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Frühjahrsreise 2018

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Bestseller:

Die Macht um acht
Tagesschau Nachrichtengebung
Besondere Empfehlung:

Unterwerfung als Freiheit
Neoliberalismus in Aktion
Neuerscheinungen:

Jäger:
In den Sand gesetzt
Katar und die Fußball-WM 2022
240 S., br., € 16.90
978-3-89438-662-7
Noch immer gilt die Vergabe der WM 2022 an Katar als Mysterium. Dabei erschien der Zuschlag gerade westeuropäischen Unternehmen derart lukrativ, dass man früh darauf drängte, ins Geschäft zu kommen – Hitze hin, Fußballzwerg her. Es winkten Großaufträge, und das bei profitablen Arbeitsbedingungen. Laut dem einstigen FIFA-Präsidenten Blatter empfahlen auch Regierungschefs, aus wirtschaftlichen Interessen für Katar zu stimmen. Ihrerseits pflegte die aufsteigende Golfmonarchie dank Großinvestitionen beste Kontakte zu Lichtgestalten aus Fußball, Wirtschaft und Politik. Zudem griff man zu bewährten Mitteln der Korruption, Sonderkonditionen beim Erdgas inklusive. Selbst FIFA-Kreise sprachen von einer »gekauften WM«. Was die Verheißung trübt, mit dem Fußballfest in einer krisengeschüttelten Region »die Kulturen verbinden« zu wollen: Der Vorwurf, auf diversen Kriegsschauplätzen Dschihadisten unterstützt zu haben. Das Buch schließt mit Vorschlägen, wie die FIFA an die Leine zu nehmen ist – im Sinne friedenspolitischer und demokratischer Kontrolle sowie eines universellen Spiels jenseits ungehemmter Vermarktungsinteressen. Glenn Jäger, *1971, Studium der Anglistik und Sozialwissenschaften. Verlagstätigkeit und Erwachsenbildung. Aktiver Fußballer in der Betriebssport-Liga Bonn.

Wir Frauen 2019
Taschenkalender, herausgegeben von Florence Hervé und Melanie Stitz
240 S., br., € 11.90
978-3-89438-659-7
In kurzen Texten wird wieder Bilanz gezogen in Sachen Gleichstellung und Emanzipation, Entwicklung, Umwelt und Frieden: Wo stehen Frauen heute, was hat sich getan? Was ist noch immer unerledigt? Wo gedeiht Hoffnung? Porträts sind Frauen aus Kultur und Kunst, Wissenschaft und Politik gewidmet, deren runde Geburtstage anstehen: Frauenrechtlerinnen wie Louise Otto-Peters und Helene Stöcker, Schriftstellerinnen wie Doris Lessing, Iris Murdoch oder Else Lasker-Schüler, Musikerinnen wie Barbara Strozzi, Clara Schumann oder Chavela Vargas. Künstlerinnen wie Maria Lassnig oder Emma Reyes sind ebenfalls dabei. Und wie immer Kämpferinnen im Widerstand gegen Faschismus und Krieg. Großmüttern, Müttern und Töchtern ist das Kleine Lexikon gewidmet, unter ihnen: Jenny Marx und Eleanor Marx-Aveling, Mary Wollstonecraft und Mary Shelley. Eine kleine Chronik erinnert an wichtige Ereignisse der Frauenbewegung. Im Anhang: Adressen, Internetlinks und praktische Übersichten. Fürs Schmunzeln, Lachen und Nachdenken gibt es wie immer beeindruckende Fotografien, Karikaturen und Bilder, kluge Sprüche und Gedichte. Florence Hervé, *1944, promovierte Germanistin. Journalistin, Dozentin, Autorin. Zahlreiche Veröffentlichungen; Melanie Stitz, *1971, Redakteurin der Zeitschrift »Wir Frauen«, ist tätig in der politischen Bildung.

Auernheimer:
Wie Flüchtlinge gemacht werden
257 S., br., € 16.90
978-3-89438-661-0
Allenthalben heißt es, Fluchtursachen müssten bekämpft werden. Aus welchen Gründen Menschen fliehen, wird dabei im Dunklen belassen. Denn dann wäre auch zu benennen, wodurch und durch wen dies verursacht wird. Grundlegend ist für Georg Auernheimer, dass der global entfesselte Kapitalismus und die ihn absichernde Geopolitik der USA und ihrer Alliierten weltweit lebensfeindliche Regionen geschaffen haben, die Menschen massenhaft zur Migration zwingen. Dies belegt er unter anderem mit der Zerstörung Jugoslawiens und Libyens und den Kriegen im Nahen Osten. Ebenso erörtert er die Auswirkungen der neokolonialen Herrschaftssicherung durch die Strukturanpassungsprogramme und Freihandelsabkommen, die dem subsaharischen Afrika aufgezwungen wurden, um dessen wirtschaftliche Abhängigkeit von den westlichen Metropolen abzusichern. Ähnliche Machtstrategien kennzeichnen nach Auernheimer die Politik der USA gegenüber Mittelamerika im Bündnis mit einheimischen Oligarchien. Zu sozialen Verwerfungen, ökologischen Verwüstungen, Elend und Perspektivlosigkeit kommt dort noch eine Kultur der Gewalt. Georg Auernheimer, Prof. Dr. phil., *1939. Lehrte bis zu seiner Emeritierung Interkulturelle Pädagogik an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln und war Mitbegründer der dortigen Forschungsstelle für Interkulturelle Studien. Seit 2011 als Dozent und Publizist mit dem Thema Globalisierung befasst.

AG Alternative Wirtschaftspolitik:
MEMORANDUM 2018
280 S., br., € 17.90
978-3-89438-665-8
Obwohl das deutsche Entwicklungsmodell die Krise der Europäischen Union und der Währungsunion noch weiter vertieft, hat sich an seiner Leitlinie nichts geändert: Germany first. Anders als in Übersee bedeutet das aber nicht Abschottung, sondern das gerade Gegenteil, also offene Grenzen, offene Märkte und freien Handel. Zuerst kommen soll Deutschland auf Kosten anderer europäischer Staaten, indem deren Industrien niederkonkurriert werden. Die Zukunft der EU und des Euro steht deshalb im Zentrum des MEMORANDUM 2018. Das beinhaltet auch ein kritisches Resümee der seit zehn Jahren betriebenen Politik zur Banken- und Eurorettung. Ebenso nehmen die alternativen Ökonomen die neuesten »Empfehlungen« des »Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung« an die alte und die künftige Bundesregierung unter die Lupe, so auch die Forderungen nach weiteren sozialpolitischen Einschränkungen sowie weiterer Flexibilisierung der Arbeitszeit und Aufhebung des Achtstundentags. Dem stellen sie ein Programm für mehr Verteilungsgerechtigkeit und für eine nachhaltige sozial-ökologisch angelegte Wirtschaftspolitik entgegen. Der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik gehören Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Universitäten, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen und Gewerkschaften an. Ihr jährliches MEMORANDUM stellt einen Gegenentwurf zum Herbstgutachten der »Fünf Wirtschaftsweisen« dar, von denen sich die jeweiligen Bundesregierungen ihren wirtschaftspolitischen Kurs bestätigen lassen. Es ist längst zu einer festen Einrichtung geworden und aus der aktuellen Debatte nicht wegzudenken.

Canfora:
Europa. der Westen und die Sklaverei des Kapitals
100 S., br., € 9.90
978-3-89438-663-4
Zwei Utopien stehen sich auf der Weltbühne gegenüber: Die der Gleichheit und die des Egoismus, einander entgegengesetzt, doch beide in Schwierigkeiten. Wie die Hydra, das mythische Ungeheuer, dessen von Herkules abgeschlagene Köpfe beim Nachwachsen immer mehr wurden, erscheint der Kapitalismus – einst nur im Westen heimisch – heute weltweit auf der Szene und führt dabei neue und noch stärker ausgefeilte Formen der längst überwunden geglaubten Sklaverei ein. Hat er mehr Leben als die sprichwörtliche Katze? Ohne Zweifel ist er aus den großen Konflikten des 20. Jahrhunderts als Sieger hervorgegangen. Doch macht ihn das unüberwindlich? Oder bleibt er der Zauberlehrling, der die Kontrolle über seine eigenen Werke verliert? Wird, wer herrscht, dies immer tun? Ist die Ungleichheit, die sich überall noch verschärft hat, eine unvermeidliche Zwangslage? Oder ist nicht die Gleichheit, wie Tocqueville bemerkt, eine Notwendigkeit, die immer da ist wie der Hunger? Für Luciano Canfora kam der liberale Klassiker damit sehr nah an die Entdeckung des primären Impulses der historischen Bewegung heran. Luciano Canfora, Prof. Dr. phil., *1942, Altphilologe und Historiker. Lehrt an der Universität Bari. Sein Buch »Eine kurze Geschichte der Demokratie« hat in der Bundesrepublik für Furore gesorgt.
Inhalt
Prolog: »Ein Hoch auf den, der es versteht,^die Ohren zu spitzen«
I.           Europa, Westen, »Ferner Westen«
II.         Wo der Westen liegt
III.        Der Kalte Krieg und seine Auswirkungen
IV.        Die Sklaverei, die zurückkommt
V.         Ein Planet in Pyramidenform: Der Kapitalismus kann nicht global sein
VI.        Was von der Utopie bleibt 

