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Frühjahrsreise 2017


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Besondere Empfehlung

Carsten Dürkob
A Change Is Gonna Come
Dylan, die Beatles, die Rolling Stones und andere im Jahr 1966
308 S., br., € 36,90
Toller Titel

Hermann Hesse
Der Vogel kämpft sich aus dem Ei
Eine dokumentarische Recherche der Krisenjahre 1916 – 1920. 
280 S., br., € 24,90

Aus dem Programm: 

Theodor Storm
Ein Bekenntnis
Novella Medici, Kommentierte Edition: Mit Quellenmaterialien, Briefdokumenten, Reiseskizzen, Zeittafel, Bibliographie und zahlreichen Abbildungen
168 S., br., 17,90 €
978-3-86815-714-7
Im Sommer 1872 bereiste Theodor Storm das alpine Berchtesgadener Land und besuchte die malerisch in einem Talkessel der Saalach gelegene Brunnenstadt Bad Reichenhall. Im Jahr 1887 stellte Storm den beliebten oberbayerischen Kurort dann als zentralen Erzählort seiner Meister-Novelle „Ein Bekenntnis“ dar, in der er das - auch gegenwärtig wieder diskutierte - Problem der Sterbehilfe thematisierte. Neben dem Novellentext bietet diese Edition einen durch zahlreiche Abbildungen begleiteten Kommentar wie detaillierte Texterklärungen, Einblicke in die Entstehungsgeschichte, eine Darstellung des Briefwechsels zwischen Theodor Storm und Paul Heyse als kollegiales Streitgespräch, Storms briefliche Reiseskizzen, eine biographisch-historische Zeittafel sowie eine strukturierte Bibliographie.
Literatinnen um 1900


Julia Virginia Scheuermann
Sturm und Stern
Mit einem Nachwort herausgegeben von Nikola Roßbach
152 S., br., 16,90 €
978-3-86815-717-8
Bildhauerin, Malerin, Übersetzerin, Lyrikerin: Julia Virginia Scheuermann (1878–1942) war eine vielseitige, heute vergessene Künstlerin. Neu ediert wird hier Sturm und Stern (1905), einer ihrer Lyrikbände neben Primitien (1903) und Das bunte Band (1913). Scheuermanns poetisches Schreiben ist kraftvoll, ihre Gedichte sind subjektiv erlebnishaft, sinnlich
und intellektuell zugleich. Hinter ihnen steht eine kreative, lebenshungrige junge Frau. Nach künstlerischen Lehrjahren in München und Kassel feierte sie in Berlin Erfolge als Porträtistin, malte Schriftsteller wie Hermann Sudermann und Ludwig Fulda und stand selbst Modell für Franz von Lenbach. Sie reiste nach Italien, lebte in Frankfurt und Paris und – nach dem Tod ihres ersten Mannes – dauerhaft in Frankfurt. Besonders bekannt war ihre Anthologie Frauenlyrik unserer Zeit (1907).
Literatinnen um 1900


Ilse Frapan
Die Betrogenen
Mit einem Nachwort herausgegeben von Karin Terborg
228 S., br., 19,90 €
978-3-86815-705-5
Ilse Frapan (1849–1908) fängt in ihrem Roman Die Betrogenen den von sozialistischen Idealen und der Rezeption Nietzsches geprägten kosmopolitischen Geist des Zürcher Studentenmilieus der Jahrhundertwende ein. Erzählt wird von der Medizinstudentin Sybilla Bauer, die der Mittelpunkt einer freisinnigen Studentenclique ist, und ihrem nietzscheaffinen Kommilitonen Rudolf Mohl. Zwischen ihnen entspinnt sich eine eigenwillige Liebesbeziehung, welche vom Spiel mit traditionellen Geschlechterrollen und Wertvorstellungen bestimmt wird. Kennzeichnend für die Biographie Ilse Frapans (eigentlich: Elise Therese Levien) ist das Streben nach Bildung und weiblicher Emanzipation. Die akademische Bildungssituation von Frauen thematisierte sie wiederholt in ihren Romanen und Erzählungen.

Literatinnen um 1900

Franziska zu Reventlow
Ellen Olestjerne
Herausgegeben von Karin Tebben
172 S., br.,  € 18,-
978-3-86815-090-2
Franziska Gräfin zu Reventlow (1871-1918) ging unter der Bezeichnung die "Braut von ganz Schwabing" in die Geschichte der Münchener Bohème ein. Nachdem Sie schon früh gegen die Erziehung zur "höheren Tochter" im adligen Elternhaus in Husum rebelliert hatte, entschied sie sich, kaum volljährig, für ein unabhängiges und aufreibendes Leben - stets am Rande der wirtschaftlichen Existenz, aber immer in unmittelbarer Nähe von einflussreichen Künstlern und Literaten. Die unangepasste allein erziehenden Mutter führte ein rasantes Leben, das von Glück und Liebe beseelt, aber immer wieder auch von Krankheit, Not und Depression bestimmt war. In ihrem literarischen Erstling "Ellen Olestjerne", erschienen 1903, verschmelzen Autobiographie und stilisierter Selbstentwurf zu einem packenden Roman mit großem literarischem und kulturhistorischem Wert.
Literatinnen um 1900


