arbeitsbuch soll dazu dienen,
Leser, die als Lehrkräfte oder in der außerschulischen Jugend(bildungs)-Arbeit
tätig sind, darin zu unterstützen, solche Veranstaltungen selbst
durchzuführen.
Entsprechend ist es aufgebaut:
• Die Einleitung stellt die Projektidee
in den Kontext des pädagogischen Konzepts der Jugendbegegnungsstätte
Anne Frank.
• Das dritte Kapitel hat das didaktische
Konzept - das heißt Ablauf, Methoden, Zielgruppen – zum Inhalt.
• Zur Veranschaulichung schildert
das vierte Kapitel exemplarisch eine Begegnung mit einem interessanten
Erwachsenen - von der Vorbereitung über die Durchführung bis
zur Nachbereitung.
• Das fünfte Kapitel bringt
die Fragen und Diskussionen unter den Jugendlichen mit den gesellschaftlichen
und politischen Debatten über Migration in Zusammenhang.
• Das sechste Kapitel enthält
fünf ausführliche Portraits von interessanten Erwachsenen und
ihrer Migrationsgeschichte.
• Das siebte Kapitel enthält
das praktische Handwerkszeug: Hinweise zur Auswahl von Zeitzeuginnen, Methoden
der außerschulischen Jugendbildung zur Vor- und Nachbereitung und
einen Leitfaden für die Moderation der Gespräche.
Kalter
Frieden:
Mendes, Rosa Pedro /WoIfgang Böwig
SCHWARZ.LICHT
Passagen durch Westafrika
Herausgegeben und mit einem Vorwort
versehen von medico international
192 S. m. 32 S. s/w-Bildteil,
Br., € 19,90
ISBN 3-86099-832-3
Das absolute Schweigen — das Abbrechen
der Sprache — entspricht
genau der Definition von Völkermord,
einer Verschwörung zum
Vergessen, mittels der Auferlegung
der letzten Gewalt, jener, die in
jedem Einzelnen die Erzählungen
zu tilgen beabsichtigt, die sein
Menschsein ausmachen und erweitern.
Daher der Nachdruck, zu berichten,
darauf zu beharren, über das
hinauszuschauen, was uns gezeigt
wird — oder gar die Grenze des
Erzählbaren zu überwinden.
Als Reporter habe ich gelernt, dass
die letzte Stufe der Gewalt die
Zerstörung des Menschen im Sinne
dieser Humanität (nach dem
Verständnis des Wortes der antiken
Philosophen) ist. Die Skala des
Schreckens wird nicht nur und auch nicht
in erster Linie an der physischen
Vernichtung gemessen —
deshalb vereinigen sich bei einem
Genozid letztlich alle Opfer in einem,
dem letzten. Doch ist dieses der
letzte überlebende Mensch, und sein
Leiden ist das größte.
Pedro Rosa Mendes
Pedro Rosa Mendes, 1968 in
Cernache do Bonjadrin/Serto in Portugal geboren, arbeitete nach seinem
Studium der Rechtwissenschaften als Journalist, unter anderem für
die portugiesische Zeitung »Publico«. Bekannt würde er
zunächst durch seine Reportagen über die Kriegsschauplätze
in Zaire, Ruanda, Afghanistan und Jugoslawien, für die er zweimal
mit dem »Feature-of-the-Year-Preis« ausgezeichnet wurde. Mit
»Baia dos Tigres« (»Tigerbucht«) legte er 1998
seinen ersten Roman vor, der vom portugiesischen P.E.N.-Club zum Buch des
Jahres 2000 gewählt wurde.
Wolf Boewig war als Fotoreporter
u. a. in Bosnien und Afghanistan. Was in der Demokratischen Republik Kongo,
dem früheren Zaire, und dessen Nachbarländern geschieht, sei
nichts weniger als "der erste afrikanische Weltkrieg", hat die ehemalige
US-Außenministerin Madeleine Albright gesagt. Der in Hannover lebende
Fotograf WOLF BÖWIG, Jahrgang 1964, versucht, die Linien dieses Krieges
zu verfolgen, seine Auswirkungen zu dokumentieren: den Zerfall von Staaten,
die Zerstörung von Lebensgemeinschaften, das Leiden und die Kraft
der Überlebenden.
Bühler, Hans
unterwegs in afrika
160 S., Br., € 12,90
ISBN 3-86099-520-0
Wegstücke eines modernen Nomaden,
eines heutigen Afrika-Besuchers, der dort in der Lehrerfortbildung tätig
ist.