Fiehler:
Karl Marx
Basiswissen
120 S., br., € 9.90
978-3-89438-668-9
Was eine Einführung in die Marxsche Theorie bislang auszeichnete, war ihre Gliederung in Dialektik, Geschichte, politische Ökonomie und Revolution. Dieses Vorgehen folgte der Entwicklung von Karl Marx: Auseinandersetzung mit den Junghegelianern, Ausarbeitung einer materialistischen Geschichtsauffassung, Arbeiten zur politischen Ökonomie, Konsequenzen für die Arbeiterbewegung. Mittlerweile ist die Kritik der politischen Ökonomie in den Mittelpunkt gerückt. Mit der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) liegt das gesamte Werk vor. Der erste Eindruck lautet: Der Schwerpunkt der Vorarbeiten des »Kapitals« ist unübersehbar. Aber dieses Vorhaben ist unvollendet geblieben. Allerdings: Was die Debatte hat quellenkritischer werden lassen, ist der theoretischen Verständigung nicht entgegen gekommen. Hier erweist sich die Frage nach dem Zusammenhang der Marxschen Theorie als unabdingbar. Was hat Marx bewogen, sich der politischen Ökonomie zuzuwenden? Und inwiefern ist das »Kapital« darauf angelegt, auf die Felder von Politik, Recht und Kultur zurückzukommen? Fritz Fiehler, Dr., *1949, ist in der Marxforschung engagiert. Mitarbeit an der Herausgabe der MEGA. Beteiligt an Kommentaren des Projekts Entwicklung des Marxschen Systems (PEM) der Pariser Manuskripte, Deutschen Ideologie und Vorarbeiten des Kapitals. Untersuchung der Geld- und Kapitaltheorie bei Karl Marx, John Maynard Keynes und Milton Friedman in dem vielbeachteten Buch »Die Gesellschaft der Vermögensbesitzer«. Mitglied der Marx-Gesellschaft. Redakteur der Tageszeitung „neues deutschland“ 

Winfried Wolf
abgrundtief + bodenlos
Stuttgart 21, sein absehbares Scheitern und die Kultur des Widerstands

Stuttgart 21 ist in dreifacher Weise einmalig: Es handelt sich um das mit Abstand größte Bauprojekt in Deutschland. Es ist das einzige Projekt, bei dem eine gigantische Summe dafür ausgegeben wird, eine bestehende Kapazität - hier diejenige des Hauptbahnhofs Stuttgart - zu verkleinern. Schließlich gibt es nirgendwo in Deutschland eine derart große, kreative Protestbewegung, die seit mehr als sieben Jahren und mit mehr als 370 Montagsdemonstrationen aktiv ist. Stuttgart 21 hat drei Bahnchefs verschlissen, die jahrzehntelange CDU-Herrschaft in Baden-Württemberg beendet und die grüne Protestpartei in S21-Mitgestalter gewendet. Laut Angela Merkel wird mit Stuttgart 21 der Standort Deutschland verteidigt. Bahnchef Richard Lutz springt ihr bei und betont, er sei »finster entschlossen«, S21 zu Ende zu bauen. Für das hehre Ziel »Staatsräson« werden die Gesetze der Logik, der Physik und der Geologie missachtet. Winfried Wolf hat Stuttgart 21 von Anfang an publizistisch kommentiert. Er legt hier das erste Buch vor, das die gesamte Geschichte des Großprojekts ausbreitet, dessen zerstörerischen Charakter analysiert und den Bürgerprotest umfassend darstellt. Winfried Wolf, Dr. phil., *1949, Chefredakteur der Zeitschrift Lunapark21 und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac, verfasste 1996 das erste Buch zu Stuttgart 21. 



Christoph Butterwegge
Armut
120 S., br., € 9,90
3. aktualisierte Auflage
978-3-89438-625-2
»Armut« ist ein brisanter, weil politisch-normativer, emotional besetzter und moralisch aufgeladener Begriff. Christoph Butterwegge diskutiert den Armutsbegriff, wirft einen Blick auf die Geschichte der Armut und vermittelt die theoretischen Grundlagen. Er stellt die Hauptrichtungen der Armutsforschung vor, erläutert die gängigen Methoden der Armutsmessung und hinterfragt die statistische Datenlage, wie sie die Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung dokumentieren. Neben den unterschiedlichen Erscheinungsformen und den Folgen der Armut für die Betroffenen wie die Gesellschaft beschäftigen ihn die Entstehungsursachen und die wenig überzeugenden Erklärungsansätze der (/Medien-)Öffentlichkeit. Abschließend geht es um den Kampf gegen die Armut sowie die Frage, welche Maßnahmen hierbei Erfolg versprechen und ob das bedingungslose Grundeinkommen ein Patentrezept darstellt. Christoph Butterwegge, Prof. Dr. rer. pol., * 1951, war von 1998 bis 2016 Hochschullehrer für Politikwissenschaft an der Universität zu Köln. Arbeitsschwerpunkte: Sozialstaatsentwicklung und Armut; Rechtsextremismus, Rassismus und (Jugend-)Gewalt; Migration, Integration und Minderheitenpolitik. Er kandidierte 2017 für das Amt des Bundespräsidenten.  #Basiswissen

Fisahn:
Staat. Recht und Demokratie
160 S., br., € 14.90
978-3-89438-664-1
»Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern«, ein bekannter Satz von Karl Marx. Die Welt verändert sich beständig, heute kommt es also darauf an, wer was wie ändert. Marx gilt als Ökonom, vielleicht noch als Soziologe. Zu seinem 200. Geburtstag wird über den Gehalt seiner Theorie so gestritten, als wäre sie gestern formuliert worden. »Von Haus aus« war Marx jedoch Jurist. So finden sich in seinen Texten vielfältige Aussagen über den Staat und das Recht. Leider blieben diese Aussagen unsystematisch. Marx beabsichtigte, »Das Kapital« um einen Band zum Staat zu ergänzen, konnte diese Absicht aber nicht mehr verwirklichen. Andreas Fisahn hat es sich zur Aufgabe gemacht, die vielen einschlägigen Passagen in den Werken von Marx und Engels herauszusuchen, zu systematisieren und zu kommentieren. Er stellt die Zitate in ihren Kontext, weist auf Unstimmigkeiten hin und versucht, diese zu erklären oder »auszubügeln«. Damit bietet er einen guten Überblick über das staatstheoretische Denken von Marx und Engels. Er interpretiert die Klassiker radikal, nämlich radikaldemokratisch. Andreas Fisahn, Prof. Dr. iur., *1960. Lehrt Öffentliches Recht an der Universität Bielefeld. Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von attac.

Fülberth:
Friedrich Engels
120 S., br., € 9.90
978-3-89438-669-6
Friedrich Engels (1820-1895) hat einer modischen Lesart zufolge die Theorie seines Freundes und Mitstreiters Karl Marx von Grund auf missverstanden. Und er hat sie nach dessen Tod angeblich bis zur Unkenntlichkeit verflacht, wenn nicht gar verfälscht. Dem widerspricht Georg Fülberth. Er arbeitet die tatsächliche Bedeutung von Engels heraus, indem er belegt, dass dieser zur gesellschaftswissenschaftlichen Revolution des 19. Jahrhunderts gleichermaßen beitrug wie Marx: zur Ersetzung der idealistischen Geschichtsauffassung durch die materialistische. Engels hat Marx zur Veröffentlichung des ersten Bandes des »Kapital« (1867), der ohne ihn vielleicht nie erschienen wäre, gedrängt, den zweiten 1885 sowie den dritten 1894 zusammengestellt und herausgegeben. Zugleich war er – mehr noch als Marx – einer der ersten Vertreter des Typs der »Operativen Intellektuellen«, die die sozialistischen Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts mitgeprägt haben. Georg Fülberth untersucht sein Wirken auf diesen drei Gebieten. Georg Fülberth, Prof. Dr. phil, *1939. Lehrte bis 2004 Politikwissenschaft an der Universität Marburg. Zahlreiche Bücher und Buchbeiträge zu Geschichte und Theorie des Kapitalismus, zur Arbeiterbewegung und der Geschichte der Bundesrepublik. Publiziert u. a. in »der Freitag«, »neues deutschland«, »junge Welt«, »konkret« und »Lunapark21«.

