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Bauerntanz Gedichte, 100 Seiten, € 12,90 |
ShinKyongnim
Bauerntanz
Gedichte
Aus dem Koreanischen übersetzt von
Kim Sun-Hi und Edeltrud Kim
BRANDES&APSEL
Gefördert vom Korea Literature Translation Institute
Der Gedichtband „Bauemtanz"
(Nongmu) von SHIN Kyongnim, der hier als Ganzes zum ersten Mal in
deutscher Übersetzung
vorgestellt wird, ist als erster Sammelband des Autors im Jahre 1973 auf
eigene
Kosten erschienen, und der
Autor ist dafür 1974 mit dem damals zum ersten Mal verliehenen Manhae-
Literaturpreis ausgezeichnet
worden. 1975 ist das Werk dann in veränderter Fassung im Verlag
Kunstschaffen und Kritik
(Changjakkwa Bipyong) in Seoul in erster Auflage herausgekommen, 1993 ist
der Band nochmals überarbeitet
worden, und von dieser Fassung ist 2003 bereits die 17. Auflage
erschienen. Diese Auflage
wurde für die vorliegende Übersetzung benutzt. Die genannten
Daten belegen
eindringlich den Rang des
Werks innerhalb der modernen koreanischen Literatur. Shin Kyongnim zählt
, zurecht zu den bekanntesten
und verehrtesten Lyrikern seiner Generation, denn er hat mit seinen
Gedichten inhaltlich und
formal neue Wege beschritten, dabei aber eine unmittelbar ansprechende
poetische Ausdrucksweise
gefunden, die auch literarisch Ungebildeten den Zugang zu seinem Werk
erlaubt.
Shin Kyongnim wurde 1935
in Chungju in der Provinz Nord-Chungchong geboren. 1955 begann er in
Seoul mit einem Anglistikstudium.
Er debütierte dann 1956 unter anderem mit den Gedichten
„Schilfrohr" und „Grabdenkmal"
(beide in Teil 5 dieses Bandes) in einer literarischen Zeitschrift, und
seine Gedichte erregten
als neu in Ton und Inhalt sofort Aufsehen. Aber Shin hat sich zunächst
nicht der
Dichtung zugewandt und ist
auch bald in seine Heimat zurückgekehrt, weil er von der damaligen
Situation im literarischen
Leben zutiefst enttäuscht war und sehr unter der bedrohlichen politischen
Atmosphäre litt, die
schon zur Verhaftung und Hinrichtung einiger seiner Freunde geführt
hatte.
Außerdem fehlte ihm
eine materielle Lebensgrundlage, so arbeitete er dann in seiner Heimatprovinz
als
Bauer, Bergmann, Gelegenheitsarbeiter,
Lehrer oder Händler.
Die Erfahrungen dieser Jahre
finden ihren Niederschlag in seinen Werken. Mitte der sechziger Jahre ist
er
nach Seoul zurückgekehrt,
und danach hat er, von einem Freund ermutigt, seine dichterische Arbeit
wieder aufgenommen. 1970
erschienen nach langer Pause wieder Gedichte von ihm, und seitdem ist er
im
literarischen Leben Koreas
präsent. Er hat viele Gedichtbände veröffentlicht, Essays
zur Lyrik
geschrieben, weitere wichtige
Literaturpreise gewonnen und verschiedene Ämter in literarischen
Vereinigungen innegehabt.
Innerhalb der literarischen
Strömungen Koreas zählt Shin zu den sog. Dichtem der Volksmassen,
unterscheidet sich aber
von den meisten dieser Autoren dadurch, dass seine Texte nicht so ideologisch
fixiert sind und auch nicht
im Arbeitermilieu spielen, dennoch lassen sie keinen Zweifel am sozialen
Engagement des Autors aufkommen.
Marktschluss (1970)Wir einfachen Leute freuen uns schon beim Anblick der anderen.
Wenn wir vor dem Frisörladen stehen und gelbe Melonen schälen,
wenn wir in der Schenke sitzen und Makkoli-Reiswein trinken,
sehen wir alle gleichermaßen wie Freunde aus.
Über die Dürre im Südwesten, über die Schulden bei der Genossenschaft geht die Rede.
Wenn wir zu den Gitarreklängen des Arzneihändlers mit den Füßen den Takt schlagen,
warum sehnen wir uns dann immer wieder so nach Seoul?
Sollen wir irgendwo einkehren und eine Partie Karten spielen?
Sollen wir unser Portemonnaie umdrehen und in ein Bordell gehen?
Auf dem Schulhof versammelt zerreißen wir getrocknete Tintenfische zum Knabbern.
Inzwischen geht auch der lange Lauf der Sommersonne zu Ende.
Ein Paar Gummischuhe oder einen Fisch in der Hand
torkeln wir nach dem Ende des Marktes über den mondhellen Fahrweg.Shin Kyongnim
[Beachten Sie bitte den Haftungsausschluss im Impressum!]