Spitzer, Helmut
Kinder der Strasse
Kindheit, Kinderrechte und Straßenkinder
in Tansania
224 S., Br., 19,90
3-86099-339-9
Der Begriff des "Straßenkindes"
ist ein Konstrukt und erweist sich als wenig geeignet, um die komplexe
Lebenssituation von Kindern zu beschreiben, die in der urbanen Sphäre
der Straße leben und im sogenannten informellen Sektor arbeiten,
um ihr Überleben zu sichern. Am Beispiel der tansanischen Metropole
Dar es Salaam werden in diesem Buch verschiedene Lebensbereiche und Unterkategorien
von gefährdeten Kindern in einem städtischen Kontext vorgestellt.
Anhand der Situation in Tansania
wird aufgezeigt, dass durch die Einführung eines kapitalistischen
Systems in den 8Oer-Jahren und den von Weltbank und Internationalen Währungsfonds
geförderten Strukturanpassungsprogrammen breite Massen der Bevölkerung
zunehmend verarmten. Dieser Prozess führte zu massiver Land-Stadt-Migration
und einer zunehmenden Anzahl von Kindern auf den Straßen der großen
und mittleren Städte.
Andreas J. Obrecht
Der König von Ozeanien.
Roman
510 S., € 29,00
3-86099-519-7
Die authentische Geschichte des
bretonischen Grafen Charles Bonaventure du Breil alias Marquis de Rays
bildet die Vorlage zu diesem historischen Roman, der im ausgehenden 19.
Jahrhundert spielt und der aus der Perspektive seines idealistisch gesinnten
Jugendfreundes Andre Prevost geschrieben ist: Charles Bonaventure du Breil,
eben erst von längeren Reisen in die französischen Kolonien zurückgekehrt,
gelingt es in einer beispiellosen Kampagne, rund tausend „zivilisationsmüde
Europäer" dazu zu bewegen, ihm ihr Hab und Gut anzuvertrauen, um Land
auf einer Insel im Südpazifik zu erwerben (heute New Ireland/Papua
New Guinea). Dort, fernab des krisengeschüttelten Frankreich, will
er, unterstützt von Andre Prevost, das Königreich „Nouvelle France"
errichten. Was zu jenem Zeitpunkt niemand ahnt: Der Marquis ist weder Besitzer
des „paradiesischen Inselreiches" noch hat er es je mit eigenen Augen gesehen.
Während sich der Marquis auf
seine spanischen Güter verfügt, sticht im Jahre 1879 ein erstes
Schiff, mit Andre Prevost an Bord, in See. Drei weitere Siedlerschiffe
sollen folgen. Zu spät erkennen die hoffnungsfrohen Kolonialisten
- die nicht nur aus Frankreich, sondern auch aus Italien, Spanien, Deutschland
und England stammen - den Betrug: Das vermeintliche Tropenparadies entpuppt
sich als malariaversuchtes, unkultivierbares Sumpfgebiet, in dem mehr als
350 Siedler den Tod finden. Eine Evakuierung wird von Kapitän Rabardy,
der von Anfang mit dem Marquis „gemeinsame Sache" macht und der zusammen
mit Kriegern der Insel Lamboum ein Schreckensregiment errichtet, lange
verhindert: Dead men tell no tales!
Schließlich gelangt ein Teil
der Überlebenden, unter ihnen Andre Prevost und der Expeditionsarzt
Dr. Baudouin, nach unvorstellbaren Schrecknissen und Entbehrungen über
Australien in die Heimat zurück. Dort arbeitet Dr. Baudouin fieberhart
an der Abfassung einer 12.000 Seiten umfassenden Dokumentation (L'adventure
de Port Breton), die Grundlage der gerichtlichen Anklage gegen den Marquis
wird, wohingegen Andre Prevost schließlich nur noch ein Ziel kennt:
den betrügerischen Freund aufzuspüren und Rache an ihm zu nehmen
...