Fülberth:
Geschichte der BRD
Basiswissen
Neuauflage
120 S., br., € 9.90
978-3-89438-500-2
Georg Fülberth beschreibt die Entwicklung des bürgerlichen Deutschland seit 1945 als eine Art Selbstbefreiungskampf des deutschen Kapitalismus aus der Sicherungsverwahrung, die ihm 1945 auferlegt wurde. 1990 wechselte das Vorzeichen: aus einer scheinbar subalternen Position innerhalb der Westintegration heraus bahnte sich eine ökonomische und zum Teil auch politische Dominanz Deutschlands in Europa an. Dies ist die eine Seite. Die andere besteht aus den Kämpfen um mehr gesellschaftliche Gleichheit und um eine friedliche Entwicklung. Hier lassen sich mehrere Perioden unterscheiden: Bis 1973 gab es im Goldenen Zeitalter des Wohlfahrtskapitalismus relativ weite Spielräume, zu denen auch der Systemkonflikt beitrug. Der Übergang zum finanzmarktgetriebenen Kapitalismus ab Mitte der siebziger Jahre und der Wegfall des Drucks, der vom staatlich verfassten Sozialismus ausging, haben sie verengt. Die Ungleichheit nimmt zu. Ebenso wächst eine aggressive Tendenz in der Außenpolitik. 

Hund:
Rassismus und Antirassismus
120 S., br., € 9,90
978-3-89438-666-5
Wulf D. Hund zeigt, warum Rassismus als soziales Verhältnis begriffen werden muss: er erlaubt Mitgliedern herrschaftlich strukturierter Gesellschaften, sich trotz sozialer Schichtung und ungleicher Verteilung von Ressourcen als zusammengehörig zu betrachten. Dazu bedarf es der Ausgrenzung. Sie hat im Verlauf der Geschichte der Klassengesellschaften unterschiedliche Formen angenommen. Dabei wurden rassistisch konstruierte Andere als Barbaren, Unreine, Verdammte, Wilde, Farbige oder Minderwertige diskriminiert. Der Autor verdeutlicht die unterschiedlichen Modi der damit verbundenen Prozesse von Aufwertung durch Abwertung und zeigt die unterschiedlichen Verbindungen, die diese im Verlauf der Geschichte eingingen. Anschließend beleuchtet er die diversen Spielarten von Rassismus im Verlauf der deutschen Geschichte und behandelt dessen antisemitische, antimuslimische, antislawische, antiziganistische, koloniale und eugenische Varianten. Außerdem werden Probleme und Perspektiven des Antirassismus angesprochen. Dessen Geschichte ist so alt wie der Rassismus, zeigt unterschiedliche Tendenzen und ist keineswegs widerspruchsfrei. Wulf D. Hund, *1946, Professor im Ruhestand für Soziologie an der Universität Hamburg. 

Kopf:
Ein gelungener Wurf
300 S., br., € 26.00
978-3-89438-673-3
Karl Marx erklärte 1859, er »betrachte das System der bürgerlichen Ökonomie in dieser Reihenfolge: Kapital, Grundeigentum, Lohnarbeit; Staat, auswärtiger Handel, Weltmarkt. Unter den drei ersten Rubriken untersuche ich die ökonomischen Lebensbedingungen der drei großen Klassen, worin die moderne bürgerliche Gesellschaft zerfällt; der Zusammenhang der drei andern Rubriken springt in die Augen.« Eike Kopf meint: Das war der »Knackpunkt« in der Wirkungsgeschichte des »Kapitals« und des Marxismus überhaupt. Von nun an begriffen auch die Gegner der revolutionären Arbeiterbewegung, dass Strategie und Taktik der 1878 verbotenen Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei systematisch mit der Politischen Ökonomie und der neuartigen philosophischen Betrachtung der Geschichte durch Marx und Engels zusammenhingen. Beider Schriften revolutionierten das gesamte geistige Leben. Was in den Werken von Marx ab 1859 zu den genannten »Rubriken« zu finden ist, bietet Kopf jeweils chronologisch geordnet motivierten Lesern, die an einem Selbststudium interessiert sind. In einem aktuellen Exkurs zum Weltmarkt belegt er abschließend, warum China wieder Weltmacht geworden ist. Eike Kopf, Prof. Dr. phil., *1940. Bis 1991 Hochschullehrer in Erfurt/Mühlhausen, seit 1978 Mitarbeit an der Marx-Engels- Gesamtausgabe (MEGA). Zuletzt bei PapyRossa: »Ein Buch geht um die Welt – Zur Wirkungsgeschichte von ›Das Kapital‹« und »Marxismus ohne Engels?«

Lindner:
Deutsch-russische Energiebeziehung
100 S., br., € 14.00
978-3-89438-672-6
Die Bundesrepublik Deutschland und die Russische Föderation verfügen über ausgeprägte bilaterale Energiebeziehungen, die gegenseitige Abhängigkeiten erzeugen und zugleich produktive Kooperationsbedingungen ermöglichen. Diese Beziehungen sind von Konflikten beeinflusst, die sich aus den allgemeinen geopolitischen sowie geoökonomischen Entwicklungen ergeben. Beispielsweise sind die jüngsten US-Wirtschaftssanktionen gegen Russland im Energiebereich ein Merkmal wirtschaftlicher und politischer Konkurrenz im Weltmaßstab. Franziska Lindner untersucht die Kontinuitäten und Brüche in den westdeutsch-sowjetischen Energiebeziehungen an Beispielen aus den 1960er und 1970er Jahren. Sie analysiert ferner die neuere Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen im Energiebereich und stellt anhand der privatkapitalistischen Transformation Russlands und der aktuellen Zuspitzung rund um die Ukraine-Krise die bestimmende Rolle des jeweiligen wirtschaftsrechtlichen Ordnungsrahmens und der politischen Interessen dar. Franziska Lindner, *1987, studierte in Leipzig und Marburg Politik und Politische Ökonomie. Das Buch ist die erweiterte Fassung ihrer Abschlussarbeit an der Philipps-Universität Marburg

Müller:
Lohnarbeit und Arbeitslohn
120 S., br., € 9.90
978-3-89438-667-2
Der Lohn berührt elementar das Leben der von ihm Abhängigen. Angesichts großer Unterschiede zwischen West und Ost, Männern und Frauen, Stamm- und Leiharbeitern, einheimischen und ausländischen Arbeitskräften fragen sich viele, ob die Löhne gerecht sind. Was ist aber ein gerechter Lohn? In der Geschichte des ökonomischen Denkens sprach man von »standesgemäßen« und »natürlichen« Löhnen oder von solchen, die das Existenzminimum sichern sollten. Andere Fragen drängen sich auf: Was ist das Wesen des Lohnes, was der Inhalt seiner vielen Formen: Bruttolohn und Nettolohn, Nominallohn und Reallohn, Tariflohn und Effektivlohn, Relativer Lohn, Zeitlohn, Stücklohn, Prämienlohn? Auf welche Bestimmungsgründe sind die Löhne und ihre Unterschiede zurückzuführen? Wie werden sie festgelegt? Wie wirken sich Änderungen der Löhne auf die Verteilung des Volkseinkommens aus? Was hat ihre Höhe mit der Produktivität zu tun? Wie beeinflussen Lohnänderungen das Preisniveau? Welcher Zusammenhang besteht zwischen ihnen und der Arbeitslosigkeit? Klaus Müller, Prof. Dr. sc. oec., Jg. 1944. Bis 1991 beschäftigt an der TH Karl-Marx-Stadt und der TU Chemnitz. Danach freiberuflicher Dozent für ­Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Über 300 Publikationen, zuletzt bei PapyRossa: Basiswissen »Profit« sowie Basiswissen »Boom und Krise«.

Noll:
Absolute Mäßigung - Montesquieu
620 S., geb., € 38.00
978-3-89438-670-2
Montesquieus »Geist der Gesetze« ist von den vielen ungelesenen Klassikern wohl derjenige, der von politischen Sonntagsrednern besonders gerne im Munde geführt wird. Wer sich aber an die Lektüre dieses äußerst umfangreichen Werks macht, wird erkennen, dass eine systematische Darstellung auch nur der wesentlichsten Gedankengänge auf ein enormes Hindernis stößt: Montesquieu lässt sich nicht zusammenfassen. Er hat viele Absichten, aber kein geschlossenes System. Will man nicht der überaus gängigen Verkürzung verfallen, dann muss man zu anderen Mitteln als zu der ansonsten gepflogenen Wiederaufbereitung finden. Alfred J. Noll unternimmt es, entlang eines gut zehn Dutzend Stichworte umfassenden »Abcedariums« zum Geist der Gesetze, Montesquieus Œuvre vollständig auszubreiten. Ausführlich behandelt er deshalb auch dessen belletristisches Werk, seine historischen Schriften und seine postum veröffentlichten Gedanken. Vor dem Hintergrund der politischen und sozialen Entwicklung Frankreichs im 18. Jahrhundert offenbart sich Montesquieu als der größte Vertreter einer Theorie des politischen Kompromisses, der dennoch nie die ihn umgebenden Realitäten leugnete. Alfred J. Noll, Prof. Dr. iur, *1960. Studium der Rechtswissenschaft und Soziologie, seit 1992 Rechtsanwalt in Wien. Professor für Öffentliches Recht und Rechtslehre an der Universität für Bodenkultur Wien. Seit 2017 Abgeordneter im österreichischen Nationalrat.
Neoliberalismus = zunehmendes soziales Elend und größer werdende Armut der 99%