Joe Lederer
Das Mädchen George
Herausgegeben von Hartmut Vollmer.
176 S., br.,  € 18,-
978-3-86815-035-3
George Bruckner ist eine junge Frau mit unbändigem Freiheitswillen und ausgeprägtem Hang zu existentieller Unrast. Sie lebt das vergnügte, selbstbestimmte, gehetzte und aufreibende Leben einer modernen Frau in den 20er Jahren: Flirt. Jazzband, Schreibmaschine. Zwei wirklich elegante Kleider. Parfüm: Narcisse noir. George ist achtzehn Jahre und hat kleine Falten der Verzweiflung um die Mundwinkel. Eine verzweifelte Liebe übersteigt schließlich ihre Kräfte und lässt Georges Lebenshunger versiegen. Dieser Band stellte einen zu Unrecht vergessenen Debütroman einer außerordentlichen Frau vor: Die Wienerin Joe Lederer (1904-1987) veröffentlichte ihn 1928 und wurde von der Kritik sogleich enthusiastisch gefeiert. Die beständige existentielle Unrast, wechselnde berufliche Tätigkeiten und soziale Rollen Joe Lederers Leben prägten entscheidend die inhaltliche und formale Struktur ihres Debüts. Entsprechend wurde die Protagonistin des Romans in der Öffentlichkeit als Abbild der typischen zeitgenössischen jungen Frau heiß diskutiert.

Literatinnen um 1900

Ida Boy-Ed
Empor!
Herausgegeben von Carsten Dürkob
220 S., br.,  € 18,-
978-3-86815-036-0
Ida Boy-Ed (1852-1928) gestaltet in  ihrem 1892 erschienenen Roman „Empor!“ ein Thema, das ihre eigene Biographie ihr immer wieder vorgab: Die kaum durchsetzbare
Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebensentwurfs als Frau um 1900. Ida Boy-Ed verfasste über 70 Romane und Erzählbände und beeinflusste mit ihrem Salon das kulturelle Leben von Lübeck nachhaltig. Sie war 1901 nach Erscheinen der Buddenbrooks eine Vertraute und Förderin des jungen Thomas Mann. Genauso förderte sie nachhaltig die Dirigenten Wilhelm Furtwängler und Hermann Abendroth in seiner Lübecker Zeit.
Literatinnen um 1900


Helene Boehlau
Der Rangierbahnhof
Herausgegeben von Carsten Dürkob
204 S., br.,  € 18,-
978-3-86815-525-9
Helene Böhlau (1856-1940) gehört zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen der Münchner Moderne. Insbesondere ihre frühen feministischen Romane Das Recht der Mutter, Halbtier und Der Rangierbahnhof erlangten großen Bekanntheitsgrad. Einige Berühmtheit verschaffte ihr auch ihre unkonventionelle Beziehung zu dem jüdischen Privatgelehrten Friedrich Arndt, der zum Islam konvertierte, um sich scheiden lassen und sie als zweite Frau heiraten zu können. Der Rangierbahnhof, 1896 erschienen, hat mit dem zeitgenössischen München einen Ort zur Kulisse, dessen konservative Öffentlichkeit die ansässigen Bohémiens eher duldet als akzeptiert. Böhlau greift vor diesem Hintergrund das erwachende Selbstvertrauen der Frau und die damit einhergehende Bedrohung des männlichen Führungsanspruches auf. Exemplarisch führt sie die daraus resultierenden Verständigungsschwierigkeiten zwischen Mann und Frau an der tragischen Beziehung eines Künstlerpaares vor Augen: Die Malerin Olly kämpft gegen das klassische Frauenideal einer dem Mann dienlichen Ehefrau und Mutter an; Gastelmeier, ebenfalls Maler, doch mit traditionellem Kunstverständnis, kann in seiner Sehnsucht nach einem konservativen Familienleben nur vordergründiges Verständnis aufbringen.
Literatinnen um 1900


Gabriele Reuter
Das Tränenhaus
Herausgegeben von Carsten Dürkob
184 S., br.,  € 18,90
978-3-86815-572-3
Cornelie Reimann ist eine Schriftstellerin auf der Höhe ihres Erfolgs: Sie streitet engagiert für ein neues Selbstbild und -bewusstsein der Frauen, liest in ausverkauften Sälen und genießt internationale Anerkennung. Nun ist sie guter Hoffnung, hat aber nicht die Absicht zu heiraten. Im Deutschland des Jahres 1909 bedeutet diese Entscheidung eine Fahrkarte ins gesellschaftliche Abseits, doch die junge Frau geht diesen Weg ganz bewusst. Er führt sie in eines der anonymen Häuser weit weg von Familie und sozialem Umfeld, in dem „gefallene Mädchen“ ihre Niederkunft erwarten, um ihren Eltern die Schande des unehelichen Kindes zu ersparen. Cornelie Reimann bekommt dort nicht nur ihre Tochter, sondern auch tiefe Einblicke in eine andere gesellschaftliche Realität. Und sie erarbeitet sich ein neues Verhältnis zu sich selbst. Gabriele Reuter (1859-1941) kritisiert in Das Tränenhaus (1909) die Doppelmoral der männlich dominierten Wilhelminischen Gesellschaft im Umgang mit den „Mutterfreuden“, die moralische Korrumpiertheit, die daraus entsteht, und die Weigerung dieser Gesellschaft, Frauen ein selbstbestimmtes Leben auf der Grundlage einer selbst erworbenen Kultur- und Herzensbildung zu gestatten.
Literatinnen um 1900