Der Roman, dessen historische Quellen
sorgfältig recherchiert wurden, reflektiert die geistigen Strömungen
des 19. Jahrhunderts - die Ideenwelt der Französischen Revolution
ebenso wie die restaurativen Tendenzen, den europäischen Kolonialisierungsanspruch
ebenso wie den blinden, zivilisationsmüden Eskapismus. Der Autor vermag
die Schauplätze mit der Akribie des Kulturforschers in reichen Details
zu schildern, so dass die Kulturräume und Menschen des Alten Europa
und des wilden, ursprünglichen Ozeanien vor den Augen des Lesers lebendig
werden. Die stets aktuelle Illusion eines „irdischen Paradises", eines
„Reiches der Sattheit und Prosperität" wird vor dem Hintergrund dieses
wüsten Kapitels der Kolonialgeschichte vollends entlarvt. Darüber
hinaus sorgt eine mit kriminalistischem Spürsinn in die Chronologie
der Ereignisse eingewobene Spurensuche für Spannung und Lesevergnügen:
Denn wer wird - nach des Marquis' Verhaftung im Jahre 1882 - das Erbe antreten
und den „Schatz von Nouvelle France" - 120.000 ergaunerte Pfund Sterling
- heben?
Otto-Ernst Duscheleit
Von der Waffen-SS zum Friedensdienst
Memoiren
240 S., Br., € 19,90
3-86099-515-4
Duscheleit, 1925 in Insterburg
geboren, kämpfte ab 1943 in der Waffen SS. Nach 2 Jahren amerikanischer
Gefangenschaft ging er nach Berlin und war lange hier ein führender
Spirituosenhersteller. Aus Scham über seine Kriegszeit arbeitet er
heute als Kriegsgegner.
Dietz, Edith
"...der Kreis schließt
sich"
Doch 50 Jahre Frieden sind keine
Garantie
128 S., Br., € 12,90
ISBN 3-86099-518-9
Als junge jüdische Frau 1942
aus Deutschland in die Schweiz geflohen, kehrte Edith Dietz, inzwischen
verheiratet mit einem aus politischen Gründen ebenfalls in die Schweiz
emigrierten Deutschen 1946 in dessen Heimatstadt Karlsruhe zurück.
Aus ihrer persönlichen Sicht setzt sie sich mit ihren Erfahrungen
in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft
auseinander. Sie schildert ihr
Leben an der Seite des Karlsruher KPD-Stadtrats F. K. H. Dietz, stellt
aber auch Rückbesinnungen über das Schicksal der von den Nazis
verfolgten Juden und deren Zukunft in Deutschland nach dem Ende der Nazi-Herrschaft
an.
Bei Brandes & Apsel sind erschienen:
Den Nazis entronnen [2.Auflage
2008]. Die Flucht eines jüdischen Mädchens
in die Schweiz 1933-1942 (2003),
Freiheit in Grenzen. Meine
Internierungszeit in der Schweiz 1942-1946
(2004).
Edith Dietz, geboren 1921
in Bad Ems/Lahn. 1936 bis 1940 Ausbildung am jüdischen Seminar für
Kindergärtnerinnen in Berlin. 1940 bis 1942 in jüdischen Kindergärten
und Horten tätig. 1942 Flucht in die Schweiz. Nach der Internierung
1946 Rückkehr. Lebt seitdem in Karlsruhe.
Wolfgang Hermann Körner
Der Emigrant.
Roman
288 S., Gb., € 19,90
ISBN 3-86099-516-2
Seit seiner Kindheit lebt die Hauptperson
in Wolfgang Hermann Körners Roman Der Emigrant in einer engen dörflichen
Umgebung am Rand der Gesellschaft. Doch ihr Inneres entwickelt, von niemandem
bemerkt, ein waches und kritisches Bewußtsein: Die vielen Stimmen
im Kopf! Die Suche nach ihrer Herkunft! Die seltsame Logik der Verknüpfungen!
Das Fernsehen und die allgegenwärtige
Nähe des Irrseins!
Hinter einer Lebensanschauung,
die die Technokratie und die damit verbundene Entzauberung der Welt ablehnt,
verbirgt sich der Traum von Befreiung, Anderssein und Emigration. In Kairo
als Sohn einer deutschen Auslandslehrerin geboren, hat die Hauptperson
des Romans seinen natürlichen Vater nie kennen gelernt. So denkt er
sich eine Vatergestalt aus und schreibt sich dann selbst, in der Phantasie
sein Geburtsland Ägypten aufsuchend, in diese Rolle hinein...
Körner erzählt die Geschichte
eines Menschen, der sich - wie der Autor selbst - eher als Emigrant denn
als heimatverbunden fühlt. Doch Zeit und Identität aufzugeben
und in selbst erfundene Figuren zu schlüpfen, ist ein Vorhaben, aus
dem man sich nur befreien kann, wenn man zuzugeben versteht: »Ich
bin der eine oder andere in mir und in euch.« Schonungslos unternimmt
es Körner in Der Emigrant, sein gespaltenes Bewußtsein, das
er zugleich als repräsentativ für unser aller Befindlichkeit
ansieht, offenzulegen. Am Ende ergibt sich eine Wahrheit, die - wie das
Leben - von den Regeln des Absurden bestimmt ist. Zu Recht könnte
Der Emigrant auch den Untertitel Roman (m)einer Schizophrenie tragen.