Schreiner:
Unterwerfung als Freiheit
5.Auflage
130 S., br., € 11,90
978-3-89438-573-6
Weit über Politik und Wirtschaft hinaus hat sich der Neoliberalismus längst im Alltagsleben der Menschen verankert. Patrick Schreiner befasst sich mit seinen unscheinbaren, vermeintlich unpolitischen Erscheinungsformen. Er fragt nach den alltäglichen Mechanismen, durch die  Menschen neoliberale Ansätze und Ideen als gut, angemessen und alternativlos akzeptieren. Dazu nimmt er das Bildungswesen, Ratgeberliteratur und Management-Trainings, Esoterik, Sport und Fitness, Stars, Fernsehformate wie Reality-TV und Seifenopern, Soziale Netzwerke im Internet sowie Konsum und Lifestyle in den Blick. An diesen Beispielen zeigt er, wie und weshalb der Neoliberalismus das ganze Sein und Denken der Individuen vereinnahmt. Und nicht zuletzt legt er dar, welche Folgen all das für den Einzelnen wie für die Gesellschaft hat. Dabei wird deutlich: Neoliberalismus ist mehr als Marktradikalismus und Dominanz von Kapitalinteressen. Neoliberalismus ist eine Ideologie, die Freiheit verspricht, aber Elend und Unterwerfung bedeutet. Patrick Schreiner, *1978, Politikwissenschaftler, hauptamtlicher Gewerkschafter und Publizist. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Finanz- und Wirtschaftspolitik, Verteilung und politische Theorie. Zuletzt bei PapyRossa »Unterwerfung als Freiheit. Leben im Neoliberalismus«. Interview mit dem Autor

Patrick Schreiner
Warum Menschen sowas mitmachen
Achtzehn Sichtweisen auf das Leben im Neoliberalismus
2. Auflage
165 S., br., € 13,90
978-3-89438-632-0
Der Neoliberalismus beeinflusst unser Leben stärker, als es auf den ersten Blick scheint: Marktgläubigkeit, Konkurrenzdenken und Selbst-Bezogenheit prägen längst auch so Alltägliches wie Fernsehen und Sport, Konsum und Lifestyle, Beziehungen und Soziale Netzwerke, Coachings und Bildung. Patrick Schreiner nimmt diesen Zeitgeist kritisch unter die Lupe. Dazu zieht er klassische und aktuelle Denkerinnen und Denker heran: Was können wir etwa von Karl Marx, Michel Foucault, Max Weber, Naomi Klein und selbst von Friedrich August von Hayek über den Neoliberalismus in unserem Leben und Alltag lernen? Was sagen sie uns darüber? Welche ihrer Überlegungen lassen sich auf die heutige Gesellschaft übertragen? Anhand zahlreicher Beispiele macht Patrick Schreiner diese Denkansätze verständlich. Er zeigt: Der Neoliberalismus ist mehr als eine bloße politische Überzeugung - und es braucht mehr als eine einzige Perspektive, um ihn zu verstehen und seiner Ideologie nicht aufzusitzen. Ein anschauliches Buch über das Denken unserer Zeit und seine Hintergründe.


Sorg:
Dialektisch denken
313 S., br., € 22.00
978-3-89438-660-3
Die Dialektik, eine von Anfang an heftig umstrittene Denkweise, hat in ihrer über zweitausendjährigen Geschichte verschiedene Konjunkturen erlebt. Immer wieder wurde sie für tot erklärt. Aber so wenig wie die Widersprüche in der Wirklichkeit verschwinden, so wenig ist auch die Auseinandersetzung mit ihnen obsolet. Was unter Dialektik und dialektischem Denken zu verstehen ist, untersucht Richard Sorg eingehend anhand der Konzeption von Georg Wilhelm Friedrich Hegel sowie der kritischen Aneignung derselben durch Karl Marx und Friedrich Engels. Im Schlussteil seines Buches analysiert er einige aktuelle Dialektik-Konzepte (von Hans Heinz Holz, Wolfgang Fritz Haug, Domenico Losurdo und Andreas Arndt), in denen zum Teil an konkreten Gegenständen gezeigt wird, wie dialektisches Denken zur Orientierung in einer widerspruchsvollen Gegenwart beitragen kann. Richard Sorg, Prof. Dr. phil., *1940. Studium der Theologie, Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie in Tübingen, Westberlin, Zürich und Marburg. Er lehrte bis zur Pensionierung 2005 Soziologie in der Ausbildung für Soziale Arbeit in Wiesbaden und Hamburg.

Der rechte Aufmarsch
Kapitalistische Strategien, gesellschaftliche Formierung, demokratische Gegenwehr in Europa
220 S., br., € 15,90
978-3-89438-617-7
Ob die AfD in Deutschland, der Front National in Frankreich, die Neofaschisten in Italien, die extreme Rechte in der Ukraine oder die »Rechtspopulisten« in Ungarn - in Europa ist seit einigen Jahren ein massiver Rechtstrend zu verzeichnen. Die internationalen Autorinnen und Autoren werten diese und andere Beispiele als Ausdrucksformen einer tiefer greifenden Entwicklung: einer neuen Qualität gesellschaftlicher Formierung. Sie untersuchen als Gesellschaftswissenschaftler, Journalisten, Politiker oder Aktive der antifaschistischen Praxis in Überblicks- oder exemplarischen Einzelfallstudien die Hintergründe dieses rechten Aufmarsches. Dabei werden die unterschiedlichen Facetten und Ausprägungen in Gestalt verschiedener Parteien und Organisationen genauso beleuchtet wie die dahinterliegenden Strategien und Widersprüche des gegenwärtigen Kapitalismus in Europa. Ein Anliegen des Buches ist es aber auch, die Möglichkeiten demokratischer Gegenwehr gegen diese Rechtsentwicklung zu klären. Die Herausgeber: Phillip Becher, *1987, Sozialwissenschaftler, arbeitet zurzeit an der Universität Siegen; Jürgen Lloyd, *1964, IT-Berater, lebt und arbeitet in Krefeld, studierte Philosophie, Politik und Germanistik in Aachen; Thomas Lurchi, *1981, Politikwissenschaftler, lebt und arbeitet in München.

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Jörg Kronauer
Meinst Du, die Russen wollen Krieg?
Die USA, Deutschland und der zweite Kalte Krieg
180 S., br., € 13,90
978-3-89438-650-4
Die russische Aggression - in den vergangenen Jahren eines der meistgebrauchten Schlagworte der internationalen Politik. Stimmt es etwa nicht, dass Russland die Krim übernommen hat, die Aufständischen in der Ostukraine unterstützt und in Syrien Krieg führt? Doch, das stimmt. Nur: Als russische Aggression kann all dies nur bezeichnen, wer die westliche Umsturzpolitik in der Ukraine und in Syrien geflissentlich übersieht. Dabei gibt es mehrere Stränge. Die Vereinigten Staaten haben mit Ausnahme von 1941 bis 1945 stets versucht, Russland zu schwächen. Deutschland hat, solange es schwach war, mit Moskau kooperiert; wenn es dann stark genug war, hat es seine Macht stets weiter in Richtung Osten ausgedehnt, bis das schließlich zum Krieg führte. Russland hat nach 1990 zunächst versucht, an die westlichen Strukturen anzudocken - erst an die NATO, dann an die EU; als ihm beides verweigert wurde, hat es begonnen, eigene Weltpolitik zu betreiben. Das Buch zeichnet die Stränge der US-amerikanischen, deutschen und russischen Außenpolitik nach, die schließlich in den zweiten Kalten Krieg mündeten. Jörg Kronauer, *1968. Lebt in London, Soziologe und freier Journalist mit den Schwerpunkten Neofaschismus und deutsche Außenpolitik. Redakteur des Nachrichtenportals german-foreign-policy.com.

Kees van der Pijl
Der Abschuss
Flug MH17, die Ukraine und der neue Kalte Krieg
330 S., br., € 19,90
 978-3-89438-649-8
Den Abschuss von Flug MH17 der Malaysia Airlines und den Bürgerkrieg in der Ukraine bettet Kees van der Pijl ein in den geopolitischen und ökonomischen Kontext eines neuen Kalten Kriegs, ausgelöst durch den zunehmenden Druck von NATO und EU gegen ein unter Wladimir Putin wieder konsolidiertes Russland. Ursächlich dafür seien die globalen Bestrebungen des Westens, unliebsame Regime gefügig zu machen oder zu stürzen. Darin sieht er ein hochriskantes strategisches Muster des spekulativen Finanzkapitals, das im Zuge der ökonomischen Umschichtungen seit den 1990er Jahren zur dominierenden Kapitalfraktion geworden ist. Auf der Basis bisher unveröffentlichter Dokumente der niederländischen Regierung und gehackter E-Mails des damaligen NATO-Kommandeurs General Philip Breedlove trägt das Buch aussagekräftige Indizien zusammen. Es behauptet nicht, die wirklich Verantwortlichen zu identifizieren, belegt aber, dass die neuen Herren der Ukraine das größte Interesse, das ausgeprägteste Motiv und die beste Gelegenheit hatten, den Absturz herbeizuführen.