Toni Schwabe
Die Hochzeit der Esther Franzenius
Mit einem Nachwort herausgegeben von Jenny Bauer
148 S., br.,  € 14,90
978-3-86815-573-0
Toni Schwabe (1877-1951) positioniert sich mit ihrem Erstlingsroman als lesbische Autorin avant la lettre. Erschienen 1902, berührte er lange vor der Etablierung des Sujets in den 20er Jahren behutsam das Thema weiblicher Homoerotik. Thomas Mann bedachte den Roman in einer Hymne auf das „Ewig Weibliche“ mit größtem Wohlwollen, die Forschung brachte ihn als Prätext mit Tonio Kröger in Zusammenhang. Von Ausbruchswünschen und Entdeckungslust getrieben, begibt sich die Protagonistin Esther Franzenius auf eine Reise, die zu einer verzweifelten Suche nach einem individuellen Lebensentwurf, nach künstlerischer Selbstfindung und erotischer Identität wird. Wie bei den meisten Schriftstellerinnen ihrer Zeit, bestimmten bei Toni Schwabe weibliche Emanzipationsbestrebungen und das Ringen um künstlerische Ausdrucksformen und Produktivität auch die eigene Biographie: Sie war Gründerin eines Verlags und einer Zeitschrift, als Übersetzerin und Herausgeberin tätig und stand u.a. mit Sophie Hochstetter, Frieda von Bülow und Magnus Hirschfeld in Kontakt. Ungeachtet jeder gesellschaftlichen Konvention lebte Toni Schwabe ihre Liebe zu Frauen in verschiedenen Beziehungen und thematisierte dies vor allem in ihrer Lyrik auch sehr deutlich.

Paul Scheerbart
Tarub, Bagdads berühmte Köchin
Arabischer Kulturroman
328 S., geb., € 21,-
978-3-927104-20-4.
Das tragische Geschick eines verkommenden Genies bildet den Mittelpunkt von Tarub, Bagdas berühmte Köchin. Ein begabter junger Dichter, Safur, läßt sich in seiner Sucht nach möglichster Verfeinerung aller Empfindungsorgane durch raffinierten Genuß so weit mit der Welt ein, daß sie ihm nachher, als sein Geist von einer großen Schaffens-Idee überschattet wird, überall im Wege steht. Tarub ist ein psychologischer Roman mit einem tiefen ethischen und kulturellen Gehalt. Der Autor Paul Scheerbart (1863-1915) gilt als bedeutender Vertreter der Boheme-Literatur. Anerkennung fand er vor allen Dingen als wichtigster deutschsprachiger fantastischer Autor.

Die rote Perücke
Prosa expressionistischer Dichterinnen
Herausgegeben von Hartmut Vollmer
172 S., geb., € 16,90
978-3-86815-519-8.


In roten Schuhen tanzt die Sonne sich zu Tod
Lyrik expressionistischer Dichterinnen
Herausgegeben von Hartmut Vollmer
268 S., geb., € 34,90
978-3-86815-526-6.


Hermann Hesse
Der Vogel kämpft sich aus dem Ei
Eine dokumentarische Recherche der Krisenjahre 1916 – 1920.
Korrespondenzen und Quellennachweise.
Kommentiert mit biographischen Erläuterungen und Abbildungen, herausgegeben von Jürgen Below
ca. 280 S., br., € 24,90
978-3-86815-710-9
Ich hätte nie im Leben etwas leisten können, wenn ich auf die Stimmen von außen hätte hören wollen“, schreibt Hermann Hesse rückblickend am 19.2.1926 an Helene Welti. Diese Dokumentation betrachtet die von besonders akuter, krisenhafter Prägung gekennzeichnete Periode der Jahre von 1916 bis 1920. Die überlieferten, teilweise bisher unveröffentlichten Schriftwechsel – von Hermann Hesse selbst und seinen Briefpartnern (wie Stefan Zweig, Carl Seelig oder Josef Bernhard Lang) sowie auch letzteren untereinander – ermöglichen tiefe Einblicke in diesen Lebensabschnitt. Volker Michels, Herausgeber des Literatur-Nobelpreisträgers und weithin bekannt durch sein Hermann Hesse-Editionsarchiv, bewertet diese  Recherche: „Sie illustriert einmal mehr das enervierende Privat-Chaos während Hesses riskanter erster Nachkriegsjahre und leuchtet seinen Kurs durch die Belastungen des Familien-Elends so detailliert aus wie in keiner Darstellung bisher.“
Der Flaneur


Magali Laure Nieradka
Der Meister der leisen Töne
Franz Hessel Biographie
2. Auflage
232 S., br., € 27,90
978-3-86815-590-7
Mit diesem Buch wird die erste umfassende, wissenschaftlich fundierte und ausgearbeitete Biographie von Franz Hessel (1880-1941) in deutscher Sprache vorgelegt. Grundlage dieser fesselnd zu lesenden Lebensbeschreibung sind breit recherchierte umfängliche und teils neuentdeckte Materialien sowie sämtliche Werke und zugänglichen Briefe des Dichters. Nutzbar gemacht werden konnten fast vierzig bisher unbekannte Quellen und literarische Typoskripte. Die lebendige Darstellung folgt den einzelnen Lebensstationen von Franz Hessel und arbeitet intensiv seine Beziehungen zu Franziska zu Reventlow und anderen Frauen der Pariser und Berliner Zeit mit ein.


