Tell Schwandt, Verlagsvertretungen, 14089 Berlin, Lerchenstr. 14a,  Tel. 030 - 832 40 51,  Fax 030 - 831 66 51
---home
zurück zum index
BesTellBuch@Tell-Online.de
http://www.enterkorea.net
KOREA.............................................scroll or clic the pic
 Seelmann, Hoo Nam
Lautloses Weinen
Der Untergang des koreanischen Königshauses
344 S., Br., € 29,80
978-3-8260-4490-8
 Eun-Jeung Lee
Korea 
im demokratischen 
Aufschwung
Politische Kultur und Kulturdiskurse
247 S. m. Abb., Br., € 30.00
 Kim, Namjo: 
Windtaufe
Gedichte
Gb., € 14,50
978-3-89502-044-5
scroll
 Yi Chung-Jun: 
Die Trauerfeier 
169 S., Br., € 9.90
 Lee, Sung-U:
Die Rückseite des Lebens
[Roman]
212 S., Gb., € 18,40
978-3-89502-043-8
 ShinKyongnim
Bauerntanz
Gedichte, 100 Seiten, € 12,90
scroll
 KOREANISCHE LITERATUR - INHALTSANGABEN:

ShinKyongnim
Bauerntanz
Gedichte
Aus dem Koreanischen übersetzt von Kim Sun-Hi und Edeltrud Kim
BRANDES&APSEL Gefördert vom Korea Literature Translation Institute
Der Gedichtband „Bauemtanz" (Nongmu) von SHIN Kyongnim, der hier als Ganzes zum ersten Mal in
deutscher Übersetzung vorgestellt wird, ist als erster Sammelband des Autors im Jahre 1973 auf eigene
Kosten erschienen, und der Autor ist dafür 1974 mit dem damals zum ersten Mal verliehenen Manhae-
Literaturpreis ausgezeichnet worden. 1975 ist das Werk dann in veränderter Fassung im Verlag
Kunstschaffen und Kritik (Changjakkwa Bipyong) in Seoul in erster Auflage herausgekommen, 1993 ist
der Band nochmals überarbeitet worden, und von dieser Fassung ist 2003 bereits die 17. Auflage
erschienen. Diese Auflage wurde für die vorliegende Übersetzung benutzt. Die genannten Daten belegen
eindringlich den Rang des Werks innerhalb der modernen koreanischen Literatur. Shin Kyongnim zählt
, zurecht zu den bekanntesten und verehrtesten Lyrikern seiner Generation, denn er hat mit seinen
Gedichten inhaltlich und formal neue Wege beschritten, dabei aber eine unmittelbar ansprechende
poetische Ausdrucksweise gefunden, die auch literarisch Ungebildeten den Zugang zu seinem Werk
erlaubt.
Shin Kyongnim wurde 1935 in Chungju in der Provinz Nord-Chungchong geboren. 1955 begann er in
Seoul mit einem Anglistikstudium. Er debütierte dann 1956 unter anderem mit den Gedichten
„Schilfrohr" und „Grabdenkmal" (beide in Teil 5 dieses Bandes) in einer literarischen Zeitschrift, und
seine Gedichte erregten als neu in Ton und Inhalt sofort Aufsehen. Aber Shin hat sich zunächst nicht der
Dichtung zugewandt und ist auch bald in seine Heimat zurückgekehrt, weil er von der damaligen
Situation im literarischen Leben zutiefst enttäuscht war und sehr unter der bedrohlichen politischen
Atmosphäre litt, die schon zur Verhaftung und Hinrichtung einiger seiner Freunde geführt hatte.
Außerdem fehlte ihm eine materielle Lebensgrundlage, so arbeitete er dann in seiner Heimatprovinz als
Bauer, Bergmann, Gelegenheitsarbeiter, Lehrer oder Händler.
Die Erfahrungen dieser Jahre finden ihren Niederschlag in seinen Werken. Mitte der sechziger Jahre ist er
nach Seoul zurückgekehrt, und danach hat er, von einem Freund ermutigt, seine dichterische Arbeit
wieder aufgenommen. 1970 erschienen nach langer Pause wieder Gedichte von ihm, und seitdem ist er im
literarischen Leben Koreas präsent. Er hat viele Gedichtbände veröffentlicht, Essays zur Lyrik
geschrieben, weitere wichtige Literaturpreise gewonnen und verschiedene Ämter in literarischen
Vereinigungen innegehabt.
Innerhalb der literarischen Strömungen Koreas zählt Shin zu den sog. Dichtem der Volksmassen,
unterscheidet sich aber von den meisten dieser Autoren dadurch, dass seine Texte nicht so ideologisch
fixiert sind und auch nicht im Arbeitermilieu spielen, dennoch lassen sie keinen Zweifel am sozialen
Engagement des Autors aufkommen.
 

Marktschluss (1970)

Wir einfachen Leute freuen uns schon beim Anblick der anderen.
Wenn wir vor dem Frisörladen stehen und gelbe Melonen schälen,
wenn wir in der Schenke sitzen und Makkoli-Reiswein trinken,
sehen wir alle gleichermaßen wie Freunde aus.
Über die Dürre im Südwesten, über die Schulden bei der Genossenschaft geht die Rede.
Wenn wir zu den Gitarreklängen des Arzneihändlers mit den Füßen den Takt schlagen,
warum sehnen wir uns dann immer wieder so nach Seoul?
Sollen wir irgendwo einkehren und eine Partie Karten spielen?
Sollen wir unser Portemonnaie umdrehen und in ein Bordell gehen?
Auf dem Schulhof versammelt zerreißen wir getrocknete Tintenfische zum Knabbern.
Inzwischen geht auch der lange Lauf der Sommersonne zu Ende.
Ein Paar Gummischuhe oder einen Fisch in der Hand
torkeln wir nach dem Ende des Marktes über den mondhellen Fahrweg.

Shin Kyongnim



 
 

[Beachten Sie bitte den Haftungsausschluss im Impressum!]

zurück nach oben