Wolfgang Hermann Körner, 1941
in Sindelfingen geboren, studierte an der TU Berlin Bauingenieurwesen.
1967 brach er mit der Technik. Seither freier Schriftsteller. 1973 bis
1978 Aufenthalt in Kairo. Lebt in Neumagen-Dhron/Mosel und Berlin. Viele
Reisen zu den archäologischen Stätten Ägyptens und Griechenlands.
Mitglied des P.E.N. Romane, Erzählungen und Geschichten u. a. bei
Suhrkamp, Luchterhand und Wagenbach. Bei Brandes &Apsel: Der Ägyptenreisende.
Roman; Fronäcker. Roman; Sommerhofen. Roman; Fatimas Atem. Novelle;
Die Fremde. Erzählung.
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Die Bedeutung des Vaters
334 S., Gb., €
29,00
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Daniel N. Stern:
Der Gegenwartsmoment
€ 29,00
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Im Dialog mit dem Anderen
€ 24,00
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Kinder jenseits von
Trauma
und Fremdheit. € 29,90
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Hechler: Psychoanalytische
Supervision. € 35,00
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Pedrina: Mütter
und Babys
in psychischen
Krisen.
274 S. , Gb., €
29,00
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Shin Kyongnim:
Bauemtanz
Gedichte aus Korea,
€ 12,90
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Training Manual
for Theatre Work
in Social Fields
€ 22,90
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Symbol, Symbolisierung
und die symbol. Ordnung
[arbeitshefte kinder-
psychoanalyse 35]
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Zaptcioglu:
Unter den
Deutschen
€ 15,90
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Melber:
Genozid und Gedenken
[Deutschland/Namibia]
208 S., Br., €
16,90
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Sichtbar anders
Afrodeutsche
Kinder
und Jugendliche
€ 12,90
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Blank-Mathieu
Jungen im Kindergarten
128 S., Br., € 9,90
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Gauch:
Vaterspuren
6. erw. u.
überarb. Aufl.
248 S., Br., €
17,90
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Heide Oestreich
Der
Das
Abendland und 1 m² ISLAM
120
S., Br., € 12,90
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Susanne Konrad:
Camilles Schatten
€ 12,90
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Heiner Feldhoff:
Der löchrige Himmel
€ 14,00
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Sigfrid Gauch:
Gegenlichter
€ 14,00
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Kramer:
Alte
Schätze und
neue Weltsichten,
Museen
als Orientireungshilfe
in
der Globalisierung
€ 18,00
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Freyberg,
v. / Wolff:
Störer und
Gestörte Bd 1:
Konfliktgeschichten
nicht
beschulbarer
Jugendl. € 24,00
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Scheinhardt:
Töchter des Euphrat
€ 19,00
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Brot für die Welt:
Gesichter des Hungers
128 S., Br., € 16,50
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Stöcker Zafari (iaf):
Binationaler Alltag
in Deutschland
248 S., 7.A., Br.,
€ 14,90
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Bergstedt: Mythosattac
Hintergründe, Hoffnungen.
Handlungsmöglichkeiten
192 S., Br., € 14,90
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Dammasch:
Die innere Erlebniswelt
von
Kindern alleinerziehender
Mütter
Br., € 18,50
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Engbring-Romang:
Die Verfolgung
der
Sinti und Roma
in Hessen
1870-1950,
€ 30,50
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Umwelt und Urbanität in
Westafrika,
275 S., Br., € 19,90
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Peripherie
und globalisierter
Kapitalismus
Br., € 25,00
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Meyer: Geburt,
Angst, Tod
und das Begehren
nach dem
Mutterleib,
407 S., Br., € 35,00
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Lernen
und Lernstörungen bei Kindern
und Jugendlichen, Gb., € 19,80
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Wurzeln in zwei Welten
Westafrikanische MigrantInnen
in Hamburg, 240 S., Br., €
19,90
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Stroux:
Bei mir ist alles normal
[Fotoworkshops mit
Flüchtlingskindern]
120 S., Br., €
12,90
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Plakat: mitbesTellen
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Böttger, Bernd: Paare in der Krise
Paardiagnostik mit der Konzentrierten
Beziehungsdokumentation im
Gießen-Test€
27,90
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Cohen: Das
mißhandelte Kind
Psychoanalytisch
integrierte Behandlung
von
Borderlinestörungen bei Kindern
und
Jugendlichen [ herausgegeben v.