Franz Hessel
Sämtliche Werke in fünf Bänden
2. Auflage
2132 S., Gb., 219,- €
978-3-86815-580-8
Franz Hessel (1880–1941) war Wegbegleiter der Münchner Bohème, Flaneur und Lebenskünstler zwischen Paris und Berlin, Schriftsteller, Übersetzer und einer der ersten Suhrkamp-Lektoren. Von Zeitgenossen wie Walter Benjamin und Kurt Tucholsky hoch gelobt, war er nach seinem Tod dennoch lange Zeit nahezu vergessen. Seit seiner Wiederentdeckung ist sein Ruf als Dichter fein nuancierter und den Geist der Jahrhundertwende elegant umspielender Prosa unumstritten. Nicht zuletzt durch das öffentliche Auftreten des Sohnes Stéphane Hessel ist in den vergangenen Jahren das Interesse neu erwacht, und die bekannteren Werke erschienen zuletzt in einigen Lizenzausgaben. Der Ruf nach einer Neuauflage dieser Werkedition ist indes nie verstummt, und in der Tat machen auch neue Textfunde diese aktualisierte und ergänzte Ausgabe überfällig: Sie stellt nicht nur das Werk, sondern auch die Forschungsergebnisse der letzten Jahre, wissenschaftlich und editorisch aufbereitet von namhaften Hessel-Experten, endlich wieder gebündelt zur Verfügung.
Die Bände sind auch einzeln erhältlich:
Bd. 1: Romane
978-3-86815-581-5; 46,90 €
Bd. 2: Prosasammlungen
978-3-86815-582-2; 46,90 €
Bd. 3: Städte u. Porträts
978-3-86815-583-9; 44,90 €
Bd. 4: Lyrik u. Dramatik
978-3-86815-584-6; 42,90 €
Bd. 5: Verstreute Prosa u. Kritiken
978-3-86815-585-3; 42,90 €

Berliner Bohème

Julius Bab
Die Berliner Bohème
Mit einem Nachwort herausgegeben von Michael M. Schardt
108 S., br., € 14,90
978-3-86815-592-1
Das Buch 'Die Berliner Bohème' gilt als wichtigstes Zeugnis der vom Wilhelminischen Bürgertum als subversiv empfundenen
Literaturszene im Berlin der Jahrhundertwende. Gleichzeitig dokumentiert es ihre Geschichte seit den Zeiten E.T.A Hoffmanns.

Münchner Bohème

Franziska zu Reventlow
Sämtliche Werke in sechs Bänden
Mit Nachwörtern, Bibliographie und Kommentaren
Gesamtausgabe in zweiter Auflage
2250 S., br., €  198,-
978-3-86815-511-2
Fanny Gräfin zu Reventlow (1871-1918) verkehrte mit nahezu allen literarisch und künstlerisch aktiven Größen der Münchener Bohème und führte ein unangepasstes, aufregendes und unstetes Leben. Ihre skandalumwitterte Biographie brachte Reventlow einige Berühmtheit ein, setzte sie doch gegen alle Widerstände der Zeit einen bis dahin wohl unerreicht emanzipierten Lebensentwurf durch. Der Abgleich ihrer autobiographischen Schriften mit dem literarischen Werk ermöglicht allerdings einen differenzierteren Blick auf “die Gräfin”. Zwar gewähren die Tagebücher und Briefe hoch interessante, zuweilen ergreifende Aufschlüsse über die Befindlichkeiten und Lebensumstände der mutmaßlich immerfrohen Bohemiènne, doch zeigt sich in den Werken darüber hinaus auch eine Schriftstellerin, deren literarische Entwicklung sukzessive ein beträchtliches Format annahm. Scharfsichtig, sprachgewandt und mit unverwechselbar charmanter Ironie verstand sie es, die Eigenheiten und Abwege der zeitgenössischen Gesellschaft (und insbesondere die Umtriebe der ihr wohlbekannten Künstlerkreise) literarisch zu verarbeiten.
Die Bände werden auch einzeln abgegeben:
Briefe 1 / Jugendbriefe 1890 bis 1891
978-3-86815-515-0, € 29,90
Briefe 2 / Briefe 1893 bis 1917
978-3-86815-516-7, € 36,90
Romane 1 / Ellen Olestjerne, Von Paul zu Pedro
978-3-86815-512-9, € 32,90
Romane 2 / Herrn Dames Aufzeichnungen, Der Geldkomplex, Der Selbstmordverein
978-3-86815-513-6, € 38,90
Tagebücher 1886 bis 1910
978-3-86815-514-3, € 44,90
Verstreutes / Erzählungen, Gedichte, Novellen, Aufsätze
978-3-86815-517-4, € 34,90
Die Reventlow-Rezeption