Andreas Wehr
Europa, was nun?
Trump, Brexit, Migration und Eurokrise
160 S., br., € 13,90
978-3-89438-653-5
Sechzig Jahre nach Gründung befindet sich die Europäische Union in ihrer schwersten Krise. Die europäische Politik reagiert mit hektischen Aktivitäten. Da man der EU als ganzer einen Neustart nicht mehr zutraut, wird das Modell einer Union der unterschiedlichen Geschwindigkeiten wiederbelebt. Die vielfältigen Krisen zeigen aber, dass das Wirtschaftsmodell des unbeschränkten Freihandels in Europa an sein Ende kommt. In Großbritannien war es die Kritik an der Personenfreizügigkeit, eine der vier liberalen Binnenmarktfreiheiten, die den Ausschlag zugunsten des Brexits gab. Und was das Ziel einer »immer engeren Union« angeht, so zeigt die wirtschaftliche Entwicklung seit Jahren, dass sich in einem unbeschränkten Binnenmarkt die Volkswirtschaften nicht annähern, sondern immer weiter voneinander entfernen. Von der Krise der Union profitieren unterschiedliche Kräfte. Gewinnt im Süden die Linke, so sind es in Kerneuropa und im Norden rechtspopulistische Kräfte. Es ist an der Zeit, über neue Wege einer Zusammenarbeit der Völker jenseits der Europäischen Union nachzudenken.

Uli Gellermann / Friedhelm Klinkhammer / Volker Bräutigam
Die Macht um acht
Der Faktor Tagesschau
173 S., br., € 13,90
978-3-89438-633-7
15 Minuten lang informiert die Tagesschau über die vorgeblich wichtigsten Ereignisse des Tages. Als »Flaggschiff der ARD« gibt sie sich als verlässlich, neutral und seriös. Diesen Anspruch hinterfragen Uli Gellermann, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer detailliert und gründlich. Sie gehen der Geschichte der Tagesschau nach, beleuchten ihre Vermittlung und Auswahl von Nachrichten, kommentieren ihre Berichterstattung zu zentralen aktuellen Themenschwerpunkten wie dem Krieg gegen Syrien und dem Konflikt um die Ukraine, stellen die viel zu unbekannten »Programmbeschwerden « als Möglichkeit des Zuschauerprotests und der demokratischen Auseinandersetzung mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk dar. Ihr Fazit ist ernüchternd. Sie halten die Tagesschau weder für verlässlich noch für neutral, nur für bedingt seriös und bestenfalls für schlau. Nach diesen 15 Minuten weiß man, was die Regierung denkt; was die Republik denken soll und was zu denken unter den Tisch fallen kann.

Kai Eicker-Wolf / Patrick Schreiner
Mit Tempo in die Privatisierung
Autobahnen, Schulen, Rente - und was noch?
200 S., br., € 14,90
978-3-89438-655-9
Der Bund setzt zu Lasten der Länder eine zentrale Bundesfernstraßengesellschaft durch, zudem sollen kommunale Schulgebäude künftig vom Bund direkt gefördert werden können. Beides öffnet den Weg zu noch mehr Privatisierungen und zu noch mehr Öffentlich-Privaten Partnerschaften. Darüber freuen kann sich die Finanzwirtschaft - für Versicherungen, Banken und Investmentfonds gibt es neue Anlagemöglichkeiten. Und freuen wird sich die Politik - elegant kann sie nun selbstverordnete Verschuldungsregeln umgehen. Die Bürgerinnen und Bürger aber haben aufgrund intransparenter und undemokratischer Entscheidungsprozesse das Nachsehen. Und die Steuerzahlenden müssen für Extrarenditen der Investoren aufkommen. Dieses Buch zeigt: Die aktuellen politischen Entwicklungen ordnen sich ein in eine lange Reihe wirtschafts- und sozialpolitischer Fehlentscheidungen. Dazu gehören insbesondere die anhaltende Förderung von Öffentlich-Privaten Partnerschaften, die »Schuldenbremse« und die Teilprivatisierung der Altersvorsorge in Deutschland.

Kemal Bozay /Hasan KaygIsIs
Der neue Sultan
Die Türkei zwischen Repression und Widerstand
189 S., br., € 14,90
978-3-89438-636-8
Verhaftungen von Oppositionellen, Massenentlassungen aus dem Staatsdienst, Verfolgung kritischer Medien, eine heilige Jagd auf politische Gegner: Solche Nachrichten aus der Türkei sind allgegenwärtig. Weniger präsent ist der Krieg des NATO-Partners gegen die eigene Bevölkerung: In den kurdischen Gebieten gleichen manche Bilder solchen von internationalen Kriegsschauplätzen. Ein neo-osmanischer Machtanspruch geht einher mit Einmischung in Nachbarländer direkt durch militärische Interventionen wie auch indirekt durch Unterstützung islamistischer Gruppen. Die Autoren gehen der Frage nach, wie die gezielte Eskalation nach dem Putsch und Gegenputsch 2016 zu erklären ist. Mehr noch: Wie es unter Erdogan zum Bruch mit dem Kemalismus bei gleichzeitiger osmanischer Rückorientierung kommen konnte. Der dazu nötige Blick in die Geschichte zeigt auch: Ungeachtet der jeweiligen Herrschaftsformen hatte man in Bonn und Berlin meist ein unbeirrtes Interesse an festen Beziehungen zur Türkei. Politische Perspektiven sehen die Autoren in Formen demokratischer Gegenwehr.

Canfora:
Kurze Geschichte der Demokratie
407 S., br., € 19,90
978-3-89438-517-0
Das Buch kann als eines der am meisten diskutierten politisch-historischen Sachbücher der letzten Jahre gelten. Auch in Frankreich, Großbritannien und Spanien sowie in Italien selbst mit Interesse aufgenommen, hat Luciano Canfora mit seinen pointierten Thesen in der Bundesrepublik eine lebhafte Debatte ausgelöst. Kein Wunder, ist sein Buch doch jenen ein Dorn im Auge, die sich hierzulande in der besten aller Demokratien wähnen. Denn Canfora begreift Demokratie nicht nur als formale Fassade oligarchischer Herrschaft, sondern als Volksherrschaft auf der Basis von Gleichheit. Und so beschließt er seinen Epochenüberblick vom antiken Athen bis zur EU-Verfassung mit dem provokanten Fazit: 'Die Demokratie ist auf andere Epochen verschoben und wird von anderen Menschen neu konzipiert werden. Vielleicht nicht mehr von Europäern.' 

Mythos »Sexarbeit«
Argumente gegen Prostitution und Sexkauf
476 S., br., € 12,90
978-3-89438-648-1
Seit einigen Jahren wird in Deutschland wieder verstärkt über Prostitution diskutiert. Die weitreichende Liberalisierung des Prostitutionsmarkts, die 2002 erfolgte, ist gescheitert. Die neuen Gesetze von 2016 stellen ein Wunderwerk an Regulierung dar, lösen jedoch nicht die Probleme. Denn zu den grundsätzlichen Fragen nehmen sie keine klare Haltung ein. Ist Prostitution »Arbeit« und sollte normalisiert und »professionalisiert« werden? Oder ist sie ein patriarchales Unterdrückungsverhältnis, dessen langfristige Überwindung es anzustreben und dessen Opfer es konsequent zu schützen gilt? Ist Sexkauf die Inanspruchnahme einer »Dienstleistung«? Oder ist er eine Form sexueller Gewalt, die gravierende Traumata verursacht? Die Autorinnen argumentieren für letztere Sichtweise und untermauern dies mit Erkenntnissen aus /Trauma- und Prostitutionsforschung. Die Erfahrungen mit den nordischen Sexkaufverboten und die innerlinke Debatte dazu werden ebenso dokumentiert wie die internationale Bewegung gegen Prostitution.

Karin Leukefeld
Flächenbrand
Syrien, Irak, die Arabische Welt und der Islamische Staat
308 S., br., € 16,90
978-3-89438-577-4
Bis vor wenigen Jahren war Syrien ein aufstrebendes, heute ist es ein verbranntes Land. Millionen Menschen haben alles verloren, die Gesellschaft ist tief gespalten. Der von außen angeheizte Krieg, die politische Isolierung und die Sanktionen von USA und EU haben ebenso die aufblühende Ökonomie zerstört wie die syrische Reformbewegung. Nicht besser sieht es im Irak aus. Gesellschaftlich zerrüttet, konfessionell zerrissen, wirtschaftlich am Boden, von Terrorismus überzogen, so lautet das Ergebnis der US-geführten Militärintervention und Besatzungspolitik. Nichtstaatliche Akteure wie der 'Islamische Staat' und andere Kampfverbände bestimmen hier wie in Syrien das Geschehen. Der Krieg mit seiner Flüchtlingskatastrophe destabilisiert aber auch zunehmend die Nachbarländer. Das Buch erläutert, wie und warum die Region des 'Fruchtbaren Halbmondes' - die Wiege der Zivilisation - in Flammen aufgeht, welche Auswirkungen dies auf die betroffenen Staaten und ihre Gesellschaften hat und welche Perspektiven sich abzeichnen.