Sybille Drews] 280
S., Gb., € 29,00
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Sexualität
in der Psychoanalyse
Entwicklungstherapie
und psychoanalytische Praxis
215 S., Br., €
19,90
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wieder lieferbar:
Nitzschmann:
Schulverweigerung
macht Sinn
128 S., Br., €
12,80
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Ladan, Antonie: Kopfwandler
- Die geheime Fantasie eine
Ausnahme zu sein., Gb € 24,00
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Orange, Donna M.:
Emotionales Verständnis und
Intersubjektivität € 29,00
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[Hyperaktivität - Ritalin-zippelzappel]
Unruhige Kinder – Psychoanalyt.
Behandl. v. Kindern m. ADS /HKS
€ 29,00
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Wolf: Krieg, Trauma
und Politik, € 19,00
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AKJP 116: Trauma
Verarbeitung und Therapie
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6.Auflage
2004
Reichelt: Ausdruckstanz &
TanztherapieBr.,
€ 12,80
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Reichelt: Atem, Tanz &
Therapie.
Schlüssel des Erk. Br.,
€ 16,80
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Reichelt: Atemübungen
-
Wege in die Bewegung
Spiralb, 10,50
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Orange/ Atwood / Stolorow:
Intersubjektivität in der
Psychoanalyse, 143 S., Gb., € 18,50
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Therapeutischer Prozess und
Behandlungstechniken bei Kindern
und Jugendlichen
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Freud lernt laufen
Herausforderungen analytischer
Tanz- u. Bewegungstherapie
247 S., Pb., € 19,90
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Alvarez:
Zum Leben wiederfinden
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(ü.Stavros Mentzos Frank-
furter Modell),115 S, € 15,50
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Mertens: Psychoanalyse der Lese-Rechtschreibschwäche
280 S., Gb., € 29,00
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Reader zur modernen
wissenschaftlichen PsA
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Ausbildungsgrundlagen für
Kinder u.Jugendlichen
Psychotherapeuten
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Clemenz:
Freud und Leonardo
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AKJP 119: Adoleszente
Zusammenbrüche und Suizidalität
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Selbstpsychologie Nr.12
Psychotherapie
von Psychosen
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Es ist leichter in den Himmel
zu kommen als nach Europa:
BLINDE PASSAGIERE
128 S., Br., € 11,80
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Vorwort: Doris Lessing
Die Sterne glänzten, doch die Vögel
weinten - Kurzgeschichten für den
Frieden [von Jugendlichen aus
Südafrika, Namibia, Zimbabwe,
Palästina, Israel ]168 S., Br., € 14,-
|
[Wie reden mit
jungen Rechten?]
Rechtsextremismus
was heißt das
eigentlich heute? € 14,95
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W. Schicho
Handbuch Afrika Bd 1
je Bd. ca. 400 S.,
€ 29,-
3 Bände zusammen
€ 82,-
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W. Schicho
Handbuch Afrika Bd 2
je Bd. ca. 400 S.,
€ 29,-
3 Bände zusammen
€ 82,-
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W. Schicho
Handbuch Afrika Bd 3
je Bd. ca. 400 S.,
€ 29,-
3 Bände zusammen
€ 82,-
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Hurry: Psychoanalyse und Entwicklungsförderung
von Kindern
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Bewegung ins Unbewußte
Säuglingsforschung
u. analyt. KörperPsychotherapie
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Fe Reichelt
Tanz der Wandlungen
ca. 160 S., Frz. Br. mit Fototeil und zahlreichen
Zeichnungen, ca. €18,00
ISBN 3-86099-809-9
• Fe Reichelt fand über die chinesische Philosophie
und den Ausdruckstanz zur Tanztherapie. Der Bezug
des Buchtitels »Tanz der Wandlungen« zum »Buch der
Wandlungen« (I-Ging), übersetzt und kommentiert von
Richard Wilhelm, ist nicht zufällig: Energien, motiviert
durch den momentanen Seelenzustand, die zu einem
Tanzausdruck führen, sind verkörperte Urkräfte, die
-
wie im I-Ging beschrieben - das menschliche Leben
bestimmen.