Über Franziska zu Reventlow
Rezensionen, Porträts, Aufsätze, Nachrufe aus mehr als 100 Jahren
Unter Mithilfe von Anna-Kathrin Geile herausgegeben von Johanna Seegers mit Anhang und Bibliographie
364 S., Br. 49,00 €
978-3-89621-200-9
In diesem Band wird dem interessierten Leser und der Forschung eine umfangreiche Materialsammlung von über 250 Besprechungen zu den Werken Reventlows, Porträts zur Person sowie verstreut und entlegen erschienenen Aufsätzen und Nachwörtern, Geburtstagsartikeln oder Nachrufen an die Hand gegeben. Die Dokumentation deckt einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren ab und reicht von den 1890er Jahren bis 2004. Neben den Rezeptionsdokumenten aus Zeitungen und Zeitschriften werden in einer zweiten Abteilung Erinnerungszeugnisse von Freunden, Schriftstellerkollegen und Gegnern abgedruckt, die sich in privaten Briefen, -Memoiren und Schlüsselromanen finden. Insgesamt stellt der Band eine unverzichtbare Quellensammlung für die Beschäftigung mit Franziska zu Reventlow und ihren Werk dar. Johanna Seegers studierte Germanistik und Politische Wissenschaften in Hamburg und arbeitete zum französischen Symbolismus und dessen Verhältnis zur Lyrik Stefan Georges. Sie betreute die fünfbändige Reventlow-Ausgabe redaktionell und ist für den wissenschaftlichen Apparat in Band fünf verantwortlich.


Hermann Ungar
Sämtliche Werke in drei Bänden
Herausgegeben von Dieter Sudhoff
Hermann Ungar, geboren 1893 in Boskowitz (Mähren), gestorben 1929 in Prag, Von 1914 bis 1916 war er Soldat im Ersten Weltkrieg und erlitt eine schwere Kriegsverletzung. Danach arbeitete er als Rechtsanwalt und Theaterregisseur. 1922 wurde er Legationsrat an der tschechoslowakischen Botschaft in Berlin, später Ministerialkommissar im Aussenministerium in Prag. Ungar gehört mit seinen realistischen Erzählungen, Romanen und Dramen, in denen er ohne Rücksicht auf Tabus die Abgründe menschlicher Existenz erhellt, zu den bedeutendsten Vertretern der Prager deutschen Literatur. Ungar galt als Einzelgänger des Prager Kreises um Franz Kafka, Ernst Weiß und Max Brod. Die Edition Sämtlicher Werke in drei Bänden bietet erstmals in zuverlässiger Textgestalt und kritisch kommentiert alle überlieferten Werke des Dichters und eine Auswahl seiner Briefe. Der erste Band enthält mit den Romanen Die Verstümmelten (1922) und Die Klasse (1927) Ungars Hauptwerke: Leseprobe des Romans "Die Klasse"
Bd. 1 / Romane
352 S., br., € 32,90, #978-3-86815-564-8
Bd. 2 / Erzählungen
268 S., br., € 29,90, #978-3-86815-597-6
Bd. 3 / Gedichte, Dramen, Feuilletons, Briefe,
472 S., br., € 32,90, #978-3-86815-527-3

MAX-ZWEIG-WERKAUSGABE

Max Zweig
Werke in 6 Einzelbänden
Max Zweig, Vetter von Stefan Zweig, wurde am 22. Juni 1892 im mährischen Proßnitz geboren, das damals zur Habsburger Monarchie gehörte. Schon als Kind hatte er nur ein Ziel: Dramatiker zu werden. Doch ein vom Vater aufgezwungenes Jurastudium und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verzögerten die Verwirklichung dieses Wunsches. Als Zweig 1925 sein erstes Drama „Ragen“ erfolgreich auf die Bühne brachte, war es für einen Karriereaufbau fast schon zu spät. 1933 musste Zweig Deutschland verlassen, 1938 emigrierte er von der Tschechoslowakei nach Israel. Dort lebte er bis zu seinem Tod am 5. Januar 1992 in einem sprachlichen Exil: als Dramatiker der deutschen Sprache. Für sein Werk - Zweig hinterließ 22 Dramen, einige Essays, Novellen und Gedichte - wurde er 1957 mit dem Preis der Bregenzer Festspiele ausgezeichnet. Seine Dramen zum Themenkreis Faschismus und Nationalsozialismus wurden in Deutschland weder gedruckt noch aufgeführt - auch nicht nach dem Zweiten Weltkrieg, obwohl sie die ersten Bühnenwerke waren, die sich mit der Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit beschäftigten. 1984 wurde Max Zweig mit dem Literaturpreis der Zionistischen Weltorganisation für Autoren fremder Sprache in Israel geehrt. Diese Werkausgabe erschien 1997-2002
Link: Max Zweig - Film von Ralph Giordano
Werke I: Dramen.
224 S., br., 24,90 €
978-3-89621-238-2
Werke II: Die Dritte-Reich-Dramen
360 S., br., 29,90 €
978-3-86815-598-3
Werke III: Die jüdischen Dramen
338 S., br., 24,- €
978-3-89621-093-7
Werke IV: Verstreute Dramen
295 S., br., 24,- €
978-3-89621-119-4
Werke V: Die politisch-historischen Dramen.
364 S., br., 24,- €
978-3-89621-120-0
Werke VI: Autobiographisches und VerstreuteSchriften aus dem Nachlass
457 S., br., 24,- €
978-3-89621-155-2