Palästina - Vertreibung, Krieg und Besatzung
Wie der Konflikt die Demokratie untergräbt
230 S., br., € 16,90
978-3-89438-654-2
Seit Israel die palästinensischen Gebiete und Ost-Jerusalem besetzt hält, werden Palästinenser/innen aus ihren Heimatorten vertrieben, ihrer Rechte und ihres Besitzes beraubt. In diesem Buch werden der Siedlungsbau, die Situation von Kindern in israelischen Gefängnissen, die massive Einschränkung der Bewegungsfreiheit durch Checkpoints und Mauer, die Lage in Gaza, die Rolle der UNO und der Abbau demokratischer Rechte in Israel und Palästina erörtert. Um die öffentliche Debatte der israelischen Menschen- und Völkerrechtsverstöße zu verhindern, werden in Europa mit haltlosen Antisemitismusvorwürfen Kampagnen gegen Veranstaltungen, Publikationen und Personen geführt. Insofern geht es auch um Meinungsfreiheit und Demokratie bei uns selbst. Die Autorinnen und Autoren aus Israel, Palästina, den USA und Deutschland zeigen die Legitimität des zivilen Widerstands gegen die Verletzung von Völkerrecht und Menschenrechten auf. Sie wollen zu einer Versachlichung der emotional aufgeladenen Debatte beitragen, die gerade in Deutschland oft ohne Faktenkenntnis geführt wird.

Domenico Losurdo
Wenn die Linke fehlt...
Gesellschaft des Spektakels, Krise, Krieg
360 S., br., € 19,90
978-3-89438-651-1
Die Versprechen des Jahres 1989 auf eine Welt im Zeichen von Wohlstand und Frieden sind nicht in Erfüllung gegangen. Die Finanzkrise vergrößert auch in entwickelten Ländern das Massenelend und verschärft die soziale Ungleichheit derart, dass es dem großen Geld ermöglicht wird, die politischen Institutionen zu kapern. Auf internationaler Ebene folgt ein »kleiner Krieg« auf den anderen, der allerdings im jeweils betroffenen Land zehntausende Tote mit sich bringt. Darüber hinaus zeichnet sich am Horizont die Gefahr größerer Konflikte ab, die sogar die Schwelle zum Atomkrieg überschreiten könnten. Mehr denn je wird deutlich, dass eine Oppositionskraft notwendig ist: Unglücklicherweise glänzt die Linke im Westen durch Abwesenheit. Wie lässt sich das erklären? Wie die Welt verstehen, die sich da seit 1989 abzeichnet? Mit welchen Mechanismen gelingt es der »Spektakelgesellschaft«, Kriege und Kriegspolitik zu legitimieren? Wie lässt sich eine Alternative konstruieren? Auf diese Fragen antwortet der Autor mit einer originellen, unvoreingenommenen Analyse, die zur Diskussion auffordert.

Thomas E. Goes / Violetta Bock
Ein unanständiges Angebot?
Mit linkem Populismus gegen Eliten und Rechte
133 S., br., € 12,90
978-3-89438-652-8
Sahra Wagenknecht versucht es, Bernie Sanders und die Partei Podemos in Spanien machten es vor: Linker Populismus, der die unteren Volksklassen in eine Bewegung gegen die Eliten einzubinden versucht, hat Konjunktur. Dagegen wenden sich linke KritikerInnen. Zuspitzende Elitenkritik und positive Bezüge auf »die einfachen Leute« bereiten demnach den Weg nach rechts. Das muss nicht so sein, ein fortschrittlicher Linkspopulismus ist möglich und nötig: als Teil eines popularen Sozialismus, der von unten ermächtigt, der internationalistisch und feministisch ist und für die radikale Demokratisierung dieser Gesellschaft kämpft. Ein »Sozialismus der einfachen Leute«, der unterschiedlichen Bewegungen der Befreiung eine gemeinsame Richtung zu geben sucht. Er konzentriert sich darauf, vor Ort Gegenmacht zu organisieren, um Laboratorien der Hoffnung und ein Hinterland der Solidarität zu schaffen. Populistische Verdichtungen spielen eine zentrale Rolle, um eine breite populare Bewegung aufzubauen, die dazu in der Lage ist, die neoliberalen Eliten und die radikale Rechte zu schlagen.

Fäuste, Fahnen, Fankulturen
Die Rückkehr der Hooligans
auf der Straße und im Stadion
164 S., br., € 13,90
978-3-89438-634-4
Die militante Fußballsubkultur der Hooligans rückt zunehmend wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Mobilisiert von Hogesa, den »Hooligans gegen Salafisten«, randalierten im Herbst 2014 Hooligans, Rocker und Neonazis auf Kölner Straßen. Im Stadion kämpfen Hooligans gegen antirassistische Ultras - und in der »dritten Halbzeit« liefern sie sich organisierte Prügeleien. Bei Aufmärschen von Pegida zählen sie wie selbstverständlich zum Ordnungsdienst. Europa/weit propagieren sie antiislamische und fremdenfeindliche Positionen. Fanforscher und Fußballexperten unterziehen in diesem Buch das Kitschbild vom unpolitischen, saufenden und prügelnden Hool, der fast aus dem Stadion verschwunden schien, einer kritischen Prüfung. Sie schreiben über den Fankulturkampf zwischen Kutten, Ultras und Hools, über Hooligans als islamfeindliche Kreuzritter des Abendlandes, über ihre Subkultur im Osten der Republik, über die Geschlechterrollen im Hooliganismus. Analysiert wird eine weit nach rechts hin offene Szene, die innerhalb und außerhalb des Stadions ihre Kampfzone ausweitet. Mit Beiträgen von Philipp Beitzel, Pavel Brunßen und Peter Römer, Robert Claus, Mark Haarfeldt, Richard Gebhardt, Daniel Ryser sowie einem Interview mit Fred Kowasch.

Gerd Wiegel
Ein aufhaltsamer Aufstieg
Alternativen zu AfD & Co.
125 S., br., € 12,90
978-3-89438-616-0
Trotz ihres einflussreichen rechtsextremen Flügels in ihrer Gesamtheit zwar nicht faschistisch oder neofaschistisch, aber radikal rechts, nationalistisch-konservativ bis völkisch wie zugleich marktradikal, also allemal gefährlich, so kennzeichnet Gerd Wiegel die »Alternative für Deutschland«. Er stellt ihre unterschiedlichen innerparteilichen Tendenzen dar, zeigt, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, wie sie gegeneinander konkurrieren und sich bei allen Reibereien und Flügelkämpfen gegenseitig ergänzen. Er analysiert Geschichte und Programm der AfD und ihre im neoliberalen Kapitalismus wurzelnden Erfolgs- und Aufstiegsbedingungen. Dies verknüpft er mit Überlegungen für Erfolg versprechende Antworten. Diese reichen weiter als nur bis zu Wahlarithmetik und Regierungsbündnissen. Sie stellen die strategische Frage in den Vordergrund, wie eine konsequente linke Politik der völkischen Instrumentalisierung der »sozialen Frage« begegnen und wie sie es langfristig bewirken kann, die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse so zu verändern, dass der AfD der Boden entzogen wird.
Klönne:

Jugend im Dritten Reich
xx S., br., € 16.90
978-3-89438-552-1

Hermsdorf:
Kubanische Revolution
xx S., br., € 9.90
978-3-89438-596-5

Noll:
Der rechte Werkmeister- Heidegger
xx S., br., € 18.00
978-3-89438-600-9

Das Kapital
Ein Buch der Bücher nicht nur für Linke
75 S., br., zahlr. farb. Abb., € 10,00
978-3-89438-647-4
Im November 2017 jährt sich die Herausgabe von Band 1 des Hauptwerks von Karl Marx »Das Kapital« zum 150. Male. Wir würdigen es in einer besonderen Form: Mit kurzen Textauszügen und amüsanten Cartoons liefert Burghardt Hollstein dafür die Grundlage. Für alle, die schon immer wissen wollten, wie der Kapitalismus funktioniert, bietet diese illustrierte Kritik der politischen Ökonomie einen anschaulichen Anreiz zur Vertiefung durch die Lektüre des Originals. Sahra Wagenknecht steuert das Vorwort bei. Urte Sperling und Georg Fülberth gehen zwei Geheimnissen des Mehrwerts und dem blinden Fleck in der Marxschen Arbeitswerttheorie nach. Harald Werner setzt sich mit der digitalen Mutation des Kapitalismus auseinander, /Christiane Reymann mit der Notwendigkeit, die Befreiungstheorie fortzuschreiben, indem die Ausbeutung und Kolonisierung von Frauen einbezogen wird, Wolfgang Gehrcke steuert eine Auseinandersetzung »Wider die Marx-Töter« und mit deren wechselnden Methoden und gleich bleibenden Absichten bei.