• Als Patenkind von Richard Wilhelm im Pekinger
Elternhaus im Geist altchinesischer Lebensweisheiten
aufgewachsen, wurde Fe Reichelt das »Leben aus der
Mitte heraus« selbstverständlich. Der Drang zu Bewe-
gung und Tanz führte sie zu Mary Wigman. Die Neugier
auf den psychologischen Hintergrund der Gefühle ließ
sie erst Philosophie und später Psychologie studieren
und die innere Verbindung zu C. G. Jung, einem nahen
Freund Wilhelms, finden. Von dort war der Schritt zur
Tanztherapeutin nicht mehr weit.
Fe Reichelt, 1925 in Peking geboren und aufgewachsen.
Meisterschülerin und Pädagogin bei Mary Wigman. Studium der
Heil- und Sonderpädagogik; lebte von 1978 bis 1997 in Frank-
furt am Main, wo sie die Tanz- und Theaterwerkstatt gründete.
Seit 1997 arbeitet sie als Tanztherapeutin in Berlin. Sie bietet
Einzel- und Gruppentherapie sowie Fort- und Weiterbildungen
an. Mitbegründerin des Frankfurter Instituts für Tanztherapie
e.V. (FITT) und Lehrtherapeutin des Berufsverbandes der Tanz-
therapeutinnen Deutschlands e.V. (BTD).
Bei Brandes & Apsel sind bereits erschienen:
Ausdruckstanz und Tanztherapie (6. Aufl.),
Atem, Tanz und Therapie (2. überarbeitete Aufl.),
Atemübungen - Wege in die Bewegung
Freundschaftsbande und Beziehungskisten
Die Afrikapolitik der DDR und der BRD gegenüber
Mosambik
ISBN 3-86099-806-4, 216 S., Paperback, €14,90
Herausgeber: Hans-Joachim Döring und Uta Rüchel. Mit Beiträgen
von Almuth Berger, Hans-Joachim Döring, Klaus Ebeling, Uschi Eid,
Volkmar Köhler, Katrin Lohrmann, Adelino Massuvira, Helmut Matthes,
Daniel Paasch, Ulrich Reppel, Ufa Rüchel, Landolf Scherzer, Ilona
Schleicher, Friedrich Schorlemmer, Peter Steudtner, Mathias Tullner, Sergio
Clemente Taero, Matthias Voß, Helmut Weber. Mit 32 Fotos mosambikanischer
Fotografen. Grußworte von Antonio Sumbana und Uschi Eid.
• Freundschaftsbande und Beziehungskisten ist ein facettenreiches und
aus unterschiedlichen Perspektiven geschriebenes Buch über eine deutsch-deutsch-afrikanische
Dreiecksgeschichte.
• Die damals noch junge Volksrepublik Mosambik war in den achtziger
Jahren eines von drei Ländern im südlichen Afrika, zu denen die
DDR intensive auswärtige Beziehungen unterhielt. Der 1979 abgeschlossene
Freundschaftsvertrag führte Tausende von DDR-Bürgern nach
Mosambik, brachte Zehntausende von Mosambikanern in die DDR. Im Westen
bildete sich eine eigenständige Mosambik-Soli-Szene. Vielfältige
Beziehungen - freundschaftliche wie problematische - sind bis heute
geblieben.
• Lange Zeit wurde die Solidarität der DDR entweder hochgelobt,
verklärt oder verteufelt. Die Entwicklungspolitik der BRD wurde mit
dem Klischee unzureichend bis imperialistisch bedacht. Heute ist Mosambik
ein Schwerpunktland der bundesdeutschen Entwicklungspolitik und eines von
vier Pilotländern, die von der Bundesregierung für die Umsetzung
ihres »Aktionsplanes 2015« ausgewählt wurden.
• Die in der bisherigen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Mosambik
entstandenen »Freundschaftsbande« und »Beziehungskisten«
sind noch längst nicht aufgearbeitet. Das Buch mit Beiträgen
von Regierungsvertretern, der Kirchen, von Nichtregierungsorganisationen,
Wissenschaftlern und Zeitzeugen aus Mosambik, der ehemaligen DDR sowie
der alten und neuen Bundesrepublik bietet wichtige Impulse für einen
kritischen Dialog.
• Es liefert Anregungen zur Lösung der im Zuge der Wiedervereinigung
entstandenen Probleme um die
erzwungene Rückkehr der ehemaligen DDR-Vertragsarbeiter. Bis heute
kämpfen die »Madgermanes«, wie sie in Mosambik genannt
werden, um die ihnen vorenthaltenden Teile ihrer bis 1990 erarbeiteten
Arbeitseinkommen und Rentenansprüche.