Richard Beer-Hofmann
Werkausgabe in 8 Bänden
Richard Beer-Hofmann (1866-1945) war ein österreichischer Romancier, Dramatiker und Lyriker. 1893 erschien der Band Novellen (Das Kind, Camelias), es folgten Gedichte, 1900 die Erzählung Der Tod Georgs und 1904 das Trauerspiel Der Graf von Charolais. Arthur Schnitzler, der mit Hugo von Hofmannsthal zu den wichtigsten Vertretern der Wiener Moderne gehörte, notierte (in Bezug auf Beer-Hofmann) in seinem Tagebuch am 4. Jänner 1905: "... ist der bedeutendste von uns allen. ... Seine Art zu arbeiten: im Gegensatz zu der meinigen und zu der Hugos. - Auch wenn ich mich ebenso lang mit einem Werk beschäftigte wie er, könnte ich es nicht zu der gleichen Höhe bringen."
Ab 1906 arbeitete Beer-Hofmann am Dramenzyklus Die Historie von König David, der jedoch unvollendet blieb. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Inflationszeit gezwungen, um Lohn zu arbeiten, war er in den 1920er Jahren bis 1932 als Regisseur, u. a. für Max Reinhardt tätig. Erst 1939 gelang ihm die Emigration, zunächst in die Schweiz, wo seine Frau starb, danach nach New York. Hier gab er die Arbeit am König David auf und widmete sich ganz dem Erinnerungswerk an seine geliebte, am 30. Oktober 1939 in Zürich verstorbene Frau Paula. Im Jahr 1945 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Er verstarb noch im selben Jahr.

Werke I: Schlaflied für Mirjam. Lyrik, Prosa, Pantomime.
 br., 376 S., ISBN 978-3-86815-539-6

 Werke II: Novellen.
 geb., 128 S., 21,- €  ISBN 978-3-927104-40-2

 Werke III: Der Tod Georgs. Roman.
 geb., 152 S., 24,- € ISBN 978-3-927104-70-9

 Werke IV: Der Graf von Charolais.
 geb., 276 S., 29,- € ISBN 978-3-927104-71-6

 Werke V: Die Historie von König David und andere dramatische Entwürfe.
 geb., 570 S., 44,- € ISBN 978-3-89621-011-1

 Werke VI: Paula. Ein Fragment.
 br., 264 S., 27,90,- € ISBN 978-3-86815-540-2

 Werke VII: Briefe 1895-1945.
 geb., 480 S., 34,- €  ISBN 978-3-89621-100-2

 Werke VIII: Der Briefwechsel mit Paula.
 geb., 512 S., 34,- Euro; ISBN 978-3-89621-117-0.



Stanislaw Przybyszewski
Werkausgabe in 9 Bänden
Przybyszewski (1868-1927) war ein polnischer Schriftsteller, der zu Beginn seiner Laufbahn auf Deutsch schrieb. Nach dem Abitur begann er in Berlin zunächst Architektur zu studieren, wechselte aber bald zur Medizin. 1892 wurde er Redakteur der in Berlin erscheinenden polnischsprachigen sozialistischen Wochenzeitschrift Gazeta Robotnicza (dt. Arbeiterzeitung). 1893 wurde er wegen Kontakten zur Arbeiterbewegung der Friedrich-Wilhelm Universität (heute HUB) verwiesen. Przybyszewski entwickelte ein großes Interesse für Satanismus sowie die Philosophie von Friedrich Nietzsche und begann ein Bohème-Leben. Zu seinen Freunden in dieser Zeit gehörten Edvard Munch, Richard Dehmel und August Strindberg, die sich in ihrer Berliner Stammkneipe "Zum schwarzen Ferkel" trafen. 1895 wurde er Mitbegründer der Zeitschrift Pan, veröffentlichte daneben aber auch in Karl Kraus' Fackel und in der Freien Bühne. Der "geniale Pole" hieß Przybyszewski bei der Friedrichshagener Bohème um Hille, Bölsche, Julius und Heinrich Hart. In Deutschland erlebte Przybyszewski die ersten Naturalismus-Erfolge, die Skandinavienmode, doch auch das Debakel einer Munch-Ausstellung und den Triumph der göttlichen Duse in Berlin. Przybyszewski wollte eigentlich Psychiater werden, weil er „die Umnachteten, die Abartigen, Entgleisten“ liebte. Als "Made in Germany" begrüßte ihn begeistert das europahungrige junge Krakau um Stanislaw Wyspianski, als er 1898 nach Polen zurückkehrte. Er wurde Herausgeber der Zeitschrift Zycie (dt. Leben), in der er sich als Haupt des Jungen Polen profilieren konnte. Im Jahre 1900 musste die Zeitung wegen Zensur- und Finanzproblemen eingestellt werden. Zwischen 1901 und 1905 lebte Przybyszewski in Warschau und begann mit der Übersetzung seiner Werke ins Polnische. In der folgenden Zeit unternahm Przybyszewski viele Reisen nach Russland, wo er sich großer Popularität erfreute. 1906 zog er nach München, wo er bis zum Ende des I. Weltkriges blieb, bevor er nach Polen zurückkehrte. Hier arbeitete er intensiv am Aufbau des neuen polnischen Staates mit. Er war zunächst als Beamter in Pasnan angestellt und übersetzte bei der Post deutsche Dokumente. 1920 tat er Gleiches in in Gdanzk, leitete die polnische Bibliothek und engagierte sich für das polnische Gymnasium in der damals überwiegend deutschen Stadt Danzig. 1924 zog er nach Warschau, wo er in der Zivilkanzlei des Präsidenten der Republik angestellt wurde. In Anerkennung seiner Mitwirkung am Aufbau des jungen Staates wurden ihm das Offizierskreuz und das Kommandeurskreuz des Ordens Polonia Restituta verliehen. 1927 kehrte er nach Kujawien, seiner Heimat, zurück wo er im selben Jahre starb.