Thomas Wagner
Das Netz in unsere Hand!
Vom digitalen Kapitalismus zur Datendemokratie
166 S., br., € 13,90
978-3-89438-635-1
Google, Facebook, Twitter und Co. sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Internetkonzerne sind so mächtig geworden, dass ihre Chefs von demokratisch gewählten Regierungen wie Häupter souveräner Staaten behandelt werden. In seiner Streitschrift erläutert Thomas Wagner, wie es dazu kommen konnte. Die Dynamik der Digitalwirtschaft begünstigt die Herausbildung von Supermonopolen. Wie kann deren ständig wachsende Macht gebändigt werden? Eine demokratische Neuausrichtung der technologischen Entwicklung ist notwendig, damit die gerade erst begonnene Digitalisierung ihr Befreiungspotenzial entfalten kann, statt in der Sackgasse einer ökonomischen wie politischen Datenknechtschaft zu enden. Die Entwicklung einer Reformstrategie ist gefordert. Es geht um die Rückeroberung des von privaten Interessen bedrängten öffentlichen Raums. Der Aufbau eines öffentlich kontrollierten Internets wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg vom digitalen Monopolkapitalismus zur Datendemokratie. Aus dem Internet der Konzerne muss ein demokratisches Bürgernetz werden.

Halis Yildirim
Das Neue und das Bestehende
Eine materialistische Untersuchung zu Heidegger, Adorno, Foucault und Derrida
220 S., br., € 24,00
978-3-89438-657-3
Halis Yildirim fragt nach dem Übergang aus dem Bestehenden in das Neue. Der Schlüssel dafür: die materiellen Möglichkeiten auszuschöpfen, die einen Umschlag von privatem in gesellschaftliches Eigentum erlauben. Die Philo/sophie hält dafür einen großen Begriff bereit: den der Aufhebung. Doch Yildirim geht noch weiter: Er verlangt nach der Aufhebung der bestehenden Philosophie selbst. Ihr hält er den Spiegel vor, indem er der Denkrichtung von vier Philosophen des 20. Jahrhunderts nachgeht: Martin Heidegger, Theodor W. Adorno, Michel Foucault und Jacques Derrida, die nach seiner Auffassung auf unterschiedliche Art das Bestehende bemänteln. Sei es durch eine Fundamentalontologie mit faschistischen Versatzstücken, durch eine Utopie als Korrektur des Bestehenden, durch einen Poststrukturalismus, der keinen Träger von Fortschritt erkennt, oder durch die Reduktion von Geschichte auf eine Konstruktion. Auf diesem Terrain macht Yildirim deutlich: Erst indem das Bestehende und mit ihm die bestehende Philosophie als erschöpft verstanden werden, kann sich das Neue Bahn breche

PapyRossa Basiswissen:

Butterwegge, Christoph: Armut /  Müller, Klaus: Boom und Krise / Küpper, Martin: Materialismus /   Landefeld, Beate: Revolution / Landefeld, Beate: Revolution /  Becher, Phillip: Rechtspopulismus / Begass, Christian; Sevim, Alican: Die Résistance /  Binus, Gretchen / Landefeld, Beate / Wehr, Andreas: Staatsmonopolistischer Kapitalismus /  Deppe, Frank  Der Staat / Salomon, David  / Solty, Ingar: Imperialismus /  Deppe, Frank: Der Staat / Feldbauer, Gerhard: Die Resistenza – Italien im Zweiten Weltkrieg /  Feldbauer, Gerhard: Geschichte Italiens. Vom Risorgimento zur Gegenwart / Feldbauer, Gerhard: Vietnamkrieg /  Fesser, Gerd: Das Deutsche Kaiserreich / Fesser, Gerd: Deutschland und der Erste Weltkrieg /  Fülberth, Georg: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland / Fülberth, Georg: Kapitalismus / Fülberth, Georg: Marxismus / Fülberth, Georg: Sozialismus /  Fülberth, Georg: »Das Kapital« kompakt / Grams, Florian: Die Pariser Kommune / Heither, Dietrich: Burschenschaften / Hermsdorf, Volker: Die Kubanische Revolution / Leibiger, Jürgen: Wirtschaftswachstum /  Müller, Klaus: Profit / Notz, Gisela: Feminismus / Pätzold, Kurt: Zweiter Weltkrieg /   Pätzold, Kurt: Deutschland 1933-39 /  Pätzold, Kurt: Deutschland 1939-45 /Rau, Peter: Der Spanienkrieg 1936 – 39 / Roesler, Jörg: Geschichte der DDR /  Salomon, David: Demokratie / Schneider, Ulrich: Antifaschismus / Schumann, Gerd: Kolonialismus, Neokolonialismus, Rekolonisierung / Speckmann, Guido / Wiegel, Gerd: Faschismus /  Sperling, Urte: Die Nelkenrevolution in Portugal / Wehr, Andreas: Die Europäische Union / Weißbecker, Manfred: Weimarer Republik




Stefan Bollinger
Lenin
120 S., br., € 9,90
978-3-89438-656-6
Angefeindet, bekämpft, verteufelt und schließlich angeschossen wurde der Revolutionär, Theoretiker und Realpolitiker Lenin, der es 1917 unternahm, einen völkermörderischen Krieg zu beenden und eine sozialistische Gesellschaft zu errichten. Er hasste den Krieg, Kriegstreiber und »linke« Helfershelfer des Krieges. Er wollte den Bruch mit Zarismus, Kapitalismus und der Herrschaft von Adel wie Bourgeoise. Das erreichte er in Russland, von der Linken im Westen im Stich gelassen. Unter seiner Führung waren ein unverschuldeter Bürgerkrieg und die Intervention ausländischer Mächte, der Wiederaufbau eines zutiefst rückständigen, armen, zerstörten Landes zu meistern. Unter schier aussichtslosen Umständen suchte und fand er Lösungen und öffnete den Weg in eine neue Zivilisation. Unter seinen Nachfolgern ging diese Chance verloren. Umso mehr sind seine Denkweise und sein politisches Handeln zu rekonstruieren, um zu überprüfen, was davon auch heute noch für eine grundlegende gesellschaftliche Umgestaltung, für den Kampf gegen Krieg und die Sicherung des Friedens nützlich sein könnte.
Fülberth:

Kapitalismus
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-429-6

Fülberth:
Sozialismus
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-430-2

Wehr:
Die Europäische Union
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-

Landefeld:
Revolution
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-528-6

Fülberth:
Marxismus
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-542-2

Schumann:
Kolonialismus
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-580-4

Pätzold:
Deutschland 1933-39
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-608-5
Pätzold:

Deutschland 1939-45
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-609-2


Georg Fülberth
'Das Kapital' kompakt
120 S., br., € 9,90
978-3-89438-452-4
Die vorliegende Einführung in 'Das Kapital' unterscheidet sich von anderen auch dadurch, dass sie nicht polemisch zu belegen versucht, dieses Werk besser verstanden zu haben als jene. Sie zeichnet zwar ebenfalls dessen Gesamtargumentation nach, zeichnet sich aber dadurch aus, dass sie 1) besonderes Gewicht auf den dritten Band legt; 2) die Rehabilitation der reinen Arbeitswertlehre, wie sie im ersten Band entwickelt ist, übernimmt; 3) danach fragt, in welchem Verhältnis die Analyse der kapitalistischen Produktionsweise und die Untersuchung der Möglichkeiten ihrer Aufhebung in der Marxschen 'Kritik der Politischen Ökonomie' zueinander stehen. Die Erkenntnisse der 'Neuen Marx-Lektüre' und der 'Monetären Werttheorie' werden dabei aufgenommen, aber vom Kopf auf die Füße gestellt. Das Ziel dieser Einführung ist erreicht, wenn die Leserinnen und Leser neugierig auf das Original werden und dessen Lektüre folgen lassen. Dieser Basistext kann ihnen dabei helfen, einen roten Faden durch die drei Bände zu finden.

Georg Fülberth
Kapitalismus
126 S., br., € 9,90
978-3-89438-429-6
'Basiswissen' bringt in handlicher Form leicht verständliche kritische Einführungen in Grundbegriffe aus Politik, Geschichte, Gesellschaft und Ökonomie. Den ersten Leitfaden aus dieser neu etablierten Reihe legt Georg Fülberth zum Stichwort 'Kapitalismus' vor. Im theoretischen Teil werden dessen Charakteristika herausgearbeitet. Zentral stehen dabei Akkumulation und Überakkumulation. Sie bestimmen auch den Rhythmus der Geschichte dieser Produktions- und Reproduktionsweise. Ihr gilt der zweite Teil des Buchs, der vom Handelskapitalismus des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit bis zum Neoliberalismus von heute reicht. In seiner aktuellen Phase wird der Kapitalismus als 'Problematische Überschussgesellschaft' definiert. Dieser Begriff dient zur Erklärung der Krise von 2007 ff., die sich als die Konsequenz der merkwürdigerweise lange verdrängten, womöglich wichtigeren Vorgängerkrise von 1974/75 und des darauf folgenden Spekulations- und erneuten Überakkumulations-Zyklus erweist. 