Die Herausgeber:
Hans-Joachim Döring, Diplomreligionspädagoge, arbeitet
als Beauftragter für den Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen
Kirche der Kirchenprovinz Sachsen. Zuvor war er
unter anderem beim INKOTA-netzwerk, in der Stiftung NORD-SÜD-Brücken
und am Kirchlichen Forschungsheim Wittenberg beschäftigt.
Uta Rüchel, Soziologin, arbeitete nach ihrem Studium unter
anderem als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Landesbeauftragten für
die Stasi-Unterlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2002 lebt sie als
freischaffende Autorin, Lektorin und Filmemacherin in Berlin.
Konfliktfeld Schule:
Bis zu 10% aller Schülerinnen und Schüler
verlas-
sen die Schule vorzeitig oder schwänzen
systema-
tisch. Nicht beschulbare Jugendliche treiben
über
Jahre in einem quälend destruktiven Prozess.
Ihre
Lehrer und Helfer scheitern resignierend.
Thomas von Freyberg/Angelika Wolff
Störer und Gestörte
Band 1: Konfliktgeschichten nicht beschulbarer Jugendlicher
ca. 320 S., Paperback, ca. € 24,00
ISBN 3-86099-813-7
Wolff und von Freyberg zeigen in exemplarischen
Einzelfallanalysen die Konfliktdynamik zwischen
Jugendlichen, Lehrern und Schule auf und bereiten
damit Lösungswege vor.
• Es gibt Jugendliche, die ihre Erzieher, Lehrer und
Sozialarbeiter in schier endlose und eskalierende Kon-
flikte verstricken. Konflikte, aus denen es schließlich nur
noch einen Ausweg zu geben scheint: den Abbruch der
Arbeit und der Beziehung.
• Wie aber schaffen es diese »besonders schwierigen«,
»nicht schulfähigen« oder »nicht beschulbaren«
Jugend-
lichen, dass kompetente und erfahrene und nicht selten
engagierte Lehrer und professionelle Helfer sich hilflos
in Konflikte mit ihnen verstricken lassen, dabei häufig
ihre Professionalität einbüßen?
• In einem interdisziplinäres Forschungsprojekt haben
Soziologen und Psychoanalytiker in aufwendigen
Einzelfallstudien Konfliktgeschichten nicht beschulbarer
Jugendlicher untersucht. Ihre Frage: Was treibt diese
erbitterten Kämpfe um Macht und Kontrolle an, die sich
über Jahre hinwegziehen können, in deren Verlauf sich
Täter und Opfer, Störer und Gestörte immer ähnlicher
werden und an deren Ende nur besiegte Sieger und
siegreiche Verlierer stehen?
• Wolff und von Freyberg entschlüsseln im spannungs-
reichen Wechselspiel von soziologischem und psycho-
analytischem Fallverstehen, welche Kräfte, Motive und
Interessen auf beiden Seiten die Konflikte eskalieren
lassen und wie individuelle und institutionelle Konflikt-
dynamik und Konfliktmuster sich dabei fatal ergänzen
und verstärken.
• Eine Schule, die »Störer« nicht länger
aussondern
und abstoßen muss, sondern aus den Konflikten mit
ihnen lernen und sich verändern kann, wäre sicher
eine bessere Schule - für Lehrer ebenso wie für
Schüler. Vor allem wäre sie ein guter sozialer Ort
und damit auch ein besserer Lernort...
Guido Meyer
Konzepte der Angst
in der Psychoanalyse
Band 1:1895-1950
[Band 2: 1950-1999 erscheint 2006/2007]
ca. 400 S., Paperback, ca. € 32,00
ISBN 3-86099-331-3
Das Buch schließt eine Lücke in der psychoana-
lytischen Literatur. Als umfassendes Kompendium
psychoanalytischer Angsttheorien leistet es einen
wichtigen Beitrag zur Geschichte der Psychoana-
lyse. Es liefert einen hervorragenden Überblick
über 100 Jahre psychoanalytische Theorien der
Angst und Angststörungen.
• Im ersten Band seines Werkes zu Angstkonzepten in
der Psychoanalyse stellt Meyer alle wesentlichen
Konzepte dar, die zum Phänomen der Angst in der
frühen Psychoanalyse aufgestellt worden sind.