 Werke I: De profundis und andere Erzählungen.
geb., 206 S., 18,- Euro;  ISBN 978-3-927104-04-4.

 Werke II: Zur Psychologie des Individuums.
geb., 152 S., 18,- Euro; ISBN 978-3-927104-18-1.

 Werke III: Homo Sapiens. Satans Kinder.
geb., 448 S., 30,- Euro;  ISBN 978-3-927104-28-0.

 Werke IV: Erdensöhne. Das Gericht. Der Schrei.
geb., 311 S., 24,- Euro; ISBN 978-3-927104-29-7.

 Werke V: Schnee und andere Dramen.
geb., 344 S., 27,- Euro; ISBN 978-3-927104-46-4.

 Werke VI: Kritische und essayistische Schriften.
geb., 332 S., 24,- Euro;  ISBN 978-3-927104-26-6.

 Werke VII: Ferne komm ich her … Erinnerungen an das literarische Berlin.
geb., 354 S., 29,- Euro; ISBN 978-3-927104-87-7.

 Werke VIII: Briefe.
geb., 192 S., 24,- Euro; ISBN 978-3-89621-083-8.

 Werke IX: Kommentarband zur Werkausgabe.
geb., 256 S., 29,- Euro; ISBN 978-3-89621-173-6.



Robert Müller
Werkausgabe in 13 Bänden
Robert Müller (1885-1924) gehört zu den zentralen Figuren der literarischen Wiener Moderne. Seine Schriften bewegen sich zwischen aktivistischem Expressionismus und Konservativismus, ästhetischer Avantgarde und rassistischen Positionen. Unbestritten sind Müllers einzigartige, exzessive Sprachgewalt und fulminante Rhetorik. Der Roman Tropen gehört im deutschsprachigen Raum zu den epischen Großwerken des beginnenden 20. Jahrhunderts und kann gleichberechtigt neben die besten Werken Musils, Kafkas oder Brochs gestellt werden. Nachdem der hochartifizielle Roman über 70 Jahre vergriffen war, machte der Igel Verlag das Werk 1990 wieder zugänglich und startete zugleich diese 13-bändige Werkausgabe. Das damit initiierte literaturwissenschaftliche Interesse an Robert Müller hat sich seitdem beständig gesteigert, so dass Tropen nunmehr in dritter, überarbeiteter Auflage erscheint. Dem Roman ist ein kenntnisreiches Nachwort des Robert-Müller-Spezialisten Günter Helmes beigegeben, das für die vorliegende Ausgabe überarbeitet und aktualisiert wurde.

Werke I: Tropen. Roman.
248 S., br., 22,90,- €  ISBN 978-3-89621-240-5

Werke  II: Camera obscura. Roman.
196 S., br., 19,90 €  ISBN 978-3-927104-14-3

Werke  III: Flibustier. Roman.
110 S., br., 14,- €  ISBN 978-3-927104-24-2

Werke  IV: Rassen, Städte, … Essays.
240 S., br., 19,- €  ISBN 978-3-927104-30-3

Werke  V: Der Barbar. Roman.
144 S., br., 19,-€  ISBN 978-3-927104-38-9

Werke  VI: Irmelin Rose - Bolschewik.
216 S., br., 19,- €  ISBN 978-3-927104-36-5

Werke  VII: Kritische Schriften 1.
308 S., br., 27,90 €  ISBN 978-3-86815-532-7 .

Werke  VIII: Das Inselmädchen.
96 S., br., 14,- €  ISBN 978-3-927104-65-5

Werke  IX: Die Politiker des Geistes.
115 S., br., 19,- €  ISBN 978-3-927104-84-6

Werke  X: Krit. Schr. 2: 1917-1920.
568 S., br., 44,- €  ISBN 978-3-927104-92-1

Werke  XI: Gesammelte Essays.
308 S., br., 27,90 €  ISBN 978-3-86815-533-4.

Werke  XII: Krit. Schr. 3: 1921-1924.
318 S., br., 34,- €  ISBN 978-3-89621-018-0

Werke  XIII: Briefe und Verstreutes.
196 S., br., 22,90,- €  ISBN 978-3-89621-239-9