Jörg Roesler
Geschichte der DDR
130 S., br., € 9,90
978-3-89438-499-9
Jenseits der üblichen Horrorszenarien klärt Jörg Roesler auf über die Geschichte des kleineren deutschen Staates. Sie wird erstens erzählt als Geschichte der Herrschaft der SED. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Gruppierungen, vom Autor als Konservative bzw. Reformer charakterisiert. Dies ist gleichzeitig die Geschichte der Sicherung der Stabilität eines in seiner Existenz ökonomisch und politisch wiederholt gefährdeten Staates. Zweitens wird die Geschichte der DDR als Geschichte der sowjetisch-ostdeutschen Beziehungen erzählt. Es ist die Geschichte von Moskaus 'ungeliebtem Kind', einer durch das Scheitern der sowjetischen Deutschlandpolitik zustande gekommenen Minimallösung, eines schließlich lästig werdenden Vorpostens. Drittens wird die Geschichte der DDR erzählt als Geschichte der Beziehungen zur Bundesrepublik. Sie endet mit der Vereinnahmung des kleineren durch den größeren, sich als stabiler und potenter erweisenden deutschen Staates.

Volker Hermsdorf
Die Kubanische Revolution
131 S., br., € 9,90
978-3-89438-596-5
Wie kein anderes Land der Region beeinflusst Kuba die Entwicklung ganz Lateinamerikas. Sein alternatives Gesellschaftsmodell ist auch darüber hinaus Vorbild für viele Länder des Südens und allgemein Beleg dafür, dass eine andere Welt möglich ist. Voraussetzung dafür war der Sieg der Revolution über die Diktatur Fulgencio Batistas am 1. Januar 1959. Dessen nach Miami geflüchtete Anhänger versuchen seitdem mit Unterstützung Washingtons vergeblich, einen Systemwechsel auf der sozialistischen Karibikinsel zu erzwingen. Da auch terroristische und andere subversive Methoden nicht zum Ziel geführt haben, sah sich US-Präsident Obama zu einer Kurskorrektur genötigt. Beginnend mit der Revolution und ihren Wurzeln, vermittelt Volker Hermsdorf einen Überblick über die Geschichte des Landes, bishin zu seinen aktuellen Problemen und seiner Bedeutung für das Modell einer multipolaren Welt. Abschließend behandelt er das 'Tauwetter' in den Beziehungen zu den USA und zur EU.

Gerd Fesser
Deutschland und der Erste Weltkrieg
124 S., br., € 9,90
978-3-89438-540-8
Gerd Fesser analysiert die internationale Konstellation und die Faktoren, deren Zusammenwirken im August 1914 in den Großen Krieg einmündete: die Rivalität der imperialistischen Großmächte, den Wettlauf um Kolonien und Einflussgebiete, die Konkurrenz um Weltmarktpositionen und Anlagesphären. Den Schwerpunkt legt er auf das Deutsche Reich und seine Weltpolitik. Er kennzeichnet die kriegstreiberische Politik der Reichsregierung in der Julikrise 1914, behandelt die militärischen und innenpolitischen Entwicklungen der Jahre 1914 bis 1918, untersucht die Kriegszieldebatte, die Entfaltung der Antikriegsopposition, die Kriegswirtschaft sowie Alltag und Kultur im Krieg. Nach einem Überblick über die Revolutionen vom Februar und Oktober 1917 in Russland und ihren Auswirkungen schließt er seine Darstellung ab mit dem Zusammenbruch des Kaiserreichs und der Novemberrevolution 1918. Eine kurze Auseinandersetzung mit der neueren Geschichtsschreibung rundet den Band ab.

Gerd Schumann
Kolonialismus, Neokolonialismus, Rekolonisierung
126 S., br., € 9,90
978-3-89438-580-4
Die lange Geschichte des Kolonialismus durchlief verschiedenartige, jeweils entsprechend der Produktivkraftentwicklung ineinander übergehende Phasen: Von den Sklavenhaltergesellschaften der Antike über die Hochzeiten der europäischen Entdecker und Plünderer und deren Erben im Kapitalismus. Sie reicht bis zu den imperialen und neokolonialen Konquistadoren der Moderne, die sich im Zeichen der ›Globalisierung‹ überkommener kolonialistischer Methoden bedienen. Und der neuzeitliche Kolonialismus ist, so der bolivianische Präsident Evo Morales, der ›politische und ideologische Zwilling‹ des Imperialismus. Beide erleben mit der aktuellen Rekolonisierung eine neue Blüte und zeigen zugleich offen ihr gewalttätiges Wesen. Andererseits war die koloniale Repression allzeit begleitet von Widerstand, der im 20. Jahrhundert streckenweise eine Entkolonisierung erreicht hat. Allerdings haben die Befreiungsbewegungen, die diese Phase prägten, ihre aktuellen Pendants noch nicht gefunden. Gesucht werden: Neue Formen des Internationalismus und der Solidarität.

Gerhard Feldbauer
Geschichte Italiens
Vom Risorgimento zur Gegenwart
138 S., br., € 9,90
978-3-89438-626-9
Gerhard Feldbauer behandelt, was in anderen Überblicken zur neueren italienischen Geschichte meist vernachlässigt wird. Er beginnt mit dem »Risorgimento«, in dem die bürgerliche Revolution 1870 mit einem Dreiviertelsieg der Bourgeoisie endete. Entscheidend prägte den Prozess der Herstellung des National/staats an der Spitze des radikaldemokratischen Flügels der nationalen Bewegung Giuseppe Garibaldi. Das beeinflusste die gesamte neuere Geschichte Italiens, in der - seit Mussolinis »Marsch auf Rom« bis heute - der Antifaschismus zu einem Grundzug wurde. Feldbauer behandelt außerdem den Historischen Kompromiss der italienischen Kommunisten mit den Christdemokraten, der zum Untergang der Kommunistischen Partei und zu den schweren Niederlagen der Linken führte, er deckt die Hintergründe des Mordes an Aldo Moro auf, schildert den Aufstieg des »Mediendiktators« Silvio Berlusconi und die nach seinem Sturz einsetzende Neuformierung der »politisch herrschenden Klasse«.

Beate Landefeld
Revolution
146 S., br., € 9,90
978-3-89438-528-6
Was macht Revolutionen aus? Ob »friedliche Revolution von 1989« oder diverse »Farbenrevolutionen« - in der Mediensprache hat sich der Revolutionsbegriff als Euphemismus für Intervention und Regime Change etabliert. Sind Revolutionen richtungslose Umbrüche? Oder sind sie, wie Karl Marx sagt, »Lokomotiven der Geschichte«? Beate Landefeld versteht darunter eine politisch-soziale Umwälzung, die einer neuen Gesellschaftsordnung zum Durchbruch verhilft. Revolutionen brachten den fragilen und keineswegs geradlinigen Fortschritt zum Abbau von Ungleichheit in Schüben voran. Anhand der Vorgeschichte und des Verlaufs der großen Revolutionen der Neuzeit beschreibt Beate Landefeld, was deren soziale Triebkräfte und Resultate waren. Heute geht es bei einer Revolution um die Überwindung von Ausbeutung und Unterdrückung, um bessere Lebensbedingungen für alle, um die Befähigung der Menschen, Krisen, Kriege und Katastrophen zu vermeiden und ihre Geschichte bewusst zu gestalten.

Kurt Pätzold
Deutschland 1939-45 - Krieg
131 S., br., € 9,90
978-3-89438-609-2
Dieser Band setzt den zeitlich vorausgehenden (Deutschland 1933-39) fort. Wie dieser will auch er dem Bedürfnis nach kompakter, womöglich erster Information über das Geschehen gerecht werden. Anhand der hier dargestellten fünfeinhalb Jahre lässt sich exemplarisch studieren, wie Kriege gemacht und wie Völker in sie hineingetrieben werden. Auch lässt sich ihnen Auskunft darüber abgewinnen, wie Menschen dazu gebracht werden konnten, sich als »Volksgenossen« wider ihre eigenen - unbegriffenen - Grundinteressen zu verhalten, an der Front und in der Heimat, die kein Hinterland mehr, sondern zunehmend Schauplatz eines selbst verschuldeten Bombenkrieges war. Warum haben sie für die Rüstung geschuftet? Warum über Jahre Nächte in Luftschutzkellern erduldet? Warum bis zum bitteren Ende Befehle befolgt, die sie in den Tod jagten? Was haben sie sich bei alledem gedacht, was erwartet, was erhofft? Solche Fragen stehen im Zentrum des Bandes. Die Geschichte von nicht ohne eigene Schuld missbrauchten Millionen

Christian Begass / Alican Sevim
Die Résistance
120 S., br., € 9,90
978-3-89438-627-6
Wie in anderen Ländern Europas entwickelte sich auch in Frankreich Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht und gegen die Kollaboration. Der Triumph der deutschen Wehrmacht und die Besetzung führten zu einer der schwersten Identitätskrisen des Landes in seiner Geschichte. Es ging somit um mehr als nur um eine militärische Niederlage, es handelte sich um die umfassende politische und moralische Katastrophe einer Nation und um einen kompletten Zusammenbruch jedweder progressiven Perspektive. Doch zugleich markiert dies den Beginn der Résistance, des französischen Widerstands gegen die deutsche Okkupation und den Faschismus. Sie eröffnete den Weg zur Wiederbelebung eines demokratisch-republikanischen Frankreich nach der Befreiung. Christian Begass und Alican Sevim behandeln nicht nur die Résistance, sie stellen auch ausführlich deren Vorgeschichte in den 1930er Jahren dar und gehen der Frage nach, wie es überhaupt zur Katastrophe Frankreichs kommen konnte.

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