• Besondere Berücksichtigung erfahren dabei die
einzelnen Angsttheorien von Sigmund Freud, weil er
seine Auffassungen zur Angst im Laufe seines langen
Forscherlebens bedeutend modifiziert hatte und seine
Theorien die elementare Grundlage für die Angstkon-
zepte anderer Autoren abgegeben haben.
• Schwerpunktmäßig behandelt werden die Beiträge
von Karl Abraham, Sandor Ferenczi, Otto Rank, Ernest
Jones, Paul Federn, Wilhelm Reich und Melanie Klein.
Meyer untersucht dann die Gemeinsamkeiten und
Unterschiede der genannten Autoren. Kritische
Betrachtungen zum frühen psychoanalytischen
Angstverständnis, zur Trieb-Umwelt-Kontroverse und
ein Ausblick auf den zweiten Band schließen die
Untersuchung ab.
• Das zweibändige Werk Meyers liefert einen
umfangreichen Beitrag zum komplexen Phänomen der
Angst und zur Geschichte der Psychoanalyse und
leistet auch als Lehrbuch gute Dienste.
Guido Meyer, geboren 1967, Diplom-Psychologe, Studium
der Psychologie an den Universitäten Gießen und Bonn.
Beschäftigt sich seit langem mit der Theoriegeschichte der
Psychoanalyse. Er ist beruflich im klinischen Bereich tätig.
Bei B&A bereits erschienen:
Guido Meyer: Geburt, Angst, Tod und das Begehren nach
dem Mutterleib - Geschichte der Urthemen der Psychoanalyse
408 S., Br.., € 35,-
Ein Richtung weisender
Band für die Entwicklung der Psychoanalyse:
Viviane Green (Hrsg.)
Emotionale Entwicklung
in Psychoanalyse, Bindungstheorie
und Neurowissenschaften
Theoretische Konzepte und Behandlungspraxis
ca. 276 S., vierf. Hardcover, ca. € 29,00
ISBN 3-86099-812-9
[Erschienen 2003 im Verlag Brunner-Routledge unter dem
Titel:
Emotional Development in Psychoanalysis, Attachment Theory
and Neuroscience]
Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
Beiträge von Tessa Baradon, Peter Fonagy,
Vivien Green, William Heuves, Marta Neil, Inji Ralph,
Altan N. Schore, Mark Solms, Miriam Steele,
Oliver Turnbull, Marie Zaphiriou Woods
• Emotionale Entwicklung in Psychoanalyse, Bindungs-
theorie und Neurowissenschaften bietet einen multidis-
ziplinären Einblick in die psychische und emotionale
Entwicklung vom Säuglings- bis zum Erwachsenenalter.
• In einzigartiger Weise integriert der Band Ergebnisse
aus der Bindungsforschung und der Neurophysiologie
mit dem psychoanalytischen Denken und zeigt damit
eine ungewöhnlich vielseitige und ausgewogene Per-
spektive auf.
• Die Autorinnen und Autoren, allesamt international
führende Vertreter ihres Fachs, behandeln folgende
Themen:
• Biologische und neurologische Faktoren des
Unbewussten und des Gedächtnisses
• Zusammenhänge zwischen Genetik und Bindung
• Die frühe Beziehung und die Entwicklung des
Gefühlslebens
• Die Wichtigkeit eines entwicklungspsychologischen
Bezugsrahmens für die psychoanalytische Arbeit
• Diskussion klinischer Behandlungsfälle
• Gestützt auf eine Vielfalt detaillierter Fallgeschichten
aus der Analyse von Kindern, Jugendlichen und Er-
wachsenen gibt dieses Buch bahnbrechende Einblicke
in eine Zusammenarbeit verschiedener Denkrichtungen,
die sich besonders in der Behandlung schwieriger
Patienten als nützlich erweist.
Viviane Green, Leiterin der klinischen Ausbildung am Anna
Freud Centre, London, lehrt außerdem in Holland und Italien
Kinderpsychoanalyse und entwickelte Curricula für die kinder-
analytische Ausbildung. Mitglied der Association of Child
Psychotherapists sowie der Association for Child Psycho-
analysis. Schreibt in dem Band von Anne Hurry (Hrsg.):
Psychoanalyse und Entwicklungsförderung von Kindern
(Brandes & Apsel, 2002).
Emotionale Entwicklung in Psychoanalyse,
Bindungstheorie und Neurowissenschaften
repräsentiert den aktuellen Forschungsstand
über die emotionale und psychische Entwicklung
des Menschen.
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