Ernst Goll
Im bitteren Menschenland
Das gesammelte Werk
292 S., br., € 19,90
978-3-86815-570-9
„Ernst Goll ist ein Dichter. In seine Lyrik braucht man sich nicht erst mühsam hineinzulesen. Ihr Gefühlston ist echt.“ Derart euphorisch begrüßte vor hundert Jahren die deutsche Kritik das Buch „Im bitteren Menschenland“ als Debüt und Vermächtnis eines jungen österreichischen Autors, dessen Name heute kaum noch geläufig ist. Mit Hugo Wolf hat er den Geburtsort Windischgraz/Slovenj Gradec gemeinsam, mit Trakl und Heym das Geburtsjahr (1887). In seinem jugendlich aufbruchseligen Überschwang erweist er sich als wahrer Zeit- und Streitgenosse des Expressionismus, in seiner stark ausgeprägten Melancholie wiederum als ein würdiger Nachfahre Lenaus - und doch war Ernst Goll zeitlebens ein Solitär, keiner Gruppe zugehörig, keiner Strömung verpflichtet. Ausgehend von einer romantisierenden, weitgehend unpersönlichen Sprache, gelang es ihm innerhalb kurzer Frist, zu einem eigenständigen lyrischen Personalstil zu finden, ehe er 25-jährig seinem Leben freiwillig ein Ende setzte. Durch diesen frühen, tragischen Tod erlangte Golls Gestalt rasch die Aura einer Legende. Verehrt und verklärt, wurde er in seiner Modernität nur selten erkannt. Zum regionalen Klassiker erhoben, wurde er in seiner Heimat zwar viel und gerne gelobt, mit den Jahren jedoch immer weniger und immer oberflächlicher gelesen. Die vorliegende Ausgabe macht sein Gesamtwerk nun zum 100. Todestag des Dichters wieder zugänglich, erstmals in chronologischer Ordnung und erweitert um bislang unbekannte Texte aus seinem Nachlass.

Thomas Valentin
Werke in 12 Einzelbänden
Thomas Valentin (das ist Armin Gerold Valentin) hat zeitkritische Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Drehbücher verfasst. Sie schildern häufig Probleme von Kindern und Jugendlichen. Nach dem Erfolg seines ersten 1961 veröffentlichten Romans "Hölle für Kinder" arbeitete er seit 1962 als freier Schriftsteller mit Wohnsitz in Lippstadt; die Sommermonate verbrachte er häufig in Italien am Gardasee und auf Sizilien. Von 1964 bis 1966 war er Chefdramaturg am Stadttheater in Bremen. Er war Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland. 1981 wurde ihm postum der Adolf-Grimme-Preis mit Gold für das Drehbuch zum Fernsehspiel "Grabbes letzter Sommer" verliehen. Den Roman "Die Unberatenen" verfilmte Peter Zadek 1966 als TV-Inszenierung sowie 1969 als Kinofilm unter dem Titel "Ich bin ein Elefant, Madame". der Film wurde auf der Berlinale 1969 mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Werke I: Hölle für Kinder. Roman.
165 S., br., 19,- €; ISBN 978-3-89621-072-2.

Werke II: Fahndung oder Die Reise zu sich selbst.
136 S., br., 19,- €; ISBN 978-3-89621-073-9.

Werke III: Die Unberatenen. Roman.
303 S., br., 19,- €; ISBN 978-3-89621-074-6 (NA i. Vorb.)

Werke IV: Stilleben mit Schlangen. Natura morta. Roman.
222 S., br., 19,- €; ISBN 978-3-89621-075-3.

Werke V: Grabbes letzter Sommer. Roman.
144 S., br., 19,- €; ISBN 978-3-89621-076-0.

Werke VI: Frühnachrichten/Käfige der Freiheit. Gesammelte Erzählungen.
341 S., br., 19,- €; ISBN 978-3-89621-077-7

Werke VIII: Der Hausfreund. Dramen.
405 S., br., 19,- €; ISBN 978-3-89621-079-1.

Werke IX: Anna und Totò. Fernsehspiele 1.
400 S., br., 19,- €; ISBN 978-3-89621-080-7.

Werke X: Tod eines Mannequins. Fernsehspiele 2.
495 S., br., 19,- €; ISBN 978-3-89621-081-4.

Werke XI: Niemandslicht. Gesammelte Lyrik.
207 S., br., 19,-€; ISBN 978-3-89621-105-7.

Werke XII: Kater im Theater und andere Kinderstücke, ill.
132 S., geb., 9,90 1; ISBN 978-3-89621-131-6.


Musikwissen

Carsten Dürkob
A Change Is Gonna Come
Dylan, die Beatles, die Rolling Stones und andere im Jahr 1966
308 S., br., € 36,90
978-3-86815-599-0
Alle reden von 1967, dem „Summer of Love“, von Sonne, Liebe, Friede - aber was hat diese einzigartige, im Nachhinein geradezu zum Mythos gewordene Stimmung ermöglicht?
„A Change Is Gonna Come“ beantwortet diese Frage aus der Perspektive der Pop-Musik, genauer: aus der Perspektive einer Reihe von Texten, die 1966 erschienen sind und in den folgenden Monaten ihre Wirkung rund um die Welt entfaltet haben. Mitten in der Dekade des Sorglos-Pop formulieren die wichtigsten der um 1940 geborenen Songschreiber Texte, die von Zukunftsängsten, Orientierungslosigkeit und Desillusioniertheit berichten. Diese im Laufe weniger Monate erschienenen Platten geben nicht nur dem Pop im Laufe eines einzigen Sommers eine neue Richtung und eine neue Authentizität, sondern sind auch ein Aufruf, eine Warnung: So kann es nicht weitergehen! Deshalb stehen
Simon & Garfunkel: „The Sounds of Silence
The Rolling Stones: „Aftermath
The Beach Boys: „Pet Sounds
Bob Dylan: „Blonde On Blonde
The Beatles: „Revolver“ und
Simon & Garfunkel: „Parsley, Sage, Rosemary & Thyme
sowie weitere einzelne Songs anderer Interpreten im Mittelpunkt von „A Change Is Gonna Come“. Sie alle zeigen: Die Grundlagen der Welt sind 1966 brüchig geworden.


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